PP_3_6_Korrekturen Jac.2:Layout 1 - Schillerpromenade

schillerpromenade.quartier.de

PP_3_6_Korrekturen Jac.2:Layout 1 - Schillerpromenade

“IMMER WIEDER AUFSTEHEN” – DIE NEUKÖLLNER ROLLSCHUHLÄUFERIN MONIKA LIZ / DIE MACHER – WIE ELTERN SICH GEGEN

DROGENDEALER WEHREN / DER AUSBILDER – GAS- WASSER- INSTALLATEURMEISTER STEFAN SCHOLZ / DIE PATEN –QUARTIERSRATS-

MITGLIEDER AUF TUCHFÜHLUNG MIT PROJEKTEN / DIE RESTAURIERER – NEUKÖLLNER SCHÜLER REPARIEREN TISCHE UND BÄNKE

PROMENADENPOST

3.Ausgabe 2009 / Quartiersmanagement, Nachrichten & Geschichten aus dem Schillerkiez


Foto: Melanie Spintik

02 PROMENADENPOST

Tanzen bei den Neuköllner Sportfreunden: „Training“ ist jeden Donnerstag von 17 bis 18.30 Uhr im Mehrzweckraum der

Odersporthalle. Wir freuen uns über neue Standard- und Latein-Tänzer. Auch ohne Vorkenntnisse ist der Einstieg jederzeit

möglich. Einfach bei Kriegers unter 7721978 vorab informieren.

Kunst mit Effekt

Wie „ausgewechselt” sei die Stimmung nach der Zusammenarbeit

gewesen. „So etwas habe ich noch nicht

erlebt!“, sagt Sabine Kleinert von der Karlsgartengrundschule.

Was war passiert: Eltern wollten endlich

ein Zeichen setzen gegen den Drogenhandel in der Hasenheide,

der seit Jahren ihre Kinder gefährdet. Man

wollte etwas Konstruktives beisteuern, das eine gute

Außenwirkung hat. Der offene Elterntreff, ein gemeinsam

mit dem Interkulturellen Elternzentrum gefördertes

Projekt des QM Schillerpromenade diente drei Monate

lang als Gesprächsplattform. Nach anfänglichen

Diskussionen entschied man sich dafür, etwas Sichtbares

zu gestalten. In der Folge bastelten Eltern rund

drei Monate an ihrem Kunstwerk, das mit Hilfe der

Künstler Sofia Camargo und Thomas Klasen zu einem

Großen und Ganzen zusammengesetzt wurde. Im Juli

wurde es in Sichtweite der Dealer aufgestellt und mit

einer kleinen Feier eingeweiht. Seitdem sind diese im

Umfeld der Schule erstmal verschwunden. Aktivität

herrscht dagegen in der Karlsgartengrundschule: Hier

möchte man in Zukunft noch mehr zusammen machen,

z.B. Weihnachten zusammen feiern. ULLA HÖMBERG

Die Skulptur soll ein Zeichen setzen gegen Drogen.

Foto: Maren Sauer

Paten des Kiezes

Wie entwickeln sich eigentlich die laufenden Projekte

im Rahmen des Programms Soziale Stadt? Wie kann

das Kiezbeteiligungsgremium Quartiersbeirat als

wichtiger Entscheidungsträger im Quartiersmanagementverfahren

sich enger mit den durchgeführten

Projekten verzahnen? Als Antwort hierzu haben das

Quartiersmanagement und der Quartiersbeirat ein

Patenschaftsmodell ins Leben gerufen. Dementsprechend

übernehmen künftig bis zu zwei Mitglieder des

Beirats eine Patenschaft für die Maßnahmen des

Quartiersfonds 2 und 3. Die Paten begleiten ihre

Projekte während der Laufzeit, besuchen regelmäßig

den Projektstandort und machen sich ein Bild von

der inhaltlichen Entwicklung des Projekts. Auf den

regelmäßig stattfindenden Quartiersbeiratssitzungen

berichten die Paten zu dem aktuellen Stand der

jeweiligen Projekte. Patenschaften fanden sich bereits

für die Projekte „ Hausaufgaben- und Lernhilfe“, „das

Interkulturelle Elternzentrum (IEZ) kommt an die

Schule“, „Elternschule an der Karl-Weise-Grundschule“

und für die „Elternaktivierung und Freizeitgestaltung

an der Hermann-Sander-Grundschule“.

Projektbeschreibungen sind auf dem Kiezportal

www.schillerpromenade-quartier.de einsehbar.

STEFAN ENGELBRECHT

Gnadenlose

Optimisten

Neue Kultur-Gesprächsrunde will ins Fernsehen

Gespräche mit bekannten und weniger bekannten

Künstlern über ihr Leben und ihre Arbeit – das ist

Programm im „Froschkönig”. Dank der Stummfilmabende

berlinweit bekannt, wollen der Betreiber des

Froschkönig, Patrick Giersch und seine Partner nun

höher hinaus: „Froschkönig – Das Neuköllner Gespräch

mit Lugmeier“ soll ins Regionalfernsehen. „Die

Sendung hat Qualität“, erklärt Patrick. „Interessante

Gäste mit spannenden Biografien! Schräges Ambiente!

Mit Ludwig Lugmeier haben wir den richtigen Moderator.

