Plattform News 4/00 (Schwerpunkt WAA-Denkmal) - Plage

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PLAGE Tagebuch 2

Strandgut US-AKWs 6

PN-News 6

Porträt: E. Gmachl 7

PLAGE ABO 8

P.b.b. Erscheinungsort Salzburg, 7874S87U

Verlagspostamt 5020 Salzburg • DVR 0781665

NACHRICHTEN DER ÜBERPARTEILICHEN PLATTFORM GEGEN ATOMGEFAHREN (PLAGE) • 12.7.2000 • S 25

WACKERSDORF-WIDERSTANDS-DENKMAL

Der Widerstand gegen den Bau der

Wiederaufbereitungsanlage (WAA) im bayerischen

Wackersdorf ist ein herausragendes, positives

Beispiel für „Salzburger“ Bürgerbewußtsein.

Das Wackersdorf-Widerstands-DenkMal

erhält am 20. Juli seinen endgültigen Platz

in der Altstadt. Mit Ihnen dabei sein werden ua

ExBürgermeister Reschen, ExLandrat Schuierer,

Bürgermeister Schaden, Vizebürgermeister

Gollegger und – vielleicht – der bayerische

Ministerpräsident Stoiber.

Enthüllung

am 20. Juli,

17 bis 18 Uhr

zwischen Mozartsteg und Mozartplatz.

Mit dem Duo In flagranti (Fritz Moßhammer,

Alphorn; Christoph Lindenbauer, Baßgeige)

und Franz Daschil (Hackbrett).

Das WAAhnMal

PLAGE, ARENBERGSTR. 10, 5020 SALZBURG, TEL. 0662 / 643567, FAX 6437344, EMAIL: PLAGE@SALZBURG.CO.AT, SPENDEN: SALZBURGER SPARKASSE, KONTO 1313


Enthüllung zur Festspieleröffnung am 20. Juli

Das WAAhnMal

Eine Bauzaun-Impression zum Gedenken an den erfolgreichen Widerstand gegen

die Wiederaufbereitungsanlage im bayerischen Wackersdorf wird künftig die

Salzburger Altstadt zieren. Der Denkmalenthüllung werden Salzburgs

ExBürgermeister Reschen und Schwandorfs ExLandrat Schuierer beiwohnen.

Eingeladen ist auch Bayerns Ministerpräsident Stoiber.

m 27. Juni genehmigte die Altstadtkommission

das "Wackersdorf-Widerstands-DenkMal"

der

Plattform gegen Atomgefahren (PLAGE).

Die Architekten befürworteten einhellig die

Aufstellung der "Bauzaun"-Plastik in der

Salzburger Innenstadt zwischen Mozartsteg

und Mozartplatz. Dieser Standort auf dem

freien Platz vor der Städtischen Bestattung

war in den Monaten zuvor bereits vom Kulturausschuß,

Bauausschuß und Altstadtausschuß

des Gemeinderats gutgeheißen worden.

Allerdings war dem länger als ein Jahr

ein regelrechter Krimi und Hürdenlauf durch

die politischen Instanzen und die zuständigen

Magistratsabteilungen vorausgegangen.

Ein Denkmal, ein Kunstobjekt in der Salzburger

Altstadt, das von keinem Künstler

mit Namen geschaffen wurde – das war so

manchem Stadtpolitiker, so mancher Fraktion

zu heiß!

Das WAA-Denkmal bei einer probeweisen Aufstellung im Winter. Die Idee stammt von PLAGE-

Aktivist Thomas Neff. Ein Aktiver aus der Oberpfalz, der handwerklich am „echten“

Wackersdorfer Bauzaun mitgewirkt hat, setzte die Idee in ein erstes Modell um.

WAA-Denkmal in der

Altstadt: „Da paßt’s nicht“

Alle Gemeinderatsfraktionen waren im

Prinzip für die Idee, die Thomas Neff, PLA-

GE, Anfang 1999 zum 10. Jahrestag des

"Aus" für die WAA geboren hatte. (> Vgl.

PN 5/99.) Aber der Standort, den die PLA-

GE-Geister sich vorstellten! In der Altstadt

von Salzburg! Selbst in der Bürgerliste, die

sich mit der Bewegung gegen die WAA und

gegen den Atomstaat identifiziert wie keine

andere Partei, regten sich Bedenken. Wofür

wir Verständnis hatten: Die Salzburger Altstadt

ist ein sensibles Ensemble. Doch

angesichts all dessen, was hier doch da und

dort an "Ortsbildsünden" bewilligt worden

ist; angesichts der tausenden Autoleiber, die

sich tagtäglich hier durchwälzen, oder die

sie zuparken; angesichts der herausragendsten

politischen Leistung Salzburgs mit Ausstrahlung

über die Landesgrenzen hinaus,

die der Erfolg gegen die atomare Wiederaufbereitungsanlage

in der Oberpfalz ist;

angesichts der Tatsache, daß die meisten

Anti-WAA-Versammlungen und –Aktionen

in dieser Innenstadt stattgefunden hatten;

und vor allem angesichts der symbolischen

Kraft der künstlerischen Form des DenkMals

war die Ablehnung von Innenstadt-Standorten

mit keinem stichhältigeren "Argument"

als "Da paßt’s nicht" nicht akzeptabel.

