Der Neunkircher Fechtsport nach dem zweiten Weltkrieg - Rolf Reitz

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Der Neunkircher Fechtsport nach dem zweiten Weltkrieg - Rolf Reitz

Fechtsport in Neunkirchen

von Rolf Reitz und Jürgen Kelm

Die Fechtabteilung des SV Neunkirchen ist einer der

drei Gründervereine des Saarländischen Fechterbundes

SV Saar 05

Saarbrücken

SV

Neunkirchen

ASV

Saarbrücken

Eine Kurzgeschichte

über den Neunkircher Fechtsport von der

Wiege bis zum Einzug in die TuS-Halle

Der Neunkircher Fechtsport

vor dem ersten und zweiten Weltkrieg

Der Fechtsport nahm in Neunkirchen durch die Weltkriege

bedingt insgesamt drei Anläufe.

Die Gründung der Fechtabteilung des heutigen TuS 1860

Neunkirchen fällt in das Jahr

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Die Jahre nach der Jahrhundertwende waren zweifelsohne voll

fechterischen Lebens im Neunkircher Turnverein. 1967 berichtete

der damals noch lebende Zeuge Albrecht Menzel aus dieser

Zeit. Er und die Gebrüder Egon und Robert Ruth gehörten u.a.

der Fechterriege an. Ihren Lehrstoff nahmen sie aus Bücher.

1911 nach der Erstgründung des Deutschen-Fechter-Bundes

wurden die ersten offizielle Turniere ausgetragen bis der

Weltkrieg ausbrach.

Nach dem ersten Weltkrieg war das Fechten verboten und die

Waffen, die in der städtischen Turnhalle ( Saalbau ) in der

Vogelstraße

aufbewahrt wurden, sind durch die Besatzungsmacht

( Franzosen ) beschlagnahmt worden. Das Fechten kam in den

folgenden Jahren fast ganz zum Erliegen, lediglich einige

Fechter betrieben ihren Sport inoffiziell weiter.

Da das Saargebiet als Grenzgebiet länger als die anderen

deutschen Gauen besetzt war, dauerte auch die Zwangspause

zum Fechten länger.

Nach dieser Unterbrechung wurde erst im Jahre

im damaligen Männerturnverein Neunkirchen wieder eine

Fechtabteilung ins Leben gerufen. Es fanden sich alle Kräfte

zusammen, die die Tradition der Fechterriege von 1892

weiterführten. Erstmals gehörten der Abteilung auch Frauen an.

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Albert Bauer hatte als Schriftführer des MTV Neunkirchen

maßgeblichen Anteil an dieser Wiedergründung der

Fechtabteilung.

Rudi Reitz, der spätere Präsident und Ehrenpräsident des

Fechterbundes Saar wechselte am 01.01.1936 als 14-jähriger

Turner zur Fechtabteilung und war nach Ablegung der

Turnierreifeprüfung seit 1938 aktiver Fechter.

In „Vogels Saal “ in der Hohlstraße war die Übungsstätte.

Ab und zu wurde auch wieder im Saalbau trainiert.

Ein Leistungsfechten im heutigen Sinne kam in dieser Zeit

zunächst nicht zustande, obwohl man im engeren Raum

Neunkirchens eine gute Klinge führte.

Der zweite Weltkrieg unterbrach die mühevolle Trainings- und

Aufbauarbeit des aus Sulzbach stammenden Trainers Werner

Schwingel. Er lehrte das Florettfechten nach der italienischen

Methode „Gazzera“, die damals im deutschsprachigen Raum

meistverbreitete Fechtschule. Seine Helfer waren Otto und Erich

Jost, Scheidecker und Josef Schneider.

Otto Jost führte während des Krieges die Fechtabteilung,

welche sich erst in den letzten Kriegstagen auflöste.

Nach dem zweiten Weltkrieg war das Fechten wie fast alle

Sportarten wiederum verboten.

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Der Neunkircher Fechtsport

nach dem zweiten Weltkrieg

Am 24.02.1948 wurde im Stammhaus der Schlossbrauerei

Neunkirchen – Gasthaus „Hopfenblüte“ ( Ecke Oberer Markt /

Marktstraße ) unter Karl Biewer, Karl Bach und Rudi Reitz

sowie sechs weitere ehemalige Fechterinnen und Fechter

die heutige Fechtabteilung des TuS 1860 Neunkirchen

im damaligen SV Neunkirchen wiedergegründet.

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Bei dieser Wiedergründung der Fechtabteilung war der Gesamtverein

durch seine Vorstandsmitglieder Ludwig Binkle,

Karl Ecker und Friedel Biehl vertreten.

