magazin - bei Dachser

dachser

magazin - bei Dachser

AUSGABE 2/2011

magazin

DIE WELT DER INTELLIGENTEN LOGISTIK

DIE VERMESSUNG DES ERFOLGS

Logistik-Dienstleistung neu bewertet

ÖKOLOGIE

Umweltmanagement

für eine neue Zeit

FOOD LOGISTICS

Wohltemperierte

Klaviatur für Österreich


MOMENTAUFNAHME

„Ein sorgsamer Umgang mit Boden

und Natur, langsames Wachstum

bei angemessenen Erträgen –

so erntet man die besten Früchte.“

Bei der Auswahl seiner Zutaten und Weine setzt

Beat Caduff ausschließlich auf nachhaltigen, zumeist

bio-dynamischen Anbau. Sich selbst bezeichnet

der Züricher Spitzengastronom als die Steigerung eines

„Qualitäts-Maniac“. Was nicht hundertprozentig

passt, kommt in „Caduff’s Wine Loft“ hundertprozentig

nicht in die Küche.

F

www.wineloft.ch

02 DACHSER magazin


FORUM

Menschen und Märkte: 04

Forschung für eine nachhaltige Entwicklung in

der Logistik. Dazu die Kennzahlen von Dachser

und ein Hoch auf die Europalette

Dachser im Dialog: Starke Frauen. Bernhard

Simon trifft Marie-Christine Ostermann 08

NETZWERK

Südafrika: Zukunftsweisendes

Joint Venture am Kap der Guten Hoffnung 10

DEUTSCHLAND IM FOKUS 13

Ausbau des Netzwerks

Dachser Intelligent Care: Auf zum MESSAGE!-Day

Tag der Logistik: Blick hinter die Kulissen

KOMPETENZ

Ökologie: Wie Dachser Nachhaltigkeit mit

professionellem Umweltmanagement verbindet 12

Distributionslogistik: Innovatives von

Durable für Büroorganisation weltweit 17

Food Logistics: Neue Netzstrukturen für

Im- und Exporte von und nach Österreich 24

TITEL

Erfolgsmessung: Dachser-Wege, um logistische

Dienstleistungen messbar zu machen 18

Scrapbook:

Gute Nachrichten und großes Gewinnspiel 27

Impressum

FOX AWARDS

W W W .CPWISSEN.DE

Gold für das

DACHSER magazin bei

den FOX AWARDS 2011,

den ersten Effizienz-Awards

für Corporate Publishing

08

10

12

24

INHALT

Herausgeber: Dachser GmbH & Co. KG, Memminger Str. 140, D – 87439 Kempten, Internet: www.dachser.com Gesamtverantwortlich: Dr. Andreas Froschmayer Redaktionsleitung:

Jörn Erdmann, Tel.: +49 831 5916-1421, Fax: +49 831 5916-8-1421, E-Mail: joern.erdmann@dachser.com Redaktion: Daniela Himmel, Petra Hunger, Martin Neft, Aljoscha Kertesz, Christian Weber

Gestaltung: Ralph Zimmermann Verlag: Burda Creative Group GmbH, Konrad-Zuse-Platz 11, 81829 München, Tel.: 089 30620-0, Fax: -100 Geschäftsführung: Dr.-Ing. Christian Fill Projekt-

leitung Burda Creative Group GmbH: Marcus Schick Bildnachweis: alle Fotos Dachser, außer wineloft (S. 2), Durable (S. 17), iStock (S. 1, 3, 4, 5, 10, 11, 14, 15, 18, 19, 22, 23, 27), Fotolia

(S. 4, 5, 7, 27), Sabine Lubenow Look (S. 11), Thorsten Jochim (S. 3, 5, 12, 23), Brummer (S. 24, 25, 26), Illustration: Ralph Zimmermann (S. 9) Druck: AZ Druck und Datentechnik GmbH,

87437 Kempten Auflage: 38.000/52. Jahrgang Erscheinungsweise: 4 x im Jahr Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch. Das DACHSER magazin wird auf LuxoSatin Papier gedruckt,

das den PEFC-Standards fur schonende Waldwirtschaft entspricht.

DACHSER magazin 03


FORUM: MENSCHEN & MÄRKTE

Ausgerechnet das gefährlichste Raubtier der Meere hilft der Schifffahrt,

Sprit zu sparen. Klingt unglaublich, ist aber schon Realität.

Wissenschaftler am Bionik-Innovations-

Centrum der Hochschule Bremen haben

nach dem Vorbild der Haihaut eine toxidfreie

Oberflächenbeschichtung entwickelt,

die wirksam gegen den Bewuchs von Schiffswänden

helfen soll. Vor allem dem im Meer

zwangsläufigen organischen Aufwuchs durch

Seepocken, Miesmuscheln und Algen bietet

das Team um Professor Antonia Kesel damit

nun wirksam Paroli.

Bei dem aus dem Tierreich abgeschauten

Antifouling geht es um richtig viel Geld:

Bereits mit einer Besiedelungsschicht von

wenigen Zehntel Millimetern erhöhen die

„blinden Passagiere“ den Reibungswiderstand

von Schiffsrümpfen dramatisch und verursachen

zusätzliche Energiekosten von bis zu 30

Prozent. Und dies schlägt kräftig zu Buche.

Leuchtsignale

04 DACHSER magazin

Schifffahrt

Hai-Rat

gegen Miesmuscheln

Der tägliche Treibstoffbedarf eines Containerschiffes

der Pa namax-Klasse mit etwa 300

Metern Länge beträgt 180 Tonnen. Das sind

63.000 Dollar pro Tag, Tendenz steigend.

Seit 2003 sind giftige TBT-haltige Schiffsanstriche

verboten. Das Gebot der Stunde sind

daher ökologisch verträgliche Schutzschichten

für die Schiffskörper. Deshalb nun die Anleihe

beim Hai – erste Produkte für die Sportschifffahrt

sind bereits auf dem Markt erhältlich.

Großtechnische Verfahren durchlaufen darüber

hinaus die industrielle Erprobung und stehen

kurz vor der Markteinführung.

Mehr über bionisches Antifouling

F lesen Sie hier

http://bionik.fbsm.hs-bremen.de

Etwa ein Drittel aller Lkw-Unfälle ereignet sich bei ungünstigen Witterungsbedingungen,

Dämmerung und Dunkelheit. Wissenschaftliche Untersuchungen

haben gezeigt, dass sich mit retroreflektierenden Konturmarkierungen

die Unfallzahlen um bis zu 29 Prozent verringern lassen. „Unsere

Trailer fahren daher bereits mit den Konturmarkierungen, über 60 Prozent

der Wechselbrücken sind ebenfalls damit ausgestattet“, sagt Cornelia Blenk,

zuständig für das Flottenmanagement Nutzfahrzeuge innerhalb der Abteilung

Technik-Mobilien bei Dachser. Jetzt werden die Reflektoren Pflicht.

Ab 10. Juli tritt die UN ECE R 104-Regel nach europäischem Recht für

schwere und lange Fahrzeuge und ihre Anhänger in Kraft.


FORSCHUNG

Sarah Tausend ist seit 2007

bei Dachser und gehört hier zum

Kompetenzteam Umweltmanagement

(siehe auch S. 12)

Ökologie

Carbon Footprint und mehr

Seit Dezember 2010 vertritt Sarah

Tausend Dachser im DIN-Ausschuss

zur CO2-Norm. Mit dem DACHSER

magazin sprach sie über die Wege

zur Entwicklung einer europäischen

Norm zur Messung des Energieverbrauchs.

Frau Tausend, womit befassen Sie sich im

DIN-Ausschuss?

Im Mittelpunkt steht das Erarbeiten einer

Leitlinie zur konkreten Berechnung der CO 2-

Emissionen bei Güter- und Personentransporten.

So sollen Reportings von Unternehmen

über ihren Carbon Footprint vergleichbar und

transparent gemacht werden. Bisher konnte

hier im Grunde jeder nach eigener Fasson

Berechnungen aufstellen. Das Ergebnis: Es

wurden meist Äpfel und Birnen miteinander

verglichen. Gesetzliche Regulative haben so

keine tragfähige Basis. Der Nutzen des CO 2-

Fußabdrucks für Unternehmen und Kunden

ist zweifelhaft.

In welchen Bereichen sucht der DIN-Ausschuss

nach besserer Vergleichbarkeit?

Wir suchen nach einheitlichen Regelungen etwa

für die Bestimmung von Entfernungen im

Luft- und Seeverkehr, Berechnungsverfahren

für Sammel- und Verteilerverkehre, die Berücksichtigung

von Lkw-Leerfahrten oder die

Emissionsfaktoren für Biokraftstoffe.

Inwieweit wirkt die Arbeit des deutschen

Arbeitskreises über die Grenzen hinweg?

Die CO 2-Problematik macht nicht an Grenzen

halt. Es geht dem DIN-Ausschuss daher auch

um die Entwicklung einer europäischen Norm

zur Messung des Energieverbrauchs und der

Treibhausgasemissionen bei Transportdienstleistungen

durch das European Committee for

Standardization, CEN. Hier sind die internationalen

Normungsprozesse in vollem Gange.

Was verspricht sich Dachser von diesem

Engagement?

Neben der gesellschaftlichen Verantwortung

geht es uns um die Verbesserung und Entwicklung

unserer Prozesse in Bezug auf das CO 2-

Management. Dachser hat aber nicht nur CO 2

im Blick. Uns geht es darüber hinaus auch um

die anderen Treibhausgasemissionen, wie Rußpartikel

oder Stickoxide. Wir wollen diese Größen

in die Diskussion mit einbringen.

Wann wird der DIN-Ausschuss mit einem

Ergebnis aufwarten?

Bis Ende 2012 wird die Norm voraussichtlich

veröffentlicht.

DACHSER magazin 05


FORUM: MENSCHEN & MÄRKTE

Logistikmarkt

Im Rekordtempo auf Wachstumskurs

2010 erzielte Dachser herausragende Zahlen. Der Sprecher der Dachser-Geschäftsführung

Bernhard Simon im Gespräch über Märkte und Chancen 2011.

Herr Simon, die Krise ist

überwunden, die Zeichen der

Wirtschaft stehen wieder auf

Wachstum. Auch bei Dachser?

2010 konnte Dachser den Umsatz

um 19 Prozent auf 3,8

Milliarden Euro steigern, das ist

der beste Wert in unserer Firmengeschichte.

Die Zahl der

Sendungen stieg um elf Prozent

auf 46,2 Millionen, die transportierte Tonnage

um 21 Prozent auf 35,5 Millionen Tonnen.

Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Zahl

der Mitarbeiter um zehn Prozent auf 19.250.

Was bedeuten diese Zahlen im Wettbewerb?

Mit diesem Umsatzsprung um insgesamt 600

Millionen Euro liegen wir wieder über dem

Branchendurchschnitt. Laut Datamonitor

betrug das Wachstum in der Logistik in

Deutschland zwischen fünf und sechs Prozent.

Welches sind die wichtigsten Wachstumstreiber?

Im Geschäftsfeld Dachser European Logistics,

also den europäischen Landverkehren,

verzeichneten wir ein Plus von zehn Prozent.

Der Umsatz 2010 betrug 2,4 Milliarden

Euro nach 2,18 Milliarden ein Jahr zuvor.

06 DACHSER magazin

Bernhard

Simon

Der eigentliche Wachstumsmotor

war jedoch 2010 das

Geschäftsfeld Dachser Air &

Sea Logistics, wo wir den

Umsatz von 560 Millionen auf

940 Millionen Euro steigerten.

Das entspricht einem prozentualen

Wachstum von 68 Prozent.