Er ist selbst Künstler mit abenteuerlicher Vergangenheit

und hat das nötige Charisma.“ Ludwig ergänzt:

„Aber es geht nicht nur um Highlights. Meine Gäste

sind Leute, die sich in Schaffensprozessen befinden,

Leute mit Visionen und Ideen. Als nächstes stehen

Francoise Cactus von stereototal und der Schriftsteller

Uwe Herms auf der Liste.“ Mitproduzent und Medienexperte

Reinhard Lange wirft ein: „Wir können mit

dem gewöhnlichen TV-Programm locker mithalten.

Da sind wir gnadenlose Optimisten. Selbst unsere technische

Qualität ist mit professioneller Licht-, Ton- und

Kameratechnik auf TV-Niveau.“ Die Gespräche mit

dem RBB laufen bereits – und das Interesse ist nicht

bloß einseitig. Der Froschkönig, die Literatur- und

Pianobar in der Weisestraße 17, Montag - Samstag

18 Uhr bis open end, Telefon: 0160 4541645, Mail:

info.froschkoenig@web.de, ist Teil des durch das

QM Schillerpromenade geförderten Projektes

KulturTatort. MICHAEL KLEINOD

Foto: Ralf Tober

Es tut sich was

auf der Schillerpromenade

Sie soll schöner werden. Dazu tragen die Schüler

der Carl-Legien-Oberschule und das Naturschutz-

und Grünflächenamt gleichermaßen bei.

„Rausgehen macht unseren Schülern immer Spaß“,

so die Erfahrung von Burkart Henning, Lehrer der

Holzklasse der berufsbildenden Oberschule. „Wir

hatten uns schon lange überlegt, was wir für den

Schillerkiez machen können. Und dieses Schuljahr

haben wir das nahe liegende gewählt, nämlich die

Des Menschen

bester Freund

Was wäre der Kiez ohne die sympathischen

„Bellos“ und „Blackies“...?! Wir kommen mit

sechs Herr- bzw. Frauchen auf ihren Hund

zu sprechen.

1. René über Lucky Lucky ist 13 Monate alt und

eine echte Berliner Mischung mit Vorliebe für Rinderherz.

Er mag kein Billigfutter, Pitbulls sind ihm

suspekt, berauschte Gestalten ebenso. Am liebsten

ist er bei der ehemaligen Einflugschneise. Dem

Kiez erteilt er in Sachen Hundefreundlichkeit ein

„gut“. 2. Claudia über Emma Emma ist eine 7

Monate alte Jack-Russell-Mischlingsdame und voll

auf mich und meine Töchter fixiert. Sonst ist sie

(1)

(4)

Restaurierung und Aufarbeitung der zum großen

Teil beschädigten Bänke und Tische auf der

Schiller promenade, zunächst zwischen Leine- und

Herrfurthstraße. Letzte Woche waren wir draußen

zum Aufmessen. Die Jugendlichen waren voll bei

der Sache, weil das anspornt, etwas Sinnvolles zu

machen. Für uns als Lehrkörper ist es gut zu sehen,

wie die Jugendlichen Eigeninitiative entwickeln

und Verantwortung für sich und ihre Umgebung

übernehmen. In den nächsten Wochen sollen nun

maßstabsgerechte Zeichnungen erstellt und die

fehlenden Holzteile hergestellt werden. Insgesamt

wird die Carl-Legien-Oberschule beim Naturschutz-

und Grünflächenamt Patenschaften für

rund 20 Bänke und 5 bis 6 Tische übernehmen.

sehr zurückhaltend, außer wenn es was zu holen

gibt – z.B. Trauben oder Ananas. Wenn wir nicht

gerade ins Grüne fahren, damit sie auch mal ins

Wasser kann, ist sie am liebsten bei der Kirche auf

dem Herrfurthplatz. 3. Hans über Nero, Blacky,

Cleo und Püppi Nero ist das Alphatier: eine 11-

jährige französische Hochgebirgsdogge, eine echte

Seltenheit, die täglich bis zu vier Kilo Futter

verdrückt. Blacky ist 16, Cleo eine verspielte 7

Monate alte Dobermanndame und Püppi, 5 Jahre,

Airedale Terrier. Zweimal am Tag drei bis vier

Stunden Gassi brauchen meine Hunde schon, auch

wenn es regnet. 4. Katja über Achim Achim ist 9

Jahre alt, blind und sehr lieb. Die Toleranz gegenüber

Hunden ist im Kiez generell gut. Zwar haben

Nicht-Hundebesitzer manchmal Vorurteile, aber

ich finde die Tretminen auf dem Bürgersteig auch

eklig – besonders wenn es an verschiedenen Stellen

im Kiez die Tüten gibt. 5. Jürgen über Teddy

(2)

(5)

03 PROMENADENPOST

D.h. wir werden uns auch in Zukunft kontinuierlich

um die Holzteile der Möblierung auf der Promenade

kümmern. Erste Anzeichen der Verbesserung

wird man so um die Weihnachtszeit sehen,

wenn die ersten Teile vor Ort montiert werden.“

Und das ist nicht das Einzigste: Wahrscheinlich

schon im Herbst wird die Umgestaltung der

beiden Spielplätze, Ecke Aller- und Selchower

Straße durch das Bezirksamt beginnen. Nachdem

bereits im April Anregungen und Wünsche aus der

Anwohnerschaft beim QM Schillerpromenade

gesammelt wurden, sind nun die Pläne fertig.

