Gottes Bodenpersonal - Schw. StV

schw.stv.ch

Gottes Bodenpersonal - Schw. StV

Ausgabe 03/04 2010

StVer in kirchlichen Berufen

• Das Zölibat

• Moins de «civitas» pour la SES

Gottes Bodenpersonal

Les professions religieuses

Z E I T S C H R I F T F Ü R G E S E L L S C H A F T U N D P O L I T I K

R E V U E D E S O C I É T É E T P O L I T I Q U E

R I V I S T A D I S O C I E T À E P O L I T I C A

R E V I S T A P E R S O C I E T A D E P O L I T I C A

H E R A U S G E B E R S C H W E I Z E R I S C H E R S T U D E N T E N V E R E I N S T V

É D I T E U R S O C I É T É D E S É T U D I A N T S S U I S S E S S E S

E D I T O R E S O C I E T À D E G L I S T U D E N T I S V I Z Z E R I S S S

E D I T U R S O C I E T A D D A S T U D E N T S S V I Z Z E R S S S S


In dieser Ausgabe

Dans cette édition

CIVITAS

Inserat ¼-Seite quer (190x64)

3 Editorial

4 Ernst Fuchs, Regens in Chur

6 Felix Gmür, Generalsekretär der

Bischofskonferenz

8 Sr. Ingrid Grave, Dominikanerin

11 Jean-Marc Wild, aumônier à Marly

14 Ruedi Heim, Bischofsvikar

17 Franz-Xaver Hiestand, Studierendenseelsorger

19 Elmar Rotzer, Diakon

22 Das Zölibat aus historischer Sicht

25 Bildungspolitische Kurznachrichten

Foto: Hanspeter Bärtschi

Ein StVer als Ihr Nachfolger

Ein StVer-Freund möchte seine Kompetenzen und Finanzmittel einsetzen, um als Unternehmer die eigene Zukunft zu gestalten.

Er strebt den

Kauf eines Unternehmens (MBI)

im Rahmen einer Nachfolgeregelung an, um es weiterführen zu können. Dieses sollte folgenden Kriterien entsprechen:

● Nahrungsmittel oder andere Konsumgüter des täglichen Bedarfs ● Mittlere Grösse (10-30 Mio Umsatz, 80-150 Mitarbeiter)

● Produktion, Vertrieb, Handel (In- und Ausland)

● (Mehrheits-)Beteiligung, Earn-out, ev. Spin-Off

Er freut sich über Ihre Kontaktnahme an den Beauftragten

Andreas C. Brändle v/o Ewig

MIDELLIS MANAGEMENT | SCHLOSSGASSE 4 | POSTFACH 202 | 3280 MURTEN | TEL 026 670 66 06 | BRAENDLE@MIDELLIS.CH | WWW.MIDELLIS.CH

Foto:

2 civitas 03 / 04 2010


Nach zehn Jahren:

Zum Abschied

Editorial

Ein bisschen Wehmut ist schon dabei, wenn wir hier das 53.

und letzte Editorial schreiben. Es mutet fast ein wenig wie

ein Wink des Schicksals, dass wir ein geistliches Thema aufgreifen,

nachdem wir 1999 mit dem Anspruch angetreten waren,

kein abgehobenes pfarramtlich-sakrales Gemeindeblatt herstellen

zu wollen. Und doch liegt das Thema genau auf der Linie der letzten

zehn Jahre: Themenbezogen einen Einblick gewähren. Nicht immer

waren es so streitbare Themen wie Fristenregelung oder Kifferparadies

Schweiz, eher ruhigere wie Humor oder Theater.

Zur letzten Nummer sind wir «back to the roots» gegangen,

nämlich zum StV und seinen Gottesleuten. Bis auf eine Ausnahme

porträtieren wir StVer und ihre Tätigkeit in der Kirche. Wir haben

uns dabei bewusst auf die katholische Kirche beschränkt. Nicht,

weil wir die Reformierten im StV vor den Kopf stossen wollen,

sondern weil diese Nummer ein bisschen Einblick in verschiedene

Etagen ermöglichen soll. Wir haben gelernt, dass weniger manchmal

mehr ist und wir keine wesentlich neuen Erkenntnisse gewinnen

können, aber unter Umständen etwas verlieren, nämlich einen

tieferen Einblick in die Befindlichkeit der katholischen Kirche und

seines Personals. In diesem Sinne verabschieden wir uns an dieser

Stelle und wünschen unserem Nachfolger Thomas Gmür v/o Mikesch

viel Freude in seiner Aufgabe. Und Jacques-André Possa wird

ihm für den französischsprechenden Teil der «civitas» erhalten

bleiben. Thomas Gmür wird es anders machen und das ist gut so!

Beat Waldmeier v/o Calcio und Erich Schibli v/o Diskus

Après dix ans: pour partir…

C’est avec un pincement au cœur que nous avons écrit ce 53 e et

dernier éditorial. Et c’est presque un clin d’œil du destin que de

terminer sur un thème spirituel, nous qui avions commencé en

1999 avec la volonté de ne pas mettre en place une feuille d’avis

pastoralo-sacrée. Et cependant le thème est tout à fait sur la ligne

des dix dernières années: offrir un tour d’horizon sur un thème précis.

Ce n’a pas toujours été des thèmes aussi chauds que la solution

des délais ou le paradis suisse du chanvre, ou plus calmes comme

l’humour ou le théâtre.

Pour notre dernier numéro, nous sommes retournés vers nos

racines, à savoir la SES et ses gens d’Eglise. A une exception près,

nous avons portraitisé des membres de la SES et leur activité au sein

de l’Eglise. Nous nous sommes volontairement restreints à l’Eglise

catholique. Non pas pour offenser les réformés de la SES, mais

parce que ce numéro devait donner un aperçu de tous les étages.

Nous avons appris qu’en faire moins, c’est faire mieux et que nous

n’aurions pas fait de découvertes plus importantes, mais aurions

perdu quelque chose, à savoir une vision plus profonde des états

d’âme de l’Eglise catholique et de son personnel. C’est ainsi que

nous prenons congé et souhaitons à notre successeur Thomas Gmür

v/o Mikesch beaucoup de plaisir dans sa tâche. Et Jacques-André

Possa v/o Tintin le soutiendra pour la partie francophone du «civitas».

Thomas Gmür le fera différemment et c’est tant mieux comme

cela!

Beat Waldmeier v/o Calcio et Erich Schibli v/o Diskus

Traduction: jap

civitas 03/04 2010 3


«Der Priester ist ein

Freudenbote Gottes»

Ernst Fuchs v/o Kirin, Regens in Chur

Die Aussicht könnte nicht besser

sein. Von der Terrasse aus liegt

Chur mit seinen protestantischen

und katholischen Kirchen zu Füssen und die

Sonne dringt langsam von oben durch den

Hochnebel. Es ist ruhig hier oben, nur leise

sind Geräusche vom nahen Gymnasium zu

hören. Während dort noch Hochbetrieb

herrscht, dominiert im Priesterseminar die

Ruhe. Die Studenten – für einmal kann bei

einem Artikel auf die weibliche Schreibform

verzichtet werden – sind ausgeflogen. Für

Ernst Fuchs v/o Kirin ist dies ein Moment

der Entspannung, denn der Regens ist sonst

für seine Schützlinge verantwortlich. 16

Priesteramtskandidaten sind normalerweise

im Haus, über 20 total auf dem Weg zum

Priesterdasein. Deren Alter ist sehr unterschiedlich,

der jüngste ist 19, der älteste 47.

In 10 Jahren: Fehlende

Priesteramtskandidaten

Die Aussicht vom Priesterseminar St. Luzi

mag gut sein, sie ist es jedoch nicht bezüglich

Nachwuchs für die katholische Kirche.

20 Männer sind zuwenig, um den Bedarf

der nächsten Jahre zu decken. «Selbst für

sogenannte Seelsorgeverbände genügt das

nicht», ist Ernst Fuchs realistisch. Bis 1968

habe es grosse Jahrgänge gegeben, die nächstens

ersetzt werden müssten. «Im Moment

läuft der Betrieb noch, aber in 10, 20 Jahren

wird das Problem sehr gross werden.» Zwar

habe man bisher den Bedarf durch ausländische

Priester etwas auffangen können, aber

das sei keine Lösung für die Zukunft. Man

scheue die Diskussion, wie viele Priester es

überhaupt brauche. Der Regens tritt für eine

offensivere Haltung ein, wenn er sagt, man

müsse in Zukunft werben für den Priesterberuf.

«Es ist ein schöner und vielseitiger

Beruf, der Priester ist der Freudenbote

Gottes», erklärt Kirin, und er kann dabei

seine eigenen Erfahrungen als Beweis anführen.

Von Zürich bis Trun hat er dabei das

ganze Spektrum priesterlichen Wirkens selber

und positiv erlebt. «Ich war auch in verschiedenen

Positionen tätig und habe auch

immer noch Kontakte.» Seine Erlebnisse

helfen ihm dabei, Freude zu vermitteln und

so den Seminaristen Bedenken und Ängste

auszuräumen, welche sich gerade auch aufgrund

des Bildes in der Öffentlichkeit gebildet

hätten, nämlich das des schwulen oder

pädophilen Priesters. «Der Priester ist ein

Gottesmann, der in erster Linie Jesus nachfolgt»,

korrigiert er.

Zölibat bleibt

Als Regens für das Seminar ist er dafür zuständig,

die Kandidaten «das Gruppenerlebnis

der Apostel um Jesus erfahren zu lassen».

Diese Gemeinschaft sei sehr wichtig. In einem

Einführungsjahr können sie herausfinden, ob

sie für das Amt geschaffen sind, ob sie bescheiden,

gehorsam und zölibatär leben wollen. In

den 70er-Jahren hätten die Kandidaten noch

die Erwartung gehabt oder haben können,

dass das Zölibat falle, aber heute nicht mehr.

Seit mehr als einem Jahr füllt Ernst Fuchs das

Amt des Regens aus, was auch für ihn eine

Umstellung war. Als Dorfpfarrer ist man zwar

im Leben drin, kann sich aber auch leichter

zurückziehen, als dies heute der Fall ist, wo er

im Priesterseminar wohnt. «Es ist am Anfang

schon eine Umstellung», stellt er fest.

Fotos: bw

4 civitas 03 / 04 2010


Es fehlt die religiöse Grundbildung,

obwohl der Religionsunterricht

noch nie so gut war wie heute.»

Im Seminar keine Kirchenpolitik

Das Seminar galt noch vor nicht langer Zeit

als Hort konservativer Kirchenpolitik, womit

natürlich Kirin unter Beobachtung stand und

steht. «Ja, ich stehe unter Beobachtung und das

ist auch gut so.» Das sei schon so als normaler

Dorfpfarrer gewesen. Für ihn ist Offenheit

eine katholische Eigenheit. Er selber wolle keine

Kirchenpolitik machen, das sei eben nicht

der Sinn des Seminars. Der gegenseitige Respekt,

der Dienst an der Versöhnung, das seien

Dinge, die wichtig und entscheidend seien.

50 Prozent der Seminaristen

sind Schweizer

Das Priesterseminar ist längst nicht nur der

Ort, wo junge Männer auf ihre Aufgabe als

Priester vorbereitet werden, sondern ein Ausbildungs-

und Austauschzentrum der katholischen

Kirche überhaupt. «Viele Pfarrer, Pastoralassistentinnen

und Pastoralassistenten

kommen zur Weiterbildung hierher». So sei

auch der Rückfluss betreffend Erfahrungen

gegeben. Dazu gesellt sich die Theologische

Hochschule mit dem Pastoralinstitut. Weiterbildungsseminare

seien also zahlreich. Auch

ist das Priesterseminar Wohnort, beispielsweise

von Bischof Amédée Grab v/o Chräh. So

ergebe sich ein reges Kommen und Gehen bei

Hausbewohnern und Gästen, was er als positiv

empfindet. Chur ist aber nicht nur ein nationales

Kompetenzzentrum, sondern strahlt

über die Grenzen hinaus. Nur etwa 50 Prozent

der Seminaristen sind Schweizer, auch nur 50

Prozent haben als Muttersprache Deutsch.

Einführungsjahr im Priesterseminar wichtig

Das Einführungsjahr ist nicht nur für

Fremdsprachige nötig, um sie an die deutsche

Sprache heranzuführen, sondern überhaupt

um das Katholische näherzubringen.

Das tönt einigermassen erstaunlich, doch

ist es für Fuchs eine Notwendigkeit. «Dass

die Kandidaten in einer katholischen Welt

aufwachsen, ist keine Selbstverständlichkeit

mehr.» Viele kennen die Bräuche nicht

mehr, entweder weil sie in der Familie oder

im Ort nicht mehr gepflegt werden. «Es

fehlt die religiöse Grundbildung, obwohl

der Religionsunterricht noch nie so gut war

wie heute», sagt er ohne Groll. Der Lebensrhythmus

der ganzen Bevölkerung habe sich

verändert, sei früher näher an der Natur gewesen.

«Heute scheinen viele gut ohne Religion

leben zu können», stellt der Regens

fest. Ein weiterer Punkt ist, dass viele Spätberufene

interessiert seien. Tatsächlich sind

die ältesten Seminaristen über 40 Jahre alt.

Viele hätten bereits einen anderen Beruf

gelernt. Dazu kommen auch Neubekehrte,

welche erst in die katholische Gedankenwelt

eingeführt werden müssten. Das mache das

Priesterseminar St. Luzi gegenüber früher

vielfältiger, komplizierter, aber auch spannender,

erklärt Fuchs.

Interessant ist, dass die Mehrheit

der zukünftigen Priester aus dem Kanton

Zürich, der Diaspora, stammt, dem Hort

des Widerstands gegen das Churer Kirchenestablishment.

«Die Zürcher Katholiken

sind in einer Minderheitssituation und

werden sich deshalb viel früher ihres Katholischseins

bewusst», begründet der Regens.

Und sie müssten sich oft gegen Widerstände

durchsetzen. «Es ist heutzutage für Eltern

oft nicht einfach zu verstehen, wenn ihr einziges

Kind Priester werden will.» Die Zeiten,

als es für eine Familie eine Ehre gewesen sei,

dass eines der vielen Kinder Gottesmann

wurde, seien schon lange vorbei. Nicht nur

bei den Menschen, auch bei den Ausbildungsplätzen

ist der Kanton Zürich führend.

Obwohl es ja nicht eine Riesenschar

ist, die sich in Chur ausbilden lassen will, sei

es nicht immer ganz einfach, einen Platz für

die Ausbildung zu finden. «Einige wenige

Pfarreien tragen vor allem mit», hat Fuchs

festgestellt. Das seien vor allem solche aus

dem Kanton Zürich, dann ein paar aus der

Innerschweiz.

Ad personam

Ernst Fuchs ist am

16. Mai in Willerzell bei

Einsiedeln geboren, ging

nachher in Einsiedeln zur

Schule, wo er die Matur

erlangte. Seine Studien

in Slawistik und Theologie

führten ihn nach Bern, Prag, Freiburg

i. Ue. und Rom. Nach seiner Ausbildung zum

Priester wurde er Pastoralassistent in Zürich-

Witikon, dann Diakon und Vikar in Zernez

und Sachseln und Pfarrer in Trun GR, danach

wurde er 2009 zum Regens des Priesterseminars

St. Luzi in Chur berufen. Fuchs

v/o Kirin ist Mitglied der Corvina, Berchtoldia,

Helvetia Romana und AHB-Vorstandsmitglied

des Schweizerischen Studentenvereins.

Er nennt als seine Hobbys Lesen,

Wandern, Reisen und den StV.

bw

civitas 03/04 2010 5


«Im Pfarrhaus muss

Licht brennen»

Felix Gmür v/o Schpoot, Generalsekretär der Bischofskonferenz

Es gibt angenehmere Aufgaben, aber

ganz sicher zurzeit ruhigere Arbeitsplätze

als die eines Generalsekretärs

der Schweizer Bischofskonferenz. Dies, weil

nicht alle aus Gottes Bodenpersonal so tun

beziehungsweise getan haben, wie sie sollten.

Die Aktualität der Missbrauchsdebatte

ist das eine, aber die langfristige Sicherung

des geistlichen Beistands für die sogenannten

Schäflein etwas anderes: Für Felix Gmür

v/o Schpoot steht nämlich die Frage des

Priestermangels schon länger auf der Traktandenliste

seiner Tätigkeit. Sie wird durch

die Aktualität überdeckt, vielleicht sogar

erschwert, aber sie bleibt dringend. Die

fehlenden Priester verlangen nach neuen

Lösungen. Verschiedene Ansätze stehen dabei

im Vordergrund, die sich in der Art fast

widersprechen können.

1. Einerseits will man mit der «Unité

pastorale», den Seelsorgeeinheiten, die

lebensraumorientierte Seelsorge, fördern.

«Die Leute leben und arbeiten nicht mehr

am gleichen Ort, daher braucht es nicht

Fotos: Hanspeter Bärtschi

6 civitas 03 / 04 2010


mehr so viele Priester in den Schlafstädten.»

Aber die Kirche müsse weiterhin vor Ort selber

sein und Präsenz markieren. Oder wie es

Gmür sagt: «Im Pfarrhaus muss es Licht haben.»

Auf der anderen Seite werden offene

Angebote wichtiger wie eine Sihlcity-Kirche,

eine Bahnhofkirche oder eine offene Kirche,

welche eine Anlaufstelle für Leute auf der

Suche bilden. Also eine Mischung von Zugehen

und Dasein für die Gläubigen.

2. Es hat sich gezeigt, dass religiöse

Zentren sehr wichtig sind und man sie

stärken müsse. Einsiedeln als traditionelles

Angebot oder die Jesuitenkirche in Luzern

seien Anlaufpunkte für Leute, die wissen,

was sie wollen. Dieses Modell entspricht

der immer weniger vorhandenen örtlichen

Orientierung der Gläubigen zugunsten

einer inhaltlichen Suche.

3. Man will die Pfarreien mit Laien

besetzen, weil der Ansatz, dass man alles so

lässt, wie es ist, wenig schlau sei. Während

der Prozess in Frankreich bereits weiter

fortgeschritten ist, sei das in der Schweiz

anders, weil die Strukturen komplizierter

seien. «Zu einer katholischen Kirche gehört

ein Priester», dies sei noch in vielen Köpfen.

Ausländische Priester könnten das Problem

nicht lösen, schon weil der Bund nur 25

Leute pro Jahr zuliesse, die nicht aus der EU

sind. Man müsse diese Leute auch intensiv

schulen, damit sie die kulturellen Unterschiede

kennen.

Die Kirche müsse den Mut haben, neue

Modelle auszuprobieren, nötigenfalls auch

mal eine Kirche zu schliessen, denn die Seelsorgeeinheiten

seien nicht die Lösung aller

Probleme. «Der Priester, früher für die allgemeine

Seelsorge zuständig, droht so zu

einem Funktionär zu werden und ist als

Mensch nicht mehr spürbar.» Und Gmür

macht darauf aufmerksam, dass auch bei

den Laienseelsorgern ein Mangel bestehe.

Mindestens ebenso zu schaffen macht

der Kirche nicht nur der Priester-, sondern

auch der Gläubigenmangel. War die

Religion früher Teil des Alltags, ist sie nun

wie ausgekoppelt. «Die Leute verstehen sich

nicht mehr als aktiven Teil der katholischen

Kirche.» Das Morgen- und Abendgebet und

das Beten vor dem Essen verschwänden immer

mehr. «Das wichtigste Bodenpersonal

sind die Eltern, aber sie selber lernen das

religiöse Leben nicht mehr.» Man delegiere

die Aufgabe der religiösen Erziehung an

die Kirche. Vor allem in Westeuropa werde

das religiöse Bedürfnis anders gestillt. Eine

Absage erteilt der Generalsekretär der Idee

«Jesus ja, Kirche nein». Das entspreche der

Tendenz, alles was schlecht sei, der Institution

Kirche anzuhängen. Die Krise der

Institution betreffe im Übrigen beispielsweise

auch die Polizei und die Banken. Der

guten alten Zeit hinterher trauern will aber

auch Gmür nicht. Dass zwischen 1850 und

1950 80 Prozent der Katholiken und 70

der Reformierten in der Kirche waren, sei

vergangene Zeit und ob sie besser war, fragt

er sich im gleichen Atemzug auch. Klar sei

für ihn aber, dass sich das Volk heute mehr

entscheiden müsse. «Entscheidungs- statt

Erbchristentum.» Und die Kirche müsse die

Inhalte – nämlich mit der Konzentration auf

das Wesentliche – so vermitteln, dass es die

Entscheidung fördere. «Gott wird Mensch,

einer von uns.» Die Orientierung im Leben,

Ad personam

Felix Gmür, geboren am 7. Juni 1966 in

Luzern, studierte in München, Paris, Rom

und Freiburg und schloss als Dr. der Philosophie

ab. Anschliessend folgten vier Jahre im

Bistum Basel als Pastoralassistent, Diakon,

Vikar, Pfarradministrator in der Seelsorge,

1999 liess er sich zum Priester weihen. Von

2001 bis 2004 war er in Rom, dann Subregens

am Priesterseminar Luzern, bevor er

2006 zum Generalsekretär der Bischofskonferenz

gewählt wurde. Schpoot ist Mitglied

der Helvetia Monancensis, Vindelicia im

CV, Alemannia, Helvetia Romana. Als seine

Hobbys bezeichnet er Musik und Reisen.

Das wichtigste Bodenpersonal sind die Eltern,

aber sie selber lernen

das religiöse Leben nicht mehr.»

die Sinngebung, die Christusnachfolge sei

wichtig, das Nachher ist geregelt. «Alles andere

ist Beigemüse und nicht Kern des Glaubens.»

In diesem Spannungsfeld bewege sich

der Priester, der heute immer flexibler sein

müsse, weil das Volk auch vielfältiger werde.

«Wer geeignet sein will als Pfarrer, muss

gute Nerven haben und darf keine Mimose

sein», hat Gmür festgestellt. Er selber schätze

den Kontakt mit der Bevölkerung sehr, er

sei auch selber an den Wochenenden unterwegs

in den Pfarreien.

bw

civitas 03/04 2010 7


Ein Ordensleben ausserhalb

der Klostermauern

Schwester Ingrid Grave, Dominikanerin

Von aussen deutet nichts daraufhin,

dass das Haus eine kleine Gemeinschaft

von Dominikanerinnen

beherbergt. Das Haus ist schlicht, alt, unscheinbar.

Das Haus zum Palmbaum, wie

es genannt wird, befindet sich mitten in

der Zürcher Altstadt. Direkt neben einem

Wirtshaus. Auch die Beschriftung der Klingelknöpfe

verrät nichts Aussergewöhnliches.

«Ingrid Grave» steht neben einem der

Köpfe geschrieben. Ingrid Grave ist Nonne,

Ordensschwester. Sie gehört dem Orden der

Dominikanerinnen an. Seit 2002 lebt sie

jedoch nicht mehr im Kloster in Ilanz, sondern

zusammen mit einer Mitschwester in

diesem Haus im Zürcher «Niederdörfli». Im

selben Haus wohnt auch ein Paar und eine

junge Frau, die sich dem spirituellen Weg

der Ordensfrauen verbunden fühlt. Hier

gibt die Ordensschwester Menschen, die

auf der Suche nach Spiritualität und Glaube

sind, die Möglichkeit einen Zugang dazu zu

finden. Die Menschen – es sind praktisch

ausschliesslich Frauen – können diese Hilfe

dank der Unauffälligkeit des Ortes sehr diskret

in Anspruch nehmen. Die Diskretion

wird dadurch unterstrichen, dass die Ordensschwester

nicht in ihrem Ordenskleid,

sondern in ganz normaler Kleidung ihrer

Arbeit nachgeht.

