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Blu-ray Sonderheft "007-James-Bond" 007-James-Bond-Sonderausgabe (Vorschau)

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James Bond Special

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Edition

Bilder: © 1965 – 1974 Danjaq, LLC and United Artists Corporation. All rights reserved.


Film

50 Jahre James Bond

50 Jahre Bond:

Die Anfänge

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Im Herbst dieses Jahres feiert der berühmteste

Geheimagent aller Zeiten sein goldenes Kinojubiläum. Wir wagen einen Blick zurück und zeigen

Ihnen, wie diese unvergleichliche Erfolgsgeschichte begann!

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50 Jahre James Bond Film

Bilder: 20th Century Fox Home

Das hätte sich Ian Fleming bestimmt nicht

träumen lassen, als er vor mittlerweile 60 Jahren

im regnerischen England seinen Doppelnullagenten

ersann. Nicht genug, dass die Romane

sich nach kürzester Zeit enormer Beliebtheit beim

Lesepublikum erfreuten, trat die Reihe ab den

1960er Jahren auch noch einen beispiellosen

Siegeszug in den Kinos dieser Welt an. 1961

sicherten sich die Produzenten Harry Saltzman

und Albert R. Broccoli die Rechte an Flemings

Romanen und bewiesen damit ein feines Näschen

für den richtigen Stoff zur richtigen Zeit (der Kalte

Krieg begann ja gerade äußerst heftig zu brodeln)

und landeten einen Volltreffer in Serie, wie es ihn

in diesem Ausmaß in der Filmgeschichte weder

vorher noch nachher gegeben hat.

Die Lizenz zum Gelddrucken

Die Gesamteinnahmen der bisherigen 22 Filme

von knapp 5 Milliarden US­Dollar sprechen eine

deutliche Sprache und bewegen sich souverän

auf „Star Wars“­Niveau –

macht man die beliebten Spielchen

mit den inflationsbereinigten

Summen mit, dann

lassen sich leicht Einnahmen

von unglaublichen 13 Milliarden

Dollar allein aus der Kinoverwertung

errechnen, angesichts

derer selbst George Lucas grün

vor Neid werden dürfte. Der

Name James Bond und

die entsprechenden Filme

sind inzwischen ohne

jede Übertreibung ein

elementarer Bestandteil

der populären (Kino­)

Kultur geworden. Als

im Oktober 1962 mit

James Bond jagt Dr. No“

das erste Bond­Abenteuer

über die Leinwände flimmerte,

war das die perfekte

Blaupause für viele der Nachfolger,

die in den kommenden

Jahren noch gedreht

werden sollten. Alle Zutaten

waren bereits vorhanden:

die charakteris tische

Titel melodie von Monty

Norman, die einem jedes

Mal unwillkürlich Gänsehaut

beschert, die aufwendige

Action natürlich – an

den schönsten und

exotischsten Schauplätzen

dieser Erde –

inklusive halsbrecherischer

Ver fol gungsjagden

in schnittigen Edelkarossen. Dazu einfallsreicher

Technik­Schnickschnack, mit dem sich 007

aus jeder noch so brenzligen Situation befreien

kann, und ganz wichtig auch der geheimnisvolle

Superbösewicht, der sich mit sinistren Weltherrschaftsplänen

trägt und im finalen Showdown von

Bond persönlich zur Strecke gebracht wird.

Frauen, Frauen, Frauen …

Nicht zu vergessen: jede Menge wunderschöner

Frauen, mit denen Bond seine Spielchen treibt

(oder andersherum …). Die „Mutter aller Bond­

Girls“, die Schweizerin Ursula Andress, ist in „Dr.

No“ als verführerische „Honey Ryder“ zu bewundern,

die in sämtlichen Fan­Polls unangefochten

auf Platz eins aller Bond­Girls rangiert. Ihre legendäre

Strandszene, in der sie wie eine menschgewordene

Aphrodite aus dem Meer emporsteigt,

bekam zum 40­jährigen Jubiläum vor zehn Jahren

in „Stirb an einem anderen Tag“ sogar eine eigene

Hommage von der auch nicht gerade unattraktiven

Halle Berry spendiert.

Es kann nur einen geben: Sean Connery

Mit dem in Fankreisen bis heute als unumstritten

bester Bond­Darsteller geltenden Sean Connery

hatten die Macher die perfekte Verkörperung des

adretten Superagenten und berüchtigten Frauenhelden

gefunden. Die Rolle machte den gebürtigen

Schotten quasi über Nacht zum Superstar. Es ist

immer noch ein Vergnügen, anzuschauen, wie sich

der damals 31 Jahre junge Connery mit einem wissenden

Lächeln im Blick und einem unwiderstehlichen

Schmelz in der Stimme diese Rolle zu eigen

machte. Mit seiner Interpretation der Figur prägte

er das Bild, das sich Millionen von Menschen von

Bond machten, weit über die sechs Filme, für die

er unterschrieben hatte, hinaus.

Sag niemals nie!

Seinen Vertrag erfüllte er, trotz der kleinen Unterbrechung

durch George Lazenbys Gastauftritt als

James Bond in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“

im Jahre 1969, der sich aufgrund von Connerys

Bedenken, vom Publikum nun für immer auf diese

eine Rolle festgenagelt zu werden, ergeben hatte.

1983 wagte er außerhalb der regulären Reihe

sogar noch eine unerwartete einmalige Rückkehr

(„Sag niemals nie“ war ein Quasi­Remake von

„Feuerball“ aus dem Jahre 1965), woraus sich

auch der Titel erklärt, denn Sean Connery hatte

nach dem Ende seines Engagements immer beteuert,

unter keinen Umständen erneut in die Rolle

des smarten Geheimagenten schlüpfen zu wollen.

Festtage für Fans

Pünktlich zum 50­jährigen Jubiläum stehen im

Herbst absolute Highlights für alle Bond­Anhänger

vor der Tür: Zuerst veröffentlicht 20th Century Fox

22-mal Bond in der edlen Box

Home eine spektakuläre Blu­ray­Kollektion, die

alle bisherigen 22 Filme (neun davon zum ersten

Mal in HD erhältlich) sowie umfangreiches neues

Bonus material auf insgesamt 23 Discs in einer edel

gestalteten Sammlerbox vereinigt.

