Infomappe - elan

elan.fuerth.de

Infomappe - elan

Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft der Stadt Fürth

elan einsteigen, lernen, arbeiten, neuorientieren GmbH

Infomappe

zu Bildungswegen &

Unterstutzungsmoglichkeiten

in Bayern

www.elan-fuerth.de


Infomappe

Infomappe

zu Bildungswegen und Unterstutzungsmoglichkeiten in Bayern

Die vorliegende Informationsmappe wurde im Rahmen des Projektes

„Zukunft gemeinsam gestalten – Eltern stärken an den Nahtstellen des Bildungssystems“ erarbeitet.

Trager des Projektes

Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft der Stadt Fürth

elan – einsteigen, lernen, arbeiten, neu orientieren GmbH

Kapellenstr. 47

90762 Fürth

Tel. 0911/74 32 59 30

Fax 0911/74 32 59 33

E-Mail: info@elan-fuerth.de

Website: elan-fuerth.de

Projektleitung und Ansprechpartnerin

Alexandra Pashalidis

Mathildenstr. 17

90762 Fürth

Tel. 0911/23 99 35 70

E-Mail: a.pashalidis@elan-fuerth.de

Redaktion: Carola Pfaffinger, Ilona Laitenberger, Alexandra Pashalidis, Christine Hofmann, Carolin Dreutter

Wir danken: Ingrid Streck von der Hans-Sachs-Grundschule, Erna Fuchs vom BRK-Kindergarten Nautilus, Trudi Götz

von „Deutsch im Koffer“, Gülcan Üstünalp vom Mütterzentrum, Kenan Eroglu vom konsularischen muttersprachlichen

Ergänzungsunterricht

Übersetzung: Antonia Shipilov, Ebru Chaudhry, Hülya Erel

Gestaltung/Illustrationen: Silke Klemt

Druck: Print Com e.K., Erlangen

Diese Mappe ist zu beziehen unter: www.elan-fuerth.de

Bildungswege in Bayern

1


2 Bildungswege in Bayern


Ein Wort zu Anfang

Eltern sind die wichtigsten Unterstützer ihrer Kinder in der Schule und auf dem Weg in Ausbildung. Sie beeinflussen die

Bildungsbiographie der Kinder, bei der Berufswahl spielen sie als Vorbilder eine bedeutendere Rolle als Lehrkräfte oder

Freunde. Um ihre Kinder gut unterstützen zu können, ist es erforderlich, dass sie in unserer komplexen Bildungslandschaft

rechtzeitig den Überblick gewinnen. Gerade Erziehende mit Migrationshintergrund sehen sich mit einem völlig andersartigen

Schul- und Ausbildungssystem konfrontiert als in den Herkunftsländern.

Um diese Eltern zu erreichen, entwickelte die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft der Stadt Fürth elan das interkulturell

orientierte Projekt „Eltern- und Multiplikatorenbildung am Übergang Schule-Beruf“. Es wurde zwischen Herbst

2006 und Sommer 2010 über die vhs Fürth als Teilmodul des „Vertrauensnetzwerkes Schule – Beruf“ vom Bayerischen

Staatsministerium für Unterricht und Kultus aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert und in Fürth umgesetzt.

Dank der finanziellen Förderung durch das Bundesministerium des Inneren über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

konnten wir das erfolgreiche Konzept, das 2009 mit dem Integrationspreis ausgezeichnet wurde, präventiver ausrichten

und auf die Zielgruppe der Eltern mit Kindern am Übergang Kindergarten–Grundschule–Sekundarstufe I übertragen.

Seit Herbst 2009 organisiert das Projekt „Zukunft gemeinsam gestalten – Eltern stärken an den Nahtstellen des Bildungssystems“

in Kooperation mit Fachleuten unterschiedlichster Professionen sowie mit Ehrenamtlichen unterschiedlichster

Muttersprachen Elternveranstaltungen in Kindertagesstätten, an Fürther Grund- und Hauptschulen, in Migrationsvereinen

und anderen interessierten Einrichtungen. Dabei wird das bayerische Schulsystem anschaulich erklärt und über nötige

und mögliche Unterstützungsmöglichkeiten von und für Erziehende informiert.

Parallel dazu bieten wir regelmäßig Schulungen für ehrenamtlich Engagierte an, die Kenntnisse über das Bildungssystem

und regionale Unterstützungsnetzwerk als Multiplikatoren an Landsleute ihres jeweiligen Umfeldes weiter geben.

Kooperationspartner sind Kindertagesstätten und Fürther Grund- und Hauptschulen, das Stadtjugendamt mit Erziehungsberatungsstelle,

der Integrationsbeirat und das Integrationsbüro, das Staatliche Schulamt, das Mehrgenerationenhaus

Mütterzentrum und die Fürther Migrantenselbstorganisationen.

Vorliegende Materialsammlung wurde als Beratungsgrundlage und Arbeitshilfe für ehrenamtliche und professionelle Akteure

der Integrationsarbeit entwickelt. Sie fasst die zentralen Themen und Inhalte der Informationsveranstaltungen und

Schulungen zusammen und liegt neben Deutsch in Russisch und Türkisch vor.

Fürth, 01.09.2010

Alexandra Pashalidis

elan GmbH

Bildungswege in Bayern

3


Inhaltsverzeichnis

Bildungswege in Bayern

Bildungswege in Bayern: Vom Kindergarten in Ausbildung und Beruf -

wo kann es lang gehen, wie konnen Sie ihr Kind unterstutzen?

Überblick über das Bildungssystem als Wegweiser durch die Mappe

Eltern sind die

wichtigsten

Unterstützer

Ihrer Kinder

auf dem Weg

1. in die

Schule,

2. in der

Schule

selbst, und

3. in Ausbildung

und

Beruf.

Sie motivieren

und stärken

wichtige

körperliche

und geistige

Fähigkeiten

und förden

Selbstvertrauen,Durchhaltevermögen

und Ausdauer.

Vgl. Modul

1.3,

2.7.1,

3.8 und

4.3

Ausbildung

Zwischen 2 - 3,5 Jahren

je nach Abschlussprüfung;

Mittlerer

Bildungsabschluss

Vgl. Modul 4

FörderschuleHauptschulstufe

Vgl.

Modul 3.3

Förderschule

Grundschulstufe

Vgl. Modul 3.3

M-Zug Klasse 10

Vgl. Modul 3.4.2

(qualifizierender)

Hauptschulabschluss

Hauptschule/

Mittelschule

Klasse 5 - 9

Vgl. Modul 3.4

Arbeit und Beruf

Fachhochschulstudium

zw. 3 und 5 Jahre

(Fach-)Hochschulreife ; Vgl. Modul 3.6 und 3.7

Fachoberschule Fachakademie Berufsoberschule

Für Kinder mit besonderem

Förderbedarf gibt

es Extra- bzw. Zusatzangebote

Vgl Modul 1.2

Mittlerer Bildungsabschluss

Wirtschaftsschule

Klasse 7 - 10

Vgl.

Modul 3.5.2

Grundschule: Klasse 1-4. Hier lernt Ihr Kind Grundlagen wie Lesen, Schreiben,

Rechnen. Vgl. Modul 2.4

Nach der 4. Klasse teilen sich die Schularten auf.

Kindergarten für Kinder ab 3 bis 6 Jahre

Vgl. Modul 1.1

Letztes Kindergartenjahr = Vorschule!

Hier wird Ihr Kind fit für die Einschulung

Krippe bis 3 J., KiGa 3-6 J.

Realschule

Klasse 5 - 10

Vgl. Modul 3.5.1

Hochschul-,

Universitätsstudium

zw.

4 - 6 Jahre

Allgemeine

Hochschulreife

Gymnasium

Klasse 5 - 12

Vgl. Modul 3.6.2

4 Bildungswege in Bayern


Inhaltsverzeichnis

Bildungswege in Bayern

Bildungswege in Bayern

Modul 1 Bildung und Erziehung vor der Einschulung 6

M1.1. Kindergarten 7

M1.1.1 Förderung im Kindergarten 7

M1.1.2 Kindergarten als Vorschule 8

M1.1.3 Zusammenarbeit von Eltern und Erzieherinnen 9

M1.1.4 Der Weg in den Kindergarten 10

M1.2 Besondere Förderung im Vorschulalter 11

M1.2.1 Sprachförderung 11

M1.2.2 Sonderpädagogische Einrichtung 12

M1.3 Förderung in der Familie 13

M1.3.1 Förderung im Alltag 13

M1.3.2 Zweisprachigkeit zuhause 15

M1.4 Unterstützungsangebote für Eltern und Vorschulkinder 17

Modul 2 Bildung und Erziehung in der Grundschule 19

M2.1 Verwaltungstechnische Voraussetzungen für die Einschulung 20

M2.1.1 Schuleingangsuntersuchung 20

M2.1.2 Schulanmeldung 20

M2.1.3 Einschulung – Stichtagsregelung 20

M2.2 Schulreife/Schulfähigkeit 22

M2.3 Schulmodelle und Besonderheiten 23

M2.4 Lernen in der Grundschule 25

M2.5 Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule 26

M2.5.1 Formen der Zusammenarbeit 26

M2.5.2 Ansprechpartner in der Schule 26

M2.5.3 Kommunikation mit den Lehrkräften 27

M2.6 Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten 29

M2.7 Schule – ein neuer Lebensabschnitt 30

M2.7.1 So unterstützen Sie Ihr Kind zuhause 30

M2.7.2 Das ist wichtig für den Schulalltag 34

M2.7.3 So geht es weiter nach der 4. Klasse 35

Modul 3 Das bayerische Schulsystem 36

M3.1 Das bayerische Schulsystem am Modell 36

M3.2 Schulabschlüsse in Bayern 37

M3.3 Förderschule 39

M3.4 Haupt-/Mittelschule 41

M3.4.1 Hauptschule 41

M3.4.2 M-Zug an der Haupt-/Mittelschule 41

M3.4.3 Mittelschule 42

M3.5 Real- und Wirtschaftschule 43

M3.5.1 Realschule 43

M3.5.2 Wirtschaftschule 44

M3.6 Fachoberschule und Gymnasium 45

M3.6.1 Fachoberschule 45

M3.6.2 Gymnasium 45

M3.7 Weiterführende Schulen nach der Berufsausbildung 46

M3.8 Unterstützungsmöglichkeiten für Eltern 47

Modul 4 Vorbereitung auf Ausbildung und Beruf 49

M4.1 Ausbildungsreife – was heißt das 50

M4.2 Vorbereitung auf Ausbildung und Beruf in der Schule 51

M4.2.1 Haupt- und Mittelschule 51

M4.2.2 Förderschule 51

M4.3 So können Eltern ihr Kind unterstützen 52

M4.4 Formen der Berufsausbildung 54

M4.4.1 Duale Ausbildung=betriebliche Ausbildung 54

M4.4.2 Berufsschulpflicht für alle Abgangsschüler der Hauptschule 55

M4.4.3 Schulische Ausbildung=Ausbildung an einer Berufsfachschule 56

M4.5 Beratungsstellen am Übergang Schule – Beruf 57

Zum Nachdenken: Erfahrungen von Eltern mit Migrationshintergrund rund um das Thema Bildung in Deutschland 59

Seite

5


1

Modul 1

Bildung & Erziehung vor der Einschulung

M1 Bildung und Erziehung vor der Einschulung

Eltern sind die

wichtigsten

Unterstützer

Ihrer Kinder

auf dem Weg

1. in die

Schule,

2. in der

Schule

selbst, und

3. in Ausbildung

und

Beruf.

Sie motivieren

und stärken

wichtige

körperliche

und geistige

Fähigkeiten

und förden

Selbstvertrauen,Durchhaltevermögen

und Ausdauer.

Vgl. Modul

1.3,

2.7.1,

3.8 und

4.3

Für Kinder mit besonderem

Förderbedarf gibt

es Extra- bzw. Zusatzangebote

Vgl Modul 1.2

Kindergarten für Kinder ab 3 bis 6 Jahre

Vgl. Modul 1.1

Letztes Kindergartenjahr = Vorschule!

Hier wird Ihr Kind fit für die Einschulung

Krippe bis 3 J., KiGa 3-6 J.

Studien belegen, dass der Entwicklungs- und Bildungsstand von Vorschulkindern den späteren

schulischen Erfolg stark beeinflusst. Je besser ein Kind auf die Grundschule vorbereitet ist, desto

besser sind seine Leistungen in der Schule. Eine wichtige Bildungs- und Erziehungseinrichtung für

Vorschulkinder ist der Kindergarten. Daneben kommt den Eltern die zentrale Rolle zu, ihre Kinder

gut auf die Schule vorzubereiten.

• was Ihr Kind lernen kann, wenn es in den Kindergarten geht, lesen Sie in M1.1

• welche zusätzlichen, besonderen Fördermöglichkeiten es gibt, lesen Sie in M1.2

• wie Sie selbst ihr Kind im Vorschulalter fördern können, lesen Sie in M1.3

• wo Sie Unterstützung bekommen können, wenn Sie Fragen zur vorschulischen Bildung und

Erziehung Ihres Kindes haben, lesen Sie in M1.4

6 Bildungswege in Bayern


Modul 1

M1.1 Kindergarten

1.1.1 Forderung im Kindergarten

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung vor der Einschulung • Kindergarten

In den Kindergarten gehen Kinder ab dem 3. Lebensjahr bis zur Einschulung, d.h. in der Regel bis zum 6. Lebensjahr. Hier ist

das Spiel ein pädagogisches Grundprinzip, das Wissenserfahrung als Abenteuer gestaltet und den Grundstein legt für späteres

schulisches Lernen.

Gefördert werden die Kinder in verschiedenen Bildungs- und Entwicklungsfeldern:

• Sinne, d.h. Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten, Hören

• Körper, d.h. Grob- und Feinmotorik, Gleichgewichtssinn, Beweglichkeit, Belastbarkeit

• Sprache, deutsche Sprache, aktiver (sprechen) und passiver (verstehen) Wortschatz

• Denken, d.h. intellektuelle Fähigkeiten, Kreativität, Gedächtnis, Konzentration

• soziales Miteinander, Gefühl und Mitgefühl, Verantwortungsübernahme, aber auch Einbindung in das

nachbarschaftliche Umfeld wie Spielplatz, Sportverein, Musikangebote

• Entwicklung von Werten, Achtung des Andersseins, religiöse und ethische Grunderziehung

• Persönlichkeitsstärkung, Selbstbestimmung, Mitverantwortung, Selbstwertgefühl, Stressbewältigung,

Kommunika tionsbereitschaft

Vorschulkinder (lt. Bildungsplan bayr. Staatsministerium für Arbeit, Familie und Soziales)

• können Freude am Spiel empfinden und sich im Spiel ausdrücken

• können mit verschiedenen Mal- und Schreibmaterialien und Werkzeugen umgehen und damit kreative Produkte

herstellen

• können einige Reime und Lieder auswendig und genießen das gemeinsame Singen

• können Freude an der Bewegung empfinden

• sind den Anforderungen eines geregelten Tagesablaufs gewachsen

• können sich in einer fremden Umgebung orientieren

• erlernen die deutsche Sprache soweit, dass sie später dem Unterricht folgen können

• haben Lieblingsbücher, aus denen ihnen vorgelesen wird und können anderen daraus erzählen

• können in ganzheitlichen Zusammenhängen Muster, Regeln, Symbole und Zahlen entdecken

• können Mengen erfassen und Ziffern benennen

• können über Naturphänomene staunen und Fragen dazu stellen

• können in einer Gruppe gemeinsam eine Aufgabe bewältigen, mit anderen Kindern angemessen kommunizieren und

bringen Einfühlungsvermögen und Mitgefühl auf


können Sinnfragen stellen und miteinander nach Antworten suchen

7

1.1


1.1

Modul 1

1.1.2 Kindergarten als Vorschule

Bildung & Erziehung vor der Einschulung • Kindergarten

Insbesondere das letzte Kindergartenjahr bereitet auf die Einschulung vor. Der

Kindergarten arbeitet mit der Grundschule zusammen, um den Übertritt vorzubereiten

(Vgl. auch M2) und fördert gezielt die Kenntnisse und Fähigkeiten, die ein

Kind bei der Einschulung mitbringen sollte:

• Sprachliche Fähigkeiten: Deutschkenntnisse, Sprechfreude, aktives Zuhören

(Nachfragen), Wortschatz erweitern, Dialogfähigkeit (Rede und Antwort),

Förderung der phonologischen Bewusstheit als Vorläuferfertigkeit zum

Schriftspracherwerb

Wie Sie selbst Ihr

Kind in den einzelnen

Bereichen fordern

konnen, lesen

Sie in M 1.3

• Soziale Fähigkeiten: bereit sein, sich anzustrengen, mit Enttäuschung umgehen,

andere trösten/miteinbeziehen, sich für etwas/jemanden einsetzen, etwas teilen, etwas auch ohne große Lust tun,

abwarten können

• Grundlagen mathematischer Bildung: Kennen lernen geometrischer Formen durch Spielmaterialien (Puzzles, Bauklötze,

Bälle) und Zahlen (Abzählreime, Fingerspiele, Kuchen aufteilen), vorwärts zählen, Ordnen von Reihen und Serien,

Vergleichen von Größen, Gewichten, Mengen und Längen, Wiegen und Messen, Umgang mit Geld, Richtungsangaben

(links, rechts, geradeaus), zeitliche Abläufe (vorher, nachher) und räumliche Beziehungen (vorne, neben, hinten, oben,

unten)

• Die Medienbildung und –erziehung soll sich prinzipiell entsprechend dem Entwicklungsstand des Kindes auf alle

Medien erstrecken. Meist stehen folgende Medienbereiche im Kindergarten zur Verfügung:

• Hörmedien und Hörspiele

• Fotoapparat

• Umgang mit Büchern

• Computer (sind nicht in jedem Kindergarten vorhanden)

Medienkompetenz meint den sachgerechten, selbstbestimmten und verantwortungsvollen Umgang mit Medien.

Gestärkt wird die Medienkompetenz durch den Wechsel von gezielter Unterstützung der Erzieher und der selbstständigen

Wissenserweiterung des Kindes.

• Vertiefung der musikalischen Bildung und Erziehung: Kennen lernen von Instrumenten und Musikrichtungen wie

Trommeln, Flöten, Musik verschiedener Völker, Rhythmusgefühl entwickeln

• Bewegungserziehung und Sport: Entwicklung eines gesunden Körpergefühls und –bewusstseins, Erlangung grob- und

feinmotorischer Geschicklichkeit, Schulen von Konzentration und Gedächtnis, Zuversicht in die eigene Leistungsfähigkeit

aufbauen, Teamgeist lernen, gewinnen, bzw. verlieren können.

8 Bildungswege in Bayern


Modul 1

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung vor der Einschulung • Kindergarten

1.1.3 Erziehungspartnerschaft Eltern – Erzieher

Formen der Zusammenarbeit

Der regelmäßige Austausch von Eltern und Erziehern ist wichtig für die optimale Förderung und das Wohlbefinden des

Kindes im Kindergarten. Nur so erfahren Sie als Eltern, wie sich ihr Kind entwickelt, wo es gegebenenfalls Unterstützung

braucht, und wie Ihr Kind diese bekommen kann.

Für den Austausch gibt es in jedem Kindergarten vielfältige Formen und Möglichkeiten:

• Ein Entwicklungsgespräch über die Fortschritte Ihres Kindes wird 1x im Jahr durchgeführt. Dazu erhalten Sie als Eltern

eine Einladung.

• Elterngespräche können auf Wunsch der Eltern oder des Kindergartens bei Bedarf auch häufiger stattfinden. Sprechen

Sie die Erzieher Ihrer Gruppe einfach an, wenn Sie Ihr Kind in den Kindergarten bringen oder abholen.

• Elternabende zu interessanten Themen rund um den Kindergarten oder zu Erziehungsthemen werden von der Einrichtung

angeboten. Auch Sie können Themen anregen.

• Der Elternbeirat wird von den Kindergarteneltern gewählt und vertritt die Anliegen der Eltern bei der Kindergartenleitung

und dem Träger. Außerdem unterstützt er die Erzieherinnen bei unterschiedlichsten Aktivitäten.

• Elternstammtische gibt es nicht in allen Kindergärten, sind aber eine gute Gelegenheit für Eltern zum gegenseitigen

besseren Kennenlernen und Erfahrungsaustausch. Die Treffen werden vom Elternbeirat oder anderen Eltern organisiert

und finden meist in einem Cafe oder Lokal statt.

• Tür- und Angelgespräche: Beim Bringen und Abholen ist Gelegenheit, sich kurz mit der Erzieherin auszutauschen.

Bereiten Sie sich auf die Gespräche mit den Erzieherinnen im Kindergarten vor, indem Sie sich Ihre Fragen aufschreiben,

z.B.:

• Geht mein Kind gerne in die Einrichtung? Was gefällt ihm besonders gut?

• Wie geht das Kind an eine neue Aufgabenstellung heran? Lässt es sich auf angeleitete Tätigkeiten ein?

• Zeigt es Freude am eigenen Tun?

• Zeigt es Ausdauer? Führt es angefangene Tätigkeiten zu Ende?

• Ist es aktiv, selbstsicher und selbstbejahend?

• Holt es sich Hilfe, wenn es etwas nicht kann/schafft?

• Kann es anderen Kindern und Erwachsenen zuhören, hat es Freunde?

• Kann es Gefühle angemessen ausdrücken?

Die Antworten helfen Eltern einzuschätzen, ob sich ihr Kind gut

entwickelt oder ob es in einzelnen Punkten, z.B. Ausdauer, Konzentration,

Verhalten, Umgang mit anderen Kindern, Sprachentwicklung,

Unterstützung und Übung braucht.