Viele Menschen sind auf der Suche

Auch wenn die Örtlichkeit nicht offensichtlich

auf ein klösterliches Leben hinweist,

Schwester Ingrid Grave lebt wie eine Ordensschwester:

bescheiden, religiös und in einer,

wenn auch sehr kleinen, Gemeinschaft. «Es

war meine Idee, einen Ort zu schaffen, wo

Frauen diskret hinkommen können, die spirituell

auf der Suche sind», erklärt Schwester

Ingrid Grave. Mittlerweile organisiert

sie regelmässig Gebetsabende und Schweigemeditationen

oder hilft den Menschen in

persönlichen Gesprächen weiter. «Ich hatte

den Eindruck, dass es viele Menschen gibt,

die mit der Kirche ein Problem haben, aber

durchaus gläubig sind», fährt die 72-Jährige

fort. Diesen Menschen möchte sie eine Möglichkeit

geben, einen Zugang zum Glauben

oder zur Spiritualität zu finden. Wichtig

dabei sei, niemandem etwas aufdrängen zu

Fotos: Hanspeter Bärtschi

8 civitas 03 / 04 2010


wollen. «Viele haben das Gefühl, in der Kirche

wird ihnen etwas aufgedrängt, was sie

gar nicht wollen», meint die Ordensschwester.

Vielleicht eine Erklärung dafür, warum

so viele Menschen auf der Suche sind.

Schwester Ingrid Graves Angebot

macht nur Sinn, wenn die Räumlichkeiten

zentral und unauffällig sind. Dafür ist

das Haus zum Palmbaum ideal. Es gehört

der evangelisch-reformierten Gemeinde

der Predigerkirche, mit der die Schwestern

eine enge ökumenische Zusammenarbeit

pflegen. Die Schwestern bewohnen je ein

Zimmer, es gibt eine Küche und Zimmer für

Gäste, den Gebets- und Meditationsraum

sowie Räume die von der Kirchgemeinde

genutzt werden.

Die «Freischaffende»

Die Ordensschwester bezeichnet sich als

«freischaffend». «Ich bin nirgends angestellt»,

sagt sie. Ist Gott ihr Auftraggeber?

Ingrid Grave lacht herzlich. Wohl eher der

heilige Dominikus, der Begründer des Ordens.

«Unser Auftrag ist es, für die Menschen

da zu sein», erklärt sie. Wie das jede

einzelne Ordensschwester macht, sei von

ihren eigenen Fähigkeiten abhängig.

Natürlich spielt Gott in ihrem Leben

eine zentrale Rolle. «Wir haben den Gott

Jesu Christi vor Augen», erklärt Schwester

Ingrid Grave. «Den Gott, der uns Jesus

Christus vorgestellt hat.» Der liebende Vater

also, der für die Armen, die Verzweifelten

und die Bedrängten einstand. «Und nicht,

was die Kirche daraus gemacht hat», fügt

sie an. «Für uns ist nicht entscheidend, was

jemand in Rom denkt, entscheidend ist, was

uns die Bibel durch Jesus Christus sagt. Und,

was jede als eigene Berufung empfindet.»

Berufung ist es wohl auch, wenn sich jemand

dafür entscheidet, ins Kloster einzutreten.

«Natürlich ging auch bei mir eine Phase der

Hin- und Hergerissenheit voraus», blickt

Ingrid Grave zurück. Der Gedanke habe

sie aber nicht mehr losgelassen. «Ich dachte

mir, dann muss ja wohl was dran sein»,

erzählt sie. So entschied sie sich mit 23 Jahren,

es zu versuchen. «Und dann beruhigte

sich dieses Hin und Her.» Den Entscheid

bereut sie bis heute nicht. Sie vergleicht das

Klosterleben mit einer Partnerschaft. «Ein

gewisses Risiko bleibt in beiden Fällen. Mit

der Zeit zeigt es sich, ob man sich geirrt hat,

oder man noch tiefer in die ‹Beziehung› eintaucht»,

erklärt die Ordensschwester.

Rausgehen und predigen

Geirrt hat sie sich nicht, Ingrid Grave. Auch

was die Wahl des Ordens angeht nicht. Die

Entscheidung, Dominikanerin zu werden,

fiel ihr nicht schwer. Einerseits kannte sie

den Dominikanerorden – auch Predigerorden

genannt – aus ihrer Heimat schon ein

wenig. Anfang 13. Jahrhundert wurde der

Orden vom heiligen Dominikus gegründet.

Er versuchte die biblische Wahrheit herauszuschälen,

mit der die Menschen leben

konnten. Und er ging raus, um dies zu predigen.

«Weil es ein Predigerorden war und

weil mir die Atmosphäre in den Gemeinschaften,

die ich kannte, gefiel, entschied

ich mich für diesen Orden», sagt Schwester

Ingrid Grave. Beeindruckt sei sie auch vom

Wappen des Ordens gewesen. «Darüber

stand ‹veritas› geschrieben. Wahrheit, das

war mir auch sehr wichtig.» Dass sie vor

einiger Zeit die Klostermauern verlassen

hat, passt zu den Ursprüngen des Ordens.

Schwester Ingrid Grave ist – wie damals

Dominikus – ausgezogen, um zu predigen

und um für Menschen da zu sein, die in seelischer

Not sind.

Résumé

Nadja Kaiser

Ad personam

Von Norddeutschland über

Ilanz und Leutschenbach ins

Zürcher Niederdörfli

Ingrid Grave

ist 1937 in Norddeutschland

geboren.

Im Alter

von 23 Jahren

trat sie ins Kloster

ein. Sie schloss sich 1965 endgültig dem

Orden der Dominikanerinnen im Kloster in

Ilanz GR an.

Von 1994 bis 2000 moderierte die Ordensschwester

die Sendereihe Sternstunde

Schweizer Fernsehen. Zwei weitere Jahre

blieb sie beim SF: Nun sprach sie in der

Sendung Wort zum Sonntag zu den Zuschauern.

Nach diesem Engagement kehrte die

Ordensschwester nicht wie geplant ins

Kloster in Ilanz zurück, sondern bezog

ein Zimmer in einem Haus in der Altstadt

Zürichs. Seither verwirklicht sie hier ihre

Idee, Frauen eine Möglichkeit zum Glauben

und zur Spiritualität zu eröffnen.

Une vie dans les ordres hors des murs

Sœur Ingrid Grave est entrée dans les ordres à l’âge de 23 ans, choisissant l’ordre prêcheur

des Dominicaines, au couvent d’Ilanz. Et comme dans un partenariat, c’est avec le temps qu’on

se rend compte si on a fait le bon choix. Sœur Ingrid en est convaincue, tout comme le choix

de l’ordre. Elle apprécie tout particulièrement l’importance liée au prêche dans cet ordre, fondé

au XIII e siècle par saint Dominique. Sœur Ingrid a d’ailleurs utilisé des moyens très modernes

pour cela, étant donné qu’elle a travaillé pendant huit ans à la Télévision Suisse (alémanique),

animant une émission consacrée à la religion. Cela lui a permis de rencontrer un monde totalement

nouveau. Après cela, elle n’est pas rentrée au couvent, mais s’est établie dans une maison

au centre de la vieille ville de Zurich, qu’elle partage avec une coreligionnaire. Dans cette

vieille demeure appelée «Haus zum Palmbaum» vit également un couple ainsi qu’une jeune

femme. Dans cet endroit, la religieuse a la possibilité d’aider des personnes – très souvent des

femmes – en quête de spiritualité et de foi à accéder à celles-ci.

Et même si le lieu ne renvoie pas à la vie de couvent, Sœur Ingrid vit comme ses coreligionnaires:

modestement, religieusement et au sein d’une communauté, certes restreinte. Créer

cet espace fut son idée; elle organise également des soirées de prière et des méditations silencieuses

ou soutient les gens par le biais d’entretiens personnels. Elle répond ainsi à un besoin,

notamment de gens qui sont croyants, mais qui ne se retrouvent pas dans l’Eglise. La modestie

du lieu, qui appartient à la paroisse réformée avec laquelle Sœur Ingrid mène une importante

activité œcuménique, est également un avantage pour son activité. Activité pour laquelle elle a

quitté, comme saint Dominique à l’époque, les murs du couvent, pour prêcher et pour soutenir

les gens qui sont dans le besoin spirituel.

Traduction/résumé: jap

civitas 03/04 2010 9


Schwester Ingrid Grave: Die Zeit beim Schweizer Fernsehen

Als Moderatorin nicht nur gern gesehen

Schwester Ingrid Grave ist in der Schweiz

einigen wohl aus dem Fernsehen bekannt.

Sechs Jahre moderierte sie die Sendereihe

Sternstunde sonntagmorgens im Schweizer

Fernsehen. Anschliessend durfte sie während

zweier Jahre ihre Gedanken in der Sendung

Wort zum Sonntag vorstellen. Noch heute wird

sie an Veranstaltungen eingeladen, um über

ihre Erfahrungen beim Fernsehen zu erzählen.

Sei es an Altersnachmittagen, vor Schulklassen,

an Vereinsanlässen oder in Jugendkirchen.

Die Arbeit beim Fernsehen öffnete

Schwester Ingrid Grave verschiedene Türen,

um später vor Publikum über Spiritualität und

Mystik zu referieren.

Auch persönlich habe diese Aufgabe sie

weitergebracht. «Ich bin in ein Gebiet eingetaucht,

das ich vorher nicht kannte», erklärt

die Dominikanerin. Sie habe Menschen

kennen gelernt, die nichts mit Kirche oder Religion

zu tun hatten. «Dadurch konnte ich deren

Weltsicht erfahren», erklärt sie. Zudem kam sie

mit sehr vielen Themen in Berührung, lernte,

vor Publikum aufzutreten und frei zu sprechen.

«Insgesamt war für mich die Zeit beim Fernsehen

eine Horizonterweiterung», erklärt sie.

Der Zufall half mit

Die Ordensschwester nennt es Zufall, dass sie diese

Aufgabe beim Fernsehen übernehmen durfte.

«Ich habe mich nicht um die Stelle beworben»,

sagt die 72-Jährige und lacht. Zufällig sei sie es

gewesen, die die telefonische Anfrage des Schweizer

Fernsehens entgegengenommen habe. Ingrid

Grave war zu dieser Zeit im Team der Ordensleitung.

Doch ihre Amtszeit in der Leitung neigte

sich bereits dem Ende entgegen. «Auch das

ein Zufall», sagt sie. Denn, die beiden Aufgaben

wären unmöglich miteinander vereinbar gewesen.

So liess sich Schwester Ingrid Grave als Moderatorin

«testen». «Alle Interessentinnen wurden

getestet. Wie ist die Sprache? Wie steht man da?

Wie kommt man rüber?», erzählt sie. «Ganz unerwartet

habe ich diesen Test bestanden.»

Viel Lob, aber auch heftige Kritik

Die Ordensschwester stand also vor der Entscheidung,

ob sie die Stelle beim Fernsehen

antreten soll oder nicht. Sie ahnte wohl, dass

sie bei einer Zusage nicht nur lobende Worte zu

hören bekommen würde. Und tatsächlich, ihre

Fernsehauftritte wurden auch stark kritisiert.

«Vor allem aus konservativen Kreisen musste ich

mir heftigste Kritik anhören», erinnert sie sich.

«Statt in Bescheidenheit zu leben, würde ich am

Bildschirm eine Show abziehen, hiess es.» Dass

sie als Frau so etwas machte, kam auch nicht

überall gut an. «Daneben bekam ich aber auch

ganz viel Lob», fügt sie an.

Sie lernte mit den kritischen Stimmen umzugehen,

zumal sie sich selbst in ihrer Entscheidung

sicher war. «Der heilige Dominikus und die

Dominikaner waren Prediger», erklärt sie. Es lag

also im Ursprung des Ordens, zu predigen, nach

draussen zu gehen und seine Meinung kund

zu tun. «Bei der Entscheidung fragte ich mich:

wenn Dominikus heute leben würde, was würde

er dazu sagen, dass ich als Frau diese Fernsehstelle

annehme? Die Antwort war klar. Er würde

sagen: Selbstverständlich!» Im Grunde war es

die moderne Art, nach draussen zu gehen, zu

predigen und zu überzeugen, was sie glaubt.

Foto: Hanspeter Bärtschi

10 civitas 03 / 04 2010


Faire un bout de

chemin avec les élèves

Jean-Marc Wild, aumônier du Cycle d’orientation de Marly FR

Les élèves se posent

beaucoup de questions

sur l’importance d’être

soi-même.»

Photo: jap

Cela fait plus de 35 ans que le

Cycle d’orientation de Marly a été

construit. En trois décennies, beaucoup

de choses ont évolué; pour suivre l’augmentation

constante des élèves, de nouvelles

ailes ont été construites, le corps professoral

s’est agrandi. Pour être en adéquation avec

son époque, l’établissement a évidemment

acquis tout le matériel informatique adéquat.

Pourtant, un changement apparemment

anodin a eu lieu il y a deux ans à peine:

un aumônier a été nommé au sein de l’établissement.

«Comme dans tous les cycles

d’orientation francophones du canton de

Fribourg», souligne Jean-Marc Wild, qui occupe

ce poste depuis sa création. «L’évêché

avait décidé d’aller vers les gens dans leurs

lieux de vie. Et l’école est un lieu de vie extrêmement

important». Si le poste est financé

par l’Eglise, l’école met à disposition un bureau

agréablement agencé où il peut recevoir

des élèves. Il peut également utiliser l’infrastructure

informatique de l’établissement.

«Au début, tout était à inventer, à créer, ce

qui était à la fois un défi impressionnant et

excitant.» Mais le nouvel aumônier du CO

de Marly pouvait compter sur une solide

expérience sur le terrain de la pastorale ou

dans l’encadrement des jeunes, s’étant notamment

occupé pendant plusieurs années

des servants de messe de la paroisse ou encore

des scouts. «C’est vrai, mais le public

est tout de même différent, j’avais affaire auparavant

à des groupes plus identitaires, et

il fallait trouver des activités qui s’intègrent

dans ce nouveau cadre.»

Les actions de l’aumônerie sont menées

dans quatre axes différents: tout d’abord il y

a l’écoute, si un élève se pose des questions

civitas 03/04 2010 11


Il faut offrir aux jeunes,

de manière gratuite

et désintéressée, une écoute,

un soutien sur leur chemin

personnel.»

sur la foi. «Il faut ici bien distinguer le service

de l’aumônerie de celui de la médiation,

voire de la psychologie scolaire, et j’ai pu à

plusieurs reprises aiguiller des élèves vers

le médiateur; ce dernier s’occupe plutôt du

‹comment›, moi je gère le ‹pourquoi›. Je le

précise bien lors de mes passages dans les

classes pour présenter l’aumônerie. Mais

c’est vrai que des questions liées à la médiation

peuvent déclencher des questions

existentielles par rapport à la foi.» Il faut

bien reconnaître cependant que les élèves ne

se bousculent pas au portillon et que dans

ce champ d’action, Jean-Marc Wild ne rencontre

qu’une poignée d’élèves. Autre axe,

celui des activités menées dans les classes,

avec la collaboration des enseignants en

religion de l’établissement. «Nous formons

d’ailleurs une équipe», souligne Jean-Marc

Wild. Cette année, les discussions dans

les classes se sont focalisées sur la gestion

du deuil, par le biais d’une activité, menée

avec le soutien de l’association Vivre avec la

mort, spécialisée dans l’accompagnement

du deuil... «Le but ici est simplement de

souligner l’importance d’un deuil, d’encourager

les élèves à accepter leurs différentes

émotions et à trouver les ressources qui les

entourent.» Jean-Marc Wild apprécie par

ailleurs ces passages dans les classes, que ce

soit pour cette activité ou pour présenter son

service. «L’écoute des élèves est globalement

toujours bonne, on sent qu’ils sont attentifs

et que certains se posent des questions.»

Mais c’est bien souvent dans les activités

mises en place par l’aumônerie que

les questions concernant la foi surgissent.

Notamment lorsqu’il est possible de faire

un lien entre l’activité en question et des

problématiques spirituelles. Et Jean-Marc

Wild de citer en exemple une sortie de

grimpe effectuée aux Gastlosen, activité

qui a laissé un souvenir extraordinaire à

l’aumônier, comme aux participants. «Il y

avait également des enseignants qui étaient

présents, et nous avons effectué avec les

élèves des ateliers qui permettaient de lier

ce qu’ils vivaient pendant l’activité et de

faire une réflexion qui allait du côté de la

foi, en utilisant par exemple la parabole du

roc et du sable. Cela devenait un véritable

échange sur la spiritualité. En outre, ce que

j’ai énormément apprécié dans cette activité,

c’est l’union qui s’est créée autour de

ces 24 élèves, qui venaient pourtant tous de

classes différentes.»

C’est parfois autour d’un film que se

cristallisent les discussions, étant donné que

l’aumônerie propose également une activité

intitulée Ciné-crêpes, qui consiste à regarder

un film puis d’en discuter autour d’un

repas. Jean-Marc Wild se souvient que le

film «Into the Wild» avait suscité un débat

passionnant: «Les élèves se sont posé beaucoup

de questions sur les choix, sur l’importance

d’être soi-même, de trouver sa voie,

de goûter à sa liberté; d’autres avaient de la

peine avec le scénario qui relate pourtant

une histoire vraie.» Bref, un débat splendide,

entre une poignée de participants. Les

séances attirent en général une dizaine de

spectateurs. Dans l’ensemble, l’aumônier a

eu quelque 150 participants pour l’ensemble

de ses activités en une année, dont 40 élèves

pour une sortie en raquettes. Un nombre

modeste, certes, mais qui correspond aux attentes

et qui doit être mis en regard avec les

nombreuses sollicitations et activités qu’ont

déjà les adolescents aujourd’hui.

Il est clair que les élèves qui participent

à ces activités ne sont pas tous forcément

attirés par l’Eglise, certains ne sont pas

croyants, mais cependant cela permet de

donner une autre image de l’aumônerie et de

modifier parfois l’opinion de certains adolescents.

Cependant l’aumônier se défend de

faire du prosélytisme. «N’ayant jamais aimé

cela, même en paroisse, je ne veux en aucun

cas le faire, ni donner l’impression que

c’est le cas. Je ne suis pas un prêtre déguisé.

Photo: jap

12 civitas 03 / 04 2010


Zusammenfassung

Zuhören und auf dem persönlichen Weg begleiten

Seit 35 Jahren existiert die Orientierungsstufe in Marly und seit gut zwei Jahren hat das Bistum

die Stelle des Seelsorgers für die Schüler eingerichtet.

Jean-Marc Wild, gelernter Hochbauzeichner und Absolvent des Theologiestudiums, durfte

von Anfang an die Stelle aufbauen. Alles musste neu geschaffen werden, eine eindrückliche

und aufregende Herausforderung, wie Wild selber meint. Er ist zudem Vater von vier Kindern.

Die Aktivitäten der Seelsorge werden auf vier Bereiche aufgebaut. Im Vordergrund steht

das Zuhören, falls ein Schüler Fragen zum Glauben habe. Im Unterschied zur Schulpsychologie

gehe es bei der Seelsorge um die Frage warum.

Zum Zweiten gehe es um Aktivitäten, die in Zusammenarbeit mit dem Religionsunterricht

durchgeführt werden. Heuer werde die Diskussion um die Frage der Trauerverarbeitung

geführt. Die Schüler hören aufmerksam zu. Bei solchen Aktivitäten würden dann die Glaubensfragen

von den Schülern gestellt.

Als weitere Aktivitäten nennt Wild die Klettertage in den Gastlosen und die «Ciné-crêpes».

Beim letzteren Beispiel werde nach einem Film gemeinsam bei einer Mahlzeit der Film besprochen.

Beim letzten Film Into the Wild ging es hauptsächlich um die Frage, seinen eigenen

Weg zu finden. Mit 150 Teilnehmern an diesen Aktivitäten pro Jahr sei die Präsenz noch eher

bescheiden.

Ein vierter Bereich sind die sichtbaren Veranstaltungen, welche mit der Schule durchgeführt

werden. Die Solidaritätsaktion, wie beispielsweise die Karwochen, war von der Seelsorge gruppe

geführt worden, oder auch die Animationen in der Eingangshalle der Schule, wie beispielsweise

die Adventsdekoration.

Dabei entstünden Diskussionen, kommen Fragen auf. Wild scheut die Debatte um die Frage

«woher kommen wir, wohin gehen wir?» nicht.

Die Bilanz nach gut zwei Jahren: Wild ist äusserst zufrieden über seine Wahl. Natürlich

wünsche er sich eine regere Beteiligung von Seiten der Schüler. Seine Schlussfolgerung: Man

müsse kontinuierlich Präsenz zeigen und den Jungen ohne Kosten und ohne Verpflichtung ein

Ort des Zuhörens anbieten und sie auf ihrem persönlichen Weg begleiten.

Le but est d’aller vers les jeunes et de faire

un bout de chemin avec eux. Si quelqu’un

trouve une réponse qui peut l’aider dans sa

vie, tant mieux.» D’ailleurs, il ne cherche pas

à savoir si les élèves qui viennent aux différentes

activités deviennent plus pratiquants

ou pas. «Les jeunes ont droit à leur chemin

d’Emmaüs. Qu’ils fassent leur expérience

dans la vie, leur chemin. Et peut-être que

les questions soulevées reviendront un jour

dans leur existence. Et si par ce service des

jeunes peuvent renouer avec leur foi et une

pratique, c’est le plus beau des cadeaux.»

Enfin, dernier axe de l’aumônerie au

sein de l’école, les animations mises en

place au sein de l’établissement, temporaires

et visibles par tous. Il y a des actions

de solidarité, notamment celle de Carême,

qui est chapeautée par le groupe aumônerie.

Pour les prochaines années, l’école souhaite

d’ailleurs accorder plus d’importance à l’activité

solidarité, en mettant l’accent sur une

action, mais qui s’étalera sur quatre ans; et

cette action solidarité serait prolongée dans

Übersetzung/Zusammenfassung: es

les cours des enseignants par le biais d’activités

interdisciplinaires, par exemple en

histoire, en géographie ou encore en économie

familiale en fonction du pays choisi. Le

groupe organise également des animations

dans le hall d’entrée de l’école: il y a eu notamment

l’accueil d’une exposition sur les

grandes religions, que les élèves ont tous travaillé

avec leur enseignant, ou aussi les décorations

de l’Avent, qui pousse les élèves à réfléchir

sur les valeurs et le message du Christ

en période de Noël. A ce propos, combien de

temps pourra-t-on encore décorer des écoles

avec des symboles de Noël? «C’est vrai que

la question s’est déjà posée dans certains

cantons. Pour ma part, finalement, c’est

comme pour tout mon travail: cela peut être

remis en cause par la neutralité. D’une part,

je ne le crains pas, car je me dis que si cela

ne se fait pas ici, eh bien nous trouverons

un autre espace. Et d’autre part, plus cette

question avance, plus je suis convaincu que

l’humanisme pur, sans transcendance, c’està-dire

sans référence au-delà de l’homme

lui-même, le plus noble qu’il soit, constitue

un repli sur lui-même. Et je ne crains pas

véritablement ce débat, parce que les questions

fondamentales que se pose l’homme,

– d’où venons-nous, où allons-nous? – nous

travaillent, dans l’inconscient, l’homme

étant fondamentalement un être spirituel.»

Par contre il lui semble difficile d’intégrer

forcément les autres religions dans

son mandat, même si en tant que telles ses

activités sont ouvertes à tous les élèves du

cycle d’orientation. Tout d’abord parce que

les pratiquants d’autres religions bénéficient

déjà d’un encadrement en dehors de l’école,

pour ceux qui le souhaitent, et ensuite parce

que l’aumônier lui-même ne se sentirait

pas apte à célébrer par exemple d’autres

fêtes religieuses. «De plus, en signalant par

exemple les fêtes des autres religions, on arriverait,

politiquement, à un trop-plein. Une

ouverture à d’autres religions me donnerait

un autre statut, mais risquerait donc d’aboutir

à une impasse structurelle.»

Jean-Marc Wild s’était promis de faire

le bilan après deux ans d’activités pour voir

s’il continuait son activité au sein du CO de

Marly. Cela fait maintenant quelques mois

que ce délai est échu, et il est toujours en

place, extrêmement content de son choix.