Es ist eine Abteilung entstanden, die in sehr kurzer Zeit über

Fechterinnen und Fechter verfügte, welche bis zuletzt vor dem

Krieg und zum Teil während den Kriegsjahren noch trainierten.

So konnte man im Gründungsjahr schon sofort bei den ersten

Saarlandmeisterschaften starten und bei allen Turnieren des

Verbandes teilnehmen.

Das erste Training fand in der Baracke am Schulhof Ecke Jägerund

Falkenstraße statt. Anfangs wurden die Neunkircher Fechterinnen

und Fechter von dem Saarbrücker Fechter–Ehepaar

Rudi und Anni Mees – den Eltern der späteren Weltklassefechterin

Helga Mees – trainiert. Danach war man bei den

Fechtmeistern der Fédération Sarroise d`Escrime Lamarque (für

Florett und Degen) sowie Zircy (für Säbel) in Ausbildung und

Schulung.

In der Folgezeit trainierte man dann wöchentlich zweimal in

verschiedene Neunkircher Lokale, und zwar im Gasthaus

Hopfenblüte und und in der Gaststätte St. Pauli in der

Pasteurstraße. So gibt es zu jeder ehemaligen Trainingsstätte

besondere Erlebnisse, von denen heute nur noch Jürgen Kelm

berichten kann.

Das Gründungslokal der Fechtabteilung sowie das Vereins– und

Trainingslokal des SV Neunkirchen – die Hopfenblüte – wurde

alltäglich von verschiedene Vereine und Abteilungen genutzt.

So begann jeder Trainingsabend zunächst damit, dass mit

großem Aufwand der Saal für den Fechtbetrieb hergerichtet

werden musste. Im Einzelnen sah das so aus, dass zum Beispiel

der Barren der Turner in den Hof getragen und Bestuhlungen

beiseite geräumt werden mussten. Anschließend mussten die

schweren Gummibahnen (ehemalige Förderbänder der Grube),

welche als Fechtbahnen dienten, vom Hof hereingetragen

werden. Nach dem Training war Duschen Fehlanzeige. Man

konnte sich in der Toilette, welche außerhalb des Gasthauses

im Hof war, höchstens nur die Hände waschen. Die Sportler

konnten den direkten Zugang zum Saal über den Hof nutzen.

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Um in der Gaststätte St. Pauli (bekannt auch unter dem Namen

Weber Dick) in den Saal zu gelangen, musste man durch das

Restaurant gehen. Da auch hier der Saal ständig genutzt wurde,

waren die Verhältnisse ähnlich wie in der Hopfenblüte.

Zunächst war vor jedem Trainingsbeginn ein großer Aufwand

von Umräumungsaktionen erforderlich und nach dem Training

gab es wiederum keine Duschmöglichkeiten. Der einzige Vorteil

war hier, dass bereits schon eine der schweren Gummibahnen

im Saal deponiert war.

Eine Besonderheit im Neunkircher Fechtsport und wahrscheinlich

auch im Fechtsport an der Saar war dann 1950 ein notwendig

gewordener Mitgliederstop. Die erste große Werbeschau

anläßlich der 90-Jahrfeier des Gesamtvereins im Rahmen des

vom Saarländischen Turnerbund veranstalteten Landesturnfestes

führte zu diesem Ergebnis.

Das erste öffentliche Auftreten vor großem Publikum

im Ellenfeldstadion Neunkirchen

brachte einen Zulauf von Neuzugängen mit dem man nicht

rechnen konnte. Leider ein großes Problem, dass die damals

vorhandenen Räumlichkeiten die Grenze der Abteilungsgröße

vorgaben.

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Trotz der schwierigen Zeit optimal trainieren zu können, wurden

schon bald die ersten Freundschaftskämpfe ausgetragen.

So wurden beispielsweise auch in einem der bekannten Veranstaltungssäle

der damaligen Zeit in Neunkirchen – im Bergmannsheim

in der Geßbach – Fechtturniere ausgetragen.

Einer der dortigen fechtsportlichen Höhepunkte war 1951 der

Internationale Vergleichskampf des Vizemeisters der Fédération

Sarroise d`Escrime SV Neunkirchen im Herrenflorett gegen die

Regionalligaauswahl von Lothringen (mit einer 7-er Mannschaft)

Rudi Reitz managte die Abteilung von Anfang an

drei Jahrzehnte lang bis zum 27.01.1976.

