RDT 3/2009 - Bund gegen Missbrauch der Tiere ev

bmt.tierschutz.de

RDT 3/2009 - Bund gegen Missbrauch der Tiere ev

Nr. Nr 3 Septmber 2009

DAS RECHT DER TIERE

BUNDESTAGS-

WAHL 2009

WELCHEN STELLENWERT

HAT DER TIERSCHUTZ

FÜR DIE PARTEIEN?

AUSLANDSTIERSCHUTZ

FORTSCHRITTE IM TIER-

HEIM KISKUNHALAS

ERFOLGREICH

bmt-BAUMARKT-

KAMPAGNE GEGEN

KLEINTIERVERKAUF

BUND GEGEN MISSBRAUCH DER TIERE E.V.


Das Recht der Tiere 3/2009

2

I NHALT

INHALT

EDITORIAL 3

BUNDESTAGSWAHL 2009 4

Was die Parteien zum Tierschutz sagen

Für Ihre Entscheidung: Die Wahlprüfsteine des bmt

AKTUELL 8

Paderborn: Kastrationspflicht für Katzen eingeführt

RECHTSSPRECHUNG 9

Auch Haustiere können gepfändet werden

TIERSCHUTZPOLITIK I 10

Was Sie über die neue Kosmetikrichtlinie wissen sollten

ESSAY 14

Von Ingolf Bossenz (ND)

“Das Dilemma der menschlichen Seite “

AUSLANDSTIERSCHUTZ 16

Karsten Plücker über Fortschritte im Tierheim Kiskunhalas

Vermittlung von Auslandshunden und Reisekrankheiten

TIERE IN NOT 20-25

Hier finden Sie einen Freund fürs Leben

TIERSCHUTZPOLITIK II 26

Warum sterben Deutschlands Singvögel?

bmt protestiert gegen Exporterstattungen nach Libyen

GESCHÄFTSSTELLEN

Gst Issum Eine Familie findet ihren Traumhund 27

TH Wau-Mau-Insel Immer mehr Kaninchen abgegeben 28

TSZ Pfullingen Cindys wahre Tierheimgeschichten 30

TH Köln-Dellbrück Übler Fall von Tierquälerei 32

LETZTE MELDUNG: BRASOV/RUMÄNIEN 33

Bürgermeister will mit Tierschützern zusammenarbeiten

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen 34

VERMISCHTES 35

Hund bei Hitze im Auto gelassen

Agentur “lodgiNG” spendet für Franziskus-Tierheim Hamburg

Beitrittserklärung 36

Impressum

DAS RECHT DER TIERE Nr. 3/2009

Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.“

Redaktion:

Claudia Lotz, Dr. Jörg Styrie, Mike Ruckelshaus, Torsten Schmidt

Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm

Artgerchte Offenstallhaltung

Seite 4

Bundestagswahl 2009

Was die Parteien zum Tierschutz

sagen

Seite 8

Freigängerkatzen

Paderborn macht Kastration zur

Pflicht!

Seite 16

Tierheim Kiskunhalas

Ehrenamtliche bauen die neue

Quarantäne

Seite 28

Baumarkt-Kampagne

Aktionstag in Berlin

Druck: L.N. Schaffrath DruckMedien, Geldern;

Titelbild: Zwergkaninchen“Lasco”, bmt-Tierheim “Wau-Mau-Insel”

Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe

gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.

Auflage: 45.000 Exemplare


AUF EIN WORT…

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!

E DITORIAL

Am 27. September ist Bundestagswahl. Sie halten daher in kurzer Folge auf

das letzte RdT die neue Ausgabe in Ihren Händen, in der wir uns im

Schwerpunktthema mit den Positionen der fünf großen Volksparteien zu

wichtigen Tierschutzthemen befassen. Wie stehen die Parteien zur bmt-Vorsitzender Dr. Jörg Styrie

tierschutzrechtliche Verbandsklage, zum Patent auf Lebewesen, zum Verbot der

Haltung von Wildtieren in Zirkussen oder zur Kennzeichnung für tierische Produkte nach den

Haltungskriterien, wollten wir wissen. Uns interessierte die Position der Parteien zum Einsatz von Primaten,

Hunden, Katzen und Wildfängen zu Tierversuchen wie auch deren Einschätzung zur Novellierung des

Tierschutzgesetzes. Die Zusammenfassung der Antworten finden Sie auf den nächsten Seiten, die

vollständigen Aussagen auf unserer Homepage unter www.bmt-tierschutz.de. Entscheiden Sie selbst,

selbst, ob und welche Wahlaussagen Sie überzeugen können.

Im RdT 2/09 hatten wir Ihnen unsere Plakat-Kampagne gegen den Verkauf von Tieren in Baumärkten

vorgestellt. Im letzten Monat wurden Hunderte dieser Plakate in Hamburg, Köln, Frankfurt, München und

Berlin aufgehängt. Begleitet wurde die Kampagne mit Aktionen der bmt-Geschäftsstellen. Die Resonanz

der Öffentlichkeit war sehr erfreulich. Viele Baumarktbesucher zeigten sich mit unserer Forderung

solidarisch und waren begeistert von den Plakatmotiven und der Gestaltung der "Einkaufstüte".

Schwieriger erwies sich die Auseinandersetzung mit den Baumarktleitern. Hier mangelte es oft an der

Einsicht, dass Tiere nicht in das Sortiment zwischen Baumaterialien und Haushaltswaren passen.

Wir werden diese zeitlich unbegrenzte Kampagne weiter fortsetzen, um die Öffentlichkeit für das Thema

zu sensibilisieren.

Weitaus mutiger als die Baumarktbetreiber zeigte sich die Stadt Paderborn: Mit der Kastrationspflicht für

Freigänger setzt die Stadt ein deutliches Zeichen gegen die Verelendung von Katzen und für den

Tierschutz. An solchen positiven Entwicklungen richten wir uns auf und aus! Mit Druck und Beharrlichkeit

kommt man oftmals doch zum Ziel, das zunächst in weiter Ferne zu sein scheint.

So steht auch in Brasov (Rumänien) scheinbar das Ende der Tötung der Hunde in der City Hall unmittelbar

bevor. Eine Entwicklung, an der auch der konsequente Auslandstierschutz unter Petra Zipp seinen Anteil hat.

Meine herzliche Bitte an Sie: Unterstützen Sie uns auf diesem Weg, denn nur aus vielen einzelnen Tropfen

wird ein kraftvoller Strom, der Hindernisse beseitigen kann.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre des aktuellen Tierschutz-Magazins.

Es grüßt Sie herzlich in tierschützerischer Verbundenheit

Ihr

Dr. Jörg Styrie

Das Recht der Tiere 3/2009

3


Das Recht der Tiere 3/2009

4

UNSERE FRAGEN:

Werden Sie sich dafür einsetzen,

dass der Bundesratsbeschluss (BR

Drs.595/03) hinsichtlich eines

grundsätzlichen Nachstellverbots

für Affen, Großbären und Elefanten

für mobile Zirkusunternehmen

umgesetzt wird?

Unterstützen Sie die Forderung

des bmt und vieler anderer Tierschutzverbände

nach Überarbeitung

des 13 Jahre alten Gutachtens

über Mindestanforderungen

an die Haltung von Säugetieren?

Mit einer Kennzeichnungspflicht

für tierische Produkte könnten

Verbraucher Kaufhinweise über

Produktionsmethoden (z.B. tiergerechte

Haltungsbedingungen,

artgerechtes Futter) erhalten. Wie

bewerten Sie diese Maßnahme?

Stichwort Überarbeitung der EU-

Tierversuchsrichtlinie:

Halten Sie ein generelles Verbot

des Einsatzes von Primaten, Hunden

und Katzen sowie der Verwendung

von Wildfängen in Tierversuchen

für notwendig und möglich?

Sollte sich dieses (das Zirkusregister)

als nicht ausreichend zur Sicherung

des Tierschutzes in Zirkusunternehmen

herausstellen, so

werden wir dann das Zurschaustellungsverbot

erneut (...) prüfen.

… Insofern befürworten wir eine

Überarbeitung des Säugetiergutachtens.

Die CDU setzt sich für eine klare

Kennzeichnung von Lebensmitteln

und Produkten ein. …Dabei setzen

wir vorrangig auf freiwillige Siegel.

Dazu gehört auch eine positive

Tierschutzkennzeichnung zur sachgerechtenVerbraucherinformation.

Tierversuche mit höheren Wirbeltieren,

insbesondere Primaten,

müssen besonders sorgfältig abgewogen

werden. Ein vollständiges,

vorab festgelegtes Verbot halten

wir jedoch nicht für sinnvoll,

viel mehr eine sehr strenge Prüfung

im Einzelfall.

BUNDES

UND WIE STEH

Am 27. September wird der neue

Bundestag gewählt. Neben Fragen

zur sozialen Sicherheit, zum

Arbeitsmarkt, zur Gesundheitsund

Rentenpolitik interessieren

uns Tierschützer besonders auch

die Positionen zum Tierschutz.

Die SPD wird sich … für die Erarbeitung

einer Positivliste für domestizierte

Tierarten einsetzen, die in

Zirkusunternehmen gehalten werden

dürfen.

Das Säugetiergutachten bedarf

dringend einer Anpassung an die

neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Die SPD strebt die Einführung eines

Tierschutzlabels für Produkte an,

die nach speziellen Tierschutzkriterien

produziert wurden … .

Die Einführung des Tierschutz-TÜVs

wird hierzu den erforderlichen

Grundstein legen.

Wir treten nachdrücklich für ein

vollständiges Verbot der Versuche

an Menschenaffen ein und werden

dafür sowohl im Rat als auch im

neuen Europäischen Parlament um

eine breite Unterstützung werben.


TAGSWAHL 2009

EN DIE PARTEIEN ZUM TIERSCHUTZ?

Der bmt hat aus diesem Anlass den fünf Parteien Fragen zu aktuellen Tierschutzthemen vorgelegt.

Nachfolgend finden Sie die von uns für das Magazin zusammengefassten Kernaussagen.

Aus den Aussagen geht hervor, wie die einzelnen Parteien bestimmte Tierschutzthemen einschätzen,

wo sie dringenden Handlungsbedarf sehen und wann den Status Quo für akzeptabel

halten. Wir hoffen, dass Ihnen die Antworten der fünf Parteien bei Ihrer Wahlentscheidung hilfreich

sein werden. Die ungekürzten Antworten haben wir für Sie auf unserer homepage

www.bmt-tierschutz.de eingestellt.

Gegen die Haltung von wildlebenden

Tieren in Zirkussen spricht sich

die FDP seit langem aus.

Keine Antwort

Dieser auf Freiwilligkeit basierende

Ansatz (Werbung für Produkte) bietet

der Wirtschaft die Möglichkeit, entsprechende

Marktlücken zu erschließen.

Die Verbraucher können durch

den Kauf bestimmter Produkte die

gewünschte Haltungsform in der

Landwirtschaft gezielt unterstützen.

Die FDP hat …ein besonderes Interesse

daran, dass in den laufenden

Verhandlungen ein ausgewogener

Kompromiss gefunden wird, um hohe

Schutzstandards bei Tierversuchen

bei gleichzeitiger Berücksichtigung

der Belange von Industrie und

Forschung EU-weit zu etablieren.

Ein Haltungsverbot bestimmter

nicht domestizierter Arten ist aus

grüner Sicht dringend erforderlich,

da eine tiergerechte Haltung unter

den Bedingungen eines mobilen-

Unternehmens grundsätzlich als

problematisch anzusehen ist.

Die Forderung nach Überarbeitung

des Säugetiergutachtens

unterstützen wir Grüne voll und

ganz.

Sie (= artgerechte Tierhaltung) bedeutet

nicht nur mehr Tierschutz, sondern auch

mehr Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen.

Im Rahmen eines Nachhaltigkeitssiegels

wollen wir eine Tierschutzkennzeichnung

für alle Lebensmittel, um

den VerbraucherInnen die Möglichkeit

zu geben, sich bewusst für Produkte aus

tiergerechter Haltung zu entscheiden.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN verfolgen

das Ziel, Tierversuche mittel- bis langfristig

abzuschaffen und durch tierversuchfreie

Methoden zu ersetzen. Wir

unterstützen ein vollständiges Verbot der

Versuche an Primaten. Wir setzen uns

außerdem ein für den Stopp des Einfangens

von wildlebenden Tieren für Tierversuche.

Versuche, die an Tieren, die

aus der Natur entnommen worden sind,

halten wir für ethisch nicht vertretbar.

W AHLPRÜFSTEINE

DIE LINKE sieht die Haltung von

Wildtieren in Zirkussen grundsätzlich

kritisch, weil tierschutzgerechte

Haltungsbedingungen nicht gesichert

sind.

Bereits seit längerer Zeit fordern

wir die komplette Überarbeitung

des überalterten Säugetiergutachtens.

Die Kennzeichnungspflicht für tierische

Produkte ist ein wichtiges

Mittel, um den Verbraucherinnen

und Verbrauchern die Wahl zwischen

Produkten die tiergerecht

und eben nicht tiergerecht produziert

wurden zu ermöglichen.

Generell setzt sich DIE LINKE für eine Paradigmenwechsel

bei Tierversuchen ein.

Tierversuche sollen demnach grundsätzlich

verboten und nur in Ausnahmefällen

gestattet werden. Ein erster Schritt

bei der Überarbeitung der EU-RL ist das

Verbot, Affen, Hunde und Katzen für den

Einsatz in Versuchen einzusetzen. Die

anderen Tierarten müssen folgen. Die

Verwendung von Wildfängen für Tierversuche

ist grundsätzlich zu verbieten.

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

6

W AHLPRÜFSTEINE

Zurzeit erarbeitet die EU-Kommission

eine Tierschutzschlachtverordnung.

Hierdurch kann sich in

Deutschland der Schutz von

Schlachttieren verschlechtern. Wäre

es Ihres Erachtens geboten, dass

Deutschland EU-weit mit gutem

Beispiel vorangeht und bestehende

Rechtsvorschriften zum Schutz der

Tiere zum Zeitpunkt der Tötung

weiterentwickelt, auch wenn dies

im Einzelfall über eine 1:1-Umsetzung

hinausgehen würde?

Für die meisten in der Landwirtschaft

gehaltenen Tierarten existieren

keine verbindlichen Haltungsvorschriften.

Bei einigen Haltungsformen

ist bekannt, dass sie mit erheblichen

Leiden und Schmerzen

für die Tiere verbunden sind, bspw.

in der intensiven Putenhaltung und

-zucht. Werden Sie sich dieser Problematik

annehmen?

Wie stehen Sie zur Frage, ob Tiere,

die mit Hilfe patentierter Genanalyse

gezüchtet wurden, unter

Patentschutz fallen?

Unterstützen Sie in der kommenden

Legislaturperiode eine Novellierung

des Tierschutzgesetzes?

Insbesondere im Hinblick auf die

Einführung einer Elektrokurzzeitbetäubung

beim religiös begründeten

betäubungslosen Schlachten

oder das Verbot der betäubungslosen

Kastration von Ferkeln?

Um den Vollzug bestehender Gesetze

zu verbessern, fordert der

bmt die Einführung der tierschutzrechtlichen

Verbandsklage

ein. Wie stehen Sie dazu?

Wir haben uns erfolgreich dafür

eingesetzt, dass wir die hohen

deutschen Anforderungen weiterhin

anwenden dürfen.

Von den noch nicht speziell geregelten

Bereichen sehen wir Vorschriften

für Mastkaninchen als dringlich an.

Hier werden wir Tierschutzanforderungen

formulieren. Zur tiergerechten

Mastputenhaltung gibt es bereits

bundeseinheitliche Eckwerte. ..

Wir wenden uns gegen Patente auf

Tiere und Pflanzen. Die Zucht von

landwirtschaftlichen Nutztieren

durch Kreuzung und Selektion

muss patentfrei bleiben.

Wir setzen uns dafür ein, dass sehr restriktiv

mit solchen Ausnahmeregelungen

(gemeint ist die Ausnahme von der

Betäubungspflicht) umgegangen wird

und tierschutzsichernde Auflagen erteilt

werden. Gesetzliche Regelungen stoßen

… auf erhebliche verfassungsrechtliche

Bedenken. Wir wollen keine Kastration

von Ferkeln mehr ohne Schmerzbehandlung….

Unser Ziel bleibt zudem

der völlige Verzicht auf die Kastration.

Ein Verbandsklagerechts für Tierschutzorganisationen

halten wir

nicht für notwendig oder zielführend.

Bundestagswa

WIE STEHEN DI

ZUM TIERS

Deutschland hat sich am Ende in

den Verhandlungen durchgesetzt,

so dass die hohen nationalen

Standards beibehalten werden

können. Wichtig ist jetzt, dass die

anderen EU-Mitgliedsstaaten ihre

Standards anheben müssen.

Eine Überarbeitung der Haltungsvorschriften

für Puten sollte in der

nächsten Legislaturperiode zusammen

mit Vertretern der Kontrollbehörden,

aber auch des Tierschutzes

angegangen werden.

Das lehnen wir ab. Wir brauchen

ein klares Verbot von Patenten auf

Tiere und Pflanzen und auf konventionelle

Züchtungsverfahren.