Bien sûr il souhaiterait une plus grande

participation de la part des élèves, mais il

apprécie grandement l’ambiance de l’établissement:

«Même si je sais que tous les

enseignants n’étaient pas enchantés par

l’idée d’avoir une aumônerie dans l’école,

j’ai été très bien accueilli et ils font très bien

la part des choses.» Le travail va donc se

poursuivre, les idées ne manquant pas. Il

faut marquer sans cesse sa présence et continuer

à offrir aux jeunes, de manière gratuite

et désintéressée, une écoute, un soutien sur

leur chemin personnel.

jap

Ad personam

Jean-Marc Wild est né en 1967, à

Fribourg. Il a fait sa scolarité en Singine,

puis a travaillé comme dessinateur en bâtiment,

avant de faire des études de théologie,

pastorales. Il a œuvré pendant 10 ans

auprès de la paroisse de Marly. Depuis 2007,

il s’occupe de l’aumônerie du Cycle d’orientation

de Marly et collabore encore auprès

de la pastorale cantonale de jeunesse. Jean-

Marc Wild est marié et père de quatre enfants.

civitas 03/04 2010 13


«Wir pfeifen aus

dem letzten Loch»

Bischofsvikar Ruedi Heim zur personellen Situation

würde heute gewisse Dinge

anders machen als früher.» Eine

«Ich

verbindlichere Zusammenarbeit

anstreben, nicht alles anbieten, von der

gegenseitigen Bereicherung besser profitieren,

führt er an. Ruedi Heim v/o Loyola

weiss, wo er Akzente setzt, falls er wieder

in den Seelsorgedienst vor Ort eintritt. Der

42-jährige Thurgauer hat tagtäglich Anschauungsmaterial,

wie es Priester machen.

Als Bischofsvikar für St. Viktor, welches die

Kantone Luzern Schaffhausen, Thurgau

und Zug des Bistums Basel umfasst, betreuen

er und zwei weitere Leute Gottes Bodenpersonal.

Sie sind eine Art Vorhut des bischöflichen

Personalamts in Solothurn, sie

machen eine Vorselektion für die Personalentscheide.

Die Spezialaufgaben von Loyola

sind die anderssprachigen Missionen und

das Vertreten des Bischofs bei Firmungen,

Einweihungen, Jubiläen usw.

Es ist keine einfache Aufgabe und dafür

muss man nicht einmal Bischofsvikar

sein, um das zu realisieren. Allein schon

die quantitative Ausgangslage ist delikat.

Von den 200 Pfarreien im Bischofsvikariat

St. Viktor seien 10 Prozent der Leitungsstellen

nicht besetzt, im ganzen Bistum etwa

50 Stellen vakant und besser wird es nicht.

«Wir pfeifen aus dem letzten Loch», fasst

Heim es profan zusammen. Ein Drittel der

Seelsorgenden stammt heute aus dem Ausland.

Viele aus Deutschland, weil man in

der Schweiz eigenständiger handeln könne,

viele aus anderen katholischen Regionen Afrikas,

Asiens und Osteuropas. Es gebe unterschiedliche

Erfahrungen mit ausländischen

Priestern, gerade aus fernen Ländern. Sie

müssen mit Kirchenbehörden zusammen-

«Ein Drittel der Seelsorgenden

stammt heute aus dem Ausland.»

Foto: bw

14 civitas 03 / 04 2010


Region St. Viktor

Die Betreuung von Gottes Bodenpersonal von Seiten des Bistums Basel hat sich stark gewandelt.

War früher ein Pfarrer mit Personal einer der zehn Regionaldekane, ist nun das Bistum in

drei Regionen aufgeteilt. Jeweils drei Personen (ein Priester, eine Frau und ein Mann) bilden

diese Region. «Das ist besser gegenüber früher, weil die drei Leute mit ihren unterschiedlichen

weltanschaulichen Auffassungen und Erfahrungen einen grösseren Austausch ermöglichen»,

sagt Bischofsvikar Ruedi Heim. 1 + 1 + 1 gäben in diesem Fall mehr als 3. Zur Arbeit in der

Region gehört auch der Einsitz in den Bischofsrat und in Arbeitsgruppen. «Ich bin das Bindeglied

zwischen Bistum und Regionen.»

arbeiten, hätten andere Rollenbilder, auch

unterschiedliche Hierarchieerfahrungen.

Loyola will ein differenziertes Bild abgeben,

wenn er sagt, dass es hervorragende Beispiele

fremder Seelsorger gebe. Es habe sich aber

gezeigt, dass es wichtig ist, die Neuen gut

einzuführen in Bräuche, Sitten und Strukturen

in der Schweiz. Es sei ihm klar, dass

schlechte Beispiele zu Vorbehalten und Verallgemeinerungen

führten. «Ich habe auch

schon gehört, dass wir zu viele deutsche

Seelsorgende hätten.»

Die ausländischen Helfer vermögen

den inländischen Priestermangel bei weitem

nicht zu decken. Dies auch, weil es beileibe

nicht nur dort an Leuten mangelt. Für

Loyola sind Priester meist noch irgendwie

zu ersetzen, aber bei Pfarrern und Gemeindeleitern

gebe es kein Ausweichen. Und

dass Patoralassistenten, Katechetinnen und

kirchliche Jugendarbeiter immer schwieriger

zu finden sind, zeigt ihm, dass die Bedeutung

von Kirche und Religion abnimmt.

Das sei noch nicht überall angekommen in

den Pfarreien, aber sie merkten es spätestens

schmerzhaft bei längeren Vakanzen.

«Wir leben zurzeit noch von den fetten

Zeiten», erklärt Ruedi Heim. Früher, beispielsweise

im Entlebuch, habe die Aufgabe

des Pfarrers einen sozialen Aufstieg bedeutet.

«Ich habe selber erlebt, wie das Prestige

des Amts abnimmt.» Den Ausspruch «zuerst

die Kirche ändern, dann bessere es»,

glaubt Loyola nicht oder nicht mehr. Kein

Zweifel hat er, dass es auch innerkirchliche

Schwierigkeiten gibt. «Die Polarisierung in

der katholischen Kirche nimmt zu, in der

Mitte wird man zerrieben.» So werde Bischof

Kurt Koch als Brückenbauer immer

wieder angegriffen. Offen sein und gleichzeitig

Traditionen pflegen sei nicht einfach.

Zwar gälten die Bistümer Basel und St.Gallen

als am liberalsten in der Schweiz, aber

«katholisch sein im Bistum Basel sei sehr

wohl möglich», stellt er Kritikern entgegen.

Einige Basler seien aus kirchenpolitischen

Gründen ins Bistum Chur gewechselt, aber

die hätten sehr schnell festgestellt, dass es

vor Ort ähnlich ist. Festgestellt hat er eine

Tendenz zur Organisation in Rechtskreisen,

aber nicht in den Pfarreien selber. «Gleichgesinnte

träfen sich über die Pfarreigrenzen

hinweg.» Die katholische Kirche erlaube

einen breiten Weg, benenne aber die Leitplanken.

Zu schaffen macht Loyola, dass

immer die anderen tolerant sein müssten,

sei es innerhalb der Kirche, aber auch gegen

aussen. Für Loyola gibt es gegen die Polarisierung

nur die Dialogförderung als Gegenmittel.

«Man muss für die eigene Religion

etwas tun, nicht den anderen etwas verbieten»,

sagt er und nennt als negatives Beispiel

die Minarettfrage und als positives die zunehmende

Zahl von Sternsingern und die

blühenden Umritte. «Aber man muss diese

Traditionen auch vermehrt erklären, denn

das kirchliche Brauchtum droht verloren

zu gehen.» Sonst passiere es wirklich noch,

dass alle meinten, der Samichlaus habe eine

Mütze und keine Mitra.

Seine Erfahrung vor Ort, um der Schematisierung

zu entgehen: Am Anfang müsse

ein Priester, der eine grosse Gestaltungsfreiheit

besitze, schnell Vertrauen schaffen

können, sonst lande er in der Schublade.

Beispielsweise könne die Kleiderwahl ihn

bereits dort landen lassen. Und wer den

Ruf hat, bekommt es schnell mit dem Auswahlchristentum

zu tun: «Es wird mit den

Füssen abgestimmt.»

Loyola kennt seine Pappenheimer und

darum weiss er auch, dass die angestrebten

Pastoralräume nicht für alle das Beste sind.

«Die Zusammenarbeit ist nicht allen ihr

Ding, es gibt viele Einzelkämpfer», stellt

er fest. Die Bereitschaft zum Miteinander

sei auf allen Ebenen unterschiedlich stark.

Je mehr diese vorhanden sei, umso leichter

falle die Aufgabe, ist er überzeugt. Dies, weil

das Kirchenvolk nicht mehr autoritätsgläubig

sei und die Behörden etwas von der Sache

verstünden. Die Betreuung der eigenen

Leute sei eine Aufgabe des Bischofs und sie

vor Ort brauchten heute viel Zeit für einige

wenige, welche in der Pfarrei Probleme hätten.

Lösungen seien nicht immer einfach,

«weil selbst die schrägsten Vögel noch ihre

Supporter haben».

Die Schuld an Unfrieden in der Pfarrgemeinde

gibt Heim beileibe nicht nur dem

Priester. «Es braucht immer zwei zum Streiten»,

hat Loyola festgestellt. Er rate seinen

Leuten, lieber zu gehen, wenn kein Friede

möglich sei. In der Regel beginne es nach

drei Jahren zu harzen, wenn der Wurm drin

sei. Ein Wechsel sei in der Regel bei Priestern

einfacher, da sie nicht auf eine Familie

Rücksicht nehmen müssen – aber auch hier

gibt es Ausnahmen und gegenteilige Erfahrungen.

«Ich empfehle aber allen einen

Wechsel nach acht bis fünfzehn Jahren, weil

das neue Impulse geben kann. Zu schaffen

machen beispielsweise die vermischten Auffassungen

über die Zuständigkeiten. Während

in der reformierten Kirche die Behörde

die Aufsicht über alles wahrnehme, sei sie in

der katholischen nur für die Organisation

und die Finanzen zuständig, der Priester,

Ad personam

Ruedi Heim v/o Loyola ist geboren am

25. Dezember 1967 in Oberwil bei Frauenfeld.

Das Gymnasium absolvierte er in der

thurgauischen Hauptstadt und trat dort der

Mittelschulverbindung KTV Concordia bei. In

der Folge studierte er zwei Jahre Medizin,

dann sieben Jahre Theologie in Freiburg und

Rom. Nach Tätigkeiten als Vikar und Pfarrer

ist er seit 2004 Bischofsvikar. Als Hobbys

nennt er Literatur, Theologie, Skifahren,

Gastronomie. Loyola ist – neben der Concordia

– Mitglied bei den StV.-Verbindungen

Alemannia, Surlacia, Helvetia Romana.

civitas 03/04 2010 15


«Man muss für die eigene

Religion etwas tun,

nicht den anderen

etwas verbieten.»

Résumé

Au service du personnel de l’évéché:

50 postes sont vacants

Ruedi Heim v/o Loyola est vicaire épiscopal de l’évêché de Bâle: une activité qu’il trouve

passionnante, même si parfois, un contact plus important avec la base de l’Eglise lui manque.

Il fonctionne, avec deux collègues, comme le service du personnel de l’évéché; il remplace en

outre l’évêque lors de confirmations, de jubilé, etc. Aujourd’hui la situation quantitative est

assez difficile; quelque 50 postes sont vacants et environ un tiers des paroisses sont confiées

à des prêtres étrangers. Beaucoup proviennent d’Allemagne, d’autres d’horizons plus lointains.

Ils ont parfois des représentations différentes et d’autres expériences avec la hiérarchie. Il

convient donc de les informer le mieux possible à leur arrivée, sur les sites, les us et coutumes

suisses. Car de mauvaises expériences peuvent conduire à des généralisations malheureuses.

Loyola remarque aussi qu’en général, un prêtre doit rapidement se faire apprécier, sans quoi

son office sera désert. Le manque de personnel se retrouve cependant aussi au niveau des

pasteurs, des assistants pastoraux, d’animateurs de jeunesse, de cathéchistes. Cela montre

que la religion a perdu de l’importance. Auparavant, le curé jouissait d’un prestige important.

Mais Loyola ne croit pas à l’adage «il faut d’abord changer l’Eglise, ensuite cela ira mieux». Il

regrette la polarisation interne au sein de l’Eglise, et le fait que des positions centristes, comme

celles de l’évêque Koch, soient attaquées. Pour Loyola, seul le dialogue peut s’opposer à la

polarisation.

Lorsqu’il y a des conflits, qui arrivent entre autres parce que les membres des équipes

pastorales sont souvent des cavaliers solitaires, l’évêque doit agir. Ce n’est jamais simple car

même les pires auront toujours leurs supporters. Mais la faute n’est pas uniquement du côté du

prêtre; cependant il est plus simple de demander au prêtre, qui n’a pas de famille, de changer

de lieu. Loyola estime que de toute façon, après une dizaine d’années, il est bon de changer

d’endroit. Pour que la sauce prenne, il faut que le prêtre soit en adéquation avec la paroisse.

Or celles-ci peuvent être très différentes l’une de l’autre. Une visite préalable pour sentir l’atmosphère

est nécessaire. Enfin, Loyola aimerait souligner que globalement, les prêtres sont

satisfaits et il y a peu de conflits.

Traduction/résumé: jap

die Seelsorgerin unterstehe dem Bistum.

Das könne Konfliktstoff geben. Festgestellt

hat Heim auch, dass das Kirchenvolk zentralistischer

geworden sei. «Es gibt Berge von

Post, die direkt an den Bischof gehen und

einige schreiben direkt nach Rom, wenn sie

mit dem Priester vor Ort nicht zufrieden

sind.»

Wichtig für ein erfolgreiches Gelingen

sei die richtige Auswahl, sowohl von Seelsorger

als auch von Pfarrgemeinde. «Unser Bistum

bietet alles.» Es gebe ganz unterschiedliche

Regionen: praktisch nur katholisch oder

Diaspora, Stadt oder Land oder sogar Berggebiet

(«Das Bistum Basel kann allerdings

nur das Entlebuch und das Berner Oberland

anbieten»). Ebenfalls wichtig kann die

Grösse der Pfarrei sein und schliesslich – und

nicht zuletzt – spielen auch noch die Wünsche

und Bedürfnisse des Bistums mit hinein

in die Wahl. Er empfehle den Seelsorgern, zuerst

inkognito am neuen Ort zu schnuppern,

und dann den Kontakt mit der Behörde zu

suchen. Dabei gelte es festzustellen, wo es in

der Kirchgemeinde Potenzial gebe und ob

man dafür der Richtige sei. «Es ist wichtig

von beiden Seiten, offen zu sein für die eigenen

Schwächen.» Aber die Kirchgemeinden

dürften ruhig auch die guten Seiten anpreisen,

wenn sie beispielsweise ihre Bau- und

Renovationsaufgaben erledigt hätten oder

viele Mitarbeitende aufweisen.

Wenn an dieser Stelle vor allem von

Problemen, Schwierigkeiten oder möglichen

Fettnäpfchen die Rede war, so soll das laut

Heim nicht darüber hinwegtäuschen, dass

viele Gottesleute sehr zufrieden sind mit

ihrer Tätigkeit im Alltag. Frustrierte Priester

gebe es, ja, diese versuche man ernst zu

nehmen und gut zu betreuen. Seine Tätigkeit

hat Loyola Aufschlüsse über sein eigenes

Priesterdasein gegeben, nicht nur, was

er bei einer allfälligen zukünftigen Seelsorgetätigkeit

anders machen würde. Das Amt

als Bischofsvikar sei sehr spannend und

spannungsreich, aber manchmal vermisse

er den direkten Bezug zur kirchlichen Basis

schon. «Aber dafür habe ich heute auch eine

gewisse Narrenfreiheit.»

bw

Foto: bw

16 civitas 03 / 04 2010


«Man muss personenorientiert

vorgehen!»

Studierendenseelsorger Franz-Xaver Hiestand SJ, Universität Luzern

Foto: zVg

Franz-Xaver Hiestand SJ stellt als Studierendenseelsorger fest: «Indizien deuten

darauf hin, dass die Persönlichkeiten der Erst-Semestrigen weniger gefestigt sind als

früher. Heute ist auch das durchschnittliche Anfangsalter tiefer.»

Niemand muss auf Gottes katholischen

Segen verzichten, seien die

Orte noch so protestantisch oder

abgelegen. Ob im Militär oder Studium:

Wer geistlichen Beistand will, kann ihn

auch haben. Zu jenen, die ihn liefern, gehört

Franz-Xaver Hiestand v/o Mentor, zurzeit

noch Studierendenseelsorger in Luzern,

bald in Zürich und vorher in Bern. Die Arbeitsbedingungen

und das Milieu könnten

dabei nicht unterschiedlicher sein. Hier Luzern,

das Büro im «UNION» an der Quelle

und finanziell gut ausgestattet, damals in

Bern ein paar Meter von der Uni weg etwas

abseits in einem älteren Haus mit schönem

Garten, aber immer um die Gelder kämpfend.

Wer nun allerdings das Gefühl hat,

Hiestand habe es in Luzern automatisch besser

gefallen, täuscht sich. Widerstände seien

an beiden Orten zu spüren gewesen, mehr

oder wenig deutlich. In Luzern mehr passiv,

weil das Katholische an einem katholischen

Ort normal ist («wir kennen das doch»),

während es in Bern eher die Unkenntnis

war, welche viele Leute zuerst skeptisch

gegenüber dem aki, wie es heisst, bleiben

liessen. 1990 war der im zürcherischen Wald

aufgewachsene junge Jesuit erstmals für zwei

Monate nach Bern gekommen. Von 1992 bis

1994 wirkte er wiederum dort, als Assistent

unter P. Bruno Lautenschlager v/o Zupf; und

von 1998 bis 2006 leitete er das aki.

Franz Xaver Hiestand kann von Veränderungen

sprechen, sei es bei den Studierenden,

sei es auf dem Platze Bern. «Ich habe die

ökumenische Zusammenarbeit auf dem Platz

als sehr positiv empfunden», sagt er. Die Reformierten

hätten für ihn beispielsweise Türöffner

gespielt gegenüber dem Rektorat, und

Eröffnungs- und Schlussgottesdienst des Semester

wurden übers Kreuz mal bei den Reformierten,

mal bei den Katholiken gefeiert.

Er habe es ab und zu erlebt, dass die gute

Zusammenarbeit die Seelsorger auf beiden

Seiten verwandelt habe oder dass Stammlandkatholiken

realisiert hätten, dass auch

Protestanten rechtschaffene Menschen sind.

Weil eine katholische theologische Fakultät

fehlte, habe es in Bern halt weniger katholische

Intellektualität gegeben.

Eine Eigenheit von Bern war für den

Zürcher, dass die universitäre Welt recht

getrennt war vom religiösen Leben. «Vor

20 Jahren war es noch ein Tabu, innerhalb

der Uni von religiösen Themen zu reden,

aber heute ist die Grenze durchlässiger,

falls religiöse Personen entsprechende Fachkompetenz

besitzen.» Da seien Luzern und

Lausanne ganz anders. Die Universität Lu-

civitas 03/04 2010 17


zern bezahle an die Seelsorge 30 000 Franken

und stelle Büro und andere Naturalien

zur Verfügung. «Das ist etwa die Hälfte der

Betriebeskosten», sagt Hiestand. Auch Lausanne

habe ein ähnliches Modell.

Andererseits hat er festgestellt, dass

die Uni noch nicht in der Stadt Luzern angekommen

sei. «Viele Dozierende wohnen

auswärts, sie bleiben ein Fremdkörper und

beeinflussen das Leben von Luzern nicht.»

Er bedauert das und hofft, dass wenigstens

die Kirche dazu beitrage, dass sich Universität

und Stadt näherkommen.

Es gab nicht nur Veränderungen in

der religiösen Welt, sondern auch bei den

Studierenden. «Ich rede hier mehr von einer

Hypothese, aber Indizien deuten darauf hin,

dass die Persönlichkeiten der Erst-Semestrigen

weniger gefestigt sind als früher. Früher

hatten viele Studierende die RS bereits

gemacht bei Studienbeginn, heute ist das

durchschnittliche Anfangsalter tiefer.» Die

damaligen Studenten hätten mehr zu Träumereien

geneigt, aber auch mehr Erfahrung

mit Widerstand gehabt. «Heute ergeben sie

sich willfähriger ins bestehende System,

sind mehr im Sog der Angstmaschine Uni.»

Bis sie gelernt hätten, damit umzugehen,

dauere es länger. In der heutigen Uniwelt

gebe es weniger Raum, auch für Krisen. Das

fehlende Krisenbewusstsein auch im Verhältnis

gegenüber anderen Menschen senke

das Verständnis und den Raum dafür. Trotz

dieser kritischen Sicht zeigt sich Hiestand

«nicht zu pessimistisch». Junge suchten sich

Ventile, die einen bei Partys, die anderen

fänden andere Anlässe.

Mit dieser Ausgangslage verändere sich

auch die Arbeit eines Seelsorgers. Weil er

wisse, dass die Studierenden kommen, wenn

sie Freiraum erhalten, zähle vorher jede Begegnung.

Veranstaltungen und Gottesdienste

seien dabei Türöffner. Es könne sehr gut sein,

dass drei Jahre nach einer Begegnung jemand

komme und ihn frage, ob er Zeit habe. «Aus

dem Nichts kommt niemand.» Weil persönliche

Kontakte und Begegnungen so wichtig

seien, plädiere er dafür, in der Kirche in

Personen, nicht in Bauten zu investieren. «Segensreich

wirken ist nur möglich, wenn man

personenorientiert vorgeht.» Er erlebe oft,

dass suchende Leute sich öffnen, selbstsicherer

werden, ohne dass sie sogenannt fromm

sind. Er müsse mit jedem und jeder seinen

Weg gehen, bis diese die Erfahrung der Gnade

machen können.

Résumé

L’aumônier de l’Uni de Lucerne:

chaque rencontre compte!

Tout le monde a le droit à un soutien religieux: que ce soit à l’armée ou aux études. Franz-Xaver

Hiestand v/o Mentor est justement aumônier catholique pour les étudiants; actuellement en

place à Lucerne, il l’a été à Berne et le sera bientôt à Zurich. Si à Lucerne il bénéficie d’un soutien

financier, il devait toujours lutter à Berne. Là-bas le jeune jésuite, débarqué en 1990, puis

directeur de l’aumônerie dès 1998, a dû faire face à certaines résistances. Pourtant il a trouvé

la collaboration œcuménique très positive, amenant notamment les catholiques de la région à

modifier leur opinion sur les réformés. A Berne, le monde universitaire était très séparé de la

vie religieuse. C’était encore tabou il y a 20 ans. Aujourd’hui la frontière est plus perméable.

Preuve en est le soutien financier et logistique de l’Université de Lucerne; il en va de même à

Lausanne. A propos de Lucerne, Hiestand regrette que la ville et l’Uni ne soient pas véritablement

liées. Les étudiants vivent en dehors et influencent peu la cité.

Hiestand a l’impression que les étudiants de premier semestre sont moins mûrs qu’avant.

L’âge d’entrée est plus bas. Si auparavant les étudiants étaient plus enclins à des idéaux, ils

avaient aussi plus de capacité de résistance. Ils ont aujourd’hui certaines difficultés devant

cette machine que représente l’Université, et ont besoin de plus de temps d’adaptation. Le

monde universitaire d’aujourd’hui laisse peu de place pour traiter les crises. C’est pourquoi

chaque rencontre compte pour un aumônier. L’Eglise doit donc investir en personnes, et non en

bâtiments. Comme activité qui a permis de tisser des liens, Hiestand cite les repas hebdomadaires

ou encore le fait de permettre aux réunions d’étudiants de facultés de se tenir dans ses

locaux.