2 PN 4/2000 • 12.7.2000

PLATTFORM NEWS


Hilfe vom Städtischen

Bauhof

Zuvor schon hatten sich im Kulturausschuß

dessen Vorsitzender, Prof. Alfred

Winter (ÖVP), und die Fraktionsvertreterinnen

Silvia Kronberger (Bürgerliste) und

Theresia Liegle (SPÖ) für Denkmal und

Innenstadt-Standort ein- und durchgesetzt.

Äußerst hilfreich war die völlig unbürokratische

handwerkliche Umsetzung des Modells

durch Mitarbeiter des Städtischen Bauhofs

unter dessen Leiter GR Michael

Wanner. Und fast gratis für die PLAGE bzw

für die Stadt noch dazu – im Verhältnis

dazu, was vergleichbare Schöpfungen (mit

hunderttausenden Schilling für Künstlerwettbewerb

usw.) sonst die öffentliche Hand

kosten!

Nach Zustimmung im Bau- und im

Altstadtausschuß im heurigen Frühjahr planten

wir bereits konkret die Aufstellung.

Mitten drunter trat dann plötzlich die Baubehörde

und in deren Gefolge die Altstadtkommission

auf den Plan – worauf uns

niemand zuvor wirklich aufmerksam gemacht

hatte. Thomas Neff traf aber auf ausgesprochen

sachliche, aufgeschlossene, kooperative

Fachleute in diesen Gremien.

Damit ist der Weg zur Aufstellung dieses

Monuments der wahrscheinlich bedeutendsten

politischen Leistung Salzburgs und seiner

Bürger nun endgültig frei. Das Denkmal

für den historischen Widerstand gegen die

atomare Wiederaufbereitungsanlage in Bayern

wird praktisch zur Festspieleröffnung

enthüllt. Damit steht seine Einweihung in

der Reihe denkwürdiger Protestaktionen,

die zu diesem festlichen Anlaß mehrfach

gegen das "WAAhnsinns"-Projekt sowie

gegen andere atomare Vorhaben stattfanden.

Enthüllung am Donnerstag,

dem 20. Juli um 17 Uhr

Dabei werden die damaligen Hauptakteure

des "offiziellen" Anti-Wackersdorf-

Widerstands noch einmal gemeinsam auftreten:

für den WAA-Landkreis Schwan-

dorf ex-Landrat Hans Schuierer, der hauptsächliche

Gegenspieler von Franz Josef

Strauß, und auf Salzburger Seite der damalige

Bürgermeister Dipl.-Ing. Josef Reschen.

Auch das gegenwärtige Stadtoberhaupt, Dr.

Heinz Schaden, hat zugesagt. Neben weiteren

Salzburger Persönlichkeiten lädt die

PLAGE auch den jetzigen bayerischen Ministerpräsidenten

Dr. Edmund Stoiber zur

Denkmalsenthüllung ein. Wir wären neugierig,

wie Franz Josef Strauß‘ Nachfahre

im Amt den Ausstieg der deutschen E-Wirtschaft

aus der atomaren Wiederaufbereitung

und die damalige Rolle Salzburgs heute

sieht! Im übrigen sind "bunte Atomgegner-

Einfälle" nicht ausgeschlossen... Und kurzen

Politikerreden soll die Möglichkeit für

Jedefrau und Jedermann gegenüberstehen,

zwei, drei Sätze zum Atomwiderstand zu

sagen, wenn sie jemandem wirklich auf Seele

und Zunge brennen. ■

Bauzaundenkmal (Modell): Selbst für GRÜNE

Stadtpolitiker nicht auf Anhieb anschmiegsam

Also gingen wir, immer noch getreu dem

PLAGE-Motto aus der Wackersdorf-Zeit

"Hartnäckig – widerspenstig – gewaltfrei",

zu Werke. Sammelten und stärkten die Sympathien

für das Vorhaben. Stellten die Plastik,

die ein kleines Element aus dem WAA-

Bauzaun leicht verfremdet ins Große übersetzt,

im Rahmen der Silvester2000-Feiern

– immerhin schon mit Bewilligung des

Grundamtes – bereits für drei Tage am nunmehrigen

endgültigen Ort auf. Es kam keine

Kritik. Vielmehr nahm Vizebürgermeister

Karl Gollegger, Altstadt-Ressortchef, das

Objekt der PLAGE-Begierde wohlwollend

in Augenschein.

Kaum Kosten für die öffentliche Hand

Zu preiswert für Kunst?

Die Entstehung des "Wackersdorf-Widerstand-DenkMals" hat sich wie der Widerstand

selbst vollzogen: Die Idee kam "von unten", "aus dem Anonymen" – so wie

die meisten Ideen und die Gesamtdynamik der Bewegung gegen die "Plutoniumfabrik"

"von unten" kamen, in einer ursprünglichen, oft spontanen Vitalität, die nicht

an "Namen" hing.

