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Ziconotid

Neuer Wirkstoff aus der

Meeresforschung

Der neue Wirkstoff Ziconotid ist die synthetische Form

einer Substanz, die eine südpazifische Meeresschnecke

benutzt, um ihre Beute zu jagen.

Die Entwicklung von Ziconotid begann Anfang der 1970er

Jahre, als Wissenschaftler vor der Küste der Philippinen

das Jagdverhalten der Meeresschnecke Conus magus

untersuchten. Diese fleischfressende Kegelschnecke

schießt auf ihre Beute einen winzigen Pfeil ab, der den

Fisch binnen Sekunden lähmt.

Diese Pfeile enthalten Substanzen, die als Conotoxine

bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um kleine

Eiweißmoleküle, die auf verschiedene Teile des Nerven-

systems wirken. Eines dieser Moleküle entspricht

Ziconotid. Es wirkt ganz spezifisch auf die Nerven im

Rückenmark, indem es dort die Weiterleitung der

Schmerzsignale zum Gehirn unterbricht.

Ziconotid wirkt ganz

spezifisch auf die

Nerven im Rückenmark

Die Eisai GmbH ist Fördermitglied der

Deutschen Schmerzliga e. V.

www.schmerzliga.de

Alles Gute wünscht Ihnen

Ihr medizinisches Team der Eisai GmbH

Eisai GmbH

Lyoner Straße 36, D-60528 Frankfurt am Main

Tel.: +49 (0) 69/6 65 85-0, Fax +49 (0) 69/6 65 85-25

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ZIC00029

Kurzinformation

für Patienten

Intrathekale

Schmerztherapie

mit Ziconotid

Starke chronische Schmerzen


Therapiemöglichkeiten

Wenn die herkömmliche

Schmerztherapie nicht ausreicht

Es existieren heutzutage vielfältige Möglichkeiten, chro-

nische Schmerzzustände zu behandeln. In der Regel

erhalten die meisten Patienten mit chronischen Schmer-

zen so genannte Opioide, das sind vom Opium abgelei-

tete Wirkstoffe wie z. B. Morphium. Diese werden übli-

cherweise als Tabletten eingenommen oder intravenös,

d. h. in die Vene, verabreicht. Der Wirkstoff verteilt sich

über den Blutkreislauf im gesamten Körper(system).

Man spricht auch von einer systemischen Therapie.

Im Falle von sehr starken Schmerzen stößt diese syste-

mische Therapie jedoch oftmals an ihre Grenzen. Denn

die Dosis der Medikamente kann nicht ohne negative

Folgen unendlich erhöht werden. Hinzu kommt, dass es

viele Patienten gibt, die mit den bisher verfügbaren

Therapiemöglichkeiten keine ausreichende Linderung

ihrer Schmerzen erreichen.

Für diese Patienten, die nicht ausreichend mit Opioiden

oder anderen starken Schmerzmitteln behandelt werden

können, gibt es inzwischen mit dem Wirkstoff Ziconotid

eine nicht-opioide Alternative, die Schmerzpatienten

neue Hoffnung schenken und zu mehr Lebensqualität

verhelfen kann. Dieser neue Wirkstoff wird über eine

Infusion direkt in die Rückenmarksflüssigkeit, also

nicht systemisch, verabreicht und blockiert dort die

Weiterleitung der Schmerzsignale zum Gehirn.

Verabreichung über kontinuierliche

Rückenmarksinfusion

Im Gegensatz zu Opioiden, die auf Alkaloide des Schlaf-

mohns zurückgehen, handelt es sich bei Ziconotid um ein

kleines Eiweißmolekül. Wie alle Eiweißmoleküle würde auch

Ziconotid bei einer Einnahme als Tablette im Magen-Darm-

Trakt durch entsprechende Enzyme gespalten und könnte

den Wirkort im Rückenmark nicht unbeschadet erreichen.

Dies ist einer der Gründe, warum Ziconotid ausschließlich

über eine kontinuierliche Rückenmarksinfusion verabreicht

werden kann.

Pumpe

Unter die Haut eingepflanzte Pumpe,

die das Schmerzmittel direkt in den

Rückenmarksraum abgibt

Rückenmark

Katheterspitze

Katheter

Diese so genannte intra-

thekale Verabreichung ist ein

bewährtes Verfahren, das seit

Jahren erfolgreich bei Patien-

ten durchgeführt wird, bei

denen die Therapie mit her-

kömmlichen Schmerzmitteln

nicht ausreicht oder in der

nötigen Dosierung nicht ver-

tragen wird.

Unter Röntgenkontrolle wird

ein dünner Schlauch (Katheter)

direkt in den flüssigkeitsge-

füllten Rückenmarksraum ein-

gebracht. Der Katheter wird dann an eine kleine Schmerz-

pumpe (Durchmesser ca. 9 cm) angeschlossen, die kontinu-

ierlich Schmerzmittel abgibt. Hier unterscheidet man zwei

verschiedene Pumpensysteme: Eine externe tragbare Pumpe

Intrathekale

Verabreichung bringt

den Wirkstoff direkt ins

Rückenmark

sowie eine interne, unter die Haut gesetzte Pumpe. Beide

Pumpen können mit Hilfe einer Spritze immer wieder mit

dem Wirkstoff Ziconotid befüllt werden.

Durch die intrathekale Ver-

abreichung gelangt der

Wirkstoff direkt in das Rü-

ckenmark und somit an die

zentrale Schaltstelle des

Schmerzgeschehens. An-

ders als unter der Opioid-

Therapie kommt es bei der

Behandlung mit Ziconotid

zu keiner Atemdepression

oder Obstipation (Verstop-

fung). Des Weiteren entste-

hen unter der Ziconotid-

Therapie keine Gewöhnungs-

effekte, so dass ein Abhän-

gigkeits- bzw. Suchtpoten-

zial ausgeschlossen werden

Schmerzwahr-

nehmung und

-verarbeitung

im Gehirn

Umschaltung

im Rückenmark

Schmerzrezeptoren

Im Rückenmark werden die Schmerzsig-

nale auf Nervenbahnen umgeschaltet, die

ins Gehirn ziehen. Ziconotid unterbricht

diese Weiterleitung von Schmerzsignalen.

kann. Jedoch ist auch dieses Medikament nicht nebenwir-

kungsfrei. So kann es gerade zu Therapiebeginn z. B. zu

Schwindel oder Übelkeit kommen. Wechselwirkungen mit

anderen Medikamenten sind weitesgehend auszuschließen.

Das Verfahren der intrathekalen Schmerztherapie wird von

erfahrenen Spezialisten im ambulanten und stationären Be-

reich eingesetzt. Weitere Informationen zu der Therapie mit

Ziconotid erhalten Sie in den Schmerzambulanzen bzw. in den

Kliniken für Anästhesie und Intensivmedizin oder Kliniken für

Neurochirurgie in größeren Krankenhäusern und Uni-Kliniken.

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