das recht der tiere das recht der tiere - Bund gegen Missbrauch der ...

bmt.tierschutz.de

das recht der tiere das recht der tiere - Bund gegen Missbrauch der ...

Oktober 2012

DAS RECHT DER TIERE

T IERSCHUTZMAGAZIN VOM B UND G EGEN M ISSBRAUCH DER T IERE E.V.

IN DIESER AUSGABE:

bmt-Geschäftsbericht

Januar 2011 - Juni 2012

IM ÜBERBLICK

DIE POLITISCHE

ARBEIT

DER PRAKTISCHE

TIERSCHUTZ

DER AUSLANDS-

TIERSCHUTZ

DIE TIERHEIME UND

GESCHÄFTSSTELLEN


Das Recht der Tiere 3/2012

2

I NHALT

GESCHÄFTSBERICHT

JANUAR 2011 -

JUNI 2012

8

Tierhaltung in der Landwirtschaft

Ein Schwerpunkt in der

tierschutzpolitischen Arbeit des Vereins

14

Umgang mit Wildtieren

Der bmt setzt sich für einen

Paradigmenwechsel bei der Jagd ein

18

Auslandstierschutz

Für den bmt kann der Tierschutz

nicht an der Landesgrenze Halt machen

I. ÜBER UNS

Impressum

DAS RECHT DER TIERE Nr. 3/2012 Mitgliederzeitschrift des Bund

gegen Missbrauch der Tiere e. V.; Herausgeber: Bund gegen Missbrauch

der Tiere e.V, Viktor-Scheffel-Str. 15, 80803 München, Deutschland, Email:

mail@bmt-tierschutz.de; Redaktion: Verantwortlicher Redakteur .i.S.d.P.:

Claudia Lotz, Tel.: (030) 80 58 33 -38, Fax: -39, Petra Zipp, Tel.: (07121)

820 17 -0, Fax: -18; Rubrik Tierschutzpolitik Verantwortlicher Redakteur

i.S.d.P.: Torsten Schmidt, Tel.: (04642) 92 24 97;

Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm;

II. GREMIEN- UND VERBANDSARBEIT

III. TIERHALTUNG IN DER LANDWIRTSCHAFT

IV. HALTUNG VON HEIMTIEREN

V. UMGANG MIT WILDTIEREN

VI. TIERVERSUCHE

VII. AUSLANDSTIERSCHUTZ

VIII. KINDER- UND JUGENDTIERSCHUTZ

IX. GESCHÄFTSSTELLEN UND TIERHEIME

24 Geschäftsstelle Norden, Tierheim Hage

26 Geschäftsstelle und TierheimWau-Mau-Insel, Kassel

28 Geschäftsstelle Stuhr/Brinkum, Tierheim Arche Noah

30 Geschäftsstelle Niedersachsen, Katzenhaus Luttertal

32 Geschäftsstelle Hamburg, Franziskus Tierheim

34 Geschäftsstelle Nordrhein-W., Tierheim Köln-Dellbrück

36 Geschäftsstelle Hessen, Tierheim Elisabethenhof

38 Geschäftsstelle Bad.-Würt., Tierschutzzentrum Pfullingen

40 Geschäftsstelle Bayern

42 Geschäftsstelle Berlin

44 Geschäftsstelle Issum (Nordrhein-Westfalen)

ADRESSEN

ANZEIGEN Markt & Service 11 und 17

Druck: L.N. Schaffrath DruckMedien, Geldern;

Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe

gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.

Auflage: 38.000 Exemplare, Titelfoto: Rüdiger Räder,

Verantwortlich für den Anzeigenteil:

Anzeigen-Büro Udo Kraushaar,

Email: bmt@anzeigen-buero.de,

Tel. (0 28 45) 53 86, Fax (0 28 45) 80 69 49

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. INFORMATIONSMATERIAL 46

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Die Novellierung des deutschen

Tierschutzgesetzes berücksichtigt

die Interessen der Tiernutzer und

nicht der Tiere!

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde,

A UF EIN W ORT

am 17. Oktober 2012 fand im Bundestag eine öffentliche Anhörung

zur Novellierung des Tierschutzgesetzes statt. Der bmt hat dies mit

vielen anderen Tierschutzorganisationen mit einer Protestaktion

begleitet.

Der auf Tierschutzrecht spezialisierte Rechtsanwalt Dr. Leondarakis,

der die Anhörung besuchte, fasst für uns zusammen: "Ein Schutz der bmt-Vorsitzende Petra Zipp

Tiere um jedes einzelne Tier, so wie es § 1 Tierschutzgesetz und das (Bildmitte) bei der Protestaktion

Staatsziel Tierschutz in Artikel 20a Grundgesetz dem Staat und seinen vor dem Berliner Reichstag

Organen vorschreibt, war in der Anhörung zu keinem Zeitpunkt

festzustellen. Interessant war bereits die Ladung der Sachverständigen für die Anhörung, die lediglich

einen Vertreter aus dem Tierschutz erkennen ließ, gegenüber sieben weiteren Sachverständigen."

Aus Tierschutzsicht enthält der Entwurf der Bundesregierung besonders hinsichtlich der Tierversuche u.a.

folgende schwerwiegenden Defizite:

� Keine Einhaltung der Schmerz-Leidens-Grenze, die die EU in der Tierversuchsrichtlinie vorschreibt

� Kein Verbot von Tierversuchen an Menschenaffen

� Kein Verbot betäubungsloser Tierversuche, auch dann nicht,

wenn den Tieren starke Schmerzen zugefügt werden

Weitere Kritikpunkte

� Kein Verbot von Wildtieren im Zirkus

� Kein Verbot der Pelztierhaltung

� Keine Änderung der Regelungen zur Massen- und Intensivtierhaltung

� Kein Verbot des sexuellen Missbrauchs mit Tieren

� Ferkel dürfen noch bis 2017 ohne Betäubung kastriert werden

� Geplante Erlaubnispflicht für die Einfuhr von Tieren aus dem Ausland, die wieder nicht

zwischen Hundehandel und Tierschutz unterscheidet und den Auslandstierschutz offenbar

künftig pauschal als gewerblichen Hundehandel betrachtet etc.

Mehr denn je wird nun die private Initiative gefragt sein, Tierleid zu bekämpfen. Wir müssen uns wehren

und weiter vehement für die Rechte der Tiere eintreten. Zeigen wir der Wirtschafts- und Agrarlobby, dass

wir nicht bereit sind, diese Tierquälereien weiter hinzunehmen. Widerstand wird zur Pflicht!

Berücksichtigen Sie bei Ihren Einkäufen Unternehmen, die für Transparenz und Tierschutz stehen,

boykottieren Sie tierquälerische Veranstaltungen etc. Alleine mit unserem Verhalten im täglichen Leben

können wir meines Erachtens positive Veränderungen erreichen.

Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen.

Ihre

Petra Zipp, bmt-Vorsitzende

Das Recht der Tiere 3/2012

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Das Recht der Tiere 3/2012

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I. Der bmt -

WIR ÜBER UNS

Der bmt ist Mitglied im

Deutschen Spendenrat und

unterliegt daher den besonderen

Regelungen durch die

freiwillige Selbstkontrolle.

Dies gilt insbesondere bei

der Sicherstellung des ordnungsgemäßen,treuhänderischen

Umgangs mit Spendengeldern.

Der bmt ist als besonders förderungswürdig

anerkannt.

Wo

geht

unsere

Gesellschaft hin?

Der bmt gehört zu den ältesten und größten Tierschutzorganisationen

in Deutschland.

1922 wurde der "Bund gegen die Vivisektion" in

München gegründet und unter den Nationalsozialisten

verboten. 30 Jahre später formierte sich

der Verein als "Bund gegen den Missbrauch der

Tiere" neu. 1952 gilt dem bmt heute als Gründungsdatum.

Ziel unserer Arbeit ist es, Tieren eine Stimme zu

geben und ihren Schutz in unserer Gesellschaft zu

verbessern.

Der bmt ist mit seinen 11 Geschäftsstellen, 8 Tier-

I. DER bmt

Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt)

heimen und einem Tierschutzzentrum im gesamten

Bundesgebiet vertreten.

Mitgliederversammlung,

Vorstand und Beirat

Der bmt hat 12.562 Mitglieder (Stand: Dezember

2011). Oberstes Organ ist die Mitgliederversammlung.

Geleitet wird der bmt von mindestens

drei Vorstandsmitgliedern, die im Rhythmus von

vier Jahren auf der Mitgliederversammlung gewählt

werden. Begleitet, beraten und kontrolliert

wird der Vorstand vom Beirat, der sich aus Ge-


- WIR ÜBER UNS

schäftsstellenleitern und bis zu fünf gewählten Mitgliedern zusammensetzt.

Auch dieses Gremium wird alle vier Jahre von der

Mitgliederversammlung bestimmt.

Neue Satzung

Auf der Jahreshauptversammlung (19.Juni

2011) nahm die Versammmlung einstimmig

den Antrag von Vorstand und Beirat an, die Satzung zu ändern.

Eine Überarbeitung war notwendig geworden, um die Satzung an

die neuen Vorgaben des Finanzamts anzupassen und den Erfordernissen

des Datenschutzrechts anzugleichen. Die modernisierte

und im Vergleich zur früheren Fassung vereinfachte Satzung kann

auf der Webseite des bmt heruntergeladen werden:

www.bmt-tierschutz.de/Dateien/Neuesatzung _bmt.pdf

I. ÜBER UNS

TH ARCHE N OAH

Der bmt ist Mitglied im

Deutschen Spendenrat und

unterliegt daher den besonderen

Regelungen insbesondere hinsichtlich

der Sicherstellung des

ordnungsgemäßen, treuhänderischen

Umgangs mit

Spendengeldern durch freiwillige

Selbstkontrolle. Der bmt ist als

besonders förderungswürdig

Das Recht der Tiere 3/2012

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Das Recht der Tiere 3/2012

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II. GREMIEN- UND

VERBANDSARBEIT

Eckpfeiler der tierschutzpolitischen

Tätigkeit des bmt

ist sein Mitwirken in verschiedenen

Gremien auf

Bundes- und Landesebene.

Zudem sind die Zusammenarbeit

mit anderen Verbänden

sowie die regelmäßige Teilnahme an wissenschaftlichen

Fachveranstaltungen wichtige

Elemente einer fundierten Tierschutzarbeit.

BUNDES- UND LANDESEBENE

� Als bundesweit arbeitender Verband war der bmt bis November

2011 in der Bundestierschutzkommission im

Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft

(BMELV) vertreten.

Bei der Neubesetzung im Januar 2012 wurde der bmt erstmalig

und ohne Angaben von Gründen nicht berücksichtigt.

Gegenüber dem BMELV haben wir unser großes Unverständnis

darüber geäußert.

� Der bmt ist seit März 2011 Mitglied der Arbeitsgruppe zur

Überprüfung der "Bundeseinheitlichen Eckwerte" in

der Putenhaltung, an der auch die Geflügelwirtschaft,

Wissenschaftler, die Bundesländer, das BMELV und andere

Tierschutzverbände beteiligt sind.

Im Rahmen der Arbeitsgruppe wurden drei Unterarbeitsgruppen

gebildet, bei denen der wissenschaftliche Mitarbeiter

des bmt die Tierschutzverbände im Bereich Tierbetreuung/Kontrolle

vertritt. Voraussichtlich Ende des Jahres

2012 soll eine überarbeitete Fassung der Eckwerte fertig

gestellt sein.

bmt-Vorsitzende Petra Zipp,

stellv. Vorsitzender Bernd Stephan

Vorstandsmitglied Karin Stumpf

� Seit Juli 2010 ist der bmt Mitglied in der Arbeitsgruppe zur

Überarbeitung des "Gutachtens über Mindestanforderungen

an die Haltung von Säugetieren" im Auftrag

des BMELV.

� Von September 2011 bis Januar 2012 war der bmt Mitglied

des Arbeitskreises Jagd und Naturschutz des

Ministeriums Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

des Landes NRW.

Die Landesregierung

hatte einen

"runden Tisch" einberufen,

um mit

Tier-, NaturschutzundJagdverbänden

über eine Änderung

des Landesjagdrechts

zu

beraten.


� In Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen ist der bmt

über seine Geschäftsstellen in den entsprechenden Landestierschutzbeiräten

vertreten. In Hessen hat der bmt

den stellvertretenden Vorsitz des Beirates. Zudem vertritt der

bmt den Tierschutzbeirat Baden-Württemberg im Landesjagdbeirat

seit August 2009. Am 1./2.12.2011 fand im

Berliner Reichstagsgebäude das Treffen der Landestierschutzbeiräte

statt, an dem der bmt stellvertretend für den

Landestierschutzbeirat Hamburg teilnahm.

� Der bmt ist fester Kooperationspartner des Vereins für

kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V.

(KAT). KAT wurde 1995 gegründet und ist heute die wichtigste

Kontrollinstanz für die Herkunftssicherung und Rückverfolgung

von Eiern aus alternativen Hennenhaltungssystemen

in Deutschland und den benachbarten EU-Ländern.

Durch die Kooperation mit KAT hat der bmt zusammen mit

anderen Verbänden direkten Einfluss auf die Haltungsanforderungen,

unter denen sich die Betriebe als "tierschutzgeprüft"

zertifizieren lassen können.

� Der bmt ist Mitglied des Kuratoriums der Stiftung zur

TIERSCHUTZTAGUNGEN

BAD BOLL

Die jeweils im März stattfindende dreitägige Tierschutztagung

der Evangelischen Akademie in Bad Boll gilt als eine der zentralen

Tierschutzveranstaltungen in

Deutschland. Sie wird gemeinsam organisiert

und ausgerichtet vom Bund

gegen Missbrauch der Tiere, dem Bund

Praktizierender Tierärzte (BPT), der

Bundestierärztekammer, dem Deutschen

Tierschutzbund, der Deutschen

Veterinärmedizinischen Gesellschaft

(DVG), der Gesellschaft für Versuchstierkunde

(GV-SOLAS), der Internationalen

Gesellschaft für Nutztierhaltung,

sowie der Tierärztlichen Vereinigung für

Tierschutz (TVT).

2011 wurde über die "Würde des Tieres"

mit rund 100 Teilnehmern diskutiert. Im

Gegensatz zur Menschenwürde ist die

"Würde des Tieres" in Deutschland nicht gesetzlich verankert.

Auch gibt es bis heute keine eindeutige Definition zur Würde des

Tieres. Schutz erfährt das Tier nach derzeitiger Rechtslage nur

dann, wenn es rechtswidrig in seinem Leben oder Wohlbefinden

erheblich beeinträchtigt wird. Tiere sind laut Tierschutzge-

II. GREMIEN- UND V ERBANDSARBEIT

Torsten Schmidt, wissenschaftlicher

Mitarbeiter des bmt

Förderung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden

zur Einschränkung von Tierversuchen (SET).

Aufgabe des Kuratoriums

ist es,

kritische Fragen

zwischen Tierschutz,Wissenschaft

und Gesellschaftaufzugreifen

und auf einen

Konsens hinzuarbeiten.