Unsere größte Stärke

besteht darin, dass wir die beiden

Geschäftsfelder European

Logistics und Air & Sea Logistics auf das

engste miteinander verzahnen.

Was ist neu in diesem Jahr?

Im Mittelpunkt unserer Netzwerkentwicklung

steht das neue System mit drei Euro-

Hubs. Neben dem seit 2002 bestehenden

Euro-Hub in Überherrn bei Saarbrücken

kommen Bratislava und

Clermont-Ferrand dazu. Sie sorgen

dafür, dass die Sendungen bis zur

Zustellniederlassung nur ein- oder

maximal zweimal umgeschlagen werden

müssen. Dies bedeutet einen

erheblichen Fortschritt bei der Auslastung

der Transportkapazitäten und

kürzere Laufzeiten. Wir optimieren

also unsere ökonomische und ökologische

Effizienz.

Wie hoch ist das Investitionsvolumen?

Wir werden über die nächsten fünf Jahre

etwa 1,3 Milliarden Euro investieren, und das

aus dem laufenden Cash-Flow. 2011 planen

wir mit Nettoinvestitionen von 210 Millionen

Euro, das sind 86 Millionen mehr als im

vergangenen Jahr. Dabei geht es uns vornehmlich

um den Ausbau unseres Logistik -

netzwerks in Europa und der Welt und dabei

insbesondere um die Erweiterungen unserer

Niederlassungen. Das alles dient einer übergeordneten

Mission: Wir wollen die weltweit

intelligenteste Kombination und Integration

logistischer Netzkompetenzen schaffen und

so die Logistikbilanz unserer Kunden optimieren.

Kurz notiert

Als einziger Logistikdienstleister ist

Dachser ins „Lexikon der Deutschen

Weltmarktführer“ aufgenommen

worden. In dem 697 Seiten starken Werk

präsentieren sich erstmals rund 800

deutsche Weltmarktführer, die durch

Erfindungsreichtum, Kreativität, Flexibilität

und Prozess-Exzellenz glänzen.


DACHSER IN ZAHLEN

3,8

3,8 Milliarden Euro

Umsatz

46,2 Mio

transportierte Sendungen

35,5

35,5 Mio t.

Gesamtgewicht

310

310 Standorte weltweit

19.250 Mitarbeiter

weltweit

1.750

1.750 neue Arbeitsplätze

Die Kennzahlen des Jahres 2010 bilden

das Fundament für ein weiteres robustes

Wachstum im laufenden Geschäftsjahr

Transportträger

Bretter, die

die Welt bedeuten

FORUM: MENSCHEN & MÄRKTE

Die Europalette schreibt Geschichte. Seit 50 Jahren prägt der

Holzladungsträger millionenfach die Transportlogistik in Europa.

Standards schaffen Verlässlichkeit. Dass die EU-Palette genau damit punkten kann, dafür

sorgt die UIC-Norm 435-2. Sie beschreibt exakt Aufbau, Maße, Bestandteile sowie Tragfähigkeit

des Trägermediums. Diese Kennzeichnung wird von der EPAL, der European Pallet

Association, kontrolliert und überwacht. Die Qualität der Paletten wird von der SGS (Société

Générale de Surveillance) kontrolliert, einer weltweit unabhängigen Prüfgesellschaft,

die unangemeldet Stichproben nimmt.

Dachser hat allein im Jahr 2010 zirka 45 Millionen EU-Paletten im Netzwerk bewegt“, sagt

Thomas Jäger, Fachbereichsleiter Behälter und Gefahrgutmanagement bei Dachser. „Allen

Beteiligten in der Prozesskette muss daher bewusst sein, dass nicht nur ein Stück Holz transportiert

wird, sondern damit ein erheblicher monetärer Wert verbunden ist.“ Die mehrmalige

Nutzung sei daher sowohl aus ökonomischer wie auch ökologischer Sicht sinnvoll.

Holz mit Dimension: die Europalette

Die Einsatzgebiete der Paletten sind heute vielfältig und werden den Prozessen immer wieder

angepasst, zum Beispiel im Hochregallager, bei der Doppelstockverladung oder im Zusammenspiel

mit automatischen Förderanlagen. Weil die Qualitätsanforderungen an den robusten

Ladungsträger stetig steigen und die entstehenden Kosten des Packmittel-Tauschs

nicht gleichmäßig von allen Beteiligten der Wertschöpfungskette (Industrie, Logistik und

Handel) getragen werden, unterzieht der unabhängige Dienstleister GS1 Germany die Palettenwirtschaft

seit Ende 2009 einer umfassenden Analyse der Qualitätseinstufungen und

Tauschsysteme. Beteiligt sind an diesem Projekt sowohl Vertreter von verschiedenen Industrie-

und Handelsunternehmen als auch Logistikdienstleister, darunter Dachser. Ein Ergebnis

steht schon jetzt fest: An der Europalette führt ein halbes Jahrhundert nach ihrer Einführung

kein Weg vorbei.

DACHSER magazin 07


FORUM: DACHSER IM DIALOG

Bernhard Simon trifft ...

Marie-Christine Ostermann

Was zählt ist die Qualität, nicht die Quote: Die Bundesvorsitzende

des Verbandes „Die Jungen Unternehmer“ Marie-Christine Ostermann

im Gespräch mit dem Sprecher der Dachser-Geschäftsführung

über Frauen in Führungspositionen.

hh Frau Ostermann, Frauen in Top-Positionen

von großen Unternehmen sind

noch immer in der Minderheit. Wie steht

es um die Emanzipation?

Marie-Christine Ostermann: Es steht

nicht schlecht um die Emanzipation, da bin

ich ganz zuversichtlich. Besonders in Familienunternehmen.

Bei den Mitgliedsunternehmen

in unserem Verband „Die Jungen

Unternehmer“ sind bereits bis zu 25 Prozent

der Chefposten von Frauen besetzt. Das ist

schon jetzt eine sehr gute Entwicklung.

hh Warum setzen sich Frauen besonders

in Familienunternehmen durch?

M.-C. Ostermann: Weil es hier oft einen

besonders guten Draht zur Führungsebene

gibt. Direkte Kommunikation schafft für viele

Frauen die Basis, Familie und Beruf mit-

einander zu verbinden und individuelle Lösungen

für den Karriereweg zu finden.

hh Herr Simon, Logistik ist in den Führungsetagen

noch immer überwiegend

Männersache. Was hielt und hält Frauen

eigentlich bislang davon ab?

Bernhard Simon: Für Frauen war die Logistik

lange nicht die erste Wahl auf dem

Arbeitsmarkt. Da sahen sie auch den Weg

nach oben für sich nicht klassisch vorgezeichnet.

Aber mittlerweile drängen sie zunehmend

in die Ausbildungsberufe, und

immer mehr weibliche Hochschulabsolventen

interessieren sich für unsere Branche.

M.-C. Ostermann: Junge Frauen haben

heute oft hervorragende Abschlüsse, können

richtig Gas geben und hängen dabei oft ihre

männlichen Altersgenossen ab. Es geht nun

darum, dass sie sich mehr für Studienfächer

08 DACHSER magazin

interessieren, die ihnen den Weg auch in die

Führungsetagen bahnen. Wenn man Kunstgeschichte

studiert, kommt man nicht so

schnell auf den Chefsessel. Da muss man

schon eher Ingenieurin werden und die sogenannten

MINT-Fächer – Mathematik,

Informatik, Naturwissenschaften, Technik –

studieren. Hier versuche ich als Betriebswirtin,

Unternehmerin und Vorsitzende des

Verbandes „Die Jungen Unternehmer“ mit

gutem Beispiel voranzugehen und zu zeigen,

dass es auch Spaß machen kann, sich

mehr mit Zahlen zu beschäftigen.

hh Müssen Frauen einfach nur die besseren

Männer sein?

B. Simon: Das wäre gewiss der falsche Weg.

M.-C. Ostermann: Für mich wäre dies nie

in Frage gekommen. Ich bin eine Frau, ich

bin weiblich und stehe auch dazu. Es kommt

darauf an, authentisch zu sein, Rückgrat zu

haben und sich durchzusetzen. Fest steht aber

auch: Frauen können genauso gut wie Männer

ein Unternehmen führen. Es macht keinen

Sinn, diese Qualität pauschal nur dem

einen oder anderen Geschlecht zuzuweisen.

hh Was ist vor diesem Hintergrund von

Quoten zu halten?

M.-C. Ostermann: Ein Unternehmer muss

die Freiheit haben zu entscheiden, wen er

einstellt. Das kann die Politik nicht übernehmen.

Die Frauenquote ist definitiv der

falsche Weg. Aufgabe der Politik sollte sein,

gute Rahmenbedingungen für familienfreundliche

Arbeitsplätze zu schaffen. Das

heißt: Kindertagesstätten, Ganztagsschulen

und andere Betreuungsangebote. Damit ist

sowohl den Arbeitnehmern als auch den Firmen

geholfen. Eine ausschließlich politisch

motivierte Quote hilft niemandem.

B. Simon: Wir brauchen statt einer Frauenquote

eine ganz tiefe gesellschaftliche

Diskussion, wohin unser Weg führt. Das

fängt schon am Arbeitsplatz an. Auch unter

Kollegen sollten das Bild und die Rolle der

Frau ein Thema sein. Wichtig ist dabei nicht

über Frauen zu reden, sondern mit ihnen.

Was wollt ihr auf eurem Berufsweg erreichen?

Ich habe oft schon sehr talentierten Mitarbeiterinnen

gegenüber gesessen, die mir eröffneten,

dass sie sich künftig ausschließlich

Die Frauenquote ist definitiv der falsche Weg. Aufgabe

hh der Politik sollte sein, gute Rahmenbedingungen für

familienfreundliche Arbeitsplätze zu schaffen Marie-Christine Ostermann

der Familie widmen und die Karriere an den

Nagel hängen wollten. Eltern, Freunde und

das ganze Umfeld hätten ihnen zu verstehen

gegeben, dass sie andernfalls Rabenmütter

wären. Sie wollten sich nicht als egoistische

Karrierefrauen abstempeln lassen. Hier sind

Unternehmen gefordert, in die Kommunikation

einzusteigen und den jungen Frauen,

wo möglich, den Druck zu nehmen, der auf

ihnen lastet.


ZUR PERSON

Marie-Christine

Ostermann

ist geschäftsführende Gesellschafterin

des Lebensmittelgroßhandels

Rullko Großeinkauf GmbH & Co.

KG im westfälischen Hamm. Die

33-Jährige leitet das 1923 gegründete

Familienunternehmen gemeinsam

mit ihrem Vater Carl-Dieter

Ostermann. Rullko beliefert Großküchen

von Krankenhäusern und

Altenheimen, macht 75 Millionen

Euro Umsatz im Jahr und beschäftigt

150 Mitarbeiter. Seit November

2009 ist Marie-Christine Ostermann

Bundesvorsitzende des Verbandes

„Die jungen Unternehmer“, einem

Forum für junge Familienunternehmer

und Eigentümerunternehmer

bis 40 Jahre.

Bernhard Simon

traf Marie-Christine Ostermann am

Rande der transport logistic-Messe

in München, wo gerade der „Cheftag“

auf der Agenda stand. Dabei

gefiel dem Sprecher der Dachser-

Geschäftsführung, dass viele junge

Frauen an den Dachser-Stand

gekommen waren, um sich über

Karrierechancen in der Logistik zu

informieren. Ein perfekter Einstieg

für ein intensives Gespräch über

Frauen in Führungspositionen.

Immer mehr Frauen

übernehmen Führungspositionen

hh 14-Stunden-Tag, von einem Meeting

ins nächste, Jetsetten in der Welt – passen

Begriffe wie „Teilzeit“ und „Homeoffice“

in den Erwartungshorizont einer

modernen Führungskraft mit Sinn für

Familie?