Voraussichtlich am 1. November ist dann der heiß

ersehnte Start von Bond Nummer 23 angedacht,

der bereits seit über einem halben Jahr in London,

Shanghai und Istanbul gedreht wird. In „Skyfall“,

Daniel Craigs mittlerweile drittem Auftrag, wird gerüchteweise

das Verhältnis mit MI6­Chefin M (Judi

Dench) auf eine harte Bewährungsprobe gestellt.

Man darf gespannt sein, ob der Reboot des Franchise,

der vor sechs Jahren mit „Casino Royale“

so verheißungsvoll begann, unter der Regie von

Drama­Spezialist Sam Mendes nach dem etwas

enttäuschenden „Ein Quantum Trost“ (2008) wieder

auf den richtigen Kurs gebracht wird.

Tiemo Weisenseel

Sean Connery und Filmpartnerin Ursula Andress

in ausgelassener Stimmung am Set von „Dr. No“

Film | www.bluray­vision.de | 4.2012 79


Film

50 Jahre James Bond

50 Jahre Bond:

Der Countdown läuft: Am 1. November fällt in unseren Kinos der Startschuss für Bond

Nummer 23 – „Skyfall“. Warum der Film lange auf der Kippe stand und was uns im mittlerweile

dritten Auftrag von Daniel Craig erwarten könnte, erfahren Sie bereits hier und jetzt!

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50 Jahre James Bond Film

Wie man sieht, lässt es auch der neueste Teil der Reihe wieder ordentlich krachen. Und damit Bond

seine geliebte Walther gegen solch großkalibriges Gerät tauscht, muss schon einiges passieren!

Das ist ja gerade noch mal gut gegangen für

den berühmtesten Geheimagenten der Welt:

Noch vor zwei Jahren schien es alles andere

als sicher, dass „007“ passend zum 50-jährigen

Kinojubiläum der Reihe 2012 sein nächstes Leinwandabenteuer

bestreiten würde. Die Produktion

stand für volle zwölf Monate still, da die hauptverantwortlichen

Metro-Goldwyn-Mayer-Studios

kurz vor dem Bankrott waren und nur durch

eine aufwendige und radikale Umstrukturierung

gerettet werden konnten. Die traditionsreiche

englische Filmschmiede Eon Productions, die

sich seit „James Bond jagt Dr. No“ im Jahre 1962

ausschließlich der Produktion der 007-Reihe

widmet, trieb den Streifen nach dieser unfreiwilligen

Zwangspause wieder kräftig voran. Das

inzwischen offiziell unter dem Namen „Skyfall“

gehandelte Projekt firmierte nun unter der Ägide

von MGM, Sony Pictures sowie Columbia Pictures

Industries und stand mit einem garantierten Budget

von 150 Millionen Dollar (ein Viertel weniger

als der direkte Vorgänger „Ein Quantum Trost“)

wieder auf sicheren Beinen. Jetzt bleibt nur zu

hoffen, dass die Ergebnisse an den Kinokassen

ähnlich zuverlässig sind wie in der Vergangenheit,

und die Zukunft des smarten und toughen MI6-

Agenten ist endgültig gesichert!

Die magische 23: Skyfall

Die Dreharbeiten zu „Skyfall“ begannen am 7. November

2011. Locations, die für die Außendrehs

ausgesucht wurden, umfassten – ganz in der

kosmopolitischen Tradition des Franchise – unter

anderem London, Istanbul und Shanghai. Regisseur

Sam Mendes, dessen eher vom klassischen

Filmdrama kommender Inszenierungsstil für viel

frischen Wind im Bond-Universum sorgen dürfte,

bringt gleich seinen Stammkomponisten Thomas

Newman mit an Bord, mit dem er schon bei

„Jarhead“, „Road To Perdition“ und seinem Opus

magnum „American Beauty“ erfolgreich zusammengearbeitet

hat. Auch das ist eine willkommene

neue Farbe, die „Skyfall“ sicherlich bereichern und

zu einem etwas anderen Bond machen dürfte.

Dennoch muss niemand Angst haben, dass die

Action und das Geheimagenten-Flair zu kurz kommen:

An den Grundfesten, die James Bond ausmachen,

wird nicht gerüttelt, das machte spätestens

der erste, sehr gelungene Teaser-Trailer klar.

Als besonderes Bonbon zum 50. Geburtstag wird

„Skyfall“ im Übrigen der erste Bond sein, von

dem eine spezielle IMAX-Version angefertigt wird.

Dabei wird das abgedrehte Material noch einmal

digital remastered, um den hohen Standards der

IMAX-Kinos in Sachen Bildformat und Qualität in

vollem Umfang zu entsprechen.

Ihr Auftrag, 007!

Stärker als je zuvor üben sich die Macher, Schauspieler

und Geldgeber in Sachen Story in Geheimniskrämerei.

Kaum ein bestätigtes Detail

über die Handlung von „Skyfall“ drang bisher

an die Öffentlichkeit – dafür treiben die

Spekulationen im Internet und die leidenschaftlichen

Diskussionen in den Fan-

Foren die schönsten Blüten. Als sicher gilt

bisher nur, dass Judi Dench bei ihrem mittlerweile

siebten Auftritt als MI6-Chefin „M“

eine ganz entscheidende Rolle zukommt:

Die Schatten ihrer Vergangenheit holen sie

ein, gefährden die Zukunft des britischen

Geheimdienstes und stellen ihr Verhältnis zu

ihrem „Lieblingsagenten“ 007 auf eine harte

Zerreißprobe. Erstmals seit dem Einstieg von

Daniel Craig gibt es wieder einen echten „Q“

(Ben Wishaw), der die Speerspitze des MI6 mit

allerlei nützlichen Gadgets versorgt, die ihm im

Kampf gegen seine Widersacher behilflich sein

könnten. Der große Gegenspieler in „Skyfall“ wird

auf den klangvollen Namen Raoul Silva hören

und wurde mit dem spanischen Superstar Javier

Bardem sowohl prominent als auch schauspielerisch

äußerst vielversprechend besetzt.

Freund oder Feind?

Weitere neue Charaktere sind Ralph Fiennes

als Gareth Mallory (dessen Rolle als Dienstaufsichtsbeamter,

der beim MI6 nach dem Rechten

sehen soll, sich verdächtig nach dem üblichen

Doppelagenten anhört, der früher oder später

sein wahres Gesicht offenbart und die Seiten

wechselt) sowie „Bond-Girl“ Naomie Harris als

Junior-Agentin Eve, die in einem engen Lehrer-

Schüler-Verhältnis zu 007 zu stehen scheint

(was den üblichen Ausflug ins Schlafzimmer

allerdings keinesfalls ausschließen dürfte).