� Seit Januar

2012 nimmt der

bmt an Tierschutztreffen von Bündnis 90/DieGrünen,

Landtagsfraktion Baden-Württemberg, teil. Ziel ist es

u.a., dass sich die in Baden-Württemberg existierenden Tierschutzverbände

untereinander vernetzen und ihre Positionen

und daraus resultierenden Forderungen an die Landesregierung

direkt mit den zuständigen Landtagsabgeordneten der

Grünen diskutieren können.

setz um ihrer selbst willen zu schützen. Der wissenschaftliche

Mitarbeiter des bmt konnte als Sachverständiger in einer der Arbeitsgruppen

verdeutlichen, dass die

Staatszielverankerung des Tierschutzes

im Jahre 2002 bisher die erhoffte Wirkung

in den Gerichtsurteilen nicht gezeigt

hat, die Tierschutzverbände immer

noch kein Klagerecht besitzen und die

Achtung der menschlichen Würde unvollständig

bleibt, solange nicht auch

Leben und Wohlbefinden des Tieres

und seiner Würde bewahrt werden.

Bei der 20. Tierschutztagung (!) in Bad

Boll im März 2012 stand die "Zukunft

des Tierschutzes" im Fokus der Tagung.

Hier sollte eine Art Bestandsaufnahme

im Tierschutz erfolgen. Was hat sich in

den letzten 25 Jahren verändert und zugunsten

des Tierschutzes in Deutschland verbessert? Wie steht

es heute um den Tierschutz und seine Rahmenbedingungen in

der Gesellschaft? Der bmt konnte seinen Standpunkt am Beispiel

des Umgangs mit Wildtieren unter anderem in einem Impulsreferat

verdeutlichen.

Das Recht der Tiere 3/2012

7


Das Recht der Tiere 3/2012

8

T ITELTHEMA

III. TIERH

IN DER

Vor dem Hintergrund, dass

Millionen Tiere in der Landwirtschaft

völlig unzureichend

gehalten werden, stellt dieser

Themenkomplex seit vielen

Jahren einen Schwerpunkt der

tierschutzpolitischen Arbeit

des bmt dar.


ALTUNG

Im Januar 2012 legte die Bundesregierung

einen Entwurf eines "Dritten Gesetzes

zur Änderung des Tierschutzgesetzes"

vor. Eine Änderung des

Tierschutzgesetzes war notwendig geworden,

um die am 9. November 2010

in Kraft getretene europäische Richtlinie

2010/63/EU zum Schutz der für

wissenschaftliche Zwecke verwendeten

Tiere (EU-Tierversuchsrichtlinie) in nationales

Recht umzusetzen. Der von der

EU vorgegebene Umsetzungstermin ist

der 10. November 2012.

Abgesehen von den Änderungen, die

die Tierversuche betreffen (siehe hierzu

Kapitel Tierversuche), sieht die Bundesregierung

ein Verbot der betäubungs-

Durch die Überarbeitung europäischer

Schlachtvorschriften ist in Deutschland

auch eine Anpassung der nationalen

Tierschutz-Schlachtverordnung erforderlich.

Vor diesem Hintergrund nahm

der bmt im August 2012 ausführlich

zum Entwurf der Bundesregierung Stellung.

Nach wie vor gibt es gravierende

Missstände an Schlachthöfen.

Ein besonderes Medienecho fanden

die Aussagen von Prof. Troeger vom

Max Rubner-Institut in Kulmbach, der

bestätigte, dass jährlich einige Zehntausend

Schweine nur ungenügend betäubt

und entblutet werden und so

noch lebend in die Brühanlage gelangen.

Aus Sicht des bmt liegen grundlegende

Probleme u.a. in unangemessen

hohen Schlachtraten (Akkordschlach-

losen Ferkelkastration ab 2017, Änderungen

der Vorschriften zur Qualzucht,

ein Verbot des Schenkelbrandes beim

Pferd, eine Ermächtigung in Bezug auf

das Zurschaustellen bestimmter Tiere

an wechselnden Orten sowie eine Ermächtigung

für die Landesregierungen

in Bezug auf die Problematik herrenloser

Katzen vor.

In einer ausführlichen Stellungnahme

kritisierte der bmt, dass die Chance

vertan wurde, das Tierschutzgesetz umfassend

zu novellieren. Unseres Erachtens

wäre z.B. ein umfassenderes Verbot

von Manipulationen von landwirtschaftlich

genutzten Tieren vorzusehen.

Viele mit Schmerzen und Leiden

tung), die insbesondere eine inakzeptabel

hohe Fehlerrate der Entblutungsschnitte

bei Schweinen in reversiblen

Betäubungsverfahren bewirken. Im

Rahmen der Akkordschlachtung besteht

weder ein wirtschaftlicher Anreiz

für das Schlachthofpersonal noch ist es

aufgrund des des Zeitdrucks möglich,

mit der notwendigen Sorgfalt Tiere zu

betäuben und zu töten. Weiterhin wurden

von uns die bisher unzureichenden

Betäubungsverfahren (z.B. CO2-Anlagen

zum Betäuben von Schweinen,

Wasserbadbetäubung bei Geflügel)

kritisiert. Eine der wesentlichen Forderungen

des bmt ist die Aufnahme und

Bewertung tierbezogener Parameter

am Schlachtband. So sollten bei

schlechten Befunden zwingend ent-

III. LANDWIRTSCHAFT

T ITELTHEMA

LANDWIRTSCHAFT

Änderung des Tierschutzgesetzes

Schlachten von Tieren

verbundene Eingriffe werden nur deshalb

vorgenommen, um die Tiere an

die Haltungsumwelt anzupassen, anstatt

die Haltungsumwelt an den Bedürfnissen

des Tieres auszurichten.

Hinsichtlich der angestrebten Änderungen

zur Qualzucht bemängelte der

bmt, dass die vorgesehene neue Formulierung

eher neue rechtliche Fragen

aufwirft. Sie stellt nicht sicher, dass das

Verbot seine intendierte Wirkung,

Qualzucht umfassend zu verhindern,

auch tatsächlich entfalten kann. Dies ist

nur möglich, wenn Qualzucht im Gesetz

konkret definiert wird und diese

Definition anhand konkreter Beispiele

untermauert wird.

sprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet

werden.

Tierschutzverstöße sind in

deutschen Schlachthöfen an

der Tagesordnung

Das Recht der Tiere 3/2012

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Das Recht der Tiere 3/2012

10

III. LANDWIRTSCHAFT

Am 31.08.2011 berichtete die ARD

über einen der größten Geflügelkonzerne

des Landes: "Das System Wiesenhof -

Wie ein Geflügelkonzern Menschen,

Tiere und die Umwelt ausbeutet." Die

Szenen, die insbesondere auf dem

Tochterunternehmen geführten Geflügelhof

in Emstek-Halen bei Cloppenburg

gedreht und gezeigt wurden,

schockierten landesweit die Zuschauer.

Heftige Proteste folgten. Der Filmbericht

zeigte u.a., wie Mitarbeiter einer

Ausstallungsfirma Puten brutal durch

eine Halle zu einem LKW trieben. Zu

sehen waren Männer, die den Tieren

immer wieder mit voller Wucht in den

Körper traten, dass diese entweder

schwer verletzt wurden oder sogar verstarben.

Einer packte eine Pute am Hals

und warf sie quer durch die Halle.

Dann wurden die Tiere mit großer

Wucht in Stahlkäfige auf einen LKW geschleudert.

Wiesenhof räumte ein, dass

Weder in Deutschland noch auf europäischer

Ebene gibt es konkrete Regelungen

zur Haltung von Kaninchen. In

Deutschland gelten lediglich die allgemeinen

Anforderungen des Tierschutzgesetzes

sowie die allgemeinen Regelungen

der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung.

Eine entsprechende Empfehlung

des Europarats im Rahmen

seines Europäischen Übereinkommens

zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichenNutztierhaltungen

Appell an Wiesenhof

bei den angesprochenen Tierverladevorgängen,

die in dem Filmbeitrag gezeigt

worden sind, tatsächlich gegen

Tierschutzbestimmungen verstoßen worden

sei und man die nötigen personellen

Konsequenzen gezogen hätte.

Es wurde Strafanzeige gegen Wiesenhof

gestellt. In einem Brief an Firmenchef

Peter Wesjohann forderten wir

Wiesenhof auf, u.a. fachkundigem Publikum

die Türen der Produktionsbetriebe

zu öffnen, damit diese sich selber

von den Aussagen des Konzerns überzeugen

könne, ob die Tierschutzbestimmungen

eingehalten werden. Der

Konzern reagierte mit einer Einladung

an den bmt.

Ende November 2011 konnte ein wissenschaftlicher

Mitarbeiter des bmt zusammen

mit dem Konzernchef persön-

Haltung von Mast-,

Zucht- und Wollkaninchen

ist nicht in Sicht. Im März 2009 hatte

der Bundesrat einen Entschließungsantrag

der Bundesländer Baden-Württemberg

und Niedersachsen angenommen,

mit dem die Bundesregierung

aufgefordert wird, sich für

den raschen Abschluss der Europaratsempfehlungen

einzusetzen. Sollte dies

nicht möglich sein, forderten die Länder

die Bundesregierung auf, nationale

Vorschriften zu erlassen.

Ende März 2010 kündigte Bundeslandwirtschaftsministerin

Ilse Aigner

an, in dieser Legislaturperiode einen

entsprechenden Vorschlag zur Ergänzung

der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

vorzulegen.

lich einen Tag lang mehrere Einrichtungen

besuchen, darunter einen Putenschlachtbetrieb,

eine Aufzuchtfarm

für Masthühner und eine Brüterei. Auch

wenn wir diesen Dialog grundsätzlich

begrüßen, wurden bei diesem Besuch

die unterschiedlichen Standpunkte hinsichtlich

des Umganges mit Tieren

deutlich.

Maschinelle Massentötung

in der Putenhaltung

Im Tierschutzbeirat Baden-Württemberg

haben wir dieses Thema im Juli

2011 auf die Tagesordnung gesetzt

und die neue Landesregierung gebeten,

sich u.a. einzusetzen für ein Verbot

der Käfighaltung, der Einzelhaltung

und der Haltung auf Volldrahtgitterböden

(vgl. hierzu "Anforderungen an eine

tiergerechte Haltung von Zucht- und

Mastkaninchen", bmt, Juni 2010).

Im März 2012 legte die Bundesregierung

einen Entwurf zur Änderung der

Tierschutznutztierhaltungsverordnung

vor, zu dem der bmt kritisch Stellung

nahm.

Bemängelt wurde von uns u.a, dass der

Verordnungsentwurf die Gruppe der

Wollkaninchen gar nicht berücksichtigt,

ein Verbot der Käfighaltung nicht geplant

ist und dass die erhöhten Bodenflächen

für die Tiere derzeit noch

deutlich zu gering bemessen

sind.


Das Recht der Tiere 3/2012

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Das Recht der Tiere 3/2012

12

IV. HALTUNG

VON

Da viele Katzenbesitzer ihre unkastrierten Katzen frei herumlaufen

lassen, haben sich regional die Katzenbestände

deutlich vergrößert.

Dies hat zu zahlreichen Problemen geführt: Die Tierheime

sind teilweise überfüllt, die Katzenbetreuung und -versorgung

verursacht hohe Kosten, scheue und kranke Tiere sind

zudem kaum vermittelbar. Um der ungehemmten Vermehrung

wirkungsvoll begegnen zu können, hat der bmt zu-

HEIMTIEREN

Heimtiere wie Hund, Katze, Kaninchen oder

Pferd stehen in der Gunst der Deutschen ganz

oben. Sie können aber nur Partner des Menschen

sein, wenn man ihre Bedürfnisse genau

kennt und achtet und mit den Tieren verantwortungsvoll umgeht. Für den bmt ist es

ein besonderes Anliegen, Defizite und Fehlentwicklungen in der Heimtierhaltung aufzuzeigen

und praktikable Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Das große Problem:

Unkontrollierte Vermehrung von Katzen

sammen mit der Tierschutzorganisation TASSO und Vier

Pfoten das Bündnis "Pro Katze" geschlossen.

Die Verbände fordern eine bundesweite Pflicht zur Kastration,

Kennzeichnung und Registrierung von Hauskatzen mit

Freigang. Dazu wurden mehrere Aktionen gestartet, u.a.

auch ein Online-Protestbrief, der von Tierfreunden an

Bundesministerin Aigner versendet werden kann.


Weiterhin ein

umstrittenes Thema:

Rasselisten von

Hunden

Rund 5 Millionen Hunde werden in Deutschland gehalten.

Allerdings hat diese große Verbreitung in Verbindung mit

immer spezielleren züchterischen Zielen und zum Teil großer

Unkenntnis der arteigenen Bedürfnisse von Hunden in

den vergangenen Jahren und Jahrzehnten auch vermehrt

zu Problemen im Zusammenleben zwischen Mensch und

Hund geführt. Zahlreiche gefährliche und dramatische Vorfälle

mit Hunden führten schließlich dazu, dass behördlicher

Handlungsbedarf gesehen und Gesetze erlassen wurden,

um dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung Rechnung zu

tragen. Da es sich um landesrechtliche Bestimmungen handelt,

unterscheiden sich die Gesetze zur Hundehaltung von

Bundesland zu Bundesland zum Teil erheblich und waren

bislang aus Sicht des Tierschutzes oft nicht geeignet, die Probleme

nachhaltig und vor allem auch wissenschaftlich begründet

zu lösen. Im Gegenteil wurde häufig pauschalisierend

für bestimmte Hunderassen eine grundsätzliche

Gefährlichkeit unterstellt und deren Haltung für Hundebesitzer

nahezu unmöglich gemacht, womit die Probleme vor

allem auf Tierheime und ähnliche Einrichtungen verlagert

wurden, ohne jedoch gleichzeitig finanzielle Hilfe oder andere

Unterstützung für diese Einrichtungen anzubieten.

Zwar sieht auch der Tierschutz dringenden Handlungsbedarf,

nicht nur um Menschen vor Hunden, sondern auch um

Hunde vor unfähigen oder unverantwortlichen Haltern zu

schützen - allerdings sind zum Erreichen dieser Ziele andere

Vorgehensweisen notwendig, die mittlerweile auch von

wissenschaftlich anerkannten Stellen propagiert und bereits

in neue rechtliche Formen gebracht wurden.

Vor diesem Hintergrund hat der bmt im Sommer 2012 zum

Entwurf der SPD für ein "Hessisches Gesetz über das Halten

und Führen von Hunden" schriftlich Stellung bezogen. Im

August 2012 wurde der Entwurf im Rahmen einer öffentlichen

Anhörung im Hessischen Landtag diskutiert. Der Mitarbeiter

des bmt sprach dabei die Zuversicht aus, dass das

bisherige Gesetz novelliert werde und die vorgesehenen

Maßnahmen wie Sachkundenachweis für den Halter, Kennzeichnungs-

und Registrierungspflicht für alle Hunde und eine

verpflichtende Haftpflichtversicherung zu einer Gefahrenabwehr

und zur Verbesserung des Tierschutzgesetzes

beitragen werden.

IV. HEIMTIERE

Als “Listenhund” abgestempelt: Für viele Hunde

bedeutet diese Stigmatisierung den

Daueraufenthalt im Tierheim

Tierheim AG

Bundesweit stehen die Tierheime vor immer größeren wirtschaftlichen

Problemen, die die ihre Existenz gefährden:

zunehmende Aufnahme von Tieren in den Tierheimen,

schwieriger werdende Vermittlung, stetig steigende Verweildauer.

Ein Grundproblem ist, dass die Kommunen 80

Prozent der Leistungen in Anspruch nehmen, jedoch nur

durchschnittlich 25 Prozent erstatten. Angesichts zu-rükkgehender

Spenden müssen hier rasch Lösungen gefunden

werden.

