Fankite - Dietrich

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Fankite - Dietrich

Workshop

WORKSHOP

Fächer

der Lüfte

Text und Fotos:

Ralf Dietrich

Bauplan des Fan Kites von Brasington

Robert Brasington aus Tasmanien ist ganz bestimmt kein Unbekannter in der Drachenszene. Bereits in Ausgabe 1/2005 der

KITE & friends sind wir daher auf den sympathischen Drachenbauer aus Downunder eingegangen. Seinerzeit erhielten wir von

Robert die Erlaubnis, seinen Vogeldrachen in unserer Zeitschrift zu veröffentlichen. So freut es uns umso mehr, dass wir Ihnen

an dieser Stelle wiederum einen Drachen von Robert präsentieren dürfen. Exklusiv in KITE & friends: der Fan Kite.

Doch bevor wir so richtig loslegen, noch

ein Wort vorneweg: der hier vorliegende

Bauplan ist ausschließlich für den privaten,

nichtkommerziellen Gebrauch gedacht.

Sollte sich ein Drachenfreund wider

Erwarten nicht an den Bau des Drachens

wagen, jedoch einen solchen besitzen wollen,

so ist am Ende des Artikels eine

Bezugsquelle genannt, bei der man den Fan

Kite käuflich erwerben kann.

Die Arbeiten am Drachen beginnen wie

immer am Segel. Fertigen Sie zunächst

gemäß Skizze 1 eine Schablone an. Skizze

1 enthält bereits alle Zugaben, sodass die

Maße als Bruttomaße zu rechnen sind. Ist

die Schablone fertig, wird das Segel heiß

Robert Brasington beim

Fan-Kite-Workshop

ausgeschnitten. Heiß bedeutet hierbei,

dass mittels Lötkolben geschnitten wird,

die Schnittkanten des Spinnakers also verschmolzen

werden. Der Vorteil dieser

Methode ist, dass bei einem Drachen dieser

Größe die Kanten nicht mehr gesäumt werden

müssen. Der Nachteil liegt in den giftigen

Dämpfen, die beim Heißschneiden entstehen.

Also bitte auf gute Durchlüftung

achten! Ist der Lötkolben schon einmal

heiß, können bei diesem Arbeitsgang auch

gleich noch einige kleine Löcher in das

Folgende Materialien werden benötigt:

• 85 x 50 cm Spinnaker, nicht schwerer als 35 g/qm

• 10 Spinnakerstreifen, 50 auf 3 cm

• 3 x 100 cm langes CFK, 2 mm

• 5 x 43 cm langes CFK, 1.5 mm

• Dacron für die Verstärkungen

• 3 Stabendkappen, 2 mm

• 350 cm leichte Waageschnur

16 www.kite-and-friends.de


Segel geschnitten werden. In Skizze 2

sehen Sie fünf hellblau markierte Stellen.

An jeder dieser Stellen brennen Sie jeweils

zwei kleine Löcher aus, etwa 15 Millimeter

auseinander und direkt auf dem späteren

Stab liegend. Durch diese Löcher wird später

der Stab geführt und auf dem Segel

fixiert. Eine Stabtasche entfällt somit an

dieser Stelle. Ferner werden noch die in

Skizze 3 rot markierten Stellen mit einem

Loch versehen. Durch diese Löcher wird

später die Waageschnur auf den dahinterliegenden

Stab geführt.

Robert Brasington versieht seine

Fächerdrachen noch mit Applikationen. In

unserem Fall ist es der Kranich, ebenfalls

auf diesen Seiten ist der Fan Kite mit

Bambus zu sehen. Ob und wenn ja welche

Applikation Sie verwenden möchten, bleibt

Ihnen überlassen. Sollten Sie Ihren Drachen

mit dieser Methode verschönern wollen, ist

jetzt die Zeit dazu gekommen. Zeichnen Sie

spiegelverkehrt Ihr Motiv auf die hellste

Spinnakerlage auf und platzieren Sie sämtliche

Spinnakerfarben auf dem Segel.

