Der Bayerwald - Bayerischer Wald Verein

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Der Bayerwald - Bayerischer Wald Verein

R 5863 F

Der Bayerwald

3/2009


Der Bayerwald

Ausgabe 3/2009

Zeitschrift des Bayerischen Wald-Vereins für Heimatgeschichte

und Volkstum, Naturschutz, Landschaftspflege und Wandern

Inhaltsverzeichnis

Bayerwaldtag 2009:

Kulturpreis an Sepp Oswald und an die Sektion Viechtach, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1

Aus der Laudatio für Sepp Oswald, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2

Kulturpreis für die Sektion Viechtach – eine Vorzeigesektion, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Ein verdienter Vorsitzender trat ab, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Nachwahlen – neue Mannschaft, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Wir haben uns in Freyung sehr wohlgefühlt, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

Das Jubiläumsjahr 2008 – Sepp Oswald – Randnotizen, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Meldungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17, 18, 64, 65, 74, 92

Festvortrag „Der Bayerische Wald ist steinreich …“ – Dr . Winfried Helm, Passau . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

Gedichte: Granit, Hubert Weinzierl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25

Der fröhliche Wanderer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48

D’ Speiskart’n, Ulrich Huber, Gedanken zum Einschlafen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67

Nach Kreuzberg – nicht nur der Aussicht wegen – Dr . Peter Dillinger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

Zur neuen Nationalparkverordnung, Georg Jungwirth/-hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40

Erinnerung an die Glasmacherzeit, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43

800 Jahre Pfarrei Geiersthal, 100 Jahre Eisensteiner Kirche, 800 Jahre Arnbruck, -hr- . . . . . . . . . . . . . . 45

Fotoseite Herbstimpressionen vom Großen Arbersee, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47

Neue Bücher, Schriften und Tonträger, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49

Ausstellungen, Veranstaltungen und Museen, Ludwig Treimer/-hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53

Franziskanischer Klostergarten eröffnet, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63

Zum Titelfoto, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65

Geschichten um den Nepomuk, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

Arberkirchweih, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68

Vierzehn Wanderführer bekamen Zertifikate, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69

125 Jahre Sektion Freyung, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71

Vier Meisteraufnahmen von Anton Pech . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75

Die Sektionen berichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77

Jugendseiten, Ebs Neij’s – Sigrid Dürr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93

Wir gratulieren …, -hr- . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96

Neue Mitglieder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98

Namen und Nachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99

In memoriam . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101

Das Totenbrett . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 . Umschlagseite

BILD UMScHLAGSEITE: Ironie oder Zufall: Die Installation „Der Flößer“ vor dem Nationalparkinfozentrum

Mauth, eine Arbeit von Helmut und Manuela Binder (Kunstgewerbehof Mauth) . Lesen Sie dazu Seite 65 .

(Foto: Haymo Richter)


Der Bayerwald

101 . Jahrgang, Ausgabe 3, Auflage 15 500

herausgeber: Bayerischer Wald-Verein e . V ., Sitz 94227 Zwiesel, Kultur- und Presseausschuss

redaktion: Haymo Richter, Bahnhofstraße 23, 93444 Bad Kötzting, Telefon 0 99 41/12 68, Fax

94 78 02, E-Mail: richter-koetzting@t-online.de . Druck: cl . Attenkofer’sche Buch- und Kunstdruckerei,

Straubing . Gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder die

des Bayerischen Wald-Vereins dar . Nachdruck der gekennzeichneten Artikel nur mit Erlaubnis des

Verfassers, die übrigen mit Quellenangabe, gestattet . Die Redaktion behält sich die Kürzung und Bearbeitung

von Beiträgen vor . Im Besonderen tragen die Verfasser die Verantwortung für lokal-historische

u . ä . Angaben, da dem Redakteur eine Nachprüfung nicht möglich ist .

Die Zeitschrift erscheint am 15 . Februar / 15 . Mai / 15 . September / 15 . Dezember .

Redaktionsschluss ist am 10 . Januar / 10 . April / 20 . Juli / 10 . Oktober .

Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten .

Autor der mit -hr- gekennzeichneten Beiträge, Haymo Richter

Fotos/Repros: Haymo Richter 1, 3, 5 (2), 6 (2), 7, 8 (2), 9, 10, 11 (2), 13 (2), 15 (2), 17 (2), 18,

32 (rechts oben), 35 (links unten), 38, 40, 43, 44, 45 (2), 46 (2), 47 (4), 58, 49 – 52 (alle), 54, 55,

57, 59 (oben), 60 (oben), 63, 65, 66 (2), 67, 68, 69, 70, 71, 72 (4), 73 (2), 83, 96, 102 (2), 103

(3); Dr . Peter Dillinger 37; Herbert Muckenschnabl 58, Ernst Kronawitter 59; Ludwig Treimer 62;

Anton Pech 75, 76; Sektion Bayerisch Eisenstein, Bodenmais 78, 79, Bischofsmais, Bogen, Büchelstein,

83, Lohberg 84, Mauth 85 (2), 86, Teisnach 89, Wallerfing 90, 91 (2); Sigrid Dürr 93, 84 (2)

Der Bayerische WalD -Verein

Gegründet 1883 – 126 Jahre

VEREIN FüR HEIMAT- UND VOLKSTUMSPFLEGE, KULTURARBEIT,

NATUR- UND LANDScHAFTSScHUTZ, WANDERN IM BAyERIScHEN WALD

Präsident: Heinz Wölfl, Landrat (Regen)

1. Geschäftsführender Vorsitzender: Georg Pletl (Regen)

2. Vorsitzender: Alfred Resch (Spiegelau); 3. Vorsitzender: Georg Jungwirth (Ruderting); schatzmeister:

Max Bettermann (Zwiesel); schriftführer: Angelika Kurz (Rinchnach)

Kultur- und Presseausschuss: Vorsitzender Haymo Richter (Bad Kötzting); hauptwanderwart und

hauptwegewart: Josef Hoffmann (Arnbruck); naturschutzbeirat: Vorsitzender Georg Jung wirth

(Ruderting); Jugendwart: Ulrich Kerscher (Stallwang/Konzell); hüttenausschuss: Vorsitzender

Alfred Lautscham (Rinchnach)

ehrenpräsident: Dr . Gottfried Schmid, Regierungspräsident a .D . (Landshut) (†)

ehrenmitglied: Franz Kuchler (München/Deggendorf) (†)

hauptgeschäftsstelle: Angerstraße 39, 94227 Zwiesel, Telefon und Fax 0 99 22/92 65

Homepage: www.bayerischer-wald-verein.de • E-Mail-Adresse: info@bayerischer-wald-verein.de

Geschäftszeiten: Montag und Mittwoch, 9 .00 – 11 .00 Uhr, Dienstag und Donnerstag, 15 .00 – 17 .00 Uhr

Bankverbindungen: Sparkasse Zwiesel, Konto-Nr . 205 740, BLZ 741 514 50

VR-Bank Zwiesel, Konto-Nr . 250 3000, BLZ 741 641 49


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 1

Sepp Oswald und Sektion Viechtach

mit dem Kulturpreis 2009 geehrt

Höhepunkt des Bayerwaldtages 2009 in Freyung

Freyung. Höhepunkt des Bayerwaldtages

war wieder die Verleihung des Kulturpreises.

Nach einem Vorschlag aus dem Kulturausschuss

und einem einstimmigen Beschluss

des Hauptausschusses vergab man wieder

zwei gleichrangige Preise. So ehrte man mit

dem 1970 gestifteten Kulturpreis den 1. Geschäftsführenden

Vorsitzenden Sepp Oswald,

der nach 20 Jahren auf eigenen Wunsch aus

dieser Funktion schied, sowie die Sektion

Viechtach.

Sepp Oswald hat unseren Verein 20 Jahre mit

Herzblut geführt. In besonderer Weise förderte

er die kulturellen Aspekte in den Sektionen

und des Vereins.

Seine Verdienste würdigte Präsident Heinz

Wölfl in der Laudatio ausführlich, treffend

und sehr persönlich.

Die Sektion Viechtach, sie zählt zu den Gründungssektionen,

hat sich hohe Verdienste

um den Erhalt historischer Baudenkmäler,

im Bereich des Naturschutzes und mit der

Gründung eines Museums und der Initiierung

zahlreicher Ausstellungen gemacht.

Den Preis nahm Sektionsvorsitzender Helmut

Grotz entgegen. Er sah diese Ehrung als eine

Auszeichnung aller Mitglieder an, die sich

über die Jahre ehrenamtlich in die Mitarbeit

einbrachten.

-hr-

Kulturpreisverleihung – Höhepunkt des Bayerwaldtages 2009:

(von links) 1. Geschäftsführender Vorsitzender Georg Pletl, Helmut Grotz, Vorsitzender der Sektion

Viechtach, der bisherige 1. Geschäftsführende Vorsitzende Sepp Oswald, Präsident Heinz Wölfl.


Seite 2 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Aus der Laudatio für Sepp Oswald

Sepp Oswald wurde am 10. Juni 1989 beim

Bayerwaldtag in Bogen zum 1. Geschäftsführenden

Vorsitzenden gewählt. Er hatte

dieses Amt seit Gründung des Bayerischen

Wald-Vereins am längsten inne und hat sich

in diesen 20 Jahren hohe Verdienste erworben.

Er war über 20 Jahre hinweg Träger der

Hauptlast der Organisationsarbeiten im Bayerischen

Wald-Verein.

Sepp Oswald arbeitete vorbildlich im Sinne

der satzungsgemäßen Ziele und Aufgaben

unseres Vereins.

Er bemühte sich jeweils um die besondere, auf

den jeweiligen Kulturpreisträger abgestimmte

Gestaltung des Kulturpreises und der Ehrenurkunden.

Die neu gestaltete Beigabe zum

Kulturpreis trägt seine Handschrift.

Er ist der Koordinator und Motor im gesamten

Verein. Durch sein verbindliches Wesen

ist er eine starke Integrationsfigur mit

Durchsetzungsvermögen, er steht zu seinen

Ent scheidungen. Ich darf dabei auf so spannende

Entwicklungen wie den Austritt aus

dem Bundesverband verweisen. Er hat sich

nie mit dem Status quo zufriedengegeben. So

sind in diesen 20 Jahren 10 neue Sektionen

auf seine Initiative hin entstanden.

Ihm ist es immer gelungen, für wichtige Aufgaben

die richtigen Leute zu gewinnen, er

hat die Sonderausschüsse wiederbelebt und

mit hervorragenden Leuten besetzt. Sepp

Oswald ist ein waschechter, bodenständiger

und heimatliebender Waidler, der gern singt

und bei seinen Aktivitäten von seiner Frau

nachdrücklich unterstützt wird.

Wenn man die Stationen seiner Karriere im

Bayerischen Wald-Verein betrachtet, sieht

dies wie folgt aus:

Sepp Oswald wird beim Bayerwaldtag in

Cham am 23. Mai 1987 zum Organisationsleiter

gewählt. Was diese Funktion zu bedeuten

hatte, wie sie auszufüllen ist, wusste

niemand so recht. Im Wesentlichen bestand

sie darin, die Sektionen zu betreuen und zu

beraten und neu zu gründen. Er hat diese neue

Funktion mit Leben erfüllt und so wurde

ganz selbstverständlich am 10. Juni 1989

beim Bayerwaldtag in Bogen Sepp Oswald

als Nachfolger von Dr. Schuster aus Zwiesel

in das Amt des 1. Geschäftsführenden Vorsitzenden

gewählt.

1991, nach dem Ausscheiden von Adalbert

Pongratz als Schriftleiter, machte sich Sepp

Oswald auf die Suche nach einem neuen

Schriftleiter und hat in Haymo Richter

eine Traumbesetzung gefunden. Er hat den

Naturschutzbeirat und den Jugendausschuss

zu intensiven Aktivitäten animiert. 1995

war ein Nachfolger für Dr. Heinz Huther als

Präsident des Bayerischen Wald-Vereins zu

finden und hier hat Sepp Oswald maßgeblich

dazu beigetragen, dass ich in dieses

Amt eintreten durfte. Im Jahre 1997 erwarb

der Hauptverein auf die besondere Initiative

das Landshuter Haus auf der Oberbreitenau.

Das Berghaus wurde 1998 umfassend sa -

niert und das Erscheinungsbild der Landschaft

angepasst. Das Haus trägt die Handschrift

Sepp Oswalds.

Diese Daten beschreiben den Menschen

Sepp Oswald nur unzureichend. Wer so eng

mit ihm zusammenarbeitet, wie ich das seit

meiner Wahl tue, der weiß, dass Sepp Oswald

mit Leib und Seele ein Wald-Vereinsmann

ist. Seine hervorragende Kulturarbeit in

vielen Bereichen ist besonders zu erwähnen.

Einen Verein mit 20 000 Mitgliedern richtig

in Schwung zu halten, bedarf des vollen

Einsatzes. Neben seiner intensiven organisatorischen

Arbeit für den Bayerischen Wald-

Verein hat er sich aber immer wieder die Zeit

genommen, im Kulturbereich aktiv zu sein.

Er betrieb Liedforschung und hat sich immer

wieder auf die Suche danach gemacht,


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 3

wer welches Heimatlied geschrieben oder

komponiert hat. 1985 hat er die Anbringung

einer Ehrentafel am Geburtshaus Ferdinand

Neumaiers in Kirchberg veranlasst und dazu

einen großen Hoagartn zum 50-jährigen Jubiläum

des Liedes „Mir san vom Woid dahoam“

organisiert.

Den 100. Geburtstag von Ferdinand Neumaier,

dem gebürtigen Kirchberger, hat er

mit einem Gedächtnishoagartn im Madersaal

in Kirchberg besonders hervorgehoben. Es

wurden Totenbretter für Ferdinand Neumaier

und Josef Pfeffer an der St.-Gotthard-Kapelle

1990 aufgestellt. 1992 anlässlich 40 Jahre

Waldlermesse“ wurde eine Erinnerungstafel

am Hangenleithener Taferl angebracht und

somit wieder der Komponist der Waldlermesse

gewürdigt.

Sepp Oswald hat die Sektion Kirchberg

gegründet und führt sie seit 26 Jahren erfolgreich.

Der Mitgliederstand von 110 konnte

auf über 500 gesteigert werden. Er ist ein

begeisterter Sänger sowohl im Männergesangsverein

Kirchberg als auch in Zwei- oder

Dreigesängen.

Sepp Oswald hat über 100 Hoagartn und

Weihnachtsfeiern organisiert, geleitet und

auch selbst dazu gesungen und moderiert. Er

hat eine Reihe kultureller Zeichen organisiert

und angebracht, so etwa das Gipfelkreuz mit

Gedenkstein für die verstorbenen Mitglieder

am Kirchberg und auf dem Dorfplatz die Errichtung

eines Denkmals aus Granit für ehemals

wichtige Handwerksberufe initiiert.

Er hat sich für den Wettbewerb „Musikantenfreundliches

Wirtshaus“ starkgemacht und

so manchen Gastwirt animiert, sich dieser

Bewegung anzuschließen und ist ein Verfechter

der ungekünstelten bayerischen

Sprache.

Er hat mit großem Engagement den Wettbewerb

„Landschaftsgebundenes Bauen“

gefördert.

Für diese Leistungen für Verein und Heimat

hat auf Vorschlag des Kulturausschusses der

Hauptausschuss einstimmig beschlossen, dir,

lieber Sepp, den Kulturpreis des Bayerischen

Wald-Vereins 2009 zu verleihen.

Du hast den Bayerischen Wald-Verein in den

letzten zwei Jahrzehnten sehr maßgeblich

geprägt und mit vielen Aktivitäten einen attraktiven

Verband geschaffen.

Ich gratuliere dir sehr herzlich zu dieser

Auszeichnung und danke dir für alles, was

du für den Bayerischen Wald-Verein getan

hast.

Untrennbar mit dem

Namen Sepp Oswald ist

das Landshuter Haus

auf der Oberbreitenau

verbunden. Auf seine

Initiative hin kam es im

Jahre 1997 zum Ankauf

des Berghauses, und so

wurde dieser wichtige

Wanderstützpunkt für

alle Zeiten gesichert.

Unter seiner Federführung

wurde das Haus

umfassend saniert und

restauriert. Das Erscheinungsbild

wurde

landschaftsbezogen gestaltet.


Seite 4 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Kulturpreis für die Sektion Viechtach –

eine Vorzeigesektion

Präsident Heinz Wölfl würdigte die Arbeit

der Sektion Viechtach in seiner Laudatio

ausführlich und ausdrücklich. „Die Sektion

Viechtach hat von Anbeginn der Gründung

im Jahre 1883 zielstrebig die Ziele unserer

Organisation, nämlich die des Bayerischen

Wald-Vereins, verfolgt und in die Tat umgesetzt“,

so der Präsident. „Neben Natur und

Heimatpflege wird den kulturellen Aktivitäten

ein hoher Stellenwert zugeordnet. In

vielen Veranstaltungen wird Heimatkunde

vermittelt und die bayerische Sprache und

der waldlerische Dialekt gepflegt. Wir wollen

hier die erstaunliche Liste der Aktivitäten der

Sektion in einem knappen Auszug auflisten.

Wie viel Idealismus und ehrenamtliche Mitarbeit

hier eingebracht wurde, mögen Sie

daraus erkennen.“

Daten und Fakten:

1883 Gegründet als eine der sieben Gründersektionen.

1884 Bereits der erste Bayerwaldtag in

Viechtach.

1889 Am 21. Mai Ankauf der Burg Neunußberg.

1895 Am 11. November Ankauf der Burg

Kollnburg.

1908 Herausgabe des Buches: „Führer für

Viechtach und Umgebung“.

1912 Große Renovierung der Burg Kollnburg.

1939 Große Renovierung der Burgruine

Neunußberg.

Nach 1950 neue Impulse für das Musikleben

und wieder Renovierung der Burgen.

Seit 1975 Herausgabe von vier heimatkundlichen

Büchern, jährliche Mundartabende,

Kinderausflüge.

1978 Ausstellung: „Viechtach in alten Ansichten“.

1983 Ausstellung: „Bilder und Zeichen der

Volksfrömmigkeit“ und noch drei weitere

Ausstellungen. Renovierung der

Burgen für ca. 300 000 DM; Grundstückskäufe

rund um die Burgen für

ca. 10 000 DM.

1988 Ausstellung mit Peter Paul Bruhn und

Walter Grössl.

1992 Ankauf des Hauses „Regerstraße 2“

für ein Museum.

1993 Ausstellung zum 85. Geburtstag des

Künstlers Peter Paul Bruhn.

1994 Ausstellung mit Werner Pohl und Walter

Grössl.

1995 Ausstellung mit Hans Höcherl und

Hans Friedl.

1996 Ausstellung mit der Aquarellmalerin

Franziska Pelz.

1999 Eröffnung des sektionseigenen Museums

an der Regerstraße.

2000 Ausstellung mit Hans Friedl.

2001 Wachsstöckl- und Fatschenkindl-

Ausstellung mit Dorothea Stuffer,

Gertraud Endl und Erwin Steck-

bauer. Rund ums Spinnen und Weben

– Literatur und Musik aus sechs

Jahrhunderten.

2002 Vom Gulden zum Kreuzer, über Mark

und Pfennig zum Euro und Cent, Notgeld,

Geld der Alliierten, Zahlungsmittel

der letzten 130 Jahre. Ausstellung

mit Walter Grössl zum 80. Geburtstag.

Ab 27. Dezember Ausstellung: Weihnachts-

und Neujahrsgrüße anno dazumal.

Zur 900-Jahr-Feier von Viechtach: 1000 Fotos

von Alt-Viechtach aus zwei Jahrhunderten.

2003/2004 Renovierung von Kollnburg und

Neunußberg für 40 000 Euro.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 5

Der Pfahl – er zählt zu den wertvollsten Geotopen Bayerns.

Stolz der Sektion ist das Museumsgebäude.


Seite 6 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Der Bergfried der Burg Kollnburg. – Markant, wie ein schottischer Burgturm, hebt sich Neunußberg

von der Landschaft ab.

Im Museum: Jährlich umfangreiches Kursprogramm

für Erwachsene und viele

Aktivitäten für Kinder.

Von 2004 bis Januar 2005 Ausstellung aus

Omas Küche und Keller.

2005 Ausstellung: Bildpostkarten: Ostern

und Pfingsten und Ostereier.

2006 Ausstellung: Hinterglasbilder von

Doris Tamm und Dr. Anton Baumer,

zugleich Vorstellung der Museumsschrift

Nummer 1.

2007 Ausstellung mit Georg Leo Neumeier.

„Was Frau alles können musste“, bis

18. Mai 2008.

2008 125 Jahre Sektion Viechtach des

Baye rischen Wald-Vereins. Ausstellung:

Text- und Bildbände von Edda

Bogner.

Das Museum

Das Museum der Sektion wurde nach dem

Ankauf des Reger-Hauses im Jahre 1999 eingerichtet

und eröffnet.

Das Museum ist in drei Bereiche gegliedert.

Wertvolle Exponate der Volksfrömmigkeit

haben einen guten Platz bekommen, ebenso

Zeugnisse des Fleißes der Menschen der

Region.

1. Leinen: vom Samen zum Stoff

Dieser Teil des Museums ist der Flachsbearbeitung

gewidmet. Er zeigt die hierzu

nötigen Geräte und ist so angeordnet, dass

die Besucher verfolgen können, wie aus der

Flachspflanze die spinnbare Faser gewonnen

und wie sie zu Leinen weiterverarbeitet

wird.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 7

Ein gegeißelter Heiland wurde gesichert und restauriert.

2. Bilder und Zeichen

der Volksfrömmigkeit

Volksfrömmigkeit zeichnet sich durch das

Bestreben aus, das Heilige, Übernatürliche

sinnlich erfahrbar zu machen. Mit der da -

raus entwickelten reichen Welt an Bildern

und Zeichen befasst sich der zweite Bereich

des Museums. Schwerpunkte sind: kirchliche

Feste im Jahreskreis, christlicher Lebenslauf,

Heiligenverehrung und häusliche Andacht.

3. Viechtach in alten Ansichten

Diese Schau zeigt etwa 300 Fotos von Viechtach

und Umgebung. Sie machen die bauliche

Entwicklung des Ortes nachvollziehbar und

dokumentieren ein in vielen Fällen vergangenes

Ortsbild. Darüber hinaus können die Besucher

einen Eindruck gewinnen vom Leben

in Viechtach seit Ende des 19. Jahrhunderts.

Konzeption, Organisation und Trägerschaft:

Sektion Viechtach des Bayerischen Wald-

Vereins e. V.

Das Museum ist jeweils von Dienstag bis

Sonntag von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet.

Naturschutz, Naturkunde –

Wandern und Heimatpflege!

In den Jahren 1937 bis 1938 wurde auf

Anregung des damaligen Vorsitzenden Karl

Gareis der Pfahl, eines der bedeutenden Geotope

Bayerns, unter Naturschutz gestellt. Damit

verbunden war der Quarzschotterabbau

im Kerngebiet des Geotops und schließlich

die gänzliche Einstellung des Abbaus. Nun

ist ein Bereich von 46 Hektar unter Schutz

gestellt, der Öffentlichkeit für die Freizeitgestaltung

zugänglich und eine besondere

Sehenswürdigkeit des Bayerischen Waldes

geworden. Die Sektion unterhält aus dem

Stadtbereich heraus verschiedene Wanderwege,

vor allem nach Neunußberg. Naturkundliche

Führungen und Vorträge ergänzen

das Programm der Sektion. -hr-

Was ist „Bowied“?

Darunter versteht man Holzscheiter, die für

das Aufheizen des Backofens zurechtgemacht

wurden, meist einen Meter lang und mehrfach

gespalten.

Ein Wort – zwei Begriffe

„A Schloapf“ ist ein langer oder schlampiger

Rock, aber auch ein langer Brautschleier

oder eine Zuspeise. Wie zum Beispiel

gstandene Milch zum Fuchsenfuada. Das sind

Schoan bladl und Erdäpfel mit Butterschmalz

aufgeröstet und dazu ein Kompott (Epfeko*)

zu Mehlspeisen. -hr-

* Apfelkompott


Seite 8 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Ein verdienter Vorsitzender trat ab

Sepp Oswald kann nach 20 Jahren in der

Funktion als 1. Geschäftsführender Vorsitzender

eine gute Bilanz vorweisen. Dazu nur

in Stichworten einige wichtige Stationen und

Entscheidungen nach der Wahl am 10. Juni

1989 in Bogen.

Sepp Oswald hat sich um den Bayerischen

Wald-Verein verdient gemacht.

17. November 1990: Erstmals eine Tagung

(in Rinchnach) mit den Sektionsvorsitzenden

ver anstaltet mit der Möglichkeit der Aussprache

zu allen Problemen, abgetrennt von

den Regularien des Bayerwaldtages.

Januar 1991: Haymo Richter übernahm auf

seinen Vorschlag hin das Amt des Schriftleiters

unserer Vereinszeitschrift „Der Bayerwald“.

Die Zeitschrift wurde von 64 auf

96 Seiten Umfang erweitert und das Erscheinungsbild

deutlich aufgewertet.

Am 2. Mai 1997: Ankauf des Landshuter

Hauses durch den Hauptverein.

15. Mai 1997: Die neue Pächterfamilie Hoffman

geworben und eingeführt.

Präsident Heinz Wölfl verabschiedet den bisherigen

Vorsitzenden Sepp Oswald.

Von 1998 bis 2000 den Umbau und die

Außengestaltung des Landshuter Hauses

eingeleitet und geleitet.

7. Mai 2000: Einweihungsfeier des Landshuter

Hauses.

Ab 1. Januar: Beitragsumstellung (Euroeinführung)

von 13 DM auf 6 Euro (= 11,73

Die Delegierten skandierten dies mit stehenden Ovationen und würdigten so seinen 20­jährigen Einsatz

für unseren Verein.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 9

DM). Seit 15 Jahren keine Beitragserhöhung.

Einschließlich der Sektion Kirchberg gründete

Sepp Oswald 10 neue Sektionen.

Er diente drei Präsidenten: Dr. Gottfried

Schmid, Dr. Heinz Huther und Landrat Heinz

Wölfl.

Die gesamte Vorstandschaft wurde auf seine

Vorschläge hin neu besetzt, ebenso der

Hauptausschuss und die Mitglieder der Sonderausschüsse.

Zum Abschied:

„In den 20 Jahren habe ich den Verein geführt

wie meinen eigenen. Ich wollte gerecht

Die Frau an seiner Seite

Ohne die Unterstützung der Ehefrauen im

Ehrenamt geht gar nichts, nur wer diese Unterstützung

hat, kann ein Amt ausfüllen.

So war das auch im Hause Oswald. Man kann

die vielen Anrufe nicht zählen, die Hildegard

Oswald in den zurückliegenden 20 Jahren

entgegennahm und Auskünfte im Sinne

unseres Vereins gab. Sie unterstützte Sepp

sein, nicht aber jedem recht machen. Bitte um

Verständnis, wenn ich ab und zu jemanden

geärgert habe, alles zum Wohl des Bayerischen

Wald-Vereins. Man kann hier nicht alles

aufzählen, das würde den Rahmen sprengen.

So wünsche ich dem Bayerischen Wald-Verein

weiterhin eine fruchtbringende Vereinsarbeit,

viel Glück und Erfolg sowie eine glückliche

Hand bei seinen Entscheidungen.

Abschließend einen herzlichen Dank und

,Vergelt’s Gott‘ Herrn Präsidenten, Frau

Zellner, der Vorstandschaft mit Hauptausschuss

und Sonderausschüssen sowie allen

Sektionen für die gute, freundschaftliche Zusammenarbeit.“

Sepp Oswald

Oswald mit Rat und Tat, hielt ihrem Mann

den Rücken frei und übernahm Aufgaben und

Pflichten ganz selbstverständlich.

Der Blumenstrauß, von Präsident Heinz Wölfl

bei der Mitgliederversammlung überreicht,

war nur eine kleine, aber selbstverständliche

Geste und ein „Vergelt’s Gott“ für diese vielen

Dienste. Die Versammlung spendete dazu

den wohlverdienten Beifall. -hr-


Seite 10 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Nachwahlen – Neue Mannschaft

Wie schon beim Bayerwaldtag in Blaibach

angekündigt und geplant, ging der bisherige

Vorsitzende Sepp Oswald nach zwanzigjähriger

Tätigkeit von Bord.

Zum Abschied brachte Sepp Oswald noch besondere

Daten und Ereignisse seiner Amtszeit

zur Sprache. Präsident Heinz Wölfl würdigte

Sepp Oswalds Arbeit ausführlich. Dazu erhoben

sich die Delegierten von den Plätzen und

brachten ihren Beifall und ihre Anerkennung

minutenlang zum Ausdruck.

Die Nachwahlen, gut vorbereitet, gingen,

vom Wahlausschuss mit Jochen Heil, Ursula

Zellner und Haymo Richter geleitet, in wenigen

Minuten über die Bühne.

Einstimmig wurde auf Vorschlag aus dem

Vorstand Georg Pletl zum 1. Geschäftsführenden

Vorsitzenden gewählt, er war bislang

3. Vorsitzender. In diese Position wählten die

Delegierten Georg Jungwirth aus Ruderting.

Den Vorsitz im Naturschutzbeirat behält er.

Alfred Resch (Spiegelau) bleibt 2. Vorsitzender.

Zur Schriftführerin wurde Angelika Kurz

aus Rinchnach gewählt.

Die gegenwärtige Legislaturperiode endet mit

dem Bayerwaldtag 2010 in Furth im Wald.

Hier muss die Vorstandschaft neu gewählt

werden, ebenso auch der Hauptausschuss und

die Vorsitzenden der Ausschüsse. -hr-

Georg Pletl – ein Porträt

Der zunächst für ein Jahr gewählte 1. Vorsitzende

Georg Pletl, 59 Jahre alt, ist Oberamtsrat

am Amt für Ernährung, Landwirtschaft

und Forsten Regen und hier zuständig für

Pflanzenbauberatung.

Seit 1993 führt Georg Pletl als 1. Vorsitzender

sehr erfolgreich die Sektion Regen

(625 Mitglieder). Beim Bayerwaldtag 2001

in Straubing wurde er zum 3. Vorsitzenden

Die neue Vorstandschaft zunächst für 1 Jahr: (von links) Schatzmeister Max Bettermann, 2. Vorsitzender

Alfred Resch, 1. Vorsitzender Georg Pletl, Leiterin der Geschäftsstelle Ursula Zellner, der bisherige

Vorsitzende Sepp Oswald, Präsident Heinz Wölfl, Schriftführerin Angelika Kurz und 3. Vorsitzender

Georg Jungwirth.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 11

Anschriften der Vorstandschaft

Präsident: Heinz Wölfl, 94209 Regen,

Landratsamt, Telefon 09921/601-117.

1. Vorsitzender: Georg Pletl, Poschetsrieder

Straße 20, 94209 Regen, Telefon

09921/4380 oder dienstlich 608-112,

Handy 0160/94726157, E-Mail georg.

pletl@aelf-rg.bayern.de.

2. Vorsitzender: Alfred Resch, 94518

Spiegelau, Neuhütte 2, Telefon

08553/2105.

3. Vorsitzender: Georg Jungwirth, Hans-

Carossa-Straße 9, 94161 Ruderting,

Telefon 08509/1843 oder dienstlich

0851/490837130.

Schriftführerin: Angelika Kurz, Söldnerstraße

12, 94269 Rinchnach, Telefon

09921/971893 oder dienstlich

09921/26212.

des Hauptvereins gewählt. Hier bringt er mit

Ruhe und Gelassenheit und Sachverstand seine

Meinung ein. Sein Wort wird gehört.

Eine Meisterleistung waren die Vorbereitung

und Durchführung des Pichelsteinerfestzuges

2007, der in der Thematik ganz dem Bayerischen

Wald-Verein gewidmet war.

Das war eine großartige Werbung für unseren

Verein. Die Sektion Regen gab zur Ausgestaltung

des Festzuges noch 1500 Euro Zuschuss.

Georg Pletl ist verheiratet und hat einen Sohn

und eine Tochter. Mit Ehefrau Annemarie

teilt er ein besonderes Hobby. Gerne fahren

sie beide per Motorrad in der Freizeit über

verkehrsarme Straßen durch die Dörfer. Da

gibt es viel zu sehen und zu erleben. Frau

Annemarie ist mit dem Wald-Verein sehr verbunden.

Sie ist längst eine anerkannte Malerin

und bereitet mit der Sektion Zwiesel

engagiert die renommierte Kunstausstellung

„Zwiesler Fink“ vor.

Georg Pletl (Regen), der neue 1. Geschäftsführende

Vorsitzende.

Sohn Andreas erfüllte Anfang Juli nach bestandener

Meisterprüfung als Landschaftsmeister

ein Versprechen, wonach er zugesagt

hatte, der Sektion Regen einen Bergahorn

– Baum des Jahres 2009 – zum 125-jährigen

Jubiläum der Sektion zu stiften und im

Stadtpark zu pflanzen. Dies wurde dann auch

so vollzogen.

Angelika Kurz (Rinchnach) die neue Schriftführerin.


Seite 12 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

„Wir haben uns in Freyung sehr wohlgefühlt!“

Auf diesen Nenner brachte es Präsident Heinz

Wölfl bei seinen Dankesworten im Verlauf

des gut besuchten Festaktes am Sonntag,

5. Juli, im Saal des Kurhauses. Das sagt

eigentlich alles. In der Tat, es war wieder

ein wohlgelungener Bayerwaldtag. Bestens

vorbereitet und organisiert von der Sektion

Freyung, die gleichzeitig das 125-jährige

Bestehen feierte.

Die Delegiertenversammlung, 44 Sektionen

waren vertreten, verlief zügig und informativ.

Sowohl der Präsident als auch der scheidende

1. Geschäftsführende Vorsitzende Sepp

Oswald und die Vorsitzenden der Ausschüsse

berichteten prägnant von den Aktionen

und Tätigkeiten. Einmal mehr wurde auch

deutlich, die Vorsitzenden der Ausschüsse

arbeiten themaübergreifend zusammen. So

konnte man den Eindruck gewinnen, die Vorstandschaft

begegnet sich auch im zwischenmenschlichen

Umgang gut, das ist fruchtbar

für unseren Bayerischen Wald-Verein.

