Orkus! Projekt Pitchfork (Vorschau)

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XXXL-WGT-Bericht mit 100en Photos!

Nr. 07/08 · Juli/August 2014

wir auf

DEM WGT

Weltexklusiv:

Neues von

+ Facts mit:

Empyrium + Belphegor + Nine Inch Nails + Vintersorg

Amberian Dawn + Flip Grater + ROME + Anathema

Noisuf-X + FrontAngel + Blues Pills + The Dreamside

Eluveitie + Bacio di Tosca + New Days Delay + Anomalie

Surgyn + Burden of Grief + Ekat Bork + Sonic Syndicate


Titelstorys

Project Pitchfork 74

Blues Pills 24

Orkus!-Newcomer des Monats

Amberian Dawn 20

Orkus!-Act des Monats

Empyrium 32

Interviews & Storys

Anathema 19

Anomalie 28

Bacio di Tosca 65

Belphegor 48

Ekat Bork 46

Burden of Grief 47

Chainreactor 22

Eluveitie 66

FrontAngel 36

Fundetta 40

Flip Grater 16

Illdisposed 41

Lacrimosa 38

New Days Delay 64

Nitro/Noise 37

Noisuf-X 50

ROME 42

Sonic Syndicate 30

Surgyn 51

The Dreamside 29

Vintersorg 18

Service

short cut 9

Album des Monats & Top 5 52

Plattentipps 53

Buchtipps 58

Jahrestage 64

Kleinanzeigen 94

Abo 95

Tourdates 96

Impressum 98

Specials

Facts

Samael 16

Das Ich 16

Covenant 22

Mantus 22

Epica 28

Depeche Mode 28

Satyricon 40

Within Temptation 40

Nightwish 46

Moonspell 46

Literatur

Click Click 60

Cinematic

Across the River 62

Orkus! Compilation 100 68

Art Special

Annie Bertram 70

Fashion

Queen of Darkness 72

23. Wave Gotik Treffen 80

On Stage

Nine Inch Nails 79


ISBN 978-3-944154-09-1

EDITION


Liebe Leserin, lieber Leser,

willkommen zu unserer Sommer-Doppelausgabe!

Project Pitchfork: Peter Spilles hat es mal wieder getan! Na

ja, genauer gesagt, war er bei Entstehung dieser exklusiven

Titelstory noch mitten im Tun... das neue Album Blood zu

erschaffen! Erste Eindrücke und Informationen findest Du

ab Seite 74.

Unsere Orkus! Compilation präsentiert dieses Mal exklusiv

Musiker des aufstrebenden Labels Digital World Audio.

Jamie Nova, der umtriebige Kreative, kümmert sich stets

fleißig um die Belange seiner Künstler. Und immer wieder

können wir nur staunen, was für besondere Talente er

entdeckt...

Nun ist das große Ereignis bereits Vergangenheit: das

WGT. Schön war es wieder einmal. Anlässlich dieses

besonderen Szene-Events findest Du in der Ausgabe,

die jetzt in Deinen Händen liegt, einen schwelgerischen

Rückblick.

Wir wünschen Dir nun eine angenehme Zeit.

Nehme sie Dir. Du hast es Dir verdient!

Herzliche Grüße,

Claus Müller

P.S. Orkus! kann man auch im Dunkeln lesen – als

eMagazine! Infos dazu findest Du auf www.orkus.de. Und

es gibt wieder viele neue Abo-Prämien! Wusstest Du

beides schon? Prima!


Dieses Wochenende bläst in Brande-Hörnerkirchen das

von Orkus! präsentierte neunte Hörnerfest in seine

Tröten. Am Freitag (27.06.) stehen Vanir, Skiltron,

Punch’n’Judy, Heimatærde, Svartby, Potentia Animi,

Versengold und Tanzwut auf dem Programm, während

sich am Samstag (28.06.) bei Baldrs Draumar, Metusa,

Firkin, Feuerseele, Gernotshagen, Ignis Fatuu,

Cruachan und Letzte Instanz die Mähne schütteln lässt.

Alle Infos unter www.hoernerfest.de!

Das ersehnte neue Album Personal Revolution von

Chrysalide wird im September 2014 erscheinen. Es soll

auch eine reich bestückte limitierte Edition geben. Definitiv

eines der elektronischen Releases des Jahres! Die Noise-

Rebellen spielen übrigens Ende Juni auf dem legendären

Terminus Festival in Kanada.

Das neue Werk von Olaf Schulze erschien bei Edition Roter

Drache, besteht aus zwei unabhängigen Romanen und konnte

bereits auf dem WGT für Aufruhr sorgen, wo der Autor eine

Lesung samt Signierstunde abhielt. In Götterhämmerung steht die

Führungsriege der nordischen Götter kopf, denn Thors Hammer

wurde gestohlen! Nun versuchen alle, das wertvolle Objekt zu

finden... vom Geheimdienstagenten über den Skinhead bis zum

arbeitslosen Hobbyfilmer. In Walkürentritt steht Kommissar

Ferber vor einem kniffligen Fall: Im Stadtmuseum liegt der

Direktor im eigenen Blut, und vieles deutet darauf hin, dass ein

Olaf Schulze

Riese die grauenvolle Tat verübt hat. Im Laufe der Ermittlungen

260 Seiten, DIN A5, 16.00 €

verdichten sich aber Hinweise auf zwei mysteriöse Zwerge. Ferber lernt eine Menge

Leute kennen, die ihm höchst suspekt sind. Einige sind gar keine richtigen Leute –

jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn... Das broschierte Buch zählt 280 Seiten und

kann bei www.amazon.de oder über www.roterdrache.org für 16 Euro erstanden

Einen kostenlosen Katalog gibt es bei:

Edition Roter Drache, Haufeld 1, 07407 Remda-Teichel

werden.

www.roterdrache.org / edition@roterdrache.org

Götterhämmerung / Walkürentritt

In Götterhämmerung sind Geheimdienstagenten, Skinheads, arbeitslose Hobbyfilmer,

Kaiser Barbarossa, zwei Zeitreisende, ein größenwahnsinniger Nazi sowie

ein debiler Hund auf der Jagd nach Thors Hammer. Noch Fragen?

Walkürentritt vereint die Weltuntergangssorgen der nordischen Götter mit den

profaneren Problemen mitteldeutscher Sterblicher in einer turbolenten Komödie.

Wer glaubt, die nordischen Götter wären langweilig oder gar tot, wird schnell

eines Besseren belehrt!

Am 09. & 10.08.2014 geht das M’era Luna Festival

in die nächste Runde! Das im Jahr 2000 gestartete

Spektakel erwartet wieder mehr als 20.000 Gäste aus

den unterschiedlichsten Spielarten der alternativen

Szene. Knapp 40 Bands – von elektronisch hart über

cluborientiert bis rockig oder melancholisch – geben

alles, um Dir ein perfektes Festivalerlebnis zu bescheren.

Mit dabei sind dieses Mal Hochkaräter wie DAF,

Within Temptation, Deine Lakaien, Subway to

Sally, HENKE, Das Ich, Letzte Instanz, In Extremo,

And One, Combichrist und, allen voran, der Meister

Marilyn Manson höchstpersönlich! Das Event steigt wie immer in Hildesheim auf

dem Flugplatz Drispenstedt. Ein Kombiticket kostet 89 Euro, darin sind fünf Euro

Müllgebühr enthalten. Karten kannst Du über www.meraluna.de bestellen.

Das Debutalbum von Aeranea steht

bereit! As The Sun Died erzählt die

Geschichte einer verlorenen Welt,

reflektiert die Fehler der Menschheit,

welche zu einer Katastrophe

ungeahnten Ausmaßes geführt haben.

Eine Welt ohne Licht, ohne Wärme

und ohne Hoffnung... Dieses Szenario

wird mit einem Gemisch aus Goth/Doom Metal sowie Einflüssen aus Pop und

Prog untermalt und verschmilzt zu einer eigenen, düsteren Kombination. Trauer

tragende, schwere und dennoch farbenprächtige Musik: das sind die Trademarks

von Aeranea. Aufgenommen in den Sinustal-Studios (ASP, New Model Army, Black

Messiah und viele mehr), ist As The Sun Died zu einer nahezu perfekten Melange

aus Lyrics und Sound geworden. Die anno 2012 von Christopher F. Kassad (Jesus

on Extasy) und Christina Vogt (Schwester der Flowing Tears-Stimme Helen Vogt)

gegründete Band hat sich durch viele Einzel- und Supportshows (unter anderem mit

Fates Warning) eine feste Fanbase erspielen können.

Kaum ein Jahr nach Ghosts in my Eyes schieben Spiral69 ein

Minialbum nach, welches über ihre eigene Plattenfirma

Rehab Records veröffentlicht wurde. Alone bietet sechs

obskure Balladen, die allesamt von Liebe und Hass handeln.

Die irgendwo zwischen New Wave, Rock, Folk und Synth

Pop changierende Formation geht übrigens dieses Jahr auf

Europatournee und spielt im Rahmen der Nocturnal Culture

Night 9 am 07.09.2014 in Leipzig.

Die französische Pagan-Formation Stille Volk

hat ihr sechstes Studioalbum La Pèira Negra via

Holy Records veröffentlicht. Perfektes Ereignis,

um 20 Jahre Bandgeschichte zu feiern, oder? Das

Werk besticht durch hypnotisch-melodische,

kräftige Folk-Vibes – mit acht neuen Songs sowie einem Bonustrack, welche Dich

bestimmt in eine angenehm mystische Atmosphäre

versetzen werden...

Durch seine melancholische Stimmung passt Ein

Leben lang womöglich besser in die kalte Jahreszeit...

Nach vier Jahren haben Winterland ihr neues Album

vollendet und auf den Markt gebracht. Unbedingt

reinhören! Am Tag der Veröffentlichung war das Trio

übrigens zu Gast bei der SWR Landesschau. Den Beitrag

kannst Du Dir unter www.swrmediathek.de online ansehen oder herunterladen.

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Dream Pop? Punk? Alternative? Seasurfer

sind all dies... Doch halten wir uns nicht mit

Begrifflichkeiten auf, denn wichtig ist, was

drinsteckt – und das ist eine ganze Menge: eine

charismatische Stimme, Gitarren und Bässe

ohne Ende sowie wilde Drums hinten in der

Ecke. Es knarzt und pfeift aus allen Winkeln,

aber so soll es sein: dreckig, ergreifend,

authentisch! Mit ihrem ersten Album dive in entführen Dich Seasurfer in eine andere

Welt. Ihr Videodebut zum Song Stay flimmert auch schon durch das World Wide

Web.

Erst Anfang 2013 in ihrer aktuellen Formation

gegründet, konnten RROYCE bereits im April

den Newcomercontest UnBaCo in der Kategorie

„Dark/Gothic/Electro“ gewinnen. Was im Verlauf

jenes Jahres noch alles passierte, klingt schlicht

unglaublich: ein Konzert auf dem Leipziger

Wave Gotik Treffen, ein Supportgig für The

Crüxshadows, der erste Platz beim „Deutschen

Rock & Pop Preis 2013“ in der Kategorie

„Beste Gothic/Wave-Band“ und Platz zwei in

der Kategorie „Beste Elektropopband“ sowie der Sieg beim X-Mas Hexentanz-

Newcomerwettbewerb, welcher einen Slot beim großen Hexentanz-Open Air im

Mai 2014 sicherte. Nun präsentiert das Trio aus Dortmund sein selbst produziertes

Album dreams & doubts & fears. Ganz dem Geist der Achtziger verschrieben, retten

RROYCE die Einflüsse des wunderbaren Wave/Electro/Synth Pop in die Jetztzeit.

Sie werden übrigens auf der Electronic Dance Night XXL am 18.10.2014 in Köln

anzutreffen sein.

Giana Factory sind Louise Foo – Schwester von

Sharin Foo (The Raveonettes) –, Lisbet Fritze

(Gitarristin bei Trentemøller) und Sofie Johanne.

Gemeinsam gelang ihnen 2012 ihr viel gelobtes

Debut Save The Youth. Auch der jetzige Nachfolger

Lemon Moon weist jene Qualitäten auf, durch

welche das Mädelstrio bereits damals überzeugte:

Frostiger Pop und wunderschönes Songwriting mit

Tiefgang sowie selbstbewusster Attitüde vereinen

sich zu bezauberndem Dream Pop aus Gitarren und

Synthesizern. Ein offizielles Video für I Live at Night

gibt es auch schon zu sehen!

Opium Warlords ist keine gewöhnliche Doom Metal-

Band und spielt auch nicht nach Schema F. Der Begriff

„Avantgarde“ trifft es schon ziemlich gut, wenn man

dem mittlerweile dritten Release der finnischen Ein-

Mann-Formation lauscht. Hinter dem Namen steckt

Sami Albert Hynninen, der unter anderem in Gruppen

wie Reverend Bizarre, The Puritan oder Spiritus

Mortis involviert war. Zwar lässt sich Taste My Sword

Of Understanding etwas leichter anhören als seine

Vorgänger, ist aber immer noch keineswegs reiner Doom

Metal mit einfach strukturierten Songs, sich wiederholenden Parts oder Refrains. Es

gibt jede Menge zu entdecken – so viel steht fest! „Soundexperimente“ und „breiter

Klangkosmos“ sind hier Stichwörter. Für die Realisierung des neuen Werkes erhielt

Hynninen Unterstützung in Gestalt von Erkki Virta und Laura Länsimäki, die er durch

frühere gemeinsame Projekte kennt. Es lohnt sich übrigens, auch das Merchandise

zu checken: Es besteht zwar nur aus zwei T-Shirts, diese können sich aber durchaus

sehen lassen.

Teufelskreis bieten eine Mischung

aus Heavy Metal, Neuer Deutscher

Härte sowie Hard Rock und haben

nun ihr drittes Album veröffentlicht.

Eifersucht stellt eine kleine Werkschau

dar, welche die beliebtesten Songs

der Wiener Formation enthält.

Musikalisch sind Teufelskreis

besonders Fans von Bands Marke Rammstein, Oomph! oder Megaherz zu

empfehlen. Ihre Texte behandeln meist die Abgründe der menschlichen Psyche.

Auch scheut sich das Gespann nicht davor, soziale Missstände anzuprangern...

Schon gewusst? Die Band wünscht sich, dass das Aufwachsen und

Erwachsenwerden in einer gewaltfreien und harmonischen familiären Umgebung

und in einem ebenso gewaltfreien gesellschaftlichen Umfeld für alle Kinder

möglich ist. Zu diesem Zweck spenden Teufelskreis einen Euro pro verkaufter CD

an Happy Kids (www.happykids.at)!

Mit NightWhere – Die totale Unterwerfung ist im Festa

Verlag ein neues Werk von John Everson erschienen!

Hier stehen Sex und Obszönität an erster Stelle. Rae hat

in der Hoffnung auf den ultimativen Orgasmus mit allem

abgeschlossen – sogar ihrem Leben. Um seiner Frau ihre

sexuellen Wünsche zu erfüllen, begleitet Mark sie in den

als legendär geltenden Club NightWhere, der keine Adresse

hat. Dort ergötzt sich Rae an schlimmsten Erniedrigungen

und blutigsten Foltern. Als sie allerdings ins berüchtigte

Schwarze Zimmer will, packt Mark die Angst. Doch die

Grenze ist längst überschritten... Das Buch kommt in

stilechter Lederoptik auf 400 Seiten daher und ist unter

www.festa-verlag.de für 13,95 Euro erhältlich. Ein blutiglüsternes

Horrorerlebnis, das Deine Sicht auf die Thematik

möglicherweise verändern könnte...

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Arrows of Love nennt sich eine frische dynamische Band aus London, deren

finales Line-Up im Sommer 2011 stand. Seit Kurzem sind sie beim Label 1-2-3-

4 Records unter Vertrag. Das Debutalbum der Alternative Rocker wurde fast

komplett in der Garage von Fronter Nima Teranchi aufgenommen. Everythings

Fucked heißt das aussagekräftig betitelte Werk...

Der Verhaltensforscher Marco Contrada arbeitet in einer abgeschiedenen Region an der

Grenze zwischen Italien und Slowenien. Mithilfe im Wald aufgestellter Kameras beobachtet

er Tiere von seinem Monitor aus. Diese Aufnahmen sind es schließlich, die ihn in ein

einsames Dorf führen. Obwohl er nicht vorhatte, lange zu bleiben, schneiden ihm starke

Regenfälle kurz nach seiner Ankunft die einzige Rückzugsroute ab. Derart gefangen, muss

er bald aus erster Hand erfahren, dass an den Legenden um einen uralten Fluch, der

angeblich auf der Ortschaft lastet, vielleicht doch etwas dran ist... Across the River, ein

Horrorfilm im Stile von The Grudge oder The Ring, ist ab dem 18.07.2014 fürs Heimkino

erhältlich. Wir verlosen drei Blu-ray-Exemplare – einfach eine e-mail mit dem Betreff

„Waldschrat“ an verlosung@orkus.de schicken. Einsendeschluss ist der 15.08.2014, der

Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück und frohes Gruseln!

Die Organisatoren des Brutal Assault freuen sich,

vermelden zu dürfen, dass die legendäre Thrash Metal-

Band Slayer bei ihrem Festival gastieren wird! Seit

19 Jahren ist das Open Air ultimatives Sommerziel für

Fans von Death/Black/Thrash Metal und Grindcore/

Hardcore. Es findet auf dem Gelände einer historischen

Festung in unvergleichbarer Atmosphäre statt. Zwei

Stages mit fließendem Side-by-Side-Programm bieten

die besten Live-Shows von internationalen Größen aus

dem Extreme Metal-Genre! Daneben laden Merchshops

aus ganz Europa zum Stöbern ein. Zur guten Stimmung

tragen auch die Verpflegungspreise bei... so kosten zum Beispiel 0,5 Liter Budweiser Bier nur 1,10 Euro. Vom

06.–09.08.2014 haben sich Granaten wie Bring Me The Horizon, Amon Amarth, Children Of Bodom, My

Dying Bride, Sodom, Soilwork, Satyricon, The Ocean, Ignite, Katatonia, Combichrist oder die mächtigen

Venom angekündigt. Klingt verlockend? Und das Ganze gibt es für nur 80 Euro. Tickets können unter

www.brutalassault.cz bestellt werden. Horns up!

Na, alle brav das neue Album von Stoneman gekauft?

Die Düsterband aus der Schweiz hat sich seit gut einem

Jahrzehnt immer wieder neu begründet und legt unter

dem Titel Goldmarie einen weiteren zentralen Meilenstein

ihrer Karriere, welche sie bisher schon gemeinsam mit

Tiamat, den Deathstars oder Xandria auf die Bühne

brachte. Die Weltpremiere zur Single Mord ist Kunst gab es

auf unserer Homepage www.orkus.de zu sehen. Neu im

Programm sind nun ganz besonderes Merchandise und

eine brandneue Website. Schau doch direkt vorbei auf

www.stonemanmusic.ch!

Möchtest Du abschalten, die Augen schließen und Dich einfach

treiben lassen? Dann besorg Dir das neue Album von darkplain!

Moon ist gefühlvoll, zart und verzaubert hemmungslos, was das

deutsche Quartett zugleich überaus authentisch macht. Dabei

wurde die Truppe erst 2010 ins Leben gerufen. Herz und Kopf der

Kapelle sind Walla und Rayne – ein perfekt eingespieltes Team,

welches sich gegenseitig beflügelt und den Hörer mit einzigartigen

Vocals und eingängigen Melodien auf Wolken schweben lässt.

Etwas für Genießer...

Quintessence Mystica wollen sich okkulten Themen

mit einer weiteren Perspektive widmen und nicht nur

„klassische“ mystische Lieder schreiben. Bei ihnen soll es

tiefer und komplexer werden und über die menschliche

Logik hinausgehen. Jetzt steht ihr Zweitwerk Duality in

den Läden, welches dunkel und aggressiv tönt. Wegen

der aktuellen politischen Situation haben die Ukrainer

momentan allerdings vieles auf Eis gelegt. Wir senden gute

Wünsche!

The Golden Grass, die sich ganz offen zu ihrem Cannabiskonsum

bekennen, stehen für Grenzenlosigkeit, Unbefangenheit und

Ungezwungenheit. Ihr selbstbetiteltes Debutalbum könnte grüner

nicht sein: elektronisch-psychedelischer Boogie, gesprenkelt mit

Elastizität und Exzentrizität. Player einschalten und sich in die

Hippie-Zeit versetzt fühlen. Allen, die an dieser Richtung Gefallen

finden können, sei The Golden Grass wärmstens ans Herz gelegt.

Wie wichtig ist es doch in unserer hektischen Welt, sich auch

einmal zurückzulehnen und den Wind der Siebziger um die Ohren

wehen zu lassen... Für den Herbst ist bereits eine Tour in Planung!

SUMMER COLLECTION

dress to impress

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Frisch beim Label Bellaphon/

Gunn Records unter Vertrag,

bringen The Pussybats ihr Album

PussyPussyBangBang auf den Markt. Die

Stuttgarter „AlternaDarkGlamRock“-

Band hat unter anderem eine neue

Version vom 2007er Song Miss Purgatory

draufgepackt – reinhören lohnt sich!

Übrigens kannst Du The Pussybats mit einem Klick auf das Dark Current Fest 2015 nach Speyer bringen:

Einfach die Seite www.facebook.com/thepussxbats besuchen und voten.


Das neue Album von Iris wird Radiant

heißen und im September 2014

veröffentlicht. Momentan tummelt

sich ihr Stück Phenom in den Top 10

der Deutschen Alternative Charts,

welches auf einem Splitrelease

mit Seabound erschienen ist.

Jene limitierte EP namens Radiant

Turbulence war bisher nur bei

der gemeinsamen Europatour

erhältlich – aber jetzt gibt es sie

auch im Dependent-Onlineshop

(www.dependent.de/shop)!

Prophecy Productions freuen

sich, Crone unter ihren

Künstlern begrüßen zu dürfen.

Das Projekt markiert den

musikalischen Schulterschluss

zwischen sG (Secrets of the

Moon) und Schlagzeuger/

Gitarrist Markus Renzenbrink

(Embedded), wodurch die beiden ihre Vorliebe für

unterschiedliche Arten von Rockmusik ausleben und ein

Ventil für intensive, fesselnde und von geisterhaften Melodien

geprägte Ausdrucksformen gefunden haben. Crones erstes

Lebenszeichen ist das Minialbum Gehenna, welches in der

zweiten Jahreshälfte als Gemeinschaftsveröffentlichung

von Prophecy und Ván Records erscheinen soll. Als Gast

bei einem der vier enthaltenen Tracks wirkt die ehemalige

Swans-Sängerin Jarboe mit. „Wir sind stolz auf das, was wir

bisher innerhalb so kurzer Zeit geschaffen haben. Unsere

Vision nimmt Gestalt an, und wir gehen davon aus, noch im

Laufe dieses Jahres unser Debutalbum einzuspielen“, sagt

Multiinstrumentalist Markus. Als Hörprobe steht bereits ein

Auszug aus dem Stück Houses Of Gehenna zur Verfügung –

zu finden bei YouTube oder auf www.orkus.de.

Fragile heißt das erste Studioalbum von Midge Ure seit zehn Jahren. Es

bietet eine Kombination musikalischer Einflüsse aus dem Leben des Szene-

Veteranen und präsentiert Elemente seiner vollendeten Gitarrenarbeit (Rich

Kids, Thin Lizzy) und der Elektronik-Phase, die er seit den späten Siebzigern

(Visage, Ultravox) nutzt. Dank seiner produktions- und soundtechnischen

Kompetenz verschmelzen sie mit Leichtigkeit. Fragile ist im wahrsten Sinne

des Wortes ein Solo-Album: Midge hat die Lieder geschrieben sowie arrangiert

und spielte fast alles selber in seinem Studio im

englischen Bath ein. Electro- und Prog Rock-Songs

sitzen gemütlich beisammen und ergänzen sich

auf diesem genialen Spätwerk des Ultravox-

Masterminds.

Midge Ure

26.07. Köln, Tanzbrunnen (X. Amphi Festival)

13.11. Hannover, Pavillon

14.11. Braunschweig, Meier Music Hall

16.11. Darmstadt, Centralstation

17.11. Detmold, Stadthalle

18.11. Leverkusen, Scala Club

19.11. Krefeld, Kulturfabrik

21.11. Essen, Zeche Carl

22.11. Ludwigsburg, Scala

23.11. Karlsruhe, jubez


Herkunftsland: Neuseeland

Internetseite: www.flipgrater.com

Aktuelles Album: Pigalle

„Nudelsuppe ist dann das Einzige, was hilft.“

Orkus: Schaffst du es, deine Musik in nur einem

Satz auf den Punkt zu bringen?

Flip Grater: Nostalgischer Indie Folk mit

Momenten von Alternative Country, Grunge und

französischem Chanson.

O: Wie ist die Entscheidung für den Albumtitel

gefallen?

FG: Wir haben das Album im Studio Pigalle in

Paris aufgenommen. Es war ein tolles Studio...

voller Geschichte und wunderschöner Geräte. Es

liegt im Herzen von Pigalle, einem interessanten

Stadtviertel – dort sind all die Bordelle und

Gitarrenläden.

O: Was schätzt du, welche zwei neuen Songs live

besonders gut ankommen werden – und wovon

handeln diese?

FG: The Quit kam bei der Tour in Neuseeland gut

an. Es handelt davon, seinen Wohlfühlbereich

zu verlassen und sich selbst vor neue

Herausforderungen zu stellen. Ich schrieb

darüber, wie ich aus meiner Heimat nach Paris

gezogen bin, als ich den Eindruck hatte, es laufe

zu bequem, und ein paar neue Erfahrungen

sammeln wollte. Das andere gut funktionierende

Stück heißt The Smell Of Strangers und dreht sich

um Prostitution.

O: Was motiviert dich jedes Mal aufs Neue,

Musik zu machen?

FG: Ich kann sonst nichts besonders gut!

Außerdem reise ich liebend gern, und die Musik

ermöglicht es mir, zu reisen und Menschen

kennenzulernen und fremdes Essen zu kosten...

O: Welche „alten Helden“ würdest du dir zurück

ins Studio wünschen?

FG: Meine Helden sind noch aktiv... Meine

Traumstudiosession wäre mit Marianne Faithfull

und Leonard Cohen. Und vielleicht Shona Laing

– das ist eine neuseeländische Folk-Sängerin.

O: Was wolltest du in der Öffentlichkeit schon

immer mal sagen, hast dich aber nie getraut?

FG: Ich mag Michael Jackson.

O: Was ist in der Regel deine Schlafenszeit? Und

was deine kreative Schaffenszeit?

FG: Zwei Uhr nachts. Kreativ bin ich meist am

frühen Abend.

O: Was siehst du, wenn du aus deinem

Wohnzimmerfenster schaust?

FG: Das wechselt oft! Den Großteil des Jahres

2013 habe ich im elften Arrondissement

von Paris verbracht. Jetzt war ich über den

Sommer/Herbst auf der Südhalbkugel sechs

Monate lang in Christchurch. Hier wohne ich im

Stadtzentrum, welches vor drei Jahren durch ein

schweres Erdbeben zerstört wurde, sodass (bis

heute) viel Zerstörung, eine Menge Leerstand

und einiges an Aufbau zu beobachten ist.

Momentan gibt es hier auch eine starke Street

Art-Bewegung.

O: Was möchtest du mit deiner Musik gerne

erreichen?

FG: Alles, was ich erreichen wollte, hat sich

bereits verwirklicht. Mein Wunsch ist, so

weiterzumachen! Ich möchte auch in Zukunft

von meiner Musik leben können, auf Tour

gehen, live spielen, neue Rezepte für meine

Kochbücher entdecken...!

O: Mit welchem Essen kann man dich glücklich

machen?

FG: Mit scharf gewürzter Nudelsuppe. Ich habe

da meine eigene Rezeptur namens „Happy

Noodles“ – wenn ich verkatert bin, traurig oder

fertig mit der Welt, dann ist sie das Einzige, was

hilft.

O: Was sind deine Pläne für die nächsten drei

Monate?

FG: Durch Deutschland touren, in Paris ein

neues Zuhause finden, Pigalle in Frankreich

veröffentlichen, Französisch lernen. Und

Klavier.

O: Wem möchtest du deine Musik nun ganz

besonders empfehlen?

FG: Jedem, der für Musik noch zahlt.

Facts + Facts + Facts + Facts

Samael

Die Schweizer Samael

starteten ihre Karriere

als rohe Black Metal-

Truppe, aber es sollte

nur wenige Jahre dauern,

bis sich immer mehr

Genrefremdes in den

Sound von Vorphalack

& Co. einschlich. Diese

Entwicklung fand auf

dem 1999 erschienenen

Eternal ihren vorläufigen

Höhepunkt. Die Einbindung

von Techno- und Crossover-

Elementen überraschte,

auch poppige Töne waren neben der bereits bekannten Industrial-

Schlagseite zu hören. Vorphs Texte hatten sich ebenfalls gewandelt;

Anhänger der ersten Stunde lasen mit Entsetzen, dass ihr einstiger

Held nun nicht mehr über Satan, sondern über Beziehungsprobleme

oder die schöne Schweiz sang. Was Samael im Underground an

Zuspruch verloren, konnten sie allerdings in anderen Fanschichten

doppelt und dreifach gewinnen. Produziert wurde das Werk von

dem 2013 verstorbenen legendären David Richards, welcher viel

für Queen, David Bowie oder Iggy Pop gearbeitet hatte. 2007 gab es

Eternal als Neuauflage mit diversen Remixen von Albumstücken.

122 - Orkus!

122 - Orkus!

Das Ich

Drei Jahre ist es her, dass die

Szene von Stefan Ackermanns

schwerer Krankheit erfuhr. Sieben

Hirnblutungen ließen das Leben des

ikonischen Das Ich-Sängers bereits

als verwirkt erscheinen, er fiel ins

Koma, konnte nicht sprechen, litt

unter Gedächtnisstörungen. Zwei

Jahre später die Sensation: Das

Ich eröffnen das 22. Wave Gotik

Treffen – wie einst dessen allererste

Ausgabe. Stefan Ackermann hat sich

zurückgekämpft, um das Vermächtnis

einer der wohl wichtigsten Bands

des deutschsprachigen Gothic in

die Zukunft zu tragen... Doch was

ist eigentlich momentan bei Das Ich los? Schon für 2010 wurde das CD- und

Buchprojekt Koma angekündigt, dann verständlicherweise verschoben und

inzwischen fast ein wenig totgeschwiegen. Liegt es am Titel des Albums, der

bei Ackermann mehr als genug negative Emotionen heraufbeschwören dürfte?

Oder hat die mittlerweile vierjährige Verspätung des Cabaret-Nachfolgers

andere Motive? Was es auch sei: 2014 feiern wir ein großes Jubiläum dieser

einflussreichen Band – 25 Jahre Das Ich... wenn das kein Grund ist, mit einem

aktuellen Werk für eine Sensation zu sorgen? Der Szene würde ein neues

Destillat jedenfalls gewiss nicht schaden.

Orkus! - 123


„Mit Kindern, Katzen und Hunden...“

Passend zur Sommerhitze, haben die Folk Metal-Pioniere

Nachschub im Gepäck, der auch thematisch mehr als nur heiß

ist. Nach rund zwei Jahren haben Vintersorg ihr bereits neuntes

Studioalbum und somit den dritten Teil der angekündigten

Tetralogie fertiggestellt. Jordpuls behandelte das Element der

Erde, Orkan das Element der Luft, und Naturbål wird nun das

Element des Feuers widerspiegeln. „Es ist das Feueralbum in

unserem Zyklus. Naturbål bedeutet so viel wie Feuer der Natur

oder auch Scheiterhaufen der Natur... es kreist darum, wie das

Feuer in der Natur wirken kann. Einige Songs erzählen von

großflächigen Waldbränden, daneben gibt es Lieder über das

Feuer eines Vulkans oder auch über Blitze oder die brennenden

Inseln im Weltall: Sterne. Das ganze Konzept harmonisiert

im richtigen Betrachtungswinkel mit der Musik“, plaudert

Mastermind Andreas Hedlund alias Mr. V.

Ein erstes Video zu Lågornas rov wurde bereits abgedreht.

Die Nummer handelt von einem Wald, der in Flammen

steht. „Das Feuer frisst sozusagen den Wald auf, und in

dieser Rahmenhandlung geschehen sehr viele Sachen. Wie

es beginnt, wie es fortschreitet, wie es alles beeinflusst, was

sich in diese Szenerie wagt. Wir

haben mit der norwegischen

Firma Twitchy Films gearbeitet.

Das sind großartige Jungs, die

den lyrischen Inhalt wirklich

verstanden haben.“ Das Ergebnis

ist ein spannender kurzer Clip,

der eine verzweifelte Mutter zeigt,

die mit ihren Töchtern vor den

Flammen zu fliehen versucht.

Für das Artwork ist erneut Kris

Verwimp verantwortlich, der

sein Talent schon bei den letzten

beiden Alben unter Beweis

gestellt hat. „Wir arbeiten toll

zusammen und hoffen, dass wir das auch fortsetzen werden.

Er kann gewissermaßen unsere Sicht auf die Dinge, unsere

Emotionen übersetzen und bildhaft zeigen, was wir mit der

Musik ausdrücken wollen.“

Eine Live-Band sind Vintersorg in der Zwischenzeit nicht

geworden, da stehen den Künstlern leider ihre Hauptberufe

im Weg. Also noch ein Grund mehr, sich den dritten Teil der

Saga unter den Nagel zu reißen. Übrigens gibt es auch bei Mr.

Vs zweitem Projekt Otyg brandheiße Neuigkeiten, mit denen

viele Fans wohl kaum mehr gerechnet haben – dem letzten

veröffentlichten Werk (1999) soll bald frisches Material folgen.

„Es ist ein tolles Otyg-Album, aber das Schwierige daran ist,

das Ganze aufzunehmen. Wir alle wohnen weit voneinander

entfernt; Schweden ist ein sehr weitläufiges Land, und es ist

schwierig für uns, gemeinsam etwas einzuspielen. Besonders,

seit wir alle Familien mit Kindern, Katzen und Hunden plus

Vollzeitjobs haben“, lacht Andreas. Dann drücken wir die

Daumen, dass sie es bald schaffen, und genießen einstweilen

das Element des Feuers.

www.facebook.com/vintersorganic

Manuela Ausserhofer

Discographie (Alben):

Till Fjälls (1998)

Ödemarkens Son (1999)

Cosmic Genesis (2000)

Visions from the Spiral Generator (2002)

The Focusing Blur (2004)

Solens rötter (2007)

Jordpuls (2011)

Orkan (2012)

Naturbål (2014)

Line-Up:

Andreas Hedlund – Gesang,

Programmierung, Bass

Mattias Marklund – Gitarre

18 - Orkus!


„Es führt ein Eigenleben.“

MEIN TICKETPORTAL

Anathema sind eine Klasse für sich. Ein

Künstlerkollektiv, das aus der Zeit gefallen

scheint, das unablässig Musik erschafft, die fernab

jedweder Norm existiert und dabei Menschen auf

der ganzen Welt berührt. Seit mehr als 20 Jahren

kreuzen Anathema emotionale Gewässer, wandten

sich nach ihren Doom Metal-Anfängen schnell

alternativen, progressiven Sounds zu. Das zehnte

Studioalbum distant satellites zeigt eindrucksvoll,

wie prächtig der bandeigene Kosmos inzwischen

ist, wie versunken die Liverpooler heute klingen.

„Wir müssen nicht über Dinge wie Inspiration oder

Kreativität nachdenken. Wir komponieren ständig,

ohne uns den Kopf darüber zu zerbrechen, was

daraus wird. Das macht uns sehr reich“, sagt Fronter

Vincent Cavanagh, zufrieden mit der gegenwärtigen

Lage. Zu Recht: weather systems von 2012 war das

bisher erfolgreichste Werk; die neuen Aufnahmen

haben das Zeug, den starken Vorgänger noch zu

übertreffen. Vincent nickt. „Dieses Album ist für uns

wie ein Freischwimmen. Es führt ein Eigenleben.

Wir waren schon immer experimentell und hatten

keine Scheu vor Weiterentwicklung, doch selbst

in unserer Entwicklung ist distant satellites ein

gewaltiger Schritt.“

Ein wenig ist es, als würde die neue Veröffentlichung

einen Sturm heraufbeschwören. Finstere Wolken,

die dicke Regentropfen übers Land tragen. „Es ist

ein ziemlich dunkles Werk geworden“, pflichtet

Vincent bei. „Und intensiver ist es auch, was teils

natürlich dem Titel geschuldet ist.“ Jener bezieht

sich auf unser Miteinander in dieser Welt, auf

Menschen als Satelliten, die sich auf ihrer ganz

eigenen Umlaufbahn befinden und einander

nur aus der Ferne sehen. „Das Album dreht sich

um all die Menschen in deinem Leben, die dir

tagtäglich begegnen“, erklärt der Engländer. „Jeder

von ihnen kreist in seinem Orbit, und manchmal

überschneiden sich diese Wege. Dann versucht

man, einander festzuhalten, und lässt doch wieder

los. Danach musst du warten, bis sie eine weitere

Umrundung hinter sich haben. Falls du Glück hast,

siehst du sie wieder.“

Auch wenn jeder Hörer seine individuelle

Interpretation eines Anathema-Songs hat, ist es laut

Danny Cavanagh gerade jene Universalität, die ihn

an seiner Band reizt. „Der natürlichste Weg, sich

auszudrücken, ist nun mal der ehrliche. Bereits auf

unserem Debut verarbeiteten wir den Tod eines

engen Freundes. Es fühlte sich richtig an, auf diese

Art mit der Welt zu kommunizieren, also behielten

wir es bei. Die größte Tiefe war durch Ehrlichkeit

zu erreichen, und spätestens auf alternative 4

sind wir zum Kern dessen vorgedrungen, was wir

mit unserer Kunst ausdrücken möchten.“ Über

die letzten 16 Jahre konnten Anathema diese

Herangehensweise verfeinern, um sie jetzt in einem

einzigen Stück gipfeln zu lassen: Anathema. Nach

bald 25 Jahren ein selbstbetiteltes Lied, noch dazu

eine dramatische, aufwühlende, düstere Nummer.

Wenn das keine Sensation ist! „Oh ja, das war ein

durchaus wagemutiger Vorschlag von Danny“, grinst

Vincent. Das Schicksal wollte es aber anscheinend

so, wie er weiter ausführt: „In den Lyrics zieht Danny

ein Resümee, wo er überall mit der Band war, wen

er kennengelernt hat, was ihm das alles gebracht

hat.“ Fast ist man versucht, in distant satellites die

Vereinigung all dessen zu sehen, was diese Gruppe

ausmacht, ausmachte und künftig ausmachen wird.

Mit Perfektion braucht man dem Sänger trotzdem

nicht zu kommen. „Man kann der Perfektion

hinterherjagen, wird sie aber nie erreichen. Und

warum? Weil sie gar nicht existiert.“

www.anathema.ws

Björn Springorum

Discographie (Alben):

Serenades (1993)

The Silent Enigma (1995)

Eternity (1996)

alternative 4 (1998)

Judgement (1999)

resonance („Best Of“, 2001)

A Fine Day to Exit (2001)

resonance 2 („Best Of“, 2002)

a natural disaster (2003)

hindsight (Compilation, 2008)

we’re here because we’re here (2010)

falling deeper (Compilation, 2011)

weather systems (2012)

untouchable (live, 2013)

Universal (live, 2013)

distant satellites (2014)

Line-Up:

Vincent Cavanagh – Gesang, Gitarre

Lee Douglas – Gesang

Danny Cavanagh – Gitarre, Keyboard, Gesang

Jamie Cavanagh – Bass

Daniel Cardoso – Keyboard

John Douglas – Schlagzeug, Keyboard

PHILLIP BOA AND THE VOODOOCLUB

05.11. Marburg, Kulturladen KFZ

06.11. Mainz, KUZ

07.11. Magdeburg, Factory

08.11. Dresden, Alter Schlachthof

13.11. Nürnberg, Hirsch

14.11. Karlsruhe, Substage

15.11. Köln, Essigfabrik

28.11. Bremen, Lagerhaus

29.11. Hamburg, Markthalle

04.12. Göttingen, musa-Saal

05.12. Erfurt, HsD Gewerkschaftshaus

06.12. Berlin, Huxleys Neue Welt

07.03. München, Strom

VERSENGOLD, LORD OF THE LOST, STAHLMANN,

SPIELBANN, VOODOMA, REYSSWOLF u.v.a

30.08. Gießen, Open Air Kino Gelände

SHE PAST AWAY

29.10. Berlin, Urban Spree

30.10. Leipzig, K3 Lounge

31.10. Bremen, Schlachthof

01.11. Wien, Szene

05.12. Düsseldorf, The Tube

06.12. Augsburg, Kantine

ASP - Per Aspera Ad Aspera

02. + 03.10. Potsdam, Waschhaus

04.10. Leipzig, Haus Auensee

07. + 08.10. Stuttgart, Theaterhaus

10.10. München, Backstage

11. + 12.10. Oberhausen, Turbinenhalle

23. + 24.10. Dresden, Alter Schlachthof

25. + 26.10. Schwabach, Markgrafensaal

28. + 29.10. Frankfurt, Batschkapp

30. + 31.10. Hamburg, Markthalle

01. + 02.11. Erfurt, Stadtgarten

...und 40.000 weitere Veranstaltungen!

Tickets auf www.ADticket.de


„Jemanden zu verführen

und es gleich danach zu bereuen...“

Die finnischen Melodic Metaller sind mit ihrem neuen Studioalbum Magic Forest am Start. Nach vier Werken – alle von der ehemaligen

Frontfrau, Sopranistin Heidi Parviainen, eingesungen – gab es einen gehörigen Wechsel im Line-Up. Capri ersetzte Heidi, und es wurde die

Compilation Re-Evolution aufgenommen. Nun hat sich die Konstellation gefestigt, und wir sprachen mit Bandgründer Tuomas Seppälä und

Sängerin Capri über das neue Release.

Orkus: Wie geht es euch, und wie liefen die

letzten Monate?

Capri: Hallo! Na ja, in den letzten Wochen habe

ich mal meine Sommerferien genossen. Ich habe

auch bereits neue Texte geschrieben, und um

meinen Garten hab’ ich mich ebenfalls intensiv

gekümmert. (lacht)

Tuomas Seppälä: Ich hab’ mir, nachdem wir das

neue Album samt Videoclip fertig hatten, eine

kleine Auszeit gegönnt. Momentan verbringe

ich meine übrige Freizeit damit, Interviews zu

beantworten, was viel Spaß macht. Ich hab’ nach

langer Pause auch wieder angefangen, Klavier zu

spielen. Meine Technik am klassischen Piano ist

ein wenig eingerostet, aber es macht mir noch

immer Spaß, zu spielen und zu üben.

O: Capri ist noch gar nicht so lange an Bord. Das

neue Material zeigt, dass ihr euch perfekt ergänzt.

TS: Ja, der Wechsel erfolgte vor Re-Evolution. Wir

haben uns entschieden, unseren Gesang zu

wechseln, und Capri hat eine völlig andere Art,

zu singen, als Heidi – sie schien einfach besser

zu unserem Stil zu passen. Zu jenem Zeitpunkt

hatten wir vier Studioalben veröffentlicht, und

ich bekam immer stärker das Gefühl, nichts

Neues mehr an die Musik von Amberian Dawn

weitergeben zu können... Ich wollte mich auch

nicht selbst wiederholen.

O: Das Album und der Clip tragen den Titel Magic

Forest. Wie ist er entstanden?

TS: Magic Forest war einer der ersten Songs, die ich

für das Album geschrieben habe. Normalerweise

gebe ich den Liedern ungern finale Titel, denn der

Autor soll bei seinen Lyrics immer totale Freiheit

haben. Aber dieses Mal fühlte ich, dass das Stück

Magic Forest heißen muss. Capri gefiel die Idee,

und so haben wir diesen Titel behalten. Als das

Album aufgenommen wurde, war uns klar, dass

die Nummer der perfekte Track für die erste Single

und das Musikvideo sein würde. Und deshalb

haben wir auch das Album danach benannt.

O: Ein Amberian Dawn-Song entsteht also immer

in mehreren Schritten.

TS: Genau. Capri schreibt alle unsere Texte.

Unser Prozess sieht so aus, dass ich die Stücke

komponiere, dann eine Vorproduktion in meinem

Heimstudio mache und diese Demos an Capri

sende. Danach schreibt sie die Lyrics, und dabei

werden ihr absolut keine Grenzen gesetzt oder

irgendwelche Anweisungen gegeben. Bei diesem

Album hab’ ich mir beim Songwriting mehr Zeit

genommen als früher. Ich hab’ ein Team von

Produzenten zusammengestellt, die mir halfen.

Früher hab’ ich fast alles alleine in meinem

Studio gemacht, diesmal wollte ich ein bisschen

Teamwork ausprobieren. Ich fragte meinen Co-

Produzenten Mikko P. Mustonen und Capri, ob

sie nicht auch Teil dieses Teams werden wollen.

Gemeinsam haben wir die Lieder vollendet und

verfeinert, genau wie die Vocals. Es war neu und

erfrischend, und ich hab’ mich während der Arbeit

sehr wohlgefühlt.

O: Capri, such dir doch bitte einen Song aus und

erzähl’ uns deine Gedanken dazu.

C: Dann wähle ich Green-Eyed. Als ich die Melodie

hörte, hab’ ich sie sofort geliebt. Augenblicklich

tauchte die Zeile „I’m sorry“ in meinem Geist auf,

und der Text hat sich zu formen begonnen. Die

Musik erinnerte mich an einen wogenden Ozean.

Es war für mich offensichtlich, dass die Geschichte

eine wehmütige, sehnsüchtige Handlung haben

20 - Orkus!


muss... etwas über Wellen und verlockende

Meerjungfrauen. Für mich handelt das Stück

davon, jemanden zu verführen und es gleich

danach zu bereuen: „Entschuldigung, ich musste

es einfach tun, obwohl ich es gar nicht wollte...“

O: Die Texte finden sozusagen von alleine ihren

Weg zu dir?

C: Ja. Wenn ich mir die neuen Tracks zum ersten

Mal anhöre, sehe ich wirklich Filme vor meinem

geistigen Auge. Ich beginne die Arbeit damit,

dass ich jedem Stück mit geschlossenen Augen

lausche, immer wieder, ohne an die Texte oder

Themen zu denken. Ich lasse einfach die Musik

zu mir sprechen. Es kann manchmal nur ein Wort

sein, das in meinem Kopf erscheint oder mich

Bilder oder Sequenzen sehen lässt. Aber es ist

immer die Musik, die mir sagt, welchen Weg ich

einschlagen soll.