Urheber ist hier zunächst ein Anonymus aus der Oberpfalz, der auch rein handwerklich-beruflich

mit eben demselben Material zu tun gehabt hat, im Zuge der

Errichtung wie auch bei der Abwrackung des Bauzauns. Man kann hier geradezu

eine Verwandtschaft, einen Faden zu jenen Künstlern empfinden, deren Kunstwerke

aus ihrem Handwerk geboren sind.

Der Widerstand gegen Wackersdorf ist ein herausragendes Beispiel für (staats-)

bürgerliches Selbstbewußtsein, für "Basis"-Selbstbewußtsein: "Wo Unrecht zu

Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht", "Wir nehmen unsere Angelegenheiten

selber in die Hand" u.ä. Parolen kennzeichneten die Grundhaltung. Da mußte es

ein Mal auch möglich sein, ohne den "Schutz" eines bekannten Namens auszukommen.

Ohne Künstler-Wettbewerb um einige hunderttausend Schilling. Das

PLAGE-Denkmal kommt auf insgesamt rund S 70.000,–*. Bei einer Ästhetik und

Symbolkraft, die sich mit vielen ungleich teureren Kunstobjekten ähnlichen Zuschnitts

ohne weiteres messen können – so subjektiv derartige Urteile stets

bleiben.

Wir finden es herrlich, daß gut 10 Jahre nach dem WAA-"Aus" ein Modell vom

"Ursprungsort", aus Original-Bauzaunstäben, hier in Salzburg bei einem

g’standenen Antiatomaktivisten landet; daß der es erst so recht zur Idee gestaltet;

daß dazu verschiedene weitere Leute mit "Wackersdorf-", "Atomstaat-" und/oder

künstlerischem "G’spür" eine Variation, eine Ergänzung, eine Verfremdung

beitragen. Und ein Ganzes mit unbestreitbarer Kraft dabei herauskommt: "Es

könnte genausogut von Henry Moore sein, und dann würd’ jeder sagen, wie klass

es ist." (Alfred Winter, Verleger und "Szene Salzburg"-Gründer, zutiefst Salzburger

mit Neigung zur Tradition wie zur Moderne)

* Reine Material- und Herstellungskosten, ehrenamtliche Arbeit in mindestens doppeltem

Wert nicht eingerechnet.

SALZBURGER PLATTFORM GEGEN ATOMGEFAHREN

PN 4/2000 • 12.7.2000 3


& 9. Mai 2000

PLAGE-Auftakt zur Antiatom-Konferenz aller neun

Landtage in Salzburg

„Karg, aber ein Anfang“

& 7. Mai 2000

Eine "verbindliche Erklärung,

keine Stromabnahmeverträge

mit Firmen einzugehen, die in

großem Maßstab Atomenergie

erzeugen bzw verkaufen" und

"Strommanager und Politiker

sollen gegen EU-Wettbewerbsverzerrungen

zugunsten der

Atomstromkonzerne aktiv werden".

So lautete der Tenor

eines Schreibens, das PLAGE-

Sprecher Heinz Stockinger

auch namens der Salzburger

Zweigstellen von Naturschutzbund

und Klimabündnis sowie

der Robert-Jungk Zukunftsbibliothek

an alle maßgeblichen

Politiker/innen in Stadt

und Land Salzburg formulierte.

Desgleichen an die Vorstandsvorsitzenden

von SAFE und

Salzburger Stadtwerken, sowie

an deren Aufsichtsratsvorsitzende.

Salzburger und generell

österreichische Verantwortliche

und E-Wirtschaftsmanager

sollten "aufhören, das Märchen

vom 'billigen' Atomstrom

nachzubeten und so zugunsten

dieser Konkurrenz zu argumentieren".

Stattdessen sollten

die beiden nun vereinigten

Salzburger EVUs "den Mut

aufbringen, bei der EU-Kommission

und letztlich beim Europäischen

Gerichtshof

(EuGH)" gegen die

"wettbewerbsverzerrenden

Subventionen und Privilegien

von Electricité de France (EDF)

Klage zu führen, ohne die es

den 'billigen' Atomstrom gar

nicht geben könnte."

Solche Schritte könnten bzw.

& 11. April 2000

Vorträge an Schulen

PLAGE-Jugendreferent Peter

Machart spricht mit zwei vierten

Klassen des BG II (Mag.

Angelika Müllner-Pillwein) über

Atomgefahren und Alternativen

zur Atomenergienutzung.

Salzburger Atomgegner und Klimaschützer fordern

„Verbindliche Erklärung

gegen Atomstromimport“

sollten durchaus auch von der

Salzburger Landesregierung

ausgehen. Inzwischen ist eine

Antwort von Landeshauptmann

Franz

Schausberger eingelangt. Er

lehnt die geforderte verbindliche

Erklärung ab. In puncto

Klage vor EU-Instanzen gegen

Wettbewerbsverzerrungen

zugunsten EDFs u.a. gibt der

Chef der Landesregierung den

Ball an uns Vereins-"Winzlinge"

zurück: "Sollten Sie konkretere

Vorstellungen über

Klagen beim Europäischen

Gerichtshof haben, so ersuche

ich Sie, mich darüber zu informieren."

