Blut.vip Nr. 32, Dezember 2013 - Österreichisches Rotes Kreuz

roteskreuz.at

Blut.vip Nr. 32, Dezember 2013 - Österreichisches Rotes Kreuz

vip

NUMMER 32 / DEZEMBER 2013

MAGAZIN FÜR DIE ORGANISATOREN VON

BLUTSPENDEAKTIONEN IN WIEN, NÖ UND BURGENLAND

P.b.b. Verlagspostamt 1040 Wien; Zulassungsnummer 11Z038779S

Winterblut ist gefragt

Was tun in der kalten Jahreszeit? Blut spenden ist jetzt

wichtig. Und jeder Blutspender kann gewinnen!

PETZENKIRCHEN

Mit Brot und Gebäck

Winter – für viele Menschen

eine ungeliebte Jahreszeit.

Viele werden krank. Andere

reisen in den Süden, der Sonne und der

Wärme nach. Was sie gemeinsam haben:

Sie fallen damit als Blutspender

aus. Deshalb ist der Winter auch in der

Blutspendezentrale nicht beliebt.

Meine Bitte: Wenn Sie im Land und

gesund sind, denken Sie ans Blutspenden

– Ihre Spende wird gebraucht!

Der Winter ist aber auch die Zeit des

Punschstands vor der Blutspendezentrale

in der Wiedner Hauptstraße 32 in

Wien. Bis 19. Dezember werden wir

von Montag bis Donnerstag von 15 bis

22 Uhr heißen Punsch in geselliger

Runde anbieten – schauen Sie vorbei!

Wir spenden Blut „um die Verbundenheit

mehr“. Wir wollen noch mehr

Menschen überzeugen, Blutspender zu

werden. In jeder Jahreszeit. Freiwillig

und unbezahlt. Aus Liebe zum Menschen.

DR. EVA MENICHETTI

eva.menichetti@roteskreuz.at o

AKTION IN WIEN

Johnson & Johnson

Das Team der Blutspendezentrale für

Wien, NÖ und Burgenland dankt Ihnen

für Ihren Einsatz als Organisator.

Wir wünschen Ihnen ein ...

FROHES

WEIHNACHTSFEST

und ein gesundes

Jahr 2014!

SCHULUNG 2014

Die Termine für

Organisatoren


LIEBE ORGANISATORINNEN,

LIEBE ORGANISATOREN!

Sicher haben Sie sich diese Frage schon

gestellt: Wie viel Blut wird gebraucht?

Einerseits liest man, dass der Bedarf

zurückgeht, andererseits gibt es immer

wieder dringende Aufrufe zum Blutspenden.

Wie passt das zusammen?

Zum einen ist eine Blutkonserve ein Produkt

mit begrenzter Haltbarkeit. Nur 42 Tage ist sie brauchbar, danach

muss sie verworfen werden. Wir arbeiten hart daran, jede dieser

kostbaren, mit großem Aufwand gewonnenen Blutkonserven zu

verbrauchen. Das ist ein Grund, warum Blutspendeaktionen immer

wieder stattfinden. So kann es sogar sein, dass eine Aktion kurzfristig

angesetzt oder auch abgesagt werden muss.

Auch die Krankenhäuser planen. Sie halten weniger Blut auf

Vorrat und bestellen mehr Blutkonserven mit der „Universal blutgruppe“

0 negativ, weil sie diese vielseitiger einsetzen können. Das

bedeutet, dass die Konserven mit dieser Blutgruppe stärker nachgefragt

werden, obwohl der Bedarf insgesamt leicht sinkt. Da aber

die Bevölkerung immer älter wird und auch Operationen im Alter

zunehmen, rechnen wir mittelfristig

mit einem weiteren Anstieg

des Blutbedarfs. Ein künstlich

hergestellter Ersatz für dieses

lebens rettende Medikament von

Menschen für Menschen ist

derzeit nicht in Sicht.

Ihre Arbeit trägt viel dazu bei:

Ob eine Aktion gut läuft und alle

Gefragt: Blutgruppe 0 negativ zufrieden nach Hause gehen,

hängt sehr stark ab von der gemeinsamen

Planung und den vorgegebenen Rahmenbedingungen.

Lesen Sie mehr darüber auf Seite 7.