Fragen Sie die Erzieherinnen – sie sind Fachleute, die viele Tipps

haben, wie Sie Ihr Kind zu Hause spielerisch fördern können!

Meist ist im KiGa eine

Konzeption vorhanden, in

der Ziele und Methoden

der Einrichtung ausfuhrlich

beschrieben sind. Eltern

konnen sie einsehen.

9

1.1


1.1

Modul 1

Bildung & Erziehung vor der Einschulung • Kindergarten

1.1.4 Der Weg in den Kindergarten

Anmeldung, Verfahren, Fristen

In Fürth wohnende Eltern haben die Möglichkeit, ihr Kind mit ca. 1 Jahr bei dem Kindergarten ihrer Wahl vormerken zu

lassen. Dies erfolgt schriftlich anhand eines Formulars, das im Kindergarten ausgefüllt wird.

Im Regelfall werden die Kindergartenplätze nach Anmeldedatum vergeben, besondere Berücksichtigung finden hierbei

Kinder von Alleinerziehenden, Kinder im Vorschulalter, Geschwisterkinder. Zunehmend werden auch unter 3-jährige (ab

2,5 Jahren) aufgenommen.

Durch die Schulanmeldung Ende April ergibt sich die genaue Anzahl freier Plätze für das neue Kindergartenjahr. Die Zusagen

für einen Kindergartenplatz erfolgen schriftlich zwischen Februar und Mai.

Bei einem Termin besprechen die Eltern mit der Kindergartenleitung die gewünschten Buchungszeiten, den Betreuungsvertrag

und wichtige Informationen zur Einrichtung. Die Eltern erhalten eine Einladung zum Informationselternabend für

neue Eltern.

Das gegenseitige Kennenlernen sowie der Informationsaustausch wird meist am Schnuppertag, am 1. Elternabend und

während der Eingewöhnungsphase vertieft. Dabei wird ein erster Eindruck auf den neuen Lebensabschnitt gegeben, versucht,

Ängste der Eltern abzubauen und eine Basis des Vertrauens zu schaffen.

Vormerkungen nimmt die Kindergartenleitung oder das pädagogische Personal entgegen

Trager in Furth

Es gibt städtische, kirchliche, freie und private Träger.

Infos dazu unter:

www.familieninfo-fuerth.de

www.kita.de

oder: Telefonbuch, Stadtverwaltung, Kirchengemeinden

www.ifp.bayern.de (Infos vom Staatsinstitut für Frühpädagogik, u.a. zum bayr. Entwicklungs- und Erziehungsplan in Kitas)

Zuschuss zur Kinderbetreuung

Wenn Eltern die Kosten für den Besuch ihrer Kinder in der Krippe, im Kindergarten, Hort, in Ganztags- oder Nachmittagsbetreuungen

der Schule oder einer Tagespflegestelle nicht selbst aufbringen können, werden sie unter bestimmten Voraussetzungen

vom Jugendamt übernommen.

Dazu müssen Einkommensbelege vorgelegt und Zahlungsverpflichtungen nachgewiesen werden. Über eine Berechnung

wird festgestellt, ob den Eltern die Bezahlung zuzumuten ist. Für den schriftlichen Erstantrag ist eine persönliche Vorsprache

erforderlich. Bei dem Termin wird über die erforderlichen Unterlagen beraten und es werden die notwendigen Formblätter

ausgehändigt.

Kontakt:

Jugendamt Fürth, Sozialrathaus, Königsplatz 2, 90762 Fürth, 3. Stock

Telefon: 0911/9 74-15 34, -15 64 oder -15 40

E-Mail: jga@fuerth.de

10 Bildungswege in Bayern


Modul 1

M 1.2 Besondere Forderung im Vorschulalter

1.2.1 Sprachforderung (lt. Bildungs-und Erziehungsplan bayr. Staatsministerium)

• Sprachförderung ist ein Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit bei allen Kindern, unabhängig von ihrer Herkunft.

Sprachkompetenz ist die Grundlage für Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und Integration in die Gesellschaft. Sie ist

wichtige Voraussetzung für Chancengerechtigkeit! Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Qualität der frühkindlichen

Bildung und Erziehung.

• Unter Sprachförderung versteht man alle pädagogischen Maßnahmen, durch die Kinder Freude am Sprechen und an

Kommunikation allgemein entwickeln und durch die sie die Fähigkeit erwerben, sich mit anderen auszutauschen,

anderen die eigenen Erlebnisse, Gefühle, Meinungen, Gedanken und Wünsche mitzuteilen.

• Sprachförderung heißt aber auch, Kinder mit Büchern und der Schriftsprache vertraut zu machen – also das zu tun, was

im Fachjargon „Literacy-Erziehung“ genannt wird – und den Kindern Sprache als Kulturgut nahezubringen.

• Für Kinder mit besonderem Sprachförderbedarf ist vom Gesetz (Art. 12 BayKiBIG) eine besondere Sprachförderung im

Kindergarten sicherzustellen.

-> Forderung für Kinder nicht deutscher Muttersprache

Bereits seit 2001/02 wird bayernweit der vom Staatsinstitut für Frühpädagogik entwickelte Beobachtungsbogen zu Sprachentwicklung

„SISMIK“ (Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen)

eingesetzt.

• Zielgruppe: Vorschulkinder mit Migrationshintergrund

• Die Ergebnisse der Auswertung des Bogens werden vom Kindergarten an die Grundschule gemeldet mit Vorschlägen,

welches Kind eine vertiefte Sprachförderung benötigt

• Der Sprachstand von Kindern , deren Eltern beide nichtdeutschsprachiger Herkunft sind, wird verpflichtend durch den

zweiten Teil des SIMSIK-Bogens erhoben. Je nach Ergebnis der Auswertung werden die Kinder für den Sprachvorkurs

„Deutsch 240“ vom Kindergarten vorgeschlagen

• Kinder, die zum Zeitpunkt der Schuleinschreibung über keine ausreichenden Deutschkenntnisse verfügen, können vom

Schulbesuch zurückgestellt und zum Besuch einer Kita mit Deutschförderung verpflichtet werden.

-> Vorkurs ” Deutsch 240”

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung vor der Einschulung • Besondere Förderung im Vorschulalter

Das in Fürth initiierte Vorkurskonzept „Deutsch 240“ ist eine spezielle Form von Sprachförderung für Kinder, deren beide

Elternteile nicht deutschsprachiger Herkunft sind, in Kooperation von Kindergarten und Grundschule. Jeweils 120 Stunden

werden vom pädagogischen Personal der Kindergärten und den Lehrkräften der Grundschulen eingebracht. Die Vorkurse

erstrecken sich insgesamt über ein Jahr und laufen vom Januar des vorletzten Jahres vor der Einschulung bis zum Juli vor

der Einschulung.

Die Sprachförderung des Kindergartenpersonals umfasst 90 Minuten pro Woche.

In den Grundschulen beginnt der Vorkurs ab dem letzten Kindergartenjahr und umfasst 135 Minuten pro Woche.

11

1.2


1.2

Modul 1

1.2.2 Sonderpadagogische Einrichtung

Tut sich Ihr Kind bei manchen Aufgaben schwerer als andere, z.B. ist es langsamer als die meisten oder körperlich beeinträchtigt,

dann kommt evtl. eine sogenannte sonderpädagogische Einrichtung in Frage:

Weg in die sonderpadagogischen Einrichtung - Aufnahmeverfahren

Bei Auffälligkeiten sprechen in der Regel die Erzieherinnen oder der Kinderarzt mit den Eltern. Danach erfolgt die Kontaktaufnahme

mit Frühförderung und Jugendamt:

• Überprüfung mit standardisierten und informellen Diagnoseverfahren durch Heilpädagoginnen und Sonderpädagogen

bzw. Lehrer des Förderzentrums (Terminvereinbarung über das Sekretariat)

• Begutachtung durch einen Kinder- und Jugendpsychiater

• Nach Antrag auf Aufnahme durch die Eltern und Befürwortung durch ein Gutachten genehmigt die Leitung die Aufnahme

• Entscheidung durch den jugendärztlichen Dienst

Angeboten werden in Furth

Bildung & Erziehung vor der Einschulung • Besondere Förderung im Vorschulalter

• Integrative Kindergarten

Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf (z.B. Sprachentwicklungsverzögerung) besuchen mit Regelkindergartenkindern

gemeinsam dieselbe Einrichtung.

• Integrativer Kindergarten „Rasselbande“, Atzenhofer Str. 38, Fürth; Tel: 0911/76 49 56

• Integrative Kindertagesstätte, Am Golfplatz 6, 90768 Fürth, Tel: 0911/9 73 81 30

• Sternstunden-Kindergarten der Lebenshilfe, John-F.-Kennedy-Str.28, 90763 Fürth; Tel: 0911/7 10 28 11 - 22

• Karl-Reinmann-Kindergarten (Lebenshilfe), Weiherhofer Str. 45, Fürth, Tel: 0911/72 02 50

• Sprachheilkindergarten (Lebenshilfe), Erlanger Str.46, 90765 Fürth, Tel: 0911/79 41 42

• Heilpadagogische

Tagesstatten

In heilpädagogischen Tagesstätten werden in kleinen Gruppen behinderte Kinder oder von Behinderung bedrohte

Kinder intensiv betreut und gefördert.

Beispiel:

Im sonderpädagogischen Förderzentrum Fürth-Nord wird für Kinder mit Sprachauffälligkeiten angeboten:

Hausaufgabenbetreuung, warmes Mittagessen, Spiele, Freizeitbetreuung, Therapie. Die Kinder werden nach Hause

gefahren. Mo – Do ab Schulschluss bis 16.00 Uhr , Freitag ab Schulschluss bis 14.45 Uhr

• SVE Schulvorbereitende Einrichtung

In schulvorbereitenden Einrichtungen werden noch nicht schulpflichtige Kinder (4-6 Jahre), die in ihrer Entwicklung z.B.

in der Sprache Unterstützung brauchen, in kleinen Gruppen von Fachkräften individuell gefördert. Ziel ist, dass das Kind

dem Unterricht in der Diagnose- und Förderklasse oder in der Regelschule folgen kann.

Kontakte

Otto-Lilienthal-Schule/Sonderpädagogisches Förderzentrum Fürth-Nord,

Am Golfplatz 6, 90768 Fürth, Tel: 0911/97 38 10

www.otto-lilienthal-schule.fuerth.de

Jakob-Wassermann-Schule/Sonderpädagogisches Förderzentrum Süd,

Jakob-Wassermann-Str. 14, 90763 Fürth, Tel: 0911/ 9 74-22 11,

• Regelkindergarten

Ein entwicklungsverzögertes oder behindertes Kind kann im Regelkindergarten „Einzelförderung“ erhalten.

Ein Therapeut (Ergotherapeut, Sprachheiltherapeut etc.) führt die Behandlung in enger Zusammenarbeit mit den Eltern

und dem Kindergarten vor Ort durch. Die Kostenübernahme muss beim Bezirk Mittelfranken beantragt werden.

12 Bildungswege in Bayern


Modul 1

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung vor der Einschulung • Forderung in der Familie

M1.3 Forderung in der Familie

Die wichtigsten Förderer der Kinder sind ihre Eltern! In Kindergarten und Grundschule wird vieles gelernt, das Eltern vertiefen

sollten, um ihre Kinder bestmöglich zu fördern. Allein durch Einbeziehen des Kindes in alltägliche Tätigkeiten können

Sie die Kenntnisse und Fertigkeiten Ihres Kindes spielerisch erweitern.

1.3.1 Forderung im Alltag

Quelle: R. Dernick:

Fit für die Schule mit FamilienErgo

Sich alleine

anziehen

-Selbständigkeit

Telefonieren

- Zuhören

- Nachrichten

weitergeben

Einkaufen

-Merkfähigkeit

-Umgang m. Zahlen

-Orientierung

Socken und

Unterwäsche

legen

- Auge-Handkoordination

So fordern Sie sicheres Bewegen und Gleichgewicht:

• Ihr Kind hilft beim Staub saugen oder Schnee schippen

• es lernt schwimmen, geht zum Kinderturnen

• es läuft viel zu Fuß

7 Tätigkeitsbereiche

im

Familienalltag

• durch spielerische Bewegung, z.B. Bordstein- oder Kästchenhüpfen,

rückwärts gehen, balancieren, wird Grobmotorik und Gleichgewicht

trainiert

• durch Schritte zählen wird die mathematische Vorstellungskraft

geübt

• reden Sie über das gemeinsam Gesehene/Entdeckte, das fördert die

Sprache

• nutzen Sie Spaziergänge zur Verkehrserziehung, denn bald muss

Ihr Kind alleine im Straßenverkehr zurecht kommen

Tisch decken

- Abzählen d. Geschirrs

-räuml. Anordnung

Gemüse schälen

und schneiden

- Feinmotorik

-Aufmerksamkeit

Abwaschen /

Abtrocknen

-Koordination

der Hände

Gespültes

korrekt

wegräumen

- Merkfähigkeit

- Ordnungssinn

Bewegen ist besser als fernsehen!

Kinder unter 3 Jahren sollten

gar nicht fernsehen.

Loben Sie Ihr Kind!

13

1.3


1.3

Modul 1

So fordern Sie die Feinmotorik

Bildung & Erziehung vor der Einschulung • Forderung in der Familie

Diese ist wichtig fürs basteln, werken, malen und für eine gute, flüssige Handschrift.

Ihr Kind kann sich

• anziehen

• Gemüse schälen

• abwaschen, abtrocknen

• Brot schmieren

• mit Knetmasse basteln

• im Garten beim Unkraut jäten helfen

So fordern Sie mathematische Grundlagen

Zahlfertigkeit und Zahlenwissen

Gehen Sie mit Ihrem Kind an der Hand langsam die Treppe hoch oder rückwärts. Zählen Sie dabei die Stufen (max. bis 10,

sonst überfordern Sie ihr Kind). Ermuntern Sie ihr Kind mitzuzählen, so erhält es ein Gefühl für Zahlenreihen, erlernt Vorgänger

und Nachfolger einer Zahl. Beim Zurück- und Weiterlaufen erhält es ein Gefühl für Plus - und Minusrechnungen.

Zahlensymbole

Weisen Sie auf Zahlen hin beim Karten- und Würfelspielen, Bezahlen im Supermarkt. Lassen Sie Ihr Kind einfache Telefonnummern

wählen (Sie zeigen Ihrem Kind jede einzelne Ziffer 0-9-1-1-2-3-4-5, danach werden Zweiergruppen gezeigt

09-11-23-45, um auf das Zahlensystem ab 10 vorzubereiten)

Richtungsangaben

Lassen Sie Ihr Kind Gegenstände einräumen: Legos, Geschirr, Socken (obere – untere Schublade, vorne – hinten), Zeigen Sie

ihm die Richtungen beim Abholen vom Kindergarten oder Spazieren gehen

Raumliche Beziehungen

Lassen Sie Ihr Kind eine Handlung in einer bestimmten Reihenfolge und räumlichen Anordnung ausführen, z.B beim Tisch

decken (erst die Tischdecke, dann die Teller, die Gabel rechts, das Messer links, der Nachtischlöffel oben, die Salatschüssel

in die Mitte)

Vergleichen und sortieren lernen (am Beispiel “ Sockenmemory“)

Lassen Sie Ihr Kind einen Korb mit verschiedenen Socken sortieren und zusammenlegen. Passende Sockenpaare aus einem

Korb herausfinden erfordert genaues Hinsehen und Vergleichen: Größe, Farbe und Muster müssen stimmen.

Ihr Kind lernt dabei:

• Gegenstände vergleichen (größer, kleiner, heller, dunkler etc.)

• Gegenstände nach Eigenschaften sortieren (Größe, Länge, Farbe, Form, Anzahl).

Wichtig

Reden Sie über das gemeinsame Tun,

erklaren und beschreiben Sie Ihr

Handeln und lassen Sie Ihr Kind das

seine beschreiben.

Das erweitert den aktiven (Sprechen)

und passiven (Verstehen) Wortschatz.

• Erkennen von Mustern, Figuren, Hintergründen: z.B. ein winziges Stückchen rot-grünes Zickzackmuster zwischen lauter

blauen und grauen Socken.

Wenn alle Socken auf Stapel nach Besitzern verteilt sind, kann das Kind noch abzählen, wer die meisten Socken erhält.

Zusätzlich macht es dabei eine mathematische Erfahrung: sieben paar Kindersocken ergeben einen kleineren Haufen als

sechs paar Erwachsenensocken. Gezählte und gesehene Mengen können sich widersprechen, es gibt Unterschiede zwischen

mehr und größer.

14

Bildungswege in Bayern


Modul 1

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung vor der Einschulung • Forderung in der Familie

Zeitliche Ablaufe lernen (am Bespiel der Anziehstraße“)

• Legen Sie die anzuziehenden Kleidungsstücke “ der Reihe nach auf den Boden. Ihr Kind lernt, dass es sinnvoll ist, wenn eine

Handlung nach der anderen erfolgt (Unterwäsche vor Hose anziehen) und die Begriffe „vor“ und „danach“ anzuwenden

• Legen Sie die Kleidungsstücke immer in gleicher Reihenfolge aus: Unterhose – Unterhemd – T-Shirt – Leggings/

Strumpfhose – Pullover – Socken – Hose/Rock – Schuhe.

• Beginnen Sie mit der Unterhose, üben Sie das nächste Kleidungsstück ein, wenn das vorhergehende beherrscht wird,

nehmen Sie die Hilfestellung schrittweise zurück

• Wenn Ihr Kind alle Schritte beherrscht und sich eine Woche lang jeden Tag selbst angezogen hat, sollten Sie das mit viel

Lob würdigen und feiern!

1.3.2 Zweisprachigkeit zuhause

(Quelle: Elternratgeber Zweisprachigkeit, Stauffenburg Verlag; Trudi Götz: Deutsch im Koffer)

In Deutschland leben viele Kinder, deren Erstsprache nicht die deutsche Sprache ist. Das

heißt, sie kommen mit der Zweitsprache Deutsch erst im Kindergarten in Berührung.

Deutsche Kinder im Alter von drei Jahren kennen durchschnittlich 900 Wörter. Während

der Kindergartenzeit erweitert sich ihr Wortschatz auf rund 2500 bekannte Wörter. Mit

Hilfe dieses Wortschatzes sind sie in der Lage, dem Unterricht im ersten Schuljahr zu folgen.

Zuwandererkinder mit geringen oder gar keinen Deutschkenntnissen müssen während

ihrer Zeit im Kindergarten nicht nur ihre Muttersprache um 1600 Wörter erweitern,

sie müssen zudem 2500 Wörter der deutschen Sprache erlernen. Dies ist eine Leistung,

die die Kinder nur mit systematischer Hilfestellung seitens der Erzieherinnen und Eltern

leisten können.

So lernt Ihr Kind 2 Sprachen - Deutsch und die Familiensprache

Zum richtigen Zeitpunkt beginnen

Bis zum 12. Lebensjahr

sind Kinder in der

Lage, jede Sprache,

auch eine Zweitsprache,

akzentfrei zu lernen.

Wenn zuhause alle Familienmitglieder die Muttersprache sprechen, sollte das Erlernen der zweiten Sprache frühestens mit

3 Jahren beginnen. Sonst kann es zu Sprachvermischung und im Extremfall sogar zu Sprachlosigkeit kommen.

Regelmaßiger Besuch des Kindergartens

• Die Kinder haben im Kindergarten mehr Möglichkeiten, die Sprache ständig zu trainieren, denn sie können sehr viel frei

sprechen – anders als in der Schule

• Da in dieser Zeit die kindliche Sprachentwicklung noch nicht abgeschlossen ist und weil jüngere Kinder zum Nachahmen

neigen, gelingt es ihnen ohne besondere Anstrengung die Sprache zu erlernen. Außerdem sind kleine Kinder leichter zu

motivieren.

• Wichtig ist, dass das Kind mindestens drei Jahre den Kindergarten besucht.

• Ein zweisprachig aufwachsendes Kind muss doppelt so viel lernen wie seine deutschen Altersgenossen!

15

1.3


1.3

Modul 1

Weiterhin Muttersprache!

Bildung & Erziehung vor der Einschulung • Forderung in der Familie

Eine zweite Sprache wird immer nur so gut wie die erste Sprache ist. Ein großer Wortschatz und die grammatikalisch richtige

Handhabung der Muttersprache ist das beste Fundament für eine zweite Sprache. Es ist einfacher, wenn die Kinder

die deutschen Wörter den Wörtern der Muttersprache nur zuordnen, als wenn sie völlig neue Begriffe, die sie auch aus ihrer

Muttersprache nicht kennen, erlernen.

Klare Zuordnung von Personen und Sprachen

Für den Erst- und Zweitspracherwerb ist es wichtig, dass die verschiedenen Sprachen nur von den Personen gesprochen

werden, die die Sprache richtig sprechen. Die Erwachsenen sind wichtige „Sprachvorbilder“, von denen sich ein Kind viel

abschaut. Es spürt genau, wenn eine Sprache nicht gern oder nur halb richtig verwendet wird. Wenn das Kind weder die eine

noch die andere Sprache richtig kann, spricht man von „Halbsprachigkeit“.

Den Kindern hilft es sehr, wenn sie Sprache und Personen fest zuordnen können: „ Meine Mama spricht türkisch -meine

Erzieherin spricht deutsch“. Oder auch die Zuordnung der Situationen: „Zu Hause sprechen wir türkisch, im Kindergarten

sprechen wir deutsch“.

Das hilft den Kindern, die Sprachen getrennt voneinander zu erlernen und Sprachvermischungen zu vermeiden.

Wenn Eltern die deutsche Sprache nicht fehlerfrei beherrschen, ist es wichtig, dass sie mit ihren Kindern in ihrer Muttersprache

sprechen. Dies ist die beste Voraussetzung dafür, dass die zweite Sprache – deutsch – so gut wie die erste Sprache

– die Muttersprache – wird.