Neben einem kompletten, auf Sand gebauten

Schiff, wird auch ein als Geisterbahn gestalteter

Rundlaufparcours entstehen. ULLA HÖMBERG

Teddy ist eine viereinhalbjährige Mischung aus

Alaska Malamut, Labrador, Spitz etc. Aus eigener

Erfahrung mag er Kampfhunde nicht besonders,

auch bei aggressiven, betrunkenen oder ängstlichen

Menschen fühlt er sich nicht wohl. Leider ist

eine verschlossene Haltung Hunden gegenüber

recht verbreitet – eine Frage der Erziehung von

Hund und Mensch. Wir sind der St. Thomas -

gemeinde sehr dankbar, dass wir hier, auf der

Gründfläche, die an den Flughafen angrenzt geduldet

werden, eine Dauerlösung ist das freilich nicht.

6. Nadja über Carly Carly ist ein 6 Jahre alter Labrador-Dobermann

und super gut erzogen. Ich hab

ihn zwar erst seit 7 Wochen, aber ohne ihn würde

ich nicht so viel grinsen. Wir tun uns gegenseitig

gut. Trotz schlechter Erfahrungen ist Carly neugierig

und mag jeden – das ist nicht immer toll. Die

Hunde freundlichkeit des Kiezes gerade in Sachen

Auslauf ist steigerungsfähig. MICHAEL KLEINOD

(3)

(6)


04 PROMENADENPOST

Treffpunkt für Frauen

aus der Türkei

UĞRAK ist eine interkulturelle Anlaufstelle für

Frauen aus der Türkei aller Generationen in

unterschiedlichen Lebenslagen. Als Einrichtung

des Diakonischen Werkes Neukölln-Oberspree

e.V. ist UĞRAK bereits seit 1981 im QM–Gebiet

Schillerpromenade. Das Projekt bietet allgemeine

soziale und psychosoziale Beratung u.a.

zu Zuwanderungsgesetz/ Einbürgerung, Ehe-/

Familienkonflikte, Trennung/ Scheidung/ Sorgerecht,

Häusliche Gewalt, Gesundheit/ Krankheit,

finanzielle Probleme/ Schulden, Rente,

Wohnverhältnisse, Unterstützung im Umgang

mit Behörden/ Institutionen, Aufklärung über

Rechte und Pflichten. Weitere Angebote: Erst -

beratung in Rechtsfragen mit einer Rechts -

anwältin; Deutschkurse (in Kooperation mit

der VHS Neukölln); Deutschförderung/Schul -

arbeiten hilfe für Mädchen; Alphabetisierung in

Türkisch für Seniorinnen, offene Freizeitgruppe,

Informationsveranstaltungen, Kultur- und Freizeitprogramm.

UGRAK, Weisestr. 36, Telefon:

6211037, ugrak@diakonisches-werk-berlin.de,

Sprech zeiten: Montag, Donnerstag 10 - 13

Uhr, Dienstag 15:30 - 18 Uhr und 17 - 18 Uhr

Rechtsberatung (Voranmeldung erwünscht).

Das Projekt

Velomenal

... und seine Kooperation mit dem

Warthe-Mahl.

Die Idee, Stadtrallyes mit heimatkundlichem Bezug für

Kinder zu veranstalten, sei ihm bei einer schulischen

Veranstaltung seiner Tochter gekommen, sagt Peter

Herzfeldt, Hauptkommissar des Abschnitts 55. Und

damit der Lerneffekt sich nicht nur auf den Kiez beschränkt,

wurde ein Projekt mit Fahrrädern und den

Polizeikollegen für Kinder und Jugendliche Nord-Neuköllns

daraus. Bei der ersten öffentlichen Veranstaltung

waren dann 25 Kinder, aber nur 5 verkehrstüchtige

Fahrräder da! Da wurden Peter Herzfeldt und sein Kollege

Burkhard Poschadel aktiv: Zunächst bauten sie gefundene

Fahrräder auf, dann richteten sie Fahrrad-Verleihstationen,

z.B. an der Karlsgarten-Grundschule, ein.

Auf dieser Basis werden nun Reparaturarbeiten angeleitet,

Diebstahlprävention geübt, Verkehrsunterricht erteilt

und sogar Mütter im Fahrrad fahren unterwiesen.

Eine enge Kooperation besteht inzwischen mit dem

Warthe-Mal am Wartheplatz, wo Bewohner Fahrräder

unentgeltlich leihen können. Finanziert vom QM

Schillerpromenade sollen nun diese Räder einheitlich

gestrichen und als Kiezräder gekennzeichnet werden.

Als nächste gemeinsame Aktion startet am 17. Oktober

um 10 Uhr am Warthe-Mahl eine Radtour in den

Plänterwald. Sie sind alle eingeladen! ULLA HÖMBERG

Zukunftsbranche

Sanitärtechnik

Stefan Scholz erzählt aus seinem Alltag.

Es ist morgens um acht. Stefan Scholz, Gas-Wasserinstallateurmeister

gibt gerade die letzten Anweisungen

an seine Mitarbeiter, dann schaltet er um, und konzentriert

sich auf das Interview: Herr Scholz, warum ist

Ihr Geschäft in Neukölln? Neukölln war interessant

auf Grund der guten Anbindung durch die Autobahn

und die vielen Zulieferer und Händler in nächster

Nähe. Aufträge hatte ich keine hier. Das wurde erst in

den letzten Jahren besser, als die Sozialwohnungen mit

Eigentum durchmischt wurden. Da haben die Leute

angefangen zu investieren. So langsam kommt auch

außen Farbe auf die Wände. Das freut mich. Ganz

schön junge Mitarbeiter. Ich bilde aus! Das mache ich

aus Überzeugung. Wir nehmen Neuköllner Jugendliche,

auch solche mit Hauptschulabschluss. Jeder Einzelne

hat bisher die Prüfung sofort bestanden und ist

Das Elterncafé

ist eröffnet!

bis heute in seinem Beruf tätig. Da bin ich stolz drauf.