Das brachte auch Präsident Heinz Wölfl in

seiner Ansprache zu Beginn der Versammlung

zum Ausdruck. „Wir haben unseren

Verein solide und engagiert geführt.“

Die Wortbeiträge auch aus dem Auditorium

waren außerordentlich sachlich.

Der Haushalt wurde nach einem detaillierten

Vortrag des Schatzmeisters Max Bettermann

nach einer Aussprache einstimmig

verabschiedet. Dabei war die Finanzierung

der Sanierung des Arberschutzhauses der

wohl wichtigste Punkt. Der Bayerische

Wald-Verein geht hier an die Grenzen der

Belastbarkeit. Das ist jedoch mit der Fürstlichen

Verwaltung (Arberbahn) und dem neuen

Pächter des Schutzhauses mit guten und

soliden Verträgen bestens abgesichert. Weder

Mitglieder noch die Sektionen werden, so

wie das anderswo für Verstimmung sorgte,

herangezogen.

Die Sanierung des Arberschutzhauses war

nach 25 Jahren unumgänglich und unaufschiebbar.

Das galt für Einrichtungen des

Hauses wie für die Ver- und Entsorgung

im Allgemeinen wie auch für die Erfüllung

behördlicher Auflagen im Besonderen. Entsprechendes

Bildmaterial wurde zur Verdeutlichung

zu dem Bericht des Hüttenausschussvorsitzenden

Alfred Lautscham herumgereicht.

Es war dringender Handlungsbedarf

gegeben, zumal das Haus auch nach dem

Pächterwechsel ohne Pause in die Wintersaison

vorzuhalten war. Die Vorstandschaft

traf sich dazu zu immer wieder notwendigen

Besprechungen, Alfred Lautschams Anwesenheit

vor Ort war permanent gefordert.

In zwei Sektionen wurde neu gewählt, die

neuen Vorsitzenden Martin Kerner (Blaibach)

und Xaver Grötsch (Geiselhöring – nicht anwesend)

wurden namentlich benannt.

Festgelegt wurden die nächsten Tagungsorte

für den Bayerwaldtag: 2010 (Furth im Wald,

12./13. Juni), 2011 Rinchnach, 2012 offen,

2013 Spiegelau, 2014 offen, 2015 noch nicht

vergeben, 2016 Straubing.

Die Adventsingen finden statt: 2009 Arnbruck,

2010 Wegscheid, 2011 Rinchnach

und 2012 Neukirchen beim Heiligen Blut –

jeweils am 1. Adventsonntag um 16 Uhr.

Die Nachwahlen nach dem Rücktritt von

Sepp Oswald (auf eigenen Wunsch nach 20

Jahren) waren vorbereitet und gingen zügig

über die Bühne – siehe eigener Bericht.

Begonnen hat der Bayerwaldtag mit der Sitzung

des Hauptausschusses am Vormittag

des 5. Juli. Getagt hat man im historischen

Ambiente des Schlosses Wolfstein hinter dicken

Mauern der Taverne. Die Beratungen

gingen zügig vonstatten, sie galten der Vorbereitung

der Delegiertenversammlung und

Vorgängen im Verein, im Besonderen um die


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 13

Die Schlossbergmusikanten besorgten stil­ und schwungvoll die musikalische Begleitung des Festaktes

im Kurhaussaal.

Gäste beim Festakt: Freyungs Bürgermeisterriege Dr. Olaf Heinrich und Sebastian Gruber (vorn links

und rechts), Regierungsvizepräsidentin Monika Weindl, das Ehepaar Dr. Waldschmidt, MdL Alexander

Muthmann.


Seite 14 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Rechnungslegung und den Haushalt 2010,

um die Schutzhäuser und um Personalien.

Die Mitglieder wurden vom Vorsitzenden der

Sektion Freyung, Helmut Kaspar, begrüßt

und in die Historie des Ortes eingeführt.

Der Kurhaussaal war ein nachgerade idealer

Tagungsort für die Mitgliederversammlung.

Im Foyer waren Infostände vorbereitet, dazu

die zum Jubiläum in Deggendorf konzipierte

Dauerausstellung des Hauptvereins und zur

Bekämpfung und Information der Fremdpflanzen

platziert. Begleitend zum Festvortrag

hatte die Sektion auch noch eine Mineralienausstellung

vorbereitet. Das Foyer bot

auch einen guten Rahmen zur Begegnung vor

und nach der Tagung und zu den Pausen.

Eine besonders große Akzeptanz erfuhr der

Festabend – dazu eigener Bericht.

Der Sonntag ist nach Regularien und Berichten

der festliche Höhepunkt.

Der Festgottesdienst in der Pfarrkirche war

wiederum hervorragend besucht, manche

Besucher mussten sogar stehen.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes

war vom Feinsten. Der Männerchor des

Trachtenvereins, vereint mit den Freudenseer

Sängern, die Stubenmusi und die Stadtkapelle

Freyung bescherten einen musikalischen

Genuss. Stadtpfarrer Josef Wagmann war ein

Zelebrant, der den Wald-Vereinlern in seiner

Predigt aus dem Herzen sprach. So ein Gottesdienst

baut auf und ist ein Erlebnis. Da

kann man nur Vergelt’s Gott sagen.

Diese gute Stimmung setzte sich beim Festakt,

der wieder bei einem voll besetzten Saal

stattfand, fort.

Erster Höhepunkt war der Festvortrag des

Passauer Geologen Dr. Winfried Helm mit

dem Thema „Der Bayerische Wald ist steinreich

…“. Einmal mehr wurde dabei deutlich,

wie sehr dieser Steinreichtum einst in

besonderer Weise die sozialen Strukturen

des Bayerischen Waldes bestimmte und wie

sehr der Stein die Landschaft und die Städte

mit Prachtbauten, Kirchen und Denkmälern

Gästeliste zum Bayerwaldtag 2009

Regierungsvizepräsidentin Monika

Weindl, 1. Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich,

2. Bürgermeister Sebastian Gruber,

Stadtpfarrer Josef Wagmann, Pfarrvikar

Johannes Spital, MdB Barthl Kalb,

MdL Bernhard Roos, MdL Alexander

Muthmann, stellvertretender Landrat

Freyung-Grafenau Helmut Beringer,

Altbürgermeister Stadt Freyung Fritz

Wimmer, Vorsitzender Kunstverein

Freyung Horst Dieter Geyer, Dr. Ralf

Schmidt, genannt Waldschmidt.

Kulturpreisträger

Klaus Büchler, Rudi Seidl, Haymo

Richter, Karl Stangl für die Orchestervereinigung

Zwiesel, Gerhard Steppes-

Michel.

Presse

Anette Liegl, Passauer Neue Presse,

Haymo Richter, Straubinger Tagblatt.

Der Festakt wurde musikalisch von

den Freyunger Schlossmusikanten und

Lehrkräften der Kreismusikschule umrahmt.

prägte. Der Festakt mit der Verleihung des

Kulturpreises – siehe eigener Bericht – beendete

die gute Veranstaltung.

Die Musikbeiträge an beiden Tagen waren

gut ausgewählt, die Ensembles ebenso, die

Grußworte der politischen Prominenz waren

kurz, was will man mehr.

Mit der Waldlerhymne „Mia san vom Woid

dahoam“ endete die Festversammlung, nachdem

der neue 1. Vorsitzende Georg Pletl noch

Dankes- und Einladungsworte für Furth im

Wald sprach.

Wie gesagt, wir fühlten uns in Freyung

wohl.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 15

Der Hauptausschuss tagte im Schloss Wolfstein: (von links) Alfred Lautscham, Haymo Richter, Gabi

Gaudlitz, Alfred Resch, Werner Schäfer, Max Bettermann, Georg Jungwirth, Sepp Hoffmann, Jochen

Heil, Georg Pletl, Dieter Häckl, Ewald Bayer, Sepp Oswald.

Zur Ausrichtung so einer großen Tagung sind viele Helfer, die guten Geister hinter den Kulissen, notwendig.

Helmut Kaspar dankte allen ausdrücklich und bekam dafür den verdienten Beifall aus dem Saal.


Seite 16 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Das Jubiläumsjahr 2008

Das Jahr 2008 stand ganz im Zeichen der

Feierlichkeiten der 125-Jahr-Feier unseres

Vereins und auch der Gründungssektionen.

Das wurde aus dem Bericht des 1. Vorsitzenden

deutlich. Diese Termine waren vorab mit

vielen Vorbereitungsgesprächen und Vorbereitungsaktionen

verbunden:

20. April: 125-Jahr-Feier der Sektion Viechtach.

7./8. Juni: Bayerwaldtag in Blaibach mit

50-Jahr-Feier.

27. Juli: Pichelsteiner-Festzug in Regen – 125

Jahre Bayerischer Wald-Verein.

15. August: 125-Jahr-Feier der Sektion Zwiesel.

25. August: Arberkirchweih mit Bayerischem

Waldgau.

27. September: 125-Jahr-Feier der Sektion

Deggendorf mit Gottesdienst in Metten und

Deggendorf, Losnächt in der Stadthalle.

17./18. Oktober: 75 Jahre Falkensteinschutzhaus.

25. Oktober: 125-Jahr-Feier der Sektion Bodenmais.

26. Oktober: 125-Jahrf-Feier des Bayerischen

Wald-Vereins (Hauptverein) im historischen

Rathaussaal in Deggendorf.

15. November: 125-Jahr-Feier der Sektion

Regen. Die ausgegebene DVD vom Pichelsteiner-Festzug

wurde vom Hauptverein

finanziert, ebenso die Sonderausgabe „Der

Bayerwald“ – Kunstgeschichte des Bayerischen

Waldes.

7. November: Hauptausschusssitzung in Bad

Kötzting.

Sepp Oswald

Glück liegt nicht im Nehmen,

sondern im Geben.

Randnotizen

Furths Bürgermeister Johannes Müller, unterstützt

von einer starken Delegation der

Further Sektion, sprach zur Delegiertenversammlung

ein Grußwort, stellte die Grenzstadt

mit dem reichen Brauchtum des Drachenstiches

vor und lud zum Bayerwaldtag

2010 ein.

Mit einem Omnibus waren die Mitglieder

der Sektion Viechtach zur Verleihung des

Kulturpreises angereist, den dann der Sektionsvorsitzende

Helmut Grotz – sichtlich

bewegt – entgegennahm.

Das Rahmenprogramm ließ keine Wünsche

offen. Besonders die Wanderung in die

berühm te Buchberger Leite war gefragt. Freilich,

ein fürchterlicher Wolkenbruch duschte

die Wanderer leider kräftig ab.

Angeregt wurde, am Rathaus zu Deggendorf

eine Tafel zur Erinnerung an die Gründung

des Bayerischen Wald-Vereins im Jahre 1883

an gleicher Stelle anzubringen. Das wurde

gerne aufgenommen und wird umgesetzt.

Die „Einstandsfeier“ auf dem Arberschutzhaus

ist im Herbst geplant, wenn es

wieder ruhiger wird auf dem Berg. Dabei

können sich die Mitglieder dann auch gleich

ein Bild machen von den dann abgeschlossenen

Sanierungsarbeiten.

Die besten Ärzte der Welt sind:

Dr. Diät, Dr. Ruhe

und Dr. Fröhlichkeit.

Jonathan Swift


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 17

Der Saal im Kurhaus war zur Delegiertenversammlung gut besetzt, das war auch so beim Festabend

und beim Festakt.

Heiterkeit steckt an –

ist aber trotzdem gesund.

Vorstand tagte

Am 18. Juni trafen sich der Vorstand und die

Vorsitzenden der Ausschüsse im Berghaus

Falkenstein zu einer Sitzung. Begleitet vom

Wirt konnte man sich bei einem Rundgang

überzeugen, das Haus ist gut geführt. Ausgewechselt

werden in zwei Phasen in allen

Betten die Matratzen. Bei der Sitzung wurden

auch die Regularien des Bayerwaldtages

vorbereitet und der Fortgang der Sanierung

des Arberschutzhauses besprochen. -hr-

Letzte Amtshandlung: Sepp Oswald überreicht

an Helmut Kaspar das Geburtstagsgeschenk des

Hauptvereins.


Seite 18 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Neue Wanderwege

über die tschechische Grenze

Neuschönau. (ta) Im Nationalpark Bayerischer

Wald wurden vier neue Grenzübergänge

nach Tschechien geöffnet.

Auf den Wegen können Besucher des ältesten

deutschen Nationalparks zu Fuß in den tschechischen

Nationalpark Sumava gelangen. Die

Wanderwege seien nach langen Verhandlungen

der Umweltministerien in München und

Prag sowie weiterer Behörden und Verbände

freigegeben worden, berichtete die Regierung

von Niederbayern in Landshut.

Insgesamt gibt es nun damit sieben Übergänge

zwischen den beiden Naturschutzgebieten,

teilweise sind diese aber im Winter

nicht geöffnet. Die vier neuen Übergänge

sind Lackenberg, Hirschbachschwelle/Mittagsberg,

Kleiner Spitzberg/Blaue Säulen und

Siebensteinkopf.

Aus: Straubinger Tagblatt, 16. Juli 2009

Wir wollen die Meldung nicht weiter kommentieren,

weil uns zum Redaktionsschluss

dazu Informationen, insbesondere zu den

Öffnungszeiten und Betretungszeiten, fehlten.

Erläuterungen dazu werden wir in der

Ausgabe 4/2009 bringen.

Zur Öffnung der Grenzübergänge fand kein

offizieller Akt statt. -hr-

Wandern im Dreiländereck

Auf Initiative der Gemeinde Schwarzenberg

(Mühlviertel/Oberösterreich) fand im Mai

eine Dreiländerwanderung am Dreisessel

statt. Im Rahmen eines Europafestes wurde

ein dreitägiges Programm mit Konzerten

und Begegnungen der Einheimischen und der

Urlaubsgäste, Musiker und Politiker angeboten.

Die Veranstaltung wurde besonders

unterstützt von der Gemeinde Neureichenau

mit Bürgermeister Walter Bermann an der

Spitze.

Bei herrlichem Wetter beteiligten sich mehr

als 1000 Wanderer – von der Teufelsschüssel

zum Dreisessel und dann zum Adalbert-Stifter-Denkmal

auf der böhmischen Seite.

Derartige Veranstaltungen sind besonders geeignet,

die Menschen an der Nahtstelle dreier

Länder, wo der Eiserne Vorhang über 45 Jahre

eine besondere Barriere war, ohne Vorbehalte

zusammenzuführen. -hr-

1 000 Jahre Goldener Steig

Grenzüberschreitend wird im kommenden

Jahr mit vielen Aktionen und Ausstellungen

1000 Jahre Goldener Steig gefeiert.

Höhepunkt wird ein Salzsäumerzug sein, der

zunächst über Salzach und Inn Passau erreichen

wird und dann mit 200 Säumerpferden

nach Böhmen den historischen Wegen folgen

wird. Dazu gibt es Säumerfeste in Grainet,

Waldkirchen und in Prachatiz. -hr-

Museen-Öffnungszeiten

überdenken

Wir waren an einem Samstag im Nationalgebiet

unterwegs und wollten das Info-Zentrum

in Mauth aufsuchen.

Leider war das Haus geschlossen. Das kann

doch nicht wahr sein. Ausgerechnet an einem

Samstag, also zum Wochenende, wo die

meisten Ausflügler unterwegs sind und sich

über diese Stelle informieren wollen.

Die Infostelle ordnet der Gast musealen Einrichtungen

zu und die sind – das ist üblich

– montags geschlossen. Das sollte man so

anpassen.

Auch im Waldmuseum in Zwiesel hatten wir

Pech. Das Waldmuseum ist leider in der Zeit

von 12 bis 14 Uhr geschlossen. Das ist nicht

nur für von auswärts anreisende, sondern

auch für die Gäste vor Ort ein Problem.

Das Freizeitverhalten hat sich verändert, das

sollte berücksichtigt werden. Der Gast wird

heutzutage erst später aktiv. Die Mittagspause

ist gestrichen.

Mit anderen Worten – das Museum nicht um

8 Uhr, sondern erst später öffnen. -hr-


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 19

Festvortrag zum Bayerwaldtag 2009

Der Bayerische Wald ist steinreich …

Steinreich: Dieses Wort schillert im Deutschen

so schön. Schon das Eigenschaftswort

ist mehrdeutig. Daneben kann man den Begriff

aber auch als Hauptwort auffassen – und

treffend ist es allemal, den Bayerischen Wald

als ein Stein-Reich zu bezeichnen.

Diesem Reich aus Steinen wollen wir uns unter

zwei Blickwinkeln nähern: Zunächst einmal

wollen wir wissen, was wir da eigentlich

vor uns haben und wie es entstanden ist. Zum

anderen geht es darum, wie der Mensch mit

diesen natürlichen Gegebenheiten umgeht,

konkret: wie er den Stein nutzt.

Schauen wir uns den Gipfel des Lusen an, mit

seinem Blockmeer aus Granit. Sagen ranken

sich um seine Entstehung, aber die heutige

Zeit braucht keine solchen Erklärungen mehr;

sie macht sich einen wissenschaftlichen Reim

darauf. Jedenfalls aber ist es ein typisches

Bild für unseren Landstrich, und wären die

Hügel und Täler des Bayerischen Waldes

nicht so üppig mit Vegetation bedeckt, dann

käme das steinerne Reich allenthalben zum

Vorschein.

Es ist dies das Wesen des Bayerischen Waldes.

Die Geologen sagen Grundgebirge dazu.

Auf der geologischen Karte von Bayern hebt

sich diese Region im Nordosten deutlich von

allen anderen ab. Dieses kristalline Grundgebirge

ist das Fundament, das unsere Erdoberfläche

bildet. Es setzt sich in erster Linie aus

Graniten und sogenannten metamorphen oder

Umwandlungsgesteinen zusammen und reicht

etwa 30 bis 40 Kilometer in die Tiefe.

Und auf welchem Fundament gründet das

restliche Bayern?

Auf dem gleichen, nur taucht es halt dort ab

und ist überlagert von vielfältigen Sedimenten.

Im Fränkischen reichen diese Überlagerungen

1 bis 2 Kilometer in die Tiefe. Im Alpenvorland,

in der sogenannten Molasseregi-

Dr. Winfried Helm (Passau) hielt die Festrede zum

Bayerwaldtag mit dem Titel „Der Bayerische Wald

ist steinreich …“

on, liegt das Grundgebirge sogar bis zu mehr

als 5 Kilometer unter der Erdoberfläche.

Blicken wir hinüber zu unseren Nachbarn im

Osten. Das Grundgebirge zieht sich hier weit

hinein ins Böhmische und Österreichische.

Stein kennt keine Grenzen, ist man verführt

zu sagen. Dieses kompakte Gebilde kristalliner

Substanz hat einen schönen Namen:

Moldanubikum hat man es getauft; die im

Süden verlaufende Donau und die im Herzen

mäandernde Moldau waren die Paten.

Treten wir noch einen Schritt weiter zurück

und nehmen Europa in den Blick. Hier zeigt

sich eine zusammenhängende kristalline

Grundgebirgszone. Sie reicht vom Moldanubikum

im Osten über den Südwesten

Deutschlands, das französische Zentralmassiv

und die Bretagne bis in den Nordwesten


Seite 20 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Granitentstehung im Bayerischen Wald: Gebirgsbildung, Aufstieg der Granitmagmen, Zustand heute.

Standbilder aus einer Animation im Granitzentrum Bayerischer Wald in Hauzenberg (3­D­Animation:

Christian Michel, Passau).

Dr. Winfried Helm, M. A., ist freibe-

ruf licher Kulturwissenschaftler in Passau

und Geschäfts führer des Granitzentrums

Bayerischer Wald-Betriebs GmbH, Hauzenberg.

Geflügelte Worte

„ … wir haben den Stein ins Rollen gebracht!“

„ … alles war mit einem Schlag hin!“

„ … das Gesicht ist wie versteinert!“

„ … es liegen noch viele Steine im Weg!“

„ … eine Arbeit wie im Steinbruch!“


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 21

Spaniens. Ein alter, riesiger Gebirgszug bildet

sich hier ab; Spuren von erdgeschichtlichen

Vorgängen, die endlos lange her sind, lassen

sich vom geschulten Auge lesen.

Doch zoomen wir wieder zurück in unsere

Heimat, den Bayerischen Wald, und fragen

wir nach den Steinreichtümern, die sich hier

finden. Es ist vor allem der Granit. An vielen

Stellen taucht er an die Oberfläche und

setzt sich dem Zugriff des Menschen aus.

Der Granit, dieses kalte Blut der Erde, ist der

Massenrohstoff, der als Bau- und Werkstein

überragende Bedeutung hat – ihm werden wir

uns später ausführlicher widmen.

Und sonst? Gerade im kristallinen Gebirge

gibt es viele für den Menschen wertvolle mineralische

Begleiter. Wenige stellvertretende

Beispiele müssen genügen.

In der Gegend um Untergriesbach findet sich

Graphit, das bis heute gefördert wird – dieses

Mineral ließ im 19. Jahrhundert tatsächlich

einige Bauern reich werden, steinreich sozusagen

– Millionenbauern nannte man sie. Und

in nächster Nachbarschaft zum Graphit zeigt

sich hochwertige Porzellanerde. Schwarzes

und weißes mineralisches Gold im Verein:

Diesem Umstand verdankt Obernzell, vormals

Hafnerzell, seine jahrhundertelange

überregionale Bedeutung als Produktionsort

von hitzebeständiger Schwarzkeramik.

Erze findet man in der Region um Lam, Bodenmais

und Zwiesel. Bis weit ins 20. Jh.

hinein wurden sie bergmännisch abgebaut.

An etlichen Stellen finden sich Gold und

Uran. Elemente, die den Menschen in den

Bann ziehen, aber auch ängstigen. Für eine

nachhaltige wirtschaftliche Nutzung hat es

aber an keiner Stelle gereicht.

Und dann gibt es diese dominante „Störung“,

den Pfahl, der sich 150 Kilometer quer durch

den Südosten Bayerns zieht. Aus reinem

Quarz besteht er, aus Siliziumoxid also, auf

das nicht nur von alters her die Glasmacher,

sondern auch die digitalen Industrien von

heute angewiesen sind. Sie alle kennen ihn.

Gerade solche aufsehenerregenden Erscheinungen

wie der Pfahl ließen den Menschen

entsprechende Fragen stellen: Wie konnte so

etwas entstehen? Wann passierte hier was?

Welche Kräfte waren dabei im Spiel? Heute

wissen wir sehr viel. Aber noch vor wenigen

Jahrhunderten standen die Menschen vor

großen Rätseln.

Einer der entscheidenden Faktoren bei der

Erklärung geologischer Vorgänge ist die Zeit.

Ich zitiere den Vizekanzler der Universität

Cambridge, John Lightfoot, der 1654 schrieb:

„Die Hl. Dreifaltigkeit schuf Himmel und

Erde am 26. Oktober des Jahres 4004 vor

Christus, um neun Uhr morgens.“

Das mutet heute komisch an; heute wissen

wir, dass zum Beispiel die Pfahlzone vor etwa

300 Millionen Jahren entstand, in einem gewaltigen

Erd -Ruck, bei dem sich eine riesige

Spalte auftat, in der im Lauf der Zeit Quarz

auskristallisierte, das härter war als das Umgebungsgestein

und so die aufsehenerregenden

Steingebilde entstehen ließ. Aber wissen

wir tatsächlich, was das bedeutet? Können

wir uns solche Zeiträume vorstellen? Wohl

kaum.

Ein fundiertes, systematisches Herangehen

an erdgeschichtliche Fragen gibt es seit gut

200 Jahren. Als Begründer der Mineralogie

und Geologie in Bayern gilt Matthias von

Flurl, ein gebürtiger Straubinger. Er wirkte

im Zeitraum von etwa 1780 bis 1820 – eine

wissenschaftlich in vieler Hinsicht aufregende

Zeit, in der auch der Allrounder Goethe

sich seine Gedanken zu erdgeschichtlichen

Fragen, bspw. zur Entstehung des Granits,

machte.

Als der bedeutendste bayerische Geologe

wird Carl Wilhelm von Gümbel bezeichnet.

Er wirkte in der zweiten Hälfte des 19. Jh.

Seine Lebensaufgabe wurde die sogenannte

geognostische Untersuchung Bayerns, also

die Beschreibung der Beschaffenheit der Erdoberfläche,

insbesondere auch im Hinblick

auf die Lagerstätten von Bodenschätzen. Es


Seite 22 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Steinbruch Kirchenstein bei Waldkirchen, um 1925 (Foto: Stadtarchiv Waldkirchen).

Steinlager am Bahnhof Waldkirchen, um 1925 (Foto: Stadtarchiv Waldkirchen).


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 23

entstand ein umfassendes Werk; eine Quelle

von großem Wert, die auch eine hohe ästhetische

Qualität hat. Natürlich beschrieb er auch

das Bayerische Waldgebirge. Sie sehen einen

Auszug daraus, der unsere Gegend darstellt,

den von ihm so bezeichneten hinteren Bayerischen

Wald, vom Sauwald aus gesehen.

Beamen wir uns heran an die Gegenwart. Ein

rasanter wissenschaftlicher Fortschritt hat

stattgefunden. Revolutionäre Entde ckun gen,

wie bspw. die Radioaktivität, eröffneten neue

Untersuchungsmethoden und machten so

auch genauere Datierungen möglich. Das

Alter von Gesteinen kann nun mit einer nur

minimalen Fehlermarge bestimmt werden;

das Erdalter wird definiert: Der blaue Planet

ist 4,55 Milliarden Jahre alt. Das ist schon

eine enorme Abweichung von den Aussagen

des gerade zitierten englischen Wissenschaftlers

des 17. Jh., der sich allein auf biblische

Hinweise verlassen hatte.

Vollkommen neue technische Möglichkeiten

tun sich nun auf, um immer zuverlässigere

Antworten auf geologische Fragen zu bekommen.

Der Blick ins Erdinnere, wenn auch nur

in die obere Zone der Erdkruste, wird möglich.

Ein weltweit einmaliges Forschungsunternehmen

wird in unserem bayerischen

Grundgebirge positioniert: die kontinentale

Tiefbohrung nahe des oberpfälzischen Windischeschenbach.

Man dringt dabei über

9 Kilometer in das harte kristalline Gestein

ein, dann versagen die Werkzeuge ob der

Hitze und des Drucks. Aber es wurde dennoch

ein großer Erfolg.

Tausende von Bohrkernen wurden aus der

Erde gezogen und dokumentiert. Wohlsortiert

stehen sie heute im Bohrkernlager der

geowissenschaftlichen Forschung zur Verfügung.

Warum aber bohrte man gerade hier, am Rande

des harten, nordostbayerischen Grundgebirges?

Weil sich hier erdgeschichtliche Sensationen

bieten. Das geologische Blockbild

mit der eingezeichneten Bohrlokation gibt

erste Hinweise: ein kunterbuntes Durcheinander

von Gesteinen und Störungszonen.

Um das Wesentliche zu verstehen, muss man

auf eine die Geologie des 20. Jh. grundlegend

prägende Theorie verweisen: die Plattentektonik.

Die entscheidende Ideen dazu

hatte der geniale Alfred Wegener, der, wie

so oft, zunächst dafür belächelt wurde. Das

ist der Kern der revolutionären Theorie: Unsere

Erdoberfläche verändert sich laufend;

Kontinente wandern, Meere tun sich auf und

schließen sich wieder.

Was hat das aber mit dem ostbayerischen

Grundgebirge zu tun, in das man sich hineinbohrte?

Genau hier trafen vor etwa 350

Mio. Jahren zwei Superkontinente aufeinander,

im Süden Gondwana, im Norden Laurasia.

Die Gegend, die wir nun bewohnen, lag

zu dieser Zeit am Äquator. Die Kontinente

vereinigten sich zu einem neuen globalen

Superkontinent, den die Geologen Pangäa

nennen. Im weiteren Verlauf formten sich die

Erdteile, die wir heute kennen, langsam aus.

Vor „nur mehr“ 10 bis 20 Mio. Jahren bietet

sich das uns gewohnte Bild; nur Indien sitzt

noch nicht dort, wo wir es gewohnt sind. Der

Subkontinent wandert gerade zu auf seine

spätere asiatische Heimat und wird dort ein

riesiges Gebirge, den Himalaya, aufschieben,

der unsere heutige Erde prägt.

Aber gehen wir noch einmal zurück zur

Ausgangssituation, zu den Geburtswehen

des Bayerischen Waldes sozusagen, die sich

vor 350 Mio. Jahren ereigneten: Durch das

Aufeinandertreffen der Superkontinente

schiebt sich ein riesiges Gebirge auf; es

könnte einstmals höher gewesen sein als der

heutige Himalaya, vermuten Geologen. Und

jetzt verstehen wir auch die eingangs gezeigte

Karte mit den europäischen Grundgebirgen

besser. Dieses einstmals zusammenhängende

Variszische Gebirge verdankt seine Entstehung

dieser Kollision, die sich in ihrer Fortsetzung

bis hin zum heutigen Südamerika

verfolgen lässt.


Seite 24 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Abarbeiten eines Granitfelsens: Steinbruch am Raschkofelsen beim Schwarzenbergkanal nahe dem

Plöckenstein, 1906 (Foto: Státní oblastní archiv Český Krumlov/Staatl. Gebietsarchiv Krumau,

Fotosammlung).

Werfen wir einen genaueren Blick auf den

Landstrich, den wir heute Bayerischer Wald

nennen und verfolgen wir die endlos lange

dauernde erdgeschichtliche Entwicklung

her zu unserer menschlichen Gegenwart im

Zeitraffer. 20 bis 30 Kilometer tief unter der

unruhigen Erdoberfläche des neuen Gebirges

steht die Wiege des Granits. Die Hitze

aus dem Erdinneren führt in der unteren

Erdkruste zur Aufschmelzung von Gestein.

Das entstehende Magma ist leichter als festes

Gestein, es steigt auf und bildet blasenförmige

Kammern, die Plutone. Beim Aufsteigen

kühlt der Gesteinsbrei ab und wird fest; die

Minerale – Feldspat, Quarz und Glimmer –

kristallisieren.

Wie aber kommt der Granit, dieses erkaltete

Blut der Erde, das 10 bis 15 Kilometer tief in

der Erde erstarrt, an die Oberfläche? Dafür

sorgen die nie abreißenden vielfältigen Spielarten

der Erosion: Meeresüberflutung und

Regen, Hitze und Frost, Wind, Moose und

Algen zersetzen die anstehenden Gesteine.

Nach unzähligen Jahrmillionen ist das alte

Deckgebirge schließlich abgetragen und der

Granit erblickt das Licht der Welt.

An der Oberfläche ist das Gestein dann der

weiteren Verwitterung ausgesetzt. Auf tropisches

Klima folgen eisige Zeiten. Bergrücken,

Felstürme und Blockmeere aus Granit

entstehen und prägen unsere gegenwärtige

Landschaft. Die Verwitterungseigenschaften

des Granits führen zur sogenannten Wollsackbildung.

Wie der freigelegte Blick in

manchen Steinbrüchen zeigt, beginnt diese


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 25

regelmäßige Zergliederung des Gesteins bereits

unter der Erdoberfläche.

Sie alle kennen die markanten Erscheinungen,

die durch dieses eigentümliche Altern

von Granitkörpern erklärt werden können:

den Dreisessel, den Wackelstein bei Solla

oder eben auch das Blockmeer am Lusen,

das wir eingangs erwähnten.

Eines muss uns beim Anblick dieser geologischen

Phänomene stets bewusst bleiben.

Die erdgeschichtliche Dynamik hinter den

endlos langsamen Wandlungsvorgängen können

wir Menschen nicht erfassen. Wir blicken

dabei lediglich in ein winziges Zeitfenster,

das im Vergleich zu geologischen Epochen

verschwindend klein ist. Man könnte es so

ausdrücken: Es existiert auf der einen Seite

eine Zeit des Steins, die in vollkommen anderen

Maßstäben zu messen ist als – auf der

anderen Seite – unsere Zeit des Menschen.

In Letztere wollen wir uns nun begeben und

unseren Blick durch die vergangenen Jahrhunderte

streifen lassen. Steinreich – um auf

diesen Begriff zurückzukommen, das hat für

die Alten zweierlei Bedeutung: Fluch und

Segen. Auf der einen Seite liegen die Steine

im Weg und müssen beseitigt werden, um die

Fläche landwirtschaftlich nutzen zu können.

Auf der anderen Seite kann man aus ihnen

dauerhafte Dinge fertigen. Steinalte Zeugnisse

belegen die früh einsetzende Nutzung

des Granits für vielfältige Gebrauchs-, Erinnerungs-

oder Kultobjekte.

Gattersäulen, Krautbottiche, Futter- und Wassertröge

(die man mundartlich Barren und

Grand nannte), Gredplatten oder Stufen: Das

sind die uns bis heute geläufigen Dinge aus

dem bäuerlichen Umfeld, die über Jahrhunderte

hinweg im Bayerischen Wald aus Granit

hergestellt werden – vor allem im ansonsten

arbeitsarmen Winter. Adalbert Stifter berichtet

uns von „den Leuten, welche in einem

Steingefilde der Wälder sitzen und Tröge,

Schwellen, Kufen, Platten, Würfel, Bottiche

aus Steinen hauen“.

Diese treffende Beobachtung verweist darauf,

dass die Steinhauer ihre Arbeit dort

erledigen, wo sie das Rohmaterial finden.

Die fertige Arbeit, die später abtransportiert

werden muss, wiegt schließlich bedeutend

weniger als der rohe Block. Unbeabsichtigte

Überbleibsel belegen diese Gewohnheit,

wie zum Beispiel ein unfertiger Bottich am

Schwarzkopf bei Herzogsreut. Paul Praxl, der

profundeste Kenner der Granitgeschichte unserer

Region, hat ihn 1982 fotografiert und

Steinernes Meer in der Nähe des Plöckensteins.

Foto: Winfried Helm

Granit

Granit

Urvater,

gestrenger Hort

aller Ängste.

Du sprichst nie,

lächelst nie,

Flechten,

graue und gelbe Flechten,

sind deine Kinder.

Taufbecken

und Grabstein

der Welt. Hubert Weinzierl

Entnommen dem Büchlein „Naturalien­Kabinett“,

Passavia, Passau.