Deshalb

• sprechen Sie in der Muttersprache. Muttersprache darf nicht negativ

belegt oder tabuisiert werden!

• reden Sie viel, vor allem sorgfältig, in ganzen Sätzen und mit einer

möglichst vielfältigen Wortwahl!

• binden Sie Ihr Kind in das Gespräch ein, fragen Sie, lassen Sie es erzählen!

• lesen Sie vor, schauen Sie gemeinsam Bücher an,

Es ist eine große

Leistung des Gehirns,

wenn ein Kind zweisprachig

aufwachst. Darauf

kann es stolz sein!

• beziehen Sie Ihr Kind in den Alltag mit ein und kommentieren Sie die Tätigkeiten, z.B. beim Kochen / Backen

• vermischen Sie Sprachen nicht! Wechseln sie nicht mitten im Satz von der Muttersprache ins deutsche!

• korrigieren Sie Ihr Kind nicht! Das wirkt demotivierend. Nur wenn Sie merken, dass das Kind immer wieder die gleichen

Fehler macht, verbessern Sie indirekt, in dem Sie z.B. den Satz richtig wiederholen.

• lassen Sie Ihr Kind wenig fernsehen und wenig an den Computer! Auf diese Weise lernt ein Kind die Sprache nicht!

Wenn Sie fern sehen, tun Sie es möglichst zusammen, sprechen Sie über das Gesehene

• sorgen Sie für altersgerechtes Spielzeug: Schere, Papier, Stifte, Memory, Brettspiele. Spielen Sie mit.

• sein Sie Vorbild! Zeigen Sie Freude an der deutschen Sprache (Besuchen Sie selbst einen Deutsch- und Integrationssprachkurs

, sprechen Sie mit den anderen Menschen in Ihrem Umfeld, halten Sie Kontakt zu den Erzieherinnen, suchen

Sie Kontakt zu anderen Eltern

• unternehmen Sie möglichst viel mit Ihrem Kind, das zum Sprechen herausfordert ( Zoo- oder Museumsbesuch, Stadtführungen,

Aktionen für Kinder in der Stadt usw.)

Infoblätter zu Sprachförderung: www.arbeitskreis-sprache.de

Kostenlose Elternbriefe dazu: www.ifp.bayern.de/materialien/elternbriefe.html

16 Bildungswege in Bayern


Modul 1

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung vor der Einschulung • Unterstutzungsangebote fur Eltern und Vorschulkinder

M 1.4 Unterstutzungsangebote fur Eltern und Vorschulkinder

Erziehungs- und Familienberatungsstelle

Mehrsprachige Beratung zu Entwicklung und Erziehung des Kindes: wenn das Kind nervös, zappelig oder aggressiv ist,

wenn das Kind sich nicht gesund fühlt, bei Schulproblemen, in Krisensituationen der Familie, bei Problemen in der Partnerschaft,

wenn Sie sich erschöpft und alleine fühlen, als junger Erwachsener bei persönlichen, schulischen oder beruflichen

Schwierigkeiten

Kontakt: Königsplatz 2, 90762 Fürth, Tel: 0911/9 74-19 42

Kinderarche gGmbH

Elternkurse „Starke Eltern – Starke Kinder“

In Fürth z. Zt. nur deutsch, in Nürnberg auch türkisch, Kosten: 50,-€ wird teilweise von Jugendamt gefördert

Kontakt: Theresienstr. 17, 90762 Fürth, Tel: 0911/23 95 66-91, www.familien-unterstützungs-netzwerk.de

Lebenshilfe Furth e. V

Frühförderung, Beratung und Unterstützung für Eltern begleitend zur Förderung und Therapie des Kindes: in allen Fragen

zum Umgang mit dem Kind, bei der Auswahl des geeigneten Kindergartens oder der geeigneten Schule, in rechtlichen und

finanziellen Fragen, in Einzelgesprächen oder Elterngruppen

• päd. Einzelförderung zu Hause oder in der Beratungsstelle, Physiotherapie

• Logopädie, Ergotherapie, Förderung in Kleingruppen

Kontakt: Karolinenstr. 108, 90763 Fürth, Tel: 0911/72 22 52, www.lebenshilfe-fuerth.de

Hippy

Spiel- und Lernprogramm zur Vorbereitung auf die Schule für Migrantenkinder und ihre Mütter. Dauer: 2 Jahre mit einer

Trainerin aus dem gleichen Kulturkreis

Kontakt: AWO-Kulturbrücke Fürth, Hippy-Koordination, Hirschenstr.24, 90762 Fürth Tel: 0911/89 10-17 08

Kosten: 80,-€

Mutterzentrum

Wechselnde verschiedene, interkulturelle Angebote für Eltern und Kind, z.B. Deutschkurse

Kontakt: Gartenstr. 14, 90762 Fürth, Tel: 0911/77 27 99,

www.muetterzentrum-fuerth.de

Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.

Für Erwachsene: Deutschkurse, Computerkurse

Für Kinder und Jugendliche: Nachhilfe, Samstagsschule, mathematische Förderkurse, Tanzen

Kontakt: Geleitgasse 4, 90762 Fürth, Tel: 0911/8 91 69 16

Spiki / Literacy-Center

Programm zur Sprachförderung in Kitas:

Kontakt: Stadt Nürnberg – Jugendamt

Schieferstr. 9, 90478 Nürnberg, Tel: 0911/46 59 14, www.spiki.nuernberg.de

Deutschkurse / Integrationskurse Deutsch

AWO Kulturbrücke, Theresienstr. 17, 90762 Fürth, Tel. 0911/89 10-17 01

VHS Fürth, Hirschenstr. 27/29, 90762 Fürth, Tel: 0911/9 74-17 00

IB Jugendmigrationsdienst, Mathildenstr. 40, 90462 Fürth, Tel. 0911/76 61 08-0

17

1.4


1.4

Modul 1

Weiterfuhrende Informationen und Links

Bildung & Erziehung vor der Einschulung • Unterstutzungsangebote fur Eltern und Vorschulkinder

• www.Familieninfo-Fuerth.de (Kitas, Freizeitangebote etc. in Fürth)

• www.familienhandbuch.de (Infos über Schulreife, Erziehungsprobleme etc.)

• www.familylab.de (Zusammenleben von Eltern und Kindern)

• www.sozialministerium.bayern.de:

Hintergründe und Inhalte des neuen Bildungs- und Erziehungsplans, Informationen

für Eltern

• www.stmas.bayern.de/kinderbetreuung/bep/sprachfoerd.htm:

Sprachförderung- Bildungs- und Erziehungsplan –

Kinderbetreuung

• www.kindergartenpaedagogik.de (Fachartikel, wissenschaftliche Texte und Projektberichte für pädagogische

Einrichtungen)

• www.deutsch-im-koffer.de (Sprachförderprogramm für Profis und Laien)

• www.lesen-in-deutschland.de (Tipps zum Lesen fördern)

• http://wiki.zum.de (Deutsch als Zweitsprache)

• www.elternimnetz.de (Infos zu Familie, Erziehungsfragen etc.)

Tipps

• www.ane.de/elternbriefe.html (kostenlose Elternbriefe ab dem Säuglingsalter, z.T. in verschiedenen Sprachen)

www.FamilienErgo.de

• (Dr. med. Rupert Dernick, „Fit für die Schule mit FamilienErgo“, Kösel Verlag, oder online

bestellen – auch in türkischer und russischer Sprache)

18 Bildungswege in Bayern


Modul 2

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung in der Grundschule

M2 Bildung und Erziehung in der Grundschule

Eltern sind die

wichtigsten

Unterstützer

Ihrer Kinder

auf dem Weg

1. in die

Schule,

2. in der

Schule

selbst, und

3. in Ausbildung

und

Beruf.

Sie motivieren

und stärken

wichtige

körperliche

und geistige

Fähigkeiten

und förden

Selbstvertrauen,Durchhaltevermögen

und Ausdauer.

Vgl. Modul

1.3,

2.7.1,

3.8 und

4.3

Förderschule

Grundschulstufe

Vgl. Modul 3.3

Für Kinder mit besonderem

Förderbedarf gibt

es Extra- bzw. Zusatzangebote

Vgl Modul 1.2

Grundschule: Klasse 1-4. Hier lernt Ihr Kind Grundlagen wie Lesen, Schreiben,

Rechnen. Vgl. Modul 2.4

Nach der 4. Klasse teilen sich die Schularten auf.

Kindergarten für Kinder ab 3 bis 6 Jahre

Vgl. Modul 1.1

Letztes Kindergartenjahr = Vorschule!

Hier wird Ihr Kind fit für die Einschulung

Krippe bis 3 J., KiGa 3-6 J.

In der Grundschule lernt Ihr Kind rechnen, schreiben und lesen. Die Grundschule führt hin zum systematischen

Lernen und legt die Grundlage für die weitere Schullaufbahn (Vgl. M3). Die Grundschule

arbeitet mit den Eltern, den Tageseinrichtungen für Kinder und den weiterführenden Schulen zusammen.

Hier werden Interessen an allgemeinbildenden Themen entwickelt, soziale Verhaltensweisen

sowie musische und praktische Fähigkeiten gefördert und Werthaltungen aufgebaut.

Die Grundschule umfasst die Jahrgangsstufen 1-4.

Die Einschulung erfolgt mit 6 Jahren, Stichtag ist der Geburtstag spätestens am 30. September.

• was Sie vor der Einschulung unbedingt beachten müssen, lesen Sie in M2.1

• woran Sie erkennen, dass Ihr Kind schulreif ist, lesen Sie in M2.2

• welche Schulmodelle und Besonderheiten es gibt, lesen Sie in M3

• wie Sie ihr Kind in der Grundschule unterstützen können, lesen Sie in M2.6, M2.7

• welche besonderen Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten es gibt, lesen Sie in M2.6., M2.7

19

2


2.1

Modul 2

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Verwaltungstechnische Voraussetzungen fur die Einschulung

M2.1. Verwaltungstechnische Voraussetzungen fur die Einschulung

2.1.1 Schuleingangsuntersuchung

Die Schuleingangsuntersuchung findet im letzten Kindergartenjahr durch das Gesundheitsamt

in den Räumen des Kindergartens bzw. im Sozialrathaus statt. Sie analysiert die

Schulfähigkeit des Kindes (VGl. M2.2) und umfasst:

• die Dokumentation der Teilnahme an den üblichen Präventionsmaßnahmen wie

Impfungen und kinderärztliche Früherkennungs-Untersuchungen

wichtig wa hrend des

letzten KiGa-Jahres

• die körperliche Untersuchung zur Erfassung des allgemeinen Gesundheitszustands, insbesondere solche Untersuchungen,

die für die Teilnahme am Unterricht und den Schulerfolg bedeutend sind: Sehen, Hören, Verhalten, Koordination,

Sprachentwicklung

• Erfassung chronischer Erkrankungen sowie Größe und Gewicht

• Die Eltern werden schriftlich informiert, wann und wo die Untersuchung stattfindet

• Blutabnahme oder Impfungen werden nicht durchgeführt

• Nach der Untersuchung wird eine Empfehlung über die Einschulung des Kindes ausgesprochen, eine Entscheidung liegt

aber letztendlich bei den Erziehungsberechtigten und der Schulleitung. Falls nötig werden Hinweise auf Fördermaßnahmen

gegeben (Vgl. M1.2).

2.1.2 Schulanmeldung

Der Anmeldetermin ist jährlich im April. Alle Eltern erhalten vorher einen Brief zur Vorschuluntersuchung. Dort erfahren sie,

in welcher Schule die Schulanmeldung stattfinden wird.

Alle Kinder müssen ihre Schulpflicht in der Grundschule erfüllen, in deren Schulsprengel sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt

haben (Zuordnung nach Wohnadresse – Straße), sofern sie nicht eine staatlich anerkannte bzw. staatlich genehmigte private

Grundschule besuchen wollen.

Die Schulanmeldung erfolgt in der zuständigen Sprengel-Grundschule. Die Schulleitungen erteilen Auskünfte über die

Schulsprengel und andere schulische Themen.Wird das Kind an einer privaten Grundschule angemeldet, ist aus Gründen

der Überwachung der Schulpflicht die zuständige Grundschule zu informieren.

Die unmittelbare Anmeldung an der Förderschule ist nur möglich, wenn aufgrund von Stellungnahmen aus der vorschulischen

Förderung ausschließlich die Förderschule als Förderort in Betracht kommt und die Eltern der Aufnahme Ihres Kindes

in die Förderschule zustimmen. Der Anmeldezeitraum ist hier Mitte April bis Mitte Mai.

2.1.3 Einschulung - Stichtagsregelung

Im Schuljahr 2010/11 sind alle Kinder schulpflichtig, die bis

zum 30.09. des Einschulungsjahres 6 Jahre alt sind.

Vorzeitige Einschulung / Zuruckstellung

(lt. Kultusministerium Bayern)

Kinder können auf Antrag der Eltern vorzeitig aufgenommen

oder auch zurückgestellt werden, wenn sie noch nicht schulfähig

sind. Die Entscheidung trifft der Schulleiter. Er stützt sich

dabei auch auf die Aussagen des Kindergartens und die Überprüfung

der Schulfähigkeit durch eine erfahrene Lehrkraft. In

Zweifelsfällen können Schularzt, Schulpsychologe, Beratungslehrer

und weitere Beratungsdienste beteiligt werden.

Dies kann sich a ndern. Alle

Eltern erhalten im Januar einen

Brief vom jugenda rztlichen

Dienst, der uber die Einschulung

informiert. Die Erzieherinnen

im Kindergarten kennen die

aktuellen Stichtagsregelungen.

20 Bildungswege in Bayern


Modul 2

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Verwaltungstechnische Voraussetzungen fur die Einschulung

Aufnahme in die Grundschule ab 2011 / 2012

(Anmeldung Anfang April 2011)

Beginn der Schulpflicht:

a) Kinder, die bis zum 30. 09. des Jahres 6 Jahre alt werden

b) vom 1. 10 bis 31. 12. geborene Kinder können auf Wunsch der Eltern angemeldet werden

c) auf Antrag mit Gutachten ab 1.1. des Folgejahres geborene Kinder

Im Vorjahr

zurückgestellt

Erreichen des

7. Lebensjahr:

vom 30.9. des Vorjahres

bis zum 30.9. des laufenden

Jahres. (BayEUG

Art.37 Abs.1 Satz 1)

----------------------------

Hier ist keine weitere

Zurückstellung möglich.

Bei weiterer mangelnder

Schulfähigkeit wird der

sonderpädagogische Förderbedarf

überprüft.

Regulär

schulpflichtig

Erreichen des

6. Lebensjahr:

vom 1.10. des Vorjahres

bis zum 30. 09 des laufenden

Jahres. (BayEUG

Art.37 Abs.1 Satz 1)

-------------------------------

Die Schulfähigkeit wird nur

im Zweifelsfall überprüft.

(Aussagen des Kindergartens,

Antrag der Eltern, Auffälligkeiten

bei Aufnahmegespräch

oder Screening).

Neuregelung bei Kindern mit

zu geringen Deutschkenntnissen.

Eine Zurückstellung ist einmal

möglich, wenn kein Anlass

besteht, die Überweisung

an eine Förderschule zu

beantragen.

Art.37 BayEUG vom März

2005

Regulär

möglich

Erreichen des

6. Lebensjahr:

vom 1.10. des laufenden

Jahres bis zum 31.12.

des laufenden Jahres.

(BayEUG Art.37

Abs. 1 Satz 2)

Achtung:

diese Angaben können

sich ja hrlich a ndern!

Auf Antrag

schulpflichtig

mit Gutachten

Erreichen des

6. Lebensjahr:

nach dem 1.1. des

kommenden Jahres

(BayEUG Art. 37

Abs. 1 Satz 2)

Antrag auf vorzeitige

Einschulung spätestens

bei der Schulanmeldung!

---------------------------

Die Schulfähigkeit wird

überprüft. (Aussagen des

Kindergartens, Antrag der

Eltern, Auffälligkeiten bei

Aufnahmegespräch oder

Screening).

Ablehnung möglich, wenn

die Aufnahmevoraussetzungen

nicht gegeben sind.

Schulpsychologisches

Gutachten erforderlich!

21

2.1


2.2

Modul 2

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Schulreife / Schulfähigkeit

M2.2 Schulreife/ Schulfahigkeit

Ein Kind gilt als schulfähig, wenn es körperlich, geistig-seelisch und sozial so weit entwickelt ist, dass es am Unterricht

erfolgreich teilnehmen kann.

Das sollte Ihr Kind konnen, wenn es in die Schule kommt:

Ihr Kind braucht eine feinmotorisch

geschulte Hand,

um Schreiben zu lernen.

Dies wird durch praktisches

Tun geübt, z.B. beim

Basteln und Malen;

durch den Umgang

mit Schere, Stiften,

Papier, beim Falten, Kleben,

Malen, Schneiden.

Ihr Kind braucht ein gutes

Gedächtnis und Merkfähigkeit,

d.h. es muss sich ca. 3 Dinge

merken und wiedergeben

können, um sich z.B. Hausaufgaben

zu merken.

Ihr Kind muss Sprechen und Denken

können, d.h. sich verständlich

in ganzen Sätzen ausdrücken, dem

Lehrer Informationen und

Auskunft geben, einfache

Arbeitsanweisungen ver-

stehen und umsetzen und

sich sachlich und realistisch mit der

Umwelt auseinander setzen, d.h.

Gemeinsamkeiten erkennen und Zusammenhänge

herstellen können.

Lesen lernen ist ein komplizierter

Vorgang. Ihr Kind muss den Zu -

sam menhang zwischen Wort- und

Klangbild und dem Sinngehalt des

Wortes erfassen. Um die ein zelnen

Buchstaben erlernen zu können,

braucht es Beobachtungsfähigkeit.

Diese können Sie mit Spielen

wie Memory oder Quartett

schulen.

Ihr Kind muss Lust auf Lernen

haben, d.h. es braucht

Anstrengungsbereitschaft und

Durchhaltevermögen,

auch dann

wenn

Aufgaben

wenig Spaß

machen.

Ihr Kind muss

Alltags- fertigkeiten

haben und

kleine Aufgaben selbständig

bewältigen können, v.a. sich

selbständig aus- und

anziehen, ohne Hilfe auf

die Toilette gehen und dann

Hände waschen, Schnallen und

Verschlüsse öffnen und schließen,

Schuhe binden, Stifte und Farben

kennen, Schulranzen schultern,

Taschentuch benutzen können.

Für Mathematik braucht Ihr

Kind eine Vorstellung von

Zahlen- und Mengen

(Vgl. M1.3), das es bei

Würfelspielen, Domino

usw. lernt

Ihr Kind

sollte einige

soziale Fähigkeiten – Schüsselkompetenzen

– gelernt haben:

Frust aushalten, verlieren können,

Geduld haben. Dies übt es im

täglichen Umgang mit Eltern,

Geschwistern, Freunden und vor

allem im selbst ausgedachten

Rollenspiel

Ihr Kind sollte sich an einen

geregelten Tagesablauf gewöhnt

haben. Dazu gehören z.B. feste

Aufsteh- und Zu-Bett-geh-Zeiten,

feste Mahlzeiten (Frühstück,

Pausenbrot - keine Süßigkeiten!,

Mittag- Abendessen) und Fernsehzeiten

(nur wenige, ausgewählte

kindgerechte Sendungen, max.

eine halbe Stunde am Tag!) und

den Schulweg kennen.

Sollten Entwicklungsverzögerungen auf einen sonderpädagogischen Förderbedarf hinweisen, so müssen schulische Maßnahmen

vor bzw. bei der Einschulung ergriffen werden, z. B. Förderung in der Förderschule (Vgl. M2.3) oder schulbegleitende

therapeutische oder pädagogische Maßnahmen wie Frühförderung in der Lebenshilfe, Ergotherapie, Logopädie, Psychomotorische

Förderung (Vgl. M1.2)

Die Erziehungsberatungsstelle bietet für schulpflichtige Kinder ab der Schulanmeldung ein soziales Kompetenztraining an.

22 Bildungswege in Bayern


Modul 2

M2.3 Schulmodelle und Besonderheiten

Regelschule

Regelschulen sind städtische und staatliche Sprengel-Grundschulen bis Gymnasien (Vgl. M3)

Das Einzugsgebiet der jeweiligen Schule wird festgelegt durch Ausweisung bestimmter Straßenzüge und Wohngebiete (sogenannte

Sprengel) im näheren Umkreis.

Ein Gastschulantrag kann direkt bei der Einschulung gestellt werden. Hierfür muss es triftige Gründe geben – z. B. Betreuungsmöglichkeiten

oder Aufrecht erhalten sozialer Kontakte.

Freie oder Privatschulen

z.B. Jenaplanschule, Montessorischule, Waldorfschule, Steiner Schule

Infos dazu gibt es im Internet.

Förderschulen

Wann ein Kind in der Förderschule besser aufgehoben ist, lesen Sie unter 3.3

Jakob-Wassermann-Schule

Sonderpädagogisches Förderzentrum Fürth-Süd

Jakob-Wassermann-Straße 14, 90763 Fürth, Tel. 0911/9 74-22 11

Otto-Lilienthal-Schule

Sonderpädagogisches Förderzentrum Fürth-Nord

Flugplatzstraße 105, 90768 Fürth, Tel. 0911/97 38 10

www.otto-lilienthal-schule.fuerth.de

Clara-und-Dr.-Isaak- Hallemann-Schule

Privates Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Aldringerstraße 10, 90768 Fürth, Tel. 0911/72 12 44

Diagnose- und Forder-Klassen (DFK)

• Die Überprüfung erfolgt durch Lehrer des Förderzentrums

• Es wird nach dem Lehrplan der Grundschule unterrichtet, wobei der Lehrstoff des ersten Schuljahres in der Förderschule

in der Regel auf 2 Jahre verteilt wird. Es bleibt Zeit für intensive Fördermaßnahmen.