Und Sie kommen sich nicht ins Gehege? Nein. Alle

Betriebe finden ihre Nische. Wir z.B. haben uns auf

barrierefreies Bauen spezialisiert. Für ältere und kranke

Menschen bedarf es Umbauten im Bad und der Küche.

Das Gute: In vielen Fällen werden die Kosten von

den Pflegekassen bezuschusst. Dann machen Sie auch

Umwelttechnik. Was ist das? Die klassischen Reparaturen

machen bei uns nur ein Drittel der Arbeit aus.

Wir sind viel mit Anlagenbau beschäftigt. Eines meiner

Lieblingsprojekte war die Ausstattung einer Neuköllner

Biobäckerei. Dabei wurde die Abwärme der

Backöfen zur Warmwassergewinnung und zur Heizungserwärmung

im staubfreien Deckenbereich (!)

verwendet. Sie scheinen immer am Puls der Zeit.

Nicht nur, auch der Service ist wichtig. Seit Kurzem

arbeiten wir im Firmenverbund, um anfallende Arbeiten

aus einer Hand und mit einem Ansprechpartner

anbieten zu können. Das gefällt den Kunden und hat

unser Auftragsvolumen erhöht. Stefan Scholz, Sanitär-

und Umwelttechnik, Emser Straße 86, Telefon:

6255712 ULLA HÖMBERG

Am Freitag, dem 2. Oktober wurde das Elterncafé

der Kurt-Löwenstein-Schule (Karlsgartenstraße 6)

im Rahmen einer Veranstaltung mit Schülern,

Eltern und Kiezakteuren durch den Stadtrat für

Bildung, Wolfgang Schimmang, feierlich eröffnet.

Die Elternarbeit an der Kurt-Löwenstein-Schule in

Kooperation mit dem Quartiersmanagement Schillerpromenade

besteht nun bereits seit vielen Jahren.

Um dieser wichtigen Arbeit einen festen Standort

zu geben und so viele Eltern wie möglich für die an

der Schule stattfindenden Angebote zu begeistern,

wurden über die letzten Monate durch Förderung

des Programms Soziale Stadt Räume eines Schulgebäudes

in ein Elterncafé mit Terrasse umgebaut

(Die Promenadenpost berichtete). Neben dem

Cafébetrieb, der von den Eltern selbst organisiert

wird, sollen hier in Zukunft Beratungen zu Fragen

wie zum Schulsystem und zum dualen Ausbildungsprinzip

stattfinden. REICHARDT/QM

Ein Eindruck vom Ramadan-Fest in der Lehrküche und Familientreff Warthe-Mahl am Wartheplatz: Informationen zu kommenden

Veranstaltungen am und um den Wartheplatz werden auf dem Kiezportal www.schillerpromenade-quartier.de veröffentlicht.

Foto: Christoph Eckelt

(1)

(4)

Individuelle Betreuung

Wo finde ich Unterstützung, wenn ich mich selbstständig machen will, wenn ich eine

Lehrstelle oder eine geeignete Beschäftigungsmaßnahme suche? Im Folgenden eine Auswahl:

„Immer wieder

aufstehen“

Bei den World Games im Rollkunstlauf holte

die Neuköllnerin Monika Lis Bronze

Elegant schwingt Monika Lis (20) auf Rollschuhen

durch die Oderhalle, vollführt aus der Beschleunigung

heraus sofort eine schnelle Pirouette, kann den ehrgeizigen

Schwung nicht im Lauf fortsetzen, sondern

fällt hin. Der holländische Trainer Ton van de Weijer

erklärt: nicht die Anlaufenergie des Schwungs, aber

die mangelnde Steuerung durch Arme und Oberkörper

seien Ursache für den Gleichgewichtsverlust. Seine

Arme werden zu Flügeln, wenn er zeigt, wie es

technisch besser ginge. Rollkunstlauf beruht auf Körperbeherrschung,

ist liebevoller Umgang mit der

Schwerkraft. „Auf die Nase zu fallen strengt mich nicht

(2)

(5)

(1) Die BEQUIT - Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft

in Tempelhof GmbH - ist mit den

zwei Projekten Café Weise (siehe Seite 6) und „Sicherheit

und Sauberkeit” im Schillerkiez vertreten. Wer die

richtige Beschäftigungsmaßnahme noch nicht gefunden

hat, kann gerne vorbeischauen bei BEQUIT, Herrfurthplatz

11. (2) Kleks e.V. ist für Existenzgründer und

Unternehmer gleichermaßen da. Der Träger bietet

Beratung bei der Existenzsicherung, z.B. der Aufklärung

beim Umgang mit Ämtern, oder bei Engpässen ergänzend

zu ALG 2. Es wird mehrsprachig beraten, u.a. in

arabischer und russischer Sprache, das Ganze für kleines

Geld. Klex e.V., Leinestraße 7, Tel.: 9608 6247 (3) Das

BSZ beschäftigt sich mit Weiterbildung. Das beginnt

mit Hausaufgabenbetreuung für die Kleinen, geht über

Türkisch- und Deutschkurse, bis hin zu Computerkursen.