Seite 26 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Pflasterberge türmen sich auf. Steinhauerlehrlingswerkstätte im Werk Blauberg der Bayerischen Granit­

AG, 1914. Foto: Bayerische Granit, Blauberg

auch die zugehörigen Fakten recherchiert:

Georg Weigerstorfer heißt der Steinhauer aus

Herzogsreut, der an dem granitenen „Krautbodin“

um 1900 arbeitet, ihn aber nicht fertig

macht, weil er einen Sprung bekam. Solches

Risiko begleite die Steinhauer ständig bei

ihrer Arbeit; tagelange Mühen werden so –

wortwörtlich – auf einen Schlag vernichtet.

Das Überbleibsel bekam aber in diesem Fall

eine andere Funktion: Es ging in Herzogsreut

die Erzählung um, dass die kleinen Kinder

aus diesem unfertigen Krautbottich am

Schwarzkopf kommen.

Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts

wird Granit im Wesentlichen oberflächennah

abgebaut. Wie so etwas aussah, das demonstriert

ein wertvolles Fotodokument aus dem

Jahr 1906: In der Nähe des Plöckensteins

sieht man einen Trupp, der einen großen

Granitblock abarbeitet. „Steinbrüche“ dieser

alten Art entstehen in großer Zahl überall

dort, wo Granit benötigt wird und das Ge-

stein relativ einfach abgeräumt werden kann.

Schlechter spaltbare grobkristalline Härtlinge

sind heute noch teilweise in den Wäldern oder

auf den Bergrücken des Bayerischen Waldes

anzutreffen. Dagegen sind die feinkörnigen

oberflächennahen Granitblöcke bspw. im

Raum Hauzenberg-Waldkirchen wegen deren

besserer Spaltbarkeit restlos aufgearbeitet.

Seit dem hohen Mittelalter ist so im Bayerischen

Wald ein leistungsfähiges Steinhauer-

und Steinmetzhandwerk entstanden.

Unzählige Denkmäler zeugen davon. Burgen

oder Burgruinen zum Beispiel. Herrschaftliche

Wehrbauten also, die – nachdem sie ihre

Funktion eingebüßt hatten – oft als Steinbruch

gebraucht und abgetragen wurden. So

erging es z. B. der Burg Hals bei Passau. Der

einstmals mächtige Bau auf dem dominanten

Felssporn über der Ilz entstand bereits

im 11. Jh. Seit dem 17. Jh. verfiel die Burg.

Sie diente nun dem Markt Hals, eben als

Steinbruch.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 27

Ein herausragendes Beispiel für alte Steinmetzkunst

im Bayerischen Wald ist die

Klosterkirche in Windberg. Der romanische

Kirchenbau ist weitgehend in Granit ausgeführt,

was auch den guten Erhaltungszustand

erklärt; das harte kristalline Gestein

trotzt den Unbilden der Witterung natürlich

weitaus besser als der weichere Sand- oder

Kalkstein.

Überhaupt kommt es seit dem hohen Mittelalter

im Bayerischen Wald verstärkt zum

Bau steinerner Gotteshäuser. Das lässt sich

Rachelgipfel.

nicht zuletzt auf die Bestrebungen des Passauer

Bischofs Altmann zurückführen, der

im 11. Jh. Steinbauten fordert und auch veranlasst.

Der eifrige Reformbischof, der auch

das Kloster St. Nikola vor den Toren Passaus

gründet, bringt dafür eine für ihn naheliegende

Analogie ins Spiel. Die Vita Altmanni legt

dem nachmaligen Heiligen folgende Worte in

den Mund: „Fast alle Kirchen jenes Bistums

waren aus Holz und schmucklos. Allerdings

waren auch deren Priester, wenn ich so sagen

darf, hölzern, weil sie, in Ehen und weltliche

Geschäfte verstrickt, des Gottesdienstes völ-

Blockmeer am Lusengipfel.

lig unkundig waren. Jetzt aber sind die Kirchen

durch meinen Eifer fast alle aus Stein,

und, was das Wichtigste ist, mit sittenstrengen

und gebildeten Männern besetzt.“

Großartige Denkmäler der Steinmetzkunst

kennen wir auch aus dem bäuerlich-bürgerlichen

Bereich. Auch hier soll ein herausragendes

Beispiel genügen: das granitene Türgewände

der Ettlmühle bei Eberhardsreuth.

Ein einheimischer Steinmetzmeister hat diese

prächtig ornamentierte Rokoko-Arbeit für

den Müller Ignaz Piebl geschaffen und eine

Steinbank, eine Eckfigur und die passenden

Fenstereinfassungen gleich mit dazu.

Ja, das Steinmetzhandwerk im Bayerischen

Wald steht spätestens seit dem späten Mittelalter

in Blüte. Arbeit gibt es, im Süden vor

allem auch durch die Nähe der fürstbischöflichen

Stadt Passau, durchaus genug. Was

einen bei der Betrachtung der alten Stein-

Laternensäule auf einem Härtlingsfelsen bei

Schlägl im Mühlviertel. Foto: Winfried Helm


Seite 28 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Pflasterherstellung, Waldkirchen, um 1950. Foto: Stadtarchiv Waldkirchen

Arbeiten mit Pressluft, Südlicher Bayerischer Wald, um 1930.

Foto: Bildarchiv Granitzentrum Bayerischer Wald


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 29

Transport der für München bestimmten Granitmonolithe vom Freudensee­Bruch zum Bahnhof, 1908.

Foto: Stadtarchiv Hauzenberg


Seite 30 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Rohblöcke werden auf Lastkraftwagen abtransportiert. Stockbauerbruch in Klingerreuth bei Wotzdorf,

um 1960. Foto: Bildarchiv Granitzentrum Bayerischer Wald


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 31

metzdenkmäler aber immer wieder staunen

lässt, ist die Tatsache, dass den Ausführenden

nur ganz einfache Werkzeuge zur Verfügung

standen. Hammer sowie Spitz- und Flacheisen

sind die wichtigsten, dazu kommen noch

Brechstangen, Keile und Winkel. Das ist es

dann schon, wie wir aus alten Inventaren

wissen. Über lange Zeit sind aufquellendes

Holz oder gefrierendes Wasser die einzigen

Mittel gewesen, die den Stein überhaupt spalten

konnten.

Auch die Bewegung der teilweise sehr schweren

Rohblöcke und Werkstücke musste mit

einfachsten Mitteln erledigt werden. Lediglich

Winden, Hebelstangen und Holzwalzen standen

zur Verfügung. Transporte wurden mit

Schlitten oder Fuhrwerken durchgeführt.

Ochsen waren das bevorzugte Zugvieh.

Das ausgehende 18. Jahrhundert bringt dann

für das Granitgewerbe des Bayerischen Waldes

eine Zeit des großen Aufbruchs. Eine regelrechte

Neubauwelle ersetzt einen Großteil

der alten Holzhäuser durch Steinbauten und

beschert so den Steinhauern, Steinmetzen

und Maurern eine fulminante Konjunktur.

Obrigkeitliche Anordnungen und die risikobezogenen

Beiträge der Brandversicherungen

verstärken diese Entwicklung; Holz ist knapp

und die Bauten sollen feuersicherer werden.

Der Steinbau gilt mittlerweile als Statussymbol,

das sich die wohlhabenden Bauern als

Erste leisten, wobei der Stein, wo immer es

geht, aus den eigenen Feldern und Wäldern

geholt wird. Oft sind die Außenmauern der

Gebäude vollständig aus regelmäßig behauenen

Granitquadern gefügt.

Doch nicht nur die Außenwände der Häuser

erfasst die Massivbauwelle. Vor allem Stallungen

können nun vollständig „versteinern“,

wie die Granitställe im südlichen Bayerischen

Wald eindrücklich zeigen: Die Decken

werden aus großen, massiven Granitplatten

gebildet; selbst die von Säulen gestützten

Unterzüge sind aus Granit, ebenso wie der

Boden des Futtergangs, die Barren und die

Abteilungen der Stände. Ein schönes Beispiel

für einen Granitstall kann man im Freilichtmuseum

Finsterau bewundern; er wurde

1789 erbaut und stammt aus Rosenberg bei

Jandelsbrunn.

Auch die bayerischen Könige, allen voran

der bauwütige und kunstbegeisterte Ludwig

I. – und mit ihm natürlich die Architekten

und Künstler –, entdecken in den ersten

Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts den Granit.

Sie schwärmen regelrecht von dem edlen und

dauerhaften, „zu Prachtbauten sich eignenden

Gestein“. Säulen, Treppenstufen, Sockelquader

… – unzählige Werksteine aller Art

werden aus „Waldgranit“ gefertigt und in die

Metropolen verfrachtet.

Der König selbst macht sich Bemusterungen

zur Aufgabe. Ein erhaltenes Dokument von

1834 behandelt die Steinauswahl zur Stufenanlage

des Denkmals für den Vater Ludwigs,

König Max I. Joseph, vor dem Münchner

Nationaltheater. Ludwig entscheidet sich „für

den lichten Granit, welcher bey Passau in der

Gegend bey Hauzenberg bricht“.

Ein Höhepunkt für das regionale Granitgewerbe

ist 1844 der Großauftrag über die

Säulen für die Kelheimer Befreiungshalle.

Besagter König Ludwig I. hatte den Architekten

Friedrich von Gärtner mit der Planung

seines Großdenkmals betraut. Gärtner sieht

dafür die großzügige Verwendung von Granit

vor; und zwar den gleichen, den er bereits bei

mehreren Münchner Staatsbauten herangezogen

hatte: „graugelb gesprenkten Granit

aus Hauzenberg“. 1845 – nach Abschluss der

Fundamentarbeiten – bestellt Gärtner 18 große

und 18 kleinere Granitsäulen in Hauzenberg.

Dieser Auftrag für die Granitsäulen

ist geradezu eine Entwicklungshilfe für den

zwar „steinreichen“, ansonsten aber armen

südlichen Bayerischen Wald. Die Hauzenberger

Steinhauer machen sich auch unverzüglich

und entschlossen an die Arbeit. Vor

allem die großen Säulen, die einen Durchmesser

von etwa 150 Zentimeter, eine Länge


Seite 32 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Die Klosterkirche Windberg mit dem romanischen Portal.

Granithof in Wotzdorf, Gemeinde Hauzenberg.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 33

von ca. sieben Metern und ein Gewicht von

knapp 34 Tonnen hatten, stellen eine riesige

Herausforderung dar.

Als problematisch erweist sich vor allem der

Transport der Monolithe nach Passau. Ein

erster Versuch scheitert. Die vorhandenen

Verkehrswege sind schlichtweg untauglich

für solche Schwertransporte. Im November

1846 greift König Ludwig höchstpersönlich

ein und entwirft eigenhändig eine Verfügung,

die die Befestigung der Straßen und Brücken

von Hauzenberg nach Passau fordert. Endlich

gelangen die 18 kleineren Säulen – von denen

jede „nur“ 6,5 Tonnen wiegt – nach Passau

und weiter mit dem Schiff nach Kelheim.

Da stirbt Architekt Gärtner am 21. April 1847.

Der Bau der Befreiungshalle wird zunächst

eingestellt. Bereits fünf Tage nach dem Tod

Gärtners trägt König Ludwig dem Architekten

Leo von Klenze die Vollendung der Befreiungshalle

auf. Klenze verwirft den Plan

seines alten Widersachers Gärtner, sieht darin

nur „häßliche, allerrohste und gemeinste Formen“.

Er baut nach seinem eigenen Entwurf.

Die bereits gelieferten bzw. gefertigten und

im Bruch liegenden großen Hauzenberger

Säulen werden dadurch überflüssig! Aber

auch Klenze will Hauzenberger Granit für

die Befreiungshalle. Im Sommer 1849 besucht

er die Hauzenberger Steinbrüche, um

den Granit vor Ort auszuwählen. 1851 bestellt

Klenze 72 Säulen aus fehlerfreiem, gelbgrauem

Hauzenberger Granit.

Was aber geschieht mit den großen Hauzenberger

„Monolithen“, die während der

Bauphase überflüssig geworden waren? Die

Säulen liegen nach wie vor im Freudensee-

Bruch – als Eigentum Ludwigs I. beziehungsweise

des bayerischen Königshauses.

1890 kauft der Hauzenberger Granitwerksbesitzer

Josef Kinateder den Freudensee-Bruch.

1899 gelingt es dem geschickten Geschäftsmann,

die Säulen – um einen sehr geringen

Preis – zu erwerben. Nach der Fertigstellung

der Bahnlinie nach Hauzenberg werden zwei

der noch 17 vorhandenen „Monolithe“ nach

München verkauft und im September 1908

mit der Bahn verfrachtet. Allein der Transport

– mittels Winde und Pferdekraft – vom

Bruch zum zweieinhalb Kilometer entfernten

Bahnhof dauert sieben Wochen!

In München werden die beiden Säulen 1910

im Zuge des Erweiterungsbaues der Universität

aufgestellt. Sie bilden seitdem die Flankierung

des rückwärtigen Eingangs an der Amalienstraße.

Die restlichen 15 Säulen bleiben

im Bruch liegen und werden (angeblich) nach

und nach zu Pflastersteinen aufgearbeitet!

Nur ein Säulenfragment überlebt, weil es sich

im Abraum versteckt. Dieser 4,60 Meter hohe

Stumpf steht heute vor dem Granitzentrum

Bayerischer Wald in Hauzenberg.

Mit der Geschichte von den königlichen Monolithen

sind wir der Zeit vorausgeeilt. Entscheidendes

hat sich in den übersprungenen

Jahrzehnten seit der Mitte des 19. Jh. ereignet.

Das Natur steingewerbe des Bayerischen

Waldes ist eine Boombranche geworden. Für

das Jahr 1859 wissen wir beispielsweise, dass

täglich 100 Fuhren Granit die Hauzenberger

Brüche verlassen.

Und das ist alles erst der Anfang: Das Traumpaar

Granitpflasterstein und Eisenbahnbau

bringt den Stein erst so richtig ins Rollen. Ab

der Mitte des 19. Jahrhunderts kommt es zu

einer riesigen Nachfrage nach Pflas tersteinen

aus Granit; die großen Metropolen – Wien,

Budapest, München oder Augsburg – ordern

Unmengen an Granitwürfeln.

Und die Eisenbahn bringt den Boom tief hinein

in den Bayerischen Wald, in Gegenden,

die vorher vom – durchaus wörtlich zu nehmenden

– Verkehrsfluss abgeschnitten waren.

Schon der Bahnbau selbst erfordert riesige

Mengen von Granitmaterial: für Bahndämme,

Brücken, Durchlässe, Bahnhöfe. Wo immer

es geht, holt man das für den Bahnbau benötigte

Material aus der nächsten Nähe. Entlang

der Strecken entstehen so neue Brüche, wie

zum Beispiel an der Ilz bei Fischhaus.


Seite 34 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Bau der Deffernikbach­Brücke bei Ludwigsthal der Waldbahn Plattling – Deggendorf – Bayerisch Eisenstein

im Jahr 1876, ausgeführt von den Firmen Wilhelm Nast in Wien und Jacob Ceconi in Graz, die

auch die Steinhauer und Steinmetze beschäftigten und das Steinmaterial in der Nähe gewannen.

Foto: Verkehrsmuseum Nürnberg, Bildarchiv

Granitzentrum Bayerischer Wald. Foto: Dionys Asenkerschbaumer


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 35

Steinmetzkunst: Türgewände, Ettl­Mühle bei Schönberg.

Gotisches Granitgewände.

Im Zusammenhang mit dem Festvortrag

wollen wir auf die Bibliographie zur Geschichte

der Granitindustrie Ostbayerns von

Paul Praxl, Granitzentrum Bayerischer Wald,

Hauzenberg 2007, verweisen. -hr-

Brunnentröge, Krautsteine und andere große Werkstücke

wurden, um ihr Transportgewicht zu verringern,

im Allgemeinen am Ort der Steingewinnung

ausgearbeitet. Dieser Krautstein mit einem Durchmesser

von rund einem Meter bekam kurz vor seiner

Fertigstellung einen Riss, worauf ihn der Steinhauer

Georg Weigerstorfer (1866 bis 1929) aus Herzogreut

im Wald am Schwarzkopf liegen ließ.

Max II.­Denkmal, München.

Die Fotos zum Beitrag „Steinreich“ stammen von:

GEOzentrum KTB, Christian Michl, Winfried Helm,

Paul Praxl, Dionys Asenkerschbaumer, Staatliches

Gebietsarchiv Krumau, Stadtarchiv Hauzenberg, Bildarchiv

Granitzentrum Bayerischer Wald, Stadtarchiv

Waldkirchen, Bayerische Granit Blauberg, Haymo

Richter, Verkehrsmuseum Nürnberg, Angaben des

Autors, Quellen und Anmerkungen beim Autor.


Seite 36 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Ein Bahnanschluss und gute Granitvorkommen,

das bedeutet unweigerlichen Wirtschaftsboom.

Das Beispiel Hauzenberg

spricht Bände. Nach dem Bahnanschluss

1904 sprießen die Brüche wie die Schwammerl

aus dem Boden. Mehr als 150 lassen

sich im Stadtgebiet nachweisen.

Und die Steinbrüche reißen nun ganze Flanken

der Berge auf und gehen in die Tiefe. Es

wird gesprengt, um Rohblöcke aus dem Fels

zu lösen. Schwenkkräne und Rollwägen auf

Gleisen sorgen für die Bewegung des schweren

Steins. Nun entstehen Betriebe mit vielen

Dutzenden von Beschäftigten. Wertvolle Arbeitsplätze

für die strukturschwache Region

werden geschaffen.

Die Massenprodukte Pflaster- und Randsteine

sind es vor allem, die nun die Steinhauer

in Akkordarbeit beschäftigen. Risikolos lässt

sich mit ihnen Geld verdienen. Zweifelsohne

leidet die traditionsreiche Steinmetzkultur

des Bayerischen Waldes ganz empfindlich

unter dieser Entwicklung.

Der Unternehmerwille richtet sich auf Beschleunigung

und Massenproduktion aus.

Sehr schnell ziehen Maschinen in die Brüche

ein. Schon kurz nach 1900 werden im

südlichen BayerischenWald Fallhämmer

für die Pflasterherstellung eingeführt, die

mittels einer Transmission von einem Motor

angetrieben wurden. Und es wird nun laut

und auch staubiger in den Brüchen. Die Einführung

von Pressluftgeräten steigert zwar

die Produktivität, sie verschlechtert aber die

Arbeitsbedingungen massiv. Die Staublunge

sowie Augen- und Gelenkerkrankungen

gehören fortan zu den typischen Steinhauerleiden.

Der Bruchbetrieb verändert sich grundlegend;

Kraftwägen lösen die aufwendigen

Kran- oder schienengebundenen Transportvorgänge

ab. Die Verarbeitung wurde durch

die Einführung von immer leistungsfähigeren

Steinsägen revolutioniert. Die Produktivität

steigt bei gleichzeitigem Arbeitsplatzabbau

gewaltig an. Die Arbeit, für die früher drei

Steinhauer 2 bis 3 Tage schufteten, erledigt

heute ein Arbeiter mit entsprechenden

Maschinen in wenigen Minuten.

Sie alle kennen die weitere Geschichte. Die

fortschreitende Globalisierung setzt die Steinindustrie

massiv unter Druck. Natursteine aus

aller Herren Länder überschwemmen den

Markt – auch den steinreichen Bayerischen

Wald! Sie brauchen nur einen flüchtigen

Blick auf unsere Friedhöfe zu werfen. Neuere

Grabsteine aus heimischem Stein werden Sie

dabei kaum finden.

Nach einem empfindlichen Einbruch hat sich

die Granitindustrie des Bayerischen Waldes

heute wieder konsolidiert, wenn auch auf einem

relativ niedrigen Niveau.

Seit 2005 gibt es mit den Steinwelten im Granitzentrum

Bayerischer Wald in Hauzenberg

eine Einrichtung, die sich des dargestellten

Themas umfassend annimmt. Hier werden

regionale Geologie und Mineralogie sowie

die lange Geschichte der Steinnutzung kurzweilig

präsentiert. Gleichzeitig findet ein

übergreifendes Marketing für den heimischen

Edelstein Granit statt. Erlebnis, Information,

Beratung und Schulung gehen Hand in

Hand.

Die Stärken der Region nach vorne kehren,

das Prägnante nachhaltig verorten – vor allem

in den Köpfen der Menschen –, das sollte

uns allen ein Anliegen sein. Einen kleinen

weiteren Schritt in diese Richtung werden

wir im Jahr 2010 mit einem Projekt versuchen,

das den Namen SteinReich hat und in

unserer bayerisch-böhmisch-österreichischen

Dreiländerregion spielt.

Mit der Unterstützung des Hauses der Bayerischen

Geschichte wird es Ausstellun-

gen und Aktionen geben: in Hauzenberg,

in Finsterau, in Passau, in Prachatiz und an

vielen anderen Orten unserer steinreichen

Heimat.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 37

Nach Kreuzberg – nicht nur der Aussicht wegen

Von Dr. Peter Dillinger, Freyung

Von welcher Seite man sich der Stadt Freyung

auch nähert – an der auffälligen Silhouette

von Kreuzberg kommt man nicht vorbei –, zu

auffällig ist dieser Höhenbuckel mit seinem

Dorf, das er trägt und ebenso auffällig dessen

Kirchturm wiederum, der einer spitzen Nadel

gleich in den Himmel ragt. Es ist ein selten

geglücktes Ensemble aus Landschaft, dörflicher

Idylle und sakraler Kunst. Der Ort birgt

eine Wallfahrtskirche mit dem Patrozinium

St. Anna – wohl eine der ältesten Annen-

Wallfahrten Deutschlands, wenngleich es

heute darum recht ruhig geworden ist.

Um das Jahr 1300 war das Land hier dem

Wald entrissen worden und mit jenen Rodungen

entstand auch die landschaftsbestimmende

Flureinteilung mit radiär bergwärts

„strebenden“ Rainstreifen, welche unserem

Der spitze Kirchturm von Kreuzberg – ein weithin sichtbares Wahrzeichen.

Waldhufendorf eine unverwechselbare Charakteristik

verleihen. Wer diesen Bergkegel

ersteigt, kann freie Sicht auf einen Kranz von

Bergen genießen: Rachel, Lusen, Almberg,

Haidel, Madlberg, Brotjacklriegel und der

Geyersberg stehen im Rund.

Kapellen-Kleinode

Der Dorfplatz strahlt eine beschauliche Ruhe

aus; als der Ort vor Jahrhunderten noch Ziel

vieler Wallfahrer war, mag dies anders gewesen

sein. Im Mittelalter war Kreuzberg

lange Zeit auch Maut-„Inkasso“-Stelle am

sogenannten Goldenen Steig gewesen, einem

Salzhandelssteig, der nach Bergreichenstein

im Böhmerwald verlief. 1354 hatte Kreuzberg

das Marktrecht erhalten, später (im 16. Jahrhundert)

dann aber an Freyung verloren, jene


Seite 38 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Liegt am Weg – das historische Hotel und Wirtshaus Bierhütte.

Siedlung, die sich mittlerweile zu Füßen des

Kreuzberger Hügels, im Umkreis der Burg

Wolfstein, entwickelt hatte. Seit 1971 nun

gehört der Ort zur Stadtgemeinde Freyung.

An die früheren Wallfahrtswege erinnern

noch mehrere Flurkapellen im Umfeld des

Dorfes. Die Veit-Kapelle liegt etwas abseits

von unserem Wanderweg, an der sogenannten

Kreuzkapelle mit Steildach, welche ein

Passionskreuz birgt, hier kommen wir direkt

vorbei. Am Nordabhang des Bergkegels, am

Weg hinab ins Tal des Mühlbachs also, treffen

wir auf die Bründlkapelle, welche, mit

einem Doppelwalmdach versehen, 1744 in

der jetzigen Form erbaut wurde. Wie aus der

Benennung schon zu entnehmen ist, sucht an

dieser Stelle eine „Heil“-Quelle das Freie.

Bierhütte – vom Glas zum Hotel

Wir folgen dem Wegweiser nach Bierhütte,

einem Ort, dessen Bezeichnung nicht unsym-

pathisch klingt. Ein renommiertes Romantikhotel,

die schmucke Dorfkapelle und ein

Weiher prägen das Dorf. Anfang des 16. Jahrhunderts

gab es auch hier ein Glashüttengut,

welches später in eine Brauerei und in den

60er-Jahren zu einem Romantikhotel umgestaltet

wurde. So haben wir auch in Bierhütte

eine Möglichkeit zur Einkehr, bevor es ins

Reschbachtal hinunter weitergeht.

Nach steilem Abstieg stoßen wir auf den

Reschbach, der, zunächst noch ungebändigt,

im Halbdunkel von Fichten, Eschen und Erlen

über ausgewaschene Felsabbrüche rauscht.

Unser Pfad begleitet diesen Wildbach bis

zu einem Elektrizitätswerk, wo dem Bach

über ein ausgeklügeltes System Wasser zur

Elektrizitätsgewinnung entzogen wird. Eine

künstlich angelegte Rinne führt das Wasser

am Hang entlang zum Saußbach hinüber,

wo es erneut Turbinen antreiben muss. Am

Saußbach bändigt ein weiteres Stauwerk den


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 39

Wasserlauf; der hier einst aufgestaute See

verlandet aber zusehends. Ein hoch aufragendes

Brückenbauwerk der Bundesstraße

12 überspannt an dieser Stelle die Talkerbe,

kündigt damit das Ende unserer Wanderung

und den nicht mehr allzu weit entfernten

Freyunger Stadtbereich an.

Ausgangspunkt

… ist der Freyunger Stadtplatz. Bessere

Autoabstellmöglichkeiten bestehen aber am

Großparkplatz des Schwimmbades und beim

Schloss Wolfstein (Zufahrt von der Grafenauer

Straße aus über die Wolfkerstraße). Vom

Freibad aus kommt man über die Zuppinger

Straße und Hammermühle zum Schloss, vom

Stadtplatz aus via Grafenauer Straße.

Wegbeschreibung

Der Rundweg ist mit der Ziffer 4 (bzw. in

dessen Verlängerung mit 4a markiert). Etwa

auf der Höhe des neuen Landratsamts, am

Königsfeld, zweigen Schlosssteig, Wolfkerund

Säumerstraße gemeinsam von der Grafenauer

Straße ab. Wir folgen der Säumerstraße,

überqueren den Saußbach und gehen auf der

Ahornöder Straße bergwärts, unter der Umgehungsstraße

(B533) hindurch. Durch das

Neubaugebiet „Am Goldenen Steig“ erreichen

wir im Bereich eines Bauhofgeländes

(Ortsteil Kreuzstraße) die Bundesstraße.

Wir halten nun auf Kreuzberg zu und passieren

dabei auf halber Höhe zwei Kapellen. Wer

sich in diesem Bereich nach links wendet,

gelangt westlich an Kreuzberg vorbei zur

Reschmühle (kurze Variante, Weg 4). Zweifellos

schöner ist die Verlängerung (4a) ins

Dorf hinauf. In nördlicher Richtung kehren

wir dem Ort mit seiner Wallfahrtskirche dann

wieder den Rücken, wobei uns ein geteerter

Flurweg zur Bründlkapelle bringt.

Talwärts halten wir linker Hand auf die

Resch mühle zu. Bis Bierhütte müssen wir

dann ein Stück auf der Straße marschieren,

schwenken dann aber Richtung Saulorn ab

und wandern ins Reschbachtal hinunter. Ein

romantischer Pfad begleitet das Gewässer bis

zu einem E-Werk, wo wir auf die gegenüberliegende

Bachseite wechseln müssen. Vorbei

an der Scher (Zusammenfluss von Resch-

und Saußbach) geht es am Saußbach entlang

weiter nach Freyung zurück. Wer zum Parkplatz

am Schwimmbad möchte, wähle die

Zuppinger Straße; in den Ortskern zurück

verhelfen uns die Ortsstraßen „Hammer“ und

„Mittermühlenweg“.

Anforderungen

Runde 4: 11 Kilometer, Gehzeit 2 1/4 bis 3

Stunden; Verlängerung 4a: zusätzlich 4 Kilometer

(1 bis 1 1/4 Std.) Höhenunterschiede

für Weg 4: 220 Höhenmeter; für Weg 4a: zusätzlich

60 Höhenmeter.

Einkehrmöglichkeiten

Gasthäuser bzw. Restaurants und Cafés gibt

es in Freyung, Kreuzberg und Bierhütte.

Neue Hängebrücke

Im Mai wurde eine neue Hängebrücke in der

Buchberger Leite über die Wolfsteiner Ohe

eingeweiht. Die Gemeinde Ringelai ersetzte

mit Mitteln der EU eine bisherige baufällige

Hängebrücke.

Eine Wanderung durch die Buchberger Leite

ist immer wieder ein besonderes Erlebnis

– siehe Bericht dazu in unserer Ausgabe

2/2009. Mit der Hängebrücke erschließt sich

ein acht Kilometer langer Themenweg. -hr-

An Mariä Geburt

da fliegen die Schwalben furt.

Wie sich das Wetter

an Mariä Geburt verhält, so ist es noch

vier weitere Wochen bestellt.

An Mariä Namen

sagt der Sommer Amen.


Seite 40 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Zur neuen Nationalparkverordnung

Vom Naturschutzbeirat

Besprechung zum Nationalparkplan am 25. Juni 2009 im Haus zur Wildnis

Allgemeines

Verbände wie der Bayerische Wald-Verein

werden im Rahmen des Verfahrens gesondert

gehört. Dies erfolgt Juli – August 2009. Dies

teilte Herr Strunz mit. Der Bayerische Wald-

Verein kann bis dahin konkrete Einwände

gegen geplante Vorhaben bzw. Maßnahmen

vortragen.

Renaturierung von Straßen

Die Sperrung von Forststraßen und die Entfernung

von Asphaltdecken wird allgemein

akzeptiert. Verbindungen, die von Wanderern

bzw. Radfahrern weiter genutzt werden sollen,

werden von den Sektionen noch vorgelegt.

Eine maschinelle Renaturierung von Straßen

wird skeptisch gesehen. Einerseits lassen

sich die ursprünglichen Oberflächengewässer

nicht mehr genau herstellen. Zudem ändert

sich diese Situation sowieso nach jedem

stärkeren Regen. Außerdem dienen solche

offenen Rohbodenflächen verstärkt der Ansiedlung

von Neophyten, die sich gerade in

einem Nationalpark nicht ungehindert ausbreiten

sollen.

Eine Umwandlung durch natürliche Ereignisse

wie Bewuchs usw. wird als sinnvoll betrachtet,

zumal sich ja gerade hier die Entwicklung

der Natur auch beobachten lässt.

Renaturierung von Gewässern

Hier besteht ebenfalls die Meinung, die Gewässer

der Natur zu überlassen. Jahrhundertealte

Steinmauern und Anlagen werden bereits

von Fischen, Insekten und Amphibien genutzt.

Durch maschinelle Eingriffe entstehen gerade

an Gewässern hervorragende Ansiedlungsflächen

für Neophyten wie Indisches Spring-

Wird es dieses Angebot an Wanderwegen auch

weiterhin geben?

kraut. Diese Pflanzen werden auch durch

Bewuchs nicht mehr vollständig verdrängt

und liefern somit weiteres Samenpotenzial

für eine ungehinderte Verbreitung.

Zudem müssen gerade bei Triftanlagen und

Ziehbahnen Belange des Denkmalschutzes

berücksichtigt werden. Denkmalgeschützte

Anlagen müssen auch künftig ohne erhebliche

Einschränkungen erreichbar bleiben.

Zudem werden durch derartige Maßnahmen

große Mengen von Erdreich und Kies abgeschwemmt

(Geschiebe), die sich wiederum

in beruhigten Gewässerstrecken (vor allem


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 41

bei Wehranlagen von Kraftwerken) ablegen

und zu erheblichen Veränderungen führen.

Mögliche Auswirkungen sind bereits bei der

Erstellung des Planes zu prüfen und im Plan

entsprechend zu berücksichtigen. Auch kleinere

Maßnahmen an verschiedenen Bächen

summieren sich im Unterlauf der Gewässer.

Neophyten

Im Nationalpark gibt es erhebliche Vorkommen

von Neophyten. Invasive Arten wie gerade

Staudenknöteriche sind dabei künftig

nicht nur zu erfassen, sondern auch massiv zu

bekämpfen. Mehrmaliges Mähen der Flächen

im Jahr und Beseitigung des Mähgutes in

Kompostieranlagen wäre dabei unbedingt

erforderlich.

Schachten

Es wird begrüßt, dass die Schachten im bisherigen

Umfang erhalten werden sollen.

Dabei erscheinen aber noch einige kleinere

Ergänzungen von freien Schachtenflächen

sinnvoll. Im Übrigen wird auf den Managementplan

der Regierung von Niederbayern

verwiesen, wonach die Schachten nicht nur

in der Fläche, sondern auch in der Qualität –

also dem Bewuchs – zu erhalten sind. Eine

Beweidung dieser Flächen steht somit weiter

im Raum und wird auch vom Naturschutzbeirat

gewünscht. Im Hinblick auf andere

geplante Projekte im Planentwurf sind die

dafür erforderlichen Mittel sicherlich auch

vertretbar.

Wasserkraftanlagen

Dem Entwurf zufolge sollen Wasserkraftanlagen

mittelfristig zurückgebaut werden,

obwohl die Anlagen die bisherigen Auflagen

auch bezüglich Restwassermenge und Umleitungsgerinne

erfüllen. Mit Blick auf die

gesamte Energiediskussion stellt sich hier die

Frage, ob hier derartige Änderungen wirklich

unbedingt erforderlich sind.

Denkmäler

In der Liste der Denkmäler im Nationalpark

(Wegkreuze, Erinnerungssteine usw.) ist eine

erhebliche Anzahl vermerkt. Dazu gehören

auch viele, die auch heute noch regelmäßig

besucht werden. Der Zutritt zu diesen Stellen

soll auch künftig ungehindert erfolgen.

Wasserentnahme

Es muss auch in Zukunft sichergestellt werden,

dass Trinkwasser für bestehende Gebäude

und Einrichtungen auch weiterhin zur

Verfügung steht. Eine gewünschte Zuleitung

von Trinkwasser aus Bereichen außerhalb

des Nationalparks erscheint wegen der damit

verbundenen Eingriffe beinahe grotesk.