O: Das Artwork ergänzt das Ganze noch perfekt...

TS: Ja, wir haben denselben Graphikdesigner

engagiert wie bei unseren letzten drei Alben. Jan

Yrlund heißt der Typ übrigens. (lacht) Ich gebe Jan

eigentlich nie besonders viele Instruktionen für

das Cover. Er arbeitet jetzt schon seit Jahren für

uns und versteht sehr schnell, was wir bei einem

neuen Projekt von ihm erwarten.

O: Man könnte also sagen, dass ihr mit dem neuen

Werk vollkommen zufrieden seid?

TS: Ja, ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis.

Wir haben keine Kompromisse zugelassen. Ihr

dürft einen neuen, frischen Amberian Dawn-

Sound erwarten, mit wunderschönen Vocals

und luftigen und starken instrumentalen

Parts. Einige Nummern sind etwas poppiger,

und ich war sehr enthusiastisch, als ich diese

Pop/Metal-Kombinationen geschrieben habe.

Doch es sind auch viele traditionelle Elemente

vorhanden, schnelle Solos und viele verschiedene

Instrumente.

O: Wie werden die nächsten Monate bei euch

aussehen?

TS: Im Moment konzentrieren Capri und ich uns

auf die Promotion, Interviews et cetera. Später

im Jahr werden wir mit den ersten Gigs starten.

Wir planen, hier in Finnland im Herbst ein paar

Shows zu spielen. Wir sind gerade auch auf

der Suche nach der perfekten Tour, an der wir

teilnehmen können. Unser Manager Jörg Michael

(Ex-Drummer von Stratovarius) beschäftigt sich

schon intensiv mit dieser Sache.

O: Die letzten Worte gehen an euch!

TS: Amberian Dawn hat viele Veränderungen

durchlaufen. Aufwärts und abwärts, aber die

Karawane zieht immer weiter, und zwar stärker als

je zuvor. Es herrscht eine sehr gute Atmosphäre,

die Chemie zwischen uns stimmt. Wir hoffen, Euch

auf Tour zu sehen!

www.amberiandawn.com

Manuela Ausserhofer

Line-Up:

Capri – Gesang

Tuomas Seppälä – Gitarre, Keyboard

Emil Pohjalainen – Gitarre

Kimmo Korhonen – Gitarre

Joonas Pykälä-aho – Schlagzeug

Orkus! - 21


„Brücken bauen statt Mauern.“

„Alles gut so weit“, verkündet Jens Minor hinsichtlich des Terminplans zum

jüngsten Chainreactor-Output. Anfang Juli ist es bereit, auf die Tanzflächen

losgelassen zu werden. „Mass Driver ist ein neues Album mit 13 völlig neuen

Tracks, da sind keine Überhänge von The silence & The noise eingeflossen.

Gerade im Electro-Bereich, in dem man weitgehend alleine und vor allem zu

jeder Zeit an den Songs arbeiten kann, ist ein Jahr zwischen zwei Releases

nicht unbedingt schnell. Wenn man die Kreativität einmal ins Laufen

bekommen hat, startet so etwas wie eine Kettenreaktion. Vielleicht versteht

das nicht jeder, aber je spontaner und impulsiver ein Album entsteht, desto

besser, gerade in diesem Genre. Stichwort: intuitive Produktionsweise. Es

bringt nichts, sich an einer bestimmten Idee festzukrallen, um nach einem

halben Jahr zu merken, dass diese doch nichts taugt. Dann lieber auch mal

eine Idee sterben lassen und direkt was Neues anfangen, das befreit dann

regelrecht. So funktioniert es zumindest bei mir am besten.“

Dass diese Methode für das Düsseldorfer Duo funktioniert, steht außer

Zweifel. Mass Driver klingt noch abwechslungsreicher als The silence & The

noise. Es scheinen mehr TBM-Elemente hinzugekommen zu sein, zudem

enthält das Werk eine gekonnte Mischung aus Instrumentalstücken,

eingewobenen Samples und Vocals, wodurch sich das Ganze von vorne

bis hinten flüssig durchhören lässt. „Man sollte nie das Gefühl bekommen,

einem bestimmten Sound oder einer bestimmten Stimmung überdrüssig

zu werden. Da sehe ich jetzt auch so ein bisschen die Weiterentwicklung

bei Chainreactor in den letzten zwei bis drei Jahren. Darüber hinaus gehen

Kay und ich in letzter Zeit immer öfter davon weg, Musik nach bestimmten

Genres und Subgenres zu kategorisieren. Jeder neue Trend, jeder Track, den

man hört, wirkt sich bewusst oder unbewusst auf das eigene Empfinden und

somit auch auf die Entwicklung des eigenen Sounds aus. Ich persönlich finde

es ein bisschen schade, dass Chainreactor von Anfang an in die reine Cyber-

Ecke gestellt wurde, da ich immer schon den Anspruch hatte, Brücken zu

bauen statt Mauern“, betont Jens.

Was Planungen betrifft, ihrer Anhängerschaft Mass Driver live zu präsentieren,

muss Jens bedauerlicherweise sagen: „Eine Tour? Dafür hätten wir leider

überhaupt keine Zeit, weil wir ja auch noch Dayjobs haben.“ Der Trost folgt

jedoch auf dem Fuße und dürfte jeden Fan versöhnen... „Hin und wieder

werden wir bestimmt in naher Zukunft die Clubs unsicher machen. Kay und

ich sind auch ab und zu als DJs aktiv, wo wir mit Sicherheit die ein oder andere

Kostprobe von Mass Driver unters Volk bringen werden.“

www.facebook.com/chainreactor

Marie-Luise Henke

Discographie (Alben):

X-tinction (2009)

Insomniac (2011)

The silence & The noise (2013)

Mass Driver (2014)

Line-Up:

Jens Minor – Programmierung

Kay Schäfer – Gesang, Live-Programmierung

Facts + Facts + Facts + Facts

Covenant

Die Schnellsten waren sie ja nie,

was die Veröffentlichung eines

neuen Albums betrifft. Trotzdem

ist auf Covenant auch über 20

Jahre nach ihrem Debut Dreams

of a Cryotank Verlass. Mehr noch:

die Musiker sind eine Bastion des

ästhetischen Electro, ein Garant

für visionäre Clubsounds, dem

man seine schwedische Herkunft

nur bedingt anhört. Kein Wunder

bei solchen Globetrottern: Eskil

Simonsson wohnte einige Zeit in

Berlin und ließ sich von dieser

durch David Bowie und Nick Cave

geprägten Stadt beeinflussen,

sein engster Vertrauter und Co-

Bandgründer Joakim Montelius

ließ es sich schon im sonnigen

Barcelona gut gehen. Ihr Zuhause

jedoch, da sind sich beide auch nach zahlreichen Tourneen und Konzerten auf der

ganzen Welt einig, ist Helsingborg in Südschweden. Hier, direkt an der Küste, wurden

Covenant 1986 gegründet, hier entstanden viele heute unsterbliche Electro-Tracks.

Bald drei Dekaden ist es also her, dass diese Formation von Skandinavien aus ihren

Siegeszug antrat – und man darf wohl sehr gespannt sein, was sich die Herren zum

30. Geburtstag einfallen lassen. Sind ja bloß noch zwei Jahre bis dahin!

122 - Orkus!

122 - Orkus!

Mantus

Martin Schindler ist

höchstwahrscheinlich der

fleißigste, produktivste und

veröffentlichungswütigste

Künstler der Gothic-

Szene. Seit seinem heute

legendären Mantus-Debut

Liebe und Tod sind 14 Jahre

vergangen – 14 Jahre,

in denen er mit Mantus

stolze zwölf Studioalben,

zwei EPs und zwei

„Best Of“-Sammlungen

herausbrachte. Masse statt

Klasse? Mitnichten, wie

zuletzt Anfang 2014 das

packende Portrait aus Wut und Trauer bewies. Dem legte er eine ganze

Bonus-CD bei... und heckt bestimmt schon wieder frische Pläne aus.

Die Tatsache, dass er seit ein paar Jahren außerdem mit Mantus

live auftritt (etwa vor Kurzem beim Wave Gotik Treffen), macht

diesen Releasetakt umso erstaunlicher. Dann wäre da noch sein

elektronisches „Nebenprojekt“ Black Heaven, mit dem er im gleichen

Zeitraum neun weitere Werke veröffentlichte. Ach, und Sepia gab es

ja auch, ins Leben gerufen nach dem temporären Ende von Mantus.

Wir fragen uns: Wann schläft Martin Schindler eigentlich? Theorien

werden gerne entgegengenommen!

Orkus! - 123


„Ich stelle diese Tendenz

zur Melancholie bei mir

durchaus fest.“

Gitarre, Bass, Schlagzeug und der umwerfende Gesang von Elin Larsson – ein einfaches Rezept, mit dem die Blues Pills

gerade fleißig dabei sind, Rockgeschichte zu schreiben. Nach einer schnöden Mail an Nuclear Blast direkt vom Label

unter Vertrag genommen, noch vor der Veröffentlichung des Debutalbums Blues Pills zu Gast auf den großen Rock- und

Metal-Festivals. Es ist eben ein ganz besonderer Sound, ihr lässiger, leidenschaftlicher, lodernder Blues Rock, der mehr

als ein Mal Jefferson Airplane vor dem inneren Auge auferstehen lässt. Eine Bestandsaufnahme mit Elin sowie Basser

Zack Anderson.

Orkus: Viele Bands bemühen sich um einen möglichst

authentischen Retrosound. Die meisten Kollegen kommen über

eine zwar gute, aber unoriginelle Reproduktion nicht heraus,

während Blues Pills tatsächlich den Geist vergangener Zeiten

ehrlich und glaubhaft wiederauferstehen lassen. Was macht

ihr anders als diejenigen, die sich nur einen Haufen Orange-

Verstärker auf die Bühne klatschen?

Zack Anderson: Das einzige Geheimnis hinter unserem Sound

ist, ihn wirklich zu leben. Zu atmen. Wir versuchen nicht, die Bands

aus den Sechzigern und Siebzigern blind zu kopieren. Das ist bloß

die Musik, die wir hören. Wir versuchen nicht um jeden Preis, retro

zu klingen. Und schon gar nicht nur um des Retroklingens willen.

Wir wollen diese Musik in der heutigen Zeit zum Leben erwecken,

weil wir alle nicht die größten Fans moderner Musik sind. Wir

rennen nichts hinterher. Wir wollen etwas Eigenes erschaffen.

O: Woran liegt es, dass ihr mit moderner Musik nicht allzu viel

anfangen könnt? Was gab es in der Goldenen Ära des Rock, das es

deiner Meinung nach heute nicht mehr gibt?

ZA: Oh, das ist natürlich einiges, vor allem aber eine Sache: Die

Aufnahmemethoden in den damaligen Studios sind durch nichts

mit den heutigen zu vergleichen. Heute dreht sich alles nur noch

um Computer, heute ist es fürchterlich leicht, Fehler auszubügeln.

Das macht die Musik steril, saugt ihr das Leben aus. Außerdem

kommt es heute viel weniger auf die tatsächlichen Fähigkeiten der

Musiker an. Und das ist ein verdammt schlechter Einfluss, wenn

du mich fragst. Ich möchte immer noch Bands hören, die wirklich

spielen können.

O: Erzähl’ doch mal, wieso du als Kerl Anfang 20 auf solch einen

anachronistischen Sound stehst und auch nach den Siebzigern

aussiehst.

ZA: Schuld daran sind wohl meine Eltern. Mein Vater spielte

in einer Cover-Band, die größtenteils Songs der Sechziger und

Siebziger zockte, auch zu Hause lief bei uns nichts anderes.

Natürlich hörte ich als Teenager auch moderne Musik, doch

etwa mit 16 oder 17 fand ich meinen Weg zurück zum Blues, zur

psychedelischen Rockmusik, und begann zu dieser Zeit auch,

Platten zu sammeln wie ein Wahnsinniger. Meinen Vater hat das

natürlich riesig gefreut, und er ist heute ein großer Blues Pills-Fan.

O: Ihr habt mit einer einzigen EP hierzulande, und eigentlich sogar

schon davor, gehörig Staub aufgewirbelt und Gigs auf großen

Festivals gespielt.

ZA: Ja, Mann, wir haben in kurzer Zeit sehr viel erreicht. Das ist

ein sehr, sehr gutes Gefühl, und jeder von uns hat sich mehr als

ein Mal darüber gewundert, wie oft man eigentlich zur richtigen

Zeit am richtigen Ort sein kann. Es passierte alles beinahe zu

mühelos... Ich meine, natürlich haben wir viel dafür getan, aber

wir hatten das große Glück, dass alles, was wir uns vornahmen,

umgehend klappte. Das war manchmal schwer zu glauben.

O: Mit diesem Wissen ist es durchaus erstaunlich, dass es nach

dem Release von Devil Man (Oktober 2013) rund neun Monate

dauerte, bis ihr Blues Pills nachschobt.

ZA: Das mag so wirken, hatte aber gute Gründe. (lächelt) Als die EP

erschien, hatten wir noch nicht mal mit den Aufnahmen begonnen.

Klar, wir wollten das Debut früher veröffentlichen, spielten aber

schon überraschend viele Tourneen. Da sagt man ja auch nicht

Nein. Aus heutiger Sicht bin ich sehr froh, dass wir noch gewartet

haben, weil wir Blues Pills so praktisch auf Tour geschrieben haben

und viele neue Erfahrungen direkt verarbeiten konnten.

O: Entsprechend klingt euer Blues nicht nur nach gebrochenen

Herzen und Trinkermelancholie, sondern gerne auch groovend,

fabulierend und aufputschend.

ZA: Wir versuchen, die Musik so pur wie möglich zu halten und

wirklich nur das zu spielen, was sich für uns am natürlichsten

Orkus! - 25


„Mir ist völlig egal, wie jemand

aussieht, was er trägt...“

anfühlt und womit wir am meisten verbinden. Für unser erstes Album

bedeutete das, dass wir uns deutlich mehr am Soul orientiert haben als noch

bei den letzten Songs.

O: Woher kommt diese Hinwendung?

ZA: Die letzten fünf, sechs Jahre führte ich mir fast nur Psychedelic Rock

oder Blues zu Gemüte, was mich mehr und mehr dazu brachte, nach neuen

Entdeckungen zu suchen. Ich hatte einfach genug davon, wollte mal was

Neues hören. Das ging meinen Bandmitgliedern übrigens ganz ähnlich.

Fündig wurden wir beim Soul der Sechziger, Motown und derlei Kram, was

uns alle stark beeindruckte und beeinflusste.

O: Viele eurer Stücke scheinen sich mit einer dunklen Seite in uns allen zu

beschäftigen. Man denke bloß an Devil Man...

Elin Larsson: ... was übrigens nichts mit dem Teufel zu tun hat, wie viele

bereits angenommen haben. Wir singen eher von den alltäglichen Dämonen,

mit denen sich ein jeder von uns auseinandersetzen muss. Das ist meist viel

schlimmer. Auch bei uns geht es um das Leben und den Tod, welchen Pfad

wir wählen und wie wir nach unseren Seelenverwandten suchen.

O: Die meisten Texte schreiben Zack und du. Gibt es eine Tendenz, wer von

euch eher die melancholischen, düsteren Lyrics verfasst?

EL: Das kommt natürlich immer darauf an, doch ich stelle diese Tendenz

zur Melancholie bei mir durchaus fest. No Hope Left For Me beispielsweise

handelt von Einsamkeit und der Bürde der Liebe. Dieser Text ist mir nicht

leichtgefallen.

O: Was, würdest du sagen, ist die Essenz von Blues Pills?

EL: Im Hier und Jetzt zu leben und wahre Magie zu erleben. Für wen das gut

klingt, der ist bei uns herzlich willkommen. Mir ist völlig egal, wie jemand

aussieht, was er trägt oder aus welchem Background er kommt. Es geht

darum, die Magie des Blues zu teilen. Mit allem, was dazugehört. Eine sehr

romantische Vorstellung, ich weiß. Aber ich bin gern Romantikerin.

O: Ihr steht also alle auf denselben Sound, obwohl ihr aus den USA, Schweden

und Frankreich stammt?

ZA: Amerikanischer Blues, und seit einiger Zeit eben Soul, ist unser größter

Einfluss. Einen schwedischen oder französischen Einfluss herauszuhören, fällt

mir sehr schwer, weil auch diese Szenen stark vom amerikanischen Sound

geprägt wurden. Ich muss allerdings seit meinem Umzug von Kalifornien

nach Schweden sagen, dass insbesondere die schwedische Rockszene

phantastisch ist.

O: Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt? Klingt ja nicht gerade nach

einer alltäglichen Geschichte...

ZA: Elin machte vor einigen Jahren Urlaub in Kalifornien, wo mein Bruder

26 - Orkus!


Cory und ich damals lebten. Wir kannten uns durch Facebook,

also trafen wir uns, freundeten uns an und begannen sehr schnell,

miteinander Musik zu machen. Damals wollten wir keine Band

gründen, keine Songs schreiben, sondern einfach nur ein wenig

in der Gegend rumjammen. Nach einiger Zeit entschlossen wir

uns dann doch, ein paar Songs zu schreiben und aufzunehmen.

Die kamen bei YouTube derart gut an, dass wir alles auf eine

ernsthaftere Ebene trugen, und als wir eines Tages Dorian spielen

sahen, wussten wir, dass wir ihn für unsere Band haben wollen.

Wir waren derart beeindruckt von seinem Gitarrenspiel – und noch

beeindruckter davon, dass er damals erst 16 war. Wir fragten ihn

für ein paar Solos an, die wir auf unserer ersten EP bei Crusher

Records verwenden wollten, und das machte er so gut, dass es

keinen anderen Weg gab, als ihn zu rekrutieren. Tja, und seither

sind wir die Blues Pills. Mal sehen, was als Nächstes so alles

passiert.

www.bluespills.com

Björn Springorum

Photos: Stefan Heilemann

Line-Up:

Elin Larsson – Gesang

Dorian Sorriaux – Gitarre

Zack Anderson – Bass

Cory Berry – Schlagzeug

Orkus! - 123


„Musik ist eine Sucht...“

Hinter dem österreichischen Projekt Anomalie verbirgt sich der vielseitige Marrok, der zuvor durch seine Mitgliedschaft

bei den Barbarian Thrash Metallern von Tulsadoom und der Black Metal-Kapelle Selbstentleibung sowie Live-Auftritte

mit Harakiri for the sky sein musikalisches Talent (besonders an der Gitarre) perfektionieren konnte. Doch dem sei

nicht genug, wie der in der Nähe von Wien lebende Marrok erzählt: „Unter dem Projekt Anomalie fasse ich seit rund

drei Jahren jene Songs zusammen, welche entstanden sind und nicht für die anderen Bands gedacht waren. Da ich mir

ungern Grenzen setze, war das Projekt lange Zeit stilistisch sehr durchwachsen, und manche Songs tanzten auch für

Anomalie zu sehr aus der Reihe, doch viel Material passte doch irgendwie ganz gut, wodurch sich für mich letztendlich

durch mehrere glückliche Umstände die Gelegenheit bot, ein Album daraus zu formen.“ Alle Instrumente und Vocals

– bis auf kurze Gastpassagen von befreundeten Künstlern – wurden von ihm geschrieben und eingespielt; produziert

wurde das Ganze anschließend vom HFTS-Kollegen Matthias Sollak, der dieses Gebiet wie seine Westentasche kennt.

Das Debut trägt den Titel Between the Light und ist Anfang des Jahres über Art of Propaganda erschienen. Stilistisch

ist für viele was dabei, was eine Genrezuordnung hinfällig werden lässt. Müsste man aber eine Eingrenzung machen,

würde sich wohl „experimenteller Post Black Metal“ ganz gut anbieten. „Ich schreibe Songs nie nach einem konkreten

Vorbild, doch wird natürlich alles, was man tut, von dem beeinflusst, was einen persönlich berührt. So fließt in

Anomalie viel aus atmosphärischem Metal und Rock ein, sei es nun alter psychedelischer Rock, Black Metal, Post Rock

bis hin zu... sagen wir mal: anspruchsvollem Pop. Die Einflüsse variieren ständig“, plaudert Marrok, der mit seinen

Bands seit vielen Jahren seine größte Passion auslebt, die, wie er selber sagt, sein Leben füllt und ihn durch viele

Situationen begleitet. „Ich habe vieles riskiert und geopfert, um meine Ziele verfolgen zu können. Musik ist eine Sucht,

die man nicht einfach so wieder wegtherapieren kann.“ Neben seinen vielen Projekten studiert er Audiotechnik und

versucht seine Freizeit ausgleichend zu gestalten, denn: „Eine gute Balance im Leben ist sehr wichtig, und speziell

mein näheres persönliches Umfeld trägt dazu enorm viel bei!“

Im Jahr 2014 wird für Marrok noch viel passieren. Bei seinen anderen Bands sind jeweils auch neue Werke am Start,

er spielt auf diversen Festivals im Sommer, exklusive Shows im Herbst/Winter... „2014 ist für mich knallvoll mit

Konzerten, das macht es teilweise privat etwas schwierig und geht auch körperlich an die Substanz, doch dafür steht

man ja jahrelang im Proberaum. Ich kann und darf mich also nicht beschweren“, grinst der Künstler. Anomalie soll

vorübergehend ein Studioprojekt bleiben, obwohl er zukünftige Auftritte nicht ganz ausschließt. Dann wünschen wir

doch weiterhin viel Erfolg!

www.anomalie-official.bandcamp.com

Manuela Ausserhofer

cts + Facts + Facts + Facts

Epica

Epica und Kamelot haben auf den ersten Blick

nicht allzu viel gemeinsam. Gut, beide treiben

sich in den Gefilden des symphonischen Metal

herum, damit hat es sich aber eigentlich schon.

Die einen sind Niederländer, die anderen ein

internationales Gespann, die einen setzen auf

betörenden Frauengesang und Grunts, die

anderen auf klassische Heavy Metal-Vocals.

Wenn da nicht der Name Epica wäre. Von Mark

Jansen als Sahara Dust gegründet, taufte er

die Band 2003 um – nach Kamelots sechstem

Studioalbum. Er holte seine damalige Freundin

Simone Simons an Bord, und bald spielten sich

Epica in die Erste Liga des „female fronted“ Metal.

Dort verbleiben sie bis heute, allerdings sind

Simons und Jansen längst kein Paar mehr. Dafür

ist Simone jetzt mit dem Kamelot-Keyboarder

Oliver Palotai verheiratet, mittlerweile haben

die zwei zusammen ein Kind. Und weil das alles

irgendwie erstaunlich gut funktionierte, teilten

sich beide Gruppen über viele Jahre mit Sascha

Paeth sogar den denselben Produzenten; außerdem half Palotai bereits mehr als ein

Mal auf Tour hinter den Epica-Tasten aus. Fehlt nur noch ein gemeinsames Album

von Kamelot und Epica, oder?

Depeche Mode

Dass Depeche Mode eine

einzigartige Band sind,

müssen wir nicht extra

betonen. Belegt durch ein

paar Zahlen, wirkt ihre

Karriere allerdings gleich

noch ein Stück sagenhafter,

beeindruckender,

denkwürdiger. Seit 1980

spielten sie 17 Tourneen mit

über 1.200 Shows vor mehr

als 30 Millionen Menschen! Zwischen diesen oft weltumspannenden

Reisen brachten Dave Gahan & Co. bis heute 13 Studioalben

heraus, die insgesamt über 100 Millionen Mal verkauft wurden.

Neben den offiziellen Full Length-Releases gab es sechs Live-CDs,

zehn Compilations und nicht weniger als 53 Singles! Unnötig, zu

erwähnen, dass jene meist sehr hoch in den Charts notierten – wie

Depeche Mode letztes Jahr bewiesen, als ihre Single Heaven bis Platz

zwei kletterte. Noch erfolgreicher war das Album Delta Machine,

welches weltweit sieben Goldene Schallplatten und siebenfach Platin

abstauben konnte. Was immer also von den Briten als Nächstes zu

erwarten ist (wir tippen ja mal auf eine Live-CD/DVD) – es wird erneut

die Charts erobern. Und womit? Na, mit Recht natürlich!


„Mit Herz und Seele...“

„Sorrow Bearing Tree ist mein persönlicher

Lieblingssong und vielleicht deshalb

auch der Titeltrack. Das Lied handelt vom

Lebensbaum und dessen Wachstum

– er ist tief verwurzelt in der Erde und

streckt mit dem Alter seine Äste stolz

gen Himmel. Dieser Baum trägt herrliche

Früchte, aber mit dem Wachstum

kommen auch mehr Sorgen. Sorrow

Bearing Tree erzählt von Schönheit und

Melancholie“, erklärt Kemi, Frontfrau der

Gothic Rock-Formation The Dreamside.

Während der Albumtitel eher nach

Kummer und Traurigkeit klingt, sind

die Lieder größtenteils sehr kraftvoll,

lebendig. Basser Roman sagt: „Das ist

auf jeden Fall kein bewusst gewählter

Widerspruch. Die Energie, welche in den

neuen Songs steckt, zeigt eigentlich, dass

wir auch nach 20 Jahren immer noch

gern und mit Herzblut an unserer Musik

arbeiten. Wir haben für Sorrow Bearing

Tree ein paar ruhige Zwischenstücke

komponiert, die in dieser Form ebenso

auf unseren ersten beiden Alben hätten

sein können. Ich denke, dass gerade

dieser Kontrast für Spannung und

Dynamik sorgt.“

Bei zwei Tracks hat man sich Verstärkung

geholt. Da wäre zum einen Breathe With

Me, ein getragenes, hymnisches Duett

zwischen Kemi und Ralf Mastwijk, den

einige vielleicht durch Face Tomorrow

kennen. Das Besondere hier erläutert

Roman: „Kemi und ich hatten schon

lange die Idee, mal einen Song mit einer

anderen Band oder einem anderen

Musiker zu schreiben, der in unserer

Version auf unserem Album zu hören

ist und in einer anderen Umsetzung auf

dem Album des anderen Künstlers. Mit

Ralf konnten wir diese Idee verwirklichen.

Wir haben das Stück zu dritt geschrieben,

und es kommt später in einer Singer/

Songwriter-Variante auf Ralfs Solo-

Album. Musikalisch ist es bei uns ein sehr

intimer und doch auch dynamischer und

heftiger Song, was sehr gut zu uns passt,

und ich freue mich bereits riesig auf Ralfs

Version. Auch dabei werden Kemi und

Ralf zusammen singen. Gerade diese

Verschmelzungen und diese kreative

Wechselwirkung machen Kemi und mir

immer wieder bewusst, warum wir heute

noch genauso mit Herz und Seele Musik

machen wie zu unseren Anfangstagen.“

Ein weiteres Duett entstand gemeinsam

mit Flo Schwarz von Pyogenesis, hier fiel

die Wahl auf Depeche Modes Walking

In My Shoes. Kemi verrät: „Depeche

Mode waren sowohl für Roman als

auch für mich eine wichtige Band, die

großen Einfluss auf unser Schaffen

hatte und immer noch hat. Wir lieben

viele ihrer Songs und wollten immer

schon mal einen covern. Irgendwie kam

es aber bisher nie dazu. Für Sorrow

Bearing Tree hatten wir es uns deshalb

fest vorgenommen und waren beim

Mischen überrascht, wie gut der Song ins

Albumkonzept passt. Eigentlich sehen

wir das Stück nicht wirklich als ein Cover,

sondern vielmehr als eine Hommage.“

Weil das Debut von The Dreamside

vor zwei Dekaden erschien, sollte

Sorrow Bearing Tree ursprünglich ein

Doppelrelease werden. Die Lieder sind

auch alle komponiert und produziert,

letzten Endes entschieden sich die

Künstler jedoch, zwei einzelne CDs zu

veröffentlichen. Eine gute Nachricht für

die Fans, denn in Kürze wird es somit ein

weiteres Werk der Niederländer geben.

www.dreamside.nl

Axel Schön

Discographie (Alben):

Pale Blue Lights (1994)

Apaika (1996)

Mirror Moon (2001)

Faery Child (Compilation, 2002)

Vier Factor #1 (Split mit The Crüxshadows,

Paralysed Age, ThouShaltNot, 2003)

Spin Moon Magic (2005)

The 13 th Chapter (Remixe, 2007)

Lunar Nature (2009)

Sorrow Bearing Tree (2014)

Line-Up:

Kemi Vita – Gesang

Cees Viset – Gitarre

Louis Buurman – Gitarre

Roman Schönsee – Bass

Merijn Mol – Schlagzeug


„Erwarte nichts.

Schätze alles.“

In den letzten Jahren ist es ruhig um die Schweden geworden, doch auf der faulen Haut haben Sonic Syndicate inzwischen nicht

gelegen. Nun ist ihr fünftes Album fertig, und wir sprachen mit Fronter Nathan über spannende Ereignisse, die während der

Pause geschehen sind, über das selbstbetitelte neue Werk und auch darüber, wie es ist, ein Rockstar zu sein.

Orkus: Nach dem Release von We Rule The Night habt ihr eine längere

Auszeit genommen. Was habt ihr unterdessen angestellt, und wie geht

es euch heute?

Nathan James Biggs: Ein Wort beschreibt alles: „großartig“! Alles

ist momentan der Wahnsinn, besonders, dass wir wieder mit neuem

Album im Gepäck durchstarten. Aus der geplanten kurzen Pause

wurden zwei Jahre. So war es direkt eine erlösende Entlastung, endlich

ins Studio zurückkehren zu können. Und jetzt kommt das Beste: Wir

sind „back on the road“ und werden all unsere Freunde, Fans und die

erweiterte Sonic Syndicate-Familie wiedersehen.

O: Die Familie hat sich vergrößert?

NJB: (lacht) Ja, während unserer Pause haben wir viel Zeit bei

unseren Eltern und Großeltern verbracht. Das war wirklich notwendig

und überfällig. Einige von uns haben auch daran gearbeitet, ihre

eigene Familie ein bisschen größer zu machen. Zwei kleine Sonic

Syndicate-Babys haben die Welt von John und Karin betreten. Das

hatte natürlich Vorrang. Ich selber habe nie aufgehört, Musik zu

schreiben, ob Death Metal, Pop, Stoner Rock, Grunge... sucht es Euch

aus. Ich habe auch ein paar

Songs für ein Plattenlabel

aufgenommen und bei

einigen anderen Projekten

in Finnland mitgearbeitet.

Aber Sonic Syndicate bleibt

meine Lebenskraft. Es ist

für uns eine Sache der Ehre,

dass wir zurück sind und

schwedischen Metal machen.

Ich könnte nicht glücklicher

sein.

O: Wart ihr mit den

Reaktionen auf We Rule The

Night zufrieden?

NJB: Erwarte nichts. Schätze

alles. Das ist etwas, das ich in

der langen Zeit gelernt habe.

Was der eine Mensch liebt,

kann ein anderer hassen.

Wir sind mit dem Album

an Grenzen gegangen. Wir

waren schon immer eine harte Band und werden es auch immer

sein. Aber wir haben etwas geschaffen, das es uns ermöglichte, auf

Festivals als Headliner spielen zu dürfen – vor 30.000 Leuten, die dir

beinahe aus der Hand fressen und Texte mitsingen, die sich in den

Gehirnwindungen festgesetzt haben wie dieser Käfer aus dem Film

Die Mumie. Dieses Album ließ uns zeigen, dass wir Songwriter sind

und etwas anderes können, als nur dem Pfad zu folgen, der bereits

geebnet ist.

O: Würdest du dich selber als Rockstar bezeichnen? Falls ja: wie fühlt

es sich an, einer zu sein?

NJB: Nein, so denke ich eigentlich nicht. Aber ich glaube, das Beste

am Musikersein ist, dass man viel einfacher als in anderen Jobs Leute

kennenlernen kann, die auf der gleichen Wellenlänge sind. Zum Beispiel

könnte ich als Anwalt arbeiten, doch das würde nicht bedeuten, dass

ich irgendeine verdammte Ahnung hätte, was ein anderer Anwalt mag.

Er könnte Golf spielen oder total auf Gruppenorgien stehen. Wer zur

Hölle weiß das schon? Aber bei anderen Bands, Musikern, Rockstars

– wie auch immer man es nennen soll –, egal ob sie aus Los Angeles,

London oder Libyen kommen, spielt das keine Rolle. Da muss man

normalerweise nur ein Wort sagen oder jemandem in die Augen

blicken... und weiß, ob er die gleichen Dinge gesehen, die gleichen

Höhen und Tiefen erlebt hat. Es entsteht eine Verbindung, und das

ist sehr cool.

O: Welche Momente sind dir besonders im Gedächtnis hängen

geblieben?

NJB: In einer Band zu sein, ist etwas sehr Spezielles. In einer Band zu

sein, die noch dazu dadurch gesegnet ist, weltweit touren zu dürfen, ist

unvergleichbar mit allem anderen. Nach Japan zu reisen, war für mich

was Besonderes. Die Fans, die Kultur, das Essen. Es war der Hammer.

Und wir haben es geschafft, dorthin zu fliegen, als keine andere Band

das tat. Kleine und große Gruppen haben alle ihre Auftritte gecancelt,

weil zu jener Zeit diese Aschewolken vom Vulkan sämtliche Flüge

gefickt haben. Doch wir wagten den wahnsinnigen Trip, mit drei

verschiedenen Maschinen, nur um nach Tokyo zu gelangen. Und

Mann, wir waren vielleicht glücklich! So was hab’ ich noch nie erlebt.

Menschenschlangen warteten auf uns, und jeder Einzelne gab uns

Geschenke. Manchmal kleine Päckchen mit Essen oder so Dingen,

die uns an Pokémon erinnerten, mal Blumen, eigens designte Torten

mit unserem Logo... aber das Genialste war ein Samuraischwert, auf

dessen Klinge „Sonic Syndicate“ eingraviert war!

O: Warum habt ihr euch gerade jetzt entschieden, ein selbstbetiteltes

Werk zu veröffentlichen?

NJB: Wir dachten uns, wenn wir jemals ein selbstbetiteltes Album

machen, dann ist jetzt die

Zeit dafür. Nun können

wir uns als Menschen

präsentieren, wie wir heute

klingen und wer wir als Band

sind. Und wir könnten nicht

stolzer sein. Wenn Du ein

alteingesessener Fan bist,

findest Du viele Nuancen, in

die Du Dich verlieben wirst.

Wenn Du zum ersten Mal ein

Album von uns hörst, dann

ist dies der verdammt noch

mal beste Moment, Teil der

Party zu werden.

O: Wie sehen die nächsten

Wochen bei euch aus? Habt

ihr schon Videopläne?

NJB: Wir haben bereits einen

tollen Lyricclip für Black Hole

Halo gemacht, als eine Art

Sneak Preview. Und unser

erstes Video ist seit wenigen Tagen online. Wir haben einen Clip zu

Before You Finally Break gedreht, in dem auch Björn „Speed“ Strid von

Soilwork mit von der Partie ist. Check ’em out! Außerdem spielen wir

im Juli/August auf ein paar Festivals, und eine Europatour, die im

Oktober starten wird, ist ebenfalls angekündigt. Die Dates sind noch

nicht komplett, werden aber laufend ergänzt.

O: Wir bedanken uns für das nette Gespräch und überlassen dir die

letzten Worte!

NJB: Wir sind eine Weile weg gewesen. Es tut uns leid, dass es so lange

gedauert hat. Aber hier sind wir wieder, in voller Pracht, mit unseren

Makeln und Narben. Mögt es oder lasst es. Wir hoffen natürlich, dass

Ihr es annehmt. Wir werden Euch immer schätzen und freuen uns

schon sehr, den einen oder anderen von Euch auf Tour zu treffen.

www.sonicsyndicate.net

Manuela Ausserhofer

Discographie (Alben):

Eden Fire (2005)

Only Inhuman (2007)

Love And Other Disasters (2008)

We Rule The Night (2010)

Sonic Syndicate (2014)

Line-Up:

Nathan James Biggs – Gesang

Robin Sjunnesson – Gitarre

Karin Axelsson – Bass

John Bengtsson – Schlagzeug

Orkus! - 31


„Ich hatte große Angst

vor dem Tod...“

Wie zweischneidig das Schwert bei einem Comeback dieser Größenordnung ist, ist Ulf Theodor

Schwadorf wohl bewusst. Vor zwölf Jahren trug er eine der wichtigsten, genredefinierenden Bands

zwischen Metal, Folk und Naturmystik zu Grabe. Eigentlich für immer. Eigentlich. Am 14. September

2010 gaben Prophecy Productions die Rückkehr ihrer wohl prestigeträchtigsten Formation bekannt;

knappe vier Jahre später meldet die sich endlich mit The Turn Of The Tides zurück. Und macht darauf

mehr richtig, als man zu träumen gewagt hatte.

Orkus: Wieso sind Empyrium wieder da?

Ulf Theodor Schwadorf: Weil wir gemerkt haben,

dass wir mit dieser Band noch heute Musik schreiben

können, die uns wahnsinnig viel bedeutet und uns

von vielen inneren Dämonen befreit. Das Album ist

wahnsinnig kathartisch für mich und gibt mir ebenso

viel wie den Menschen, die darauf warten.

O: War immer klar, dass es irgendwann eine Rückkehr

geben wird?

UTS: Nein, alles andere als das. Es gab kein

Hintertürchen, ich war felsenfest davon überzeugt,

dass es keine weiteren Empyrium-Alben geben

wird. Die Zeit zeigte mir aber, dass mir in meinem

musikalischen Ausdruck gewisse Emotionen fehlten,

die ich nur mit Empyrium ausdrücken kann. Das wurde

mir schlagartig bewusst, als wir als Ausnahme für die

Prophecy-Compilation Whom the moon a nightsong sings

den neuen Song The Days Before The Fall schrieben. Das

war 2010, und wir stellten damals fest, mit Empyrium

Musik schreiben zu können, die gleichzeitig diese Band

repräsentiert und uns als Künstler dennoch im Hier

und Jetzt zeigt. Damals merkte ich, dass Empyrium

zeitlos ist. Und deswegen habe ich auch absolut keine

Eile, was dieses Projekt angeht. Es bestehen keinerlei

Verpflichtungen, und das ist etwas, was ich sehr

genieße.

32 - Orkus!


O: War es eine schwierige Entscheidung, ein neues

Album zu machen? Empyrium sind eine Band, an die

viele Erwartungen geknüpft sind...

UTS: Wir merkten im Zuge dieses einen Songs, dass

es keinen anderen Weg gibt. Nachdem unser erster

Live-Auftritt auf dem WGT 2011 dann auch noch

derart euphorische Reaktionen hervorrief, fiel die

Entscheidung, Empyrium endgültig zu reaktivieren.

Schwierig war diese Entscheidung deswegen nicht, es

musste eben nur gewährleistet sein, dass wir uns in

dieser Sache selbst überlassen sind.

O: Wie entstand The Turn Of The Tides, nachdem dieser

gewichtige Entschluss gefasst war?

UTS: Das Album entstand anders als alles, was ich

bisher mit Empyrium gemacht habe. Wir übertrugen

die Vorgehensweise von The Days Before The Fall auf den

kompletten Entstehungsprozess und trafen uns jedes

Mal für eine Woche im Studio, um anhand von einem

Grundthema jeweils einen Song aufzunehmen. Es gab

also keine Recordingsessions im eigentlichen Sinne,

sondern eine direkte Verzahnung von Komponieren

und Aufnehmen. Dadurch reproduzierten wir

Emotionen nicht einfach, sondern nahmen gleichzeitig

in diesem magischen Moment der Entstehung auf. Das

hat unglaublich gut funktioniert und wird auch beim

nächsten Empyrium-Album angewandt werden. Für

das schreiben wir übrigens bereits an neuen Stücken.

O: Inwiefern hast du versucht, Empyrium bewusst

freizuhalten vom Sound der alten Platten? Oder hast

du dich von deinem Bauchgefühl leiten lassen?

UTS: Das Gefühl, die Atmosphäre der Musik war mir

sehr wichtig. Nach all den Jahren habe ich natürlich

einen gewissen Sinn dafür, und ich kann feststellen,

dass meine Musik stets von einer gewissen Dramatik

umgeben ist. Dem kann man sich nicht entziehen,

jedoch wäre es schwachsinnig gewesen, ein zweites

Songs of Moors and Misty Fields zu schreiben. Dieses

Werk entstand, als ich 17 war, jetzt bin ich 35. Es ist

ja sonnenklar, dass so etwas nicht ehrlich wäre.

Erwartungen spielten für uns während der Entstehung

eigentlich keinerlei Rolle, doch obwohl so viel Zeit

vergangen ist, ist der Kern Empyriums zu jeder Zeit

erkennbar – aber eben aus gegenwärtiger Sicht.

O: War das überraschend?

UTS: Irgendwie war es das tatsächlich. Das Thema

„Empyrium“ war für mich erledigt, ich hatte damit

abgeschlossen. Dass nach all den Jahren doch noch

so viel davon in mir vorhanden ist, war eine schöne

Erkenntnis.

O: Welche Rolle spielte Nostalgie bei den Aufnahmen?

Du warst immerhin ein Teenager, als du mit Empyrium

begannst.

UTS: Für einige Stücke ist Nostalgie tatsächlich

immens wichtig, gerade auch The Days Before The Fall.

Orkus! - 33


Wenn ich an meine frühen Werke zurückdenke,

überkommt mich natürlich ein wehmütiges

Gefühl, was durchaus meinem Charakter

entspricht. Ich bin ein nostalgischer Mensch,

der gern in der Vergangenheit schwelgt. Das

bedeutet aber nicht, dass ich während der

Aufnahmen ständig die alten Alben rausgekramt

habe. Sicher, das passiert manchmal im Sommer

nach ein paar Bier, hatte aber keine Auswirkung

auf die neuen Stücke. Ich bin niemand, der sein

eigenes Schaffen kaputthört.

O: Was bist du heute für ein Mensch – 20 Jahre

nach Bandgründung oder zwölf Jahre nach dem

letzten Album?

UTS: Natürlich bin ich ein anderer Mensch, weiß

heute als Musiker viel besser, wie ich Songs

arrangiere. Was ich mir beibehalten habe, ist

mein Bauchgefühl. Wenn das sagt, der Song ist

gut, vertraue ich nach wie vor darauf. Ansonsten

lässt sich sagen, dass mich dieselben Dinge

interessieren, bewegen und ankotzen. (lacht)

O: Das neue Werk thematisiert Zyklen, das ewig

Wiederkehrende in der Natur und in uns. Warum

ist dieses Phänomen so wichtig für dich?

UTS: Weil ich immer mehr merke, dass das

Prinzip „Wie im Großen, so im Kleinen“ viel

Wahrheit birgt. Vor einigen Jahren hatte ich

eine Phase, in der ich große Angst vor dem Tod

hatte, die ich auch durch das Schreiben dieses

Albums überwunden habe. The Turn Of The Tides

thematisiert für mich den Weg des Wassers, das

irgendwann ins Meer mündet, nur um dann doch

wieder in den Grund zu sickern und zu einer

anderen Quelle zu kommen. Die Reise ist nie zu

Ende. Dieses Prinzip hat mich wieder zu einem

glücklichen Menschen gemacht.

O: Abschließende Frage: Welches deiner anderen

Projekte wird als Nächstes reaktiviert?

UTS: Sun Of The Sleepless.

www.empyrium.de

Björn Springorum

Discographie (Alben):

A wintersunset... (1996)

Songs of Moors and Misty Fields (1997)

Where at night the wood grouse plays (1999)

Weiland (2002)

A Retrospective... („Best Of“, 2006)

Into The Pantheon (live, 2013)

The Turn Of The Tides (2014)

Line-Up:

Ulf Theodor Schwadorf – Gesang, Gitarre, Bass,

Schlagzeug

Thomas Helm – Gesang, Flügel

34 - Orkus!


Gründungsjahr: 2011

Herkunftsland: Deutschland/Hessen

Internetseite: www.frontangel-music.de

Aktuelles Album: paradox

„Ich stand alleine weinend am Grab.“

Orkus: Du möchtest einem früheren und nun

wiedergetroffenen Schulfreund von deiner Musik

erzählen. Wie würdest du sie ihm erklären, ohne

ihm etwas vorspielen zu können?

Diana Dohmen: Ich würde ihn an unsere

gemeinsamen Lieblingslieder aus den Achtzigern

erinnern und ihm dann erklären, dass bei mir

noch mehr schnellere Beats drunterliegen.

O: Wie entstand die Idee zum Titel des Albums?

DD: Nach dem ersten Album perplex hatte ich

noch gar keine Idee, wie es genau weitergehen

würde. Ich wollte einfach nur weiterhin Musik

machen, weil ich davon nicht genug bekommen

konnte. Erst nach den ersten drei bis vier neuen

Liedern kam mir der Name paradox in den Kopf.

Ich fand es einfach verrückt, wie unterschiedlich

und gegensätzlich die Lieder waren. Tja, und

somit stand der Titel für mich fest. Smile...

O: Welche zwei Songs des Albums bedeuten dir

inhaltlich besonders viel?

DD: Oh je... das ist sehr schwierig, denn das sind

für mich nicht nur zwei Lieder. Hm... gute Frage,

ich möchte ja jetzt auch nicht zu viel preisgeben.

Grübel... okay, ich erzähl’ Dir etwas über zwei

krass gegensätzliche Lieder. Wunderschöne Welt

zum Beispiel gibt mir ein absolutes Glücksgefühl.

In meiner Jugend bin ich mit meiner ersten

Teenieliebe jedes Wochenende stundenlang

durch die Wälder geritten, vorbei an Bergen und

Seen. Ganz egal wie das Wetter war – ich habe

so viel gesehen und erlebt, dass ich einfach nur

ein riesengroßes Glücksgefühl hatte. Das Lied

Schwerverbrecher macht mich eher sehr traurig,

wütend, und ich empfinde Hass gegen schlechte

Menschen. Es gibt diverse Dinge, die ich selbst

erlebt habe und die sehr grausam waren. Freunde

oder Kunden, denen Schlimmes angetan wurde,

und schreckliche Dinge, die man immer wieder

sieht oder im Radio hört... und dennoch laufen

Täter frei herum. Ich finde das alles so belastend,

dass ich deshalb dieses Lied gemacht habe.

O: Mit welchen zwei Bands würdest du gerne auf

Tour gehen?