Sie sehen also: Für genügend Konfliktpotenzial,

Bedrohungen und Reibungspunkte unter

den spannenden Charakteren ist im Skript von

„Skyfall“ schon einmal bestens gesorgt. Jetzt bitte

nur noch jede Menge zünftige Action und Verfolgungsjagden,

atemberaubende Schleicheinlagen

und die herrlich düstere Grundstimmung des

Teasers über die gesamte Laufzeit (inklusive staubtrockener

Humoreinlagen natürlich!) durchgehalten

– und uns erwartet ein weiterer Volltreffer in

der langen und ruhmreichen Kinokarriere von Ian

Flemings zeitlosem Geniestreich. Auf die nächsten

50 Jahre, Mister Bond!

Tiemo Weisenseel

Bilder: 20th Century Fox Home, Sony Pictures

Dame Judi Dench könnte als Geheimdienstchefin „M“ die große Überraschung

des Filmes werden – wird es ihr letzter Auftritt werden?

„Klappe, die erste, und ... Action!“ – Daniel Craig hat bei den Dreharbeiten

zu seinem dritten Bond immer noch sichtlich Spaß an seiner Aufgabe

Film | www.bluray-vision.de | 5.2012 77


Thema

50 Jahre Bond

50 Jahre Bond:

Die ganze Story

Hände hoch! Wenn Sie von diesem Mann erschossen werden, wird ihn kein Justizsystem

der Welt bestrafen, denn er hat die Lizenz zum Töten! Und von der macht er auch

regelmäßig Gebrauch – allerdings nur zu Unterhaltungszwecken, versteht sich!

Falko Theuner und Tiemo WeiSenSeel

Bilder: 20th Century Fox, Sony Pictures, © 1962 – 1995 Danjaq, LLC and United Artists Corporation. All rights reserved.

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50 Jahre Bond Thema

die Schöpfung Durch ian FleMing:

DIE TiTel-SongS:

Unter den vielen Merkmalen der Reihe sind die

ersten Akkorde des berühmten Bond-Themas

von Monty Norman und John Barry das akustische

Aushängeschild schlechthin. Auch die

Titelsongs gehören zum festen Bond-Kanon,

zumal sie meist durch einen aufwendigen

Vorspann mit erotisch aufgeladener Hochglanzoptik

begleitet werden. Paul und Linda

McCartneys „Live And Let Die“ (1973) oder

das von Tina Turner gesungene „GoldenEye“

(1995) zählen zu den klassischsten Kompositionen.

Ebenso verursacht das lang gezogene

„Goooldfinger!“, gesungen von Shirley Bassey,

noch immer eine echte Gänsehaut.

Sein Name ist Bond, James Bond. Für lange

Zeit war er die Verkörperung des perfekten

Mannes, dem keine Frau widerstehen kann, der

stets das neueste Technikspielzeug ausprobieren

darf und standardmäßig die traditionsbewusste,

westliche Welt vor ihrem Untergang bewahrt. Seit

dem stetigen Abflauen des Bond-Hypes in den

1990er Jahren war jedoch klar, dass das Franchise

im neuen Jahrtausend eine andere Art von

Heldentypus benötigt. Mit Daniel Craig als bislang

jüngstem Bond-Darsteller sowie der Verfilmung

des ersten 007-Romans „Casino Royale“ setzten

die Produzenten und Filmemacher ein klares

Zeichen dafür, dass sie zurück zu den Wurzeln

gehen wollten. Es war ganz klar ein Neubeginn,

eine bitter nötige Renaissance, um den Stoff der

inzwischen schon viele Jahrzehnte andauernden

Kinoserie gehörig zu entstauben. Der größte Unterschied

zu den vorherigen

Filmen

sollte die

Psychologisierung des Bond-Mythos werden,

die sich über das Episodenhafte von einst

hinwegsetzt und als roter Faden innerhalb der

Story und sogar zwischen den einzelnen Teilen

fungiert.

Bond-Schöpfer Ian Fleming selbst gestaltete seine

insgesamt zwölf Romane und zwei Kurzgeschichtensammlungen,

ohne eine vollständige

Biografie seines Helden anzufertigen. Stattdessen

deutete er die Vorgeschichte des Topagenten

eher bruchstückhaft und auch immer nur dann

an, wenn das Abenteuer danach verlangte. So

war es beispielsweise unabdingbar, das 007 in

Cambridge ostasiatische Sprachen studiert hatte,

um in „Man lebt nur zweimal“ weltgewandt

im exotischen Japan agieren zu können. Bei der

Charaktergestaltung orientierte sich Fleming an

seinen eigenen Erfahrungen, die er während seiner

Zeit beim britischen Geheimdienst sammeln

konnte. Auch seine privaten Vorlieben und Interessen,

insbesondere für das schöne Geschlecht,

flossen in den smarten Anzugträger ein. Zudem

inspirierte Fleming der britische Marineoffizier

Patrick Dalzel-Job maßgeblich, da dieser wäh-

DAS Bond-ProFil:

rend des Zweiten

Weltkrieges durch seine

höchst erfolgreiche

Spionagetätigkeit für

die königliche Krone auffiel. Den Namen „James

Bond“ wiederum entlieh der Autor einem geschätzten

Vogelkundler, dessen Werk er offenbar

besonders gerne las. Auf diese Weise verarbeitete

der schon über vierzigjährige Autor jene

Agentenphantasien, die er in der Realität nicht

ausleben konnte – und sprach damit Millionen

Männer in aller Welt an. Die ganz große Popularität

gewann der Stoff allerdings erst mit den

Verfilmungen in den 1960er Jahren, als der gerade

einmal 31-jährige Sean Connery erstmals der

mysteriösen Untergrundorganisation „SPECTRE“

(„Special Executive for Counterintelligence, Terrorism,

Revenge and Extortion“) vor laufender

Kamera entgegentrat. Connerys Charme löste

einen Hype aus, der die beispiellose Erfolgsgeschichte

der Serie bis heute erst ermöglichte.

Ohne Frage verkörperte er den Bond wie keiner

nach ihm, stilisierte ihn zur Filmikone und

machte sich damit sprichwörtlich unsterblich.