B. Simon: Warum sollten Frauen mit Familie

nicht auch einen 14-Stunden-Tag machen

können? Aber eben nicht an jedem Tag in der

Woche. Schwierig wird es, wenn Führungs-

kräfte mit der Erwartungshaltung antreten,

in beidem, also Familie und Beruf, immer

ausschließlich exzellent sein zu wollen. Das

geht nicht. Dann kommt nur Mittelmäßigkeit

und am Ende große Unzufriedenheit

heraus. Wir werden die Anforderung an eine

Führungskraft nicht herunterschrauben, sondern

vielmehr gemeinsam nach intelligenten

Lösungen suchen, wie sich Aufgaben zeitlich

differenziert gestalten lassen. So könnten sich

Familien zusammentun, um bei Bedarf auch

mal die Betreuung des jeweils anderen Kindes

mit zu übernehmen. Es kommt darauf an,

seine knappe Zeit sehr genau zu planen und

die Aufgaben voneinander abzugrenzen. So

wird die erlebte Zeit insgesamt wertvoller,

im Job genauso wie in der Familie.

M.-C. Ostermann: Zum Erfolg gehört

auch, dass wir als Gesellschaft insgesamt

etwas gelassener werden, auch mal Fünfe

gerade sein lassen und uns hin und wieder

sagen: Ich bin auch nur ein Mensch.

B. Simon: ... und diese Haltung auch von

anderen Menschen so einfordern. Das gehört

zum authentisch Sein und Leben. In

unserer Hauptniederlassung in Kempten haben

wir einen relativ hohen Frauenanteil und

fördern diesen auch bewusst. Weil wir hier

nicht im Schichtbetrieb arbeiten, können wir

mit flexiblen Arbeitsplätzen planen. Deswegen

haben wir auch eine Kinderkrippe

eingerichtet, damit Mütter mit kleinen Kindern

Arbeit und Familie in Einklang bringen

Wir brauchen statt einer Frauenquote eine ganz

hhtiefe gesellschaftliche Diskussion, wohin unser Weg

führt. Das fängt schon am Arbeitsplatz an Bernhard Simon

können. Ein erfreuliches Ergebnis: Die Geburtenrate

in unserem Unternehmen ist

zuletzt gestiegen. Daran kann man einmal

mehr sehen, dass die bevölkerungs- und arbeitsmarktpolitischen

Ziele erreicht werden,

wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

hh Frau Ostermann, wer ist eigentlich

Ihre persönliche „Heldin“ unter den

Frauen in Führungspositionen?

M.-C. Ostermann: All die Frauen, die

authentisch und selbstbewusst ihren eigenen

Weg gehen. Wie die Aufsichtsratsvorsitzende

des Henkel-Konzerns Simone Bagel-

Trah: Sie macht einen Top-Job, ist zweifache

Mutter und dabei immer ganz sie

selbst. Ein Beispiel, das sehr viel Mut macht.

q

Warum Zielorientierung auf der

Erfolgsleiter nicht alles ist, lesen Sie

in der Langversion des Gesprächs unter

www.dachser.com/diskussion

DACHSER magazin 09


NETZWERK: SÜDAFRIKA

An der Schwelle

zur Zukunft

Dachser baut sein interkontinentales Netzwerk

in Südafrika aus. Damit ist der Logistiker in einem

Schwellenland vertreten, das auf der logistischen

Weltkarte immer bedeutsamer wird.

hIn Südafrika liegt das Kap der Guten

Hoffnung. Auch für Hartmut Duve.

1979 wagte er rund tausend Kilometer nördlich

davon in Johannesburg einen Neustart

und eröffnete unter dem Namen Jonen

Freight Pty. Ltd. eine kleine Spedition. Er

war kurz zuvor von Hamburg nach Südafrika

ausgewandert. In ein Land der Umbrüche,

der politischen und wirtschaftlichen

Umwälzungen. Die Apartheid und die damit

verbundene internationale Isolation stand

zur Disposition und endete 1994 nach einer

Detlev Duve,

Geschäftsführer Jonen

Freight Pty. Ltd.

10 DACHSER magazin

Phase der Verständigung mit einem Regierungswechsel.

Parallel zur südafrikanischen

Wirtschaft begann auch die Spedition langsam

zu wachsen. „Als ich 1995 ins Unternehmen

meines Vaters einstieg, hatten wir

bereits zehn Mitarbeiter“, erinnert sich Jonen-Geschäftsführer

Detlev Duve. Mit der

Demokratisierung verbesserten in dieser Zeit

breit angelegte makroökonomische Reformen

die Wettbewerbsfähigkeit des Landes

und kurbelten die Wirtschaft an. Jonen

Freight eröffnete 1997 ein Büro in Kapstadt

Mit Dachser zu

hh einem weltweit inte-

grierten Logistiknetz Detlev Duve

AUSSENANSICHTEN

„So ein schönes Land, das gesegnet

ist mit Großartigem: Natur,

Wildnis, Wein und spektakulären

Menschen, die teilweise von weit

her kommen.“

Pia Grønlund, Freight forwarder, Dachser ASL

Denmark

„Südafrika verbinde ich mit Robben

Island und Nelson Mandela, der

von dort aus erfolgreich gegen

Rassismus kämpfte.“

Mireille Rubens, Tendermanagement Dachser

Netherlands

„Das erste woran ich bei Südafrika

denke, ist die Fußballweltmeisterschaft

mit Shakira

und ihrer herrlichen WM-Hymne.“

Andrea Gonzalez, Operations Supervisor,

Dachser Chile S.A.

und sieben Jahre später eine weitere Niederlassung

in Durban.

Heute beschäftigt das Unternehmen 133 Mitarbeiter.

Im Februar dieses Jahres unterzeichnete

die Familie Duve den Vertrag für

ein Joint Venture mit dem internationalen

Logistikunternehmen Dachser. „Durch diese

Integration können wir unseren Kunden


künftig wesentlich mehr als nur regionale

Kompetenz bieten. Mit Dachser verschaffen

wir ihnen Zugang zu einem weltweit integrierten

Logistiknetz“, betont Detlev Duve.

Wichtiger Knotenpunkt

Internationalität ist am Kap inzwischen von

zentraler Bedeutung. „Für uns und viele

unserer weltweit agierenden Kunden ist

Südafrika ein bedeutender Markt und ein

Südafrikanische Häfen öffnen Tore zu attraktiven Märkten

wichtiger internationaler Knotenpunkt“, sagt

Thomas Reuter, Geschäftsführer Air & Sea

Logistics bei Dachser. Fast alle deutschen

Großunternehmen hätten in Südafrika Niederlassungen,

die den südlichen Teil Afrikas

beliefern, da das Land als Drehscheibe für

die angrenzenden Länder dient.

Seit 1999 legt die Wirtschaft mit Ausnahme

des Krisenjahres ununterbrochen zu und erreicht

eine durchschnittliche Wachstumsrate

von vier Prozent. Größter Wachstumstreiber

sind die natürlichen Ressourcen, die

fast 78 Prozent des Exports ausmachen.

Dieser findet zu 96 Prozent auf dem Seeweg

statt. Daher spielen die sieben Handelshäfen,

allen voran Durban, Port Elizabeth und

Kapstadt, eine Schlüsselrolle beim Handel

zwischen Südafrika und den Partnern im

südlichen Afrika. Sie sind zudem Dreh- und

Angelpunkte für den Handel mit Europa,

Asien, Nord- und Südamerika und der Ostund

Westküste Afrikas.

Integration fördert Wachstum

Die Häfen sind mit einem großflächigen

Schienennetz verbunden, das auch Anschluss

an die aufstrebenden afrikanischen Märkte

südlich der Sahara gewährleistet. Darüber

hinaus ist das Land mit zirka 754.000 Straßenkilometern

erschlossen, 9.600 Kilometer

davon sind befestigte Nationalstraßen. „Bei

den Warenströmen erwarten die Kunden zu

einem guten Preis den besten Service“, erklärt

Duve. Moderne Logistikdienstleister müssten

dabei auch am Kap inzwischen mehr bieten

als den reinen Warentransport. „Es wird

ein ganzheitliches Versorgungskettenmanagement

erwartet.“ Über die Mehrheitsbetei-

NETZWERK: SÜDAFRIKA

IM STENOGRAMM

Republik Südafrika

Fläche: 1.219.912 km 2

Bevölkerung: 49,3 Millionen

Hauptstadt: Pretoria

Wirtschaft: Bergbau, Dienstleistungen,

Weinbau, Tourismus,

Automobilindustrie

Exportgüter: Gold, Silber, Diamanten,

Platin, Rhodium, Palladium,

Kohle, Wein und Agrarprodukte

ligung von Dachser an der Jonen Freight Pty.

Ltd. wollen beide Familienunternehmen ihre

Aktivitäten auf dem attraktiven südafrikanischen

Markt künftig weiter ausbauen. „Durch

die Integration unseres Joint-Venture-

Partners ins Dachser-Netzwerk können wir

Bestands- und Neukunden bessere Dienstleistungen

anbieten“, kündigt Reuter an.

Darüber hinaus hat er aber auch eine andere

Entwicklung im Auge: Kürzlich wurde

Südafrika in den Club der Elite der Schwellenländer

„BRIC“ (Abkürzung für Brasilien,

Russland, Indien und China) aufgenommen

– BRICS nennt sich die Gruppe nun.

Bis zum Jahr 2030 wird ein Großteil des

Welthandels über diese Länder abgewickelt.

Das zumindest prophezeit eine Studie der

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers

(PwC) und dem Supply Chain

Management Institut der European Business

School. Demnach engagieren sich die

Schwellenländer mit einer eigenen Logistikinfrastruktur

zunehmend auch in rohstoffreichen

Entwicklungsländern. Das Dachser-

Netzwerk in dieser Region auszubauen, ist

vor diesem Hintergrund durchaus weitsichtig.

Schon heute wachsen die Transportmengen

auf der Süd-Südroute zwischen Südamerika

und Afrika jährlich zweistellig. Es

ist offenkundig: Hartmut Duves Neustart

am Kap war eine mutige, aber auch sehr

kluge Idee. K. Fink

DACHSER magazin 11


KOMPETENZ: ÖKOLOGIE

Effektiver Schutz der Umwelt ist bei Dachser fester Bestandteil

einer langfristigen Unternehmensführung. Ein professionelles Umweltmanagement

gehört dazu.

hEs ist eine Verbindung, die es in sich

hat: CO2. Weil das Kohlenstoffdioxid

nicht nur fester Bestandteil der natürlichen

Atemluft, sondern als Verbrennungsprodukt

eben auch ein überaus klimaschädliches

Treibhausgas ist, befeuert es derzeit umfassend

die Debatte über Emissionen und den

für die Menschheit lebensnotwendigen Erhalt

der natürlichen Atmosphäre. Auch in

der Logistik mit ihren immer weiter wachsenden

Warenströmen. „Ökologie geht im

Unternehmen jeden an“, sagt Jens Müller,

Dachser-Bereichsleiter Netzwerkmanagement/Organisation.

„Jeder soll und kann bei

Dachser zum Umweltschutz beitragen.“

Vor diesem Hintergrund schafft der Logistikdienstleister

derzeit in seinem Unternehmensbereich

Netzwerkmanagement die

Grundlagen für ein eigenes Umweltmanagement,

dass auf Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen

ausgerichtet ist. Jens Müller bündelt

dazu mit seinem Team das umfassende

Know-how und sämtliche Umweltaktivitäten

bei Dachser. „Um die ökologischen Auswirkungen

der täglichen Arbeit für unsere

Kunden zu messen, ist ein verlässliches Reporting

erforderlich. Wir ermitteln dafür

12 DACHSER magazin

Das Dachser-Umweltmanagement steuern Sarah Tausend, Nicole Sommerlatte,

Thomas Jäger und Jens Müller (v.l.)