• Ziel ist die Rückführung in die Regelschule

• Die Höchstzahlen in DFK-Klassen liegen bei 14 Schülern pro Klasse

Auskünfte erteilen die zuständigen Schulleitungen oder des staatliche Schulamt,

Stresemannplatz 11, Tel: 0911/97 73-17 31

Besonderheiten

• Jahrgangskombinierte Klassen (Kombiklassen)

Gibt es aktuell an den Schulen GHS Schwabacher Straße und der GS Hans-Sachs-Straße

Lerngruppen setzen sich aus Schülerinnen und Schülern der 1.+ 2. bzw. 3.+4. Klasse zusammen. Die Schulkinder haben

die Möglichkeit in 1, 2 oder 3 Jahren durch beide Jahrgangsstufen zu gehen (z.B. lernen Migrantenkinder in der 1. Klasse

lesen und schreiben, rechnen aber in der 2. Klasse). Neben dem Lernen am Modell spielt hier vor allem das Lernen in

Helfer- bzw. Tutorensystemen, in Patenschaften und in Lerntandems eine zentrale Rolle.

Ab dem Schuljahr 2010/11 gibt es das Modell der „Flexiblen Grundschule“ (z. Zt. nur an der GS Hans-Sachs-Straße). Die Kinder

werden in eine Eingangsstufe eingeschult und können darin ein, zwei oder drei Jahre verweilen. Das dritte Jahr wird nicht

als Wiederholung gezählt und damit nicht auf die Schulpflichtzeit angerechnet. Das Kind wechselt dann in die 3. Klasse, wenn

es die Grundlagen im Schriftspracherwerb nachweisen kann und im Hunderterraum die Grundrechenarten beherrscht.

Ab 2013 wird dieses Modell in die Fläche gehen.

Eine Aufnahme von sprengelfremden Kindern in die Flexible Grundschule wird nur in Ausnahmefällen vom staatlichen

Schulamt genehmigt.

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Schulmodelle und Besonderheiten

Ein großer Teil der

Forderschuler kehrt im

Lauf der Zeit wieder an die

regula re Schule zuruck!

23

2.3


2.3

Modul 2

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Schulmodelle und Besonderheiten

• Kooperationsklassen 3-6

Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden an der allgemeinen Schule mit Kindern ohne besonderen

Förderbedarf gemeinsam unterrichtet. Die Lehrkräfte der Grund-/Hauptschule und der Förderschule arbeiten in Erziehung,

Unterricht, Diagnostik und Förderung eng zusammen.

Alle Kinder sind Schüler/innen der Regelschule und werden nach dem Lehrplan der Grund-und Hauptschule unterrichtet.

Die Klassen sind kleiner, da jedes getestete Kind doppelt zählt.

Ziel: Integration der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die allgemeine Schule.

Daneben profitieren alle Schüler/innen von der diagnosegeleiteten Förderung und Differenzierung.

Auskunft dazu erteilt das Staatliche Schulamt bzw. die Schulleitung der Sprengelschule oder der Förderzentren. Aufgenommen

werden reguläre Sprengelschüler und 3-6 Schüler mit attestiertem Förderbedarf. Die Diagnose erstellt eine

Lehrkraft des Förderzentrums.

• Deutschlerngruppen (Sprachlernklassen)

Ergänzend kann der grundlegende Unterricht in intensiven

Kleingruppen angeboten werden, um Kinder aus

Regelklassen mit unzureichenden Deutschkenntnissen

weiter zu fördern. Die Kinder besuchen den Unterricht

der Regelklasse und werden bis zu 12 Stunden von einer

2. Lehrkraft in der Deutschlerngruppe betreut.

Auskunft erteilt das Staatliche Schulamt

Tel: 0911/97 73 17 31

• Muttersprachlicher Ergänzungsunterricht

Für einige Sprachgruppen wird einmal pro Woche

90 Minuten Unterricht in der Muttersprache angeboten.

Dies wird vom jeweiligen Konsulat organisiert.

Fragen Sie direkt dort nach:

• Griechisches Generalkonsulat München

Möhlstrasse 22, 81675 München

Tel: 089/99 88 67 10

• Honorarkonsulat der Russischen Föderation

Am Plärrer 14, 90429 Nürnberg

Tel: 0911/5 30 77 62

• Italienisches Konsulat

Gleißbühlstr. 10, 90402 Nürnberg

Tel: 0911/2 05 36-0

• Türkisches Generalkonsulat

Regensburger Str. 69, 90478 Nürnberg

Tel: 0911/9 46 76-0

Hat das Kind bei der Schulanmeldung

noch sehr geringe Deutschkenntnisse,

wird der Besuch einer Deutschlerngruppe

angeraten. Die Eltern erfahren dann auch,

an welche Schule das Kind gehen kann.

24 Bildungswege in Bayern


Modul 2

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Lernen in der Grundschule

M2.4 Lernen in der Grundschule

• Die Grundschule vermittelt im Grundunterricht Basiswissen in Rechnen, Schreiben, Lesen, Rechtschreibung.

• Themenbezogenes Arbeiten wie „Der Igel“ „Obst und Gemüse“ oder Projektarbeit z.B. „Ein gesundes Frühstück“

erweitern die Lerninhalte um vertiefte Themen der Umwelt im Heimat- und Sachkundeunterricht.

• Werken- und Textilgestaltung fördert praktische Fähigkeiten und Kreativität.

• Religion/Ethik vermittelt Normen und Werte und Einblick in andere Kulturkreise.

• Sport fördert den natürliche Bewegungsdrang und die sozialen Verhaltensweisen der Kinder wie Teamgeist,

Umgang mit Konkurrenz

• In der Fremdsprache Englisch werden die ersten Grundlagen ab der 3. Klasse vermittelt.

• Neben „Fachwissen“ erlernen die Kinder Schlüsselkompetenzen wie:

• Pünktlichkeit

• Selbstständigkeit

• Kommunikations- und Umgangsformen (Respekt, Höflichkeit, Rücksichtsnahme, sich behaupten)

• Lernstrategien

• Regeln einhalten

• Strukturierung des Tagesablaufes

• Konzentration (Durchhaltevermögen)

Wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, lesen Sie in M2.5

• Hauptansprechpartner für Kinder und ihre Eltern ist der Klassenlehrer


Es gibt Fachlehrer z.B. für Werken und Textiles Gestalten, Sport etc..

25

2.4


2.5

Modul 2

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern

M2.5 Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern

2.5.1 Formen der Zusammenarbeit

Wie im Kindergarten ist auch in der Schule eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrkräften wichtig. Kinder sind

keine Erwachsenen, sie brauchen die Unterstützung, Anleitung und oft auch Motivation und Kontrolle durch ihre Eltern, um

mit den Anforderungen in der Schule zurechtzukommen.

Grundlage dafür ist, dass Sie wissen, wie es Ihrem Kind in der Schule geht, was von ihm erwartet wird, wie es sich verhält

und wie seine Leistungen sind. Neben den Tipps unter M2.7 ist es sehr wichtig, dass Sie sich regelmäßig mit den Lehrkräften

unterhalten. Hierfür gibt es an jeder Schule vielfältige Formen und Möglichkeiten:

• Themenbezogene Elternabende z.B. zum Thema „Umgang mit Medien“, „gesundes Frühstück“ etc.: Es gibt eine

Einladung an alle Eltern der Klasse, der Lehrer oder ein Referent gestalten den Abend zum jeweiligen Thema. Eltern

können sich auch hier engagieren und eigene Themen vorschlagen oder selbst organisieren – z.B. Grenzen setzen,

Schulsystem, Pubertät usw.

• Sprechstunde: Die Eltern gehen einzeln zum Lehrer (meist am Vormittag), um über ihr Kind zu sprechen, Tag und

Uhrzeit werden vorher vereinbart.

• Elternsprechabende: Einzelgespräch mit Lehrer/in am frühen Abend (wie bei der Sprechstunde, aber am Nachmittag)

Im Schuljahr sind zwei Elternsprechabende Pflicht. Hier ist weniger Zeit als in der Sprechstunde am Vormittag.

• Elternstammtisch: Die Eltern der Klasse treffen sich im privaten Rahmen, z.B. in einer Gastwirtschaft, oft auch mit dem

Lehrer, um über Klassenbelange zu sprechen oder um sich mit dem Elternsprecher (siehe unten) auszutauschen. Dies

wird von den Eltern selbst organisiert

• Elternbriefe: Informationen von der Schule zu allgemeinen, schulbezogenen Themen, teilweise auch als Mail

• Sommerfeste: Geselliges Beisammensein von Lehrern, Kindern und Eltern, wird oft gemeinsam vorbereitet

• Klassenelternsprecher: Alle Eltern einer Klasse wählen am Elternabend einen „Klassenelternsprecher“ aus ihrer Runde,

der die Eltern gegenüber der Schule vertritt und umgekehrt Informationen der Schule an die Eltern weiter gibt. Jeder,

der Interesse hat, kann sich zur Wahl stellen

• Elternbeirat: Wird von allen Klassenelternsprechern der Schule gewählt. Er vertritt die Interessen aller Schüler und

Eltern gegenüber der Schule

• Telefonischer Kontakt: Über die Telefonnummer der Schule kann man Lehrer erreichen – am besten in den Pausen.

Manche Lehrer geben ihre private Telefonnummer an die Eltern heraus. Dies sollten Eltern nur bei wichtigen Anliegen

nutzen!

2.5.2 Ansprechpartner in der Schule

• Klassenlehrer: Ist der erste und direkteste Ansprechpartner bei allen schulischen Fragen. Er kann Ihr Kind realistisch

einschätzen, was Leistung, Noten, Fähigkeiten und Begabungen sowie die Schlüsselkompetenzen betrifft.

• Verbindungslehrkraft: Gibt es an jeder Hauptschule. Dorthin können Sie sich wenden, wenn Schwierigkeiten mit dem

Klassenlehrer nicht gelöst werden können. In der Grundschule wenden sich die Eltern im Streitfall an die Beratungslehrkraft

oder die Schulleitung.

• Jede Schule hat einen Schulleiter/in (Rektor/in) und dessen Vertretung (Konrektor/in). Auch dieser hat eine Sprechstunde.

• Beratungslehrkraft: Es gibt sie an jeder Schule. Sie berät Schüler und Eltern

• bei der Wahl der Schullaufbahn nach der 4. Klasse

• bei der Wahl von Fächern und Ausbildungseinrichtungen

• bei der Entscheidung, welcher Schulabschluss angestrebt werden soll

• bei der Vorbereitung auf die Wahl des Berufs

Sie hilft auch bei Lern-, Leistungs- und Verhaltensschwierigkeiten oder wenn es darum geht, auf eine andere Schule zu wechseln.

Name und Sprechzeiten der Beratungslehrkraft erfahren Sie durch das schwarze Brett an der Schule oder im Sekretariat.

26 Bildungswege in Bayern


Modul 2

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern

• Schulsozialpädagoge: Es gibt ihn an vielen Schulen. Die Angebote sind von Schule zu Schule unterschiedlich, häufig umfassen

sie Beratung und Hilfe bei Schulschwierigkeiten für Schüler und Eltern, Hilfen zur Berufsorientierung etc.

Kontakt zum Schulsozialpädagogen ist möglich über Aushänge oder Lehrkräfte.

• Schulpsychologe: Es gibt ihn nicht an allen Schulen. Er bietet Beratung, Hilfe und Betreuung für Schüler, Eltern und Lehrer

• bei der Frage nach der Eignung für eine bestimmte Schulart

• bei Schulproblemen

• bei der Förderung von Lern- und Arbeitsmethoden

• bei Erziehungsfragen

Name und Sprechzeiten des Schulpsychologen erfährt man durch das schwarze Brett an der Schule oder im Sekretariat.

• Die staatliche Schulberatungsstelle: Ist die Beratungsstelle für alle Schulen des Bezirks. Ihre Aufgabe ist

• Entscheidungshilfen geben bei schwierigen Beratungsfällen

• Informationen geben über die verschiedenen Schularten

Aus jeder Schulart steht ein Beratungslehrer zur Verfügung

Adresse der Schulberatungsstelle Mittelfranken:

Glockenhofstraße 51,Nürnberg

Tel. 0911-5 86 76 10

E-Mail: sbmfr@freenet.de

2.5.3 Kommunikation mit den Lehrkraften

Wenn Eltern sich für die Schule interessieren und in Kontakt mit dem Lehrer sind, ist das die beste Art, das Kind zu unterstützen.

Dazu gehören:

• Gegenseitiges Kennenlernen fördert Verständnis und Vertrauen: Deshalb besuchen Sie unbedingt Elternabende und

-sprechtage – nicht nur bei negativen Vorkommnissen oder Beschwerden

• Sie können über das Mitteilungs- oder Hausaufgabenheft oder telefonisch

kommunizieren

• Machen Sie mit bei Schulfesten und -aktionen

• Besuchen Sie den Elternstammtisch

• Sprechen Sie Missverständnisse und Irritationen dem Lehrer gegenüber

höflich, aber offen und direkt an

• Wenn Sie das Gefühl haben, dass ein direktes Gespräch nichts bringt,

wenden Sie sich an den Elternbeirat und suchen Sie sich dort Unterstützung

• Fragen Sie Ihr Kind regelmäßig nach Rundschreiben der Schule und

überprüfen Sie bei Bedarf die Büchertasche

• Fragen Sie, ob Sie an Ausflügen der Klasse teilnehmen und

unterstützen dürfen

• Fragen Sie, ob Sie im Unterricht hospitieren dürfen

• Wenn es passt, nehmen Sie Ihr Kind mit in die Sprechstunde. So wird

nicht nur über das Kind, sondern MIT dem Kind geredet

Geben auch Sie der Lehrkraft

Ruckmeldung, tun Sie Ihre

Meinung kund. Auch für Lehrer

ist es schon, Lob zu horen!

Eine gute Zusammen-

arbeit zwischen Lehrern und Eltern

fordert eine positive Einstellung

des Kindes zur Schule und zum

Lernen - das Kind wird bessere

Leistungen erbringen als ein Kind,

dessen Eltern den Lehrer “ doof“ finden

und das auch noch offen sagen!

27

2.5


2.5

Modul 2

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern

Im Idealfall ist das Verhältnis Kind-Eltern-Schule

gleichberechtigt, in der Realität jedoch nicht immer.

Gerade bei Eltern, die sich nicht so gut artikulieren

können oder nicht gut deutsch sprechen,

entsteht oft der Eindruck, dass der Lehrer mit „erhobenem

Zeigefinger“ zu ihnen spricht.. Dies hat

zur Folge, dass sich Eltern nicht ernst genommen,

unverstanden oder bevormundet fühlen. Häufig

ziehen sie sich zurück, es entstehen Vorurteile

gegenüber allem, was mit Schule, Elternabenden

und ähnlichem zu tun hat. Dies wiederum hat oft

Klagen über mangelndes Interesse oder Engagement

der Eltern seitens der Schule zur Folge.

An Eltern gerichtet

Eltern

• Versuchen Sie zu verstehen, welche

Erwartungen der Lehrer hat und wie seine

Situation in der Klasse/im Umgang mit

Ihrem Kind ist

• Fühlen Sie sich nicht persönlich angegriffen,

wenn er Ihr Kind kritisiert

• Stellen Sie Ihre Situation und die Ihres

Kindes ehrlich dar

• Nehmen Sie bei Sprachproblemen wenn

möglich eine neutrale

Person zum Übersetzen mit – vor allem

kein Geschwisterkind!

• Geben Sie dem Lehrer

auch positive Rückmeldung

Negativzustand

Eltern

Oft wissen Schule und Elternhaus

viel zuwenig voneinander und leben

in grundverschiedenen Welten.

Hier helfen nur ehrlicher

Austausch und Versta ndnis

fur das Gegenuber.

An Lehrer gerichtet –

• Sehen Sie Eltern als Experten für ihr Kind

an, die das Beste wollen und nach ihren

Kräften tun

• Nehmen Sie die Eltern ernst. Fragen Sie

nach ihren Wünschen und Vorstellungen

• Loben Sie das Engagement und Interesse

der Eltern

• Betonen Sie das Positive am Kind

• Wenn Sie das Gefühl haben, dass die

Kommunikation mit den Eltern aufgrund

sprachlicher Probleme schwierig werden

könnte, schlagen Sie den Eltern vor, dass

sie eine Person ihres Vertrauens als

„Dolmetscher“ mitbringen, und achten Sie

darauf, trotzdem mit den Eltern, nicht mit

dem Dolmetscher zu sprechen.

28 Bildungswege in Bayern

Kind

Idealzustand

Lehrer/in

Lehrer/in


Modul 2

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Unterstutzungs- und Fordermoglichkeiten

M2.6 Unterstutzungs- und Fordermoglichkeiten

• Mittagsbetreuung:

Ganztagesbetreung gibt es an verschiedenen Grundschulen Die Kinder

gehen nach Unterrichtsschluss in die Betreuung direkt im Schulhaus und bleiben dort

bis 14.00/16.30 Uhr. Ganztageskinder erhalten ein Mittagessen und werden von

Erziehern in ihren Hausaufgaben unterstützt. Mittags- und Ganztagesbetreuung

werden von der Stadt organisiert und sind kostenpflichtig. Bei Geringverdienern kann

ein Antrag beim Jugendamt über Kostenübernahme gestellt werden.

• Ganztagesschulen sind die Grundschule Rosenstraße und die Grundschule Adalbert-Stifter-Straße.

Die Mittagsbetreuung

gibt es normalerweise nur

wa hrend der Schulzeit,

nicht in den Ferien!

• Horte werden von den Trägern der Kindertagesstätten angeboten. Sie liegen außerhalb des Schulgebäudes und können

stundenweise gebucht werden.

Auskunft über Hortstandorte gibt das Jugendamt.

Was tun bei Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten

• Halten Sie den Kontakt zur Lehrkraft, fragen Sie frühzeitig um Rat, wenn Ihnen etwas auffällt.

• Suchen Sie Hilfe, wenn Sie alleine nicht mehr weiterkommen, z.B. beim Kinderarzt, Schulpsychologen, Erziehungsberatungsstelle

• Tauschen Sie sich mit anderen betroffenen Eltern aus

• Nutzen Sie Unterstützungsangebote für Ihr Kind, z.B. Logopädie (Sprache), Ergotherapie (Motorik, Beschäftigung);

diese Leistungen werden bei Bedarf vom Kinderarzt verschrieben, Kosten übernimmt die Krankenkasse

• Lassen Sie eine eventuelle Lese- Rechtschreibschwäche/Legasthenie/ Aufmerksamkeitsstörung wie AD(H)S beim Arzt

abklären

Forderung von Grundschuler/innen aus Familien mit Migrationshintergrund fur den Übertritt in eine weiterfuhrende Schulen

Ein Projekt des Integrationsbüros der Stadt Fürth in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt

Ziel ist, den Anteil von Kindern aus Migrantenfamilien an weiterführenden Schulen zu erhöhen und damit ihre Zukunftschancen

zu verbessern.

• Gefördert werden begabte Kinder, die aufgrund ihrer Herkunftssituation den Übertritt in eine weiterführende Schule

ohne Hilfe nicht schaffen würden.

• Bereits in den 3. Klassen wird überprüft, welche Kinder sowohl von der Intelligenz als auch von der Lernmotivation her

für eine Förderung in Frage kommen.

• Die Eltern werden über die Fördermöglichkeit informiert. Nur die Kinder, deren Eltern zu einer verbindlichen Mitarbeit

bereit sind, werden in das Projekt aufgenommen.

• Die Kinder erhalten ab dem Zwischenzeugnis in der 3. Jahrgangsstufe ein Jahr lang Förderunterricht im Umfang von 3-4

Stunden pro Woche. Im 2. Halbjahr der 4. Klasse umfasst die Förderung eine Stunde pro Woche. Dabei handelt es sich

um eine gezielte Übertrittsförderung, nicht um Nachhilfe.

• Bisher fand anschließend bei über 80% der Kinder der Übertritt in weiterführende Schulen statt.

Die Förderung findet für alle Schüler/innen, die ausgewählt werden, zentral an der Grundschule Rosenstraße statt.

Finanzierung: Stadt Fürth / Integrationsbüro und Eigenbeteiligung der Eltern in Höhe von 50 € pro Halbjahr

Informationen

Anke Kruse, Integrationsbüro, Rathaus, Königstr. 86, 90762 Fürth; Tel. 0911/9 74-19 60/-19 61

Ingrid Streck, Grundschule Hans-Sachs-Straße, Hans-Sachs-Straße 30, 90765 Fürth; Tel. 0911/97 68 56 10

29

2.6


2.7

Modul 2

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Schule - ein neuer Lebensabschnitt

M2.7 Schule - ein neuer Lebensabschnitt

2.7.1 So unterstutzen Sie Ihr Kind zuhause

• Zuhause lernen Kinder soziale Kompetenzen. Das sind

Eigenschaften, die sie im Zusammen leben und -arbeiten

mit anderen Menschen brauchen.

• Die Kinder verbringen viel Zeit in der Schule, aber die

Schule ersetzt die Eltern nicht.

• Eltern haben die Hauptverantwortung für ihr Kind. Sie

sollen sich für das, was in der Schule passiert, interessieren,

nachfragen und bei Bedarf eingreifen, z.B. wenn

Schwierigkeiten zwischen Kind und Klassenkameraden

auftauchen. Hier sind nicht nur die Lehrer, auch die

Eltern gefragt.

• Sie als Vater oder Mutter setzen Grenzen und lassen das

Kind spüren, welche Konsequenzen ein Überschreiten

hat.

Und spa ter?