Die SPD unterstützt grundsätzlich ein

Verbot der betäubungslosen Kastration

von Ferkeln. … Ein Verbot läuft jedoch

dann ins Leere, wenn die Handlungsoptionen

für die landwirtschaftlichen Betriebe

nicht praxistauglich oder nicht

wirtschaftlich tragfähig sind… Erhebliche

verfassungsrechtliche Bedenken lassen

die Änderung des Tierschutzgesetzes

mit dem Ziel das betäubungslose

Schlachten zu verbieten, gegenwärtig

nicht zu.

Das Verbandsklagerecht hat sich im

Bereich des Umweltschutzes bewährt.

Daher steht die SPD einer

analogen Regelung im Bereich des

Tierschutzes positiv gegenüber.


hl 2009

E PARTEIEN

CHUTZ?

Die FDP hat …ein besonderes Interesse

daran, dass in den laufenden Verhandlungen

ein ausgewogener Kompromiss

gefunden wird, um hohe Schutzstandards

bei Tierversuchen bei gleichzeitiger

Berücksichtigung der Belange von

Industrie und Forschung EU-weit zu etablieren.

Deshalb tritt die FDP grundsätzlich

für eine EU-einheitliche Umsetzung

von Verordnungen und Richtlinien ein.

Nationale Alleingänge bergen die Gefahr

von Wettbewerbsverzerrungen. Zudem

kann auch der gewünschte höhere

Tierschutz durch entsprechende Verlagerungen

in benachbarten EU-Mitgliedstaaten

mit niedrigerem Tierschutzniveau

unterlaufen werden.

Nach Auffassung der FDP muss die

kommerzielle Käfighaltung von Kaninchen

in absehbarer Zeit beendet werden.

… Dazu müssen ausreichende wissenschaftliche

Erkenntnisse zur

Verfügung stehen, um eine artgerechte

Haltung von Kaninchen zu sichern.

Die FDP wendet sich gegen die Patentierung

von Tieren, die für die

landwirtschaftliche Tierhaltung von

Bedeutung sind.

Verbesserungen in den Bereichen Kastration

und Amputation sollten, wie

auch in anderen Bereichen, EU-weit angestrebt

werden, um ein Optimum an

Tierschutz zu gewährleisten und Wettbewerbsverzerrungen

zu Lasten der heimischen

Wirtschaft zu vermeiden. .. .

Ziel ist es, gänzlich auf die Kastration zu

verzichten, sobald ein praxistaugliches

Verfahren zur Verfügung steht.

Die FDP hat sich bislang keine abschließende

Meinung zu dieser Frage

gebildet.

Wir Grüne setzen uns schon seit langem

für strengere Schutzvorschriften bei der

Schlachtung ein. Falls sich dies nicht im

Rahmen einer europäischen Regelung

verwirklichen lässt, sprechen wir Grünen

uns nachdrücklich dafür aus, dass

Deutschland eine Vorreiterrolle im Tierschutz

einnimmt und diese Regelungen

national umsetzt.

Die so genannte Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

(TSchNutztV) muss erweitert

werden und verbindliche Haltungsvorschriften

für alle Tierarten

festlegen, die landwirtschaftlich genutzt

werden. … Jegliche Käfighaltung von

Legehennen muss ausnahmslos verboten

werden. Außerdem werden wir uns

dafür einsetzen, dass die Zucht von Puten

und anderen Masttieren, bei der bekannt

ist, dass sie zu Leiden und

Schmerzen der Tiere führt, entsprechend

dem Qualzuchtparagrafen des Tierschutzgesetzes

geprüft und ggf. verboten

wird.

Patente auf Tiere und Pflanzen lehnen

wir grundsätzlich ab.

Das Schlachten von Tieren ohne Betäubung

ist aus Tierschutzsicht absolut untragbar

und wird von uns abgelehnt.

Darüber hinaus sind wir der Ansicht,

dass die Elektrokurzzeitbetäubung eine

gangbare Lösung ist, die den beiden

Staatszielen Tierschutz und Religionsfreiheit

gleichermaßen Geltung verschaffen

kann.

Zur Verwirklichung eines effektiven Tierschutzes

im Sinne des Verfassungsgutes

Tierschutz und einer Stärkung der Rechte

der Tiere ist … ein Klagerecht für Tierschutzorganisationen

auf Bundesebene

unentbehrlich.

W AHLPRÜFSTEINE

DIE LINKE fordert umfassende Verbesserungen

des Tierschutzes auf Schlachthöfen.

In der jetzigen Form stellt der Entwurf

für eine neue EU weite

Schlachtverordnung einen Rückschritt

gegenüber geltendem nationalem Recht

dar. Deshalb ist er in dieser Form abzulehnen.

Zu den Tieren, bei denen besonders

häufig Defizite festgestellt werden,

gehören die Zucht- und Mastkaninchen

und die Puten. Deshalb fordert DIE LIN-

KE eine entsprechende Änderung des

Tierschutzgesetzes und Haltungsvorschriften

für alle landwirtschaftlichen

Tiere. Darüber hinaus fordert DIE LINKE

auch die Überarbeitung der bestehenden

Haltungsvorschriften nach den Kriterien

eines wirklichen Tierschutzes weg

von der Nutztierhaltung in industriellen

Strukturen.

DIE LINKE lehnt Biopatente jeglicher

Art und damit auch die darauf

basierenden Züchtungen ab.

Bei rituellen Schlachtmethoden strebt

DIE LINKE eine einvernehmliche Regelung

mit den Vertretern der Kirchen und

Religionsgemeinschaften auf der

Grundlage der Elektrokurzzeitbekämpfung

an. Bezüglich der betäubungslosen

Kastration von Ferkeln will DIE LINKE

ein Verbot der chirurgischen Kastration.

Sie hält die Kastration mit Betäubung

und nachträglicher Wundbehandlung

für ebenso fragwürdig, wie die Kastration

der Ferkel ohne Betäubung.

Auch DIE LINKE setzte sich seit Jahren

für die Einführung der tierschutzrechtlichen

Verbandsklage

ein. Sie lehnt die Feststellungsklage

als Alternative ab.

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

8

A KTUELL

KASTRATION VON FREIGÄNGERKATZEN

DIE ... UNTERLAUFEN STADT PADERBORN DEN TIERSCHUTZ

GEHT EINEN KONSEQUENTEN WEG

Zur Verhinderung der weiteren

unkontrollierten Vermehrung

von Katzen geht die Stadt Paderborn

seit Februar 2009 einen

mutigen und konsequenten

Weg: Sie ordnet die Kastration

von Katzen und Katern an, die

älter als 5 Monate sind und die

Möglichkeit zum Freigang haben.

Gleichzeitig unterliegen

diese Tiere der Kennzeichnungspflicht

mittels Tätowierung oder

Mikrochip. Die Stadt zieht damit

die Notbremse, um einer weiteren

Verelendung der Katzen vorzubeugen.

Von den meisten Katzenhaltern

wird die neue

Verordnung befürwortet.

Im Kreis Paderborn leben schätzungsweise

40.000 Katzen. Unkastriert sorgen

sie für eine Nachwuchsschwemme,

die kaum zu bewältigen ist. Immer

häufiger wurden halb verhungerte Katzen

im örtlichen Tierheim abgeben, bis

die Aufnahmekapazitäten überschritten

waren und keine Tiere mehr aufgenommen

werden konnten.

Auch die über 1.000 Kastrationen, die

durch die Tierschutzvereine vor Ort

jährlich vorgenommen wurden, konnten

an der Situation grundlegend nichts

ändern. Zu groß war der Anteil der unkastrierten

Katzen, die sich im Rahmen

des Freigangs paarten und so für weiteren

Nachwuchs sorgten.

Anders als viele Amtstierärzte ignorierte

Dr. Ralf Lang, der für Tierschutz zu-

ständige Veterinär des Kreises Paderborn,

das Problem nicht und trug überzeugend

vor, dass in diesem besonderen

Fall ein Eingriff in das Privatrecht

von Katzenhaltern gerechtfertigt sei.

Dr. Ralf Lang: "Die Katze ist das einzige

Haustier, von dem viele Halter glau-

Wer in Paderborn frei lebende Katzen füttert, muss nach der

neuen städtischen Verordnung auch für deren Kastration sorgen.

ben, sie müssten sich nicht um die

Nachkommen sorgen. Es kann nicht

angehen, dass zum einen immer mehr

Katzenelend produziert wird, das wir

tierschutzrechtlich nicht haben wollen,

und dass zum anderen, wenn der

Nachwuchs aufgegriffen und ins Tierheim

gebracht wird, der Steuerzahler

dafür aufkommen soll."

Einstimmig wurde die Kastrationspflicht

für Freigängerkatzen per Verordnung

am 22. September 2008 erlassen. Seit

Februar 2009 gilt in Paderborn die Kastrations-

und Kennzeichnungspflicht

für alle Freigängerkatzen ab einem Alter

von fünf Monaten.

Auf Antrag ausgenommen sind nur

Katzenzüchter, sofern eine Kontrolle

und Versorgung der Nachzucht glaubhaft

dargelegt wird. Dagegen müssen

Tierfreunde, die wildlebende Katzen

füttern, laut Verordnung für die Kastration

Sorge tragen.

Mit der Verordnung hat die Stadt Paderborn

eine Forderung umgesetzt, die

von Tierschutzseite seit Jahren immer

wieder formuliert wurde. Nur mit der

flächendeckenden Kastration der Freigängerkatzen

ist dem Katzenelend

nachhaltig zu begegnen!

Das Interesse anderer Kommunen an

der Umsetzung der Verordnung ist

groß. Selbst aus dem Ausland kamen

Anfragen. Der bmt dankt der Stadt Paderborn

für diesen mutigen Schritt und

hofft, dass viele weitere Kommunen

dem Vorbild der Stadt folgen werden.

Text: Dr. Jörg Styrie


SIND HAUSTIERE DOCH PFÄNDBAR?

§ 811c ZPO bestimmt, dass Haustiere, die im

häuslichen Bereich und nicht zu Erwerbszwecken

gehalten werden, nicht gepfändet werden dürfen.

Allerdings lässt die Vorschrift Ausnahmen zu,

wenn das Haustier von hohem Wert ist und die

Unpfändbarkeit für den Gläubiger eine ungerechtfertigte

Härte bedeuten würde.

Das Landgericht Berlin hat mit Beschluss vom

16.03.2007, 81 T 859/06 demgemäß entschieden,

dass wertvolle Haustiere unter Umständen gepfändet

werden können, wenn der Schuldner sich

hartnäckig weigert, Zahlungen zu leisten.

Im konkreten Fall handelte es sich bei

den Tieren um Koi-Karpfen und Papageien,

die das einzige pfändbare Vermögen

des Schuldners darstellten. Die

von der Schuldnerin dargelegte emotionale

Bindung an die Fische und Vögel

hat dahinter zurückzustehen. Der

RdT: Wann hat ein Tier einen

"hohen Wert"?

RA Frank Richter: Einen verbindlichen

Richtwert gibt es hier nicht, allerdings

werden in der Kommentarliteratur 250

Euro als Untergrenze angesetzt.

RdT: Können alle Haustiere gepfändet

werden, selbst Hunde,

denen man eine höhere Bindungsfähigkeit

an den Menschen

vergleichsweise

hohe Wert ist auch gegeben, wenn die

vom Gläubiger vorgetragenen Beträge

nicht erreichbar sein sollten.

Eine Rechtsschutzversicherung kann

die nicht unerheblichen Prozessrisiken,

unterstellt als z.B. Fischen (wie im

Urteil geschehen)?

RA Frank Richter: Die Regelung des

Abs. 2 ist eine Ausnahmeregelung.

Wenn ein hoher Wert gegeben ist, muss

das Gericht die berechtigten Interessen

des Schuldners berücksichtigen, also

insbesondere seine Bindung an das

Tier.

RdT: Können auch Mischlinge

gepfändet werden, die (sicher)

weniger materiellen als ideellen

Wert für ihre Besitzer haben?

RA Frank Richter: Grundsätzlich ja,

wenn die o.g. Voraussetzungen erfüllt

sind.

RdT: Werden die Mischlinge durch

ihre Ausbildung (z.B. Suchhund

etc.) wertvoller im Sinne des Gesetzes

und damit ebenfalls

pfändbar?

RA Frank Richter: Wertvoll im Sinne des

R ECHTSSPRECHUNG

WENN HUND&CO FÜR SCHULDEN DER BESITZER BEZAHLEN …

die durch die Notwendigkeit von Gutachten

ggf. verschärft werden, abfedern

(...).

Rechtsanwalt Frank Richter (im Bild)

anwalt@richterrecht.com

www.richterrecht.com

KURZINTERVIEW MIT RECHTSANWALT FRANK RICHTER

Auch Mischlinge können grundsätzlich gepfändet werden

Gesetzes sind sie, wenn sie wirtschaftlich

wertvoll sind, also steigt der Wert

mit jeder Leistungsprüfung oder Ausbildung.

Das Tier darf aber nicht zu Erwerbszwecken

gehalten werden, sonst

ist es schon kein Haustier. Blindenhunde

bspw. sind zwar recht wertvoll, aber

für ihren (blinden!) Halter auch besonders

wichtig und daher nicht pfändbar.

RdT: Was passiert mit den gepfändeten

Tieren? Wer verkauft

sie wie und wo? Wer kümmert

sich darum, ob die neue Unterbringung

tiergerecht ist? Kann

der ehemalige Besitzer sie u.U.

"zurückkaufen"?

RA Frank Richter: Die Tiere werden vom

Gerichtsvollzieher mitgenommen, an

geeigneter Stelle untergebracht und

versteigert. Dort kann jeder mitbieten,

der die nötige Barschaft vorweisen

kann.

Text: Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

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I NTERVIEW

RdT: Für ein Verbot von Tierversuchen

für Kosmetika in Europa

haben Tierschützer lange gekämpft...

Dr. Ursula Sauer: Das ist richtig.

Dieses Tierversuchsverbot wurde 2003

nach jahrelangem Hin und Her verabschiedet.

Es steht in der Europäischen

Kosmetikrichtlinie. Aber dieses Gesetz

ist reichlich kompliziert, Zeichen für den

damals mühsam ausgehandelten

Kompromiss...

Um das Tierversuchsverbot zu erläutern,

will ich erst mal einige Begriffe erklären:

Das Gesetz unterscheidet zwischen

kosmetischen Produkten, also

den fertigen Seifen, Cremes, Lippen-

NACHGEFRAGT:

“Wie ist das jetzt mit Seife,

stiften etc., und den so genannten kosmetischen

Inhaltsstoffen und Gemischen

von Inhaltsstoffen, also den Bestandteilen

fertiger Kosmetika.

Weiterhin unterscheidet das Gesetz

zwischen einem Testverbot, also dem

Verbot, einen Tierversuch durchzuführen,

und einem Vermarktungsverbot,

also dem Verbot, ein kosmetisches Produkt

zu verkaufen, wenn dafür ein Tierversuch

durchgeführt wurde.

RdT: Warum die gesetzliche

Unterscheidung zwischen Testund

Vermarktungsverbot?

Dr. Ursula Sauer: Die EU kann nur

innerhalb der EU die Durchführung eines

Tierversuchs verbieten, also das

Testverbot aussprechen, nicht aber in

Ländern außerhalb der EU. Und damit

eben bei uns keine Kosmetika mehr

verkauft werden dürfen, die außerhalb

der EU an Tierversuchen getestet wurden,

gibt es zusätzlich zum Testverbot

das Vermarktungsverbot.

RdT: … klingt nach konsequentem

Vorgehen. Wo liegt nun das Problem?

Dr. Ursula Sauer: Kompliziert wird

es durch Ausnahmeregelungen und

zeitlich differierendes Inkrafttreten der

TIERVERSUCHSFREIE KOSMETIK

Tierversuche für Kosmetika sind in der gesamten

Europäischen Union verboten. Doch

für Verbraucher hat sich damit nicht viel geändert,

denn es ist nach wie vor schwierig,

tierversuchsfreie Kosmetik auf dem Markt

zu bekommen. Wer Produkte kaufen möchte,

die nicht im Tierversuch getestet wurden,

muss weiterhin die Positivliste des Deutschen

Tierschutzbundes zu Rate ziehen.

Was das Gesetz so kompliziert

macht, erklärt Dr. Ursula Sauer

im Gespräch mit dem RdT.

Die promovierte Tierärztin

beschäftigt sich seit über 17 Jahren mit Alternativen zu Tierversuchen und arbeitet als

selbständige Wissenschaftliche Beraterin in diesem Themenbereich.

unterschiedlichen Verbote: So dürfen

seit dem 11. September 2004 in der

Europäischen Union keine Tierversuche

für fertige kosmetische Produkte

mehr durchgeführt werden. Aber das

Testverbot für kosmetische Inhaltsstoffe

trat leider erst dieses Jahr, nämlich am

11. März 2009, in Kraft.

Das Vermarktungsverbot hingegen tritt

sogar nur schrittweise in Kraft: Ebenfalls

erst seit diesem Jahr, dem 11.

März 2009, ist es verboten, in der EU

Kosmetika zu verkaufen, wenn ihre Inhaltsstoffe

oder ihre fertige Zusammensetzung

in Tierversuchen getestet

wurden. Und das Vermarktungsverbot

ab diesem Termin gilt sogar

nur für bestimmte Tierversuche, nämlich

die, in denen z.B. untersucht wird,

ob die Stoffe giftig sind, wenn sie Versuchstieren

ein einziges Mal gegeben

werden oder wenn sie auf die Haut aufgetragen

oder in die Augen eingeträufelt

werden.