Auch wenn diese Vorschläge erst für spätere

Jahre im Plan angedacht wurden, sollen sie

bereits jetzt völlig aus dem Plan entnommen

werden.

Betretungszeiten

Die Kürzung der Betretungszeiten erst ab

Mitte Juli bzw. Mitte August erscheint uns

nicht richtig. Da viele Wanderer ihre jährlichen

Touren gehen, werden diese nun auf

einen engen zeitlichen Rahmen zusammengedrängt.

Zudem zeigen andere Gebiete wie

am Dreisessel oder Osser, dass sich Auerhühner

in gewisser Weise an Wanderer gewöhnen

und so kaum gestört werden. Die Beibehaltung

der bisherigen Betretungszeiten wird

deshalb gefordert. Georg Jungwirth

Sammlung von Argumenten

Im Vorfeld der Besprechung am 25. Juni 2009

fand schon eine Zusammenkunft der Sektionsvorsitzenden

und Naturschutzbeauftragten

der Sektion im Gasthaus Schereck statt.

Die Besprechungsergebnisse waren Grundlage

für die Besprechung am 25. Juni.

Dieses Papier wird nun noch einmal den

betroffenen Sektionen zur Aussprache vorgelegt.


Seite 42 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Vom Erhalt des Grenzweges wird in diesem

Papier explizit nicht gesprochen, sondern nur

allgemein von Wegen.

Immer wieder jedoch rührt sich Widerstand

gegen den Verfall des Grenzweges, der als

kulturelles Gut gesehen wird. Das wird von

Gremien und Gemeindeparlamenten gefordert.

Deutlich kam in beiden Besprechungen zum

Ausdruck, dass man im Konsens Entscheidungen

herbeiführen will. „Wir sind nicht“,

so wurde argumentiert, „Nationalparkgegner,

das waren wir nie. Aber manche Dinge in

diesem neuen Plan scheinen einfach überzeichnet

zu sein.“

Andere Ansichten und Meinungen dürfen

nicht als Gegnerschaft gesehen werden. Als

Beispiel eines guten Miteinanders sieht man

im Nationalpark Berchtesgaden, zugegeben

mit anderen Strukturen.

Hier kann man ganzjährig alle Wege begehen

und es gibt keine Probleme. Es ist schwer

vermittelbar, Besucher in den Nationalpark

zu locken, aber zugleich dann die Menschen

auszusperren. Man kann den Besucherstrom

nicht auf drei Monate beschränken und kanalisieren.

-hr-

Wird es dieses Angebot an Wanderwegen

auch weiterhin geben?

Die bange Frage: Wird nach der Umsetzung

des neuen Betretungsrechts im Nationalpark

das Wanderwegenetz auch noch so umfangreich

bleiben? – Wie wird das mit den alten

Steigen werden, die, wie es heißt, begehbar

bleiben, soweit sie sichtbar sind? Was bedeutet

sichtbar? Wenn Bäume fallen, wenn

Windbruch entsteht, sind Steige schnell

unzugänglich, so auch nicht mehr sichtbar.

Frei gemacht werden sie nicht mehr. -hr-

Neue Verbündete

Wir haben in unseren Bemühungen, den

Grenzweg Bayern-Böhmen im Bereich des

Nationalparks zu retten und vor allem be-

gehbar zu erhalten, mit dem Klostermann-Verein

in Grafenau einen wichtigen Verbündeten

bekommen. In der Jahreshauptversammlung

im Mai verabschiedete man eine Resolution:

„ … dass aber im Gegenzug der Grenzsteig

nicht mehr durchgehend begehbar sein soll,

ist nicht nachvollziehbar und im Interesse

der Bevölkerung und des Wandertourismus

abzulehnen“, heißt es da.

Die Wunschliste des Stadtrates von Zwiesel –

sie deckt sich mit der unseres Vereins:

Der gesamte Grenzsteig soll dauerhaft freigeschnitten

und benutzbar gehalten werden;

der Grenzübergang Hirschbach-Schwelle-

Mittagsberg soll für Radfahrer freigegeben

werden; der Weg zum Übergang Lakaberg

soll markiert werden; alle Grenzübergänge

sollen einheitlich vom 1. Juli bis 31. Oktober

geöffnet werden, der Grenzsteig sogar

ganzjährig.

Auch der Gemeinderat Bayerisch Eisenstein

hat sich – gegen die Stimme des Bürgermeisters

Thomas Müller – in seiner Sitzung am

22. Juli für den Erhalt des Grenzsteiges in

seiner Gesamtheit ausgesprochen.

Dabei tauchte die berechtigte Frage auf, ob

eine zeitliche Einschränkung des Betretungsrechtes

überhaupt notwendig sei, weil sehr

wenige Wanderer diesen Steig begehen.

Das ist für den Abschnitt Bayerisch Eisenstein

bis zum Lakaberg zutreffend. In der Folge bis

zum Grenzübergang Buchwald (Bucina) ist

der Grenzweg jedoch unverzichtbar für die

Wanderer, besonders im Schachtengebiet.

Doch dazu noch einmal, man darf die geplante

Aufgabe des Grenzsteiges nicht nur

aus der Sicht der Wanderer betrachten.

Der Grenzweg ist ein Bodendenkmal, ist,

wie wir das immer wieder formulieren, ein

Kulturgut, das es zu erhalten gilt. -hr-


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 43

Erinnerung an die Glasmacherzeit

Im alten Glasmacherort Lohberg ließ die

Wald-Vereinssektion Lohberg ein Kreuz in

Erinnerung an die Glasindustrie in Lohberg

und im Gedenken an die Glasmacher errichten

(siehe Sektionsbericht). Die Segnung fand

am Sonntag, 22. Juni 2009, statt.

Im Jahre 1865 gründete Franz Schrenk – er

stammte aus Fichtenbach/Bystrice bei Furth

im Wald am Fuße des Cerkov – in Schrenkental,

ein Schleifwerk. Das Unternehmen entwickelte

sich prächtig und hatte bald internationales

Ansehen.

Im Jahre 1905 gründete Schrenk in Neustadt/

Waldnaab einen Betrieb. Die Regentalbahn

war zu dieser Zeit noch ein Inselbetrieb. Den

Anschluss an die Reichsbahn in Bad Kötzting

verhinderte jahrelang ein Grundstücksbesitzer.

Die Hütte in Lohberg wurde stillgelegt.

Eine neue Zeit sollte am 21. Juli 1907 begin-

nen, doch in der Nacht brannte die Glashütte

ab und wurde nie mehr wieder aufgebaut.

Als letztes Wahrzeichen wurde1911 auch der

Fabrikturm gesprengt.

Heute erinnert nur noch das Ortsschild

Schrenkental an die Glasmacherzeit von Lohberg.

Am Standort der Glashütte selbst gibt es

keinerlei Spuren an die einstige Hütte.

Am alten Schulhaus erinnert ein Graffito mit

der Ansicht an die ehemalige Glashütte.

Die Glashüttentradition nahm im Jahre 1998

der renommierte Glaskünstler Theo Sellner

wieder auf. Er legte in der „Alten Kirche“

einen neuen Ofen an und fertigt wertvolle

künstlerische Glasobjekte.

Glashüttensterben

Das Ende der Glashütte in Lohberg könnte

symptomatisch sein für die gegenwärtige

Hier in Lohberghütte am Weißen Regen – im Hintergrund das Schwarzeck – war der Standort der Glashütte.

Es gibt keine Spuren mehr.


Seite 44 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Am Alten Schulhaus in Lohberg hat man die Ansicht der Glashütte nachgezeichnet.

Situation der Glasindustrie im Bayerischen

Wald. Damals waren die in der Tat noch mangelhaften

Verkehrsverbindungen die Ursache

für die Schließung von Glashütten. Davon

kann heutzutage keine Rede mehr sein. Nicht

mehr nachvollziehbare unternehmerische

Entscheidungen und Bündelungen der Produktionsanlagen

und Billigglas aus Fernost

verursachen Betriebsschließungen und Rückgang

der Arbeitsplätze. Blankes Entsetzen

herrscht in Riedlhütte. Die Glashütte Nachtmann

wird aufgegeben, ohne Rücksicht auf

menschliche Schicksale. -hr-

Durch des Septembers

heiter’n Blick

schaut noch einmal

der Mai zurück.

Wandern, wandern möcht ich gerne,

Mit den Wolken möcht ich ziehen,

Mit den Wellen möcht ich fliehen

In die weite, weite Ferne!

In die weite, weite Ferne

Möchte ich frohen Mutes eilen;

Möchte viele tausend Meilen

In die Fremde wandern gerne.

In die Fremde wandern gerne

Möcht ich lieber heut’ als morgen –

Wie der Vogel ohne Sorgen

In die weite, weite Ferne.

Dieses Gedicht schrieb Maximilian Schmidt

als Dreizehnjähriger in sein Tagebuch.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 45

800 Jahre Pfarrei Geiersthal

1209 erstmals urkundlich erwähnt

Die Pfarrei Geiersthal, Urpfarrei des Teisnachtales,

wurde im Jahre 1209 erstmals

urkundlich erwähnt, gehörte zum Rodungsgebiet

des Klosters Metten und wurde vom

Kloster Aldersbach seelsorgerisch betreut.

Die Pfarrkirche Sankt Margarete wurde zum

Jubiläum fein herausgeputzt. 130 000 Euro

hat man für die Renovierungsarbeiten aufgebracht.

Das Jubiläum wird natürlich in besonderer

Weise gefeiert. So fand schon am 25. Januar

ein Pontifikalamt mit Abt Wolfgang Maria

Hagl vom Kloster Metten statt. Dazu wurde

auch ein Buch „800 Jahre Geiersthal“ vorgestellt.

Autor ist Siegfried Federl. Weitere

Feierlichkeiten folgen noch verteilt auf das

ganze Jahr.

Nicht unerwähnt bleiben darf die Verlegung

des Pfarrsitzes von Geiersthal nach Teisnach

in der Folge der Entwicklung des Marktes

Teisnach. Freilich, verflochten sind die beiden

Orte nicht nur baulich.

Eine besondere Sehenswürdigkeit sind die

gotischen Fresken der Pfarrkirche Geiersthal

im Presbyterium, vergleichbar mit denen in

Steinbühl, wohl aus derselben Zeit (13. Jahrhundert).

Im Jahre 1750 erfuhr die Kirche eine Barockausstattung

(Hochaltar). Die Assistenzfiguren

stammen vom Kötztinger Bildhauer Johannes

Paulus Hager (1698 bis 1769). Das heutige

Erscheinungsbild wird vom im Jahre 1951

errichteten und dem im Jahre 1975 erfolgten

Anbau geprägt. -hr-

Quellen: PNP 21. Januar 2009, 27. Januar 2009,

22. Oktober 2008 / R. S.

Die Pfarrkirche St. Margarete Geiersthal – Hochaltar mit Freskenfragmenten.


Seite 46 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Die Pfarrkirche Sankt Bartholomäus, Arnbruck, ist

der Mittelpunkt des Ortes.

100 Jahre Eisensteiner Kirche

Die Pfarrkirche Sankt Nepomuk in Bayerisch

Eisenstein wird heuer 100 Jahre alt. Förderer

des Kirchenbaues waren der Pfarrer Josef

Siebler und Fürst Leopold von Hohenzollern

Sigmaringen in den Jahren von 1908

bis 1909. Der Bau der neubarocken Kirche

wurde notwendig nach der Eröffnung der

Bahnlinie nach Böhmen. Die Einwohnerzahlen

stiegen deutlich. Bisher gab es nur

das kleine Kircherl in Dorf Eisenstein. Die

Mutterkirche des Eisensteiner Tales war die

Pfarrkirche Maria Hilf in Markt (Böhmisch)

Eisenstein.

Die Pfarrei gehörte einst sogar zum großen

Erzdekanat Cham. Aus dieser Zeit gibt es ein

Gemälde, das im Pfarrhof zu Cham aufbewahrt

wird. Kurios ist, dass aus dieser Zeit

herrührend die Pfarrei Bayerisch Eisenstein,

obwohl auf der Ostseite des Arbers gele-

gen, immer noch zur Diözese Regensburg

gehört. -hr-

800 Jahre Arnbruck

Die Gemeinde Arnbruck und die Pfarrei Sankt

Bartholomäus feiern in diesem Jahr die erste urkundliche

Erwähnung vor 800 Jahren (1209).

Zahlreiche Veranstaltungen werden aus diesem

Grunde in der Zellertalgemeinde stattfinden.

Zum Jubiläum erscheinen ein Heimatbuch

und ein neuer Kirchenführer. Sven Vogl

und Elisabeth Vogl sind die Autoren.

Die barocke Pfarrkirche wurde 2006/2007

umfassend saniert. Vom Kötztinger Bildhauer

Johannes Paulus Hager stammt die prächtige

Kanzel, er schuf auch den Hochaltar und die

Seitenaltäre. Die Deckengemälde schuf der

Münchner Maler Josef Wittmann, von ihm

stammen auch die drei Deckengemälde in der

Pfarrkirche Bad Kötzting mit der Darstellung

des Pfingstrittes.

Sehr wertvoll ist die gotische Muttergottes

(1420) auf dem linken Seitenaltar. -hr-

Die Pfarrkirche Sankt Nepomuk ist das Wahrzeichen

des Grenzortes Bayerisch Eisenstein.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 47

Herbstimpressionen am Großen Arbersee


Seite 48 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

… und mir steckt’s auch im Blut.

Der fröhliche Wanderer

Mein Vater war ein Wandersmann

– und mir steckt’s auch im Blut,

drum wand’re ich froh so lang ich kann –

und schwenke meinen Hut.

Valderie, valdera, valderie,

valde ha­ha­ha­ha­ha­ha­ha,

valderie, valdera,

und schwenke meinen Hut.

Das Wandern schafft stets frische Lust,

erhält das Herz gesund.

Frei atmet draußen meine Brust,

froh singet stets mein Mund.

Valderie, …

Warum singt dir das Vögelein

so freudevoll sein Lied,

weil’s nimmer hockt, landaus, landein,

durch and’re Fluren zieht.

Valderie, …

Was murmelt’s Bächlein dort

und rauscht

so lustig hin durchs Rohr,

weil’s frei sich regt, mit Wonne

lauscht ihm dein empfindlich Ohr.

Valderie, …

Drum trag’ ich ’s Ränzlein

und den Stab

weit in die Welt hinein,

und werde bis ans kühle Grab

ein Wanderbursche sein.

Valderie, …


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 49

neue Bücher,

Schriften

und tonträger

Zum 125-jährigen Jubiläum des Bayerischen Wald-

Vereins erschien das Sonderheft

DiE KuNStGEScHicHtE

DES BAyERiScHEN WALDES –

„EiN QuERScHNitt“

von Werner Schäfer und Haymo Richter

Davon stehen noch zusätzliche Exemplare in der

Geschäftsstelle zur Nachbestellung zur Verfügung.

Die Sektionen werden ersucht, Bestellungen zu tätigen.

Das Buch eignet sich besonders als Geschenk

oder als Beigabe für Neumitglieder. Bitte rufen Sie

eine Bestellung bei der Geschäftsstelle ab. -hr-

Dr. Peter Dillinger

WANDERN

uM FREyuNG –

DEM tOR

ZuM NAtiONALPARK

BAyERiScHER WALD

Gerade rechtzeitig zum

Bayerwaldtag 2009 erschien

der neue 230-seitige,

reich bebilderte und mit

Karten ausgestattete Wanderführer.

Wir wissen, wie akribisch der Verfasser die Wanderungen

und Touren beschreibt, weil er die Strecken

kennt und selber bewandert. So kann man sich auch

auf alle Angaben verlassen.

Der Autor hat die Touren eingeteilt in Rundwege,

Themenwege, Strecken und Zielwege, in Winterwanderwege

und Wallfahrten auf der Via Nova.

Nicht nur die Texte sind authentisch, auch die vom

Autor stammenden aktuellen Fotos bereichern den

Wanderführer. Das Buch ist im zweifachen Sinne

ein Wegbegleiter, nämlich in der Natur und man

blättert auch gerne in ruhigen Stunden darin. So

kann man aus dem Buch viel aufnehmen und erfahren.

Texte: Dr. Peter Dillinger, Fotos: Dr. Peter Dillinger,

mit Ausnahme der gesondert bezeichneten

Fotos, Herausgeber: Ohetaler Verlag für Kultur

und Brauchtum im Bayerischen Wald und in Böhmen,

Kühbergweg 28, 94566 Riedlhütte, Telefon

08553/9788870, Fax 08553/9788873, E-Mail:

ohetaler-verlag@gmx.de, Intenet: www.ohetalerverlag.de,

© Dr. Peter Dillinger 2009, ISBN: 978-

3-941457-05-8, 15,00 Euro.

MuSEuMSFüHRER

KREiSMuSEuM

BOGENBERG

von Barbara Michal

Zum 100-jährigen Bestehen

des Museums erschien

ein 120-seitiger Museumsführer

mit dem Nebentitel

„Bogenberg, Bayerische

Rauten und noch mehr … “

Schon daraus mögen wir erkennen, dass es sich

nicht nur um eine Beschreibung der Exponate des

nun neu konzipierten Museums, dessen Besuch

man nur empfehlen kann, handelt. In dieser mit

guten Fotos bebilderten Broschüre kommt nicht

nur das Museum zur Sprache, sondern auch die

Geschichte der „Bayerischen Rauten“ und die Marienverehrung

der Wallfahrt auf den Bogenberg,

der auch als der Heilige Berg Niederbayerns bezeichnet

wird.

Museumsführer Kreismuseum Bogenberg, herausgegeben

vom Landkreis Straubing-Bogen, verfasst

von Barbara Michal, 1. Auflage 2009, Druck und

Verlag Hartmannsgruber, Bogen. -hr-

Arbeitskreis

für Heimatforschung

im Landkreis Cham

BEitRäGE

ZuR GEScHicHtE

iM

LANDKREiS cHAM

Band 26 (2009)

Die Regionalhistoriker

waren übers Jahr wieder aktiv und förderten neue

Erkenntnisse mit umfangreichen zeitaufwendigen


Seite 50 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Studien und Forschungen zutage, die nun im Band

26 der sogenannten gelben Reihe Eingang fanden.

Die beliebte Publikation des Arbeitskreises wurde

diesmal in den Räumen des ehemaligen Pflegerschlosses

Waldmünchen, nun längst umfangreich

saniert und zu einer Jugendbildungsstätte ausgebaut,

vorgestellt. Die Zeitreise beginnt mit einem

Beitrag aus dem Jahre 1040 und endet mit aktuellen

Inhalten zur Gebietsreform 1972. Aktuell zum

20-jährigen Fall des Eisernen Vorhanges hat sich

Karlheinz Schröpfer, bekannt auch als Forscher der

Trenck-Geschichte und Leiter des Grenzland- und

Trenckmuseums, eingebracht.

Das Buch kostet 12,00 Euro und ist im Cordonhaus

Cham, Landratsamt Cham, Kreismuseum Walderbach,

in der Kurverwaltung Bad Kötzting, der

Versandbuchhandlung Franz Maier, Waffenbrunn,

im Wallfahrtsmuseum Neukirchen beim Heiligen

Blut sowie bei Perlinger Druck GmbH, Furth im

Wald, erhältlich.

Einige der bisher erschienenen Bände sind noch

vorrätig. Die Bände 7, 8, 11, 12, 15 (fünf Euro),

die Bände 10, 20, 23, 24 (zehn Euro), die Bände 25

inklusive Registerband und 26 (zwölf Euro).

Arbeitskreis Heimatgeschichte

Mitterfels

MittERFELSER

MAGAZiN

gestern – heute – morgen

Ausgabe Nr. 15/2009

Der Arbeitskreis Mitterfels

hat uns mit der neuen

Ausgabe des Mitterfelser

Magazins mit guten Beiträgen, Fotos, Urkunden

wieder ein großes Geschenk gemacht. Die gut aufgemachte

Broschüre ist wieder einmal mehr ein exzellentes

Werk. Die Mitarbeiter des Arbeitskreises

wissen, wie viel Arbeit damit verbunden ist, wir

schätzen dies. Die Broschüre verzichtet auf Werbung,

also auf Inserate, und das erhöht die Wertigkeit

besonders. Der Druck wird in der Hauptsache

über Spenden und Sponsoring finanziert.

Vor 15 Jahren wurde der Arbeitskreis gegründet mit

der Absicht, eine Festschrift für die 800-Jahr-Feier

zu konzipieren. Daraus ist der Arbeitskreis entstan-

den, dem wir noch viel Erfolg wünschen in der

weiteren Aufarbeitung heimatkundlicher Themen.

Im Mittelpunkt der neuen Ausgabe steht in besonderer

Weise das Jubiläum 200 Jahre katholischer

Pfarrsitz Mitterfels. In diesem Zusammenhang

kommen die Auswirkungen der Säkularisation „auf

die kirchliche Landschaft“ und das Alltagsleben

zur Sprache.

Das farbige Titelbild, ein Gemälde aus dem Pfarrhof

Oberalteich, ist der besondere Aufmacher.

Herausgeber und Gestaltung: Arbeitskreis Heimatgeschichte

e. V., 1. Vorsitzende: Elisabeth

Vogl, Bumhofen 5, 94354 Haselbach, Telefon

09961/942199, E-Mail: elisabethvogl@gmx.de,

Verantwortlich für das Mitterfelser Magazin: Franz

Tosch, Am Wirtskreuz 13, 94354 Haselbach, Telefon

09961/490, E-Mail: franz-tosch@t-online.de.

Titelbild: Gemälde aus Pfarrhof Oberalteich (Foto:

Franz Tosch)

Es zeigt die frühere Pfarrkirche Kreuzkirchen

(1809 im Zuge der Säkularisation aufgehoben und

abgerissen) und Burg und Sankt Georgskirche von

Mitterfels, die 1809 Pfarrkirche wurde. Datierung:

zwischen 1734 (Bau von Sankt Georg) und 1791

(Bau der Steinbrücke zur Burg) – Graf Aswin von

Bogen und seine Gemahlin Luitgard überreichen

dem Abt von Oberalteich die Schenkungsurkunde

über Bogen und Aiterhofen.

Druck: Stolz Druck GmbH, Unterholzener Straße

25, 94360 Mitterfels, Telefon 09961/94080, Fax

09961/940830, E-Mail: buero@stolzdruck.de, Internet:

www.stolzdruck.de.

Sigurd Gall

DER MüHLHiASL HAttE

KEiNE GÖttLicHEN EiNGEBuNGEN

Wer war der Mühlhiasl – Wahrheit und Legende

Mit dem Mythos Mühlhiasl räumt der Autor gewaltig

auf. Die vielen Schilderungen über die wahren

Prophezeiungen der Legendenfigur, die waren allesamt

Märchen. Sigurd Gall bringt mit seiner Arbeit

Fakten auf den Tisch, entzaubert den Mythos und

reduziert den Mühlhiasl und all seine „Weissagungen“

auf weiter nichts als Nacherzählungen von

Ereignissen die schon stattgefunden haben und

dem Mühlhiasl zugeschoben werden. „Der Mühl-


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 51

hiasl hod gsagt!“ – gar nichts hat er gesagt. All

diese Schreiber, die diese Figur so glorifizierten,

haben Geld verdient, was ja nicht unredlich ist,

aber bei vielen Leuten leider Ängste erzeugt haben.

Weissagungen waren für die Lebensqualität noch

nie förderlich oder unterstützend. Lassen wir den

Mühlhiasl auf der Stufe des Osterhasen. Das gelang

dem Auto vorzüglich.

Die Schrift kann angefordert werden bei Sigurd

Gall, Uttendorf 4, 94354 Haselbach. -hr-

Friedrich Brandl,

Harald Grill,

Bernhard Setzwein

DREi AutOREN

uNtERWEGS

Eine literarische

Wanderung von Pilsen

nach Amberg

Im Sommer 2006 brachen

Friedrich Brandl aus Amberg,

Harald Grill aus Wald und Bernhard Setzwein

aus Waldmünchen zu einer zweiwöchigen

Wanderung durch das bayerisch/böhmische Grenzgebiet

auf. Im langsamen Tempo des Fußgängers

erkundeten sie die Goldene Straße, die schon im

Mittelalter berühmt und wichtig war. Ihre Reiseerlebnisse

haben sie in Gedichten, Erzählungen

und Tagebuchnotizen festgehalten. Dies ist mehr

als nur das Buch zu einer Wanderung, sondern das

völkerverbindende Porträt einer Transitregion im

Herzen Europas. Wer selbst die Goldene Straße

erkunden will, erfährt hier viel Interessantes und

entdeckt ganz nebenbei drei ganz unterschiedliche

literarische Temperamente und Sichtweisen.

Zu diesem Buch ist auch ein Hörbild auf einer CD

erschienen. Hier sind die Reiseeindrücke der Autoren

zu einem eigenständigen Programm zusammengestellt,

das vom Duo De Clarinettes-Basses

musikalisch unterstützt und begleitet wird. Die

Regie dabei führte Joseph Berlinger.

Zu Fuß auf der Goldenen Straße, Eine literarische

Wanderung von Pilsen nach Amberg. Zahlreiche

Farbfotos, 192 Seiten, fest gebunden, ISBN 978-3-

939905-18-9, 16,50 Euro, 17,00 Euro, 25,00 sFr.

CD: Begleitet vom Duo De Clarinettes-Basses,

Gesamtspielzeit 69:41, ISBN 978-3-939905-29-

5, 16,50 Euro, 17,00 Euro, 25,00 sFr, 1. Auflage,

© 2009 by Verlag Sankt Michaelsbund München.

Der Verlag Sankt Michaelsbund im Internet unter

www.st-michaelsbund.de.

Harald Grill:

AuF FREiER StREcKE

Gedichte aus zehn Jahren

Harald Grill gehört zu den

Autoren, die nicht jedes Jahr

mit einem neuen Gedichtband

auf den Markt kommen. Seine

Gedichte brauchen Zeit, damit

sie reifen und ihre endgültige

Gestalt annehmen können.

Diese Zeit gibt er ihnen.

Der Band „auf freier strecke“ enthält Gedichte aus

den letzten zehn Jahren. Hier hat ein Autor seinen

ganz unverwechselbaren Ton gefunden. Das Kennzeichen

der Texte ist ihre Einfachheit, ihr lapidarer

Stil, der aber gerade deshalb überraschende Bilder

ermöglicht. Diese Gedichte zwingen den Leser,

über die „betriebsstörungen“ in unserem Leben

nachzudenken und auch darüber, wie „wir einander

halt geben“ können.

Reisegedichte eröffnen neue Welten, andere Gedichte

thematisieren die fortschreitende Bedrohung

der Schöpfung und wieder andere rufen dagegen

heilende Kräfte auf und vertrauen dem Licht. Aber

sie fragen gleichzeitig, was „der eintritt ins paradies“

kosten wird.

Dieser schöne, bibliophil aufgemachte Band fasziniert

auch durch die Tuschezeichnungen, die der

Oberpfälzer Künstler Mayan beigesteuert hat.

Harald Grill: auf freier strecke, Gedichte, 96 Seiten,

fest gebunden, Leinen mit Schutzumschlag, ISBN

978-3-939905-27-1, 14,90 Euro, Verlag Sankt Michaelsbund,

Internet: www.st-michaelsbund.de.

„GEH NiMM DARA WENG ZEit“

Unter diesem Titel hat Hans Schratzenstaller, der

bekannte Landshuter Mundartdichter, nun eine

CD mit ausgewählten Werken in unverfälschter

Mundart herausgebracht. Das ist so etwas wie die

Krönung seines Lebenswerkes. Die Beiträge auf

der CD werden von Mundharmonika-Melodien

unterstützt.


Seite 52 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Hans Schratzenstaller, inzwischen 82 Jahre alt, hat

sechs Bücher in Mundart verfasst, die in mehreren

Auflagen erschienen sind. Von der Bayerischen

Akademie der Wissenschaften wurde der Literat

mit der Ehrennadel ausgezeichnet.

Die CD ist beim Autor, Telefon 0871/65856, erhältlich.

-hr-

WANDERFüHRER

FALKENStEiNER BuRGEN

uND FELSENStEiG

Das Gebiet um Falkenstein im sogenannten Vorwald

ist ein besonders attraktives Wandergebiet,

mit herrlichen Aussichten und eigentlich geringen

Höhenunterschieden, sieht man von manchem

Aufstieg da und dort, vor allem zu einer

der vielen Burgen, ab. Sechs Touren sind in dem

Wanderführer ausgezeichnet und authentisch beschrieben.

Dazu sind auch Einkehrmöglichkeiten

angegeben.

Informationen: Tourismusbüro, Marktplatz 1,

93167 Falkenstein, Telefon 09462/942220, E-Mail:

tourist@markt-falkenstein.de, Internet: www.

markt-falkenstein.de, © Idee und Gestaltung: Dr.

Harald Schumny.

REiDELS „WEiHERHEx“

WiRD NEu AuFGELEGt

Der vergriffene Kinderbuchklassiker „Anna und

die Weiherhex“ der Landshuterin Marlene Reidel

(85) wird neu aufgelegt. Verlegt wird das Buch

von der Landshuter Galerie Rose, es ist über den

Handel zu beziehen (16,80 Euro).

REGENSBuRG-PiLSEN-PRAG –

iNtERNAtiONALER RADWEG-FüHRER

Von Regenburg über Pilsen nach Prag sind es

genau 293 Kilometer, wenn man die Strecke

mit dem Rad fährt. Gemütlich und mit Augenmaß

durchquert man auf dem internationalen

Radweg ein Drittel von Mitteleuropa und lernt

dabei Landschaften, Kulturen und Menschen

kennen.

Der tschechische Teil des Radweges verläuft auf

wenig befahrenen Straßen und ist mit dem Radzeichen

Nummer 3 markiert. Auf der bayerischen Seite

folgen die Radler dem „Regental-Radweg“ bzw.

„Chambtal-Radweg“. Beschrieben ist der Radweg

Regensburg-Pilsen-Prag im deutsch-tschechischen

Radweg-Führer. Er unterteilt die Tour in dreizehn

Etappen.

Erhältlich ist die Broschüre beim Tourismusverband

Ostbayern e. V., Luitpoldstraße 20, 93047 Regensburg,

Telefon 0941/58539-0, Fax 0941/58539-39,

E-Mail: info@ostbayern-tourismus.de, Internet:

www.ostbayern-tourismus.de.

BOOtS-

WANDERN

AuF NAAB,

REGEN, iLZ,

ROtt uND iNN

Weitere Infos und Prospektmaterial

gibt’s beim

Tourismusverband Ostbayern e. V., Luitpoldstraße

20, 93047 Regensburg. Telefon 0941/58539-0,

Fax 0941/58539-39, E-Mail: info@ostbayern-tourismus.de,

Internet: www.ostbayern-tourismus.de.

Kostenloses Info-Telefon 0800/1212111, Abenteuer

pur für die ganze Familie!

Josef Fendl

iM WiRtSHAuS BiN i WiA Z’ HAuS … !

Unterhaltsame Bier- und Weingeschichten

Schon vor 850 Jahren meditierte der Archipoeta in

der Carmina Burana: Meum est propositum in taberna

mori; auf Bairisch: „I glaub, mir is s afgsetzt,

dass i amol im Wirtshaus stirb … !“

Jahrhundertelang war dann das Wirtshaus die Bildungsanstalt

des kleinen Mannes, bis in unserer

Zeit bedauerlicherweise das große Wirtshaussterben

einsetzte und die Dörfer ihre weltliche Mitte

verloren.

Die vorliegende Sammlung von einschlägigen

Kalendergeschichten und Sinnsprüchen versucht,

die alten Zustände noch einmal in Erinnerung zu

rufen, denn schließlich leben wir ja in einem Land,

in dem (nach Alois W. Kreittmayr) das Bier das

fünfte Element ist.

1. Auflage, 176 Seiten, ISBN 978-3-936511-60-

4, Erhältlich beim Leserservice des Straubinger

Tagblatts (Telefon 09421/940-6700), in unseren

Verlagsgeschäftsstellen und im Buchhandel.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 53

AuSStellungen

VerAnStAltungen

und MuSeen

kunstreich – wehrhaft – gnadenvoll

Die Wallfahrtsgeschichte und

Sakralkunst in der Kirchenburg Kößlarn

– Dauerausstellung –

Die Kirchenburg von Kößlarn ist ein Juwel, die Anlage

in der Mitte des Marktes ist für sich schon eine

Sehenswürdigkeit. Pfarrkirchenstiftung Kößlarn,

Marktplatz 33, 94149 Kößlarn, Pfarrbüro Kößlarn,

Telefon 08536/268, www.kirchenmuseum-koesslarn.de,

geöffnet Donnerstag/Samstag/Sonntag

13.00 bis 16.00 Uhr.

Kößlarner Palmesel, aus der berühmten Palmprozession.

Museum im Kloster Asbach

Dauerausstellung

Glaube und Bild

Sammlung Rudolf Kriss

Die Dauerausstellung im Museum Asbach – Zweigmuseum

des Bayerischen Nationalmuseums – ist

mit einem Wort großartig. Sie werden eine Zeit

benötigen, um all die wertvollen und interessanten

Exponate der Volksfrömmigkeit in Augenschein

zu nehmen.

Thematisiert werden Gegenstände der Andacht,

Schutz und Segensmittel, Christusverehrung und

Passion, Marienverehrung, Wallfahrtsbräuche und

Votivgaben. Außerdem sind in einer Dauerausstellung

Meisterwerke der Schmiedekunst und Abgüsse

von Meisterwerken der bayerischen Bildhauerei

zusätzlich den Museumsbesuch wert.

94094 Asbach, Markt Rotthalmünster, Telefon

08533/2300, Öffnungszeiten: Dienstag mit Sonn-


Seite 54 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

tag 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr, 1. November bis 28.

Februar geschlossen, Führungen nach Anmeldung

möglich.

Information: Kulturreferat des Landkreises Passau,

Passauer Straße 39, 94121 Salzweg, Telefon

0851/94960-15, Fax 0851/41043, kulturreferat@

landkreis-passau.de, www.klosterasbach.kulturserver-bayern.de.

