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09.02.2010

COPPENBRÜGGE - SALZHEMMENDORF

Promis in der Provinz gehören zum festen Plan

Salzhemmendorf (sto). Bekannte Künstler wie Felicia Weathers,

Gunther Emmerlich, Ivan Rebroff, Knut Kiesewetter, Joja

Wendt, Urban Priol, Bill Mockridge, Walter Plathe, Arno

Surminski oder Pavel Kohout haben eins gemeinsam – sie alle

waren in den vergangenen 23 Jahren irgendwann einmal,

manche sogar zweimal, Gast im Flecken Salzhemmendorf, um

den Bürgern kulturelle Erlebnisse quasi vor der Haustür zu

bieten. Für den Kulturförderkreis als Gastgeber ist das

Engagement der Promis fast immer ein hartes Stück Arbeit

hinter den Kulissen – Schreibtischarbeit, verbunden mit

Überredungskunst und Diplomatie.

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Von den meisten Veranstaltungen

werden die Plakate aufgehoben, wie

Marie-Luise Czaja-Wiegmann, Ernst

-August Bremer und Ursula Wöhler

mit einer kleinen Auswahl zeigen

(von links). Foto: sto

„Jedem Engagement gehen mehrere Telefonate mit

den jeweiligen Agenturen voraus“, weiß Ursula

Wöhler. Viele lehnen eine Zusage bereits beim ersten

Gespräch ab, da ihre Bedingung, den

Veranstaltungsort mit mindestens 300 oder 400

Besuchern zu füllen, nicht verbindlich zugesagt werden

könne. „Auch fehlt es an den entsprechenden

Räumlichkeiten, da wir leider keinen eigenen

Veranstaltungsraum haben“, betont die Vorsitzende

des Kulturförderkreises. Einzige Möglichkeit, ein

größeres Publikum von etwa 300 Leuten

unterzubringen, sei das Forum der Schule am

Kanstein, in dem der Kulturförderkreis bereits

mehrere Veranstaltungen ausgerichtet hat. „Das

waren Veranstaltungen, bei denen wir mit vielen

Besuchern rechnen konnten“, erinnert sich Ernst-

August Bremer, der stellvertretende Vorsitzende.

Einmal ist diese „Rechnung“ jedoch nicht

aufgegangen, und zwar im vergangenen Oktober, als

der Kulturförderkreis eingeladen hatte zu dem Stück

„Der lustige Witwer“ mit Wolfgang Spier. Wegen

mangelnder Voranmeldungen musste die

Veranstaltung abgesagt werden. „Das hat natürlich ein Loch in unsere Kasse gerissen“,

bedauert Ursula Wöhler. Es sei aber kein Grund gewesen, sich in der Arbeit entmutigen zu

lassen. Entmutigen lässt sich der Kulturförderkreis auch nicht durch die vertraglich

festgehaltenen Auflagen einiger Agenturen. So werde beispielsweise verlangt, dass sich die

für den Künstler bestimmten und selbstverständlich frisch gewaschenen Handtücher nicht zu

hart und nicht zu weich anfühlen und dass die prominenten Gäste gebührend beköstigt

werden. „Manchmal wird uns sogar die Menüzusammensetzung vorgeschrieben“, weiß Marie-

Luise Czaja-Wiegmann, Schriftführerin im Kulturförderkreis.

Ob die Fruchtauswahl im Joghurt, die Brot- oder Käsesorte oder die Mineralwassersorte –

alles sei vertraglich geregelt und müsse eingehalten werden. Zumindest vom Veranstalter.

Dem Künstler selbst seien diese Auflagen oft egal. „Schon oft sind wir auf unseren Einkäufen

sitzengeblieben, weil der Künstler lieber eine Bratwurst, ein Brötchen mit hausgemachter

Wurst oder eine von uns zubereitete Suppe den Agenturvorschriften vorgezogen hat“, erinnert

sich Ursula Wöhler.

Der Kulturförderkreis feiert 2011 sein 25-jähriges Bestehen. Er wurde 1986 von engagierten

Leuten gegründet, um die Bürger vor Ort in den Genuss zu bringen, ein anspruchsvolles

Kulturereignis in unmittelbarer Nähe ihres Wohnortes zu erleben und nicht immer nach

Hameln, Hannover, Hildesheim oder in eine andere Stadt fahren zu müssen. Zu Gast waren

unter anderem die Blackpoint Jazzmen, die Alligators, das Glenn-Miller-Orchestra, das

Johann-Strauß-Orchester, das Bremer Salon-Orchester, das Springmaus-Theater, Marshall

& Alexander, Andreas Rebers, Traute Römisch, Christoph Sieber, Andreas Neumann und der

Schriftsteller Georg M. Oswald. Der Verein finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und vor

allem mit Unterstützung durch Sponsoren. Einige gesponserte Veranstaltungen sind

mittlerweile zur Tradition geworden, wie beispielsweise das Neujahrskonzert im Okal-Café

Lauenstein und der Jazz-Frühschoppen im Park der Domäne Eggersen, der jedes Jahr

Besucherscharen von nah und fern anzieht.

„Leichte Unterhaltung geht am besten“, weiß Ursula Wöhler. Bei anspruchsvolleren

Veranstaltungen, auch literarischer Art, seien häufig weniger Besucher zu verzeichnen. „Unser

Anliegen ist aber, ein breitgefächertes Kulturangebot, möglichst für jeden Geschmack“,

betont die Vorsitzende des etwa 100 Mitglieder zählenden Vereins. Auch Kulturreisen werden

jedes Jahr ausgerichtet.


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09.02.2010

Dass es auch Leute gibt, die den Kulturförderkreis „nicht brauchen“, weiß Ursula Wöhler. Der

ehrenamtliche Einsatz um die Kultur wird von einigen sogar belächelt und mit Worten wie

„Was brauchen wir die Milster? Wir können doch selber singen!“ abgetan. Auch einen

anonymen Anruf hat es schon gegeben.

So wurde Ursula Wöhler beschimpft, was sie sich einbilde, hochkarätige Künstler nach

Salzhemmendorf holen zu wollen: „Wir bekommen aber auch viel Lob und lassen uns deshalb

nicht entmutigen.“ Schon jetzt macht sie auf eine Veranstaltung mit dem Schauspieler und

Kabarettisten Uwe Steimle am 16. April 2010 aufmerksam.

Weil es nicht genügend Voranmeldungen gab, musste die Veranstaltung mit Wolfgang Spier

wieder abgesagt werden – teuer für den Kulturförderkreis.

Artikel vom 25.01.2010 - 19.00 Uhr

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