DD: Grins... ihr macht es mir echt nicht leicht. Es

gibt so viele tolle Bands, wie kann man sich da

nur für zwei entscheiden? Okay, also: live finde

ich Covenant und VNV Nation schon megatoll. Bei

zwei so starken Bands dabei sein zu können, wäre

ein echter Traum.

O: Wie hast du die Schwarze Szene entdeckt?

DD: Das ist wirklich sehr verrückt. Als ich elf Jahre

alt war, ist mein Lieblingsopa gestorben, und ich

stand nach der Beerdigung alleine weinend am

Grab. In einer anderen Friedhofsecke standen ein

paar Waver und schauten dauernd zu mir rüber,

bis ein Mädchen plötzlich zu mir kam. Sie kniete

sich zu mir runter (sie war schon circa 18) und

fragte mich, warum ich denn so weinen würde...

Jedenfalls nahm sie meine Hand und ging mit

mir zu den anderen Wavern. Diese Jugendlichen

haben mir damals so viel gegeben, dass das für

mich der Anfang von allem war.

O: Was bedeutet es für dich, „schwarz zu sein“?

DD: Alles... denn ich liebe es... Ich liebe die Szene,

die Menschen, die Musik, das Gefühl, verstanden

und so akzeptiert zu werden, wie man ist.

Außerdem liebe ich die Farbe Schwarz.

O: Du betreibst auch einen bekannten

Fashionstore... Wie kam es dazu?

DD: Als ich mit 14 Jahren zum ersten Mal in

einem Szene-Laden einkaufen war, da war ich

so fasziniert, dass für mich klar war: wenn ich

erwachsen bin, würde ich auch so ein Geschäft

aufmachen wollen. Tja, und daraufhin habe ich

sehr viel gearbeitet, gelernt und gespart, bis ich

mir diesen Traum erfüllen konnte. Freu...

O: Inwiefern verraten Mode und Kleidung etwas

über einen Menschen?

DD: Puh... Das ist jetzt eine Frage, worüber man

sich echt streiten kann. Mode ist für mich total

unwichtig. Das Styling verrät etwas über den

Menschen, aber auch da kann man sich sehr

täuschen. Wichtig ist doch, dass jeder Mensch

so rumläuft und sich zurechtmacht, wie es ihm

gefällt und er sich wohlfühlt.

O: Angenommen, du hättest drei Wünsche frei,

die die Welt verändern. Welche wären das?

DD: Seufz... Drei Wünsche langen leider bei all

dem Chaos nicht. Aber ich würde mir spontan

wünschen, dass die ganze Welt in Frieden lebt.

Dass es keine Morde oder Verbrechen gibt. Dass

niemand Hunger leiden muss.

O: Bei einem Spiel ist es deine Aufgabe, 100

Euro innerhalb einer Stunde auszugeben. Wofür

würdest du das Geld verwenden?

DD: Also ehrlich, ihr kommt auf Ideen. Ich würde

kein Spiel spielen wollen, sondern ich würde das

Geld jemandem schenken, der es gebrauchen

kann.

O: Welches Geheimnis um deine Musik kannst du

heute lüften?

DD: Keines, das nicht durch die Lieder bereits

gelüftet ist. Grins... Ein paar Geheimnisse möchte

ich ja auch noch für mich behalten.

O: Welche Lebensweisheit ist deine wertvollste?

DD: Man darf die Hoffnung niemals aufgeben,

egal was auch passiert.

O: Wer sollte sich nun mit deinem Werk intensiver

beschäftigen?

DD: Na, auf jeden Fall die Leute, die gerne

elektronische, tanzbare und melodienreiche

Musik hören. Smile...

122 - Orkus!

Orkus! - 123


New Album

PussyPusyBangBang

im Vertrieb von

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First Audience CD

TX70772 LTT

Hoffnung CD

ORK_PB_105 x 99.indd 1 14.05.1

„Fern

der Heimat eine

solche Euphorie

erleben zu dürfen...“

Kurz bevor die Kanadier Nitro/Noise ihr zweites Studioalbum No Cure For

Apocalypse auf den Markt brachten, machten sie durch einen Remix zu

Combichrists From My Cold Dead Hands von sich hören. Der Startschuss

für eine umtriebige Zeit: „Die Arbeit für Combichrist ließ einen meiner

Träume wahr werden“, gesteht Hauptkomponist Clutch. Doch natürlich

kann man den Spieß auch umdrehen... War es bei Total Nihilism (2012)

noch Jan L. von X-Fusion/Noisuf-X, der mit den Jungs ein Stück auf die

Beine stellte – zudem legte der Essener erneut sein geschicktes Händchen

an das Mastering des Albums –, verleiht nun kein Geringerer als Thomas

Rainer aka Nachtmahr dem Track We Demand Better eine ganz besondere

Note. „Wir waren bereits lange vor unserer eigentlichen Gründung große

Nachtmahr-Fans und haben inzwischen einen gewissen Bekanntheitsgrad

erreicht, der eine Kollaboration ermöglichte und quasi auch rechtfertigte.

Wir wollten eine Military-lastige Nummer bauen, und wer ist für solch ein

Vorhaben besser geeignet als Thomas?! Das Ergebnis spricht absolut für

sich!“

Es folgte eine ausgedehnte Tour unter anderem durch die Niederlande

und Russland, welche für das Dreiergespann ein aufregendes Erlebnis

darstellte. Clutch gerät ins Schwärmen: „Es war unser erster Besuch

in Europa, und wir waren begeistert. Uns erstaunte wirklich sehr, dass

das Publikum unsere Lieder mitsang und ausgelassen feierte. Schon ein

besonderes Gefühl, fern der Heimat eine solche Euphorie erleben zu

dürfen...“

Mit No Cure For Apocalypse haben Nitro/Noise eine solide Basis geschaffen,

um dieses bei den Fans geschürte Feuer am Brennen zu halten. Das

Material wechselt zwischen harschen und ruhigeren Titeln, ohne je an

Härte oder Tanzbarkeit einzubüßen. Auch abseits der musikalischen

Umsetzung schlägt das Werk einen Bogen zum Debut. „Bei der

Covergestaltung wollten wir einen gewissen Wiedererkennungswert. Weil

wir aber des Trends zum Überphotoshoppen mehr als müde sind und ich

selbst Graphikdesign studiert habe, entschieden wir uns für den guten

alten Comicstil. Ich denke, dieser Eyecatcher ist uns gelungen.“

www.facebook.com/nitronoisemusic

Marie-Luise Henke


„Sie tragen ihre Herzen in ihren Augen

und auf ihren Zungen!“

Nachdem Tilo in unserer letzten Ausgabe schon etwas über die Entstehung des Werkes Live in Mexico City erzählt hat, kommen nun

Themen wie Live-Alben im Allgemeinen und im Privaten, Bootlegs, Londonreisen, persönliche Empfindungen bei Songs, Unterschiede

zwischen Mexiko und Mitteleuropa, Geheimnislüftung sowie die Zukunft von Lacrimosa zur Sprache...

Orkus: Heutzutage wird ja in gewisser Weise jedes

Konzert mitgeschnitten. Vom Zuschauer mit dem

Handy. Wie empfindest du diese Tatsache?

Tilo Wolff: Das Problem ist einfach, dass

diese Aufnahmen sehr individuell sind und

den tatsächlichen Klang eines Konzertes nicht

einfangen können. Je nach Qualität können die

Handymikrophone meist nur gewisse Frequenzen

aufzeichnen und kommen auch da schnell an ihre

Grenzen. Wenn zum Beispiel eine Passage große

Tiefenbässe um die 50 Hertz hat, verschwinden

alle übrigen Frequenzen in der Handyaufnahme,

und man hört nur noch ein Rauschen oder

Brummen. Dafür stechen höhere Frequenzen

unverhältnismäßig heraus. Ganz lustig wird es,

wenn derjenige, der das Konzert mit seinem Handy

aufnimmt, selbst mitsingt. Deswegen ist es in Zeiten,

in denen so viele Konzerte via Handy im Netz landen,

umso wichtiger, richtige Live-Alben zu machen, damit

die Menschen hören, wie es in Wirklichkeit klingt.

O: Hast du früher oder auch in jüngerer

Vergangenheit gerne Live-Alben von anderen Bands

gekauft? Welches beeindruckte dich besonders?

TW: Ja, sehr gerne! Dabei gefallen mir die Live-Alben

am besten, bei denen die Songs im Gegensatz zu

den Studioaufnahmen variiert werden und eine gute

Live-Atmosphäre zu hören und zu spüren ist. Ich

liebe zum Beispiel die Live-Alben von Leonard Cohen

oder von Archive. Ganz schlimm finde ich diese

sterilen, perfekten Live-Alben, bei denen man nicht

einmal das Publikum hören kann. Ganz schlimm!

O: In den Achtzigern und Neunzigern gab es ja

auch zahlreiche Bootlegs. Warst du ebenfalls ein

leidenschaftlicher Sammler?

TW: Ja, damals konnte man seine CDs ja noch nicht

im Internet bestellen, sondern ist – wie zum Beispiel

in meinem Fall – ein halbes Jahr arbeiten gegangen,

mit dem Geld dann nach London geflogen und hat

dort die einschlägigen Plattenläden durchgewühlt

nach neuen Bands und deren Scheiben. Dass

da auch Bootlegs dabei waren, hat man erst

schmerzlich zu Hause gemerkt, wenn man die

Platten aufgelegt und den unterirdischen Sound

gehört hatte. Das war dann doppelt bitter! Aber

Bootlegs gibt es ja bis heute. Gerade vor zwei Tagen

habe ich festgestellt, dass ein großer Onlineshop in

der Schweiz Bootlegs von uns angeboten hat. Aber

damit sich unser Publikum orientieren kann, haben

wir vor einigen Jahren auf unserer Webseite die

Rubrik „Titelkatalog“ eingeführt, in der man jeden

Titel und das dazugehörige Album nachschauen

kann und damit gleich weiß, welche CDs echt und

welche gefälscht sind.

O: Juristisch waren Bootlegs illegal. Ethisch ebenfalls?

TW: Klar! Ihr fändet es wahrscheinlich auch nicht so

witzig, wenn die Kioske anstatt eurer jeden Monat

neu und mit viel Aufwand erarbeiteten Originale

meine billig zusammenkopierten Fälschungen

einkaufen würden. Jeder, der arbeitet, weiß, dass

der Diebstahl seiner Arbeit ethisch und moralisch

verwerflich und persönlich verletzend und

gesellschaftlich untergrabend ist! Das Problem ist

nur, dass viele Arbeiten nicht zu stehlen sind und

deshalb die Menschen, die diese – sozusagen –

sichere Arbeit ausüben, sich keinen Kopf darüber

machen, wie es denjenigen geht, die etwas kreieren

und deren Arbeit damit geklaut werden kann.

O: Wann hast du zuletzt etwas getan, das nicht

so ganz okay war? Und wie bist du danach damit

umgegangen?

TW: Mit abnehmenden Werten in unserer

Gesellschaft steigt leider die Unmoral. „Nicht

ganz okay“ ist dabei genauso falsch wie „komplett

daneben“. Es gibt keine kleinen Sünden,

Halbwahrheiten oder Notlügen. Gelogen ist gelogen,

und Schönreden ist Selbstverarschung. Einzig das

Motiv ist entscheidend. Lüge ich, weil ich mich

selbst bereichern will – wobei ich das Bereichern

hier nicht nur auf Finanzielles, sondern auch auf

Zwischenmenschliches beziehen möchte, denn die

Bereicherung an Lob und Anerkennung aufgrund

falsch dargelegter Tatsachen ist erbärmlich –,

dann ist diese Lüge sicher schlimmer zu bewerten,

als wenn ich lüge, um den Nächsten zu schützen.

Daraus folgend mache ich – machen wir Menschen

– jeden Tag Dinge, die zu bereuen wären. Wenn

man sich also selbst ein bisschen reflektiert, damit

einem der Blödsinn, den man anstellt, auch auffällt,

dann hat man die Chance, daraus zu lernen und es

nächstes Mal besser zu machen. Und das versuche

ich... mit mittelmäßigem Erfolg.

O: Bist du ein guter Musiker?

TW: Das zu beurteilen, überlasse ich anderen, wobei

zunächst die Frage geklärt werden müsste: Wo

beginnt „gut“?

O: Was war an dem Konzertabend in Mexiko alles

gut?

TW: Mir hat die Stimmung im Publikum gefallen,

die Band war wie immer tight und auf den Punkt,

ich konnte meinen Gesang gut hören und mich

deswegen komplett in die Musik fallen lassen. Ich

fand es – persönlich betrachtet – gut.

O: Was fasziniert dich an Mexiko?

TW: In erster Linie das Publikum! Diese Fähigkeit,

Begeisterung und Schmerz, die inneren Regungen, zu

zeigen. Das ist einfach schön. Die Menschen denken

dort weniger darüber nach, wie sie ankommen und

auf ihr Gegenüber wirken. Sie tragen ihre Herzen in

ihren Augen und auf ihren Zungen!

O: Was irritiert dich an Mexiko?

TW: Die Unpünktlichkeit und die Kriminalität.

O: Was ist in Mitteleuropa besser als in Mexiko?

TW: Die deutlich geringere Korruption!!

O: Und was in Mexiko ist besser als in Mitteleuropa?

TW: Das Essen – zumindest teilweise, denn es gibt

auch wunderbare Küchen in Mitteleuropa, wie

zum Beispiel die weltweit komplett unterschätzte

süddeutsche Küche! – und die Herzlichkeit der

Menschen. Und das Wetter.

O: Bist du persönlich mit der Titelauswahl auf dem

Werk glücklich?

TW: Klar, das ist eins zu eins die Setliste vom Konzert,

und die habe ich ja für diese Tour zusammengestellt.

Im Gegensatz zu den Konzerten in Deutschland

haben wir im zweiten Teil der Tour übrigens auch

Verloren vom aktuellen Album Revolution gespielt,

das ebenfalls auf der Live-CD zu hören sein wird.

O: Welche zwei Songs bedeuteten dir an jenem

Abend ganz besonders viel – und warum?

TW: Rote Sinfonie, weil ich den Gitarrenpart, den wir

in der Live-Version spielen, magisch finde, und Weil

Du Hilfe brauchst, denn dieser Titel besteht alleine

aus Gefühl, und das kommt live immer intensiver

als im Studio. Das Gleiche betrifft auch Ohne Dich ist

alles nichts, ein weiteres absolutes Highlight der Live-

CD, das nicht unerwähnt bleiben darf!

O: Inwiefern wurde der Ton für das fertige Produkt

nachbearbeitet?

TW: Der Ton respektive das Signal, also

die musikalische Darbietung, wurde nicht

nachbearbeitet. Das wäre wohl auch gar nicht

so einfach möglich, da man über die sämtlichen

Mikrophone auf der Bühne und im Publikum hört,

was gerade gespielt und gesungen wird. Würde

man da jetzt etwas verändern, bleibt das Original

trotzdem auf den übrigen Mikrophonen zu hören.

Das würde ziemlich schräg klingen. Nötig waren aber

Säuberungen einiger Spuren, wenn es zum Beispiel

während des Konzerts zu einer Überspannung

auf einem Kanal kam, was dann zu Knacken oder

Brummen auf der Spur führt. Das hatten wir leider

ziemlich häufig, und da gab es auch einiges zu tun.

O: Erfüllst du dir mit dem Konzertalbum in gewisser

Weise einen Traum?

TW: Auf jeden Fall! Eine schönere Manifestierung

der Erinnerung an die vergangene Tour gibt es

kaum!

O: Welches Geheimnis um Lacrimosa kannst du

heute lüften?

TW: Ein gelüftetes Geheimnis ist ja bekanntlich kein

Geheimnis mehr... aber hier wäre vielleicht eines:

Wenn man alle Orchestermusiker, Chormitglieder,

Live- und Studiomusiker zusammenzählt, die jemals

bei Lacrimosa zu hören waren, kommt man auf 684

Musiker.

O: Was verrät uns (d)ein Blick in die Glaskugel

bezüglich eines neuen Lacrimosa-Albums?

TW: Nächstes Jahr haben wir 25-jähriges Jubiläum.

Das wird entsprechend gefeiert!

O: Mit was machst du dir selbst Mut, wenn mal

etwas nicht so ganz rundläuft?

TW: Das kommt ganz darauf an, worum es geht.

Aber im Allgemeinen ziehe ich meine Kraft aus

meinem Glauben und all dem, was damit verbunden

und was aus diesem bereits entstanden ist!

www.lacrimosa.com

Claus Müller

Discographie (Alben):

Angst (1991)

Einsamkeit (1992)

Satura (1993)

Inferno (1995)

Stille (1997)

Live (live, 1998)

Elodia (1999)

Fassade (2001)

Echos (2003)

Lichtgestalt (2005)

Lichtjahre (live, 2007)

Sehnsucht (2009)

Schattenspiel (Compilation, 2010)

Revolution (2012)

Live in Mexico City (live, 2014)

Line-Up:

Tilo Wolff – Gesang, Klavier, Gitarre, Trompete, Flügelhorn

Anne Nurmi – Gesang, Keyboard

38 - Orkus!


Gründungsjahr: 2009

Herkunftsland: Deutschland

Internetseite: www.fundetta.de

Line-Up:

Detta Herm – Gesang, Synthesizer, Keyboard

Suse – Gesang, Keyboard

Aktuelles Album: Mein Talent ist Leben

„Es gibt Reichtum jenseits des Geldes.“

Orkus: Du möchtest einem früheren und nun

wiedergetroffenen Schulfreund von eurer Musik

erzählen. Wie würdest du sie ihm erklären, ohne

ihm etwas vorspielen zu können?

Detta Herm: Meine Schulfreunde kennen mich,

doch die meisten von ihnen würden sich in meinem

Kopf wahrscheinlich nicht wohlfühlen. Vielleicht bin

ich ja genetischer Sondermüll, und mein Wahnsinn

ist vom Irrsinn befallen? Es ist schwer zu erklären,

weil es keinen eindeutigen Vergleich gibt. Stell’ Dir

eine dunkle, musikorientierte Kabarettshow vor,

ohne volkstümliche Töne. Das psychedelische Spiel

zwischen Sinn und Unsinn des Lebens, zwischen

Musik, Text und Leinwand – eine irrwitzige

individuelle Form von Avantgardismus – das ist

Fundetta.

O: Wie entstand die Idee zum Titel des Albums?

DH: Beabsichtigt war ein Pendant zur ersten CD

Diktator der Lust – schnelle Grooves, weg vom

sexistischen Treiben. Die kommerzielle Attraktivität

kam mir auch diesmal nicht in den Sinn. Ich bin, wie

ich bin. Eine Art Ballade zu schreiben, lag mir schon

immer am Herzen. Der Song vermittelt meine

Lebenseinstellung, und durch ihn hat das Album

diesen Namen bekommen.

O: Welche zwei Songs bedeuten dir inhaltlich

besonders viel?

DH: Jeder Titel hat irgendwo seine Stärken.

Beispielsweise die textliche Aussage in Kleiner

Mann: „In einer Welt, die kühler wird und niemand

mit dir spricht, sind Menschen keine Brüder

mehr – am Horizont kein Licht.“ Mein Talent ist

Leben wird wiederum bei Konzerten von vielen

als emotionellster Gänsehautsong empfunden.

Die Philosophie des Titeltracks und somit des

gesamten Albums trägt die Message, dass es

Reichtum jenseits des Geldes gibt.

O: Als Cover-Version ist Helden von David Bowie

ausgesucht worden. Was bedeutet das Stück für

dich?

DH: Ich wollte auch ein Held sein und die

Berliner Mauer einreißen. Das war aber

lebensgefährlich. Der Song hat mich mein ganzes

Leben lang begleitet. Zudem fühle ich mich zum

surrealistischen und uferlosen Reproduktionismus

hingezogen – Hieronymus Bosch und David Bowie

sind meine Helden.

O: Mit welchen zwei Bands würdest du gerne auf

Tour gehen?

DH: Knorkator, Nina Hagen und Fundetta – das

wäre eine explosive Mischung.

O: Wie hast du die Schwarze Szene entdeckt?

DH: Wenn ich ehrlich bin, kannte ich die Szene

nicht. Der Gedanke daran, in einer Schublade zu

landen wie zum Beispiel „Gothic“... hm... Aber es ist

nun mal so – jeder Topf braucht einen Deckel. Die

Schwarze Szene hat mich wohl entdeckt.

O: Angenommen, du hättest drei Wünsche frei, die

die Welt verändern. Welche wären das?

DH: Wahrscheinlich würde ich mir wünschen, den

Planeten zu reloaden. Doch ich glaube, dass der

Mensch – wenn er eine neue Chance bekäme –

wieder die gleichen Fehler macht und mit seiner

Intelligenz viel zu leichtfertig umgeht, weil er

unvollkommen ist.

O: Bei einem Spiel ist es deine Aufgabe, 100

Euro innerhalb einer Stunde auszugeben. Wofür

würdest du das Geld verwenden?

DH: Den Hunderter schmeiße ich sofort in den

Tank meines Autos, denn die Kutsche muss immer

rollen.

O: Welches Geheimnis um eure Musik kannst du

heute lüften?

DH: Reich mir doch bitte mal den Notenschlüssel

– ich muss die Tür zu meinen Gedanken öffnen.

„Halloooo!!?... Geheimnis???... Bist du zu Hause?!“

O: Welches Instrument oder Equipment steht auf

deiner Wunschliste ganz oben?

DH: Da ich mir gerade erst den erträumten

Kurzdistanzbeamer geleistet habe, der unserer

Videoshow dient, bleibt nur ein Wunsch offen: ein

einbaufähiger 19-Zoll-Digitalmixer für den Vormix

und den In-Ear-Mix auf der Bühne.

O: Welche Lebensweisheit ist deine wertvollste?

DH: Man muss verändern, um sich zu erneuern.

O: Wer sollte sich nun mit eurem Werk intensiver

beschäftigen?

DH: Richtig wichtig: eine wirklich gute

Bookingagentur. Und die unzähligen Radiosender

vielleicht. So wäre es auch einer größeren

Zuhörerschaft gestattet, Fundetta kennenzulernen.

Facts + Facts + Facts

Satyricon

Das Jahr 1994 wird jeder glühende Verehrer von

norwegischem Black Metal in ausgezeichneter

Erinnerung behalten. Neben Dimmu Borgirs Debut

For All Tid und dem legendären Emperor-Werk In

The Nightside Eclipse traten auch die berüchtigten

Satyricon vor ziemlich genau 20 Jahren mit ihrem

Erstling auf den Plan. Auf Dark Medieval Times

geben sich die Mannen noch roh und folkloristisch

beeinflusst, holzen klirrend und ruppig durch ihre

schroffen Hymnen und bugsierten sich vom Fleck weg

in die Elite der zweiten norwegischen Black Metal-

Welle. Dort verbleiben die Herren Satyr und Frost natürlich bis heute, erstaunlich

ist jedoch, in welch jugendlichem Alter ihnen dieses Kunststück glückte: Satyr war

bei den Aufnahmen zarte 18, Drummer Frost hatte gerade mal die 20 überschritten.

In den folgenden zwei Dekaden sollte eine Menge passieren: Satyrs Mutation vom

Black Metal-Kid zum überheblichen Rockstar, sein Rückzug, die Läuterung und 2013

das glanzvolle Comeback mit dem selbstbetitelten Meisterwerk Satyricon. Apropos

„Bandname“ – der ist einer satirischen Schrift aus dem antiken Rom entliehen,

in seiner Wortherkunft jedoch nicht eindeutig: Vielleicht bezieht er sich auf die

rauschhaften Satyrspiele, vielleicht auf griechische Liebesromane, eventuell meint er

aber auch eine Schale voller Obst. Und das wäre nicht besonders „true“, finden wir...

122 - Orkus!

Within Temptation

Urmember Jeroen van Veen

mag nicht das auffälligste

Mitglied von Within Temptation

sein. Trotzdem ist der

glatzköpfige Bassist, der 2014

seinen 40. Geburtstag feiert,

ein wichtiger Bestandteil der

Band. Nur wenige wissen, dass

van Veen auch großer Funk-Fan ist und früher sogar in mehreren

solcher Formationen zockte. Heute spielt er lediglich in seiner Freizeit

noch bei einer Gruppe namens JIM Generator. Zudem ist er ein guter

Schlagzeuger. In den Niederlanden muss der Musiker seinen Namen

nicht buchstabieren, denn er hat einen berühmten Namensvetter.

Der andere Jeroen van Veen ist ein international erfolgreicher Pianist

und Komponist. Jener klassische Künstler ist bloß fünf Jahre älter als

der Within Temptation-Bassist. Wie oft dies schon zu Verwechslungen

geführt hat, ist leider nicht bekannt. Within Temptation feiern

gerade riesige Erfolge mit ihrem aktuellen Album Hydra, das ihnen

in diversen Ländern (unter anderem Großbritannien, Deutschland,

Frankreich) die höchsten Charteinstiege ihrer bisherigen Karriere

bescherte.


Umschlag_final2.indd 1 04.04.13 10

Das berüchtigte Grimoire

in erweiterter Ausgabe:

„Wir haben drei Tage lang

an der Minibar gesoffen.“

Illdisposed sind ohne Übertreibung ein echtes

Urgestein der Death Metal-Szene. Formiert

hat sich die dänische Truppe bereits im Jahr

1991; allerdings ist Sänger Bo Summer das

einzige bis heute aktive Gründungsmitglied.

Jetzt veröffentlichen sie ihr elftes Studioalbum

With The Lost Souls On Our Side. Benannt wurde

es nach einem Stück, das auf dem Debut Four

Depressive Seasons zu finden ist. Der Titel darf

als Tribut an die „guten alten Zeiten“ gelten.

Seit dem letzten regulären Werk Sense The

Darkness hat es zwei Personalwechsel gegeben,

wie Gitarrist Jakob „Batten“ Hansen erzählt:

„Als Erstes musste uns Jonas Mikkelsen alias

Kloge verlassen, weil er nicht mehr die Zeit

hatte, mit uns Shows zu spielen. Nun haben

wir Kussen als neuen Bassisten an Bord,

der Jonas schon manchmal vertreten hatte.

Dann ging auch Schlagzeuger Thomas Jensen

– wegen familiären, gesundheitlichen und

einigen anderen Problemen. Er wurde durch

Kim Jensen ersetzt, der uns bereits aushalf, als

Thomas am Knie operiert wurde. Es nervt, dass

die Mitglieder immer wechseln. Ich hasse es.

Deshalb hoffe ich auch, dass es nicht noch mal

passiert.“

Jakob, selber seit 1999 Bandmitglied, kann

auf eine lange Laufbahn zurückblicken...

gespickt mit vielen tollen, aber auch schweren

Erinnerungen. „Einer der besten Momente war,

als wir 2004 den Deal bei Roadrunner Records

unterschrieben. Sie luden uns nach Köln ein,

und dort haben wir drei Tage lang 24 Stunden

an der Minibar im Hotel gesoffen. Zugleich

gaben wir viele Interviews, die natürlich nicht

gerade hervorragend liefen“, grinst Batten. „Ihr

hättet die Augen von unserem Roadrunner-

Boss sehen müssen, als er die Rechnung

für die Minibar erhielt. Er hat dann auch

das gemeinsame Dinner am letzten Abend

gecancelt. Doch das war noch gar nicht der

schrecklichste Moment. Der war wohl eines der

Male, wo ich mir auf Tour in die Hosen gesch...

habe. So was nervt gewaltig!“

Das Artwork, welches definitiv kein typisches

Death Metal-Cover zeigt, wurde erneut von

Lasse Hoile gestaltet, der auch schon für

Künstler wie Porcupine Tree, Opeth oder

Anathema gearbeitet hat. Die Lyrics stammen

von Bo. Er spricht jedoch nur ungern über seine

Texte, verrät Hansen. „Normalerweise schreibt

er über all die negativen Dinge, die in seinem

Leben geschehen.“ Aktuell suchen die Jungs

nach einem geeigneten Bühnenpartner. Ob

sie selbst als Headliner oder als Gast auftreten,

wissen sie noch nicht. „Ursprünglich sollten

wir im November mit Dark Tranquillity durch

Schweden touren, aber sie fanden plötzlich,

dass unsere Musik zu hart für sie ist“, lacht

Jakob laut. „Ich dachte eigentlich, sie wären

eine Death Metal-Band, aber das sind sie

augenscheinlich doch nicht.“

www.illdisposed.dk

Manuela Ausserhofer

Discographie (Alben):

Four Depressive Seasons (1993)

Submit (1995)

Helvede (Compilation, 1995)

There’s something rotten... in the state of Denmark (1997)

Retro (Cover, 2000)

Kokaiinum (2001)

1-800 Vindication (2004)

Burn Me Wicked (2006)

The Prestige (2008)

To those who walk behind us (2009)

There is light (but it’s not for me) (2011)

The Best Of Illdisposed 2004–2011 („Best Of“, 2012)

Sense The Darkness (2012)

The Best Of Illdisposed 2004–2012 („Best Of“, 2013)

With The Lost Souls On Our Side (2014)

Line-Up:

Bo Summer – Gesang

Jakob „Batten“ Hansen – Gitarre

Ken Holst – Gitarre

Kussen – Bass

Kim Jensen – Schlagzeug

„Dies ist das Zeugnis all dessen, was ich in jenen Jahren gesehen

und erfahren habe ... Denn dies ist das Buch der Toten, das Buch

der Schwarzen Erde, das ich unter Lebensgefahr schrieb.“

DAS NECRONOMICON

Eines der berüchtigsten Zauberbücher der westlichen Welt!

Geschrieben im 8. Jahrhundert von dem Wahnsinnigen Araber,

enthält es Mysterien und Rituale aus den dunkelsten Tagen der

Menschheit, längst vergessene Formeln, mit denen unglaubliche

Dinge, Kreaturen und Monster beschworen wurden.

Erstmals in deutscher Sprache enthält dieses Buch zusätzlich

Hintergrundmaterial, das zum tieferen Verständnis des einzigartigen

Systems der Anrufungen unabdingbar ist.

Und nicht zuletzt werden die ungewöhnlichen Umstände, unter

denen der Herausgeber Simon das Manuskript erhielt, geschildert.

DAS NECRONOMICON BUCH DER ZAUBERSPRÜCHE

Basierend auf den 50 Namen MARDUKS enthält dieses außergewöhnliche

Grimoire eine schrittweise Anleitung zur Wunscherfüllung.

So steht dieses uralte mystische Wissen erstmals dem heutigen

Leser zur praktischen Anwendung zur Verfügung.

Das Necronomicon + Das Buch der Zaubersprüche

Die fünfzig Namen Marduks

Das

Necronomicon

Zeugnis des wahnsinnigen Arabers

Das Buch der Zaubersprüche

Die fünfzig Namen Marduks

Doppelband

DAS NECRONOMICON

und DAS BUCH DER

ZAUBERSPRÜCHE

ISBN 9783935684071

€ 26,00

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Abrakadabra Abig

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ISBN 9783935684088

€ 25,00

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„Man muss daran fast verglühen...“

Nachdem uns Jérôme Reuter in der vorherigen Ausgabe das fremde und unbekannte „Rhodesien“

näherbrachte, geht es im Folgenden allgemeiner um Kunst, Kritik und den Umgang mit dieser. Denn Jérôme

Reuter versteht es geradezu perfektionistisch, Musik, Sprache und Gestaltung in einer ganz eigenen Poesie

der Ästhetik untrennbar zu vereinigen.

Orkus: Zum Auftakt des zweiten Teils unseres Interviews

gleich eine ganz direkte Frage: Nachdem die neue ROME-

Box angekündigt wurde, gab es viele neugierige Nachfragen

und positive Reaktionen. Aber auch ungewöhnlich viele

und vor allem sehr negative Kommentare, selbst von

eingeschworenen Fans. Wie denkst du darüber?

Jérôme Reuter: Na ja, ich kann die Leute, ehrlich gesagt,

schon verstehen. Es ist ’ne ordentliche Summe, die man als

Musikliebhaber dafür hinlegen soll, aber ich denke, dass

der Preis mehr als gerechtfertigt ist und streng genommen

ein sehr fairer Deal ist, wenn man sich mal genau ankuckt,

was man da eigentlich kauft. Dass die Produktionskosten

für ein solch komplexes Mammutwerk in einer derart

opulenten Verpackung sehr hoch sind, muss Eingeweihten

nicht erklärt werden; für viele bleibt natürlich der Eindruck

hängen, sie sollen jetzt für ein paar neue Songs das

Zehnfache hinblättern wie üblich. Dem ist aber nicht so,

und ich glaube, eine stillschweigende Mehrheit unserer

Unterstützer vertrauen mir und dem Biest ROME doch

so weit, weil sie wissen, dass wir sie nicht über den Tisch

ziehen wollen. Ich glaube, wenn die Box dann veröffentlicht

ist, wird es doch für sich selbst sprechen können. Allein

vom Gewicht her ist das ein Mordsteil von zwei Kilo! Was

den Inhalt angeht, so ist neben den CDs und der DVD

und den vielen zusätzlichen Einzelkomponenten natürlich

vor allem das Riesenbuch als Hardcover zu erwähnen.

Zudem liegt eine saftige Überraschung drin, die viele

Herzen höherschlagen lassen wird! Ich glaube, nachher

wird niemand mehr auch nur das Geringste am Preis

auszusetzen haben und nachvollziehen können, warum er

bei der Qualität und den Kosten so hoch ausfallen musste.

O: In der deutschen Sprache haben wir den schönen Begriff

„Gesamtkunstwerk“. Würdest du die ROME-Box darunter

einsortieren?

JR: Absolut, ja. Ich habe daran jahrelang rumgedoktert, bis

es endlich in der Form war. Das Konzept existiert bereits

seit 2007 oder 2008, und es hat einige Versuche gegeben,

das Ding rauszubringen, aber irgendein Element – sei es

nun musikalischer oder graphischer Natur – war dann

doch noch nicht ganz so, wie es sein soll. Das hat öfters

mal zu Frustrationsausbrüchen wie Hell Money geführt,

haha – ein Album, was den nötigen Kahlschlag darstellt,

um dem vorliegenden Monstrum den nötigen Freiraum

zu geben. Und jetzt habe ich eben diese 24 Tracks von

Rhodesia genau so in der Form vorliegen, wie ich das immer

wollte. Allein an dem „Bonus“album habe ich sehr lange

gearbeitet. Das sind natürlich Collagen; aber die Wirkung

solcher Collagen entsteht aus einer ganz anderen Dynamik

als ein „herkömmlicher“ Song. Man braucht da ’ne Menge

Zeit, um die einzelnen Elemente miteinander oder gar

gegeneinander abzustimmen... das ist wie beim Kochen. Da

kann schnell mal was zu ’nem unverdaulichen Breigemisch

werden, wenn man nicht genau dosiert. Insgesamt habe ich

sieben Jahre rumgebastelt, natürlich nicht permanent, aber

eigentlich war A Passage to Rhodesia nach jedem der letzten

fünf Alben die erste von mir betretene Baustelle – nur um

dann festzustellen, dass die Zeit einfach noch nicht reif war.

Orkus! - 43


O: Verfolgst du die Idee des Gesamtkunstwerks

auch weiterhin?

JR: Ich atme jetzt erst mal durch und hoffe, dass

diese Box den Leuten gefällt. Es gibt natürlich

Ideen für weitere Projekte, aber derzeit kann

ich überhaupt nicht vorhersagen, wohin mich

meine musikalischen Launen führen werden.

Im Moment feilen wir an unserer ganz neuen

Live-Besetzung, und das macht Mut zum

Weitermachen. Was an Veröffentlichungen

noch so kommt, wird sich zeigen, aber stilistisch

bin ich mit dem auf Rhodesia eingeschlagenen

Weg jedenfalls mehr als zufrieden.

O: Muss Kunst totalitär und damit auch total

sein?

JR: Mal abgesehen davon, dass der kreative

Prozess bei ROME nun wirklich nicht

demokratisch abläuft, ist meine Kunst

überhaupt nicht totalitär, aber umso „totaler“.

Ich meine, jeder Tropfen Schweiß, Blut und

sonst was, das ich vergieße, ist für ROME. Mein

Einsatz ist total – das hat mir vor Kurzem sogar

mächtig auf die Gesundheit geschlagen... Na ja,

aber anders geht’s nicht. Diese Aufgabe, diese

Art, zu leben, muss einen ganz erfüllen. Man

muss davon in uneingeschränkter Totalität

erfüllt sein, man muss daran fast verglühen,

sonst war es meiner Einschätzung nach nie das

Richtige.

O: Wie gehst du persönlich mit Kritik um?

JR: Eigentlich ganz schlecht. (lacht) Aber

das gehört bei dem Job nun wirklich dazu.

Man will natürlich, dass das, woran man so

lange gearbeitet hat, geschätzt wird, aber

offensichtlich trifft man nicht immer jedermanns

Geschmack; das ist ja auch streng genommen

nicht der Sinn der Übung. Man sucht nach dem

eigenen Ausdruck, und das gelingt mal besser,

mal schlechter.

O: Was möchtest du mit deiner Musik gerne

erreichen?

JR: Ich bin immer sehr froh, wenn es den

Kollegen, sprich: anderen Musikern oder

Künstlern gefällt. Ich bin ja selbst hauptberuflich

Fan, und wenn dann mal eine Liebe erwidert

wird, ist das ein außerordentlich schönes

Gefühl. Und natürlich freut man sich, wenn man

das Gefühl hat, was zurückgeben zu können,

oder das Leben anderer bereichern kann. Das

alles hier ist ja ein Erfahrungsaustausch unter

Menschen.

O: Welche Kunst inspiriert dich momentan?

JR: Die Kunst, mal durchzuschlafen.

O: Zehn Alben in zehn Jahren. Was ist für die

nächste Dekade zu erwarten?

JR: Ich würd’ ja sagen: weitere zehn Alben, aber

das wär’ doch etwas voreilig. Vielleicht werden

es ja elf, haha. Nein, nein. Im Moment bin ich

doch etwas erschöpft, und ich glaub’, ganz so

eilig mit einer weiteren Veröffentlichung habe

ich es dann doch nicht. Es wird sich zeigen.

www.facebook.com/romeproject

Marc Frei

Discographie (Alben):

Nera (2006)

Confessions d’Un Voleur d’Âmes (2007)

Masse Mensch Material (2008)

Flowers From Exile (2009)

Nos Chants Perdus (2010)

Die Æsthetik der Herrschaftsfreiheit (2011)

Hell Money (2012)

A Passage to Rhodesia (2014)

Orkus! - 45


Herkunftsland: Schweiz

Internetseite: www.ekatbork.com

Aktuelles Album: Veramellious

„Mein größtes

Abenteuer war

wohl, meine Familie

und Russland zu

verlassen.“

Orkus: Schaffst du es, deine Musik in nur einem Satz auf den Punkt zu

bringen?

Ekat Bork: Ich bin nicht gut im Beschreiben; sie ist Teil meines Lebens

wie eine Sammlung von Gefühlen und Gedanken.

O: Wie ist die Entscheidung für den Albumtitel gefallen?

EB: Ich habe ihn nicht ausgewählt. Es war ein Geistesblitz meines

Managers und Produzenten Silvio Cattaneo. „Veramellious“ entstand

durch einen Fehler, den ich im Italienischen immer mache. Anstatt

„meraviglioso“ („wunderbar“) sage ich „veramiglioso“, und mit ein

bisschen Verzerrung durch Englisch und Latein... ergibt das Veramellious.

O: Was schätzt du, welche zwei neuen Songs live besonders gut

ankommen werden – und wovon handeln diese?

EB: Das lässt sich schwer sagen; wir werden viele Singles haben. Ich mag

alle meine Lieder... Es kommt darauf an, in welcher Situation ich mich

befinde, auf die Leute, den Ort, die Stimmung... Was meinst Du?

O: Was motiviert dich jedes Mal aufs Neue, Musik zu machen?

EB: Ganz ehrlich: ich liebe sie einfach. Und wenn man jemanden oder

etwas liebt, braucht man keine Motivation.

O: Welche „alten Helden“ würdest du dir zurück ins Studio wünschen?

EB: Keine speziellen Wünsche.

O: Welche jugendlichen Abenteuer wirst du nie vergessen?

EB: Da gibt es wirklich viele. Mein größtes Abenteuer war wohl, meine

Familie und Russland zu verlassen.

O: Was wolltest du in der Öffentlichkeit schon immer mal sagen?

EB: Ich bin ein ziemlich spontaner Mensch und sage, was ich will... wann

immer ich kann.

O: Was ist in der Regel deine Schlafenszeit? Und was deine kreative

Schaffenszeit?

EB: Ins Bett gehe ich so gegen null oder zwei Uhr. Ich schreibe gern am Morgen bei

einer Tasse Kaffee. Das ist immer meine beste Zeit.

O: Was siehst du, wenn du aus deinem Wohnzimmerfenster schaust? Und was

würdest du gerne sehen?

EB: Eine vermutlich philosophische Frage. (lacht) Also... lasst mich nachschauen...

Von meinem Fenster aus sehe ich die schönen Bäume in meinem Garten, ich höre

Vogelzwitschern und Kuhglocken, ich spüre den Wind wehen, ich sehe eine Frau mit

ihrem kleinen Hund spazieren und meine Hunde, wie sie bellend hin und her rennen,

ich sehe die Berge, ich sehe ein Flugzeug am Himmel. Was ich gern sehen würde? Mir

gefällt, was ich jetzt gerade sehe.

O: Was möchtest du mit deiner Musik erreichen?

EB: Ich möchte meine Musik live spielen und mit anderen Menschen teilen.

O: Mit welchem Essen kann man dich glücklich machen?

EB: Ob Essen mich glücklich machen kann, weiß ich nicht, aber ich liebe Schnecken,

Rösti, Tomatenfondue, Borschtsch, Minestrone, frische Meeresfrüchte, Zwiebelsuppe

– ist gut für die Stimme.

O: Was sind deine Pläne für die nächsten drei Monate?

EB: An meinem zweiten Album arbeiten und möglichst oft live auftreten. Ah, und

zwei Wochen mit meinem schwarzen Hund im Gebirge verbringen.

O: Wem möchtest du deine Musik nun ganz besonders empfehlen?

EB: Jedem, der gerne zuhört, fühlt und entdeckt.

Facts + Facts + Facts

Nightwish

Als Tuomas Holopainen schon 2004 davon sprach,

eines Tages eine Made in Hong Kong betitelte Live-

EP zu veröffentlichen, hielten dies die meisten für

einen typischen Witz des Masterminds. Fünf Jahre

später war es dann so weit – Made In Hong Kong (And

In Various Other Places) kam auf den Markt. Die Live-

CD/DVD zählt zu den ungewöhnlichsten Releases

der Finnen, was bereits beim berühmten Cover

mit der ziemlich angefressen dreinblickenden Eule

beginnt. Und auch der Titel fand nicht bei allen

Nightwish-Fans Anklang, einige beschwerten sich

über die recht flapsige Namenswahl. Doch selbst ein ausgewiesener Grübler

wie Holopainen darf sich wohl mal einen Scherz erlauben. Die CD umfasst

ausschließlich Lieder von Dark Passion Play oder B-Seiten der Albumsingles, was

ebenfalls nicht jedermanns Geschmack traf. Eine Aufnahme eines alten Hits mit

der damals neuen Sängerin Anette Olzon, so die Meinung vieler, hätte es schon

sein dürfen. Die DVD bietet die drei Videoclips des Albums sowie eine kleine

Tourdokumentation namens Back In The Day... Is Now. In den finnischen Charts

schaffte es Made In Hong Kong (And In Various Other Places) bis Platz zwei, in

Deutschland landete das Werk auf Rang 15.

Moonspell

Als ein gewisser Langsuyar aus

Portugal vor 25 Jahren die Black

Metal-Band Morbid God gründete,

konnte er nicht ahnen, dass er ein

Vierteljahrhundert später immer

noch über die Bühnen dieser Welt

toben würde. Allerdings unter

anderem Namen, denn aus Morbid

God wurden 1992 Moonspell. Und

hinter Langsuyar verbarg sich kein

Geringerer als Fernando Ribeiro.

Seine Morbid God-Kollegen gehörten alle zur Urbesetzung von

Moonspell, einzig Schlagzeuger Baalberith, der sich auch gern hinter

dem schicken Pseudonym Satanic Sodomizer versteckte, ging von

Bord. Morbid God hatten nur ein unbetiteltes Demo mit einem Track

(Serpent Angel) herausgebracht. 2012 ließ Ribeiro seine alte Flamme

noch einmal aufleben und präsentierte gemeinsam mit Moonspell

die Split-EP Anno Satanæ. Neben fünf Stücken seiner Hauptformation

sind hier zwei Songs von Morbid God zu finden, darunter das offiziell

bis dato unveröffentlichte The Fever.


Symphonic Power Metal

aus Finnland!

„Es hat ungenießbar

nach faulen Eiern

gestunken!“

Schon seit 20 Jahren beehren

Burden of Grief ihre treuen Fans

mit einer fetzigen Mischung aus

Death, Thrash und Melodic Metal.

Passend zum großen Jubiläum,

haben die fünf aus Kassel

stammenden Musiker jetzt ihr

sechstes Studioalbum Unchained

fertiggestellt. Ein Werk, das einmal

gehörig Platz für neue Einflüsse

ließ, wie Gitarrist Johannes Rudolph

erzählt: „Zu unseren Anfangszeiten

wurden wir als Melodic Death

Metal verkauft. Unsere Riffs haben

aber auf den letzten drei CDs

einen immer höheren Einfluss aus

klassischen Hard Rock-Elementen

bekommen; der melodische Anteil

wurde verfeinert und das Ganze

gepaart mit einer ordentlichen

Portion Thrash Metal. Knackig

verpackt, könnte man nun sagen,

wir machen Melodic Thrash’n’Roll!“

Neben der Musik ist den Jungs

besonders das Erkunden neuer

Länder und fremder Traditionen

wichtig. Deshalb sind sie auch

enorm glücklich darüber, dass

ihnen durch ihre Musik viele Türen

geöffnet werden. „Spannend ist

es, zu erleben, wie die Metal-

Szene in anderen Ländern tickt.