Zur Dauerausstellung in der Kirchenburg Kößlarn

und im Museum Kloster Asbach gibt es Publikationen

„Glaube und Bild“ von Nina Gockerell zur

Sammlung Kriss und „Kunstreich – Wehrhaft –

Gnadenvoll“ von Ludger Dorst zur Sakralkunst in

Kößlarn. Die Publikationen kann man beim Besuch

erwerben. -hr-

100 Jahre Kreismuseum Bogenberg

Das ABc des Sammelns

Sonderausstellung

vom 18. April bis zum 1. November 2009

2009 jährt sich der „Geburtstag“ des Kreismuseums

Bogenberg zum hundertsten Mal: 1909 wurde das

„Bezirksmuseum“ Bogen eröffnet, eine „halbamtliche“

Gründung des Bogener Bezirksamtmannes

Joseph Nibler. Ziel war es gewesen, die kunst- und

kulturgeschichtlichen „Altertümer“ der Region zu

„retten“ und sie der Bevölkerung zu präsentieren.

In den 1920er-Jahren entwickelte sich das Museum

zum „Heimatmuseum“ mit Bildungsauftrag weiter

und heute stellt es sich als modernes „Wallfahrtsund

Rautenmuseum“ mit wechselnden Sonderausstellungen

dar. Der Landkreis Straubing-Bogen

nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, auf diese

„kleine, aber feine“ öffentliche Kultureinrichtung

am Bogenberg aufmerksam zu machen.

Die Sonderausstellung „100 Jahre Kreismuseum

Bogenberg. Das ABC des Sammelns“ zeigt die

wechselvolle Geschichte dieses Museums und das

Thema „Sammeln“. In Form eines ABC werden

hier Aspekte des Sammelns vorgestellt: Wer sammelt

wann welche Dinge warum? Ausgewählte Exponate

stellen die umfangreiche Bogenberger Museumssammlung

vor, deren Spektrum vom „oiden

Glump“, wie ein früherer Museumsleiter scherzhaft

alte Trachten bezeichnete, bis zu qualitätsvollen

(sakralen) Kunstwerken, von älteren Arbeits- und

Gebrauchsgegenständen, vor- und frühgeschicht-

lichen Funden bis hin zu modernen „Öldrucken“

reicht. Daneben präsentiert eine Vitrine wechselnd

interessante private „Sammler-Persönlichkeiten“

des Landkreises.

Zum Jubiläum erscheinen zwei umfangreich bebilderte

Schriften:

Das Museumsheft Nummer 4 mit der Darstellung

der Museumsgeschichte von Hans Neueder.

Der Museumsführer durch die neue Dauerausstellung

von Barbara Michal.

Kreismuseum Bogenberg, Bogenberg 12, 94327

Bogen, Telefon 09422/5786, www.landkreisstraubing-bogen.de,

Öffnungszeiten: Mittwoch,

Samstag 14.00 bis 16.00 Uhr, Sonn- und Feiertag

10.00 bis 12.00 und 14.00 bis 16.00 Uhr sowie

Führungen und Gruppen (ab 10 Personen) nach

Vereinbarung unter Telefon 09422/5786.

Kreismuseum Walderbach

280 Jahre Heiliger Johannes von Nepomuk

Ausstellung zur 280. Wiederkehr der

Heiligsprechung

In vielerlei Hinsicht sehenswert ist die Sonderausstellung

im Kreismuseum Walderbach über


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 55

Heiliger Nepomuk aus der Walderbacher Ausstellung

(Privatbesitz). Eine Arbeit des Bad Kötztinger

Bildhauers Joh. Paulus Hager (1698 bis 1769)

zeigt einmal mehr, welch begnadeter Künstler der

Bildhauer war.

den heiligen Johannes von Nepomuk. Präsentiert

werden Figuren-Darstellungen aus dem Landkreis,

aber auch Kleinplastiken und reizende Zeugnisse

der Volkskunst. Das Kreismuseum erinnert mit

dieser Sonderschau an die 280. Wiederkehr der

Heiligsprechung, aber auch an den 20. Jahrestag

der deutsch-tschechischen Grenzöffnung. Der Titel

„Steh uns bey, beschütz die Länder“ ist einer Andacht

zum heiligen Nepomuk aus einem barocken

Gebetbuch entnommen. Bis zum 25. Oktober ist

die Ausstellung geöffnet, Führungen können mit

dem Landratsamt vereinbart werden.

Die Ausstellung im Kreismuseum Walderbach läuft

bis 25. Oktober 2009.

Kreismuseum Walderbach, Kirchstraße 4, 93194

Walderbach, Landkreis Cham, geöffnet Mittwoch,

Samstag, Sonn- und Feiertag 14.00 bis 17.00

Uhr, www.kreismuseum-walderbach.de, Telefon

09971/78-218. -Peter Niklas/hr-

Ausstellung

Museum Jagd und Wild auf Burg Falkenstein

„Waidmann, Wild und Wohlgefallen“

Das mittelalterliche Jagdbuch des Gaston Phoebus

Das 1404 bis 1407 illustrierte Jagdbuch des Gaston

Phoebus gilt als eines der schönsten und kulturgeschichtlich

interessantesten Dokumente des Mittelalters.

Es ist ein Glanzstück der französischen

Buchmalerei des 15. Jahrhunderts.

In Zusammenarbeit mit dem Faksimile Verlag

Luzern und dem Deutschen Jagd- und Fischereimuseum

in München zeigt das Museum Jagd und

Wild auf der Burg Falkenstein eine Auswahl von

Miniaturen dieses Jagdbuches, das in einer detailgetreuen

Faksimile-Edition vorliegt.

Leuchtend frische Farben, strahlende Goldverzierungen

und naturnahe Illustrationen charakterisieren

das prachtvolle Werk.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde es als Lehrbuch

der Jagd verwendet. Als beeindruckendes naturwissenschaftliches

Kompendium beruht es auf

sorgfältiger Beobachtung und erstaunlich präziser

Beschreibung verschiedener Tiergattungen in freier

Wildbahn.

Die Urfassung des „Livre de chasse“ (1387 bis

1389) existiert nicht mehr. Die kostbare illustrierte

Originalhandschrift aus der französischen Bedford-

Werkstatt wird heute in der Pierpont Morgan Library

in New York gehütet.

„Waidmann, Wild und Wohlgefallen“ ist bis

4. Oktober 2009 zugänglich.


Seite 56 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Freilichtmuseum Finsterau – Sonderausstellung

Körbe aus Winzer

Die Korbwarenfabrik Mosler

Bis 31. Oktober 2009, Öffnungszeiten September

9.00 bis 18.00 Uhr, ab Oktober 9.00 bis 16.00

Uhr.

Die „Kirmzeiner“ von Winzer gehörten früher

zum Erscheinungsbild in den Dörfern und Städten,

wenn sie mit ihren Angeboten, kunstvoll auf

Tragen zusammengebunden, von Haus zu Haus

zogen. Das war eine beliebte Möglichkeit, sich mit

Korbwaren einzudecken. Sie gehörten einst zum

Tagesgebrauch, heute sind die Erzeugnisse meist

zur Dekoration eingesetzt. Was es da früher einst

so gab, das zeigt die Ausstellung.

Info: www.freilichtmuseum.de.

40 Jahre Freilichtmuseum Massing

Das Freilichtmuseum Massing besteht seit 40 Jahren.

Im Jahre 1969 wurde diese einmalige Anlage

auf 10 Hektar Land eingerichtet, seit 1979 sichert

ein Zweckverband die Basis des Museums, das

seither auch in anderen bayerischen Bezirken eine

Nachahmung fand.

2007 bekam das Freilichtmuseum Massing den

Bayerischen Museumspreis.

„Tradition heißt nicht, die Asche zu bewahren, sondern

das Feuer weiterzugeben“, sagte Josef Auer,

der Bürgermeister der Gemeinde Massing. Es sei

das besondere Verdienst der Museumsgründer, die

im Zusammenhang mit dem raschen Strukturwandel

einhergehenden Veränderungen, besonders in

der bäuerlichen Welt, zu dokumentieren. -hr-

Granitzentrum Bayerischer Wald in Hauzenberg

Erlebnis für die Sinne –

initiative für das regionale Gewerbe

Am 2. Mai 2005 hat das Granitzentrum Bayerischer

Wald die Tore für seine Besucher geöffnet:

Interessierte Einheimische und neugierige

Touristen können sich nun begeistern lassen; an

Natursteinprodukten Interessierte und regionale

Anbieter begegnen sich. Fachmessen, Seminare

und Fachtagungen heben das Ansehen des einheimischen

Granits und sorgen für mehr Know-how

auf allen Ebenen: vom Wissen um neue Normen

über innovative Bearbeitungstechniken bis hin zu

einer effizienten Vermarktung.

Die ursprüngliche Idee „Granitmuseum“, die seit

Jahrzehnten die Runde machte, ist nun verwirklicht.

Aber wie bereits angeklungen, ist mehr als

„nur“ ein Museum entstanden: hinter dem abstrakten

Begriff „Granitzentrum“ verstecken sich zwei

ganz konkrete und lebendige Einrichtungen, die

„STEINwelten“ und das „Granitforum Bayern“.

Die STEINwelten schicken den Besucher auf eine

Reise in die „Zeit des Steins“ – und wieder zurück

zur „Zeit des Menschen“ und seinem Umgang mit

dem Material, das uns von Kindesbeinen an fasziniert.

Regionale Geologie und Mineralogie und

die lange Geschichte der Granitgewinnung und

-nutzung in unserer Region werden erlebnisorientiert

dargestellt. Ein Einführungsfilm sowie eine

„Zeitreise“ ins Erdinnere versprechen spannende

Unterhaltung. Moderne Medien und klassische

Ausstellung, lebendige Inszenierungen und

Vorführungen sowie ein Freigelände mit einem

Schausteinbruch bringen den Stein ins Rollen. Die

Besucher können sich faszinieren lassen vom Granit,

dem „kalten Blut der Erde“.

Spezielle Führungen behandeln Schwerpunktthemen

wie Architektur („Wie ein Fels“), Geologie

und Mineralogie („Faszinierende Welt der Steine“)

oder Sozial- und Wirtschaftsgeschichte („Rau is’

der Stoa, und rau is’ unser Leb’n“). Zahlreiche und

thematisch vielfältige Veranstaltungen werden die

Einrichtung lebendig und attraktiv halten und ein

möglichst breites Zielpublikum ansprechen.

Das auch im Granitzentrum beheimatete „Granitforum

Bayern“ dagegen ist ein Zusammenschluss

von Natursteinunternehmen (Forums-Mitglieder),

die ihre Zulieferer und Dienstleister mit einbinden

(Forums-Partner). Es bündelt die Interessen der

bayerischen Granitindustrie, indem es ein effizientes

Marketing für Granit aus Bayern entwickelt,

Planer und Bauverwaltungen sachlich und kompetent

berät und informiert und Fachtagungen und

Fortbildungen veranstaltet. Entscheidend sind die

entstehenden Synergien: Die Forums-Aktivitäten

werden eingebettet in das attraktive bauliche und

thematische Ambiente des Granitzentrums. Tagungen

und Veranstaltungen im Seminarraum des

Granitzentrums und Präsentationen des Forums


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 57

Die beeindruckende Architektur des Granitzentrums Hauzenberg.

im Sonderausstellungsraum oder auf der diesem

Raum vorgelagerten Freifläche verzahnen die beiden

Einrichtungen.

Beheimatet ist das Granitzentrum in einem visionären

Neubau, der direkt an der Bruchkante eines

alten Steinbruchs sitzt und sich hinablässt bis an

die Oberfläche des vorhandenen Steinbruchweihers.

„Wie ein Fels“ nennen die Planer – die renommierten

und bereits vielfach ausgezeichneten

Tirschenreuther Architekten Brückner & Brückner

– ihren Entwurf. Der „Edel-Stein“ Granit wird

dabei gekonnt in Szene gesetzt.

Öffnungszeiten: täglich 9.00 bis 18.00 Uhr

Eintrittspreise:

Erwachsene: 4,- Euro, Gruppen ab 15 Personen: 3,-

Euro pro Person, Familienkarte: 8,- Euro, Kinder

von 7 bis 14 Jahren: 2,- Euro, freier Eintritt für

Kinder bis 6 Jahren und Besitzer der PassauCard,

Führung (bis 25 Personen): 25,- Euro.

Kostenlose Parkmöglichkeiten für Pkw und Busse.

Nach Vereinbarung ist für Gruppen eine Bewirtung

in unserer Steinhauerkantine möglich.

Kontakt: Granitzentrum Bayerischer Wald, Passauer

Straße 11, 94051 Hauzenberg, Fon 08586/2266;

Fax 08586/6684, mail@granitzentrum.de, www.

granitzentrum.de.

Ausstellung zu Pilgerzeichen

„Baiern – Behaim“

Noch bis 27. September präsentiert das Wallfahrtsmuseum

Neukirchen beim Heiligen Blut eine aus

dem Kunstgewerbemuseum in Prag entliehene

einmalige Sammlung von Pilgerzeichen und bietet

damit einen detaillierten Einblick in die Religiosität

und Frömmigkeitsbewegung des 14. und

15. Jahrhunderts.

Die Ausstellung „Europäische Wallfahrtslandschaften

im Mittelalter. Baiern – Behaim. Pilgerzeichen

und Devotionalien des 14./15. Jahrhunderts aus der

Sammlung des Kunstgewerbemuseums in Prag“

kann zu den Öffnungszeiten des Wallfahrtsmuseums

besichtigt werden: Dienstag bis Freitag: 9.00

bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 17.00 Uhr; Samstag/

Sonntag: 10.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 16.00

Uhr. Nähere Infos unter Telefon: 09947/9408-23;

Internet: www.wallfahrtsmuseum.de.

Vergessenes Erbe

Deutsche Heimatdichtung und Heimatkunde aus

Westböhmen

Zur gleichen Zeit bietet das Wallfahrtsmuseum

eine weitere grenzüberschreitende Ausstellung.


Seite 58 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Hier haben sich das Museum und die Galerie des

Kreises Pilsen Nord und das Chodenmuseum Taus

(Domazlice) eingebracht.

Diese Ausstellung ist bis zum März 2010 platziert.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9.00 bis

12.00 Uhr und 13.00 bis 17.00 Uhr; Samstag/

Sonntag: 10.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 16.00

Uhr. Nähere Infos unter Telefon: 09947/9408-23,

Internet: www.wallfahrtsmuseum.de. -hr-

Glas – Wort – Farbe

So titelte die Ausstellung von Klaus Büchler, Karl

Heinz Reimer und Herbert Muckenschnabl in der

alten Mühle der Schlossbrauerei Eichofen, die Ende

Juni nach ausgezeichneter Akzeptanz auslief.

Die drei Künstler, das konnten wir schon oft erleben,

ergänzen sich vorzüglich und in einer besonderen

Symbiose. Klaus Büchler formt das Glas immer

wieder zu besonders eindrucksvollen Objekten.

Karl Heinz Reimer sagt mit wenigen Worten viel

Herbert Muckenschnabl „Gehöft hinter den Feldern“.

und Herbert Muckenschnabl zeigt uns mit seinen

Werken unsere Landschaft mit deutlichen Konturen

und bringt das Wesentliche zum Ausdruck.

Von diesem Trio werden wir sicher noch mehr

hören und sehen. -hr-

Erwin und Gretel Eisch

„Gespräche zwischen Himmel und Erde“

Ausstellung in der Galerie „Woferlhof“ in Wettzell

bei Bad Kötzting

Zwei Monate war die Ausstellung „Zwischen

Himmel und Erde“ des Künstlerehepaares Erwin

und Gretel Eisch in der renommierten Galerie

Woferlhof zu sehen. Die ehemalige Scheune des

Woferlhofes, vorzüglich und behutsam restauriert,

war ein besonderer Rahmen für diese Ausstellung.

In diesem großzügigen Bereich kamen die Werke

besonders zur Geltung, ob aus der Nähe oder

Distanz betrachtet. „Persiflage, Parodie und jede

Menge Poesie“, so titelte die Kötztinger Zeitung

den Bericht zur Eröffnung der Ausstellung.

Ines Kohl, die Laudatorin, sprach von einem Heimspiel

und einer Hommage an ein großes Künstlerehepaar.

Galerist Achim Lerche, seit vielen Jahren mit dem

Ehepaar Eisch befreundet, konnte bisher nie gezeigte

Werke präsentieren und er konnte darob auch

sichtlich stolz sein.

Über eine besonders gelungene Vernissage durfte

sich Galerist Achim Lerche freuen. Zum ersten

Mal stellte das Künstlerehepaar Gretel und

Erwin Eisch seine Werke in der lichtdurchfluteten

Scheune im Woferlhof aus. Rund 100 Gäste

kamen zur Eröffnung der Ausstellung mit

dem Titel „Gespräche zwischen Himmel und

Erde“.

Erwin Eisch zeigte mit Bildern aus den vergangenen

50 Jahren eine spannende Entwicklungsgeschichte:

Begonnen von dunklen, abstrakten Ölbildern aus

legendären „SPUR“- und „Radama“-Zeiten bis

hin zu farbenfrohen, figürlichen Exponaten aus

der Gegenwart. Im Dialog dazu Holzskulpturen

von Gretel Eisch, die nicht nur in Farbigkeit und

Erzählfreude mit den Werken ihres Mannes harmonieren.

„Heute schließt sich der Kreis, der hier mit Ausstellungen

von Helmut Sturm eröffnet wurde“, sagte


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 59

Erwin und Gretel Eisch, Laudatorin Ines Kohl, Galerist Achim Lerche (von links).

Hausherr Lerche sichtlich stolz. Wie Sturm waren

auch Erwin und Gretel Eisch Gründungsmitglieder

der Münchner Gruppe „SPUR“. -hr-/ziz

Ernst Kronawitter

Ausstellung im Krankenhaus Wegscheid

„Kosmische Formsache

Im Rahmen einer Vernissage stellte der aus dem

Wegscheider Land – genauer gesagt aus Sperlbrunn

– stammende Künstler sein Objekt und Werk

„Kosmische Formsache“ vor. Ernst Kronawitter

ist gelernter Handweber, ehe er sich ab 1962 der

gestaltenden Kunst zuwendet. Über Schulungen

vervollständigt und ergänzt er sein Schaffen in Malerei,

Grafik, Porträtzeichnen und schließlich der

Bildhauerei. Über zahlreiche Ausstellungen – ab

1991 über die von ihm gegründete Gruppe „Steinapfel“

– macht er sich nicht nur im Wegscheider

Land, sondern auch in seiner Wahlheimat Esslingen

einen Namen. In Wegscheid führt er ein Atelier, das

er gerne für Besucher öffnet. Anlässlich der Ver-

Der Künstler Erich Kronawitter mit seinem Werk

Der soziale Stein“.


Seite 60 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

nissage wurde das Werk des Künstlers gewürdigt

und transparent gemacht. Die Ausstellung ist bis

30. September zugänglich. -hr-

Denkmalpreis

für Kirchenburg in Kößlarn

Die Kirchenstiftung Kößlarn und der Förderkreis

Kirchenmuseum Kößlarn e.V. werden vom Bezirk

Niederbayern für die Instandsetzung der Kirchenburg

in Kößlarn (Landkreis Passau) mit dem

Denkmalpreis ausgezeichnet. Das beschloss der

Kulturausschuss des Bezirks einstimmig in seiner

Sitzung in Mainkofen. Die „Kirchenburg“ ist

eine in Südbayern einzigartige Baugruppe, die aus

der ursprünglichen Einöde „Köstlhof“ zu einem

bedeutenden Wallfahrtsort geworden ist. Im Mai

vergangenen Jahres wurde die Kirchenburg nach

ihrer Restaurierung als Museum eröffnet. -tl-

Berta-Hummel-Museum Massing

Retrospektive zum 100. Geburtstag

von Berta Hummel

Informationen: Telefon 08724/960250, geöffnet

Montag bis Samstag 9.00 bis 17.00 Uhr,

Sonn- und Feiertage 10.00 bis 17.00 Uhr, bis April

2010. -hr-

Die imposante Kirchenburganlage von Kößlarn mit Wehrgängen und Bauten.

Bruder Konrad, von Berta Hummel, Pfarrkirche

Bad Kötzting.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 61

Nationalpark Hans-Eisemann-Info-Zentrum

Neuschönau – Kunstausstellung

tiere in den Nationalparks Sumava

und Bayerischer Wald

Zeichnungen von deutschen und tschechischen

Schülerinnen und Schülern der Grundschulen Borova

Lada, Horni Vltavice, Mauth, Neuschönau,

Spiegelau, Srni, Stozec und Vimperk.

Bis 20. November, täglich 9.00 bis 17.00 Uhr,

Eintritt frei. -hr-

„Geschundenes Glas“

Ausstellung in der Spielbank Bad Kötzting

„Geschundenes Glas ist nicht abgenutzt, sondern

das Produkt traditioneller Handarbeit“, erklärte

Professor Dr. Reinhard Haller in seinen einführenden

Worten zur aktuellen Ausstellung in der

Bad Kötztinger Spielbank. Der Titel „Geschundenes

Glas“ stehe für heimische Glasmacherkunst in

höchster Perfektion und Vollendung.

Das Kunstforum der Bayerischen Spielbank Bad

Kötzting öffnete wieder einmal seine Tore für eine

hochinteressante Ausstellung des heimischen Produkts,

das über Jahrhunderte die Region Bayerischer

Wald prägt, freilich gegenwärtig mit vielen

dunklen Wolken am Himmel.

Professor Dr. Reinhard Haller verstand es mit seinem

Referat, den zahlreichen Besuchern der Vernissage

das Produkt Glas zu vermitteln. Den Begriff

„Geschundenes Glas“ verdeutlichte Prof. Haller in

besonderer Weise. Produkt des „Schindens“ waren

die Tabakgläser, die „Bixln“. Besondere Exponate

davon waren ausgestellt. Bei der Gestaltung der

Tabakgläser kam die schöpferische Freiheit der

Glasbläser uneingeschränkt zur Geltung.

Diese Kunstwerke entstanden in den Arbeitspausen

der Glasbläser und das war ein ungeschriebenes

Privileg. -hr-

Ritterwelten im Spätmittelalter

Die diesjährige Begleitausgabe der Landshuter

Museen anlässlich des Festspiels der „Landshuter

Hochzeit 1475“ geht der Selbstdarstellung des

Rittertums im spätmittelalterlichen Turnierwesen

sowie der Kampf- und Kriegsrealität an der Wende

zur Neuzeit nach. Hochkarätige Leihgaben aus

Plattnerei und Buchkunst versammeln sich in der

Landshuter Heiliggeistkirche und präsentieren die

ehemalige Residenzstadt des Herzogtums Bayern-

Landshut als ein Zentrum ritterlicher Hofkultur am

Ausgang des Mittelalters.

Zur Ausstellung „Ritterwelten im Spätmittelalter“

der Museen der Stadt Landshut in der Heiliggeistkirche

(bis einschließlich 27. September) ist ein

gleichnamiger Katalog erschienen.

Hier können Sie bestellen: Museen der Stadt Landshut,

Telefon 0871/9223890, Fax 0871/9223899,

E-Mail: ritterwelten@landshut.de, ca. 240 Seiten,

durchgehend farbig bebildert, 24 x 29 cm, Hardcover,

fadengeheftet, ISBN 978-3-924943-62-1,

Preis: 28,00 Euro, zzgl. 4,00 Euro Porto (innerhalb

Deutschlands).

Haymo Richters Dokumentation

„Zurück nach Europa –

als der Eiserne Vorhang brach“

Begleitend zum Programm der 10. Wallfahrt der

Choden nach Neukirchen beim Heiligen Blut im

Jahre 1999 stellte das Wallfahrtsmuseum die Fotodokumentation

„Zurück nach Europa, als der

Eiserne Vorhang brach“ von Haymo Richter aus.

Die Ausstellung ging danach auf Wanderschaft und

wurde im Nationalmuseum in Prag, im Westböhmischen

Bezirksmuseum in Pilsen, im Kreismuseum

Klatovy, am Grenzübergang Vseruby (Neumark)

– Eschlkam, im städtischen Museum und in der

Synagoge von Kdyne (Neugedein), im Infozentrum

am Grenzbahnhof in Bayerisch Eisenstein,

zu den böhmischen Wochen im Stadtmuseum

Deggendorf und in Ruderting ausgestellt, zum

Teil über mehrere Wochen, in Prag ein Jahr lang.

Diese einmalige Dokumentation der Ereignisse

zur politischen Wende im Nachbarland hat nach

20 Jahren nun einen besonderen Stellenwert. Die

gegenwärtige Generation kann sich die Situation

am Eisernen Vorhang gar nicht mehr vorstellen,

zumindest nach der freien Fahrt über alle Grenzen

nach dem Schengener Abkommen, das seit drei

Jahren wirkt.

Die politische Wende im Nachbarland jährt sich

im 20. Jahr. Aus diesem Grunde findet in Furth

im Wald ein Festakt mit Innenminister Herrmann

statt. Vorgelagert ist ein Pontifikalgottesdienst in


Seite 62 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

der Stadtpfarrkirche mit den Bischöfen Dr. Gerhard

Ludwig Müller (Regensburg) und Frantisek Radkovsky.

Begleitend zur Feier im Kongresszentrum

wird diese einmalige Fotodokumentation ausgestellt.

Vorab, schon ab 11. Oktober, wird ein Teil dieser

Dokumentation im Foyer der Bayerischen Spielbank

Bad Kötzting ausgestellt. -hr-

Bayerische und tschechische Museen

vernetzen sich

Mit einer gemeinsamen Marketing-Aktion wollen

sich 24 Museen auf bayerischer und tschechischer

Seite vernetzen. Zum internationalen Museumstag

trafen im Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee

die Leiter der Museen zusammen und wollen das

Projekt „Kultur ohne Grenzen“ verwirklichen.

Als erste Aktion wurde eine Übersichtskarte der

Museen mit ihren Inhalten und Einrichtungen ausgearbeitet.

Federführend wird Günther Bauernfeind,

Leiter des Wallfahrtsmuseums Neukirchen

beim Heiligen Blut und Mitarbeiter im Kulturreferat

des Landratsamtes Cham, sein. Schließlich

bringt er seine reiche Erfahrung in dieser Beziehung

ein. Das Wallfahrtsmuseum hat inzwischen

schon 21 grenzüberschreitende Ausstellungen

ausgerichtet. -hr-

Zum 70. Geburtstag von Albert Krottenthaler

Zur Ausstellung mit seinen Skulpturen

im Oktober 2009 im Alten Rathaus in Viechtach

Der akademische Bildhauer Albert Krottenthaler

wurde am 22. November 1938 in Pochermühle in

der Gemeinde Lindberg geboren. Er besuchte das

Gymnasium in Niederalteich. Die Meisterschule

für Holzbildhauerei in München schloss er als

Jahrgangsbester ab. An der Akademie für Bildende

Künste in Nürnberg studierte er anschließend

Bildhauerei bei Professor Hans Wimmer, einem

gebürtigen Niederbayern aus Pfarrkirchen. Von

1972 bis 1997 lehrte Krottenthaler Bildhauerei am

Berufsbildungszentrum für Bau und Gestaltung

in München.

Albert Krottenthaler ist seit 1981 Mitglied der

Münchener Secession und beteiligt sich seit 1972

regelmäßig an der Großen Kunstausstellung im

Haus der Kunst in München.

Er fertigt Bildhauerarbeiten in Stein, Bronze, Holz

und Terrakotta. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die

menschliche Figur, Tierdarstellungen, das Porträt

und sakrale Arbeiten. „Krottenthaler will in seinen

Werken das Innere eines Lebewesens sichtbar machen.

Alle Skulpturen, ob Mensch oder Tier, wirken

wie von innen schwellend und nicht einfach von

außen behauen, sie scheinen sich aus innerer Kraft

körperlich zu entwickeln“, schreibt dazu Christian

Schedler. Und bei der Eröffnung der jüngs-

Albert Krottenthaler, Pferdepaar, Bronze, aus der

Viechtacher Ausstellung.

ten Ausstellung, nur mit Werken des Bildhauers, im

Golfpark Gut Häusern in Oberbayern am 30. Mai

2009 würdigte Laudator Wilfried Scharnagl sein

Werk so: „Albert Krottenthaler konzentriert sich in

seiner Kunst in der Tat auf das Wesen und damit auf

das Wesentliche. An keinem seiner Werke findet

sich auch nur ein überflüssiger Schnörkel. Was

nicht dazugehört, muss wegbleiben, und deshalb

bleibt es weg. Übrig bleibt die Klarheit der Form

und der Gestalt, das auf den ersten Blick Einfache

wird auf den zweiten Blick zum Großartigen.

Hier bewegt sich Krottenthaler auf der von seinem

Lehrer Hans Wimmer mit dauerhafter Gültigkeit

formulierten Spur:

Vereinfachung als Folge des Naturstudiums – über

die Einfachheit zur Klarheit.“

Krottenthaler lebt und arbeitet in Sixtnitgern in der

Nähe von München, ist verheiratet und hat zwei

Töchter. Ludwig Treimer


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 63

Franziskanischer Klostergarten eröffnet

Neukirchen beim Heiligen Blut. Ein Ort

der Begegnung, der Besinnung, ein Ort, um

dem Herrn zu danken, ein einzigartiger Platz,

der Körper, Geist und Seele gleichermaßen

anspricht. Der Klostergarten der Franziskaner

wurde mit einem feierlichen Festakt

eingeweiht.

Landrat Theo Zellner war es eine Freude,

die Einweihung des Klostergartens mit einer

feierlichen Festansprache würdigen zu

können.

Die Strophe „Gepriesen seist du, mein Herr,

mit all deinen Geschöpfen“ aus dem Sonnengesang

des heiligen Franz von Assisi

sei das Leitmotiv bei der Neugestaltung des

Klostergartens gewesen, so Zellner. In allen

Themenbereichen gehe es um die Bewahrung

der Schöpfung. Aspekte der Theologie, der

Ökologie, der Heilpflanzenkunde und des

Gartenbaus ergänzen sich und fügen sich

behutsam in die historische Klosteranlage

ein. Landrat Theo Zellner dankte allen, die

sich in die Neugestaltung des Klostergartens

eingebracht haben und lobte die reibungslose

Zusammenarbeit in Netzwerken. Eine

Frau hat hier im Klostergarten ihr besonderes

Meisterwerk geliefert: Renate Mühlbauer

vom Amt für Gartenkultur und Landespflege

am Landratsamt Cham.

„Das war mehr als nur eine Sprosse in den

Himmel“, lobte Theo Zellner die großartige

Arbeit seiner Mitarbeiterin. Kuratoriumsvorsitzender

und Vizelandrat Egid Hofmann

verlieh Renate Mühlbauer das Prädikat „Mutter

des Klostergartens“ und überreichte ihr

ein Präsent, das Renate Mühlbauer freudig

Der nach franziskanischen Regeln und der Heilpflanzenkunde angelegte Klostergarten.


Seite 64 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

entgegennahm und mit den Worten „Ein Kopf

hilft nichts ohne die arbeitenden Hände“ versprach,

es mit ihren fleißigen Mitarbeitern zu

teilen. Welch großartige Arbeit Renate Mühlbauer

zusammen mit ihren Mitarbeitern geleistet

hat, davon konnten sich die Besucher

bei einer Führung durch den Klostergarten

überzeugen.

Parallel zu den Klostergartenfeierlichkeiten

und den Führungen fand der dritte Klostermarkt

im und vor dem „Haus zur Aussaat“

beim Franziskanerkloster Neukirchen beim

Heiligen Blut statt.

Eva Vogl

infos zum Klostergarten,

Besichtigungen und Führungen:

Markt Neukirchen beim Heiligen Blut, Touristinfo,

Marktplatz 10, 93453 Neukirchen

beim Heiligen Blut, Telefon 09947/940821,

E-Mail: tourist@neukirchen-online.de,

www.neukirchen-online.de oder Franziskanerkloster

Neukirchen beim Heiligen Blut,

Kirchstraße 8, 93453 Neukirchen beim Heiligen

Blut, Telefon 09947/9418-0, Telefax

09947/9418-29, E-Mail: Neukirchen@Franziskaner.de.

Auf der Kötztinger Hütte

ab sofort keine übernachtungen

Ab sofort ist eine Übernachtung auf der Kötztinger

Hütte, auf dem Hauptwanderweg über

den Kaitersberg, nicht mehr erlaubt.

Die Behörden machten nach der Übergabe

des Hauses der Besitzer Horst und Elfriede

Silberbauer an den Sohn Michael und seine

Frau Eva, die den Betrieb im bisherigen Umfang

und der Qualität weiterführen wollten,

unerfüllbare Auflagen.

Die Auflagen der Behörden überfordern den

finanziellen Rahmen der neuen Besitzer. So

werden Fluchtwege über Außentreppen, eine

Notbeleuchtung über ein Aggregat, eine Wasserzisterne

für den sofortigen Brandschutz,

feuerhemmende Wandverkleidungen und

mehr gefordert.

Ein Betrag von nahezu 100 000 Euro müsste

eingesetzt werden. Das ist nicht finanzierbar…

Konsequenz: Übernachtung ab sofort nicht

mehr erlaubt.

Die Kötztinger Hütte, die in diesem Jahr nach

dem Wiederaufbau im Jahre 1949 nun seit 60

Jahren besteht, war eine besonders wichtige

Übernachtungsstation auf der Hauptwanderlinie.

Nun entsteht wieder eine Lücke auf dem

Hauptwanderweg.

Der ganzjährige Gastbetrieb ist von diesen

Forderungen der Behörden nicht betroffen.

Der Betrieb in den gemütlichen Gaststuben

geht uneingeschränkt weiter.

Noch ein Wort: Wenn das so weitergeht,

dann wird es bald kein Berghaus mehr geben,

das die Kriterien der Behörden erfüllt.

Das kann es doch nicht sein. Berghäuser kann

man nicht wie Gastbetriebe im Tal einordnen.

Wir haben schon zweimal auf dem Watzmannhaus

unter dem Dachstuhl übernachtet.

Mehr als 200 nächtigten aufgereiht auf Feldbett

an Feldbett. Das ist überall so. Berghäuser

sind nun mal keine Hotels. So machte

man nun mit überzogenen Vorschriften die

Wirthauskultur in den Dörfern kaputt, nun

geht es auch an die Berghäuser.

Wenn die Forderungen, die man für die Kötztinger

Hütte verlangt, allgemein umgesetzt

werden müssen, dann gibt es bald kein Berghaus

mehr. -hr-

„Können Sie sich nicht entschuldigen,

Sie Lümmel“ –

sagte ein Urlaubsgast aus dem Norden,

als es zu einem

unbeabsichtigten Rempler kam.