Genauer hinschauen

konkrete Kennzahlen und quantifizierbare

Unternehmensziele“, erklärt Müller. Das Erfassen

und Reduzieren von CO 2-Emissionen

sei eine wesentliche Aufgabe, aber eben auch

längst nicht alles. „Das ganzheitliche Messen

von CO 2-Daten in einem logistischen Netzwerk

ist aufgrund fehlender Normen einfach

noch nicht möglich. Wir arbeiten daher

an einem eigenen Kennzahlensystem unter

Einbeziehung der Niederlassungen. Somit

werden wir auch nach der Definition von

Normen bestens vorbereitet sein.“ Dachser-

Geschäftsführer Michael Schilling betont:

„Viel entscheidender als die reine Berechnung

von Emissionswerten ist der Auslastungsgrad

der Verkehre selbst.“ Wenn beispielsweise

ein Lkw modernster Bauart kaum

ausgelastet von A nach B fährt, sieht dessen

Umweltbilanz wesentlich schlechter aus,

als die eines Euro IV-Lkw mit Vollauslas-

Jens Müller, Bereichsleiter

Netzwerkmanagement/

Organisation bei Dachser

tung. „Das Dachser-Umweltmanagement

hat es sich daher zur Aufgabe gemacht,

grundsätzlich genauer hinzuschauen“, sagt

Schilling. „Wir monitoren die interne Supply-

Chain und die einzelnen Prozesse.“ Für

Dachser, so Schilling weiter, bedeute dies,

sich auf die ureigenste Aufgabe zu besinnen:

Nämlich gut ausgelastete Verkehre auf modernstem

technischen Niveau zu generieren.

„Hier können wir unseren größten Hebel

im Bereich Ökologie ansetzen.“ Jens Müller

fügt hinzu: „Erfolgreich produzierende,

ganzheitliche und integrierte Netzwerke helfen

Ressourcen zu schonen und aktiv den

Umwelt- und Klimaschutz voranzubringen.“

Dazu gibt Dachser-Geschäftsführer Michael

Schilling die Richtung vor: „Wir warten

nicht tatenlos auf die Definition von Normen,

sondern arbeiten intensiv an eigenen

Konzeptionen und Maßnahmen.“ M. Schick

hh CO 2-Messungen

sind wichtig, aber

längst nicht alles Jens Müller


Intelligent Care

Gesundheits- und

Altersvorsorge in Action

Air & Sea Logistics

Neue Niederlassung

in Dresden eröffnet

Tag der Logistik

Dachser stellt sich

und die Branche vor

DEUTSCHLAND IM FOKUS

Zum Wachstum gehören Investitionen in die Zukunft. Dachser verbindet

dies mit Netzwerkausbau und Vorsorge für gut ausgebildete Mitarbeiter.

Neue Niederlassungen

Auf Europa bauen

Weiterer Baustein fürs Wachstum: Spatenstich in Öhringen

Der Ausbau des Logistiknetzwerkes in Europa steht bei Dachser im Mittelpunkt

der Investitionen in Höhe von 210 Millionen Euro. In Deutschland heißt

dies: Spatenstiche für neue Niederlassungen und deren Erweiterungen.

h „Mit einem Nettoinvestitionsvolumen

von rund 210 Millionen Euro bauen

wir 2011 weiter unser paneuropäisches Netzwerk

aus“, erklärt Michael Schilling, Geschäftsführer

des Dachser-Ressorts European

Network Management & Logistics Systems.

Zum Beispiel in Öhringen, in der

Region Heilbronn-Franken. Dort gab Schilling

mit dem Spatenstich das Signal für den

Baubeginn einer neuen Niederlassung. Für

12,2 Millionen Euro errichtet Dachser ein

5.300 Quadratmeter großes Umschlaglager

für Industriegüter. Hier sollen 49 Lkw gleichzeitig

be- und entladen werden können.

Auch im oberpfälzischen Mintraching rollen

die Bagger. Für fünf Millionen Euro wird bis

Ende des Jahres die Niederlassung mit 4.400

Quadratmetern zusätzlicher Nutzfläche erweitert.

Im Großraum Frankfurt entsteht

zudem in Erlensee für 16 Millionen Euro

eine neue Niederlassung mit rund 300 Arbeitsplätzen.

Auch in Stavenhagen in Mecklenburg-Vorpommern

wird erweitert: Kostenpunkt:

5,6 Millionen Euro. Für Michael

Schilling stehen bei all dem die Kunden im

Fokus: „Angesichts steigender Nachfrage ist

es Zeit, mehr Umschlagfläche für zusätzliche

europäische Direktverkehre aufzubauen.“

Liebe Leserinnen

und Leser,

der Turnaround ist

gelungen: 2010 gelang

Dachser wieder

ein robustes Wachstum.

Grund genug,

unser Investitionsvolumen

für die

nächsten fünf Jahre von einer auf

1,3 Milliarden Euro zu erhöhen. Ob

Neubau oder Erweiterung, an vielen

Standorten wird gebaut. Um jungen

Menschen zu zeigen, was hinter den

blau-gelben Wänden vorgeht, informierten

einige Niederlassungen im

Rahmen des BVL-Tages der Logistik

über Prozesse und Berufsbilder der

Branche. Denn gut ausgebildete Mitarbeiter

sind die Basis für unseren

Erfolg. Dazu gehört auch eine vorausschauende

Gesundheits- und Altersvorsorge.

Wir nennen das „Dachser

Intelligent Care“. Ich wünsche Ihnen

viel Spaß beim Lesen.

Ihr

Michael Schilling

Geschäftsführer des Dachser Ressorts

European Network Management & Logistics

Systems

DACHSER magazin 13


DEUTSCHLAND IM FOKUS

+++ Die Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Rheine verzeichnet zur 12. Ausbildungsmesse 2011 am 16. und

17. Juni mit 77 Unternehmen/Institutionen, darunter auch Dachser, einen neuen Ausstellerrekord. Über 120 verschiedene Berufe

präsentieren sich dort den Einsteigern. Mehr: www.ewg-rheine.de +++ Am 17. Juni schlägt für Logistikinteressierte wieder die

Dachser Intelligent Care

Dachser bewegt Dich!“

Im sportlichen Wettkampf treten Dachser-Azubis an, das beste

Team zu ermitteln – alles der Gesundheit zuliebe.

h „Move it“ – Bewegung steht im Mittelpunkt

von „MESSAGE! 2011“. Zum

zweiten Mal nach 2009 führt Dachser diesen

Gesundheitstag im Rahmen des Vorsorgeprogramms

„Intelligent Care“ für seine Auszubildenden

aus ganz Deutschland durch.

Unter der Schirmherrschaft von Bernhard

Simon, dem Sprecher der Dachser-Geschäftsführung,

treten am 16. und 17. September

in Langenhagen rund 120 junge

Auszubildende aus 13 Niederlassungen in

Zehnermannschaften gegeneinander an und

spielen ihre Besten aus.

14 DACHSER magazin

Muckis und

strategisches Denken

Die acht Wettkampfformen denken sich die

Azubis aus Langenhagen selbst aus. Sie hatten

2009 in Rheine mit ihrem Team „Freedom“

gesiegt. Muskelkraft und eine Portion

Strategie sind beispielsweise gefragt, wenn

Ziel bei allen Aufgaben ist es, zu spüren,

hh was man alles aus eigener Kraft bewegen kann

Michael Zdravkovic, Sprecher der Dachser-Niederlassungsleiter

es darum geht, einen Lkw an einem Seil

möglichst schnell und möglichst weit zu

ziehen. „Ziel bei allen Aufgaben ist es zu

spüren, was man alles aus eigener Kraft bewegen

kann“, erklärt Michael Zdravkovic,

Leiter der Dachser-Niederlassung in Langenhagen

und Sprecher der Niederlas-


DEUTSCHLAND IM FOKUS

Stunde bei der „Dortmunder Nacht der Ausbildung“. Die dortige Dachser-Niederlassung zeigt dann wieder in geballter Form

unterschiedliche Karrierewege der Logistik auf. Alle Infos: www.dortmunder-nacht-der-ausbildung.de +++ SynLOG – die DIYund

Gartenlogistik lädt am 21. Juni 2011 zum SynLOG Tag 2011 nach Schwerte ein. Mehr gibt es im Netz: www.synlog.org +++

sungsleiter. Auf den Punkt gebracht,

lautet die Formel des

„MESSAGE!“-Veranstaltungskonzeptes:

Vorsorge statt Nachsorge.

Lag im Jahr 2009 der Schwerpunkt

noch auf Suchtprävention und

Gesundheitsvorsorge, so machen die

Ver anstalter in diesem Jahr Sport und

gesunde Ernährung zu ihrem Thema.

Gesund ernähren

Das Team aus Langenhagen wird eine Cateringstrecke

mit frischem Obst und Gemüse

aufbauen und Tipps zu gesunder Ernährung

geben. Darüber hinaus haben die Azubis

kompetente Partner an ihrer Seite. Der Kooperationspartner

Bahn-BKK will in Langenhagen

einen kniffligen Koordinationsparcours

aufbauen. Die Ergo-Versicherung, mit

der Dachser seit 2002 bei der betrieblichen

Altersvorsorge zusammenarbeitet, wird den

Teilnehmern an ihrem Stand Wege in eine

gesicherte Zukunft – aus wirtschaftlicher wie

aus gesundheitlicher Sicht – aufzeigen.

Als Familienunternehmen sieht sich Dachser

traditionell in besonderer Verantwortung

Das Team aus Rheine,

das als Gastgeber 2009

den zweiten Platz belegte

Gesunde Ernährung hält in Form.

Auch am Arbeitsplatz

gegenüber seinen Beschäftigten und legt daher

großen Wert auf Gesundheitsmanagement

und Altersvorsorge. So wird Bernhard

Simon „MESSAGE! 2011“ auch persönlich

eröffnen und abschließend die Sieger

ehren. „Wir möchten unsere Mitarbeiter unterstützen,

gesund und bewusst zu leben“,

sagt Simon. „Und wir wollen ihnen zeigen,

dass Sport und Bewegung dazu einen wichtigen

Beitrag leisten.“

INFO

Drehscheibe Dresden

Mit einer neuen Niederlassung

in Dresden schließt Dachser

Air & Sea Logistics den Logistik-

Standort Sachsen an sein weltweites

Luft- und Seefrachtnetzwerk

an und ist damit nun an

17 Standorten in Deutschland

präsent. Bisher hatte die Dachser-Niederlassung

in Berlin die

Luft- und Seefrachten aus dem

Raum Dresden/Leipzig abgewickelt.

„Unser Anspruch

ist es,

so nah wie

möglich beim

Claudia

Kunden zu

Höntsch

sein. Die neue

Niederlassung ist ein wichtiger

Schritt, diesem Anspruch

gerecht zu werden“, sagt

Jürgen Huber, General Manager

Dachser Air & Sea Logistics

Deutschland. „So verschaffen

wir den Kunden in unserer

Region direkten Zugang zu den

weltweiten Beschaffungs- und

Distributionsmärkten“, ergänzt

Claudia Höntsch. Sie leitet die

neue Niederlassung in Dresden.

Alle Mitarbeiter seien seit langem

im Luft- und Seefrachtbereich

tätig und verfügten über ausgezeichnete

Erfahrungen im Exund

Import, so Höntsch weiter.

Das neue Büro wird die Regionen

Sachsen und zu Teilen

Thüringen, Sachsen-Anhalt und

Brandenburg bearbeiten.