Codename: 007

Bürgerlicher Name: James Bond

Geburtsjahr: 1920

Werdegang: Elite-Internat, Fettes College (Edinburgh), Cambridge, Freiwillige

Reserve der Königlichen Marine, Commander, Doppel-Null-Agent

Familienstand: ledig, kurzzeitig verlobt mit Vesper Lynd („Casino Royale“) und

für 24 Stunden verheiratet mit Tracy Draco („Im Geheimdienst Ihrer Majestät“)

Erster Roman: „Casino Royale“ (1952)

Geistiger Vater: Ian Flemming

Anzahl der Kinofilme (inklusive „Skyfall“): 23

Hobbies: Frauen, Statussymbole, Frauen, Autos, Frauen, Kartenspiele, Frauen …

Besondere Fähigkeiten: Tauchspezialist, sehr anpassungsfähig, technisches

Naturtalent, Kenner ostasiatischer Sprachen, Womanizer, skrupelloser Killer,

außergewöhnliches Fahrtalent, furchtloser und gewiefter Spieler

2006-

Heute

DIE BonddarSTeller:

1962-

1972

6 Filme

(+ „Sag niemals nie“)

1969

1 Film 1973-

1985

7 Filme 1987-

1989

2 Filme 1995-

2002 4 Filme

Sean Connery

george lazenby

roger Moore

Timothy dalton

daniel Craig

Pierce Brosnan

Thema | www.bluray-vision.de | 6.2012 17


Thema

50 Jahre Bond

DIE loCaTionS: DIE VerBündeTen:

Die exotischen Handlungsorte der Filmreihe sind ein typisches Kennzeichen

der Serie und unabdingbar für jeden neuen Film. Theoretisch dürfte bei

23 Teilen die Welt bereits vollständig abgegrast sein. Aber offenbar gibt es

doch noch einige Fleckchen, die 007 bislang nicht besucht hat. Selbst der

Weltraum oder auch die Tiefen des Meeres sind vor seinem Zugriff nicht

sicher. Egal ob eingezäunte diktatorische Kleinststaaten oder einsame Inselreiche

– das Einflussgebiet des Spezialagenten ist schier unerschöpflich. Am

liebsten treibt er sich aber an sommerwarmen Stränden herum, an denen

verführerische Badenixen wie Honey Ryder (Ursula Andress in „James Bond

jagt Dr. No“) oder Jinx Johnson (Halle Berry in „Stirb an einem anderen

Tag“) mit ihren perfekten Rundungen verführerisch den Fluten entsteigen.

Obwohl James Bond die meisten Dinge im Alleingang löst, wäre er ohne

seine treue Gefolgschaft wohl vollkommen aufgeschmissen. Seine Aufträge

erhält er regelmäßig von seinem Vorgesetzten „M“, der in den neueren

Teilen als resolute Powerfrau und Mutterfigur angelegt ist und von der Britin

Judi Dench gespielt wird. Die zuverlässige Sekretärin Miss Moneypenny wurde

in früheren Filmen von Lois Maxwell gespielt und das über 23 Jahre lang.

Desmond Llewlyn übertraf ihre Dienstzeit sogar noch um ganze 13 Jahre.

Seit „From Russia With Love“ (1963) mimte er den sympathischen Tüfftler

„Q“, der 007 regelmäßig mit allerlei Spielzeug versorgt. Der neue „Q“ wird

ab „Skyfall“ von Ben Wishaw gespielt. Felix Leiter wiederum ist Bonds USamerikanischer

CIA-Kollege, der ihm aus so manch brenzliger Situation hilft.

DIE Bond-girlS:

DIE Bond-girlS (AuSWAhL):

1962

ursula andress

James Bond jagt dr. no“

honey ryder

1964 „goldfinger“

Jill Masterson

Shirley eaton

Claudine auger

Sie gehören zum Bond-Universum wie das Salz in der Suppe

und haben alle eins gemeinsam: Früher oder später landen sie

immer mit einem gewissen britischen Aufschneider im Bett.

Mal ist es die Sprachlehrerin, die so einiges Geschick mit

ihrer Zunge beweist, mal die kampferprobte Mitstreiterin, die

den Topagenten professionell „flachlegt“. Aber egal um welchen

Frauentyp es sich auch handelt, es würde kein normaler

Mann auch nur ansatzweise auf die Idee kommen, das jeweilige

Bond-Girl von der Bettkante zu stoßen (zumindest

in der Fantasie). Und da eine Frau pro Film viel zu wenig

ist, umgarnen ihn meist zwei bis drei hübsche Damen

pro Mission. Doch jeder Flirt hat seinen Preis, denn

so manch eine „Femme fatale“ nutzt ihre Reize

geschickt, um den Schürzenjäger in lebensgefährliche

Bedrängnis zu bringen. Bond selbst verliebt

sich nur selten wirklich. Seine Verlobung mit Vesper

Lynd (Eva Green, „Casino Royale“) sowie die Heirat

mit Tracy Draco (Diana Rigg, „Im Geheimdienst Ihrer

Majestät“) endeten tödlich für die jeweilige

Partnerin, so als bestünde das Schicksal

unerbittlich auf sein ungebundenes, aber

letzten Endes einsames Playboy-Leben.

1965 „Feuerball“

Domino

1969 „im geheimdienst ihrer Majestät“

Tracy Draco

diana rigg

Bilder: 20th Century Fox, Sony Pictures, © 1962 – 2008 Danjaq, LLC and United Artists Corporation. All rights reserved.

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50 Jahre Bond Thema

DIE (TrauM-)auToS:

Das größte, beste und schnellste Statussymbol

eines materialistisch eingestellten Mannes ist

fraglos sein Auto. Und da die 007-Produzenten

für jeden Film ein aktuelleres Modell benötigten,

etablierte sich im Laufe der Jahre das bekannteste

Product-Placement der Welt (u. a. für Aston

Martin, BMW etc.). Bonds erster Wagen in „Dr.

No“ war zwar der Sunbeam Alpine, jedoch ist es

der Aston Martin DB5, der mehr als alle anderen

Modelle mit Bond verbunden wird. Er tauchte in

bislang fünf Filmen auf – „Feuerball“, „Goldfinger“,

„GoldenEye“, „Der Morgen stirbt nie“

sowie „Casino Royale“. Und auch im

neuen „Skyfall“ wird Bonds Lieblingswagen

einen Auftritt haben. In allen anderen

Filmen wartete (fast) immer

ein anderer Wagen darauf, vom

Helden geschrottet zu werden.