Um die Tierheime hier praktisch und politisch zu unterstützen,

wurde der "Arbeitskreis Tierschutz" gegründet, an dem

Tierschutzverbände - darunter auch der bmt, der Deutsche

Städtetag sowie das Bundeslandwirtschaftsministerium - beteiligt

waren. Die erste Sitzung fand im Januar 2011 in Bonn

in den Räumlichkeiten des Deutschen Tierschutzbundes

statt. Nach insgesamt drei Sitzungen und teilweise schwierigen

Verhandlungen kündigten im Februar 2012 die kommunalen

Vertreter die Arbeitsgemeinschaft auf und sind

nun der Ansicht, von einem bundesweiten Empfehlungspapier

abzusehen. Die Tierschutzverbände (Deutscher Tierschutzbund,

bmt, Bundesverband Tierschutz) haben ihr Unverständnis

darüber in einem ausführlichen Protestschreiben

an den Deutschen Städtetag und den Deutschen

Landkreistag zum Ausdruck gebracht.

Das Recht der Tiere 3/2012

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Das Recht der Tiere 3/2012

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V. UMGANG MIT

Tiere im Zoo

WILDTIEREN

Die Haltung von Wildtieren in Gefangenschaft stellt besonders hohe Anforderungen

sowohl an den Halter als auch an das jeweilige Haltungssystem dar. Die Haltung ist

nur vertretbar, wenn die Tiere ihre grundlegenden arteigenen Verhaltensweisen ausleben

und frei von Schmerzen, Leiden und Schäden leben können.

Darüber hinaus werden viele frei lebende Wildtiere in Deutschland gejagt, gefangen

und getötet. Besonders relevant ist dies im Rahmen des Fischerei- und Jagdrechts.

Hier setzt sich der bmt dafür ein, dass Tiere tatsächlich nur dann getötet werden, wenn

auch ein "vernünftiger" Grund besteht.

Seit Juli 2010 ist der bmt Mitglied

in der Arbeitsgruppe zur Überarbeitung

des "Gutachtens über Mindestanforderungen

an die Haltung von Säugetieren" im Auftrag des

BMELV. Bereits im Februar 2009 hatte sich der bmt federführend

im Namen von 14 Tier-, Natur- und Artenschutzorganisationen

in einem Schreiben an alle Mitglieder des

Agrarausschusses gewendet und eine rasche Überarbeitung

des Gutachtens gefordert, da dies nicht dem wissenschaftlichen

Erkenntnisstand der Tiergartenbiologie entspricht.

Erstmals konnten sich die Tierschutzvertreter mit ihrer Forderung

durchsetzen, dass die "Arbeitsgruppe Säugetiergutachten"

paritätisch besetzt ist, d.h., dass jeweils drei Sachverständige

von Seiten des Tierschutzes und der

Zoobranche in der Arbeitsgruppe vertreten sind. Mittlerweile

fanden zehn Sitzungen der “Großen Arbeitsgruppe” statt

sowie diverse Sitzungen von Unterarbeitsgruppen. Innerhalb

der Tiergruppen

konzentrierte sich der

wissenschaftliche Mitarbeiter

des bmt auf

die Gruppen Kleinsäuger,

Hasenartige, Nagetiere

und Landraubtiere.

Bei dem kompletten

Überarbeitungsprozess

zeigt sich leider sehr

deutlich, dass die Zoo-

Viele natürliche Bedürfnisse von Wildtieren

werden im Zooalltag grob verletzt

direktoren fachlich fundierten Forderungen von Tierschutzseite

wenig aufgeschlossen gegenüberstehen. Zudem wurden

den Tierschutzsachverständigen wichtige - von europäischen

Zoos entwickelte - Haltungsempfehlungen nicht

zugänglich gemacht, obwohl der europäische Zooverband

(EAZA) den Mitgliedsstaaten dies ausdrücklich zugesichert

hatte.

Insgesamt zeichnet sich ab, dass das Gutachten dem europäischen

Vergleich (z.B. Österreich) nicht standhält und eine

wirklich tiergerechte Haltung nicht gewährleisten kann.

Das Gutachten soll Ende 2012 veröffentlicht werden.

Jagdrechtsnovelle in NRW

Die Landesregierung NRW kündigte in ihrem Koalitionsvertrag

an, das bestehende Landesjagdrecht zu überarbeiten.

Hierzu wurde 2011 ein "runder Tisch" einberufen, an dem

seit September 2011 auch die Tierschutzverbände beteiligt

waren. Auch ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des bmt

nahm an den Sitzungen teil. Anfang Januar war die Arbeit

der Arbeitsgruppe "Jagd und Naturschutz" beendet. Der

bmt hatte sich insbesondere zu den Themen "Liste der jagdbaren

Arten, Jagdzeiten, Fallenfang und Abschuss von Hunden

und Katzen” eingebracht. Durch die notwendig gewordene

Neuwahl und Neukonstituierung der Landesregierung

in NRW Mitte 2011 liegen die Ergebnisse der Arbeitsgruppe

zunächst auf Eis. Der bmt wird sich dafür einsetzen, dass

die Novelle des Jagdrechtes in NRW nun zügig angegangen

wird.


Jagdrechtsnovelle

in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg ist das erste und bislang einzige

Bundesland mit einer grün-roten Landesregierung. Entsprechend

hoch sind die Erwartungen aus Sicht der Tierschutzverbände,

da sich gerade Bündnis 90/Die Grünen für

Verbesserungen im Tierschutz landesweit einsetzen. Im Koalitionsvertrag

("Der Wechsel beginnt") wurde für den Zeitraum

2011-2016 u.a. angekündigt, das Landesjagdrecht

zu überarbeiten und stärker an wildökologischen Bedingungen

und Tierschutz-Anforderungen auszurichten.

Der bmt hat federführend für die im Tierschutzbeirat vertretenen

Tierschutzverbände eine ausführliche Stellungnahme

("Zeit für einen Paradigmenwechsel - mehr Tierschutz bei

der Jagd") vorgelegt und diese im Stuttgarter Landtag am

22. Juni 2012 vorgetragen. Kernforderungen der Tierschutzverbände

sind u.a. ein Verbot des Abschusses von

Haustieren, die Kürzung der Liste der jagdbaren Arten, eine

Kürzung und Harmonisierung der Jagdzeiten, ein Verbot

der Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren und

ein Verbot der Verwendung von bleihaltiger Munition. Es

zeichnet sich ab, dass die Landesregierung noch 2012 entsprechende

Arbeitsgruppen hierzu bilden wird, an der auch

die Tierschutzverbände beteiligt sein werden.

Wasserarbeit von

Jagdgebrauchshunden

hinter der lebenden Ente

Tierschutzwidrig: Die Jagdhundeausbildung

an einer lebenden Ente

Der bmt hat im

Landestierschutzbeirat

Baden-

Württemberg

mehrfach das tierschutzrelevante

Thema der Ausbildung

von Jagdhunden

an der lebenden

Ente auf

die Tagesordnung

gesetzt. Aus Sicht

des bmt verstößt

diese Methode

gegen geltendes

Tierschutzrecht

und ist, angesichts vorhandener tiergerechter Alternativen,

entbehrlich. Um sich ein Bild von der praktischen Umsetzung

dieser Methode zu machen, organisierte die Landesregierung

in Zusammenarbeit mit der Wildforschungsstelle

Aulendorf, dem Landesjagdverband und Deutsch Langhaar-Verein

Baden-Württemberg e.V. Ende September 2011

eine Vor-Ort Demonstration an einem Gewässer in Ellwan-

V. W ILDTIERE

Der bmt setzt sich für eine Kürzung der

Liste der jagdbaren Arten und eine

Verringerung der Jagdzeiten ein.

gen. Im Rahmen dieser Veranstaltung konnte jedoch nicht

der Nachweis erbracht werden, dass es zwingend notwendig

ist, Zuchtenten, die zuvor mit einer Papiermanschette

zeitweise flugunfähig gemacht werden, für die Jagdhundeausbildung

zu verwenden. Der bmt wird sich deshalb auch

weiterhin für ein Verbot einsetzen.

Wildtiere im Privathaushalt -

BNA Symposium

Mit großer Sorge betrachtet der bmt den anhaltenden Trend

zur Haltung "exotischer" Arten in Privathaushalten. Der nahezu

ungehinderte und unkontrollierte Erwerb dieser Tierarten

über Zoofachhandel, Internet und Tierbörsen verschärft

die Situation. Problematisch ist, dass Arten mit

unterschiedlichsten Haltungsansprüchen (z.T. Nahrungsspezialisten,

flugfähige Tiere, unterirdisch lebende Arten,

Arten mit Winterruhe, etc...) angeboten werden, die viele

Halter hoffnungslos überfordern. Viele Tiere erkranken oder

verenden in den Haltungen, werden einfach ausgesetzt oder

landen im Tierheim.

Vor diesem Hintergrund nahm der bmt am Symposium zur

Wildtierhaltung in Privathand des Bundesverbandes Naturgerechter

Artenschutz (BNA) in Hambrücken im April 2011

teil. In seinem Vortrag erläuterte der wissenschaftliche Mitarbeiter

des bmt die Problematik am Beispiel der Kleinsäugerhaltung.

Der bmt warb für einen Sachkundenachweis

des Halters und eine Positivliste von Tierarten nach dem Vorbild

Belgiens.

Das Recht der Tiere 3/2012

15


Das Recht der Tiere 3/2012

16

VI. TIERVERSUCHE

VI. TIERVERSUCHE

Seit seiner Gründung als Bund gegen die Vivisektion e.V. im Jahre 1922 kämpft der

bmt für ein grundsätzliches Verbot von Tierversuchen. Aus ethischen und wissenschaftlichen

Gründen lehnen wir Tierversuche ab.

Die Zahl der Versuchstiere liegt EU-weit mit über 12 Millionen Tieren auf einem sehr

hohen und nicht akzeptablen Niveau. Allein in Deutschland wurden 2010 etwa 2.8

Mio. Tiere in Tierversuchen eingesetzt, Tendenz steigend. Während die Entwicklung

und Anwendung tierversuchsfreier Methoden weiterhin nur unzureichend durch öffentliche

Mittel gefördert wird (etwa 4 Mio. Euro pro Jahr), werden jährlich dreistellige

Millionensummen von Steuergeldern für Tierversuche, u. a. für den Neubau riesiger

Tierversuchszentren, ausgegeben.

Änderung des Tierschutzgesetzes

Tierschutzverbände lassen

Rechtsgutachten erstellen

Im Rahmen der Überarbeitung des Tierschutzgesetzes wird

auch die Tierversuchsrichtlinie der Europäischen Union national

umgesetzt. Der im Januar 2012 vorgelegte Entwurf der

Bundesregierung warf allerdings zahlreihe Fragen in juristischer

Hinsicht auf. Aus diesem Grund vereinbarten der bmt,

die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" und Dr. Christoph

Maisack, Jurist und stellvertretender Tierschutzbeauftragter

des Landes Baden-Württemberg, Ende März 2012 einen

Gesprächstermin im Bundeslandwirtschaftsministerium.

Bedauerlicherweise fanden die von Tierschutzseite

aufgeworfenen und fachlich begründeten

Fragen bspw. hinsichtlich

der Schmerz-Leidens-Grenze,

der Verwendung von Menschenaffen

im Tierversuch

oder

der Ver-

wendung wild gefangener Primaten für Tierversuche nur wenig

Gehör im Ministerium.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Blockadehaltung hatten sich die

größten Tierschutzorganisationen Deutschlands (Deutscher

Tierschutzbund, bmt, Menschen für Tierrechte, BVT, DJGT,

Ärzte gegen Tierversuche) zusammengeschlossen, um über

ein Rechtsgutachten Klarheit zu erlangen. Dieses Gutachten

erstellte die anerkannte Hochschullehrerin für Völker- und

Staatsrecht, Frau Prof. Dr. jur Anne Peters, Ordinaria für Völker-

und Staatsrecht an der Universität Basel.

Dieses Gutachten

wurde u.a. auch

Bundesministerin

Ilse Aigner rechtzeitig

vor der KabinettsitzungEnde

Mai 2012

zugesendet. Das

Gutachten zeigte

eine Reihe gravierenderSchwächen

des Entwurfes auf. So wird zum Beispiel die von der

EU-Richtlinie vorgegebene Belastungsobergrenze im

Entwurf der Bundesregierung nicht eingehalten.

Außerdem hätte die Bundesregierung die

Möglichkeit und - auch die ethische

Verpflichtung - gehabt, ein generelles

Verbot von Versuchen

an Menschenaffen vorzusehen.


Das Recht der Tiere 3/2012

17


Das Recht der Tiere 3/2012

18

VII. AUSLANDSTIERSCHUTZ

Tierschutz hört nicht an den Landesgrenzen auf. Für die Arbeit des bmt ist es deshalb

unverzichtbar, auch solchen Tieren zu helfen, die außerhalb von Deutschland in großer

Not leben. Es ist für die Arbeit des bmt jedoch notwendig, sich auf ausgewählte

Projekte zu beschränken. Nur so ist es möglich, eine effektive Tierschutzarbeit vor Ort

und eine verantwortungsvolle Verwendung der finanziellen Mittel zu gewährleisten.

Osteuropa -

unsere Hilfe

für Straßenhunde

Seit über 17 Jahren engagiert sich der

bmt in Ungarn und Rumänien.

Während in Rumänien die unter elenden

Bedingungen lebenden Straßenhunde

und das Hundefängergeschäft

das zentrale Tierschutzproblem darstellen,

geht es in Ungarn grundsätzlich

um die Haltungsbedingungen von Besitzerhunden.

Kettenhaltung, der rigorose

Austausch alter gegen junge Hunde

und das Verstoßen "unbrauchbar"

gewordener Hunde sind die Folge eines

oft funktionalen Verhältnisses zum

Tier.

Die Wirtschaftskrise verschärft zudem

die Situation der ohnehin finanzschwachen

Tierheime.

Wir arbeiten in beiden osteuropäischen

Ländern nach demselben, über Jahre

bewährten Grundsatz: Wir fördern die

Arbeit heimischer Tierschutzorganisationen,

wenn sie uns überzeugend erscheint,

auf der Basis von festen Partnerschaften.

Die Unterstützung des bmt

ist sowohl langfristig durch monatliche

Unterstützungsbeiträge als auch projektbezogen

ausgelegt.

Unser Motto:

Hilfe zur Selbsthilfe

Voraussetzung für die Zusammenarbeit

sind vertrauenswürdige und seriöse

Partner vor Ort, um die ordnungsgemäße

Verwendung der Mittel zu gewährleisten.

Im Rahmen der Hilfe werden

notwendige Baumaßnahmen

(Quarantäne, Freilaufgehege, Dachabdichtungen

etc.) vorangetrieben, die

Anstellung von Tierärzten ermöglicht

und die Versorgung der aufgenomme-

nen Tiere sichergestellt. Ein Schwerpunkt

in Rumänien sind Kastrationsprogramme,

um das Problem der

überzähligen Tiere an der Wurzel zu

packen. Da unsere in diesen Ländern

eingeleiteten Maßnahmen nur langsam

wirksam werden, ist auch ein Verbringen

von Hunden aus diesen Ländern

nach Deutschland vorübergehend

notwendig.

Petra Zipp (rechts) versorgt Hunde in der berüchtigten

Tötungsstation im rumänischen Brasov


Übersicht:

Die Auslandstierschutzprojekte des bmt

Der bmt konzentriert seine Tierschutzarbeit

vor Ort und die

Aufnahme von Hunden aus dem

Ausland auf seine Partnertierheime

in Ungarn und Rumänien.