Der Verkauf von Kosmetika, deren Zusammensetzung

oder Inhaltsstoffe in

bestimmten anderen Tierversuchen getestet

wurde, wird hingegen erst in vier

Jahren, am 11. März 2013, verboten.

Und das sind gerade die Versuche, in

denen die Tiere über längere Zeit leiden:

Die Tests, in denen untersucht


Creme und Lippenstift?”

IST WEITER NUR SCHWIERIG ZU BEKOMMEN

wird, ob die Stoffe giftig sind, wenn sie

den Tieren immer wieder gegeben werden,

und die, in denen überprüft wird,

ob die Nachkommen der Versuchstiere

Vergiftungserscheinungen zeigen.

Auch der Verkauf von Kosmetika, zu

denen im Tier untersucht wurde, wie

die Stoffe und Kosmetika vom Körper

aufgenommen, im Körper verteilt und

wieder ausgeschieden werden, wird

erst im März 2013 verboten.

RdT: So lässt die Kosmetikrichtlinie

also mehrere Hintertürchen

für die Industrie offen…

Corina Gericke et. al.

“WAS SIE SCHON IMMER ÜBER TIERVER-

SUCHE WISSEN WOLLTEN”

Daten und Fakten

Ob für Schulreferate,

als

Nachschlagewerk

oder Diskussionsgrundlage

- das Buch

ist eine unentbehrliche

Grundlage zum

Thema Tierversuche.

In 74 Fragen und 74 klaren, prägnanten

Antworten wird der Themenkomplex

umfassend dargestellt. Die Autoren

machen Schluss mit der Behauptung, es

gehe nicht ohne Versuche.

Dr. Ursula Sauer: Richtig. So gilt die

Kosmetikrichtlinie zum Beispiel nur für

solche Stoffe, die unmittelbar in Kosmetika

verwendet werden. Stoffe, die

die Industrie z.B. zunächst für Farben

oder Lacke entwickelt und erst nach ihrer

Markteinführung für Kosmetika verwenden

möchte, fallen unter die Chemikalienverordnung.

Und dort ist

vorgeschrieben, dass sie in Tierversuchen

getestet werden müssen.

RdT: Das heißt in letzter Konsequenz:

Wer sicher gehen will,

dass seine Produkte nicht am Tier

getestet wurden, muss wie bisher

auf Kosmetika zurückgreifen, die

vom Deutschen Tierschutzbund

als "tierversuchsfrei" eingestuft

wurden?

Dr. Ursula Sauer: Unbedingt. Dies

gilt umso mehr, weil solche Kosmetika

auch auf weiteres Tierleid verzichten:

Sie enthalten keine Stoffe, wie Bärengalle,

Moschus, Schildkrötenöl oder

Seidenpulver, deren Gewinnung mit

Tierquälerei, dem Töten von Tieren

oder gar der Ausrottung von Tierarten

verbunden ist. Zusätzlich dürfen Rohstoffe,

die von toten Tieren gewonnen

werden, gar nicht verwendet werden,

und Rohstoffe von lebenden Tieren, wie

Milch, Eigelb und Honig, sollen aus

ökologischer Tierhaltung stammen.

RdT: Ihre Aussagen lassen Zweifel

aufkommen, ob das europäische

Tierversuchsverbot überhaupt

etwas bewirkt?

Dr. Ursula Sauer: Doch, auf jeden

Fall! Das Tierversuchsverbot in der Kosmetikrichtlinie

ist ein wichtiges politisches

Signal. Zumindest in diesem Bereich

hat die Europäische Union eine

Kehrtwende weg vom Tierversuch eingeleitet.

Außerdem ist ganz eindeutig

zu erkennen, dass das Tierversuchsverbot

dazu geführt hat, dass vermehrt

tierversuchsfreie Verfahren entwickelt

werden. Die düsteren Prophezeiungen,

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T IERSCHUTZPOLITIK I

die uns Tierschützern entgegengeschallt

sind, als wir für das Tierversuchsverbot

gekämpft haben, sind in

keiner Weise eingetreten: Die Erforschung

neuer Kosmetika ist durch das

Tierversuchsverbot nicht zum Erliegen

gekommen, sondern hat der Forschung

im Gegenteil einen wichtigen

Impuls gegeben.

RdT: Wie geht es jetzt weiter?

Dr. Ursula Sauer: Wir Tierschützer

machen weiter, bis Tierversuche in allen

Forschungsbereichen verboten

sind. Wie gesagt, die Entwicklung von

Kosmetika ist eng mit der Chemikaliengesetzgebung

verbunden.

Erst wenn auch für Chemikalien moderne

- und zuverlässigere! - Prüfstrategien

mit tierversuchsfreien Verfahren

anstelle der veralteten Tierversuche

verankert sind, sind alle Kosmetika

wirklich tierversuchsfrei - zugunsten

von Mensch und Tier.

Umgekehrt können tierversuchsfreie

Verfahren, die für die Kosmetiktestung

entwickelt werden, zumeist auch für die

Chemikalienprüfung eingesetzt werden.

So dient jede Erforschung tierversuchsfreier

Verfahren der Vermeidung

vieler verschiedener Tierversuche.

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

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Foto: Sophia Bossenz

VON INGOLF BOSSENZ:

Das RdT veröffentlicht diesen Artikel mit freundlicher

Genehmigung des Autors. Erstveröffentlicht

im “Neuen Deutschland” am 4.7.2009

Über ein System, in dem es Milliarden

Opfer gibt, aber keine Täter

Während sich Japans Öffentlichkeit um das

Überleben einer Wasserschildkröte bemüht, ...

Namen können schützen. Wenn Menschen Tieren einen "persönlichen"

Namen geben, werden diese von abstrakten Objekten

zu individuellen Wesen. Sie haben dann gute Chancen,

gehegt, gepflegt, ver- und umsorgt zu werden.

"Yu" hatte dieses Glück. Die Meeresschildkröte war bei einem

Hai-Angriff schwer verletzt und mit versehrten Vorderpaddeln

vor der Südwestküste Japans gefunden worden. Fürsorgliche

Menschen gaben ihr den Namen "Yu". Nun sollen Prothesen

der weiblichen Karettschildkröte ihre Schwimmfähigkeit zurückgeben.

Die Vereinigung zum Schutz der Wasserschildkröten

rief eigens eine Stiftung ins Leben, um Geld für die

Herstellung der Prothesen einzuwerben. Diese sollen vom

größten Prothesenhersteller Japans, Kawamura Gishi, in der

Präfektur Osaka gefertigt werden. Eine Sprecherin der Firma

nannte das Vorhaben eine "schwierige Herausforderung".

Aber die Leidenschaft der Tierschützer sei so bewegend gewesen,

"dass wir uns entschlossen, das Projekt zu unterstützen".

“DAS DILEMMA DER MENSCHLI

Zur selben Zeit, als diese Meldung um die Welt ging, wurden

700 Kilometer südlich der japanischen Hauptstadt Tokio Tausende

Delfine massakriert. Mit Haken, Harpunen und Messern

fielen die Treibjäger über ihre wehrlose Beute her, deren

Blut das Wasser in der Bucht von Taiji rot färbte. Als

zivilisatorischer Firnis für das alljährliche Massentöten dient

der Verweis auf die japanische Esskultur. Trotz der Hunderte

von Walen, die Japans Flotte jedes Jahr zu "wissenschaftlichen"

Zwecken umbringt, besteht zusätzlicher Bedarf nach

derlei Delikatessen.

Solchen asiatisch-barbarischen Zuständen setzt Europa seine

dem Geist der Aufklärung verpflichtete Ordnung entgegen:

Die Ordnung des Schlachthauses. Rund fünf Milliarden

Tiere (ohne Wassertiere) werden in der EU jedes Jahr für den

Verzehr geschlachtet. Darunter sind beispielsweise Hunderte

Millionen Schweine

- die Delfinen an

Intelligenz und sozialem

Verhalten

kaum nachstehen.

"Schlachten per

Fließband, Schweinefleischgewinnung

mittels angewandter

Mathematik",

schrieb der Schrift-

... bleibt das alljährliche Delfin-

Massaker im Land unbeachtet

steller Upton Sinclair (1878-1968) vor gut 100 Jahren über

die Chicagoer Schlachthöfe und konstatierte: "Dennoch

konnte selbst der unsentimentalste Mensch nicht umhin, an

die Tiere zu denken. Sie waren so arglos, trotteten so vertrauens

selig herbei, wirkten in ihrem Protest so menschlich

- und waren mit ihm so im Recht!"

Indes: "An die Tiere zu denken" hat bis heute nicht

viel gebracht. Die Conditio sine qua non für die immer

wieder propagierte "Humanisierung" des

Schlachtens ist und bleibt dessen Abschaffung.

Denn die industrielle "Produktion" von Fleisch gehört

auch im 21. Jahrhundert zum Schaurigsten

und Abstoßendsten, was sich auf Erden abspielt.

Dieses unlösbare Dilemma zeigt die neue Schlachttier-Verordnung

der Europäischen Union.


CHEN SEITE”

Ziel ist die "Minimierung von Leid und Vermeidung von

Schmerzen im Verlauf des gesamten Schlachtvorgangs",

heißt es in bester Bürokratensprache.

Gar einen "Tierschutzbeauftragten" sollen Schlachthöfe ernennen.

"Tierschutz", wenn Hühner im Elektrobad zu Tode gebracht

und Schweine in speziellen Kabinen ver-, Pardon, begast

werden? Das erinnert dann doch sehr an den Priester,

der einem den Tod wegredet, um einen Ausspruch von Elias

Canetti (1905-1994) zu gebrauchen, mit dem der Dichter bei

einer Schlachthausbesichtigung auf den dortigen Gebrauch

des Wortes "human" reagierte.

Erst 2013 soll die neue Verordnung in Kraft treten. Kein Problem.

Ist doch der "Verbraucher" über 140 Jahre nach Eröffnung

der Union Stock Yards von Chicago und dem folgenden

Siegeszug der Massentötung am Fließband ausreichend

domestiziert, auch ohne ausdrückliche "Minimierung von

Leid" die Profite der Fleischindustrie zu realisieren. Wie die

Zentralgenossenschaft des deutschen Fleischergewerbes dieser

Tage mitteilte, sind ungeachtet aller Krisenpropaganda

die Marktverhältnisse "stabil und in Teilbereichen von

Wachstum geprägt". Die mehr als 150 000 Arbeitsplätze im

Fleischerhandwerk erwiesen sich als "äußerst stabil", hieß es.

Doch was sind für die veröffentlichte Meinung Millionen

Schweine gegen eine Fliege, wenn sie nur PR-gerecht erschlagen

wird! Gibt man bei der Internet-Suchmaschine

Google die Begriffe "Obama Abrüstung" ein, erscheinen rund

100 000 Treffer. Die Kombination "Obama Fliege" erzielt indes

bis zum Dreifachen dieser Zahl. Selbst die Seiten abgerechnet,

die sich nicht direkt auf die bizarre Begebenheit im

Weißen Haus in der vorvergangenen Woche beziehen, zeigt

dieses beeindruckende Ergebnis,

dass ein

noch

E SSAY

so banaler Vorgang die Weihen des Spektakulären erhält,

wenn nur ein entsprechend prominenter Zeitgenosse darin

involviert ist.

Das mediale Echo

auf das eigenhändige

Erschlagen einer

Fliege durch

den mächtigsten

Mann der Welt vor

laufenden Fernsehkameras

war nicht

weniger enthüllend

als der Akt selbst.

US-Präsident erschlägt Fliege

Kommentare in

den US-Medien ("Wow", "Toll, was unsere Präsidenten für Reflexe

haben") zeigten das übliche Schranzengehabe, mit dem

man sich für den gönnerhaften Umgang der Obrigkeit mit

der "Vierten Gewalt" revanchiert. Die deutsche Presse wartete

mit den gängigen Kalauern auf. Bei der Nachrichtenagentur

dpa wurde ein "Störenfried" "zur Strecke gebracht".

Spiegel-online sah den US-Präsidenten "dynamisch, skrupellos,

entschlossen" beweisen, "dass er durchaus kein liberales

Weichei ist". Die "Augsburger Allgemeine" faselte von "Killerinstinkt".

Immerhin hat auch das Banale seine tieferen Schichten. Vor

einigen Jahren sprach ich mit dem US-amerikanischen Philosophen

Tom Regan (geb. 1938) von der North Carolina State

University in Raleigh. Regans Spezialdisziplin ist die Philosophie

der Tierrechte. Sein Buch "The Case for Animal Rights"

ist ein Standardwerk der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung.

Auf meine Bemerkung, der Begriff Tierrechte sei

sehr pauschal, da es schließlich Affen wie Ameisen gebe und

eine Menge dazwischen, antwortete Regan: "Natürlich fällt

uns die Entscheidung darüber leichter bei Tieren, die uns als

Menschen näherstehen, wie es bei den Primaten der Fall ist.

Aber es geht hier um allgemeine moralische Grundsätze.

Und deren Anwendung ist zunächst einmal unabhängig

davon, ob ein Tier groß oder klein ist. Wenn wir uns

darüber erst einmal im Klaren sind, wird beispielsweise

auch das achtlose Töten von Insekten in einem

anderen Licht erscheinen."

Es war der große Humanist Albert Schweitzer

(1875-1965), der ebenfalls die Ansicht vertrat,

dass sich der von Tom Regan postulierte "moralische

Grundsatz" symbolisch - aber nicht nur - an

einem Insekt festmachen lässt. Der Theologe,

Philosoph und Mediziner wählte bezeichnenderweise

nicht explizit die "großen Tiere", um seine uni-

"Siegeszug der Massentötung am Fließband" - in der EU

werden pro Jahr fünf Milliarden Tiere (ohne Meerestiere) geschlachtet!

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

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INGOLF BOSSENZ:

versale Ethik der "Ehrfurcht vor dem Leben" zu veranschaulichen.

"Indem ich einem Insekt aus der Not helfe, tue ich

nichts anderes, als dass ich versuche, etwas von der immer

"Immer neue Schuld des Menschen an der Kreatur"

neuen Schuld des Menschen an der Kreatur abzutragen",

schrieb er. In "Mein Wort an die Menschen" betonte Schweitzer,

diese Ethik mache "keinen Unterschied zwischen wertvollerem

und weniger wertvollem, höherem und niederem

Leben". Denn: "Die Konsequenz dieser Unterscheidung ist

dann die Ansicht, dass es wertloses Leben gebe, dessen Vernichtung

oder Beeinträchtigung erlaubt sei."

Albert Schweitzer formulierte zugleich eine zentrale Tatsache

im Bewusstsein der Menschen: "Ich bin Leben, das leben will,

inmitten von Leben, das leben will." Der Mensch muss also

zwangsläufig anderes Leben beeinträchtigen, stören, einengen,

auch vernichten.

Das ist aber nur die eine, in der Regel betonte und überbetonte

Seite dieser Sentenz. Die unbequeme, vernachlässigte

und verdrängte Seite ist das andere "Leben, das leben

will", die daraus erwachsende ethische Forderung nach

Rücksichtnahme, Mitfühlen und Mitleiden. Wo die Umsetzung

dieser Forderung beginnt, welche Lebewesen sie einschließt

und welche sie ausgrenzt und aus welchen Gründen,

ist ein Gradmesser für das, was als humanitas

bezeichnet wird, als Humanität. "Allein schon ein Abblasen

der Milliarden von Tieren verbrauchenden Tierversuche",

betont der Kultur- philosoph Hubertus Mynarek (geb.

1929), "wäre eine fühlbare, geradezu ›kosmische Erleichterung‹

für die geschundene Kreatur."

“Das Dilemma der menschlichen Seite” - Über ein System,

Im Mai 2005 hielt Bundesentwicklungsministerin Heidemarie

Wieczorek-Zeul eine Rede auf der Gedenkfeier zum 60.

Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau.

Dabei erinnerte sie an einen der Überlebenden dieses KZ, an

Edgar Kupfer-Koberwitz (1906-1991). Der Dichter und

Schriftsteller wurde bekannt durch seine "Dachauer Tagebücher",

die eine wichtige Informationsquelle über das Dasein

in den Lagerhöllen der Nazis sind.

Was indes weit weniger bekannt ist: Kupfer-Koberwitz schrieb

aus seinen schmerzvollen Erfahrungen heraus auch das Buch

"Die Tierbrüder". Einer der Texte in diesem Werk beschäftigt

sich mit dem Angeln. Allerdings nicht mit dem - "Petrijüngern"

zufolge angeblich gar nicht existenten - Leiden der an Widerhaken

zappelnden Fische, sondern mit dem Mensch und Tier

-versteinerte Verhältnisse?

Leiden des sogenannten Köders: "Der Wurm in seiner Qual

windet sich auf dem Haken. Unvorstellbarer Schmerz - grässlicher,

langsamer Tod! Wäre er ein Mensch, würde er sicherlich

verzweifelt fragen, ob es möglich sei, dass die Gottheit

solches geschehen lasse. ... Der Angler aber sitzt am Wasser,

... lauscht dem Gesang der Vögel und freut sich, dass diese

kleinen Sänger heute in unseren Gegenden ein sicheres, geschütztes

Leben haben, frei von Nachstellungen durch den

Menschen, dank einer Gesellschaft, zu der auch er als anerkannt

wertvolles Mitglied gehört: dem Tierschutzverein."