Zudem weisen die meisten Autos

fortschrittlichste Technologien auf,

wie z. B. ein schnurloses Telefon,

einen Fernseher und einen sprachgesteuerten

Kassettenspieler im Toyota 200 GT aus „Man

lebt nur zweimal“. In „Der Spion, der mich liebte“

prahlt Roger Moore mit der Tauchfunktion seines

Lotus Esprit Type 79. Da erscheinen die von Q

eingebauten Raketenwerfer, Laserkanonen und

die Turbofunktion des Aston Martin V8 Vantage

in „Der Hauch des Todes“ fast wie eine standardmäßige

Grundausstattung. Trotz allen Knowhows

gibt es aber keine Funktion, die an den

Unsichtbarkeitsmodus des Aston Martin

Vanquish in „Stirb an einem anderen

Tag“ heranreicht.

DIE WalTHer PPK:

DEr WodKa-MarTini:

Die markante Pistole des lizenzierten Killers

stammt aus dem Hause Carl Walther GmbH

und ist eine Sonderanfertigung der Walther PPK.

Wenn schon Leute töten, dann wenigstens mit

Stil! Auch wenn es das Opfer nicht im Geringsten

interessieren dürfte, mit welcher Waffe es

erschossen wird. Die Walther PPK (1931 entwickelt)

wird aufgrund ihres geringen Gewichts,

dem leicht erreichbaren Sicherungshebel, der

Zielgenauigkeit, dem relativ günstigen Preis und

der eher für die Verteidigung geschaffenen Abschussvorrichtung

als Polizeipistole gehandhabt.

In einigen neueren Filmen (Pierce Brosnan,

Daniel Craig) verwendet Bond die aktuellere

Walther P99 (1996 entwickelt). Seit „Ein Quantum

Trost“ feuert er aber wieder mit dem traditionellen

PPK-Schießeisen. In „Skyfall“ besitzt sie

allerdings eine aufwendige biometrische Erkennung,

die einzig Bond die Waffe betätigen lässt.

Der Lieblingsdrink des Geheimagenten ist

schon eine Tradition für sich. Seine Entstehung

deutet „Casino Royale“ an, wo sich Bond einen

trockenen Martini mit einem halben Maß

„Kina Lillet“ statt des üblichen Wermuts mixen

lässt, um ihn später auf den Namen seiner

Verlobten zu taufen – Vesper. Mit jedem

Schluck zollt er also der einzigen Frau die Ehre,

für die er wirklich etwas übrig hatte, denn: „Hat

man ihn (den Drink) einmal gekostet, möchte

man nie wieder etwas anderes trinken“ – Zitat

James Bond zu seiner Verlobten.

Hinzu kommen noch drei Maß „Gordon’s“

(Gin), ein Maß Wodka sowie Eis. Das ganze

nun gut durchschütteln und verziert mit einer

Limonenschale servieren. Warum der Drink

auf keinen Fall gerührt werden darf, erklärt sich

durch die Sauerstoffzufuhr beim Schütteln,

denn Sauerstoffmoleküle

helfen

beim Abbau von Radikalen,

die den Körper

altern lassen. Damit Sie

während des Lesens nicht

zu sehr altern, verzichten wir

aber auf eine genauere wissenschaftliche

Erläuterung und

fassen uns mit einem herrlich

selbstironischen Bond-Zitat aus

„Casino Royale“ knackig kurz:

Barkeeper: „Geschüttelt oder

gerührt?“ Bond: „Sehe ich aus,

als ob mich das interessiert?“

1977 „der Spion, der mich liebte“

naomi

2002 „Stirb an einem anderen Tag“

Jinx Johnson

2006 „Casino royale“

Vesper Lynd

2008 „ein Quantum Trost“

camille

Caroline Munro

Halle Berry

eva green

olga Kurylenko

Thema | www.bluray-vision.de | 6.2012 19


Thema

50 Jahre Bond

DIE FilMe:

In einem halben Jahrhundert hat es der beste

und zuverlässigste Agent Ihrer Majestät bisher

auf beachtliche 23 Filme gebracht – damit ist

die Reihe das mit Abstand langlebigste und umfangreichste

Franchise der Kinogeschichte. Mit

über fünf Milliarden US-Dollar an Einnahmen ist

es auch das zweiterfolgreichste an den Kinokassen

weltweit. Und die Zukunftsaussichten sehen

nach den tollen Zahlen der letzten Teile mehr

als rosig aus, sodass auch der überraschende

Platzhirsch „Harry Potter“ (nicht etwa „Star

Wars“!) noch nicht völlig außer Reichweite liegt.

Mit nostalgischen Klassikern wie „James Bond

jagt Dr. No“, „Liebesgrüße aus Moskau“ oder

dem immer noch beeindruckend guten „Goldfinger“

machte Bond-Produzent Albert R.

Broccoli Sean Connery in den Anfangsjahren von

007 unsterblich. Aus der Roger-Moore-Phase

der 1970er Jahre würden wir wohl „Der Spion,

der mich liebte“ präferieren, schon allein wegen

dem kultigsten Handlanger der Serie, Richard

Kiel als „Beißer“. „GoldenEye“ (mit Pierce Brosnan)

war Mitte der Neunziger nach dem mittelschweren

Durchhänger mit Timothy Dalton ein

willkommener Neustart, der mit dem aktuellen

Bond, Daniel Craig, in „Casino Royale“ dann

komplett auf die Spitze getrieben wurde und die

Reihe quasi ganz neu erfand. Das Reboot stieß

allerdings nicht nur auf Gegenliebe – für einige

eingeschworene Fans entfernte man sich mit

Vorsicht, bissig: Der Beißer schnappt zu!

Duell auf Leben und Tod: Scaramanga, „Der Mann mit dem goldenen Colt“ gegen 007

Brenzlig: Bond wieder mal am Rande des Todes

DIE BÖSeWiCHTe (AuSWAhL):

1962

Joseph Wiseman

James Bond jagt dr.

no“ Dr. no

1965

adolfo Celi

An einfallsreichen und „abgehobenen“ Fluchtfahrzeugen herrscht im Bond-Universum kein Mangel

„Feuerball“

Largo

1967

donald Pleasence

„Man lebt nur zweimal“

Blofeld

1969

Telly Savalas

„im geheimdienst

ihrer Majestät“ Blofeld

Bilder: 20th Century Fox, Sony Pictures, © 1962 – 1987 Danjaq, LLC and United Artists Corporation. All rights reserved.