BSZ e.V., Kienitzer Str. 104, Tel.: 62721511

(4) Lesen und Schreiben e.V. Berlin ist ein gemeinnütziger

Verein, der sich auf Lernangebote im Bereich

Alphabetisierung spezialisiert hat. Die Teilnahme kann

Seit 13 Jahren läuft Monika Lis Rollschuh.

an. Ich stehe auf und laufe neu an,“ sagt Monika Lis

selbstbewusst. Die Neuköllnerin ist Gewinnerin der

Bronzemedaille bei den World Games im Rollkunstlauf.

Seit dreizehn Jahren steht sie auf Rollschuhen.

Unterstützung erhält sie von ihrer aus Polen stammenden

Mutter, die als Leichtathletin Fünfkampf

betrieb. Zu internationalen Schauläufen kommen oft

nur hundert Zuschauer, beim Fußball wäre das Meisterschaftsstadion

ausverkauft. „Unsere Leistungen

Foto: Angela Knobloch

(3)

(6)

05 PROMENADENPOST

über die Berliner JobCenter finanziert werden. Lesen

und Schreiben e.V. Berlin, Herrnhuter Weg 16, Tel.:

6874081 (5) Pro-KMUist eine Agentur für kleine und

mittlere Unternehmen, die mit ihren Aktionen deren

Wettbewerbsfähigkeit stärken will. Z.B. werden lokale

Wirtschaftsmeetings organisiert und eine gemeinsame

Interessensplattform im Internet gepflegt. Pro-KMU,

Mahlower Straße 24, Tel.: 60975468 Ein weiteres

Beratungsangebot für Arbeitslose gestaltet die (6)

tandem BQG . Fachpersonal begleitet Sie mit Einzel -

coaching und Workshops kostenfrei und vertraulich.

Mit den Projekten „Mädchen in Aktion“ und „Zukunft

aktiv!“ bieten sie auch spezielle Förderung für

junge Erwachsene. Tandem BQG, Schiller promenade 1,

Tel.: 600346664 ULLA HÖMBERG

erbringen wir hauptsächlich für uns selbst. Es war aber

ein tolles Erlebnis, auf Taiwan bei den World Games

über tausend Menschen auf der Tribüne zu sehen.“

Eine Kür dauert immerhin vier Minuten. Bewertet

werden Technik, Choreographie und persönliche

Ausstrahlung. Monika Lis studiert an der Universität

Potsdam Biologie. „Sport werde ich nicht studieren.

Lieber eine schöne Naturwissenschaft. In der Berufswelt

wird es aber sehr anerkannt, dass ich sportliche

Leistungen erbringe.“ Davon profitieren jetzt schon

die kleineren Läufer ihres Vereins „Neuköllner Sportfreunde“,

denen Monika mit Rat und Tat zur Seite

steht. Geplant ist eine Kleinkindergruppe von zwei bis

fünf Jahren, die spielerisch Gleichgewicht und Bewegungskoordination

lernen sollen. „Ich bin in Neukölln

geboren, ich habe Neukölln viel zu verdanken.“ Neuköllner

Sportfreunde 1907 e.V.. Training: Montag,

Mittwoch 16 -18 Uhr, Bezirkssporthalle Oderstraße;

Freitag 17- 18:30 Uhr, Auskunft gibt Ingrid Fringel,

Telefon: 7727530 THOMAS HINRICHSEN

Fotos: aus den Projekten


06 PROMENADENPOST

Architekturgeschichte

gleich

um die Ecke

Das Wirken Bruno Tauts im Schillerkiez

Bruno Julius Florian Taut (1880 – 1938) war einer

der Gründerväter der modernen Architektur und

Wegweiser des frühen sozialen Wohnungsbaus. Sein

Schaffen prägt auch das Gesicht des Schillerkiezes bis

heute. Mehr als zehntausend Wohnungen wurden in

Berlin nach seinen Plänen im Geiste sozialer Reformideen

errichtet. 191 davon entstanden von 1925 bis

1928 zwischen Leine-, Oder-, Oker- und Lichtenrader

Straße, überwiegend in fünfgeschossiger Blockbauweise.

Schon früh stand Taut mit großen Architekten

seiner Zeit wie Gropius in Kontakt. In den

20ern wurde Taut, der u.a. Stadtbaurat in Magdeburg

Das freundliche

Café

Eine Maßnahme des Jobcenters und ihre

Auswirkungen.

Wer schon mal da war, weiß es: Das Café Weise ist

mit seinen Korbstühlen und der mediterranen Bebilderung

nicht nur gemütlich, es lädt besonders durch

die freundliche Art seiner Mitarbeiter zum Wiederkommen

ein. Eine von ihnen ist Inge Ginther. Sie ist

bereits zum zweiten Mal hier beschäftigt, weil die Arbeit

so Spaß macht. Was genau ist Ihre Aufgabe hier?