Mitleid mit einem Wurm?! Undenkbar, dass diese Ausführungen

bei einer offiziellen Feierlichkeit zitiert würden. Indes

legen gerade sie den Urgrund eines universalen Humanismus,

eines Mitleidens mit allem Lebendigen auf eine überraschende

und faszinierende Weise frei. Auch seinen Vegetarismus

begründete

Kupfer-Koberwitz

mit dem Verweis

auf

sein


in dem es Milliarden Opfer gibt, aber keine Täter

Schicksal: "Ich esse keine Tiere, weil ich mich nicht von dem

Leiden und Tode anderer Geschöpfe ernähren will - denn ich

habe selbst so viel gelitten, dass ich fremdes Leid empfinden

kann, eben vermöge meines eigenen Leides." Ethisch motivierte

Opposition gegen strukturelle Schlachthausgewalt.

Eine der neuesten und zugleich bemerkenswertesten Veröffentlichungen

zu diesem Thema stammt von dem US-amerikanischen

Philosophen Mark Rowlands (geb. 1962).* Er lebte

elf Jahre mit einem Wolf zusammen, den er als Welpen

gekauft und aufgezogen hatte. Diese lange Symbiose eines

Menschen mit einem "wilden" Tier führten bei Rowlands zu

Überlegungen, wie Tiere in gesellschaftsvertraglichen Auffassungen

von Moral ihren Platz finden können. Der Philosophieprofessor

gelangte zu der Überzeugung, dass bei einem

derartigen Gesellschaftsvertrag Vegetarismus, besser

noch Veganismus - also der Verzicht auf alle tierlichen Produkte

-, ein Grundzug der menschlichen Lebensweise sein

müsse: "Das vitale Interesse von Tieren, ein elendes Leben

und einen grässlichen Tod zu vermeiden, wiegt erheblich

schwerer als das recht triviale Interesse von Menschen an ihren

Gaumenfreuden."

Der tschechische Schriftsteller Milan Kundera (geb. 1929)

schrieb in seinem Roman "Die unerträgliche Leichtigkeit des

Seins": "Die wahre moralische Prüfung der Menschheit, die

elementarste Prüfung (die so tief im Innern verankert ist, dass

sie sich unserem Blick entzieht) äußert sich in der Beziehung

der Menschen zu denen, die ihnen ausgeliefert sind: zu den

Tieren. Und gerade hier ist es zum grundlegenden Versagen

des Menschen gekommen, zu einem so grundlegenden Versagen,

dass sich alle anderen aus ihm ableiten lassen." Zweifellos

zeigt die Art und Weise der Behandlung von Macht-und

Hilflosen, wofür Tiere prädestinierte Kandidaten sind, am

meisten über einen Menschen.

Doch diese "Behandlung" ist in der Industriegesellschaft -

von Haustieren abgesehen - so separiert und arbeitsteilig

aufgesplittert, dass sich Schuldgefühle

ebenso wie Schuldzuweisungen im endlosen

Herrschaftsraum des "Man" verlieren. "Man"

isst Fleisch, "man" lässt schlachten, "man"

kann ohnehin nichts ändern. "Man" hat

selbst saubere Hände.

Rowlands bemerkt, "dass der größte

Teil des von Menschen bewirkten Bösen

nicht von Heimtücke, sondern von

dem Unwillen herrührt, seine moralische

und epistemische Pflicht zu erfüllen".

"Leben, das leben will" - der Mensch stellt sich seiner

ethischen Verantwortung gegenüber seinen Mit-Lebewesen nicht!

Die Philosophie versteht unter epistemischer Pflicht (Epistemologie

= Erkenntnistheorie) die Aufgabe, Überzeugungen

einer kritischen Prüfung zu unterziehen, ob sie aufgrund des

verfügbaren Beweis-und Indizienmaterials weiter gerechtfertigt

sind. Beispielsweise durch die Frage, ob der Verzicht auf

Fleisch bei sich selbst und anderen Wesen Leiden erzeugen

würde, die größer wären als die Qualen der gemetzelten

Tiere.

Schon sehen besorgte

Journalisten

eine neue Weltkrise

durch den massenhaften

Anbau von

Soja für die Herstellung

von Tofu-Produktenheraufdämmern

(TAZ: "Tofu in

der Kulturkritik").

Andere beklagen

bereits jetzt das

drohende Aussterben von "Nutztieren". Bewährte Methoden,

eine Entwicklung, die bislang - leider - gerade einmal in Ansätzen

zu beobachten ist, zum Katastrophenszenario auszuweiten

und dabei die tagtägliche Katastrophe auszublenden,

die durch exzessive Viehzucht und -haltung nicht zuletzt ökologisch

und insbesondere in der Dritten Welt stattfindet. Und

zur Sorge um den künftigen Bestand von Tieren, die zu nichts

anderem existieren, als verspeist zu werden, fand der Berner

Philosophieprofessor Klaus Petrus den treffenden Satz: "Lasst

sie in Würde aussterben."

Die Etablierung und Akzeptanz des Schlachthaussystems hat

zu dem Paradox geführt, dass es Jahr für Jahr Milliarden von

Opfern gibt, aber keine Täter. Denn die in "äußerst stabilen"

Arbeitsverhältnissen stehenden 150 000 Beschäftigten im

deutschen Fleischerhandwerk agieren schließlich im "gesellschaftlichen

Auftrag". Somit sind es die Anonymität der "Verbraucher"

und die Namenlosigkeit der "Verbrauchten", die eine

fatale, tödliche, gleichwohl organische Einheit bilden.

Aufbrechen kann diese Einheit letztlich nur eine Seite: die

menschliche.

*Mark Rowlands: Der Philosoph und der Wolf. Was ein wildes Tier

uns lehrt. Aus dem Amerikanischen von Bernd Rullkötter. Roger &

Bernhard bei Zweitausendeins. 285 S., geb., 19,90 Euro.

http://www.neues-deutschland.de/artikel/

151609.das-dilemma-der-menschlichen-seite.html

E SSAY

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

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U NGARN

RdT: Wie viel Hunde können Sie

maximal in der Quarantäne

unterbringen?

Karsten Plücker: 20 Hunde, weil

wir verträgliche Tiere zusammen in einen

Zwinger setzen.

RdT: Mit der Errichtung der Quarantäne

verfolgen Sie (noch) ein

Ziel, nämlich die Schließung der

nahe gelegenen Hundefängeranlage.

Karsten Plücker: Richtig, obwohl es

im Augenblick nicht danach aussieht.

Denn gleichzeitig mit unseren Arbeiten

Fortschritte im Tierheim Kisku

"Endlich!", sagt Karsten Plücker erleichtert,

als er nach langem Warten im Mai

2009 die offizielle Genehmigung der

Gemeinde zum Bau der Quarantäne

auf seinem Tierheimgelände in Kiskunhalas

erhält. Zügig wird mit den Vorarbeiten

wie dem Ausbau der Grube begonnen.

In einer Bravourleistung bauen Karsten

Plücker und sein bewährtes ehrenamt-

In nur drei Tagen baut das ehrenamtliche Team um Karsten

liches Team aus Kassel in nur drei Tagen

bei hochsommerlichen Juli-Temperaturen

über 35 Grad die Quarantäne auf. Hinter der

kleinen Tierklinik stehen nun zehn Zwinger, jeweils

12 Quadratmeter groß, mit isolierten Hundehütten

eingerichtet und eigenem Freilauf versehen, sowie

drei Wohncontainer mit Wasser- und Stromanschluss.

Darin können Welpen und Katzen in Quarantäne

genommen werden.

Vielen Dank für diesen

großartigen Einsatz an das Team!

bmt-Auslandstierschutz

... UND WARUM UNGARISCHE HUNDE KEINE TREPPEN

an der Quarantäne

wurde die städtische

Hundefängeranlage

um mehrere Zwinger

erweitert. Unglücklicherweise

stehen die Elemente

auch noch in praller

Sonne, ohne Schutz- oder

Rückzugsmöglichkeiten für die

Hunde. Abgesehen vom mangelhaften

Witterungsschutz war diese Erweiterung

überflüssig und kostenintensiv,

denn unser Angebot, die Hunde gleich

im Tierheim aufzunehmen und sie bei

uns die vorgeschriebene Quarantänefrist

durchlaufen zu lassen, ist ja durch

die Fertigstellung der Quarantäne umsetzbar

geworden.

RdT: Genügend Vorstöße in den

letzten Monaten haben Sie ja

diesbezüglich an die Gemeinde

Kiskunhalas gemacht. Wie wollen

Sie nun, nach dem überraschenden

Erweiterungsbau an der alten

Hundefängeranlage, vorgehen?

Karsten Plücker: Ende September

werden wir auf dem Tierheimgelände

den Bauabschluss

der Quarantäne feiern und

den Bürgermeister von Kiskunhalas

persönlich einladen und im Tierheim

herumführen. Die Gespräche hinsichtlich

der Schließung der Hundefängeranlage

werden allerdings meine ungarischen

Freunde führen, denn nach

unserer Erfahrung nehmen Entscheidungsträger

Argumente ihrer Landsleute

eher auf als von Ausländern.

RdT: Sind Sie zuversichtlich, dass

sich der Bürgermeister eines Tages

entschließen wird, die Hundefängeranlage

dicht zu machen?

Karsten Plücker: Ja, es gibt deutli-


nhalas ...

STEIGEN

PECS

che Fortschritte in diese Richtung.

Als wir 2004 das Tierheim

aufbauten, war die Hundefängeranlage

noch die

Endstation für gefangene Hunde.

Entweder verhungerten die

Tiere, brachten sich gegenseitig um

oder wurden nach 14 Tagen vom Hundefänger

getötet. Die Kadaver haben

wir immer wieder in den Mülltonnen

auf dem Gelände gefunden.

Heute haben die Hunde ordentliche

Zwinger (bis auf den oben erwähnten

fehlenden Witterungsschutz), werden

getränkt, gefüttert und nach der gesetzlich

vorgeschriebenen Frist von

zwei Wochen zu uns ins Tierheim gebracht.

Welpen und kranke Hunde

dürfen wir vorab aufnehmen. Zum

Hundefänger besteht ein guter Kontakt;

nur so können wir gewährleisten,

dass er mit den Tieren fair umgeht und

uns alles über die Hunde sagt, was uns

für spätere Vermittlungen nützt.

RdT: Gibt es besondere Aspekte,

die bei der Aufnahme eines "Ungarn"

beachtet werden müssen?

BUDAPEST

UNGA R N

KISKUNHALAS

Plücker die zehn Zwinger für die Quarantäne in Kiskunhalas auf

Auf diesem Bild sehen Sie

die kleine Tierklinik,

dahinter die neue

Quarantäne

Karsten Plücker: Das ist abhängig

davon, wie er vorher gelebt

hat. Isoliert gehaltene Tiere,

wie Ketten- oder Zwingerhunde,

bringen kaum Sozialverträglichkeit

mit - das ist die erste große

Überraschung für Interessenten.

Sie denken, dass alle Auslandshunde

per se sozialverträglich

sind, aber das gilt natürlich hauptsächlich

für die meist in Rudeln lebenden

Straßenhunde, die es, anders

als in Rumänien oder

Spanien etc., in Ungarn kaum

(noch) gibt.

Ein ungarischer Wachhund, angepflockt

oder gekettet an einen

Pfahl in der Erde, hat keine Kontakte

zu Artgenossen...er hat genug

mit seinem Überleben zu tun,

dass ihm ohne ausreichendes Futter

und fehlende Schutzmaßnahmen

wie zum Beispiel einer Hundehütte

schwer genug fällt.

RdT: Was sind das dann für

Hunde, die der Hundefänger

aufgreift?

Karsten Plücker: Oft sind es

ausgesetzte, "unbrauchbar" gewordene

ehemalige Wachhunde

oder ausgebüchste Tiere. Denn

manche Hofbesitzer lassen ihre

Ketten- und Zwingerhunde am

Abend frei laufen, damit sie sich

A USLANDSTIERSCHUTZ

K URZÜBERSICHT:

IMPORTIERTE PARASITOSEN

BABESIOSE

Erreger beim Hund: Babesia canis (Hunde-

Malaria), B. vogeli, B.gibsoni, B. rossi

Übertragung: Blutsaugende Zecken

Endemiegebiete: Babesia canis: Nordafrika,

Mittelmeerraum, Südeuropa bis Nordfrankreich,

Zentral- und Südungarn, Polen,

fokal in Holland. Herde in Deutschland:

Saarland, Münchner-, Regenburger-, Freiburger-Raum,

Rheinebene, Münsterland,

Siegerland, fokal entlang der Mosel

Babesia vogeli: Nordafrika, Mittelmeerraum,

Südeuropa, Frankreich. Deutschland:

Nachgewiesen im Raum Berlin und Elbtal.

Für Babesia gibsoni und B. rossi Vorkommen

in Europa fraglich.

Klinik: Ab 5. - 28. Tag treten unspezifische

klinische Erscheinungen (Fieber, Apathie,

Appetitlosigkeit) auf, Anämie folgt, Ikterus,

massive Hämoglobinurie im Harn - Tier

wird als Notfall eingestuft!

Chronische Infektion: Über Monate Mattigkeit,

intermittierendes Fieber, Anämie,

Abmagerung.

Inkubationszeit: 5 bis 28 Tage. Die Erreger

bleiben lebenslang im Blut nachweisbar.

LEISHMANIOSE

Erreger: Leismania infantum (in Europa)

Übertragung: Blutsaugende Sandmücken

Endemiegebiete: Alle Anrainerstaaten des

Mittelmeers. Deutschland: Entlang des

Rheingrabens, Baden-Württemberg. Nachgewiesen

in Gehrweiler (Rheinland-Pfalz).

Vermutet wird, dass Leishmanien auch in D.

übertragen werden können.

Klinik: Monate bis Jahre asymptomatisch

Symptombeginn: Lymphadenopathie, Hautveränderungen

an Ohrrändern, Nasenspiegel,

Brillenbildung um Augen

Chronische Infektion: reduzierte Belastbarkeit,

Gewichtsverlust, Lymphadenopathie,

schuppigen (nicht juckenden) Hautveränderungen,

Augenveränderung

Inkubationszeit: Wochen bis Monate

Die Erreger können beim Auftreten von

Symptomen zum Beispiel aus Hautläsionen

sofort nachgewiesen werden.

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

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U NGARN

Bewegung verschaffen können. Das Risiko,

dass der Hund auf Nimmerwiedersehen

verschwinden könnte, kalkulieren

sie ein - einen neuen, in ihren

Augen sogar "funktionstüchtigeren"

(jünger, gesünder, leistungsstärker, aufmerksamer,

verteidigungsbereiter etc.)

Wachhund bekommen sie an jeder

Straßenecke.

RdT: Dann kennen diese Hunde

vermutlich keine Leine?

Karsten Plücker: Nein, daran gewöhnen

wir sie erst im Tierheim. Zwar

scheint sich das Spazierengehen mit

seinem - wohlgemerkt - Rassehund an

der Leine inzwischen auch in den ungarischen

Städten einzubürgern, aber

auf dem flachen Land gibt es solche

Gepflogenheiten nicht. Hunde sollen

einzig ihre Aufgabe, Haus und Gelände

zu bewachen, erfüllen, und wenn sie

ihre Funktion als Alarmanlage nicht

mehr ausüben können, werden sie ausgetauscht.

Ungarische Hunde kennen übrigens

ebenfalls keine Treppen. Erstens sind

die meistens Häuser auf dem Land

ebenerdig und zweitens gestatten Ungarn

ihren Hunden nicht, das Wohnhaus

zu betreten. Weil ihnen dieses

Verbot oft mit Schlägen

eingetrichtert wird, traut sich

ein ungarischer Hund in

Deutschland selten, eine

Türschwelle zu

übertreten.

An diese

neuen

Lebens-

um

Die Hundefängeranlage

ständegewöhnen sich die

"Ausländer"

aber sehr

schnell, problematischer

dagegen kann es sein,

wenn die neuen Besitzer dem "armem

Kerl" mit zu viel Mitleid und Nachgiebigkeit

begegnen.

RdT: Aber ist es nicht nachvollziehbar,

dass die Hunde ihrer

neuen Familie aufgrund ihrer

Vergangenheit leid tun können

und sie ihnen alles Gute dieser

Welt zu Pfoten legen möchte?

Karsten Plücker: Aus menschlicher

Sicht bestimmt, aber wichtig ist, welche

Signale Sie damit für den Hund setzen.

Auch ein Auslandshund, egal woher er

kommt und was er durchgemacht hat,

braucht eine liebevolle, aber eben

doch sehr konsequente Bezugsperson.

Gerade bei allein stehenden Frauen

haben wir es schon einige Male erlebt,

dass der Hund einen ausgeprägten Beschützerinstinkt

entwickelte, nachdem

ihm alles gestattet wurde. Natürlich beginnt

der Hund seine Stellung zu genießen

- vermutlich erfährt er das erste

Mal in seinem Leben, was es heißt, geliebt

und versorgt zu werden. Diesen

Status wird er halten wollen und, je

nach Veranlagung, auch vehementer

verteidigen. Ganz wichtig, besonders

in den ersten drei Monaten: Klare Regeln

setzen, Überschreitungen unterbinden

und dem Hund ein souveräner

Partner sein - das ist auch ein Ausdruck

Ihrer Liebe zum neuen Familienmitglied.