In der Türkei wurden wir äußerst

herzlich von den Leuten vor Ort

aufgenommen, was uns sehr

begeistert hat. Abenteuerlich

hingegen waren die Unterkünfte in

Estland, in denen das Wasser in den

Leitungen scheinbar mit Schwefel

versetzt worden ist. Jedes Mal,

wenn man sich die Hände waschen

– geschweige denn die Zähne

putzen – wollte, hat es ungenießbar

nach faulen Eiern gestunken!“,

lacht Johannes. „Prinzipiell sind

wir alle sehr froh, dass wir die

Möglichkeit haben, solche Reisen

zu unternehmen. Irgendwie fühlt

man sich dabei in gewisser Weise

entfesselt. In unserem Alltag

schrauben wir hingegen an den

unterschiedlichsten Problemchen

herum. Der eine schraubt an

Küchen, der andere an Autos, der

Nächste an Windkraftanlagen,

einer an IT-Problemen, und der

Fünfte organisiert Motorradreisen.“

Burden of Grief waren bereits

an drei Tribute-Werken beteiligt:

dem Schaffen von Iron Maiden,

Metallica sowie Running wild

gewidmet. Massacre Records

wollen 2014 noch ein Dio/Black

Sabbath/Rainbow-Tribute-Album

herausbringen, für welches sie den

Song Neon Knights beisteuern. Am

18. Juli steht nicht nur das Release

von Unchained bevor, sondern

auch gleich die dazugehörende

Party im Kasseler K19 im Rahmen

der „Drowning Sun Metal Night“.

Eine Woche später geht’s nach

Manrode zum Fest-Evil, und über

einen Clip wird ebenfalls schon

gesprochen. „Prinzipiell sind wir zu

allen Schandtaten bereit!“, grinst

der sympathische Gitarrist. Du

darfst gespannt sein...

www.burdenofgrief.com

Manuela Ausserhofer

Erhältlich als LTD Digipak

CD und Download!

DELUXE SET exklusiv erhältlich via

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- LTD Digipak + 2 Bonus Tracks

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- Signierte Autogrammkarte

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„Dämonen, Raben, Prediger

sind an meiner Bettkante gesessen...“

Es wird brachial, derb und gnadenlos. Mit Conjuring The Dead zelebriert die Black/Death Metal-Kapelle aus

Österreich ihr neues, monumentales Meisterwerk. Belphegor setzen mit diesem Release die Maßstäbe ordentlich

hoch. Wir haben mit Fronter Helmuth über das Album, seine Nahtoderfahrung und seine dadurch veränderten

Lebensansichten gesprochen.

Orkus: Sei gegrüßt, Helmuth! Wie ist es euch in den letzten

Monaten ergangen?

Helmuth: Grüße an alle Leser aus Melk/Niederösterreich! Wir

haben heuer bereits einige Festivals gespielt und sind durch

Norwegen, Schweden, Slowenien und Frankreich getourt.

Zuletzt sind wir in Jakarta/Indonesien eingefallen und haben

auf einem 22.000 Menschen starken Open Air gespielt, es

war unglaublich, wie enthusiastisch die Leute dort auf uns

reagierten und unsere brachiale Musick glorifizierten. Die

Fertigstellung vom kommenden Album hatte natürlich oberste

Priorität in den letzten Monaten.

O: Dann kommen wir auch gleich zu Conjuring The Dead. Wie lief

die Produktion?

H: Ich starte mal mit dem Urgedanken, der schon über eine

Dekade zurückliegt. Damals haben wir gerade Necrodaemon

Terrorsathan aufgenommen, das war ungefähr 1999, und

in dieser Zeit entstand der Traum, ein Album in Amerika zu

recorden. Belphegor kombiniert mit dieser typischen brutalen

und direkten USA-Soundwall konnte ich mir sehr gut vorstellen.

Ich verehre Bands wie Cannibal Corpse, Deicide, Morbid Angel,

Immolation et cetera. Aber das war für mich damals eine schier

unrealistische Vision. Dann, als wir 2006 starteten, in Amerika

zu touren, kam das immer näher. Mann, wir haben acht große

USA-Touren hinter uns! Ich glaub’ es noch immer nicht, dass ich

mir diese Vision erfüllen konnte. Es ist vollbracht. Dieses Album

war ein harter Weg. Was für ein Energyräuber!

O: Aber am Ende ist alles gut ausgegangen...

H: Ja, Produzent Erik Rutan, Freunde der Band und Supporter

haben mir mit ihren positiven Genesungswünschen sehr

geholfen und mich immer wieder motiviert, da ich nach der

Operation und den gesundheitlichen Rehabrückschlägen

das ganze Projekt vier oder fünf Mal delayen musste. Und es

somit exakt zwei Jahre dauerte, bis wir Conjuring The Dead vor

einer Woche endlich abschließen konnten und am 08. August

entfesseln werden.

O: Hast du einen Lieblingstrack?

H: Besonders freue ich mich auf den Titelsong, der live krass

rüberkommen wird. Weitere Diamanten sind Rex Tremendae

Majestatis, Gasmask Terror und einer unserer schnellsten Tracks,

den ich je geschrieben habe: fucking Black Winged Torment.

Räudige Blastattacken, präzises Riffing, rasendes Geschrei.

Album rein in die Anlage, Volume auf „10“, und es rollt dir

ein Panzer über die Rübe. Der Track klingt, wie wenn zwei

Maschinengewehre miteinander fikken...

O: Ein Stück wird gleich zwei spannende Kollaborationen

beinhalten.

H: Genau! Für Legions Of Destruction habe ich zwei wichtige

Künstler aus dem Extreme Metal-Bereich gewinnen können.

Glen Benton von Deicide ist mein Lieblings-Death Metal-

Shouter. Er growlt die beiden Strophen. Mit Deicide sind

wir ja auch schon oft in Europa oder Nordamerika getourt.

Und der zweite Herr ist Attila Csihar von Mayhem, der beide

Chorusse übernommen hat. Meiner Meinung nach ist er der

beste Avantgarde/Black Metal-Sänger. Es ist eine riesige Ehre

für mich, diese beiden Haudegen auf einem Track vereint zu

haben.

O: Was habt ihr euch beim Titel Conjuring The Dead gedacht?

H: Das Thema hat mich schon seit jeher immer interessiert.

Besessenheit, Ausschweifung, Rituale, Exorzismus,

Reinkarnation, Wiederfleischwerdung. Nicht in Form von

diesem christlichen Bibelgeschwätz. Ich war sechs Stunden

tot während meiner Operation am offenen Herzen. Nebenbei

wird dir auch noch der Brustkorb aufgesägt, um an das Herz

ranzukommen... und ich hab’ einiges gesehen.

O: Du hattest also eine Nahtoderfahrung?

H: Ja. Keinen scheiß Tunnel oder Licht am Ende. Aber Dämonen,

Raben, Prediger et cetera sind an meiner Bettkante gesessen,

und ich habe dadurch einiges mitgebracht von dieser

unvermeidlichen Reise. Oder, sagen wir: von diesem Tanz mit

dem Tod.

O: Eure Texte sind sehr satanisch. Würdest du dich als Satanist

bezeichnen, oder eckt ihr bloß an?

H: Ich bezeichne mich als Atheisten mit Tendenzen hin

zum Nihilismus. Lucifer/Sathan/Lichtbringer benutze ich

als eine Art Rebell, der aneckt, andere Wege geht, Normen

und Regeln bricht. Abseits von dem Kompost, den einem die

dahinsiechende Institution Kirche predigt.

O: Belphegor besteht ja nun schon seit 1991. Wie blickst du auf

die Zeit zurück?

H: Es gab so viele großartige Momente. Da wüsste ich nicht,

wo ich anfangen soll. Wir haben die Welt mehrmals bereisen

dürfen, Hunderte intensive Rituale gespielt, erlebten geniales

unerschöpfliches Sightseeing, haben viele interessante Leute

kennengelernt, lebten jahrelang im Exzess, haben mit vielen

Künstlern zusammengearbeitet und mit fast allen Bands

gespielt, die ich selber verehre.

O: Was bedeutet dir Musik?

H: Musick ist Sex, Sünde, Besessenheit, Leidenschaft, Feuer,

Wasser, das Blut in deinen Adern... Ich höre jeden Tag Musick.

O: Was sind dir die drei wichtigsten Dinge im Leben?

H: Erstens die Freiheit – Visionen zu verwirklichen,

Entscheidungen zu treffen, eigene Wege zu beschreiten et

cetera; dann zweitens die Band – das beinhaltet alles, was

mit Musick zu tun hat, andere Bands, Instrumente et cetera;

und drittens Gesundheit. Morgen kann dein Herz zu schlagen

aufhören, deine Uhr abgelaufen sein, und du bist im Arsch.

Seit meiner Rehab/Operation/Nahtoderlebnis und dem harten

steinigen Weg ist mir das klar geworden und hat nun einen sehr

hohen Stellenwert für mich.

O: Einen ersten Videoclip habt ihr auch bereits gedreht?

H: Wir haben zu Conjuring The Dead ein Video gedreht. Der

Direktor war Werner Fanninger. Wir hatten dieses Mal eine

richtig gute Crew am Start. Die Hauptrolle spielte ein bekanntes

Fetish- und Tattoomodell: Makani Terror aus Germania. Sie

hat das hervorragend gemacht. Der Clip wird auch auf der

Bonus-DVD sein, die mit dem limitierten Digipak erscheint.

Also rennt in die Läden oder bestellt das Album vor, wenn Ihr

auch die Bonus-DVD Euer Eigen nennen wollt. Es hat sich nichts

geändert. Wir ziehen unser Ding durch. Konsequent und ohne

Kompromisse. Wir zelebrieren den brachialen Metal of Death!

www.belphegor.at

Manuela Ausserhofer

Photo: Seth Siro Anton

Discographie (Alben):

The Last Supper (1995)

Blutsabbath (1997)

Necrodaemon Terrorsathan (2000)

Infernal Live Orgasm (live, 2002)

Lucifer Incestus (2003)

Goatreich – Fleshcult (2005)

Pestapokalypse VI (2006)

Bondage Goat Zombie (2008)

Walpurgis Rites – Hexenwahn (2009)

Blood Magick Necromance (2011)

Conjuring The Dead (2014)

Line-Up:

Helmuth – Gesang, Gitarre

Serpenth – Bass, Gesang

Marthyn – Schlagzeug

Schoft – Gitarre, Gesang

Orkus! - 49


„Vielen Menschen

würde ein Update mal ganz guttun.“

Im Ruhrpott, genauer gesagt: in Essen gibt es einen Mann, der scheinbar

nie zur Ruhe kommt. Das siebte Noisuf-X-Album Invasion ist für Jan L. kein

Grund, leisere Töne anzuschlagen, obzwar die Nummer Stille ist ein Privileg

dies vermuten lassen könnte. „Stimmt, Stille ist für mich wirklich ein Privileg,

in diesen Genuss komme ich ja berufsbedingt eher selten. Wenn ich nicht für

andere Bands arbeite, arbeite ich an eigenen Sachen – und da gibt es natürlich

sehr viel zu tun. Aber ich habe es gelernt, mir auch mal Freizeit zu nehmen,

auch wenn das in der Vergangenheit oft nicht so gut geklappt hat. Daher: ja,

ich habe Freizeit. Klar, mehr dürfte es immer sein. Doch das sieht wohl jeder

so“, grinst Jan. Als Beispiel für seine Produktivität steht auch Stoppenberg,

jüngstes Kind der X-Fusion/Noisuf-X-Familie. Eine kleine Kostprobe findet sich

in Form von Es rauscht [Stoppenberg Mix] gleich auf der Bonusdisc. „Während

X-Fusion das düstere Projekt mit Gesang ist und Noisuf-X das Industrial-

Projekt, so ist Stoppenberg eher noch technoider, näher an EDM, TBM und

Goa als an Industrial.“ Und eine weitere Geburt wird auf Invasion gefeiert...

„Mir ist aufgefallen, dass es sehr viele Bands gibt, die einen Fuck you-Song

haben. Und ich eben nicht! Da bestand Handlungsbedarf“, lacht Jan über die

Entwicklung von The Typical Fuck You Song.

Nach dem auf The Beauty Of Destruction veröffentlichten Toccata del Terrore

wurde unter dem Titel Hall of the Mountain King nun Edvard Griegs Peer Gynt

Suite in ein elektronisches Gewand gehüllt. Bereits des Öfteren betonte Jan

seine Vorliebe für Klassik. „Auf der einen Seite sind die klassischen Stücke, die

ich in ein Noisuf-X-Gewand presse, natürlich große Meisterwerke, die mich

mit Sicherheit beeinflusst haben, auf der anderen Seite möchte ich zeigen,

dass viele dieser klassischen Melodien auch heute noch aktuell klingen

können, wenn man ein wenig des musikalischen Drumherums verändert.“

Auch der Ernst kommt trotz der zu Party animierenden Sounds nicht zu kurz.

Menschen 2.0 und Egomaniac – nur Phantasie, oder sind diese Themen durch

Social Media und Politik schon in unserer Gesellschaft angekommen? „Ich

glaube, vielen Menschen würde ein Update mal ganz guttun. Zu oft treffe

ich im realen Leben auf Menschen, die einem eher das Gefühl vermitteln,

sie hätten ein Downgrade erhalten. Auch hier liefern einem soziale

Netzwerke die Plattform. Da springen einem Egomanie, Dummheit und

Profilneurosen direkt ins Gesicht. Fishing for compliments-Beiträge erscheinen

im Sekundentakt. Jeder will sich beweisen, bewundert oder beneidet werden.

Vielleicht ist es das Internet, welches Egomanie erst deutlich macht oder gar

fördert, ich weiß es nicht. Fakt ist: mir fällt sie immer öfter negativ auf – daher

wurde es für mich Zeit, diese Tracks zu schreiben und die Situation mit I Am

Like God auf die Spitze zu treiben. Da es sich bei Noisuf-X aber um Clubmusik

handelt, werden diese Themen natürlich nur grob angerissen. Den erhobenen

Zeigefinger spare ich mir. Es muss zwischen den Zeilen gelesen werden.“

www.noisuf-x.com

Marie-Luise Henke

Discographie (Alben):

Antipode (2005)

The Beauty Of Destruction (2007)

Voodoo Rituals (2009)

Excessive Exposure (2010)

Dead End District (2011)

Warning (2013)

Invasion (2014)

Orkus! - 123


Purer Glamour! Etwas anderes fällt einem zum Artwork des

neuen Surgyn-Albums nicht ein. Hier wird Dekadenz wahrhaft

großgeschrieben. „Luxus hat uns schon immer sowohl begrifflich

als auch persönlich gereizt. Unser Debut Vanity (2011) zielte

größtenteils auf Parodien der Schönheitsindustrie ab, also

maßlos übertriebene plastische Chirurgie. Das Interesse an

diesen Themen hat sich nun auf Envy zugespitzt.“ Gerade der Reiz

des Dragqueenmilieus hat es den Schotten angetan. „Die Drag-

Szene strotzt nur so vor überbordendem Pomp. Wir haben uns

entschieden, unsere blutbesudelte Latexkleidung gegen Juwelen

und High Heels einzutauschen und unseren Fans so viel Glitzer wie

nur möglich zu bieten“, erklärt Veil. Wer jetzt aber denkt, dass es

sich bei Surgyn um weich gespülte Pop-Musik handelt, ist vollends

auf dem Holzweg. Harsche Electro- und Industrial-Sounds, gepaart

mit Gesang, der mal engelsgleich daherkommt und mal derart

gegrowlt wird, dass einem Hören und Sehen vergeht. „Wir wollen

einfach gefallen und dabei eine möglichst große Bandbreite

ansprechen, sei es nun die Industrial- oder die Gay-Szene.“

Derzeit finden vor allem Nordamerikaner Gefallen an den zwei

Herren, welche sich zusammen mit Aesthetic Perfection auf

ausgedehnter US-Tour befinden. „Es war atemberaubend, diese

einmalige Gelegenheit wahrnehmen zu können, mit Daniel Graves

zu touren und dabei so viele neue Städte zu erkunden. Keiner von

uns beiden war bisher in den Vereinigten Staaten oder Kanada, und

die schier abartige Größe des Landes hat uns einfach umgehauen.“

www.facebook.com/surgynsyndicate

Marie-Luise Henke

Line-Up:

Sovereign – Texte, Gesang

Veil – Musik, Gesang

Olaf Schulze

Götterhämmerung / Walkürentritt

260 Seiten, DIN A5, 16.00 €

In Götterhämmerung sind Geheimdienstagenten, Skinheads, arbeitslose Hobbyfilmer,

Kaiser Barbarossa, zwei Zeitreisende, ein größenwahnsinniger Nazi sowie

ein debiler Hund auf der Jagd nach Thors Hammer. Noch Fragen?

Walkürentritt vereint die Weltuntergangssorgen der nordischen Götter mit den

profaneren Problemen mitteldeutscher Sterblicher in einer turbolenten Komödie.

Wer glaubt, die nordischen Götter wären langweilig oder gar tot, wird schnell

eines Besseren belehrt!

Einen kostenlosen Katalog gibt es bei:

Edition Roter Drache, Haufeld 1, 07407 Remda-Teichel

www.roterdrache.org / edition@roterdrache.org


Plattentipps

Top 5

... das Orkus!-Album

des Monats

Björn Springorum

1. Sólstafir

Ótta

2. Black Lung

Black Lung

3. Septicflesh

Titan

Isabell Köster

1. Omnia

Earth Warrior

2. Inkubus Sukkubus

“WYTCHES”

3. KMFDM

Hau Ruck

4. Blues Pills

Blues Pills

4. Equilibrium

Erdentempel

5. Opeth

Pale Communion

5. Ravenscry

One Way Out

Axel Schön

Marc Halupczok

1. The Dreamside

Sorrow Bearing Tree

1. Septicflesh

Titan

2. Mantus

Portrait aus Wut und Trauer

2. Vader

Tibi et Igni

3. Bacio di Tosca

Was ich liebe

3. Night

Night

4. Martyr Lucifer

Farewell to Graveland

4. 21Octayne

Into The Open

5. Miley Cyrus

Wrecking Ball (Track)

5. Die Apokalyptischen Reiter

Tief. Tiefer.

Blues Pills

Blues Pills

CD (Nuclear Blast/Warner)

vorauss. 25.07.2014

Viel mehr als eine weitere Blues Rock-Band

Verdammt jung sind sie, die Dame und Herren. Doch die

Musikgeschichte hat gezeigt: je jünger, desto besser. Janis Joplin

begann ihre Karriere mit zarten 18, Jim Morrison startete mit 23

Jahren durch. Beste Voraussetzungen also für die derzeit größte

Blues Rock-Nachwuchshoffnung, eines Tages in den Olymp

einzuziehen. Und die Chancen stehen gut: Schon lange vor

Veröffentlichung dieses Debuts gastierten Blues Pills bei großen

Festivals, tourten um die Welt und scharten eine treue Gefolgschaft

um sich. Wohlverdient, wie das amerikanisch/schwedisch/

französische Gespann auf Blues Pills beweist. Es ist ein großes

Rockalbum geworden, eines jener Werke, denen zu jeder Sekunde

Ehrlichkeit, Leidenschaft und Eifer entströmen. Aus Rock, Blues und

Soul fertigt die Band glühende, herrlich anachronistische Stücke,

die den perfekten Soundtrack für eine ahnungsreiche Sommernacht

bilden. Ihr Blues ist kraftvoll, entbehrt aber nicht der gewissen

Gemütsschwere, welche dieser Musik eignet. Hinter der Sonne, so

scheint es, lauert oftmals etwas Bedrohliches, Dunkles. Sängerin

Elin tut dazu ihr Übriges und erweist sich erneut als Ausnahmetalent,

gibt ihr Herz und ihre Seele in die Lieder und kann es glatt mit

Jefferson Airplane-Stimme Grace Slick aufnehmen. Im Ernst! Vergiss

all die Klone vergangener Zeiten. Das hier ist der wahre Geist!

Björn Springorum

Claus Müller

1. Laibach

Spectre

2. sukekiyo

IMMORTALIS

3. Thomas Azier

Hylas

4. The 1975

The 1975

5. Click Click

Those Nervous Surgeons

Lars Schubert

1. Anathema

distant satellites

2. SOHN

Tremors

3. Douglas Dare

Whelm

4. James Blake

Overgrown

5. Madredeus

O Paraíso

Nadine Ahlig

1. Lord Of The Lost

From The Flame Into The Fire

2. Deathstars

The Perfect Cult

3. Arch Enemy

War Eternal

4. Die Apokalyptischen Reiter

Tief. Tiefer.

5. Equilibrium

Erdentempel

Manuela Ausserhofer

1. Deathstars

The Perfect Cult

2. Alcest

Shelter

3. Harakiri for the sky

Aokigahara

4. Arkona

Yav

5. Placebo

Loud Like Love


Anomalie

Between the Light

CD (Art of Propaganda)

bereits erschienen

Experimenteller Post Black Metal aus

Österreich

Die Stücke, die Marrok (Selbstentleibung, Tulsadoom)

auf seinem Solo-Debut zusammengestellt hat, waren

eigentlich gar nicht für ein Release geplant. Umso schöner,

dass diese sechs Nummern nun doch der Öffentlichkeit

zugänglich sind. Schon der Opener Blinded zeigt, dass wir

es hier mit gekonnten Arrangements, traumhaften

Melodien und sauber dargebotenen Vocals zu tun haben.

Besonders überzeugen die cleanen Gitarrenparts, welche

Marrok wirklich perfekt inszeniert und spielt. Absolutes

Highlight ist Tales of a Dead City, das von sanften

weiblichen Vocals unterstützt wird und durch seine

einzigartige Symbiose aus melodischen, ohrwurmverdächtigen

Passagen und härteren, fetzigen Gegenparts

mehr als überzeugen kann. Zum Abschluss interpretiert

Marrok die Nine Inch Nails-Hymne Hurt in seinem völlig

eigenständigen Stil. Alles in allem hat der Sänger und

Gitarrist mit dem Projekt Anomalie ein wirklich gutes

Album produziert, das eindeutig Lust auf mehr macht. Wir

sind gespannt, was folgen wird.

Manuela Ausserhofer

Aeranea

As The Sun Died

CD (Source Of Deluge/Musicatweb)

vorauss. 27.06.2014

Eine hoffnungslose Geschichte,

erzählt in Goth/Doom Metal-Klängen

Nichts ist, wie es war. Die Sonne liegt in den letzten

Lebenszügen. Schuld trägt die Menschheit selbst, welche

jetzt in Dunkelheit, Kälte, Angst und bodenloser

Melancholie versinkt. So die Geschichte des Debutwerks

von Aeranea. Die junge Band liefert damit ein

ausgezeichnetes Album ab! Alles passt. Die Lieder düster

geschmückt und nicht überladen. Die Lyrics finster und

tragend. Der Gesang von Christina Vogt – Schwester der

Flowing Tears-Stimme Helen – setzt das Ganze schwer

und atmosphärisch in Szene. Bass, Gitarren und Drums

lassen das Herz erzittern. Der Boden scheint zu beben.

Man erlebt es wie im Film. Bei all der Hoffnungslosigkeit,

die in diesen Longplayer gepackt und auch im Artwork

umgesetzt wurde, kann man jedoch sicher sein (?) oder,

besser: hoffen, dass die drei Herren und ihre talentierte

Frontfrau genau so weitermachen, wie alles mit As The

Sun Died beginnt.

Kerstin Müller

Amberian Dawn

Magic Forest

CD (Napalm/Universal)

vorauss. 27.06.2014

Melodic Metal aus Finnland

„Symphonic Melodic Power Metal“ – so lässt sich der Stil

dieser finnischen Truppe wohl am besten beschreiben. Mit

ihrem fünften Album präsentieren sie (nach der 2013

veröffentlichten Compilation Re-Evolution) das erste

eigenständige Werk mit neuer Frontfrau. Schon das Cover

entführt in eine magische Welt: Eine Elfe blickt verträumt

zwischen Bäumen hervor, und das Bild ergibt eine

wunderbare Symbiose mit den zehn enthaltenen

Nummern. Capris Gesang harmoniert perfekt mit den

schnellen Doublebass elementen, fetzigen Riffs und

donnernden, epischen Melodien. Besonders zauberhaft

sind Agonizing Night, Endless Silence und das verträumte

Green-Eyed. Die Vocals erzeugen eine magische

Atmosphäre, welche die Thematik des Albums nicht besser

unterstreichen könnte. Mit Capri haben Amberian Dawn

rund um Bandgründer Tuomas Seppälä einen wahren

Glücksgriff gelandet, denn sie schafft es wie kaum eine

andere Sängerin, den Hörer in ihren Bann zu ziehen und

mit ihrer Stimme zu verführen. Traumhaft!

Manuela Ausserhofer

Bacio di Tosca

Was ich liebe

CD (Caput Medusae/

BROKEN SILENCE)

vorauss. 27.06.2014

Schöne musikalische Umsetzung

klassischer und eigener Lyrik

Nach ein paar Jahren, in denen sich Bacio di Tosca auf ihr

Internet-TV-Projekt konzentriert hatten, veröffent lichen

sie nun wieder ein schönes Album als physischen

Tonträger. Dem Grundkonzept, ausgewählte Werke großer

Dichter zu vertonen, bleiben sie treu und haben es auch

dieses Mal durchweg hörenswert realisiert. Zum Teil

enthält das Album dabei Stücke aus den TV-Folgen, jene

wurden aber natürlich noch einmal frisch überarbeitet. Mit

Liebe wagen sich Mezzosopra nistin Dörthe Flemming und

ihre Musiker an die Transformation solch klassischen

Materials in ein Clubsoundgewand, was ganz gut

funktioniert. Außerdem hat Dörthe für Was ich liebe zwei

eigene Texte geschrieben und singt sie im Chanson Noir-

Stil. Auch diese Lieder klingen gut und fügen sich in das

Gesamtfeeling ein. Das Album erscheint übrigens als

„Relief-CD“, inklusive kleinem Edelstein! Fazit: Für alle

Fans von Bacio di Tosca ein schönes Hörerlebnis mit

einigem, das es neu zu entdecken gilt.

Axel Schön

Belphegor

Conjuring The Dead

CD (Nuclear Blast/Warner)

vorauss. 08.08.2014

Brachialer Black/Death Metal

aus Österreich

Wer Belphegor kennt, weiß, was ihn erwartet. Brachialer,

derber, gnadenloser, satanischer Metal, der sich irgendwo

zwischen Black und Death seinen eigenen Pfad sucht.

Fronter Helmuth ist für seine teuflischen Texte,

provozierenden Titel und hammer harten Live-Shows

berühmt-berüchtigt, und auch Conjuring The Dead prescht

in diesem Sinne mit Gasmask Terror direkt ordentlich los.

Es gibt nur wenige Bands, die eine solche Rasanz an den

Tag legen; Belphegor prügeln sich wahrhaftig ihren Weg,

Hindernisse scheinen für sie nicht zu existieren. Das zweite

Stück (der Titeltrack) beginnt mit einem satanischen Intro

und erzeugt dadurch gekonnt derbe Atmosphäre. Ebenfalls

spannend: Black Winged Torment, welches mit choralen

Kirchengesängen startet, die dämonisch enden... und

„dämonisch“ ist hier auch genau das richtige Wort, denn

besonders in diesen Kreisen hat man kaum eine noch

schnellere Nummer erlebt. Legions Of Destruction enthält

gleich zwei spannende Kollaborationen – mit Glen Benton

von Deicide und Attila Csihar von Mayhem. Ein geiles

Album, aber nichts für Zartbesaitete. Teuflisch gut!

Manuela Ausserhofer

Ekat Bork

Veramellious

CD (Radicalis/Irascible)

bereits erschienen


Mit diesen exklusiven Geschichten

SEASURFER

Rex Dildo

Luci van Org

Loki und der Bauer Geiz

dive in

Voenix

Am Brunnen

Olaf Schulze

Nichtraucher

Axel Hildebrand

Die Lektion

Christopher McIntosh

Vollversammlung

Fritz Steinbock

Schicksal

Patricia Becker

Die Nornen und der Pilz

Petra Bolte

Die Schwüre meiner Vorfahren

Knut Mende

Bielefeld

Sebastian Bartoschek

Hardmors Begegnung

Elfriede Lack

Verschiedene Autoren

Die alten Götter

Kurze Geschichten von Asen, Vanen & Menschen

Taschenbuch,160 Seiten, 9.95 €

Frija und Wotan begleiten Jahwe zum Arbeitsamt, eine Vollversammlung aller

Götter wird dank Jahwe zum Fiasko, ein Schwur der Ahnen führt zu einem

spannenden Das Rätsel, Dreampunk-Album

Loki und Thor treten als Comedy-Duo auf, es kommt zu

einer schicksalhaften Begegnung mit den Nornen, und vom Schicksal handelt

auch die Geschichte vom Fenriswolf. Dies ist nur ein kleiner Ausblick auf die

abwechslungsreichen Erzählungen in diesem Buch ...

Ab dem 13.06.

Einen kostenlosen Katalog gibt es bei:

Edition Roter Drache, Haufeld 1, 07407 Remda-Teichel

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· membran.net

Leidenschaftlich-verspielter Alternative

Rock mit folkloristischen Anleihen

Die Künstlerin selbst stammt aus dem Osten Russlands.

Wenn man nach Ussurijsk sucht, mag man fast gar nicht

glauben, dass dieser Ort, in dieser Region, wirklich noch

zu Russland zählt. Allerdings ist Ekat Bork seit 2007 in

der Schweiz ansässig. Das macht das Ganze vielleicht

etwas weniger phantastisch, aber umso realer. Ekat Bork

besticht mit wahrhaftiger Ideen vielfalt. Düster-machtvolle

Rhythmen, verspielte Leidenschaft, spirituelle Streichereinlagen

und mächtige Bässe. Der siebte Song des Debuts

heißt Wild Nature, und das trifft den Nagel auf den Kopf.

Es steckt unglaublich viel wildes, fast zügelloses

Temperament in Ton und Stimme, dass es einen regelrecht

„von den Socken haut“. Dieser Leidenschaft muss man

ganz einfach nachgeben, sonst läuft man Gefahr, von

seinem Unterbewusstsein überrollt zu werden. Wobei...

was wäre eigentlich so schlimm daran, mal das Herz in

all seiner Farbenpracht sprechen zu lassen und nicht dem

Verstand den Vortritt zu gewähren?

Kerstin Müller

Burden of Grief

Unchained

CD (Massacre/Soulfood)

vorauss. 18.07.2014

Die perfekte Mischung

für jeden Metalhead

Die aus Kassel stammenden Musiker existieren als Band

bereits seit rund 20 Jahren. Das Artwork ihres sechsten

Studioalbums zeigt einen noch glühenden, teuflisch

anmutenden Brennstempel, wie man ihn in Stallungen

findet, mit dem Logo der Band... und es wird klar, was sie

mit Unchained wollen: sich in die Gehirnwindungen aller

Metal-Liebhaber einbrennen. Den Auftakt bildet Awaken

The Nightmare, eine Nummer, die besonders melodisch

beginnt, immer schneller ansteigt und durch perfektes

Gegröle, welches man jedoch sehr gut verstehen kann,

ergänzt wird. Eine Mischung aus fetzigen Gitarrenriffs und

-solos, knüppelnden Drumpassagen, teils sehr

melodischen, fast poppigen Soundmomenten und sehr

angenehmen Vocals wird auf neun (im Digipak: elf)

Liedern präsentiert, allesamt sauber aufgenommen und

leidenschaftlich gespielt. Besonders spannend ist The Final

Chapter, ein etwas härterer Song voller Atmosphäre und

Kraft. Es fällt schwer, Favoriten zu nennen, denn das

ganze Werk ist in sich stimmig und hat definitiv

Aufmerksamkeit verdient – die Jungs machen hier alles

richtig.

Manuela Ausserhofer

Chainreactor

Mass Driver

CD (ProNoize/BROKEN SILENCE)

vorauss. 04.07.2014

„Um Himmels willen, tanz weiter!“

Eine wilde Mischung aus Noise, Trance, Techno und

Industrial halten die Herren von Chainreactor mit ihrem

jüngsten Werk für das Volk bereit. Die Nummern Mass

Driver, Overcharging System und Choose Your Weapon

zielen direkt auf die Tanzfläche, ohne den geringsten

Kompromiss einzugehen. Die restlichen Tracks offenbaren

die Experimentierfreude und Vielseitigkeit der

Düsseldorfer. Sie schlagen fast schon ruhige Töne an, ohne

jedoch soft zu klingen. X2 CR kann beinahe in den

Ambient-Bereich gerückt werden, und somit zeigt das

nunmehr vierte Album der Band, dass Schubladen denken

hier in keinster Weise angebracht ist.

Marie-Luise Henke

Deine Lakaien

Crystal Palace

CD (Chrom/Soulfood)

vorauss. 08.08.2014

Die Quadratur des Kreises

Ich gebe es als langjähriger Wegbegleiter gerne zu: Die

Rührung, Faszination und Gänsehaut, die ein Song wie

Love Me To The End bei mir vor Jahrzehnten erzeugte, ist

bei den Deine Lakaien-Alben der letzten Jahre

weitestgehend ausgeblieben. Daran konnte auch der

Vorgänger Indicator, der bereits eine leichte Rückbesinnung

auf die Ursprünge andeutete, wenig ändern. Umso

Nachttanz

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überraschender Crystal Palace: Obwohl Alexander Veljanov

und Ernst Horn sich auch diesmal nicht nur treu geblieben

sind, sondern sich noch deutlicher und pointierter als zuvor

auf genau die Elemente besonnen haben, die einen Deine

Lakaien-Song ausmachen, wirkt das Album unverbraucht

wie ein Debut und berührt tief und nachhaltig. Diese

Quadratur des Kreises wird einerseits erreicht durch die

bewusste Reduktion auf die analoge elektronische

Ästhetik der sehr frühen Jahre, das Ausblenden jeglichen

Beiwerks, die Konzentrierung auf den Song an sich und

die Intimität der sehr persönlichen Texte. Was Crystal

Palace darüber hinaus zum vielleicht besten Album seit

Kasmodiah macht, ist die Tatsache, dass die Reibungen

zwischen den beiden Protagonisten einem tiefen

Verständnis und Zusammenspiel gewichen sind, das trotz

aller Harmonie einem kreativen, intensiven Feuerwerk

gleicht. Um es deutlich zu sagen: Crystal Palace enthält

mit dem desperaten Nevermore und der steinerweichenden

Ballade Where the Winds don’t Blow die vielleicht besten

Lieder, die je von ihnen produziert wurden. Und über

welche Band mit einer derart langen Historie kann man

Ähnliches sagen? Die beste Komposition allerdings ist die

Struktur des Albums selbst: Aus 20 Tracks wurden in

akribischer Selektion lediglich zehn ausgewählt, die sich

trotz der diffizilen Strukturen der einzelnen Stücke zu

einer fließenden Einheit verbinden. Stimmiger war kein

Deine Lakaien-Album. Die Band ist wieder bei sich selbst

angekommen und hat sich mit ihren ureigenen Mitteln

neu erfunden. Ein ganz großer Wurf. Chapeau!

Ecki Stieg

Eluveitie

Origins

CD (Nuclear Blast/Warner)

vorauss. 01.08.2014

Anspruchsvoll und faszinierend

Mit neuer Mannschaft – Gitarrist Rafael Salzmann und

Violinistin Nicole Ansperger kamen dazu – gehen Eluveitie

ihr sechstes Studioalbum an. Und das hat ordentlich

Pfeffer; das Eröffnungsdoppel The Nameless und From

Darkness lässt Fronter Chrigel Glanzmann und seiner

aggressiven Stimme alle Freiheiten. Erst mit dem

vielschichtigen Celtos wird die Geschwindigkeit ein wenig

gedrosselt, Anna Murphy ist zum ersten Mal deutlich zu

hören. Das eingängige The Call Of The Mountains gehört

ihr dann ganz alleine, während Glanzmann mit dem

mächtigen und über weite Strecken gnadenlos schnellen

Sucellos ein weiteres Highlight setzt. Textlich bemühen

die Schweizer einmal mehr gallische Sagen längst

vergangener Tage, die Stücke scheinen nicht nur

musikalisch ineinander zufließen. Unter dem Strich ein

anspruchsvolles, aber faszinierendes Album.

Marc Halupczok

Special-Tipp des Monats

Empyrium

The Turn Of The Tides

CD (Prophecy/Soulfood)

vorauss. 18.07.2014

Schmerzhaft schönes Comeback

Ein Wendepunkt ist dieses Werk ohne jeden Zweifel. Es

trägt seinen Titel also durchaus gerechtfertigt, immerhin

markiert das lang angekündigte und endlich in die Tat

umgesetzte Comeback von Empyrium eine Sensation im

laufenden Musikjahr. Aber wie kann The Turn Of The Tides

überhaupt bestehen? Eine Rückkehr, zwölf Jahre nachdem

Bandkopf Schwadorf Empyrium eigentlich unmissverständlich

zu Grabe getragen hatte? Ganz einfach:

indem es weder als Neuanfang noch als bemühte

Weiterführung der alten Linie daherkommt. Es ist ein

Empyrium-Album. Und mehr gibt es dazu im Grunde nicht


zu sagen. Die Schwermut, die Bedeutsamkeit, das Pathos,

die Romantik, sie alle sind fraglos auch hier vorhanden. Und

doch ist viel passiert, seit Weiland die Naturmystik neu

definierte. An Schwadorf und Sänger Thomas Helm ist die

Zeit nicht unbemerkt vorübergegangen, ebenso wenig am

musikalischen Ausdruck der beiden. Zum Glück. Nur mit

diesem Freischwimmen von Erwartungen und alten

Konzeptionen gelingt ihnen das wahrhaft große Werk, das

unerwartete, stellenweise gewiss überraschende, umso öfter

aber herzlich willkommen heißende Album eines

Ausnahmeprojekts. Neo-Klassik, Folklore, Metal und Post

Rock halten Einzug in einem mystischen, beschwörenden,

von genussvoller Melancholie getragenen Klang, der diese

Rückkehr nicht geglückter gestalten könnte. Und mit dem

verklärt beginnenden, massiv aufwallenden In The Gutter Of

This Spring haben sich Empyrium ein weiteres ehernes

Denkmal gesetzt.

Björn Springorum

Fundetta

Mein Talent ist Leben

CD (Echozone/Soulfood)

bereits erschienen

Theatralischer Düsterrock mit

elektronischen Beigaben

Das Duo, das seit 2009 aktiv ist und bereits ein Debut mit

dem Namen Diktator der Lust veröffentlicht hat, fördert nun

sein Nachfolgealbum zutage. Durchwegs mit deutschen

Texten bestückt, besingen/thematisieren Fundetta mal mehr,

mal weniger provokativ Dinge des Lebens. Leidenschaft,

Angst, Freiheit, Unglaubliches, Verrücktes... Diese Mischung

aber macht alles zu etwas Abstraktem und somit zu Fundetta.

Detta Herm, der alle Fäden in der Hand hält, und Suse, welche

unterstützend im Gesang und im Gewand der Kunst die Bühne

betritt, tauchen tief mit Ton und Lyrik in die Szene ein. Das

hat letztlich immer zur Folge, dass es Befürworter und Gegner

geben wird. Doch allem und jedem zu gefallen, ist nicht Sinn

und Zweck Fundettas. Wer jetzt noch mit zahllosen

Fragezeichen im Geiste die Augenbrauen hochzieht, der höre

sich einfach den Titeltrack Mein Talent ist Leben an. Danach

sollten keine Fragen in Sachen „Warum?“, „Wieso?“ und

„Weshalb?“ offen sein.

Kerstin Müller

Flip Grater

Pigalle

CD (Make My Day/Indigo)

bereits erschienen

Traurig tragender Düster-Gitarren-Pop

Wem eventuell Hildegard Knefs Pigalle in den Ohren klingen

sollte, braucht wirklich keine Angst zu haben. Mir ging es

auch so. Umso willkommener ist es, wenn die ersten Klänge

vom Einstiegstitel The Quit das Ohr erreichen. Die überaus

warme, aber immer traurig sehnsüchtig klingende Stimme

der Neuseeländerin bahnt sich den Weg durch Zeit und Raum.

Jeder Ton schwingt und zittert. So beschert sie einem mal

Gänsehaut, dann wieder unerwartete Hitzewallungen und

sogar feuchte Hände. Pigalle geht ganz tief und ist stets

darauf bedacht, dass der Gesang gerade so im Vordergrund

steht, dass die Vielzahl an Klängen und Instrumenten

ausgewogen und beruhigend den Hörer erreicht. Ganz ohne

Zweifel: Das in Paris aufgenommene Album ist eines für jene,

für die das Leben und die Liebe gerade nicht gemacht zu sein

scheinen. Aber genau dann sollte man diesen Longplayer sein

Eigen nennen. Dem schweren Gefühl, das nicht aus dem

Körper hinausmöchte, wird eine Tür angeboten. Es kann Platz

im Herzen und Ruhe für die Seele schenken.

Kerstin Müller

Illdisposed

With The Lost Souls

On Our Side

CD (Massacre/Soulfood)

vorauss. 27.06.2014

Die Meister des Death Metal

liefern Nachschub

Dass die aus Dänemark stammenden Todesmetaller rund um

Sänger und Mastermind Bo Summer zu den ganz Großen der

Szene gehören, ist unumstritten. Jetzt haben sie ihren

nächsten Rohling fertiggestellt, der schon durch sein

spannendes Artwork faszinieren kann. Das ziemlich

untypische Cover zeigt einen nackten Rücken, welcher vielen

tastenden, grapschenden Händen ausgeliefert ist und sich vor

Angst (oder Ekel) zusammenkrümmt. In der Standardedition

werden zehn Stücke präsentiert, beim limitierten Digipak gibt

es weitere zwei Tracks auf die Ohren (Life Equals Zero und

Reversed). Das Album beginnt mit Going Down, und bereits

diese Nummer offenbart, dass den Hörer wieder das erwartet,

wonach er auch sucht: deftiger, schneller, knüppelnder und

fetziger Death Metal, der nicht enttäuschen wird. Fast jeder

Song balanciert zwischen vier und fünf Minuten, was bei der

limitierten Edition eine satte Spielzeit von mehr als 50

Minuten ergibt. Ein wirklich gutes Death Metal-Release.

Manuela Ausserhofer

Lacrimosa

Live in Mexico City

DCD (Hall of Sermon/Sony)

vorauss. 18.07.2014

Mitreißende Live-Stimmung

und ein großartiges Konzert

Nach sieben Jahren bringen Lacrimosa ein neues Live-

Doppelalbum heraus. Anders aber als bei der

Zusammen stellung auf Lichtjahre, wurde für diese Veröffentlichung

das komplette Konzert im Auditorio BlackBerry

mitgeschnitten, ein Bühnenerlebnis aus einem Guss also. Die

erste Auflage wird den Käufer übrigens noch mit einer Bonus-

DVD erfreuen. Lacrimosas Auftritt ist zugleich eine

wunderbare Zeitreise durch das Repertoire ihrer Musik; die

Band spielt ältere Lieder von 1994/1995 (Schakal, Copycat)

genauso wie aktuelle Stücke (Verloren, Weil Du Hilfe

brauchst), aus der Spanne dazwischen natürlich ebenso jede

Menge ihrer großen Hits (Stolzes Herz, Ich bin der brennende

Komet, Alleine zu zweit). Insgesamt beglückt Live in Mexico

City durch 23 Titel und mehr als zwei Stunden Spieldauer und

vermittelt eine tolle, originäre Konzertatmosphäre. Wenn

mexikanische Fans deutsche Texte inbrünstig mitsingen,

entsteht auch im heimischen Wohnzimmer oder im Auto

wahres Gänsehautfeeling. Eigentlich möchte man nach

diesem Hörererlebnis direkt ein Ticket für den nächsten

Auftritt ordern!

Axel Schön

New Days Delay

Erst der Blitz und dann

CD (Alice in.../BROKEN SILENCE)

vorauss. 27.06.2014

Die Rückkehr der norddeutschen

Surf Pop Punk Electro-Helden

Wie ein Blitz verbreitet sich die Nachricht: New Days Delay

sind nach siebenjähriger Pause tatsächlich mit einem neuen

Album zurück. Und dann: die Freude über die neuen Stücke.

Etwas erwachsener klingt Erst der Blitz und dann vielleicht,

musikalisch sicher auch noch etwas vielseitiger als das

Erstlingswerk Splitterelastisch. Trotzdem erkennt man New

Days Delay sofort wieder. Natürlich ist da die charakteristische

Stimme von Sängerin Insa, ihre Art, die Lyrics darzubieten.

Und natürlich werden auch hier verschiedene Stile

unkonventionell vermischt, wird eine Symbiose zwischen

Punk, Pop, Gothic, Electro/Elektronik hergestellt und dies

alles dem Hörer von tanzbar bis nachdenklich nahegebracht.

Das Ganze scheint spontan, unkompliziert und mühelos, ist

jedoch absolut durchdacht und facettenreich und lädt zum

mehrmaligen Hören gleich hintereinander ein. Richtig coole

Sache!

Axel Schön

Noisuf-X

Invasion

DCD (ProNoize/

BROKEN SILENCE)

vorauss. 27.06.2014

Die Invasion der Clubs

kann beginnen!

Kaum einer vermag es derart treffsicher wie Jan L., ein von

vorne bis hinten partytaugliches Album auf die (Tanz-) Beine

zu stellen. Invasion wartet mit den für Noisuf-X typischen

wabernden, satten, fluiden, förmlich hüpfenden Beats auf,

welche die Membranen der Boxen massiv in Vibration bringen.

Industrial vom Feinsten, veredelt durch wohldosierte Samples

und einen Hauch Techno, wird Invasion zum echten

Ohrenschmaus. Mit Hall of the Mountain King hebt

der musikalische Tausendsassa erneut ein

klassisches Stück im Noise-Gewand aufs Tapet,

das – wie sein Original – den Spannungsbogen

wölbt und den Hörer in wahre Verzückung versetzt.

Abwechslungsreich, tanzbar, mitreißend, kraftvoll,

Noisuf-X!

Marie-Luise Henke

The glory of American Hard Rock has returned with

THE GOLDEN GRASS

This power trio is the real deal and their LP harkens

back to the golden age when heavy rock music was

upbeat, skillfully played, energetic, edgy, and

bursting with goodtime sunshine vibes.

www.svartrecords.com

LP/CD/Digital

Distributed by Cargo Records

www.cargo-records.de

ROME

A Passage to Rhodesia

DCD-Box (Trisol/Soulfood)

vorauss. 02.08.2014

Kunst in Vollkommenheit

„Skepsis“. Das ist das Wort, welches mich seit

Ankündigung dieser Veröffentlichung begleitete.