Traduction/résumé: jap

Die Hochschulseelsorge der Universität

Luzern www.unilu.ch/horizonte verfügt

dank eines privaten Fördervereins über

eigene Räumlichkeiten.

Beispiele für solche Kontaktanlässe

sind für ihn das wöchentliche Mittagessen.

«Es ist eine gute Aufgabe zu vernetzen», es

sei dabei nicht einmal nötig, explizit religiös

aufzutreten. In Bern beispielsweise habe es

schon genügt, dass Fachschaften Sitzungen

im aki abgehalten hätten, denn das schaffe

Vertrauen.

Hiestand interessiert sich stark für gesellschaftspolitische

Fragen. Das zeigt sich

schon daran, dass er während seines Germanistikstudiums

in Zürich sich auch intensiv

gefragt hat, warum die 68er-Generation

nicht mehr bewirkt hat? Seine Antwort:

Den damaligen Studentenführern fehlte die

spirituelle Fundierung. Er plädiert für eine

reformorientierte Kirche, die im Glauben

tief verankert ist. Seine eher progressive

Haltung grenzt ihn ab von kirchlichen Fundamentalisten.

Wobei ein solcher Fundamentalismus

an der Uni eher im bibeltreuen

Protestantismus zu finden sei. Wenn sich

Berner Studierende davon befreien wollten,

kamen sie oft zu uns ins aki. «In Luzern gibt

es nur wenige katholische Fundamentalisten.»

Sie neigten dazu, Jus zu studieren, weil

sie sich von all den Normen und Regeln eine

Linderung ihrer tiefsitzenden Ängste und

Unsicherheiten erhofften.

bw

Ad personam

Franz Xaver Hiestand v/o Mentor ist

geboren am 10. November 1962 in Wald ZH.

Seine Gymnasiumszeit verbrachte er in Disentis,

in der Folge studierte er von 1981 bis

1988 Germanistik in Zürich. Danach folgte

der Eintritt in den Jesuitenorden. Hiestand

war von 1998 bis 2006 leitender Hochschulseelsorger

in Bern, seit 2006 in Luzern. Im

Juli dieses Jahres wechselt er nach Zürich.

Als seine Hobbys nennt er Literatur, Freundschaften

und «Fussball passiv».

Foto: zVg

18 civitas 03 / 04 2010


Der Mensch im

Zentrum

Foto: Hanspeter Bärtschi

Elmar Rotzer, Ständiger Diakon in Ennetbürgen

civitas 03/04 2010 19


Ein Nicken hier, einen Gruss dort, als

er über die Strasse geht. Man kennt

ihn in Ennetbürgen, keine Frage. Es

wäre allerdings ein schlechtes Zeichen, man

würde Elmar Rotzer im nidwaldnerischen

Dorf am Vierwaldstättersee nicht kennen,

denn seit fast 17 Jahren amtet er hier als Gemeindeleiter

beziehungsweise seit Oktober

2001 als Ständiger Diakon. Für die katholische

Kirche ist das eine Ewigkeit, denn ein

normaler Gottesmann wird nach spätestens

zehn Jahren versetzt. Aber normal im Sinne

der Kirche ist Rotzer auch sonst nicht, denn

verheiratete Gottesleute entsprechen nicht

dem Idealbild. Aber der Priestermangel

hatte auch vor der Innerschweiz nicht Halt

gemacht, als er 1993 angefragt wurde. Sein

Verbindungskollege und Kirchenpräsident

Alois Bissig v/o Fox wollte endlich wieder

einen normalen Betrieb, nachdem wegen

Vakanzen der Betrieb auf Sparflamme lief

und nur durch die beiden Räte (Kirchenund

Pfarreirat) und die Liturgiegruppe einigermassen

sichergestellt werden konnte.

Zuerst, so erzählt Rotzer, habe er sich gefragt,

ob Gemeindeleiter das Richtige für

ihn sei, doch die Bedenken sind heute längst

verschwunden. Mit Engagement sorgt er

für den Betrieb in der Pfarrei, nimmt am

Dorfleben aktiv teil und ist stolz, dass pro

Wochenende durchschnittlich dreihundert

Leute in seiner Kirche sind. «Das ist heute,

auch in der Innerschweiz, nicht mehr selbstverständlich.»

Kein gerader Weg

Mit diesem Engagement fand ein theologischer

Zickzackweg nicht nur für die Kirchgemeinde

ein Ende. Der Walliser hatte, als

er in Brig ins Gymnasium eintrat, noch

nicht ein kirchliches Amt im Sinne, obwohl

ihn die Theologie immer faszinierte. Gymnasiallehrer

war sein Berufsziel, doch in der

Rekrutenschule entschied er sich um. Der

Besuchstag an der Uni Freiburg, wo er statt

in Englisch schliesslich in der Theologievorlesung

landete, bestärkte seinen Wunsch,

als Priester in einer Pfarrei zu wirken. Also

trat er ins Salesianum in Freiburg ein. Dort

war auch das Walliser Priesterseminar, das

später nach Givisiez übersiedelte. Mit den

Vorstellungen, welche die Obrigkeit in ihn

setzte, konnte er sich jedoch nicht anfreunden.

Es folgten ein Auslandjahr im irischen

Maynooth und ein weiteres Studienjahr in

Freiburg. Dann stellte sich der Neu Romane

für ein Jahr dem Zentralkomitee des Schweizerischen

Studentenvereins als CA zur Verfügung.

1989 trat er aus dem Seminar aus,

was für ihn eine «logische Folge einer Entwicklung»

war. Dass auch noch seine zukünftige

Frau in der Person der Brienzerin

Therese Mathyer v/o Delphi in sein Leben

trat, bestärkte seinen Entschluss, auch wenn

die Zeit für ihn damals nicht einfach gewesen

sei, wie er selbst zugibt: «Ich musste

mich neu orientieren, sah für mich im Wallis

keine Zukunft.» Es kam ihm dabei entgegen,

dass der Pfarrer und spätere Bischof

Hansjörg Vogel ihn für Katechese und Jugendarbeit

in der Berner Pfarrei St. Marien

engagierte. Hier verbrachte er seine eigentlichen

Lehrjahre. Die Pfarreiarbeit gefiel

ihm, doch eine Lebensstelle wurde daraus

nicht, das wurde ihm schnell einmal klar.

Eine weitere Erkenntnis folgte: «Die Stadt

ist nicht mein Ding, ich bin ein Landei.»

Die Kirche noch im Dorf

Rotzer entschied sich zum Weiterstudium

in Philosophie und Pädagogik. Er unterrichtete

im zugerischen Steinhausen auf der

Oberstufe in Religion und absolvierte am

Gymnasium in Immensee ein Gymnasiallehrerpraktikum

in den Fächern Religion

und Philosophie. «Auf einmal hatte ich

mehrere Möglichkeiten für die Zukunft»,

erklärt er. Lehrerberuf, Kommunikation,

Journalismus und Lebensberatung hätten

ihn ebenso gereizt, aber als das Angebot aus

Ennetbürgen kam, entschied er sich für die

Gemeindeleitung in dieser Pfarrei. Es kam

ihm dabei entgegen, dass er in seiner Lizenziatsarbeit

eine Gemeindeanalyse (über die

Pfarrei St. Marien Bern) durchführte, welche

ihm das nötige Hintergrundswissen für

sein neues Wirken als Gemeindeleiter gab.

So standen sie – Elmar Rotzer und

seine Frau Therese – nun also da in Ennetbürgen,

wo die Kirche noch im Dorf und das

Pfarrhaus gerade daneben steht. Vorstellungen

habe er schon gehabt, Erwartungen aber

nicht, sagt Rotzer in der Rückblende. Schritt

für Schritt wollte er sich einleben und tatsächlich

sei immer mehr hinzugekommen.

Zuerst waren es vor allem Religionsunterricht

und Jugendbetreuung, dann folgten

Koordinationsaufgaben und Mitwirkung

in der Liturgie, im Diakoniebereich und im

Aufbau der Gemeinde (Koinonie). Dass er

im Dienst für die Kirche eingeschränkt ist,

damit kann er leben. Mit dem zuständigen

Priester in Buochs habe er ein gutes Verhältnis.

«Er ist wohl auch froh, wenn der Laden

in Ennetbürgen ohne Störung läuft», sagt

Rotzer und schmunzelt. Einen «Lehrblätz»

machte er allerdings in Sachen Familie.

Dass seine Frau als Juristin nicht einfach

treusorgend daheim auf ihren Mann warten

wollte, wurde ihm schon bald klar. Längst

hat Rotzer akzeptiert, was in anderen Familien

gang und gäbe ist: Dass man sein

Leben auch anders organisieren kann als

in traditionellen Bahnen. Heute bringt die

Familie seinen Diakon und ihre Ämter als

Fürsprecherin, Notarin und Oberrichterin

im Nebenamt sowie die Kindererziehung

unter einen Hut und ist froh darüber. Diese

Erfahrung und auch sonst die Leiden und

Freuden eines Ehemanns geben dem Diakon

viel Positives für seine Arbeit. «Ich bin so

in der kirchlichen Arbeit viel glaubwürdiger,

weil ich weiss, was die Leute bewegt.»

Fotos: Hanspeter Bärtschi

20 civitas 03 / 04 2010


Résumé

Directeur d’une église sans prêtre

En tant que «Gemeindeleiter» de la paroisse d’Ennetbürgen (NW), Elmar Rotzer v/o Pfoschte

est un laïc qui accomplit, «à titre exceptionnel», la plupart des services dévolus aux prêtres. Le

parcours du Valaisan a été sinueux. Il avait toujours été intéressé par la théologie; après avoir

caressé l’idée d’enseigner, il entra au séminaire. Mais après avoir rencontré sa future épouse

au sein de la SES, ce Neu-Romanien a abandonné cette voie. Il a ensuite été engagé pour la

catéchèse et le travail de jeunesse dans une paroisse de la ville de Berne. Mais il ne se sentait

pas vraiment fait pour travailler dans une ville.

Après avoir effectué des études en philosophie et obtenu un diplôme d’enseignement secondaire,

Rotzer avait plusieurs voies ouvertes devant lui. Il a choisi de s’occuper d’une paroisse.

Sa femme travaillant comme notaire, il a dû s’adapter et s’occuper également de l’éducation

des enfants, abandonnant le modèle familial «traditionnel». Son épouse détonne d’ailleurs

quelque peu, en tant que réformée de l’Oberland bernois. Et s’il est possible que certains ne

viennent pas dans une paroisse «sans prêtre», il pense que d’autres viennent à Ennetbürgen

pour cette raison.

Pour Rotzer, aujourd’hui diacre, l’Eglise ne pourrait pas fonctionner sans collaborateurs laïcs,

au sein desquels on trouve de nombreuses femmes. Il sent aussi que certains prêtres auraient

voulu faire comme lui; enfin, il est particulièrement déçu des débats entre gauche et droite au

sein de l’Eglise. On perd de vue les fidèles, alors que la priorité doit être l’église locale. Ce point

de vue fédéraliste va plutôt à l’encontre des orientations actuelles, qui poussent à la création

d’équipes pastorales.

Traduction: jap

Klar habe er Verantwortung für Kirche und

Familie und sei mit der Familie auch ausgestellt.

Aber seine beiden Buben müssten

keine Heiligen sein und seien es sicher auch

nicht. Dass er eine Frau hat und dann erst

noch eine protestantische Berner Oberländerin,

das sei nie ein Thema gewesen. Dies

umso mehr, als sie keine Berührungsängste

kannte und beispielsweise als Präsidentin

des katholischen Kirchenchors amtete. Es

sei schon möglich, dass sich einige wenige

Gläubige in der priesterlosen Pfarrei Ennetbürgen

nicht blicken lassen und lieber auswärts

praktizieren, aber dafür gebe es andere,

die extra hierher kommen. «Wir haben

heute ein Auswahl-Christentum», stellt er

schlussfolgernd fest.

«Es braucht die kirchlich

Mitarbeitenden!»

Seine Bilanz nach 17 Jahren seelsorgerischer

Tätigkeit ist deutlich: «Ohne die Mitwirkung

von kirchlichen Mitarbeitern, also

von sogenannten Laientheologen geht es in

der katholischen Kirche nicht.» Das beziehe

sich nicht nur auf seine Person, sondern

auch auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

aus dem Dorf, vor allem die Frauen.

Er habe schon Reaktionen von Priestern bekommen,

die ihm gesagt hätten, sie würden

das heute wie er machen, wenn sie könnten.

«Ich spüre aber gerade bei älteren Priestern,

dass sie, die das Zweite Vatikanische Konzil

(1962–1965) mit der Fensteröffnung erlebt

haben, über die derzeitigen Entwicklungen

in der katholischen Kirche sehr enttäuscht

sind.» Dass es verschiedene Strömungen

(die Vielfalt) in der Kirche und im Volk gibt,

damit könne er gut leben. Es nerve ihn aber,

wenn Grabenkämpfe zwischen links und

rechts ausgetragen werden, dabei aber die

eigentliche Kernaufgabe – die Seelsorge –

vernachlässigt werde. Die Gefahr sei, dass

man die Leute einfach in Schubladen stecke,

den Buchstaben ins Zentrum stelle und

dabei den Menschen vergesse. Rotzer tritt

für eine föderalistische Organisation der

Bistümer ein; die Ortskirche ist für ihn das

Fundament, hier geschieht die Basisarbeit

und wird Verantwortung wahrgenommen.

Darunter gehört auch die Priesterweihe von

bewährten Männern und Frauen. Er sei sich

bewusst, dass er hier in Opposition zu den

Plänen stehe, welche Seelsorgeverbände

vorsehen. «Für mich steht der Mensch im

Zentrum. Als Gemeindeleiter bin ich in der

Ortspfarrei erste Bezugs- und Ansprechperson

sowie Begleitperson für möglichst viele

Leute in allen Lebenslagen, wobei ich mich

nach dem Evangelium orientiere.» bw

Ad personam

Elmar Rotzer v/o Pfoschte ist seit 1993

Gemeindeleiter und seit 2001 Ständiger

Diakon in der Kirchgemeinde Ennetbürgen

mit 4200 Einwohnern, davon 3200 Katholiken.

Er ist verheiratet mit Thesese Mathyer

v/o Delphi und Vater zweier Kinder im Alter

von 12 und 8 Jahren. Delphi und Pfoschte

sind Mitglieder der Berchtoldia, Pfoschte

auch der Brigensis und der Neu-Romania.

Geboren wurde Rotzer am 20.9.1962 in

Brig. Er schloss die Matura mit Typus E am

Gymnasium in Brig ab. 1990 beendete er

sein Theologiestudium in Freiburg mit dem

Lizenziat. Seit 1993 ist er Gemeindeleiter

in der Pfarrei St. Anton Ennetbürgen NW.

1998 absolvierte er das Gymnasiallehrerdiplom

in Religion und ist seit 2000 als Armeeseelsorger

(Art Abt 47) tätig.

civitas 03/04 2010 21


«Um des

Himmelreiches willen»

Das Zölibat aus historischer Sicht

Das Zölibat als verpflichtende Lebensform

für die Geistlichen ist

bald 1000-jährig. Seine Wurzeln

reichen jedoch weiter zurück. Ob und welche

Bibelstellen es begründen, ist seit je der

Nucleus kontroverser Diskussionen.

Papst Alexander VI. war Vater

Der Leichenzug, der Ende November 1518

durch Roms enge Gassen zog, war lang. Die

Hautevolee Roms war zugegen, die meisten

davon in der angesehenen Bruderschaft des

Gonfalone vereinigt. Vom Hofstaat Leos X.,

des mächtigen Medicipapstes, konnten vereinzelt

Angehörige ausgemacht werden. Der

Pomp konnte mit demjenigen eines Kardinals-Begräbnisses

durchaus mithalten. Die

Beisetzung fand in einer wunderschönen

Seitenkapelle der Kirche Santa Maria del

Popolo statt. Von wem nahm hier Roms

Adels- und Klerikerschickeria Abschied?

Die letzte Ehre galt einer Frau: Vanozza Catanei.

Die Inschrift auf ihrem Grabstein verkündete,

dass hier die sterblichen Überreste

der Mutter der vier ruhmreichsten Kinder

Papst Alexanders VI. liegen. Die Ruhe, welcher

der hochbetagten Frau zuteil werden

sollte, währte jedoch nicht lange. Das Grabmal

liess Papst Clemens VIII. 1594 abtragen,

die Erinnerung an eine päpstliche Mätresse

missfiel dem Klerus. Der Grabstein selbst

blieb indes erhalten und prangt heute im

Portikus der Basilika San Marco in Rom.

Scheinbar nahm es der Klerus nicht immer

so haargenau mit der Verpflichtung zur

Ehelosigkeit. Nicht nur dem machtgierigen

Borgia-Papst sagt man mehrere Liebschaften

nach. Alexander VI. trieb es mit seiner

rigiden Familien- und Pfründenpolitik selbst

für damaliges Empfinden auf die Spitze.

Die historischen Wurzeln des Zölibates

In der Diskussion um das Zölibat muss

zunächst unterschieden werden zwischen

Enthaltsamkeit und Ehelosigkeit. Das Enthaltsamkeitszölibat

ist auf der Synode von

Elvira (um 306) als Gesetz niedergeschrieben

worden. 325 wurde auf dem Konzil zu

Nicäa erstmals von der Verpflichtung zur

Ehelosigkeit gesprochen. Diese Tatsache

weist darauf hin, dass bereits eine längere

Seit dem zweiten Laterankonzil von 1139 ist

das Zölibat die unabdingbare Voraussetzung für

den Empfang der Priesterweihe in der römischkatholischen

Kirche.

Die Teilkirchen im Osten gingen seit der

Trullanischen Synode 691 einen eigenen Weg. Bis

heute sind nur Bischöfe zum Zölibat verpflichtet

– Priester nur, wenn sie zum Zeitpunkt ihrer

Priesterweihe unverheiratet waren.

Illustrationen: zVg

22 civitas 03 / 04 2010


Résumé

«A cause du royaume des cieux»

Un aperçu historique sur le célibat

La discussion sur le célibat prend son origine au début du Bas Moyen Age. Tout d’abord l’abstinence

s’est imposée dans la papauté et dans l’empire allemand. C’est sous le pontificat de

Benoît VIII, lors du synode de Pavie en 1022, que le célibat des prêtres est devenu obligatoire.

En 1139, les dispositions ont tant été renforcées qu’elles sont encore en vigueur aujourd’hui.

Ainsi les «clercs élevés, qui se sont mariés ou vivent en concubinage, perdent fonction et bénéfices.»

Leurs messes «ne doivent plus être entendues». Depuis lors, le célibat est une condition

sine qua non de l’accession à la prêtrise dans l’Eglise catholique et romaine. Des enfreintes à

la règle du célibat ont parfois été suivies de châtiments drastiques. Cela n’a cependant pas fait

sur tout le monde la même impression: Rodrigo Borgia, futur Alexandre VI, avait de nombreux

enfants et pouvait quasiment mettre sur pied une équipe de football familiale.

Les justifications pour le maintien du célibat sont multiples: pureté cultuelle du prêtre dans

son activité, motifs économiques (pas d’héritage pour les enfants du prêtre, pas de népotisme),

surélévation de la position du prêtre en tant que précepteur. Bibliquement le devoir de célibat

prend sa source dans l’Evangile selon Matthieu: «Car il y a des eunuques qui le sont dès le

ventre de leur mère; il y en a qui le sont devenus par les hommes; et il y en a qui se sont rendus

tels eux-mêmes, à cause du royaume des cieux. Que celui qui peut comprendre comprenne.»

(Mt, 19 : 12). Le Concile de Vatican II décrit le célibat des prêtres non pas comme obligatoire,

mais comme «approprié» et le conserve pour le rite latin.

De tout temps il y a eu des critiques par rapport au célibat. D’une part, et c’est souvent le

cas actuellement, des critiques soulignent que le célibat n’est pas justifié par la Bible. D’autres

part les réformateurs comme Luther ou Zwingli ont critiqué l’obligation de célibat et même

abrogé celui-ci.

Traduction: jap

Tradition bestanden haben dürfte. Papst

Leo der Grosse (gest. 461) forderte die Ehelosigkeit

nicht nur für Priester, sondern auch

für Subdiakone vorzuschreiben. Allerdings

konnten sich diese Vorstellungen insbesondere

beim Landklerus nicht durchsetzen.

Dies hing nicht zuletzt mit der mangelnden

Ausbildung des niederen Klerus zusammen.

Seit dem Beginn des 11. Jahrhunderts wurden

zunehmend Versuche unternommen,

diesen Missstand zu beheben.

Im hohen Mittelalter wurde das Ehelosigkeitszölibat

rechtlich bindend. Papst Benedikt

VIII. ordnete auf der Synode zu Pavia

1022 zusammen mit Kaiser Heinrich II. an,

dass die Geistlichen künftig nicht mehr heiraten

durften.

Einerseits ging es um die kultische

Reinheit des Priesters, andererseits aber

auch um ganz Profanes: Kirchenbesitz sollte

nicht den Kindern von Geistlichen vererbt

werden und die damals übliche Weitergabe

der Ämter des Vaters auf den Sohn führte

stets zu Konflikten mit dem zentralistischen

Selbstverständnis der Kirche. Ein weiterer

Aspekt ist die gesellschaftliche Stellung des

Priesters, verbunden mit entsprechendem

Prestige, höherer Bildung sowie ihr damaliges

Ansehen als «bessere Christen», das

durch den Zölibat noch untermauert werden

sollte.

Für das Zölibat wurden aber auch

Stimmen aus dem einfachen Volk laut, die

sich generell für innerkirchliche Reformen

(gegen Korruption und Machtmissbrauch)

stark machten. Verstösse gegen das Zölibat

wurden mit schweren Strafen belegt.

Von der neuen Regelung waren vorwiegend

Geistliche des niederen Klerus betroffen,

doch ihre Proteste fruchteten nichts.

Nachdem nun die Grundlagen für die

Bekämpfung des nichtzölibatären Lebens

von Priestern gelegt waren, wurde durch

Papst Alexander II. (gest. 1073) und seine

Nachfolger mit der energischen Durchführung

der Bestimmungen begonnen.

Was heute in der römisch-katholischen

Kirche Gültigkeit hat, ist im Wesentlichen

vom Zweiten Laterankonzil 1139

fest geschrieben worden. So verloren «höhere

Kleriker, die geheiratet haben oder

eine Konkubine halten, [...] Amt und Benefizium.»

Ihre Messen durften «nicht mehr

gehört werden». Seither ist das Zölibat

die unabdingbare Voraussetzung für den

Empfang der Priesterweihe in der römischkatholischen

Kirche.

Im 15. Jahrhundert kam es auf den

Konzilien von Konstanz und Basel noch zu

erfolglosen Initiativen zur Aufhebung des

Pflichtzölibats. Noch bis zum Konzil von

Trient (1545–1563) kam es vor, dass Priester

mit Konkubinen zusammenlebten. Die

auferlegten Strafen konnten durchaus ein

Jahresgehalt ausmachen.

Das Zweite Vatikanische Konzil

bezeichnet die Ehelosigkeit für das Priestertum

zwar nicht als notwendig, jedoch als

«angemessen» und hält für den Bereich der

lateinischen Kirche daran fest:

«Die Kirche hat die vollkommene und

ständige Enthaltsamkeit um des Himmelreiches

willen, die von Christus dem Herrn empfohlen,

in allen Jahrhunderten bis heute von

nicht wenigen Gläubigen gern angenommen

und lobenswert geübt worden ist, besonders

im Hinblick auf das priesterliche Leben immer

hoch eingeschätzt. Ist sie doch ein Zeichen und

zugleich ein Antrieb der Hirtenliebe und ein besonderer

Quell geistlicher Fruchtbarkeit in der

Welt. Zwar ist sie nicht vom Wesen des Priestertums

selbst gefordert, wie die Praxis der frühesten

Kirche und die Tradition der Ostkirchen

zeigt, wo es neben solchen, die aus gnadenhafter

Berufung zusammen mit allen Bischöfen das

ehelose Leben erwählen, auch hochverdiente

Priester im Ehestand gibt.»