Die Unterstützung des bmt

ist sowohl langfristig durch monatlicheUnterstützungsbeiträge

als auch projektbezogen

ausgelegt. Voraussetzung für

die Zusammenarbeit sind vertrauenswürdige

und seriöse

Partner vor Ort, um die ordnungsgemäße

Verwendung der

Mittel zu gewährleisten.

Misina Természetés

Àllatvédö Egyesület

“Misina Tier- und Naturschutzverein

mit Tierheim in Pécs Ungarn”

Freundschaftsvertrag

am 19.3.1997

Adresse: H - 7601

Pécs, Postfach 116

Tel. +36 72 240758

Adresse Tierheim: H -

7691 Pécs Somogy,

Pajtas u. 17 (Gelände

Eigentum des Vereines)

Kontaktperson:

Adrien Polacek und

Farkas Tamas

Zahl der Hunde: ca.

400 Hunde (jährlich

ca. 1200 neue Tiere)

Andere Tiere: ca. 50 Katzen, Pferde,

Esel, Ziegen, Geflügel und Wildtiere in

der eigenen Wildtierauffangstation

Verträge mit der Stadt Pécs und einigen

anderen Gemeinden für Fundtiere

Öffentlichkeitsarbeit: Infostände in

der Stadt, in Supermärkten, Fernsehund

Rundfunkbeiträge, Tage der offenen

Tür im Tierheim

Besondere Projekte: Jugendarbeit -

Kinderfreizeiten im Tierheim, Schulbesuche,

eigenes Schulzimmer im Tierheim,

Reitunterricht

Besondere Probleme: Finanzielle

Unterstützung in Ungarn nicht ausreichend

für den Betrieb bzw. Sanierungsmaßnahmen

bmt-Unterstützung: Monatliche Unterstützung

des Tierheimbetriebes mit

4.500,-- €, finanziert durch zweckgebundene

Spenden, zusätzlich projektbezogene

Zuwendungen, z.B. Gebäudesanierung,

Kauf von Mikrochips etc.

im Jahr 2011; Übernahme von Hunden

nach Deutschland in die bmt-Tierheime

2011: Bau einerWelpenzwingeranlage

durch ehrenamtliche

Helfer

aus den bmt-

Tierheimen Kassel

und Köln, finanziert

durch

den bmt - 10

Zwinger à 16

bmt-Vorstandsmitglied

Karin Stumpf in Pecs

VII. AUSLANDSTIERSCHUTZ

qm mit Innenund

Außen- bereich.

Halasi Állatsegítö

Alapítvány

“Tierhilfestiftung und

Tierheim Kiskunhalas Ungarn”

Eigentum Karsten Plücker, Betriebserlaubnis

auf bmt Kassel

Adresse Verein und Tierheim: H -

6400 Kiskunhalas, Felsöszállás 120

Kontaktperson: Ines Stefan,

Tierheimleitung Andrea Tömösy

Zahl der Hunde: ca. 80 Hunde

Andere Tiere: ungefähr 50 freilaufende

Katzen

Karsten Plücker in Kiskunhalas

Verträge mit der Stadt: keine; regelmäßige

Übernahme von Hunden/ Katzen

aus der städtischen Hundefängeranlage

Öffentlichkeitsarbeit: Infostände in

der Stadt, regelmäßige Flohmärkte

Besondere Probleme: Finanzielle

Unterstützung in Ungarn nicht ausreichend

für den Betrieb bzw. Sanierungsmaßnahmen

bmt-Unterstützung: Finanzierung der

regelmäßigen Kosten; Übernahme von

Hunden nach Deutschland in das bmt-

Tierheim Kassel

Das Recht der Tiere 3/2012

19


Das Recht der Tiere 3/2012

20

T ITELTHEMA

Cristina Lapis (Millions of Friends),

und Petra Zipp (bmt) in Brasov

Asociatia Milioane

de Prieteni

“Verein Millionen Freunde

mit Tierheim Brasov”

Freundschaftsvertrag am 25.11.2004

Adresse: RO - 500075 Brasov,

Strada Rovine Nr. 5

Adresse Tierheim: RO - 500000 Brasov

Triaj, Fundatura Harmanului Nr. 10

Kontaktperson: Cristina und Roger

Lapis

Zahl der Hunde: ca. 500 Hunde (jährlich

1200 neue Tiere), ca. 20 Katzen

Andere Tiere: ca. 50 Braunbären,

Pferde, Esel im Reservat Zarnesti

Verträge mit der Stadt bestanden und

sind wieder in der Diskussion

Öffentlichkeitsarbeit: Infostände in

der Stadt, Fernseh- und Rundfunkbeiträge

Besondere Projekte: Kastrationsaktionen

in umliegenden Gemeinden im

Kreis Brasov und kostenlose Kastrationsangebote

für mittellose Tierhalter

Besondere Probleme: Betreuung

und Fütterung von

ca. 300 weiteren

Hunden in der städtischen Hundefängeranlage

in Brasov Stupin, regelmäßige

Übernahme von Hunden in

schlechtem gesundheitlichen Zustand

mit erheblichen Folgekosten, kaum Finanzierung

durch die rumänische Bevölkerung

bmt-Unterstützung: Monatliche Unterstützung

des Tierheimbetriebes mit €

4.500 € und Finanzierung eines Tierarztes

plus Material für Kastrationsaktionen

1.500 €. Alles finanziert durch

zweckgebundene Spenden, zusätzlich

projektbezogene Zuwendungen, z.B.

Gebäudesanierung, Kauf von Medikamenten,

Mikrochips etc..

Übernahme von Hunden nach

Deutschland über das bmt-Tierschutzzentrum

in die bmt-Tierheime

Durch die Hundefangaktivitäten der

Stadtverwaltung Brasov SPGA entstanden

freundschaftliche Beziehungen

zu weiteren Tierheimen und

Städten, in denen das Hundeeinfangen

beendet werden konnte und nun

in kleinem Rahmen geholfen wird:

Asociata Prt. Drepturile

Animalelor-Ada

Freundschaftsvertrag am 7.10.2012

Adresse: RO - 545400 Sighisoara, Str.

Nationala Nr. 67

Kontaktperson: Mona Fernengel

Zahl der Hunde: ca. 100 Hunde im

Tierheim und weitere ca. 40 Tiere zu

betreuen in der städtischen Anlage der

Stadt

Vertrag mit der Stadt seit 14.9.2012

Öffentlichkeitsarbeit: Zeitungsartikel,

Kontakt mit Peter Maffay

Besondere Projekte: Betreuung von

geduldeten Straßenhunden

an ihren Plätzen

und

Kastrationsaktionen, in Planung ein

Kinder-Straßenhundeprojekt

Besondere Probleme: Mona Fernengel,

die berufstätig ist, wird nur von

zwei Mitarbeitern unterstützt. Finanzierung

der Stadt reicht nicht.

bmt-Unterstützung: Finanzierung von

Futter und Tierarztkosten, Sachspenden

und Übernahme von Hunden nach

Deutschland über das bmt-Tierheim

Pfullingen (eigene Ehrenamtlichengruppe

unter Leitung von Frau Kirsten

Heinzel in Schönkirchen mit Pflegestellen)

Azilul de Caini Compartimentul

De Gestionare Al

Cainilor Fora

“Tierheim Targu Mures”

Freundschaftsvertrag mit der Stadt

Targu Mures am 21.9.2010

Adresse: RO - 540000 Targu Mures,

Strada Prutului Nr. 24

Kontaktperson: Emilia Nagy (Tierheimleiterin),

Tibor Jozsa (stellvertr.

Bürgermeister)

Zahl der Hunde: ca. 120 Hunde

Das Tierheim ist Eigentum der Stadt:

Es werden nicht wahllos Straßentiere

eingefangen, sondern nur auf Reklamation

geholt bzw. Abgabetiere genommen.

Öffentlichkeitsarbeit: regelmäßiger

Druck von Vermittlungsplakaten und


Aushänge in der Stadt, daher viel Vermittlung

vor Ort

Besondere Projekte: regelmäßige Kastrationstage

in eigener kleiner Tierklinik

Besondere Probleme: Alte und

schüchterne Tiere lassen sich nicht gut

vermitteln, knappe Unterstützung

durch die Stadt, daher oft Mangel an

Medikamenten und gutem Futter.

bmt-Unterstützung: Abnahme von

Hunden in unregelmäßigen Abständen

bei Tierheimüberfüllung, Sachspenden

(Nahtmaterial, OP-Bedarf, Futter etc.) -

keine Geldzahlungen

Asociatia de Protectie

a Animalelor

“Tierheim Suceava”

Adresse: RO - 720000 Suceava, Str.

Vasile Bumbach Nr. 2

Kontaktperson: Dr. Christina Schulz,

Petra Maier (Arbeitsgruppe Suceava)

Zahl der Hunde: ca. 900 Hunde

Tierheim gehört der Stadt, wurde auf

Initiative von Dr. Christina Schulz

dem Tierschutz überlassen

Öffentlichkeitsarbeit: keine in Rumänien,

Facebookgruppen in Deutschland

Besondere Projekte: Kastrationsaktionen

Besondere Probleme: Die Stadt lässt

dauernd neue Hunde bringen, obwohl

das Tierheim hoffnungslos überfüllt ist,

Links: Nach dem Dacheinsturz im TH Brasov

müssen viele Hunde notgedrungen an die Kette

und zahlt ihren Zuschuss nur unregelmäßig.

Ohne deutsche Unterstützung

würden die Hunde verhungern, was

wohl auch gewünscht ist von rumänischer

Seite

bmt-Unterstützung: Übergangsweise

Unterstützung des Tierheimbetriebes

mit 4.500 € monatlich

Nach Gründung eines deutschen Fördervereins

bmt-SPENDENKONTO

unter Leitung von Frau

Trautmann-Grübl sollen alle Aktivitä-

AUSLAND

ten und Spenden dort konzentriert werden

Stichwort: und die Rumänien bmt-Förderung oder herunter- Ungarn

gefahren Frankfurter werden. Sparkasse Das Ehepaar

Trautmann Konto verbessert 847 derzeit 275 die Tierheimorganisation,

BLZ 500 führt 502 bauliche 01 Veränderungen

IBAN DE 795005

durch,

0201

ist im

0000847275

Gespräch mit

der Stadtverwaltung SWIFT BIC HELADEF und kümmert 1822

sich

um Sachspendentransporte und Vermittlung

von Hunden.

Asociata Alianta Pentru

Combaterea Abuzurilor

“Verein gegen jeglichen Missbrauch

Adresse: RO - 500289 Brasov, B-dul

VALEA CETATII Nr.31, bl. A39, sc. B,

ap.12

Kontaktperson: Claudiu Dumitriu

Tierrechtsverein

Besondere Projekte: Mitarbeit am rumänischen

Tierschutzgesetz, Ermittlungen

in Sachen Hundefängermafia in

Brasov und sachlich fundierte Anzeigen

bei jeder nur so kleinen Möglichkeit,

um das Hundefängergeschäft zu stoppen,

Überprüfung von gemeldeten

Mißständen und Unterstützung von privaten

Tierfreunden bei Problemen.

Fachliche Unterstützung der bmt-Projekte

in Rumänien.

bmt-Unterstützung: monatliche Unterstützung

3.000 € für zwei Gehälter,

KFZ-Kosten, Bürobetrieb etc.

VII. AUSLANDSTIERSCHUTZ

T ITELTHEMA

Stadt Bals

Gemeinde ohne Tierheim mit einem

Bürgermeister, der sich eigenständig

um deutsche Hilfe bemüht hat - Arbeitseinsätze

durch Tierarztteams, in

der Regel zweimal im Jahr seit ca. 4

Jahren.

bmt-Unterstützung: Die Arbeit wird finanziert

in Kooperation mit Tasso und

dem Tierärztepool je nach Zahl der kastrierten

Hunde.

Kleinstadt Predeal im

Kreis Brasov

Gespräche mit dem Bürgermeister, aus

dem bestehenden Vertrag mit den

Hundefängern auszusteigen. Die Stadt

sucht ein Grundstück für ein eigenes

Tierheim.

Derzeit versorgt Frau Silvia Munteanu

privat auf ihrem Grundstück die nötigsten

Fälle und zieht die Welpen auf, die

derzeit noch über den bmt nach Pfullingen

kommen.

bmt-Unterstützung: Futter- und Tierarztkosten

Hinweis: Weitere ausführliche

Informationen zum Auslandstierschutz

des bmt finden Sie

unter:

www.bmt-auslandstierschutz.de

Kontakt: Petra Zipp

Tel: 07121/ 82017-23

petra.zipp@bmt-tierschutz.de

Das Recht der Tiere 3/2012

21


Das Recht der Tiere 3/2012

22

VIII. KINDERTIERSCHUTZ

VIII. KINDER- UND

Im Herbst 2010 trat der Futtermittelkonzern

Purina an den bmt heran und

schlug ein Gemeinschaftsprojekt vor.

Man wolle eigenes Lehrmaterial für die

Grundschulen erarbeiten, eine(n) Tierschutzlehrer(in)

einstellen und eine(n)

Koordinator(in), der/die den Kontakt zu

den Schulen herstellen sollte. Purina

hatte bereits mit einer ähnlichen Initiative

in Italien sehr gute Erfahrung gemacht.

Der bmt war angetan von der Idee.

1994 gehörte der Verein zu den ersten

Tierschutzorganisationen in Deutschland,

die Tierschutzlehrer an die Schulen

schickten und Mädchen und Jungen

im Umgang mit Tieren unterwiesen. In

Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen

und im Raum Köln besuchten

JUGENDTIERSCHUTZ

“Liebe fürs Leben” -

Tierschutzunterricht für Grundschüler-

Das Gemeinschaftsprojekt von bmt und Purina

Tierschutzlehrer im Auftrag des bmt

Grundschulen und arbeiteten seit 2005

sogar mit eigenem Lehrmaterial.

Während die bmt-eigene Unterrichtsmappe

aktuelle Tierschutzthemen - von

Massentierhaltung über die Zirkusproblematik

bis zur Kettenhundhaltung im

Ausland - umfasst, sollte das neu zu erstellende

Schulmaterial von bmt und

Purina die Heimtiere Hund und Katze

(in begrenzterem Umfang auch Kleintiere)

- in den Vordergrund stellen.

In Zusammenarbeit mit dem Bildungsmedien-Verlag

careline wurden 2011

nahezu 17.000 Exemplare bundesweit

an Grundschulen verschickt und die

beiden Positionen mit passenden Bewerberinnen

besetzt. Das bundesweite

Projekt "Liebe fürs Leben" sieht vor, dass

die Tierschutzlehrerin vornehmlich die

Städte aufsucht, die in unmittelbarer

Nähe der bmt-Tierheime (Hamburg,

Bremen, Kassel, Frankfurt, Köln, Stuttgart)

liegen.

Die als Loseblattsammlung angelegten

Materialien sind rechtzeitig zum anvisierten

Projektstart Januar 2011 fertig

geworden. Sie sind liebevoll illustriert

und bieten auf 30 Seiten einen Überblick

über Herkunft von Hund und Katze,

ihre Bedürfnisse, Körpersprache

und -signale. Wann und wie darf man

sich einem Hund nähern, was bedeutet

es, wenn die Katze mit dem Schwanz

peitscht und welche Voraussetzungen

müssen gegeben sein, damit sich die

tierischen Freunde bei uns wohl fühlen?