Ich möchte mich bei jedem von Ihnen für Ihr Engagement und Ihre

großartige Unterstützung im vergangenen Jahr sehr herzlich

bedanken. Sie leisten einen unschätzbaren Beitrag dazu, Patientinnen

und Patienten mit sicheren Blutkonserven zu versorgen!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein schönes Weihnachtsfest

sowie gutes Gelingen und viel Gesundheit im neuen Jahr!

IMPRESSUM

DR. WERNER KERSCHBAUM

GENERALSEKRETÄR

Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Österreichisches Rotes Kreuz, Blutspendezentrale für Wien,

Niederösterreich und Burgenland. Tel.: 01/589 00, Fax: DW 259. Für den Inhalt verantwortlich:

Dr. Eva Menichetti. Redaktion: Thomas Aistleitner (Leitung), Mag. Maria Kral-Glanzer, Maria Jahl.

Herstellung: Wortbild, 1010 Wien. Layout & Satz: Mag. Andrea Chadt. Fotos: Harold Naaijer: S. 1 (2),

4; Nadja Meister: S. 1, 2 (3), 5 (3), 6, 7 (2); Goebel: S. 1; Daniela Klemencic: S. 3, 7; ÖRK/Helge O.

Sommer: S. 2; RK NÖ/Lilienfeld: S. 4; Peham: S. 5. ZVR-Nr.: 432857691. Namentlich gezeichnete

Beiträge geben die Meinung des Autors wie der. Auf die gleich zeitige Ver wen dung männ li cher und

weiblicher Personen begriffe wird verzichtet. Gemeint sind immer beide Geschlechter.

Die Blutspendezentrale

Ih re Part ner im Roten Kreuz.

A

n

dieser Stelle präsentieren wir Ihnen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des Roten Kreuzes, deren Arbeit von

besonderer Bedeutung für die Blutspendezentrale für Wien,

Niederösterreich und Burgenland ist.

GERALD SCHÖPFER

Präsident des Österreichischen Roten

Kreuzes

Der heuer gewählte ÖRK-Präsident, Univ.-Prof. DDr.

Gerald Schöpfer, studierte Rechts- und Staatswissenschaften

in Graz. Er war Vorstand des Instituts für

Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte

an der Karl-Franzens-Universität Graz und Landesrat

für Wirtschaft und Europa in der Steiermark.

Für das Österreichische Rote Kreuz war er als Leiter

der Bezirksstelle Graz und Präsident des Landesverbandes

Steiermark tätig. Seit 24. Mai 2013 ist er

Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes.

„Wir betrachten die Fähigkeit einer Gesellschaft,

den Bedarf an Blutkonserven aus eigener Kraft zu

decken, als Grundlage für die lückenlose Versorgung“,

sagt Gerald Schöpfer. Das Sammeln von Blutspenden

soll durch nicht auf Gewinn ausgerichtete

Organisationen erfolgen. Das Rote Kreuz verlangt,

dass diese Sicherheit gesetzlich festgelegt wird. „Der

Gesetzgeber muss handeln.

Einen Gesetzesvorschlag

haben wir schon

ausgearbeitet und vorgelegt“,

erinnert der Rotkreuz-Präsident.

Gerald Schöpfer ist es

wichtig, dass die Blutaufbringung

in der bewährten

Weise erfolgt:

„Die Organisatoren sind

die wichtigste Säule in

der Blutaufbringung.“

Für das Rote Kreuz

insgesamt verspricht

Gerald Schöpfer: „Die Organisatoren

sind die wichtigste

Säule in der Blutaufbringung“

der neue Präsident Kontinuität

und Weiterentwicklung

und zitiert

dazu Gustav Mahler:

„Tradition ist nicht das

Anbeten der Asche, sondern das Weiterreichen der

Flamme.“

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vip ABNAHME

AB NAH ME: Johnson & Johnson, Wien

VIP: Christiane Goebel

Gemeinsam für eine gute Sache

Gemeinsam am Campus

Blutspendeaktionen bei Johnson & Johnson.

Die Verpflichtung zu

Corporate Social

Responsibility hat

sich Johnson & Johnson,

eines der weltweit größten

Unternehmen im Gesundheitssektor,

bereits

vor 70 Jahren in sein

Unternehmensleitbild geschrieben.

Auch heute noch unterstützt

der Konzern viele

gemein nützige und soziale

Projekte, sei es in Form

von Geldmitteln, Produktspenden

oder dem Engagement

der Mitarbeiter.