Mitte der 50-er Jahre konzentrierte sich Karl Bach auf die interne

Trainertätigkeit im Verein bis er gemeinsam mit Jürgen Kelm

1965 die Prüfung zum Diplom-Fechtlehrer ablegte.

Im Laufe des Jahres 1951 erfolgte die Umbenennung

von SV Neunkirchen in TuS 1860 Neunkirchen.

Die ersten Erfolge im Saarland von 1948 bis 1951 wurden unter

dem Vereinsnamen SV Neunkirchen ( SVN ) errungen.

Nach der Gründung der Abteilung 1948 sprachen die

Neunkircher Fecht-Herren erst 1950 vorne mit und griffen in die

Medaillenränge bei Saarlandmeisterschaften ein. Ein jeder

Kenner des Neunkircher Fechtsports weiss heute, dass man

sich auf zwei Waffen spezialisiert hat und ein Traditionsverein

daraus geworden ist, der seit Mitte der 50-er Jahre zahlreiche

Spitzenerfolge im Herrenflorett und Säbel auch auf

Bundesebene zu verzeichen hat.

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Aber fast keiner weiss und kann es sich kaum vorstellen,

dass von 1948 bis 1950 die Damen das Aushängeschild

des Neunkircher Fechtsports waren.

Sowohl im Mannschaftsfechten als auch im Einzelfechten

gewannen sie 1948 und 1949 jeweils die Vizemeisterschaft und

1950 die Saarlandmeisterschaft, bevor ihre Vereinskameraden

mit Platz 3 im Herrenflorett und Säbel erstmals aufs

Siegertreppchen steigen konnten. Leider war dies aber auch der

letzte Auftritt dieses so erfolgreichen Damenteams.

Ida Kracht war es, die für Neunkirchen 1948 die erste Medaille

im Einzelfechten gewann ( Silber hinter Anni Mees, damals für

die Fechtsektion SV Saar 05 Saarbrücken startend ).

Im „goldenen Jahr 1950“ holte das Damenteam im Mannschaftsfechten

und Ilse Bach im Einzelfechten die ersten Landestitel in

die Hüttenstadt

( Meisterschaftsfeier 1950 – siehe Bildergalerie Rudi Reitz ).

Neunkirchen war anläßlich der Olymiade 1952 in Helsinki auch

Schauplatz von zwei Olympiaqualifikationen im Fechten.

Die Turniere fanden im Tanzlokal Walther (bekannt unter dem

Namen Walther Lui) in der Hüttenbergstraße und in der

Schulturnhalle des Krebsberggymnasium in der Albert-

Schweitzer-Straße statt.

Im Januar 1955

war es dann soweit – die Einweihung der TuS-Halle –

in der Haspelstraße ( im Wagwiesental ) Neunkirchen.

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Alle Sportlerinnen und Sportler des TuS 1860 Neunkirchen

haben zusammengefunden und sind in ihr neues zu Hause

eingezogen.

Im Hinblick auf die Entwicklung im Fechtsport

( der Beginn des Elektrofechtens und die damit erforderliche

Anschaffung der sehr teueren Ausrüstung wie Geräte –

Fechtbahnen – Waffen usw. verbunden mit dem sehr großen

Aufwand des jeweiligen Auf- und Abbaues der Anlage )

war es 1955 für die Fechtabteilung des TuS 1860 Neunkirchen

gerade der goldrichtige Zeitpunkt jetzt eine dauerhafte Bleibe zu

haben.

Im Oktober 1955 sollten die ersten Saarland-Einzelmeisterschaften

im elektrischen Florettfechten ausgetragen werden.

Die Fédération Sarroise d`Escrime hatte zwei Elektroanlagen

von der französischen Firma Souzy erworben und die besten

Fechter des Saarlandes

– der Klasse 1

zugehörig – begannen

um den Landestitel

zu kämpfen.

Nach anfänglichen

technischen Schwierigkeiten

im Finale

mussten die Titel-

Bei den

Saarlandmeisterschaften

im Herrenflorett - Einzel,

welche 1956 erstmals im

Elektrofechten entschieden

wurden, ging der

damals 20-jährige

Jürgen Kelm

als Sieger hervor.

kämpfe abgebrochen und die defekten Meldegeräte zur Reparatur

nach Paris zurückgeschickt werden. Dies dauerte alles

sehr lange und so konnte dieses Finale erst im Mai 1956

fortgesetzt werden.

Die Skizze auf der linken Seite

zeigt

die Spitze eines Elektrofloretts,

wie diese 1955 aussah. Auch

bei der Saarlandmeisterschaft

1970 wurde noch mit solch

einer Florettspitze gefochten.