war, vor allem durch die Großsiedlungen in Britz und

Zehlendorf bekannt. 1932 ging er, fasziniert von der

sozialistischen Architektur, nach Moskau, 1933 nach

Japan und 1936 in die Türkei, wo er nach der Vollendung

seines letzten Bauauftrags, eines Katafalks, einem

Trauerbogen zu Ehren Atatürks, 1938 an einem

Asthmaanfall starb. Als Vertreter des Neuen Bauens

wandte er sich von Historismus und Jugendstil ab: im

Rahmen von Wohnungsnot und Massenwohnungsbau

seien Dekorationen und Ornamente unökonomisch,

so Taut. Ein gerader, asketischer Stil und eine

völlig neue Form des Bauens dagegen sollten das Ziel

sein, das man u.a. durch den Einsatz neuer Materialien

wie Stahl und Beton erreichen wollte. Auch im

Schillerkiez waren die Wohnungsgrundrisse standardisiert

– das sparte Baukosten und schuf preiswerte

Wohnungen für Arbeiterfamilien. Im Zweiten Weltkrieg

beschädigt und 1951 vereinfacht wiederaufgebaut,

sind die Wohnblöcke im Schillerkiez noch immer

etwas Besonderes. Zu betrachten ist Tauts Neues

Bauen u.a. an der Leinestraße 24. MAREN FREUDENBERG

Morgens helfe ich beim Kochen und Backen fürs

Café. Ab Mittag gehe ich mit Menschen, die das Einkaufen

oder zum Doktor nicht mehr so gut alleine

können. Wer kann Ihre Dienste in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich jeder, der Bedarf hat. Das geht

ganz formlos bei uns. Die Menschen kommen vorbei

und man spricht über ihren Bedarf. Ins Café kann

übrigens auch jeder kommen. Wir haben Frühstück

von 9-11 Uhr, Mittagstisch von 12 -14 Uhr und

Kaffee und Kuchen bis 17 Uhr. Dabei sind die Preise

moderat: Kaffee kostet 60 Cent, das Mittagessen maximal

3 Euro. Wer kommt denn so ins Café Weise?

Vor allem sind das Rentner, die nicht mehr jeden Tag

kochen wollen oder können. Aber auch Hartz-4-

Empfänger und, wenn es Fleisch gibt, sind auch die

Im Stil des Neuen Bauens errichtet: Fünfgeschosser in der Leinestraße

Handwerker da! Frage an die Projektleiterin Anita

Goldmann: Was ist das Besondere an Mitarbeitern

wie Frau Ginther? Zunächst mal ist Inge Ginther ein

ganz lieber, hilfsbereiter Mensch, die ihre Aufgabe

wirklich Ernst nimmt. Selbst in der Zeit, in der sie

nicht bei uns tätig war, hat sie uns immer besucht und

ihre Hilfe angeboten. Dann haben wir aber auch gute

Erfahrungen mit den ÖBS-Kräften allgemein. Das ist

eine Beschäftigungsmaßnahme des Jobcenters für

Menschen über 50. Die wollen wirklich arbeiten, sehen

den Sinn ihrer Tätigkeit. Da macht das Zusammenarbeiten

Spaß. Café Weise, Weisestraße 26,

Telefon für soziale Dienste: 62724449, Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag 9 - 18 Uhr und Freitag

9 - 14 Uhr ULLA HÖMBERG

Foto: Ulla Hömberg

Foto: Angela Knobloch

Im Herzen

Neuköllns liegt das

Cameroon House

Es gibt eine große afrikanische Gemeinde in

Neukölln. Deren Mitglieder kommen vor

allem aus Kamerun, Ghana, Nigeria und

Togo. Das Cameroon House möchte dazu

beitragen, dass diese Menschen ihre Herkunft

nicht vergessen und dass auch Deutsche mehr

über Afrika erfahren.

Feiern im Cameroon House sind keine Seltenheit.

Hinter der leuchtend roten Tür in der Mahlower Str.

31 findet man das Cameroon House, eine Einrichtung

der Kamerun Kultur Initiative e.V. Diese Initiative

hat es sich erfolgreich zum Ziel gesetzt, Menschen

aus Kamerun, Nigeria, Ghana, Togo und Deutschland

einander näher zu bringen. Zum Beispiel durch

offene Kochkurse jeden Mittwoch um 16 Uhr: Eingeladen

zum gemeinsamen Kochen sind alle, die die

afrikanische Küche und Kultur näher kennen lernen

möchten. Sie fragen sich, was sich hinter Spezialitäten

wie Fufu und Eru, Egussi, Ikwuobi, Garri oder

Okro versteckt? Viele dieser Zutaten sind direkt aus

verschiedenen Gebieten Afrikas importiert und

werden täglich im Cameroon House serviert. Die

Speisekarte lockt mit weiteren unbekannten Gerichten.

Das Restaurant ist wochentags von 12 bis 24 Uhr

geöffnet, am Wochenende von 14 bis 2 Uhr. Die

Kamerun Kultur Initiative überzeugt nicht nur durch

das kulinarische Angebot. Sie bietet auch sportliche

Aktivitäten an, besonders um afrikanische und europäische

Kinder zusammenzubringen. Außerdem finden

an Sommernachmittagen regelmäßige Trommelrunden

in der Hasenheide statt. Jeder Rhythmus, jede

07 PROMENADENPOST

Art zu spielen, hat eine andere Bedeutung. Achten Sie

auch auf afrikanische Tanzveranstaltungen, die

manchmal auf der Schillerpromenade stattfinden.