„I hon eh eha gsagt!“


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 65

Zum titelfoto

Bewusst haben wir dieses Motiv

als Titelfoto gewählt. Dabei

drängte sich uns die Frage auf,

ist das nun ein Denkmal für die

Flößerei und für die renaturierten

Triftbäche und Anlagen?

Diese nicht nachvollziehbare

Aktion der Renaturierung

geistert im Nationalpark immer

noch herum. Warum lässt man

die Anlagen, die besondere Bodendenkmäler

und damit Kulturgüter

sind, nicht in Würde

sterben. Warum muss man mit

Gewalt, mit Baggern eingreifen

und die Landschaft renaturieren.

Die Steinmauern – sie sind

längst Biotope geworden – und

die Bschlachten aus Holz wird

man in der nächsten Generation

ohnehin nicht mehr als Eingriff

in die Natur sehen, sondern als

Bestandteil.

Da ist die Rede von den Fischen,

die durch diese, wie gesagt, nicht

nachvollziehbaren Aktionen

mehr Bewegungsfreiheit und

Aufstiegsmöglichkeiten haben

sollen. Nun, den Fischen, soweit

sich in diesen Höhenlagen überhaupt

noch welche tummeln, ging es noch nie

so gut. Die Steine in den Triftbächen sind die

allerbesten Aufstiegshilfen. Mit viel Übereifer

wurden die Renaturierungsarbeiten begonnen,

da war wieder einmal irgendwo ein

Topf mit Geld und das muss man halt sinnlos

einsetzen, die Vorschriften umsetzen, ehe sie

genehmigt waren.

Auch in Zwiesel, einem besonderen Zentrum

der Flößerei, gibt es auf der Regenbrücke ein

Denkmal, das an diesen einst schwierigen

und gefährlichen Beruf erinnert. Bitte lasst

doch die Triftbäche in Ruhe. -hr-

Flößerdenkmal in Zwiesel auf der Luitpoldbrücke (Regenbrücke),

eine Arbeit von Siegfried Schriml.

Auskünfte über Berghäuser

Der Bayerische Wald-Verein kann leider keine

Gewähr für Öffnungs- und Übernachtungsmöglichkeiten

von Berggasthöfen oder Hütten

geben, die sich in Privatbesitz befinden.

Besitz und Pächterwechsel werden uns nicht

gemeldet und Telefonnummern, besonders im

Handyzeitalter, ändern sich fortlaufend.

Auskünfte können von den Tourismusämtern

oder beim Tourismusverband Ostbayern eingeholt

werden. -hr-


Seite 66 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Geschichten um den Nepomuk

Vor 280 Jahren wurde Johann von Pomuk, der

heilige Nepomuk, oder wie man oft auch sagt

der „Nepomuk auf der Bruck“, heiliggesprochen.

Um den beliebten böhmischen Heiligen,

der auch in Bayern hoch verehrt wird,

ja sogar zum Landespatron wurde er ausgerufen,

gibt es natürlich auch Episoden.

Auf einem Wanderweg in Heitzelsberg bei

Miltach „af de Begnan“ (auf den Bergen)

steht mitten in der Flur ein ungewöhnliches

Nepomuk-Standbild aus Granit gemeißelt.

In einem Relief ist der Brückensturz dargestellt.

Die Figur stand einst auf dem Dorfplatz. Da

gab es einmal eine zünftige Rauferei. Ein

Maßkrug war für den Kopf eines Kontrahenten

vorgesehen. Der sprang allerdings

zur Seite und so landete der Maßkrug mitten

im Gesicht des Nepomuk und dabei flog die

Nase davon.

Daraufhin verbannte man den so verunstalteten

Nepomuk aus dem Dorf und stellte ihn

fortan in die Flur.

Auf einem Podest an einem Bauernhaus in Bischofsreuth

stand früher eine Nepomuk-Figur,

die zu Schmugglerzwecken, zum „Schwirzen“,

präpariert war. Der Heilige war nämlich

innen hohl, und dort lagerte man den hochbegehrten

Zuckerersatz Sacharin, den man aus

Böhmen herüberschwirzte, vor dem Zugriff

der Zöllner. Aus diesem Grunde nannte man

die Figur auch „Sacharin-Heiliger“. Als sich

die Sache mit dem „Schwirzen“ – sprich

Schmuggeln – aufhörte, bekam er einen Platz

Nepomukdenkmal in Heitzelsberg bei Miltach (links) und der zweiköpfige Nepomuk von Schönsee.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 67

Der Nepomuk von Bischofsreut.

in einem Bildstock am Weg nach Leopoldsreut.

Im Winter wurde der Nepomuk dann in

der Kirche aufgestellt.

Auf einem alten Kirchweg bei Schönsee gibt

es eine doppelköpfige Nepomuk-Figur. Ein

Kopf blickt ostwärts nach Böhmen, der zweite

Kopf westwärts nach Bayern. So wird die

Verehrung des Heiligen in den beiden Ländern

sehr authentisch verdeutlicht.

Der Zeitpunkt der Errichtung dieser Figur

liegt im Dunklen. In einer Chronik wird das

Erstellungsjahr mit 1799 angegeben.

Der Heilige gilt als Helfer in Wassernot, wird

angerufen bei der Wiederherstellung des guten

Rufes, ist Patron schuldlos Verdächtiger,

der Stammler und Stotterer. -hr-

Gedanken zum Einschlafen:

Was habe ich heute falsch gemacht?

Was ist mir heut misslungen?

Ich habe darüber nachgedacht:

Ich habe heute nicht gelacht

und auch kein Liedchen

vor mich hingesungen.

Schönes Wetter

hat noch auf Wochen

des Ägidius Sonnenschein

versprochen.


Gibt’s an Michaeli Sonnenschein

wird in zwei Wochen Winter sein.

D’ Speiskart’n

Beim Ochsenwirt in Wolperting

is ois modernisiert,

da hat da Herr Baron von Fink

de Speiskart’n studiert.

Statt Blaukraut steht da Rotkohl drauf,

statt Knödl – Semmelkloß,

statt Surhaxl schreib’ns Eisbein nauf

und Tunke schreib’ns statt Soß!

Da sagt da Herr Baron vom Schloss

zum Ochsenwirt voi Grant:

„De Speiskart’n, i sags dir bloß,

is für an Boarn a Schand!

Des Preissisch, des vosteh i net,

i kenn koan Rippenspeer.

Wenn no amoi Eisbein

drob’n steht,

dan kimm i nimmer her.“

„Des ändern mia, so wahr i sog“,

tuat glei da Wirt gelob’n

und wirkle steht am nächst’n Tag

echt boarisch „Eisboa“ drob’n.

Eingesandt von Ulrich Huber, Staudach


Seite 68 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Arberkirchweih –

Bekenntnis zu tradition und Glauben

tausende feierten den Kirchweihgottesdienst am Großen Arber

Das Arberplateau wurde im Kirchweihgottesdienst wieder zum großen Dom des Waldes.

Es ist immer wieder beeindruckend, mit

welcher Würde und Ruhe – trotz der großen

Menschenmenge – der Gottesdienst

zur Arberkirchweih gefeiert wird. Tausende

pilgerten wieder zu Fuß oder kamen

mit der Bergbahn zur Kirchweihfeier. Es

war die 44. nach der Wiedereinführung

im Jahre 1965.

Die Arberkirchweih stand diesmal auch

unter dem Aspekt der Wiedereröffnung

unseres Schutzhauses nach der umfassenden

Sanierung und Renovierung.

Das Werk ist gelungen, das kann man

auf Anhieb feststellen. Das befanden

auch die Besucher, die sofort die nun

wesentlich geräumigere Gaststube füllten.

Die Gäste im sogenannten „Salettl“

sitzen nun auch nicht mehr in der Zugluft,

weil der Eingang sehr sinnvoll verlegt

wurde. Aber zurück zum Anlass. Der

Zelebrant, der „Arberpfarrer“ Dr. Emeka

Ndukaika aus Bayerisch Eisenstein,

gewann mit seiner fröhlichen Art und

mit der würdevollen Feier der Eucha-

ristie sofort die Herzen der Gläubi-

gen. Seine sehr realistische Predigt fand

allgemein Anerkennung. „Glaube ist bei

allen Zweifeln, so der Geistliche, nicht

nur Halt, sondern ein wichtiger Teil der

Lebensqualität.“ Im großen Chor wurde

wieder die Waldlermesse, begleitet vom

Lamer Viergesang, gesungen.

Der Arber zeigte sich bei idealen Wetterbedingungen

von der besten Seite.

So gab es nur fröhliche Gesichter zum

höchsten Bergfest des Waldes.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 69

Vierzehn Wanderführer bekamen die Zertifikate

Am 20. Juni übergabefeier in Arnbruck

Arnbruck. Großer Bahnhof in der „Hüttenkuchl“

des Glasmacherdorfes Weinfurtner

am 20. Juni. Wander- und Wegewart Hoffmann

zog alle Register, damit der Übergabe

der Zertifikate an die 14 neuen Wanderführer

nach einer achtwöchigen Ausbildung

in der Öffentlichkeit auch die

nötige und richtige Aufmerksamkeit zukommt.

Staatsminister Helmut Brunner überreichte

höchstpersönlich die Urkunden und würdigte

bei dieser Gelegenheit die Arbeit des

Bayerischen Wald-Vereins in den Sektionen

als unverzichtbaren Beitrag für den Tourismus,

jedoch auch als einen Beitrag mit dem

Angebot der Sektionen, die Natur bei den

vielen Wanderungen den Mitmenschen und

vor allem auch der Jugend nahezubringen.

Gruppenfoto mit Wanderwart Sepp Hoffmann – die 14 neuen Wanderführer.

Das geschieht alles ehrenamtlich. Diese Exkursionen

sind ein wichtiger Beitrag, um die

Zusammenhänge in der Natur zu erleben und

kennenzulernen.

Neben dem Minister war Dr. Gerhard Ermischer,

Präsident des Bayerischen Wanderverbandes,

der prominente Gast. Präsident Heinz

Wölfl, 1. Vorsitzender Sepp Oswald und

Arnbrucks Bürgermeister Hermann Brandl

vervollständigten die prominente Gästeriege

zur Übergabe der Urkunden.

Unisono wurde die Arbeit des Wanderwartes

Sepp Hoffmann gewürdigt, der zu dieser

Schulung kompetente Referenten gewinnen

konnte. Marita Schiller (Freyung) machte

sich zur Sprecherin der Kursteilnehmer und

bedankte sich mit gut gesetzten, netten Worten

und einem kleinen Geschenk.


Seite 70 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Prominente Gäste zur Übergabe der Zertifikate: (von links) Sepp Hoffmann (ohne Hut!), Präsident Heinz

Wölfl, Minister Helmut Brunner, Dr. Gerhard Ermischer, Präsident des Bayerischen Wanderverbandes,

und Sepp Oswald.

Die neuen Wanderführer:

Zusammen mit Heinz Wölfl, Sepp Oswald,

Dr. Gerhard Ermischer und Sepp Hoffmann

übergab der aus Zachenberg stammende

Staatsminister Helmut Brunner den ausgebildeten

Wanderführern ihre Zertifikate:

Lieselotte Brandl (Regen), Marita Schiller

(Freyung), Maria und Heribert Eggersdorfer

(Bad Kötzting), Rudi Bernhard (Hinterschmiding),

Manfred Fersch (Hohenwarth), Christoph

Herrmann (Neukirchen beim Heiligen

Blut), Sabine Kraus (Langdorf), Maria und

Karl Stadler (Bischofsmais), Hans Muhr (St.

Englmar), Susanne Kraus (Langdorf), Heinz

Sticklorat (Freyung) und Inge Eigen (Bad

Kötzting).

Ministerwort:

„Ich mache mir Sorgen, wenn ich sehe, dass

gerade unsere Kinder und Jugendlichen heu-

te viel öfter vor Fernsehern und Laptops zu

finden sind als draußen in freier Natur.

Was ihnen häufig fehlt, sind echte Naturerlebnisse.

Deshalb habe ich es mir als Minister zum

Ziel gesetzt, dass jedes Kind mindestens

einmal während seiner Schulzeit einen Tag

auf einem Bauernhof und einen Tag im Wald

mit einem Förster verbringt. Denn ich stelle

immer wieder fest, was Kinder selbst erlebt

und angepackt haben, bleibt besser in Erinnerung

als theoretisches Wissen aus dem

Klassenzimmer.

Ich bin froh und dankbar, dass der Bayerische

Wald-Verein mit seinen Wanderführern

einen wichtigen Beitrag dazu leistet, junge

Menschen für die Natur zu begeistern und

ihnen Wissen zu vermitteln.“

Aus der Rede von Staatsminister Helmut Brunner

am 20. Juni in Arnbruck.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 71

125 Jahre Sektion Freyung

Zum Geburtstag ein Festabend mit 300 Gästen

Zum Bayerwaldtag 2009 wurde auch das

125-jährige Gründungsfest der ausrichtenden

Sektion Freyung eingebunden.

Die Sektion feierte ihr Jubiläum im Rahmen

des Heimatabends im Saal des Kurhauses in

einem sehr würdigen Rahmen. Ungewöhnlich

groß war der Besuch. Mehr als 300 Besucher,

das ist Rekord, füllten nicht nur den Saal. Man

musste nun auch einen Nebenraum bestuhlen

und auch auf der Galerie nahmen noch Gäste,

darunter Freyungs 1. Bürgermeister Dr. Olaf

Heinrich, Platz.

Das musikalische Programm war ausgewogen,

die ausgewählten Gruppen und Solisten,

die Heimatdichterin Resi Schandra über-

zeugten. Ehrentraud Hammerschmid führte

humorvoll durch das Programm.

1. Vorsitzender Helmut Kaspar schilderte

zu Beginn des Abends den Werdegang der

Sektion, nannte die bisherigen Vorsitzenden

namentlich und erwähnte Höhen und Tiefen

einer insgesamt gefestigten Sektion.

Mit Beifall begleitet wurde die Ehrung für

Dr. Peter Dillinger und Gertraud Stabe. Sie

sind und waren Säulen der Sektion, Gertraud

Stabe als jahrzehntelange Schatzmeisterin

und Dr. Peter Dillinger begleiteten die

Sektion in vielen kulturellen Bereichen. In

Anerkennung ihrer Verdienste wurden sie mit

der silbernen Ehrennadel des Hauptvereins

ausgezeichnet. -hr-

Der neue 1. Vorsitzende Georg Pletl händigte zusammen mit dem Sektionsvorsitzenden Walter Kaspar

an Dr. Peter Dillinger und Gertraud Stabe die Ehrennadel aus.


Seite 72 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Volksmusik und Ehrenabend zum

Bayerwaldtag 2009 und zum 125-jährigen

Gründungsfest der Sektion

Freyung im Saal des Kurhauses

Waldlerisch gsunga und gspeijt“

Die Mitwirkenden: Heimatdichterin

Resi Schandra, die „Vielsaitigen“,

Musikschule des Landkreises, Tanzlmusik

des Trachtenvereins Wolfstoaner

Buam, Grenzgänger-Musi (Erich und

Raimund Pauli), Felix Draxinger auf der

Steyrischen, Messnerschläger Sängerinnen,

Männerchor des Trachtenvereins

Wolfstoaner Buam.

Ehrentraud Hammerschmid besorgte

die Ansage.

Die Bilder zeigen (oben rechts) die Messner ­

schläger Sängerinnen, (von oben links) die Heimatdichterin

Resi Schandra, den kleinen Felix

Draxinger – den Liebling des Abends auf der

Steyrischen – und die Grenzgänger­Musi Erich

und Raimund Pauli.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 73

Männerchor des Trachtenvereins Wolfstoaner Buam. – Die Tanzlmusik des Trachtenvereins Wolfstoana

Buam.


Seite 74 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Blöchertrift (ca. 1930).

Vier Meisteraufnahmen von Anton Pech … –

Wolframslinde (ca. 1930) mit dem mächtigen Wurzelstock.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 75

man nannte ihn den Hausmeister des Bayerischen Waldes!

Schachtenmotive von anno dazumal.

Der Hirt mit seiner Herde und mit den Ziegen.


Seite 76 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

900 Jahre Kloster Mallersdorf

900 Jahre Kloster Mallersdorf wurden am

Sonntag, 20. Juli, mit einem festlichen Gottesdienst,

mit einem Festakt und einem Klostermarkt

großartig gefeiert. Höhepunkt war

ein vom Regensburger Diözesanbischof zelebriertes

Pontifikalamt in der Klosterkirche.

Das Gotteshaus zählt zu den bedeutendsten

barocken Kirchen Bayerns.

Der besondere Gast war Bayerns Ministerpräsident

Horst Seehofer. In seiner Ansprache

beim Festakt hob der Ministerpräsident das

Wirken der „Mallersdorfer Schwestern“ –

so ist der Orden von der Kongregation der

Armen Franziskanerinnen von der heiligen

Familie landläufig bekannt – besonders hervor.

Die Kongregation zählt gegenwärtig über

900 Ordensfrauen.

Die Mallersdorfer Schwestern, in der Pfalz

von dem Priester Nardini gegründet, übernah-

Wie es euch gefällt

In Regensburg gibt es einen heftigen

Streit um die Fassadenneugestaltung

eines vier stöckigen Wohnblocks.

Der Besitzer hat das Haus mit

vielfarbigen Ornamenten bemalt.

Die Stadt will das so nicht gel-

ten lassen und fordert die Entfernung.

Die Stadt ist keinesfalls kompromissbereit

und fordert eine Bemalung

in einer der Umgebung angepassten

Farbgestaltung.

Die bayerische Bauordnung lässt

ja inzwischen jeden Unsinn zu.

Das ist das Problem. Die Behörden ha-

ben zur Gestaltung der Objekte keine Möglichkeit

einzugreifen. Mit anderen Wor-

ten, es wird gebaut und gemalt wie es

gefällt.

Das strittige Objekt.

men das Kloster 1869. Vordem war es eine

Benediktinerabtei, die 1803 aufgehoben wurde.

Die Kongregation führt Niederlassungen

in mehreren Ländern Afrikas und nunmehr

auch wieder in Rumänien. -hr-

Neues Gipfelkreuz

Auf dem Ahornriegel (1050 Meter), dem

Nordostgipfel des Hohenbogen, wurde auf

Initiative der Wirtsleute Schreindorfer vom

Berghaus Hohenbogen ein neues Gipfelkreuz

errichtet. Am 20. Juni wurde das Kreuz im

Rahmen eines Gottesdienstes geweiht.

Das von Hermann Achatz aus Oberkaltenhof

gezimmerte Kreuz wurde wieder am bisherigen

Standort zwischen Berghaus und Bergstation

der Sesselbahn aufgestellt. Von dort

hat man einen grandiosen Ausblick in den

Hohenbogenwinkel, ins böhmische Land und

vor allem in den Böhmerwald. -hr-

Ergebnis bekannt. Über Geschmack lässt sich

bekanntlich vortrefflich streiten.

Nur – die Bauherrn sollten auch daran denken,

dass es auch Nachbarn gibt, die mit

derartigen Objekten leben müssen. -hr-


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 77

DIE SEKTIONEN BERICHTEN

Jahreshauptversammlung

Bayerisch Eisenstein. Zur Jahreshauptversammlung

konnte der Vorsitzende Stefan Zitzelsberger 63

Mitglieder begrüßen. Vor den Tätigkeitsberichten

und der Rückschau auf das Jahr wurde der Verstorbenen

im vergangenen Jahr gedacht. Anschließend

verlas er die Berichte des verhinderten Wanderwartes

und des zurückgetretenen Kassenwartes. Die

Kassenprüfer konnten Manfred Grahl eine präzise

und einwandfreie Kassenführung bestätigen. Da

sich von den Anwesenden niemand bereit fand,

diesen Posten zu übernehmen, werden die Kassengeschäfte

bis zu den nächsten Neuwahlen vom

2. Kassier übernommen.

Im Anschluss an diese Berichte richtete Bürgermeister

Thomas Müller ein Grußwort an die

Versammelten und bedankte sich bei den vielen

Helfern, die sich für die Belange des Vereins und

für den Ort einsetzen. Besonders dankte er den drei

Geehrte für 40 Jahre (oben) und 25 Jahre Mitgliedschaft mit dem 1. Vorsitzenden und Bürgermeister

Müller.


Seite 78 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Mitgliedern, die im vergangenen Jahr 74 Kilometer

Wanderwege im Regental und im Arbergebiet markiert

und teilweise neu beschildert haben.

Zum Hauptpunkt, Ehrung langjähriger Mitglieder,

konnte der Vorsitzende 49 Personen aufrufen. Da

die letzten Ehrungen vor zwölf Jahren vorgenommen

wurden, ist ein gewisser Ehrungsstau entstanden.

Der Bürgermeister und der Vorsitzende

bedankten sich für die Treue zum Wald-Verein und

überreichten die entsprechenden Urkunden mit den

Plaketten.

Für 60 Jahre und mehr wurden geehrt: Gerlinde

und Kurt Ditz.

Für 40 Jahre und mehr: Wenzl Aschenbrenner,

Egon Blechinger, Gerti Bruckdorfer, Erhard

Gattermann, Siegmund Grünert, Inge und Josef

Hofbauer, Fritz Keckeis, Ernst Kuchler, Franz-X.

Liebl, Günther und Helga Müller, Maria Müller,

Heinz Raith, Aloisia Stich, Elisabeth Treml, Robert

Wolf, Ruth Wöllisch,

Für 25 Jahre und mehr: Franziska Aschenbrenner,

Rudi Bauer, Helmut Däuschinger, Horst Gewiese,

Waltraud Graef, Jaro und Siegried Grasblum, Dr.

Erhard Gunder, Max Hartl, Josef Hasenkopf, The-

rese Kaml, Christine Kreuzer, Hans Langenfelder,

Hans und Inge Lenz, Herfried Passauer, Heinz und

Lotte Pöschl, Herbert und Siegfried Pöschl, Karl

Riepl, Edmund und Helga Schwarz, Karl Stehle,

Inge und Josef Wühr, Herbert und Marianne

Schmidt. Ernst Kuchler

Jahreshauptversammlung

und Bergmesse

Bodenmais. „Viel zugetragen hat sich seit der Wahl

in der außerordentlichen Jahreshauptversammlung

am 14. Januar 2007“, konstatierte Schriftführer

Hansjörg Mehring in seinem Rechenschaftsbericht

die vergangenen Ereignisse. Die damals gewählte

Vorstandschaft war bis zur aktuellen Jahreshauptversammlung

mehr als zwei Jahre im Amt. Neben

den Neuwahlen von Vorstandschaft und Vereinausschuss

konnten langjährige und verdiente Mitglieder

ausgezeichnet werden.

Eine nach der Idee von Ehrenvorsitzendem Franz

Koller zusammengestellte und von Hans Hermann

Kaiser vorgeführte Power-Point-Präsentation über

die Aktivitäten der Wanderungen durch die Steinklamm

und das Eisensteiner Tal, am Pfahl und an

Wald­Vereinsvorstand: (stehend von links nach rechts) Hansjörg Mehring, Alfred Trum, Manfred Fuchs,

Wolfgang Freilinger, Christian Wölfl, Erich Silbereisen, Hans Hermann Kaiser, Franz Weikl, Karl

Strohmeier. Sitzend von links nach rechts: Margrit Kaiser, Elfriede Holzer, Bürgermeister Michael

Adam, Irmtraud Langmeier.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 79

Ehrungen:

Vorsitzender Wolfgang Freilinger (links) mit einem Teil der geehrten Mitglieder. Von links nach rechts:

Richard Freilinger, Manfred Fuchs, Erich Silbereisen, Erika Lang, Anneliese Wölfl, Alois Bergmann.

der Donau, zur Poschingerhütte, über den Besuch

der Domstadt Freising, vom Landshuter Haus und

dem Aussichtsturm in Langdorf, die Fackelwanderung

von Schönebene zum Ofenstüberl bis zum

Fischessen in Bärmannsried, die Kalte Arberkirchweih

und die Verabschiedung der Wirtsleute des

Schutzhauses und die Jahresabschlüsse „auf der

Ranch“ bereicherte den Abend.

336 Mitglieder gehören gegenwärtig der Sektion

an, 16 Neumitglieder konnten seit Januar 2007

aufgenommen werden.

Höhepunkte waren die 125-Jahr-Feier der Sektion

im Pfarrzentrum, die Segnung der Totenbretter

beim Pfarrfriedhof, die Einweihung des Gipfelkreuzes

auf dem Harlachberg und die Mitwirkung

beim Pichelsteinerfestzug in Regen mit Bürgermeister

Michael Adam und die Ausstellung über

Anfang und Werdegang der Wald-Vereinssektion

Bodenmais im Kulturzentrum Altes Rathaus. Dazu

kamen ein Besuch im Glasmuseum in Frauenau,

die Beteiligung bei der Rama-Dama-Aktion, ein

Eisstock- und Luftgewehrschießen.

2009 wurde ein Filmabend im Pfarrzentrum organisiert

und die Trinkwassertalsperre in Frauenau

besichtigt.

Ziel eines dreitägigen Vereinsausfluges war der

Attersee im Salzkammergut. Weiter berichtete

Wanderwartin Margrit Kaiser von 46 Wanderungen

mit 829 Teilnehmern in den letzten zwei Jahren.

Wie die Wanderwartin mitteilte, wird nun am 1.

Sonntag nach dem Bennofest am Gipfelkreuz beim

Harlachberg ein Gottesdienst für die verstorbenen

Sektionsmitglieder gefeiert.

Als größten finanziellen Posten hatte Schatzmeister

Christian Wölfl die Kassenbewegungen für das

125-jährige Gründungsjubiläum dargestellt.

Zügig wurden die gut vorbereiteten Neuwahlen

unter Leitung von Hans Wölfl, Josef Schlecht und

Wolfgang Mühlbauer durchgeführt. Wolfgang

Freilinger wurde im Amt als 1. Vorsitzender bestätigt,

zum 2. Vorsitzenden wurde Hans Hermann

Kaiser gewählt. Ihre Posten bekleiden weiterhin

Schriftführer Hansjörg Mehring und Kassenverwalter

Christian Wölfl, ebenso wie Kulturwartin

Irmtraud Langmeier und Naturschutzwart Erich

Silbereisen.

Margrit Kaiser wurde als 1. Wanderwartin bestätigt.

Dem Ausschuss gehören Manfred Fuchs, Elfriede

Holzer, Franz Koller, Karl Strohmeier, Alfred Trum


Seite 80 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

und Franz Weikl (Eisen) an. Neue Kassenprüfer

sind Sepp Schlecht und Wolfgang Mühlbauer.

Bürgermeister Michael Adam – bisher 2. Vorsitzender

– sicherte der Vorstandschaft die Zusammenarbeit

der Gemeinde zu.

In Anerkennung und Würdigung ihres langjährigen

und verdienstvollen Wirkens wurde eine Reihe

von Mitgliedern des Wald-Vereins für ihre Treue

zur Sektion mit Urkunde und Ehrennadel ausgezeichnet.

40 Jahre gehören Katharina Laschinger,

Richard Freilinger, Meta Jonuscheit, Rudolf Mautner,

Michael Wölfl, Manfred Fuchs, Georg Wenzl,

Bernhard Wenzke, Max Kleehart und Bruno Wölfl

zur Bodenmaiser Sektion. 25 Jahre Mitglied sind

Franziska Weinfurtner, Anneliese Wölfl, Erika

Lang, Elisabeth Bauer, Oskar Weinfurtner, Hans

Fischer, Josef Kollmeier, Franz Brem (Bräu-Franz),

Karl-Heinz Drexler, Franz Weikl (Eisen), Bruno

de Vigneux, Erich Silbereisen, Alois Bergmann,

Karl Voit, Gerd Hoffmann (Gelsenkirchen), Adolf

Muhr, Peter Kellermeier, Josef Bauer und Wolfgang

Mühlbauer.

Die Sektion hat seit dem Aufstellen des Gipfelkreuzes

im November letzten Jahres auf dem Harlachberg

einen neuen Bezugspunkt geschaffen.

Mit Unterstützung des Bauhofes und Wolfgang

Fritz wurden zwei Bänke und ein Tisch von den

Mitgliedern des Wald-Vereins auf den Gipfel

(913 Meter) gebracht und aufgestellt.

Sehr aufwendig war das Ausputzen von neuen und

alten Wegen zum Gipfelkreuz mit der Aussicht auf

Bodenmais bis ins Zellertal.

Neu hergerichtet wurde der Weg zum zweiten

Gipfel, sodass jetzt ein Rundwanderweg über die

beiden Aussichtsfelsen entstanden ist.

Großes Wetterglück hatte die Sektion bei der

1. Gipfelmesse am Harlachberg am Sonntag,

28. Juni 2009.

Vorsitzender Wolfgang Freilinger begrüßte die 80

Wald-Vereinsfreunde und bedankte sich für die rege

Teilnahme.

Pfarrer Josef Drexler, der die Messe für den in Kur

weilenden Pfarrer Schmaderer hielt, gedachte in

seiner Predigt auch der verstorbenen Mitglieder

der Sektion.

Er freute sich, als gebürtiger Bodenmaiser hier

oben eine Messe abhalten zu dürfen.

Beim Bauernhaus gab es danach Brotzeit und Kuchen

und alle waren sich einig, dass es hier oben

am Harlachberg einfach schön ist.

Ein besonderer Dank gilt der Familie Kraus als

Besitzer, die dieses Fest erst möglich gemacht hat.

Hans Hermann Kaiser

Vorstand bleibt im Amt

Bischofsmais. 226 Mitglieder stark ist die Sektion.

Diese Zahl gab Vorsitzender Michael Kramhöller

bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof „Hirmonshof“

bekannt. Größter Punkt auf der Tagesordnung

waren Neuwahlen.

Eröffnet wurde die Versammlung mit einem Grußwort

des 1. Vorsitzenden Michael Kramhöller, der

besonders den 1. Bürgermeister der Gemeinde,

Walter Nirschl, begrüßen durfte.

Anschließend bat der Vorsitzende um eine Gedenkminute

für die verstorbenen Mitglieder Dietrich

Neuhaus, Franz Dankesreiter, Margaretha Stummelreiter

und Karl Wöß.

Im Kassenbericht für das Jahr 2008 gab Kassier

Michael Raith einen Überblick über die Einnahmen

und Ausgaben. Die Prüfung durch den Kassenprüfer

Erwin Loibl jun. ergab keinerlei Beanstandung,

dem Kassier wurde eine vorbildliche Kassenführung

bestätigt.

Wanderwartin Maria Stadler gab einen Rückblick

über die Wanderungen und Veranstaltungen des

Jahres 2008 und konnte von einer guten Teilnahme

berichten. Bei den Aktionstagen der Sektion

wurden verschiedene Wanderwege im Gemeindebereich

„längenmäßig“ vermessen und registriert.

Eine höhere Beteiligung der Mitglieder an

den Aktionstagen sei wünschenswert, dies regte

2. Vorsitzender Lothar Blenk an. Schriftführer Volker

Winterstein stellte das Jahresprogramm 2009 vor.

Vor den Neuwahlen wurde die bisherige Vorstandschaft

einstimmig entlastet.

Da sich die Anwesenden auf Abstimmung per

Handzeichen einigten, konnten die Neuwahlen

unter Leitung des 1. Bürgermeisters Walter Nirschl

zügig durchgeführt werden. Einstimmig bestätigt

in ihren Ämtern wurden: 1. Vorsitzender Michael

Kramhöller, 2. Vorstand Lothar Blenk, Kassier Michael

Raith, Schriftführer Volker Winterstein und

Wanderwartin Maria Stadler. Ebenfalls wieder im


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 81

Im Bild von links: Xaver Mader, Bürgermeister Walter Nirschl, 1. Vorsitzender Michael Kramhöller,

2. Vorsitzender Lothar Blenk, Erwin Loibl, Volker Winterstein, Anton Hartl, Monika Kramhöller, Maria

und Karl Stadler, Michael Raith.

Kreis der Vorstandschaft sind die Beisitzer Monika

Kramhöller, Xaver Mader, Erwin Loibl sen., Karl

Stadler und Anton Hartl sowie die Kassenprüfer

Gerlinde Rein und Erwin Loibl jun.

Zum Abschluss der Veranstaltung erfuhren die Mitglieder

von den beiden Wanderwarten Maria und

Karl Stadler noch Informatives über den derzeit

laufenden Ausbildungslehrgang zum geprüften

Wanderführer. Anton Hartl

Ausflug mit Pfahlwanderung

Bogen. Nahezu 50 Mitglieder konnte Vorsitzender

Hans Kohlhofer am 23. Mai 2009 zum Ausflug

nach Arnbruck sowie zur Pfahlwanderung

Die Bogener Wandergruppe bei Prackenbach (Bildmitte: Vorsitzender Hans Kohlhofer, rechts im Bild:

Wanderführer Helmut Höng).


Seite 82 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Moosbach-Viechtach begrüßen. Bereits im Bus

gab Reiseführer Helmut Höng Erläuterungen über

die Entstehung des Pfahls sowie über Flora und

Fauna.

Bei Moosbach machten sich dann 27 Mitglieder

auf zur Pfahlwanderung; die restlichen Reiseteilnehmer

fuhren weiter nach Arnbruck, um dort das

Glasdorf Weinfurtner mit den neuen Parkanlagen

zu besichtigen.

Die Pfahlwanderung gliederte sich in drei Abschnitte

mit einer Wanderzeit von 3 1 /2 Stunden.

Sie begann in Moosbach am Kreuzweg, der 1852

errichtet wurde. Auf einem 700 Meter langen Weg

wurden die aus Granit geschlagenen Steinsäulen

aufgerichtet, in deren Vertiefung man die Kreuzwegbilder

befestigte. Den Abschluss des Kreuzweges

bildet eine natürliche Erhöhung des Pfahls,

wo auf einer Plattform mit Blick in alle vier Himmelsrichtungen

drei Kreuze, im Volksmund Kalvarienberg

genannt, errichtet wurden. Hier wurde

eine Brotzeitpause eingelegt. Der zweite Teil der

Wanderung führte durch Wälder und Wiesen bis

Prackenbach. Der letzte Teil der Wanderung führte

entlang des Großen Pfahls in Richtung Viechtach.