DACHSER magazin 15


DEUTSCHLAND IM FOKUS

Mit dem neuen Logistikzentrum Rhein-Neckar verbindet die Dachser-Niederlassung Mannheim die Metropolregion mit allen bedeutenden

Wirtschaftsstandorten in Europa und Übersee. Eröffnung ist am 2. Juli +++ „grow on 2011“ heißt das Motto der spoga

+ gafa vom 4. bis 6. September in Köln. Mehr über die internationale Gartenfachmesse gibt es online unter www.spogafa.de +++

Tag der Logistik

Eine ganze Branche zum Anfassen

Für einen Blick hinter die Kulissen öffneten am „Tag der Logistik“

auch die Dachser-Niederlassungen in Baindt, Magdeburg, München

und Rheine ihre Tore. Protokoll eines spannenden Tages.

h „Logistik macht’s möglich“: Unter die anschließende Slalomfahrt mit dem

diesem Motto öffneten am 14. April Hubwagen bereitete den Schülern große

zum „Tag der Logistik“ auch wieder ver- Freude.

schiedene Dachser-Niederlassungen ihre

Pforten, um über Abläufe, Berufsbilder und Mitmachen konnten die Besucher auch in

Karrierechancen in diesem Wachstums- Magdeburg. Hier hatte die Niederlassung

markt zu informieren.

einen Logistik-Parcours vorbereitet, der alle

Aufgaben im Nahverkehrsnetzwerk detailliert

abbildete – von der Auftragserfassung

bis zum Verladen der Sendung für den

Hauptlauf. Ob in der Rolle des Disponenten,

Lkw-Fahrers oder Lageristen: Die Besucher

sorgten aktiv für Dynamik im Stückgutnetzwerk,

indem sie Abläufe selbst gestalteten

und Kundenanforderungen erfüllten.

In Baindt besuchten Schulklassen die Logistikstation

des Dachser-Kunden und Veranstaltungspartners

Ravensburger Spiele AG.

Beim Kommissionieren lernten sie spielerisch,

was eigentlich alles passieren muss,

damit ein Brettspiel seinen Weg von der Produktion

ins Supermarktregal findet. Auch

an Spaß und Bewegung hatte die Niederlassung

gedacht: Die Innenhof-Runde im

Führerhaus eines Dachser-Lastwagens und

16 DACHSER magazin

Faszination „Brummi“: Den Kindern in

Baindt gefiel die Innenhofrunde

„Hallo, Zukunft“ hieß es in München. Dort

war Dachser als Aussteller in den Verlag

Heinrich Vogel geladen, um über betriebliche

Ausbildungsmöglichkeiten zu infor -

mie ren. 140 Schüler nutzten die Chance

und lauschten den Vorträgen zweier Azubis

der lokalen Dachser-Niederlassung über den

Alltag eines angehenden Berufskraftfahrers

und einer Speditionskauffrau bei Dachser.

Preise wurden am Tag der Logistik schließlich

in Rheine vergeben. Vier Schülergruppen

des Hansa-Berufskollegs Münster hatten

das von Dachser-Mitarbeiter Dominik

Wedding entworfene Planspiel „Drillfix Warehouse

und Distribution“ erfolgreich bearbeitet

und die Logistikprozesse eines fiktiven,

international produzierenden Bohrmaschinenherstellers

ausgearbeitet. Dass sich in

der Siegergruppe ein junger Dachser-Kollege

befand, spricht für die hohe Qualität der

Ausbildung.

Für die Dachser-Niederlassungen war der

Tag ein voller Erfolg, genau wie für den Initiator,

die Bundesvereinigung Logistik, BVL.

Insgesamt informierten sich rund 28.000 Interessierte

in 322 Veranstaltungen über

diesen wachsenden Wirtschaftsbereich. Und

auch nächstes Jahr ist es wieder soweit: Am

19. April 2012 wird erneut für Aha-Effekte

gesorgt sein. C. Weber

Ravensburger

Spielereien


Erfolg

mit

Prinzipien

Mit Büroorganisations- und

Präsentationsmitteln sorgt Durable seit

über 90 Jahren weltweit für mehr

Arbeitsqualität. Innovationen sind dabei

ein ständiger Wachstumstreiber.

h „Innovationen, Qualität und Design.“

Diesem Dreiklang ist Horst-Werner

Maier-Hunke, Geschäftsführer der Durable

Hunke & Jochheim GmbH & Co. KG aus

Iserlohn, verpflichtet. Er steht damit in der

guten Tradition des Familienunternehmens.

1920 hatten die Unternehmensgründer Karl

INFO

Durable Hunke &

Jochheim GmbH &

Co. KG

Der Büroartikelhersteller hat seinen

Stammsitz in Iserlohn und beschäftigt

rund 570 Mitarbeiter. Die Produktionsstandorte

liegen in Gotha,

Kamen-Methler und im polnischen

Stettin. Weltweit ist Durable auf

Märkten in 80 Ländern vertreten.

F

www.durable.de

Hunke und Wilhelm Jochheim damit begonnen,

Kartenreiter aus Metall für das Sortieren

von Dokumenten zu produzieren. Heute

ist das Familienunternehmen mit rund 570

Mitarbeitern einer der führenden europäischen

Hersteller von Büroorganisations- und Präsentationsmitteln.

„Durable zeichnet sich immer

durch ein anspruchsvolles, stilsicheres und

dabei unaufdringliches Design und durchdachte

Lösungen aus“, sagt Maier-Hunke.

Ein bis heute wesentlicher Meilenstein des

Erfolgs war 1959 die Erfindung der Duraclip

Klemmmappe. Diese innovative Kunststoffmappe

erlaubte erstmals ein lochfreies Abheften

von Dokumenten. Seither gilt Durable

als ein Pionier von Büroartikeln aus Kunststoff.

Zum Durable-Sortiment mit seinen rund

2.000 Produkten gehören mittlerweile Produktgruppen

wie Mappen und Hefter, Namensschilder,

Register, Schreibtisch-Organisation,

EDV-Organisation, Informations- und

Präsentationssysteme, Ordnungs- und Archivierungssysteme,

Reinigungs- und Selbstklebeprodukte.

Weltweite Märkte

Als global orientiertes Unternehmen mit

Tochtergesellschaften in den Niederlanden,

Belgien, Schweden, Frankreich, Österreich,

Großbritannien, den USA sowie einer Russland-

und einer Italien-Repräsentanz setzt

Durable seit 1975 auf Dachser als Logistikpartner.

„Gemeinsam verbinden wir die Du-

KOMPETENZ: DISTRIBUTIONSLOGISTIK

rable-Produktionsstandorte in Gotha, Kamen-Methler,

Stettin/Polen und das Distributionszentrum/Hochregallager

mit 14.000

Stellplätzen in Iserlohn-Sümmern mit den

weltweiten Märkten“, erklärt Ulrich Wilhelm,

Leiter Verkauf International der Dachser-

Niederlassung Dortmund. Erfolgstreiber

der Logistik ist dabei der Anschluss an das

Dachser-Europa-Netzwerk. Darüber hinaus

sorgt Dachser über das Geschäftsfeld Air

& Sea Logistics für regelmäßige Containerverkehre

in die USA sowie für weltweite

Luftfrachtsendungen.

Dass Durable mit Dachser ein Familienunternehmen

als Partner hat, für das Nachhaltigkeit

ein elementarer Wert ist, erleichtert

das gegenseitige Verständnis. So erfüllt

bei Durable die Produktion die Kriterien der

internationalen Norm DIN EN ISO 9001

und ist nach DIN ISO 14001 zertifiziert.

„Wir wollen Erfolg haben, aber nicht auf

Kosten einer lebenswerten, friedlichen und

intakten zukünftigen Welt“, sagt Marketingleiter

Horst Bubenzer. „Diese Prinzipien

sind keine Papiertiger, sondern werden von

uns aktiv gelebt. Und das bereits seit vielen

Jahren.“ Auch deswegen unterstützt das

Familienunternehmen unter anderem SOS-

Kinderdörfer in Kenia, Nepal, Pakistan,

Peru, Sri Lanka, Estland und im heimischen

Sauerland.

Im Unternehmen ist die Zukunft vor allem

auch auf Innovationen gebaut. Derzeit hält

Durable rund 80 Patente, ständig kommen

weitere hinzu. Für Maier-Hunke steht dahinter

die Selbstverpflichtung, immer wieder

„neue Nischen zu erfinden.“ Schon aus

Prinzip. M. Gelink

DACHSER magazin 17


TITEL

18 DACHSER magazin

Logistik ist ein Beschleuniger

des Unternehmenserfolgs.

Dies wird künftig messbar sein


Die

Vermessung

des Erfolgs

Mit innovativen Verfahren macht Dachser

den Wert und die Vorteile logistischer Dienstleistungen

jetzt umfassend messbar. Im Mittelpunkt

steht dabei der Kundennutzen.

h „Ohne Kunden gäbe es uns nicht!“

Manchmal sind die Wahrheiten, die

unternehmerisches Handeln prägen, sehr

einfach. Für Bernhard Simon, den Sprecher

der Dachser-Geschäftsführung, bleibt daher

die zentrale Frage: „Was können wir tun, damit

Kunden weiterhin zufrieden sind und bei

uns bleiben?“ Antworten darauf habe das gesamte

Unternehmen zu liefern – zu jeder

Zeit und über alle Hierarchieebenen hinweg.

Diesen Ansatz hatte bereits der 2005 verstorbene

US-amerikanische Ökonom Peter

F. Drucker beschworen. Sein Credo moderner

Managementlehre lautete: „Es gibt nur

einen berechtigten Geschäftszweck: einen

zufriedenen Kunden zu schaffen.“

Dachser hat diesen Anspruch in seinem Leitbild

festgeschrieben: „Wir schaffen die weltweit

intelligenteste Kombination und Integration

logistischer Netzkompetenzen. Wir

optimieren so die Logistikbilanz unserer Kunden.“

Für den Logistikdienstleister bedeutet

dies, sich immer wieder aufs Neue auf den

Kunden zu besinnen und gemeinsam mit ihm

Bernhard Simon ist

Sprecher der Dachser-

Geschäftsführung

TITEL

gangbare Wege in die Zukunft zu beschreiten.

„Wir müssen die sich ständig verändernden

Marktbedürfnisse flexibel und dynamisch

begleiten“, betont Bernhard Simon. „Kundenorientierung

heißt dabei bei Dachser, den

Blick nach außen zu richten und unseren

Kunden richtig zuzuhören.“ Ein Logistikdienstleister

müsse bereit sein, mit Knowhow

und innovativen Konzepten die Märkte

nicht nur zu erreichen, sondern sie, wo möglich,

auch mit zu gestalten. „Wer dabei immer

nur auf seinen eigenen Vorteil schielt, hat am

Ende wohl eher den Nachteil“, sagt Simon.

Für Dachser bedeute dies: „Wir optimieren

die Logistikbilanz unserer Kunden und damit

deren Zufriedenheit. Dies schafft die

Grundlage für eine entsprechende Rendite –

auf der Kundenseite genauso wie für den

Dienstleister.“

Wie Dachser erfolgreiche Logistik messbar

macht und damit das Ergebnis für den Kunden

verbessert, zeigen im Folgenden drei

Messpunkte einer umfassenden Kundenund

Leistungsorientierung: �

Wir müssen die sich

hh ständig verändernden

Marktbedürfnisse flexibel und

dynamisch begleiten Bernhard Simon

DACHSER magazin 19


TITEL

Messpunkt I:

Perfektionierung der Performance

Logistik erzeugt nicht nur Kosten, sondern bringt auch Umsatz

und schafft zufriedene Kunden. Ein wissenschaftlicher Exkurs.

hWir treffen Professor Martin Göbl im

Thomas-Dachser-Auditorium an der

Hochschule Kempten. Seit 2006 lehrt der

promovierte Wirtschaftsingenieur hier an der

betriebswirtschaftlichen Fakultät Logistik

und Unternehmensführung. Die Studierenden

haben den Hörsaal gerade verlassen. An

der Tafel ist noch zu sehen, worum es in der

Vorlesung ging: um Rechenexempel mit

Kennzahlen wie Umsatz, variablen und fixen

Kosten, Umlauf- und Anlagevermögen, um

Nettogewinn, Kapitalumschlag und Kapitalrendite.

