VDV Das Magazin Ausgabe Juni 2014

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Das Verbandsmagazin des VDV ist die redaktionelle Plattform für Unternehmen des Öffentlichen Personen- und Schienengüterverkehrs in Deutschland. Konzept und Realisierung: AD HOC PR, Gütersloh.

„Wichtig sind die Wege.

Wir wollten, dass die

Fahrgäste vom Licht

geleitet werden.“

Prof. Ulrich Coersmeier, Architekt

Stockwerk tiefer. Aber allein durch die

Architektur der Station wirken die Linien

optisch präsent. Die kühn geschwungene

Halle und ihre mit Edelstahlelementen

verkleidete Deckenkonstruktion folgen

dem Verlauf der derzeit noch oberirdisch

geführten Stadtbahn-Gleise. Wenn eines

Tages die Kölner Stadtbahn vollständig

ausgebaut ist, sollen hier die Züge in Ost-

West-Richtung rollen. Bis dahin bleibt

das auf dieser Ebene bereits eingebaute

Gleisbett abgedeckt. Den Mittelpunkt

der Halle bildet eine elliptische Ladenzeile,

deren Glasscheiben scheinbar ein

Chromdach tragen. „Wie eine Wolke

scheint dieses Element im Raum zu

schweben“, so Ulrich Coersmeier. Voraussichtlich

im Spätsommer können

Fahrgäste hier einkaufen.

Architektonisch und gefühlt liegt hier

der Mittelpunkt der gesamten Station:

An dieser Stelle kreuzen sich die rund 22

Meter unter der Erdoberfläche liegende

Nord-Süd- und die zukünftige Ost-

West-Strecke. „Die diagonale Kreuzung

ist das Hauptmotiv der Planung“, erläutert

Coersmeier: „Dass die Strecken im spitzen

Winkel aufeinander zulaufen, spiegelt

sich in der gesamten Station bis hin zur

Deckenkonstruktion wider.“ Beide Ebenen

sind optisch miteinander verknüpft,

Fahrgäste können das jeweils andere

Stockwerk einsehen. Die Übersichtlichkeit

schafft ein Gefühl von Sicherheit.

Von hinten beleuchtete Glaswände auf

der unteren Ebene und in den verbindenden

Räumen vermitteln Transparenz und

geben dem Bau seine Leichtigkeit.

Zehn Jahre wurde an dem rund 90 Millionen

Euro teuren Bauwerk gearbeitet.

Eine Investition mit Weitblick: „Hätten

wir diese Station kleinlich bemessen,

würde sich das später als teurer Fehler

herausstellen“, verdeutlicht Ulrich

Coersmeier. „Der Heumarkt wird eines

Tages einer der wichtigsten Umsteigepunkte

im ÖPNV Kölns sein und

das zentrale Bindeglied zwischen der

Alt- und Südstadt“, erläutert auch Jürgen

Fenske, Vorstandsvorsitzender der

Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) und

VDV-Präsident: „Mit diesem Bauwerk

sind wir auf das zukünftige Wachstum

der Fahrgast- und Einwohnerzahlen

gut vorbereitet.“ Prognosen zufolge sollen

nach der Gesamtinbetriebnahme,

die nach dem Unglück am Stadtarchiv

Die Bedeutung der Nord-Süd Stadtbahn

Die Halle und ihre Deckenkonstruktion folgen in ihrem Verlauf

den derzeit noch oberirdisch geführten Stadtbahn-Gleisen.

Während im gesamten Kölner Stadtgebiet das Verhältnis zwischen

der Nutzung des ÖPNV und der Nutzung des Individualverkehrs annähernd

ausgewogen ist, nutzt nur ein Drittel der Südstadt-Bewohner

den ÖPNV, zwei Drittel jedoch den Individualverkehr. Die Folge

sind Staus, Lärm und Luftverschmutzung in der Südstadt. Gleichzeitig

wird die Nord-Süd Stadtbahn einen Beitrag zur Entlastung des

Innenstadttunnels zwischen Appellhofplatz und Poststraße leisten.

Durch den fährt in der Spitzenzeit alle 120 Sekunden eine Bahn.

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