Sieben Monate später nach der Rückgliederung des Saarlandes

an die Bundesrepublik am 01.01.1957 bekam die Fechtabteilung

des TuS 1860 Neunkirchen ihre eigene Elektroanlage.

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Ein Kombigerät für Florett und Degen von dem Bayreuther

Fechtausrüster Kessinger. Auch diese Ausrüsterfirma gehört

heute zur Vergangenheit des deutschen Fechtsports.

Um im Säbelfechten ganz vorne in Deutschland mitreden zu

können, hat sich der TuS 1860 Neunkirchen Mitte der 50-er

Jahre mit zwei saarländischen Spitzenfechtern allererster

Klasse verstärkt.

Günther Knödler (vom TV 1878 Völklingen) und Otto Kuntz (vom

TV 1893 Klarenthal-Krughütte) hatten ihrerseits auch den Willen

zum einen in der Waffe Säbel die besseren Trainingsbedingungen

und zum anderen die besten Erfolgschancen mit den

Neunkircher Kameraden gemeinsam zu haben.

Das Management von Rudi Reitz funktionierte ausgezeichnet

und heute würde man sagen, dass die ersten Transfers des

Neunkircher Fechtsports schon vor über 55 Jahren stattfanden.

Alle hatten Recht und so wurde das neuformierte Säbelteam des

TuS 1860 Neunkirchen mit Günther Knödler, Karl Bach,

Willi Rössler, Jürgen Kelm und Alban Mayer

als Meister der Fédération Sarroise d `Escrime auf Anhieb

Deutscher Vizemeister der Aktiven 1955 in Fulda, wo man im

Finale nur dem TK Hannover unterlag.

Günther Knödler wurde im gleichen Jahr Deutscher Vizemeister

im Säbel–Einzelfechten und holte somit zum Einstand zwei

Silbermedaillen für den TuS 1860 Neunkirchen.

Knödler war der Saarfechter, der ab 1953 mehrere Jahre

hintereinander im Säbelfinale Deutscher Einzelmeisterschaften

ganz vorne unter den Ersten mitmischte.

Otto Kuntz der talentierte jugendliche Neuzugang wurde 1958

Deutscher Juniorenmeister und 1959 Deutscher Juniorenvizemeister

im Säbel–Einzelfechten.

Knödler und Kuntz waren dann auch die ersten deutschen

Nationalfechter des TuS 1860 Neunkirchen jeweils in ihren

Klassen (Aktive und Junioren).

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Die Väter des Neunkircher Fechtsports

nach dem zweiten Weltkrieg

* 05.10.1920

+ 09.09.1973

* 21.10.1920

+ 10.10.1993

* 31.05.1921

+ 15.08.2002

Karl Biewer Karl Bach Rudi Reitz

Mitgründer der

Abteilung und der

erste Abteilungsleiter

vom 24.02.1948

bis 23.08.1949

Mitgründer der

Abteilung und der

zweite Abteilungsleiter

vom 24.08.1949

bis 05.02.1962

Mitgründer der

Abteilung und der

dritte Abteilungsleiter

vom 06.02.1962

bis 27.01.1976

Stellvertretender

Abteilungsleiter

vom 24.02.1948

bis 23.08.1949

Stellvertretender

Abteilungsleiter

vom 24.08.1949

bis 05.02.1962

Geschäftsführender

Vorstand

vom 24.02.1948

bis 23.08.1949

Sie alle waren am 06.08.1948 auch bei der Gründung

des Saarländischen Fechterbundes dabei.

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Der am 02.02.1898 in Budapest geborene Fechtmeister

Antal Zircy war Leiter der dortigen Militärsportschule. Sein Weg

an die Saar führte über Österreich. Hier war er drei Jahre lang der

Nationaltrainer der Säbelmannschaft. So war er keineswegs ein

Unbekannter auf dem internationalen Parkett, als er 1950 Trainer

des Saarländischen Fechterbundes (sowie später der Fédération

Sarroise d`Escrime und des Fechterbundes Saar) für die Waffe

Säbel wurde. Das Saarland blieb seine Heimat bis zu seinem

Tode. Am 27.07.1996 verstarb er in Heusweiler. Zircy vermittelte

sein Können und Rat an seine Schüler, von denen Einige 1965

das Fechtlehrer-Diplom des Deutschen Fechterbundes erwarben.

