Der Bayerwald - Bayerischer Wald Verein

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Ausgabe 3/2009 Der Bayerwald Seite 37

Nach Kreuzberg – nicht nur der Aussicht wegen

Von Dr. Peter Dillinger, Freyung

Von welcher Seite man sich der Stadt Freyung

auch nähert – an der auffälligen Silhouette

von Kreuzberg kommt man nicht vorbei –, zu

auffällig ist dieser Höhenbuckel mit seinem

Dorf, das er trägt und ebenso auffällig dessen

Kirchturm wiederum, der einer spitzen Nadel

gleich in den Himmel ragt. Es ist ein selten

geglücktes Ensemble aus Landschaft, dörflicher

Idylle und sakraler Kunst. Der Ort birgt

eine Wallfahrtskirche mit dem Patrozinium

St. Anna – wohl eine der ältesten Annen-

Wallfahrten Deutschlands, wenngleich es

heute darum recht ruhig geworden ist.

Um das Jahr 1300 war das Land hier dem

Wald entrissen worden und mit jenen Rodungen

entstand auch die landschaftsbestimmende

Flureinteilung mit radiär bergwärts

„strebenden“ Rainstreifen, welche unserem

Der spitze Kirchturm von Kreuzberg – ein weithin sichtbares Wahrzeichen.

Waldhufendorf eine unverwechselbare Charakteristik

verleihen. Wer diesen Bergkegel

ersteigt, kann freie Sicht auf einen Kranz von

Bergen genießen: Rachel, Lusen, Almberg,

Haidel, Madlberg, Brotjacklriegel und der

Geyersberg stehen im Rund.

Kapellen-Kleinode

Der Dorfplatz strahlt eine beschauliche Ruhe

aus; als der Ort vor Jahrhunderten noch Ziel

vieler Wallfahrer war, mag dies anders gewesen

sein. Im Mittelalter war Kreuzberg

lange Zeit auch Maut-„Inkasso“-Stelle am

sogenannten Goldenen Steig gewesen, einem

Salzhandelssteig, der nach Bergreichenstein

im Böhmerwald verlief. 1354 hatte Kreuzberg

das Marktrecht erhalten, später (im 16. Jahrhundert)

dann aber an Freyung verloren, jene

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