Wir hatten angenommen,

eben solche "konkreteren

Vorstellungen" zu erarbeiten,

könnte Aufgabe des großen

Beamtenstabes sein, über

den der oberste Landesherr

gebietet. Im Gegensatz zu den

Öko-Organisationen erlauben

die finanziellen Möglichkeiten

des Landes - natürlich auch

weiterer Länder und des Bundes

- es ihm außerdem, von

Experten die EU-Regelungen

und -Rechtspraxis auf Klagewege

abklopfen zu lassen.

Noch dazu, wo es um Milliarden

an Investitionen (Kraftwerke,

aufgebaute Energiesparabteilungen

usw.) geht,

die unter der unlauteren

Atomstrom-Konkurrenz

ebenso unter die Räder kommen

können wie zahlreiche

Arbeitsplätze in der

österreichischen E-Wirtschaft.

In der Neuen Residenz fand

am 9. Mai eine Konferenz von

rund 50 Vertretern der Landtage

vom Boden- bis zum

Neusiedlersee zum Ziel "Verhinderung

grenznaher Atomkraftwerke"

statt. Zum ersten

Mal nahmen Delegationen aller

neun österreichischen Bundesländer

an einer solchen Abstimmung

der Antiatomaktivitäten

teil. Hauptanlaß war,

daß das AKW Temelin vom

tschechischen Industrieminister

Gregr regelrecht zur

Inbetriebnahme gepeitscht

wird.

Auf der Grundlage eines Entwurfes

des Salzburger

Landtagsabgeordneten Michael

Neureiter (ÖVP) und zahlreicher

Beiträge des oö. Temelin-

Beauftragten Dipl.-Ing. Radko

Pavlovec wurde eine

Abschlußerklärung einstimmig

verabschiedet. Darin sind

einerseits eigene Verpflichtungen

zu verstärktem Einsatz

gegen grenznahe Atomanlagen

enthalten. Zum Beispiel, "für

die Förderung von Aktivitäten

zur Verhinderung bzw.

Stillegung von Kernkraftwerken

in den Nachbarländern" zu

sorgen – alle Bundesländer

sollen also Bürgerinitiativen

ähnlich unterstützen wie das

Land Salzburg die PLAGE oder

vor allem Oberösterreich die

dortige Plattform gegen Atomgefahr.

Der "Aufbau von

Energiepartnerschaften mit

Nachbarregionen", mit den

Schwerpunkten "erneuerbare

Energieträger" und "effiziente

Energienutzung" ist einer der

weiteren Vorsätze.

Andererseits erwartet sich die

Erklärung mehrere detaillierte

Schritte von der Bundesregierung.

Beispielsweise gegenüber

Tschechien nachdrücklich

darauf zu dringen, daß "bis

zum Abschluß aller Umweltverträglichkeitsprüfungs-Verfahren"

auf keinen Fall "eine

radioaktive Verseuchung der

Anlage", d.h. eine Aktivierung

des ersten Temelin-Reaktors

erfolgt.

PLAGE-Sprecher Heinz

Stockinger war vom Salzburger

Landtagsdirektor HR Karl

Edtstadler eingeladen worden,

aus NGO-Sicht die österreichische

Antiatompolitik der jüngeren

Vergangenheit zu bilanzieren

(vgl. dazu PN 1/00, S.

3) und Vorstellungen für die

nähere Zukunft einzubringen.

Von diesen übernahm die Abschlußerklärung,

"daß der Einrichtung

von ‚Freigabe-Grenzwerten‘

entgegenzuwirken ist,

unterhalb derer radioaktiver

Schutt und Schrott nicht

mehr als radioaktiv gelten sollen

und ungehindert bzw.

undeklariert in den Handel

kommen können." Stockinger

hatte darauf aufmerksam gemacht,

daß die zur einzelstaatlichen

Umsetzung anstehende

EURATOM-Richtlinie 96/

29 mittels eben dieser "Freigabe-Grenzwerte"

das Recycling

radioaktiver Abfälle in großem

Stil ermögliche.

Mit "vorsichtigeren" Fingern

faßte die Mehrheit der Landtagsdelegationen

die PLAGE-

Forderungen nach offensiver

Politik gegen vermehrten

Atomstrom-Import im Zuge

der EU-Strommarktliberalisierung

an: d.h. kein Nachbeten

des Märchens vom billigen

Atomstrom mehr; Beschwerde

österreichischer Bundesländer

bei der EU-Kommission bzw.

Klage beim Europäischen Gerichtshof

gegen wettbewerbsverzerrende

Privilegien für

Atomstromkonzerne wie die

französische EDF**). Davon

blieb im Wortlaut der Landtage-Konferenz

vom 9. Mai: "Auf

europäischer Ebene ist die

Kostenwahrheit über den

Preis von Atomstrom zu

erreichen." Karg, aber ein Anfang

ist gemacht. Zumal da

dieser Punkt ebenso wie der

vorhergehende in einem Entschließungsantrag

der GRÜ-

NEN vom 7. Juni enthalten

sind, der vom Nationalrat die

Umsetzung der Abschlußerklärung

der Salzburger Antiatom-Konferenz

verlangt.

