VDV Das Magazin Ausgabe Juni 2014

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Das Verbandsmagazin des VDV ist die redaktionelle Plattform für Unternehmen des Öffentlichen Personen- und Schienengüterverkehrs in Deutschland. Konzept und Realisierung: AD HOC PR, Gütersloh.

Unterwegs im Netz

Aus der Milch uckermärkischer

Kühe stellt die Bauernkäserei

Wolters den Uckerkaas her.

Der Käse und andere regionale Produkte werden in den Hofläden

der Uckermark sowie in Berlin und Umgebung verkauft.

„Wir sind eine Art Wirtschaftsförderung:

ein

Bindeglied zwischen Produzenten

und dem Markt.“

Lars Boehme,

UVG-Geschäftsführer

Pieter Wolters, Inhaber der Käserei und

Produzent des Uckerkaas, hatte ihnen

zuvor erläutert, welche Vorteile der

Kombibus den Herstellern regionaler

Lebensmittel bietet: „Preiswerte Transportmöglichkeiten

zu finden, ist für uns

ein Problem.“ Die Wege in der Region

sind weit, und viele Produzenten können

es sich nicht leisten, Mitarbeiter dafür

abzustellen oder eigene Fahrzeuge anzuschaffen.

„Durch den Kombibus gibt es

jetzt ein System, mit dem wir gut leben

können“, sagt Wolters. Innerhalb des

Landkreises liefert der Bus zehn Kilogramm

Ware oder Gepäck zum Preis von

fünf Euro. Taggleich schafft das kein

Logistikdienstleister – wenn so kleine

Mengen überhaupt angenommen werden.

Insgesamt können die Absender mit dem

Bus bis zu 250 Kilogramm pro Lieferung

verschicken, verteilt auf mehrere Stücke.

Bald sollen für noch größere Transportmengen

Anhänger beschafft werden.

Pieter Wolters hat sich mit anderen regionalen

Produzenten zusammengetan

und das Netzwerk Q-Regio aufgebaut.

Innerhalb der Uckermark beliefert die

Handelsgesellschaft per Kombibus ihre

Läden in Templin und Prenzlau sowie

weitere Partner wie den Hofladen von

Gut Kerkow. Nicht zuletzt wird so auch

die Versorgung der Uckermärker mit

heimischen Produkten sichergestellt.

Anfang des Jahres hat Q-Regio sein

Netzwerk erweitert. Im Nachtsprung

erreichen die zuvor per Bus beim Fruchtund

Lebensmittelgroßhändler Geko angelieferten

Waren Geschäfte in und um

Berlin.

Seitdem die Anschubförderung Ende

2013 ausgelaufen ist, muss sich Kombibus

als eigenes Geschäftsfeld bewähren.

Bislang noch, so UVG-Geschäftsführer

Lars Boehme, „ein zartes Pflänzchen,

das aber sichtbar wächst und in das wir

investieren“. Gegenüber dem Vorjahr

will Kombibus seinen Umsatz 2014 auf

15.000 Euro fast verdoppeln und 2017

kostendeckend fahren. Denn über den

ÖPNV der im Besitz des Landkreises

befindlichen UVG darf der Gütertransport

nicht subventioniert werden. Auch

Lars Boehme betont die Bedeutung für

die Region: „Wir sind eine Art Wirtschaftsförderung:

ein Bindeglied zwischen

Produzenten und dem Markt.“

Das Modell könnte schon bald auch in

anderen Regionen starten. „Mittlerweile

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