Jugendliche haben dann am meisten Chancen

im Privat- und Arbeitsleben, wenn die

Eltern sie unterstutzen und sich fur

ihren Alltag interessieren, wenn sie im

Ausbildungsbetrieb nachfragen, ihr Kind

motivieren, wenn es eine Tiefphase hat, den

Kontakt halten zu Chef und Berufsschule.

• Wenn Eltern gar nicht mehr allein zurechtkommen und

Unterstützung brauchen, können sie sich an Erziehungsberatungsstellen,

an den Klassenlehrer, den Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen, den Beratungslehrer wenden.

• Es geht darum, dass Kinder später als Erwachsene gut zurechtkommen.

• Wie das geht, lernen sie von klein auf.

Kinder brauchen die Zeit und die Aufmerksamkeit ihrer Eltern!

• Wecken am Morgen

• Frühstück richten und Pausebrot mitgeben

• Schultasche ordnen und Stifte spitzen

• Pünktlich losschicken (anfangs begleiten, Schulbeginn 8.00 Uhr)

• bei den Hausaufgaben unterstützen und motivieren, dass Lernen wichtig ist und schön sein kann

• Lernplatz zu Hause einrichten, auf aufgeräumten Schreibtisch achten, der wenig Reize und Ablenkung bietet (kein

Radio, Fernsehen, lärmende Geschwister)

• Lernpausen planen und einhalten (lieber bewegen statt fernsehen)

• Zum Lesen motivieren, regelmäßig vorlesen und selbst lesen lassen

Dies schaffen Sie durch

• Strukturierung des Tages (zur gleichen Uhrzeit aufstehen/insBett gehen)

• Ausreichend Schlaf: nur ausgeruht kann man gut lernen

• Gesundes Frühstück als guten Start in den Tag


Geduld und Verstärkung der Erfolge (Lob)

30 Bildungswege in Bayern


Modul 2

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Schule - ein neuer Lebensabschnitt

• Vorbild sein (z.B. selber lesen, wenig fernsehen)

• Medienkonsum festlegen (z.B. 30 Min. fernsehen oder Computer am Tag)

• Austausch mit anderen Eltern

• Austausch mit Lehrkräften

• Geduld und Verständnis statt Druck und Strafe

• Zeit: Rituale, z.B. vorlesen am Abend, singen, sich gegenseitig das Tages-Hoch und –Tief erzählen.

• Aufmerksamkeit: zuhören, wenn Kinder erzählen, gemeinsam essen, vom eigenen Alltag berichten

• Spielen: es muss nicht stundenlanges Spielen sein, schon eine halbe Stunde am Tag geballte Aufmerksamkeit ist für

Kinder sehr wertvoll

• Geduld: Eltern haben oft überzogene Erwartungen, die ihr Kind nicht erfüllen kann.

• Loben: Auch Kleinigkeiten loben, nicht nur den Blick auf Schulerfolge richten. Es gibt viele lobenswerte Eigenschaften

an einem Kind, die nichts mit Schule zu tun haben.

Fruhstuck

• Planen Sie genügend Zeit für das Frühstück ein, lieber etwas früher aufstehen

• Vollwertig (Vollkornbrot/Müsli) essen, dann wird das Kind nicht so schnell wieder hungrig. Mit hungrigem Bauch kann

man nicht lernen

• Geben Sie Pausenbrot und Trinken mit: Gut sind Obst/Brot/Gemüse/Nüsse/Wasser

Selbstandigkeit

Das sollte ein Schulkind können:

• sich alleine an-/ausziehen

• Schuhe binden

• alleine zur Schule gehen (Bewegung, soziale Kontakte

auf dem Schulweg)

• alleine zu Freunden gehen, Spiele selbständig organisieren

• auf die Toilette gehen, spülen, Hände waschen etc.

• etwas einkaufen

• kleine Botengänge und Aufgaben im Haushalt erledigen

• Nachrichten übers Telefon weitergeben

• Hausaufgaben selbständig und alleine machen

Eltern sollen ihre Kinder öfter einfach machen lassen, z.B. Experimente,

Kochen, Putzen, aber auch die Folgen davon beseitigen lassen. Dazu gehört

es, zu akzeptieren, dass ein Kind anders an eine Sache herangeht

als ein Erwachsener und nicht alles perfekt macht.

Kinder können oft mehr, als die

Eltern ihnen zutrauen. Je

selbsta ndiger die Kinder werden,

desto mehr sollten Eltern die

Unterstutzung zuruck nehmen.

Und spa ter?

Selbsta ndigkeit ist uberlebenswichtig!

Privat und in der Arbeit, da Ihr Kind sonst

nicht eigensta ndig werden wird... Sie konnen

Ihrem Kind nicht alles abnehmen, es nicht

vor allen Schwierigkeiten beschutzen

Arbeitgeber achten sehr darauf, wie

selbsta ndig die Jugendlichen arbeiten, welche

Erfahrungen sie haben etc. Bsp.: Bringt ein

Jugendlicher seine Bewerbung selbst vorbei?

Ruft er an, wenn er krank ist oder muss Mama das

erledigen? Sieht er am Arbeitsplatz selbst,

was zu tun ist oder braucht er

für alles eine Anweisung?

31

2.7


2.7

Modul 2

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Schule - ein neuer Lebensabschnitt

Fordern Sie Ihr Kind mit zunehmendem Alter:

• sich um das Haustier kümmern, selbständig den Käfig sauber machen

• alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln ans Ziel kommen

• mit dem Stadtplan umgehen können

• Wäsche sortieren, Waschmaschine bedienen

• kochen, backen nach Rezept

• Einkaufszettel erstellen, einkaufen gehen, Preisvergleiche anstellen

• Putzplan machen und erledigen

• Geburtstagsfeier selbst organisieren

• Alleine die Freizeit organisieren

• Mit Geld umgehen

Punktlichkeit

Schule beginnt in der Regel um 8 Uhr.

Beobachten Sie Ihr Kind:

• Kommt es früh leicht aus dem Bett

• Hat es Zeit zum wach werden

• Geht es rechtzeitig schlafen

• Geht es von selbst in die Schule oder müssen Sie es antreiben

• wenn es krank ist: rechtzeitig (d.h. vor 8 Uhr) entschuldigen

Und spa ter?

Punktlich und zuverla ssig sein sind

Grundlagen und selbstversta ndliche

Voraussetzung bei jedem Arbeitgeber.

Ist ein Jugendlicher ein

paar Mal unpunktlich, wird ihm

gekundigt. Eltern sind Vorbild!

• Schule ist Pflicht, d.h. Ferienbeginn und –ende werden von der Schule

festgelegt, nicht von den Eltern – auch wenn die Flüge einen Tag später billiger sind...

• Ist es zu den vereinbarten Zeiten tatsächlich zuhause

Wichtige Schlusselqualifikationen fur das Leben

Beobachten Sie Ihr Kind

• Frustrationstoleranz und Kritikfähigkeit: flippt Ihr Kind gleich aus, wenn es einmal verliert, nicht das bekommt, was

es will oder kritisiert wird? Kann es mit Enttäuschungen umgehen, kann es darüber sprechen, eine eigene Lösung

finden?

• Gruppen- und Anpassungsfähigkeit: : ist Ihr Kind in der Lage, mit anderen Kindern zu spielen, seinen Willen auch

einmal zurückzustellen? Seine Ideen einzubringen, zu argumentieren und adäquat umzusetzen?

• Ausdrucks- und Durchsetzungsfähigkeit: kann Ihr Kind Wünsche äußern und begründen und sich angemessen

durchsetzen?

Ausdauer

• und Leistungsbereitschaft: spielt Ihr Kind alleine über einen längeren Zeitraum, erledigt es auch schwierigere

Aufgaben in Schule, Haushalt, beim Spielen - ohne alles gleich entmutigt hinzuwerfen, wenn es nicht sofort klappt?

32 Bildungswege in Bayern


Modul 2

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Schule - ein neuer Lebensabschnitt

Fernsehen: kein Freunde-Ersatz oder Babysitter

• Ein Kleinkind unter 3 Jahren sollte möglichst gar nicht fernsehen!

• Fernsehen ist eine einseitige Sache: das Kind sieht nur und nimmt auf ohne reagieren zu können – z.B. bedrohliche oder

Gewaltszenen.

• Mit Fernsehen lässt sich kein Spielkamerad ersetzen oder Langeweile wirklich vertreiben.

• Auch als Babysitter taugt er wenig.

• Es gibt wenig kindgerechte Sendungen, auch im Kika kommt viel Unsinn.

• Eltern müssen wissen, was ihre Kinder im Fernsehen anschauen,

am Computer machen, auf ihr Handy spielen! Was sie fasziniert, ängstigt,

was sie als nachahmen und warum. Auch hier sollten Eltern unbedingt im

Gespräch mit ihrem Kind bleiben: welche Sendungen, wie viel Fernsehen

und wann es erlaubt ist – gerade wenn die Kinder unterschiedlich alt sind.

Hier muss diskutiert, argumentiert, verhandelt werden.

• Wichtig ist viel Bewegung und auch Leerläufe im Alltag, an denen das

Kind zur Ruhe kommt,

• Vor der Schule sollte das Kind nicht fernsehen.

Interessieren Sie sich fur

das, was Ihr Kind ansieht

oder im Computer fasziniert.

Bleiben Sie im Gespräch!

Und spa ter?

Kinder mussen lernen, mit Medien

und Informationsflut umzugehen,

Programme kritisch zu bewerten

und die Freizeit nicht nur

am Fernseher zu verbringen.

• Eltern sind Vorbild! Wenn Eltern wenig fernsehen/Computer spielen, merken Kinder, dass dies nicht so wichtig ist und

es Alternativen gibt.

• Nach der Schule oder dem Lernen sollte das Kind 1 Stunde lang keine Medien nutzen,

da sich das gelernte sonst nicht festsetzen kann. (Wichtiges sollte vor dem Schlafen

gehen wiederholt werden, dann bleibt es lange im Gedächtnis).

• Die deutsche Sprache lässt sich besser mit Freunden erlernen, im gemeinsamen

Spiel und Unternehmungen.

www.flimmo.de: Tipps für Eltern, welche Fernsehsendungen für welche

Altersgruppe geeignet ist.Downloads verschiedener Flyer

zum Thema Medien

Welche Alternativen gibt es?

Kindermuseum, Rundfunkmuseum, Schwimmbad, Theater, Zirkus, Bücherei,

Ferienprogramm der Stadt

• Die Zeitschrift „Frankenkids“ informiert, was wann wo stattfindet.

• Unter www.fuerth.de gibt es Veranstaltungstipps.

• Im Rathaus, im Fürth-Shop, im City-Center liegen Broschüren aus

• Kinder- und Jugendhäuser, verschiedene Gemeinden bieten Programme

inner- und außerhalb der Ferien an

Nutzen Sie hier

Elternabende zum Thema

oder regen Sie einen

solchen an.

33

2.7


2.7

Modul 2

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Schule - ein neuer Lebensabschnitt

2.7.2 Das ist wichtig für den Schulalltag

Vollstandige und funktionierende Arbeitsmittel

Schüler erhalten eine Materialliste mit Arbeitsmitteln, die zu besorgen sind.

Diese sind unverzüglich einzukaufen, da in der Klasse damit gearbeitet wird.

Wenn Dinge fehlen, versäumen Kinder Lerninhalte.

• Stifte müssen jeden Tag gespitzt sein

• Hefte nachkaufen

• Materialgeld unverzüglich zahlen

• alles beschriften

• Stifte, Schere, Kleber, Lineal gehören zur Grundausstattung.

• Eltern sollen die Schulsachen und den Inhalt der Büchertasche kontrollieren

Und spa ter?

In jedem Beruf gibt es Arbeitsmaterialien,

auf die zu achten ist. Egal ob

Buroausstattung oder komplizierte

Maschinen - es gehort dazu,

die Arbeitsmittel sorgfa ltig

zu pflegen und die Verantwortung

dafür zu ubernehmen.

• Das Kind soll lernen, sorgfältig mit Büchern, Heften etc. umzugehen. Wenn es dies nicht tut, sollte es die Konsequenzen

auch spüren – z.B. ein kaputtes Buch zum Teil vom Taschengeld bezahlen.

Die Buchertasche

• Nehmen Sie Ihr Kind beim Kauf mit, damit es die Tasche anprobieren kann.

• Lassen Sie sich beraten,

• Kaufen Sie ein möglichst leichtes Modell, da die Büchertasche mit Inhalt sehr schwer wird.

• Inhalt:

• Federmäppchen mit Stiften

• Schlampermäppchen mit Schere, Kleber, Spitzer ….

• Hefte und Mappen (vom Lehrer angegeben)

• Brotzeitbox

• Trinkflasche

• Kontrollieren Sie die Büchertasche anfangs täglich mit Ihrem Kind

• Sortieren Sie unnötiges aus

• Ihr Kind sollte schwere Sachen - z.B. Bücher - direkt am Rücken tragen.

• Schaffen Sie ein Ordnungssystem

• Das Kind sollte einen leichten Regenschirm besitzen, der seitlich in die Büchertasche passt.

Erledigung der Hausaufgaben

Hausaufgaben vertiefen das in der Schule gelernte Wissen.

• Der Tisch, an dem das Kind arbeitet, ist bis auf das Arbeitsmaterial leer.

• Radio und Fernseher sind aus, damit es nicht abgelenkt wird.

• Das Kind erledigt die Hausaufgaben selbständig.

• Das Kind soll fragen können, wenn es Hilfe braucht

Und spa ter?

Ordnung ist auch für das

Berufsleben wichtig: wie organisiere

ich meine Arbeit, meinen

Schreibtisch, mein Lernpensum.

Ordnung wirkt sich positiv auf

das Fach Mathematik aus.

Die TOYS COMPANY reinigt und

repariert neben gebrauchtem Spielzeug auch

Bu chertaschen und Schultu ten und verteilt

diese kostenlos an bedu rftige Familien (mit

ALG II Bescheid oder einem Berechtigungsschein

einer sozialen, o rtlichen Stelle).

Toys Company, Gebhardtstr. 13,

90762 Fu rth

www.toyscompanyfuerth.de

34 Bildungswege in Bayern


Modul 2

Bildungswege in Bayern

Bildung & Erziehung in der Grundschule • Schule - ein neuer Lebensabschnitt

• Das Kind sollte einen Platz haben, an dem es in Ruhe und konzentriert arbeiten kann, am besten immer zur selben Zeit

und ohne Fernseher, Radio oder laute Geschwister außen herum.

• Die Eltern korrigieren nicht, sondern prüfen nur, ob alles gemacht wurde. Nur so kann der Lehrer einschätzen, was es

wirklich verstanden und umgesetzt hat. Hier beim Lehrer nachfragen: wie viel Unterstützung soll man dem Kind geben?

Wie lange sollen/können Hausaufgaben dauern? Eltern sollten mit den Lehrern darüber sprechen. Es ist von Lehrer zu Lehrer

verschieden, wieviel Wert sie auf Hausaufgaben legen. Richtwerte

des bayerischen Kultusministeriums zur Dauer der Hausaufgaben:

• 1. – 4. Kl: 30 – 60 Min.

• 5. – 7. Kl.: 1 – 2 Std.

• 8. – 9. Kl.: 1,5 – 2,5 Std.

Wenn es für Sie nicht nachvollziehbar ist, weshalb die

Hausaufgabe zu kurz oder zu lange dauert, sprechen Sie in jedem

Fall mit dem Klassenlehrer! Ebenso, wenn Sie merken, dass sich

Ihr Kind mit bestimmten Themen sehr schwer tut – lesen, rechnen etc.

Sprechen Sie positiv uber die Schule!

Und spa ter?

Bei jeder Ausbildung hat Schule einen

großen Anteil. Das Lernen ist nicht mit dem Erreichen

des Schulabschlusses vorbei. Auch in der Berufsschule

muss man Hausaufgaben/Berichtshefte erledigen.

In der heutigen Arbeitswelt ist lebenslanges

Lernen gefordert.! Kaum einer wird mit 50

noch das tun, was er mit 20 gelernt hat.

Erzählen Sie Ihrem Kindergartenkind, was es in der Schule erwartet, wie es dort ist, was es dort machen und lernen wird. So

wecken Sie das Interesse Ihres Kindes und machen Lust auf Schule. Erzählen Sie Ihrem Schulkind von Ihren eigenen Schulerlebnissen.Treffen

Sie gemeinsam die erforderlichen Vorbereitungen.Zeigen Sie aber ein reales Bild - ganz ohne Anstrengung

geht es nicht, es gibt auch Fächer und Aufgaben, die weniger Spaß machen!

Der erste Schultag - ein Festtag!

Gestalten Sie den ersten Schultag als einen besonderen Tag! Machen Sie aus ihm ein kleines Fest mit Verwandten und

Freunden. Er ist einmalig und sollte in positiver Erinnerung behalten werden.

2.7.3 So geht es weiter nach der 4. Klasse

Die Grundschulzeit beträgt in Bayern 4 Jahre.

Nach der 4. Klasse kann Ihr Kind die Haupt/Mittelschule (siehe M3.4), die Realschule (siehe M3.5) oder das Gymnasium

(siehe M3.6.2) besuchen.

Das hängt vor allem vom Notendurchschnitt in den 3 Hauptfächern (Deutsch, Mathe, Heimat- und Sachunterricht), aber

auch von der Arbeitshaltung und Lernmotivation ab.

Informieren Sie sich bei der Lehrkraft.

• Bereits in der 3. Klasse werden Sie zu einem ersten Informationsabend zum Übertritt eingeladen. Dort erfahren Sie

mehr über Übertrittsvoraussetzungen und Besonderheiten der einzelnen Schularten.

• In der 4. Klasse stellen sich Vertreter von Gymnasium, Realschule, Haupt/Mittelschule an einem Elternabend vor.

• An den verschiedenen Schulen selbst werden Info-Abende angeboten, zu denen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam

hingehen können. Termine dazu stehen in der Stadtzeitung oder auf den Homepages der Schulen.

• In der 4. Klasse bekommen die Kinder Ende Januar statt eines Zwischenzeugnisses eine Notenübersicht.

• Anfang Mai erhalten sie ein Übertrittszeugnis, in dem steht, für welche Schulart das Kind geeignet ist.

• Wenn Ihr Kind den Notendurchschnitt nicht erreicht hat, sprechen Sie mit dem Lehrer, ob es sinnvoll ist, am Probeunterricht

(3 Tage lang) von Gymnasium oder Realschule teilzunehmen.

• Beziehen Sie Ihr Kind mit in die Entscheidung ein

35

2.7


3.1

Modul 3

Das bayerische Schulsystem • Das bayerische Schulsystem alm Modell

M3 Das bayerische Schulsystem

M3.1 Das bayerische Schulsystem am Modell

Eltern sind die

wichtigsten

Unterstützer

Ihrer Kinder

auf dem Weg

1. in die

Schule,

2. in der

Schule

selbst, und

3. in Ausbildung

und

Beruf.

Sie motivieren

und stärken

wichtige

körperliche

und geistige

Fähigkeiten

und förden

Selbstvertrauen,Durchhaltevermögen

und Ausdauer.

Vgl. Modul

1.3,

2.7.1,

3.8 und

4.3

Ausbildung

Zwischen 2 - 3,5 Jahren

je nach Abschlussprüfung;

Mittlerer

Bildungsabschluss

Vgl. Modul 4

FörderschuleHauptschulstufe

Vgl.

Modul 3.3

Förderschule

Grundschulstufe

Vgl. Modul 3.3

M-Zug Klasse 10

Vgl. Modul 3.4.2

(qualifizierender)

Hauptschulabschluss

Hauptschule/

Mittelschule

Klasse 5 - 9

Vgl. Modul 3.4

Fachhochschulstudium

zw. 3 und 5 Jahre

(Fach-)Hochschulreife ; Vgl. Modul 3.6 und 3.7

Fachoberschule Fachakademie Berufsoberschule

Für Kinder mit besonderem

Förderbedarf gibt

es Extra- bzw. Zusatzangebote

Vgl Modul 1.2

Mittlerer Bildungsabschluss

Wirtschaftsschule

Klasse 7 - 10

Vgl.

Modul 3.5.2

Grundschule: Klasse 1-4. Hier lernt Ihr Kind Grundlagen wie Lesen, Schreiben,

Rechnen. Vgl. Modul 2.4

Nach der 4. Klasse teilen sich die Schularten auf.

Kindergarten für Kinder ab 3 bis 6 Jahre

Vgl. Modul 1.1

Letztes Kindergartenjahr = Vorschule!

Hier wird Ihr Kind fit für die Einschulung

Krippe bis 3 J., KiGa 3-6 J.

Realschule

Klasse 5 - 10

Vgl. Modul 3.5.1

Hochschul-,

Universitätsstudium

zw.

4 - 6 Jahre

Allgemeine

Hochschulreife

Gymnasium

Klasse 5 - 12

Vgl. Modul 3.6.2

36 Bildungswege in Bayern


Modul 3

Bildungswege in Bayern

Das bayerische Schulsystem • Das bayerische Schulsystem alm Modell

M3.2 Schulabschlusse in Bayern

Hauptschulabschluss – Zu erwerben:

• An den allgemeinbildenden Schulen durch den erfolgreichen Besuch der 9. Klasse Haupt-/Mittelschule, Realschule oder

Gymnasium

• An den berufsbildenden Schulen durch den erfolgreichen Besuch eines einjährigen Vollzeitjahres der Berufsschule (BVJ

oder BGJ) oder einer Berufsfachschule.

-> Gilt als Mindestvoraussetzung zur Aufnahme einer Ausbildung.