Fundierte, altersgerechte Informationen

über Tiere, ihre Ansprüche an artgerechte

Haltung und Umgang gehören

ebenso zum Lehrstoff wie die

Vermittlung ethisch/moralischer Werte.

Mit heutigem Stand (September 2012)

hat sich das Projekt als erfolgreich erwiesen.

Mittlerweile arbeiten mehrere

Tierschutzlehrerinnen auf Honorarbasis

für "Liebe fürs Leben", die in verschiedenen

Bundesländern eingesetzt

werden. Durch gezieltes Nachfassen

(Aquise) bei den Schulen konnte die

Projektkoordinatorin die Zahl der

gebuchten Unterrichtseinheiten so

steigern, dass im Frühjahr 2012 die

Entscheidung fiel, nicht mehr ausschließlich

mit einer Lehrkraft zu arbeiten.

Mehr Infos unter:

www.liebefuersleben.net

eMail: kontakt@liebefuersleben.net

Telefon: 030 / 80 58 33 40

Das Projekt koordiniert die bmt-Geschäftsstelle

in Berlin.


IX.

Der bmt unterhält bundesweit acht Tierheime und elf Geschäftsstellen.

Mit durchschnittlich 120 Hunden, 100 Katzen

und über 300 Kleintieren ist das Tierheim Köln-Dellbrück die

größte Einrichtung des bmt, gefolgt von der Wau-Mau-Insel

in Kassel mit ähnlich hoher Auslastung.

Tierheime und Geschäftsstellen arbeiten in den jeweiligen

Bundesländern eng zusammen. Einzig die Geschäftsstellen

Bayern, Berlin und Issum (Nordrhein-Westfalen) verfügen

über kein eigenes Tierheim. Dass auch diese Geschäftsstellen

Tiere aufnehmen können, liegt am Einsatz der Ehrenamtlichen.

So kann sich der bmt auf sehr engagierte Men-

IX. GESCHÄFTSSTELLEN

GESCHÄFTSSTELLEN UND

TIERHEIME

Aufgenommene Tiere der bmt-Einrichtungen 2011und Gnadenbrottiere

Acht Tierheime

und elf Geschäftsstellen

schen verlassen, die sich als Pflegestellen zur Verfügung stellen

und Tiere solange verantwortungsbewusst und liebevoll

betreuen, bis für sie ein neues Zuhause gefunden wird.

Ebenso wichtig für den bmt ist die gute Zusammenarbeit mit

seinen Gnadenbrothöfen. Hier werden Gnadenbrottiere unter

artgerechten Haltungsbedingungen versorgt, die aus den

unterschiedlichsten Gründen nicht (mehr) vermittelt werden

können. Zu ihnen zählen Pferde, Esel, Affen, Vögel, Schweine,

Ziegen, ein Rind, Lamas, ein Zebra, Hunde und Katzen.

Für annähernd jedes Tier hat der bmt Paten gefunden, die

sich mit einem regelmäßigen monatlichen

Beitrag (Patenschaft) am Unterhalt

der Schützlinge beteiligen.

2011 betreute der bmt 156 Gnadenbrottiere,

wobei die Geschäftsstelle Bayern

mit zu diesem Zeitpunkt ca. 70 Tieren

den Hauptteil der Finanzierung trug.

Die Kosten für die Gnadenbrottiere beliefen

sich auf ca. 19.000 Euro, Tierarztkosten

waren in dieser Summe noch nicht

enthalten. Die größte Gruppe unter den

Gnadenbrottieren sind Pferde und Ponys,

die auf mehreren Höfen in Bayern,

Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

ihren Lebensabend genießen dürfen.

Das Recht der Tiere 3/2012

23


Das Recht der Tiere 3/2012

24

Leiter: Dieter Kuhn,

Ursula Sottmeier

Geschäftsstelle

Weil die Kastration, Kennzeichnung und Registrierung der

einzig (humane) Weg ist, das Leid der Katzen dauerhaft zu

beenden, viele sozial schwächere Tierbesitzer den notwendigen

tierärztlichen Eingriff aber nicht in Erwägung ziehen können,

hat das Tierheim Hage in den vergangenen Jahren

mehrere Hilfsangebote geschaffen: Neben den zwei Mal

jährlich stattfindenden Katzen-Kastrationsaktionen mit hälftiger

Übernahme der Kosten (seit 2005) bietet die Geschäftsstelle

Norden in seinem Tierheim eine Sozialsprechstunde

an. Dabei trägt der bmt ebenfalls 50% der

Untersuchungs- und Therapiekosten für das zu behandelnde

Tier. In einzelnen Fällen werden die anfallenden Kosten

sogar vollständig vom bmt übernommen.

Norden

Tierheim Hage

Für das Tierheim Hage (1998 komplett erneuert, Gesamtfläche

7300 m 2) gehört das Elend der herrenlosen Katzen zu

den größten Tierschutzproblemen mit direkter Auswirkung

auf das Tierheim. Denn die oft trächtig ausgesetzten Katzen

oder mutterlosen Babykatzen benötigen meist eine sehr intensive Betreuung und teure

medizinische Versorgung - diese Kosten und die Folgekosten wie zum Beispiel zur

Erweiterung der Katzenräume (kleinere Räume schaffen), Renovierung der Quarantäne

und Ausbau der Krankenstation treiben das Tierheim immer wieder an seine finanziellen

Grenzen.

Zusätzlich startete im Frühjahr 2012 das Gemeinschaftsprojekt

des Tierheims mit der Stadt Norden, den Gemeinden Hage,

Brookmerland, Großheide, Dornum aus dem Altkreis

Norden (Landkreis Aurich) und der Gemeinde Holtriem sowie

mit Unterstützung der Katzenauffangstation Westerende.

Auch hier geht es darum, sozial schlechter gestellten Bürgern

die Kastration ihrer Katze durch eine hälftige Bezuschussung

zu ermöglichen. Die Tierbesitzer erhalten so genannte Kastrations-Gutscheine

und können den Eingriff, das Chippen

der Tiere und die Meldung bei Tasso beim Tierarzt ihrer

Wahl, ebenso aber auch im Tierheim, durchführen lassen.

Die logistische Abwicklung - die Verteilung der Gutscheine und

die Bezahlung der Tierärzte - obliegt dem Tierheim Hage.









2011 in Kürze:

Regelmäßiger Besuch von Schulklassen

Gründung einer Tierheim-AG von der Grundschule Hage

Projekttage und -wochen mit verhaltensauffälligen Schülern

T IERHEIM H AGE

Nachdem das Tierheim im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren

immer mehr ausgesetzte und abgegebene Vierbeiner aufnehmen

musste, plant die Geschäftsstelle nun eine Erweiterung für ca.

50 Katzen und 20 Hunde. Der Anbau soll voraussichtlich noch

2012 in Angriff genommen werden. Bereits abgeschlossen ist dagegen

die Umgestaltung des ehemaligen Wildhundegeländes -

der letzte der fünf Hybriden starb im Laufe des Jahres. Das Areal

ist nun in vier Bereiche unterteilt, auf denen Hunde in großräumigen

Zwingern mit eigenen Hütten leben. Inzwischen werden auch

Pensionstiere aufgenommen, um ein weiteres Standbein für das

Tierheim zu schaffen.

In Kooperation mit den Hundefreunden Hage (Hundeverein) wurde

neben dem Tierheim eine große Trainingsanlage geschaffen.

Die Hundefreunde stellen Hundehaltern, die Tiere aus dem Tierheim

geholt haben, kostenlose Trainingseinheiten zur Verfügung.

Außerhalb der Trainingszeiten kann der bmt das Gelände für

Übungen mit Tierheimhunden nutzen.

Jeden Montagvormittag steht außerdem die Hundetrainerin

Diana Meier den Tierübernehmern mit Beratungsgesprächen (und

weiterer Hilfestellung) zur Seite. Sie arbeitet auch mit den Tierheimhunden

und macht sie fit für eine Vermittlung.

Geschäftsstelle Norden

Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum

Leiter: Dieter Kuhn,

und Ursula Sottmeier

Tel. (04933) 99 28 24, Fax 99 28 26

Tierheim Hage

Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage

Tel. (04938) 4 25, Fax 91 49 90

Raiffeisen-Volksbank

Fresenae.G.Norden, BLZ 283 615 92

Konto 6302020300

www.tierheim-hage.de

Der Jahresauftakt stand im Zeichen des Protests gegen das geplante Bauvorhaben in Ostfriesland.

27 Hähnchenmastanlagen mit Kapazitäten bis zu 80.000 Tieren sollen in der Region,

die für ihr Heilklima berühmt ist, entstehen. An dem Protestmarsch durch die Stadt Norden beteiligte

sich am 8. Januar 2011 auch der bmt mit vielen Ehrenamtlichen

Jazz-Frühschoppen (Benefizkonzert) der "Garden-City-Company" Ostfrieslands Spitzenband in

Sachen Oldtime-Jazz und Swing

Der traditionelle Tag der Offenen Tür (9. Oktober 2011) bot den zahlreichen Gästen ein unterhaltsames

Rahmenprogramm rund um die Tierschutzarbeit des Tierheims

Im zurückliegenden Jahr wurde eine Lehrstelle geschaffen und außerdem beim Bundesamt für

Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln der Antrag auf Errichtung von Einsatzstellen

für den Bundesfreiwilligendienst gestellt

Das Recht der Tiere 3/2012

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Das Recht der Tiere 3/2012

26

Karsten Plücker

im Einsatz bei einem Fall

von Animal-Hoarding

GSt u. TH "Wau-Mau-Insel"

Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel

Leiterin (GSt): Petra Hollstein

Leiter (TH): Karsten Plücker

Tel. (0561) 86 15 680, Fax 86 15 681

Kasseler Sparkasse,

BLZ 520 503 53,

Konto 70 700

www.wau-mau-insel.de

Geschäftsstelle und

Tierheim

Wau-M

Das mehrfach erweiterte Tierheim

ist das zweitgrößte des bmt.

Die Wau-Mau-Insel hat besonders

unter einem gesellschaftlichen Problem

zu leiden, das häufig in sozialen

Brennpunkten auftritt.

Bei dem so genannten Animal Hoarding

"sammeln" Menschen in

krankhaft anmutender Form Tiere

bzw. verhindern deren Vermehrung

durch eine rechtzeitige Kastration

nicht. Dabei übersehen sie,

dass sie dieser immer größer werdenden

Schar von Lebewesen in

keiner Form mehr gerecht werden

können und nehmen in Kauf, dass

die Tiere verhungern, erkranken

oder auch sterben. Entsprechend

aufwändig ist die (tiermedizinische)

Versorgung dieser oft völlig

vernachlässigten, verängstigten

und lebensgefährlich

geschwächten Hunde, Katzen

oder Kleintiere.

Bereits im Januar 2012

wäre mit 130 Kleintieren

die Aufnahmemöglichkeit

der Wau-

Mau-Insel für Kaninchen

& Co erschöpft

gewesen, wenn

nicht im Jahr zuvor

die Kleintierstation

neu gestaltet und

erweitert worden

wäre.


au-Insel

TH-Leiter: Karsten Plücker,

Gst-Leiterin: Petra Hollstein

Kassel

20.000 Euro kostete

der Ausbau der Abteilung,

der aufgrund

der seit Jahren

steigenden

Tierzahlen dringend

notwendig geworden

war. Allein im

Januar 2012 mussten

innerhalb eines

Tages 90 Goldhamster

aus einer Sicherstellungaufge-

nommen werden, die bei einer Rentnerin in Eimern gehalten

wurden und gegen Abend noch einmal fünf Degus versorgt

werden. Kurz darauf wurden zwei behördlich sichergestellte

Chinchillas gebracht und 15 ausgesetzte Wüstenrennmäuse

auf dem Bürgersteig vor dem Tierheim gefunden. 2011 stand

die Wau-Mau-Insel vor der Herausforderung, kurzfristig 90

Wüstenrennmäuse aufzunehmen, die bei einem jungen Paar

unter unwürdigsten Bedingungen gehalten wurden.

Doch nicht nur Hamster, Degus, Kaninchen, Mäuse und Chinchillas

brauchen immer häufiger schnelle Hilfe von den bmt-

Tierschützern aus Kassel, sondern eben auch Hunde und Katzen.

750 Hunde fanden in der Wau-Mau-Insel 2011 eine

liebevolle Aufnahme. Von diesen zahlreichen gefundenen, sichergestellten,

abgegebenen und von einigen bmt-Tierheimen

übernommenen Hunden konnten 200 Vierbeiner an ihre Besitzer

zurückgegeben werden, für die anderen mussten umsichtig

und verantwortungsvoll neue Besitzer gesucht werden.

400 Katzen wurden im Berichtsjahr 2011 im bmt-Tierheim

versorgt. Um den älteren und kranken Samtpfötchen den

Aufenthalt in den heißen Sommermonaten so angenehm wie

möglich zu machen, ließ der Tierheimleiter Karsten Plücker im

Frühjahr 2011 eine Klimaanlage in der Katzenstation im

Dachgeschoss installieren. Die Kosten beliefen sich auf ca.

22.000 Euro. Gleichfalls wurde die Heizungsanlage modernisiert.

Diese Investition (10.000 Euro) wird sich aufgrund der

eingesparten Energie jedoch kurzfristig amortisieren.

Erschreckenderweise verzeichneten die Tierschützer um Karsten

Plücker 2011 einen deutlichen Anstieg - neben den bereits

erwähnten Animal Hoarding Fällen - von Tieren, die nach

Zwangsräumungen ihr Zuhause verloren oder deren Besitzer

TH WAU-MAU-INSEL

in die Psychiatrie eingewiesen wurden. In der Regel befinden

sich diese zurückbleibenden Vierbeiner in schlechtem Gesundheitszustand

und verursachen hohe Tierarztkosten. Beispielsweise

kostete die Augenoperationen eines Herdenschutzhundes

über 2000 Euro, darin noch nicht enthalten die

Nachsorge und Fahrten zum Tierarzt.









2011 in Kürze:

Insgesamt nahm das Tierheim 750 Hunde,

400 Katzen und 380 Kleintiere auf

April: Frühlingsfest

Juni: Kasseler Hundefest

10. und 11. September: großes Tierheimfest

Dezember: Adventsbasar

Regelmäßige Schulführungen

Teilnahme an Kinderferienprogramm

Regelmäßige Auftritte im Fernsehen (Offener

Kanal Kassel, HR3 Maintower), Radio (HR4)

und Internet TV (HNA Kassel)

Das Recht der Tiere 3/2012

27


Das Recht der Tiere 3/2012

28

2011 war für das Tierheim Arche ein

Rekordjahr hinsichtlich der Aufnahme

von Tieren.

808 Hunde, Katzen und Kleintiere wurden

im laufenden Jahr neu aufgenommen

- und genau genommen waren es

sogar 809 Schützlinge. Geschäftsstellen-

und Tierheimleitung entschieden,

einem langjährigen, durch den Tod des

Ehemannes in finanzielle Not geratenen

Mitglied beizustehen und deren

26jährige Stute Alexis als Gnadenbrotpferd

aufzunehmen.

Politisch stand das Jahr im Zeichen des

Engagements für eine bundesweite Kastrations-

und Registrierungspflicht, für

die sich alle bmt-Tierheime und Geschäftsstellen

in ihren jeweiligen Gemeinden

und Landkreisen stark mach-

TH-Leiter Stefan Kirchhoff,

Gst-Leiterin: Anke Mory

Das Tierheim Arche Noah liegt für Besucher

leicht erreichbar an der Autobahnabfahrt

A1 Bremen/Brinkum. Die

Anlage wurde 1985 bezogen und seitdem

immer wieder modernisiert und

erweitert. Ein großer Pluspunkt des

Tierheims sind die angrenzenden, weitläufigen

Grünflächen. Sie werden als

Spiel-, Begegnungs- und Trainingsplätze

für Hunde genutzt.