Jüngstes Beispiel sind die

gemeinsamen Blutspendeaktionen

am Johnson &

Johnson Campus in Wien.

Im Viertel Zwei

Die Idee dazu entstand kurz nachdem

die Mitarbeiter der drei Johnson &

Johnson Companies in Österreich –

Janssen-Cilag Pharma, Johnson &

Johnson Medical Products und Johnson

& Johnson – im Oktober 2010 den

neuen gemeinsamen Firmenstandort

im Viertel Zwei bezogen hatten. Dank

der Unterstützung durch alle Geschäftsführer

feierte die Blutspendeaktion

am 17. Oktober 2011 Premiere,

die zweite Aktion folgte im Oktober

André Schröder, GF Johnson & Johnson GmbH, Mag. Alexander Wimmer,

GF Johnson & Johnson Medical Products GmbH, Gebietsbetreuerin Claudia

Heimberger, Organisatorin Christiane Goebel, Dr. Erich Eibensteiner,

GF Janssen-Cilag Pharma GmbH (v. l.)

2012. Seither sind weitere Unternehmen

ins Viertel Zwei gezogen – und

aus einer ursprünglichen Aktion von

Johnson & Johnson wurde ein um fassen

des Projekt, an dem sich immer

mehr Firmen beteiligen.

Seit diesem Jahr spenden auch die

Mitarbeiter der Unternehmen Xerox

Austria, Vestas Österreich, Communications

Consulting, CPB Software,

IC Projektentwicklung und V2 FM am

Johnson & Johnson Campus Blut.

Dank der Unterstützung der Geschäftsführer

der drei Johnson & Johnson

Companies und dank des tollen Engagements

der Organisatorin Christiane

Goebel konnten seit 2011 die Aktionen

von einmal auf zweimal jährlich

gesteigert und der Anteil der Spender

verdoppelt werden. Bisher nahmen 254

Personen teil, und es wurden 188 Blutkonserven

gewonnen.

Einfühlsame Betreuung

Christiane Goebel ist seit 13 Jahren im

Unternehmen tätig und legt auch privat

großen Wert auf soziales Engagement.

„Besonders freut mich, dass bei

unserer Aktion am 8. Oktober 2013 immerhin

16 Personen zum ersten Mal in

ihrem Leben Blut gespendet haben.

Gerade in Wien, wo lediglich

1,8 Prozent der Bevölkerung

Blut spenden, ist

das ein toller Erfolg“, zeigt

sich die Organisatorin

sehr zufrieden.

Wichtig ist für Christiane

Goebel, dass die Erstspende

in guter Erinnerung

bleibt und den

Grundstein für weitere

Blutspenden legt. „Deshalb

versuche ich, die Erstspender

sehr einfühlsam

zu betreuen“, so Christiane

Goebel. „Mein besonderer

Dank gilt allen Freiwilligen,

aber natürlich auch

unserer Geschäftsleitung,

die diese Aktionen erst

möglich macht. Ich bin

stolz, wie Johnson & Johnson das Unternehmensleitbild

– unser Credo –

lebt, und freue mich auf viele weitere

Aktivitäten.“

o

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Trauer um Johann Dorfwirth

Das Rotkreuz-Urgestein wurde bei einem Einsatz

von einem Amokläufer erschossen.

Ein großes Rotkreuz-Herz hat zu

schlagen aufgehört. „Wir haben

mit Johann Dorfwirth einen ganz besonderen

Mitarbeiter verloren“, erklärt

der Präsident des Rotkreuz-Landesverbands

Niederösterreich, Willi Sauer.

Der 70-Jährige war 32 Jahre lang

in verschiedenen Positionen für das

Rote Kreuz tätig gewesen. Er war vielfach

ausgezeichneter Rettungssanitäter

und Ortsstellenleiter in Annaberg.

Johann Dorfwirth engagierte sich

auch für das Blutspenden. Anfang 1992

organisierte er die erste Rotkreuz-Blutspendeaktion

in Annaberg. Seither

spendeten die Annaberger in 40 Blutspendeaktionen

Blut für insgesamt

1.931 Konserven.

„Unsere Gedanken und unsere innige

Anteilnahme sind bei den Familien

von Dorfwirth und den ebenfalls erschossenen

Polizisten“, betont Willi

Sauer. „Johann Dorfwirth hat den

Spruch ‚Aus Liebe zum Menschen‘ gelebt.