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50 Jahre Bond Thema

Auch im Weltall sind die Super-Schurken aktiv

Feuer und Eis: Die Filme lassen es richtig krachen!

dieser düsteren und gewagten Neuinkarnation

dann doch eindeutig zu weit von den humorvolldynamischen

Wurzeln des Charakters.

Nicht vergessen sollte man übrigens „Sag niemals

nie“ (der allerdings nicht offiziell zur Reihe

gezählt wird), mit dem Sean Connery ein

spätes und völlig unerwartetes Comeback in

seiner einstigen Paraderolle gab. Mit diesem

Quasi-Remake von „Feuerball“ (1965) beschwor

Warner im Jahre 1983 die groteske Situation herauf,

dass ein Bond (Sean Connery) mit einem

Abstand von nur wenigen Monaten in direkter

Konkurrenz zu einem anderen (Roger Moore in

„Octopussy“) in den Kinos lief. Geschadet hat es

der Serie aber kaum: Auch diese beiden Folgen

reihen sich nahtlos ein in die unglaubliche Erfolgsgeschichte

der Filme. Mit jedem neuen Teil

scheffelten die Produzenten an den Kinokassen

zuverlässig Millionen und vervielfachten das jeweilige

Produktionsbudget mühelos.

DIE BÖSeWiCHTe:

Ein Mann mit beinahe übermenschlichen Fähigkeiten

wie James Bond braucht natürlich auch die

entsprechenden Gegner, um regelmäßig seine

außergewöhnliche Klasse beweisen und die Welt

in letzter Sekunde vor dem drohenden Untergang

retten zu können. Der erste Superschurke in der

langen Liste derer, die ihre hochfahrenden Pläne

von der Weltherrschaft wegen dieses einfach

nicht totzukriegenden britischen Störenfrieds begraben

mussten, war natürlich „Dr. No“ (Joseph

Wiseman), dem auch gleich die Ehre zuteilwurde,

dem ersten Teil der Reihe seinen Namen zu leihen.

Im zweiten Part („Liebesgrüße aus Moskau“)

hatte dann bereits Bonds absoluter Erzfeind seinen

ersten kleinen Auftritt: Ernst Stavro Blofeld –

die graue Eminenz des Bösen,

der diabolische Drahtzieher der

terroristischen

„SPECTRE“-

Organisation,

das glatzköpfige

Genie mit seiner

geliebten weißen Perserkatze

im Schoß – sollte

über die Jahre immer wieder

mit dem MI6 und Bond aneinandergeraten.

Unvergessliche

Antagonisten waren außerdem

Gert Fröbe als Auric Goldfinger

und Christopher Lee

als Scaramanga, der Mann mit

dem Goldenen Colt, mit dem

sich Bond ein atemberaubendes

Duell bis auf den Tod lieferte.

BD-JuBiläuMS-ColleCTion

Wie könnte man das goldene Jubiläum des charismatischen

Geheimagenten besser feiern, als mit einer

edlen, technisch überarbeiteten und vor allem vollständigen

Sammlung all seiner bisherigen Leinwand-

Auftritte? 20th Century Fox Home veröffentlicht am

24. September die prall gefüllte James-Bond-Jubiläums-Collection,

die alle bisher erhältlichen 22 Teile

der Reihe vollständig remastered auf Blu-ray vereint.

Neun Filme erscheinen dabei zum allerersten Mal auf

Blu-ray („Man lebt nur zweimal“, „Im Geheimdienst Ihrer

Majestät“, „Diamantenfieber“, „Der Spion, der mich

liebte“, „Octopussy“, „Im Angesicht des Todes“, „Der

Hauch des Todes“, „GoldenEye“ und „Der Morgen

stirbt nie“). Für alle Komplettisten ist ein freies Plätzchen

für die Blu-ray von „Skyfall“, die voraussichtlich

im Frühjahr 2013 erscheinen wird, bereits reserviert!

Die todschicke und in glänzendem Gold gehaltene

Sammlerbox kommt inklusive einer nur in diesem

Paket enthaltenen Bonus-Disc mit komplett neuem

Zusatzmaterial, das einen ersten Blick auf den neuen

Bond-Film „Skyfall“ wagt und mit „The World Of

Bond“ sowie „Being Bond“ zwei exklusiv produzierte

Dokumentationen enthält, die sich mit den typischen

Trademarks des Franchise und den unterschiedlichen

Darstellern, die 007 über die Jahre verkörpert haben,

beschäftigt. Hinzu kommen wahnwitzige 120 Stunden

an Bonusmaterial, die sich auf alle Discs verteilen, darunter

Making-ofs zu jedem einzelnen Film, unzählige

Interviews, Audiokommentare, Musikvideos zu den

Titelsongs und so weiter und so fort. Natürlich ist der

Spaß nicht ganz billig, circa 160 Euro muss man für

diese Megabox schon anlegen. Zusätzlich wurde für

den 12. Oktober eine Daniel-Craig-Doppeledition mit

„Casino Royale“ und „Ein Quantum Trost“ angekündigt.

1973

„leben und sterben lassen“

Baron Samedi

1974

„der Mann mit dem

goldenen Colt“ Scaramanga

1977,

1979

„der Spion, der mich liebte“,

„Moonraker“ Beißer

1985

„im angesicht des Todes“

Max Zorin

geoffrey Holder

Christopher lee

richard Kiel

Christopher Walken

Thema | www.bluray-vision.de | 6.2012 21


Thema

50 Jahre Bond

xxiii

BonD nuMMEr 23: SKyFall

DIE BeSTen SPrüCHe:

Die Vorfreude auf den mittlerweile bereits dreiundzwanzigsten

Teil der Reihe ist nicht nur bei

den Hardcore-Fans riesengroß. Schaut man sich

die seit einigen Wochen kursierenden Teaser

und Trailer an, dann kommt man nicht umhin,

von „Skyfall“ Großes zu erwarten und sich uneingeschränkt

auf Daniel Craigs dritten Auftrag

im Geheimdienst Ihrer Majestät zu freuen.

Mittlerweile scheint, trotz größter Geheimhaltung

seitens des Studios und aller Beteiligten,

auch die Plotfrage weitgehend geklärt: Beim

MI6 herrscht Hochalarm, denn nach einer vollends

schiefgegangenen Operation in Istanbul

fehlt jede Spur von 007. Zu allem Überfluss

Projekt „Skyfall“: Streifschuss oder Volltreffer?