Geschäftsstelle Stuhr-Brin

ten. So musste

auch das Tierheim

Arche Noah 2011

immer mehr ausgesetzte,

trächtige

oder mutterlose

Katzen aufnehmen,

die in der Regel in äußerst

schlechtem Gesundheitszustand waren.

Um der steigenden Zahl der Tiere

gerecht zu werden, wurden im September

zwölf zusätzliche Quarantäneboxen

für Katzen (9000 Euro

Kosten) gekauft.

Möglich wurde die Anschaffung durch

die großzügige Spende der Veranstalter

von "A heart for Stuhr". Die Hälfte

des Erlöses des dreitägigen Festivals

(26.-28. August) ging mit 7000 Euro

an das Tierheim Arche Noah. Doch

GSt u. TH "Arche Noah"

Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum

Leiterin (GSt): Anke Mory

Tel. (0152) 33 51 32 16

Leiter (TH): Stefan Kirchhoff

Tel. (0421) 890171, Fax 80 90 553

Kreissparkasse Syke,

BLZ 291 517 00, Kto. 113 000 29 57

ww.tierheim-arche-noah.de

Tierh

zeigt sich ein Jahr

später (September

2012), dass trotz

vereinter Bemühungen

von Tier- und

Katzenschutzvereinen

die Zahl aufzunehmender

Katzen weiterhin sehr hoch

ist. Aus diesem Grund hat sich das Tierheim

entschlossen, die Katzenquarantäne

weiter auszubauen. Genutzt werden

dazu die Räumlichkeiten der

ehemaligen Hundequarantäne, in der

in den letzten zwölf Monaten (Sommer

2011-2012) auch kurzfristig Pensionshunde

untergebracht werden. Dieses

Angebot an private Hundebesitzer, das

sehr gut angenommen wurde, kann

das Tierheim aufgrund der räumlichen

Notwendigkeiten in Zukunft nicht mehr

fortführen.


kum

Nachdem eine von bmt und Vier Pfoten gemeinsam durchgeführte

Kastrationsaktion verwilderter Katzen im Raum Bremen

durch einen Fernsehsender medial begleitet wurde,

stellte sich am 22. März 2012 das neu gegründete Bündnis

"Pro Katze" mit seinem Partner Tasso im Tierheim Arche Noah

der Öffentlichkeit vor.

Die drei großen Tierschutzorganisationen setzen sich für eine

bundesweite Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht

von Freigängerkatzen ein und haben eine

entsprechende Petition an Bundesministerin Ilse Aigner gestartet,

die Tierfreunde durch ihre Unterschrift unterstützen

können.

TH ARCHE-NOAH

eim Arche Noah






2011 in Kürze:

März: Volksbank spendet Tierheim einen neuen

VW Fox

Juni: Sommerfest des Tierheims

September: zweitägiges großes Tierheimfest

November: acht sichergestellte Staffs müssen

gleichzeitig aus einer verwahrlosten Zucht in

einem Bremer Wohngebiet aufgenommen

werden

Dezember: vorweihnachtlicher Fackellauf

Tierheimfest in Stuhr/Brinkum

Das Recht Recht

der Tiere 3/2012

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Das Recht der Tiere 3/2012

30

Katzenhaus

Luttertal

Damit die Vierbeiner ihren Bewegungsdrang

so weit wie möglich ausleben

können, wurde 1979 ein Freigehege

gebaut. Das 450 m 2 große

Areal schließt sich direkt an den Katzenraum

an und

ist ganzjährig betretbar.

Das umzäunte

Gelände

bietet die unterschiedlichsten

Kletter- und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Dass die Stadtverwaltungen

Göttingen im

Frühjahr 2011

trotz dringlicher

Bitten von Tierschützern

die verpflichtendeKas-

Geschäftsstelle

Niedersachsen

Das Katzenhaus, vor 40 Jahren vom bmt übernommen, liegt an

der B 27 zwischen Göttingen und Roringen. Ursprünglich bot

das denkmalgeschützte Forsthaus maximal 30 Katzen Aufnahme

- heute können, nach mehreren Anbauten und Renovierungsmaßnahmen,

die beengten Raumverhältnisse besser

genutzt und in Spitzenzeiten bis zu 120 Tiere versorgt werden.

tration und Registrierung von Freigängerkatzen

ablehnte, enttäuschte

das Katzenhaus-Team um Leiterin

Monika Bossmann schwer.

Die Konsequenz spürten die bmt-Mitarbeiter

noch

im selben Jahr:

2011 nahm das

Katzenhaus

über 150 Tiere

auf, der bisherige

Rekord.

16 Babykatzen

mussten per

Hand mit der

Flasche aufgezogen

werden,

weil sie ohne

Mutter ausgesetzt

worden

waren. Insgesamt

vermittelte

das Katzenhaus 2011 über 160 Katzen

an neue Besitzer - eine Höchstleistung

in einer Region, in der vornehmlich

die Landwirte für steten Katzennachwuchs

sorgen, indem sie ihre

Hofkatzen grundsätzlich unkastriert

im Freien halten.

13.679 Euro kostete die tiermedizinische

Versorgung der Katzen, die fast

immer in schlechter gesundheitlicher

Verfassung ins Katzenhaus kommen

und häufig eine sehr aufwändige und

kostenintensive Betreuung verlangen.

Das Katzenhaus erhält - anders als

das Tierheim Göttingen - keinerlei

Zuschüsse von der Stadt Göttingen

oder den Umlandgemeinden.

Alle entsprechenden Anträge der letzten

Jahre wurden abgelehnt, obwohl

das Katzenhaus nachweislich keinem

Notfall die Hilfe verweigert.




2011 in Kürze:

So bleibt das Katzenhaus

wie in den

vorhergehenden

Jahren ausschließlich

auf die Großzügigkeit

seiner

(bundesweiten) Förderer

angewiesen -

gleiches gilt auch für

anstehende Baumaßnahmen.

Alle Arbeiten wurden

und werden

dank der engagierten

Unterstützung

vieler Katzenhaus-

Freunde ehrenamtlich

und damit bis

auf die Materialauslagen

kostenlos

durchgeführt. 2011 musste zum Beispiel

das Dach aufgrund von Frostschäden

teilweise neu gedeckt und das

an einigen Stellen durchrostende

Außengehege repariert werden. Die

Juli: Trotz des äußerst verregneten Sommers

war der Tag der Offenen Tür sehr gut besucht

Dezember: Adventsfeier im Bürgerhaus von

Heberhausen

"Katzenhaus Luttertal"

Luttertal 79, 37075 Göttingen

(06678) 91 85 67

Leiterin (TH): Monika Bossmann

Tel. (0551) 2 28 32

Postbank Hannover,

BLZ 250 100 30,

Konto 732 223 06

www.katzenhaus-luttertal.de

K ATZENHAUS L UTTERTAL

Ausgaben für das

Material beliefen sich

auf ca. 400 Euro.

Genauso wichtig wie

die finanzielle Hilfe

ist jedoch die Bereitschaft

der Menschen,

Tieren ein

neues Zuhause zu

schenken. Gerade

scheue Katzen haben

es oft sehr

schwer, Interessenten

für sich einzunehmen,

weil sie

kaum Kontakt zulassen.

So freute sich

Leiterin: Monika Bossmann das Team des Katzenhauses

im Februar

2012 ganz besonders, als die 13 Jahre

alte schüchterne Emily gemeinsam mit

zwei ebenso zurückhaltenden Artgenossen

vermittelt wurde. Katze Emily hatte zwölf

Jahre auf diese Chance gewartet.

Das Recht der Tiere 3/2012

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Das Recht der Tiere 3/2012

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Dass auch im Franziskus-Tierheim im

Vergleich zu früheren Jahren immer

mehr Hunde, Katzen und Kleintiere

aufgenommen werden, entspricht der

allgemeinen Entwicklung, unter der

bundesweit alle Tierheime zu leiden

haben. Tiere werden mit steigender

Tendenz unüberlegt angeschafft - und

ebenso emotionslos wieder "entsorgt".

Die einfache Beschaffung

über

das Internet macht

es möglich, Lebewesen

mit einem

Mausklick ins

Haus zu holen.

Den wenigsten

Käufern mag dabei

bewusst sein,

dass ihr Verhalten

die tierquälerische "Produktion" von

Welpen europaweit ankurbelt, doch

das Franziskus-Tierheim wird zunehmend

mit (sozial unverträglichen

und/oder kranken) Hunden aus in der

Regel osteuropäischen Massenvermehrungen

konfrontiert.

Über seine Tätigkeit als Moderator bei

"Hundkatzemaus" (VOX) hat Tierheimleiter

Frank Weber die Chance, solche

und andere Tierschutzthemen an die

Dreharbeiten auf dem TH-Gelände

Geschäftsstelle Hamburg

Franz

1982 bezog der bmt das Gebäude an

der Lokstedter Grenzstraße. Weil die

Zahl der Fund- und Abgabetiere ständig

zunahm, mussten im Laufe der Zeit

mehrere Bau- und Erweiterungsmaßnahmen

im Franziskus-Tierheim durchgeführt

werden, zuletzt 2009. In dem

Jahr wurden die Hunderäume für neue

Notfälle bezugsfertig. Leiter: Frank Weber

Franziskus-Tierheim

Geschäftsstelle Hamburg

Lokstedter Grenzstr. 7, 22527 Hamburg

Leiter: Frank Weber

Tel. GSt (040) 55 49 28 - 34, Fax -32

Tel. Tierheim (040) 55 49 28 37

Haspa, BLZ 200 505 50,

Konto 1049220799

Öffentlichkeit zu

bringen. Seit 2008

gehört der Wahlhamburger

zu dem

Team von "Hundkatzemaus"

und hat in

dieser Zeit u.a. über

die Arbeit des bmt

im In- und Ausland

berichten können.

Anfang Dezember

2011 strahlte Vox in einem Zweiteiler

seine große Tierschutz-Spendenaktion

mit Hundeprofi Martin Rütter aus. Ein

Bericht handelte dabei von dem Elend

verwilderter Katzen in Hamburg, die

Martin Rütter und der Franziskus-Tierheimleiter

gemeinsam in einem Industriegebiet

einfangen und darüber hinaus

noch einmal auf die Notwendigkeit

einer bundesweiten Kastrationspflicht

hinweisen konnten.

www.franziskustierheim.de


iskus-Tierheim

Insgesamt erzielte der Spendenaufruf eine Summe von

600.000 Euro, die an sechs begünstigte Tierschutzorganisationen,

u.a. den bmt für die Kastration frei lebender Katzen,

ausgezahlt wurde.

Verlassen konnte sich das Tierheimteam auf seine Helfer, Ehrenamtlichen

und Spender bei einem ganz besonderen Notfall

im vergangenen Jahr. Nach einem Wasserschaden mussten

im Katzenbereich neue Fensterelemente und Türen mit

Klappe eingesetzt werden - nur durch die aktive Unterstützung

der Freunde des Franziskus-Tierheims konnten die Kosten

für die notwendigen Sanierungsarbeiten mit 25.000 Euro

verhältnismäßig niedrig gehalten werden.





2011 in Kürze:

Insgesamt wurden 778 Tiere aufgenommen

und 757 vermittelt

Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen

wie zum Beispiel der Haustiermesse Schnelsen,

St. Wauli und Betreuung von Infoständen

in Futterhäusern

September: Tierheimfest

Dezember: Weihnachtsfeier

F RANZISKUS-TH

Das Recht der Tiere 3/2012

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Das Recht der Tiere 3/2012

34

TH Köln-Dellbrück

Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln

Leiterin (GSt): Sylvia Bringmann

Leiter (TH): Bernd Schinzel

Tel. (0221) 68 49 26, Fax 68 18 48

Postbank Köln, BLZ 370 100 50

Konto 924 02-505

www.tierheim-koeln-dellbrueck.de

Tierheim

Köln-D

Geschäftsstelle N

Das ehemalige Jagdhaus am

Stadtrand von Köln wurde

1968 vom bmt bezogen und

zum Tierheim ausgebaut. Weil

die Zahl der Fund- und Abgabetiere

im Laufe der Jahre

kontinuierlich stieg, wurde ab

2002 mit umfangreichen Erweiterungsmaßnahmenbegonnen.

Dabei vergrößerte

sich die Grundfläche des Tierheims

nahezu um das Doppelte

auf 7000 Quadratmeter:

In vier Hundehäusern, zwei

Katzenhäusern und einer

Kleintierstation können heute

ca. 500 Tiere aufgenommen

werden.

Doch stößt selbst das größte

unter den bmt-Tierheimen an

seine Grenzen, wenn auf kommunaler

Ebene Tierschutzprobleme

ignoriert werden. Wie

wichtig eine Kastrations- und

Registrierungspflicht für Freigängerkatzen

gerade auch in

und um Köln wäre, zeigte sich

besonders im zurückliegenden

Jahr. 2011 bescherte dem Tierheim

eine kaum beherrschbare

Anzahl von (jungen) Katzen,

sie alle in schlechtem Gesundheitszustand

und entsprechend

kostenintensiv in der

Behandlung.


ellbrück

RW

Ebenfalls stieg im Berichtszeitraum die Zahl der ausgesetzten

Tiere auffällig an: Häufig wurden Listenhunde im Stadtgebiet

herrenlos aufgefunden, darunter Hündinnen (Staffordshire,

Kangal) mit schwerem Gesäuge, das auf eine kurz zuvor

durchgemachte Geburt schließen ließ. Von den Welpen keine

Spur.

Eine bedenkliche Zunahme verzeichneten die Kölner Tierschützer

auch hinsichtlich des Animal Hoardings: Immer öfter

werden bundesweit, aber auch gerade in Köln, Fälle bekannt,

bei denen Menschen Tiere krankhaft "sammeln" und

der Tierbestand mitunter

sogar eine dreistellige

Höhe annimmt. Weniger

die Zahl als die Rasse der

Tiere machte Ende Februar

2012 dem Tierheim

besonders zu schaffen:

Über 40 sichergestellte

Kampfhähne mussten provisorisch

untergebracht

Gst-Leiterin Sylvia Bringmann,

TH-Leiter Bernd Schinzel

und in neue verantwortungsvolle

Haltungen vermittelt

werden.

Zum Sommerfest am ersten Juliwochenende 2011 konnte

das gesamte Team in anderer Hinsicht wieder aufatmen.

Nach zweijähriger Bauzeit konnte den vielen Besuchern das

von Grund auf sanierte, denkmalgeschützte Jagdhaus präsentiert

werden. Die Geschäftsstellenleiterin Sylvia Bringmann

hatte dringend auf das zusätzliche Platzangebot gewartet. In

diesem Gebäude befinden sich jetzt Büros und Räume für Vermittlungsgespräche

mit Interessenten.

Seit 2011 haben die bmt-Tierschützer aus Köln auch ein eigenes

Kindertierschutzprojekt. "KiTi-Köln" startete in Zusammenarbeit

mit den "Schülern für Tiere" vom Gymnasium

Köln-Rodenkirchen mit seinem ersten Projekttag am 2. September

im Tierheim. In den Ferien finden weitere Projekttage

zu verschiedenen Themen, u.a. Pferde, Katzen, Kleintiere,

statt, sonst treffen sich die KiTi´s einen Samstag im Monat im

Tierheim.