Qualifizierender Hauptschulabschluss (Quali) – Zu erwerben:

• An der Haupt-/Mittelschule durch eine besondere Leistungsfeststellung (Quali-Prüfung) am Ende der 9. Klasse

-> Berechtigt bei bestimmten Leistungen zum weiterführenden Besuch des M-Zuges oder der Mittelschule zum Erwerb des

Mittleren Abschlusses

• Nach der Schulentlassung

• im Qualikurs der Volkshochschule vhs Fürth oder am Bildungszentrum BZ Nürnberg (kostenpflichtig)

• als externer Prüfungsteilnehmer an einer Hauptschule nach Anmeldung, z.B.

für Realschul- oder Gymnasialabbrecher ab der Klassenstufe 9

Mittlerer Abschluss – Zu erwerben unter anderem:

• An den allgemeinbildenden Schulen

• durch den erfolgreichen Besuch der 10. Klasse Haupt-/Mittelschule

(M-Zug) oder 11. Klasse Mittelschule

• durch den erfolgreichen Besuch der 10. Klasse Wirtschaftsschule,

Realschule oder Gymnasium

-> Berechtigt bei bestimmten Leistungen zum weiterführenden

Besuch der Fachoberschule FOS zum Erwerb der Fachhochschulreife

• Über den 2. Bildungsweg durch den Abschluss einer mind. 2-jährigen

Berufsausbildung mit bestimmten Leistungen (Notendurchschnitt

mind. 2,5 und in Englisch 3), den sogenannten Qualifizierten beruflichen

Bildungsabschluss Quabi

• an einer Berufsfachschule

• in einem Betrieb

-> Berechtigt bei bestimmten Leistungen zum weiterführenden Besuch

der Fachoberschule FOS oder Berufsoberschule BOS zum Erwerb der

Fachhochschulreife

Fachhochschulreife (Fachabitur) – Zu erwerben unter anderem:

• An den Beruflichen Oberschulen Bayern (BOB) durch den erfolgreichen

Abschluss der 12. Klasse FOS oder BOS

• durch die Ergänzungsprüfung im Anschluss an eine Berufsausbildung

an einer Fachakademie oder Fachschule

-> Berechtigt zum Studium aller Fachrichtungen an einer Fachhochschule.

Fachgebundene Hochschulreife – Zu erwerben:

• an den Beruflichen Oberschulen Bayern durch den erfolgreichen

Abschluss der 13. Klasse FOS oder BOS ohne zweite Fremdsprache

Uber den 2. Bildungsweg gibt es

noch weitere Moglichkeiten, den

mittleren Abschluss zu erwerben -

Erkundigen Sie sich, wenn Ihr

Kind im entsprechenden Alter ist.

Auch hier gibt es noch

weitere Moglichkeiten, die Fachhochschulreife

zu erwerben.

Erkundigen Sie sich, wenn Ihr

Kind im entsprechenden

Alter ist

37

3.1


3.2

Modul 3

Das bayerische Schulsystem • Schulabschlusse in Bayern

• unter bestimmten Bedingungen durch eine Ergänzungsprüfung im

Anschluss an eine Berufsausbildung an einer Fachakademie

-> Berechtigt zum Studium einer bestimmten Fachrichtung an Hochschulen

(Universitäten) und zum Studium aller Fachrichtungen an

einer Fachhochschule

Allgemeine Hochschulreife (Abitur) – Zu erwerben unter anderem:

• durch den erfolgreichen Abschluss des Gymnasiums (Abiturprüfung)

• An den Beruflichen Oberschulen Bayern durch den erfolgreichen

Abschluss der 13. Klasse FOS oder BOS mit zweiter Fremdsprache

-> Berechtigt zum Studium aller Fachrichtungen an Fachhochschulen

und Hochschulen (Universitäten)

Auch hier gibt es noch weitere

Moglichkeiten wie Abendgymnasium,

Kolleg, Begabtenprufung ...

Erkundigen Sie sich, wenn

es an der Zeit ist!

38 Bildungswege in Bayern


Modul 3

Die bayerische

Förderschule

Bildungswege in Bayern

Das bayerische Schulsystem • Forderschulen

M3.3. Forderschulen

Infoblatt zur Förderschule: www.verwaltung.bayern.de/Anlage2817003/Foerderschule09.pdf

Die sonderpädagogische Förderung an Förderschulen dient Kindern und Jugendlichen, die „an

einer allgemeinen oder berufl ichen Schule nicht oder nicht ausreichend gefördert und unterrichtet

werden können“ (Art. 19 BayEUG).

Die Abschlüsse sind gleichwertig mit denen an Haupt- oder Realschulen, ausgenommen die

der Förderzentren für die Förderschwerpunkte geistige Entwicklung und Lernen.

Die Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Lernen, emotionale und soziale Entwicklung

sowie dem Förderschwerpunkt Sprache bieten die Abteilungen

• Frühförderung mit den Mobilen Sonderpädagogischen Hilfen,

• Schulvorbereitende Einrichtungen

• Diagnose- und Förderklassen

• Mittelstufe (Klasse 5 – 6) und Oberstufe (Klasse 7 – 9) des Lernbehinderten-(L)-Zweigs nach dem Lehrplan zur individuellen

Lernförderung

• Mittel- und Oberstufe des Hauptschulzweigs (Hauptschullehrplan)

Zudem gibt es Förderschwerpunkte im Bereich

• geistige Entwicklung

• Hören

• körperliche und motorische Entwicklung

• Sehen

Stand: August 2009

• In sonderpädagogischen Diagnose- und Werkstattklassen in den Jahrgangsstufen 7-9 gibt es gezielte Hilfen zur

Berufsorientierung, -vorbereitung und -eingliederung mit einem hohen praktischen Anteil.

Neben der Diagnose steht in den Förderzentren besonders die individuelle Förderung des einzelnen Schülers im Mittelpunkt.

Durch die Durchlässigkeit der verschiedenen Zweige soll die Optimierung der Suche nach dem passenden Förderangebot

erreicht werden. Für geeignete Schüler besteht zu jeder Zeit, aber insbesondere nach dem Ende der Mittelstufe (also

nach der 6. Klasse) die Möglichkeit, in andere Schularten (z.B. der Hauptschule) zu wechseln.

In der Oberstufe der Förderzentren liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf der Berufswahl der Jugendlichen. Durch Praktika

in Betrieben (besonders im Handwerk und der Industrie) und die Arbeit in Schülerfi rmen wird versucht, jeden Schüler zur

Berufsreife zu führen.

Die Aufnahme ins Förderzentrum geschieht auf Grund eines Fördergutachtens, das von einer Förderlehrkraft auf Antrag

von Schule und Elternhaus erstellt wird. Die Aufnahme ins Förderzentrum können Eltern verweigern. Dann wird evtl. das

staatliche Schulamt eine Kommission beauftragen zu entscheiden, wo der richtige Förderort für das Kind ist.

Ersteinschulung im Forderzentrum

• das Kind ist bereits in der Vorschule (schulvorbereitende Einrichtung)

• der Mobile Dienst in den Kindergärten und/oder Eltern wenden sich an die Förderschulen

• das Kind verhält sich bei der Einschreibung an der Grundschule auffällig

• dann kann eine Empfehlung zur Einschulung an der Förderschule abgegeben werden. Aber kein Zwang für Familien!

39

3.3


3.3

Modul 3

Das Kind ist bereits auf der Grundschule

Das bayerische Schulsystem • Forderschulen

Klassenlehrer/Direktor und Beratungslehrer melden und fordern eine Begutachtung an. Auch Eltern können initiativ werden.

Aufgrund des Gutachtens, wenn möglich einer Unterrichtsbeobachtung und eines Gesprächs mit der Klassenlehrkraft

wird den Eltern in einem gemeinsamen Gespräch eine Empfehlung für die weitere, optimale Förderung ihres Kindes gegeben;

In diesem Fall kann es immer wieder aufgrund der Platzkapazitäten zu Ablehnungen der Förderzentren kommen!

In Furth gibt es

FÖZ Süd/JakobWassermann Schule

Sonderpädagogisches Förderzentrum Fürth-Süd

Jakob-Wassermann-Straße 14

90763 Fürth

Tel.: 0911/974 – 22 11

verwaltung@foerderzentrum-sued-fuerth.de

FÖZ Nord: Otto-Lilienthal-Schule

Sonderpädagogisches Förderzentrum Fürth-Nord

Am Golfplatz 6

90768 Fürth

Tel.: 0911/9 73 81 – 0

info@ols-fuerth.de

wwww.otto-lilienthal-schule.fuerth.de

Schule zur individuellen Lebensbewältigung: Fü-Dambach

Private Förderschule der Lebenshilfe e. V.

Aldringerstraße 10

90768 Fürth

Tel.: 0911/72 12 44

Einige Gymnasien sind für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten körperliche und

motorische Entwicklung, Hören und Sehen besonders ausgestattet. Für den Eintritt gelten die Übertrittsbestimmungen an

das Gymnasium.

40 Bildungswege in Bayern


Modul 3

M3.4 Haupt-/ Mittelschule

M3.4.1 Haupt-/ Mittelschule

Bildungswege in Bayern

Das bayerische Schulsystem • Haupt- und Mittelschule

Aufbauend auf die Grundschule werden die Schüler von der 5.- 9. Klasse unterrichtet. Schwerpunkte sind grundlegende

Allgemeinbildung und Vorbereitung auf den Beruf, d.h. ab der 7. Klasse wird der allgemeinbildende Unterricht durch berufsbezogene

Inhalte ergänzt, um den Übergang von der Schule in Ausbildung vorzubereiten (Vgl. M4.2).

Wie in der Grundschule herrscht das Klassenlehrer-Prinzip, d.h. Ihr Kind hat bis auf wenige Ausnahmen (Musik, Sport, berufsbezogene

Wahlpflichtfächer) einen festen Lehrer – und Sie damit einen festen Ansprechpartner für alle Ihre Fragen.

Abschlusse

• erfolgreicher Hauptschulabschluss (9. Klasse erfolgreich bestanden)

• qualifizierender Hauptschulabschluss ( 9. Klasse, freiwillige Leistungsfeststellung „Qualiprüfung“)

Eine Besonderheit sind Gelenkklassen

Besonders die 5. Klasse der Hauptschule wird dazu genutzt, noch einmal

zu prüfen, ob die Eignung eines Kindes für Gymnasium oder Realschule

ein Jahr später vorhanden ist.

Das Verbleiben in der Hauptschule ist keine Katastrophe!

Eltern sollten ihre Kinder bestärken, es noch einmal zu versuchen,

wenn realistische Chancen bestehen. Hier ist das Gespräch mit dem

Klassen- und/oder Beratungslehrer sehr wichtig.

Aber auch beim Verbleib auf der Hauptschule hat ein fleißiger Schüler

alle Chancen der Welt, Professor zu werden – es dauert nur etwas länger

als auf direktem Weg.

M3.4.2. M-Zug an Haupt-/ Mittelschulen

Sta rken Sie das

Selbstvertrauen Ihres Kindes!

Machen Sie ihm Mut, denn alle

Wege sind offen, wenn es zielstrebig,

lernwillig und mit den wichtigsten

Schlusselkompetenzen

ausgestattet ist!

Das „M“ steht für Mittlere Reife. Den M-Zug gibt es im Rahmen des Ausbaus der Mittelschulen in jedem Verbund. Er ist eine

Alternative zur Realschule.

• Der M-Zug beginnt in der siebten Klasse (M7) und endet in der zehnten Klasse (M10).

• Er schließt mit der Abschlussprüfung zum mittleren Schulabschluss ab.

• Der Lehrplan im M-Zug entspricht bis zur Jahrgangsstufe 9 dem der Hauptschule, wird jedoch besonders in den

Hauptfächern etwas intensiviert.

• M-Schüler sollen dazu befähigt werden, komplexere Aufgabenstellungen selbstständig zu lösen

(Erhöhtes Anforderungsniveau).

• Der eigentliche Realschulstoff wird ausschließlich in der 10. Jahrgangsstufe unterrichtet, um auch Hauptschülern und

Quereinsteigern aus der Realschule oder dem Gymnasium die Möglichkeit zu bieten, Anschluss zu finden.

Abschlusse

• Wie an der Haupt-/Mittelschule


zusätzlich mittlerer Schulabschluss mit Bestehen der 10. Klasse sowie der gesonderten Leistungsfeststellung

41

3.4


3.4

Modul 3

Ubertrittsregelungen an den M-Zweig

Das bayerische Schulsystem • Haupt- und Mittelschule

In die M7 von der 6. Klasse Haupt-/ Mittelschule

Durchschnittsnote im Zwischenzeugnis aus Deutsch, Mathematik, Englisch. Bis Notendurchschnitt 2,33 Übertritt uneingeschränkt

möglich. In allen anderen Fällen Entscheidung der Lehrerkonferenz auf Antrag der Eltern.

In die M8 von der 7. Klasse Haupt-/ Mittelschule

Durchschnittsnote im Zwischenzeugnis aus Deutsch, Mathematik, Englisch. Bis Notendurchschnitt 2,0 Übertritt uneingeschränkt

möglich. In allen anderen Fällen Entscheidung der Lehrerkonferenz auf Antrag der Eltern.

In die M9 von der 8. Klasse Haupt-/ Mittelschule

Durchschnittsnote im Zwischenzeugnis aus Deutsch, Mathematik, Englisch. Bis Notendurchschnitt 2,0 Übertritt uneingeschränkt

möglich. In allen anderen Fällen Entscheidung der Lehrerkonferenz auf Antrag der Eltern.

In die M10 von der 9. Klasse Haupt-/ Mittelschule

Durchschnittsnote im Zwischenzeugnis aus Deutsch, Mathematik, Englisch. Bis Notendurchschnitt 2,0 (keine Teilnote

schlechter als 3) und Gesamtbewertung beim Quali bis 2,3 ist ein Übertritt uneingeschränkt möglich. In allen anderen

Fällen Übertritt möglich nach positivem Wortgutachten und bestandener Aufnahmeprüfung.

M3.4.3 Mittelschule

Ab dem Schuljahr 2010/2011 wird die bisherige bayerische Hauptschule durch die Mittelschule ergänzt, die bis zur 10. Klasse geht.

Die Hauptschule kann zur bayerischen Mittelschule werden wenn sie folgende Bildungsangebote aufweist:

• drei berufsorientierte Zweige ab 8. Klasse (Technik, Wirtschaft, Soziales)

• Mittelschulabschluss auf dem Niveau der Wirtschafts- und Realschule nach der 10. Klasse

• Individuelle Förderung bereits ab der 5. Klasse (Berufsorientierung, Persönlichkeitsbildung, Teamfähigkeit)

• Kooperationen mit Berufsschule, Wirtschaft und Arbeitsagentur

• Ganztagsschulangebote

• Praxisklassen

Abschlu sse

• erfolgreicher Hauptschulabschluss (9.Kl. erfolgreich bestanden)

• qualifizierender Hauptschulabschluss ( 9. Klasse mit erfolgreich bestandener Leistungsfeststellung „Qualiprüfung“)

• Mittlere Reife = Realschulabschluss (10. Klasse mit erfolgreich bestandener Leistungsfeststellung)

• Praxisklassenabschluss ab Schuljahr 2010/2011: Hauptschulabschluss mit theorieentlastetem Zuschnitt; Sollte die

Mittelschule über Praxisklassen verfügen, wird zusätzlich der neue theorieentlastete Hauptschulabschluss für die

Schülerinnen und Schüler der Praxisklasse angeboten (www.mittelschule.bayern.de)

Ab 2010/ 11 gibt es in Furth drei Mittelschulverbände

• Hauptschule Kiderlinstraße + Hauptschule Schwabacher Straße = Südstadtverbund

• Hauptschule Pestalozzistraße + Hauptschule Seeackerstraße + Otto-Seeling-Mittelschule = Wiesengrund

• Hauptschule Dr. Gustav-Schickedanz + Hauptschule Soldnerstraße + Hauptschule Hans-Sachs-Straße = Nord-West-

Verbund

Übertrittsregelungen von der 9. Klasse Hauptschule in die 10. Klasse Mittelschule wie in M3.4.2 beschrieben.

42 Bildungswege in Bayern


Modul 3

Bildungswege in Bayern

Das bayerische Schulsystem • Real- und Wirtschaftschule

M3.5 Real- und Wirtschaftsschule

3.5.1 Realschule

Sie umfasst die Jahrgangsstufen 5 - 10 und vermittelt neben einer fundierten allgemeinen Bildung auch grundlegende

Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen für eine qualifizierte Tätigkeit in einem weiten Bereich von Berufen, d.h. ab der

7. Klasse kann man zwischen vier Wahlpflichtfächergruppen wählen.

Abschluss: Mittlerer Schulabschluss.

Mathematisch-

naturwissenschaftlichtechnisch

Profilfächer:

• Mathematik

• Physik

• Chemie

• Informationstechnologie

Leopold-Ullstein Realschule, staatliche Realschule

Sigmund-Nathan-Straße 1, 90762 Fürth, Tel.: 0911/9 74 30 50

www.ullstein-realschule-fuerth.de

Hans-Böckler-Realschule, städtische Realschule

Fronmüllerstraße 30, 90763 Fürth, Tel.: 0911/9 74 24 51

www.hans-boeckler-schule.de

Ubertrittsregelungen

Wirtschaftlich

Profilfächer:

• Mathematik

• Betriebswirtschafts-

• lehre/

• Rechnungswesen

• Wirtschaft und Recht

• Informationstechnologie

In die 5. Klasse Realschule von der 4. Klasse Grundschule

Durchschnittsnote im Übertrittszeugnis aus Deutsch, Mathematik,

Heimat- und Sachkundeunterricht.

• Bis Notendurchschnitt 2,66 Übertritt uneingeschränkt möglich.

Sprachlichkaufmännisch

Profilfächer:

• Französisch

• Betriebswirtschaftslehre/

Rechnungswesen

• Informationstechnologie

• Bei 2,66 in Deutsch, Mathematik: Noten 2 und 3 oder besser, kein Probeunterricht. Entscheidung der Eltern nach

Beratung an der Realschule.

• Bei 2,66 in Deutsch, Mathematik: Noten schlechter als 2 und 3 bzw. 3 und 2 Probeunterricht.

Musisch oder

hauswirtschaftlich

oder sozial

Profilfächer:

• Kunsterziehung oder

• Werken oder Haushalt/

Ernährung oder Sozialwesen


Informationstechnologie

• Bei 3,0 oder schlechter Übertritt nur möglich nach bestandenem Probeunterricht (Noten 3 und 4 in Mathematik und

Deutsch oder besser, Noten 4 und 4 entscheidet der Elternwille über die Aufnahme).

43

3.5


3.5

Modul 3

Das bayerische Schulsystem • Real- und Wirtschaftschule

In die 5. Klasse Realschule von der 5. Klasse Hauptschule

Durchschnittsnote im Übertrittszeugnis aus Deutsch, Mathematik. Bis Notendurchschnitt 2,5 Übertritt uneingeschränkt

möglich. In allen anderen Fällen Übertritt nach bestandenem Probeunterricht.

In die 6. Klasse Realschule von der 5. Klasse Hauptschule

Durchschnittsnote im Jahreszeugnis aus Deutsch, Mathematik, Englisch.

• Bis Notendurchschnitt 2,0 Übertritt möglich, Entscheidung der Eltern nach Beratung an der Realschule.

• Bei 2,33 oder schlechter Übertritt möglich nach bestandener Aufnahmeprüfung.

In die 7. Klasse Realschule von der 6. Klasse Hauptschule

Durchschnittsnote im Jahreszeugnis aus Deutsch, Mathematik, Englisch.

• Bis Notendurchschnitt 2,0 Übertritt möglich, Entscheidung der Eltern nach Beratung an der Realschule.

• Bei 2,33 oder schlechter Übertritt möglich nach bestandener Aufnahmeprüfung.

In die 8. und 9. Klasse Realschule von der 7. und höheren Klassen der Hauptschule

Durchschnittsnote im Jahreszeugnis aus Deutsch, Mathematik, Englisch.

• Bis Notendurchschnitt 2,0 Übertritt möglich, Entscheidung der Eltern nach Beratung an der Realschule.

• Bei 2,33 oder schlechter Übertritt möglich nach bestandener Aufnahmeprüfung.

3.5.2 Wirtschaftsschule

Sie vermittelt eine allgemeine Bildung und bereitet auf einen kaufmännischen Beruf vor.

Abschluss: Wirtschaftsschulabschluss (= Mittlerer Schulabschluss = mittlere Reife).

Angeboten werden 3 Formen

• vierstufig, ab der 7. – 10. Jahrgangsstufe

• dreistufig, ab der 8. – 10. Jahrgangsstufe

• zweistufig, ab der 10. – 11. Jahrgangsstufe

Beim vierstufigen Modell können die Schüler nach der 7. Klasse zwischen dem kaufmännischen und dem mathematischnaturwissenschaftlichen

Zweig wählen. In der kaufmännischen Ausbildungsrichtung sind wirtschaftliche Fächer (Rechnungswesen,

Betriebswirtschaft) stärker vertreten.

In Fürth bietet dies die Wirtschaftsschule in der Hans-Böckler-Schule

Fronmüllerstraße 30, 90763 Fürth, Tel.: 0911/9 74 24 51, www.hans-boeckler-schule.de

Erkundigen Sie sich in der Schule nach den Übertrittsbedingungen.

Termine zum Übertritt in die Realschulen in Fürth:

Informationsabende in der Regel im Februar/Anfang März

Anmeldung in der Regel Anfang/Mitte Mai

Informieren Sie sich aktuell unter

www.hans-boeckler-schule.de

www.fuerth.de/home/leben-in-fuerth/schulen-bildung/real-wirtschaftsschulen.aspx

Schuler mit Migrationshintergrund,

die nicht in Deutschland

eingeschult worden sind, haben

andere Ubertrittsbedingungen.

Erkundigen Sie sich vor

Ort an der Schule.