* AAI=Anti Atom International (Dachverband österreichischer

Bürgerinitiativen).

** Vgl. links: "Salzburger Atomgegner und Klimaschützer

fordern verbindliche Erklärung gegen Atomstromimport", und

"So werden AKWs konkurrenzlos billig!", S. 6.

4 PN 4/2000 • 12.7.2000

PLATTFORM NEWS


& 19. - 20. Mai 2000

Solarkochertagung in Salzburg

Sonne statt Brennholz

Es war mitreißend und beeindruckend,

was die Vortragenden

Deepak & Shirin Gadhia

aus Indien und Dieter & Imma

Seifert aus Neuötting erzählten.

Mitreißend, weil sie es in

einer sehr menschennahen Art

taten und man hautnah mitbekam,

daß es sich um ein sinnvolles

Projekt handelt. Beeindruckend,

weil man kaum

glauben konnte auf welche

einfache Art und Weise, mit

welch geringem finanziellem

Aufwand man helfen kann,

sozialpolitische, ökologische

und gesundheitliche Probleme

in einem "Entwicklungsland"

zu mindern. (> Vgl. PN 2/00 -

Schwerpunkt "Solarkocher-

Tagung")

Um das Solarkocherprojekt

auch von Salzburger Seite aus

zu unterstützen, planen

InterSol und PLAGE, aufgrund

einer Idee von Mag. Angelika

MÜLLNER-PILLWEIN, BG II, ab

Herbst mit Salzburger Schulen

bis zu 50 Solarkocher zu finanzieren

und diese Anzahl vom

Land verdoppeln zu lassen.

(Unterstützung wurde uns

bereits von Prof. Alfred WIN-

TER, Landesbeauftragter für

Kulturelle Sonderprojekte,

zugesagt). Zudem gibt es den

Antrag der Bürgerliste (Stadt)

auf Förderung von 10 Solarkochern

im Rahmen der Agenda

21 und der Kyoto-Klimaverpflichtung.

Es wird eine

Zusammenarbeit mit der "Projektgruppe

Solartechnik

Freilassing" und der "EG Solar

- Berufsschule Neuötting" angestrebt,

welche beide mehrjährige

Erfahrung mit dem

Solarkocherbau und dem Einsatz

dieser angepaßten Technologie

in "Entwicklungsländern"

haben.

Plakat zur „Internationalen

Solartagung“ am 19. und 20. Mai

in Salzburg

Der Baumbestand in vielen Entwicklungsländern ist dramatisch, Kerosin teuer. Frauen und Kinder verbringen

täglich viele Stunden mit Holzsammeln. Mit dem abgebildeten Solarkocher können bis zu 20 Personen

vesorgt werden. Ein solches Gerät kostet ca. 1500 Schilling.

PS: Wir werden an Schulen

und Lehrer noch gezielt herantreten.

Schon jetzt aber ersuchen

wir Lehrerinnen

und Lehrer, den Einbau eines

Solarkocher-Projekts in

den Unterricht im kommenden

Schuljahr zu überlegen.

Ein Kocher plus Warmhaltekorb

ist relativ rasch finanziert

(ca. S 1.500), und

das Thema gibt für den Unterricht

- auch fächerübergreifend

- eine Menge her. Bei Interesse

bitte melden!

& 24. Mai 2000

Unterrichtsthema

Solarkocher

Deepak und Shirin Gadhia berichten

Schülern aus insgesamt

4 Klassen des BG II über

den Einsatz von Solarkochern

in Indien. PLAGE-Geist Peter

Machart ergänzt deren Vortag

mit Informationen zur Finanzierung

des Projektes. Mit Dr.

Hans Eder von InterSol waren

die beiden Vertreter des indischen

Öko-Zentrums ICNEER

auch im Privatgymnasium

Borromäum.

& 31. Mai 2000

Vortrag im Gymnasium

Mag Leopoldine SAMS (BG

Zaunergasse) lädt den PLAGE-

Jugendreferenten ein, in einer

4. Klasse über die Aktivitäten

der PLAGE zu berichten. Die

Vorstellung des für Herbst geplanten

Solarkocherprojekts

mit Schulen und die Schilderung

der Möglichkeiten der

Solarkocher finden großen

Anklang.

& 12.-15. Juni 2000

Video über Miyoko

Matsubara begonnen

Die letzte englischsprachige

„Hibakusha“, d.h. Überlebende

des Atombombenabwurfes auf

Hiroshima, Miyoko MATSU-

BARA, ist zu Besuch bei PLA-

GE-Jugendreferent Peter

Machart. Es wird der geplante

Dokumentarfilm über ihre Erlebnisse

begonnen. Das Video

wird bei der diesjährigen

Japanreise der PLAGE-Mitglieder

Andrea Zocher und Peter

Machart - zum 55. Jahrestag

der Atombombenabwürfe - mit

Außenaufnahmen ergänzt. Im

Herbst wird es zusammen mit

einer CD-Rom mit Hintergrundinformationen

zu Atomwaffen

und Abrüstung an

österreichischen AHS angeboten.