Betriebswirtschaftliche Basics also.

Und dazu die entscheidende Frage: „Was

macht eigentlich Logistikperformance aus?“

Seit vielen Jahren beschäftigt sich Professor

Göbl mit der Frage, wie die Logistik zum Erfolg

eines Unternehmens beiträgt. Gemeinsam

mit Dr. Andreas Froschmayer, der bei

Dachser den Bereich Unternehmensentwicklung

verantwortet, ist der Wissenschaftler

einem ganz neuen betriebswirtschaftlichen

System zur Messung von Erfolgsfaktoren der

Logistik auf der Spur.

„Performance spielt sich in verschiedenen Dimensionen

ab: Effektivität, Effizienz, Produktivität

oder Rentabilität“, erklärt Göbl.

Die Grundlage für eine solche Betrachtung

bildet ein erweiterter Logistikbegriff. „Hierbei

geht es nicht nur um die Kostenseite,

sondern vor allem auch um die Erlösseite

für die internen und externen Kunden.“ Das

LESEZEICHEN

20 DACHSER magazin

Froschmayer, Andreas/Göpfert, Ingrid:

„Logistik-Bilanz – Erfolgsmessung neuer

Strategien, Konzepte und Maßnahmen“

In Analogie zur Unternehmens-Bilanz wird die

Stärke der Logistik für ein Unternehmen oder ein

Supply-Chain-Netzwerk auf den Punkt gebracht.

Gabler Verlag, 2. überarb. u. erw. Aufl. 2010,

214 S. (nur in deutscher Fassung erhältlich)

LOGISTICS

PERFORMANCE

Autorenduo Froschmayer/Göbl hat dazu in

dem parallel zu diesem Beitrag erschienenen

Buch „Logistik als Erfolgspotenzial“ eine

Gesamtkonzeption für ein strategisch geführtes

Logistiksystem erstellt. „Im Mittelpunkt

steht zum einen die Bereitstellung von

Informationen über erlösnahe Leistungsgrößen,

zum anderen eine gesonderte Messung

des Logistikerfolgs sowie eine Bewertung

des Logistiksystems“, erläutert Froschmayer.

„Mit dem Ziel, durch die Logistik

einen Mehrwert im Wertschöpfungssystem

für das Unternehmen zu schaffen, müssen in

einem Logistik-Controlling auch unternehmensübergreifende

Aspekte berücksichtigt

werden, um logistische Veränderungen in der

Wertschöpfungskette bewerten zu können.“

Supply-Chain Controlling werde daher immer

mehr zu einer wichtigen Voraussetzung,

um eine erfolgreiche Logistik erbringen zu

können.

Jeder rechnet anders

Aber wie lassen sich Logistikleistungen bewerten?

Oft sind dienstleistungsspezifische

Besonderheiten sehr individuell und schwer

abzugrenzen. So ist zum Beispiel bei einem

Kunden klar festgelegt, dass die Wartezeit vor

der Entladung an der Rampe zur Transportzeit

gehört, während ein anderer Kunde diese

Wartezeit als Standzeit deklariert. Ähnliche

Unterschiede gibt es auch in der Abrechnung

Prof. Martin Göbl (l.)

und Dr. Andreas Froschmayer

in der Hochschule Kempten

oder in der Messung des Transport- oder

Lageraufwandes. Rechnen die einen nach

Kilometer-Entfernung und Tonnage ab, sind

es bei anderen Postleitzahlengebiete und

Transportvolumina. Auch führen die unterschiedlichen

Ladungsträger, Ladungsarten

und Zusatzdienste dazu, dass die eigentliche

Lagerleistung sehr vielfältig und schwer zu

vergleichen ist.

„Ziel des Performance Measurements in der

Logistik ist es daher, Problemlösungs- und

Entscheidungsfindungsprozesse in der Logistik

durch empirisch-konzeptionell gewonnene

Informationen über Logistikprozesse

zu unterstützen“, erklärt Professor Göbl.

Göbl, Martin/Froschmayer, Andreas:

„Logistik als Erfolgspotenzial – Strategie –

Logistischer Businessplan“

Erstmals werden hier alle wertschöpfenden

logistischen Einflussbereiche dargestellt.

Gabler Verlag, 2011, ca. 350 S.

(Deutsch/Englisch)


DIE STRUKTUR DES ERFOLGS

Durchlaufzeiten

Lieferzeit

Lieferflexibilität und

Reaktionszeit

Dies bedeute weit mehr als die Steuerung

der finanziellen Performance. Die Rolle der

Logistik und die der Logistikverantwortlichen

bewerten die Autoren angesichts einer

immer arbeitsteiligeren und globalisierten

Wirtschaftswelt als zunehmend wichtig für

den Gesamterfolg eines Unternehmens.

„Obwohl die Logistikkosten im Handel zirka

16 Prozent und die in der Industrie rund

sieben Prozent der Gesamtkosten ausmachen,

ist die Abgrenzung der Logistikkosten

in Unternehmen oft sehr komplex“, bemerkt

Dr. Andreas Froschmayer. Damit verbunden

sei das Problem, dass entsprechende Kennzahlen

meist nur auf der Kosten- und nicht

auf der Leistungsebene gemessen und kommuniziert

würden. Ein wirksames Performance-Measurement-System

muss daher

klar zuordnen, welche Personen und Bereiche

ihre Leistungsfähigkeit verändern müssen.

Wissen, was erwartet wird

Voraussetzung dafür ist, dass die Erwartungshaltung

externer und interner Kunden

an die Logistik bekannt ist. „Nur so lässt sich

schließlich beurteilen, ob diese Erwartungen

erfüllt wurden – und damit Logistik erfolgreich

war – oder nicht“, erläutert Professor

Logistikleistung

Göbl. Dabei sei eine Supply Chain immer

ein sehr vielschichtiges Gebilde. „Für viele

Personen ist die Logistik eine klassische Basis

anforderung, die erst dann wahrgenommen

wird, wenn etwas schief läuft. Ein gutes

Leis tungsergebnis wird daher oft als selbstverständlich

angesehen und nicht explizit ho-

Viele kennen

hh die Logistikkosten

im eigenen

Unternehmen nicht genau

Dr. Andreas Froschmayer

noriert.“ Die Frage ist aber, welche Leistungs-

und Begeisterungsfaktoren man durch

die Logistik erbringen kann, die gegebenenfalls

sogar zu Wettbewerbsvorteilen führen.

Als wesentliche Parameter der Kundenzufriedenheit

werden oft Warenverfügbarkeit,

Schadensfreiheit, Pünktlichkeit, Erreichbarkeit,

modernes Equipment und eine ausgeprägte

Servicekultur genannt. Besonders

wichtig ist aber – speziell für den Dienstleister

– den Kundenkontaktpunkten entlang der

Logistik im Unternehmen ist mehr

als ein Kostenfaktor. Strategisch

geführt bringt sie Umsatz und

schafft zufriedene Kunden. Dies

kann zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen

führen

Schadens- und Fehlerfreiheit

der log. Prozess-

Reaktionszeit Logistikerfolg

Logistikkosten/

Umsatz

Transportkosten

Personalkosten der

Logistik

Logistikkosten

Quelle: Göbl/Froschmayer:

„Logistik als Erfolgspotenzial“ und

die dort angegebene Literatur

TITEL

sogenannten „Line of Visibility“ eine hohe

Aufmerksamkeit zu schenken, also allen Situationen,

bei denen Kunden und Dienstleister

aufeinander treffen und die vom Kunden

intuitiv bewertet werden. Wie sieht der

Fuhrpark aus, wie präsentiert sich das Warehouse,

wie steht es um die Freundlichkeit der

Mitarbeiter, wie begegnen diese Problemen

oder Beschwerden? „Eine umfassend gelungene

Logistikleistung kann durch Pannen

in der Auslieferung oder ein unfreundliches

Wort gegenüber dem Kunden komplett

in Misskredit geraten“, weiß Dr. Andreas

Froschmayer. „Die letzte Meile hat die meiste

Kundenrelevanz.“

Für den Logistikdienstleister ergibt sich daraus

eine zweistufige Verantwortung für die

Kundenzufriedenheit: zum einen gegenüber

dem Auftraggeber und zum anderen gegenüber

dem Zielkunden. „Logistik ist Treiber

für den Unternehmenserfolg und damit strategisch

bedeutsam“, betont Professor Göbl.

Auf die Frage, wo die Logistik in der Wertschöpfungskette

steht, antwortet er kurz und

bündig: „Überall.“ Er empfiehlt Unternehmen

daher eine neue Sichtweise: „Logistik

kostet nicht, sondern bringt Umsatz und

schafft zufriedene Kunden.“ �

DACHSER magazin 21


TITEL

hEs ist die Gesamtperformance, die

Professor Dieter Truxius stets im Blick

hat. Auch deswegen spielt der Finanzgeschäftsführer

von Dachser in seiner Freizeit

so gerne die Bassgitarre. „Über die Bassline

gebe ich den Rhythmus vor und lasse

die anderen Bandmitglieder besser klingen“,

sagt er mit einem Schmunzeln. Das sei in

einem Unternehmen genauso. „Zur Gesamtperformance

eines Familienunternehmens in

marktwirtschaftlichen Systemen gehört, dass

es aus eigener Kraft profitabel wachsen können

muss. Daher ist es notwendig den Gewinn

weitgehend in das Unternehmen zu reinvestieren“,

unterstreicht Professor Truxius.

Bei Dachser belassen die Gesellschafter nahezu

100 Prozent des Gewinns im Unternehmen.

„Das ist bei Dachser die Bassline für

den Erfolg. Denn Wachstum ist die Grundlage

für unsere Kundenorientierung.“ Speziell

die Landverkehrslogistik verlange ständig

hohe Sachinvestitionen. Selbst im Krisenjahr

2009 hat Dachser rund 120 Millionen

Euro investiert: 80 Prozent davon in neue Immobilien

und den Ausbau des Netzwerks.

Nah am Kunden

Bei Dachser Air & Sea Logistics komme es

hingegen mehr darauf an, die richtigen Menschen

zu engagieren. „Ein Logistikunternehmen

investiert nicht in eine Flugzeug- oder

Schiffsflotte, sondern organisiert mit entsprechenden

Anbietern die Welthandelsströme“,

erläutert der Finanzgeschäftsführer.

Um möglichst nah am Kunden und seinen

Bedürfnissen zu sein, arbeiten die Landesgesellschaften

und Niederlassungen über die

drei Geschäftsbereiche European Logistics,

Air & Sea Logistics sowie Food Logistics als

„Unternehmen im Unternehmen“ in weitreichender

Eigenverantwortung. „Bei Dachser“,

so Professor Truxius, „sind die Management-

22 DACHSER magazin

INVESTMENT

& FINANCE

Messpunkt II:

Zufriedenheit, die sich rechnet

Der Appetit der Kunden auf Informationen zu logistischen

Dienstleistungen ist erheblich gewachsen. Daher steht

bei Dachser eine erfolgreiche Performance sowohl bei Investitionen

als auch im Controlling ganz oben auf der Agenda.