44 Bildungswege in Bayern


Modul 3

Bildungswege in Bayern

Das bayerische Schulsystem • Fachoberschule und Gymnasium

M3.6 Fachoberschule und Gymnasium

3.6.1 Fachoberschule

Sie vermittelt eine allgemeine, fachtheoretische und fachpraktische Bildung (Praktika).

Aufnahmebedingungen: Mittlerer Schulabschluss und Erfüllen der Eignungsvoraussetzung.

Abschluss: Jahrgangsstufen 11 und 12 Fachhochschulreife (Fachabitur)

Jahrgangsstufe 13, mit einer Fremdsprache: fachgebundene Hochschulreife. Mit zwei Fremdsprachen: allgemeinen Hochschulreife

(Abitur)

3.6.2 Gymnasium

Es umfasst die Jahrgangsstufen 5-12 und vermittelt eine vertiefte allgemeine Bildung, die für ein Hochschulstudium (Universitätsstudium)

vorausgesetzt wird.

Abschluss: Abitur (allgemeine Hochschulreife).

Ubertrittsregelungen an das Gymnasium

In die 5. Klasse Gymnasium von der 4. Klasse Grundschule

Durchschnittsnote im Übertrittszeugnis aus Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachkundeunterricht.

• Bis Notendurchschnitt 2,33 uneingeschränkt möglich.

• In allen anderen Fällen Übertritt nach besonderem Probeunterricht.

In die 5. Klasse Gymnasium von der 5. Klasse Hauptschule

Durchschnittsnote im Übertrittszeugnis aus Deutsch, Mathematik. Bis Notendurchschnitt 2,0 Übertritt uneingeschränkt

möglich. Bis Notendurchschnitt 2,5 oder schlechter Übertritt möglich nach bestandenem Probeunterricht.

In die 5. Klasse Gymnasium von der 5. Klasse Realschule

Durchschnittsnote im Jahreszeugnis aus Deutsch, Mathematik, Englisch. Bis Notendurchschnitt 2,33 Übertritt uneingeschränkt

möglich. In allen anderen Fällen Übertritt nach bestandenem Probeunterricht.

In die 6. Klasse Gymnasium von der 5. Klasse Realschule

Durchschnittsnote im Jahreszeugnis aus Deutsch, Mathematik, Englisch. Bis Notendurchschnitt 2,0 Übertritt uneingeschränkt

möglich. In allen anderen Fällen Übertritt nach bestandenem Probeunterricht.

Termine zum Übertritt in das Gymnasium

Informationsabende i.d.R. Januar

Anmeldung: i.d.R. Mai

Probeunterricht (wird jährlich an einer anderer Schule durchgeführt) nähere Infos:

Helene- Lange-Gymnasium, Tel: 0911/9 74 21 81, www.hlg-fuerth.de

45

3.6


3.7

Modul 3

Das bayerische Schulsystem • Weiterfuhrende Schulen nach der Berufsausbildung

M3.7 Weiterfuhrende Schulen nach der Berufsausbildung (2. Bildungsweg)

Abendrealschule

führt Berufstätige im Abendunterricht in 3-4 Jahren zum Mittleren Schulabschluss. Aufnahmebedingungen:

• Mindestalter 17 Jahre, abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens 2-jährige Berufstätigkeit,

• mindestens Erfüllung der Vollzeitschulpflicht und berufliche Tätigkeit während des Schulbesuchs.

Abendgymnasium

führt berufstätige Erwachsene im 4-jährigen Abendunterricht zum Abitur (allgemeine Hochschulreife).

Aufnahmebedingungen: Mindestalter 18 Jahre, abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens 2-jährige Berufstätigkeit

und berufliche Tätigkeit während des Schulbesuchs.

Fachschule

dauert 1-4 Schuljahre, teilweise in Teilzeitunterricht, in verschiedenen Ausbildungsrichtungen.

Aufnahmebedingungen: abgeschlossene Berufsausbildung und/oder mehrjährige Berufstätigkeit.

Abschlüsse: Staatliche Abschlussprüfung oder Meisterprüfung, Mittlerer Schulabschluss, Fachhochschulreife nach bestandener

Ergänzungsprüfung.

Fachakademie

dauert 2-5 Schuljahre und bereitet auf eine gehobene Berufslaufbahn in verschiedenen Ausbildungsrichtungen vor.

Aufnahmebedingungen: Mittlerer Schulabschluss und in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung und/oder mehrjährige

Berufstätigkeit.

Abschlüsse: Staatliche Abschlussprüfung, nach bestandener Ergänzungsprüfung Fachhochschulreife, bei sehr guter Gesamtnote

in beiden Zeugnissen fachgebundene Hochschulreife.

Berufsoberschule

führt in einem Schuljahr zum Fachabitur (freiwillige Prüfung), in zwei Schuljahren zum Abitur (fachgebundene oder allgemeine

Hochschulreife).

Aufnahmebedingungen: Mittlerer Schulabschluss, abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens 5-jährige Berufserfahrung

und das Erfüllen der Eignungsvoraussetzungen.

Abschlüsse: Fachabitur (nach Jgs. 12), Abitur (fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife bei Nachweis der notwendigen

Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache).

Kolleg

führt Erwachsene in 3 Jahren zur allgemeinen Hochschulreife.

Aufnahmebedingungen: Mindestalter 19 Jahre, Mittlerer Schulabschluss oder erfolgreicher Abschluss eines Vorkurses, abgeschlossene

Berufsausbildung oder mindestens 3-jährige Berufstätigkeit.

46 Bildungswege in Bayern


Modul 3

Bildungswege in Bayern

Das bayerische Schulsystem • Unterstutzungsmoglichkeiten fur Eltern

M3.8 Unterstutzungsmoglichkeiten fur Eltern

Ansprechpartner an den Schulen

• Beratungslehrer der Schule: kostenlose Diagnostik, Leistungsstand, Teilleistungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten,

Schullaufbahnberatung, Beratung von Eltern, Elternabende

• JaS (Jugendsozialarbeit an Schulen)

• Staatliche Schulpsychologen (für jeden Schultyp verschiedene Ansprechpartner, siehe www.schulberatung.bayern.de)

Beratungsstellen

• Staatliche Schulberatungsstelle

Glockenhofstr. 51, 90478 Nürnberg, Tel. 0911/5 86 76-10, www.schulberatung-bayern.de

• Erziehungs- und Familienberatungsstelle im Jugendamt

Königsplatz 2, 90762 Fürth, Tel.: 0911/9 74 – 19 42

Öffnungszeiten: MO – FR 8 bis 12 Uhr, MO-DO 13.30 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung

elan, „Schulverweigerung – die 2. Chance“: Unterstützung für aktiv und passiv schulverweigernde Schüler/innen ab 12 Jahren

Mathildenstraße 17, 90762 Fürth, Tel.: 0911/23 99 35 – 50,

www.elan-fuerth.de

• Hilfen zur Erziehung/ Soziale Dienste des Jugendamtes

Königsplatz 2, 90762 Fürth, Tel.: 0911/9 74 19 70, Ansprechpartner: Herr Karl, Frau Köster, sozialedienste@fuerth.de

• Jugendkontaktbeamte der Polizei – JugendArbeitsGruppe (JAG): bei Konfrontation mit Gewalt und rechtlichen Fragen/

Schwierigkeiten

Kapellenstraße 10, 90762 Fürth, Tel.: 0911/75 90 52 21

E-Mail: pp-mfr.fuerth.pi@polizei.bayern.de

Kostengunstige Nachhilfe

• Mütterzentrum Fürth, Gartenstr. 14, 90762 Fürth, Tel: 0911/77 27 99, www.muetterzentrum-fuerth.de

• AWO-Kulturbrücke Fürth Theresienstr. 17, 90762 Fürth, Tel: 0911/89 10-17 08, www.awo-fuerth.de

• Freiwilligenzentrum Fürth, Theresienstr. 3, 90762 Fürth, Tel. 0911/2 17 47 82

• Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V., Geleitsgasse 4, 90762 Fürth, Tel: 0911/8 91 69 16

• Caritas Verband, Königstr. 112-114, 90762 Fürth, Tel: 9011/7 40 50-0,

www.caritas-fuerth.de. Grund- und Hauptschüler/innen mit Migrationshintergrund

• Atatürk Bildungs-und Kulturverein, Pegnitzstr. 13,

90763 Fürth, Tel: 0911/7 87 66 58

Hausaufgabenhilfe für türkische Grund-und Hauptschüler

• Türkisch islamisches Kulturzentrum ditib Fürth,

Steubenstr. 13, 90763 Fürth, Tel: 0911/3 94 15 31,

www.ditibfuerth.de

Hausaufgabenhilfe für türkische Grund-und Hauptschüler

Fragen Sie nach den Kosten

und genauen Zeiten.

Zudem gibt es eine Reihe privater

Nachhilfeinstitute, die im

Telefonbuch stehen.

47

3.8


3.8

Modul 3

Weiterfuhrende

Informationen

www.km.bayern.de

www.schule.bayern.de

www.schulamt.info

www.ks-neu.de

www.kubiss.de

www.schulberatung.bayern.de

Das bayerische Schulsystem • Unterstutzungsmoglichkeiten fur Eltern

und Links

Hier können Eltern immer wieder die Schullaufbahn ihres Kindes prüfen: www.meinbildungsweg.de

www.br-online.de

www.bildungsoffensive-bayern.de

www.note1plus.de

www.sozialministerium.bayern.de

www.stmas.bayern.de

www.bildungsserver.de

www.ifp-bayern.de (für KiTa)

www.isb-bayern.de (ab GS/alle Schulen)

www.familienhandbuch.de

www.elternimnetz.de

48 Bildungswege in Bayern


Modul 4

Bildungswege in Bayern

Vorbereitung auf Ausbildung & Beruf • Ausbildungsreife - was heißt das

Modul 4: Vorbereitung auf Ausbildung und Beruf

Eltern sind die

wichtigsten

Unterstützer

Ihrer Kinder

auf dem Weg

1. in die

Schule,

2. in der

Schule

selbst, und

3. in Ausbildung

und

Beruf.

Ausbildung

Zwischen 2 - 3,5 Jahren

je nach Abschlussprüfung;

Mittlerer

Bildungsabschluss

Vgl. Modul 4

FörderschuleHauptschulstufe

Vgl.

Modul 3.3

Arbeit und Beruf

M-Zug Klasse 10

Vgl. Modul 3.4.2

(qualifizierender)

Hauptschulabschluss

Hauptschule/

Mittelschule

Klasse 5 - 9

Vgl. Modul 3.4

Der gelingende Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf ist eine Herausforderung, der den Schülerinnen und

Schülern viel abverlangt: Sie müssen

• ihre beruflichen Neigungen, Fähigkeiten und Stärken entdecken, um zu wissen, welches Arbeitsfeld zu ihnen passt,

• verschiedene Berufe kennen lernen, um eine Berufswahl treffen zu können,

• auf einen guten Schulabschluss lernen, um überhaupt eine Chance im Bewerbungsverfahren zu haben,

• sich möglichst frühzeitig, am besten ab der 8. Klasse, unermüdlich um eine Ausbildungsstelle bewerben, um am Ende

der Schulzeit einen Ausbildungsvertrag zu haben,

• und sie müssen spätestens ab der 9. Klasse ausbildungsreif, d.h. so fit sein, dass sie den Anforderungen einer Berufsausbildung

gewachsen sind.

Entsprechend muss der Übergang Schule-Beruf frühzeitig, d.h. ab der 7. Klasse geplant und in Angriff genommen werden,

soll der Weg nach der Schulentlassung nahtlos in Ausbildung führen.

• was Ihr Kind braucht, um den Anforderungen in einer Ausbildung gerecht zu werden, lesen Sie in M4.1

• Wie Ihr Kind in der Schule auf Ausbildung und Beruf vorbereitet wird, lesen Sie in M4.2

• Wie Sie selbst ihr Kind auf dem Weg in Ausbildung unterstützen können, lesen Sie in Kap. M4.3

• Welche Formen der Berufsausbildung es gibt, lesen Sie in M4.4

• Welche Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten es am Übergang Schule-Beruf gibt, lesen Sie in M4.5

49

4


4

Modul 4

Vorbereitung auf Ausbildung & Beruf • Ausbildungsreife - was heißt das

4.1. Ausbildungsreife - was heißt das?

Ausbilder erwarten von ihren Azubis, dass sie den Anforderungen der Arbeitswelt und Berufsausbildung gewachsen sind

und diese in Theorie und Praxis erfolgreich bestehen (Vgl. M4.4). Sie verlangen von einem Azubi

• berufliche Eignung, d.h. alle berufsspezifischen Voraussetzungen, die nötig sind, einen bestimmten Beruf zu erlernen,

z.B. sehr gute EDV- und Deutschkenntnisse in kaufmännischen Berufen, handwerkliches Geschick in Handwerksberufen,

technisches Verständnis in Technikerberufen etc.

• Ausbildungseignung bzw Ausbildungsreife, d.h. alle geistigen und sozialen Voraussetzungen, die nötig sind, als

Arbeitnehmer in der Arbeitswelt zu bestehen - unabhängig davon, welchen Beruf jemand erlernen oder ausüben

möchte. Diese Voraussetzungen werden auch als Schlüsselkompetenzen, Arbeitstugenden oder Soft Skills bezeichnet.

Im Unterschied zu den fachlichen, berufsbezogenen Fertigkeiten und Kenntnissen, die einem Azubi während der

Ausbildung als Ausbildungsinhalte vermittelt werden, wird erwartet, dass die Schlüsselkompetenzen zum Ausbildungsbeginn

bereits vorhanden sind, d.h. schon vorher in der Schule und im privaten Umfeld gelernt wurden.

Schlusselkompetenzen umfassen

• Soziale Kompetenzen,

die dazu nötig sind, mit anderen Menschen (Kunden,

Kollegen, Vorgesetzten usw) situationsangemessen umzugehen und zu

kommunizieren. Hierzu zählen z.B. Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit,

Kritikfähigkeit

• Methodische Kompetenzen,

die nötig sind, Aufgaben und Probleme zu

bewältigen. Hier wird v.a. Lern- und Anweisungsbereitschaft erwartet

• Persönliche Kompetenzen,

die nötig sind, in der Arbeitswelt zu bestehen,

z.B. Leistungsbereitschaft, Ausdauer, Einsatzbereitschaft, Selbstständigkeit,

Anpassungsfähigkeit, Belastbarkeit, Frustrationstoleranz

Hat ihr Kind

die nötige

Schulbildung?

• Hat es den erwarteten Schulabschluss?

• Spricht und schreibt es ausreichend

gut Deutsch?

• Beherrscht es die nötigen Rechenarten?

(handwerkliche und Industrieberufe)

• Passen die Zeugnisnoten?

• (berufsbezogenes Wahlpflichtfach,

Englisch

Hat Ihr Kind die nötigen

„Arbeitstugenden“?

• Ist es pünktlich, zuverlässig und

belastbar?

• Arbeitet es sorgfältig, hält es

den Arbeitsplatz sauber?

• Erledigt es Aufgaben

selbständig und verantwortungsbewusst?

• Kann es mit Kritik umgehen?

Ist es fleißig?

• Fragt es nach, wenn es etwas nicht

verstanden hat?

Ist Ihr Kind fachlich geeignet?

• Ist es gut über den Beruf und die damit

verbundenen Aufgaben informiert?

• Hat es den Beruf schon in der Praxis

ausprobiert (Praktikum)

• Passen die Fähigkeiten,

Interessen

und Neigungen zu

den Anforderungen

in diesem Beruf?

• Weiß ihr Kind, was in dieser Ausbildung

auf es zukommt, was von ihm erwartet

wird?

Hat Ihr Kind die nötigen sozialen

Kompetenzen?

• Ist es höflich, freundlich und

zuvorkommend?

• Sieht es ordentlich und sauber aus?

• Kann es im Team arbeiten?

• Lässt es sich etwas erklären, ohne

alles besser zu wissen?

• Verhält es sich in Konflikten

angemessen?

Wer sich nach Ausbildungs -

beginn als nicht ausbildungsreif

erweist, d.h. sta ndig zu spa t

kommt, sich vom Vorgesetzten

nichts sagen la sst, seine Aufgaben

nicht erledigt etc. wird

wa hrend der Probezeit

entlassen!

Ist ihr Kind körperlich geeignet?

• Hält es einen 8-Stunden-Arbeitstag

durch?

• Ist es schwindelfrei? (Bauberufe)

• Hat es Allergien? (Maler, Friseur,

Metall …)

• Ist es rot-grün-blind? (Maler,

Lackierer)

• Ist es alt genug für die gewünschte

Ausbildung? (Koch)

50 Bildungswege in Bayern


Modul 4

Bildungswege in Bayern

Vorbereitung auf Ausbildung & Beruf • Vorbereitung auf Ausbildung und Beruf in der Schule

4.2. Vorbereitung auf Ausbildung und Beruf in der Schule

4.2.1 Haupt- und Mittelschule

Ab der 7. Klasse wird der Lehrplan ergänzt um den Wahlpflichtbereich „Berufsorientierung“. Hier lernen die Schüler in den 3

berufsorientierenden Zweigen Technik, Wirtschaft und Soziales Berufsfelder näher kennen (2 Unterrichtsstunden/Woche).

Durch praxisorientierten Unterricht (z.B. Betriebsbesichtigungen, -erkundungen) entdecken sie Neigungen und Interessen

mit dem Ziel, sich am Ende der 7. Klasse für einen der 3 Zweige zu entscheiden.

Ab der 8. Klasse wird die Berufsorientierung im gewählten

Zweig (Technik oder Wirtschaft oder Soziales) vertieft (4 Unterrichtsstunden/Woche).

Durch praxisorientierten Unterricht

(Übungsfirmen, Projekte in Kooperation mit der Berufsschule

oder lokalen Wirtschaft, Betriebspraktika) lernen die Schüler

verschiedene Berufe im jeweiligen Berufszweig kennen und erwerben

erste Kenntnisse und Fähigkeiten mit dem Ziel, in der

9. Klasse eine Berufswahl treffen zu können. Eine frühe Festlegung

auf ein Berufsfeld oder gar einen Beruf erfolgt jedoch

nicht.

In der 9. Klasse wird die Berufsorientierung im jeweiligen Zweig

in Kooperation mit der Arbeitsagentur vertieft. Ziel ist es, dass

die Schüler eine realistische Wahl treffen, d.h. sich für einen,

besser jedoch für drei Ausbildungsberufe entscheiden, die ihren

schulischen, fachlichen und persönlichen Fähigkeiten und Interessen

entsprechen (Vgl. M4.2). Spätestens ab dem Zwischenzeugnis

müssen sich die Schüler intensiv um eine schulische

oder betriebliche Ausbildungsstelle (Vgl. M4.4) bewerben.

4.2.2 Forderschule

Mittelschule

ist das Gütesiegel

für ein umfassendes Bildungsangebot

Theorieentlasteter

HS-

Abschluss

HS-

Abschluss

Qualifizierender

HS-

Abschluss

M-Abschluss

Technik Wirtschaft Soziales

Individuelle

Förderung

Berufsorientierung

Förderschüler sind in besonderem Maße auf (außer)schulische Unterstützungssysteme angewiesen.

Ganztagsschule

Ausbildungsreife Jugendliche bekommen Unterstützung, indem die Schule mit einem Ausbildungsbetrieb, einer außerbetrieblichen

Einrichtung, dem Berufsbildungswerk oder Berufsausbildungswerk

zusammenarbeitet. Rehabilitationsmaßnahmen ergänzen während der dualen Ausbildung.

Noch nicht ausbildungsreife Jugendliche können durch ein Berufsvorbereitungsjahr, eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme

und andere Unterstützungsmöglichkeiten sonderpädagogisch gefördert werden.

Quelle: Flyer „Haus der Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung“

51

4.2


4.3

Modul 4

Vorbereitung auf Ausbildung & Beruf • So konnen Eltern ihr Kind unterstutzen

M4.3. So können Eltern ihr Kind unterstutzen

Wichtig: Regelmaßiges Beschaftigen mit dem Thema Ausbildung und Beruf

Die Angebote zur Berufsorientierung an der Schule reichen erfahrungsgemäß nicht aus, damit sich ein Kind rechtzeitig für

einen Beruf entscheiden kann – hierbei braucht es auch die Unterstützung der Familie!

Helfen Sie Ihrem Kind in der 7. Klasse bei der Wahl des berufsorientierenden Zweigs

• Sprechen Sie in der 7. Klasse mit Ihrem Kind, was es im Wahlpflichtbereich „Berufsorientierung“

macht, lassen Sie sich die Unterlagen zeigen. In der 7. bekommt Ihr

Kind von der Schule einen Berufswahlpass, in dem alle wichtigen Unterlagen und

Informationen gesammelt sind. Erkundigen Sie sich danach, lassen Sie ihn sich

zeigen und sprechen Sie ihn mit Ihrem Kind und der Lehrkraft durch.

• Fragen Sie, was ihm gefällt, was ihm nicht gefällt, und lassen Sie sich die Äußerungen

erklären/begründen.

• Die Leistungen und Fähigkeiten Ihres Kindes in den Zweigen Technik, Wirtschaft

und Soziales werden von der Schule beurteilt. Schauen Sie sich die Ergebnisse

gemeinsam mit Ihrem Kind an und überlegen Sie gemeinsam, für welchen Zweig

es sich ab der 8. Klasse entscheiden soll. Fragen Sie auch unbedingt den Lehrer

nach seiner Einschätzung/Empfehlung.

Vor allem braucht

Ihr Kind Ihre Unterstutzung,

um ausbildungsreif zu werden.

Tipps, wie Sie Schlusselkompetenzen

im Alltag fordern

konnen, finden Sie unter

M 2.7

• Beobachten sie Ihr Kind im Alltag, in seiner Freizeit – was macht es gerne, was kann es gut? Ist es sportlich, gerne im

Freien, repariert es gerne etwas, ist es geschickt, backt, kocht es gerne … so finden Sie Hinweise auf beruflich verwertbare

Stärken und Interessen.