Der Meister als Landestrainer selbst sowie seine Schüler Karl

Bach, Ernst Rau und Jürgen Kelm als Vereinstrainer trainierten

nach seiner ungarischen Fechtkunst die Säbelfechter des

TuS 1860 Neunkirchen und dies tut bekanntlich Jürgen Kelm als

einzig Verbliebener aus diesem Kreise heute immer noch.

Desweiteren war es auch noch sein Schüler Hans Baron jun.

vom ATSV Saarbrücken, der die Neunkircher Säbelfechter auf

Antal Zircy

Lehrgängen und im Leistungszentrum in

der Saarbrücker Saarlandhalle trainierte.

Der Altmeister machte sein Beruf zum

Hobby und stand seinem Arbeitgeber – dem

Fechterbund-Saar – weit über die Altersgrenze

hinaus bis Ende der 60-Jahre zur

Verfügung. So kümmerte er sich überwiegend

noch um den Nachwuchs. Auch einige

Junioren, die in den 60-er Jahren mit der

Neunkircher-Junioren-Säbel-Mannschaft so erfolgreich waren wie

Rolf Reitz, Helmut Conrath und Michael Thaele wurden von dem

Altmeister persönlich noch geschult.

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1951 – 1956

19 52

Aufgrund der politischen Situation des Saarlandes bis zum

31.12.1956 einerseits sowie der Gründung des saarländischen

Nationalen Olympischen Komitee am 20.06.1950 verbunden mit

der Aufnahme des Saarländischen Fechterbundes als eigenständiger

Verband Fédération Sarroise d`Escrime in den Weltfechtverband

FIE Anfang April 1951 andererseits hatten zahlreiche

Spitzenfechter des Saarlandes in der Zeit von 1951 bis 1956 das

außergewöhnliche Glück

an ganz besonderen sportlichen Ereignissen teilnehmen

zu können.

1952 als es um die Olympiade in Helsinki ging hatten besonders

die Säbelfechter gute Karten, da ein komplettes Säbelteam (mit 5

Fechter) als einziges saarländisches Fechtteam nominiert wurde.

So wurden die Neunkircher Karl Bach und Willi Rössler

Olympiateilnehmer. Um aber alle zu nennen, die mit dem

Neunkircher Fechtsport etwas zu tun hatten muss ergänzt

werden, dass der später zum TuS 1860 Neunkirchen wechselnde

Völklinger Günther Knödler ebenso zu diesem Team gehörte wie

der beste saarländische Säbelfechter bei dieser Olympiade – der

aus Fischbach stammende Ernst Rau – welcher 1975 von

Rudi Reitz als Trainer nach Neunkircher geholt wurde.

Bach und Rössler 1953 und 1954 sowie 1955 beide gemeinsam

mit Knödler waren die Neunkircher Teilnehmer bei den

Weltmeisterschaften.

Die Jugend bekam auch ihre Weltmeisterschaft. Rolf Brust und

Leo Schneider waren 1951 die ersten Neunkircher WM-Teilnehmer.

Dann war es Jürgen Kelm, der zunächst 1953 und 1954 einziger

Teilnehmer des TuS 1860 Neunkirchen war. Nach dem Neuzugang

des Klarenthaler Otto Kuntz war dieser gemeinsam mit

Jürgen Kelm bei den Weltmeisterschaften 1955 und 1956 am

Start.

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An dieser Stelle einen besonderen Dank

an Frau Neis vom Stadtarchiv der Kreisstadt Neunkirchen,

an den Historischen Verein Neunkirchen

und an Frau Biewer

für die Bereitstellung der von mir in diesem Beitrag eingefügten

Bilder

sowie nicht zuletzt

an meinen Kameraden Jürgen Kelm für seine Mitwirkung bei

dem Rückblick in die Vergangenheit, die er als einziger

verbliebener Zeitzeuge des Neunkircher Fechtsports teilweise

noch miterlebte.

Alle nicht gekennzeichneten Bilder einschließlich Logos

Copyright Rolf Reitz

Neunkirchen im Oktober 2010

Richtigstellung

von Veröffentlichungen

in den Jubiläumsheften

150 Jahre TuS 1860 Neunkirchen – September 2010

und

100 Jahre Fechtabteilung TuS 1860 Neunkirchen – 1992

Falsch sind die Veröffentlichungen,

dass Rudi Reitz erst 1948 zur Fechtabteilung kam und

1978 Präsident des Fechterbundes Saar wurde.

Richtig ist, dass Rudi Reitz am 01.01.1936 von der Turnabteilung

zur Fechtabteilung des MTV Neunkirchen kam

und am 18.07.1977 Präsident des Fechterbundes Saar wurde.

Rolf Reitz

ENDE

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