Er war menschlich, menschlich

bis zuletzt.“

o

Organisatorenschulungen 2014

Die Termine für das kommende Jahr.

Freitag, 20. Juni 2014, 8.30-16 Uhr

Freitag, 12. Dezember 2014, 8.30-16 Uhr

Ziel der Schulungen ist es, einen einheitlichen Wissensstand

unter den Organisatoren herzustellen: Sie bekommen Einblick

in unsere Planung und in die Hintergründe unserer

Entscheidungen (personell, zeitlich, Ressourcen).

Die Organisatoren sind die ersten Ansprechpersonen für

die Spender bei der Blutspendeaktion. Deshalb ist es wichtig,

dass die Organisatoren umfassend Bescheid wissen.

Ablauf

VORMITTAG: Theorie im KHZ Inzersdorf,

Oberlaaer Straße 300–306, 1230 Wien

NACHMITTAG: Besichtigung der Blutspendezentrale

(Abnahme, Produktion, Labor, Ausgabe, Fahrdienst)

Inhalte Theorieteil

BEDARF AN BLUTKONSERVEN: Fakten, Voraussetzungen,

Trends, ÖRK-Position, Konsequenzen des sinkenden Bedarfs

MARKETING: Spender werben Spender

PLANUNG: Terminisierung, Verpflegung,

Werbematerialien, Räumlichkeiten

INSPEKTION: Bundesministerium für Gesundheit

Anmeldung

MARKUS MOTTL: E-Mail: markus.mottl@roteskreuz.at

Tel.: 01/589 00-253

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vip ABNAHME

AB NAH ME: Petzenkirchen

VIP: Franz Peham

„In Petzenkirchen schmeckt’s“

Fünf Blutspendeaktionen pro Jahr gibt es in dem kleinen Ort bei Melk.

Der Erfolgsfaktor heißt Brot und Gebäck.

Franz Peham kann sich gut erinnern,

seit wann er Blutspendeaktionen

in Petzenkirchen organisiert.

„Das war 1974, damals fand die

Aktion einmal im Jahr statt, am 26.

Oktober bei der Feuerwehr.“

Franz Pehams Erfolgsrezept sind die

Partner. Mit ihnen zusammen wurde

das Blutspenden in dem niederösterreichischen

Ort im Bezirk Melk zur Erfolgsgeschichte.

„1990 ist die Landjugend

eingestiegen. So kam es zum

zweiten Termin zu Christi Himmelfahrt.

Seit 1996 gibt es den 15. August,

und inzwischen haben wir auch den

Sonntag nach dem 6. Jänner. Seit wir

diese fünf Termine angesetzt haben,

läuft es wirklich gut.“ 122 Blutspenden

werden heuer am 26.

Oktober abgenommen.

Auf einem Plakat lesen

die Spender die kommenden

Termine im

nächsten Jahr. Viele

von ihnen notieren sie

auch gleich.

Sponsor Haubi’s

„Natürlich haben wir

Plakate und Trans paren

te“, sagt Peham.

„Aber die meisten Leute

würden auch ohne große

Ankündigung kommen.

Manche sind früh

da und helfen dem Abnahmeteam

beim Aufbau.“

Acht von zehn Spendern kennt er

persönlich, schätzt Peham. „Wir haben

ältere Spender, die schon lange kommen,

aber auch immer wieder Erstspender.

Manchmal sogar aus Nachbarorten.

Wenn ich dann frage, warum

sie nach Petzenkirchen Blut spenden

kommen, dann sagen sie: Wegen

Organisator Franz Peham (2. v. l.) mit Anton Haubenberger jun.

von Haubi’s: Seit 15 Jahren ist Haubi’s Sponsor

dem guten Gebäck! In Petzenkirchen

schmeckt’s!“

Das Gebäck kommt von der Bäckerei

Haubi’s, die in Petzenkirchen ansässig

ist, aber weit über den Ort hinaus bekannt

geworden ist. „Haubi’s ist sozial

sehr engagiert“, meint der Organisator.

„Seit 15 Jahren sponsert die Bäckerei das

Brot bei allen Aktionen.“

THOMAS AISTLEITNER o

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Die VIP-Frage

Hintergrundinfos für Organisatoren.

?