RdT: Neben "ausrangierten

Wachhunden" versorgt Ihr Tierheimteam

in Kiskunhalas die

ganze Palette der Notfälle: Ehemalige

Zuchthündinnen, ausgesetzte

Welpen, Hunde

aus Beschlagnahmungen und

auch privat abgegebene Tiere,

mit denen die Besitzer nicht

(mehr) zurechtkommen. Was

können Sie über diese Hunde

hinsichtlich ihres Verhaltens und

ihrer Gesundheit in der Regel in

Erfahrung bringen?

Karsten Plücker: Hilfreich sind die

ersten Infos vom Hundefänger, wenn

wir Hunde vom ihm bekommen oder

übernommen haben. Wo hat er die

Tiere aufgegriffen, in welchem Zustand

waren sie oder wer hat sie ihm gebracht,

aus welchen Gründen, mit welchen

Verletzungen, welcher Vorgeschichte

etc. - das sind schon einmal

wichtige Hinweise für uns.

Bei Abgabehunden können wir, anders

als bei Fundhunden, natürlich vieles erfragen:

Alter, bekannte Erkrankungen,

Verletzungen, Ängste, Vorlieben, Verhalten

und so weiter.

Wie sich (grundsätzlich verträgliche)

Hunde mit ihren Artgenossen arrangieren,

zeigen sie uns im Tierheim,

auch, ob sie den Umgang mit Kindern

oder Katzen gewöhnt sind. Jedes Wochenende

kommen Gassigänger ins

Tierheim, mittlerweile gibt es ca. 30 Ehrenamtliche,

die mit den Hunden spazieren

gehen und sich mit ihnen beschäftigen.

Bezogen auf mögliche Erkrankungen:

Wir behandeln im Tierheim Kiskunhalas

jeden Hund zwei Wochen lang prophylaktisch

mit dem Antibiotikum Imizol

(Babesiose) und dem Mikrofilarizid

Advocate (gegen Filarien).

Die Vorteile der Prophylaxe liegen auf

der Hand: Weil oft erst nach einem halben

Jahr Antikörper gegen Erreger im

Blut nachweisbar sind, müssten wir in

längeren Abständen Tests durchführen

lassen - und auch sie wären nur bedingt

aussagekräftig. Denn nach Kontakt

mit einem Erreger ist der Titer im

Körper lebenslang nachweisbar; nur

wenn er extrem hoch ist, wissen wir,

dass es sich um eine akute Infektion

handelt (siehe Kästen S.17 und S.19).


Farah

Durch unsere konsequent durchgeführte

prophylaktische Behandlung

sind alle Hunde, die wir vermitteln,

clean - darüber hinaus ist der Hygienestandard

in unserem Tierheim so

hoch, dass wir im letzten Jahr gerade

mal drei Hunde verloren haben. Einer

erlag seinen Verletzungen und zwei

Welpen waren schon zu geschwächt,

um zu überleben.

RdT: Welche Erkrankungen kommen

in Ungarn vor?

Karsten Plücker: Die so genannten

Reisekrankheiten Babesiose, Anaplasmose,

Ehrlichiose und Dirofilaria repens.

Sie werden durch Zecken übertragen,

Filarien durch Stechmücken (s.

Kasten).

Aber ganz wichtig dabei: Diese Infektionen

kommen auch in Deutschland

vor. Doch noch immer kann es passieren,

dass deutsche Hunde mit klinischen

Symptomen nicht sofort getestet

werden, weil sie ja aus Deutschland

kommen und/oder die Besitzer mit

dem Tier nicht im Ausland waren. Wir

haben kürzlich Notfälle mit chronischer

Anaplasmose behandeln müssen, weil

in der Tierarztpraxis keine entsprechenden

Blutuntersuchungen durchgeführt

wurden.

Dagegen wird aber fast jedem Besitzer

eines Auslandshundes geraten, erst

einmal auf Reisekrankheiten testen zu

lassen, ohne dass überhaupt Symptome

vorliegen … das scheint mir nicht

sehr logisch zu sein!

Wichtig: Die Reisekrankheitentests

Ein besonderer Notfall aus unserem ungarischen

Partnertierheim Kiskunhalas

ist die mittelgroße Mischlingshün-

din Farah (ca. 8 Jahre). Sie kam

bereits 2007 ins Tierheim und ließ

sich zu diesem Zeitpunkt nicht anfassen

und reagierte ängstlich bis

panisch auf alles Fremde. Ende

2008 durfte sie auf eine Pflegestelle

in eine nette Pflegefamilie umziehen

und hat dort erstaunliche

Fortschritte gemacht: Sie ist mitt-

lerweile sehr aufgetaut und hat sich zu einer freundlichen, neugierigen und

anhänglichen Hündin entwickelt. Wir suchen für Farah ein dauerhaftes Zuhause

bei einfühlsamen Menschen, die ihr Sicherheit und Vertrauen vermitteln.

Eine tolle Hündin, die es endlich verdient hat, ein glückliches Hundeleben

zu führen!

NOTFALL!

müssen länderspezifisch sein. Es

gibt in Spanien andere Erreger als

z.B. in Ungarn oder Griechenland.

Die meisten Labore bieten inzwischen

diese genauen Tests an. Es

macht keinen Sinn einen Hund aus

Ungarn auf spanische Erreger zu

testen, die in Ungarn nicht vorkommen.

Das Tierheim Kiskunhalas hat

Karsten Plücker, Tierheimleiter

der Wau-Mau-Insel in Kassel,

weitgehend aus eigenen Mitteln

finanziert.

Dass die Arbeiten auf dem Gelände

so kostengünstig wie möglich

gehalten werden können,

liegt auch an seinem verlässlichen,

hochmotivierten ehrenamtlichen

Team um Norbert

Herzog und Hartmut Wöhner.

Mit dabei bei dem aktuellen

Einsatz waren außerdem Heiko

Jung, Gerhard Schönfelder

und Ildiko Dirlewanger - vielen

Dank für die großartige Arbeit.

Wenn Sie das Tierheims Kiskunhalas

mit Spenden

unterstützen möchten, freuen

wir uns sehr.

Spendenkonto:

KASSELER Sparkasse,

Kto. 70700, BLZ 52050353

homepage TH Kiskunhalas

www.halasi-tierheim.repage6.de

EHRLICHIOSE/ANAPLASMOSE

U NGARN

Fortsetzung von Seite 17

Erreger: Ehrlichia canis (braune Hundezecke

Überträger), Anaplasma phagocytophilum

(Holzbock Überträger)

Endemiegebiete: Ehrlichia canis: von Zentralfrankreich

südwärts, alle Anrainerstaaten

des Mittelmeers (inkl. Portugal, Kanaren)

Anaplasma phagocytophilum: Schweden,

Norwegen, Dänemark, England, Deutschland,

Polen, Ungarn, Österreich, Niederlande,

Schweiz, Tschechien, Slowenien, Kroatien,

Bulgarien, Frankreich, Nordspanien,

Norditalien

Klinik (bei beiden Infektionen):

Akute Phase: 1.- 3. Woche: unspezifische,

milde Symptomatik, möglich sind auch Fieberschübe

bis 41 Grad, Lethargie, Anorexie,

Nasen- und Augenausfluss

Subklinische Phase: häufig über Monate

dauernde milde Symptomatik, möglich jedoch

ernsthafte Komplikationen wie Anämie,

Gewichtsverlust, Blutungsneigung (Nasenbluten)

Chronische Phase: In ca. 50% der Fälle

kommt es zu Spontanblutungen (z.T. in die

Schleimhäute), inneren Blutungen bedingt

durch eine Thrombozytopenie

Zusätzlich bei Anaplasmose: ZNS-Symptome

als Folge von Blutungen, Lahmheiten

durch Polyarthritis und Gelenkschwellungen

DIROFILARIA REPENS

In Europa sind fünf Filarienarten bekannt.

Die Parasiten siedeln sich in der rechten

Herzkammer an, von dort in den Arterien,

die bis in die Lunge führen. Hunde, Füchse

und Katzen sind Endwirte, Zwischenwirte

sind Stechmücken

Übertragung: Blutsaugende Stechmücken

Endemiegebiete für Dorofilaria repens: Mediterraner

Raum, Portugal, Kanaren, Balkan,

sehr häufig Ungarn und Ukraine. Ein

Fall für Deutschland beschrieben

Klinik: Es können schmerzlose subkutane

Knoten auftreten, die durch Anwesenheit von

Adultwürmern verursacht werden (in seltenen

Fällen nisten die A. auch in den Augen)

Inkubationszeit: 1- 6 Monate

Infos: "LABOKLIN aktuell" (Labor f. klinische

Diagnostik, Bad Kissingen; www.laboklin.de)

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

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T IERE IN N OT

Diese Tiere suchen ein schönes Zuhause

Vor einiger Zeit wurden Bogi

und Oliver als Notfälle aus unserem

Partnertierheim Pecs

nach Köln-Dellbrück gebracht.

Tierheimleiter Bernd Schinzel

sah die beiden alten Freunde,

die fast ihr gesamtes Leben im

ungarischen Tierheim verbracht

hatten, und sagte spontan: "Und

wieder sind zwei Hunde dem

Glück ein Stück näher!"

Wie schnell die Tiere ihr Glück

dann wirklich mit Pfötchen greifen

können, hängt immer auch

von Ihnen ab. Sie sind diejenigen,

auf die wir bauen; Sie kommen

in unsere Tierheime - und

Sie entscheiden, einem Tier ein

neues Zuhause und einen Platz

in Ihrem Herzen zu schenken.

Toll, dass es Menschen wie Sie

gibt!

Henriette

Sanfte Hündin mit harter Vergangenheit

Henriette (5 Jahre) wurde aus der Tötungsanstalt in

Brasov/Rumänien gerettet. Sie ist extrem anspruchslos

und bescheiden, nimmt aber mit großer Dankbarkeit

die kleinen Annehmlichkeiten ihres jetzigen Lebens,

wie z.B. ein weiches Körbchen, an. Henriette mussten

einige Zähne gezogen werden, und möglicherweise

hat sie eine alte Schussverletzung in einem Bein. Sie ist

eine ruhige, stille und besonders liebe Hündin, die sehr

verträglich und verspielt mit ihren Artgenossen ist. Wir

wünschen uns für Henriette ein ruhiges Zuhause, in

dem sie für alles, was sie bisher durchmachen musste,

entschädigt wird. Kontakt: Mechthild Sody, s. unten.

Von Welpenzeit an fristete der Schäferhundrüde sein Leben an der Kette

neben einem Abflussrohr in einer Toreinfahrt. Mittlerweile lebt der

neunjährige Martin auf einer Pflegestelle im Hunsrück (Bild 2) und genießt

zum ersten Mal das Leben in einer Familie. Er leidet unter einer

chronischen Ohrenentzündung und hat dadurch verdickte Ohren bekommen,

die allerdings in seiner imposanten Mähne gut versteckt

sind. Außerdem hat er

Arthrose, die ihn aber

z.Z. nicht sonderlich behindert

- im Gegenteil ist

Martin vorher ...

er recht bewegungsfreudig,

flink und sehr gehorsam

an der Leine. Für Martin stellen wir uns einen ruhigen Haushalt vor,

gerne mit einer lieben Hündin. Er ist grundsätzlich freundlich zu Artgenossen,

nur unkastrierte dominante Rüden findet er nicht "prickelnd", zu Katzen

sollte er nicht. Martin ist im täglichen Ablauf unkompliziert. Er ist ein

angenehm ruhiger Hund. Der Rüde ist kein Hund für eine Etagenwohnung,

schön wäre es, wenn er in einem Haus mit eingezäuntem Garten leben

könnte. Für den Schäferhund (mit Schutztrieb) sollten sich wirkliche Tierfreunde

melden, die dem Rüden ein dauerhaftes, schönes Zuhause bieten

können. Martin bindet sich mit Hingabe an seine Menschen. Kontakt: ... und nachher

Mechthild Sody, Tel.: 06764-1502, Montag-Donnerstag erst ab 18.00 Uhr

Lag 9 Jahre an der Kette!


Charline

Pascha

Die kleine Charline (1 Jahr) kam total verfilzt zu uns und musste erst

einmal geschoren werden. Mittlerweile ist sie aber ein bildhübscher

Wuschel geworden. Charline ist eine besonders herzliche Hündin, die

Fremden gegenüber zunächst einmal unsicher und misstrauisch ist.

Das macht ihre Vermittlung sehr schwierig, denn die meisten Interessenten

erwarten, dass ein Hund auf sie zukommt. Aber das Gegenteil

ist der Fall, sie zieht sich zurück. In ihrer vertrauten Umgebung, mit bekannten

Menschen benimmt sich fast wie ein Welpe, immer auf der Suche

nach Spiel und Spaß mit Mensch und Hund. An ihrer Erziehung

muss noch etwas gearbeitet werden, aber die wichtigsten Benimmregeln

kennt sie. Bei einer fröhlichen temperamentvollen Familie wäre

Charline sicher am besten aufgehoben. Haus und Garten wären

schön, gerne könnte sie auch zu älteren Kindern und als Zweithund gehalten

werden. Wichtig ist nur, dass die neue Familie in der Anfangsphase

Geduld aufbringt und die Erwartung an einen "per-

Unsicher bei Fremden, anhänglich bei Freunden

fekten Hund" etwas herunter schraubt. Mechthild Sody,

Tel.: 06764-1502, Montag-Donnerstag erst ab 18.00 Uhr

Kater mit Epilepsie

Pascha (6 Jahre) ist

ein verschmuster,

verträglicher Kater,

der Wohnungshaltung

gewöhnt ist.

Der Kater leidet unter

Epilepsie, bekommt

aber unter

medikamentöser

Einstellung nur

noch selten einen

kleineren Anfall.

Kontakt: Tierheim

Arche Noah in

Stuhr (s. Seite 34).

Pascha

Pure Lebensfreude auf vier Pfoten

T IERE IN N OT

Die beiden Freundinnen hängen sehr aneinander und werden

nur gemeinsam vermittelt. Verschmuste, unproblematische

Katzen, die nicht im Tierheim ihr Leben beschließen sollten.

Clarence ist anfänglich ein wenig schüchtern, taut dann

aber sehr schnell auf und bindet sich ebenso eng an ihre Bezugspersonen

wie Vicky. Kontakt: Tierheim Arche Noah in

Stuhr (s. Seite 34).

Vicky Clarence

15 Jahre alt und gesundheitlich fit

Pascha ist 13 Jahre und noch voller Lebensfreude! Der unkastrierte

Rüde verträgt sich mit Hündinnen gut, eignet sich aber besser als

Einzelhund. Pascha hat Spondylose, allerdings beeinträchtigt ihn

das nur wenig beim Laufen. Viel Bewegung braucht der sonst rüstige

Senior nicht mehr, kurze Spaziergänge und ein eingezäunter

Garten bei liebevollen Menschen wären genau das Richtige für

ihn. Er ist verträglich mit Kindern, aber nicht mit Katzen - und kann

nicht alleine bleiben!

Kontakt: Tierheim Arche Noah in Stuhr (s. Seite 34).

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

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T IERE IN N OT

Diese Tiere suchen ein schönes Zuhause

Willi ist ein liebenswerter und bescheidener, alter Schäferhundrüde,

der als Fundhund in einem sehr schlechten

Zustand in die Wau-Mau-Insel kam. Er sieht und hört

nicht mehr gut, sein Fell war sehr ungepflegt und seine

Liegeschwielen zeugen

davon, dass er sich

nicht in ein kuscheliges

Körbchen, sondern vermutlich

auf harten Betonboden

legen musste.

Nach all seinen

Entbehrungen möchte

Willi im neuen Zuhause

die ungeteilte Aufmerksamkeit

seiner Besitzer

genießen dürfen. Idealerweise

ist sein neues

Zuhause ebenerdig und

verfügt über einen eingezäunten

Garten.

Kontakt: Wau-Mau-Insel

Willi in Kassel (s. Seite 34).

Alt, krank und einfach ausgesetzt!

Barabella

Chameur auf vier Pfoten

Jackson ist ein äußerst liebenswerter und freundlicher

Mischlingsrüde, der unter den Folgen eines

alten Beckenbruchs zu leiden hat. Jackson hat glücklicherweise

keine Schmerzen, aber es wird eine

Weile dauern, bis er wieder belastungsfähig ist.

Zur Zeit fallen seine Spaziergänge eher kurz aus.

Seine zukünftigen Besitzer sollten darauf achten,

dass er nicht überbelastet wird. Jackson eignet sich

nicht für sehr sportliche Menschen, die mit ihrem

vierbeinigen Begleiter an Marathonläufen oder

ähnlichen Aktivitäten teilnehmen wollen. Es ist bei

Jackson davon auszugehen, dass er später unter

Arthrosen leiden wird. Wir suchen aus diesem

Grund für unseren Charmeur auf vier Pfoten ein

ebenerdiges Zuhause mit möglichst wenigen Stufen.

Kontakt: Wau-Mau-Insel in Kassel (s. Seite 34).

Bezaubernde Barabella

mit Handicap

sucht Menschen,

die sie

glücklich machen

darf!