Stolze 100 Euro für eine Box? Zeitgemäß würde

man das im Web kurz und knapp mit „WTF?“

kommentieren. Darüber hinaus setzten weitere,

eher negativ konnotierte Gedanken ein: „Das


zehnte ROME-Album in zehn Jahren. Kann das

wirklich gut gehen?“ Nach ausgiebiger Beschäf tigung

mit dieser Box fällt mir nun – genauso kurz und

knapp wie das oben erwähnte Akronym – der

altmodische Ausdruck „Pustekuchen!“ ein. Denn

Jérôme Reuter liefert ein musikalisches, inhaltliches

wie auch verpackungs technisches Schwergewicht ab,

das seinesgleichen sucht. Die knapp zwei Kilogramm

schwere Box umfasst neben dem Hauptalbum mit

House of Stone ein zweites, nur hier erhältliches

Album, eine DVD, einen 112-seitigen,

leinenverzierten Hardcover bildband, der in jedem

Buchladen schaufenster ein Schmuckstück darstellen

würde, zwei großformatige Poster und weitere

beein druckende Artefakte. Last but not least findet

sich noch eine nirgends angekündigte Überraschung,

die jedem ROME-Fan Freudentränen in die Augen

treiben dürfte. Keine Sorge, gespoilert wird an dieser

Stelle nicht! Auf dem Hauptalbum wird feinster Neo

Folk geboten. Grundsätzlich mag ich keine

Vergleiche, aber um diese bereits überlange Kritik

schneller abzu schließen, sei folgende Erklärung

erlaubt: Wären Masse Mensch Material und Flowers

From Exile als Trilogie angelegt, dann wäre A Passage

to Rhodesia eindeutig der dritte, bisher fehlende Teil.

Die Schönheit des gesamten Werkes entsteht aus

den großartigen Melodien mit fast schon poppiger

Zugänglichkeit, dem markanten Gesang und den

vielen Soundtüfteleien. Ein verführerischer Mix, der

dem Album seine überwältigende Aura verleiht.

House of Stone überrascht hingegen durch puren und

kompromisslosen Martial Industrial. Und da bin ich

genau bei jenem Wort angelangt, welches mich

heute, als glücklicher Besitzer dieser bemerkenswerten

Box, begleitet: „Kompromisslosigkeit“. Man

lässt sich darauf ein oder eben nicht. Man mag es

oder eben nicht. Doch eine Sache bleibt unbestritten:

A Passage to Rhodesia ist ein einzigartiges

Gesamtkunstwerk. Ein Meilenstein.

Marc Frei

Sonic Syndicate

Sonic Syndicate

CD (Nuclear Blast/Warner)

vorauss. 04.07.2014

Wenn das kein Kracher ist!

Das Warten hat ein Ende. Nach längerer Auszeit sind

Sonic Syndicate endlich wieder am Start, und hier

gibt es wirklich ordentlich was auf die Ohren. Bereits

der Opener Day Of The Dead ist ein wahrer Kracher,

der mit seinen teils aggressiven und teils wunderbar

melodischen Parts gekonnt an Altbewährtes anknüpft

und alles noch perfektioniert. Dir bleibt keine

Verschnaufpause, schon brettert Black Hole Halo

weiter – eines der härteren Stücke. Und so geht es

ohne Unterbrechung fort. Ein bisschen poppiger wird

es etwa bei Long Road Home. Mit Catching Fire haben

die Schweden eine echte Hymne geschaffen, die

besonders durch ihre cleanen Passagen überzeugt.

Es folgt eine Nummer nach der anderen, die Dir

entgegensegelt. Ein Album, bei dem garantiert keiner

ruhig sitzen bleiben kann. Sonic Syndicate haben

den richtigen Moment gewählt, ein selbstbetiteltes

Werk zu veröffentlichen, denn mit diesem Release

zeigen sie, dass sie den Gipfel erreicht haben. Einfach

nur genial! Ein Album, das man sich immer wieder

reinziehen muss!

Manuela Ausserhofer

sukekiyo

IMMORTALIS

CD (Gan-Shin/Rough Trade)

vorauss. 04.07.2014

Dir en grey-Fronter

auf neuen Wegen

Schlägt man im Duden unter „exzentrisch“ nach,

fallen Synonyme wie „auffällig“, „aus dem Rahmen

fallend“, „extravagant“, „extrem“, „spleenig“,

„überspannt“ sowie „vom Üblichen abweichend“,

und genau da steigt IMMORTALIS ein. An dieser Stelle

gleich vorweggenommen: dieses Album ist ein echter

Picasso. Selten, unverkennbar, eigenwillig,

unverfälscht, phantastisch. Der als Solo-Projekt

bezeichnete Exot ist nicht nur die Verherrlichung oder

egoistische Ausschweifung eines einzelnen Künstlers,

sondern vielmehr ein Uhrwerk, welches durch ein

sehr einzigartiges Zahnrad in Bewegung kommt,

jedoch ohne die weiteren Zahnräder kein Ticken

hervorbringen würde. Dass die Beteiligten mit Herz

und Seele bei der Sache waren, als IMMORTALIS

entstand, ist in jedem einzelnen Ton dieses

dekadenten Notenwirrwarrs spürbar. Über all dem

steht eine der einprägsamsten Stimmen schlechthin,

die fesselnder nicht sein kann und derart glaubhaft

Gefühle vermittelt, dass man in ihr nur versinken

kann. Durchaus abstrakt kommt sukekiyo mit

IMMORTALIS daher – und dennoch stimmig,

zumindest für diejenigen, die sich Zeit nehmen und

aufmerksam hinhören. Unter Garantie kann dieses

Album nicht nur ein Mal durchgefetzt, sondern des

Öfteren abgespielt werden, denn zu entdecken gibt

es einiges. Experimentiert wird hier mit vielem;

extrem positiv auffallend sind im instrumentellen

Bereich die zwei Gitarren, die sich hier und dort

gegenseitig spielerisch necken, sogar vor klassischen

Meisterwerken nicht haltmachen und dennoch den

Punkt nicht verpassen, an dem es Zeit wird,

zurückzudrehen. Das Album beinhaltet ruhige, auf

Melodie bedachte Songs, instrumentale Zwischenstücke,

die alles stimmig abschließen, sowie diese

eigenartig schräge Art, die IMMORTALIS verwirrend,

uneinordenbar und reizvoll macht. Um die Sache auf

den Punkt zu bringen: Mit sukekiyo hat Kyo,

Frontmann der so namhaften Band Dir en grey,

keinen billigen Abklatsch laufen gelehrt, sondern

Einblick in seine ganz eigene künstlerische Welt

gewährt. Die in Japan nicht minder bekannten

Bandmitglieder überzeugen mindestens genauso in

ihrer Rolle und haben hörbar einem Ausnahmekünstler

Flügel verliehen. Fazit: horizonterweiternd!

Jana Rischke-Tanaka

Surgyn

Envy

CD (DWA)

bereits erschienen

Dekadenz und purer Glamour

Es verwundert fast schon, dass einem der Glitter und

Flitter nicht aus den Boxen entgegenwirbelt, wenn

man dieses Album hört. Tracks wie Limousine oder

Stiletto wummern einem gehörig um die Ohren, und

man will bei diesen Nummern einfach nur ab auf die

Tanzfläche. Es wird gegrowlt, die Sounds sind

verzerrt, die Beats stampfend und nach vorne

preschend. Die Härte des Industrial paart sich hier

vorzüglich mit dem Glamour der Drag-Szene zu einem

funkelnden Partywerk. Kurze Verschnaufpausen

bilden Stücke wie Green Heart oder Melancholia,

ohne dem treibenden Charakter von Envy auch nur

eine Minute Einhalt zu gebieten. Optisch und

inhaltlich fabelhaft!

Marie-Luise Henke

The Dreamside

Sorrow Bearing Tree

CD (Spin Moon)

vorauss. 31.07.2014

Eingängige und rockige Gothic-

Songs mit eigenem Charakter

Nach fünf Jahren melden sich die Niederländer um

Sängerin Kemi Vita und Bassist Roman Schönsee mit

einem gelungenen Album zurück. Dem rockigen,

eingängigen Gothic Rock der teils etwas härteren

Gangart sind The Dreamside treu geblieben, aber

auch getragenere, hymnische Lieder haben ihren Weg

auf die neue CD gefunden. Beide Spielarten

unterwerfen sich bereitwillig Kemis charakteristischer

Stimme. Abwechslungsreiche Kompositionen und

schöne Streicher- und Gitarrenparts bleiben schnell

im Ohr: Schon das an erster Stelle der Tracklist

stehende Titelstück nimmt einen sofort für das Werk

ein. Zwei Duette – Breathe With Me mit Ralf

Mastwijk (Face Tomorrow) sowie das Depeche

Mode-Cover Walking In My Shoes mit Flo Schwarz

(Pyogenesis) – vervollkommnen das positive

Hörerlebnis. Hörenswert und mit eigenem Stil,

bereichern The Dreamside durch Sorrow Bearing Tree

einmal mehr das Genre des Gothic Rock und bieten

ihren jetzigen wie auch zukünftigen Fans ein

weiteres vielseitiges und trotzdem in sich geschlossen

wirkendes Album.

Axel Schön

Vintersorg

Naturbål

CD (Napalm/Universal)

vorauss. 27.06.2014

Teil drei des Zyklus

Nach dem vor zwei Jahren erschienenen Orkan,

welches als zweiter Part der Saga das Element Luft

behandelte, präsentiert uns Mr. V nun Naturbål, was

so viel wie „Feuer der Natur“ bedeutet. Und gleich

wird ersichtlich, dass wir es mit einem Konzeptalbum

zu tun haben, auf dem neun Tracks – allesamt im

typischen Vintersorg-Gewand gestaltet – die

verschiedenen flammenden Mächte der Natur und

ihre gnadenlose Wirkung besingen. Eröffnet wird mit

Ur aska och sot, und jedem Hörer dürfte klar sein,

dass dieses Album nahtlos an die früheren Erfolge

anzuknüpfen vermag. Mit einer Spieldauer von

knapp 55 Minuten stellt es auch so manches in den

Schatten. Darunter ist selbstredend die erste Single

Lågornas rov, die durch teils ruhigere, teils härtere

folkige Klänge in ihren Bann zieht. Mit Själ i flamma

haben Vintersorg ein perfektes Schlussstück

angehängt, welches einem das Gefühl verleiht,

glücklich und zufrieden entlassen zu werden. Alles

in allem ein wunderschönes Werk, das passend zum

glühenden Sommer durch seine hitzigen Lieder

überzeugen kann.

Manuela Ausserhofer

DVD

Forgotten Tomb

Darkness In Stereo

Eine Symphonie Des Todes

DVD (Agonia)

bereits erschienen

Hier gibt’s was

für Augen und Ohren!

Die italienischen Metaller, die ihrer Musik

mittlerweile freien Lauf lassen und sich irgendwo

zwischen Black, Doom und Dark ansiedeln, haben

2012 ihr letztes Studioalbum ...And Don’t Deliver Us

From Evil veröffentlicht. Außerdem wurde fleißig

getourt – einen Zusammenschnitt aus drei

Performances präsentiert das Quartett rund um

Sänger Ferdinando „Herr Morbid“ Marchisio nun auf

DVD (auch in limitierter Edition erhältlich). Als

Hauptkonzert dient der Gig beim Kings of Black Metal

2012: vom Intro Springtime Depression bis hin zum

grandiosen Finale mit einem Medley der Lieder

Disheartenment, Alone und Steal My Corpse. Als

Bonus finden sich noch vier im selben Jahr beim

Under The Black Sun Open Air gespielte Stücke sowie

fünf Nummern, die im Berliner K17 zum Besten

gegeben wurden. Etwas schade ist, dass einige Titel

(wie Shutter, Reject Existence, Solitude Ways oder

auch das Medley) doppelt vorkommen. Hier hätte

man eine vielfältigere Auswahl treffen dürfen.

Dennoch bietet Darkness In Stereo mit insgesamt 16

Live-Tracks einen besonderen Augen- und

Ohrenschmaus für jeden Forgotten Tomb-Liebhaber

und auch für Leute, die einfach nur Bock auf eine

fetzige Bühnenshow in den eigenen vier Wänden

haben.

Manuela Ausserhofer


Oliver Ludwig

Rollen voll Blut

(Unsichtbar)

Dieser Roman ist etwas ganz

Besonderes. Er erzählt vom jungen

Skateliebhaber Vincent, der in

einem Skateshop arbeitet. Ein

Kollege feiert Abschied, was

Ingrid Meyer (Hrsg.)

Die Kinder Luzifers

(Second Sight Books)

Ihr Verlag hat sich mittlerweile

einen Namen im Bereich okkulter

Literatur gemacht. Nun hat Ingrid

Meyer persönlich eine Ausgabe

von J. Collin de Plancys Dämonenlexikon

aus dem Jahre 1845

übersetzt. Man findet Erläuterungen

zu einer großen Zahl von

Wesen – bekannte wie auch

außerhalb der Fachkreise weniger

bekannte. Dämonen, Götter,

Geister, Kobolde, Sylphen und

noch einige Arten mehr sind

alphabetisch geordnet, daher gut

gezielt nachzuschlagen. Aufgelockert

werden die Beschreibungen

durch den Abdruck vieler

Patrick Senécal

7 Tage der Rache

(Festa)

Um es vorab zu sagen: Dieses

Werk von einem der erfolgreichsten

französischsprachigen Horrorund

Thrillerautoren ist genau so

verstörend, wie man es sich

wünscht. Was 2010 unter dem

Titel 7 Days als Film erschien,

wurde in noch bestialischerer

Form auf Papier gebannt. Bruno

Hamel, 38 Jahre alt und Chirurg,

führt ein unauffälliges, glückliches

Leben... bis seine kleine Tochter

brutal vergewaltigt und ermordet

wird. Der Täter ist schnell gefasst.

Und Brunos Trauer weicht Rachephantasien.

Ihm bleiben sieben

Tage, ehe der Schuldige vor

Gericht gebracht wird. Sieben

Andy Strauß

Sie grunzen freudig,

einige springen sogar hoch

(Unsichtbar)

Bei diesem Titel fühlt man sich

doch gleich in einen Stall voller

fröhlich herumtollender Ferkel

versetzt. Aber das Cover zeigt: es

geht um Menschen. Nach Home

is where mein Fisch ist haben wir

es hier mit dem nächsten

wahnwitzigen Machwerk des

Poetry Slammers und Schriftstellers

zu tun. Er präsentiert eine

Präambel, 33 kurze Erzählungen

sowie acht Gedichte, die Du laut

natürlich ordentlich begossen

werden muss. Das Ergebnis: ein

Abend voller Alkohol und ein tiefer

Filmriss. Sein abgebrochener Zahn

führt Vincent in eine Arztpraxis,

wo er die Puzzleteile zusammenzusetzen

versucht. Er erinnert sich

an neue Leute, die er kennenlernte;

an eine Schlägerei, in die er

verwickelt wurde; doch wo ist der

Rest? Als Vincent ein blutiges

Taschentuch herauszieht, das mit

einem Polizeiemblem bestickt ist,

versteht er die Welt nicht mehr.

Dann stehen auch noch mysteriöse

Schlägertypen vor seiner Tür, ein

Mord wird ihm angelastet, und

plötzlich scheint die Mafia nicht

allzu weit entfernt... Oliver Ludwig,

selbst leidenschaftlicher Skater,

präsentiert hier den wohl ersten

Skateboardthriller, welcher

besonders durch seine angenehme,

sympathische und einfache

Schreibweise punkten kann.

Die Geschichte ist schön aufgebaut,

durchwegs spannend und

macht eindeutig Lust auf mehr.

Garniert wird das Ganze mit einem

kurzen Vorwort von Skate boardurgestein

Peter „Dietsches“

Diepes. Empfehlenswert!

Manuela Ausserhofer

anschaulicher Holzschnitte, die

einer Ausgabe von 1863 entstammen.

Bei jenen Dämonen, welche

auch in der Ars Goetia Erwähnung

finden, hat die Editorin hier die

entsprechenden Siegel hinzugefügt.

Trotz seines Umfangs ist

das Werk handlich, die Texte sind

informativ, verständlich und

kurzweilig, zum ersten Überblick

für Neugierige genauso geeignet

wie für Kenner der Materie. Nach

dem lexikalischen Teil bietet das

Buch noch 18 Legenden, bei

denen der Teufel im Spiel ist. Diese

Geschichten sind ebenfalls bereits

im Original enthalten, in der

Übersetzung angenehm zu lesen.

Mal vergnüglich, mal mit

Gänsehaut faktor, durchaus auch

mal lehrreich.

Axel Schön

Tage, in denen er seine „gerechte

Welt“ wiederherstellen könnte.

Senécal schildert schonungslos,

welche Entwicklung ein Vater

durchmacht, der sich in dunkelste

und moralisch verwerflichste

Abgründe begibt, um den grausamen

Verlust seines Kindes zu

verarbeiten. Die Perspektive

wechselt zwischen ihm und der

Polizei hin und her, was die

Spannung linear ansteigen und

das Buch wie Rasierklingen unter

den Nägeln brennen lässt. Der

Leser giert danach, ob Bruno

seinen Plan in die Tat umsetzen

wird. Damit sendet der kanadische

Autor eine deutliche Botschaft:

Das Böse schlummert in jedem

von uns und muss nur an der

richtigen Stelle stimuliert werden,

um von Phantasie in Realität

umzuschlagen. Pointierte

Grausam keit auf 384 Seiten – für

Genrefans eine klare Empfehlung!

Nadine Ahlig

Klappentext „sowieso nicht

verstehst“. Geschrieben sind sie

in typischer Andy Strauß-Manier...

mal irrsinnig komisch, mal leicht

pervers, auf jeden Fall abgefahren,

teilweise etwas wirr und immer

voller Überraschungen. Ein Buch,

das Spaß macht und perfekt

geeignet ist, wenn man mal nicht

ganz so viel Zeit hat, denn die

Geschichten, welche sich über gut

170 Seiten erstrecken, sollte

man nicht alle hintereinander

verschlingen, sondern auf sich

wirken lassen. Zum Abschluss ein

Vierzeiler namens Metamorphosen:

„Ich bin eine Raupe/Und

du bist ein Reh/Ich werd

Schmetter ling/Und du wirst Filet.“

Amen! In der Edition kleinLAUT

erschien mit Funktion kaputt

übrigens auch ein neues Minibüchlein

vom selben Autor.

Manuela Ausserhofer

58 - Orkus!


LIVE IN MEXICO CITY

Die Doppel-CD erscheint am

18.07.2014

Die erste Auflage mit mehr

als 2 Stunden Gesamtspielzeit

und exklusiver DVD!

Die Deutschlandkonzerte 2014

26. Juli Klaffenbach/Dresden

27. Juli Amphi Festival/Köln

Mehr Informationen auf

www.lacrimosa.com & www.facebook.com/lacrimosaofficial

Im Vertrieb von


The

Eradication

of Hate

The

Eradication

of Hate

Adrian K. Smith

© Daniela Vorndran

Adrian K. Smith

Die Limited Edition des neuen Click Click-Albums Those Nervous Surgeons erscheint mit

einer besonderen Überraschung: Der Sänger der englischen Industrial-Legende, Adrian

Smith, verfasste die Dystopie The Eradication of Hate, in der ein neofaschistisches britisches

Regime eine Meinungs- und Medienkontrolle über das ganze Land ausübt und in der

der Regierungsagent Drake einen mysteriösen Buchautor finden soll, dessen Werk die

Regierung zensieren will. Dieses Buch liegt dem Album in der Limited Edition bei, und

seine Thematik ist eng mit den Themen des Albums verknüpft, die unter anderem auch um

überwachungs staatliche Tendenzen, Drohnenangriffe und Meinungsfreiheit zirkulieren.

Hier das Einleitungskapitel des Buches The Eradication of Hate.

Prologue

Drake popped a pill. Quicklime – a citrus

flavoured blend of Modafinal, MDMA and

cocaine. Quicklime tweaked awareness, made

everything sharper, heightened the senses.

Ratcatchers introduced him to the pills when

he worked alongside them in the abandoned

underground tunnels. Ratcatchers could see

in the dark. Ratcatchers wore sunglasses to

reflect the light from their flame throwers.

Drake bought a pair of retro aviators to fit in

with the rest of the crew. His reflection was unstoppable, but he soon

tired of the crew.

Drake checked his weapon and screwed the suppressor in place. He

engaged the safety and dropped the weapon into a shoulder holster

slung across his broad shoulders. He pulled on a short

leather jacket, pushed the poppers home on his black

leather gloves and buried his blond hair beneath a

black wool cap. Drake checked his reflection in the rear

view mirror, smiled and climbed out of the vehicle, the

Quicklime cushioning the drop from the cab. The night

air smelled clean and the rustling of animals brought

the surrounding woodlands alive. Drake knew the kill

would be clean and easy – if everything went to plan.

He donned a night-vision headset, switched it on

and waited for the world to turn green. He didn‘t

have to wait long. Drake adjusted the focus, checked

his equipment and headed into the depths of the woods, his ears

searching for the sound of running water. All around him naked trees

embraced one another with skeletal fingers, their branches bowing

low and reaching high into the moonless sky, surrounding him in a

cage of twisted wood. Pine cones and broken twigs littered the ground

and the pathways hung with ugly cobwebs, huge balls of dusty silk

concealing tent and wolf spiders grown fat on autumn‘s menu. Drake

Überwachungsstaat, Drohnenangriffe

und Medienmanipulation.

Das Click Click-Album Those Nervous

Surgeons beschäftigt sich mit brandaktuellen

Themen.

waded through them, avoiding fragile twigs and dried leaves, his head

singing with anticipation. In his mind the woods were mapped out in

fine detail, the route a string of intense light emanating from parallel

lines of water filled footprints.

As the river bank came into focus Drake‘s senses hit overdrive, his body

alive with adrenalin. He edged towards it and slid up the edge on his

belly, stopping at the crest and scanning the details on the far side.

Across the river he could see a large tent, partially camouflaged with

netting and fallen branches, backed up into a clump of trees. From

the air, the tent would be invisible, from the ground easily defended

from invasion. Drake knew an attack from the front, where the land

lay flat and devoid of cover, would fail immediately and a strike from

the river would be virtually impossible without alerting the occupants,

the strong current would see to that. He would have to cross ten feet

of freezing water without making a sound if he wanted to take the

occupants without alerting them or their security team to his presence,

no mean feat, even for him.

Drake cast his mind back to the meeting with Colonel

Navis and the intelligence report regarding the men

he‘d come to eliminate: Christopher Chamberlain

and Thomas Cheshire, leader and deputy leader of the

opposition respectively.

‚Chamberlain represents a threat to government policy,‘

Navis told him. ‚He cannot be allowed to stand at the

next election; he‘s becoming far too popular. We‘ve

managed to keep him off the air but the rumours are

still circulating and the National Party are losing public

confidence. I needn‘t remind you who signs our pay

checks, Drake...‘

He hadn‘t, but that didn‘t make the job any less palatable and he had

to keep repeating the mantra that had become all too familiar over the

past few months:

Targets, that‘s all they are, just targets.

The intelligence report was sketchy and badly prepared, nothing more

than the location and description of the target area:

60 - Orkus!


2000 FEET SOUTH OF HAWKHILL, NORTHUMBERLAND.

WOODED AREA (ADJACENT TO RIVER ALN).

C & C KNOWN TO USE FISHING/CAMPING TRIPS TO SUB-

VERT LISTENING DEVICES. KEVLAR TENT, BULLET PROOF,

A NON-NEGOTIABLE TARGET FOR SNIPER‘S.

SECURITY (MINDER‘S): QUANTITY UNKNOWN BUT PRO-

BABLE WAR VETERANS.

END OF REPORT.

‚Why not use a missile?‘ Drake had asked and Navis had replied: ‚An

air strike would do the deed admirably but, since the targets are to be

neutralised without alerting the free press, it‘s out of the question and far

too expensive anyway. Stealth is the only possible option, Drake, that‘s

why I suggested you for the job.‘

Drake slid away from the bank, pushed the headset away from his eyes

and lay on his back, thinking. The river was both key and obstacle so

the only real option was to use it against them; but would they take the

bait of a very old trap? Would they leave the safety of their bullet proof

tent to investigate the sound of disturbed water? No, these were men

with tactical minds, officers in fact, veterans of the Grinder; and what do

officers do when their base comes under attack? They give orders, because

that‘s what officers do. Officers send the soldiers out to get their heads

blown off while they sit tight behind their electronic fences and bullet

proof facilities, making decisions that will ensure their own safety for as

long as possible. But Drake didn‘t know where the Minder‘s were because

the intelligence report wasn‘t as clever as it should‘ve been.

Drake crawled back to the top of the bank and listened. The river flowed

eastward at a gentle pace, the water breaking over outcrops and fallen

branches as it flowed beneath an old railway bridge towards the North

Sea a couple miles to the south. Drake calculated the noise level and

found it acceptable providing he took his time, a luxury the freezing

water wouldn‘t offer. And what other obstacles existed? He switched

the night vision to infra-red and scanned the opposite bank, making

fine adjustments as he followed the terrain. He quickly began to see

anomalies, a line of orange markers bisecting the field, and he knew the

infra-red had detected motion sensors. Drake counted five, each one a

yard apart from its neighbour, each one primed for the slightest touch

from an intruder. He counted five but knew there would be more of

them closer to the tent and he knew the last line of defence would double

for the first line of attack. These were motion sensors with teeth.

Drake checked his equipment and was about to make his decent towards

the icy water when something caught his eye. Someone was moving across

the open ground on the other side of the river and whoever it was wasn‘t

alone. Drake pulled the headset down and quickly switched back to night

vision. He counted three men moving carefully, their bodies bent low, their

arms cradling automatic weapons, their origin horribly familiar.

The mission had been double-teamed.

Drake moved closer to the river, drew his weapon and settled in to watch

the show, his eyes dancing the Quicklime twitch in anticipation of an

unexpected diversion. Intervention was definitely on his mind.

The attackers divided. Two flanks, one point. The flanks went wide, the

point went direct. None of them saw the motion sensors. None of them

heard the alarm. None of them knew they were walking into hell.

Drake knew. Drake saw the movement behind them. He breathed a deep

sigh and drew a bead on the nearest Minder, the target beam switched

off - he didn‘t want a dancing red dot giving his position away.

One of the flanks stopped moving. He‘d spotted the sensor and was

obviously wondering what to do about it. He scratched his head...

Drake muttered, ‚Unbelievable,‘ and shot the Minder, his weapon

offering a muted cough with no muzzle flash. He saw the Minder fall

and zoomed in on the point. The point‘s shoulder-mounted NP badge

filled the scope.

National Police. Not Navis’ men.

Somebody had issued a duplicate order – a three man death certificate.

Drake, who rarely swore, whispered a colourful expletive and went back

to scanning for Minders. It wasn‘t his job but he was going to act as

defence anyway.

The head scratching flank edged away from the sensor. He was waving

his arms at the point but the point didn‘t see the signal – a Minder did.

Drake watched the flank‘s head explode, spun in the direction of fire and

scanned for the shooter. He saw nothing. He looked back at the point

who was standing very still. He looked at the remaining flank who was

already running away, then he saw the shooter. Drake switched the beam

on. The red dot found the shooter. Drake fired twice. The sh ooter fired

once. The shooter and the flank both went down at the same time. The

point fired twice at the tent and ran towards the river, towards Drake.

So much for a diversion.

Drake moved. He crawled away from the river and made his way to the

woods, the sound of splashing water covering his own footfalls. He reached

the tree line and turned around, scanning for the point. Nothing. No

National Policeman, no splashing water but plenty of ghost‘s. The Minder‘s

were in force, scattered and alert, armed and extremely dangerous. Drake

stepped into the woods, counted to ten and got his bearings. Behind him

raised voices began to pollute the air. In front of him something bright cut

through the green world, too fast to see, impossible to avoid. Drake went

down hard, his left thigh on fire, the headset hanging like a drunk from

a lamppost. Behind him someone dragged a chain over a cog, the sparks

flying every which way, the splinters cutting a shape in half right in front of

his eyes. Drake heard a voice say ‚You owe me‘ and saw the man with the

NP shoulder-patch running into the woods.

Drake rolled under a thicket, unhooked his belt and tied it around his

thigh, stemming some of the blood, but not all of it. He gritted his teeth,

lay very still and waited. He tried not to breathe. All around him Minders

prowled the woods, the excitement in their voices fading to grunts of

disappointment as the early mornings sport slowly came to an end.

Eventually they faded away completely, but not before the bodies were

collected.

Fifteen minutes passed before Drake dragged himself out of the bushes,

collected his equipment and hobbled back through the woods to the

vehicle. The mission was screwed but at least his transport was still where

he‘d left it. He pulled himself into the cab, started the vehicle and headed

for the nearest medical centre, the credentials hanging around his neck

guaranteeing him instant treatment. He was going to need it.

Orkus! - 61


62 - Orkus!

Wer bei Horrorfilmen atmosphärischen Nervenkitzel blutigem Gemetzel vorzieht, ist hier völlig

richtig. Across the River (Originaltitel: Oltre il guado) will nicht durch stapelweise Leichen punkten,

sondern lehrt im Stile von The Ring oder The Grudge mit psychischem Terror das Fürchten.

Der Naturforscher Marco Contrada – gespielt von Marco Marchese – bereist in einem Wohnmobil

die bewaldeten Gebiete an der Grenze zwischen Italien und Slowenien. Dort will er Wildtiere

zählen und ihr Verhalten dokumentieren. Er stellt Lebendfallen auf und montiert Kameras.

Zunächst scheint alles normal, doch als er das Material genauer sichtet, stößt er auf eigenartige

Fehlbilder, die nicht ins Konzept passen. Immer öfter kommt es zu bizarren, unheimlichen

Szenen, die den Wissenschaftler zwar beängstigen, aber auch umso neugieriger machen. Was

steckt hinter dem Spuk? Er beginnt einer Spur zu folgen, die immer tiefer in die finsteren Wälder

und schließlich über einen Fluss führt. Seine Suche bringt Marco in ein einsames Bergdorf,

welches ein unvorstellbares Geheimnis hütet... Doch nach heftigen Regenfällen schneidet der

Fluss ihm jeden Rückweg ab.

Regisseur, Drehbuchautor und Cutter dieses mysteriösen Experimentalwerks ist der 1968

geborene italienische Independentkünstler Lorenzo Bianchini, der 1997 seinen ersten Kurzfilm,

den Psychothriller Paura Dentro (Angst im Inneren), produzierte. Es folgte Smoke Allucination, ein

Kurzfilm über Satanismus. Sein erster Langfilm Square Root of Three griff 2001 jene Themen

auf. Weitere Arbeiten waren Keeper of the Beast, Dirty Film und Eyes. Mit seinem neuesten Werk

präsentiert Bianchini einen düsteren Streifen, der gern im selben Atemzug mit Genregrößen wie

Dario Argento oder Lucio Fulci genannt wird. Across the River lief unter anderem bereits beim

Festival Internacional de Cinema Fantàstic de Catalunya in Sitges.

Eine Besonderheit sei noch erwähnt: Marctropolis Filmentertainment erwecken eine fast

vergessene Tradition wieder zum Leben. Früher gab es im Kino oder auch auf Video häufiger

einen kleinen Vorfilm. Heutzutage leider selten. Hier aber kann man dieses i-Tüpfelchen

entdecken – in Form des irischen Kurzfilms Foxes von Lorcan Finnegan. In einem geisterhaft

verlassenen Vorort gehört das einzige bewohnte Haus einem jungen Paar. Bald fühlt sich die

Frau den umherstreifenden Füchsen mehr verbunden als ihrem Mann... Ein tolles Gesamtpaket

für einen wunderbaren Gruselabend!

Manuela Ausserhofer

Seit Mai 2014 in den Kinos – ab 18. Juli auch auf DVD und Blu-ray erhältlich!


Der Handel boykottiert gewisse Bücher von uns. Zu hart, zu gewagt, zu brutal oder

einfach zu weit weg von der Norm. Doch Literatur braucht künstlerische Freiheit

und darf nicht geknebelt werden. Deshalb befreien wir uns auf »extreme« Art:

Festa Extrem. Nichts für den Buchhandel – aber für Fans.

Extrem-Titel erscheinen ohne ISBN. Sie können also nur direkt beim Verlag bestellt

werden. Als Privatdrucke in kleiner Auflage sind wir so bei Programmauswahl und

Covergestaltung völlig frei.

www.Festa-Verlag.de

Wenn Lesen zur Mutprobe wird …


„... dass man nicht

der einzige Ex-Teenager

mit solchen Gefühlen ist.“

Juni

Brendan Perry (Dead Can Dance) –

30.06.1959 in London, UK

Juli

Franz Kafka († 03.06.1924 in Kierling,

heute Österreich) – 03.07.1883 in Prag,

heute Tschechische Republik

Vince Clarke (Ex-Depeche Mode) –

03.07.1960 in London, UK

Andrew „Andy“ Fletcher (Depeche Mode) –

08.07.1961 in Nottingham, UK

Marc Almond – 09.07.1957 in Southport, UK

Tilo Wolff (Lacrimosa) – 10.07.1972

in Frankfurt/Main

Peter Murphy (Ex-Bauhaus) – 11.07.1957

in Northampton, UK

Sharon den Adel (Within Temptation) –

12.07.1974 in Waddinxveen, Niederlande

Ian Curtis (Joy Division, † 18.05.1980

in Macclesfield, UK) – 15.07.1956

in Stretford, UK

Paul Cook (Ex-Sex Pistols) – 20.07.1956

in London, UK

Martin L. Gore (Depeche Mode) –

23.07.1961 in London, UK

Kai Meyer – 23.07.1969 in Lübeck

Dani Filth (Cradle Of Filth) – 25.07.1973

in Hertford, UK

Paavo Lötjönen (Apocalyptica) – 29.07.1968

in Kuopio, Finnland

Alexander Krull (Atrocity) – 31.07.1970 in

Ludwigsburg

Erst der Blitz und dann. Ja, was dann? Krach?

Donner? Feuer? Ein Fallout gar? Sturzregen,

Überschwemmung? Auf jeden Fall heißt so das

neue Werk von New Days Delay. Richtig, die

norddeutsche Band, welche vor sieben Jahren

ihr Debutalbum Splitterelastisch veröffentlichte,

aus dem Stücke wie Stereokatastrophe oder Tiny

Monsters & Furry Little Creatures sich irgendwie für

immer in unseren Köpfen und Ohren festgesetzt

haben, ist mit frischen Liedern am Start. Vielleicht

etwas erwachsener inzwischen, jedoch immer noch

spontan, unkonventionell, zugleich nachdenklich

und tiefsinnig.

Zurück zum Titel: „Jeder Song beginnt mit einer

ersten Idee, dem Gedankenblitz. Und dann

entwickelt sich der Song... häufig auch in eine völlig

andere Richtung als gedacht. Alles offen also! Darf

sich somit jeder selbst aussuchen, was nach dem

Blitz passiert!“, erklärt Drummer Achim und sorgt

dadurch selbst bei Frontfrau Insa noch für einen

Aha-Effekt, denn sie meint: „Ach, echt, dafür steht

der? Mir kam die Idee ziemlich plötzlich, weil der

Satz in mir eine gewisse Endzeitstimmung auslöst,

aber vermutlich nur, weil ich weiß, dass auf den

Blitz das Kaboom folgt, also das unumkehrbare,

alles zerstörende Desaster. Und mit jedem Mal

Nachdenken fand ich’s besser. Vor allem mochte

ich, dass man das Album hören oder mindestens

öffnen und die CD herausnehmen muss, hinter

der das Wort Kaboom gedruckt sein wird, um den

Titel ganz zu verstehen. Und dass das offene Ende

neugierig macht und Fragen aufwirft. Darüber

hinaus ist Blitz einfach ein schickes Wort. Diese

Überlegungen kamen aber alle nach der Idee,

die war echt spontan, weil ich immer total in den

Albumtitel Es ist egal, aber von Tocotronic verliebt

war, und Erst der Blitz und dann hat mich daran

erinnert.“

Lange musste die Szene auf neues Material von New

Days Delay warten. In jener Spanne gab es mehrere

Besetzungswechsel, Insa beendete ihr Studium,

und Keyboarder Chris wurde Vater von Zwillingen.

Zudem suchte Insa eine andere Herangehensweise

für die Lyrics: „Nach Splitterelastisch hatte ich lange

Zeit Probleme mit dem Texten, weil ich das Gefühl

hatte, nichts zu sagen zu haben. Wenn man ehrlich

ist, lagen zwischen Splitterelastisch und dem neuen

Album wesentliche Teile meiner Adoleszenz, ich

hing – wie bestimmt viele in dieser Lebensphase –

irgendwie im luftleeren Raum, habe mich gefühlt,

als würde ich mich auflösen und als würde nichts

mehr so wirklich wichtig sein. Ich bin in die

Tretmühle des sogenannten Erwachsenenlebens

geraten, und das alles hat mich entsetzt und erst

einmal sprachlos gemacht. Und dann habe ich

festgestellt, dass man auch darüber schreiben

kann, und dann ist das Texten plötzlich wieder ganz

leicht. Und das Erwachsenwerden und -sein klappt

auch besser, wenn man durch diese Songs häufiger

mit anderen Menschen ins Gespräch kommt und

feststellt, dass man nicht der einzige Ex-Teenager

mit solchen Gefühlen ist.“ Also hineingefunden in

die jetzige Daseinsform, und obwohl Insa im Stück

Ich werde Astronaut androht, zum Mond zu fliegen

und bald ihre Abschiedsparty zu feiern, versichert

sie auf unsere Nachfrage: „Oh, im Moment will

ich gar nicht mehr weg. Nach gedanklichen

Umwegen über diverse Himmelskörper bin ich

wieder auf Terra bruchgelandet, habe jeglichen

Fluchtgedanken überwunden und mich hier

hervorragend eingelebt!“ Gut so, dann können

wir uns auf die Live-Shows mit den neuen Liedern

freuen!

www.newdaysdelay.com

Axel Schön

Discographie (Alben):

Splitterelastisch (2007)

Erst der Blitz und dann (2014)

Line-Up:

Insa – Gesang

Volker – Gitarre

Chris – Keyboard, Synthesizer, Gitarre

Norm – Bass

Achim – Schlagzeug, Programmierung, Produktion

August

Pete Burns (Ex-Dead Or Alive) – 05.08.1959

in Port Sunlight, UK

Eicca Toppinen (Apocalyptica) – 05.08.1975

in Vantaa, Finnland

Stephan Groth (Apoptygma Berzerk) –

10.08.1971 in Odense, Dänemark

Mikko „Linde“ Lindström (HIM) – 12.08.1976

bei Helsinki, Finnland

Wednesday 13 (Ex-Murderdolls) –

12.08.1976 in Lexington,

North Carolina, USA

Das Orkus!-Team gratuliert

allen 122 Jubilarinnen - Orkus! und Jubilaren!


„Wir haben richtige

Pionierarbeit geleistet!“

Nachdem sich Bacio di Tosca in den letzten Jahren hauptsächlich auf ihr Internet-TV-Projekt

konzentriert hatten, erscheint jetzt unter dem Titel Was ich liebe das vierte Werk von Dörthe

Flemming und ihren Gastmusikern. „Einige der Lieder sind ursprünglich für Bacio di Tosca

TV produziert worden. Da die ersten kostenlosen 100 Downloads oft recht schnell erreicht

werden, gab es ja bislang keine andere Möglichkeit, sie zu bekommen. Gleichzeitig kamen

auch immer wieder Anfragen von Leuten, die generell lieber ein klassisches Album in den

Händen halten wollten. Um diesen beiden Anliegen gerecht zu werden, haben wir im Zuge

der Albumproduktion diese Lieder noch einmal überarbeitet und professionell gemastert.

Diesen Grundstock haben wir dann mit bisher unveröffentlichten Stücken, wie zum Beispiel

dem Clubtrack und den Chansons, erweitert“, erläutert die Mezzosopranistin. Clubtrack?

Chansons? Dann mal der Reihe nach.

Mit „Clubtrack“ ist das neue Lied Liebe gemeint, das tatsächlich etwas aus dem von Bacio di

Tosca gewohnten Soundgewand ausbricht und seinen Weg in die dunklen Tanztempel finden

könnte. Dörthe erzählt dazu folgende Geschichte: „Wir hatten letztes Jahr von unserem

Label einen Stand mit einer Vier-Quadratmeter-Bühne auf dem M’era Luna. Dort habe ich

regelmäßig über den Tag verteilt Live-Performances gemacht, welche per Kopfhörer als

silent concert übertragen wurden. Unter den Liedern war auch die Rohfassung von Liebe, und

nach jeder Performance kamen die Leute zu mir und wollten das Album kaufen, auf dem

dieser Song wäre. Leider gab es das Lied noch auf keiner CD oder sonst wie zu erwerben,

und das war auch ein Impuls, die nun vorliegende Veröffentlichung anzugehen.“

Daneben bietet Was ich liebe zwei Chansons mit selbst geschriebener Lyrik. Eine Idee,

die sich bei entsprechendem Interesse ausbauen ließe, wie die Musikerin sagt: „Ich

hatte ja schon zu Zeiten mit Charitona eigene Texte verfasst. Bacio di Tosca hingegen ist

ursprünglich konzipiert, Dichtung in Anlehnung an das romantische Kunstlied zu vertonen.

Seit einiger Zeit spukt aber ein wenig die Idee von einem Album mit eigenen Texten im Stil

des Chanson Noir in meinem Kopf herum. Die zwei Titel auf diesem Album sind quasi ein

kleiner Vorgeschmack. Ich bin schon sehr neugierig auf die Reaktionen!“

Eine weitere tolle Besonderheit ist die Gestaltung des Werkes, es wird nämlich als Relief-

CD erscheinen. Was das ist, lassen wir die Künstlerin am besten selbst erklären: „Bei der

zum Patent angemeldeten Relief-CD ist es möglich, auf der Oberfläche Verzierungen

anzubringen. Wir haben an deren Entwicklung über zwei Jahre gearbeitet und richtige

Pionierarbeit geleistet! Jede CD wird mit einem dunkelrot funkelnden Swarovski-Stein

verziert und dadurch zum echten Unikat! Der Swarovski-Stein bildet dabei mit dem Dolch

aus unserem Logo und einem Pentagramm eine Einheit. Das Pentagrammsymbol sollte im

Mittelalter vor der Pest schützen – bei uns hilft das vielleicht gegen Raubkopien!“

www.bacio-di-tosca.de

Axel Schön

Discographie (Alben):

Der Tod und das Mädchen (2007)

… und wenn das Herz auch bricht! (2008)

Hälfte des Lebens (2010)

Was ich liebe (2014)


„Wahrscheinlich

bin ich ein richtiger Nerd.“

Mit Origins tauchen die Schweizer Folk Metaller von Eluveitie wieder tief in die keltische

Geschichte ein. Fronter Chrigel Glanzmann erklärt, warum Sagen und Legenden immer

einen wahren Kern besitzen und warum sie nicht mit modernem Firlefanz aufgepeppt

werden müssen.


Orkus: Dem ersten Eindruck nach gehört

Origins musikalisch zu euren härtesten Alben.

Würdest du dieser These zustimmen?

Chrigel Glanzmann: Voll und ganz, auch

wenn das kein gesteuerter Prozess war. Wenn

ich komponiere, passiert das rein intuitiv.

Origins ist das, was ich in diesem Augenblick

musikalisch gedacht habe.

O: Mit Rafael Salzmann und Nicole Ansperger

sind zwei neue Mitglieder an Bord. Inwiefern

haben sie den Sound von Eluveitie verändert?

CG: Kompositorisch gar nicht, da ich diese

Aufgabe, zum Teil mit unserem Gitarristen Ivo,

übernehme. Aber natürlich hat jeder Musiker

seinen eigenen Stil. Rafael zum Beispiel

kommt aus dem Jazz, Blues und Rock und ist

sehr versiert. Er ist bei Stücken mit kurzen Soli

zu hören, was für uns ja eher ungewöhnlich

ist. Nicole beschäftigt sich schon fast ihr

ganzes Leben mit der Violine, sie ist fest in der

keltischen Volksmusik verwurzelt und spielt

sehr druckvoll. Sie hat einen prominenten

Platz auf dem Album. Insofern haben die

beiden schon Einfluss auf den Gesamtsound.

O: Inhaltlich beschäftigt sich Origins mit

ätiologischen Sagen aus Gallien, also Sagen,

die zum Beispiel erklären, warum etwa ein Ort

oder ein Fluss seinen Namen trägt. Ein Thema,

das dich zu begeistern scheint.

CG: Jedes Volk hatte und hat seine Sagen und

Legenden, die erklären, woher wir kommen

und wer wir sind. Das ist uns Menschen

sehr wichtig. Diese Geschichten sind oft

phantastisch oder märchenhaft, aber sie

besitzen einen wahren Kern. Deshalb haben

sie so viel Gewicht. Die Kelten kannten solche

Sagen natürlich auch, Fragmente davon sind

bis heute erhalten. Diese bilden die Grundlage

für die Texte. Celtos handelt beispielsweise

von der Abstammung der Kelten, in Virunus

beschäftigen wir uns mit der Gründung

einer Stadt, die auf dem Gebiet des heutigen

Kärnten stand.

O: Wie wichtig ist es dir, dass eure Quellen

einen Realitätsbezug aufweisen, ihr also nicht

irgendwelche Fantasy-Themen vertont?

CG: In diesem Kontext stellt sich die Frage

nicht, weil wir ja ausschließlich auf existente

Quellen zurückgegriffen haben, die zwischen

2.000 und 4.000 Jahre alt sind. Die größte

Herausforderung bestand darin, die zum Teil

doch sehr komplexen Geschichten für einen

Text zusammenzufassen.

O: Das Cover zeigt den Heiligenschein von

Sucellos, dem keltischen Gott des Waldes

oder der Fruchtbarkeit. Im Info steht, dass

du das Bild gemeinsam mit Experten von

der Universität Zürich erstellt hast. Warum

eigentlich, denn auf den ersten Blick wirkt die

Darstellung nicht sonderlich komplex?

CG: Ich arbeite immer mit Wissenschaftlern

oder anderen Experten zusammen, auch bei

den Texten. Wahrscheinlich bin ich auf diesem

Gebiet ein richtiger Nerd. Aber aus meiner

Sicht muss man sich mit Geschichte adäquat

auseinandersetzen, das erfordert der Respekt.

Ich möchte nicht irgendwelchen modernen

Müll dazudichten, was schnell passiert, weil

ich nun mal in dieser Zeit lebe. Sucellos taucht

auf dem Album übrigens einige Male auf

(unter anderem in dem nach ihm benannten

Stück – Anm.d.Verf.), aber er steht nicht im

Mittelpunkt.