Reaktionen auf das Zölibat

Die Regelungen des Pflichtzölibats sind

durch die gesamte Kirchengeschichte diskutiert

worden. Es wird namentlich betont

– auch von kirchlichen Amtsträgern –, dass

es biblisch keine Verankerung der Ehelosigkeitsverpflichtung

gebe, vielmehr würden

verheiratete Amtsträger vorausgesetzt. Ein

Grund für die verstärkte Diskussion ist

mitunter der akute Priestermangel. Zwar

wurde das Zölibat in der Bischofssynode in

Rom 2005 thematisiert, eine Reform wollte

die Mehrheit jedoch nicht. 2007 bestätigte

Papst Benedikt XVI. das Pflichtzölibat.

civitas 03/04 2010 23


Während sich unsere Kirchenbasis

schwer tut mit dem zölibatären Leben des

Priesters, haben die unierte katholische

Ostkirche und die römisch-orthodoxe Kirche

eine pragmatischere Lösung: Die Teilkirchen

im Osten gingen seit der Trullanischen

Synode 691 einen eigenen Weg, bis heute

sind nur Bischöfe zum Zölibat verpflichtet –

Priester nur, wenn sie zum Zeitpunkt ihrer

Priesterweihe unverheiratet waren.

Papst Alexander VI.: Er war

vor über 500 Jahren Papst

und zeugte 4 Kinder.

Reformierte gegen das Zölibat

Die heftigsten Reaktionen auf den Pflichtzölibat

waren einerseits jene Kleriker, die, wie

der spätere Papst Alexander VI., sich keinen

Deut um die Regelungen kümmerten, andererseits

jedoch die reformatorischen Kräfte.

Martin Luther forderte in seinem Traktat

«An den Christlichen Adel deutscher Nation

von des Christlichen standes besserung» die

Abschaffung des Zölibats. Sein Ordensgelübde

brechend ehelichte er 1525 die ehemalige

Nonne Katharina von Bora.

Von Johann Eberlin von Günzburg ist

1522 in Augsburg die Schrift «Wie gar gefährlich

es sei, wenn ein Priester keine Ehefrau

hat!» verlegt worden, die sich kritisch mit

dem Zölibat auseinandergesetzt hat.

Die Confessio Augustana von 1530

legen fest: «Der Priester darf heiraten, weil

Gottes Schöpfungsordnung die Ehe vorsieht.

Fernerhin ist es sogar seine Pflicht zu heiraten,

wenn er anderenfalls in Unzucht fallen würde.»

Interessante Überlegungen stellte der reformierte

Frère Roger Schutz zum Zölibat an.

In seiner Regel aus Taize schrieb er: «Wenn der

Zölibat eine grössere Verfügbarkeit dafür schafft,

für Gottes Sache zu sorgen, kann man ihn nur annehmen,

um sich noch mehr dem Nächsten hinzugeben

mit der Liebe Christi selbst».

Was sagt uns die Bibel??

In der Bibel lassen sich freilich Textstellen

finden, die für oder wider das Zölibat sprechen.

Auf die Ehelosigkeit beziehen sich folgende

Bibelstellen:

«Manche sind von Geburt an zur Ehe

unfähig, manche sind von den Menschen dazu

gemacht und manche haben sich selbst dazu

gemacht – um des Himmelreiches willen.» (Mt,

19,12)

«Ich wünschte, alle Menschen wären (unverheiratet)

wie ich [(Paulus)].» (1. Kor. 7,7)

Martin Luther forderte die

Abschaffung des Zölibats.

Sein Ordensgelübde brechend

ehelichte er 1525 die ehemalige

Nonne Katharina von Bora.

«Was die Frage der Ehelosigkeit angeht, so

habe ich kein Gebot vom Herrn. Ich gebe euch

nur einen Rat als einer, den der Herr durch

sein Erbarmen vertrauenswürdig gemacht hat.

Ich meine, es ist gut wegen der bevorstehenden

Not, ja, es ist gut für den Menschen, so zu sein.»

(1. Kor. 7,25)

«Ich wünschte, ihr wäret ohne Sorgen.

Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des

Herrn; er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete

sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner

Frau gefallen. So ist er geteilt.» (1. Kor. 7,32)

Nun gibt es auch Bibelstellen, die für

die Priesterehe sprechen:

«Wegen der Gefahr der Unzucht soll aber

jeder seine Frau haben und jede soll ihren Mann

haben.» (1. Kor. 7,2)

«Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne

Tadel sein, nur einmal verheiratet, nüchtern,

besonnen, von würdiger Haltung, gastfreundlich,

fähig zu lehren; er sei kein Trinker und kein

gewalttätiger Mensch, sondern rücksichtsvoll;

er sei nicht streitsüchtig und nicht geldgierig. Er

soll ein guter Familienvater sein und seine Kinder

zu Gehorsam und allem Anstand erziehen.»

(1. Tim. 3,2–4)

Diese Stellen zeigen, dass die Diskussion

noch weitergeführt wird und so schnell

wohl kein anderes Ergebnis zeitigen dürfte,

als die römisch-katholische Kirche es bis

anhin festhielt.


Thomas Gmür

Fotos: zVg

24 civitas 03 / 04 2010


Bildungspolitik

Pflege und Physiotherapie künftig

mit Masterabschluss

Bildungspolitische Kurznachrichten

Foto:

Bildungsforschung

Bund und Kantone haben sich auf die Durchführung

eines langfristig angelegten Bildungsmonitorings

verständigt. Erstes Produkt ist ein schweizerischer

Bildungsbericht. Er trägt auf über 300

Seiten das aktuelle Wissen über das Bildungssystem

Schweiz zusammen. Er enthält Daten aus

Forschung, Statistik und Verwaltung über das

ganze Bildungssystem hinweg, von der Vorschule

bis zur Weiterbildung. Der Bildungsbericht enthält

Befunde, aber keine direkten Handlungsanweisungen

an die Adresse der Bildungspolitik.

Universitäten

Koordination

Die Università della Svizzera italiana und die ETH

Zürich wollen Synergien in den Computer-, den

Ingenieur- und den Wirtschaftswissenschaften

nutzen. Eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit

sieht auch vor, dass Professoren an beiden Hochschulen

forschen und unterrichten können.

Bern

Das Institut für Kunstgeschichte baut eine neue

Forschungsstelle für Interkulturelle Mittelmeerstudien

auf.

Lausanne

Die sogenannten Lebenswissenschaften sollen

ab 2013 in einem Gebäude der Universität zusammengefasst

werden. Die Projektkosten werden

auf 40 Millionen Franken geschätzt.

Luzern

Das Politikwissenschaftliche Seminar schreibt

einen 500-fränkigen Maturapreis aus. Er soll die

beste Arbeit in Staatskunde oder Politikwissenschaft

würdigen. Teilnehmen können Maturanden

aus der ganzen Schweiz.

St.Gallen

Die Universität St.Gallen (HSG) richtet eine zentrale

Stelle für Universitätsförderung ein. Deren

Ziel ist es, externe Förderinteressen mit zukunftsweisenden

Projekten der HSG zusammenzubringen

und langfristige Förderpartnerschaften aufzubauen.

Damit soll die Finanzierung der stetigen

Weiterentwicklung von Forschung und Lehre sichergestellt

werden.

Fachhochschulen

Der Bundesrat genehmigt das überarbeitete Konkordat

der Westschweizer Fachhochschule. Das

neue Konkordat integriert die Bereiche Gesundheit,

Soziale Arbeit und Kunst. Es reduziert auch

den politischen Einfluss auf die operative Führung

und stärkt das Rektorat.

*

Die private Hochschule für Wirtschaft (HWZ), die

Teil der Fachhochschule Zürich ist, hat zwei neue

Master of Advanced Studies bewilligt: den Master

in «Business Analysis and Information Engineering»

sowie den Master in «Live Communication».

*

Die Studienrichtungen Pflege und Physiotherapie

können künftig mit einem Master of Science auf

Fachhochschulstufe abgeschlossen werden. Der

Bund hat entsprechende Studiengänge in Bern,

St.Gallen und Zürich bewilligt.

*

Nach internationalem Vorbild startet die Hochschule

Luzern das erste Schweizer «Innovations-

Labor». Diverse Fachhochschulen, aber auch

die ETH Zürich, beteiligen sich an diesem Innovations-Labor,

wo es darum geht, in einem geschützten

Raum mit Abstand zur Arbeit nachzudenken

und den Dingen auf den Grund zu gehen.

*

Die Zürcher Hochschule der Künste stellt im kommenden

Herbst unter Spardruck ihre allgemeinen

Weiterbildungskurse im künstlerisch-gestalterischen

Bereich ein, da diese nicht kostendeckend

durchgeführt werden können.

Pädagogische Hochschulen

Die PH Bern hat ein neues Zentrum für Bildungsevaluation

eingerichtet. Es erbringt Dienstleistungen

in der Schulevaluation und ist in weiteren

Bereichen der Bildungsevaluation tätig. Die Leistungsbereiche

des Zentrums für Bildungsevaluation

umfassen teilweise Tätigkeiten, die bisher von

anderen Organisationseinheiten erbracht wurden.

Volksschulen

Eltern im Kanton Zürich sollen die Schule für ihre

Kinder ab der 4. Primarklasse frei wählen können.

Dies verlangt eine kantonale Volksinitiative

der Elternlobby Zürich. Die Eltern sollen die

Kinder an jede beliebige staatliche Schule zum

Unterricht schicken können. Auch die Wahl einer

Privatschule soll möglich sein, die staatlich als

«freie Schule» anerkannt ist. Diese sollen vom

Staat eine Pro-Kind-Pauschale erhalten und die

Schulen dürften kein Schulgeld mehr verlangen.

*

Die Lehrmittel an der Volksschule des Kantons

Zürich sollen besser an die Bedürfnisse des integrativen

Unterrichts angepasst werden. Besonders

die älteren Lehrmittel genügten den Anforderungen

des individualisierten Unterrichts nicht, stellt

die Bildungsdirektion fest.

Berufsbildung

Belvoirpark Zürich erhält als erste Schweizer Hotelfachschule

die Zulassung als Anbieterin von

integrierten Bildungsgängen zur Ausbildung von

Berufslernenden.

*

Die Angebotslücke «unterhalb» der beruflichen

Grundbildung mit Attest (EBA) wird immer deutlicher.

In der provisorischen Fassung ihrer Bildungsplanung

schlägt die Regierung des Kantons

Bern darum vor, dass «im gesamtschweizerischen

Kontext alternative Ausbildungen und Abschlussmöglichkeiten

für Jugendliche zu prüfen sind, für

die eine EBA-Ausbildung zu anspruchsvoll ist».

Verbände, Organisationen, Institutionen

Im Jahre 2009 kamen fast 45 Prozent der Assistenzärzte

in der Deutschschweiz aus dem Ausland

(im Tessin 72 Prozent). Die Verbindung der

Schweizer Ärzte FMH empfiehlt daher, die Weiterbildungsstellen

für Assistenzärzte zu reduzieren

und gleichzeitig die klinischen Studienplätze um

15 bis 20 Prozent zu erhöhen, also mehr Ärzte

auszubilden.

Italien

In den Schulklassen gilt ab nächstem Schuljahr

ein maximaler Ausländeranteil von 30 Prozent.

Die Massnahme soll schrittweise aber der ersten

Volksschulklasse eingeführt werden. Das Vorhaben

richte sich nicht gegen ausländische Schüler,

sondern solle ihrer Integration dienen.

Abgeschlossen: 28. Februar 2010 Walter E. Laetsch

civitas 03/04 2010 25


Agenda

StV-Termine 2010

17. April Einsiedler Tagung: «Bolognareform:

Einsiedeln

Fluch oder Segen für Verbindungen?» (S. 31)

24. April Delegiertenversammlung Freiburg

7./8. Mai Bodenseetagung zur Bolognareform (S. 31) Marbach

8. Mai Marketing-Seminar (Aktionsprogramm) siehe Homepage

12./13. Mai StV-Kneipe und StV-Fussballturnier Freiburg

31. Aug.–3. Sept. Wanderwoche der Kommission G+L:

Durchs Toggenburg zur GV nach Wil (S. 32)

4.–7. September Zentralfest 2010 (S. 30) Wil

17./18. Sept. Dreiländer-Tagung CV – ÖCV – Schw.StV gemäss Ansage

25. September Vereinspapa-Tagung der Gymnasialverbindungen Sarnen

23. Oktober Kaderseminar mit Andreas Meyer v/o Trämmli.

Vorsitzender der Geschäftsleitung der SBB

28. Dezember Neujahrskommers der Semper Fidelis in Luzern

gemäss Ansage

Weitere Termine

1. 5. Jubiläum der «Fédération Romande»

1. 5. Jubiläum der AV Notkeriana

13.–16.5. 150 Jahre Helvetia Oenipontana

in Innsbruck

14.–16.5. Cartellvollversammlung (CVV) des

ÖCV in Gmunden

21.–24.5. 150 Jahre AV Turicia

3.–6.6. Cartellversammlung (CV) des

CV in Fulda

21.–24.5. Pennälertag 2010 Waidhofen/Ybbs

Zentralfest 2010 in Wil

Das OK lädt alle StVerinnen und StVer zum Zentralfest

2010 nach Wil ein. Bitte reserviert euch jetzt schon das

Wochenende vom 3.–6. September 2010.

Der Anmeldetalon ist in dieser Ausgabe (S. 30) publiziert.

Anmeldungen können bereits jetzt unter

www.zentralfest.ch vorgenommen werden.

Für das OK

Bruno Gähwiler v/o Nochwuchs

StV Forum

StV Adressen/Adresses de la SES

www.stv-forum.ch

Weitere Seminare

des StV-Forums:

Die Seminare werden auf der

Homepage www.schw-stv.ch

publiziert.

CP

Silvio Haller v/o Frisch

Nordstrasse 22

8006 Zürich

079 305 77 19

cp@schw-stv.ch

AHB-Präsident

Prof. Dr. Ernst Buschor

v/o Tolgge

In der Deisten 4

Postfach

8125 Zollikerberg

T 044 821 10 29

F 044 821 15 75

ahbp@schw-stv.ch

Zentralsekretariat

Heinz Germann

v/o Salopp, lic. iur. RA

Gerliswilstrasse 71

6020 Emmenbrücke

T 041 269 11 50

F 041 269 11 10

office@schw-stv.ch

www.schw-stv.ch

Redaktion civitas

Thomas Gmür v/o Mikesch

lic. phil. I

Fruttstrasse 17

6005 Luzern

T 041 360 25 19

079 707 86 92

redaktion@civitas.ch

www.civitas.ch

26 civitas 03/04 2010


CP

Arbeit und Lohn

Billet du président

In den vergangenen Wochen und Monaten

hat die Diskussion um die angemessene

Entlöhnung von Wirtschaftsvertretern

die Gemüter der Menschen

erhitzt. Managerlöhne, Millionensaläre,

Bonuszahlungen usw.

– Was darf Arbeit kosten? Was

ist der gerechte Lohn dafür?

Welche Lohnforderungen

stellt ein Senior als «Verbindungs-CEO»?

Keine. Er stellt sich

während einem Semester unentgeltlich

in den Dienst seiner Verbindung. Er

verbringt Stunden bei Vorbereitungsarbeiten,

an Sitzungen und Anlässen. Nie käme

es ihm in den Sinn, seine Arbeit und seine

Zeit in Rechnung zu stellen. Wie sollte deren

Wert auch bemessen werden?

Die Arbeit im Dienste unserer Gemeinschaft

ist unbezahlbar. Durch unser Engagement

– in der Verbindung wie auch im

Gesamtverein – stärken wir unseren Bund,

sichern das Fortbestehen unserer Ideale.

Gibt es einen Lohn dafür? Neue Erfahrungen?

Bleibende Erinnerungen? Sicherlich.

Vielleicht ist aber der grösste Lohn, der aus

einem solchen Engagement gezogen werden

kann, die Einsicht und Gewissheit, dass

nicht alles was wir tun, einen materiellen

Nutzen mit sich bringen muss, sich aber

trotzdem lohnt.

Der Schweizerische Studentenverein

braucht auch im kommenden Vereinsjahr

Mitglieder, die sich in seinen Dienst stellen,

für ihn und seine Mitglieder arbeiten. InteressentInnen

für das Zentralkomitee 10/11

melden sich bitte vertrauensvoll beim CC.

Silvio Haller v/o Frisch, CP

Travail et salaire

Il a beaucoup été question ces derniers mois

– et les débats étaient passionnés – de la juste

rémunération des représentants de

l’économie. Salaires des managers,

montants de millionnaires, paiement

de bonus, etc. Combien peut

coûter le travail? Quel salaire est

acceptable pour tel travail?

Quelles sont les prétentions

salariales d’un président (directeur

général) d’une section de la

SES? Nulles. Il se dépense sans compter pendant

un semestre pour le bien de sa section.

Il passe des heures à préparer des activités,

à participer à des séances et aux manifestations

de la société. Il ne lui viendrait jamais

à l’idée de comptabiliser et de facturer son

travail et son temps. Comment pourrait-on

d’ailleurs mesurer la valeur de son travail?

Le travail pour le bien de la communauté

est inestimable. A travers notre engagement

– au sein d’une section ou de la SES

– nous renforçons nos liens, garantissons la

continuité de notre idéal. Cependant, que

recevons-nous comme salaire? De nouvelles

expérience? Des souvenirs inoubliable? Assurément.

Mais peut-être que le plus grand

salaire qui peut être retiré d’un tel engagement,

c’est de comprendre et de savoir que

tout ce que nous faisons ne doit pas comporter

de bénéfices matériels.

La Société des Etudiants Suisses a

besoin l’année prochaine de membres qui

se mettent à disposition, pour elle et ses

membres. Les membres intéressé(e)s par une

candidature au Comité central 2010/2011

peuvent s’annoncer auprès du CC actuel.

Silvio Haller v/o Frisch, CP

Traduction: jap

Inhalt StV Teil /

Contenu partie SES

26 Agenda

27 Billet du président

28 Präsidentenkonferenz

30 Anmeldeformular GV 2010

Wil

31 Einsiedlertagung /

Bodenseetagung

32 Fédération Romande

32 Kommission G & L

33 EKV

34 Vereinschronik

42 Herausgeberrat «civitas»

43 Impressum

Fotos: es

civitas 03/04 2010 27


Präsidentenkonferenz

Der StV überaltert und muss sparen

Präsidentenkonferenz vom 13. März 2010 in Bern

Der Schw.StV hat zwei Probleme: der

kontinuierliche Mitgliederschwund

und die Zunahme der Mitglieder

die beitragsbefreit sind. Dies musste Altherrenbundspräsident

Ernst Buschor v/o

Tolgge vor der Präsidentenkonferenz des

Schw.StV festhalten. Die Finanzlage sei deshalb

angespannt. Eine weitere Erhöhung

des Beitrags würde nach Meinung des Altherrenbundvorstandes

von den Mitgliedern

nicht akzeptiert. Dementsprechend müsse

die Lösung über Sparmassnahmen gesucht

werden. Zudem will der Altherrenbundsvorstand

wieder eine Kapitaldeckung von 50 %

des Jahresaufwandes erreichen. Aktuell liege

er lediglich bei ca. 30 %, was die Liquidität

gefährden könne.

Der Schw.StV ist nicht mehr attraktiv

Der seit 17 Jahren anhaltende Mitgliederschwund

ist ein Faktum (siehe Grafik 1).

Dies entfachte gleich eine Diskussion über

das Image unseres Verbandes und die Ursachen

bezüglich des Nachwuchsproblems.

Der StV werde auf der politischen Bühne seit

Jahren nicht mehr wahrgenommen. Es folgten

Aussagen wie «Wir haben unsere Aufgabe

erledigt.» Aus den Reihen des Blocks

kamen klare Voten: «Wir müssen uns moderner

geben. Unsere 100-jährige Traditionen

bringen keinen Nachwuchs mehr.» Ein

Präsident einer Hochschulverbindung stellte

fest: «Wir haben ein Kommunikationsproblem.»

Er schlug zugleich vor, dass die

Gelder, welche für die «civitas» ausgegeben

werden, in eine PR- und Image-Kampagne

fliessen sollten.

Der StV wird ein Seniorenklub

Tolgge stellte zudem fest: «Wir haben bald

doppelt soviel Veteranen wie Aktive.» (siehe

Grafik 2). Ein Teilnehmer stellte fest, dass

sich diese Situation noch massiv verschärfen

werde, da die geburtenstarken Jahrgänge

der Babyboom-Generation (Jahrgang

1946–1964) in den kommenden Jahren

sukzessive ins Seniorenalter hineinwachsen

werden. Und er fragte gleich, ob der

Altherrenbundvorstand ein Szenario entwickelt

habe, wo der StV mitgliedermässig

im Jahr 2020 stehe. Dies sei aufgrund der

volatilen äusseren Rahmenbedingungen,

wie ungewisse Anzahl der Austritte und der

Nichtzahler, ein äusserst schwieriges Unterfangen,

so Tolgge. Überhaupt sei die Zahlungsmoral

deutlich ungenügend. Die Mitglieder

lassen sich ein bis zweimal mahnen.

Dies bewirke wiederum unnötige Kosten

beim Mahn wesen.

Anzahl

9000 –

8500 –

8000 –

7500 –

7000 –

6500 –

6000 –

5500 –

5000 –

4500 –

4000

Mitgliederbestand

1985

1987 –

1989 –

1991 –

1993 –

1995 –

1997 –

1999 –

2001 –

2003 –

2005 –

2007 –

2009 –

Grafik 1: Mitgliederschwund seit 1993

Jahr

Sparübung dringend notwendig

Aufgrund dieser Situation seien drastische

Sparübungen von Nöten, in allen Sparten.

Die «civitas» verschlinge für Druck, Versand

und Redaktion 235 000 Franken, das

Zentralsekretariat wird mit 120 000 Franken

entschädigt und dem CC wird 80 000

Franken ausbezahlt, so Tolgge. CP Silvio

Haller v/o Frisch brach eine Lanze für die

Aktivitas und wehrte sich auch gegen symbolische

Sparübungen. «Jede Sparmassnahme

tut weh und beeinträchtigt unsere Arbeit.»

Die Präsidentenkonferenz folgte seinem

Votum und sprach sich deutlich gegen eine

Reduktion der finanziellen Unterstützung

der Aktivitas. Die Frage der Sparmöglichkeit

richtete sich auf das Zentralsekretariat.

Dieses habe, so Tolgge, seit gut 15 Jahren die

gleiche Entschädigung ohne Anpassung. Zudem

betonte der Zentralsekretär, sein Problem

sei das Massengeschäft. Seit der Einführung

des elektronischen Mailverkehrs

kämen deutlich mehr Anfragen und Forderungen

von Mitgliedern, als damals mit der

Briefpost.

Reduktion der Ausgaben der «civitas»

Somit stand das Verbandsorgan im Zentrum

der Diskussion. Das Gute vorweg:

Durch die Neuausschreibung der Druckund

Layoutverträge – erste Massnahme der

8000

7000

6000

5000

4000

3000

2000

1000

0

Mitgliederbestand / effectif

1803

4645

1050

1879

4501

1033

2008 2009

Veteran/

vÈtÈrans

Altherren/

anciens

Aktive/

actifs

Grafik 2: Bald doppelt so viele Veteranen

wie Aktive

Die «civitas» ist ein Luxusgut.»

Sparübung – konnte mit der Offertrunde

bei der «civitas» deutlich Kosten eingespart

werden. Und die zweite Massnahme folgte

sogleich: Die Präsidentenkonferenz befürwortete

mit deutlichem Mehr die Reduktion

der Anzahl Ausgaben. Die «civitas» sei bei

der heutigen Informationsflut zum «Luxusgut»

geworden. Die Mehrheit der Präsidenten

forderte gleich eine Reduktion von 6 auf

4 Ausgaben. Die Aussenwirkung sei quasi

Null, also sei diese Reduktion angebracht,

so ein Votum.