Barabella ist eine

reizende, freundliche

Hündin, die recht jung und noch lange nicht ausgewachsen

ist. Barabella kam mit einer deformierten Vorderpfote auf

die Welt. Sehr wahrscheinlich muss ihr das Vorderbein amputiert

werden, dies wird zur Zeit medizinisch abgeklärt. Wir suchen

für Barabella ein ebenerdiges Zuhause bei Menschen, die

idealerweise über ein Haus mit Garten verfügen und ihr ein

weitestgehend ‚normales' Hundeleben ermöglichen. Das Hundeeinmaleins

muss sie noch lernen. Kontakt: Wau-Mau-Insel in

Kassel (s. Seite 34).

Kam mit deformiertem Pfötchen auf die Welt

Jackson


Jessi

Blacky

Pudelliebhaber aufgepasst

Hat lange im Tierheim getrauert

Jessi wurde als Welpe angeschafft und im Alter im Tierheim abgegeben.

Sie ist eine entzückende Pudeldame, die einfach nur

nett und unkompliziert ist. Sie versteht sich bestens mit Artgenossen

und könnte sich auch mit Katzen im neuen Zuhause anfreunden.

Leider war Jessi medizinisch völlig unversorgt, als sie

zu uns kam und hatte nicht einmal einen Impfausweis. Nun

sucht die fidele Hundedame ein neues Zuhause bei Pudelliebhabern,

die mit ihr durch Dick und Dünn gehen. Kontakt: Wau-

Mau-Insel in Kassel (s. Seite 34).

Die Katze ist zu uns ins Tierheim

gekommen, weil ihr Besitzer verstorben

ist. Blacky hat sehr lange

getrauert und sehnt sich nun nach

einem liebevollen und eher ruhigen

Zuhause bei einfühlsamen

Katzenfreunden. Blacky benötigt

etwas Zeit zur Eingewöhnung, hat

man jedoch einmal ihr Herz erobert,

zeigt sie sich nach anfänglicher

Schüchternheit zutraulich

und verschmust. Kontakt: Wau-

Mau-Insel in Kassel (s. Seite 34).

Rosalia

Langzeitinsassin mit eigenwilligem Charakter

T IERE IN N OT

Hopi ist eine liebenswürdige, etwas hochbeinige

Dackelhündin, die schon etwas betagter, aber

durchaus noch munter und aktiv ist. Hopi würde

sich über ein ruhiges Zuhause bei Menschen freuen,

die gemütliche Spaziergänge Gewaltsmärschen

vorziehen. Eine nette Hundedame mit einem reizenden

Wesen! Kontakt: Wau-Mau-Insel in Kassel

(s. Seite 34).

Hopi

Rüstige Hundeseniorin

Rosalia ist eigenwillige Katzendame mit sprödem Charme,

die sich bei Fremden zurückhaltend verhält und erobert werden

möchte. Rosalia wünscht sich ein Zuhause bei Menschen,

die ihr Zeit und Geduld entgegenbringen und bereit

sind, sie so nehmen, wie sie ist. Eine echte Charakterkatze

eben! Wenn ihr im neuen Heim die Möglichkeit geboten wird,

auf Entdeckungstour durch den eigenen und Nachbars' Garten

zu gehen, wird auch Rosalia endlich wieder glücklich

sein! Kontakt: Wau-Mau-Insel in Kassel (s. Seite 34).

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

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T IERE IN N OT

Diese Tiere suchen ein schönes Zuhause

Eine Seele von Hund

Chippy

Ivana

Die super liebe anderthalbjährige

Mischlingshündin Ivana ist eine Seele

von Hund. Leider verletzte sie sich

bei einem Unfall am rechten Auge so

stark, dass es entfernt werden muss,

wenn die Entzündung abgeklungen

ist. Außerdem leidet sie noch an Arthrose

im Knie. Auch da ist zu geeigneter

Zeit eine Arthroskopie nötig, um

die Ablagerungen zu entfernen und

Ivana ein schmerzfreies Laufen zu ermöglichen.

Nun suchen wir für diese

liebe Hündin aufgrund ihres eingeschränkten

Gesichtsfeldes und ihrer

Knieprobleme ein ruhiges und liebevolles

Zuhause. Kontakt: Tierschutzzentrum

(s. Seite 34).

Chippy, der große

schwarze Mischlingsrüde

ist gerade mal ein

halbes Jahr alt und hat

schon so viel Schlimmes

erfahren müssen. Durch

einen Unfall wurde sein linkes Vorderbein schwer verletzt. Chippy versuchte, sich

auf dem versehrten Unterschenkel beim Laufen abzustützen. Dadurch entstanden

offene Wunden, und die Gefahr einer Infektion war sehr groß. Zudem hätte sich

bei dieser unnatürlichen Haltung Chippys Knochenbau auf Dauer völlig deformiert.

Das verletzte Bein wurde hier in Deutschland vollständig amputiert. Der junge

Rüde kommt schon wenige Tage nach der Operation sehr gut damit zurecht. Wir

suchen für den total verschmusten und liebebedürftigen Chippy ein liebevolles,

ebenerdiges Zuhause. Ein eingezäunter Garten am Haus wäre das Tüpfelchen

auf dem i. Kontakt: Tierschutzzentrum (s. Seite 34).

Dreibeiner Hund mit großer Lebensfreude

Der heute fünf Monate alten Hündin wurde bei einem

Unfall auf Rumäniens Straßen der linke Hinterlauf ausgekugelt.

Auch hier konnte nur durch eine Operation eine

lebenswerte Zukunft ermöglicht werden.

Aufgrund ihrer schlimmen Erfahrungen ist Goldfee immer

noch sehr schüchtern. Deshalb suchen wir für die

liebe kleine Hündin verständnisvolle und geduldige

Tierfreunde mit viel Zeit, ebenerdiger Wohnung und

eingezäuntem Garten.

Von einem freundlichen Ersthund könnte Goldfee viel

lernen.

Kontakt: Tierschutzzentrum Pfullingen (s. Seite 34).

Unzertrennliche Freunde

Die beiden Hunde kamen vor ca. einem Jahr ins

Tierheim und haben sich schnell angefreundet. Die

Zuneigung zueinander geht soweit, dass einer das

Futter verweigert, wenn der andere spazieren geführt

wird. Der Rüde Jack ist neun Jahre alt und die

Hündin Laika fünf. Weil die beiden so sehr aneinander

hängen, vermitteln wir die Hund nur gemeinsam

in ein gutes, neues Zuhause.

Kontakt: TH Hage (s. Seite 34).

Autounfall auf Rumäniens Straßen

Jack & Laika

Goldfee


Tammy

Misu

Läuft gerne am Fahrrad

Will die Welt entdecken

Anton

Der agile Deutsch-Drahthaarrüde sitzt leider schon länger im Tierheim

und wurde schon mehrmals als Nottier vorgestellt! Das ist sehr bedauerlich,

denn Anton ist ein bewegungsfreudiger, an seiner Umgebung sehr

interessierter Hund, der eine optimale Bereicherung für eine aktive,

sportliche Familie wäre. Der Rüde ist 5,5 Jahre alt und wurde abgegeben,

weil seine Besitzerin erkrankte. Anton wird nur in hundeerfahrene

Hände vermittelt. Kontakt: Tierheim Hage (s. Seite 34).

Tammy (2,5 Jahre) ist eine aktive

und temperamentvolle (ca. kniehohe)

Schäfermixündin. Sie ist

temperamentvoll, agil und sehr

lernwillig - beste Voraussetzungen

für eine unternehmungslustige

Familie, die sich eine Bereicherung

durch einen Hund in

ihrem Leben vorstellen könnte.

Tammy sollte mit ihren neuen

Menschen die Hundeschule besuchen,

um noch einige Kleinigkeiten

zu lernen. Die Hündin

bleibt ungerne alleine und wird

nur in Haushalte mit schon älteren

Kindern vermittelt. Kontakt:

Tierheim Hage (s. Seite 34).

Tolle Hündin, mag aber keine Kinder und Kleintiere

T IERE IN N OT

Aus Bibis (2,5 Jahre) Vergangenheit wissen wir

wenig: Die überaus ängstliche Hündin kommt

aus Rumänien und ist im Tierheim noch sehr

zurückhaltend und scheu. Doch Bibi profitiert

mittlerweile schon von der Arbeit mit der Hundetrainerin

und könnte als Zweithündin gehalten

werden. Die neuen Besitzer sollten mit

sehr viel Einfühlungsvermögungen an Bibi

herantreten und ihr genügend Zeit zur Entwikklung

lassen.

Kontakt: Tierheim Hage (s. Seite 34).

Bibi

Misu ist eine sehr sportliche, intelligente

Hündin, die aktive Menschen mit viel

Ängstliche Junghündin

Hundeerfahrung sucht. Sie ist sehr lieb

und anhänglich und kann auch mal eine

Stunde alleine bleiben, fährt gerne Auto und gehorcht sehr gut. Eigentlich

ist sie ein Malinois im Kleinformat, hat großen Spaß beim Hundesport und

zeigt sich da sehr talentiert.

Misu ist leider nicht mit jedem Hund verträglich, und wenn sie ohne Leine läuft,

muss man sie genau im Auge haben.

Mit einem souveränen Rüden könnte sie gut zusammenleben. Eine besondere

Schwäche hat die Hündin für Wasser. Vielleicht hat da ja auch mal ein Neufundländer

eine Rolle gespielt...?

Kontakt: Franziskus-Tierheim in Hamburg (s. Seite 34)

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

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T IERSCHUTZPOLITIK II

STUMMER FRÜHLING IN DEUTSCHLAND

... UNTERLAUFEN DEN TIERSCHUTZ

SCHON JEDE ACHTE VOGELART VOM AUSSTERBEN BEDROHT

Deutschlands Vögeln geht es

nicht gut. Von den 260 heimischen

Vogelarten stehen rund

110 Arten bereits auf der Roten

Liste der Brutvögel Deutschlands,

rund jede achte Art ist

gar vor dem Aussterben bedroht.

Die Hauptursachen des Artenrückgangs

sind hinreichend bekannt:

eine intensiv betriebene

Landwirtschaft und ein anhaltend

hoher Flächenverbrauch.

Einen unverkennbaren Einfluss auf die

Artenzusammensetzung hat auch der

zunehmend spürbare globale Klimawandel.

So konnte eine Langzeitstudie

des Max-Planck-Instituts für Ornithologie

in Radolfzell zeigen, dass beispielsweise

Singvogelbestände aufgrund der

klimatischen Veränderungen rund um

den Bodensee deutlich zurückgehen.

Besonders beunruhigt waren Tierfreunde,

als im Mai dieses Jahres deutsch-

Das Bundeslandwirtschaftsministerium kündigte Anfang Juli

nicht ohne Stolz an, dass Libyen seinen Markt für deutsche

Rinder und Rindfleischprodukte

öffnen werde. Die Veterinärdienste

beider Länder hätten bereits entsprechende

Vereinbarungen getroffen.

Mag diese Maßnahme für eine bestimmte

Klientel aus wirtschaftlichen

Gründen erwägenswert sein

- für die lebend transportierten

Rinder bedeutet dies einen qualvollen

tage- und wochenlangen

Transport, der mit einer betäubungslosen

Schlachtung der Tiere

in Libyen endet!

landweit einige Zehntausend Singvögel,

zumeist Grünfinken, an künstlichen

Futterstellen starben. Die Ursache

des Massensterbens war bald

gefunden: Die Vögel verendeten an Trichomonaden,

also einzelligen Geißeltierchen.

Diese Form der Erkrankung ist

bei Greifvögeln und Tauben als "Gelber

Knopf" bekannt und kann zu großen

Verlusten führen.

Für die Singvögel kommt als Trichomo-

naden-Infektionsquelle neben dem direkten

Kontakt der Tiere untereinander

vor allem Trinkwasser an Futterstellen

in Frage. Da an solchen Sammelpunkten

der Vögel die Gefahr der Krankheitsübertragung

besonders groß ist,

kann Tierfreunden nur geraten werden,

Vogeltränken im heimischen Garten regelmäßig

zu reinigen, das Wasser täglich

auszutauschen oder die Tränken

vorerst gänzlich zu entfernen.

Ilse Aigner will deutsche Rinder auf Langzeit-

Transporte nach Libyen schicken !

bmt KRITISIERT ANKÜNDIGUNG DER BUNDESLANDWIRTSCHAFTSMINISTERIN SCHARF

Damit rückt die Bundesregierung von ihrer tierschutzfreundlichen

Marschroute ab, Langzeittransporte zu vermeiden. Bereits

2002 hat der wissenschaftliche

Ausschuss der EU-Kommission

für Tiergesundheit und Tierschutz

festgestellt, dass aus Tierschutzgründen

Transportzeiten so kurz

wie möglich gehalten werden sollten,

weil das Wohlbefinden der

Tiere umso mehr abnehme, je länger

die Reise dauere.

Der bmt hat umgehend Landwirtschaftsministerin

Aigner aufgefordert,

die Vereinbarung mit Libyen

zu korrigieren.

Text: Torsten Schmidt


Glücklich vermittelt ...

Wie Kater Tiger der beste Freund von Jacky wurde

Hündin aus rumänischer

Tötungsstation gerettet ...

Als der Hundefänger die Hündin in den Straßen von Brasov aufgriff und in der städtischen Tötungsstation

ablieferte, schien ihr Schicksal besiegelt - so wie vor ihr Tausende Hunde ihr Leben in der "City Hall"

beschlossen hatten, weil ihr einziger Fehler darin bestand, ein Straßenhund zu sein…

Dass Jacky die Tötungsstation lebend verlassen konnte, ist

der engagierten Arbeit des Teams von Cristina Lapis und

dem bmt zu verdanken. Regelmäßig kontrolliert das Tierheim

in Brasov die "City-Hall-Hunde", versorgt sie mit Futter

und Wasser und kann viele Hunde durch Aufnahme ins

Tierheim retten.

So auch Jacky. Die ca. fünf Jahre alte Hündin wurde vom

bmt u.a. für die Vermittlung

in Deutschland ausgewählt

und reiste mit klopfendem

Herzen Richtung Ruhrgebiet.

Hier hatte Dagmar

Weist, Leiterin der Geschäftsstelle

Issum, einen

Pflegeplatz für Jacky ausfindig

gemacht.

Und während die Hündin

diese aufregenden Stationen

durchlief, wurde bei

Waltraud Wählisch in Viersen

ein Wunsch immer

stärker: Einem Hund zu

helfen, der Schreckliches

erlebt hatte. Sieben herren-

lose Katzen hatten die

65jährige Rentnerin und

ihr Mann bereits bei sich

aufgenommen, doch der Traum, das Katzenrudel durch einen

netten Hund zu ergänzen, war bislang nicht in die Tat

umgesetzt worden. Zu groß die Furcht, dass sich der Hund

als nicht katzenverträglich herausstellen und die Harmonie

unter den Samtpfötchen empfindlich stören

würde.

Sie besprach sich mit Dagmar Weist, mit der

sie sich im Forum von "Tier TV" angefreundet

hatte - und die Geschäftsstellenleiterin kam

sofort auf ihren Neuzugang, die sanfte und

verträgliche Hündin Jacky.

Waltraud Wählisch und ihr Mann haben sich mit

der geretteten Hündin Jacky ihren Traum erfüllt

G ST I SSUM

Und sie schien recht zu behalten: Mutig nahm die Hündin

den Garten in Augenschein und ignorierte die Katzen, die

ihrerseits die "Neue" aus sicherem Abstand begutachteten.

Eine größere Herausforderung war indes das Hausinnere

für Jacky: Ängstlich mied sie die Küche, die Treppen und

war partout nicht zu überreden, das Haus durch die Eingangstür

zu verlassen….bis Waltraud Wählisch auf die Idee

kam, durch die Garagentür

zu gehen.

Inzwischen sind über drei

Monate vergangen und die

Nachbarn sprechen Waltraud

Wählisch immer wieder

auf Jackys erstaunliche

Entwicklung an. Schlich sie

noch die ersten Tage mit

eingezogener Rute geduckt

neben ihrem Frauchen die

Straße entlang, läuft sie

heute entspannt und freudig

neben ihr her. Vor Autos

und besonders Lkw´s hat

sie weiter großen Respekt -

eine der prägenden Erfahrungen

von Straßenhunden,

für die Wachsamkeit

im Verkehr lebensrettend ist.

Zu ihren besten Freunden gehört Tiger. Der rote Kater hatte

sich angewöhnt, die Hündin überschwänglich zu begrüßen,

wenn sie die gefürchteten Autofahrten überstanden

hatte. "Das war für beide wie Weihnachten", sagt Waltraud

Wählisch lächelnd, "vermutlich nahm Jacky bei unseren ersten

Ausflügen an, dass sie fortgebracht werden sollte - darum

diese riesige Freude beim Heimkommen." Aber mittlerweile

hat Jacky auch diese Angst abgelegt: Sie ist nicht

nur für Kater Tiger zu einem unentbehrlichen Familienmitglied

geworden.

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Das Recht der Tiere 3/2009

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Löwenkopf-Mix Gerrit

Von Claudia Bioly, Tierheim Wau-Mau-Insel in Kassel

Die Kleintierproblematik in deutschen Tierheimen nimmt drastische Ausmaße an. Alleine das Kasseler

Veterinäramt stellte im ersten Halbjahr 2009 insgesamt 194 Tiere sicher, davon 176 Kleintiere, 5 Hunde

und 13 Katzen. Zuletzt wurden im Juni im Rahmen einer Wohnungsräumung 25 Zwergkaninchen und

zwei Kleinpapageien sichergestellt.