& 21. Juni 2000

Über Atomthemen

informiert

Peter Machart steht Schülern

des BG Zaunergasse (Dr.

Christine Czuma) zu Atomthemen

Rede und Antwort.

& Juni/Juli 2000

"Ärzte gegen SIEMENS-

Atomgeschäfte" – jetzt

in OÖ und Steiermark

Neben ihrer gewaltigen Kraftanstrengung

im Endspurt gegen

Temelin sendet die Oö.

Plattform gegen Atomgefahr

(OÖPLA) an über 2.000 Ärzte

in ihrem Bundesland den Aufruf

von PLAGE und "Kritische

Ärzte Salzburg" zum Siemens-

Ausstieg aus dem Atomgeschäft.

Die PLAGE-Helferinnen

bewerkstelligen dasselbe

an die 4.500 Ärzte der Steiermark.

Der Rückfluß der Unterstützungserklärungen

hat

bereits eingesetzt. Zusammen

mit den unterschriebenen Aufrufen

aus den sieben bisher

beschickten Bundesländern

nähern wir uns uns tatsächlich

der 1.000er-Marke, die wir uns

zum Ziel gesetzt hatten.

SALZBURGER PLATTFORM GEGEN ATOMGEFAHREN

PN 4/2000 • 12.7.2000 5


ie für unzählige andere

Vereine und Vereinszeitungen

wäre die von

der ÖVP-FPÖ-Regierung geplante

– jetzt aufgrund der Proteste

aus allen Richtungen bloß

ausgesetzte – Erhöhung der

Zeitungsversandtarife der Tod

der "Plattform News", des

Hauptkontakts mit den Mitgliedern/Sympathisanten,

und damit

letztlich der Vereinsarbeit

insgesamt. Zumindest aber eine

so schwere Beeinträchtigung einer

schon ausreichend schwierigen

nebenberuflichen Tätigkeit,

daß deren Sinn und schiere Möglichkeit

überhaupt in Frage gestellt

wären. Objektiverweise ist

daran zu erinnern, daß – wie in

manch anderem Bereich – ähnliche

Pläne bereits von der vorhergehenden

rot-schwarzen Koalition

ausgedacht worden waren.

In eigener Sache, oder

Der Tod der

Plattform News

Letztendlich ist aber entscheidend,

wer eine Maßnahme tatsächlich

setzt. Besonders zynisch

die Aufforderung in der

Antwort von Finanzminister

Grasser (28.4.) auf unseren brieflichen

Protest: Nach ihm "liegt

es an der Post, durch marktwirtschaftliche

Tarifgestaltung

die bisher hochsubventionierten

Versendungsaufträge aufrecht

zu halten." Soll das heißen, die

Post soll die Quadratur des Kreises

schaffen? Totale Privatisierung,

totaler Wettbewerb, total

freier Markt, aber die Post soll

durch betriebswirtschaftlich unrentable

Tarife den Zeitungsversand

im bisherigen Ausmaß

weiter ermöglichen? Das passiert,

wenn Politik Pauschal-Credos

wie "Weniger Staat, mehr

privat" zu gehorchen beginnt,

die alle Beziehungen, jeglichen

Austausch in einer Gesellschaft

über einen einzigen Kamm scheren.

Aktivitäten sogar mit hoher

gesellschaftlicher Rentabilität –

die sich über Umwege stets auch

in (volks-)wirtschaftlicher Rentabilität

niederschlagen – kommen

dann unter die

Räder.

Gemeinnützige

Arbeit wird erschwert

statt gefördert. Statt

Förderung dadurch,

daß der Einsatz von

Zivildienern eindlich

auch in konstanten,

erprobten Initiativen

von Bürgern mit ökologischem

Ziel wie

PLAGE, Naturschutzbund

u.v.a. ermöglicht

wird. Doch

nein. Und auch hier

hat sich schon die vorige

Regierung einer

solchen Förderung

gemeinnützigen Engagements

verweigert. Die gegenwärtige

hat diese Förderung darüberhinaus

gar noch abgebaut. ■

Wirtschafts-Blatt vom 6.6.2000

ALTERNDE US-AKWs

So werden AKWs konkurrenzlos billig

merGen ist keine Gentechnik-Firma,

sondern

ein US-Stromunternehmen,

das es sich zur Spezialität

gemacht hat, alternde

AKWs aufzukaufen und zu

betreiben. Man reibt sich die

Augen: alternde AKWs, mit den

Sicherheitsproblemen und

Stillegungskosten im Hintergrund,

das soll ein Geschäft sein?

So geht’s, wenn AmerGen von

CVPS&GMP den Vermont Yankee

Reaktor "kauft", das ganze

passiert im vergangenen Herbst:

Für das Werk gibt’s einen

Stillegungsfonds. In diesen zahlt

der "Käufer" AmerGen 54 Mio.