Eventuell bietet sich die Fixierung durch

Kleben oder Hot-Tackern an. In unserem

Fall haben wir uns lediglich für eine rote

Applikation entschieden, sodass auf mehrere

Lagen Spinnaker verzichtet werden

konnte. Nähen Sie im nächsten

Skizze 1: Segel

2

1

5,3

Arbeitsschritt mittels Zick-Zack-Stich die

Kontur Ihres Motivs nach und entfernen Sie

abschließend den überschüssigen Stoff.

Schneiden Sie nun eine Spinnakerverstärkung

aus, die in etwa der Rundung des

Fußteils Ihres Drachens entspricht.

Anschließend wird ein weiteres Verstärkungsteil

aus Dacron ausgeschnitten,

das einen etwas kleineren Radius aufweist.

Fixieren Sie nun das größere Dacronteil auf

dem Spinnaker, anschließend wird das kleinere

Verstärkungsteil auf dem zuerst fixierten

Dacron befestigt. Nähen Sie jetzt die

Taschen für die mittleren drei Stäbe.

Beachten Sie hierbei, dass die Taschen

innerhalb des kleineren Dacronteils

abschließen und die Naht bis hoch zum

oberen Ende des größeren Dacronteils geht.

Die Abbildung verdeutlicht nochmals diesen

Arbeitsschritt. Im nächsten Arbeitsgang

werden an den in Skizze 2 gelb markierten

Flächen Verstärkungen aufgebracht. Diese

bestehen aus Reststücken des Spinnakers

oder, noch besser, aus Nummerntuch (festes,

selbstklebendem Spinnaker). Klappen

Sie nun das äußere Teil des Spinnakers aufeinander,

sodass eine Tasche entsteht.

Nähen Sie nun diese beiden Lagen

Spinnaker aufeinander fest. Dabei müssen

sowohl das untere als auch das obere Ende

verriegelt werden. Jedoch wird an der oberen

Längsseite eine Öffnung gelassen, durch

die später der 1,5- Millimeter-Stab

eingeführt wird. Nähen Sie

nun an den in Skizze 2

rot markierten fünf

Stellen am oberen

Ende des

Segels

o

kleine

130 in der Nase

Segel mit

aufgelegtem

Applikationssegment

Die Konturen werden

genäht und ...

12 5

17

43

45

... anschließend überschüssiges

Spinnaker entfernt

2

Skizze 2: Stäbe & Taschen

Skizze 3: Waage

2

1

2

60

60

3

3

20

90

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Dacronverstärkungen am

unteren Ende des Drachens

Taschen zur Aufnahme der Stäbe

Taschen aus Dacron auf, welche später die

Stäbe aufnehmen werden. Anschließend

werden die Stabtaschen für den Querstab

aufgenäht. Diese sind in Skizze zwei, ebenfalls

in Rot, mit der Nummer 3 vermerkt.

Besagte Taschen bestehen gleichfalls aus

Dacron und liegen 20 Millimeter von der

oberen Kante des Drachens entfernt. Achten

Sie beim Aufnähen auf die spätere Richtung

des Stabes, d. h. die Tasche sollte schon

beim Aufnähen in Richtung von Punkt 2

zeigen. Ferner ist zu beachten, dass die

Tasche bereits vor ihrem eigentlichen

Abschluss verriegelt wird. Die so entstandene

Lasche wird später die Spannschnur aufnehmen.

Wenden wir uns nun den kleinen

Tunnelstücken zu. Diese sind in Skizze 2

orange markiert. Tunnel 2 liegt 50

Millimeter, Tunnel 1 liegt 100 Millimeter

vom oberen Rand des Segels entfernt.

Durch diese Tunnel verläuft später die

Querspreize. Den Abschluss der Näharbeiten

bilden die beiden Schwanzteile. Fassen Sie

hierzu fünf der 50 Zentimeter langen und 3

Zentimeter breiten Spinnakerstreifen

zusammen und falten Sie an deren oberen

Ende eine Dacronlage als Einfassung. Nähen

Sie nun der Länge nach einen 3 Millimeter

langen Tunnel auf das Dacron auf und vernähen

Sie anschließend die äußeren Kanten

miteinander. Abschließend wird das überschüssige

Spinnaker abgeschnitten.