Die Kamerun Kultur Initiative wurde 2000 gegründet

und besteht aus ungefähr 40 afrikanischen und

deutschen Mitgliedern. Bei Interesse an den Angeboten

melden Sie sich unter 0176 66434953 oder

kommen ganz einfach im Cameroon House in der

Mahlower Straße 31 vorbei! MAREN FREUDENBERG

„Zwei Nasen im

Wind” von Thomas

Maurenbrecher

Eine Buchempfehlung des Antiquariats

Buchexil-Neukölln

„Dies ist die Geschichte von zwei Freunden, die Strekken

ihres Lebens zusammen gehen. Ihre Freundschaft

beginnt in der Schulzeit der beiden, wo Edwin und

Mario sich in ihrem gemeinsamen Anderssein von ihren

Mitschülern abgrenzen. Und doch sind beide völlig

verschiedene Charaktere. Edwin, der ‘Hansdampf

in allen Gassen’, lässt sich von seinem Ehrgeiz treiben.

Mario hingegen entwickelt sich konsequent, studiert

Archäologie sowie Ur- und Frühgeschichte und versucht

sich als Schriftsteller. Nach der Rückkehr von

ausgedehnten Reisen, bei denen Edwin den Drogen

verfällt, versuchen beide, Zugang zur Frankfurter

Künstlerszene zu finden.”Antiquariat Buchexil-

Neukölln, gefördert durch das QM Schillerpromenade,

Allerstraße 43 (www.buchexil-neukoelln.de).

Der Autor wird am 17. Dezember, 19:30 Uhr im

Buchexil aus seinen Büchern lesen. ULRIKE TSCHACKERT

Foto: Melanie Spintik

TERMINE

A wie Ansprechpartner für Seniorensicherheit –

Auf Terminanfrage kommen pensionierte Polizeibeamte

zur kostenfreien Durchführung von

Vorträgen, Seminaren und Informationsveranstaltungen

zum Thema „Wie schützen Sie sich im

Alter?“. Dabei informieren sie über das Verhalten

an der Wohnungstür, den Schutz vor Taschendiebstahl,

die Risiken im Umgang mit Bargeld und

Scheckkarten, die sichere Nutzung von Bus und

Bahn u.v.m. Telefon: 4664979414

B wie Berlinfabrik, Weisestraße 58: 17. Oktober

Bärenquell, eine Fotoausstellung von zoe la mar &

Martin Mai mit Auktion ab 21 Uhr und 7. November

Modenschau zu NACHTUNDNEBEL Neukölln

B wie im Buchexil wird öffentlich gelesen: Z.B. am

22. Oktober um 19 Uhr von Manfred Wätje aus seinem

„Drachentöten“-Manuskript über Kopflose, Brillenträger,

Lilien und Mondphasen. Und am 7. November,

20 Uhr im Rahmen von NACHTUNDNEBEL

2009 zeigt und liest Minako Matsuishi aus Japan

ihre gemalten Gedichte. Antiquariat Buchexil,

Allerstraße 43, www.buchexil-neukoelln.de

E wie Ehrenamtliche gesucht: Wer hat Lust im

Interkulturellen Zentrum während der vielfältigen

Veranstaltungen mitzuhelfen? Voraussetzungen

sind Zuverlässigkeit, eine praktische Veranlagung

und Spaß am Umgang mit Menschen. Dafür gibt

es eine professionelle Einarbeitung und kostenlose

Vorträge, Konzerte, Podiumsdiskussionen u.v.m.

Weitere Informationen bei Ulrike Latkowski, Telefon:

627318125, latkowski@genezareth-gemeinde.de

F wie das Flughafengelände darf ab Oktober besichtigt

werden. Die Führungen über das Gelände

werden Wissenswertes zur Geschichte und zum

Stand der Planungen zu berichten haben. Start ist

der 17. Oktober. Man kann zwischen Bus-, Fahrradund

Wandertouren wählen (Dauer ca. 90 Minuten).

GRÜN Berlin GmbH, Telefon: 28018117, Ticketpreise:

4,50 - 5,90 Euro.

K wie bei Kaffee und Kuchen wird Manfred Mansdorf

am 20. Oktober um 15:30 Uhr im Café Weise,

Weisestraße 26, aus dem Fantasiegeschichtenbuch

„Das geteilte Zimmer” lesen. Die Erzählung ist

eigentlich für Kinder ab 9 Jahre, aber auch gut für

alle Junggebliebenen zu verkraften.

N wie NACHTUNDNEBEL 2009 ist dieses Jahr am

7. November und wird mit vielen Aktionen und

Ausstellungen natürlich auch wieder im Schillerkiez

die Nacht erhellen. Beginn ist um 19 Uhr im

Schillerpalais mit Fotografien und Videoinstallationen

von Claire Waffel. Ein Geheimtipp unter

vielen: Um 22:30 Uhr wird es in der Genezareth -

kirche eine Vorführung des Fritz-Lang-Films „Eine

Stadt sucht ihren Mörder“ geben, mit moderner

Musik begleitet. Einlass ab 22 Uhr.

Inge Ginther (rechts) hilft beim Kochen, Backen, Einkaufen, Servieren und auch beim Gang zum Arzt.


08 PROMENADENPOST

Foto: Christoph Eckelt

Impressum

Herausgeber: Quartiersmanagement Schiller -

promenade, Schillerpromenade 10, 12049 Berlin,

www.schillerpromenade-quartier.de, Telefon

030 - 6211602 / Projektleitung: Hömberg &

Partner, Ulla Hömberg, Ackerstraße 12, 10115

Berlin, Telefon 030 - 42027364 / Redaktionsteam:

Thomas Hinrichsen, Michael Kleinod, Maren

Freudenberg, Jacqueline Meier / Gestaltung:

Tangram Design, www.tangram-design.de /

Cover fotografie: Angela Knobloch / Druck: Henke

Presse druck / Vertrieb: Bloma Werbung GmbH /

Auflage 12.000, Berlin Oktober 2009

Mehr als Lotto,

Tabak und

Tickets

Cennet, Tülay und Medine Tapan

betreiben seit 11 Jahren einen Lottokiosk

in der Okerstraße.