Neue «civitas»-Redaktion

Tolgge gab unter Varia bekannt, dass Beat

Waldmeier v/o Calcio und Erich Schibli

v/o Diskus nach über 10-jähriger Tätigkeit

die Redaktion der «civitas» per Ende März

abgeben. Als Nachfolger wurde Thomas

Gmür v/o Mikesch, Historiker, vorgestellt.

Erich Schibli

28 civitas 03/04 2010


Präsidentenkonferenz

Finanzielle Konsolidierung

Nach dem Nein zur Strukturreform an der GV Engelberg 2008 stand die finanzielle Konsolidierung

im Mittelpunkt. Die Präsidenten teilen die Auffassung, dass eine Reserve von 50 %

des Jahresaufwandes angemessen ist. Damit stellt sich die Frage nach Mehreinnahmen oder

Minderausgaben. Die Präsidenten haben konsultativ mehrere Lösungsvorschläge geprüft.

– Die Neuausschreibung des «civitas»-Drucks ergab bei 6 Nummern eine Einsparung in der

Grössenordnung von 40000 Fr.

– Als weitere Sparmassnahme unterstützt eine klare Mehrheit die Reduktion der jährlichen

«civitas»-Ausgaben von 6 auf 4 Nummern, weil der Mehrwert bezweifelt wird. Sie bleibt

aber für die Imagebildung nach Innen und Aussen zentral. Leseranalysen belegen, dass sie

eher von Älteren gelesen wird und hauptsächlich Informationen zur Bildungspolitik erwartet

werden.

Von einer Plafonierung der Beiträge an die Aktivitas wird abgesehen. Obwohl von der

Dynamik der Mitgliederzahlentwicklung ein Beitragsobligatorium für Veteranen sich günstig

auswirken würde, weil diese noch auf längere Zeit die einzige wachsende Mitgliedergruppe

sind, wird nach dem Nein an der GV in Engelberg darauf verzichtet. Wie bisher sollen die

Veteranen eingeladen werden, den Beitrag freiwillig zu leisten. Auch andere Massnahmen wie

die Mitgliederadministration durch die Verbindungen anstelle des Zentralsekretariats, welche

die zentralen Massenarbeiten entlasten würden, sind kaum in genügender Qualität in allen

Verbindungen realisierbar. Die Massnahmen bei der «civitas» genügen, dass der AHB das

Reserveziel erreichen kann.

Es wird unterstrichen, dass die Vorteile der Verbindungen besser und breiter präsentiert

und ein positives Image der Verbindungen gefördert werden soll. Die Einsiedlertagung vom

17. April und die Bodenseetagung vom 7./8. Mai bieten Gelegenheit zur Vertiefung dieser Ziele.

Ich rufe alle zur aktiven Teilnahme auf.

Ernst Buschor v/o Tolgge

Moins de «civitas» pour la SES

Décisions consultatives à l’assemblée des présidents

Die schlechte Zahlungsmoral der

Mitglieder und die Überalterung des

Schw.StV gab auch noch nach der

Präsidentenkonferenz zu reden.

Fotos: es

La situation financière de la SES était le sujet principal lors de la conférence des présidents,

le 13 mars 2010 à Berne. La SES doit faire face à une baisse de ses effectifs (graphique 1) et

à des manquements au niveau du paiement de la cotisation, ainsi qu’à un nombre important

de démissions. Les participants ont pris connaissance du fait que le changement du contrat

d’impression et du layout épargnera 40000 francs environ. Les décisions consultatives suivantes

ont été prises:

– La SES vise comme but une liquidité de 50 % du volume annuel des cotisations comme

réserve.

– Confirmation de réduction du nombre des éditions du «civitas» de 6 à 5, voire 4 numéros.

– La cotisation annuelle des anciens reste à 100 francs.

– Les vétérans ne payeront pas de cotisation.

La conférence a pris connaissance de la démission des rédacteurs du «civitas», Beat Waldmeier

v/o Calcio et Erich Schibli v/o Diskus. Jacques-André Possa v/o Tintin reste comme

rédacteur pour la partie romande. Le nouveau rédacteur du «civitas» a été présenté: Thomas

Gmür v/o Mikesch, historien.

jap

civitas 03/04 2010 29


Anmeldung

164. Zentralfest

3.-6. September

in Wil

Herzlich willkommen

zu 150 Jahre GV Stadt Wil

Die Stadt Wil und mit ihr die Corona Wilensis freuen sich das 164.

Zentralfest ausrichten zu dürfen. Im Jahre 1860 war Wil erstmals

Gastgeber dieses Anlasses, deshalb 150 Jahre GV Stadt Wil.

Mit diesem Formular können Sie Ihre Unterkunft auf dem postalischen

Weg buchen. Wer‘s einfacher haben und immer auf dem

Laufenden sein will: www.zentralfest.ch

Hotelreservation

Donnerstag/Freitag, 2./3.9.2010

Samstag/Sonntag, 4./5.9.2010

Doppelzimmer

4 Sterne

240.- bis 290.-

Einzelzimmer

4 Sterne

165.- bis 235.-

Anmeldung Katerbummel

Ich nehme am Katerbummel teil.

Festführer/Festabzeichen

Pro Bestellung ist ein Festführer (Fr. 25.-) obligatorisch.

Persönliche Angaben

Name

Vorname

Strasse

PLZ/Ort

Verbindung

Vulgo

Telefon

Fax

Email

3 Sterne

105.- bis 270.-

Formular vor dem 2. August zurücksenden an:

St.Gallen-Bodensee Tourismus, Bahnhofplatz 1, 9001 St.Gallen

Tel. 0712273737, Fax. 0712273767

www.st.gallen-bodensee.ch, info@st.gallen-bodensee.ch

Die Anmeldung wird Ihnen per Mail und Einzahlungsschein bestätigt.

Hauptsponsoren



Freitag/Samstag, 3./4.9.2010

Sonntag/Montag, 5./6.9.2010

3 Sterne 2 Sterne

75.- bis 190.- 63.- bis 132.-

Alle Preise verstehen sich pro Zimmer und Nacht!

2 Sterne

118.- bis 205.-

Anmeldung Couleurball

Altherren Fr. 40.-, Aktive Fr. 30.-, Aktive mit Festführer Fr. 20.-

Essen und Getränke sind im Preis nicht inbegriffen.

Ich nehme am Couleurball teil.

Fleischmenü

Vegetarisch

Name der Begleitperson

Massenlager

20.-


Inscription

164ème Fête centrale

3 - 6 Septembre

à Wil

Cordiale bienvenue

au jubilé du 150ème de la Fête Centrale à Wil

Wil et avec elle la Corona Wilensis se réjouit de vous pouvoir vous

informer au sujet de la 164ème Fête Centrale. En 1860, Wil a été pour

la première fois hôte de cette manifestation, d’où le jubilé du 150ème

de la Fête Centrale à Wil. Avec ce formulaire, vous pourrez réserver

votre hébergement par la voie postale. Celui qui souhaite faire plus

simple et être toujours tenu au courant des actualités peut se rendre

sur: www.zentralfest.ch

Réservation de chambre

Jeudi/Vendredi, 2./3.9.2010

Samedi/Dimanche, 4./5.9.2010

Chambre double

4 étoiles

240.- à 290.-

3 étoiles

105.- à 270.-

Chambre individuelle

4 étoiles

165.- à 235.-

3 étoiles

75.- à 190.-

2 étoiles

63.- à 132.-

Tous les prix s’entendent par chambre et par nuit!

Inscription au Bal

Anciens Fr. 40.-, Actifs Fr. 30.-, Actifs avec guide de fête Fr. 20.-

Repas et boissons ne sont pas inclus dans le prix.

Je participe au Bal.

Menu

Nom du/de la partenaire

Inscription au Bummel

Je participe au Bummel.

Vendredi/Samedi, 3./4.9.2010

Dimanche/Lundi, 5./6.9.2010

Menu végétarien

2 étoiles

118.- à 205.-

Abri de masse

20.-

Guide/Insigne de fête

Un guide de fête est obligatoire pour chaque réservation (Fr. 25.-).

Informations personnelles

Nom

Prénom

Rue

PLZ/Lieu

Section

Vulgo

Téléphon

Fax

Email

Le formulaire doit être renvoyé jusqu’au 2 août à:

St.Gallen-Bodensee Tourismus, Bahnhofplatz 1, 9001 St.Gallen

Tel. 0712273737, Fax. 0712273767, www.st.gallen-bodensee.ch,

info@st.gallen-bodensee.ch. L’inscription sera confirmée par un

courrier contenant un bulletin de versement.

30 civitas 03/04 2010


Veranstaltungen

Hochschulverbindungen nach

der Bologna-Reform

Einsiedler Tagung des Altherrenbundes – Samstag, 17. April 2010

Die Schweiz hat die Bologna-Reform

weitgehend umgesetzt. Sie stellt

den grössten Eingriff in das Leben

der Studierenden in der Nachkriegszeit

dar. Obwohl sich die Studierenden 2008

überwiegend befriedigt zeigten, kam es in

letzter Zeit zu demonstrativen Missmutsäusserungen

vorab aus den Geisteswissenschaften.

Die Einsiedler Tagung des Altherrenbundes

verfolgt zwei Ziele: Sie informiert

Altherren über die Ziele und den Stand

der Bologna-Reform. Im Hauptteil sollen

die Auswirkungen auf die Hochschulverbindungen

dargestellt und diskutiert sowie

Lehren für die Weiterentwicklung des Verbindungslebens

gezogen werden.

Die Tagung findet im Grossen Saal des

Klosters Einsiedeln statt.

Programm

10.15 – 10.30 Begrüssung

10.30 – 12.00 Der Stand und die Perspektiven der Bologna-Reform

Prof. Dr. Vergauwen, Rektor der Universität Freiburg

Mittagslunch

13.00 – 13.30 Erfahrungen der CV-Verbindungen mit der Bologna-Reform:

Cartellbruder PD Dr. Michael Klein, Referent für Fragen zur

Bologna-Reform in den Verbindungen des CV

13.30 – 15.30 Bologna und die Verbindungen

- eine Chance für den Studenten? Pascal Scheiwiler v/o Sturm,

Rauracia

- die Chance für die Altherrenschaft? Dipl. Ing. ETH Silvio Vanoli

v/o effor, Kyburger

- eine Chance für den Schw.StV? Dr. iur. Benno G. Frey v/o Agänt

15.30 Abschlussvoten des CP und des AHBP, anschliessend Apéro

16.30 Vesper in der Klosterkirche (freiwillig)

Die Teilnahme ist unentgeltlich. Anmeldung beim Zentralsekretariat des Schw.StV per

Mail (office@schw-stv.ch bzw. Tel. 041 269 11 50) bis spätestens 13. April 2010.

Dreiländer-Bodensee-Tagung des Schw.StV, CV und ÖCV

zur Bologna-Reform

Freitag/Samstag, 7./8. Mai 2010

Die drei Verbände, Schweizerischer Studentenverein (Schw.StV), Deutscher Cartellverband (CV) und Österreichischer Cartellverband

(ÖCV) führen im laufenden Vereinsjahr die 2. Bodensee-Tagung unter der Leitung des Schw.StV zur Bologna-Reform durch. Dabei

soll eine Erklärung der drei Verbände verabschiedet werden, die sich auch zur Rolle der Verbindungen unter den neuen Bedingungen

äussert. Die Ergebnisse sollen in den drei Verbandszeitschriften dargestellt und den nationalen Hochschulorganen und den Medien

zugestellt werden. Die Tagung findet im Schloss Marbach der Jacobs-Stiftung am Bodensee (www.schlossmarbach.de) statt.

Programm

Freitag, 7. Mai 2010

13.00 Prof. Dr. E. Buschor, AHBP: Begrüssung und Einführung

13.15 Ergebnisse der Studierendenbefragungen zur Bologna-

Reform in Deutschland

14.15 Ergebnisse der Studierendenbefragungen zur Bologna-

Reform in der Schweiz

15.15 Kaffeepause

15.45 Referat des Vorsitzenden des trilateralen Treffens 2010

der Rektorenkonferenzen

Prof. Dr. A. Loprieno, Rektor der Universität Basel:

«Bologna heute und morgen», Diskussion

16.45 Diskussion zur Frage «Gemeinsamkeiten und

Unterschiede in den drei Ländern»

Leitung: Vertreter des ÖCV

17.45 Prof. Dr. E. Buschor AHBP-Schw.StV: Präsentation des

Erklärungsentwurfs

18.30 Apéro, anschliessend Nachtessen und Abendbier im

Schlosskeller

Samstag, 8. Mai 2010

09.00 Prof. Dr. Teichler, Universität Kassel, Berufliche

Relevanz des Bachelor- und Master-Abschlusses

10.00 Diskussion zu den Schlussfolgerungen und dem

Erklärungsentwurf

Leitung: CB Klaus Oidtmann, Dresden

Einleitungsvoten durch die drei Verbandsvorsitzenden

der Aktivitas

11.00 Beschlussfassung zum Erklärungsentwurf

11.30 Schlussworte der drei Verbandspräsidenten

12.00 Abschluss, Kaffee

Der Tagungsbeitrag beträgt 50 € / 75 Fr. für Aktive und 120 € /

180 Fr. für Altherren (Unterlagen, Verpflegung exkl. Getränke

Nachtessen, Übernachtung).

Anmeldungen bis spätestens 28. April 2010 an das

Zentralsekretariat des Schw.StV, Gerliswilstrasse 71, 6020

Emmenbrücke, Fax +41 41 269 11 10, office@schw-stv.ch.

civitas 03/04 2010 31


Fédération Romande

Kommission G + L

Noces d’or!

50 e anniversaire de la Fédération Romande

Eh oui! Déjà! Il y a 50 ans que les sections romandes se liaient au sein d’un groupement

et fondaient la Fédération Romande. Le but de celle-ci était de valoriser les Romands

au sein de la SES. Grâce au travail des différents comités qui se sont succédé au

cours des décennies, une meilleure reconnaissance des Romands est visible aujourd’hui, par

exemple au niveau des traductions dans les courriers officiels et le «civitas».

Participation active à la SES

Telle la flamme olympique, le flambeau se transmet de comité en comité depuis un demisiècle.

Durant ces quelques lustres, les Romands ont su participer activement à l’histoire de

la SES en organisant quelques Fêtes Centrales dont St-Maurice 09, gérée de main de maître

par une équipe jeune et dynamique. Plusieurs Romands se sont également investis dans les

différentes commissions et au sein du Comité Central.

Durant ces cinquante dernières années, des sections romandes ont vu le jour et d’autres

ont malheureusement disparu. Mais notre groupement comprend actuellement 16 sections,

actives et anciennes confondues.

C’est à la fois l’investissement, l’engagement mais surtout l’amitié qui nous lie depuis cinquante

ans que nous allons célébrer lors de la journée du samedi 1 er mai 2010.

Pour que la fête soit réussie, nous avons besoin de vous. C’est donc avec un plaisir non dissimulé

que le comité actuel a le plaisir de vous convier au Jubilé de la Fédération Romande.

La journée se déroulera de la manière suivante:

Programme du Jubilé de la FR du 1 er mai 2010

13 h 00 Rendez-vous, gare de Lausanne

13 h 32 Départ du LEB, gare du Flon

14 h 00 Visite du Musée de l’histoire estudiantine à Assens

16 h 32 Départ d’Assens

16 h 55 Arrivée à Lausanne

18 h 00 Ste Messe à Ouchy, église du Sacré-Cœur

19 h 30 Accueil et apéritif, Buffet de la gare de Lausanne, salle des 4 cantons

20 h 00 Repas, buffet froid

20 h 30 Kommers

Inscription à jubilefr@gmail.com

Merci de vous préinscrire (inscriptions validées lors du paiement) à l’adresse suivante:

jubilefr@gmail.com, en indiquant vos nom, prénom, vulgo, section, actif ou ancien et si

vous êtes en possession d’un abonnement général ou 1 ⁄2 tarif.

Les frais d’inscription pour le repas (sans les boissons) s’élèvent à 30 fr. pour les actifs et

50 fr. pour les anciens. Les coûts de transports seront tributaires des inscriptions.

Ce jubilé est l’occasion de se retrouver tous et de passer un très bon moment d’amitié.

En espérant vous voir nombreux et avec les salutations colorées du comité.

Avis de recherche

Geneviève Genoud v/o Etincelle, FRx

Chères anciennes présidentes et chers anciens présidents de la Fédération Romande,

Nous aimerions vous inviter personnellement au jubilé, mais malheureusement notre liste

d’adresses est incomplète. Auriez-vous l’amabilité de nous transmettre vos coordonnées complètes,

sans oublier l’année de votre mandat à l’adresse suivante: jubilefr@gmail.com

ou à l’adresse postale suivante:

Fédération Romande de la société des étudiants suisses, 1700 Fribourg

Nous nous réjouissons de pouvoir vous revoir tous.

Durchs Toggenburg ans

Zentralfest nach Wil

Wanderwoche der Kommission G & L

Datum: 31.8.2010–3.9.2010

Weitere Informationen:

www.schw-stv.ch-> Kommissionen ->

G & L -> Termine oder unter

g&l@schw-stv.ch.

Alle interessierten StVerinnen und StVer

sind zu diesem bewegten, besinnlichen,

geselligen Projekt herzlich eingeladen.

Auch die Teilnahme an einzelnen Etappen

ist möglich.

Veranstaltungen

Daniel M. Bühlmann v/o Augur

Warum haben sich Franz und

Klara für Christus entschieden?

Vom 6. bis 11. September 2010 findet für

Studierende und junge Erwachsene eine

Assisireise statt. Mit dem Minibus fahren wir

über Bologna nach Assisi, wo wir vier Tage mit

folgenden Themen verbringen:

• Franziskus, Kindheit und Jugend

• Klara, eine junge Frau sucht ihren Weg

• Franziskus und die Armen seiner Zeit

• Kunst und Kultur oder Wanderung auf den

Monte Subasio

Ein Früh- und Abendlob sowie eine Eucharistiefeier

gehören wie die Geselligkeit und die

Möglichkeit für eigene Entdeckungen dazu.

Wir werden in diesen Tagen versuchen, wahrhafte

Zuhörerinnen und Zuhörer zu werden,

um den Antworten auf die Spur zu kommen.

Eingeladen sind junge Menschen von 18 bis

30 Jahren.

Leitung: Br. Pascal Marquard,

Studentenseelsorger Uni Freiburg

Sr. Veronica Metzger, Aktivierungstherapeutin

– Erfahrung in Erwachsenenbildung

Kosten: CHF 480.–

Anmeldefrist: 30. Juli 2010

Nähere Informationen / Detailprospekt:

www.kloster-ingenbohl.ch oder bei

Br. Pascal Marquard, 026 437 11 60,

pascal.marquard@cordeliers.ch

Weitere Angebote: www.kath.ch/orden/novi

32 civitas 03/04 2010


EKV

Neues EKV-Präsidium gewählt

Bericht von der Tagung in Wien

Fotos: zVg

Am 14. Februar 2010 wurde in Wien

ein neues Präsidium des Europäischen

Kartellverbandes (EKV) gewählt,

um nach einem langwierigen Reformprozess

neue Impulse zu setzen.

Auf der Kartellverbandsversammlung

(KVV) des EKV in Wien wurde Gerhard

Labschütz v/o Placentarius (ÖCV) mit deutlicher

Mehrheit als neuer Präsident gewählt.

Er bringt als ehemaliger Vizevorortspräsident

des ÖCV, als Funktionär im niederösterreichischen

Landesverband des MKV

und als Geschäftsführer der ÖCV-Bildungsakademie

langjährige Erfahrungen mit in

das Amt. Dies gilt in gleicher Weise für die

beiden Vizepräsidenten Christoph Gruber

v/o Cicero, dem derzeitigen ÖCV-Vorortspräsidenten

(gewählt für die Agenden Kommunikation)

und Bsc Markus Friderichs v/o

Der Genosse, welcher als CVer besonders

den Kontakt zu den grossen deutschen Verbänden

intensivieren soll und die Finanzgeschäfte

übernimmt.

«Das neue Präsidium steht vor grossen

Herausforderungen: Nach einem langen Reformprozess

müssen wir eine neue Kommunikationsbasis

aufbauen, die die Verbände

besser und effizienter mit- und untereinander

vernetzt», nimmt sich EKV-Präsident Placentarius

vor. Gerade in den letzten Jahren

war eine unterschwellige Disharmonie und

in Folge Orientierungslosigkeit innerhalb

des EKV nicht zu leugnen. So tritt das neue

Präsidium mit den im Oktober 2009 in Innsbruck

beschlossenen neue Statuten und der

Die Mitglieder des neuen EKV-Präsidiums v.l.n.r.: Gerhard Labschütz

v/o Placentarius (ÖCV), neuer Präsident des EKV; Christoph Gruber v/o

Cicero, derzeitiger ÖCV-Vorortspräsident; Markus Friderichs v/o Der

Genosse (CV), zuständig für die Finanzen im EKV.

Geschäftsordnung ein anspruchsvolles und

von Erwartungen geprägtes Programm an.

Als eine der Grundideen des EKV kann

sicher das Streben nach einer Einigung Europas

angesehen werden – dies scheint in

den letzten zwanzig Jahren mit dem Fall

des Eisernen Vorhangs, der Berliner Mauer,

dem Zusammenbruch des Ostblocks und

schliesslich der Osterweiterung der Europäischen

Union in Erfüllung gegangen zu

sein. Dennoch gilt es, neue Ziele zu erkennen

und zu fördern: So sind beispielsweise

in Polen, Rumänien oder der Ukraine und

im Baltikum neue Verbindungen langsam

am Wiederentstehen oder gründen sich völlig

neu. Seit dem Fall von Kommunismus

und Parteidiktatur besinnt man sich auch

im Bereich des Couleurstudententums auf

traditionelle Werte. Diese Verbindungen

benötigen daher intensive Unterstützung,

finanzielle Mittel und breite Akzeptanz im

westlichen konfessionellen Farbstudententum.

Die Verbände und Mitglieder des EKV

erstrecken sich zurzeit über 14 europäische

Länder mit ca. 120 000 Mitgliedern in rund

660 Schüler- und Studentenverbindungen.

Der EKV umfasst Männer- und Damenverbindungen

sowie gemischte Vereinigungen,

die sich alle zum christlichen Glauben – von

der Orthodoxie über den Katholizismus bis

zum Protestantismus – bekennen. «Die Einigung

des christlichen Couleurstudententums

und das Aufzeigen der immensen

Vielfalt in Europa ist mir ein Herzensanliegen

und soll eine grösstmögliche und breite

Aufmerksamkeit in allen unseren Verbänden

erhalten», fasst der neue EKV-Präsident

zusammen.

Weitere Informationen zum EKV, seinen

Mitgliedern sowie dem neu gewählten

Präsidium und dessen Programm finden

sich auf der Webseite des EKV unter www.

ekv.info.

Für das CC:

Clemens Maria Schuster v/o Hofrat CA

bildungs

akademie

ÖCV-Bildungsakademie

für alle

Die Bildungsakademie (BA) des Österreichischen

Cartellverbandes (ÖCV) steht vor

einem grossen Jubiläum, denn im kommenden

Jahr feiert sie ihr 40-jähriges Bestehen.

Dieses Jubiläum soll nun zum Anlass genommen

werden, die vorhandenen Seminarangebote

aufzustocken und vollumfänglich

und inhaltlich zu erweitern. Darin und

auch in der wesentlichen Steigerung der

Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren liegt

die Bestätigung und der Auftrag für dieses

Erfolgsprojekt.

Schon bisher waren die Seminare der

BA für alle Interessenten zu moderaten

Teilnehmergebühren frei zugänglich; lediglich

für ÖCVer gab es ermässigte Seminarbeiträge.