In diesem Bereich tritt der Pfahl besonders deutlich

und vielfältig zutage. Neben markanten Erhebungen

inmitten der Landschaft erlebt man in Trümmer

zerfallenes Pfahlgestein, das von einer Flora wie

Heidekraut und Wacholder überwachsen ist. Hier

konnten noch sehr schöne Fotos von den Pfahlfelsen

gemacht werden.

Am Parkplatz bei Viechtach stiegen die Wanderer

in den Reisebus. Gemeinsam mit den Nichtwanderern

fuhr der Bus dann nach Kollnburg. Im Gasthof

„Zum Bräu“ stärkten sich alle Reiseteilnehmer mit

Kaffee und Kuchen oder mit einer Brotzeit.

Alle Ausflugsteilnehmer waren begeistert von der

abwechslungsreichen Landschaft, insbesondere

von den Gesteinsformationen des Pfahls bei Viechtach.

Am Spätnachmittag ging’s dann über Sankt

Englmar wieder zurück nach Bogen.

1. Vorsitzender Hans Kohlhofer bedankte sich noch

bei Helmut Höng für die Vorbereitung und Durchführung

der Ausflugsfahrt. Alfred Reichardt

Generalversammlung mit Neuwahlen

Büchelstein. „Wald-Vereinssektion bleibt in bewährten

Händen“, so überschrieb die „Deggendorfer

Zeitung“ ihren Bericht von der Generalversammlung

im Mai. Christian W. Meier (Schöfweg)

und Norbert Bayerl (Grattersdorf) wurden als 1.

bzw. 2. Vorsitzender bestätigt. Für den verstorbenen

Kassenwart Georg „Joe“ Stetter, der dieses

Amt 30 Jahre ausgeübt hatte und posthum zum

Ehrenmitglied ernannt wurde, wählten die Mitglieder

Sabine Heininger (Langfurth) als Nachfolgerin.

Im Amt blieben die Untergruppenleiter Luise

Furtmair (Langfurth), Fritz Hofmann (Auerbach),

Josef Krallinger (Hunding), Ludwig Obermeier

(Iggensbach), Ernst Haas (Schöllnach) und Rudolf

Schwarzkopf sen. (Zenting). Als Einzelpersonen

verstärken Rosemarie Stetter (Schöllnach), Josef

Reiner (Daxstein) und Leopold Ritzinger (Zenting)

die Vorstandschaft. Neue Kassenprüfer sind

Helmut Ertl und Josef Weinberger. In der von der

Büchlstoana Stubnmusi und den Nickl-Deandln gestalteten

Versammlung gab der 1. Vorsitzende einen

ausführlichen Bericht über die abgelaufenen drei

Jahre. Dringende Arbeiten am Aussichtsturm auf

dem Brotjacklriegel, dessen Erhalt seit Jahrzehnten

die Hauptaufgabe der Sektion ist, waren die Überdachung

des Treppenaufgangs und der Anbau einer

Terrasse. Der Touristikverein Sonnenwald hatte

eine interaktive Webcam auf der Turmkanzel installiert.

Mit einer notariell bestellten Grunddienstbarkeit

überlässt Grundstücksbesitzer Manfred Zeintl

die Fläche für die Toilettenanlage unentgeltlich

für 25 Jahre.

Vorsitzender Meier dankte auch dem Staatsforst,

insbesondere dem Revierleiter Uli Matschke, für

die gute Zusammenarbeit.

Für langjährige Treue zur Sektion wurden sechs

Mitglieder für 25 Jahre, acht für 40 Jahre und Paul

Artinger und Heinrich Weber (beide Untergruppe

Grattersdorf) für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

Im kommenden Jahr kann die Sektion ihr 100-jähriges

Bestehen feiern, das man am 15. August mit

dem Tag der Sektionen begehen will.

„Womit haben wir das verdient“, so haben sich

viele Mitglieder der Sektion gefragt, weil innerhalb

einer langen Periode mit teils heftigen Regenschau-


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 83

Die neue Vorstandschaft: (unten von links) Norbert Bayerl, Sepp Krallinger, Christian W. Meier, (stehend)

Rudolf Schwarzkopf, Leopold Ritzinger, Luise Furtmair, Ernst Haas, Fritz Hofmann, Ludwig

Obermeier.

ern am letzten Juni-Sonntag beim diesjährigen

Turmfest auf dem Brotjacklriegel kein einziger

Tropfen gefallen war. Da offensichtlich Besucher

dem Wetter misstraut hatten, war der Zulauf geringer

als erwünscht. Trotzdem zeigten sich die

Veranstalter zufrieden, zumal die Organisation und

vor allem auch der Bustransfer durch die Firma

Heininger bestens klappten. Eingeleitet wurde das

Turmfest mit einem Berggottesdienst, den Pfarrer

Josef Huber zelebrierte und den der Männerchor

Zenting unter Dr. Stephan Vollath und die Sommerreither

Hausmusik gestalteten.

Christian W. Meier

xaver Grötsch neuer 1. Vorsitzender

Geiselhöring. Bei der Jahreshauptversammlung

am 18. März standen neben den Rechenschaftsberichten

auch Neuwahlen der Vorstandschaft an.

Nachdem der bisherige Vorsitzende Karl Huber aus

persönlichen Gründen für eine dritte Amtsperiode

nicht mehr zur Verfügung stand, fand sich in Xaver

Grötsch ein Nachfolger. Er erhielt das einstimmige

Votum der Versammlungsteilnehmer. Auch die Position

Wanderwart war neu zu besetzen. Nach drei

Jahrzehnten hatte Otto Faltermeier um Entbindung

von diesem Amt gebeten. Zu seinem Nachfolger

wurde Xaver Attenberger gewählt. Die übrige Vorstandschaft,

die Karl Huber, Otto Faltermeier und

Erwin Kammermeier sen. als weitere Beisitzer unterstützen,

blieb unverändert. In Würdigung seiner

Verdienste um die Sektion wurde Otto Faltermeier

zum Ehrenmitglied ernannt. Im gemütlichen Teil

der Versammlung lud Hans Bachmaier zu einer

Singstunde mit Liedern aus dem „Wetzstoa“-

Liederbuch ein.

Die alljährlich von Evi Rother organisierte Fahrt ins

Blaue wurde am 17. Mai mit 40 Personen durchgeführt.

Das erste Mal haltgemacht wurde in Gars

am Inn zum Besuch der Redemptoristenkirche,

des Klostergartencafés und der landwirtschaftlichen

Anlagen. Die Mittagspause verbrachte man in


Seite 84 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Ainring. Das Quiz über das geheime Fahrtziel war

amüsant. Mitglied Walter Zwerenz erklärte die imposante

Bergkette dieses Bereiches der Alpen. Nach

der Mittagsrast ging’s weiter bis Bischofswiesen,

dann über die Bergstraße Schwarzeck, die selbst

der weit gereiste „Fritz“ Krusche noch niemals gefahren

war. Zur Feier des Tages spendierte er Sekt,

denn er hatte am Tag zuvor seinen 79. Geburtstag.

Von Ramsau wanderten einige Teilnehmer durch

den Zauberwald zum Hintersee. Spätnachmittags

ging es über die Alpenstraße Richtung Altötting,

wo noch einmal gehalten wurde.

Vom 14. bis 17. Juni unternahm die Sektion einen

Ausflug in die Südsteiermark/Slowenien. Auf der

Anreise über das Salzkammergut und nach der Besichtigung

des Stifts Admont führte die Fahrt dann

durch das Gesäuse entlang der Enns. Am Nachmittag

stand ein Halt am Erzberg auf dem Programm,

bevor im Schilcher-Landhof in Stainz Quartier bezogen

wurde. Am zweiten Tag gab es am Vormittag

eine Führung im Bundesgestüt Piber, das zur

Spanischen Hofreitschule gehört. Über Bärnbach

mit der Hundertwasser-Kirche, die man besichtigte,

erreichte man Graz, die Landeshauptstadt der

Steiermark. Nachmittags fuhr man ins Grenzgebiet

Richtung Spielfeld zur Südsteirischen Weinstraße

mit Einkehr in einer Buschenschänke.

Der nächste Tag war einem Abstecher nach Slowenien

vorbehalten, wo mit einem Reiseführer die

Orte Jeruzalem und Allerheiligen besucht wurden.

Am Heimreisetag unternahm man eine Fahrt mit

der Semmeringbahn, bevor es mit dem Bus anschließend

zum Wallfahrtsort Mariazell weiterging.

Die Teilnehmer des viertägigen Ausflugs

bedankten sich beim Busfahrer „Fritz“ Krusche

und bei Organisatorin Evi Rother für die genussvolle

Reise. Alois Hanner

Neues Glasmacherkreuz geweiht

Lohberg. Das alte Kreuz der ehemaligen Glasmacher

von Lohberg wurde 1849 errichtet. Durch

den Straßenbau der Neuzeit musste das Kreuz von

diesem Standort weichen.

Jahrzehnte sind vergangen, bis sich August Späth

an den verwaisten Sockel auf seinem Grundstück

erinnerte. Die Idee, ein neues Glasmacherkreuz

Das Glasmacherkreuz in Lohberg wurde am

21. Juni gesegnet.

mit dem alten Sockel zu errichten, wurde bei der

Jahreshauptversammlung befürwortet.

Am Sonntag, 21. Juni, konnte das neue Glasmacherkreuz

auf einer Anhöhe oberhalb der letzten

alten Glashütte, die 1907 einem Brand zum Opfer

fiel, durch Pfarrer Ambros Trummer im Beisein

vieler Vereinsmitglieder und der Bevölkerung von

Lohberg und Umgebung geweiht werden.

In seiner Segensandacht meinte der Geistliche, das

Kreuz ist für die Gläubigen das Zeichen des Heiles,

selbst wenn die Last oft schwer ist.

Das jüngste Mitglied der Sektion, Michael Walter,

enthüllte das steinerne Monument, das mit einem

Glaskreuz in Edelstahl gefasst ist, gesponsert vom

hiesigen Glashüttenmeister Hubert Hödl.

1. Vorsitzender Günther Staffen bedankte sich nach

einer Ansprache bei Pfarrer Trummer für die Segnung,

den Sponsoren und Helfern für das Errichten

des Kreuzes und für die musikalische Gestaltung

bei dem Lohberger Dreigesang. Hans Moser

Standartenweihe

Mauth. Zu Beginn 2008 wurde vom 1.Vorsitzenden

Josef Wagner anlässlich einer Vorstandschaftssitzung

der Gedanke vorgebracht, dass die Sektion,

gegründet 1892, als einer der ältesten und mitgliederstärksten

Vereine in der Gemeinde bei Festzügen

und sonstigen Anlässen mehr Aufmerksamkeit

auf sich lenken soll. Ein sichtbares Zeichen in Form

einer Fahne oder Standarte wäre etwas Herausra-


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 85

Die Motive der Standarte versinnbildlichen Aspekte unserer Heimat und unserer Organisation.

gendes und der Verein würde sich bei gegebenen

Anlässen angemessen präsentieren.

Weil auch die Finanzierung kein Problem darstellte,

wurde beschlossen, dass sich die Sektion eine

Standarte zulege.

Jetzt ging es daran, der Standarte ein Gesicht zu

verleihen. Sie soll einerseits den Bayerischen

Wald-Verein, zum anderen die Sektion und deren

Bereich darstellen.

Dies bedurfte eines längeren Abends bei Therese

Haydn, wo wir in Büchern, alten Bildern usw.

nach einem passenden Motiv suchten, welches die

Ortsseite zieren soll. Wir entschieden uns für ein

Motiv von Josef Fruth. Mit diesen Vorstellungen

besuchten wir die Fahnenstickerei der Zisterzienserinnenabtei

Thyrnau. Mit Äbtissin Mechthild

Bernart wurde alles besprochen und als der Vorentwurf

den Vorstellungen entsprach, beauftragten

wir die Anfertigung der Standarte.

Um die Vereinskasse nicht zu belasten, wurden

Sponsoren und Spender für die Standarte geworben.

Weiter galt es, nach einem Patenverein Ausschau

zu halten. Bereits bei der ersten Vorsprache beim

1. Vorsitzenden der Sektion Freyung, Helmut

Kaspar, wurde bekundet, die Patenschaft zu übernehmen.

Dafür möchten wir uns bei der Sektion

Freyung auf diesem Wege nochmals bedanken.

Es galt aber auch, eine Fahnenmutter sowie Fahnenjungfrauen

und einen Fahnenjunker zu finden.

Unsere Kassiererin Margit Gaisbauer übernahm die

ehrenvolle Aufgabe als Fahnenmutter. Die jungen

Mitglieder Anna Hackl, Therese Bachmeier und

Theresia Wagner ließen sich als Fahnenjungfrauen

zu fungieren nicht zweimal bitten. Als Fahnenjunker

stellte sich Klaus Hackl zur Verfügung.

Der Termin der Weihe wurde in Absprache mit

Pfarrer Probst Johannes Stoewer auf den 25./26.

April 2009 festgelegt.

Nachdem unter eifriger Mithilfe von Sektionsmitgliedern

sowie der FFW Mauth auch das logistische

Drumherum geschafft war, konnte das Fest

starten.

Die Feierlichkeiten begannen am Samstagabend

mit einem Heimatabend. Viele Gäste, allen voran

der Patenverein Freyung, waren gekommen. Musikalisch

wurde der Abend von der „Klingenbrunner

Dorfblosn“ gestaltet. Für die Zwiefachen, Märsche,


Seite 86 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Die geehrten Mitglieder, rechts Vorsitzender Josef Wagner, daneben die Fahnenmutter und Alfred Resch

vom Hauptverein.

Walzer und Polkas bekamen sie viel Beifall. Der

„Buchberger Heimatverein“ führte dazu Tänze

auf. Mit dem Einakter „Der Firmling“ von Karl

Valentin, dargeboten von Sebastian Hackl, Ludwig

Madl und Maria Fuhrmann, begeisterten sie

die Besucher.

Am Sonntag ging das Fest mit dem Kirchenzug von

der Fahnenmutter zur Pfarrkirche Sankt Leopold,

angeführt von der Annathaler Blaskapelle, mit dem

Patenverein, den Vereinen, dem Schirmherrn und

vielen Gästen weiter.

Der Gottesdienst und die Weihe der neuen Standarte

wurden von Pfarrer Probst Johannes Stoewer

O. Präm. zelebriert und vom Männerchor Annathal

gestaltet. Nachdem die Weihe vollzogen war

und die Bänder, gestiftet von der Gemeinde, der

Fahnenmutter Margit Gaisbauer und dem Patenverein

Freyung, an das neue Zeichen der Wald-

Vereinssektion Mauth angeheftet waren, konnte

Fahnenjunker Klaus Hackl mit Stolz die Standarte

aus der Kirche tragen und die Grüße der Fahnenabordnungen

entgegennehmen.

Anschließend ging der Festzug weiter durch die

Ortschaft zur Festhalle. Dort wurden vom 1. Vorsitzenden

Wagner die Gäste, allen voran der Bayerische

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner,

Schirmherr Bürgermeister Max Gibis, stellvertre-

tende Landrätin Renate Cerny sowie Alfred Resch,

2. Vorsitzender des Bayerischen Wald-Vereins,

begrüßt.

Nach den Grußworten wurde der 1. Vorsitzende

des Patenvereins, Helmut Kaspar, auf die Bühne

gebeten. Für die Übernahme der Patenschaft durch

die Sektion Freyung wurde ihm ein Wandersmann,

den unser Mitglied Ludwig Hackl schnitzte, überreicht.

Zum Schluss wurde die Gelegenheit genutzt, langjährige

Mitglieder der Sektion zu ehren. Theresia

Haydn, Franz Krickl, Ludwig Hackl und Josef

Geißinger wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Sie haben durch ihre Tätigkeit für die Sektion, sei

es als Schriftführerin, 2. Vorsitzender, Kassier,

Beisitzer im Laufe der Jahre dazu beigetragen,

dass das Bestehen der Sektion gesichert war. Mit

der Ausrichtung des Heimatfestes haben sie einen

wertvollen Beitrag zu Brauchtum und Kultur weit

über die Grenzen des Landkreises hinaus mit viel

Engagement geleistet.

Eine aktive Sektion

Passau. Ludwig und Marianne Grundner führten

48 Mitglieder in einer Exkursion nach Regensburg.

Kirchen, Geschlechtertürme, Patrizierhäuser

aus dem 13./14. Jahrhundert prägen das Bild


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 87

der einstigen freien Reichsstadt, in der die Kelten

und Römer ihre Spuren hinterlassen haben. Den

Stadtrundgang beendeten die Teilnehmer in der

historischen Wurstkuchl. In der Weltenburger Enge

zwängt sich die Donau durch den engen Canon.

Eindrucksvoll die Benediktiner-Klosterkirche

Sankt Georg in Weltenburg, deren einzigartige

Architektur von hohem künstlerischen Schaffen

zeugt und die Teilnehmer beeindruckte.

Herbert und Hildegard Scheuchl vermittelten 49

Teilnehmern die Schönheiten der engeren Hei-

mat. Von Straßkirchen aus erreichten die Wanderer

in der Hügellandschaft bergauf bergab den malerischen

Ort Büchlberg. Nach der Umrundung

des Naturdenkmals, des ehemaligen Steinbruchs

mit steil abfallenden Felswänden, führte der Weg

durch das beschauliche Erlautal und hinauf nach

Manzenberg.

Brigitte Böhm und Christian Schönbauer nahmen

49 Teilnehmer auf ihrem Emmausgang am sommerlichen

Ostermontag mit zur Wallfahrtskirche

am Gartlberg in Pfarrkirchen. Nach der Rast im

Gastgarten Schachtl brachte der Bus die Teilnehmer

zur Siebenschläferkirche Rotthof bei Ruhstorf.

Die Legende besagt, dass sich sieben junge Männer

vor der Christenverfolgung in einer Höhle versteckten.

Kaiser Decius ließ den Eingang vermauern.

187 Jahre später wurden die Steine für den Bau

eines Stalles entfernt, Gott gab den sieben Schläfern

das Leben zurück. Sie galten als Zeugen der

Auferstehung.

Mitglieder der Sektion sammelten unter Leitung

des Naturschutzbeauftragten Bernhard Jander bei

der Aktion „Rama dama“ die Hinterlassenschaften

unserer zivilisierten Bevölkerung im Neuburger

Wald.

Pfarrer Johannes Trum konnte zu der von Volksmusikpfleger

Herbert Wanner organisierten Maiandacht

im Neuburger Wald nahezu 100 Gläubige

begrüßen.

Im Naturpark Altmühltal begleiteten schroffe

Dolomit-Felsen, Wacholderheiden, sanfte Flusstäler

und ausgedehnte Wälder 30 Teilnehmer. In

dieser Kulturlandschaft mit ihren Wallanlagen,

Zeugnissen der Römer, gestalteten sich die Wandertage

unter Führung von Willi Anetsberger zu

einem Erlebnis.

Die „Dschungel-Wanderungen“ mit Helmut und

Hildegard Scheuchl erfreuen sich größter Beliebtheit.

Mit der Heckenschere befreiten die beiden

Wanderführer den Pfad entlang der Ohe von struppigen

Sträuchern, ehe die 51 Wanderer ausgehend

von Otting den Weg begehen konnten. Nach der

Einkehr führte der Weg von Arbing durch die Leite

zur Gaißa und entlang des Flusses zur Pressfurtmühle.

Auf dem wichtigsten und meist begangenen mittelalterlichen

Saumweg zwischen Bayern und Böhmen

führten Heinrich Nejedly und Bernhard Jander

52 Mitglieder. In Prachatice begann die Wanderung.

Die Stadt war bis ins 17. Jahrhundert Endstation

des „Goldenen Steiges“. Der Dreißigjährige

Krieg und die Konkurrenz des österreichischen

Salzes beschleunigten den Verfall des Goldenen

Steiges. Stetig ansteigend erreichten die Wanderer

den Libinske-Sattel und von dort über Wiesen

und Wälder talwärts führte der Weg nach Volary

(Wallern). Teilweise noch erhaltene Holzhäuser

zeugen von der Handwerkskunst des kleinen Ortes.

Vorsitzender York Krebs dankte den Wanderführern

für die hervorragende Wandertour.

Johanna Beringer

Ausflug zum Wendelstein

Schwarzach. Die Sektion, die „Bergfreunde

Degenberg“ und der Obst- und Gartenbauverein

hatten im Juni zu einer gemeinschaftlichen Ausflugsreise

ins bayerische Alpenland eingeladen.

Reiseziel war der Wendelstein. Nach Abfahrt des

Busses gab der 1. Vorsitzende der „Bergfreunde

Degenberg“, Horst Preis, Hinweise über den

Fahrtverlauf. Über Landshut – München erreichte

man dann Weyarn, wo eine Frühstückspause eingelegt

wurde. Besucht wurde die Klosterkirche mit

Führung von einem Pater des Klosters. Vorbei am

Schliersee ging’s ins Leitzachtal nach Osterhofen

bei Bayrischzell zur Talstation der Wendelstein-

Seilbahn. Die Bergfahrt unternahmen die meisten

aus der Reisegruppe. Die Nichtbeteiligten an der

Bergfahrt besuchten Bayrischzell. Nach Rückkehr

der Wendelsteinfahrer zur Talstation ging die Fahrt

zu der bekannten Wallfahrtskirche Birkenstein. Im

Gotteshaus begrüßte Schwester Oberin die Reisegruppe

und erklärte ausführlich und eindrucksvoll


Seite 88 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Die größere Wandergruppe machte sich auf den Weg nach Kirchberg und hörte unterwegs die Sage von

der „Wöcklin“.

das Marienheiligtum. Mit einem Marienlied beendete

man den Besuch der Wallfahrtskirche. Eine

Einkehr im Winklerstüberl zu Kaffee und Brotzeit

schloss sich an.

Auf der Heimreise bedankte sich Vorstand Horst

Preis bei den Reiseteilnehmern für Teilnahme und

kameradschaftliches Verhalten. Sepp Schmid

Sektionstreffen in Schönberg

Schönberg. Das Sektionstreffen 2009 am 7. Juni

war das 23. seit der Einführung im Jahre 1987. In

den letzten Jahren schrieb man dieses, zu dem sich

zunächst nur die Sektionen des Unteren Waldes

trafen, nun für den ganzen Verein aus. Das ist gut

so, denn so lernen sich nicht nur die Mitglieder kennen,

man erlebt auch neue Wandermöglichkeiten.

Das Treffen in Schönberg begann mit einem Gottesdienst

in der Pfarrkirche Sankt Margareten, zelebriert

von Pfarrer BGR Michael Bauer. Der Geistliche

stellte sich am Nachmittag auch als Führer im

Sankt-Johannis-Kircherl hoch, und gegenüber, dem

Markt Schönberg zur Verfügung. Zum Ende des

Gottesdienstes begrüßte Bürgermeister Peter Siegert

die Teilnehmer und überreichte ein Geschenk

an Sepp Oswald, der ebenfalls das Wort ergriff.

Schließlich bot die Sektion drei Wanderungen

und Führungen an. Die größere Tour führte über

die Mitternach und entlang der Mitternacher Ohe

hinauf nach Kirchberg zum schon erwähnten Johannis-Kircherl.

Unterwegs hörten die Wanderer auf ihre Bitte hin

die Sage von der „Wöcklin“ , eine schaurige Geschichte

von der niedergegangenen Burg auf dem

Kaddernberg.

Die zweite Wanderung führte eben auf diesen Platz

und zum Aussichtsturm.

Als dritte Möglichkeit war eine Ortswanderung

zur Geschichte Schönbergs angeboten, so auch zu

den Stellen und dem Haus, wo im April 1945 der

evangelische Pastor Dietrich Bonhoeffer in SS-Haft

genommen und von dort nach Flossenbürg in das

Konzentrationslager überführt und dort ermordet

wurde.

Ein gemütliches Beisammensein im Hotel Post rundete

das Treffen ab, zu dem sich aus 25 Sektionen

Teilnehmer eingefunden hatten.

Das Sektionstreffen 2010 ist am 15. August bei der

Sektion Büchelstein. -hr-

Drei tage in Südtirol

teisnach. Der Jahresausflug der Sektion wurde

schon Ende Mai in das herrliche Südtirol gestartet.

Über München, Garmisch und den Reschenpass

ging die Fahrt Richtung Vinschgau, entlang der


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parallel laufenden ehemaligen römischen Heerstraße

„Via Claudia Augusta“.

Reiseleiter Helmut Baumgartl aus Regen vermittelte

den Reisenden eine Menge Interessantes über

Land, Leute und Geschichte, wie zum Beispiel

die Ortschaft Imst. Dort wurde das erste SOS-

Kinderdorf vom Österreicher Hermann Gmeiner

1951 erbaut, oder die Ortschaft Graum, deren Bewohner

zwangsumgesiedelt wurden, da in diesem

Tal ein Rückhaltesee gebaut wurde. Als einziges

Zeichen der gefluteten Ortschaft ragt nur noch der

Kirchturm aus dem Wasser. In Serpentinen erreichte

man über Burgeis, vorbei am Benediktinerkloster

Marienberg, das 1720 Meter hoch liegende Bergdorf

Pramajur. Im Ferienhotel Kastellatz angekommen,

bot sich den Reisenden eine traumhafte

Aussicht. Der Panoramablick auf die Ortlergruppe,

den Vinschgauer Sonnenberg, die Dörfer Burgeis,

Mals, Schluderns, Prad und das kleinste Städtchen

Europas, Gurns, war einmalig. Zunächst erkundeten

die Ausflügler bei einem Spaziergang die

Umgebung. Die kleine Bergdorfkirche lud die

Reisenden zum stillen Gedenken ein. Mit einem

reichhaltigen Abendessen und Tiroler Wein ging

Die Teisnacher Ausflügler vor dem Kloster Marienberg.

der ereignisreiche Tag zu Ende. Ein sommerlicher

Tag kündete sich am Samstag zur Fahrt Richtung

Meran ins Dorf Tirol an. Ziel eines Spazierganges

durch das Dorf Tirol war der Sandgruberhof in der

Nähe des Schlosses Tirol. In einem 800 Jahre alten

Obst- und Weinkeller, jetzt umgebaut als Törggelekeller,

wurde bei Tiroler Spezialitäten Mittagsrast

gehalten. Die Sonne meinte es besondert gut an

diesem Tag, als man die Fahrt zu den Gartenanlagen

von Schloss Trautmannsdorf fortsetzte. In den

Schlossgärten erblühten über 200 000 Blumenzwiebeln

zu einem farbenfrohen Blütenteppich. Über

die Sissi-Promenade stiegen die Teilnehmer zur

Aussichtsplattform, genossen die wunderschöne

Aussicht zu den Bergen um den Meraner Kessel

und den Blick über die Gärten mit Palmen, riesigen

Kakteen, mit südlicher Duft- und Blumenvielfalt.

Die Fahrt zurück zur Unterkunft führte

über Schlanders, den Hauptort des Vinschgautales,

eingebettet in Obstgärten. Nach dem Abendessen

saßen die Mitglieder noch bei Wein und Gesang,

musikalisch unterstützt von den Hausmusikanten,

beisammen. Am Sonntag früh verabschiedete sich

die Reisegruppe zurück in den Bayerischen Wald,


Seite 90 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

wobei bei der Rückreise noch ein Abstecher nach

Innsbruck zur Bergisel-Sprungschanze gemacht

wurde. Siegmund Dötterl

Sektion Wallerfing besteht 25 Jahre

Wallerfing. Das Jubiläum wurde am 27. Juni 2009

im Gasthaus Schlachtl gefeiert. Der Hüttenchor

und die Theatergruppe, alles Vereinsmitglieder,

lockerten die Feier mit Einlagen auf. Musikalisch

begleitet wurde die Veranstaltung von der Kattersdorfer

Klarinettenmusi. Ehrengast und Laudator

war der Geschäftsführende Vorsitzende des Bayerischen

Wald-Vereins, Sepp Oswald.

25 Jahre Sektion Wallerfing des Bayerischen Wald-

Vereins, eine lange Zeit, glaubt man, vergangen

ist sie jedenfalls wie im Fluge. Am 12. Oktober

1984 wurde die Sektion im Gasthaus Otto Eigner in

Wallerfing gegründet. Der damalige Geschäftsführende

Vorsitzende Dr. Raimund Schuster und der

damalige 1. Vorsitzende der Sektion Deggendorf,

Willi Willmertinger, waren die Geburtshelfer. Eine

Notgeburt – ein „Schwarzbau“ wurde legalisiert,

was man ehrlicherweise zugeben muss. Siegfried

Deger wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt und übt

dieses Amt auch nach 25 Jahren noch leidenschaftlich

aus.

Die ersten Jahre nach der Sektionsgründung waren

sehr hart, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Die

Hütte stand zwar da, aber sonst auch nichts. Keine

Wasserversorgung, keine Abwasserbeseitigung,

kein Weg bzw. Wegerecht. Verbesserungen an der

Hütte konnten immer nur nach den finanziellen

Möglichkeiten bewerkstelligt werden. In den letzten

fünf Jahren hat die Sektion mit dem Anbau der

Hütte, dem Bau der Terrasse mit Trockenmauer

und dem Stromanschluss in Hunderten Stunden

freiwilliger Eigenleistung viel getan.

Ehrenmitglied Herbert Siegroth war es, der den

Theaterverein in die Sektion eingliederte. Die Theatergruppe

tritt alljährlich mit großem Erfolg auf

der Schulbühne auf. Lange Jahre führte er selbst

Regie, dann übernahm Brigitte Steinberger die

Ehrenurkunden und Abzeichen für die Gründungsmitglieder: Siegfried Deger, Luitpold Dischinger, Franz

Grum, Eduard Siebauer, Alois Ameres, Jakob Faltl, Elfriede Halser, Josef Fechter, Hans Grum, Hans

Hastreiter, Alois Weber, Albert Eder, Franz Sprenzinger, Max Frank, Herbert Siegroth, Ludwig Weinzierl,

Alfons Gehard, Erwin Gerstl, Hans Maidl jun., Josef Wagner, Alfons Hölzl, Rudolf Stockner, Susanne

Deger, Günter Schlegel, Eduard Frank, Kurt Westenkirchner, Hans Maidl, Hans Scheuer, Ernst Zellner

sen.; 25 Jahre in der Vorstandschaft: Siegfried Deger, Hans Grum, Alfons Gehard, Eduard Siebauer.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 91

Bürgermeister Weinzierl, Hans Grum, Sepp Oswald, Ehrenmitglied Luitpold Dischinger, Siegfried Deger.

Verantwortung und seit heuer ist Hans Maidl am

Ruder. Er will mit der Theatergruppe neue Wege

bestreiten, eine Freilichtbühne ist geplant.

Zur Gründung des Hüttenchors kam es vor fünf

Jahren, anlässlich des 20-jährigen Jubiläums. Ehrenbürger

und Altbürgermeister Rudolf Stockner

nahm sich des Hüttenchores in besonderem Maße

an. Franz Maier konnte er als Chorleiter gewinnen.

Die Maiandacht am Hüttenmarterl und das

Adventsingen in der Pfarrkirche zählen zu den

Höhepunkten im Vereinsjahr. Unterstützt werden

der Verein und der Chor von der Stubnmusi unter

der Leitung von Anna Weinzierl.

Die Vorbereitung und Durchführung von Wanderungen,

Radtouren und Ausflugsfahrten gehören

zu den Aufgaben der Wanderwarte Hans Grum und

Rupprecht Eder. Auch die Jugendarbeit ist dem

Verein ein wichtiges Anliegen. Seit 15 Jahren bemüht

sich Sigi Dürr um ein abwechslungsreiches

Jugendprogramm.

Bürgermeister Ludwig Weinzierl, Gründungsmitglied

des Vereins, bezeichnete den Wald-Verein als

einen Verein, in dem sich alle Altersgruppen wohlfühlen

und der neben seiner Jugendarbeit auch gute

Kulturarbeit zum Wohle der Gemeinde leiste.

Ehrengast Sepp Oswald sagte ein Vergelt’s Gott für

die letzten 25 Jahre und für die gute Zusammenar-

beit mit der Vereinsführung. Die Sektion habe sich

in diesen 25 Jahren so gemausert, dass sie sich zu

einer Vorzeigesektion entwickelt habe. Ein besonderes

Lob erhielt Siegfried Deger für seine Arbeit

als Vorsitzender seit 25 Jahren. Vorstandsmitglieder

sind seit 25 Jahren Siegfried Deger, Hans Grum,

Alfons Gehard und Eduard Siebauer. Luitpold Dischinger

wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Mit

der silbernen Ehrennadel des Hauptvereins wurden

Eduard Siebauer und Sigrid Dürr geehrt.

Eva Moser

Siegfried Deger und Sepp Oswald.


Seite 92 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Zu viele Köche

In der Oberpfalz gibt es insgesamt mehr als

300 Verbände, Organisationen und Gemeindestellen,

die sich um die Vermarktung der

Region in Sachen Tourismus kümmern. Dagegen

gibt es nur 102 Hotels und kein einziges

Fünf-Sterne-Hotel.

Das hat eine Studie der IHK ergeben. Das

riecht stark nach „Kirchturmpolitik“. Viele

im Tourismusgewerbe Tätige haben leider

noch immer nicht erkannt, dass diese Viel-

falt von Werbung nicht zum Ziel, sprich

Erfolg, führt.

Eine ähnliche Untersuchung, wie sie auch für

den Bezirk Niederbayern vorgesehen ist, wird

sicher kein anderes Ergebnis bringen.

Man sollte sich endlich an einen Tisch setzen

und an einem Strang ziehen und die Kräfte

bündeln mit dem Ergebnis, wie dies in

anderen Urlaubsregionen praktiziert wird.

(… Urlaub in Südtirol – Urlaub in Kärn-

ten!) – Bitte also nicht im Regen- oder

Naabtal (!), das ist überregional kein Be-

griff. Da hat sogar der Begriff Bayerischer

Wald oft zu kämpfen.

Freilich, die globale Werbung „Ostbayern“ ist

auch problematisch, wo ist Ostbayern? Keinesfalls

im Fichtelgebirge, im Oberpfälzer

Wald oder im Bäderdreieck. Diese Bereiche

werden unter diesem Begriff vermarktet, haben

aber mit Ostbayern wenig oder gar nichts

zu tun.