Im Juli kamen noch einmal 8 Zwergkaninchen,

2 Nymphensittiche und ein

einsames Chinchilla-Weibchen hinzu.

Die Tierhalterin Petra S. hatte diese Tiere

vor den Behörden versteckt und zum

Teil bei Bekannten untergebracht bzw.

in einem Koffer herumgetragen. Der

Kasseler Amtsveterinär erteilte nun

auch Petra S. ein Tierhalteverbot. Dagegen

möchte Frau S. allerdings juristisch

vorgehen mit der Begründung,

dass sie nicht verheiratet und die Tiere

für sie Kinderersatz seien.

Dass sich die Tiere in einem verwahrlosten

Allgemeinzustand befanden,

zahlreiche Bissverletzungen aufwiesen

und das Fell insbesondere der Langhaar-

und Angorakaninchen voller,

zum Teil handtellergroßer, Filzplatten

war, wurde von der Halterin nicht wahrgenommen.

Die Kleintiere wurden in einem 1-Zimmer-Appartment

gehalten. Weil keines

kastriert war, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen

unter den geschlechtsreifen

Tieren. Auch im Tierheim

mussten wir einzelne Tiere aus

Kleingruppen herausnehmen, da sie

sich mit ihren Artgenossen nicht vertrugen.

Dieser Fall zeigt nur allzu deutlich, wohin

vermeintliche Tierliebe führen

kann. Bei Petra S. folgte ein Tier dem

nächsten, so dass schließlich alle in be-

engten und nicht artgerechten Verhältnissen

leben mussten. Die Halterin war

mental und finanziell nicht mehr in der

Lage, den Tieren eine ausreichende

medizinische Versorgung zukommen

zu lassen...

Die hohe Anzahl der in Kassel sichergestellten

Tiere verdeutlicht, dass die

Zahl der in Not geratenen Tiere gerade

unter den Kleintieren noch einmal

deutlich angestiegen ist - und tendenziell

noch weiter ansteigen wird. In Zeiten,

in denen in Baumärkten Tiere wie

Angorakaninchen Anastasia

ein Satz Schraubendreher verkauft

oder von nicht geschultem Personal in

Zoofachgeschäften an unwissende

Tierbesitzer abgegeben oder über die

Zeitung bzw. Internet verschenkt werden,

rücken die Bedürfnisse der Tiere in

den Hintergrund, und der Tierschutzaspekt

bleibt völlig außer Acht. Für die

Tiere ist letztendlich eine Sicherstellung

durch Amtsveterinäre oft Rettung in

allerletzter Sekunde.

Immer mehr abgegebene Kleintiere in

WENN AUS TIERLIEBE

TIERQUÄLEREI WIRD

Widderkaninchen Hagman

Für die Tierheime bedeuten Sicherstellungen

in diesen Größenordnungen eine

enorme zusätzliche Belastung, denn

häufig bleiben die Tierschützer auf ihren

zahlreichen Schützlingen "sitzen".

Und selbstverständlich beanspruchen

der Pflegeaufwand und die medizinische

Versorgung dieser häufig kranken

Tiere sehr viel Zeit seitens des knappen

Tierheimpersonals, das nun noch mehr

Tiere im Arbeitsalltag versorgen muss -

übrigens Zeit, die anderen Tieren abhanden

geht.

Umso wichtiger ist es, dass dieses Thema

stärker in die Öffentlichkeit getragen

wird und Konsequenzen gefordert

werden. Entsprechend hat der bmt im

August 2009 seine Kampagne für ein

Verkaufsverbot von Kleintieren in Baumärkten

ins Leben gerufen. Ein Großteil

der in den Tierheimen abgegebenen

Tiere stammt aus Baumärkten.

Wer einen Blick in den Anzeigenteil der


mt-Tierheimen

Lokalzeitung wirft, sieht mit Schrecken,

wie häufig Haustiere oder auch Exoten

samt Zubehör zu Dumpingpreisen den

Besitzer wechseln. Oft werden sie sogar

an den Nächstbesten verschenkt.

Der Hessische Tierschutzpreis, der jedes

Jahr von dem Hessischen Umweltministerium

an Privatinitiativen verliehen

wird, wird in diesem Jahr an den

Verein Kaninchenrettung e.V. überreicht

- auch dies kann als Hinweis auf die zunehmende

Kleintierproblematik im

deutschen Tierschutz gedeutet werden.

Unsere Kaninchen-Notfälle:

Langhaar-Mix Floh, männlich, kastriert,

Sicherstellung. Leider war sein

Allgemeinzustand nicht sehr gut. Floh

wies zahlreiche Bissverletzungen auf,

ein Auge musste ihm entfernt werden.

Floh kommt mit dieser Behinderung jedoch

gut zurecht und sucht nun ein Zuhause

bei Kaninchenfreunden und in

Gesellschaft eines netten Kaninchenmädchens.

Zwergkaninchen Tammy, weiblich,

Sicherstellung. Tammy ist eine attraktive

Kaninchendame, die nach vielen

Entbehrungen nun ein Zuhause bei

Kaninchenfreunden und in Gesellschaft

eines kastrierten Kaninchenbocks

sucht.

Löwenkopf-Mix Gerrit, männlich,

kastriert, Sicherstellung. Gerrit ist ein

freundlicher und zutraulicher Kaninchenbock,

der sich im neuen Zuhause

über die Gesellschaft eines netten Kaninchenmädels

freuen würde.

Widderkaninchen Hagman,

männlich, kastriert, Abgabekaninchen.

Hagman ist zusammen mit seinem Bruder

Payman abgegeben worden, nachdem

die Kinder das Interesse an dem

als Kinderspielzeug angeschafften Nager

verloren hatten. Leider fristeten die

beiden noch längere Zeit ein trauriges

Dasein ohne Zuwendung, so dass die

Folgen noch heute bei Hagman zu spüren

sind, denn er kann es nicht leiden,

angefasst zu werden und beißt in Be-

drängnis

zu. Hagmanwürde

sich

Langhaar-Mix Floh

über ein

Zuhause bei kaninchenerfahrenen

Menschen freuen, die über ein großes

Außengehege verfügen.

Angorakaninchen Anastasia,

weiblich, Sicherstellung. Anastasia ist

eine liebenswerte Kaninchendame, die

bisher kein schönes Leben hatte. Anastasia

leidet unter einer Hornhautver-

BUNDESWEITE bmt-KAMPAGE

FÜR EIN VERKAUFSVERBOT VON

KLEINTIEREN IN BAUMÄRKTEN!

Am 3. August startete der bmt mit

seiner Plakatkampagne. Die drei

Motivposter wurden jeweils für zwei

Die Aktion des LV Bayern auf dem

Viktualienmarkt in München

Wochen in fünf deutschen Städten

ausgestellt. Hamburg, Berlin, Frankfurt,

Köln und München waren vom

bmt als Demonstrationsstandorte

ausgewählt worden. Die Geschäftsstellen

und Tierheime begleiteten die

Plakatierung mit eigenen Aktionen,

u.a. auf ihren Tierheimfesten. So demonstrierte

zum Beispiel der Landesverband

Bayern mit seiner Leiterin

Ewa Gara und ihrer Mitarbeiterin Dr.

Anja Reißberg im Juli auf dem Viktu-

TH WAU-MAU-INSEL

Zwergkaninchen Tammy

letzung an beiden Augen. In ihrem

neuen Zuhause wünscht sie sich einen

freundlichen Bock als Partner.

alienmarkt

in München.

Hier bmt-Plakat in Hamburg

verkauft

der ansässige Baumarkt noch Kleintiere.

Das Team des Landesverbandes

gab die zur Kampagne gehörenden

Tüten "Spontankauf kommt bei

Tieren nicht in die Tüte" an Passanten

weiter. Die Aktion kam sehr gut an,

die bmt-Mitarbeiter erhielten viel Zustimmung.

Ende August wiederholte

Dr. Jörg Styrie mit seinem Landesverband

Berlin die Aktion in Berlin-Reinickendorf.

Ehrenamtliche unterstützen die Kampagne

in Berlin

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

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T IERSCHUTZZENTRUM

Als Cindy noch als namenlose Hündin auf

Rumäniens Straßen unterwegs war, ahnte

sie noch nicht, welche Lebensaufgabe auf

sie im fernen Deutschland warten würde.

Seit Monaten kommentiert Cindy nun alles,

was im Tierschutzzentrum so vor sich geht:

Sie freut sich für ihre Artgenossen, wenn sie

ein schönes Zuhause gefunden haben und

begrüßt alle tierischen Neuzugänge mit

dem ihr eigenen Charme.

“Hundeglück auf acht Pfoten”

Mein Leben in Pfullingen und Lichtenstein ist wirklich sehr

spannend. Tagsüber habe ich meinen Job im Tierheim, der

mich vollkommen ausfüllt. Abends freue ich mich auf mein

kuscheliges Plätzchen zu Hause, meinen vollen Napf, jede

Menge Streicheleinheiten und die Balgereien mit Sheila (Anmerkung

der Redaktion: Tierheimleiterin Petra Zipp hat Cindy

bei sich aufgenommen). Wir sind übrigens die besten

Freunde geworden, aber das dauerte seine Zeit. Nun ist es

auch ganz sicher, dass ich von dort nie mehr weg muss.

Ich wurde kurz nach meiner Ankunft im neuen Zuhause ziemlich

krank. Ständig war ich müde und schlapp und meine

Haare konnte Frauchen büschelweise rausziehen. Ich wollte

einfach nur meine Ruhe. Doch gutes Futter

und eine leckere Vitaminpaste halfen

mir allmählich wieder auf die Beine. Ich

schlief mich regelrecht gesund.

Als meine Lebensgeister zurückgekehrt

waren, hielt es mich nicht länger als notwendig

im Büro. Es war meine Pflicht,

mich endlich den anderen Vierbeinern

im Tierheim vorzustellen und dabei

gleichzeitig so ganz nebenbei zu erwäh-

nen, dass ich eine Security-Ich-AG gegründet

hatte. Mein Job war es von nun

an, zu schauen, dass alles "im grünen

Bereich" war, wie Frauchen immer sagt.

Ich wackelte also so oft es ging hinüber ins Tierheim und sah

nach dem Rechten. Dabei traf ich auch alte Bekannte aus Rumänien

wieder. Zwei von ihnen waren Fleur und Frodo, kleine

Rumixrüden. Sie wollen wissen, was ein Rumix ist? Na, ein

rumänischer Mischling, ist doch klar. Während unserer

“Pressehündin”

... WIE FLEUR, FRODO, PAULCHEN UND WUS

Gabriele Rudolph, Mitarbeiterin im Tier- Bei ihrer Aufnahme im Tierheim: Fleur und Frodo ...

schutzzentrum, hat Cindys Geschichten aufgeschrieben.

Einmal soll - und natürlich nur

mit Einverständnis der Pekinesenmixhündin - aus den bezaubernden, realen Storys

ein Büchlein werden. Einen Vorgeschmack geben wir Ihnen auf diesen Seiten.

... und jetzt ein unzertrennliches

Team mit Familie Hermann!

Unterhaltung verrieten sie mir, dass es ihnen

hier viel besser ging, als in unserer alten

Heimat. Das konnte ich nur bestätigen.

Fleur und Frodo waren nicht mehr

die Jüngsten, und bisher hatte sich niemand

für sie interessiert. Sie schwärmten

von ihren Gassigehern, doch noch viel lieber

hätten sie ein richtiges Zuhause mit Menschen

für sich ganz allein. Beide hatten sich aufgrund

ihres gemeinsamen Schicksals angefreundet. Und

deswegen hatte Frauchen beschlossen, sie zusammen in eine

Pflegefamilie zu geben. Na wenigstens etwas.

Doch stellen Sie sich vor, manchmal geschehen noch Wunder.

Da kommen Menschen ins Tierheim und suchen speziell

nach solchen Pechvögeln, die vorher

keiner wollte. Diesen Menschen ist es

egal, ob der Hund alt oder vielleicht sogar

behindert ist. Ist das nicht toll?

Und solch ein Wunder geschah auch

hier in Pfullingen. Die Tür ging auf und

zwei strahlende Gesichter fragten, ob es

solche Hunde hier auch gäbe. Uns allen

blieb das Herz vor Freude stehen. Unser

Tierarzt stellte den netten Zweibeinern

Fleur und Frodo vor.

"Gehen Sie doch einfach ein Stück mit

ihnen spazieren."

Nach einiger Zeit öffnete sich erneut die Tierheimtür. Nur

diesmal konnte man in vier strahlende Gesichter blicken.

"Das passt! Wir nehmen sie beide. Und am liebsten würden

wir sie gleich mit nach Hause nehmen." Frodo und Fleur

konnten ihr Glück kaum fassen. Aber sie hatten geduldig

darauf gewartet.


Cindy erzählt ...

EL EIN NEUES ZUHAUSE FANDEN

“Pressehündin”

Cindy

Paulchen und Wusel traurig im Tierheim ...

Liebe Leser, die folgende

Geschichte zwingt die Skeptiker

unter Ihnen vielleicht zu

einem Stirnrunzeln - nein,

ich veräpple Sie keinesfalls.

Es ist wirklich geschehen, ich

war Zeuge.

Anfang April wurden zwei Katzen in

unserem Tierheim abgegeben, Paulchen

und Wusel, sieben und fünf Jahre alt. Es gibt

immer wieder Tiere, die im Tierheim extrem leiden, andere

finden sich besser damit ab.

Paulchen und Wusel gehörten zur ersten Gruppe und dort zu

den besonders schweren Fällen.

Die Beiden wollten keinen Kontakt, weder zu ihren vierbeinigen

Mitbewohnern, noch zu den zweibeinigen Dosenöffnern.

Entweder saßen sie apathisch in einer Ecke, oder was häufiger

geschah, sie verkrochen sich auf dem Dach des Freigeheges.

Von dort ließen sich das rote Paulchen und Wusel weder

durch gutes Zureden noch durch Leckerbissen

herunterlocken.

Für Paulchen war das Leben im Tierheim so schlimm, dass er

nach einigen Wochen einen schweren psychischen Zusammenbruch

erlitt. Keiner von uns hatte

noch einen Funken Hoffnung.

Mit weit aufgerissenen Augen und gebrochenem

Herzen lag er eines Tages

schwer atmend da und nahm von seiner

Umgebung nichts mehr wahr. In Gedanken

verabschiedeten wir uns schon

traurig von ihm. Doch unsere Tierärztin

entschied: Paulchen bekommt eine

”Daaaaaa gibts Fressen .... !”

“Die Wiederauferstehung

des Herrn P. !”

P FULLINGEN

... und glücklich im neuen Zuause!

Chance! Täglich kam sie ein- bis zweimal, um nach ihm zu

sehen. Auch alle anderen Zweibeiner kümmerten sich rührend

um ihn. Paulchen wurde in einer geräumigen Box jeden

Tag auf die Terrasse getragen, damit er frische Luft schnappen

konnte. Eine nette Zweibeinerin setzte sich davor und verwöhnte

ihn mit Streicheleinheiten. Und Paulchen begann,

sich wieder für seine Umwelt zu interessieren.

Nach fünf Tagen voller Bangen und Hoffen stellte ihn die Tierärztin

kurzerhand auf den Boden. Und siehe da - Paulchen

machte die ersten wackligen Schritte. Er hatte sich entschieden,

uns doch noch nicht zu verlassen.

Für sein geschwächtes Herz gab es eine Medizin. Doch nachdem

die Ernährung aus der Spritze abgesetzt wurde, stellte

Paulchen die Tierpfleger erneut vor ein Problem - er wollte

selbständig nichts fressen. Nun gab es nur eins, Paulchen

brauchte schnellstens eine zweibeinige Familie, die ihn liebevoll

wieder aufpäppelte. Und wir fanden sie!

Am glücklichsten war natürlich Wusel. Denn als es Paulchen

besser ging, durften sie gemeinsam in eine Pflegestelle umziehen.

Von dort erreichen uns bereits Berichte (Paulchen und

Wusel treten dort als Herr P. und Frau W. auf), die belegen,

wie gut Herr P. in der Zwischenzeit wieder auf den Pfoten ist.

Nachdem er im Tierheim sogar Hühnchenfleisch und Rinderherz

konsequent abgelehnt hatte,

konnte er dem überaus köstlichen Tatar,

das die neuen Dosenöffner in seinen

Napf füllten, nicht widerstehen.

Nun ist endlich Paulchens und Wusels

großer Taum in Erfüllung gegangen. Sie

habe ihre ganz eigene Familie, und wie

wohl sich die beiden fühlen, sieht man

auf den Fotos…

Das Recht der Tiere 3/2009

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Das Recht der Tiere 3/2009

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TH KÖLN-DELLBRÜCK

Übler Fall von Tierquälerei

Wie Lucky gerade

noch einmal mit dem

Leben davonkam ...

Lucky - das bedeutet glücklich. Mit dieser Bedeutung

Lucky im neuen Zuhause

konnte der Labrador-Mischling Lucky bis zur letzten

Woche allerdings noch nicht sehr viel anfangen, denn in den fünf Monaten seines Lebens hatte er vom

Glück noch nicht viel gesehen.