Prof. Dr. Dieter Truxius,

Geschäftsführer Finance,

Legal & Tax bei Dachser

systeme daher dezentral orientiert, mit Ergebnisverantwortung

der einzelnen Niederlassungen.“

Entsprechend sei das Controlling

bei dem weltweit tätigen Logistikdienstleister

ausgerichtet.

„Quartalsergebnisse, ja selbst Monatsergebnisse

kämen für uns viel zu spät. Entscheidend

sind die Tagesergebnisse jeder einzelnen

Niederlassung, um daraus ein belastbares

Monatsergebnis zu erhalten.“ Dachser hat

dazu mit SAP das Controlling auf eine neue

einheitliche Basis gestellt. Die Einführung in

den 45 Niederlassungen in Deutschland erfolgte

nicht als Big Bang, sondern schrittweise

seit Herbst 2009. Die weltweite Integration

soll bis 2013 abgeschlossen sein.

Anders als bei der kaufmännischen Steuerung

setzt der Logistikdienstleister bei der

Speditionssoftware ausschließlich auf eigene

Lösungen, wie die Standardapplikationen

Domino oder Mikado. „Dahinter stehen

keine starren Systeme“, betont Professor

Truxius. „Über permanente Weiterentwicklungen

binden wir vielmehr auch die sich

verändernden Kundenanforderungen ein und

halten durch Schulungen unserer Mitarbeiter

die Qualitätssicherung der Abläufe immer

auf dem neuesten Stand.“

Den Erfolg rechnen

Insgesamt sei der Appetit der Kunden auf

Informationen rund um logistische Dienstleistungen

erheblich gewachsen. So wird die

IT-Durchdringung bei Dachser immer größer,

im operativen Geschäft genauso wie

in der Abrechnung. Dabei sind Kundenerfolgsrechnungen

für Dachser ein zentrales

Thema.

Wobei die Erwartungen der Kunden dabei

sehr unterschiedlich sind. „Die einen bevorzugen

eine Flatrate, in der alle Leistungen

pauschal abgerechnet werden, die anderen

wollen die einzelnen Prozesse, beispielsweise

im Warehouse, möglichst detailliert ausgerechnet

bekommen“, beschreibt Professor

Truxius die Anforderungen an Dachser. Anders

als bei einem physischen Produkt sei

eine Angebotspreiskalkulation im Dienstleistungsbereich

ein sehr spezielles Metier.

„Dazu müssen wir die vielfältigen Teilleistungen,

die wir erbringen, sehr genau identifizieren

und dem Kunden vorrechnen. Da

entsteht schnell eine komplexe Matrix.“ So

könne beispielsweise ein Kontraktlogistikprojekt

wie bei tesa (siehe Ausgabe 1/2011)

bis zu 100 einzelne Prozesse umfassen. Diese

Komplexität ist gegenüber dem Kunden

meist erklärungsbedürftig.

Und die Berechnungen müssen maximal exakt

sein. Schließlich werden die einzelnen

Prozesse im Warehouse überwiegend im

Centbereich kalkuliert. Am Ende macht die

Masse der einzelnen Prozessschritte den Preis

aus. Kleinste Fehler können sich in der Bilanz

verheerend auswirken. Auch deswegen legt

Dachser Wert darauf, dass das Controlling

immer vor Ort gemacht wird. „Wir geben von

Kempten aus das System vor“, erklärt Professor

Truxius. „Die konkrete Ausgestaltung erfolgt

durch operatives Controlling in den

Niederlassungen – die Qualität der Leistung

wird so besser.“ Da klingt sie wieder hervor,

die „Bassline“ des Finanzchefs. Denn unterm

Strich ist für ihn vor allem wichtig, dass die

Instrumente zusammen gut klingen. „Denn

das erwartet der Kunde von uns.“


Messpunkt III:

Wissen, worauf es ankommt

Qualitätsmanagement spielt bei Dachser eine herausragende

Rolle. Die Grundlage dafür bildet eine Fülle von Auswertungen

und Kennzahlen. So wird für den Kunden aus einer Dienstleistung

ein umfassend kalkulierbares Produkt.

hEine gute Portion Unerschrockenheit

muss Jens Müller schon in die Wiege

gelegt worden sein. Nur so ist erklärlich, mit

welcher Gelassenheit der Bereichsleiter Netzwerkmanagement/Organisation

im Ressort

European Network Management & Logis -

tics Systems bei Dachser daran arbeitet, die

in den letzten Jahren immer weiter anschwellende

Informationsflut rund um logistische

Dienstleistungen und Prozesse zu kanalisieren

und für den Kunden nutzbar zu machen.

Die Konstruktionen, die er und sein

Team in der Hauptniederlassung Kempten

für den Geschäftsbereich European Logistics

errichten, werden getragen von einer

Vielzahl von Auswertungen und Kennzahlen,

von Analysen und entsprechenden IT-Tools.

Ein ähnliches Qualitätsmanagement kommt

auch in allen anderen Dachser-Geschäftsfeldern

zum Einsatz.

Auf die richtigen

hh Informationen zur

richtigen Zeit kommt es an

Jens Müller

„Was Logistikleistung wert ist, drückt sich

beispielsweise in der Zustellqualität, in Laufzeiten,

in möglichen Beschädigungen und

Zustellhindernissen aus“, erklärt Müller.

Dachser hat dazu feste Sollwerte definiert,

die permanent über Abweichungsanalysen

kontrolliert werden. Um Qualitätskennzahlen

zu bestimmen, ist ein einheitliches Produktangebot

eine Grundvoraussetzung. Im

Geschäftsfeld European Logistics gehört dazu

zum Beispiel die Produktfamilie entargo,

die für ein einheitliches Leistungsspektrum

steht und gleichbleibend hohe Qualitätsstandards

– national und grenzüberschreitend –

QUALITY

sichert. Je nach Bedarf kann der Kunde die

Angebote mit Schwerpunkt auf fest definierte

Laufzeiten (targospeed), auf feste Liefertermine

(targofix) oder zeitunabhängige Lieferungen

zum günstigeren Preis (targoflex)

auswählen.

Zentrale Qualitätskontrolle

Um solche definierten Leistungszusagen für

den Kunden messbar zu machen, arbeitet

Dachser mit einheitlichen Softwarestandards

und zentralen IT-Datenbanken. „Wir

sind so in der Lage, sämtliche Prozesse zentral

und unter einheitlichen Maßstäben zu

monitoren“, erklärt Jens Müller. Zu dieser

datenbankgestützten zentralen Qualitätskontrolle

gehört beispielsweise das Tool

„ActiveReport“. Damit sind sowohl die Service-Abteilungen

in den Dachser-Niederlassungen

als auch die Kunden selbst in der Lage,

sich über Anlieferhemmnisse schnell und

direkt zu informieren. „Wir machen Qualität

auf diese Weise sichtbar“, sagt Müller.

Dabei ist es dem Dachser-Netzwerk-Manager

und seinem Team daran gelegen, die

Masse an Informationen so einzugrenzen,

dass nur Relevantes einer Prüfung unterzogen

wird. „Wenn bei einem Auftrag alles

nach Plan läuft, müssen keine überflüssigen

administrativen Prozesse in Gang gesetzt

werden“, erklärt Jens Müller. „Zu einem intelligenten

und kostengünstigen Qualitätsmanagement

gehört eben auch, nur die Stell-

Jens Müller, Bereichsleiter

Netzwerkmanagement/

Organisation bei Dachser

TITEL

schrauben zu bewegen, die bei Problemen

zwischen Soll- und Ist-Ablauf von Bedeutung

sind.“ Vor diesem Hintergrund habe

das Prinzip „die richtige Information zur

richtigen Zeit am richtigen Ort“ bei Dachser

eine ganz besondere Bedeutung. Denn wie

Prozessarchitekt Jens Müller weiß, gehört

vor allem eine Fähigkeit zu einer zukunftsfähigen,

kundenorientierten Logistik: wissen,

worauf es ankommt. M. Schick

Wie aus logistischen Dienstleistungen

F Produkte werden, lesen Sie hier

www.dachser.com/entargo

DACHSER magazin 23


FOOD LOGISTICS: ÖSTERREICH

Auf Vertrauen bauen

Mit neuen Netzstrukturen und einem Mix aus starken Partnern

bringt Dachser Food Logistics die Im- und Exporte von und nach

Österreich voran. Zum Vorteil der Kunden.

h Eistee

und Fruchtsaft, Energydrinks

und Süßwaren aus Österreich sind

heute aus deutschen Supermarktregalen

ebenso wenig wegzudenken wie Kekse aus

Hannover, Kaffee aus Bremen oder Rostbratwürste

aus Nürnberg im österreichischen

Handel. Laut Statistischem Bundesamt wurden

2010 Lebensmittel und Getränke im

Wert von fast drei Milliarden Euro von

Deutschland nach Österreich ausgeführt.

Umgekehrt wanderte rund ein Drittel der

österreichischen Lebensmittelexporte nach

Deutschland. Auch für Dachser Food Lo-

24 DACHSER magazin

gistics ist Österreich eine der tonnagestärksten

Im- und Exportrelationen. Und damit

Grund genug, die eigenen Netzstrukturen in

der Alpenrepublik neu zu ordnen.

Dachser setzt in der Lebensmittelsparte erfolgreich

auf einen Mix aus starken Partnern

und eigenen Landesgesellschaften“, erklärt

Alfred Miller, Geschäftsführer von Dachser

Food Logistics. Nach den Markteintritten

in der Tschechischen Republik 2006 und in

Ungarn 2008 stand für sein Geschäftsfeld

nun Österreich auf dem Expansionsplan.

Während die beiden osteuropäischen Län-

der im gekühlten wie im ungekühlten Segment

komplett durch die eigene Organisation

bedient werden, hat man sich bei der

Alpenrepublik für einen anderen Weg entschieden.

Aus gutem Grund: Im Gegensatz

zu den jüngeren EU-Staaten gibt es

in Österreich einen gesättigten Markt mit

oft langfristigen Geschäftsbeziehungen.

„Als Lebensmittel-Logistiker mit jahrzehntelanger

Erfahrung wissen wir, wie wichtig

Vertrauen besonders in der Food-Branche

ist“, so Miller. „Bei unseren südlichen Nachbarn

müssen wir uns dieses Vertrauen hart


Dachser-Partner

Hans Brummer (Mitte)

und sein Team

erarbeiten, indem wir sie von unserer Leistung

überzeugen. Ich bin sicher, dass uns

das gelingt.“

Synergien für die Expansion

Gelungen ist der Markteintritt schon in der

Sparte European Logistics. Seit 2003 ist

Dachser hier in Österreich mit einer eigenen

Organisation vertreten. Nach diesem Muster

soll nun auch bei nicht temperaturgeführten,

also ungekühlten Lebensmitteln

verfahren werden. Das bestehende Transportnetz

aus sieben Standorten deckt heute

schon das ganze Land mit täglichen Lieferungen

und Abholungen von Trockengut

ab. Im vergangenen Jahr erfolgte in einem

mehrmonatigen Großprojekt eine Reorganisation

der Ablaufstrukturen und der IT-

Systeme. Das Ergebnis: die Einführung

von Dachser Food Logistics als neue Spar-

Alfred Miller,

Geschäftsführer des

Geschäftsfelds Dachser

Food Logistics

te und die vollständige Trennung von Lebensmitteln

und lebensmittelunverträglichen

Gütern über den gesamten Transportverlauf.

Dabei kam Dachser entgegen, dass der

Logistiker einerseits alle Branchen bedienen

kann und andererseits nicht als reiner Frischelogistiker

am Markt auftritt. Aus dieser

Struktur lassen sich Synergien zur Expansion

nutzen. Die flächendeckende Feindistribution

nach Österreich für so namhafte

Kunden wie Wrigley und Moët ist bereits

reibungslos auf Dachser umgestellt worden.