Wie kann es sein, dass im Radio

zum Blutspenden aufgerufen wird,

obwohl in derselben Gegend eine Blutspendeaktion

abgesagt wurde?

Blutspendeaktionen werden lange im

Voraus geplant, viele Aktionen finden

über Jahre, sogar Jahrzehnte immer

am gleichen Tag statt.

Der Blutbedarf wird nach den Angaben

der Krankenhäuser berechnet.

Diese Rechnung ist immer eine Hochrechnung,

die auf Schätzungen beruht.

Blutkonserven sind nur 42 Tage

lang haltbar. Falls der Bedarf zu gering

eingeschätzt wurde, muss zum

Blutspenden aufgerufen werden, um

die Lager zu füllen – selbst wenn

wenige Wochen vorher eine Aktion

abgesagt worden ist.

o

WEITERE INFORMATIONEN:

SERVICENUMMER: 0800 190 190

INTERNET: www.blut.at

vip IM GESPRÄCH

Blut für die Kleinsten

Im St. Anna Kinderspital werden

junge Patienten mit Leukämie behandelt.

Dank auch der Bluttransfusionen haben

sie gute Chancen auf ein gesundes Leben.

ORT: St. Anna Kinderspital, Wien

VIP: Volker Witt

Dr. Witt mit Patientin

Lita (14)

Blut ist in allen Krankenhäusern Österreichs ein

wichtiges Überlebensmedikament. Aber hier spielt

Blut eine besondere Rolle: Im St. Anna Kinderspital

werden die jüngsten Patienten behandelt: Es sind Kinder

und Jugendliche mit Leukämie und

anderen, auch angeborenen Blutkrankheiten.

Für sie sind Bluttransfusionen

besonders wichtig, erklärt Oberarzt Dr.

Volker Witt: „Leukämiepatienten produzieren

zu wenig rote Blutkörperchen. Sie sind auf Bluttransfusionen

angewiesen. Wir setzen sie in allen Bereichen

ein – von der Ambulanz bis zur Intensivstation.“

Warum sind Blutkonserven so wichtig? „Ohne Blutkonserven

kann es zu Organschäden bei den Patienten kommen“,

erklärt Dr. Witt. „Deshalb brauchen die jungen Patienten

drei bis vier Konserven während der mehrwöchigen

Therapie, manche bis zu 25 Blutkonserven.“

Die Heilungschancen für die häufigste Leukämieform,

früher eine gefürchtete und oft tödliche Krankheit, liegen

heute bei über 90 Prozent. Die Behandlung wird immer

weiter entwickelt, und auch die Versorgung mit Blut hat

einen großen Qualitätssprung gemacht. „Das Blut muss genau

zum Patienten passen“, sagt Dr. Witt. „Nicht nur die

„Manche Patienten brauchen

bis zu 25 Blutkonserven“

Blutgruppe muss stimmen. Es gibt

auch viele Blut-Untergruppen, die

nicht zu jedem Patienten passen.

Dank der Arbeit des Österreichischen

Roten Kreuzes haben wir das System ,Optimatch‘. Es

garantiert, dass gerade Patienten mit angeborenen Blutkrankheiten

die Blutkonserven bekommen, die am besten

zu ihnen passen. Je passender das Blut, umso seltener werden

Antikörper gebildet. Mit ,Optimatch‘ haben wir in der

Behandlung einen Riesenschritt nach vorn gemacht.“

60 bis 80 Familien mit angeborenen Blutkrankheiten

werden jährlich im St. Anna Kinderspital behandelt. Sie

bekommen die bestmögliche Behandlung und haben sehr

gute Chancen, ein gesundes Leben zu führen: dank der

professionellen Arbeit im Spital und dank der vielen Menschen,

die in Österreich Blut spenden, sodass jeder Patient

das Blut bekommt, das am genauesten zu ihm passt.

THOMAS AISTLEITNER o

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Gebietsbetreuerin Claudia Heimberger plant

mit Organisatorin Christiane Goebel (r.)

mit ein – von den Blutbeuteln bis zu

den Manner Schnitten. Wenn die erwartete

Spenderzahl aber nicht realistisch

ist, kommt es zu Problemen.“

Zu viel oder zu wenig

Sowohl ein Überschätzen der erwarteten

Spender als auch ein zu gering

geplanter Wert haben Auswirkungen.