O: Wie bei den letzten beiden Alben, saß

wieder Thomas „Tommy“ Vetterli an den

Reglern, manchem vielleicht als Gitarrist der

Schweizer Thrasher Coroner bekannt. Der

Mann hat sich offensichtlich zu so etwas wie

eurem Stammproduzenten entwickelt, oder?

CG: Ja, genau. Aber die Geschichte war ziemlich

lustig. Wir haben das gleiche Management wie

Coroner, und die nervten uns schon länger

damit, Thomas als Produzenten anzuchecken.

Wir waren anfangs sehr skeptisch. Ich will

nicht arrogant klingen, aber das New Sound

Studio liegt in der Schweiz. Wir dachten, dass

es nichts Besonderes sein könne, weil aus der

Schweiz sehr wenige gute Metal-Produktionen

kommen. Aber als man uns endlich überredet

hatte, waren wir begeistert. Tommy hat ein

grandios ausgestattetes Vintage-Studio, das

perfekt zu unseren Anforderungen passt. Wir

nahmen dort Everything Remains... As It Never

Was auf und sind seitdem dabei geblieben.

Die örtliche Nähe ist natürlich ein Vorteil, aber

zwischen Tommy und uns hat sich eine echte

Freundschaft entwickelt. Wir machen auch

privat etwas zusammen, unser Schlagzeuger

Merlin hilft bei Coroner als Techniker aus

und andersherum. Wir sind zu einem Team

zusammengewachsen, deshalb wird es in

diesem Punkt auch keine Veränderung geben.

O: Eure Plattenfirma bewirbt euch als

„erfolgreichste Schweizer Metal-Band aller

Zeiten“, gerade konntet ihr einen „Swiss

Music Award“ als beste nationale Live-Band

gewinnen. Sind solche Auszeichnungen und

Lobeshymnen wichtig für euch oder völlig

egal?

CG: Einerseits interessieren sie uns nicht,

denn Preise sind wirklich der letzte Grund,

warum wir Musik machen. Aber speziell der

„Swiss Music Award“ ist etwas Besonderes.

Es gibt in der Schweiz zwar eine lebhafte

Metal-Szene. Und mit Bands wie Celtic Frost

oder Coroner kamen wegweisende Bands

aus unserer Heimat. Aber Metal ist und bleibt

ein Nischenprodukt, das in der Öffentlichkeit

keine Beachtung findet. Wir sind tatsächlich

die erste Combo aus diesem Bereich, die

diesen Preis gewinnen konnte. Wir haben ihn

nicht nur für uns angenommen, sondern für

die ganze Szene.

O: Ihr habt den Preis für eure Live-Leistungen

bekommen. Würdest du sagen, dass die Bühne

für Eluveitie so etwas wie das Lebenselixier

ist? Zumindest für Außenstehende wirkt es so.

CG: Das ist eine gute Frage. Wir gelten

als ausgesprochen tourfreudig. Nach den

Sommerfestivals wird der nächste Zyklus

beginnen, der uns ein- oder zweimal um die

ganze Welt bringen und mindestens zwei

Jahre, wahrscheinlich aber länger, in Atem

halten wird. Ich freue mich sehr darauf. Aber

ich genieße es ebenso, Lieder zu erschaffen

oder im Studio zu arbeiten. Ich möchte auf

nichts davon verzichten. Am Ende sind wir

Vollblutmusiker, die immer dann glücklich

sind, wenn sie ihr Instrument in Händen

halten.

www.eluveitie.ch

Marc Halupczok

Photo: Manuel Vargas Lépiz

Discographie (Alben):

Spirit (2006)

Slania (2008)

Evocation I – The Arcane Dominion (2009)

Everything Remains... As It Never Was (2010)

Helvetios (2012)

Live on tour (live, 2012)

The Early Years (Compilation, 2012)

Origins (2014)

Line-Up:

Chrigel Glanzmann – Gesang, Mandola, Mandoline,

Tin & Low Whistles, Sackpfeifen, Bodhrán

Anna Murphy – Drehleier, Gesang, Flöte

Nicole Ansperger – Geige

Ivo Henzi – Gitarre

Rafael Salzmann – Gitarre

Kay Brem – Bass

Patrick Kistler – Tin & Low Whistles, Dudelsack

Merlin Sutter – Schlagzeug

Orkus! - 67


Orkus! COMPILATION 100

Liebe Leserin, lieber Leser, wir wünschen Dir viel Vergnügen mit der 100. Ausgabe

unserer Samplerreihe, die in Kooperation mit Digital World Audio entstanden ist!

Sei der Talentscout! Entdecke Du die beste Band. Hier anhören und dann voten auf www.orkus.de!

01. RAVE THE REQVIEM

The Ascension

Wir starten mit einer noch relativ frisch in

der Szene beheimateten Electro Industrial

Rock Metal-Formation. Aus ihrem Debut,

veröffentlicht im April 2014, darf nun dem

extrem kraftvoll treibenden und sphärischen

The Ascension gelauscht werden, welches

auch den Einstieg zum selbstbetitelten Album

bildet. So weiß man gleich, was einen tief in

der Seele mit Rave The Reqviem verbindet...

www.ravethereqviem.com

02. RUINIZER

The Primary Objective (Seraphim System Remix)

Mit einem für Orkus! exklusiven Stück lassen

sich Ruinizer hören und sehen. Ihr Sound

kommt nicht weniger kraftvoll daher als der

Opener dieser Compilation, packt jedoch noch

mehr Genres beim Schopf. Wirbelt alles mit

Extremspeed durcheinander, sodass man

letztlich nicht mehr weiß, wo oben und wo

unten ist.

www.facebook.com/Ruinizer

03. CYFERDYNE

Cables And Codes

CYFERDYNE sind Wiederholungstäter:

Wie in unserer Mai-Ausgabe, liefern sie

einen Titel vom zweiten Album Keep Your

Silence ab. Auch bei Cables And Codes ist

alles zu haben, was das Herz begehrt –

von Industrial, EBM, Dance oder Future

Pop bis hin zu Rock und Synth Pop.

www.cyferdyne.com

04. DIE SEKTOR

Nuborn

Nuborn gibt es nicht auf CD, sondern nur

auf Vinyl. Entsprechend groß unsere Freude,

diesen Song als Teil unserer Heftbeilage

zu präsentieren. Seit 2003 aktiv, bieten die

Herren von Die Sektor frischen Dark Electro in

vollendet düsterer Form. Wer mehr will, muss

sich die 12“ (-)origins holen!

www.facebook.com/pages/Die-Sektor-Official/139271376102530

05. TECHNOLORGY

Devastator (vProjekt Version)

Auch hier erwartet Dich ein bis dato

unveröffentlichter Leckerbissen in

Sachen bestens tanzbarer Electro,

Industrial und EBM: Devastator vom

griechischen Duo TECHNOLORGY

als vProjekt Version. Der Originaltrack

erschien Anfang 2013 auf dem

Longplayer Endtimes In Vogue.

www.facebook.com/TECHN0L0RGY

06. SURGYN

Stiletto

Bereits 2011 sorgten Surgyn

durch ihr Debut Vanity für

Aufsehen. Dem Nachfolger Envy

gelingt es noch ein Stück mehr.

Mit durchdringenden Texten,

eher dezenten Musikelementen,

aber treibenden Beats und einer

bestechenden, ja irgendwie

erotischen Stimme zielen die

Schotten genau ins Zentrum der

elektronischen Schwarzen Szene.

www.surgyn.co.uk

07. TERROLOKAUST

Two-Faced Leader

Two-Faced Leader ist bislang lediglich auf

der Vinyl-12“ Scars That Never Heal (zweite

Single von Spit The Poison Out – limitiert

auf 100 Exemplare!) erhältlich. Auch hier

freuen wir uns sehr über die Ausnahme,

den Track der spanischen Düsterrock/

Electro-Band Terrolokaust für unseren

Sampler zum Klingen bringen zu dürfen.

www.facebook.com/Terrolokaust

08. SIRUS

The Monster I Am

Noch einmal möchten wir Dir Sirus

ans Herz legen, jenes Cyberpunk-

Projekt aus Melbourne, welches

schon auf der Orkus! Compilation 98

mit Wolves Of Wall Street vertreten war.

The Monster I Am ist musiktechnisch

recht ähnlich gestrickt, da ebenfalls

dem dritten Studioalbum Broken

Hearts Corporate Minds entnommen.

So weiß man, was man hat!

www.sirusofficial.com

09. DYM

White Light

White Light ist ganz jungfräulich und stellt nicht

minder eine Besonderheit auf diesem Sampler

dar. DYMs letztes Release im EBM/Industrial-

Gewand geht auf das Jahr 2012 zurück: The

Technocratic Deception. Jetzt lassen sie wieder

die Muskeln zucken... Perfekt für so manche

Clubnacht, ohne sich über das Hier und Heute

Gedanken machen zu müssen.

www.enterdym.com

10. SIN DNA

I Tyrant

Weil es gerade so schön war, etwas gänzlich

Unveröffentlichtes zu präsentieren, wird

durch SIN DNA gleich nachgelegt. Die

dunklen Elektroniker aus dem Herzen von

Texas haben’s wahrlich in sich. Wer neben

I Tyrant noch mehr hören will, muss sich

vorläufig mit dem Album Revelate (2012)

begnügen und hoffen, dass bald neuer Stoff

folgt.

www.facebook.com/pages/SIN-DNA/142477138893

11. NITRO/NOISE

Censorshit (Rotersand Redub)

Exklusiv für Orkus! sind auch Nitro/Noise

erneut an Bord, obschon das Dark Electro-

Gespann bereits im letzten Monat mit

dem Titel The Revelation vertreten war. Das

Original von Censorshit findet sich ebenfalls

auf No Cure For Apocalypse. Doch dieses

Mal steuern Rotersand einen Redub bei!

www.facebook.com/nitronoisemusic

12. CYGNOSIC

Light

Zum Abschluss gilt unser Augenmerk dem

ausgewogen düsteren Elektroniker CygnosiC.

Light – einer 12“ namens Crawl entstammend – ist

eine B-Seiten-Nummer, die aber überhaupt nicht

danach klingt. Crawl wiederum ist eine Auskopplung

vom Album Fire and Forget. Wer eine der auf 100

Exemplare limitierten Picturediscs ergattern möchte,

sollte wirklich schneller als schnell zugreifen...

www.cygnosic.gr

Mit Deiner Band auf der nächsten Orkus! Compilation sein? Bewirb Dich einfach unter cd@orkus.de!

68 - Orkus!


„... dass die Kinderträume

immer noch dort wohnen.“

Mit Wahre Märchen konnte ein Werk geschaffen werden, welches es bis dahin

noch nicht gab: Märchen wurden von Szene-Bekanntheiten neu erzählt und

durch Photographin Annie Bertram äußerst aufwändig optisch umgesetzt.

Es gibt sicherlich kaum einen Szenegänger, der dieses Kunstwerk nicht kennt

oder eben ein Exemplar sein Eigen nennt. Viel zu lange hat es gedauert,

bis nun tatsächlich ein zweiter Band folgt. Ungeduld und Vorfreude auf die

Veröffentlichung des neuen Buches steigen ins Unermessliche. Es lag nahe, sich

mit der Ausnahmekünstlerin bei einem Tässchen Tee und Kaffee zu treffen...

Orkus: Wie bist du auf die Idee gekommen,

Märchen neu zu inszenieren? Und wann war das?

Annie Bertram: Die Idee kam mir schon vor

einigen Jahren; es muss wohl 2005 oder 2006

gewesen sein. Es begann mit einer Inszenierung

von Dornröschen und war damals die erste

Zusammenarbeit mit meiner lieben Freundin

Arthemis Maskenbild, die mich auch heute noch

bei meinen kreativen Arbeiten begleitet und

unterstützt. Wir photographierten das Märchen

sehr morbide in einer alten, monströsen und

angsteinflößenden Chemiefabrik. Das Konzept

der „wahren Märchen“ entwickelte sich aber

noch weiter, sodass wir das Dornröschen später

nochmals neu aufgenommen haben – so, wie man

es im ersten Teil des Buches sehen kann.

O: Jetzt erscheint mit Wahre Märchen 2 deine

Fortsetzung. Gibt es Unterschiede zum ersten

Band?

AB: Ich denke, dass ich mit ein bisschen Stolz sagen

kann, dass es eine großartige Weiterentwicklung

gab. Es liegen mittlerweile sechs Jahre zwischen

diesen beiden Büchern. Die Inszenierungen

sind noch intensiver und größer geworden. Die

Planungen haben noch mehr Zeit in Anspruch

genommen, und wir sind wieder sehr viel gereist,

um die richtigen Orte für die Märchen zu finden.

Besonders freue ich mich, dass in diesem Buch

auch Kinder mitgewirkt haben. Wahre Märchen 2

erscheint in einem amerikanischen Buchformat,

welches sich zwischen A4 und A5 bewegt – der

erste Teil war etwas kleiner, im A5-Format. Somit

erhoffen wir uns, dass die Bilder noch einmal

stärker wirken. Das Layout wurde liebevoll

vom Verlag Feder&Schwert umgesetzt und gibt

der Märchenwelt ein neues, moderneres und

mystischeres Gesicht. Die Märchen wurden von

großartigen Schriftstellern neu interpretiert, und

es erwartet Euch Lesestoff der Extraklasse mit

Markus Heitz, Christian von Aster, Ju Honisch,

Oliver Graute, Rona Walter und vielen anderen.

Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis und

freue mich schon sehr auf die Reaktionen der

LeserInnen.

O: Welches war als Kind dein Lieblingsmärchen?

AB: Mein Lieblingsmärchen als Kind war

Rotkäppchen. Vermutlich, weil ich selbst sehr gern

im Wald unterwegs war und von Natur aus eine

rote Kappe hatte: rote Haare.

70 - Orkus!


O: Und welches ist es heute?

AB: Mein Lieblingsmärchen heute ist Das Mädchen

mit den Schwefelhölzern, weil es mich immer

wieder, wenn ich es lese, zum Weinen bringt.

O: Welche Märchenfigur würdest du gerne für 24

Stunden sein?

AB: Da wäre ich ganz eindeutig das tapfere

Schneiderlein, um Bösewichten den Garaus zu

machen.

O: Und welche Märchenfigur würdest du gerne für

immer sein?

AB: Da möchte ich wieder das tapfere

Schneiderlein sein, um mich für das Gute und für

die Gerechtigkeit einzusetzen.

O: Wie erklärst du dir die Faszination der

Menschen für Märchen über all die Zeit hindurch?

AB: Die Botschaften, welche die Märchen

beinhalten, haben in der heutigen Zeit immer

noch Bestand. Das ist für mich der Grund für die

Neuinterpretationen. Den alten Stoff nehmen und

ihn in die heutige Zeit zu katapultieren. Bedingung:

die Botschaft bleibt erhalten. In Märchen finden

die Menschen all ihre Gefühlswelten wieder. Da

sind Ängste, Träume und Erfahrungen, erzählt

in einem kreativen Gewand. Dadurch, dass es

phantasievoll erzählt ist, kann jeder seine eigene

Botschaft herausziehen. Märchen sind weiterhin

auch der Stoff, aus dem die Träume sind. Wer

von uns hat sich denn noch nicht einmal in eine

Märchenwelt geträumt?

O: Das Gute siegt immer...?

AB: So sollte es sein... leider ist die Realität oftmals

anders. Wir sollten bestrebt sein, dass es immer

öfter siegt.

O: Beim Betrachten deiner Bilder fallen immer

wieder unglaubliche Detailverliebtheit und

dein Perfektionismus auf. Wie viel Zeit steckt

durchschnittlich in der Umsetzung eines einzelnen

Märchens?

AB: Die Vorbereitungsphase ist die längste. Ich

bin bestrebt, die Märchen in ein völlig neues Licht

zu setzen und Photos zu kreieren, die man noch

nicht gesehen hat. Bei Wahre Märchen 2 habe ich

sehr lange für die Entwicklung der Charaktere

gefeilt. Zum Beispiel der Frosch beim Froschkönig.

Ich wollte nicht dieses typische Bild mit einer

Prinzessin aufnehmen, die einen Plastikfrosch

auf der Hand küsst. Lange habe ich überlegt,

wie soll der Frosch überhaupt aussehen. Als

dieses Bild klar war, wollte ich das Märchen

noch ein wenig aufpeppen. So integrierte ich die

sieben Todsünden in das Ursprungsmärchen.

Herausgekommen ist ein Frosch, der auch

wollüstige und gefräßige Züge hat. Es darf

geschmunzelt werden! Bei den „wilden Schwänen“

war es anfangs ähnlich; ich überlegte lange, wie

sie dargestellt werden sollen. Schließlich wurden

künstliche Schwäne gebaut und extra ein sehr

edles Designerkleid genäht. Unser Weg führte

nach Italien, wo wir zwei Tage photographierten

und ein Video dafür drehten. Nachdem ich die

Photos bearbeitet hatte, sendete ich sie mit dem

Storyboard zu den Schriftstellern. Diese haben die

Märchen dann neu erzählt. Alles in allem hat es

nun vier Jahre gedauert, bis alles fertig war.

O: Was war für dich der außergewöhnlichste Ort,

an dem du Photos aufgenommen hast?

AB: Das ist sehr schwer zu beantworten, da ich

ständig auf der Suche nach außergewöhnlichen

Orten bin, da mich diese inspirieren für meine

Photoarbeit. Um es für Wahre Märchen 2

einzugrenzen, würde ich das alte Waisenhaus

aus dem Märchen Die wilden Schwäne nennen.

Ein ganz besonderer Ort, an dem man fast

glaubt, dass die Kinderträume immer noch dort

wohnen. In einem sehr großen Schlafsaal stehen

seit fast 30 Jahren die bezogenen, einfachen und

verstaubten Betten monoton in Reih und Glied.

Die Melancholie dieses Ortes ist fast greifbar.

Im Märchen sucht das Mädchen Elisa dort ihre

Brüder, die als Schwäne verwunschen wurden.

Da uns dieser Ort so fasziniert hat, haben wir dort

viele Videosequenzen gedreht. Nina de Lianin (In

Strict Confidence), meine Hauptdarstellerin für

dieses Märchen, ist nicht nur eine tolle Sängerin,

sondern auch eine geniale Tänzerin. In den

nächsten Tagen werden wir Euch das entstandene

Video zu diesem Märchen und Ort namens

Karasevdah zeigen!

O: Fasziniert dich in gewisser Weise Vergangenes

beziehungsweise Vergänglichkeit?

AB: Die Vergänglichkeit ist allgegenwärtig. Nichts

ist für die Ewigkeit, und das Leben ist voller

Veränderungen. Ich schöpfe meine Inspiration

aus besonderen und verlassenen Orten. Oft stelle

ich mir die Frage, was ist dort geschehen und wie

haben die Menschen dort gelebt.

O: Was können wir nun als Fazit nehmen?

AB: Am Ende sollte das Gute siegen!

O: Wem möchtest du Wahre Märchen jetzt noch

ganz besonders ans Herz legen?

AB: Menschen, die gern lesen und in Bilderwelten

eintauchen.

www.anniebertram.com

Claus Müller

Orkus! - 71


„Klasse ist wichtiger als die Masse.“

Ohne Frage ist Frau und Mann schon öfter über den Namen von Queen of Darkness gestolpert. Am optimalsten ist es

natürlich, nicht nur über den Namen gestolpert zu sein, sondern die besonderen Kleidungsstücke dieses Labels auch zu

tragen. Wer oder was ist eigentlich Queen of Darkness? Um dies zu erfahren, baten wir Katharina Leest alias Kathy Lee

auf einen Plausch...

Orkus: Woher kommt die Begeisterung für Mode?

Kathy Lee: Kleidung gibt uns die Möglichkeit, unser Inneres ein

Stück weit nach außen zu tragen. Gleichzeitig kann sie aber auch

eine Maske sein. Mode ist so vielseitig. Sie ermöglicht uns, uns

als Individuum von allen anderen abzuheben. Durch Kleidung

kommen wir dem idealen Selbstbild, das wir alle von uns selbst

haben, ein Stückchen näher.

O: Was ist deiner Meinung nach Mode?

KL: Mode hat nur bedingt etwas mit Trends zu tun. Nicht umsonst

kommen die Stile verschiedener Zeitepochen stetig wieder „in

Mode“. Mode ist das, was gefällt. Entsprechend entstehen auch

die Designs von Queen of Darkness. Wir sind sehr nah bei unseren

Kunden und kreieren Styles, die nicht selten auf individuellen

Wünschen beruhen.

O: Welche Aufgaben sind die deinigen bei Queen of Darkness?

KL: Generell bin ich, gemeinsam mit meinem Kollegen Jénz, für

das Marketing zuständig. Unter meine Zuständigkeit fallen seit

diesem Jahr unter anderem auch die Katalogshootings sowie die

Bandkooperationen. Es ist ein sehr abwechslungsreicher Job mit

vielen neuen Herausforderungen.

O: Wie viele Personen umfasst das Queen of Darkness-Team?

KL: Aktuell sind wir 15 feste Mitarbeiter, verteilt auf zwei Standorte:

Plauen und Leipzig.

O: Was ist Gothic deiner Meinung nach?

KL: Gothic ist eine Lebenseinstellung, in gewisser Weise sogar

eine Lebensphilosophie. Es ist der Hang zum Melancholischen,

welcher sich in Literatur, Musik, Kunst oder eben auch in der Mode

widerspiegelt. In Bezug auf Mode hat Gothic für mich auch sehr viel

mit Ästhetik zu tun.

O: Wofür steht Queen of Darkness?

KL: Wir stehen für extravagante Mode, mit der man – getreu

unserem Claim „dress to impress“ – beeindruckt. Dabei kreieren

wir individuelle, aber tragbare Designs. Neben unseren

abwechslungsreichen, qualitativ hochwertigen Kollektionen

lieben unsere Kunden vor allem unseren Service. Jeder einzelne

Kunde ist uns wichtig, und wir geben stets unser Bestes, auch die

abenteuerlichsten Wünsche zu erfüllen. Neben den Menschen

ist uns aber auch unsere Umwelt sehr wichtig. Daher spenden

wir auch, was wir können. Seit diesem Jahr unterstützt Queen of

Darkness beispielsweise mit einer Fledermauspatenschaft den

72 - Orkus!


Artenschutz. Unser Patenkind Queeny haben wir

schon richtig ins Herz geschlossen.

O: Wie entsteht in der Regel ein Queen of Darkness-

Kleidungsstück?

KL: Bei uns läuft das, zumindest grundlegend, sicher

nicht anders als bei anderen Modelabels. Es werden

Fachzeitschriften durchstöbert, Messen besucht und

Modetrends analysiert. Besonders bei uns ist, dass wir

uns auch sehr von unseren Kunden inspirieren lassen.

Was auf Szene-Festivals im Sommer vermehrt getragen

wird, ist stilistisch auch im Herbst noch gefragt. Diese

Besonderheit der Gothic-Szene ermöglicht es uns,

sogenannte Slow Fashion zu produzieren. Darunter

versteht man die Reduktion auf wenige Kollektionen

– in unserem Fall sind das zwei pro Jahr – sowie die

Fokussierung auf Qualität, Langlebigkeit und Service.

O: Inwiefern hat sich die Mode der Schwarzen Szene in

den letzten Jahren verändert?

KL: Unsere Szene altert zunehmend, wir haben ein

echtes Nachwuchsproblem. Entsprechend ändern sich

auch die Anforderungen an die Mode. Es geht weg von

punkigen Einmalklamotten, hin zu schickeren Styles, die

auch länger als nur eine Saison halten. Entsprechend

produzieren wir mittlerweile Kleidung, die sich unter

dem Oberbegriff „Goth Rock-Chic“ zusammenfassen

lässt. Ein weiteres Phänomen der letzten Jahre ist

die zunehmende Anzahl an Rubensdamen. Um auch

üppigere Formen perfekt in Szene zu setzen, haben

wir seit letztem Jahr ein Plus Size-Segment, welches wir

Stück für Stück ausbauen.

O: Welchen neuen Herausforderungen möchte sich

Queen of Darkness in nächster Zeit stellen?

KL: Wir wollen noch näher bei unseren Kunden sein,

um noch besser auf deren Wünsche eingehen zu

können. Eine Maßnahme hierzu, welche bereits im

letzten Jahr angelaufen ist, ist unser hauseigener

Markenshop in Leipzig. Unser City Store ist der einzige

Queen of Darkness-Laden weltweit und wurde schon

von Kunden aus aller Welt ins Herz geschlossen. Auch

im Hintergrund, nicht für alle sofort ersichtlich, tut

sich einiges. So wird beispielsweise mit dem nächsten

Katalogshooting ein völlig neues Shootingkonzept

ausprobiert, welches sich auch auf unsere Kataloge

auswirken wird. Das sind nur zwei Dinge von vielen,

aber ohne ein wenig Geheimniskrämerei wäre es ja

langweilig. Man darf also gespannt sein!

O: Gibt es irgendein Missverständnis, das du schon

immer mal klären wolltest?

KL: Queen of Darkness ist ein Modelabel, das

ausnahmslos eigene Klamotten vertreibt. Unsere

Marke findet man in nahezu allen bekannten Gothic-

Shops, manche Händler vertreiben sogar fast

ausschließlich unsere Produkte. Wir selbst haben aber

nur einen einzigen lokalen Laden, den City Store in

Leipzig, und vertreiben ansonsten ausschließlich über

unseren Onlineshop unter www.queen-of-darkness.com.

O: Queen of Darkness kooperiert auch mit

ausgesuchten Bands?

KL: Richtig. Neu sind unsere Bandkooperationen.

Wir kooperieren aktuell mit Deathstars, Solitary

Experiments, Lord Of The Lost, den Newcomern

Unzucht und den Bandprojekten von Sonja Kraushofer.

Hierbei ist uns, ähnlich wie bei unserer Kleidung, Klasse

wichtiger als die Masse. Eine individuelle Betreuung

der Bands sowie individuell aufeinander abgestimmte

Kooperationskonzepte liegen uns besonders am

Herzen. Sicher wird in Zukunft noch die eine oder

andere Band hinzukommen. Diese ermöglichen uns

tolle Verlosungen, welche auf unserer Facebook-Seite

publiziert werden. Außerdem wird es auch das ein

oder andere Meet & Greet geben.

O: Worauf kann man sich dieses Jahr freuen?

KL: Auf eine starke Winterkollektion 2014/2015, welche

schon im Juli erstmals auf der Messe LondonEdge

Berlin gezeigt wird. Außerdem darf man sich auf

attraktive Gewinnspiele, geile Festivals – in diesem Jahr

besuchen wir noch Amphi, M’era Luna und Wacken –

und stetig heiße News freuen.

www.facebook.com/Queen.of.Darkness.fashion

Claus Müller


„Dickflüssig, rot, hypnotisch, dramatisch

sowie lebensspendend.“

Das Blut

Wie ein Kranker, den das Fieber

Heiß gemacht und aufgeregt,

Sich herüber und hinüber

Auf die andre Seite legt –

So die Welt. Vor Hass und Hader

Hat sie niemals noch geruht.

Immerfort durch jede Ader

Tobt das alte Sünderblut.

(Wilhelm Busch)

Einmal mehr sind wir beim Entstehungsprozess „live“ dabei! Selbstverständlich möchten wir Dich teilhaben

lassen, wenn es um ein neues Werk von Project Pitchfork geht. Auch bei dieser Unterhaltung springen wir vom

Hier und Heute in die Zukunft und zurück in die Vergangenheit. Ebenso wie der Vorgänger BLACK im Interview zur

Dezember/Januar-Ausgabe 2012/2013, ist Blood noch inmitten der Entwicklungsphase, als Peter Spilles uns Rede

und Antwort steht. Eines soll vorab verraten werden: Blood geht ins Blut! Welche musikalischen, künstlerischen

und privaten Inhalte Blood genau jetzt begleiten, bereichern und bereits beherbergt, kannst Du nun entdecken

oder gar entschlüsseln.

Grundsätzliches

Orkus: Womit bist du genau in diesem Moment beschäftigt?

Peter Spilles: Mit diesem Interview. (lacht) Aber ich bin gerade

mitten in den Gesangsaufnahmen vom neuen Album Blood.

O: Verrätst du uns den Titel des Liedes und worum es darin

geht?

PS: Es sind zwei Songs. Erstens Blood-Game, dort geht es um

mörderisch-dumme Menschen, die buchstäblich alles opfern

würden, um ihre persönlichen Gelüste zu befriedigen. Und

dann ist da noch Blood-Stained, ein sehr tanzbarer Song, in dem

ich meine Abscheu gegenüber dem vorher beschriebenen

Menschenschlag zum Ausdruck bringe.

O: Wenn das geschafft ist, was hast du als Nächstes vor?

PS: Ich werde einen weiteren Song einsingen, und morgen

geht es zum WGT, da ich dort einen Gastauftritt bei The Fair

Sex habe.

O: Was darf bei diesem Gastauftritt auf keinen Fall fehlen?

PS: Ein Mikrophon und das Publikum. (lacht)

O: Zum Wave Gotik Treffen kommen wir gleich noch einmal.

Erst die Frage: Welche Art von Pausen schiebst du in deinen

Kreativprozess ein? Wie sehen diese aus?

PS: Ich beantworte Interviews und habe Gastauftritte. (lacht)

O: Welches Getränk darf in der ganzen Zeit auf keinen Fall

fehlen?

PS: Milch zum Frühstück und Wodka zum Feierabend.

O: Und auf welches Grundnahrungsmittel kannst du

ebenfalls nicht verzichten, wenn du sozusagen rund um die

Uhr im Einsatz bist?

PS: Toast, Eier und Käse.

Das neue Album

O: Kannst du schon sagen, in welche Richtung es tendieren

wird? Mit welchen fünf Worten würdest du das Werk

beschreiben?

PS: „Dickflüssig“, „rot“, „hypnotisch“, „dramatisch“ sowie

„lebensspendend“.

74 - Orkus!


„Schon sehr bald

muss es aus dem Studio heraus,

sonst bricht es durch die Decke.“

O: Überhaupt ist die Farbe Rot dominierend/

extrem mächtig. Bei diesem Titel nicht

verwunderlich! Könntest du noch ein paar Worte

zum Cover sagen? Die weißen Rosen, die durch

farbliche Akzente ausdrucksstark in Szene gesetzt

werden...

PS: Die Umsetzung des Covers entstand nach

einem gemeinschaftlichen Brainstorming mit

meinen Haus- und Hofphotographen von Silent-

View. Die Idee, weiße Rosen an einer Wand zu

photographieren, wurde nur noch mit Blut befleckt

und auf meisterliche Weise in Szene gesetzt. Ich

bin vom Ergebnis des Frontcovers ganz begeistert.

O: Nicht weniger in Szene gesetzt sind Project

Pitchfork dieses Mal selbst! Ich finde die Photos

sehr faszinierend. Die Körperhaltung und

Körpersprache bekommen durch die kleiderlose

Farbhülle eine irgendwie bedrohlich/herrschaftlich

wirkende Attraktivität. Wie habt ihr euch/hast du

dich gefühlt oder selbst gesehen?

PS: Neben der herrschaftlich wirkenden

Attraktivität fiel uns eine Parallele zur

nordamerikanischen Erstbevölkerung auf, über

die wir uns aber keine weiteren Gedanken

gemacht haben. Man fühlt sich, mit Kunstblut

beschmiert, doch recht klebrig und kalt. Der

Albumtitel verlangte nach solchen drastischen

Stilmitteln, um das Ganze wirkungsvoll ins Bild zu

bannen.

O: Besteht ein Zusammenhang – oder: gibt es

Parallelen – zwischen dem neuen Longplayer und

dem Vorgänger BLACK?

PS: Eine nicht zu vernachlässigende Parallele ist,

dass auch das neue Album von Project Pitchfork

kommt. (zwinkert)

O: So weit kann ich dir folgen... Mir fällt da noch

eine Parallele auf: beide Titel beginnen mit einem

„B“. Nein, entschuldige. Spaß beiseite. Wie sah die

Welt von BLACK aus, und was hat Blood, das der

Vorgänger hatte – und was nicht?

PS: Blood arbeitet im Verborgenen. Es gibt seine

Farbe erst im Licht zu erkennen, ist flüssiger und

transportiert mehr Sauerstoff.

O: Wenn die neue CD ein Stein wäre, wie würde

dieser aussehen? BLACK ist ein schwarzer Diamant.

PS: Blood – dunkelroter Rubin.

O: „König der Edelsteine“... er ist auch ein

guter Schutz gegen schlechte Einflüsse, stärkt

die Kreativität und die Intuition. Er hilft, über

Misserfolge hinwegzukommen und eigene Ziele

zu erreichen. Er verleiht Jugendlichkeit, Kraft,

Harmonie und füllt einen mit Liebe. Erkennst du

darin dich in deinem Schaffensprozess?

PS: Ja. Ganz und gar.

O: Und wenn das neue Werk ein Vogel wäre?

PS: Ein Phönix.

O: Auch eine sehr beeindruckende Wahl – da

letztlich das Werk von dir stammt. Was verbindet

dich also derzeit mit dem Phönix im Besonderen?

PS: Das Phantastische.

O: Welche Eigenschaft ist dir besonders wichtig,

die das Album haben soll?

PS: Dass jeder einzelne Song die Macht besitzt,

mich, als langjährigen Hörer meiner eigenen

Musik, zu verzaubern und zu begeistern.

O: Gehst du manchmal auch „Klänge sammeln“ –

sei es in der Natur oder von anderen Tonträgern

bezogen –, die du mit besonderem Stolz in die CD

hast einfließen lassen?

PS: Das habe ich im Laufe der Jahre einige Male

gemacht. So auch bei diesem Album.

O: Wo bist du unterwegs gewesen, und in welche

Stücke sind sie eingeflossen? Bist du auf eine

Klangsammlung besonders stolz?

PS: Das möchte ich nicht verraten.

O: Gibt es Klänge/Geräusche/Töne... im

alltäglichen Leben, bei denen du dir gesagt hast,

dass du sie gern mal in einem Lied verewigen

möchtest, es aber bisher nicht geklappt hat?

PS: Ja, so was gibt es sicherlich, aber ich bin dann

doch mehr Komponist als ein Geräuschmaler.

Klänge/Geräusche/Töne aus dem alltäglichen

Leben spielen eine untergeordnete Rolle in

meiner Musik.

O: Welche Wandlung(en) hat das Album bislang

genommen? Ich stelle mir das Arbeiten und den

Kreativprozess wie eine Schlange vor, die sich

hin und her windet und dadurch nicht immer

greifbar ist, selbst wenn man es möchte...

PS: Es begann mit einem einzigen Song, Blood-

Diamond, und ist seitdem gewachsen, größer und

komplexer geworden. Schon sehr bald muss es

aus dem Studio heraus, sonst bricht es durch die

Decke.

O: Was hat dich am Album bis dato am meisten

erfreut?

PS: Wie weit es fortgeschritten ist.

O: Was hat dich im Gegenzug geärgert oder

erschreckt?

PS: Wie nah die Deadline ist. (zwinkert)

Allgemein

O: Worüber konntest du zuletzt richtig lachen?

PS: Ich bin Gothic. Ich lache niemals. (lacht)

O: Okay... Womit hat man dich also das letzte

Mal aus der Reserve gelockt, und du hast deinem

Ärger Luft gemacht?

PS: Mit der Vertreibung aus dem Himmel und der

anschließenden Verbannung zu den Menschen.

(lacht noch mehr)

Orkus! - 77


„Die Zeit

hat meine Ideen bestätigt...“

O: Wenn du dir Wetter zur CD-Produktion

wünschen könntest, wie würde es draußen

dann sein?

PS: Ach, das Wetter spielt dabei keine Rolle.

Nicht zu heiß ist es schön.

O: Was verschafft dir einen klaren Kopf,

wenn du merkst, dass dies gerade dringend

nötig ist?

PS: Frische Luft und ein Drink. Dabei den

Sonnenuntergang beobachten und den

Stress loslassen.

Nachtrag

O: Wie war’s auf dem WGT? Konntest du

Energie tanken, und was hast du in jenen

Tagen dort am meisten genossen?

PS: Ich war nur für ein paar Stunden beim

diesjährigen WGT und hatte kaum Zeit für

Privates. So ist das nun mal, wenn man

auf der Seite der Kunst arbeitet und das

Schwarze Volk unterhalten möchte. Der

Gastauftritt hat sehr viel Freude bereitet.

O: Gibt es einen Lieblingsplatz, außer der

Bühne, den du jedes Mal besuchst oder an

dem du dich besonders gern aufhältst?

PS: Ich mag es, über den Markt in der agra

zu schlendern und die vielen interessanten

Stände zu begutachten.

O: Welche Szene hast du vor Augen, wenn

ich „WGT“ sage?

PS: Natürlich die schillernde schwarz-bunte

Vielfalt des musikalischen Untergrundes,

für die ich die Idee dieses Events ersonnen

hatte und dafür stundenlang mit dem

damaligen Veranstalter diskutierte, der

sich nicht so recht traute, meinen kühnen

Visionen zu folgen. Die Zeit hat meine Ideen

jedoch bestätigt, und ich erfreue mich an

dem Erfolg und dem Auf und Ab dieses

Events.

O: Welchen Wunsch möchtest du dir nach

der Fertigstellung von Blood gleich als

Erstes erfüllen?

PS: Urlaub.

www.project-pitchfork.eu

Kerstin Müller

Photos: Silent-View (www.silent-view.com)

Discographie (Alben):

Dhyani (1991)

lam-’bras (1992)

Entities (1992)

IO (1994)

Alpha Omega (1995)

The Early Years („Best Of“, 1996)

Live ’97 (live, 1997)

¡Chakra:Red! (1997)

Eon:Eon (1998)

Collector – Lost And Found (Compilation, 2001)

Daimonion (2001)

Inferno (2002)

Collector – Fireworks & Colorchange (Compilation,

2003)

Live 2003/2001 (live, 2003)

Kaskade (2005)

Dream, Tiresias! (2009)

Continuum Ride (2010)

First Anthology (Compilation, 2011)

Quantum Mechanics (2011)

BLACK (2013)

Blood (2014)

Line-Up:

Peter Spilles – Gesang, Texte, Komposition

Dirk Scheuber – Keyboard

Jürgen Jansen – Keyboard

Achim Färber – Live-Schlagzeug

Christoph „Nook“ Michelfeit – Live-Schlagzeug


Zürich, Hallenstadion, 04.06.2014

Ein leichter Regen hüllt das geschäftige Zürich ein. Es ist Zeit, dem Alltag zu entfliehen und beim Klang- und Lichtgewitter der US-Band Nine

Inch Nails ein bisschen Frust abzulassen. Ich bin sehr gespannt, wie wütend Trent Reznor sein wird, denn es ist mein erstes Konzert der

Band.

Pünktlich um 21 Uhr öffnet sich der Vorhang des mit 4.500 BesucherInnen gefüllten Hallenstadions, und unter großem Gejubel ertönen

die ersten Klänge von Me, I’m Not vom Album Year Zero. Die Stimmung ist bereits auf dem Siedepunkt. Beim zweiten Stück Copy Of A vom

aktuellen Werk Hesitation Marks darf ich endlich in die Photographenarena. Bisher erscheint das Bühnenbild noch sehr spartanisch. Zu

harten Beats und energievollem Gesang mischen sich Strobolicht und Nebel. Doch Trent Reznor ist ein Künstler, dem keine Bühne zu groß

sein könnte – mit seiner energiegeladenen Persönlichkeit weiß er jede Bühne allein auszufüllen.

Er singt nicht nur, sondern spielt Keyboard und auch Gitarre während des gesamten Abends. Beim dritten Lied 1,000,000 lüftet sich auf

einmal ein weiterer schwarzer Vorhang, der vorher kaum ersichtlich war, und die ganze Bühne inklusive Schlagzeuger entfaltet sich. Nun

folgt Letting You, ebenfalls vom Album The Slip.

Weiter geht es energiegeladen etwa mit Closer, die Bühne ist in Rot getaucht und wird untermalt durch Lavaexplosionen. Ganz so zornig

wie früher soll er nicht mehr sein, habe ich oftmals gehört und gelesen, und eine Kostprobe dessen liefert Find My Way von Hesitation Marks.

Ein atmosphärischer blauer Halbmond geht auf, und Herr Reznor beweist, dass er auch anders als wütend sein kann. Eine glasklare und

gefühlvolle Stimme und Beats, die einem Herzschlag gleichen, ziehen uns in ihren Bann.

Klar strukturiert mit 3D-Show, finden wir eine Handvoll der Musiker bei Disappointed in einem Quader wieder. Bei Came Back Haunted ist

die Crew erneut komplett mit Drummer. Wir nähern uns dem Finale. Auf der Leinwand zeigt sich uns eine Wüste in Schwarz und Weiß;

diese wird unter einem großen Schlagzeugsolo gelüftet, und gelbe Lichteffekte simulieren eine Sonne. Licht und Projektionen und das

Klanggewitter verschmelzen. Das Finale läutet Head Like A Hole ein, der Titel, auf den wohl alle am sehnlichsten gewartet haben, um voller

Inbrunst laut mitzusingen und zu schreien: „I’d rather die than give you control!“ Das Publikum ist jetzt ein Meer aus Armen im grellen Licht.

Nach 90 Minuten endet hier der Hauptblock, und die Bühne hüllt sich in Schwarz, nur das Bandlogo ist noch zu sehen.

Die Zugaben starten mit The Day The World Went Away und enden mit dem gefühlvollen Hurt bei gleißendem Licht im brachialen

Soundgewitter. Ein wundervolles energiegeladenes Konzert geht zu Ende, und wütend ist eigentlich nur noch der Himmel, der jede Menge

Regen ausschüttet.

Text & Photos: Annie Bertram

Setlist:

Me, I’m Not • Copy Of A • 1,000,000 • Letting You • March Of The Pigs • Piggy • The Frail • The Wretched • Gave Up • Sanctified • Closer • Find

My Way • Disappointed • Came Back Haunted • The Great Destroyer • Eraser • Wish • The Hand That Feeds • Head Like A Hole ••• The Day The

World Went Away • Hurt

Orkus! - 79


23. Wave Gotik Treffen

Völkerschlachtdenkmal • SG

Kuppelhalle • SG

agra • SG

Parkbühne • SG

Liebe Leserin, lieber Leser,

was war eigentlich das Thema Nummer eins am diesmaligen

Pfingstwochenende in Leipzig? Sicher spielte das heiße Wetter

mehr als in den vergangenen Jahren eine übergeordnete Rolle im

zwischenmenschlichen Dialog, immerhin verwandelte sich die sächsische

Stadt binnen kürzester Zeit in ein zweites Death Valley. Dennoch dominierte

zwischen schweißgebadeten Körpern und anfänglichen Sonnenstichen nur

eines: die alljährliche Zusammenkunft der Schwarzen Szene, die sich Jahr

um Jahr aus der ganzen Welt an diesem Fleckchen Erde versammelt. Auch

beim nunmehr 23. Wave Gotik Treffen begann es spätestens beim Betreten

der Grünflächen des Clara-Zetkin-Parks, welcher sich mit düsteren Gestalten

aus einer längst vergangenen Zeit schmückte, oder des Messegeländes

der agra in der Magengegend wohlig zu kribbeln, bevor wir uns mit rund

20.000 Gleichgesinnten im Klang und Glanz des in Schwarz gehüllten

Leipzigs verloren und uns ein komplettes verlängertes Wochenende treiben

ließen. Pfingsten 2014: das war ein lang ersehntes Wiedersehen mit guten

Freunden und alten Bekannten, der labende Genuss guter Szene-Musik

sämtlicher Couleur, das war Verständnis und Tiefgang im Gespräch, ein

Wochenende auf Augenhöhe, wie Zurückkehren in den Schoß einer Familie,

die immer weiter wächst. Das war wie Heimkommen.

Tanja Pannwitz

Texte:

(AS) – Axel Schön

(MLH) – Marie-Luise Henke

(NA) – Nadine Ahlig

(TP) – Tanja Pannwitz

Photos:

AH – Axel Heyder

CS – Claudia Schöne (www.guiding-light.de)

FR – Fabian Ritter (www.artefaktum-werbetechnik.de)

MG – Michael Gamon (www.sparklingphotos.de)

MH – Melanie Haack

SG – Sandro Griesbach (www.darkmoments.de)

SG

SG


SG

SG

SG

SG

SG

SG

SG

Galerie SansvoiX

In einer doch recht kleinen Halle im Innenhof des A&O Leipzig sind sie

ausgestellt – eine Auswahl an Werken des erst kürzlich verstorbenen

Schweizers HR Giger. Vor allem Exponate aus der Alien-Periode ziehen die

BesucherInnen magisch an. Einen besonderen Blickfang stellt ein gigantischer

Tisch samt passenden Stühlen dar, der in seiner Präsenz einmalig ist. Sofort

kommt der Wunsch auf, diese Möbelstücke mit ins heimische Wohnzimmer

zu nehmen. Der Rundgang wird komplettiert durch weitere Plastiken und

Tuschedrucke, deren Motive die Shirts so mancher Ausstellungsgäste zieren.

(MLH)

Leipziger Messe

MLH

SG

Im Rahmen der Auto Mobil International steht den WGT-BesucherInnen

eine ganz spezielle Ausstellung zur Verfügung: eine Sammlung historischer

Bestattungsfahrzeuge. Auch wenn es nur relativ wenige dieser Leichenwagen

sind, die in der hintersten Halle am hintersten Ende des riesigen

Messegeländes ausgestellt werden, so sind diese mehr als einen eingehenden

Blick wert. Sei es ein alter Glaswagen des Baujahrs 1880, welcher durch

die Verwendung des damals äußerst teuren Glases als besonderer Luxus

angesehen wurde, oder – einige Meter weiter – ein Barkas B 1000-1, der sich

als Bestattungswagen in der DDR einen Namen machte. Ein ganz besonderes

Schmuckstück der Sammlung Jona Emanuel von Sydows ist der 6,45 Meter

lange Cadillac (in solch einem Modell wurde ihrerzeit Marlene Dietrich zur

letzten Ruhestätte überführt), der zu den teuersten Cadillacs der Sechziger

Jahre zählte und aufgrund seiner enormen Länge spezielles Fahrgeschick

erforderte. (MLH)

MLH

SG

MLH

Orkus! - 81

MLH


MG

MG

MG

MG

MG

CS

CS

CS

CS

Freitag, 06.06.