Das freundliche Geschäft ist wie immer voller Besucher,

als Thomas Hinrichsen zum Interview mit

der Chefin Cennet kommt. Die Kunden bleiben

gern auf einen Kaffee, nachdem sie sich mit Tabak

und BVG-Karten versorgt und ihren Lottotipp abgegeben

haben. Einen Kopier- und Faxservice gibt

es ebenfalls. Frau Tapan, Ihre Gäste fühlen sich

bei Ihnen ja sehr wohl. Sie kommen alle aus der

Cennet Tapan in ihrem Kiosk

Nachbarschaft, reden bei einem Kaffee miteinander

und entgehen der Anonymität. Hier sind schon

Freundschaften und sogar Partnerschaften entstanden.

Dabei sind die Menschen im Umgangston

doch in der Regel sehr rauh. Rauh sind sie, vor

allem aber hilfsbereit. Fast alle leben von sehr

wenig Geld, praktisch helfen sie sich aber. Das ist

doch das Schöne an unserer Straße. Übrigens

haben wir auch Stammkunden aus Beitrittsländern

der Europäischen Union, die kaum Deutsch

können, aber „mit Händen und Füßen“ verständigen

wir uns gut. Gibt es keine Probleme? Oh doch.

Ältere Menschen finden kaum noch Arbeit. Im

Lotto suchen sie nach einem Ausweg. Jugendliche

hängen gelangweilt auf der Straße ohne Perspektiven.

Was schlagen Sie vor? In der Okerstraße brauchen

wir dringend Streetworker und einen festen

Anlaufpunkt. Dann kommen die Jugendlichen

hoffentlich von der Straße. Tabak – Lotto, Cennet

Tapan, Okerstraße 45, Telefon: 62984992. Montag

bis Samstag 5:30 - 20 Uhr, Sonntag 9-14 Uhr.

THOMAS HINRICHSEN

KLEINER RATGEBER

Drohung von Wohnungslosigkeit, Betreutes

Wohnen, Schuldnerberatung u.ä.

k Casa Nostra e.V., Schillerpromenade 3,

Telefon 6003464-0

k Bürgerhilfe gGmbH, Allerstraße 39, Telefon

62722938, Sprechstunden Montag und Freitag

10 - 12 Uhr, Mittwoch 17 - 19 Uhr

Angebote für Kinder und Jugendliche

k Interkulturelles Kinder- und Elternzentrum

„Am Tower“ Oderstraße 174, Telefon: 62607781,

Montag + Dienstag 12 - 18:30 Uhr, Mittwoch und

Donnerstag 13 - 18.30 Uhr, Freitag 12 -18.30 Uhr

k YO!22 Jugendclub, Oderstraße 22, Telefon:

62607047, Montag Mädchentag 16 - 21 Uhr,

Dienstag bis Samstag 16 - 21 Uhr

k Schilleria, Café für Mädchen und junge Frauen,

Weisestraße 51, Telefon: 62723602, Dienstag,

Mittwoch, Freitag, Samstag 14 - 20 Uhr

k Warthe 60, offene Kinder- und Jugendarbeit,

Warthestraße 60, Telefon 66622872, Dienstag,

Donnerstag und Freitag 14 - 19 Uhr, Mittwoch

15 -19 Uhr (Mädchentag) und Samstag 10 -15 Uhr

k AWO- Jugend- und Familienberatung

Weisestraße 69, Telefon: 8219945,

Mail: familienberatung@awo-suedost.de

Anlauf- und Beratungsstelle für Ordnungsaufgaben,

Gewerbeangelegenheiten und Lärmbelästigung

beim Ordnungsamt Neukölln. Telefon:

68096699, Juliusstraße 67, Montag bis Mittwoch

9 - 13 Uhr, Donnerstag 15 - 18 Uhr und Freitag

9 - 12 Uhr

Beratung für Senioren

Im Haus des älteren Bürgers, Werbellinstraße 42,

Telefon: 6897700, Sprechstunde: Montag bis

Freitag 9 - 17 Uhr (Hausbesuche möglich)

Mietprobleme

k Berliner Mieterverein e.V., Wilhelmstraße 74,

Telefon: 226260

Probleme mit der Straßenreinigung BSR

Servicecenter (z.B. Abfall, Sperrmüll, Schadstoffe)

Telefon: 75924900, Montag bis Freitag 7 - 17 Uhr

Sperrmüllabfuhr Telefon: 89715555

Suchtprobleme

k Confamilia Suchtberatung, Warthestraße 4 - 5,

Telefon: 6259015, Sprechstunden Montag 14-16

Uhr und Donnerstag 15:30-17:30 Uhr

k Berliner Krisendienst, Karl-Marx-Straße 23,

Telefon: 39063910, Sprechstunden: Montag bis

Freitag 16 - 24 Uhr

k Vista Suchtberatungsstelle, Warthestraße 4-5,

Telefon: 6259015, Sprechstunden Montag 14 - 16

Uhr, Donnerstag 15:30 - 17:30