Klausen in unserem Gemeindegebiet Bäckinger ... - Schneizlreuth

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Klausen in unserem Gemeindegebiet

Bäckinger-, Hiental- und Röthelbachklause

1. Die Bäckinger-Klause

Ausgangspunkt ist die Reiterbrücke. Nach der Brücke gehen Sie gleich nach rechts und sind

auf dem Waldbahnweg. Sie erreichen nach ca. 45. Min. die Bäckinger-Klause. Zahlreiche

Informationstafeln berichten über die geschichtliche Entwicklung des Waldhahnweges und

der Klause. Die Bäckingerklause dürfte um 1798 n.Chr. als Steinbau entstanden sein. Der

gesamter Taleinschnitt war hier durch eine Mauer versperrt. Holz, das von der Hientalklause

bis hier gedriftet wurde, kam vermutlich in einem »Triftsee« hinter der Klausmauer an.

Danach musste es über die Klausmauer wieder vor die Klausmauer befördert werden. Nach

dem Öffnen des Klaustores ging der Transport weiter über die Schwarzache, den Weißbach

und die Saalach bis zum »Triftrechen« in Bad Reichenhall.

Die Existenz des heute noch bestehenden gemauerten Kanals, ab dem Klaustor Richtung

Westen, lässt vermuten, dass Holz auch durch die Klausmauer geschleust und das Wasser

danach erst aufgestaut worden war.

Zum Bau der Gleisanlagen für die Schwarzachen-Klamm-Bahn, eine Holztransportbahn,

musste zwischen 1927 und 1930 ein Teil der Staumauer und der Erdwall gesprengt werden.

Die Gleisanlage endete ca. 200 m von hier. etwa am Ende des Kanals. Als Mitte der 50er

Jahre Lastwagen die ersten Holzfuhren von hier aus abtransportierten, stellte das Forstamt den

Betrieb der Schwarzachenklamm-Bahn eilt.

Von der Bäckinger-Klause sind es noch ca. 10 bis 15. Min. bis zur Harbach- und Bichleralm.

Zwischen den beiden Almen führt ein Weg zur Hientalklause und in der Verlängerung zur

Reiter-Alm.

2. Die Hiental-Klause

Ausgangspunkt ist die Reiterbrücke. Sie gehen jetzt aber nicht rechts in den Waldbahnweg,

sondern halbrechts in Richtung Reiteralm. Bei der ersten Weggabelung, links führt der Weg

zur Reiterahn, halten Sie sich rechts in Richtung Hientalklause. welche Sie vom

Ausgangspunkt nach ca. 1 Stunde erreichen.

In Schriftstücken wird die Hientalklause bereits 1624 n.Chr. als Holzbauwerk erwähnt. Wie

auf der Bauwerktafel belegt, entstand 1798 n.Chr. unter Kurfürst Carl Theodor, dieser

Steinbau, der 1897 durch einen weiteren Vorbau nochmals, verstärkt worden ist. Wie aus

einer Tabelle über den Holzeinschlag der Sahne Reichenhall von 1811/12 hervorgeht,

schlugen die Waldarbeiter hier im Hiental pro Jahr 300 Klafter Brennholz ein. Dies entspricht

in etwa der Menge von 825 Ster.

Neben der eigentlichen Holztrift diente die Klause vermutlich auch als so genannte

»Schwenzklause« für die Bäckinger-Klause, etwa 2 km von hier Richtung Weißbach gelegen.

Die Schwenzklausen wurden geschlossen sobald die Hauptklause gefüllt war. Sie dienten zur

schnellere und genügende Wasserzufuhr für die Nachtrift.


Nach dem Bau der Kiblinger Talsperre am Saalachsee bei Bad Reichenhall, konnte ab 1912

die Trift nach Reichenhall nicht mehr durchgeführt werden.

Ein Tipp: Von der Hientalklause können Sie links in Richtung Reiteralm oder nach rechts in

Richtung Bichler- und Harbachalm weiter wandern und so eine schöne Rundwanderung

machen.

3. Röthelbachklause

Ausgangspunkt ist der Ortsteil Baumgarten im Saalachtal (Linienbushaltestelle). Der Weg

führt über die Forststraße Röthelbach in Richtung Anthauptenalm bzw. Predigtstuhl. Die

Gehzeit beträgt ca. 1 Stunde. Es sind 450 Höhenmeter zu überwinden.

Die Röthelbachklause ist eine der frühesten urkundlich erwähnten (1392) Triftklausen. Um

das Holz aus schwer zugänglichen Waldgebieten bringen zu können, errichtete man in nahe

gelegenen Bachläufen so genannte Klaustore, hinter denen das Wasser gestaut werden konnte.

Nach Öffnung der Tore wurden die davor gestapelten Holzstämme talwärts gerissen.

Das in dem zur bayerischen Saline Bad Reichenhall gehörigen Wald am Röthelbach

geschlägerte Holz wurde mittels der gleichnamigen Triftklause in die Saalach gedriftet, wo

die

Stämme schließlich nach Reichenhall geschwemmt wurden.

Unter Kurfürst Carl Theodor wurde die Klause 1796 neu aufgebaut und stand bis zum Beginn

des 20. Jahrhunderts in Verwendung. Die Umstellung auf andere Energieträger innerhalb der

Saline beraubte die Röthelbachklause ihrer Funktion. In den Jahren 1994/95 wurde die Anlage

saniert und ist seither der Öffentlichkeit zugänglich.

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