Seit Januar dieses Jahres spricht die inzwischen

umfänglich geschulte Vertriebsorganisation

nun österreichische Lieferanten ungekühlter

Lebensmittel an. In diesem Segment

liegt das mengenmäßig größte Wachstumspotenzial

für Dachser Österreich.

Hersteller und Vertreiber von Wein, Fruchtsäften,

Spirituosen oder Backmitteln haben

mit Dachser die Möglichkeit, ihre Sendungen

in beliebigen Größen täglich abholen

zu lassen und ihre Kunden in ganz Europa

zu beliefern. Je nach Abgangs- und Zielregion

benötigt eine Sendung von der eigenen

Rampe zum Händler oder Gastronomen

im Hauptexportland Deutschland nur

ein bis zwei Tage.

Jetzt auch ambient: Die Dachser-

Niederlassung in Hörsching

FOOD LOGISTICS: ÖSTERREICH

Aus Erfahrung

hh wissen wir, wie wichtig

Vertrauen besonders in der

Food-Branche ist Alfred Miller

Zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil

wird dabei die bewährte Dachser-Qualität.

So wird die Ware dank getrennter Verladung

und strenger Hygienemanagement-Systeme

mit HACCP (Hazard Analysis and Critical

Control Points) durchweg lebensmittelgerecht

befördert. Im Dachser-Netz kann jede

Sendung packstückgenau über das Internet

verfolgt werden, Ablieferhemmnisse meldet

Dachser auf Wunsch automatisch per E-

Mail. Rückrufe sind durch das Schnittstellenscanning

und die implementierten Routinen

zu Rückholung und Auslieferstopp sowie

einen Rückrufkrisenstab in kürzester Zeit

möglich, egal ob die Sendung auf dem Weg

nach Pomezia, Eindhoven oder Sattledt ist.

Exklusivpartnerschaft

Die zweite Säule des österreichischen Modells

ist die neue Exklusivpartnerschaft mit

dem Österreich-Spezialisten Brummer Logistik.

Kühlbedürftige Sendungen aus den

Gebieten oder in die Gebiete östlich von

Tirol transportiert Dachser in Kooperation

mit dem in Neuburg bei Passau ansässigen

Logistikunternehmen. Der Standort nahe

der deutsch-österreichischen Grenze ermöglicht

optimale Anbindungen an das Eu- �

DACHSER magazin 25


FOOD LOGISTICS: ÖSTERREICH

ropa-Netz und Rekordlaufzeiten in beiden

Verkehrsrichtungen. Sendungen von und

nach Tirol und Vorarlberg übernehmen hingegen

die süddeutschen Dachser-Niederlassungen

Neufahrn und Memmingen.

Das Familienunternehmen Brummer Logistik,

das Hans Brummer in zweiter Generation

leitet, gilt als ausgewiesener Experte für

die Logistik von gekühlten und tiefgefrorenen

Lebensmitteln von und nach Österreich.

Über 100 moderne Kühlzüge umfasst die

Flotte. Wie Dachser operiert Brummer mit

modernsten IT-Systemen und hat einen hohen

Qualitätsanspruch: Alle Anforderungen

des strengen IFS (International Food Standard)

Logistics und der EU-Richtlinien zur

Lebensmittelsicherheit werden täglich von

den 200 Mitarbeitern in die Praxis umgesetzt.

Hoher Servicegrad

Die Unterscheidung einer temperaturgeführten

von einer nicht temperaturgeführten

Sendung für Österreich nimmt das System

durch den jeweils mit den Sendungsdaten

IM DIALOG

26 DACHSER magazin

Modernste Infrastrukturen

Dachser und Brummer Logistik

gehen gemeinsame Wege. Geschäftsführer

Hans Brummer im Gespräch

über Ziele und Perspektiven.

Herr Brummer, was hat Sie zu der Partnerschaft mit

Dachser bewogen?

Da gibt es einen ganz nahe liegenden Grund: das starke

Sendungsaufkommen von Dachser nach Österreich. Mit diesen

zusätzlichen Mengen werden wir unsere Routen noch effektiver

gestalten können. Schließlich fällt dieser Bereich in die

Kernkompetenz unseres Unternehmens, die Verteilung nach

Österreich.

Auf der anderen Seite – den Importen nach Deutschland –

können wir durch den Zugriff auf das Dachser-Netzwerk unsere

Teilpartien und Stückgutladungen, die wir von österreichischen

Auftraggebern erhalten, noch flexibler in Deutschland einspeisen.

Die hohe Netzdichte von Dachser und dessen hohe

Handelskompetenz bescheren uns deutliche Laufzeit- und

Servicevorteile. Davon profitieren auch unsere Kunden.

erfassten Temperaturbereich vor und lenkt

so den Warenfluss in eines der beiden Systeme.

„Wir profitieren durch die Zusammenarbeit

mit Brummer von dessen hohen

Importmengen nach Deutschland und dem

hohen Servicegrad für die Auslieferung in

Österreich“, würdigt Alfred Miller die ab

Mai 2011 in Kraft getretene Verbindung

mit Brummer. „Unser Gesamtkonzept für

Österreich vereint Handelskompetenz, Lebensmittelsicherheit

und IT-Know-how mit

synergetischem Wachstum. Im sensibleren

Bereich der Frischelogistik setzen wir hingegen

weiterhin auf Spezialistentum vor Ort“,

so Miller. „Mit der neuen Konstellation schaffen

wir die Voraussetzungen, unsere Marktposition

in Österreich und auf der Verkehrsrelation

Deutschland – Österreich nachhaltig

zu verbessern.“ R. Soldner

Dachser Food Logistics und Brummer nutzen

die gegenseitigen Bündelungssynergien.

Davon profitieren Kunden in Deutschland

und Österreich gleichermaßen

Was werfen Sie in die Waagschale?

Dachser profitiert in erster Linie von unserem hervorragenden

Ruf am Markt. Wir sind anerkannter Spezialist für temperaturgeführte

Logistik von und nach Österreich und verfügen

über einen topmodernen, eigenen Fuhrpark, leistungsfähige

IT-Systeme und exzellent ausgebildete Mitarbeiter. Dachser

und Brummer haben viele Gemeinsamkeiten: Beide haben

einen hohen Qualitätsanspruch, wir sind nah an unseren Kunden

sowie schnell und transparent in unseren Prozessen.

Welche Erwartungen verbinden Sie mit der künftigen

strategischen Zusammenarbeit?

Brummer ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen mit

schlanker Struktur, einfachen Abläufen und kurzen Entscheidungswegen.

Wie bei Dachser ist Kontinuität ein wichtiger

Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Ich bin stolz, dass wir

zukünftig Teil des europäischen Food-Netzwerks von Dachser

sind, eines Netzwerks mit den wohl modernsten Infrastrukturen

Europas. Außerdem sprechen wir – im doppelten Sinne des

Wortes – eine gemeinsame Sprache und gehen vertrauensvoll

und offen miteinander um. Das ist für mich persönlich sehr,

sehr wichtig.


Wenn das Wohnzimmer

zu klein wird

Erst war die Frau von den umfangreichen Basteltätigkeiten

im Wohnzimmer nicht begeistert, dann

waren die Spraydosen der Wahl nicht mehr zu

bekommen. Und schließlich wurden im Winter die

Hände steif, weil es in der Garage so kalt war. Roland

Zitzmann konnte das nicht schrecken. Eisern

baute er ein Modell der Dachser-Niederlassung in

Kornwestheim im Maßstab von 1:87, wo er in der

Betriebsleitung Food/Nachtschicht arbeitet. Die

eigenen Kinder und die aus der Nachbarschaft halfen

mit, das Ergebnis ist so spektakulär wie die Baudauer:

„Über fünf Jahre und zirka 5.000 Stunden.“

Was bin ich?

Mitmachen und gewinnen bei „Was bin ich?“, dem großen Gewinnspiel

des DACHSER magazins. Sie wissen, was der Bildausschnitt zeigt?

Dann senden Sie das Lösungswort bis zum 22.07.2011 an:

gewinnspiel.kempten@dachser.com

Eiliger Stuhl

? ?

Hallo, da sind Sie ja! Ich hatte Sie erst gar

SCRAPBOOK

Jetzt ist es amtlich: Ein Luxemburger ist der

schnellste Bürokrat. Pierre Feller gewann den Titel

in der Disziplin „Schnellster Bürostuhlfahrer“ bei der

Deutschen Meisterschaft in Bad König-Zell im

Odenwald. Die 200 Meter lange Rennstrecke samt

eingebauter Sprungschanze legte Feller in Geschwindigkeiten

von bis zu 35 Stundenkilometern in

26,95 Sekunden zurück. Organisator René

Karg verriet, wie sich der Sieger im Büro in

Form gebracht hatte: „Seine Liegetechnik

war einfach sensationell.“ Aber

wie im richtigen Leben wurde

auch hier nicht nur Tempo belohnt:

Den Design-Preis erhielt Heiko Winter

aus Zell. Er überzeugte die Jury als

Cowboy, seinen Bürostuhl hatte er

mit Pferdekopf und Sattel verziert.

nicht gesehen. Wie auch, wenn sich immer

alles um mich herum dreht? Gestatten Sie,

dass ich den Hut aufbehalte bei so viel

Staub hier ringsherum. Aber wenn die Ampel

schon mal auf Rot steht, ist ja mal Luft für

ein kleines Schwätzchen. Apropos Luft: Meine Aufgabe

ist ja, sie überwiegend anzuhalten. Da können Sie sich

vorstellen, wie ich da Tag für Tag unter Druck stehe.

Aber ich will nicht jammern. Mir macht’s ja Spaß, dass sich

deswegen ständig alles um mich dreht. Oh, es wird Grün.

Ich muss weiter, würde mich freuen, wenn Sie hin und

wieder mal nach mir schauen.

Auflösung aus 1/2011:

Diesmal zu gewinnen: Drei hochwertige

Schlauchboot-Sets „Olympic“ mit Alu-Paddeln von

friedola living. Damit beim Freizeitspaß das Aufpumpen

leichter fällt, gehört eine Elektro-Pumpe selbstverständlich

mit zur Ausstattung. Mehr über das bereits in der

fünften Generation geführte Familienunternehmen lesen

Sie unter www.friedola.com

Die „Europalette“ war des Rätsels

Lösung. Gewonnen haben:

Kelly Masselink, NL-Losser

Svena Schaschko, Uhingen

Westwood Kunststofftechnik GmbH,

Ralf Prößdorf

Mitmachen

und gewinnen

beim DACHSER

Preisrätsel

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir ausschließlich für die Gewinnermittlung und den Gewinnversand. Wir werden diese Daten weder an Dritte verkaufen

noch anderweitig vermarkten. Sollten Sie im Falle eines Gewinns die Erwähnung Ihres Namens und/oder Wohnortes nicht wünschen, teilen Sie uns dies bitte mit Ihrer Einsendung mit.

DACHSER magazin 27


BEI UNS FINDEN

SIE VIELE GRÜNDE,

DEN ATLANTIK

TEICH ZU NENNEN.

DACHSER Air & Sea Logistics

Seit 1972 realisiert DACHSER die reibungslose Anbindung an

den US-amerikanischen Markt. Wir integrieren das europäische

Transportnetz mit DACHSER Air & Sea Logistics sowie

Warehousing, bieten Ihnen alle Dienstleistungen aus einer

Hand und dazu größtmögliche Flexibilität und Transparenz

entlang Ihrer Supply Chain. Ergebnis: pure Effizienz

und ein Ozean, der gar nicht mehr so groß wirkt.

www.dachser.com

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