2011 in Kürze:

Frühjahr: Dacharbeiten an einem der vier

Hundehäuser

Juli: Entführung einer Tierheimhündin durch

ihren ehemaligen Besitzer. Über facebook

entwickelte sich eine stadtweite (und glücklich

endende) Suche nach dem Tier

1. Okt. in der Kölner Innenstadt (anlässlich

des Welttierschutztages am 4. Okt.):

Infostand mit der Anti-Pelz-Kampagne des

bmt (www.gegen-pelz.de)

9. Okt. fand im Tierheim zum zweiten Mal eine

Hunderallye statt

November: Tierheimleiter Bernd Schinzel

drehte einen kritischen Beitrag mit dem WDR

für die Sendung "Tiere suchen ein Zuhause"

auf dem belgischen Tiermarkt Lüttich

13. Nov.: Das Tierheim veranstaltete seinen

Hunde-Laternenlauf mit über 300 Teilnehmern

4. Dez.: Gesprächsrunde mit Bernd Schinzel

bei west.art.Talk

7. Dez.: Livesendung des Deutschlandfunks

aus dem Tierheim mit Bernd Schinzel

10. Dez. Weihnachtsbasar im Tierheim

Das Recht der Tiere 3/2012

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Das Recht der Tiere 3/2012

36

Leiter: Leiter:

Christian Christian Werner Werner

Das Tierheim kann bis zu 20 Hunde,

80 Katzen und 40 Kleintiere aufnehmen.

Ein besonderer Anziehungspunkt

für Besucher ist das artgerechte Außengehege

"Hoppelhausen" für Kaninchen,

das für immer mehr vierbeinige

Anwärter zur Verfügung steht. Im Berichtszeitraum

2011 bis Sommer 2012

mussten so viele Kaninchen wie selten

zuvor betreut werden. Erschreckend

1986 bezog der bmt den ehemaligen landwirtschaftlichen

Hof bei Friedberg in der

Wetterau. Von hier wurden Anfang der 90er

Jahre Aktionen gegen Nutztierhaltung und

Tierversuche gestartet und Hessens erste

Tierschutzlehrerin beschäftigt. Für seine Vorbildfunktion

im Tier- und Naturschutz erhielt

das Tierheim Elisabethenhof 1995 den Umweltschutzpreis

der Stadt Reichelsheim.

dabei: Die

Tiere wurden

bereits wenige

Wochen kurz

nach ihrer

(vermutlich

unüberlegten)

Anschaffung

im Tierheim

abgegeben.

Weil Verantwortungsbewusstsein und

grundsätzlicher Respekt vor allen Lebewesen

die Voraussetzung für kleine und

große Tierhalter sein sollten, verleiht

das Tierheim Elisabethenhof jährlich

den Ehepaar-Quade-Stiftungspreis.

Mit dieser Anerkennung werden Schüler

ausgezeichnet, die sich besonders

um den Tierschutz verdient gemacht

haben.

2011 ging der Stiftungspreis 2010 an

die Gruppe www.animalsunited.de -

Tierheim Elisabethenhof

Geschäftsstelle Hessen

Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Tel. (06035) 96 11 11

Leiter (TH): Christian Werner

Tel. (06035) 59 16, Fax 96 11 18

Frankfurter Sparkasse,

BLZ 500 502 01, Konto 5975

www.tierheim-elisabethenhof.de

TH Elisa

eine Gruppe junger Leute,

die sich aktiv für die

Rechte der Tiere einsetzen.

Durch Teilnahme an

und Mitorganisation von

friedlichen Demonstrationen

versuchen sie die

Menschen über das Leid

der Tiere aufzuklären.

Welches Engagement Kinder und Jugendliche

aufbringen, um Tieren zu

helfen, zeigte sich im Juli 2012. Die

Mädchen und Jungen der Maria-Sibylla-Merian-Grundschule

erliefen bei einem

Sponsorenlauf 2500 Euro, die sie

dem Elisabethenhof spendeten. Je

mehr Kilometer die jungen Sportler in

einer bestimmten, mit den Sponsoren

vereinbarten Zeitspanne bewältigen,

desto höher der Geldbetrag für das

Projekt ihrer Wahl.


Geschäftsstelle Hessen

bethenhof

Die zusätzliche Spende kam im laufenden Jahr gerade recht,

nachdem im Frühjahr mit kostenintensiven Baumaßnahmen

begonnen werden musste. Die umfangreichen Arbeiten an

den Außengehegen des Hundehauses (brüchige Bodenplatte)

sollten eigentlich schon 2011 in Angriff genommen werden,

konnten aufgrund des Spendenrückgangs der vorausgegangenen

Wirtschafts- und Finanzkrise jedoch nicht

realisiert werden.

Dass sich die für Tier und Mensch belastenden Baumaßnahmen

auf 2012 verschoben, machte die Durchführung

anderer Projekte leichter. So konnte im April 2011 der neue

Service zur optimierten Hundevermittlung gestartet werden:

Das Tierheim stellte kostenlos einen professionellen Hundetrainer

für alle Interessenten zur Seite, die einen Hund aus

dem Elisabethenhof aufnehmen wollten.






2011 in Kürze:

Mai: Vortrag von Dr. Dorit Feddersen-Petersen

zur "Hund-Mensch-Kommunikation" in Groß-

Gerau. Mitveranstalter war der bmt

Juni: Gemeinschaftsaktion "Deutschland

chippt" von TASSO und bmt im Tierheim Elisabethenhof.

An diesem Tag konnten Tierhalter

ihre Hunde, Katzen und Frettchen kostenlos

chippen und registrieren lassen. Der Chip-Tag

wurde vom ZDF-Kinderkanal "Kika" übertragen,

die Kosten der Aktion von einem Futtermittelhersteller

getragen

Juni: Infostand auf der Messe "Main Tier" auf

der Messe in Frankfurt

3. und 4. September: Tage der Offenen Tür im

Tierheim mit Besucherrekord

Dezember: Stand auf Weihnachtsmarkt

in Reichelsheim

TH ELISABETHENHOF

Das Recht der Tiere 3/2012

37


Das Recht der Tiere 3/2012

38

Tierschutzzentrum

Pfullingen

Geschäftsstelle

Baden-Württemberg

Seit 2005 unterhält der bmt ein

Tierschutzzentrum in Pfullingen,

Baden-Württemberg. Das Erdhügelhaus,

idyllisch am Fuß der

schwäbischen Alb gelegen, ist in

den neunziger Jahren nach strengen

ökologischen Kriterien erbaut

worden.

Tierschutzzentrum

Pfullingen

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -0, Fax -18

Leiterin (Gst): Joseph Mohr

Leiterin (TH): Petra Zipp

Tel. (07121) 820 17 20

Kreissparkasse Reutlingen,

BLZ 640 500 00,

Kto. 75 7889

www.tierschutz-bmt-bw.de

Eine zweckgebundeneErbschaftermöglichte

dem bmt,

die einzigartige

Anlage zu

erwerben und

zum Tierheim

auszubauen.

Das Tierheim

hat Aufnahmekapazitäten für bis

zu 40 Hunde, 60 Katzen und 60

Kleintiere. Aufgrund eines akuten

Notfalls sind seit Anfang 2008 sogar

zwei Rhesusaffen dauerhafte

Gäste des Zentrums.

In Pfullingen wird der Auslandstierschutz

des Vereins koordiniert.

Der bmt arbeitet mit Partnertierheimen

in Ungarn und Rumänien

zusammen und organisiert vom

TSZ aus Kastrationsaktionen.


Das Gelände des Tierschutzzentrums mit seinen kleinen Gewässern

zieht in jedem Frühjahr zahlreiche Frösche, Kröten

und Molche an. Um den Amphibien die sichere Überquerung

der stark befahrenen Straße vor dem Zentrum zu ermöglichen,

baute der NABU Pfullingen 2011 einen Krötenzaun

auf. Morgens und abends kontrollierten die bmt-Mitarbeiter

die aufgestellten Eimer - und konnten auf diese Weise über

1600 Amphibien das gefahrlose Ablaichen ermöglichen.

TH-Leiterin: Petra Zipp,

Gst-Leiter: Josef Mohr

So einfach sich

hier die Rettung für

die kleinen Lebewesen

gestaltete,

so schwierig oft die

Hilfe für die Straßenhunde

in Rumänien.

Da in den vergangenen

drei Jahren

immer wieder die erneute

Tötung von

Straßenhunden in

die politische Diskussion aufgenommen wurde, verstärkte der

bmt vor Ort seine Lobby- und praktische Tierschutzarbeit. Neben

Gesprächen mit Bürgermeistern und anderen Verantwortlichen

finanzierte der Verein Kastrationsaktionen.

Als im August 2011 der befreundete Tierschutzverein "Millions

of friends" die städtische Tötungsstation Stupin mit ca. 300

Hunden offiziell übernahm, sagte das Tierschutzzentrum als

koordinierende Stelle sofort Unterstützung zu. Innerhalb kürzester

Zeit musste für die Neuankömmlinge Platz im Tierheim

Brasov geschaffen und gleichzeitig der Transport für "reisefertige"

(geimpfte etc.) Hunde nach Deutschland durchgeführt

werden.

Insgesamt nahmen das Team um Petra Zipp 997 Hunde, 96

Katzen und 91 Kleintiere im zurückliegenden Jahr auf. Wie alle

anderen bmt-Tierheime machte sich auch im Tierschutzzentrum

der besorgniserregende Trend bemerkbar, dass sich

offensichtlich immer weniger Menschen die tiermedizinische

Versorgung ihres Tieres leisten können oder wollen. Glücklicherweise

konnten die bmt-Tierschützer aus Pfullingen viele

Notfälle in der Tiervermittlungssendung des WDR ("Tatjanas

Tiervermittlung") vorstellen und über Vox ("hundkatzemaus")

TSZ PFULLINGEN

den Zuschauern Tiere mit besonders schwerem Schicksal ans

Herz legen.

Damit Tierfreunde sich von ihrem verstorbenen Haustier würdevoll

verabschieden können, hat das Tierschutzzentrum eine

Erinnerungswiese mit Urnengrabstellen errichtet. Auf drei

Grabfeldern mit insgesamt 164 Ruhestellen können die eingeäscherten

Hunde, Katzen und Kleintiere ihren letzten Frieden

finden.

Eine finanzielle Herausforderung stellte kurz vor Winterbeginn

2011 die Heizungsanlage im großen Hundehaus dar, die

durch die Installation einer zweiten Solaranlage unterstützt

werden musste. Die Kosten beliefen sich auf 26.000 Euro.




2011 in Kürze:

Jeden ersten Sonntag im Monat Tierschutzcafe

im Tierschutzzentrum. Beteiligung an der

"Fair Trade Initiative" der Stadt Pfullingen

durch Ausschank von Fair Trade Kaffee

1. und 2. Oktober: Tag der Offenen Tür

4. Dezember: Adventsnachmittag

Das Recht der Tiere 3/2012

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Das Recht der Tiere 3/2012

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Geschäftsstelle

Bayern

Gnadenbrottiere

auf dem Hof Lametter

Der Gesamtverein wurde 1952 in München gegründet, darum

findet sich besonders in Bayern eine sehr fest gefügte und mit

dem bmt gewachsene Mitgliederstruktur. Für eben diesen Kreis an langjährigen Förderern

richtete die Geschäftsstelle Bayern zum Jahresauftakt 2011 eine Informationsveranstaltung

aus. An diesem "Nachmittag für Tiere", so das Motto, waren die Gnadenbrottiere

Hauptdarsteller. Weil der bmt-Bayern den Großteil der vereinseigenen Tiere

auf regionalen Höfen und in Pflegestellen versorgt, ist die Suche und Betreuung der Paten

eine besonders wichtige Aufgabe für das Team in München.

Derzeit (Stand September 2012)

genießen 46 Tiere ihren Lebensabend

auf Kosten der Geschäftsstelle

Bayern. 19 Pferde,

drei Esel, zehn Hängebauchschweine,

ein Ochse, ein Zebra,

zwei Lamas, acht Hunde und

zwei Katzen gehören zu den

Schützlingen, deren Wohlergehen

auch den Paten sehr am

Herzen liegt. Aus diesem Grund

hatte die Geschäftsstelle einen

Film über Gnadenbrotpferde mit

dem Titel "Tiere brauchen Paten,

Geschäftsstellenleiter Rolf Bergmann auf

“Streetlife Festival 2012” in München

Tiere brauchen Sie" drehen lassen,

der an diesem Januarnachmittag

2011 Premiere hatte.

Dr. Monika Koller, Tierärztin aus

München, war als Vortragsrednerin

geladen. Sie referierte

über das Thema "Alte Hunde"

und stellte sich anschließend den

Fragen des interessierten Publikums.

Nachdem anlässlich des Welttierschutztages

2010 in München

eine Antipelzdemo mit Be-


Entworfen von Draftfcb:

Anti-Pelz-Kampagne

teiligung des bmt stattgefunden

hatte, trat wenig

später Draftfcb an den

Verein heran. Die renommierte

Agentur bot dem

bmt ein öffentlichkeitswirksames

Motiv für eine

große Kampagne gegen

Pelz (www.gegen-pelz.de)

an und stellte in Aussicht,

den Kampagnenauftakt

in Hamburg 2011 mit einer

stadtweiten Plakatierung

zu sponsern.

Die Anti-Pelz-

Kampagne mit

dem eindrucksvollen

Motiv,

das Tierfreunden

mit großer

Resonanz in Postergröße(kostenlos)

zur Verfügung

gestellt GREEN TUNES in Müchen 2012

wurde, ging mit

einem Protest an das Kaufhaus Bader einher. An dem Aufruf,

die kommende Kollektion pelzfrei zu halten, konnten

sich Internetnutzer auf der bmt-homepage beteiligen.

Diese Kampagne wurde hauptsächlich von den Münchner

bmt-Mitarbeitern begleitet.

Über Arbeit und Ziele des bmt allgemein und der Geschäftsstelle

Bayern insbesondere konnten sich Besucher

auf zwei Veranstaltungen in München 2012 informieren.

Der bmt war Mitausrichter von Greentunes, dem "Festival

für einen besseren Umgang mit Tieren und den

G ST B AYERN

GREEN TUNES: "Festival für einen besseren Umgang

mit Tieren und den Ressourcen unserer Welt!"

Ressourcen unserer Welt!" und präsentierte sich außerdem

am 8. und 9. September auf "Münchens größtem

Straßenfest", dem Streetlife Festival, mit einem Infostand.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter des bmt stand Besuchern

das gesamte Wochenende für alle Fragen rund um

Tierschutzthemen zur Verfügung.

Geschäftsstelle Bayern

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-13, Fax -23

Leiter: Rolf Bergmann 3/2012

Postbank München, Tiere

BLZ 700 100 80,

Kto. 142 20-802

der

www.bmt-bayern.de Recht

Auf dem Hof

von Hans-Hermann Lange Das

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Das Recht der Tiere 3/2012

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Geschäftsstelle

Berlin

Rufus (links) und Akela

2011

Die Geschäftsstelle Berlin (1959 gegründet) hat wie die bmt-Vertretungen

in München und Issum kein eigenes Tierheim, ermöglicht

aber mehreren Gnadenbrotpferden ein schönes Leben auf

einem sehr gut geführten Hof in Niedersachsen. Im Sommer 2012

kamen zwei weitere Notfälle aus dem Umland Berlins hinzu.