DIE gadgeTS:

DIE gadgeTS:

1965

Spezialautos

„Feuerball“

z. B. Kugelschutz, raketenwerfer

1974

goldener Colt

werden kurz darauf sämtliche Identitäten von

allen Doppel-Null-Agenten weltweit im Internet

enthüllt – der absolute Super-GAU für die Organisation

und Grund genug, dass MI6-Chefin M

(Judi Dench, vielleicht zum letzten Mal in dieser

Paraderolle) haarscharf vor der Entlassung steht.

Erst als die Zentrale in London selbst angegriffen

wird und James Bond sozusagen von den Toten

aufersteht, beginnen sich die Fronten allmählich

zu klären, denn Raoul Silva (Javier Bardem), ein

alter Bekannter von Bond und M, den sie beide

in schlechtest möglicher Erinnerung haben,

scheint der diabolische Strippenzieher hinter

dem ganzen Schlamassel zu sein. Während 007

sich aufmacht, den charismatischen Oberbösewicht

im südchinesischen Meer dingfest zu

machen, kommen immer mehr Informationen

ans Tageslicht, die Ms Integrität ernsthaft infrage

Stellen und schließlich sogar Bonds Loyalität

zu seiner ehemals unfehlbar gedachten Chefin

ernsthaft auf die Probe stellen. Hinzu kommen

zwei vielversprechende, wenn auch bisher

noch relative unbekannte Bond-Girls (Naomi

Harris und Bérénice Marlohe), Ralph Fiennes als

zwielichtiger Agent einer dem MI6 übergeordneten

Behörde und mit Ben Wishaw zum ersten

Mal in der Daniel-Craig-Ära ein waschechter

Q. Sowohl vom schauspielerischen Niveau als

auch von der Spannungskurve her verspricht

„Skyfall“ also einer der aufregendsten und besten

Teile des gesamten Franchise zu werden.

Wir freuen uns schon diebisch auf den deutschen

Kinostart am 1. November und halten Sie

natürlich weiter auf dem Laufenden!

Was wäre James Bond ohne seine unzähligen

Helferlein, die ihm vom genialen und leicht

verrückten Q immer wieder zur Verfügung gestellt

werden? Wer hat nicht schon einmal von

einem Auto geträumt, das mit einem schusssicheren

Schild und mit Maschinengewehren

in den Frontscheinwerfern ausgestattet ist und

das man sogar per Fernsteuerung kontrollieren

kann? Oder von einer „Raketen-Zigarette“, mit

der man unliebsame Gegner per Knalleffekt ausschalten

kann? Die technische Ausrüstung von

007 ist ihrer Zeit immer ein paar Jahre voraus

und verleiht den Filmen das nötige Quäntchen

an Hightech-Spielereien, die zu einem zünftigen

Agentenspektakel einfach dazugehören! Wir sind

schon mordsgespannt, welche aufsehenerregenden

Erfindungen der neue Q Ben Wishaw in

„Skyfall“ für Daniel Craig bereithalten wird – als

kleine Einstimmung darauf hier noch einmal ein

kleines Best-of der bisherigen Gadgets!

„der Mann mit dem goldenen

Colt“ goldener Schuss

2012

armbanduhren

„Skyfall“

omega Seamaster planet ocean

Der absolute Klassiker darf natürlich nicht fehlen:

„Mein Name ist Bond. James Bond.“

Der beste Spruch aus „Der Spion, der mich liebte“:

„Lieber etwas misstrauisch als etwas tot!“

Bond, der alte Schwerenöter, in absoluter Hochform

beim Duell mit Sophie Marceau als Elektra

King: „Ich habe einen steifen...Nacken!“

Manchmal stehlen seine Gegner 007 ganz schön

die Schau: Bond: „Erwarten Sie von mir, dass

ich rede?“ Goldfinger: „Nein, Mr. Bond, ich

erwarte, dass Sie sterben!“

Weibliche Schlagfertigkeit: Bond: „Moneypenny,

was sollte ich nur ohne Sie anfangen?“

Moneypenny: „Warum kommen Sie nie auf

die Idee, etwas mit mir anzufangen?“

Verbal-Kampfsport vom Feinsten mit M: Bond:

„Wer würde wohl für meinen Tod eine Million

Dollar bezahlen?“ M: „Eifersüchtige

Ehemänner, wütende Chefs, verzweifelte

Schneider ... die Liste ist endlos.“

DAS geWinnSPiel:

die Blu-ray-KoMPleTTBox

MIT ALLEn BonD-fILMEn

Passend zum Release der vollständigen Jubiläums-Collection hat

uns 20th Century Fox Home freundlicherweise ein Exemplar der

wunderbaren Blu-ray-Box mit allen bisherigen 22 Filmen zur

Verfügung gestellt. Mit ein wenig Bond-Insiderwissen können Sie

dieses Traumpaket eines jeden 007-Fans schon bald in Händen

halten und sich auf viele Abende voller geballter Agenten-Action

in HD freuen! Beantworten Sie uns einfach nur folgende Frage:

WELchE STaaTSangeHÖrigKeiT hAT DIE

DArSTELLErIn DES ALLErErSTEn Bond-girlS?

Hinweise zur Lösung finden Sie übrigens in den Bond-Specials

der letzten beiden Ausgaben des BLU-RAY MAGAZINs. Um

teilzunehmen, senden Sie die korrekte Antwort an:

Auerbach Verlag und Infodienste GmbH

Stichwort: Bond 50

Lauchstädter Straße 20

04229 Leipzig

Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2012. Eine Barauszahlung der

Gewinne ist nicht möglich. Die Auslosung erfolgt unter Ausschluss

des Rechtsweges. Mitarbeiter des Auerbach Verlages und deren

Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Jeder

Teilnehmer darf nur einmal am Gewinnspiel teilnehmen.

2012

Ben Whishaw

„Skyfall“

Waffenmeister Q

Bilder: 20th Century Fox, Omega, Sony Pictures, © 1965 – 1974 Danjaq, LLC and United Artists Corporation. All rights reserved.

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DIE poSTEr-galerie


DIE poSTEr-galerie

Bilder: © 1969, 1973 Danjaq, LLC and United Artists Corporation. All rights reserved.


DIE poSTEr-galerie


Film

Action

James Bond 007: Skyfall

Action

OT: Skyfall L: GB, US J: 2012 V: 20th Century Fox Home

B: MPEG-4, 2.40 : 1 T: DTS 5.1 R: Sam Mendes

D: Daniel Craig, Judi Dench, J. Bardem LZ: 148 min FSK: 12

P: 15 Euro W-Cover: k. A.