Helfen Sie Ihrem Kind in der 8. Klasse, sich für ein Berufsfeld zu entscheiden

• Hören Sie sich um, welche Berufe in der Familie, Nachbarschaft, Bekannt- und Verwandtschaft ausgeübt werden, reden

Sie gemeinsam mit Ihrem Kind und den Betreffenden über deren berufliche Tätigkeit – so bekommen Sie und Ihr Kind

Anregungen, welche Berufe es überhaupt gibt, und worauf es in diesen Berufen ankommt. Vielleicht ist es auch möglich,

dass Ihr Kind einmal mit in die Firma, den Betrieb eines Bekannten/Verwandten geht (Betriebsbesichtigung)

• Begleiten Sie Ihr Kind zum Berufsinformationszentrum des Arbeitsamts (BIZ), zu Berufsinfotagen an Schulen, Berufsbildungsmessen

etc. Infos dazu gibt es in Tageszeitungen, im Internet, in der Schule – es findet z.B. jedes Jahr im Herbst

an einer Fürther Hauptschule eine Berufsmesse statt, und recherchieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind im Internet

unter den verschiedenen Links zur Berufswahl

• Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die Betriebspraktika sinnvoll zum Schnuppern nutzt und Berufe ausprobiert, die es

tatsächlich interessieren – d.h. Praktikumsstellen gezielt suchen, nicht irgendein Praktikum machen, nur weil der

Betrieb gerade bequem um die Ecke liegt. Sinnvoll ist es auch, das 2-Wochen-Praktikum in der 8. Klasse in zwei 1-Wochen-Praktika

zu teilen, um zwei 2 Berufe kennenzulernen.

• Auch die Ferien können für freiwillige Praktika genutzt werden. Daran sieht ein potentieller Arbeitgeber auch, wie

engagiert der junge Mensch ist.

52 Bildungswege in Bayern


Modul 4

Bildungswege in Bayern

Vorbereitung auf Ausbildung & Beruf • So konnen Eltern ihr Kind unterstutzen

Praktika sind DIE Eintrittskarte in den Beruf

• Schnupperpraktika geben Einblick in verschiedene Berufe, Branchen, Betriebe, Abteilungen und Funktionen und dienen

der beruflichen Orientierung und Berufswahlentscheidung

• Berufe können praktisch erprobt werden, berufliche Wünsche und Vorstellungen und die berufliche Eignung können

überprüft werden

• zeigen die Realität in der Arbeitswelt und verringern den Praxisschock

• hat manchmal auch viel mit Putzen und anderen langweiligen Dingen zu tun, weil ein Praktikant aus arbeitsrechtlichen

bzw. Sicherheitsgründen nicht alles tun darf und Arbeit nicht immer Spaß macht

Praktika sind Turoffner in Ausbildung

• Künftige Arbeitgeber nehmen oft nur Bewerber, die mehrere Praktika gemacht haben – sie wollen sehen, dass sich der

Jugendliche intensiv mit dem Thema Berufswahl beschäftigt hat.

• Viele Ausbilder entscheiden sich erst nach einem Praktikum bzw. Probearbeit für einen Bewerber, da sich hier die

Ausbildungsreife zeigt. Der Ausbilder testet Arbeitshaltung und Durchhaltevermögen, hier kann Ihr Kind dem künftigen

Arbeitgeber zeigen, wie motiviert, interessiert und fähig es ist

• ein Praktikum sagt oft mehr über die beruflichen Qualitäten aus als das Schulzeugnis, hier zeigen

sich persönliche und fachliche Stärken und Schwächen. Manche Ausbilder achten mehr auf die

Beurteilungen im Praktikumszeugnis als auf die Noten im Schulzeugnis - deshalb immer ein

Praktikumszeugnis ausstellen lassen

• bringt Kontakte – vielleicht zum zukünftigen Arbeitgeber, deshalb mehrere und unterschiedliche

Praktika machen – und die Ferien nutzen!

Helfen Sie Ihrem Kind im Bewerbungsverfahren

ab dem 2. Halbjahr der 8. Klasse, spätestens ab Beginn der 9. Klasse!!

In der 9. Klasse wird von Ihrem Kind viel verlangt: Es muss für den Quali lernen, Praktika machen und sich um Ausbildungsstellen

bewerben – und das alles gleichzeitig!

• Machen Sie Ihrem Kind Mut, sorgen Sie dafür, dass es am Ball bleibt, setzen Sie sich einmal in der Woche 2 Stunden mit

ihm hin zum Stellensuchen und Bewerbungschreiben

• Holen Sie sich Hilfe bzw. begleiten sie Ihr Kind zu Fachleuten, wenn es sich mit Bewerbungschreiben schwer tut – viele

Schulen, Jugendzentren, Kulturvereine bieten einen AK Bewerbung an, informieren Sie sich auf der Homepage der Stadt

Fürth

• Motivieren Sie Ihr Kind, so viele Praktika zu machen wie möglich zu machen, auch in den Ferien oder einen Tag in der

Woche, z. B. regelmäßig einen schulfreien Nachmittag in der Woche oder samstags

• Nehmen Sie Kontakt zu den Praktikumsbetrieben auf, zeigen Sie Interesse, fragen Sie nach, ob es eine Ausbildungsstelle

für Ihr Kind gibt, wie der Chef Ihr Kind einschätzt etc.

53

4.3


4.4

Modul 4

Vorbereitung auf Ausbildung & Beruf • Formen der Berufsausbildung

M4.4. Formen der Berufsausbildung

4.4.1 Duale Ausbildung = betriebliche Ausbildung

Halten Sie Kontakt

zum Ausbilder,

kontrollieren Sie

das Berichts-

heft!

Ausbilder

Meister

Betriebsabteilungen

Überbetriebliche

Lehrwerkstatt

Betrieb

Berichtsheft

Fachausbildung

Berichtsheft

Gesellenbrief

Abschlussprüfung

nach 24 bzw. 36 bzw. 42

Ausbildungsmonaten

Fachausbildung

Zwischenprüfung

nach dem

1. bzw. 2. Lehrjahr

Duale Ausbildung

Fachpraktische und fachtheoretische Ausbildung

Zu den Weiterbildungs -

moglichkeiten im Anschluss

an die duale oder schulische

Berufsausbildung bis hin

zum Universita tsstudium

Vgl. M 3.7

Lehrer

Halten Sie Kontakt zum

Lehrer, achten

Sie auf die

Noten!

entweder 1 Tag/Woche

oder Blockunterricht

bis zu 12 Wochen in der

gesamten Ausbildungszeit

Berufsschule

54 Bildungswege in Bayern

Noten

Noten


Modul 4

Bildungswege in Bayern

Vorbereitung auf Ausbildung & Beruf • Formen der Berufsausbildung

In Deutschland wird zwischen einer Berufsausbildung an einer Berufsfachschule (Vgl. 4.4.3) und einer Ausbildung in einem

Betrieb bzw. Unternehmen unterschieden.

Eine betriebliche Ausbildung umfasst immer die fachpraktische Ausbildung im Betrieb und die fachtheoretische Ausbildung

in der Berufsschule. Sie dauert je nach Beruf zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Am Ende steht eine Abschlussprüfung,

die aus einem praktischen und einem theoretischen Prüfungsteil besteht. Nur wenn beide Prüfungsteile bestanden werden,

ist auch der Berufsabschluss bestanden!

Halten Sie Kontakt zum Ausbilder im Betrieb UND zum Berufsschullehrer. Achten Sie auch hier darauf, dass Ihr Kind

• regelmäßig die Berufsschule besucht

• allen Anforderungen in der Berufsschule gerecht wird (Noten, Berichtsheft schreiben …)

Wenn Ihr Kind in der Ausbildung Schwierigkeiten bekommt, holen Sie sich Unterstützung (Vgl. 4.5)

4.4.2 Berufsschulpflicht fur ALLE Abgangsschuler der Hauptschulen

INFO-Brief der Agentur für Arbeit für alle Abgangsschüler der Hauptschulen in Fürth und Landkreis Fürth (in Auszügen)

Bitte beachten Sie

Alle Hauptschüler, die die Hauptschule ohne Mittlere Reife verlassen, sind grundsätzlich berufsschulpflichtig, auch wenn

sie keine Ausbildung beginnen. Wer nach der Hauptschule (noch) keine Ausbildungsstelle (oder EQ) gefunden hat, für den

gilt dadurch folgendes:

Meldet / bewerbt euch möglichst im / bis Ende Juni persönlich für das Berufsvorbereitungsjahr-kooperativ (=BVJ-K) oder

Berufseinstiegsjahr (=BEJ-k) jeweils in den Sekretariaten an.

Staatliche Berufsschule I (BS 1) Fürth

Fichtenstraße 9, 90762 Fürth, Tel.: 0911/74 34 60

www.berufsschule1-fuerth.de

E-mail: bs1fuerth@berufsschule1-fuerth.de

• BVJ-k Handwerkliche Grundtechniken (schwerpunktmäßig Bau/Holz)

• BVJ-k Nahrung/Körperpflege (schwerpunktmäßig Nahrungsmittelverkauf/Friseur)

• BVJ-k Soziale Dienstleistungen (schwerpunktmäßig Kinder-/Sozialpflege)

Staatliche Berufsschule II (BS 2) Fürth (Ludwig-Erhard-Schule)

Theresienstraße 15, 90762 Fürth, Tel.: 0911/99 77 492

www.ludwig-erhard-schule.de

• BEJ-k Handel

Staatliche Berufsschule III (BS 3) Fürth

Ottostraße 22, 90762 Fürth, Tel.: 0911/75 66 50

www.bs3-fuerth.de

E-mail: sekretariat@b3-fuerth.de

• BVJ-k Metall/Elektro

In einem BVJ/BEJ könnt Ihr in einem Jahr (Vollzeitschuljahr) auch den Hauptschulabschluss und damit neue Chancen auf

dem Ausbildungsmarkt erreichen. Es findet ein Wechsel zwischen Praktikum und Unterricht statt.

Wer sich nicht für das BVJ/BEJ bewirbt / anmeldet und ab September keinen Ausbildungsplatz, keine Arbeitsstelle hat oder

kein Freiwilliges Soziales Jahr FSJ oder Ähnliches ableistet, ist ARBEITSLOS! In diesem Fall musst du einmal in der Woche

eine sogenannte „JOA-Klasse“ (Jugendliche ohne Ausbildung) für ausbildungslose jugendliche Berufsschulpflichtige an

der Berufsschule I in Fürth besuchen. Auch in diese Klassen musst du dich an der BS Fürth (siehe oben) anmelden.

55

4.4


4.4

Modul 4

Vorbereitung auf Ausbildung & Beruf • Formen der Berufsausbildung

Wer seiner Berufsschulpflicht nicht nachkommt, muss mit Bußgeld rechnen!

Wichtig: Es werden nur Schüler in die Kurse der Agentur für Arbeit aufgenommen, die sich rechtzeitig bei der Berufsschule für

ein BVJ/BEJ beworben haben und eine schriftliche Ablehnung der Berufsschule vorlegen!

Rückfragen gerne bei deinem/r zuständigen Berufsberater/in Telefon 0180/1 55 51 11

(oder auch bei der zuständigen Berufsschule Fürth - siehe oben)

4.4.3 Schulische Berufsausbildung = Ausbildung an einer Berufsfachschule

Berufsfachschulen vermitteln auf schulischem Weg eine abgeschlossene Berufsausbildung in verschiedenen Ausbildungsrichtungen

oder bereiten gezielt auf eine Berufstätigkeit vor. Sie dauern in der Regel 2 bis 3 Jahre.

An der Berufsfachschule wird die fachpraktische Berufsausbildung durchgeführt, ergänzt durch den Unterricht in allgemein

bildenden Fächern wie Deutsch und Mathe und berufsbezogene Fächern.

Das heißt, die BFS vermittelt neben der Theorie auch die Praxis

und führt zu einer anerkannten Berufsausbildung.

Typische Berufe, bei denen die Ausbildung an einer Berufsfachschule

gemacht wird, sind Altenpflege, Kinderpflege, Hauswirtschaft,

Sozial pflege, Krankenpflege usw.

Abschlu sse

Berufsabschluss, Mittlerer Schulabschluss

Um einen Ausbildungsplatz an einer BFS muss man sich ganz normal –

wie um eine betriebliche Ausbildungsstelle – bewerben.

Spätestens im Sommer erfahren alle Bewerber/innen mit einer

schriftlichen Zu- oder Absage, ob sie einen Ausbildungsplatz bekommen

haben.

aber Achtung:

An manchen BFS sind die

Bewerbungsfristen sehr kurz, oft

nur wenige Wochen im Februar.

Das Berufsgrundbildungsjahr BGJ

Wer die Ausbildung an der

Berufsfachschule mit einem Gesamtnotendurchschnitt

von mindestens 2,5

und in Englisch mit 3 oder besser

abschließt, hat damit den mittleren

Bildungsabschluss bzw. die Mittlere

Reife erworben. Damit ist der Zugang

zur Berufsoberschule (BOS) moglich

(Vgl. M3.7)

Die Aufnahmebedingungen sind je nach BFS unterschiedlich und

ändern sich oft jährlich. Informieren Sie sich aktuell im Heft „Alles

Klar“ der Arbeitsagentur, bei der Berufsberatung, im Internet oder

an der jeweiligen Berufschule.

In manchen Berufen findet das 1. Ausbildungsjahr grundsätzlich an der Berufsschule statt, so in den Berufen Tier-, Pferde

und Agrarwirtschaft, und in den Berufen der Bautechnik und der Holztechnik.

Im BGJ wird die Fachtheorie im jeweiligen Beruf unterrichtet, und die berufstypischen Maschinenführerscheine erworben.

Das BGJ ist in den genannten Berufen Pflicht, das heißt es muss mit Erfolg bestanden werden, sonst kann man nicht mit

dem 2. Lehrjahr beginnen.

Das 2. und 3. Lehrjahr wird dann im Betrieb gemacht, und bis auf wenige Blockwochen müssen die Auszubildenden in den

oben genannten Berufen dann nicht mehr in die Berufsschule.

Wer VOR dem Beginn des BGJ einen Ausbildungsvertrag hat, bekommt auch einen Platz.

Alle anderen müssen sich an der Berufsschule, die das BGJ durchführt, bewerben und die Zu- oder Absage abwarten. Wer

ein BGJ macht, muss spätestens am Ende des BGJ-Schuljahres einen Betrieb für das 2. und 3. Lehrjahr gefunden haben.

Diese betriebliche Ausbildungsstelle muss der Jugendliche selbst suchen, d. h. er muss sich ganz normal bewerben, die

Berufsschule hilft hierbei nicht.

56 Bildungswege in Bayern


Modul 4

Bildungswege in Bayern

Vorbereitung auf Ausbildung & Beruf • Beratungsstellen am Ubergang Schule - Beruf

M4.5 Beratungsstellen am Ubergang Schule-Beruf

Agentur für Arbeit, Stresemannplatz 5,90763 Furth

Berufsberatung Tel. 01801-55 51 11

Die Berufsberatung ist vor und während der Ausbildung Ansprechpartner

und informiert über Ausbildungsmöglichkeiten,

über Tätigkeiten und Aufgaben in den Berufen, Aussichten in den

jeweiligen Berufen, Bewerbungsverfahren und -termine, vermittelt

Ausbildungsstellen usw.

• Kümmern Sie sich rechtzeitig um einen Termin, die Wartezeiten

umfassen oft einige Wochen -spätestens zum Zwischenzeugnis

in der 9. Klasse.

• Begleiten Sie Ihr Kind zur Berufsberatung oder organisieren Sie

eine Begleitperson Ihres Vertrauens, wenn Sie selbst keine Zeit

oder sprachliche Probleme haben.

• Nehmen Sie mit: Zeugnisse, Praktikumsbescheinigungen,

wenn vorhanden: Bewerbungsunterlagen, Informationen über

die Stellen, bei denen sich Ihr Kind evtl. bereits beworben hat.

Achtung:

Es reicht nicht, wenn der

Berufsberater in die Klasse

kommt, Ihr Kind muss sich auch

einen Einzeltermin geben lassen!

Erst dann ist es als ausbildungssuchend

bei der Berufsberatung

registriert und erha lt die

Leistungen der Berufsberatung.

• Besprechen Sie und Ihr Kind die Berufswünsche mit der/dem Berufsberater/in und klären Sie, ob für Ihr Kind im gewünschten

Beruf Chancen bestehen.

• Fragen Sie nach, welche Alternativ-Berufe es gibt.

• Fragen Sie nach, wie Ihr Kind an Ausbildungsbetriebe herankommt.

Arbeitsgemeinschaft Furth (ARGE)

Kurgartenstr. 38, 90762 Fürth

Tel. 0911/75 03-0

Für Jugendliche, deren Eltern oder ein Elternteil Arbeitslosengeld-2 bekommt, ist die ARGE zuständig. Die Schülerinnen

und Schüler werden in der Regel in der 9. Klasse ab dem Zwischenzeugnis von der ARGE angeschrieben und zu einem Gespräch

eingeladen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind diesen Termin einhält, begleiten Sie es, wenn möglich – hier geht es um

die Pläne, die Ihr Kind nach der Schule hat und ob es eventuell Unterstützung braucht!

Kompetenzagentur Furth

Beratungsstelle zu Fragen rund um Schule – Beruf für Schüler/innen ab dem letzten Schulbesuchsjahr und junge Menschen

bis 27 Jahre

Mathildenstr. 13, 90762 Fürth

Tel. 0911/23 99 35-40

Jugendmigrationsdienst Furth

Beratungsstelle für junge Migranten/innen bis 27 Jahre

Mathildenstr. 40, 90762 Fürth

Tel. 0911/7 66 10 80

Industrie- u. Handelskammer (IHK)

Fachstelle zu Ausbildungsfragen

Hauptmarkt 25-27, 90402 Nürnberg

Tel. 0911/1 33 52 30

Handwerkskammer (HWK)

Fachstelle zu Ausbildungsfragen

Sulzbacherstr. 11-15, 90489 Nürnberg

Tel. 0911/53 09-0

57

4.5


Wenn Sie mehr zum Thema “ Ubergang Schule-Beruf“ wissen wollen:

Hierzu haben wir eine eigene Themenmappe

www.elan-fuerth.de –

Eltern- und Multiplikatorenbildung

58 Bildungswege in Bayern


Zum Nachdenken

„ “ Wenn ich in die Schule komme, dann

hort die Lehrerin gleich, wie schlecht

ich Deutsch spreche. Damit bringe ich

doch auch mein Kind in Schwierigkeiten!

Sie denkt bestimmt: wenn die Eltern so

schlecht Deutsch sprechen, dann kann auch

das Kind nicht gut in der Schule sein!“

„ “ Man wird doch nur

locker eingeladen und

gefragt, ob man kommen

kann. Das ist also keine

Pflicht zu erscheinen.“

„ “ Warum wartet die Lehrerin

solange und sagt mir erst

nach 3 Wochen, dass sich

mein Kind auffallig verhalt.

Das will ich sofort wissen.“

„ “ Ich weiß nicht mehr,

wie ich mein Kind erziehen

soll. Das, was ich von meiner

Kindheit kenne, wird hier

nur als schlecht angesehen“

„ “ Wegen der Sprache fuhle ich mich

ausgegrenzt und hilflos. Ich traue

mir nicht etwas zu sagen, auch

wenn ich alles verstanden habe.“

„ “ Man sollte bei uns als Kind

angepasst, ruhig, brav sein.

So habe ich auch mein Kind

erzogen. Und jetzt traut er/sie

sich nichts zu, ist schuchtern.“

Bildungswege in Bayern

Angste, Meinungen, Erfahrungen von Migranten-Eltern rund um das Thema Bildung in Deutschland

„ Wieso steht da an der Schultur ein Schild


“ Eltern mussen draußen bleiben“? Wir

durfen hier unser Kind nicht ins Klassenzimmer

bringen. Bei uns war das ganz

anders. Da konnten wir jeden Tag ein

paar Worte mit dem Lehrer wechseln.“

„ “ Wenn mein Kind im Kinder-

garten/ in der Schule ist, dann

sind doch Erzieher/innen und

Lehrer/innen fur alles (Bildung

und Erziehung) verantwortlich.

Was haben Eltern damit zu tun?“

„ “ Es fehlt hier am Respekt vor Erwachsenen.

Vor Erzieher/innen und Lehrer/

innen sowieso. Alle sind per “ du“! Alle sind

Kumpels, auch die Lehrer. Kein Wunder,

dass die Kinder machen, was sie wollen.“

„ “ Naturlich trage ich

meinem Kind den Sportbeutel

in die Schule nach.

Das ist Liebe! Was wa r ich

sonst für eine Mutter?“

„ “ Was sind Grenzen?!

Konsequent sein? Ich

verstehe diese Begriffe

nicht.“

„ “ Ich will sie/ ihn nicht storen.

Sie (=Erzieher/innen oder

Lehrer/innen) melden

sich schon, falls etwas

Schlimmes passiert?!“

„ “ Ich ins Elternbeirat?

Mit meiner Sprache?!

Das meinen Sie doch

nicht ernst!“

„ “ Mein Kind soll

doch deutsch

lernen. Und

ich spreche so

schlecht. Deshalb

soll es viel

deutsches Fernsehen

schauen.“

„ “ Wir haben in unserem

Herkunftsland gelernt, die

familia ren Probleme nicht

nach außen zu tragen.

„ “ Und wie konnen sie

mir helfen? Beraten?

Das sind doch nur

Gesprache und keine

konkrete Hilfe.“

59


Notizen

60 Bildungswege in Bayern

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