Auch diese beiden Neulinge

genießen mit ihren

Artgenossen den

täglichen Weidegang

auf ausgedehnten Flächen

mit altem Baumbestand.

Während die Pferde im Laufe ihres

Aufenthaltes immer zutraulicher

werden, zogen sich die beiden

im Wildpark Johannismühle

lebenden Wölfe Akela und Rufus

aufgrund ihres hohen Alters in

den letzten Monaten auffallend

zurück. Seit nun im Juni 2012 der männliche Grauwolf mit

13 Jahren verstarb, lässt sich seine ohnehin scheuere Partnerin

nur noch zum Füttern sehen. Eine Vergesellschaftung

mit jungen Wölfen lehnt der Leiter des im Baruther Urstromtal

liegenden Wildparks ab, weil eine Gefährdung

der Jungtiere durch die zur Aggression neigende Altwölfin

nicht ausgeschlossen werden könne.

Gst-Leiterin Claudia Lotz mit

Schimmelwallach Gazhal im August 2012

Mit Hilfe von Pflegestellen und

Unterstützung der bmt-Tierheime

kann die Geschäftsstelle

Berlin auch weiteren Tieren in

Not beistehen. So wurde im

Frühjahr 2011 die abgemagerte,

dehydrierte Hündin Shila

aus einer Weddinger Privathaltung

herausgeholt und - nachdem

Bewegungsanomalien offensichtlich

waren - erst einmal

eine umfangreiche tiermedizinische

Untersuchung angeordnet.

Trotz der auffälligen Koordinierungsschwierigkeiten

beim

Laufen konnten die Tierärzte

keine organische Ursache finden, auch Infektionen als Ursache

wurden ausgeschlossen.

Diese Voraussetzungen erleichterten eine Vermittlung der

darüber hinaus wenig sozialisierten Hündin nicht, dennoch

gelang es dem Tierheim Arche Noah, das Shila inzwischen

betreute, in diesem Sommer ein schönes Zuhause

für sie zu finden.


Die Forderung

nach einer bundesweitenVerpflichtung

für Katzenbesitzer

wurde

u.a. am 4. Berliner

Tierschutztag

wiederholt, der

im Bürgersaal des

Rathauses Zehlendorf

stattfand.

Ausrichter war der

Die gemeinsame Aktion

zur Kastration von

Freigängerkatzen

Auch und gerade in Berlin

war das Thema Kastrationsund

Registrierungspflicht von

wilden Katzen eines der

wichtigsten Themen des zurückliegenden

Jahres.

Dementsprechend trat das

Tierschutzbündnis Berlin, ein

Zusammenschluss des Tierschutzvereins

Berlin, den

Tierversuchsgegnern Berlin

und Brandenburg und dem

bmt, am 17. März vor die

Presse und stellte seine Kampagne

"Kuscheln ohne Folgen"

vor.

Aus schlechter Haltung befreit:

Shilas Rettung 2011

Tierschutzbeauftragte Berlins, Dr. Klaus Lüdcke, der die im

Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien zu einer

Podiumsdiskussion geladen hatte, damit sich die Politiker

vor der Berlin-Wahl im September noch einmal vor ihren

Wählern zu den drängenden Tierschutzproblemen in der

Hauptstadt positionieren konnten. Der bmt war mit seinen

Bündnispartnern mit einem Infostand am 27. August am

Rathaus vertreten.

Am 9. September 2011 präsentierte sich die Geschäftsstelle

Berlin u.a. neben den Grünen, Peta und der Albert-

G ST B ERLIN

Protestaktion gegen Berlins neues Tierversuchslabor

Schweitzer-Stiftung als Mitausrichter auf dem ersten

"Greentunes"-Festival, einer Veranstaltung rund um vegetarische

und vegane Ernährung. In diesem Jahr wurde das

Festival in München ausgerichtet, ebenfalls unter Beteiligung

des bmt (Geschäftsstelle Bayern).

Gegen den geplanten Neubau eines Versuchslabors organisierte

die Geschäftsstelle Berlin zwei Protestaktionen

am 15. März 2012. Direkt vor dem Max-Delbrück-Centrum

in Berlin-Buch, schon heute eines der größten tierexperimentellen

Einrichtungen in Deutschland, stellten die

bmt-Aktivisten symbolisch die Macht der Wissenschaftler

über ihre Versuchstiere dar.

Der Protest wurde eine Stunde später vor dem Roten Rathaus

wiederholt, um den Regierenden Bürgermeister

Klaus Wowereit zu einer Stellungnahme zu bewegen. Er

hatte sich bis dahin auf die schriftliche Anfrage des Vereins,

alle Möglichkeiten der Nichtgenehmigung des umstrittenen

Bauvorhabens auszuschöpfen, nicht geäußert.

Geschäftsstelle Berlin

Sauerbruchstraße 11, 14109 Berlin

Leiterin (GSt): Claudia Lotz

(030) 80 58 33 -38, Fax -39

claudia.lotz@bmt-tierschutz.de

Postbank Berlin,

BLZ 100 100 10, Konto 9603-107

www.tierschutz-bmt-berlin.de

Das Recht der Tiere 3/2012

43


Das Recht der Tiere 3/2012

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Geschäftsstelle Issum

Drosselweg 15, 47661 Issum

Leiterin: Dagmar Weist

Tel. (02835) 44 46 97, Fax (02835) -99

Sparkasse am Niederrhein,

BLZ 354 500 00,

Konto 111 500 2063

www.bmt-nrw.de

Nordrhein-Westf

Geschä

Issum

Die Geschäftsstelle Issum wurde

1957 gegründet. Ihr sind

ein Gnadenhof und mehrere

private Pflegestellen angeschlossen.

Diese Zusammenarbeit

ist die Basis für die Bemühungen

der Geschäftsstelle.

Denn ohne die selbstverständliche

Bereitschaft, mit der

Gnadenhof und Pflegestellen

die Aufnahme, Versorgung

und Betreuung der Tiere sicherstellen,

hätte in den vergangenen

Jahren nicht so viel

bedürftigen Tieren geholfen

werden können. Unter der Leitung

von Dagmar Weist konnten

zahlreiche Pferde, Ponys

und Esel aus katastrophalen

Privathaltungen, Reitställen

und Zirkusbetrieben befreit

werden.

Der Erlös der jährlichen Hunderalley

kommt den Gnadenbrottieren zugute


alen

ftsstelle

Nur wenige Kilometer von der Geschäftsstelle

entfernt, liegt der "Buffenhof",

auf dem die Gnadenbrottiere des

bmt-Nordrhein-Westfalen - 14 Pferde

und zwei Esel - betreut werden. Zwei Affen

haben in zwei privaten Pflegestellen

ihr Zuhause gefunden. Die Kosten für

diese 18 Gnadenbrottiere betragen

(ohne tiermedizinische Versorgung)

monatlich 4.332 Euro (Stand September

2012).

Kleine Gäste in Geldern:

Streicheln ist auch Tierschutz!

Wie für die Geschäftsstelle Bayern mit

ihrem großen Gnadenbrottierbestand

ist es auch für die nordrhein-westfälische

bmt-Vertretung äußerst wichtig,

verlässliche Paten für ihre Tiere zu finden.

Diesem Ziel folgend veranstaltet

die Leiterin einmal jährlich ein Sommerfest

auf dem Pferdegnadenhof in

Geldern, bei dem die Besucher Kontakt

zu den Tieren in ihrer Umgebung aufnehmen

und sich gezielt über ihr Wohlergehen

informieren können. Seit 2012

bietet die Geschäftsstelle für alle Paten

ein informatives Treffen auf dem Pferdehof

an.

Die Weihnachtsfeier am Ende eines jeden

Jahres steht ebenfalls im Zeichen

der Hilfe für die geretteten Tiere. So

trägt der Erlös der Tombola dazu bei,

den Unterhalt für

Pferde, Ponys, Esel

und die beiden Affen

zu bestreiten.

Mit dem provakanten

Thema "Ist GnadenbrotGeldverschwendung?"

lud

die Geschäftsstelle

am 4. Dezember

2011 ihre Mitglieder und Paten zu einer

Diskussionsrunde mit mehreren Teilnehmern

ein.

Auch die in der Regel im September

stattfindende Hunderalley (gemeinsame

Ausrichtung mit der Hundeschule

Heike Konzen, Moers) kommt den Gnadenbrottieren

(Erlös aus Startgeldern

etc.) zugute. Außerdem werden bei diesem

spannenden Wettbewerb Vermittlungshunde

der Geschäftsstelle Issum

Gst-Leiterin Dagmar Weist (r.)

G ST I SSUM

vorgestellt, die solange in privaten Pflegestellen

versorgt werden, bis sie in ein

endgültiges Zuhause umziehen können.

2011 konnte die Geschäftsstelle

30 Hunde und zehn Katzen zu neuen

Besitzern vermitteln. Diese positive Bilanz

ist zu einem großen Teil den engagierten

Pflegestellen zu verdanken, die

eine Vermittlung der oft sehr verängstigten

Tiere durch ihre fürsorgliche Geduld

überhaupt erst möglich machen.

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Das Recht der Tiere 3/2012

45


Das Recht der Tiere 3/2012

46

X. INFORMATION

X. INFORMATIONS-

MATERIAL

DAS RECHT DER TIERE

Modernes Magazin des bmt

Mit einer Auflage von ca. 40.000 Exemplaren

gehört "Das Recht der Tiere" zu den auflagenstärksten

Tierschutzzeitschriften in Deutschland.

Die hohe Auflage macht das Magazin

auch für Anzeigenkunden interessant.

Die seit Ausgabe 1/2011 nunmehr 48 Seiten

umfassende, grafisch neu gestaltete Zeitschrift

erscheint viermal im Jahr und wird kostenlos

an die Mitglieder des bmt, Spender, Paten und

Tierempfänger verschickt.

Im Recht der Tiere berichten wir über aktuelle Kampagnen, decken Tierschutzskandale

auf und informieren über die regionalen Tätigkeiten in den acht

Tierheimen und Geschäftsstellen. Die Magazine können kostenfrei auf der Webseite

heruntergeladen werden. Ab 2001 sind alle Jahrgänge online archiviert

und können ebenfalls von interessierten Nutzern eingesehen werden.

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Der Kalender kostet 10 Euro (zuzüglich

1,75 Euro Versand). Der

Erlös kommt der Tierschutzarbeit

des bmt zugute. Der Kalender

hat ein DIN A 4 - Format (im

aufgehängten Zustand DIN A 3).

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bmt@anzeigen-buero.de,

Tel: (02845) 53 86, Fax: 80 69 49

Bankverbindung:

Volksbank Niederrhein e.G.,

Konto 801 703 2012

BLZ 354 611 06

Infomaterial

aus 2011

Broschüre

"Auslandstierschutz"

Infoflyer "Schluss mit

dem Katzenelend"

Aktion

"Dankeskarte Lena"


Der bmt - seine Geschäftsstellen und Tierheime

Geschäftsstelle Norden Franziskus-Tierheim

Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum

Tel. (04933) 99 28 24, Fax 99 28 26

Tierheim Hage

Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage

Tel. (04938) 4 25, Fax 91 49 90

Raiffeisen-Volksbank

Fresenae.G.Norden, BLZ 283 615 92

Konto 6302020300

www.tierheim-hage.de

GSt u. TH "Arche Noah"

Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum

GSt.: Tel. (0152) 33 51 32 16

Tierheim: Tel. (0421) 890171,

Fax 80 90 553

Kreissparkasse Syke,

BLZ 291 517 00, Kto. 113 000 29 57

www.tierheim-arche-noah.de

Geschäftsstelle Issum

Drosselweg 15, 47661 Issum

Tel. (02835) 44 46 97, Fax 44 46 99

Sparkasse am Niederrhein,

BLZ 354 500 00,

Konto 111 500 2063

www.bmt-nrw.de

TH Köln-Dellbrück

Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln

Tel. (0221) 68 49 26, Fax 68 18 48

Postbank Köln, BLZ 370 100 50

Konto 924 02-505

www.tierheim-koeln-dellbrueck.de

Tierschutzzentrum

Pfullingen

Gönninger Straße 201,

72793 Pfullingen

GSt: Tel. (07121) 820 17 -0, Fax -18

Tierheim: Tel. (07121) 820 17 20

Kreissparkasse Reutlingen,

BLZ 640 500 00, Kto. 75 7889

www.bmt-tierschutzzentrum.de

GSt Issum

Geschäftsstelle Hamburg

Lokstedter Grenzstr. 7, 22527 Hamburg

Tel. GSt (040) 55 49 28 - 34, Fax -32

Tel. Tierheim (040) 55 49 28 37

Haspa, BLZ 200 505 50,

Konto 1049220799

www.franziskustierheim.de

TH Hage/

GSt Norden

TH Köln

www.bmt-tierschutz.de

Tierschutzzentrum

Pfullingen

VORSTAND

TH Arche Noah

TH Elisabethenhof

Franziskus-TH, Hamburg

Katzenhaus, TH

TH Wau-Mau-Insel

GSt Bayern

Vorsitzende: Petra Zipp

Tierschutzzentrum Pfullingen

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -23, Fax 820 17 -18

Stellv. Vorsitzender: Bernd Stephan

Kaiser-Friedrich-Promenade 82

61348 Bad Homburg

Tel. (06172) 138 80 26, Fax 23 691

Weiteres Vorstandsmitglied: Karin Stumpf

Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln,

Tel. (0221) 950 51 55, Fax 950 51 57

GSt Berlin

Geschäftsstelle Berlin

Sauerbruchstraße 11, 14109 Berlin

Tel. (030) 80 58 33 -38, Fax -39

Postbank Berlin,

BLZ 100 100 10,

Konto 9603-107

www.tierschutz-bmt-berlin.de

"Katzenhaus Luttertal"

Luttertal 79

37075 Göttingen

Tierheim: Tel. (0551) 2 28 32

Postbank Hannover,

BLZ 250 100 30, Konto 732 223 06

www.katzenhaus-luttertal.de

GSt u. TH "Wau-Mau-Insel"

Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel

Tel. (0561) 86 15 680, Fax 86 15 681

Kasseler Sparkasse,

BLZ 520 503 53,

Konto 70 700

www.wau-mau-insel.de

Tierheim Elisabethenhof

Geschäftsstelle Hessen

Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

GSt.: Tel. (06035) 96 11 11

Tierheim: Tel. (06035) 59 16,

Fax (06035) 96 11 18

Frankfurter Sparkasse,

BLZ 500 502 01, Konto 5975

www.tierheim-elisabethenhof.de

Geschäftsstelle Bayern

Viktor-Scheffel-Straße 15,

80803 München

Tel. (089) 38 39 52-13, Fax -23

Postbank München,

BLZ 700 100 80, Kto. 142 20-802

www.bmt-bayern.de

Das Recht der Tiere 3/2012

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„Das Recht der Tiere“ – Postvertriebsstück B 13769 – Entgelt bezahlt

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt

Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Sitz: D-80803 München , Viktor-Scheffel-Str.15

www.bmt-tierschutz.de

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aufhören - das ist die Auffassung

des bmt. Über unsere Projekte in Ungarn und

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(Mindest-Jahresbeitrag: 20 EURO. Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden.)

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ÜBERREICHT VON:

(Die Spendenkonten finden Sie auf den Seiten der einzelnen bmt-Geschäftsstellen)

Bitte Coupon ausschneiden und frankiert an eine Geschäftsstelle Ihrer Wahl senden.

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