Clara-Zetkin-Park

CS

CS

CS

CS

15.00 Uhr

Das Viktorianische Picknick im aufgeblühten Clara-Zetkin-Park

ist schon längst zur festen Institution des Wave Gotik Treffens

geworden. Wie in den vergangenen Jahren, mischen sich auch heute

zahlreiche Leipziger BürgerInnen unter das dunkle Völkchen, das

von der gotischen Schönheit bis hin zu erfinderischen Steampunk-

Grüppchen alle Facetten der Szene in sich vereint. Faszinierend

ist es, dass Jahr um Jahr neue Ideen erschaffen und mit so viel

Liebe zum Detail umgesetzt werden, dass die Augen regelrecht

an den aufwändigen Roben, Accessoires und Szenarien kleben

bleiben. Trotz der Hitze werden die langen, meist wenig luftigen

Gewandungen mit Freude und Würde getragen, dennoch ziehen

sich die TeilnehmerInnen für einige Zeit gerne in den Schatten der

Bäume zurück, um die Kräfte für das heißeste Pfingstwochenende

seit Langem zu schonen. (TP)

agra

Christian Death • MG

18.00 Uhr

Klassische Streicherklänge, die schnell von Donnergrollen und

Vogelgeschrei abgelöst werden, läuten den Beginn des WGT in

der agra ein. Um Christian Death zu erleben, strömen die Fans

in Windeseile aus der strahlenden Sonne in die Dunkelheit und

bekommen auch musikalisch genau diese geboten. Andächtig

lauscht man den sphärischen Klängen, die sich im ersten

Teil der Show vom Achtziger-Werk Catastrophe Ballet nähren.

Aushängeschild Valor Kand und Sängerin und Bassistin Maitri, die

sich mystisch in ihrer weißen Robe windet, kreieren dabei eine

Stimmung, die uns gedanklich von den kahlen Wänden der Halle in

eine mit Spinnenweben verhangene, vernebelte Gruft katapultiert.

Bedrückend, aber phantastisch! (TP)


The Eternal Afflict • MG

The Fair Sex • CS

19.45 Uhr

Auch wenn es im Anschluss deutlich elektronischer wird,

unternehmen wir mit The Eternal Afflict erneut eine

Reise in die Vergangenheit. Das 25-jährige Bandjubiläum

ist immerhin Grund genug, sich auf der düsteren Leipziger

Pfingstzusammenkunft wieder blicken zu lassen. Spiel mir

das Lied vom Tod... es braucht nicht viel, um von den ersten

Klängen in eine erwartungsvolle Stimmung versetzt zu

werden. Spätestens beim grandiosen Übergang zu Godless

tauchen wir aus dem heißen Wüstensand in kalte, treibende

Klanglandschaften ein, die sofortige körperliche Bewegung

fordern. Frontmann Cyan bildet hier die treibende Kraft,

kontrolliert mit seinen Blicken jede Regung unserer Körper

und lässt uns bei Krachern wie We Lebanon You oder San Diego

regelrecht explodieren. (TP)

21.20 Uhr

Nicht weniger namhaft geht es mit The Fair Sex weiter,

die ebenfalls ein Jubiläum zelebrieren. Nach 30 Jahren

musikalischer Ertüchtigung ist der logische Schluss der

Essener Electro Wave-Combo eine Show, die nicht nur

alleine, sondern mit gesanglicher Unterstützung alter

Musikerkollegen, darunter Peter Spilles (Project Pitchfork)

und Oswald Henke (Goethes Erben, HENKE), bestritten

wird. Frontmann Myk Jung zeigt sich vom ersten Ton an in

Bestform und überzeugt bei Stimmungsgaranten wie Not

Now. Not Here. oder No Excuse mit seiner Bühnenpräsenz

wie kein Zweiter. Und nicht nur dem Maestro selbst ziehen

die Wahnsinnsstimmung und die immer stärker steigende

Temperatur in der agra die Kleider vom Leib, auch die Fans

japsen nach dieser überwältigenden Show noch lange nach

Luft. (TP)

The Fair Sex • CS

Apoptygma Berzerk • CS

23.00 Uhr

Eine ziemlich enttäuschende Leistung liefern Apoptygma

Berzerk ab. Dort, wo das Abstauben von trockenen Knochen

und das Aufwirbeln von Wollmäusen erwartet wird, gibt es

heute eher Schulterzucken und lange Gesichter. Viel zu sehr

in die Electro-Spielkiste gegriffen, hagelt es einen Remix

nach dem anderen, sodass weder Gitarre noch die sonst

sofort ins Ohr schießenden Melodien auf Anhieb erfasst

werden können. Songs wie Eclipse oder Until The End Of The

World werden erst beim Refrain erkannt. Die nicht gerade in

Unmengen vorhandene Motivation scheint leider auf beiden

Seiten zu liegen, Kommunikation gibt es kaum, sodass die

Unlust sich immer mehr verstärkt. Kombiniert mit massig

Nebel und Strobo, kann man, wenn man nicht gerade in

der ersten Reihe steht, nur vermuten, dass die Norweger

ein paar Doubles hingestellt haben. Non-Stop Violence lässt

das Stimmungsbarometer zwar etwas steigen, insgesamt

muss dieser Auftritt aber leider als unbefriedigend verbucht

werden. (NA)

White Lies • SG

Kohlrabizirkus

Rotersand • SG

20.00 Uhr

Mit Merging Oceans starten Rotersand, und sofort ist das

Publikum wie losgelöst. Krischan Wesenberg und Rascal

Nikov haben das Tanzvolk in der Hand, ein Hit jagt den

nächsten, und die Fans stehen bereits dicht gedrängt, um

den beiden so nah wie möglich zu sein. Rascal greift sogar zur

E-Gitarre, und nun kann keiner mehr ruhig stehen bleiben.

Ein besonderes Highlight stellt Krischan dar, der im letzten

Drittel des Sets immer wieder zum Mikro greift und mit

Rascal gemeinsam die Bühne rockt. Zwei mehr als glückliche

Musiker verabschieden sich von ihren Fans und haben eine

ordentliche Hausnummer vorgelegt. (MLH)

21.30 Uhr

Nach einer Erfrischung geht es umgehend mit den

Ruhrpottlern von [:SITD:] weiter. Wie es Sänger Carsten

Jacek bei den subtropischen Verhältnissen jedoch mit Beanie

aushält, fragt sich der ein oder andere nicht ohne gewisse

Bewunderung. Stammheim sorgt als zweite Nummer direkt

für eine sich zügellos zu den wabernden Beats bewegende

Meute. Ein Hit folgt dem nächsten, und bei Laughingstock

steht wirklich niemand mehr still. Die Zeit vergeht rasend

schnell, und mit Snuff Machinery endet ein energiegeladenes

Konzert. (MLH)

23.00 Uhr

Der Kohlrabizirkus ist inzwischen zum Bersten gefüllt, und die

Spannung steigt ins Unermessliche. Die Show wird von zwei

traditionellen mexikanischen Musikern eröffnet, es kommt

wahre Schunkellaune auf. Doch als Hocico-Fronter Erk

Aicrag die Bühne entert, ist Schluss mit lustig, und es wird ein

wahres Aggrotech-Feuerwerk auf die Meute losgelassen. Erk

hat sichtlich Spaß an diesem Familienfest, und die Location

verwandelt sich zusehends in ein südamerikanisches

Höllenfeuer. Als Poltergeist ertönt, wirkt Erk immer noch nicht

ausgepowert. Und so folgt eine Zugabe nach der anderen,

den Fans wird bis 00.20 Uhr beste Partylaune geboten. Es

fließt der Rotwein – auch ins Publikum –, und mit La cucaracha

geleiten die Mexikaner in die Nacht. (MLH)

[:SITD:] • SG

Hocico • SG

æon sable • AH

Alcest • AH

Mephisto Walz • FR


Photos: Axel Heyder

84 - Orkus!


Pouppée Fabrikk • SG

Placebo Effect • CS

Placebo Effect • CS

Samstag, 07.06.

The Klinik • MG

agra

19.35 Uhr

Schaufensterpuppen prägen das Bühnenbild, die Nebelmaschine wabert

vor sich hin, und pünktlich betreten Placebo Effect, die Urgesteine des

Dark Electro, die Bühne, um von ihrem sehnsüchtig auf diesen raren Auftritt

wartenden Publikum empfangen zu werden. Die Atmosphäre ist eine ganz

besondere: Spannung, Nostalgie, Freude lassen die Fans gebannt gen Bühne

blicken, auf der sich die – von Placebo Effect gewohnt – in mehreren Ebenen

provokative Show darbietet. Sänger Axel Machens leistet vollen Einsatz, es

wird geschrien, vor Verzweiflung schier resigniert, auch der OP-Mantel darf

nicht fehlen. Auf einmal ein ganz besonderer Höhepunkt: Axel bringt ein

in blutiges Packpapier gehülltes Geschenk, welches sich als der vielen gut

bekannte riesige Teddy entpuppt. Erneut haben die alten Hasen gezeigt, dass

man von ihnen noch eine Menge erwarten kann. (MLH)

21.20 Uhr

Die musikalische Reise zurück in die Achtziger Jahre wird auch mit The

Klinik fortgesetzt. Obgleich viele in der Pause noch Schatten außerhalb

der Hallenwände der agra suchen, strömt die schwarze Menge schlagartig

gen Bühne, als ein lautes, bedrohliches Brummen die Show eröffnet. In

alter Gewohnheit tritt das Duo, live bestehend aus Dirk Ivens und Peter

Mastbooms, weiß maskiert vor die Fans und setzt mit Walking With Shadows

auf stimmungsmäßig hohem Niveau an. Zwischen Strobofeuer und

kontrastierendem Lichtspiel schlägt sich Frontmann Ivens immer wieder

voller Inbrunst auf den Oberleib, lehnt sich weit in Richtung Publikum und

feuert seine Anhänger an. Auf dass bei Industrial-Größen à la Black Leather,

Hours & Hours oder Moving Hands die Regungen unserer Körper zu keinem

Zeitpunkt verstummen! (TP)

22.50 Uhr

Der Headliner Front Line Assembly ist die logische Schlussfolgerung des

gesamten Tagesprogramms in der agra und zielt in eine ähnliche Kerbe

wie The Klinik und Placebo Effect. Kein Wunder, dass sich die aufgeheizte

Konzerthalle bei einer Band dieses Kalibers ein weiteres Mal stark füllt und

die Spannung deutlich zu spüren ist, als blaue, mit Nebel durchzogene

Lichtblitze über die Bühne schießen und wabernde Electro-Beats beinahe

die Gehörgänge betäuben. Mit Killing Grounds bringen die Kanadier um

Frontmann Bill Leeb die Menge schlagartig von null auf hundert und somit

auf die perfekte Betriebstemperatur. Im Gegensatz zu manch anderen

Auftritten, bei denen der gebürtige Österreicher Bill eher teilnahmslos die

Bühne auf und ab schlurfte, zeigt sich dieser heute in Bestform, die er bis

zum letzten Ton unter Beweis stellt. Eine wunderbar mitreißende Show und

zugleich mehr als nur bemerkenswerte Leistung einer Szene-Legende! (TP)

Front Line Assembly • CS

Front Line Assembly • CS

Kohlrabizirkus

17.30 Uhr

Bei Affentemperaturen geht es in den Kohlrabizirkus, wo Lacrimas

Profundere den Nachmittag einläuten. Nach einigen benötigten Minuten

zur Abkühlung (zum Glück ist die Location wunderbar klimatisiert) hat das

Gespann spätestens ab dem Titelsong vom aktuellen Album Antiadore das

Publikum fest im Griff. Kuschelig und gemütlich rockt man sich bei überaus

angenehmen Innentemperaturen durch ein wohlgeformtes und -definiertes

Set voller verspielter Melodien, fetter Riffs, flotter Tanznummern und reichlich

Charme. Ältere Rocknummern wie Dear Amy, Sänger Roberto Vitaccas

persönliches Highlight I Don’t Care und My Release In Pain verdeutlichen zudem,

dass es sich dennoch um keine Softieband handelt und die Oberbayern auch

hart losfetzen können. Garniert wird der Auftritt von vielen Fans mit Decken,

Eis und Buletten. Gelungener Schmuserock für den Nachmittag! (NA)

20.10 Uhr

Bei Hamferð wird es wieder Zeit, den Innenraum zu betreten. Schnieke in

Anzug und Krawatte präsentieren sich die sechs von den Färöer-Inseln –

bereit, in unseren Hirnen ein paar Windungen zu zerschießen. Das Publikum

reagiert auf das, was man wohl als „Death Doom“ bezeichnen könnte,

zuerst stoisch. Technisch die Latte hochlegend, fehlt noch der Pep, der

die Stimmung vorantreibt. Wer sich jedoch darauf einlässt, sollte extrem

belohnt werden. Denn nach einer Weile erweisen sich die Nordlichter als

geniale Kapelle, die sehr wohl etwas von ihrem Handwerk versteht, von der

breiten Variabilität in der Stimme von Fronter Jón Aldará ganz zu schweigen.

Hamferð machen eindeutig Musik für Liebhaber und nicht für die breite

Masse. Schleppender, schwerer Doom, der dahinwalzt, sich potenziert und

an einer nicht zu definierenden Stelle explodiert und liegen bleibt. Der

Zuspruch des Publikums steigert sich demzufolge linear. Definitiv eines der

Festivalhighlights! (NA)

Lacrimas Profundere • MH

Hamferð • MH

Orkus! - 85


Orphaned Land • MH

Orphaned Land • MH Primordial • MH Primordial • MH

21.30 Uhr

Orphaned Land zünden erwarteterweise von der ersten Sekunde. Mit

viel Energie in den Beinchen wirbelt Fronter Kobi Farhi wie ein Jungspund

über die Bretter und animiert mit leichtem Folk Metal, der immer wieder

durch orientalische Klänge angereichert wird. Beschwingt und bester

Laune zeigen die fünf Israelis Höchstleistungen, zu denen sich auch noch

eine sich mit einem Feuerreifen wiegende Tänzerin gesellt, die später mit

Kobi zusätzlich eine flotte Nummer aufs Parkett wirft. Neben Feuershow

und Sexappeal wird aber auch ernsten Themen Zeit gewidmet. Nach einer

kleinen Wuttirade an die Politiker wird der Song Brother allen arabischen

Mitbürgern gewidmet – denn die Musik ist stärker als die von Menschen

auferlegten Grenzen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Kohlrabizirkus am

Siedepunkt der Stimmung des heutigen Tages angelangt... (NA)

23.00 Uhr

... zumindest, was die leichten und positiven Emotionen betrifft. Denn

bei Primordial werden zum Abschluss des Abends die geballten Fäuste

ausgepackt und allen Gefühlen freier Lauf gelassen. Mit satanischem

Pagan Metal wird noch einmal alles platt gerumst. Zum vierten Mal

spielen die Fieslinge beim WGT – Fronter Alan Averill fragt in die Runde,

was sie wohl falsch machen. Darauf kann niemand eine Antwort geben,

fällt doch erst jetzt auf, dass sich der Saal extrem geleert hat (wann

überhaupt war ein Headliner im Kohlrabizirkus so schlecht besucht?).

Aber dafür machen die Anwesenden, die nun aus eingefleischten Fans

bestehen, alles dem Erdboden gleich. Beinahe in einen Wahn gesteigert,

hailen wir Songs der Marke Autumn’s Ablaze und As Rome Burns ab. Mal

eben ein Stück den Kollegen von Alcest gewidmet („You cunts“), wickeln

wir uns weiter in einen Klangteppich, gewebt aus epischer Tragik, Alans

skurril-leidend-gequälter Stimme, starkstromartigen Drums, gewaltigen

Riffs und diesem Stil, den eben nur Primordial haben. Der heutige

Auftritt lässt die ohnehin schon große Vorfreude auf den kommenden

Tag steigen, wenn die Iren das Heidnische Dorf in Gewahrsam nehmen

werden. Welche Band kann auf dem WGT schon „See you tomorrow“

sagen? (NA)

Täubchenthal

17.00 Uhr

Kaum eine ausländische Band spielt so regelmäßig seit vielen Jahren auf

dem WGT wie Inkubus Sukkubus. Und auch in diesem Jahr wieder macht

es Spaß, den energiegeladenen Auftritt der Briten zu erleben, zumal die

WGT-Organisatoren mit dem neuen Veranstaltungsort Täubchenthal eine

wirklich angenehme Location aufgetan haben. Gemeinsam mit ihrem

neuen Bassisten Dave Saunders spielen Candia und Tony McKormack

einen mitreißenden Reigen ihrer Hits wie auch neuerer Lieder. Mit

langen Reden hält sich die Band dabei nicht auf, sondern nutzt die Zeit

zum Musizieren. Ein Song reiht sich an den anderen, höchstens kurz

durch die Ansage des nächsten Titels unterbrochen. Und so kommen die

Fans zum Beispiel in den Genuss von Vampyre Erotica, Paint it Black, City

of the Dead, Heart of Lilith, Belladonna & Aconite, Wytches, Queen of Heaven,

Queen of Hell und Take my Hunger. Ein absolut gelungener Einstieg in

einen musikreichen Samstagabend. (AS)

Inkubus Sukkubus • MG

21.00 Uhr

Sänger Sean Cronin ist an diesem Abend mit dem Sound gar nicht

zufrieden. Mehrmals unterbricht er während des Auftritts mit seiner

Band The Marionettes bereits angespielte Lieder und gibt den

Technikern Anweisungen, beginnt dann die Songs von vorn. Das

Publikum lässt sich davon kaum stören, feiert die britischen Goth Rocker

und singt Stücke wie One At A Time, Rise oder Kisses mit. Auch Candia

und Tony von Inkubus Sukkubus haben sich im dunklen Saal unter die

Zuschauer gemischt und folgen dem Auftritt ihrer Landsleute. Zwischen

zwei Liedern erklärt der Frontmann Deutschland zum besten Land der

Welt für die Art von klassischem Gothic Rock, wie The Marionettes ihn

spielen. Seine Fans beweisen es ihm an diesem Abend einmal mehr und

intonieren beispielsweise den Bandklassiker Ave Dementia ab den ersten

Klängen mit. (AS)

The Marionettes • AH

Leserwettbewerb (Endrunde)

45 Grave • AH

22.30 Uhr

Nach einer kurzen Pause ruft der Sound von 45 Grave das gut gestylte

Publikum zurück in den Saal. Die Band um Dinah Cancer zählt zu den

Vorreitern des Horror Punk Rock-Genres und vermischt diesen mit

klassischem Gothic/Deathrock. Entsprechend groß ist das Interesse,

entsprechend wild wird während der Show der Amerikaner getanzt. Mit

Pick Your Poison hatten 45 Grave nach langer Pause endlich ein neues

Album herausgebracht und nutzen den Auftritt auf dem WGT, um den

Fans neben älteren Songs auch das neuere Material nahezubringen.

Natürlich dürfen geliebte Klassiker wie Evil, Procession und Party Time

nicht fehlen. Schließlich endet der Auftritt von 45 Grave in einem

schweißtreibenden Schlagzeug-Lichter-Stimm-Stakkato und tosendem

Applaus. Und ähnlich dynamisch ging es danach im Täubchenthal auch

weiter: mit einer Disconacht unter dem Motto „When We Were Young“.

(AS)

Anja Zimmermann

Andrea Hoy

Christian Sander

CineStar

17.00 Uhr

Zu viele Menschen wollten in den dann irgendwie doch zu klein geratenen

Kinosaal, und somit konnte jeder froh sein, der einen der heiß begehrten

Sitzplätze ergattert hatte, um Lydia Benecke aus ihrem Werk Auf dünnem

Eis – Die Psychologie des Bösen vortragen zu hören. So beginnt nun, leider

etwas verspätet, der Trip in die dunklen Abgründe der menschlichen

Psyche. Wie viel eines Psychopathen steckt sogar in einem selbst? Lydia

Lea von

Lusazia

Marc

Lange

Marcus Legner

Sandra Rieckhoff


führt mehrere Fallbeispiele an, zeigt anschauliche Graphiken – einzig die

steten „Weiter“-Befehle an die Technik zur Voranbringung der PowerPoint-

Präsentation stören den Ablauf –, und anhand mancher Checklisten kann

man auch für sich selbst ermitteln, wie viel Psychopath in einem steckt. (MLH)

18.15 Uhr

Deutlich leerer ist es im Kinosaal geworden, die Ordner lassen nun die

Sonnyboys durchkommen. Mit ein wenig Verspätung startet Markus

Heitz seine Lesung. Die rustikal anmutende Leselampe zu seiner Rechten

vermittelt wahres Wohnzimmerfeeling, welches wie geschaffen ist, um aus

seinem Werk Die Legenden der Albae vorzutragen. Als um 18.30 Uhr die

Reise mit Aiphatòn und seinen Mitstreitern beginnt, versinken viele mit

geschlossenen Augen in ihren Sitzen, um sich voll und ganz auf dieses jetzt

zum Leben erwachende Abenteuer einzulassen. (MLH)

Lydia Benecke • CS

Markus Heitz • CS

Sieben • FR

Sieben • FR

Altes Landratsamt • FR

Ewigheim • AH

Staubkind • SG

Untoten • SG

Parkbühne • FR

Untoten • AH

Paul Koudounaris • CS

Treffen-Café

Ein ganz außergewöhnliches Treffen gab es

noch am Montagabend mit Paul Koudounaris,

der im Café der agra eine Photoausstellung zu

seinen phantastischen Büchern The Empire of

Death (Orkus! berichtete schon darüber) und

Heavenly Bodies hatte. Am Ende der Ausstellung

verschenkte er alle seine Exponate; so kamen

wir in den Besitz von vier signierten Werken. Wir

sind begeistert. (FR)

Täubchenthal • FR

Täubchenthal • FR

Theater-Fabrik-Sachsen • FR

Orkus! - 87


UK Decay • SG

The Crüxshadows • SG

The Crüxshadows • SG

Umbra et Imago • SG

Umbra et Imago • SG

Tarja • MG

Sonntag, 08.06.

agra

21.10 Uhr

Umbra et Imago ziehen immer noch die Massen des Schwarzen Untergrunds

an, sodass die agra genau der richtige Auftrittsort ist. Für diesen Abend haben

Mozart und Band ein Live-„Best Of“ mitgebracht, dazu drei neue Stücke vom

noch im Jahr 2014 erscheinenden Album Die Unsterblichen. Zwischen Hits wie

Sex statt Krieg, Schwarz, Mea Culpa oder Kleine Schwester scherzt Mozart mit

den Fans, erzählt kleine Storys, ist ganz Entertainer und geht auch mal kurz

Zigaretten für sich und die Kollegen holen. Gemeinsam mit Nanne singt er das

romantische Duett Märchenlied. Während der Lieder sind auf einer großen

Leinwand Videos zu sehen, die zu den jeweiligen Songs passen. Später rücken

diese aufgrund der erotischen Showelemente auf der Bühne natürlich etwas

in den Hintergrund des Interesses. Dazu thematisch passend, kündigt Mozart

nach einem sehr kurzweiligen und dynamischen Konzert abschließend ein

neues Stück an: Viva Vulva. Gern hätten die Anhänger von Umbra et Imago

noch etwas mehr mit ihrer Band gefeiert, doch der Zeitplan in der agra

ist bekanntermaßen streng, und eine Lady wie Tarja Turunen lässt man

höflicherweise nicht zu lange warten. (AS)

Tarja • SG

22.50 Uhr

In Rekordzeit wird die agra voller und voller, und gespannt wartet man auf

die weibliche Stimme im Metal schlechthin: Tarja. Die zunächst zarten Töne,

die alle unsere Sinne mit einem Mal zu fesseln wissen, steigern sich immer

mehr in einen fulminanten Opener, der die Dame des Abends samt ihrer selbst

zusammengestellten Band auf die Szene geleitet. Die gebürtige Finnin hat es

nicht schwer, mit ihrer sympathischen und offenen Art sofort beim Publikum

zu punkten, und freut sich wie ein kleines Kind darüber, wenn ihre Fans sich in

Textsicherheit beweisen und die Hände immer wieder gen Himmel reißen. Das

Ex-Nightwish-Goldkehlchen macht schnell klar, dass ihr eigenes Repertoire

mittlerweile so umfangreich ist, dass damit ganze Abende und noch viel mehr

gefüllt werden können. Ob Little Lies, bei dem Tarja ihre beneidenswerte

Mähne mit viel Energie kreisen lässt, oder Until Silence, das die Menge bewegt

und trotz der Hitze für eine dicke Gänsehaut sorgt... die Sopranistin beherrscht

ihr Metier perfekt, die lauten wie die leisen Töne. Die Headlinerposition passt

Tarja daher nicht nur wie auf den Leib geschnitten, sondern ist auch sichtlich

verdient! (TP)

Parkbühne

15.30 Uhr

Die Hitze ist kaum noch zum Aushalten! Kein Wunder, schließlich haben wir

das heißeste Pfingsten seit 50 Jahren. So suchen sich die meisten die raren

schattigen Plätze, um zumindest nicht schon vor Beginn des OST+FRONT-

Konzertes einem Hitzschlag zu erliegen. Aber was machen die?! Keine Spur

von Benommenheit, eher das Gegenteil ist der Fall, und so rocken die Berliner

die Bühne, als gäbe es kein Morgen! Sänger Herrmann Ostfront powert

sich regelrecht aus, setzt die Texte gekonnt visuell um, was beim zahlreich

erschienenen Publikum für ekstatische Begeisterungsausbrüche sorgt. Eva

Edelweiß muss für manche Schandtat herhalten, was gerade den männlichen

Fans mehr als gefällt. Bis zum Ende des Sets gibt die Neue Deutsche Härte-

Combo wirklich alles, Respekt!! Um 16.30 Uhr werden wir dann mit der DDR-

Nationalhymne verabschiedet, und es bleibt ein nicht nur der Temperaturen

wegen atemberaubender Moment. (MLH)


19.10 Uhr

Mit ihrer raffinierten Mischung aus dem Sexappeal von Samael, der grimmigen

Schönheit des norwegischen Black Metal und der Leichtigkeit ihres Heimatlandes

bringen die Griechen Rotting Christ das schwarze Metallerherz zum Tanzen.

Während andere Bands mit der argen Hitze zu kämpfen haben, fühlen sie sich im

lodernden Inferno der Parkbühne wohl. Zum ersten Mal spielen sie auf dem WGT –

und haben diesen Slot zu Recht verdient, wie das gut gefüllte Geschehen beweist. Mit

Resten vom Gyros, den es vor der Location zu kaufen gibt, in den Händen, kommt

richtige Urlaubsstimmung auf. Es wird gebangt, die Zöpfe werden festgezogen und

sich gegenseitig wild photographiert. Gelungener erster Auftritt. Wiederkommen,

bitte! (NA)

20.40 Uhr

Majestätisch wird es mit den folgenden Heroen des Black Metal: Satyricon. Und

auch hier muss die Sonne anscheinend Wirkung hinterlassen haben. Denn wo

normalerweise ein eisiger Nordwind weht, herrscht für Fronter Satyrs Verhältnisse

extrem gute Laune. Nach 18 Jahren sind die Meister begeistert, endlich wieder Teil

des WGT sein zu dürfen. Immer wieder bedankt er sich beim deutschen Publikum für

den Zuspruch, besonders auch zum aktuellen Album Satyricon. Während Drummer

Frost sich die finstere Seele aus dem Leib trommelt, hopst Satyr teilweise wie ein

zahmes Häschen über die Bühne. Das Publikum – Fans und Besucher, die über die

Herkunft von Frost rätseln – ist völlig von den Socken, sodass die ganze düstere Schar

zu derben Nackenmuskelreißern wie Black Crow On A Tombstone, The Pentagram

Burns oder To The Mountains dem Nachbarn ihre Schuppen ins Bier schüttet (was

freilich jedoch nichts Neues ist). Vor lauter Euphorie darf dann Satyr auch schon mal

das Mikrophon aus der Hand fallen, bevor er erhaben wie eh und je zu Mother North

thront und mit K.I.N.G in den Parkbühne-Feierabend schickt – mega! (NA)

Volkspalast

19.05 Uhr

Mit ihrem „apokalyptischen Deathrock“ sorgen Beastmilk in der kleineren der

beiden Konzerthallen, der Kantine, für wackelnde Köpfe und wippende Beine.

Aufopferungsvoller Bemühungen bedarf es hierbei nicht, brennt sich der Sound der

Jungs aus Helsinki doch sofort ins Ohr. Die Stimmungen der Songs leben zum großen

Teil von der genialen Stimme des Sängers Kvohst, die sich irgendwo zwischen Joy

Divisions Ian Curtis und Volbeats Michael Schøn Poulsen befindet, trotzdem aber

höchst eigenständig klingt. Mit Stücken wie Surf The Apocalypse oder Death Reflects

Us, das ein Großteil der Menge aus dem Effeff mitsingen kann, ist es ein Leichtes, den

Saal zum Kochen zu bringen und die Fans in andere Welten zu entführen. Ein höchst

interessanter Newcomer und eine gelungene Überraschung auf dem diesjährigen

WGT! (TP)

Theater-Fabrik-Sachsen

20.50 Uhr

Jetzt heißt es nicht Zähne zusammenbeißen, sondern vielmehr Temperaturfühler

ausschalten, denn wer der mit Spannung erwarteten Show der Kultformation

Borghesia beiwohnen möchte, ist hier und heute mit einem dünnen Fell besser

bedient. Dennoch treten die Slowenen bei gefühlten 45 Grad und einer stickigen

Luft, die man wohl am Stück hätte durchschneiden können, furchtlos auf die Bühne

und stimmen My Life Is My Message an. Und als ob das Formen von Wörtern und

Tönen mit den Lippen bei diesem Klima nicht schon genug wäre, fängt ein Teil

des Trüppchens auf der Bühne auch noch wild zu tanzen an. Verrückt! Natürlich

wird nicht nur die körperliche Leistung, sondern vor allem der musikalische

Rundumschlag ihres Werks mit dem verdienten Applaus belohnt. (TP)

22.30 Uhr

Der Saal ist voll und am Ende dieses sommerlichen Tages vor allem auch eins:

heiß. Was könnte dazu besser passen als ein kraftvoller, schweißtreibender Auftritt

der EBM-Heroen von Spetsnaz? Das Duo macht auch an diesem Abend keine

Kompromisse und gibt seinen Anhängern, was sie lieben: harte, schnelle Beats.

Und genauso wird auch getanzt, gepogt und natürlich bei Stücken wie ManGod, That

Perfect Body, Reign of wolves oder Hardcore hooligans mitgesungen. Ein Lob an dieser

Stelle an die Security, die kostenlos Wasser an das Publikum verteilte. So erfrischt,

fordern die Fans von ihrer Band schließlich sogar noch eine Zugabe und bekommen

diese mit Mine tatsächlich. Ein starker Auftritt der Schweden! Und wer danach immer

noch nicht genug vom Hören und Tanzen hatte, für den hielt das WGT selbst um

diese Zeit an einem der vielen Veranstaltungsorte einen Club mit passender Musik

bereit. (AS)

Täubchenthal

22.40 Uhr

Es ist zu schön, um wahr zu sein, hier gibt es eine Klimaanlage!! Die ist bei einem

xotox-Gig auch mehr als nötig, schließlich beginnt bei einem solchen Auftritt das

Gezappel mit dem ersten Stück und hört erst nach der Zugabe auf. Passend zum

letzten Album schwanengesang, ist der Bühnenboden übersät mit weißen Federn.

Andreas und Claudia Davids haben die tanzfreudige Menge sofort im Griff und heizen

so richtig ein, um auch noch die letzten Reserven zu mobilisieren. Die Stimmung ist

umwerfend, Andreas hält immer wieder Smalltalk, und Claudia lässt ordentlich die

Sau raus. Der Blick von der Bühne muss einmalig sein: das ganze Täubchenthal ist in

Bewegung und feiert seine sympathischen Industrial Noise-Heroen. Herrlich! (MLH)

OST+FRONT • SG

Satyricon • MH

Borghesia • MG

xotox • FR

Spetsnaz • AS

Rotting Christ • MH

Beastmilk • MG

xotox • FR

Vomito Negro • FR

xotox • FR

EXT!ZE • FR

Orkus! - 89


Persephone • MG

Schauspiel Leipzig

18.00 Uhr

Dichter Nebel wabert durch die lediglich von zwei verloren wirkenden Kerzen durchbrochene

Dunkelheit, als die Musiker von Persephone die Bühne betreten. Nach und nach setzen die

Instrumente ein. Schwaches blaues Licht löst langsam die Finsternis auf. Zu Beginn des

zweiten Stückes kommt unter großem Beifall Sonja Kraushofer aus dem Hintergrund und

intoniert The Day You Went Away. Schnell schaffen es Persephone, eine sehr emotionale,

gespannte Stimmung hervorzurufen, und mehr als ein Mal scheint das Publikum nach

Verklingen eines Liedes noch für einen Augenblick den Atem anzuhalten, bevor Beifall

losbricht. Sonja bringt an diesem Abend auch ihr schauspielerisches und pantomimisches

Können zur Geltung, erzählt mit ihren Liedern eine Geschichte und entrückt ihr Publikum

der Wirklichkeit. Dieses dankt es ihr und der Band am Schluss mit Standing Ovations, die

erst verklingen, als Sonja mit The Man Who Swallowed My Soul eine Zugabe anstimmt und so

noch einmal ihre Fans für einige Minuten begeistert. (AS)

This Morn’ Omina • MG

Altes Landratsamt

19.40 Uhr

Vom ersten Song weg gehen die Fans bei This Morn’ Omina ab wie geölte Blitze, oder

sagen wir besser: schweißnasse Blitze. Bongos sorgen für wahres Dschungelfeeling, was

die drückende Schwüle im Alten Landratsamt bestens untermalt. All dies kann die Meute

jedoch nicht vom Tanzen abhalten, und so verwandelt sich die Location zusehends in

einen brodelnden Hexenkessel. Die Belgier, die ihren Sound als „Industrial Ritual Techno“

bezeichnen, haben das Tanzvolk über die gesamten 70 Minuten fest in ihrer Hand, und als

Mika Goedrijk und Karolus Lerocq auch noch die Leute auf die Bühne holen, gibt es wirklich

kein Halten mehr! (MLH)

Arena

Apocalyptica • MG

17.00 Uhr

Integriert in die Veranstaltungen des Wave Gotik Treffens, liefert das Live-Spektakel

Wagner_Reloaded einen vielversprechenden Blick über den Tellerrand. Anlässlich des 200.

Geburtstags von Richard Wagner im vergangenen Jahr, kreierte der Berliner Choreograph

Gregor Seyffert ein Gesamtkunstwerk, bei welchem das Leben und Schaffen Wagners, die

Künste von MDR Sinfonieorchester und MDR Rundfunkchor sowie die avantgardistischen

Klänge der finnischen Cello Rocker Apocalyptica nicht nur eine Schnittmenge bilden,

sondern nahtlos ineinander übergehen. Die Wahnsinnsshow, die sowohl von musikalisch

ausgeklügelten Kompositionen als auch optisch ansprechenden Elementen aus dem

Bereich Tanz, Artistik und Pyrotechnik lebt, kommt beim bunt durchmischten Publikum

gut an, sorgt für Gänsehautmomente und wird bei vielen sicher lange im Gedächtnis

nachhallen. (TP)

Apocalyptica • MG

Apocalyptica • MG

Apocalyptica • MG

Apocalyptica • MG

90 - Orkus!


Ulterior • CS

Slowdive • MG

Photos: Melanie Haack

Leserwettbewerb (Endrunde)

Claudia Helmert Doreen Schulz Isabelle Irrgang Lea von Lusazia Peter Burckhardt

Anne Clark • AH

Anne Clark • CS

Montag, 09.06.

agra

19.30 Uhr

Für einen frühen Montagabend ist die agra beachtlich gefüllt,

aber der Grund liegt auf der Hand: Faderhead. Die letzten

zehn Minuten bis zum Auftritt werden heruntergezählt,

und mit Dirtygrrrls/Dirtybois stürmt Sami Mark Yahya mit

drei weiteren Herren die Bühne und legt gleich ordentlich

los. Schon nach kurzer Zeit sucht Sami die obligatorische

Wodkaflasche und freut sich ein ums andere Mal, dass bei

solch einem Wetter und auch noch an einem Montag so

viele in die agra gekommen sind, um mit ihm gemeinsam

abzurocken. Ein Tanzflächenhit jagt den nächsten, und die

drei Mannen an den Reglern sorgen ihrerseits auch für

ordentlich Partylaune. Es wird ausgelassen gepogt, der

Schweiß fließt in Strömen, und mittendrin Sami, der immer

wieder mit den Fans schäkert. Mit TZDV verabschieden sich

Faderhead und hinterlassen ein ausgelassenes und mehr

als befriedigtes Publikum. (MLH)

Faderhead • SG


Absolute Body Control • CS

Oomph! • SG

Nachtblut • MH

Absolute Body Control • SG

Oomph! • CS

Equilibrium • MH

fetisch:Mensch • MG

Mantus • AH

21.10 Uhr

Erneut ist die Zeit gekommen, wahre Veteranen der Szene zu begrüßen.

Die beiden Belgier Dirk Ivens und Eric Van Wonterghem aka Absolute Body

Control betreten pünktlich die Bühne, und Dirk ist sofort in flammender

Ekstase. Es ist ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus, diesem sexgeladenen

Set beizuwohnen. Dirk spielt lasziv mit dem Publikum, peitscht mit dem

Mikrokabel und lässt manches Mal doppeldeutig die Hüften kreisen. Eric

steht cool mit Sonnenbrille vor der Leinwand, auf der eine Achtziger-lastige

Graphikpräsentation dem Auftritt einen ganz besonders nostalgischen Touch

verleiht. Um kurz nach 22.00 Uhr müssen wir uns dann jedoch aus dieser Welt

wieder herausbegeben und sind gespannt auf den letzten Act des letzten WGT-

Tages. (MLH)

22.50 Uhr

Man wird sich schon beim Soundcheck bewusst, dass nun etwas Großes folgt.

Die agra füllt sich, und so stehen die Scharen bereits vor Beginn des Konzertes

dicht gedrängt, um ja einen Platz mit gutem Blick auf die Bühne zu haben. Und

dann geht es auch schon direkt krachend los. In Matrosenanzügen stürmen

Oomph! die Stage, Dero Goi kommt im Superheldenkostüm angerannt.

Heute Abend sollen hauptsächlich ältere Nummern gespielt werden, was für

Begeisterungsausbrüche sorgt. Etwas anderes als „hammergeil“ kann man

über diese Show nicht sagen. Die Gitarren rocken ohne Rücksicht auf Verluste,

und Dero zeigt, was für ein Entertainer in ihm steckt. Die agra ist proppenvoll,

und es ist ein atemberaubender Anblick, Tausende Hände in die Luft gereckt

zu sehen und alle wie aus einer Kehle grölen zu hören. Was will man sich mehr

wünschen als solch einen Festivalausklang?! (MLH)

Kohlrabizirkus

18.20 Uhr

Unterhaltsam wird es noch einmal mit Nachtblut, der wohl einzigen Band des

ganzen Festivals, die zu früh anfängt. Obendrein sind die fünf Dark Metaller

aus Osnabrück auch die Fiesesten, die sich auf dem WGT herumtreiben –

zumindest, wenn man die Wirkung auf das Zwerchfell betrachtet. Nach der

Vorgängertruppe EÏS verzieht sich ein Großteil in die Sonne, doch ein paar

Jungspunde und Jung-Goths in Unterwäsche bleiben vor der Bühne stehen und

röhren die bemerkenswerten Lyrics (wie: „Ich trinke Blut, und ich fühl’ mich

dabei gut“) aus vollem Halse mit. „Ist euch auch so warm?“, kreischt Fronter

Askeroth in Dani Filth-Stimmlage in die böse Runde. Die Antwort mag wohl

zwiegespalten sein. Fakt ist, dass die Fans in den ersten drei Reihen sichtlich um

ihr Leben bangen. Zur Belohnung spritzt Netzhemdträger Askeroth mit Wasser,

hopst von der Bühne, springt ins Volk, hüpft dreimal im Kreis und entert erneut

die Bretter. „Aaah, ich schalt’ jetzt ein paar Gänge zurück!“ Es folgen Ohrwürmer

wie Antik oder das Prinzen-Cover Alles nur geklaut. Sensationell! (NA)

22.40 Uhr

Die letzte Band, die im Rahmen des WGT 2014 die Bühne des Kohlrabizirkus

betritt, ist niemand Geringeres als die Metal-Formation Equilibrium, welche

sich erst seit Pfingstsamstag mit Bassistin Jen Majura endlich wieder als komplett

versteht. Zwar lichtet sich der kreisrunde Hallenboden allmählich, dennoch

bleiben der harte Kern des Publikums und wahre Fans, um ein letztes Mal die

Haare schütteln zu können. Und nicht nur die Menge hat bei Krachern der

Marke Blut im Auge sichtlich Spaß, auch dem Musikergespann selbst ist deutlich

anzusehen, dass es hier und heute künstlerische Erfüllung verspürt. „Zeigt mir

eure Patschehändchen“, hallt es von der lustvoll bespielten Bühne, und der

langhaarige, mit blutverschmiertem T-Shirt geschmückte Fronter Robert Dahn

zeigt, dass oft als böse verschriene Metaller doch vielmehr sympathische Jungs

von nebenan sind. Eine wirklich grandiose Show mit Unmengen an Energie,

fliegenden Haaren und Händen und ein gebührender Abschluss! (TP)

Parkbühne

15.30 Uhr

Am Montagnachmittag treffen sich alte WGT-Bekannte in der Parkbühne: die

strahlende Sonne, schwarz gewandete Musikfans und eine Band auf der Bühne

– in diesem Falle erfreulicherweise fetisch:Mensch. Die Texte von Oswald

Henke bilden einen Kontrast zu dem unbeschwert scheinenden Sommertag,

erzählen von zärtlicher Zwischenmenschlichkeit, von Unzulänglichkeiten und

Ungerechtigkeiten, Verlorenheit und Traurigkeit. Egal ob Zwischenseelenträume,

Schwarzer Schnee, Narbengarten oder das sehr intensive (Ich bin) übrig, jeder

Song erzielt seine Wirkung beim Publikum und endet mit großem Applaus. Auch

die Cover-Version von Caspers Lilablau kommt gut an. Zwischendrin verschafft

ein Fan mit einer Wasserpistole Oswald Henke kurzfristig etwas Kühlung. Doch

nach einer Stunde machen fetisch:Mensch Platz für die folgende Band, und so

ist auch dieses emotionale WGT-Konzert irgendwie viel zu schnell zu Ende. (AS)

19.10 Uhr

Noch während Felsenreich vor ihren Fans spielen, füllt sich die Parkbühne

zusätzlich mit vielen, vielen Mantus-Begeisterten. Und als die Band schließlich

zum instrumentalen Intro auf der Bühne erscheint, ist die Location fast bis

auf den letzten Quadratmeter mit jungen und älteren Gothics gefüllt. Nach

15 Jahren Bandgeschichte ist es der erste Auftritt von Mantus auf dem WGT.

Und den nutzen Martin Schindler, die neue Sängerin Chiara Amberia und

ihre Musikerkollegen zu einem mitreißenden Reigen ihrer Hits, während die

frühere Frontfrau Thalia sich als Photographin betätigt. Das Konzert und die

positive Resonanz machen Mantus sichtlich Spaß und geben ihnen jede Menge

Spielfreude. Tränenpalast, Ein Schatten, Kleiner Engel flügellos, Tausend Tode

oder die regelrechte Gothic-Hymne Hoffnungslos allein – die Band verzückt

ihre Anhänger von Song zu Song, bringt sie zum Tanzen, Jubeln, Mitsingen, bis

schließlich das Stück Gemeinsam in den Tod einen würdigen Abschluss bildet.

(AS)


20.40 Uhr

Illuminate polarisieren die Szene mit ihrer Art Musik nach wie vor, und

so erfolgt an diesem Abend in der Parkbühne nach dem Auftritt der Gothic

Rocker Mantus ein fast kompletter Wechsel des Publikums, bevor Johannes

Berthold und seine Band an der Reihe sind. Bereits ihren zehnten WGT-

Auftritt absolvieren die Musiker. Gesanglich unterstützt wird Johannes dieses

Mal gleich von zwei Damen: natürlich von seiner Frau Sylvia und ebenso von

Mareike Makosch, Fronterin der Symphonic Metal-Formation Coronatus. Mit

„Hey, ihr Süßen“ begrüßt er seine Fans und beginnt mit ZwischenWelten eine

musikalische Reise durch die verschiedenen Illuminate-Alben. Schon bei den

ersten Klängen wird jedes Lied vom Auditorium begeistert beklatscht, das mit

Hits wie Der Torweg, Leuchtfeuer, Es brennt die Welt, Dunkellicht oder Bittersüßes

Gift wirklich verwöhnt wird. Live setzen Illuminate dabei auch die älteren

Songs etwas gitarrenorientierter um – so, wie die Lieder eher dem heutigen

Bandstil entsprechen. Während die langsam einsetzende Dämmerung etwas

Abkühlung bringt, tanzen die Fans zu Der Traum des Tänzers. Das folgende

Verloren soll eigentlich den Abend beschließen, doch schnell wird mehr

gefordert. Und so gibt es als Zugabe Nur für Dich und zu guter Letzt auch

noch den Klassiker aller Illuminate-Konzerte: Geheimes Leben. Danach aber

ist auch das WGT 2014, zumindest in der Parkbühne, Geschichte. (AS)

Täubchenthal

18.40 Uhr

Dass die auf dem WGT gebotene Szene-Musik wirklich vielfältig ist, merkt

man spätestens bei der Wiener Combo Kitty in a Casket, die mit ihrer

Frontmieze Kitty nicht nur musikalisch, sondern vor allem auch optisch

einiges zu bieten hat. Als die quirlige, blonde Schönheit zu Monster Highschool

Party zwischen ihren musizierenden Jungs auf die Bühne hüpft, fühlt es

sich an, als würden sich imaginäre Konfettibomben schlagartig entladen.