Ab dem Frühlingssemester 2010

können nun alle Farbstudenten und -studentinnen

in den Verbänden des EKV den

Vorteil des niedrigeren Beitrags nutzen. Dies

haben die Verantwortlichen beschlossen um

die qualitativ hochstehenden Angebote der

BA für alle EKVer – und damit auch allen

Mitgliedern des Schw.StV – zugänglich zu

machen. Das umfangreiche Seminarprogramm

kann auf www.bildungsakademie.at

abgerufen und durchforscht werden.

Gerhard Labschütz v/o Placentarius,

EKV-Präsident

Geschäftsführer der Bildungsakademie

civitas 03/04 2010 33


Vereinschronik

Alemannia

«Wie ein Fels, wie die Angel

der Welt!»

Mit dem Holzwurmstamm, an dem

die KBKB Wellauer v/o Kult, Niederberger v/o

Taurus und Andenmatten v/o Fäger, im Stammtisch

verewigt wurden, fand die Ferienzeit

definitiv ein schönes Ende. Betrüblicherweise

mussten wir jedoch in der genannten Zeit von

AH Dr. med. Robert Rohner v/o Pferch (geb.

1932) und dem Walliser alt-Staatsrat AH lic. iur.

Franz Steiner v/o Trumpf (geb. 1924) Abschied

nehmen.

Mit dem Beginn des Frühjahrssemesters an der

Universität nahm auch die Aktivitas ihr traditionelles

Sommersemester, unter dem Motto «Wie

ein Fels, wie die Angel der Welt», in Angriff.

Unter dem Fürsten Niederberger v/o Taurus stehen

der Alemannia abwechslungsreiche Monate

mit vielen programmmässigen Höhenpunkten

bevor. So glänzte der März beispielsweise schon

mit dem Blockfackellauf bei der Bodania und

dem allsemesterlichen Fürstentreffen mit der

Rauracia im Carnotzet. Der April erfreut uns

mit einer ehrenwerten Doktorkneipe und der

Mai kommt sportlich und sommerlich, mit dem

StV-Fussballturnier und der anschliessenden

After-Foot-Party auf der Alemannenterrasse,

daher. Den Schlusspunkt setzt die traditionelle

Schlusskneipe am Freitag, dem 04. Juni 2010.

Der IA Zumthor v/o MirAge hat im letzten Semester,

an der Newcastle University, den Master

in «International Financial Analysis» erfolgreich

abgeschlossen und wurde mit dem «Best

Student Award» ausgezeichnet. Auch der KB

Kölbener v/o Norm hat nach seiner Fürstenzeit

die IUR III Prüfungen erfolgreich bestanden und

darf sich nun B Law utr. iur. nennen.

Samuel Andenmatten v/o Fäger, XXX

Berchtoldia

Neue Altherren, neue Füxe

Die Berchtoldia startete mit

geschmälerter Aktivitas ins neue Jahr: An der

Weihnachtsfeier Anfang Dezember nahmen

Marco Celia v/o Ciró, Gabriela Bitzi v/o Sunisa,

Dominik Vögtli v/o Öbel und Ivo Annen v/o

Chipo das Altherrenband in Empfang. Durch die

drei Neuaufnahmen im Herbstsemester, Sandro

Portmann v/o Neptun (Wikinger), Nicole Walder

v/o Pögg und Monika Lüthi v/o Prosa ist der

Verlust aber zu verkraften und die Berchtoldia

ist auf die lang nicht mehr dagewesene Grösse

des Fuxenstalls besonders stolz. Weiter haben

wir die Freude, den Aufstieg von Natascha

Fanny Probst v/o Eowyn in den Burschensalon

verkünden zu können. Im Herbst erfuhren wir

ausserdem, dass AH Patrick Kircher v/o Davis

zum a.o. Professor an der Vetsuisse-Fakultät in

Zürich ernannt wurde.

Neben all den freudigen Ereignissen mussten

wir in den vergangenen Monaten auch von zwei

Altherren Abschied nehmen, es sind dies Rolf

Flury v/o Falk und Jean Pfanner v/o Hopfe.

Die ersten grossen Anlässe des Semesters

haben ebenfalls bereits stattgefunden. So

begrüssten wir zum alljährlichen Berchtoldersouper

wieder viele Altherren im Berchtolderkeller

und drei Wochen später schwangen wir

am Berner StVer Ball unser Tanzbein. Freuen

dürfen wir uns noch auf den Maibummel und

das Berchtolderweekend, welches auch dieses

Jahr wieder ganz im Zeichen der Optimierung

unserer Mitgliederwerbung stehen wird.

Ruth Sonja Peterseil v/o Felis, XXX

Philisterverband Bern

Auf Weingut Twann

Mit dem traditionellen Neujahrsschoppen

eröffneten die Berner Philister anfangs Januar

das neue Jahr. Auch heuer treffen sie sich

regelmässig am Mittwochabend ab 18.00 Uhr im

Restaurant Schmiedstube zum Stamm. Noch im

Januar fand der erste Höhepunkt im Philisterjahr

statt. An einem Mittwochabend verschob sich

die ganze Corona auf das Weingut Brunnmühle

in Twann am Bielersee zum Treberwurstessen.

Einem gemütlichen Apéro mit feinen Weiss- und

Roséweinen folgte der Treberwurstschmaus mit

hausgemachtem Kartoffelsalat und Brot. Dazu

konnten gute Bielersee-Tropfen genossen werden.

Zum Abschluss wurden die Gäste mit einer

Coupe vigneron, Kaffee und Digéstifs verwöhnt.

Am letzten Samstag im März folgte ein weiterer

glanzvoller Anlass im Programm der Philisterinnen

und Philister. Der 7. Berner StVer Ball fand

im Hotel Bellevue Palace statt. An dieser Stelle

sei noch auf zwei kommende Anlässe hingewiesen:

Am 3. April 2010 treffen sich die Berner

Philisterinnen und Philister zum Osterschoppen

im Tramdepot und am Samstag, 3. Juli 2010,

wird das Tropenhaus in Frutigen besichtigt. Für

weitere Informationen zu diesen Anlässen oder

zum Philisterverband Bern sowie Kontaktmöglichkeiten

finden sich auch auf der Internetseite

http://berner-philister.ch.

Regine Loepfe v/o Anatevka

Burgundia

Time to Change

Die olympischen Spiele sind in aller

Munde. Mit sechs Goldmedaillen hat die Schweizer

Equipe berauschende zwei Wochen hinter

sich. Ähnlich berauschend geht die Burgundia

in ihr 291. Semester. Unter dem Senioren Di

Francesco v/o Kalkül wurde ein vielfältiges und

abwechslungsreiches Programm gestaltet. Neu

ins Programm aufgenommen wurde der sogenannte

TD/IA-Anlass am Donnerstag. Der Abend

wird unter einem bestimmten Motto stehen (z.B

Jassen, Kino usw.). Gäste sind natürlich immer

gern gesehen.

An dieser Stelle sei auch an die Burgunderparty

vom 16. April im Kornhausforum verwiesen. An

diesem Abend steigt die beste Studentenparty

in ganz Bern. Das Komitee wird ergänzt durch

Coldebella v/o salto (Consenior), Aeschbacher

v/o Limit (Aktuar) und Schwab v/o Ritorno (FM).

Wichtige Nachrichten gilt es auch zum Stamm

zu vermelden. Weil das Restaurant zur Zeit

geschlossen ist, hat die Aktivitas ihren Stammbetrieb

neu im Restaurant Handwerker in der

Lorrainestrasse 9 in Bern aufgebaut. Bei Gisela

haben wir uns schnell eingelebt. Das Handwerker

ist mehr als nur ein würdiger Ersatz für das

Restaurant Burgunder.

Zudem gratuliert die Aktivitas folgenden

Altherren und Ihren Partnerinnen zu Ihrem

Nachwuchs: Heuberger v/o Pharao darf sich

nun zweifacher Vater nennen. Bei Zurbriggen

v/o Channa und Kronenberg v/o Schwung hat

jeweils eine Tochter das Licht der Welt erblickt.

Lars Aeschbacher v/o Limit

Corvina

«Auf den Spuren des hl.

Meinrads»

Das Jahr hatte kaum erst begonnen, als traditionell

am Freitag nach dem Fest des heiligen

Meinrad die alljährliche Etzelwallfahrt der Corvina

stattfand. So geschah es auch dieses Jahr,

dass sich am 22.Januar zehn tapfere Studenten

um 16.30 Uhr – trotz eisiger Kälte – trafen, zum

gemeinsamen Marsch auf den Etzel.

Auf dem rund anderthalbstündigen Weg zum

Übergang von der Hochebene Einsiedeln zur

Oberseeregion wurden noch die letzten Neuigkeiten

betreffs Schule, Schlagzeilen, Politik

und alles, was das Studentenleben erfrischt,

untereinander ausgetauscht. Man merkte schon,

dies wird ein Anlass der Gemütlichkeit und des

Nachdenkens, der eigentliche Sinn dahinter

34 civitas 03/04 2010


und nicht ein allwöchentlicher Anlass, wie der

Freitagsstamm. Bei der Gaststätte des Klosters

angekommen, gesellten sich auch noch Pater

Basil v/o Örgeli (als Fahrer) und der Verfasser

dieses Textes (der sich unglücklicherweise am

Vortag die Kniescheibe brach und das Privileg

zur Mitfahrt genoss) zur Gruppe. Bei der Messe

in der Kapelle, dem früheren Wohnort des hl.

Meinrads, sah man erneut die große Verbindung

der Corvina zum «ersten Einsiedler». Nach der

Eucharistiefeier hatte auch der letzte einen

Bärenhunger und jeder freute sich auf ein währschaftes

Käsefondue. Auch konnten sich die andern

Gäste des Restaurants an unsere meist gut

verklungenen Liedern erfreuen, womit wir auch

schon beim Ende dieses Abends waren. Nach

der Rückfahrt ins Klosterdorf zog man meist in

getrennten Wegen von dannen.

Daniel Oberholzer v/o Umwäg

Fryburgia

De cavo obscurimus

Der Dreimaster pflügt den Oceanos

in wilde Furchen entzwei, dass es den Matrosen

der alten Lady den schieren Atem fernhält.

Seit sie wieder den Hafen der vorlesungsfreien

Zeit hinter sich gelassen und in See gestochen

ist, wissen ihre Seemänner nicht mehr, wie

ihnen geschieht. Da erklärt ihr Käpt’n ihnen

das vorliegende Gewässer, als auch schon der

erste Rummel beginnt. Das Krambambuli, wie

dieses Klabauterfest sich nennt, war ein voller

Erfolg. Die daran Teilgenommenen liessen sich

allesamt vom Geiste der Fryburgia küssen und

entschwanden in erdferne Gefielde. Manche

liessen sich jedoch zutief von den fryburgischen

Sirenen-Klängen verführen, hätten nicht kräftige

Pranken ihrer Nächsten sie wieder an Bord

gezogen. Doch nicht lange war der Rausch der

grünen Fee verklungen, sichtete der erste Offizier

ein von üblen Wetterdämonen beherrschtes

Eiland. Obgleich dieser Tatsache, betrat eine

dafür auserkorene Patrouille diese von Gott verlassene

Ödnis. Sie hätten besser daran getan,

auf der Fryburgia zu verweilen, denn in einer

der dunkelsten Höhlen befand sich eine derart

schreckhafte Bewandnis, die sie zur schieren

Flucht bewog. Circe schien sich offensichtlich

ein neues Spiel zur reinen Vergnügungssucht

ausgedacht zu haben, indem sie auf diesem

himmelsfernen Atoll ausgesetzte Seebären

zu Plastinaten auf alle Ewigkeit ausstaffierte.

Diese Entdeckung bewegte die verunsicherten

Männerherzen zu heftigen Diskussionen über

die Ethik solcher menschlichen Fracks. Ihr Ziel

scheinen diese jedoch erreicht zu haben; die

Fryburgia pflügte weiter fort, den riesigen dunkelblauen

Acker dieser unendlich scheinenden

«maria mundi». Auf dass sie weitere erinnerungsselige

Abenteuer erleben möge.

Gregor Thürlemann v/o Spada, X

Helvetia Oenipontana

Jubiläumsfeiern 150.

Geburtstag

Das Komitee der Aktivitas unter Leitung von

Jubelsenior Andreas Stefan Liebl v/o Werdenfels

sowie die Altherrenschaft freuen sich riesig, den

150. Geburtstag der HOe vom Donnerstag, 13.

bis Sonntag, 16. Mai 2010 fröhlich und ausgiebig

zu feiern. Die HOe ist die älteste Farben

tragende Studentenverbindung Österreichs.

Aus dem abwechslungsreichen Festprogramm

erwähne ich hier einige Eckpunkte: Am Auffahrtsabend,

13. Mai ist in Innsbruck zu Beginn

Vesper mit der Hausgemeinschaft des Canisianums,

Tschurtschenthalerstrasse 7; um 20 Uhr

im Canisianum Begrüssung mit Abendessen.

Am Freitag um 10 Uhr wird die HOe durch

die Stadt Innsbruck auf der Weiherburg

offiziell empfangen. Dort ist auch Festschrift-

Buchvernissage, anschliessend um 12 Uhr

Mittagessen im Café-Restaurant Villa Blanka.

Um 15.30 Uhr ein WAC mit Führung durch die

Universität am Karl-Rahner-Platz und um 16.30

Uhr Festgottesdienst und Fahnenweihe in der

Jesuiten- und Universitätskirche. Um 20 Uhr

steigt der Jubelkommers im Saal des Austria-

Hauses, Josef-Hirn-Strasse 3, Innsbruck. Am

Samstag führt ein Ausflug nach Hall; es wird

eine Führung durch Innsbruck angeboten und

ein Orgelkonzert im Dom zu St. Jakob (10 Jahre

Domorgel). Am Sonntag steht ein Ausflug nach

Seefeld auf dem Programm. Das detaillierte

Programm ist zu finden auf den Webseiten

www. helvetiaoenipontana.ch.

Es sind die neu erstellte und frisch gedruckte

Festschrift sowie weitere Festartikel erhältlich.

Wer am Fest in der schönen Alpenstadt Tirol

am grünen Inn teilnehmen möchte, melde sich

bis spätestens 10. April 2010 bei Josef Manser

v/o Gschobe, Kirchplatz 6, CH-9606 Bütschwil,

jmanser@kath-buetschwil.ch, Telefon +41 79

352 30 58.

Josef Manser v/o Gschobe AHP

Kyburger

Ein Feuerwerk von Anlässen

Im vergangenen Wintersemester

2009 seien neben den zahlreichen ehrwürdigen

Stämmen drei Anlässe besonders hervorgehoben:

Der Chlauskommers mit einer äusserst

interessanten Besetzung des Schmutzlis, der

Weihnachtskommers mit verbundener Burschenpromotion

von Zeller v/o strikt und Jutz

v/o Panasch und die traditionelle Teilnahme am

Neujahrskommers der Semper Fidelis. Allesamt

trugen erheblich zur Steigerung des Gemüts bei.

Mit dem Schlittelanlass, an dem die Kyburger

die Schlittelpiste der Rigi unsicher machten

und dem Biercup (dessen Gewinner an dieser

Stelle ungenannt bleiben soll) gelang es dem

Ferienkommissär Dumitru Ciocan v/o Gauss

sodann, die wunderbare Reihe der Anlässe in

den Frühlingsferien 2010 fortzusetzen und die

Aktivitas würdevoll durch das Feriensemester zu

geleiten.

Das neue Komitee des Sommersemester 2010

wird vom Burggrafen Furrer v/o Akkord angeführt,

welcher unterstützt durch den Schatzmeyster

Zeller v/o strikt und den Kantzler Jutz

v/o Panasch wird. Die garstige Rasselbande,

auch bekannt als Stall, gehorcht fortan den

Worten des Knappenmeysters Rüst v/o Diskret.

Das «75%-Ökonomen-Komitee» freut sich (trotz

Finanzkrise) auf zahlreiche gesellige Anlässe.

Besonders der WAC Kyburg vom 29.04.2010

sei zu erwähnen, an welchem Kyburger und

Bodaner gemeinsam in die Geschichte unseres

Namensgebers eintauchen werden.

Simon Jutz v/o Panasch

Lémania

M’enfin, dix ans d’amitié,

ça se fête

C’est sous un ciel gris à perdre un canal que

nous quittons notre Lausanne. Ca sent la bière

de Suisse en Belgique, même sur les aires

d’autoroutes et dès le petit matin. D’office, O.

d’Yssée montre l’exemple à Bavois comme au

Luxembourg. Et tous nous rêvons de ce pays

où la bière sera roi, où la bière sera loi. Arrivés

à bon port grâce à l’organisation de notre

présidente, nous faisons connaissance avec de

multiples Belges curieux à notre vue et faisant

eux-mêmes partie de sociétés locales. La soirée

du vendredi est l’occasion de retrouvailles bon

enfant autour d’un bon repas et de non moins

bonnes bières belges au Délirium. Top Boy peut

même clamer que sa caution lui est revenue.

civitas 03/04 2010 35


Vereinschronik

Les Lémaniens se sont enivrés, oui, mais avec

élégance. En tout cas ce soir-là. Le samedi a

lieu le banquet de l’Archange de la Saint-Michel.

Ce fameux banquet lors duquel les convives boivent

plus qu’ils ne mangent car chez ces genslà,

on ne boit pas, on afone, même la soupe !

Et quand on a que notre bonne humeur au jour

du grand voyage, la soirée est bien longue: quel

Lémanien ce soir-là ne s’étonne pas en s’apercevant

qu’il n’est que 20h? Après le banquet,

le Kafka! Bernard Dusse ne viendra pas. Il s’est

perdu. Comme la veste de Mit’cha-Myt’cha,

l’équilibre de Princesse Fiona, la mémoire du

Fuchs Mayor. Le jeune Fuchs trouva par contre

une bière de bière. Le lendemain nous rentrons,

certains plus tôt que d’autres et d’autres plus

tôt encore. Nous arrivons mais qu’est-ce qu’on

aurait voulu encore une fois boire quelques

bière et Jupiler. Vale.

Joelle Cinter v/o Chimayre

Leonina

Skiweekend im Wallis

Die zahlreichen Ferienstämme unter

der Leitung von FK Petra Schuler v/o Lunatica

wurden rege von Leoninern und Freunden

besucht. Ein Höhepunkt war der wieder mal der

traditionelle Eisgrillstamm auf der Dachterrasse

von Ralf Bachmann v/o Hornet. Leider wird es

dort wohl keinen Eisgrillstamm mehr geben, da

Hornet nach Deutschland zurückgekehrt ist.

In der Fastnachzeit wurde der Stamm kurzerhand

mitten in den Trubel nach Luzern verlegt.

In ganz besonderer Erinnerung wird das

Skiweekend im Wallis bleiben, das am letzten

Wochenende vor Semesterbeginn stattfand.

zwölf Aktive und drei Altherren wagten bei

besten Wetter- und Schneebedingungen den

Aufstieg nach Rosswald. Trotz intensivem Après-

Ski gab es jedoch keine Ausfälle zu melden. Alle

Teilnehmer sind wohlbehalten wieder in Fribourg

angekommen.

Kaum aus den Bergen zurück, starteten wir

frisch ins neue Semester und feierten gemütlich

an der Eröffnungskneipe. An diesem Anlass

wurde Raimund Süess v/o Palio als Verkehrsgast

in die Leonina aufgenommen. Ebenso wurde

der Schreiberin die Ehre des Aufstiegs in den

Burschensalon zuteil. Leider haben wir auch

Trauriges zu vermelden: Unser Lieber Altherr Dr.

Hermann Bischofberger v/o Archiv ist von uns

gegangen.

Myriam Schuler v/o Sphynx

Regionalverbindung Markovia

Gelungener Jahresauftakt

Ende Januar kamen rund 40

StV-erinnen und StV-er in Freienbach SZ zusammen,

um gemeinsam dem Winterspektakel

der Regionalverbindung Markovia beizuwohnen.

Im Restaurant Leutschenhaus empfing Georg

Hess, Schwyzer Landammann und Dozent für

Weinbau, Weinwirtschaft und Bodenkunde an

der Hochschule Wädenswil, die bunt gemischte

Schar von Markovern und zum Anlass eingeladene

regionale StV-er. Er beleuchtete im Weinkeller

des Hauses den Weinbau in der Region,

der Schweiz und der Welt. Doch wer meinte,

dabei auf dem Trockenen sitzen zu müssen, irre

sich. Gleich vier edle Tropfen aus dem Rebgut

Leutschen durften unter fachkundiger Anleitung

verkostet werden.

Nach diesen weinseligen Momenten zog es die

Gesellschaft in den fasnächtlich dekorierten

Speisesaal. Das üppige Mahl schien den Anwesenden

zu munden. Vor dem Dessert entführte

Peter Züger v/o Beeri die Anwesenden in die

Welt der Narren. In kleinen Gruppen stieg man

die Treppen zum Narrenmuseum hoch, welches

sich ebenfalls im Leutschenhaus befindet. Züger

v/o Beeri erklärte, woher die fasnächtlichen

Fratzen, Kostüme und Bräuche in der Region

ursprünglich stammen. Imposant war es, bei

diesen Ausführungen die Hexen, Teufel und

vielen Röllis lebensgross vor sich stehen zu

haben. Wem die wilden Gesichter dann doch zu

arg zusetzten, stieg wieder hinab und fand Trost

bei den zurückgebliebenen Bekannten.

So endete der erste grosse Anlass der Regionalverbindung

mit einem bezaubernden Dessert

und ausgelassener Stimmung. Dank gebührt

an dieser Stelle der Anlassdelegierten, Claudia

Kälin-Treina v/o Wirbel. Man darf gespannt sein,

was sich Kälin-Treina v/o Wirbel und ihr Team

für den Maibummel vom Samstag, 29. Mai,

ausgedacht haben.

Andreas Schiller v/o Iisatz, XXX

Neu-Romania

Zurück zum geliebten Alltag

Nachdem die Prüfungen geschrieben

waren, zog es manche in die Berge, andere ans

Ende der Welt einige nach Wien an die Redoute,

diese nach Osteuropa. Auf Geheiss des Seniors

versammelten sich aber alle Mitte Februar über

Land im freiburgischen Tafers um zusammen

mit dem Zelebranten Brügger v/o Nathan die

Eröffnungsmesse und anschliessend die –kneipe

zu feiern. Seither findet wieder der tägliche

Stammbetrieb statt und die Convente, resp.

die zu behandelnden Geschäfte, prägen wieder

unseren Alltag. Es ist also alles beim alten – und

das ist gut so.

Noch im Februar durften zwei Neu-Romanen

den achtzigsten Geburtstag feiern: em. Bischof

Amédée OSB Grab v/o Chräh und Dr. Theo

Fischer v/o Fasli, a. Nationalrat. Zwei jüngere

Korpsfreunde haben ihre Anwaltsprüfungen

mit Erfolg abgelegt: Stössel v/o Amboss und

Isenschmid v/o Zvill. Eine schöne Nachricht hat

uns auch von Klöti v/o Retour und Joya erreicht:

Sie wurden Eltern von Damian Sascha, einem

strammen Jungen, der die beiden auf Trab hält.

Ammermann v/o Mockä

Nothensteiner

Kaltstart

Nach einer eher ruhigen Prüfungszeit

konnten wir das Herbstsemester mit Anlässen

wie einem Exam-end Stamm sowie einem

feierlichen Schlusskommers ausklingen lassen.