Zurück zu den Vätern. Damals haben weitsichtige

Leute wie Maximilian Schmidt mit

dem Oberbegriff Bayerischer Wald erfolgreich

geworben. Unsere Organisation war da

auch mit dabei. -hr-

Neue Grenzübergänge –

auch thema im Fernsehen

In der Sendereihe „Aus Schwaben und Altbayern“

brachte das Bayerische Fernsehen

am 23. November 2008 einen Beitrag über

die kontroverse Diskussion im Zusammenhang

mit der Einrichtung neuer Grenzübergänge

im Bereich des Nationalparks.

Beide Seiten kamen zu Wort und ins

Bild. Die gegensätzlichen Anschauungen

und Vorstellungen wurden deutlich, der Är-

ger der Kommunen rund um den Nationalpark

und die des Bayerischen Wald-

Vereins.

Und flugs kam auch schon die Antwort aus

München. Die PNP berichtete am 25. November,

wonach der neue Umweltminister

Markus Söder sich so äußerte: „Wir haben

einen Kompromiss gefunden, der tragfähig

ist (…), wir haben die Zahl der Grenzübergänge

verdoppelt und es gleichzeitig geschafft,

die Ausgleichsmaßnahmen ökologisch vorzunehmen,

die für den Nationalpark (!!!) als

Ganzes wichtig sind.“

Auf die Vorstellungen der Kommunen, auf

die Anregungen von Besuchern, Wanderern

und Organisationskreisen ging der Minister

erst gar nicht ein. -hr-

Kreistag gegen Wildnis

Zwiesel. Das Vorhaben, Teile des Nationalparks

Bayerischer Wald in ein Wildnisgebiet

(„Europas wildes Herz“) umzuwandeln (wir

berichteten), stößt beim Kreistag Regen

auf Widerstand. Bei der Sitzung in Zwiesel

fasste das Gremium den Beschluss, eine

weitere Verschärfung der Anforderungen

abzulehnen.

Landrat Heinz Wölfl kritisierte insbesondere

die mangelnde Transparenz der Informationspolitik

der Nationalparkverwaltung. Zur

weiteren Klärung soll ein Fragenkatalog

beitragen, der dem Umweltministerium zugeleitet

wird. -hr-

Aus der Nationalparkverordnung

§ 9: „ … es ist verboten, Grabungen oder

Sprengungen vorzunehmen oder die Bodengestalt

in sonstiger Weise abzubauen.“


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 93

Zu diesem Termin hatte sich, obwohl das

Wetter nicht so optimal war, doch eine ansehnliche

Zahl von Teilnehmern eingefunden.

Zunächst bekamen wir das große Teleskop

gezeigt, dann das Gebäude der Sternwarte mit

seinem Vortragsraum und dem Planetarium.

Der Vortrag von Prof. Dr. Geigenfeind von

der FH Deggendorf über den Himmel über

Winzer war dann, trotz der doch an sich

recht trockenen Materie Astronomie, sehr

kurzweilig und lud er alle Teilnehmer ein,

sich rege mit Fragen zu beteiligen.

Zur Show im Planetarium musste die Gruppe

dann geteilt werden.

Der Vortrag war ebenfalls recht locker, informativ

und das Planetarium selbst ist zwar

klein, aber fein!

Die gemütliche Atmosphäre verführte sogar

einige Teilnehmer dazu, ein kleines Nicker-

3/2009

informationen der Wanderjugend

im Bayerischen Wald-Verein e.V.

Liebe Freunde, Eltern und Kinder im Bayerischen Wald-Verein, viel ist in diesem ersten

Halbjahr passiert, von dem ich Euch im Namen des Ausschusses für Jugend und Familie

berichten darf.

Diejenigen unter Euch, die unser Programm kennen, das jeder Sektionsvorstand von Frau

Zellner aus der Geschäftstelle in Zwiesel zugeschickt bekommen hat, weiß, dass in dieser

Zeit einiges geboten war. Von drei Veranstaltungen möchte ich Euch berichten:

Besichtigung der Sternwarte und

des Planetariums in Winzer am 24. Januar 2009

chen einzulegen, ehe es wieder nach draußen

zum Teleskop ging.

Dort verkürzte sich inzwischen die andere

Gruppe die Wartezeit mit der Suche nach

Sternen – leider war es aber zu dieser Zeit

noch nicht dunkel genug und wirklich gut zu

sehen war nur der Abendstern, die Venus.

Vielen Dank der Sektion Wallerfing für die

Organisation und doch recht rege Beteiligung.


Seite 94 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Erlebnis Tiergartenbesuch.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 95

Sektion Deggendorf – Faschingsgaudi im Nest

am 15. Februar 2009

Auch zu diesem Termin hatte sich eine ansehnliche

Zahl von Teilnehmern aus den Sektionen

Konzell, Blossersberg, Wallerfing und

Deggendorf eingefunden.

Betreut und bewirtet wurden wir von Gerti

Schwinger (frühere Jugendleiterin der Sektion

Deggendorf und eine der Deggendorfer

Hexen) und ihrem Mann und auch Ewald

Bayer hat sich für uns etwas ganz Besonderes

einfallen lassen.

Nachdem es die Tage vorher ausdauernd

geschneit hatte, konnten wir die Wanderung

durch die Saulochschlucht wegen Schneehöhen

von bis zu einem Meter leider nicht

durchführen.

Der Ausschuss für Jugend & Familie im Bayerischen

Wald-Verein lud zusammen mit der

Sektion Straubing am 2. Mai 2009 alle Sektionen

zu einem Besuch in den Tiergarten

nach Straubing ein.

Dort trafen sich dann mehrere Jugendabordnungen

aus dem Bayerischer Wald-Verein

zu einer gemeinsamen Führung durch den

Tiergarten. Mit dabei waren die Sektionen

Regensburg, Kirchberg, Wallerfing, Passau,

Konzell und natürlich Straubing.

Da etwa 60 Kinder und Jugendliche und

ungefähr 20 Betreuer dabei waren, wurden

zwei Gruppen gebildet. Diejenigen, die in

der zweiten Gruppe waren, hatten am Anfang

Zeit zur freien Verfügung, die genutzt

wurde zum Bummeln, Brotzeitmachen und

mit Spielen am Spielplatz.

Bei der anschließenden Führung ging es zuerst

in die Futterkammer, wo das Essen für

Dafür haben sich Ewald und unser Hauptjugendwart

mächtig ins Zeug gelegt und eine

tolle Rodelbahn gebaut.

Dort wurde dann getobt und gerutscht und

auch die Snowboarder aus der Jugendgruppe

Deggendorf, die sich zu uns gesellt hatten,

waren voll des Lobes über die tolle Anlage.

Nach einer Brotzeit in der Hütte mit Tee,

Limo und Würsteln war dann die Fackelwanderung

durch den Winterwald zurück zum

Parkplatz der krönende Abschluss eines kalten

und schönen Wintertages.

Herzlichen Dank an die Sektion Deggendorf

und die fleißigen Helfer, die dieses Erlebnis

möglich gemacht haben.

tiergarten Straubing – hinter die Kulissen geschaut

die Tiere hergerichtet wird. Danach trauten

sich viele Kinder sogar Schildkröten und kleine

Nattern anzufassen. Anschließend konnten

ein paar ausgesuchte Jugendliche in den Käfig

eines Papageis steigen, der dann neugierig

alle Schuhbänder aufmachte.

Höhepunkt war das Füttern der Braunbären

mit Äpfeln, der Pinguine und Fischotter

mit Heringen. Sogar die Technikräume der

großen Aquarien mit Hechten, Wallern und

Riesenkarpfen wurden für die Kinder geöffnet.

„Mickey“, die uns durch den Tiergarten

Straubing führte, konnte so viele interessante

Geschichten von den Tieren erzählen, dass

der Abschied am Abend dann allen gar nicht

so leicht fiel.

Viele Grüße und ein herzliches „Vergelt’s

Gott“ an die Sektion Straubing, die uns diesen

unvergesslichen Tag so toll organisiert hat.


Seite 96 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Wir gratulieren

… Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer

(Amberg) zu seinem 60. Geburtstag,

den er im Juni feiern konnte. Der Oberbürgermeister

von Amberg – seit 19 Jahren – ist

ein begeisterter Wald-Vereinler und fungiert

für die Sektion Amberg regelmäßig als Wanderführer.

-hr-

… Mathias Simstich, Forstoberrat i. R. (Bad

Kötzting), ab 1973 2. Vorsitzender, dann ab

1992 1. Vorsitzender und seit 2006 wieder

2. Vorsitzender, zu seinem 70. Geburtstag,

den er am 8. Mai feiern konnte. Mathias Simstich

gehörte auch viele Jahre dem Naturschutzbeirat

des Hauptvereins an.

Hier brachte er sich mit Engagement, wie

er es nicht nur in der Sektion, sondern auch

als Forstmann tat, als Anwalt für die Natur

ein. Dabei scheut er auch nicht Wege in die

Öffentlichkeit zu gehen und vertritt mit viel

Zivilcourage seine Ansichten.

… Ferdinand Gierisch, Ehrenvorsitzender

der Sektion Cham, zu seinem 85. Geburts tag,

den er am 27. März feiern konnte.

Der Geburtstagsjubilar brachte und bringt

sich in viele Ehrenämter ein, wie beim VdK

oder bei der KAB und ist ein Urgestein

der Chamer Sektion. Sein Wort hat Geltung.

Außerdem schätzt man bei Ferdinand

Gierisch seine besondere menschlich angenehme

Art des Umganges, immer verbindlich

im Ton und trotzdem auch standhaft.

Die Gratulantenschar zum Geburtstag im

Gasthof am Ödenturm war, dem Ansehen

des Jubilars entsprechend, groß. -hr-

Mathias Simstich, 2. Vorsitzender der Sektion Bad Kötzting, wurde siebzig. Von links: die Ehrenvorsitzende

Antonia Tschursch, Schriftführerin Brigitte Prüeß, 1. Vorsitzende Martha Steppan und Haymo Richter.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 97

… Landrat Alfred Reisinger (Straubing),

einem der Väter des Baierweges, der nach

der politischen Wende im Nachbarland als

erster grenzüberschreitender Wanderweg

eingerichtet wurde, zur Verleihung des

Bundesverdienstkreuzes und ebenso dem

Regensburger Diözesanbischof Prof. Dr.

Gerhard Ludwig Müller, der die gleiche

Auszeichnung bekam.

Eine besondere Ehrung erfuhr der Regensburger

Oberhirte zum Ende des Pfingstrittes

in Bad Kötzting mit der Verleihung der Goldenen

Bürgermedaille. Der Bischof hat sich

um den Bad Kötztinger Pfingstritt verdient

gemacht, indem er im Jahre 2004 auf die

Bitte der Bad Kötztinger hin den Pfingstritt

wieder zu einer eucharistischen Prozession

erhob und verfügte, dass die Monstranz wieder

mitgeführt werden muss.

Das unterblieb seit 1868 nach einer Verfügung

des Regensburger Bischofs Senestrey – wonach

die Besucher dem Allerheiligsten nicht

mit der nötigen Andacht begegneten. Bischof

Gerhard Ludwig setzte sich im Jahre 2004

selber aufs Pferd und führte die Monstranz

zum Ziel des Pfingstrittes, zur St.-Niklaus-

Kirche nach Steinbühl, mit und segnete unterwegs

und an den vier Stellen, an denen das

Evangelium verkündet wird, Ross und Reiter

und die Besucher am Wallfahrtsweg.

Inzwischen hat Bischof Müller schon fünfmal

am Pfingstritt teilgenommen und zelebriert in

der Pfingstreiterwallfahrtskirche in Steinbühl

die Messe und nimmt dann ganz selbstverständlich

auch an den sich anschließenden

weltlichen Feierlichkeiten teil, so wie es in

Bayern üblich ist, „erst die Mess und dann

die Maß“. -hr-

… Leo Hackenspiel, 25 Jahre 1. Bürgermeister

der Kreisstadt Cham, und Egid Hoffmann,

ebenso lange 1. Bürgermeister des

Grenz- und Wallfahrtsortes Neukirchen beim

Heiligen Blut. Sie wurden nach einstimmigen

Beschlüssen des Stadt- beziehungsweise des

Marktrates im Juni zu Ehrenbürgern ernannt.

Die beiden Geehrten sind dem Bayerischen

Wald-Verein besonders verbunden.

Leo Hackenspiel wie auch Egid Hoffmann

verkörpern den Urtyp eines bayerischen

Kommunalpolitikers. Nie spielte bei den

Entscheidungen die politische Farbe eine

Rolle, sondern das Wohl der ihnen anvertrauten

Bürger mit der besonders ausgeprägten

Bürgernähe.

Egid Hoffmann, auch stellvertretender Landrat

des Landkreises Cham, erkannte nach dem

Fall des Eisernen Vorhanges im Jahre 1989

die sich bietenden Chancen im Grenzland und

stellte damals zusammen mit Landrat Ernst

Girmindl die Weichen für eine neue Zukunft

an der Grenze in einer guten Nachbarschaft.

-hr-

… der Ehrwürdigen Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters

Seligenthal in Landshut,

Maria Petra Articus, zur Verleihung des

Goldenen Ehrenrings der Stadt Landshut

am 16. Juni im Rahmen eines Festaktes

auf Burg Trausnitz. Die Ordensfrau ist die

42. Äbtissin des Klosters Seligenthal mit dem

weltweit größten Konvent. Die Schulen des

Klosters, das gegenwärtig umfangreich saniert

wird, besuchen täglich 1500 Schüler.

Seligenthal, ein großes geistiges Zentrum der

niederbayerischen Hauptstadt, ist eine kleine

Stadt in der Stadt, ohne isoliert zu sein. Die

Tore des Klosters sind offen, Seligenthal ist

ein wichtiger Teil der Stadt. -hr-

… H. Herrn Prälat, Apost. Protonotar, Domkapitular

em. Dr. Valentin Doering, von

1994 bis 2006 Leiter des Katholischen Büros

Bayern, jetzt Ruhestandsgeistlicher in Lederdorn,

zu seinem 40-jährigen Priesterjubiläum,

das er am Sonntag, 5. Juli, feiern konnte.

Die Filialgemeinde Lederdorn richtete ihm

zu Ehren ein großes Fest aus, einmal mehr

wurde die große Wertschätzung, die man dem

Geistlichen entgegenbringt, deutlich.


Seite 98 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Es gibt viele Krankheiten,

aber nur eine Gesundheit.

Die Pfarrmitglieder und die kommunalpolitischen

Vertreter feierten zusammen mit

Land rat Theo Zellner den Jubilar. Prominentester

Mitzelebrant des Jubiläumsgottesdienstes

war Kardinal Friedrich Wetter.

Die Predigt hielt sein Nachfolger im Amt,

Prof. Dr. Dr. Peter Beer.

Prälat Dr. Doering ist Mitglied der Sektion

Bad Kötzting und konnte zur Jahreshauptversammlung

für 25-jährige Mitgliedschaft

geehrt werden. -hr-

Zum Verständnis: Das Katholische Büro

Bayern ist die Verbindungsstelle der Bayerischen

Bischofskonferenz besonders zur

Staatsregierung und den verschiedensten

behördlichen Stellen. Als Bayern noch

ein Königreich war, war das die Nuntia-

tur.

Neue Mitglieder

… Helmut Baumgartl, Regen, zu seinem 80.

Geburtstag, den er am 1. Mai feiern konnte.

Der Jubilar ist seit 1970 Mitglied im Bayerischen

Wald-Verein, von 1977 bis 1991 erster

Vorsitzender der Sektion Regen und seither

Ehrenvorsitzender, außerdem Mitglied im

Hauptausschuss sowie im Naturschutzbeirat.

Als Südtirol-Experte ist Helmut Baumgartl

bestens bekannt und gefragt. Von der Stadt

Regen erhielt er die „Regener Lilie“ als Würdigung

für seine ehrenamtlichen Leistungen.

So wünschen wir ihm weiterhin Gesundheit

und viel Freude. A. E.

Wir begrüßen die neuen Mitglieder in der großen Familie des Bayerischen Wald-Vereins

und sagen ein herzliches „Grüß Gott“!

Ebersberg

Langer Franz

Neumeier Günther

Dick Michael

Dick Martina

Dorfmeister Julia

Nagel Günther

Ludger Erwin

Fischer Erich

Bürgermeister Siegfried

Hatzesberger Georg

Heller Robert

Hirschenauer Aloisia

Bayerl Johann

Sebastian Gerhard

Volksweisheit

Fischl Antonia

Fischl Jutta-Maria

Fischl Johann-Michael

Fischl Julia-Maria

Fischl Franziska-Aloisia

Freyung

Dr. Heinrich Olaf

Marold Max

Nave Heinz

Nave Gabriele

Tjhin Daisy

Kaltenecker Christina

Kaltenecker Erwin

Böck Maria

Man sollte Wahrheit

nicht mit Mehrheit verwechseln.

Jean Cocteau

Bevor man die Welt verändern will,

wäre es doch wichtiger,

sie nicht zugrunde zu richten.

Geiselhöring

Straßer Robert

Straßer Therese

Hampel Heinrich

Walter Eckhard

Walter Heidemarie

Helga Ohneis

Hartig Hildegard

Hartig Peter

Altmann Maria

Landshut

Rosemann Paula

Hornung Karl

Englmeier Sigmund

Englmeier Katharina

Paul Claudel

Wallisch Auguste

Lindberg

Burgi Ekaterina

Burgi Alfred

Dick Heinz

Dick Maria

Ernst Ludwig

Mauth

Rötzer Rosa

Hackl Andreas

Hackl Anna

Wild Elfriede

Obermeier Tanja

Obermeier Konrad

Kilger Heiner


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 99

nAMen

und nAchrichten

Vom Klostermannverein

Willi Steger (Riedlhütte), einer der Väter der

Gründung des Klostermannvereins, und der

1. Vorsitzende Dr. Alfons Mauerer wurden

vom tschechischen Klostermannverein mit

der Klostermann-Jubiläumsmedaille geehrt.

Damit wurde die besondere Förderung der

kulturellen Zusammenarbeit zwischen Bayern

und Böhmen gewürdigt.

Für Willi Steger, auch ein Motor des Ohetaler

Heimatvereins, gab es auch gleichzeitig

Glückwünsche zu seinem 75. Geburtstag.

Bei den Neuwahlen des Klostermann-Hauptvereins

wurden Prof. Dr. Eberhard Dünninger

(Regensburg) und Pavel Stelzer (Pilsen)

wieder bestätigt.

Erinnerung an Josef Fruth

Zum 100. Geburtstag des im Jahre 1994

verstorbenen Grafikers, Malers und auch

Schriftstellers Josef Fruth wird in Erinnerung

an den begnadeten Künstler ein meditativer

Steig – er wird circa drei Kilometer lang werden

– eingerichtet und eingeweiht.

Josef Fruth, von dem wir immer wieder gerne

Arbeiten veröffentlichen, lebte zunächst im

Dorf Fürsteneck, ehe er dann in der Alten

Wache des Schlosses sein Atelier bezog.

-hr-

Johannes Reitmeier umjubelt

Restlos begeistert waren die 630 Premierengäste

des Amberger „Welttheaters“, das auf

der Freilichtbühne auf dem Mariahilf-Berg

anlässlich des 975-jährigen Stadtjubiläums

aufgeführt wurde. Für das Historienspiel

Der Herbst des Winterkönigs“ hat Johannes

Reitmeier das Drehbuch geschrieben

und Regie geführt. „Glücksfall für Amberg“,

„Meisterstück“, „ … fast schon Weltklasse“,

„geniales Drehbuch“ – Publikum und Kritiker

überschlugen sich nach der Premiere

förmlich mit Superlativen. Die Arbeit von

Johannes Reitmeier und dem musikalischen

Leiter Roger Boggasch sei so viel wert, dass

daraus eigentlich ein regelmäßiges Amberger

Festspiel werden sollte, forderten Theaterbesucher.

Johannes Reitmeier selbst stellte

bei der Premierenfeier die Leistungen der

Laienspieler heraus. Er bescheinigte der 100

Mann, Frau und Kind starken Truppe hohes

Engagement und Herzblut.

Aus Straubinger Tagblatt – 23. Mai 2009

Pankraz Freiherr von Freyberg, Intendant

der Festspiele Europäische Wochen in Passau

seit 1995, konnte Anfang Juni seinen 65. Geburtstag

feiern. Der Kulturmanager gibt diese

Position nunmehr im nächsten Jahr ab.

Über Zeitungsanzeigen wird ein neuer Intendant

für 2012 gesucht. Die Stelle ist ein

Ganzjahresjob. -hr-

Klemens unger, Kulturreferent der Stadt

Regensburg und ehemals Geschäftsführer

des Tourismusverbandes Ostbayern, wurde

das silberne Verdienstabzeichen des Landes

Oberösterreich verliehen.

Ungers Verdienst sei es, so hieß es in der

Laudatio, er habe ein grenzüberschreitendes

Netzwerk im Tourismus aufgebaut. Bei dieser

Gelegenheit bringen wir in Erinnerung, wie

sehr sich Klemens Unger mit seinen Aktionen

um Kultur und Natur verdient gemacht hat.

Die seinerzeit ausgegebenen Jahresthemen

erzielten ein nachhaltiges Echo und waren

ganz im Sinne unserer Organisation. -hr-

Gerhard Neuner vom Tourismusverband

Ostbayern Regensburg trat Ende Juli in den

wohlverdienten Ruhestand. Dazu wünschen

wir vor allem Gesundheit und ein langes Leben.

Gerhard Neuner – Mitglied der Sektion

Wörth an der Donau – war ein dem Bay


Seite 100 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

erischen Wald-Verein wohlgesinnter Mitarbeiter.

Die Zusammenarbeit war vorzüglich und

vertrauensvoll. In den Publikationen des

Tourismusverbandes fanden unsere Wanderwege

immer eine gute und vor allem korrekte

Darstellung. -hr-

60 Jahre tourismusverband

Der Tourismusverband Ostbayern feiert 2009

sein 60-jähriges Jubiläum. Als sich am 19.

September 1949 die Gründerväter für einen

Tourismusverband im Raum Niederbayern

und Oberpfalz im Historischen Reichssaal

in Regensburg zusammensetzten, ahnte noch

niemand, welche Dimensionen dieses Projekt

einmal annehmen würde. Von damals

4,6 Prozent Anteil am bayerischen Tourismus

bei einer halben Million Übernachtungen hat

es Ostbayern mit nun 16,5 Millionen Übernachtungen

in gewerblichen Betrieben zu

einem Anteil von 21,5 Prozent gebracht.

Außenminister a. D.

Als Außenminister der tschechischen Republik

hatte Fürst Karl von Schwarzenberg die

Schirmherrschaft der Europäischen Wochen

2009 übernommen. Zwischenzeitlich gab

es im Nachbarland einen vom europakritischen

Präsidenten Vaclav Klaus initiierten

Regierungswechsel und schon war der Fürst

– ein überzeugter und engagierter Europäer

– seinen Posten los. So kam zur Eröffnung

der Festwochen in Passau in Vertretung des

Schirmherrn nur ein Botschafter. -hr-

temelin soll ausgebaut werden

Das umstrittene Kraftwerk Temelin in Südböhmen

soll nach letzten Meldungen umfangreich

ausgebaut werden. In dieser Anlage

südöstlich von Passau in der Nähe von

Budweis wurden mehr als 90 Störungen und

Defekte gemeldet. Besonders aus Deutschland

und Österreich wurde immer wieder

die Stilllegung gefordert. Und nun dies.

Atomendlager bei Krumau

Helle Aufregung verursacht die Meldung,

wonach Tschechien konkret plant, auf dem

Gelände eines ehemaligen Truppenübungsplatzes

bei Krumau ein Atomendlager einzurichten.

Das Projekt wird nicht nur von

deutscher Seite, sondern auch und sehr massiv

von tschechischen Stellen abgelehnt.

Vor allem touristische Aspekte spielen eine

besondere Rolle, ist doch das Gebiet des Ostböhmerwaldes

im Bereich des Lipnostausees

mit Krumau und Prachatiz ein Zentrum des

Tourismus im Nachbarland.

Vom Tisch sind auch die Überlegungen, im

Bereich Saldenburg ein Atomendlager einzurichten,

ebenfalls nicht. Dazu bleibt auch

noch Temelin, das mit vie len Störungen

Schlagzeilen gemacht hat, im Gespräch.

Ein Aspekt, weswegen es zur Planung eines

Endlagers im Böhmerwald kam, ist wohl die

vorhandene Bahnlinie, die zur Entsorgung

eigentlich unentbehrlich ist. -hr-

Drama Berghaus Haidstein

Auch in diesem Jahr müssen sich die Wanderer,

die den Haidstein besuchen, aus dem

Rucksack mit Brotzeit und Getränken versorgen.

Das Berghaus soll nun, nachdem

vom Besitzer dem Landratsamt Cham die

geforderten Unterlagen zugänglich gemacht

wurden, ausgebaut werden. Für das kommende

Jahr ist das vorgesehen. Wir wollen’s

hoffen.

Die Verzögerung des Ausbaues der beliebten

Berghütte hat das Landratsamt Cham nicht zu

verantworten. Vom Besitzer des Berghauses

Haidstein wurden die längst eingeforderten

Unterlagen nicht vorgelegt, teilt das Landratsamt

mit. -hr-

Jeder Fehler ist unglaublich dumm,

wenn andere ihn begehen.

Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799)


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 101

in memoriam

Der Bayerische Wald-Verein e.V.

trauert um sein Ehrenmitglied Franz Kuchler,

der am 22. April 2009 im Alter von

97 Jahren in München verstarb. Noch im

März wurde Franz Kuchler von der Sektion

Deggendorf, deren Ehrenvorsitzender

er war, für 60 Jahre Mitgliedschaft

geehrt.

Franz Kuchler war 12 Jahre Kulturreferent

des Hauptvereins und Vorsitzender

des Ausschusses für Kultur und Presse,

er war 25 Jahre Vorsitzender der Sektion

Deggendorf, Ehrenmitglied der Sektion

München.

Der Verstorbene war der Initiator des

Baierischen Mundarttages in Deggendorf

und der Deggendorfer Raunacht, die zum

Jubiläum der Sektion Deggendorf im

vergangenen Jahr eine glänzende Wiederaufführung

in der Deggendorfer Stadthalle

erfuhr.

Still und leise, ganz unverhofft, verließ unser

Ehrenmitglied am 22. April diese Welt.

Er schlief, wie es aus seiner Umgebung

hieß, friedlich im Alter von fast 97 Jahren

ein.

Noch im März konnte ihm die Sektion Deggendorf

bei einem Krankenhausaufenthalt

für 60-jährige Mitgliedschaft danken. Franz

Kuchler erholte sich rasch. So war die Meldung

von seinem Tode, die wir noch in der

Ausgabe 2/2009 unterbringen konnten, für

alle, die ihn kannten und ihm nahestanden,

überraschend.

In seiner Zeit als Vorsitzender der Sektion

Deggendorf wurde von 1966 bis 1968 der

Wiederaufbau des Landshuter Hauses in

die Wege geleitet, zu Ende geführt und die

Stromversorgung gesichert.

Im Jahre 1971 verlieh der Hauptverein

Franz Kuchler die Goldene Verdienstnadel,

1975 den Kulturpreis, 1992 wurde

Franz Kuchler zum Ehrenmitglied des

Bayeri schen Wald-Vereins ernannt.

Franz Kuchler hat sich um den Bayerischen

Wald-Verein verdient gemacht. Wir

werden im stets ein ehrendes Gedenken

bewahren.

Zwiesel, im April 2009

Heinz Wölfl Sepp Oswald

Präsident 1. Geschäftsführender

Vorsitzender

Zum tode von Franz Kuchler

Nach einem feierlichen Requiem in der

Sankt-Martin-Pfarrkirche zu Deggendorf,

zelebriert von seinen Weggefährten BGR

Stud. Rat i. R. Hubert Mayer, ehemals

Expositus von Greising, und Domkapitular

em. Max Huber aus Passau, begleiteten

wir Franz Kuchler auf seinem Weg zur

Beisetzung auf dem Bergfriedhof in Greising.

Fahnen senkten sich und Böller- und Trompetenklänge

ehrten den Verstorbenen. Ansprachen

gab es am Grab, so wie es Franz

Kuchler wünschte, nicht.


Seite 102 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

Seine Tochter Gerlinde sagte im Namen der

Angehörigen „Vergelt’s Gott“ für die letzte

Ehre.

Zum Requiem in der Stadtpfarrkirche Sankt

Martin fand sein Freund, BGR Hubert Mayer,

die richtigen Worte.

Er schilderte den ausgefüllten Lebenslauf

des Verstorbenen. Wir sollten vor allem dankbar

sein, dass wir Franz Kuchler so lange

hatten. „Er hat uns in reichem Maße mit

seinen Talenten und Fähigkeiten begleitet

und beschenkt.“

An der Beisetzung nahmen auch Deggendorfs

Oberbürgermeisterin Anna Eder

und die gesamte Spitze der Wald-Vereinsführung

und viele Sektionsvertreter teil.

-hr-

Beim Bayerwaldtag 1992 in Mauth wurde Franz

Kuchler zum Ehrenmitglied ernannt.

Eine große Trauergemeinde, Fahnenabordnungen und Vertreter des öffentlichen Lebens nahmen an der

Beisetzung auf dem Friedhof in Greising teil. Die Einsegung leitete BGR Hubert Mayer, rechts daneben

Domkapitular Max Huber.


Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 103

Die Sektion Cham trauert um den Chamer

Ehrenbürger Anton Kuchenreuter, der am

15. April im Alter von 85 Jahren verstarb.

Anton Kuchenreuter war eine Chamer Institution,

war 32 Jahre Stadtrat und 6 Jahre

Kreis rat, Mitglied vieler Vereine, ehemals

Präsident des Oberpfälzer Schützenbundes

und Gauschützenmeister. Der Deutsche

Schützenbund ernannte ihn zum Ehrenmitglied

und 1988 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz

am Bande ausgezeichnet.

Mit Anton Ku chenreuter verbindet sich jedoch

in besonderer Weise das Handwerk der

Büchsenmacherei. Schon seit 1640 wird in

der Familie dieses Handwerk ausgeübt.

Einen besonderen Verlust erlitt die Sektion

Cham mit dem Tod der engagierten Schriftführerin

Frieda Fleischmann, die am 3. Juni

im Alter von 74 Jahren verstarb. Zusammen

mit ihrem Ehemann Georg war sie für die

Öffentlichkeitsarbeit der Sektion verantwortlich.

Mit der Verstorbenen verliert die Sektion

Cham ein pflichtbewusstes Vorstandsmitglied,

ihre Lücke wird schwer zu füllen sein.

-hr-

Im April verstarb in Straubing der Fotograf

und Lehrer Bruno Mooser im Alter von 83

Jahren. Der in Tettenweis geborene Verstorbene

war einer der führenden und bekann-

testen Landschafts- und Porträtfotografen in

Ostbayern. Seine Werke fanden Eingang in

eine Reihe großartiger Bildbände oder als

Illustrationen, wir nennen hier nur den Bildband

„Hol über … “.

Der Bayerische Wald-Verein ehrte Mooser im

Jahre 2001 mit dem Kulturpreis zum Bayerwaldtag

in Straubing.

Zum Gedenken

Vor 100 Jahren wurde Oskar Langer,

1. Geschäftsführender Vorsitzender des Bayerischen

Wald-Vereins von 1968 bis 1972,

geboren. Oskar Langer (Zwiesel) machte sich

auch als Maler einen Namen, er starb überraschend

am 5. September 1972.

Vor zehn Jahren, am 29. November 1999, verstarb

sein Nachfolger im Amt, Dr. Raimund

Schuster aus Zwiesel. Zum Bayerwaldtag

1979 wurde Dr. Raimund Schuster, ein anerkannter

Fachmann der Hinterglasforschung,

mit dem Kulturpreis des Bayerischen Wald-

Vereins geehrt. Seine Hinterglasforschungen

sind immer noch Status und seine Aufsätze

und Bücher Standard.

An die beiden verdienten Wald-Vereinler sowie

auch an den im Jahre 1999 verstorbenen

Paul Friedl, genannt „Baumsteftenlenz“,

Kulturpreisträger des Bayerischen Wald-Vereins

im Jahre 1972, erinnern Totenbretter bei

der Anlage an der Falkensteinkapelle. -hr-

An drei verdiente Wald­Vereinspersönlichkeiten erinnern Totenbretter an der Falkensteinkapelle.


Seite 104 Der Bayerwald Ausgabe 3/2009

† Das Totenbrett †

Bad Kötzting

Viktor Hub

Charlotte Graßl

Bischofsmais

Franz Dankesreiter

Franziska Loibl

Dietrich Neuhaus

Margarethe Stummelreiter

Karl Wöß

Büchelstein

Michael Eginger

Max Zitzelsberger

Hugo Lohmüller

Georg Stetter

Gottlieb Weinmann

Xaver Mader

Ebersberg

Hubert Seidl

Elfriede Lehmann

Josef Bauer

Maria Kapfhammer

Georg Lang

Eva­Maria Palinski

Michael Lindinger

Willi Gotzl

Otto Harant

Furth im Wald

Anna Pongratz

Alois Sperl

Geiselhöring

Franziska Keufl

Franz Matejka

Hedwig Bernloher

Hildegard Schlag

Kirchberg im Wald

Josef Friedrich

Xaver Weinmann

Alfred Weiß

Landshut

Therese Nehr

Leopoldsreut

Hermann Madl

Reinhold Paster

Lam

Klaus Schniering

Ottilie Frisch

Rosemarie Koch

Wolfgang Roßbauer

Mitterfels

Rosa Schraml

Georg Krickl

H.H. Ludwig Prambs

Wir wollen unseren verstorbenen Mitgliedern

ein ehrendes Gedenken bewahren.

Neukirchen b. Hl. Blut

Franz Eckl

Michael Weber

Neu-ulm

Robert Miller

Passau

Gerda Henschker

Konstanze Güll

Dieter Wetterkamp

Rosa Hochleitner

Peter Kohlbauer

Anni Wirthensohn

Regen

Erika Biller

Josef Lackerbeck

Heinrich Römhild

Michael Weiß

Sankt Englmar

Stefan Eckl

Klara Pielmeier

Dr. Volker Hermann

Spiegelau

Herbert Schießl

Michael Hobelsberger


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