VÖ: 01.03.13 × 1 Extras: 6/10

Spätestens, wenn James Bonds (Daniel Craig)

anfänglicher Sturz aus großer Höhe in den retro-chiquen

und klassisch gehaltenen Vorspann

mündet und dabei begleitet wird von Adeles

atmosphärischem Titelsong, wird der Zuschauer

nicht nur mit einem wohligen Schauer in den

neusten Bond-Film eingeführt, sondern ist sich

zudem sicher, dass Regisseur Sam Mendes anlässlich

des 50-jährigen Bond-Jubiläums einen

neuen Höhepunkt der Serie schaffen wollte.

Dabei verzichtet er natürlich nicht darauf, einige

Querverweise zu älteren Bond-Filmen einfließen

und einige bekannte und geliebte Figuren

auferstehen zu lassen, sowie schlussendlich

auch einen erzählerischen Kreis zu schließen.

Gleich zu Beginn des Agententhrillers wird der

Zuschauer mit einem gescheiterten Auftrag

des MI6-Agenten James Bond 007 und seiner

Kollegin (Naomi Harris) konfrontiert, der nicht

nur zur Folge hat, dass Bond erschossen wird

Harte Schale - weicher Kern: In „Skyfall“ muss die MI6-

Chefin „M“ (J. Dench) so einige Rückschläge verkraften

und in die Tiefe stürzt, sondern auch, dass eine

geheime Festplatte mit den Identitäten aller

NATO-Agenten in feindliche Hände fällt. Ein

Anschlag auf das Hauptquartier des MI6 lässt

jedoch den totgeglaubten und recht angeschlagenen

Bond wieder nach London und in den

Dienst zurück kehren. Als schließlich die ersten

Agenten der NATO-Liste enttarnt werden, kann

Bond die Fährte des vermeintlichen Drahtziehers

Raoul Silva (Javier Bardem) aufnehmen. Der

ominöse Bösewicht und ehemalige MI6-Agent

verfolgt jedoch zielstrebig seine ganz eigenen

perfektionistisch inszenierten Rachepläne, in

deren Mittelpunkt niemand geringeres als M

(Judi Dench) steht.

Sturm und Drang

Ebenso wie die Frage danach, welcher Schauspieler

nun eigentlich den besten Bond abgegeben

hat, gehen auch die Meinungen zu Daniel

Craigs sehr eigener Darstellung des Geheim-

Agenten weit auseinander. Fakt ist, dass Craigs

Bond nicht viel mit seinen aalglatten Vorgängern

gemeinsam hat. Betrachtet man die Entwicklung

jedoch von einem chronologischen Standpunkt,

macht der etwas ungestüme, gefühlsbetonte

und rebellische Bond der jüngsten Filme durchaus

Sinn. Schließlich durchlebt James Bond

seine Anfänge beim MI6, einige Lebenskrisen

inklusive Selbstfindungsversuche und damit

natürlich auch seine „Sturm und Drang“-Phase,

aus der erst der gefestigte und gestärkte Agent

der klassischen Filme hervor gehen kann. Mit

Skyfall wird hier einmal mehr ein erzählerischer

Kreis des Bond-Universums geschlossen. Der

Zuschauer erlebt nicht nur die Einführung einiger

klassischer Figuren, wie Q und Moneypenny,

sondern erlebt am Ende auch einen

entscheidenden Wandel vom modernen zum

klassischen Bond. Auch bei der Wahl des Bösewichtes

setzte Mendes auf ein klassisches Konzept:

Raoul Silva, wunderbar verkörpert durch

Javier Bardem, ist ein narzisstischer, hochtechnisierter

Pläneschmieder, der unberechenbar

zwischen Genie und Wahnsinn schwankt. So

angenehm klassisch und déjà-vu-trächtig „Skyfall“

auch ist, sieht man einmal von der sehr zentralen

Rolle der Bond-M-Beziehung ab, gibt es

im Bond-Jubiläumsfilm nicht wirklich viel Neues

zu sehen. Bond ist und bleibt eben Bond... und

das ist auch gut so. Auch auf technischer Seite

bieten sich nur wenig Gründe für Beschwerden.

Das klare, dynamische und atmosphärische Bild

zeichnet sich vor allem durch seine tolle Schärfe

aus, dank der sogar Schweißperlen, blutunterlaufene

Augen und Sorgenfalten in den Gesichtern

der Protagonisten erkennbar werden. Der

hoch gewählte Kontrast sorgt durchgängig für

eine kräftige und klare Optik. Doch vor allem

das Spiel mit den Farbnuancen macht die Atmosphäre

der Bildsprache von „Skyfall“ aus.

Dynamisch wechselt die Farbdarstellung je nach

Umgebung und Situation von kühl und beinahe

steril (im MI6-Hauptquartier) zu warm, weich

und beinahe etwas bedrohlich düster (beispielsweise

im Macaoer Casino). Wie es sich für einen

Bond-Film gehört, gestaltet sich auch der Sound

betont dynamisch und abwechslungsreich. Ein

breites Frequenzspektrum, das vor allem in den

Tiefen auftrumpft, sorgt für ein rundes Klangerlebnis.

Die obligatorische Ton-Action entsteht

jedoch nur selten durch einen Überschwang an

Effekten, sondern vielmehr durch den äußerst

dichten Soundtrack. Dabei wird der Zuschauer

von den bewegenden Songs nicht nur frontal,

sondern aus allen fünf Boxen beschallt. Effekte

sind hingegen etwas frontlastig inszeniert.

Nele ReibeR

Film 8/10

Das klassische und atmosphärische Bond-Erlebnis sorgt mit

reichlich Action, ein wenig Selbstironie und viel Gefühl für

Unterhaltung und einige angenehme Nostalgie-Momente.

Technik 8/10

Bild 8,5/10

Ton 8/10

Passend zum Titelhelden gestaltet sich die Optik des neusten

Bond-Films kräftig, dynamisch und in optimaler Schärfe.

Kontrast Schärfe

Farbdarstellung

Bildfehler

2/3 3/3 1,5/2 2/2

Der atmosphärisch unglaublich dichte Soundtrack und die grandiose

Tonqualität sorgen für wirksame Actionmomente und Emotionalität.

Abmischung Räumlichkeit Dynamik

Soundqualität

2/3 2/3 2/2 2/2

Bilder: 20th Century Fox Home

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