US$ ein. Gleichzeitig begleicht

der bisherige Besitzer CVPS&

GMP 75 Mio. US$ an Betriebsschulden

(die AmerGen also

nicht zu übernehmen braucht)

und verpflichtet sich, zehn Jahre

lang Strom aus Vermont Yankee

zu überhöhtem Preis abzukaufen:

AmerGen darf stets mehr

verlangen, als was gerade der

günstigste Preis am Markt ist.

Rechnet man zusammen, wird

In mehreren US-Staaten darf die

E-Wirtschaft „Wettbewerbs-

Übergangskosten“ auf die

Konsumenten abwälzen.

Statt alternde AKWs

kostenschonend dicht zu

machen, werden diese

„verkauft“ und weiterbetrieben.

Die Stromkunden zahlen

die Zeche.

rasch klar, daß CVPS&GMP sein

AKW Vermont Yankee keineswegs

wirklich verkauft: Der

"Verkäufer" zahlt vielmehr 106

Mio. US$, um AmerGen dazu

zu bringen, ihm die Last abzunehmen.

Stromkunden dürfen

10 Jahre lang mitzahlen

CVPS&GMP ist aber nicht

der einzige Verlierer. Seine

Stromkunden werden noch zehn

Jahre lang den "Verkauf" über

den überhöhten Abnahmepreis

für Vermont-Yankee-Strom subventionieren.

Und über sog.

"stranded costs" – Kosten für

"gestrandete Investitionen".*

Und dann werden sie noch auf

die eine oder andere Weise für

den in 27 Betriebsjahren angehäuften

Atommüll zur Kasse

gebeten werden – mit Aussicht

auf mehr! Es wäre für CVPS-

&GMP und vor allem für dessen

Stromkunden billiger gewesen,

das Ding einfach dichtzumachen,

wie Atomgegnergruppen

vorgeschlagen hatten.

Ganz ähnliches spielt sich um

das US-AKW Clinton (ja, so

heißt es!) ab. "Käufer": wieder

AmerGen; "Verkäufer": Illinois

Power, das damit ganz aus der

Atomkraft aussteigt. Illinois

Power "verkauft" AmerGen den

Atommeiler um ganze 20 Mio.

US$ (Baukosten: mdst. 1 Mrd.

Dollar, d.h. 50 mal so viel) und

ist bereit, über die kommenden

Jahre mindestens 75% des

Stroms aus Clinton abzunehmen.

In beiden Fällen handelt es sich

in Wirklichkeit um Schenkungen

des "Verkäufers" an den

"Käufer" zu Lasten der Stromkunden.

(Quellen: Dow Jones,

29.11.99; Pennsylvania Inquirer,

25.11.99) ■

* "Gestrandete Kosten" sind

Ausgleichsbeträge, die (ungefragt)

die Stromkunden für den

Wertverlust von Betriebsanlagen

in einem liberalisierten Markt,

also unter Wettbewerbsbedingungen,

bezahlen. In mehreren

6 PN 4/2000 • 12.7.2000

PLATTFORM NEWS


US-Staaten hat die Elektrizitätswirtschaft

die Bewilligung des

Gesetzgebers für die Abwälzung

dieser sog. "Wettbewerbs-Übergangskosten"

auf die Konsumenten

erreicht. Schätzungen solcher

"gestrandeter Kosten" kommen

auf eine Summe von über

112 Milliarden Dollar. Und das

für bisher lediglich 11 US-Bundesstaaten!

Für Kalifornien allein sind es

28 Milliarden. Die Kunden der

dortigen Peco Energy etwa zahlen

bereits die 5,2 Mrd. Dollar

"gestrandete Kosten" für die zu

erwartenden Verluste aus Bau

und Stillegung der firmeneigenen

Atomkraftwerke ab. Nach Ansicht

des US Safe Energy Communication

Council werden solche

noch nie dagewesenen Ausgleichszahlungen

- Subventionierungen

der Stromkunden für

Fehlplanungen der EVU-Manager

– den Wettbewerb verzögern

oder gar umbringen, und im

Gegenzug die Betriebsdauer

potentiell gefährlicher Kernkraftwerke

künstlich verlängern.

IMPRESSUM: Zeitschrift der

IÖAG Salzburg über die überparteiliche

Plattform gegen die

WAA Wackersdorf. Verleger,

Herausgeber, Hersteller: Initiative

Österr. AKW-Gegner Salzburg,

5020 Salzburg, Arenbergstraße

21. Verlagsort: 5020

Salzburg. Redaktion: Peter

Machart, Gerhild Kremsmair,

Elisabeth Schmidt, Heinz

Stockinger. Alle: 5020 Salzburg,

Arenbergstraße 10, Tel. (0662)

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Salzburg. Blattlinie: Zeitschrift

zur Förderung des Ausstiegs

aus der Atomenergie und des

Einstiegs in humane, umweltfreundliche

Energiealternativen.