Statt mit düsterer Traurigkeit überzeugen die Herren und die Dame, die

sich dem Punk’n’Roll verschrieben haben, durch ausgelassene, rotzfreche,

spaßgeladene Musik, die vom ersten Ton an alles zum Tanzen anstiftet, was

sich in der ansprechenden neuen Konzertlocation bewegen kann. (TP)

Kitty in a Casket • MG

Leserwettbewerb (Endrunde)

Illuminate • AH

Der Fluch • AH

20.00 Uhr

Punkig und mit genauso viel Energie legen Der Fluch nach, mischen dem

Ganzen allerdings noch eine Prise Horror und ein Schippchen Psychobilly

hinzu. Bei dem ohnehin schon gut gelaunten Publikum haben die Herren

um Sonnenbrillenträger Deutscher W. nun leichtes Spiel, sodass der Fluch,

die Menge auf ewig im tanzenden Zustand zu halten, auch unausgesprochen

Wirkung zeigt. Die gruftigste Kapelle Deutschlands schüttelt, ohne mit der

Wimper zu zucken, mit Stücken wie Fuersten der Nacht, Rattengift oder Halb

Mensch halb Tier einen Hit nach dem anderen aus dem Ärmel. Mit Sicherheit

tanzen einige der Verfluchten noch Wochen später gedanklich: ein Schritt

vor, ein Schritt zurück... (TP)

Sven Löscher

Stefan Krüger

Stefan Lechner

Peter Burckhardt

Maria Schelski

Anja Zimmermann

Unsere Highlights:

Melanie Haack

Ganz eindeutig Hamferð! Vorher nie von der Band gehört

gehabt, aber nach wenigen Sekunden fasziniert gewesen.

Intensiv. Düster. Schwermütig. Episch. Doomig. Metallisch.

Mit geschlossenen Augen liegend auf dem Hallenboden des

Kohlrabizirkus genossen. Grandios.

Nadine Ahlig

Die gigantischen Nachtblut mit Mütze, Stalin und lecker

Softeis – was wurde die Lachmuskulatur strapaziert. Gute

Musik gab es dann bei Satyricon und Primordial (besonders

auf dem Heidnischen Dorf ein Fest). Bettinterview mit Lord

Of The Lost und die Neuentdeckung von Hamferð. Nicht zu

vergessen auch der beste Grill der Welt/Getränkehändler

eine Station vor dem agra-Gelände, mit besonders

freundlichem Personal und immer einer kalten Pfeffi-

Flasche... und das Gefühl, Melanie nach neun Jahren WGT-

Abstinenz eine Freude zu machen. All das und Speck am

Morgen.

Marie-Luise Henke

Als großer Marlene Dietrich-Verehrer war es ein ganz

besonderer Moment, vor dem Bestattungswagen der Diva

zu stehen. Und ja, Noisuf-X und xotox haben mich erneut

von den (temperaturgeschuldet qualmenden) Socken

gehauen.

Axel Schön

1. Euch alle, meine Lieben, getroffen zu haben.

2. Die neue Location Täubchenthal.

3. Die freundliche Security, die beim Spetsnaz-Auftritt sogar

kostenlos Wasser verteilte.

4. Zu sehen, dass all die vielen Veranstaltungsangebote auch

abseits der reinen Bandauftritte tatsächlich angenommen

wurden.

Natürlich auch die Konzerte, die ich erleben durfte.

Tanja Pannwitz

Das 23. WGT bescherte mir direkt mehrere Highlights. Zum

einen wäre da der wunderbar beflügelnde Auftritt von

The Fair Sex zu nennen, der mich gedanklich in eine Zeit

versetzte, die ich aufgrund meines Geburtsjahrs de facto

noch nicht bewusst und aktiv miterleben durfte, mir aber

dennoch den Hauch einer Ahnung einpflanzte, wie das

damals so gewesen ist, in den Anfangstagen der Szene-

Musik. Auch Inkubus Sukkubus haben mit ihrer Show

einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, der mich

nun laut nach mehr schreien lässt. Zum anderen möchte

ich aber auch die Zeit mit den lieben Kollegen als Highlight

festhalten: es ist Wahnsinn, wie nah man sich ist, wie

herzlich, offen und lustig die Gespräche sind, auch wenn

man sich zum großen Teil ein komplettes Jahr nicht mehr

gesehen oder gesprochen hat. Ich freue mich jetzt schon

auf nächstes Jahr!

Fabian Ritter

Wie immer der Montagabend, normalerweise im Werk II,

diesmal im Täubchenthal. Super Ersatzlocation, diesmal

mit Kitty in a Casket, The Creepshow, Bloodsucking

Zombies From Outer Space. Ansonsten die Gelassenheit

der Besucher, wenn’s zu heiß oder zu voll war. Wenn man

sich mit den Securityleuten unterhält, ist das „Schwarze

Publikum“ das entspannteste. Leider diesmal keine

„großen Namen“, dafür viele kleine Lichtblicke. Und eben

unser super Team. Ach, und nicht zu vergessen: die netten

Gespräche mit Künstlern nachts beim Rauchen vor dem

Hotel.

Claudia Schöne

Wohl vor allem, weil ich viele potenzielle

Highlightkandidaten (Vitalic, Slowdive, Hundreds, Lebanon

Hanover, Architect...) aus verschiedenen Gründen leider

nicht gesehen habe, bin ich ohne echten Höhepunkt durch

das 23. WGT gegangen. Meine glückliche Viertelstunde

hatte ich in diesem Jahr bei Placebo Effect, und auch Front

Line Assembly waren ein Genuss.

Michael Gamon

Dass die „Flucht in eine andere Welt“ allgemein und die

Zeit mit dem Team im Speziellen wieder großartig werden

würde, daran gab es keinen Zweifel... klasse war es daher

wieder und richtig lustig! Musikalisch war ich da schon

skeptischer, aber tolle Auftritte von The Fair Sex, Inkubus

Sukkubus, The Klinik, Slowdive und den tollen Newcomern

Beastmilk haben mich ebenso überzeugt wie das

Wagner_Reloaded mit Apocalyptica und der traditionelle

Montagsausklang bei Horror Punk & Co., der dieses

Mal leider nicht im Werk II, dafür im ebenso großartigen

Täubchenthal stattfand.

Axel Heyder

Eine neue Location, das Täubchenthal, macht richtig Laune

auf Festival. Da hat mal jemand gut geplant und umgesetzt.

Musikalisch haben mich æon sable durchaus beeindruckt,

The Cure nicht ganz unähnlich, aber mit einigen

emotionalen Ausbrüchen, die der Altmeister so nicht auf

die Bühne bringen würde. Auch Alcest spielten schöne

Stücke, kein Grund also, sich – wie die Band es offenbar

mag – im Dunklen zu verstecken und den Photographen

keinen Schimmer Licht zu gönnen. Auch Ewigheim legten,

nach langer Pause, einen satten Auftritt hin. So lange will

aber niemand wieder warten, bis es damit weitergeht. Die

Ohren schlackerten aber nicht bei einer Band: Dr. Mark

Beneckes Vortrag zu (fast) ungeklärten Todesfällen ging

durch Mark und Bein.

Sandro Griesbach

Auch wenn ich mir mehr musikalische Highlights und

spannende Neuentdeckungen gewünscht hätte, war es

in der Gesamtheit doch eines der schöneren Treffen.

Besonders mitreißend fand ich den Auftritt von Rotersand.

Rascal und Krischan brachten als Doppel-MCs den aus

allen Nähten platzenden „Klozirkus“ ordentlich zum

Beben. Um einiges spärlicher ging es hingegen beim

Mitternachtsspezial mit Vitalic zu. Das machte aber nichts,

denn so hatte man mehr Platz, um sich den Beats des

französischen DJs voll und ganz hinzugeben und chillig

das Tanzbein zu schwingen. Eher abschreckend wirkten

hingegen OST+FRONT auf mich. So bleibt es mir wohl auch

weiter ein Rätsel, warum es in der Szene ankommt, mit

Klischees zu „spielen“... WGT, cu next year!

Orkus! - 93


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Hobbys: Wandern, Schwimmen, Tanzen, Stadtbummel,

Musik hören (Rock, Gothic und Pop).

Chiffre: 14/07/02

Hallo Freunde der Nacht! Seid mir alle ganz lieb

gegrüßt. Ich, ein 27 Jahre alter Single-Bi-Boy, suche

nach coolen und frechen Boys bis 35 Jahren, die nicht

auf den Mund gefallen sind. Die Lust haben, auf eine

düstere, bizarre und gerne auch erotische

Brieffreundschaft. Wenn’s passt, bin ich auch gerne

für mehr bereit. Doch das braucht Zeit und Vertrauen.

Meine Hobbys sind: Bücher, Briefe schreiben,

Geschichten, Horrorfilme. H.P. Lovecraft und E.A. Poe.

Ich suche auch nach einem Boy, der mit mir Schach

spielen möchte. Bin blutiger Anfänger! Traut euch.

Ich freu mich über jeden Brief und antworte zu 100

Prozent. Chiffre: 14/07/03

Sei gegrüßt! Ich bin noch auf der Suche nach einer

netten, sanften Sie, mit welcher ich mich gepflegt

austauschen und gerne eine liebevolle, zärtliche

Freundschaft mit gegenseitigem sexuellen Interesse

aufbauen kann. Wenn’s passt, bin ich auch gerne für

„mehr“ bereit. Doch das braucht freilich Zeit. Mal ein

paar Eckdaten zu meiner Person: Ich bin männlich,

28 Jahre alt, 1,80 m groß, wiege 95 kg, habe lange

braune Haare, blaugraue Augen, trage eine Brille

und habe ein bisschen Bauch, was Dich nicht stören

sollte. Ich bin durch meine ausnahmslose Ehrlichkeit,

meinen Humor, meine Lebensfreude, meinen

Wissensdurst, meinen Respekt und meine

Hilfsbereitschaft bekannt. Es wäre schön, wenn Du

auch diese Eigenschaften erfülltest. Ich bin zudem ein

Mensch, der sowohl gerne gemütliche Wochenenden

verbringt als auch gerne mal auf ein Konzert geht.

Dein Alter sowie Dein Wohnort ist mir nicht so wichtig

(gerne darfst Du auch in einem der Nachbarländer

Deutschlands wohnen). Äußerlichkeiten sind mir

ebenfalls nicht so wichtig. Mit einer Ausnahme: Ich

mag mollige und dicke Frauen eher als schlanke,

daher wäre es schön, wenn Du zumindest ein bisschen

runder wärst. Gerne auch „Vollweib“. :-) Wenn ich

nun Dein Interesse geweckt habe, so schreibe mir

doch einfach eine E-Mail: Possessizor@GMX.de oder

eine SMS bzw. MMS: 01604087478. Bitte keine

Zuschriften von psychisch Kranken/Borderlinern,

politisch Extremen jeglicher Art, SM-Fanatikern,

militanten Veganerinnen und starken Raucherinnen!

Sonst freue ich mich auf jede ernstgemeinte

Nachricht.

Ein Fall für zwei

Gibt es die Liebe fürs Leben, oder gibt es sie nicht?

Hast du auch keine Lust mehr, allein zu sein? Bist du

bereit, dein Leben mit mir (28, 193, 98) zu teilen?

Dann greife nach Stift und Papier und schreibe an:

Patrick Dirr, Werner-von-Siemens-Str. 2, 92224

Amberg

Hast du das Alleinsein auch so satt? Möchtest du die

lauen Sommerabende zu zweit verbringen? Dann

erobere mein Herz. Auf dich wartet ein romantischer

Kuschelbär (34), der das Mittelalter und SM liebt. Du

solltest zwischen 25 und 40 Jahren sein, weiblich,

gern auch mit Kind. Mehr von mir im ersten Brief.

Schreib an: Rico Arnold, Ringenwalder Str. 55, 12679

Berlin

Engel der Nacht, sanft erwacht. Lebst, um zu

träumen, träumtest, um zu leben. Die Liebe erfüllt

mein Herz, doch am Ende blieb nur der Schmerz. Ich,

w. 31, mollig, habe den Schmerz besiegt und stehe

glücklich, mit meinem Sohn, mit beiden Beinen im

Leben. Ich suche für mich hier einen Mann, um etwas

Festes, Langes aufzubauen. Bin humorvoll,

leidenschaftlich, verlässlich, ehrlich (manchmal

vielleicht zu sehr), treu und... den Rest erfährst du

per Brief bzw. realem Treffen. Deine Checkliste: 1.

du stehst auf mollige Frauen, 2. du kommst aus

Nürnberg und Umgebung, 3. du bist bodenständig

und weißt, was du willst, 4. dir ist klar, dass ich

alleinerziehend bin, und kannst/könntest damit

umgehen. Wenn das alles zutrifft, dann leg los und

schreib mir. Chiffre: 14/07/01

Kurzhaariger Metaller mit musikalischem

Hauptinteresse für Death- und Blackmetal, aber auch

für vernünftigen Heiden- und Folkmetal und alles,

was damit zusammenhängt, wünscht sich

Briefkontakt zu einer Sie, die damit etwas anfangen

Die privaten Kleinanzeigen sind kostenlos.

Eine Chiffreanzeige kostet 1,45 Euro

(bitte eine Marke à 1,45 Euro beilegen)

und erscheint voraussichtlich in der September-

Ausgabe, sofern sie bis spätestens Freitag, den

25.07.2014, bei uns eingetroffen ist.

Bitte in deutschen Euro-Briefmarken! Aus dem nichteuropäischen

Ausland wird auch Bargeld in Euro

akzeptiert.

Es gilt die Höchstwortzahl von 300 Wörtern.

Gewerbliche Kleinanzeigen werden nicht berücksichtigt.

Pro Person und Ausgabe werden höchstens zwei Kleinanzeigen

abgedruckt. Neben dem postalischen Weg könnt

Ihr Eure Kleinanzeigen auch per e-mail zu uns schicken:

kleinanzeigen@orkus.de

Vielen Dank!

kann. Gerne auch aus dem Gothic-Bereich. Ich bin 40

Jahre jung und freue mich auf deine Zuschrift.

Schreibe an: Wolf Niemann, Bruno-Apitz-Str. 15,

99427 Weimar

Ich, Devillyn, ein schwarz romantischer Vampir, der

44 Winter zählt, bin auf der Suche nach dir.

Momentan befinde ich mich in Therapie. Ohne dich,

weiblich zwischen 30 und 40 Jahren aus dem Raum

Kaufbeuren bis Augsburg, ist es sehr einsam hier. Ich

bin von roten Haaren und Tattoos angetan. Sollte

meine Queen Of Darkness irgendwo da draußen sein,

dann sollte Treue und Ehrlichkeit für sie kein

Fremdwort sein. Sie möge nur ernstgemeinte

Zuschriften über die Nacht mir zukommen lassen, mit

einem Abbild meiner Vampirella, an: „Devillyn“,

J. Müller (fs 01), Kemnater Str. 16, 87600 Kaufbeuren.

Lindenstraße

... fractal visions. www.netvel.de

Kostenlose Kleinanzeigen

Orkus!

„Kleinanzeigen“ • Postfach 1121

61477 Glashütten/Taunus

Antworten auf Chiffreanzeigen verseht Ihr bitte außen

auf dem Umschlag mit der betreffenden Chiffrenummer.

Aber bitte deutlich und groß!!!

Wir leiten die Briefe dann an den jeweiligen Empfänger

weiter (allerdings nur gewöhnliche Briefe; Groß- oder Maxibriefe

sowie Päckchen können nicht weitergeleitet werden).

Gewerbliche Kleinanzeigen:

bis 100 Zeichen = 29,00

von 101–130 = 34,90

von 131–140 = 39,90

von 141–150 = 44,90

von 151–160 = 49,90

von 161–170 = 54,90

von 171–180 = 59,90

von 181–190 = 64,90

von 191–200 = 69,90

Preise in Euro inkl. 19% MwSt.!

Zahlbar per Vorauskasse, Rechnung folgt nach

Geldeingang.


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Bei Abschluss eines Werbe-Abos über ein Jahr erhält der Werbende eine Prämien-CD seiner

Wahl, eine CD nach unserer Wahl plus einen der folgenden Artikel nach seinem Wunsch:

Bei Abschluss eines Werbe-Abos über zwei Jahre kann sich der Werbende zwei Extra-Prämien aussuchen!

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1.

Extra-Prämien

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten!

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Der neue Orkus!-Abonnent und der Prämienempfänger dürfen nicht identisch sein. Die Prämien erhaltet Ihr nach Bezahlung mit

separater Lieferung. Dieses Angebot gilt nicht für Geschenk-Abonnements sowie ein Abo ohne Werber.

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(1 Jahr, Europa)

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(1 Jahr, Welt)

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Black Celebration

20 Jahre Wave-Gotik-Treffen

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Mütze

SAW VII

oder

DJ-Single von Samsas Traum

Auf den Spiralnebeln

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2.

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Project Pitchfork/Santa Hates You

Lament/Raise The Devil

(Digipak)

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Doppelsingle von

Samsas Traum/Weena Morloch

Durch die Wand der Träume/Kaputt!

(Digipak – signiert!)

Wunsch-CDs & -DVDs

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Telefon (bitte Nummer des

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Those Nervous Surgeons

Deathstars

The Perfect Cult

Deine Lakaien

Crystal Palace

Eisbrecher

Eiskalt

(„Best Of“)

Ort, Datum

Telefon (bitte für Rückfragen angeben)

Unterschrift

Newsletter-Aufnahme

Front Line Assembly

Echoes

Schandmaul

Unendlich

The Sisters Of Mercy

Original Album Series

(5-CD-Box)

Depeche Mode

101

(Doppel-DVD)

Lacrimosa

Live in Mexico City

(DCD – signiert!)

Subway to Sally

Mitgift

(„Fan Edition“)

Tarja Turunen & Mike Terrana

Beauty & the BEAT

(DCD)

Der Herr der Ringe

Trilogie

(3-DVD-Box)

Linkin Park

The Hunting Party

Sündenklang

Tränenreich

(signiert!)

VNV Nation

Transnational

The Crow*

Rammstein

Made in Germany 1995–2011

(DCD)

Cover lag noch

nicht vor.

The Cure

4:14 Scream

(2014)

Joachim Witt

Neumond

(DCD)

The Lost Boys*

„Special Edition“

(Doppel-DVD)

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den Abo-Betrag überwiesen

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Synth Pop

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Meine Wunsch-CD ist (bitte unbedingt mindestens 5 Titel zur Wahl angeben):

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(schwarz)

Orkus

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Dark Metal

Gothic

egal

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4.

Coraline-Aufkleberbogen

im A4-Format

Orkus! - 95


18 Summers

06.09. Leipzig, Kulturpark Deutzen

(Nocturnal Culture Night 9 )

Aeverium

04.07. Berlin, Volkspark Mariendorf (ROCKTREFF)

A Life [Divided]

04.07. Mülheim/Ruhr, Castle Rock

26.07. Speichersdorf, Wackel Festival V

Orkus! präsentiert:

Ally the Fiddle

04.10. Havetoftloit, Land-Art

Arch Enemy

27.06. Dischingen, Härtsfeldsee

(Rock am Härtsfeldsee)

11.07. Ballenstedt, Flugplatz

(Rockharz Open Air 2014)

19.07. Neukirchen-Vluyn, Dongberg

(Dong Open Air 2014)

02.08. Wacken, Wacken Open Air

09.08. B-Kortrijk, VIVES

(Alcatraz Hard Rock & Metal Festival)

14.08. Dinkelsbühl, Flugplatz (Summer Breeze 2014)

04.12. NL-Tilburg, 013

05.12. Ludwigsburg, MHPArena

06.12. Oberhausen, Turbinenhalle

07.12. Saarbrücken, Garage

08.12. Hamburg, DOCKS

09.12. Berlin, Huxleys Neue Welt

11.12. Wiesbaden, Schlachthof

12.12. Geiselwind, EventHalle

13.12. München, TonHalle

14.12. CH-Pratteln, Z7

Asking Alexandria

08.10. Hamburg, Grosse Freiheit 36

13.10. Berlin, Huxleys Neue Welt

17.10. München, TonHalle

18.10. Köln, E-Werk

19.10. Wiesbaden, Schlachthof

Orkus! präsentiert:

ASP

02.10. Potsdam, Waschhaus*

03.10. Potsdam, Waschhaus**

04.10. Leipzig, Haus Auensee**

05.10. Leipzig, Haus Auensee*

07.10. Stuttgart, Theaterhaus**

08.10. Stuttgart, Theaterhaus*

09.10. München, Backstage*

10.10. München, Backstage**

11.10. Oberhausen, Turbinenhalle**

12.10. Oberhausen, Turbinenhalle*

23.10. Dresden, Alter Schlachthof*

24.10. Dresden, Alter Schlachthof**

25.10. Schwabach, Markgrafensaal**

26.10. Schwabach, Markgrafensaal*

28.10. Frankfurt/M., Batschkapp**

29.10. Frankfurt/M., Batschkapp*

30.10. Hamburg, Markthalle*

31.10. Hamburg, Markthalle**

01.11. Erfurt, Stadtgarten**

02.11. Erfurt, Stadtgarten*

*„Rar und Pur“/**„Best of Rock“

Black Blitz

30.08. Schleswig, Auf der Freiheit

(Baltic Open Air)

27.09. Wiesent, Sommerkeller (Rocktoberfest)

Black Sabbath

27.06. Essen, Stadion

Schickt bitte alle Eure Tourdaten

für die nächste Ausgabe bis

spätestens Freitag, 25.07.2014,

an e-mail: tourdates@orkus.de

Orkus! präsentiert:

Blind Passenger

04.07. Beelitz, Jakobs-Hof (10th US-Car Meeting)

30.08. Hennigsdorf, Postplatz

(18. Hennigsdorfer Festmeile)

06.09. Potsdam, Waschhaus

12.09. Hoyerswerda, 19. Stadtfest

20.09. Lübben, Spreewaldfest

Bonsai Kitten

06.09. Trier, Exzellenzhaus

26.09. Potsdam, Club Charlotte

Bring Me The Horizon

29.06. B-Dessel, Kastelsedijk

(Graspop Metal Meeting)

05.07. Münster, Am Hawerkamp

(Vainstream Rockfest)

06.07. Roitzschjora, Flugplatz

(With Full Force Summer Open Air)

01.08. Wacken, Wacken Open Air

16.08. B-Hasselt, Kiewit (Pukkelpop)

Broilers

18.07. Cuxhaven,

Deichbrand Rockfestival am Meer

25.07. Dresden, Filmnächte am Elbufer

26.07. Berlin, Zitadelle Spandau

08.08. Eschwege, Open Flair Festival

09.08. Rothenburg o.d. Tauber,

Taubertal Festival 2014

14.08. Übersee, Chiemsee Summer

15.08. A-St. Pölten, Green Park (FM4 Frequency 2014)

30.08. Rostock, IGA Park

07.09. Bochum, Kemnader See (Zeltfestival Ruhr)

27.11. Braunschweig, Stadthalle

28.11. Siegen, Siegerlandhalle

29.11. Würzburg, s.Oliver Arena

06.12. Freiburg, Rothaus Arena (Zäpfle Club)

19.12. Düsseldorf, ISS DOME

20.12. Düsseldorf, ISS DOME

27.12. Stuttgart, Schleyer-Halle

28.12. Frankfurt/M., Jahrhunderthalle

30.12. Trier, Arena

Camouflage

26.07. Köln, Tanzbrunnen (X. Amphi Festival)

20.01.2015 Aschaffenburg, Colos-Saal

22.01.2015 München, Backstage

23.01.2015 Stuttgart, LKA/Longhorn

24.01.2015 Köln, Live Music Hall

25.01.2015 Hamburg, DOCKS

27.01.2015 Magdeburg, Factory

29.01.2015 Erfurt, Stadtgarten

30.01.2015 Dresden, REITHALLE STRASSE E®

31.01.2015 Berlin, Kesselhaus

01.02.2015 Hannover, MusikZentrum

Anne Clark

05.11. München, Ampere

06.11. Nürnberg, HIRSCH

07.11. Erfurt, HsD

08.11. Leipzig, Theater-Fabrik-Sachsen

09.11. Berlin, Postbahnhof

11.11. Magdeburg, FestungMark

12.11. Hamburg, FABRIK

13.11. Bremen, DETE

14.11. Bochum, Christuskirche

15.11. Köln, Gloria

16.11. Aachen, Musikbunker

18.11. Mannheim, Alte Seilerei

19.11. Pforzheim, Kulturhaus Osterfeld

Corvus Corax

06.07. B-Vorselaar, Na Fir Bolg 2014

11.07. Geltendorf, Kaltenberger Ritterturnier

12.07. Geltendorf, Kaltenberger Ritterturnier

13.07. Geltendorf, Kaltenberger Ritterturnier

19.07. Bückeburg, MPS

24.07. Schongau, Schongauer Sommer

26.07. Köln, Tanzbrunnen (X. Amphi Festival)

08.08. Geltendorf, Die Zwerge live

09.08. Dresden, MPS

16.08. Saarbrücken, 5. Phantasie & Mittelaltertage

23.08. Aach, MPS

30.08. Speyer, MPS

05.09. Schwedt, Wir sind Elfenwald!

06.09. Hamburg, MPS

26.09. Bad Windsheim, Fränkisches Freilandmuseum

03.10. Hohenlockstedt, MPS

19.12. Berlin, Passionskirche

20.12. Berlin, K17

26.12. Gera, Comma

27.12. Dresden, beatpol

28.12. Kempten, kultBOX

29.12. CH-Pratteln, Z7

30.12. Braunschweig, Meier Music Hall

15.01.2015 Augsburg, Spectrum Club

16.01.2015 Ulm, ROXY

17.01.2015 Stuttgart, LKA/Longhorn

21.01.2015 Hannover, MusikZentrum

22.01.2015 Frankfurt/M., Batschkapp

23.01.2015 Bochum, Matrix

24.01.2015 Andernach, Juz Live Club

28.01.2015 A-Wörgl, Komma

29.01.2015 München, Ampere

30.01.2015 Kaiserslautern, Kammgarn

31.01.2015 Hamburg, Markthalle

Covenant

10.08. Hildesheim, M’era Luna Festival 2014

Crematory

05.07. Mülheim/Ruhr, Castle Rock

02.08. Wacken, Wacken Open Air

25.10. Alsfeld, Feuer & Eis Festival

Deine Lakaien

09./10.08. Hildesheim, M’era Luna Festival 2014

26.09. Hamburg, Grosse Freiheit 36

27.09. Dresden, Alter Schlachthof

28.09. A-Wien, ((szene))

29.09. München, Theaterfabrik

01.10. Frankfurt/M., Batschkapp

02.10. Filderstadt, FILharmonie

03.10. Freiburg, Jazzhaus

04.10. Köln, Live Music Hall

05.10. Berlin, Huxleys Neue Welt

26.11. CH-Zürich, X-TRA

27.11. Saarbrücken, Garage

29.11. Nürnberg, Löwensaal

Die Apokalyptischen Reiter

Tanzwut

Die Vorboten

02.10. Rostock, MAU Club

03.10. Bremen, Aladin

04.10. Erfurt, Stadtgarten

05.10. Saarbrücken, Garage

09.10. Ludwigsburg, Rockfabrik

10.10. Oberhausen, Turbinenhalle

11.10. Straubing, Messeareal (Metal Invasion)

12.10. Frankfurt/M., Batschkapp

16.10. Berlin, C-Club

17.10. Dresden, REITHALLE STRASSE E®

18.10. Köln, Essigfabrik

19.10. Hamburg, Markthalle

23.10. CH-Pratteln, Z7

24.10. Lindau, Club Vaudeville

25.10. A-Steyr, röda

26.10. A-Wien, Arena

Die Form

20.09. Leipzig, Theater-Fabrik-Sachsen

21.09. Köln, Live Music Hall

Die Herren Wesselsky

19.11. Berlin, C-Club

20.11. Rüsselsheim, Das Rind

21.11. Memmingen, Kaminwerk

22.11. Illingen, Illipse (X-Mas Hexentanz)

23.11. Bochum, Matrix

Die KAMMER

19.07. Köln, Tanzbrunnen (X. Amphi Festival)

21.11. Aschaffenburg, Colos-Saal

22.11. München, STROM

28.11. Leipzig, Moritzbastei

29.11. Hamburg, INDRA

12.12. Wuppertal, Live Club Barmen

Die Krupps

27.07. Köln, Tanzbrunnen (X. Amphi Festival)

10.08. Hildesheim, M’era Luna Festival 2014

Dillon

19.07. Gräfenhainichen, Ferropolis (Melt!)

Einstürzende Neubauten

08.11. B-Diksmuide, GoneWest

09.11. Stolberg, Zinkhütter Hof

11.11. Berlin, Tempodrom

16.11. München, Muffathalle

Eisbrecher

26.07. Neuhaus an der Pegnitz, Burg

Veldenstein (Veldensteiner Festival)

27.07. Köln, Tanzbrunnen (X. Amphi Festival)

08.08. Aschaffenburg, Colos-Saal

09.08. Mittelbach, Rock im Betonwerk VI

29.08. Schleswig, Auf der Freiheit (Baltic Open Air)

20.12. Köln, MS RheinEnergie

21.12. Köln, MS RheinEnergie

27.02.2015 Leipzig, Werk II

28.02.2015 Berlin, C-Halle

05.03.2015 Saarbrücken, Garage

06.03.2015 CH-Pratteln, Z7

07.03.2015 Stuttgart, Liederhalle

11.03.2015 Hamburg, DOCKS

12.03.2015 Bremen, Aladin

13.03.2015 Bielefeld, Ringlokschuppen

14.03.2015 Oberhausen, Turbinenhalle

15.03.2015 Frankfurt/M., Batschkapp

17.03.2015 A-Wien, Arena

18.03.2015 Nürnberg, Löwensaal

19.03.2015 Erfurt, Stadtgarten

20.03.2015 Dresden, Alter Schlachthof

21.03.2015 München, Kesselhaus

Forced To Mode

05.07. Sandersleben, Sportplatz (Familientreffen X)

19.07. Blankenfelde, Natursportpark

(Blank It Open Air)

08.08. Berlin, Jagger

29.08. Hamburg, Kaiserkeller

12.09. Hoyerswerda, 19. Stadtfest

13.09. Schwarzheide, NARRENHOF®

20.09. Lübben, Spreewaldfest

26.09. Bremen, Meisenfrei

11.10. Treuenbrietzen, Gaststätte Treffpunkt

18.10. Affalter, Gasthof zur Linde

Gothminister

14.08. Dinkelsbühl, Flugplatz (Summer Breeze 2014)

Hamferð

15.11. Würzburg, Posthalle

(IX. Hammer of Doom Festival)

Harpyie

17.10. Köln, MTC

13.11. Augsburg, Spectrum Club

14.11. Ingolstadt, BUDDHA eventclub

Peter Heppner

06.09. Leipzig, Kulturpark Deutzen

(Nocturnal Culture Night 9 )

Billy Idol

03.07. Dresden, Junge Garde

Ignis Fatuu

28.06. Brande-Hörnerkirchen, Hörnerfest

In Extremo

11.07. Gießen, Open Air-Kino-Gelände

12.07. Ballenstedt, Flugplatz

(Rockharz Open Air 2014)

17.07. Singen, Festungsruine Hohentwiel

18.07. Merseburg, Schlosshof

19.07. Cuxhaven,

Deichbrand Rockfestival am Meer

01.08. Trier, Amphitheater

03.08. Ludwigsburg, Residenzschloss

10.08. Hildesheim, M’era Luna Festival 2014

16.08. Dinkelsbühl, Flugplatz (Summer Breeze 2014)

22.08. Elspe, Freilichtbühne

29.08. Chemnitz, Wasserschloß Klaffenbach

30.08. Schleswig, Baltic Open Air

05.09. Meißen, Albrechtsburg

06.09. Creuzburg, Burg Creuzburg

11.10. Straubing, Messeareal (Metal Invasion)

In Flames

30.09. Hamburg, Grosse Freiheit 36

03.10. CH-Zürich, Komplex N o 457

04.10. CH-Lausanne, Les Docks

15.10. B-Brüssel, Ancienne Belgique

20.10. NL-Tilburg, 013

24.10. Frankfurt/M., Jahrhunderthalle

25.10. Kempten, bigBOX

26.10. Leipzig, Haus Auensee

27.10. A-Wien, Gasometer

29.10. Berlin, C-Halle

30.10. Ludwigsburg, MHPArena

31.10. Köln, Palladium

01.11. Bochum, RuhrCongress

In Solitude

Beastmilk

Obnoxious Youth

06.10. Hamburg, Hafenklang

08.10. Berlin, cassiopeia

09.10. Leipzig, Hellraiser

10.10. A-Wien, Arena

20.10. Köln, MTC

21.10. München, Feierwerk

22.10. A-Innsbruck, Weekender Club

23.10. Trier, Exzellenzhaus

24.10. Essen, turock

25.10. B-Antwerpen, Kavka

26.10. NL-Arnheim, Willemeen

Insomnium

27.06. Dischingen, Härtsfeldsee

(Rock am Härtsfeldsee)

10.07. Ballenstedt, Flugplatz

(Rockharz Open Air 2014)

14.08. Dinkelsbühl, Flugplatz (Summer Breeze 2014)

Alle Angaben ohne Gewähr!

96 - Orkus!


Orkus! präsentiert:

Lacrimas Profundere

Placebo

20.08. Mönchengladbach, Warsteiner HockeyPark

Orkus! präsentiert:

sukekiyo

Orkus! präsentiert:

Project Pitchfork

27. & 28.06. Brande-Hörnerkirchen

02.08. Wacken, Wacken Open Air

09.08. Hildesheim, M’era Luna Festival 2014

06.09. Leipzig, Kulturpark Deutzen

(Nocturnal Culture Night 9 )

24.10. CH-Herisau, Metalvetia (Bridge Blast 2014)

31.10. Leipzig, Theater-Fabrik-Sachsen

01.11. NL-Kerkrade, De Steen

02.11. Berlin, K17

03.11. Hamburg, Knust

04.11. Wiesbaden, Schlachthof

05.11. Augsburg, Spectrum Club

06.11. Köln, MTC

07.11. Jena, F-Haus

08.11. Oberhausen, Helvete

09.11. Nürnberg, Rockfabrik

13.11. A-Wien, Aera

14.11. CH-Pratteln, Z7

Orkus! präsentiert:

L’âme Immortelle

27.11. Frankfurt/M., Batschkapp

28.11. Bochum, Matrix

29.11. Dresden, REITHALLE STRASSE E®

Orkus! präsentiert:

Letzte Instanz

Ally the Fiddle

03.10. Dresden, EVENTWERK*

05.11. Köln, Live Music Hall

06.11. Bochum, Matrix

07.11. Hamburg, Markthalle

08.11. Hannover, MusikZentrum

13.11. Frankfurt/M., Batschkapp

14.11. CH-Zürich, Komplex N o 457

15.11. München, Backstage (tanzt! 2014)*

20.11. Nürnberg, HIRSCH

21.11. Leipzig, Werk II

22.11. Berlin, Kesselhaus

27.11. A-Wien, ((szene))

28.11. Karlsruhe, SUBSTAGE

29.11. Erfurt, HsD

*ohne Ally the Fiddle

Maerzfeld

26.07. Neuhaus an der Pegnitz,

Burg Veldenstein (Veldensteiner Festival)

27.07. Köln, Tanzbrunnen (X. Amphi Festival)

12.09. Lübeck, Rider’s Café

13.09. Emden, Nordseehalle (Full HD)

25.10. Alsfeld, Stadthalle (Feuer & Eis Festival)

Dieter Meier

02.08. Freiburg, Spiegelzelt (Zelt-Musik-Festival)

25.07. Köln, MS RheinEnergie

(„Call The Ship 2 Port“)

26.07. Köln, Tanzbrunnen (X. Amphi Festival)

02.08. Königstein, Festung Königstein

(Open Air 2014)

25.12. Chemnitz, Stadthalle

(18. The Dark Storm Festival)

Prong

26.07. Viersen, am Hohen Busch

(Eier mit Speck Festival)

27.07. NL-Eindhoven, Dynamo

29.07. NL-Rotterdam, Baroeg

30.07. Weinheim, Café Central

31.07. Wiesbaden, Schlachthof

01.08. Wacken, Wacken Open Air

09.08. B-Kortrijk, VIVES

(Alcatraz Hard Rock & Metal Festival)

23.08. Bad Wünnenberg, Grillhütte

(Wünnstock Open Air 2014)

ROME

06.09. Leipzig, Kulturpark Deutzen

(Nocturnal Culture Night 9 )

18.10. Leipzig, Theater-Fabrik-Sachsen

(Runes & Men Festival)

Schandmaul

31.07. A-Lustenau, am Alten Rhein

(25. Szene Openair)

01.08. Magdeburg, Altes Theater

02.08. Wacken, Wacken Open Air

16.08. Hamburg, Stadtpark Open R*

22.08. Erfurt, Zitadelle Petersberg*

23.08. Hanau, Amphitheater

*mit Versengold

Schöngeist

06.09. Leipzig, Kulturpark Deutzen

(Nocturnal Culture Night 9 )

Seelennacht

16.08. Witten, Excalibur*

30.08. Kirchheilingen, Freibad

(Pool of Darkness Festival 1.0)

*mit Eisenstein und Der Zar

Solar Fake

26.07. Köln, Tanzbrunnen (X. Amphi Festival)

10.08. Hildesheim, M’era Luna Festival 2014

Solitary Experiments

09.08. Hildesheim, M’era Luna Festival 2014

01.11. Leipzig, Haus Auensee

(Gothic meets Klassik)

02.11. Leipzig, Gewandhaus

(Gothic meets Klassik)

Orkus! präsentiert:

Songs Of Lemuria (feat. Nik Page)

13.09. RUS-Moskau, P!PL

15.09. FIN-Helsinki, Nosturi

17.09. F-Paris, Divan du Monde

18.09. GB-London, O 2

Academy Islington

20.09. Berlin, C-Club

21.09. Bochum, Zeche

Orkus! präsentiert:

Tanzwut

27.06. Brande-Hörnerkirchen, Hörnerfest*

28.06. Delitzsch, Peter & Paul Stadtfest**

18.07. Geltendorf, Kaltenberger Gauklernacht**

19.07. Geltendorf, Kaltenberger Ritterturnier**

20.07. Geltendorf, Kaltenberger Ritterturnier**

23.08. Aach, Hirtenhof (MPS)**

30.08. Wuppertal, Waldbühne Hardt

(Feuertal Festival 2014)*

06.09. Großenhain, Tag der Sachsen**

*Rockshow/**Mittelalter-Show

Tarja

16.08. Dinkelsbühl, Flugplatz (Summer Breeze 2014)

Thirty Seconds to Mars

01.07. A-Wien, Marx Halle

02.07. A-Klam, Burgarena Clam

Midge Ure

26.07. Köln, Tanzbrunnen (X. Amphi Festival)

13.11. Hannover, Pavillon

14.11. Braunschweig, Meier Music Hall

16.11. Darmstadt, Centralstation

17.11. Detmold, Stadthalle

18.11. Leverkusen, Scala Club

19.11. Krefeld, Kulturfabrik

21.11. Essen, Zeche Carl

22.11. Ludwigsburg, Scala

23.11. Karlsruhe, jubez

Welle: Erdball

07.11. Kaiserslautern, Kammgarn

21.11. Hannover, MusikZentrum

29.11. Singwitz, KesselhausLAGER

30.11. Berlin, C-Club

05.12. Osnabrück, Rosenhof

06.12. Würzburg, Posthalle

19.12. Krefeld, Kulturfabrik

20.12. Lahr, Universal D.O.G. (Dark Dance Treffen)

21.12. Augsburg, Spectrum Club

25.12. Chemnitz, Stadthalle

(18. The Dark Storm Festival)

Orkus! präsentiert:

Xandria

Owls ’n’ Bats Festival

mit Soror Dolorosa, Unzucht, No

More, salvation AMP, Hurricane Dean

05.07. Detmold, Waldbühne am Hermannsdenkmal

Rockharz Open Air 2014

mit Tiamat, Amorphis, Children Of

Bodom, In Extremo, Saltatio Mortis...

10.–12.07. Ballenstedt, Flugplatz

Mittelalter Open Air Festival

15 Jahre Met-Amensis

mit Tanzwut, Nachtgeschrei, Angel Of

Grief, Brocelian, Coronatus...

11.–13.07. Pastetten

X. Amphi Festival – Open Air 2014

mit Eisbrecher, Front 242, Lacrimosa,

Project Pitchfork, Apoptygma Berzerk...

26. & 27.07. Köln, Tanzbrunnen

Brutal Assault 19

mit Bring Me The Horizon, Amon

Amarth, Children Of Bodom,

My Dying Bride, Venom...

06.–09.08. CZ-Jaroměř, Festung Josefov

M’era Luna Festival 2014

mit And One, In Extremo, Deine

Lakaien, Subway to Sally, Asps Von

Zaubererbrüdern...

09. & 10.08. Hildesheim, Flugplatz

Summer Breeze 2014

mit Machine Head, Heaven Shall Burn,

Children Of Bodom, In Extremo,

Hypocrisy...

14.–16.08. Dinkelsbühl, Flugplatz

Burgfolk MMXIV

mit Saltatio Mortis, Fiddler’s Green,

InVictus, Versengold, The Dolmen...

15. & 16.08. Mülheim/Ruhr, Schloß Broich

Rock’n’Heim

mit Beatsteaks, Placebo, The Prodigy,

Skrillex, Billy Talent...

15.–17.08. Hockenheim, Hockenheimring

Baltic Open Air

mit In Extremo, Saxon, Subway to

Sally, Doro, Eisbrecher...

29. & 30.08. Schleswig, Auf der Freiheit

Orkus! präsentiert:

Tanzritual Festival

mit Letzte Instanz, OST+FRONT,

Unzucht, Fliehende Stürme, EXT!ZE...

12. & 13.09. Bexbach, Utopion

Orkus! präsentiert:

New Model Army

03.10. Lindau, Club Vaudeville

04.10. Augsburg, Kantine

05.10. Freiburg, Jazzhaus

07.10. Karlsruhe, SUBSTAGE

08.10. Saarbrücken, Garage

09.10. Jena, F-Haus

10.10. Coesfeld, Fabrik

11.10. Kiel, MAX

12.10. Beverungen, Stadthalle

18.10. Bremen, Aladin

19.10. Celle, CD-Kaserne

20.10. Frankfurt/M., Batschkapp

20.12. Köln, Palladium

26.09. Guben, Fabrik

27.09. Güstrow, Ernst-Barlach-Theater

05.10. Greifswald, St. Spiritus

17.10. Pirna, Q24

01.11. Fürstenwalde, Kulturfabrik

02.11. Schwedt, Parkschloss Monplaisir

16.11. Zossen, E-Werk

Spiral69

07.09. Leipzig, Kulturpark Deutzen

(Nocturnal Culture Night 9 )

Spiritual Front

17.10. Leipzig, Theater-Fabrik-Sachsen

(Runes & Men Festival)

Sündenklang

05.07. Mülheim/Ruhr, Castle Rock

09./10.08. Hildesheim, M’era Luna Festival 2014

11.07. Ballenstedt, Flugplatz

(Rockharz Open Air 2014)

TICKETS: www.orkus.de

– unter „Tourdaten“!

Rob Zombie

28.06. CH-Wetzikon, Eishalle

01.07. NL-Utrecht, Vredenburg

02.07. L-Esch-sur-Alzette, Rockhal

05.07. Roitzschjora, Flugplatz

(With Full Force Summer Open Air)

Orkus! präsentiert:

Hörnerfest

mit Tanzwut, Letzte Instanz,

Versengold, Ignis Fatuu...

Gothic meets Klassik

mit MONO INC., Front Line

Assembly, Suicide Commando, Solitary

Experiments...

01.11. Leipzig, Haus Auensee

02.11. Leipzig, Gewandhaus

Orkus! präsentiert:

18. The Dark Storm Festival

mit Project Pitchfork, Hocico,

In Strict Confidence, Rotersand,

Grausame Töchter...

25.12. Chemnitz, Stadthalle

Orkus! - 97


Von NEMI gibt es bisher drei Bände mit unzähligen Strips

und Geschichten, erschienen bei U-Line und Ubooks!

Man muss sie einfach alle haben!

Das Leben

ist kurz.

Ist da noch was, was du erleben

willst - bevor du es bereust? Ich will das

Alphabet rülpsen

können.

Ich will

mehr Bier.

Deathstars, Deine Lakaien, Depeche Mode, Eisbrecher, Front Line Assembly,

Lacrimosa, Linkin Park, Rammstein, Schandmaul, Subway to Sally, Sündenklang,

The Cure, The Sisters Of Mercy, Tarja Turunen, VNV Nation, Joachim Witt,

Der Herr der Ringe, The Crow, The Lost Boys...

Jetzt einfach Abo abschließen oder verlängern!

Die nächste Ausgabe erscheint am 15.08.2014

Herausgeber:

Zoomia Medien Gruppe Claus Müller

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Art Direction:

Claus Müller, Fabian Ritter

Design:

Fabian Ritter Artworks

DTP/Satz:

Fabian Ritter Artworks, Brigitta Settels

Lektorat/Korrektorat:

Agnes Merklein

Titelphoto Project Pitchfork:

Silent-View (www.silent-view.com)

Titelphoto Blues Pills:

Stefan Heilemann (www.heilemania.de)

Ständige MitarbeiterInnen:

Nadine Ahlig, Manuela Ausserhofer, Marc

Halupczok, Marie-Luise Henke, Isabell Köster,

Doreen Krase, Axel Schön, Björn Springorum

Freie MitarbeiterInnen:

Enrico Ahlig, Sarah Beilharz, Sebastian Berning,

Annie Bertram, Jessica Boucher-Rétif, Miriam

Claus, Peter Eskriba, Claudia Feger, Marc Frei,

Melanie Haack, Michael Hertel, Christian Hesse,

Richard Klasen, Martin Kreischer, Sascha M.

Kühne, Alexander Maciol, Kerstin Müller, Dinah

Nelke, Jens Pan, Tanja Pannwitz, Giovanni Perna,

Ronja Pludra, Bettina Pudmensky, Annabelle

Reiter, Jana Rischke-Tanaka, Julian Rohrer,

Gaetano Rothenburg, Steffen Rüth, Saskia Scherf,

Evelyn Schön, Lars Schubert, David Skrinjar,

André Steinigen, Ecki Stieg, Christopher Sturm,

Thomas Thyssen, Alexander Triesch, Carsten

Weirich, Elena Winter, Silvio Wolff

Ständige PhotographInnen:

Michael Gamon, Axel Heyder, Christin Kersten,

Thomas Nattermann, Lorenz Pietzsch,

Claudia Schöne

Orkus!-Abonnement:

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Redaktionsschluss für Nr. 09/14:

25.07.2014

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Es gilt unsere Anzeigenpreisliste Nr. 01/2012

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XXXL-WGT-Bericht mit 100en Photos!

Nr. 07/08 · Juli/August 2014

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