Mehr Spender als erwartet bewirken

lange Wartezeiten. Das gilt auch

dann, wenn die Spenderzahl korrekt

geplant wurde, der Spenderfluss jedoch

unregelmäßig ist, also wenn es

zu bestimmten Zeitpunkten besonderen

Andrang gibt.

„Mehr als acht bis neun Spender pro

Planen statt Warten

Damit Wartezeiten bei den Blutspendeaktionen

so kurz wie möglich gehalten werden können,

muss gut vorausgeplant werden.

Wenn das Abnahmeteam ankommt

und die ersten Blutspender

schon warten, gibt

es noch viel zu tun. Jeder Spender

möchte begrüßt werden, der Organisator

möchte eine entspannte, positive

Stimmung. Oft wird gleich die nächste

Aktion beworben.

Bis zu diesem Zeitpunkt sind bereits

Gute Stimmung, aber Wartezeit

einige wichtige planerische Arbeitsschritte

zum reibungslosen

Ablauf der Aktion erfolgt.

„Planung ist alles“, sagt Claudia

Heimberger, Gebietsbetreuerin

bei der Blutspendezentrale

für Wien, Niederösterreich und

Burgenland. Die Gebietsbetreuer

versuchen in Absprache

mit den Organisatoren

und unter Einhaltung

der Rahmenbedingun gen optimale

Bedingungen für Spen der

und Mitarbeiter zu erreichen.

Die entscheidende Zahl

Markus Jarnig, administrativer

Leiter der BSZ, erklärt die Vorbereitungen:

„Die Anzahl der

Fahrzeuge, der Materialien

und der Betten richtet sich

nach einer einzigen Zahl, und

zwar, wie viele Blutspender erwartet

werden. Natürlich kalkulieren

wir auch Reserven

„Wir müssen darauf achten,

dass der finanzielle Aufwand für

das österreichische Gesundheitssystem

im Rahmen bleibt“

MARKUS JARNIG

Abnehmer in einer Stunde sind unrealistisch“,

sagt Markus Jarnig.

Die richtige Uhrzeit

Die Einteilung der Spender über die

gesamte Abnahmezeit ist von großer

Bedeutung. Einige Organisatoren

schaffen es hervorragend, die Spender

gleichmäßig über die gesamte Aktionsdauer

zu verteilen. „Wenn ich eine

Aktion mit 100 Spendern habe, versuche

ich, sie stundenweise einzuteilen,

damit vermeide ich Wartezeiten",

erklärt ein Organisator. o

NR. 32 / DEZEMBER 2013

7


BLUT SPENDEN UND GEWINNEN!

3X

GESUNDHEITSWOCHENENDE

VON YAKULT

Gewinnen Sie eines von drei Yakult-Gesundheitswochenenden

für zwei Personen. Sie genießen Ihren Aufenthalt mit zwei

Übernachtungen und Verwöhnpension in einem Viersternehotel.

Yakult ermöglicht Ihnen damit eine erholsame Auszeit!

3X

GOLD-TICKETS FÜR DEN

F1-GRAND-PRIX VON UNGARN

Gewinnen Sie eines von drei Gold-Tickets für zwei Personen

und erleben Sie die F1-Rennatmosphäre live mit. Von der

Gold-Tribüne haben Sie beste Sicht auf die Start-/Zielgerade.

3X

COCKTAIL IN THE SKY

VON JOLLYDAYS

Gewinnen Sie einen von drei „Cocktail in the Sky“-Gutscheinen

für zwei Personen. Genießen Sie auf 50 Metern Höhe einen

atemberaubenden Blick über die Dächer von Wien, Linz oder

Graz. Dieser Preis wird Ihnen von Jollydays, Österreichs Nr. 1

für Erlebnisgeschenke, zur Verfügung gestellt.

BLUT

SPENDEN

RETTET

LEBEN

s

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www.blut.at

0800 190 190

SO KANN ICH GEWINNEN:

Keine Anmeldung, keine Teilnahmekarten – einfach in der Zeit vom

1. Dezember 2013 bis 31. Jänner 2014 beim Roten Kreuz Blut spenden.

Die Gewinner werden aus unserer Spenderdatenbank ermittelt und

ab 11. Februar 2014 telefonisch verständigt.

Eine Barablöse ist nicht möglich. Über das Gewinnspiel kann kein Schriftverkehr geführt werden. Fotos: Fotolia.com (2), Jollydays

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