Druck: Druckerei Huttegger,

Salzburg

Elfriede GMACHL zum 75er

Ein Mensch

schon etwas in den Jahren,

doch jung im Herzen und Gebaren,

nimmt regen Anteil am Lauf der Welt

und kennt sich aus in Kunst und Geld.

Doch geht es um Atomgefahr

wird sie zur Spezialistin gar.

Sei´s Kunstauktion oder Versand,

am Flohmarkt ist´s der Bücherstand,

viel Engagement sie hier beweist

und ist ein wahrer PLAGEGEIST!

Bewundernswert mit soviel Schwung

wie sie es macht, das hält sie jung.

Wir danken Dir für Deine Treue

und hoffen, daß Du ohne Reue

noch weiter recht oft bei uns bist

und nicht nur schöne Bücher liest.

Zum 75er ganz klar

steht da die Gratulantenschar

und wünscht von ganzem Herzen heut’

Gesundheit, Glück, Zufriedenheit

und viele schöne Jahr’ und Tage

mit uns zusammen in der PLAGE.

PLAGE-Porträts verfassen meist „Freunde“ der Porträtierten.

Sie genießen absolutes Redaktionsgeheimnis.

Nr. 6

Unterschriftenaktion/Petition gegen EPR und

Neuauflage des französischen Atomprogramms

2000 Unterschriften von PLAGE-PN-Lesern

Zum 14. Tschernobyl-Jahrestag trug ein Atomgegner-Corso des Dachverbands

"Sortir du nucléaire" ("Atomausstieg!"), der französischen

Freunde der Erde und von Greenpeace-Frankreich am 25. April 2000 über

135.000 Unterschriften zum Sitz von Premierminister Jospin im Hotel

Matignon. Der Regierungschef ließ sich nicht dazu herab, Vertreter der

Atomgegner zu treffen. Das änderte nichts am Erfolg: der mit der Petition

bekämpfte Beschluß zum Bau eines ersten EPR ("Euro-Reaktors") auf

französischem Boden war bereits auf 2003-2004 vertagt worden. PLAGE-

PN-Leser hatten rd. 2000 Unterschriften aus Österreich beigetragen.

SALZBURGER PLATTFORM GEGEN ATOMGEFAHREN

PN 4/2000 • 12.7.2000 7


"

Unterschriftenaktion „Abolition 2000“

zum Abbau aller Atomwaffen

Dank NGOs positive

UN-Konferenz zur Atomabrüstung

Karikatur aus "Space Alert", Sommer 2000

Manche Punkte des Abschlußdokuments

der UN-Überprüfungskonferenz

des Nichtweiterverbreitungsvertrages

(NPT) vom 24. April bis 19. Mai

in New York sind zwar nur wenig

konkret. Doch die Atommächte,

allen voran die USA,

mußten unter dem Druck der

vielen anderen Staaten doch eine

Reihe von Zugeständnissen machen.

So ist das Abschlußdokument

geprägt von Forderungen

der Nichtkernwaffenstaaten und

jener NGOs (bes. im weltweiten

Netzwerk Abolition 2000), die

sich seit langem für Kernwaffenabrüstung

einsetzen. Konkrete

Schritte, wie der Abbau nichtstrategischer

Kernwaffen und

die Absenkung der Kernwaffen-

Einsatzbereitschaft, wurden in

das Dokument aufgenommen.

Durch die Forderung nach Aufrechterhaltung

des ABM-Vertrages

(Anti-Ballistic-Missile

Treaty) wird der derzeit wohl

größten Bedrohung für die

Atomabrüstung entgegengewirkt:

Kündigung des ABM-

Vertrags durch Rußland und ein

neues Wettrüsten, wenn die USA

auf dem Aufbau eines "Raketenschilds"

im Weltraum / Neuauflage

des SDI-"Star Wars"-

Wahns beharren.

Zahlreiche weitere Punkte

finden sich in einem ersten Kommentar

zum Konferenz-Abschlußdokument,

den "OME-

GA" (Öst. Mediziner gegen Gewalt

und Atomgefahren) und der

Internationale Versöhnungsbund

(IVB - Öst. Zweig) verfaßt

haben.* In Österreich haben vor

allem PLAGE-Sympathisanten

ein wenig am erwähnten NGO-

Druck auf die Konferenz-Teilnehmerstaaten

mitgewirkt: in

zwei PN-Ausgaben war der Aufruf

von Abolition 2000 zum

Abbau aller Atomwaffen abgedruckt;

Ihre Unterschriften, liebe

Leser, wurden mit hunderttausenden

anderen aus der ganzen

Welt (und Millionen aus

Japan!) an die UN-Konferenz

im April/Mai in New York übergeben.

(> Siehe auch PN 2/00,

S. 2: "Salzburg und Linz treten

weltweiter Resolution gegen

Atomwaffen bei".)

* Nähere Informationen:

Dr. Klaus Renoldner (Präs.

OMEGA), 3593 Neupölla 93,

Tel. 02988/6236, FaxDw 5,

eMail: RENO@wvnet.at

P.b.b. Erscheinungsort Salzburg, 7874S87U, Verlagspostamt 5020 Salzburg • DVR 0781665

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