Halbieren Sie nun zwei der Stabendkappen.

Die so entstandene kurze Kappe wird an das

eine Ende eines 100-Zentimeter-Stabs

geklebt. Besagter Stab wird anschließend

durch den Tunnel des Stabs geschoben,

sodass die Stabendkappe im Inneren des

Schwanzes zu liegen kommt. Wurde der

Tunnel ordnungsgemäß genäht, verhindert

die Stabendkappe nun das Durchrutschen

des Stabs. Der abgeschnittene Teil der

Endkappe wird auf die andere Seite aufgeklebt,

sodass der Schwanz auch nicht mehr

nach oben verrutschen kann. Passen Sie

nun die kurzen Stäbe in den Drachen ein.

Diese sind in Skizze 2 blau markiert.

Anschließend werden die beiden langen, in

Skizze 2 grün markierten, Stäbe eingeführt.

Zuvor wurden jedoch auf die beiden zuletzt

genannten Stäbe zwei Stopper aufgebracht,

für welche man die verbleibende Endkappe

zerteilt. An diesen Stoppern wird nun eine

Schnur befestigt, die ihrerseits mit dem

Drachen verbunden wird. Somit wird ein

Herausrutschen der langen Stäbe verhindert.

Ebenfalls in der Abbildung gut zu

erkennen ist die Lage der beiden langen

Stäbe. Da für diese keine zusätzlichen

Führungstaschen benötigt werden, laufen

sie einfach durch die beiden Lagen

Dacronverstärkung am Fuß des Drachens.

Als letzte Stange wird der Querstab eingepasst.

Hierzu wird der verbleibende 2-

Millimeter-Stab auf Länge gebracht. Bitte

beachten Sie hierbei, dass der Querstab hinter

den fünf Längsstäben zu liegen kommt.

Wenden wir uns nun den Schnüren zu.

Zunächst wird die Spannschnur auf der

Rückseite des Drachens montiert. Diese ist

Verstärkungen

aus Nummerntuch

Toll wird der Fan Kite mit

Applikation und Schwänzen

Fertige Außentasche

Originaldesign von Robert

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Tunnel für den Querstab

so lang abzumessen, dass der Zwischenraum

zwischen Spannschnur und Mitte des

Drachens im gewölbten Zustand 17 Zentimeter

beträgt. Abschließend wird die Waage

montiert. Montieren Sie zunächst die in

Skizze 3 blau eingezeichneten 60-

Zentimeter-Schenkel. Anschließend wird der

110 Zentimeter lange, grün markierte,

Schenkel angebracht. Der Anknüpfpunkt

der Drachenschnur liegt bei etwa 90 Zentimeter

vom unteren Ende aus gemessen. Der

genaue Punkt ist jedoch abhängig von den

jeweils herrschenden Windverhältnissen und

muss daher auf der Wiese ermittelt werden.

Nunmehr sollte dem Erstflug Ihres Drachens

nichts mehr im Wege stehen. Der Fan Kite

ist im Übrigen ein Drachen für leichten

Wind, kann aber auch noch bei mittleren

Windstärken eingesetzt werden.

Spannschnur

Der Querstab hat hinter

den Längsstäben zu liegen

Laschen an der

äußeren Stabaufnahme

Wer einen Fan Kite sein Eigen nennen möchte, sich

aber noch nicht so ganz an die Nähmaschine traut,

der kann diesen Drachen auch bei New Tech Kites

bestellen. Hier wird der Fan in Lizenz produziert:

http://www.newtechkites.com/

Die langen Stäbe

werden mittels Schnur

am Segel fixiert

Halterung des Schwanzes

Der Stab wird durch den

Schwanz geführt und mit einer

Endkappe fixiert

Fixierung des Schwanzes

auf der gegenüberliegenden Seite

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