Lucky wurde Opfer schlimmster Tierquälerei. Man hatte ihn Anfang August im wahrsten Sinne geknebelt

und gefesselt und an einem Kölner Friedhof ausgesetzt.

Als man ihn

fand, trug er einen

engen

Hierin sollte Lucky ersticken

Maulkorb und

saß auf zwei

Plastiktüten, in

denen er zuvor

"verpackt" worden

war. Welch

ein Glück, dass

er sich aus ihnen

befreien

konnte. Nicht

auszudenken, was passiert wäre, wenn er in der Mittagshitze

immer noch in den Tüten eingesperrt gewesen wäre.

Lucky befand sich in einem erbärmlichen Zustand. Er war bis

auf die Rippen abgemagert, hatte lange Krallen und stand

kurz vor dem Verdursten. Wir brachten das Häufchen Elend

sofort zu unserer Tierärztin, die ihn an den Tropf legte. Zu diesem

Zeitpunkt waren wir nicht sicher, ob er es überhaupt

schaffen würde.

Aber der kleine Mann war unglaublich stark und schon nach

24 Stunden kehrten seine Lebensgeister zurück. Er sprang an

der Leine herum und freute sich des Lebens. Dank seines gesegneten

Appetits hatte er nach ein paar Tagen auch schon

wieder ein wenig Speck auf den Rippen.

Kaum hatte er sich hier im Tierheim eingewöhnt, da drehte

sich sein Leben schon wieder um 180 Grad. Denn es gab jemanden,

dem der schwarze Hund nicht mehr aus dem Kopf

gegangen war.

Seine Finderin, Frau Fischer, hat das Schicksal von Lucky einfach

nicht mehr losgelassen. Bereits als sie ihn hier abgab,

deutete sie an, dass sie ihn gerne übernehmen würde. Nur

wenige Tage später machte sie Ernst und holte ihn zu sich

nach Hause.

Das war der Startschuss in Luckys neues Leben. Binnen weniger

Stunden hatte er mit Zweithund Susi Freundschaft geschlossen

und auch seine zweibeinigen Besitzer in Windeseile

um seine schwarzen Pfoten gewickelt. Mittlerweile hat er

Bekanntschaft mit allen Nachbarshunden gemacht, Frauchen

auf die Arbeit begleitet und sich sogar schon einen Platz im

Bett ergaunert.

Jetzt gerade, nur ein paar Tage nach seinem Einzug, liegen

Susi und er zusammen auf einer Decke im Garten und genießen

den sonnigen Spätsommer.

Und man mag meinen, es wäre nie etwas Schlimmes passiert.

Lucky - das heißt glücklich. Jetzt kennt er die Bedeutung dieses

Wortes.

Eben erfahren wir, dass es einen Tatverdächtigen geben soll!

Der betreffende Mann hatte bereits 2008 einen Dobermann

im Tierheim Köln-Dellbrück abgegeben, der in einem ähnlich

schlechten Gesundheitszustand war. Das Strafverfahren ist

schon eingeleitet worden.

Text: Sylvia Hemmerling

Foto oben: Christian Ohlig

Gleich nach der Rettung: Versorgung beim Tierarzt


Aktuelle Meldung

Bürgermeister im rumänischen Brasov lenkt ein!

ENDLICH HOFFNUNG FÜR

DIE HUNDE VON BRASOV!

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns diese gute Nachricht, die wir unbedingt an Sie weiter geben

möchten: Endlich gibt es Hoffnung für die Straßenhunde von Brasov.

Der Bürgermeister sicherte uns zu, keine Fangaktionen von

Straßenhunden außerhalb der Stadt mehr durchzuführen.

Gleichfalls sterben keine Hunde mehr in der städtischen

Tötungsanlage - auch hier sind alle Tötungsaktionen sofort

gestoppt worden.

Darüber hinaus haben die Mitarbeiter der rumänischen

Tierschutzorganisation von "Millions of Friends" (Brasov)

und des bmt innerhalb der Tötungsstation

ungehinderten Zugang

zu allen Hunden. Damit

Sie sehen, in welchem Umfang

Hilfe nötig ist, die Zahlen aus

dem August: 151 Hunde hat das

Tierheim Brasov allein in diesem

einen Monat aus der Tötungsstation

aufnehmen können -

100 warten noch in der städtischen

Anlage, bis Plätze im Tierheim

frei werden.

Wie geht es weiter?

Hunde werden nur dann noch auf Anforderung aus der Bevölkerung

von den Mitarbeitern der Stadtverwaltung eingefangen.

Weil viele Hunde sich bei Verkehrsunfällen

schwere Verletzungen zuziehen, an denen sie ohne tiermedizinische

Versorgung oft sterben, dient diese Maßgabe

dem Schutz der Tiere.

Das Tierheim kann außerdem bei Notfalleinsätzen ein

Team der Stadtverwaltung anfordern.

Derzeit laufen Verhandlungen mit dem Bürgermeister, in

denen es um die Schließung der Tötungsanlage und die

Zusammenarbeit mit "Millions of Friends" in einem gemeinsamen

Tierheim geht.

Das Ziel der Tierschützer: Ein fester Vertrag mit der Stadt,

in der die jetzige Vorgehensweise bindend festgehalten

und das gemeinsame Tierheimprojekt als Ziel verankert

wird.

Unsere große Bitte

an Sie!

Liebe Tierfreunde, wir benötigen

jetzt dringend Ihre

Hilfe! Das Tierheim Brasov

steht vor einer großen

Aufgabe: Zu seinen 220

Gerettete Hunde im Tierheim Brasov

In den nächsten Tagen

sollen noch einmal 100

Hunde aus der städtischen

Anlage ins Tierheim umziehen

- und dann im

Schnitt 20 bis 30 Hunde pro

Woche. Ohne Ihre Unterstützung,

wie durch Spenden

und/oder die Aufnahme

eines Hundes, können

wir diese Mammutaufgabe

kaum bewältigen!

A USLANDSTIERSCHUTZ

Ausgezerrter Junghund

Rettender Abtransport

Hunden hat es in den letzten

Wochen 310 Hunde aus der

Tötungsstation aufgenommen.

Viele sind sehr abgemagert,

krank und benötigen tierärztliche

Versorgung und gutes

Futter. Außerdem müssen sie

geimpft und kastriert werden.

Sofortversorgung im Tierheim

Brasov durch Dr. Uwe Wagner

und Kerstin Nowitzke (bmt)

Spendenkonto

Ausland, Stichwort “Hunde Brasov”

Frankfurter Sparkasse

Konto 847 275, BLZ 500 502 01

Mehr Infos: www.bmt-auslandstierschutz.de

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Das Recht der Tiere 3/2009

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HAUPTGESCHÄFTSSTELLE

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

VORSTAND

1. Bundesvorsitzender:

Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65

2. Bundesvorsitzende:

Petra Zipp, Tierschutzzentrum Pfullingen

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -23, Fax (07121) 820 17 -18

Bundesschatzmeister:

Bernd Stephan, Kaiser-Friedrich-Promenade 82

61348 Bad Homburg

Tel. (06172) 138 80 26, Fax (06172) 23 691

Bundesschriftführerin:

Karin Stumpf, Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln,

Tel. (0221) 950 51 55, Fax (0221) 950 51 57

LANDESVERBÄNDE

B UND GEGEN M ISSBRAUCH DER T IERE

MIT 10 GESCHÄFTSSTELLEN , 8 TIERHEIMEN UND EINEM TIERSCHUTZZENTRUM

LV Baden-Württemberg (www.tierschutz-bmt-bw.de)

Tierschutzzentrum Pfullingen

Leiter: Dr. Uwe Wagner

Leiterin (TH): Petra Zipp

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -0, Fax (07121) 820 17 -18

Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00)

LV Bayern (www.bmt-bayern.de)

Leiterin: Ewa Gara

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-13, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80)

LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de)

Leiter: Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65

Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

LV Hamburg / Schl.-Holstein (www.franziskustierheim.de)

Geschäftsstelle: Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32

„Franziskus-Tierheim“, Tel. (040) 55 49 28 37

Leiter (TH): Frank Weber

Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg

Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50)

LV Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Elisabethenhof“

(www.tierheim-elisabethenhof.de)

Leiter (Gst.): Mike Ruckelshaus, Tel. (06035) 96 11 11

Leiter (TH): Christian Werner

“Elisabethenhof”, Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Tel. (06035) 59 16, Fax (06035) 96 11 18

Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01)

2. Tierheim „Wau-Mau-Insel“ (www.wau-mau-insel.de)

Leiterin (Gst.): Petra Hollstein

Leiter (TH): Karsten Plücker

Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel

Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681

Kasseler Sparkasse Kto. 70 700 (BLZ 520 503 53)

AUSLANDSTIERSCHUTZ

Koordination im Tierschutzzentrum Pfullingen

Sonderkonto Ausland:

Rumänien und Ungarn

Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

LV Niedersachsen

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Arche Noah“

(www.tierheim-arche-noah.de)

Leiterin (Gst): Anke Mory; Tel. (0170) 632 52 40

Leiter (TH): Stefan Kirchhof,

Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum

Tel. (0421) 890171, Fax 80 90 553

Kreissparkasse Syke Kto. 113 000 29 57 (BLZ 291 517 00)

2. “Katzenhaus Luttertal“, (www.katzenhaus-luttertal.de)

Luttertal 79, 37075 Göttingen

Leiterin: Monika Bossmann, Tel. (0551) 2 28 32

Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30)

Mitglieder- und Spendenverwaltung durch das

Tierheim „Wau-Mau-Insel“ Kassel

3. Geschäftsstelle Norden

Leiter: Dieter Kuhn und Ursula Sottmeier

Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum

Tel. (04933) 99 28 24, Fax (04933) 99 28 26

Tierheim Hage (www.tierheim-hage.de)

Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage

Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90

Raiffeisen-Volksbank Fresena e.G. Norden

Kto. 6302020300 (BLZ 283 615 92)

LV NRW

1. Geschäftsstelle u. Tierheim Dellbrück

(www.tierheim-koeln-dellbrueck.de)

Leiterin (Gst): Sylvia Bringmann , Leiter (TH): Bernd Schinzel

Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln

Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48

Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50)

2. Geschäftsstelle Issum (www.bmt-nrw.de)

Leiterin: Dagmar Weist

Drosselweg 15, 47661 Issum

Tel. (02835) 44 46 97, Fax (02835) 44 46 99

Sparkasse am Niederrhein

Kto. 111 500 2063 (BLZ 354 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN VON MITARBEITERN:

Mike Ruckelshaus

(mike.ruckelshaus@web.de)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18

Torsten Schmidt

(torsten.schmidt@bmt-tierschutz.de)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, An der Kirsebek 3,

24376 Kappeln, Tel. (04642) 922 407, Fax (04642) 922 714

Claudia Lotz (Redakteurin)

(lotzcl@nexgo.de)

Sauerbruchstr. 11, 14109 Berlin,

Tel. (030) 80 58 33 38, Fax (030) 80 58 33 39

Gisela Lichterfeld (Tierschutzlehrerin)

(huglichterfeld@gmx.de)

Kirchhellener Ring 93, 46244 Bottrop-Kirchhellen

Tel. (02045) 23 54

www.bmt-tierschutz.de


Hunde bei 53 Grad

im Auto eingesperrt

Für die Polizei ging es

nicht um "Leben und

Tod"

Für Werner Wolf aus Waiblingen

ein klarer Notfall:

Seit ca. 1,5 Stunden sind

Hunde in einem sonnenerhitzten

Auto eingesperrt,

die Fenster einen kleinen

Spalt geöffnet. Sein erster

Notruf erfolgt bei der Polizei

gegen 14.00 Uhr am

25. April 2009, den zweiten Anruf tätigt er bereits zehn Minuten

später, weil er Lebensgefahr für die vermutlich dehydrierten

Hunde vermutet. Und zu Recht: 53 Grad Spitzentemperatur

misst der herbeigerufene Tierarzt im Innenraum

des Wagens.

Werner Wolf erbittet ein

"beschleunigtes Anfahren",

doch für die Polizei geht es,

laut eigener Aussage, trotz

der besonderen Umstände

nicht um "Leben oder Tod"

und trifft schließlich 45 Minuten

nach dem ersten

Notrufein. Das Zerschlagen

der Scheibe, als Maßnahme

gedacht, den Tieren

schnell zu helfen,

untersagt die Polizei am Telefon mit Hinweis auf Sachbeschädigung.

Die tatsächlich stark dehydrierten Hunde überlebten nach

Einschätzung des Tierarztes diese Strapazen nur, weil sie

jung und in guter Allgemeinverfassung waren. Der bmt hat

vom Polizeipräsidenten der Stadt Ulm eine Erklärung zu diesem

Vorfall erbeten.

Die spätere Beschwerde von Werner Wolf an den Polizeipräsidenten

der Stadt Ulm wird zurückgewiesen. Zitat: "Von

den Beamten wurde festgestellt, dass an dem Fahrzeug ein

Fenster leicht geöffnet war, die eingesperrten Hunde Wasser

hatten und offensichtlich wohl auf waren (…)."

KATALOG UND INFOS

Katalogbestellung und Infos zu

Ferienhäusern, Buchungen

und vielem mehr:

Agentur lodgiNG

Natalie Leneweit,

Fasanenweg 6, 24616 Brokstedt

Tel: 04324/8827-80, Fax: 81

und unter: www.urlaubshund.de, info@urlaubshund.de

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Könnte es sein, dass Ihr Hund urlaubsreif ist? Sich den Ostseewind

um die Nase wehen lassen möchte oder doch die

Almwanderungen durch Österreichs Bergwelt vorzieht?

Für alle (menschlichen und tierischen) Bedürfnisse hat

Natalie Leneweit einen Katalog mit Ferienhäusern zusammengestellt,

die sie mit ihrem Bearded-Collie u.a. auf

Hundetauglichkeit testet. Higgins nimmt seine Aufgabe

dabei sehr ernst, schließlich sollen sich seine Artgenossen

in den Ferien genauso wohl fühlen wie deren Besitzer.

Für Zwei- und Vierbeiner das Optimum schaffen, das ist

das Motto der Inhaberin von lodgiNG. Die kleine Reiseagentur

in Brokstedt (bei Hamburg) kümmert sich mit viel

persönlichem Engagement darum, dass die "schönsten

Wochen" des Jahres auch wirklich zu den schönsten für

Hund und Frauchen/Herrchen werden - in ihrem neuen

Katalog haben Urlauber denn auch die Qual der Wahl:

Reetdachhäuser auf Rügen, rustikale Blockhütten in Österreich,

Bauernhäuser in Niedersachsen und zauberhafte

Ferienhäuser an den weitläufigen, oft einsamen Stränden

Dänemarks.

Agentur-Mitarbeiter Higgins steuert die Infos zum Wohlbefinden

für seine Kumpels bei: Gibt es Hundestrände,

Auslaufgebiete, Möglichkeiten zum Schwimmen und zum

Stelldichein mit anderen Hunden? Oder für die nicht ganz

so kontaktfreudigen Vierbeiner auch weniger frequentierte

Strandabschnitte, Wanderwege durch Feldmark und

Wälder?

Natalie Leneweit ist nicht nur die Inhaberin dieser ganz besonderen

Reiseagentur - sie ist auch überzeugte

Tierfreundin. Schon 2008 hat sie mit einer Spendenaktion

den bmt unterstützt und die Aktion in

diesem Jahr wiederholt: Vom 1. Juni bis 31. Juli

gingen 5 Euro von jeder Buchung an den bmt. Dieses

Mal zugunsten des Franziskus-Tierheims in

Hamburg, das gerade den Bau mehrerer zusätzlicher

Hundezwinger fertig gestellt hat und sich

über die tolle Unterstützung von 450 Euro sehr

freut. Herzlichen Dank!

Das Recht der Tiere 3/2009

35


„Das Recht der Tiere“ – Postvertriebsstück B 13769 – Entgelt bezahlt

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt

Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München , Viktor-Scheffel-Str.15

Tel. (089) 3839520 Fax (089) 38395223

UNSERE KANINCHEN BRAUCHEN FREUNDE - UNSERE KANINCHEN BRAUCHEN SIE!

Ich unterstütze den Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. und

ÜBERREICHT VON:

Im Rahmen unserer Baumarkt-Kampagne

möchten wir Ihnen noch einmal die vielen

Kleintiere ans Herz legen, die in unseren

Tierheimen auf ein neues und liebevolles Zuhause

warten.

Bitte schauen Sie in unseren Tierheimen

(Adressen s. Seite 34) vorbei und lassen Sie

sich von unseren Mitarbeitern über die Bedürfnisse

der kleinen Nager beraten.

Die Übernahme eines Tieres aus einem Tierheim

ist zudem ein aktiver Beitrag zum Tierschutz.

Herzlichen Dank!

werde Mitglied zum selbstbestimmten Jahresbeitrag von EUR ......................................................................

(Mindest-Jahresbeitrag: 20 EURO. Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden.)

Nach Überweisung des Beitrages erhalten Sie Ihre Mitgliedsunterlagen.

spende hiermit EUR ..................................................................................................................................................................

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(Die Spendenkonten finden Sie auf S.34)

Bitte Coupon ausschneiden und frankiert an die Hauptgeschäftsstelle oder untenstehende Geschäftsstelle senden.

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