Dies war die letzte Amtshandlung des Senioren

Tacheles. Während der unterrichtsfreien Zeit

haben die Nothensteiner «Internationalisierung»

betrieben. Fand man doch einige in München,

andere in halb Deutschland verstreut und

wieder andere in Wien zu Gast bei der Rudolfina

oder sonst irgendwo auf dieser Kugel. Nun hat

auch für uns das 52. Farbensemester begonnen

und strotzt bereits – wie es sein sollte – von

Verbindungsaktivität. Von einem Kaltstart kann

in verschiedenen Zusammenhängen gesprochen

werden: Zum Einen zeigte uns der Petrus

tatsächlich die kalte Schulter, zum Anderen fällt

der Beginn der ersten Studienwoche nach den

Ferien immer ein wenig schwerer. Wie das ein

Kaltstart so an sich hat, braucht es ein wenig

mehr «Bölkstoff» als normal. So sind wir mit

gleich drei (inoffiziell vier) Anlässen in die erste

Frühlingssemesterwoche gestartet. Nach einem

konstruktiven Eröffnungs B-/A-Bott konnten

wir unserem Ehren-AHP Rocky zum Geburtstag

gratulieren, der seine Fähigkeiten wieder einmal

am Mischpult des Piccante bewies. Nicht zu

vergessen, der feierliche Eröffnungskommers,

der zusammen mit der Notkeriana zu einem

unvergesslichen Anlass wurde. Das aktuelle Komitee

mit dem Senioren Sputnik, dem Pursner

RAM, dem Pursner Nemo, dem FM Reload, und

dem Kanzler Bistro hat also gut gestartet und

bereits alle Hände voll zu tun (Aufgrund unserer

36 civitas 03/04 2010


iesigen Kassenbestände benötigen wir zwei

Pursner).

Andreas Janser v/o Sputnik

Notkeriana

Der Frühling kommt

Nach einer kurzen Pause nach

den Prüfungen fängt nicht nur der Studienalltag

an, sondern auch das 40. Farbensemester unserer

Verbindung. Dieses Frühlingssemester stehen

viele abwechslungsreiche Anlässe auf dem

Programm, die reichlich Unterhaltung versprechen

werden. Am Eröffnungskommers wurden

drei neue Burschen in den Salon aufgenommen:

Matthias Staubli v/o Amnesio, Marcella Wolf v/o

Scatena und Eliane Rentsch v/o Piccadilly.

In diesem Semester soll unsere Beziehung zu

anderen Verbindung gepflegt werden, dementsprechend

präsentieren sich auch unsere

Anlässe – eine Bierdegustation mit den Nothensteinern,

die traditionelle Fleischorgie mit

den Steinachern, eine Fuxenrevolution mit der

Kybelia, einen Osterstamm mit der Turicia, um

nur wenige vorzuheben. Wir bleiben aber nicht

nur in St. Gallen, so besuchen wir mit unserer

Patenverbindung Berchtoldia das Bundeshaus in

Bern für unseren WAC.

Den Höhepunkt bilden das erste und dritte

Maiwochenende mit unserem Jubiläumskommers

und Ball. Wir hoffen, viele Couleuriker

und Coleurikerinnen aus der ganzen Schweiz

begrüssen zu dürfen.

An dieser Stelle möchten wir Anneliese Sauter-

Müller v/o Electra und ihrem Mann Uli zur

Geburt ihres Sohnes Niclas Cedric die besten

Wünsche aussprechen.

Eliane Rentsch v/o Piccadilly xxx

Orion

Winterstille

Nachdem man das alte Jahr am

Neujahrskommers in Luzern gehörig hatte «vorausklingen»

lassen, ging ein jeder Orioner auf

seine persönliche Winterreise. Manche verschlug

es dabei in verzauberte Winterlandschaften,

andere, weniger Glückliche, ins stille Studierzimmer.

Von Zeit zu Zeit reichte es auch für einen

Abstecher an einen Ferienstamm.

Problemlos liesse sich eine ganze Seite mit

dieser Chronik füllen, wenn sie das emsige

Werkeln des angehenden Komitees während der

verbindungstechnisch eher ereignislosen Wintermonaten

hier publik machen würde. Der interessierte

Leser möge sich aber doch besser mit

eigenen Augen von den im Frühlingssemester

einsetzenden Neuerungen überzeugen. Nebst

organisatorischem Wandel lassen die neugierigen

Besucher an den Ferienstämme auch auf

personelle Änderungen im Frühling hoffen!

Fritz Kälin v/o Leopard

Penthesilea

Chargenübergabe & WACs

Nachdem alle Mitglieder der Verbindung sehr

gut ins neue Jahr gerutscht sind, startete das

Verbindungsleben wieder mit all seinen Pflichten.

Als erstes organisierte das alte Komitee

einen Spefuxenstamm, an welchem alle Dritt-

Gymlerinnen herzlich eingeladen waren.

Knapp zwei Wochen darauf wechselten wir das

Komitee: Neu ist Sandra Wirth v/o Gracia die

Seniorita und Stefanie Streule v/o Otonia übernahm

Gracias altes Amt als Contra. Die anderen

drei Chargen behalten ihre Aufgabe im Komitee,

da uns ein ganzer Jahrgang fehlt.

Kurz darauf haben wir zusammen mit den Rotachern

bei uns an der Schule einen WAC zum

Thema «Die Zukunft Appenzell Innerrhodens»

organisiert. Darüber referiert hat Landammann

Daniel Fässler v/o Flopp. Der WAC war ein voller

Erfolg.

Natürlich fand während der Fasnachtszeit unser

alljährlicher Fasnachtsstamm statt, an welchem

wir die verschiedenen dekorierten Beizen

besuchten. Damit kamen wir alle in super

Stimmung, die sogar noch während den Ferien

weiter anhielt.

Ende Februar organisierten wir einen weiteren

WAC, an welchem wir die molekulare Küche

testeten. Wir versuchten leckere Drinks zu

machen, welche man nicht jeden Tag zu Gesicht

bekommt und noch seltener selbst trinken

kann. Otonia hat uns jedoch auch über dieses

Geheimnis aufgeklärt.

Seraina Keller v/o Étoile xxx

Rauracia

Vom Tanzen und

Larventragen

Wir starteten, nach einem rauschendem Weihnachtskommers,

erfolgreich in die Semesterferien

unter unserem Ferienkommissär André Berne

v/o Verbiage. Erfolgreich auch, weil wir wir

wussten, dass noch vieles auf uns zukommen

würde.

So fand beispielsweise am 23. Januar der Basler

Couleurball 2010 unter dem OK-Präsident und

Rauracher Stefhan Brunner v/o Juan statt,

welcher fast alle Basler Verbindungen erfreute.

Dieser Anlass war sicher für alle beteiligten unvergesslich,

denn neben guter und gemütlicher

Unterhaltung durften wir den ganzen Abend

die Musik des Sinfonieorchesters Rothenberg

geniessen, und auch die ein- oder anderen

Tanzkünste bewundern. Anlass für diesen Ball

war das 550. Gründungsjubiläum der Universität

Basel, dessen festlichen Rahmen wir für dieses

tolle Erlebnis nutzten.

Ein weiterer Höhepunkt waren die Besuche bei

unseren Patenverbindungen Munatia und Suitia.

Neben einem gemütlichen Beisammensein lernte

man neue Gesichter kennen und beschränke

sich nicht auf das Biertrinken, sondern vor allem

darauf, zu diesen neuen Gesichtern auch etwas

zu erfahren.

Vom 22. bis zum 24. Februar war es dann auch

schon Zeit für die Basler Fasnacht, in welcher

der Rauracherkeller, wieder für die Öffentlichkeit

geöffnet, erneut durchgehend gut besucht war,

nicht zuletzt wegen der äussert gemütlichen

Atmosphäre.

So starteten wir nun in das 294. Raurachersemester,

erneut unter der Leitung des Fürsten

Fabian Frischknecht v/o Jamais, dem Consenior

David DePretto v/o Sai und dem Fuchsmajoren

Nicola Moser v/o Panik.

Pascal Scheiwiler v/o Sturm

Rezia

www.carezia.ch

Das Frühlingssemester hat auch für

die Rezia begonnen. Pünktlich zu Semesterbeginn

wurde die schöne neue Homepage aufgeschaltet.

Die Homepage ist super geworden.

Ihre Masterarbeit abgeliefert hat Jasmin Venzin

v/o Chicra.

Leider mussten wir Abschied nehmen von unserer

lieben Fahnenpatin Hanny Maissen-Cottier.

Sie ist am 19. Januar in Chur verstorben. Wir

sprechen der Trauerfamilie unser herzliches

Beileid aus.

Chantal Camenisch v/o Tempiasta

Rotacher

Landammann und

Sozialeinsatz

Wir Rotacher können auf einen äusserst gelungenen

WAC im Januar mit AH Landammann

Dr. Daniel Fässler v/o Flopp zurückblicken. Sein

öffentliches Referat über «Die Zukunft Appenzell

Innerrhodens» zeigte viel Erfreuliches, doch

kam Flopp nicht nur auf die vielen positiven As-

civitas 03/04 2010 37


Vereinschronik

pekte zu sprechen. Er verwies auf die sinkende

Geburtenrate und die Abwanderung der jungen

Akademiker. Für die Zukunft forderte er eine

höhere Bevölkerungszahl, was im unerwartet

grossen Publikum auf kritische Reaktionen

stiess. Ganz klar ist, dass Daniel Fässler Jung

und Alt viel Gedankenmaterial und auch Gesprächsstoff

gegeben hat. Beim anschliessenden

Apéro mit einheimischen Produkten gingen die

Diskussionen nahtlos weiter.

In der Fastenzeit organisierten wir im Rahmen

der StV-Kampagne «Werte leben» den Sozialeinsatz

«Gymnasiasten für Gymnasiasten», der

eine starke und positive Resonanz fand. Wir

gestalteten zusammen mit den Farbenschwestern

der Penthesilea den Sonntagsgottesdienst

und verkauften danach die gerecht gehandelten

Aloe-Vera-Pflegeprodukte aus dem Projekt von

Pater Bertram Wick in Ecuador. Diese ermöglichen

den anbauenden Familien der Gymnasiasten

ein Auskommen und finanzieren zugleich

die gymnasiale Bildung der jungen Familienmitglieder.

Dominic Krucker v/o Athos

Salévia

Plusieurs messes célébrées

Le dimanche 28 février 2010, avec

quelques Saléviens, nous avons assisté à la

messe qui célébrait les 25ème anniversaire

d’Arts & Musique, chorale dirigée par notre ami

Georges Dupraz v/o Daru.

Messe concélébrée par notre ami et Vieux-

Salévien Amédée Grab et Monsieur le curé de

l’Eglise Sainte Croix Alexis Morard.

Salévia a fêté l’Escalade le dimanche 13

décembre 2009 avec un repas chez Papon, un

discours sdu Président Yves Magnin, brillant orateur

puis chants patriotiques et la traditionnelle

marmite qui a volé en éclats sous les coups de

Robert Dayer et du plus jeune Salévien.

Mercredi 19 janvier 2010, messe de semestre

célébrée par Monseigneur Pierre Farine assisté

du Frère curé de Saint-François et de notre

aumônier l’abbé Olivier Jelen v/o Fidelio. Messe

chantée en latin sous la direction de notre ami

Georges Dupraz et en final le Riesenkampf. La

messe fut suivie de notre traditionnelle choucroute

au café des Philosophes, merci à Daru

pour son organisation. Nous avons remarqué

la présence de nos amis Edgar Meyer venu de

Crans-Montana et du Dr Hendrik Vlek venu de

Sion, merci à ses vaillants Saléviens.

Nous avons prié pour notre ami Salvien Albert

Munzhuber v/o souris décédé en décembre

2009, il a été un fervent Salévien et très attaché

à notre société.

Notre prochaine manifestation, visite du Musée

de l’Ordre de Malte à Compesière commentée

par sa conservatrice Madame Michèle Zanetta

aura lieu le 17 mars 2010. Réservez le mercredi

9 juin pour notre assemblée générale et surtout

inscrivez-vous à la Fête Centrale de Wil qui aura

lieu du 3 au 6 septembre 2010.

Je me permets de m’adresser aux StV qui n’auraient

pas régler en tout et partie leur cotisation

centrale, que les Anciens montrent l’exemple

merci d’avance.

Bernard Janet v/o Fendard

Sancta Johanna

Semestre de printemps 2010

Et nous voilà donc repartis pour

notre 16ème semestre. Sixtine, notre Présidente

très dynamique a mis sur pied avec son comité

un semestre rempli de différentes activités que

vous pouvez retrouver sur le site de la Sancta

Johanna. Ce semestre à donc débuté par une

action sociale le samedi 16 et dimanche 17

janvier 2010 en faveur d’une œuvre caritative.

Elle consistait à distribuer du vin chaud, du thé

de noël, des biscuits et gâteaux, à la sortie de

trois célébrations à la cathédrale de Fribourg.

Chacun étant libre de donner quelque argent.

Belle réussite qui nous a permis de verser un

joli montant à l’association pour laquelle nous

avons entrepris cette démarche. Deux «activités

sociales» sont encore prévues. Le jeudi 25 mars

2010 à 20h, en la chapelle St Justin à Fribourg,

nous accueillerons le postulateur de la cause de

béatification de l’impératrice Zita de Bourbon-

Parme, épouse du bienheureux Charles Ier d’Autriche.

Il nous parlera de la vie de celle qui fut la

dernière impératrice d’Autriche. Nous récolterons

à la sortie des fonds versés au postulateur qui

l’aideront modestement à couvrir les frais qu’une

telle procédure engage. Enfin, la Sancta-Johanna

sponsorise la semaine interdisciplinaire de la

Faculté de Théologie de l’Université de Fribourg

portant cette année sur les: «Anges et les

démons». Rejoignez-nous pour une conférence

ou l’autre en consultant le programme sur: www.

anges-et-demons.ch Enfin, le vendredi 19 février

avait lieu un souper officiel organisé par un

membre ami et notre Présidente marquant ainsi

le début du semestre n° 16. Merci Sixtine.

Juan Carlos González v/o Caliméro

Sarinia

Belle période pour la Sarinia

La Sarinia reste une société

d’étudiants dynamique. Le semestre exceptionnel

d’automne 2009 en témoigne. En effet, six

nouveaux füxe motivés sont venus gonfler notre

Corona. De plus, la Sarinia a eu l’honneur d’inviter

Me Jacques Barillon et Me Marc Bonnant

pour deux conférences publiques au sein de

l’université de Fribourg.

C’est dans cette dynamique qu’un nouveau

comité a été élu pour le premier semestre

de 2010. Il s’est donné comme objectif de

poursuivre cet élan en insistant particulièrement

sur la formation de ses membres. Ont repris

les charges du semestre de printemps 2010:

Reimo R. Richarz v/o Cervinx, Philippe Tena v/o

Descartesxx, Julien Meuwly v/o MandarkFM,

Gergely Levente Jakab v/o Dexter$ et Delphine

Tiémard v/o Jerryxxx. Le semestre a débuté

vigoureusement avec notre Kneipe d’ouverture

le vendredi 26. février. Lors de celle-ci, notre

salle au «Le Chasseur» s’approchait de la limite

de ses capacités, grâce à la présence des nombreuses

sociétés invitées. Lors de cette soirée,

nous avons également eu le plaisir d’annoncer

les trente ans de l’ordination de notre cher

ancien aumônier Hervé Mas v/o Metua.

Une visite du Palais Fédéral, trois conférences

et une Kreuzkneipe avec la K.S.St.V. Alemannia

München sont au programme de ce semestre.

«Le courage surpasse les nuages», c’est la devise

du district de la Gruyère, qui a été choisie

pour nous accompagner durant ce semestre.

Cela montre la détermination du comité d’accomplir

un mandat inoubliable pour la Sarinia.

Martin Fragnière v/o In Memoriam

Semper Fidelis

Start ins 334. Farbensemester

Nach wilder Fasnachtszeit ist in

Luzern wieder Ruhe eingekehrt. Die Semper

Fidelis startet unter der Leitung von Moser v/o

Korrekt ins neue Semester. Wir freuen uns wieder

zahlreiche AHAH zu folgenden Höhepunkten

einzuladen: 11. März «Stamm der Weisen» mit

Jahrgänger 1838-1942, 31. März «Luzerner

Kneipe» mit sämtlichen Luzerner Platzverbindungen,

29. April «Stamm Supplement» mit AH

Dr. med. F. Schnabel v/o Rostrum, sowie zur

traditionellen «Turmkneipe» am 08. Mai.

Sämtliche Aktiven haben die letztsemestrigen

Prüfungen mit Erfolg abgelegt, Kost v/o Linux

gratulieren wir zum Bachelor of Law der Univer-

38 civitas 03/04 2010


sität Luzern. Zu den Burschenexamen wurden

zugelassen: Remo Sidler v/o Rapid, Leander

Pflüger v/o Graf und Jens Borowski v/o Loyal.

Sie wurden nach erfolgreichem Bestehen anlässlich

der Eröffnungskneipe und am Stamm der

Weisen in den Burschensalon aufgenommen.

Roman Kost v/o Linux

Staufer

«In fide virtus et amicitia!»

In Treue, Kraft und Freundschaft

werden die Staufer das FS2010 bestreiten.

Begonnen haben wir mit einem fasnächtlichen

Besuch bei der Rauracia. Ganz im Zeichen der

Treue feierten wir den Eröffnungsanlass in

unserem wunderschönen Stauferheim und in

der zweiten Woche folgt sogleich die traditionelle

Féte de la Choucroute. In derselben Woche

besuchen wir unseren Altstaufer Regionalstamm

in Bern und gehen im Rahmen des WAC ins

wunderschöne Napfbergland rund um und in

Willisau. Im März erwarten wir Besuch von der

Waldstättia und der Steinacher und dürfen uns

auf die Platzfuxenrallye freuen. Nach den Osterferien

stellen wir unser Chalet fürs Jasstunrier

dem StV zur Verfügung und hoffen natürlich

auf einen Heimsieg. Dieses Jahr wird uns die

Verbindungsreise nach Heidelberg führen, wo

wir hoffentlich ein wunderschönes Frühlingswochenende

verbringen können. Die Grillsaison

eröffnen wir mit einem Mehrfärber mit Leonina,

Goten und Fryburgia. Und bald stehen die

StV-Kneipe und das StV-Fussballturnier vor der

Tür. Am StV-Turnier sind alle Couleuriker zum

Mittagessen eingeladen (Anmeldung erforderlich).

Für Mittelschüler, welche angemeldet sind,

ist das Essen an diesem Tag gratis.

Sanchez da Silva v/o Arroba

Steinacher

Alles schweige!…

…gilt nun nicht mehr, denn in der

ersten Februar Woche wurden die letzten Klausuren

zu Papier gebracht und mit Erleichterung

konnten die Belastungen der vorigen Wochen

die Steinach «herunter gespült» werden. Die

Fuxen wurden nach ihrer letzten Klausur, VWL,

abgeholt um das Gelernte, besonders das Gesetz

der Nachfrage, direkt an der St.Galler Biernachfrage

zu testen. Das Ende der Lernphase

bot so den Grund die so schundhaft vernachlässigten

Kehlen gebührend zu ölen. Besonders

galt dies für Farbenbruder Carlen v/o Friistaat,

der seine letzte HSG-Prüfung ablegte und sich

kurz darauf nach Neuseeland verabschiedete.

Mit solch einem Anlass wusste Friistaat

selbstverständlich adäquat umzugehen. Nach

Ihren Klausuren verabschiedeten sich dann auch

die anderen Steinacher in ihre wohlverdienten

Ferien. Der Semesteranfang konnte dann am

vergangenen Donnerstag zünftig mit einem sehr

gut besuchten Eröffnungskommers begangen

werden und so doch einige Vorfreude auf ein

feucht-fröhliches Semester geweckt werden.

Zudem ist es uns eine sehr große Freude die

Geburt des zweiten Kindes unseres lieben

Farbenbruders Sauter v/o Loch, Niclas Cedric

Sauer, zu vermelden.

Nebst diesen freudigen Ereignissen, haben AV

Steinacher in stiller Trauer Abschied von Walter

Burger, dem Schöpfer unserer Fahne und Couleurkarten,

genommen.

Schulze Schwienhorst v/o Schtyl

Struthonia

Mit viel Elan den neuen Zielen entgegen

Unser Semester hatte seinen Auftakt am Krambambuli

Ende Januar. Es war ein gelungenes

Fest, das mit Burschifikationen von Limacher

v/o Kant und Amrhein v/o Pina begann. Danach

folgte die Chargenübergabe. Näpflin v/o Pluto

gab sein Amt als Senior weiter an Näf v/o

Fröhlich. Das weitere Komitee setzt sich neu

aus Joller v/o Luigi, XX, Amrhein v/o Pina, XXX,

Suppiger v/o Strähl, Contra und Limacher v/o

Kant, FM, zusammen.

Leider mussten wir am Ende der Fasnachtsferien

unseren geschätzten Altherren Bircher v/o

Müesli zu Grabe tragen.

Am letzten Februarwochenende haben wir mit

Erfolg den Drachen bekämpft und wir begrüssten

einige Gäste. Nun ist es Zeit für einen

Blick in die Zukunft. Am 10. April findet bei

uns in Stans der Waldstätterkommers mit allen

Verbindungen rund um den Vierwaldstättersee

statt. Genauere Informationen findet ihr auf der

Homepage www.struthonia.ch. Anmeldungen an

Amrhein v/o Pina, XXX: struthonia1909@gmail.

com

IAL Näf v/o Fröhlich

Turicia

300 Semester

Genau so alt werden wir in diesem

Sommer sein. Die Geburtsstunde unserer Verbindung

feiern wir am Pfingstwochenende mit

dem sogenannten «Kernfest». Ganz im Sinne

einer kleinen GV im Frühling dauert dieses Kernfest

vom 20. bis zum 24. Mai und wartet täglich

mit verschiedenen Feiern auf. Das Konzept von

mehrtägigen Festen ist uns StVern ja bestens

bekannt und wir wissen auch, dass wir damit

einen gewissen Ermessensspielraum erhalten.

Man kann sich primär zwischen zwei Alternativen

entscheiden: 1. Mit Bier anfangen, mit Bier

wieder aufhören und zwischendurch nur so viel

schlafen, dass der Suff den Kater selbst am Morgen

noch übertrifft. Oder 2. sich an die Feste

erinnern wollen. Ich habe mir jedenfalls eine

Woche frei genommen und fälle diese Entscheidung

spontan nach den ersten paar Bieren. 150

Jahre alt wird man schliesslich nur einmal, und

diese Tatsache soll uns ruhig als Richtschnur

für die Jubiläumsfeierlichkeiten dienen. Denn

engagierter Turicer zu sein ist einerseits ein

Privileg und natürlich macht es riesig Spass,

andererseits ist es aber auch eine anspruchsvolle

Herausforderung. Das Netzwerk Turicia bietet

in Zürich zwar eine komfortable Grundlage für

einen Studenten, aber die Verbindung verlangt

dem Turicer auch viel ab. Sie funktioniert nur

dann, wenn sich ein jeder engagiert und dafür

oft Einschnitte in seinem Studien-, Privat- und

Berufsleben machen muss. Da kommt so ein

Jubiläum eigentlich mal ganz gelegen. Fünf

Tage lang dürfen wir unsere Alltagspflichten

vergessen und eine Verbindung feiern, die eine

150-jährige Erfolgsgeschichte hinter sich hat

und damals wie heute von engagierten Mitgliedern

getragen und vorangetrieben wird.

Manuel Frei v/o Wilson

Waldstättia

Neues Jahrzehnt gebührend

eingeläutet

Der Januar fiel den Semesterferien anheim

und auch der Februar war kaum der Rede wert

und doch gibt es manches Erwähnenswertes.

Der Eröffnungskommers, an dem wir etliche

auswärtige Gäste und gerngesehene Vertreter

der anderen Platzverbindungen begrüssten,

wurde gebührend gefeiert. Gleichzeitig stellte

das Komitee seine Fähigkeiten unter Beweis,

eine ausgelassene Gesellschaft zum Silenzium

anzuhalten. Es waltet im Frühlingssemester wiederum

Corina Schmid v/o Celia als Senior, deren

Qualitäten die ganze Verbindung überzeugen.

Als neuer Fuxmajor (später am Abend auch als

Fuxmarschall bezeichnet) hat Selina Ryffel v/o

Lubaya das Kommando über den Fuxenstall

übernommen. Die Aktivitas zweifelt nicht an

civitas 03/04 2010 39


Vereinschronik

Nekrologe

ihrem Erfolg und der Stall gelobte auch «ganz

lieb» zu sein.

Das Semester verspricht ereignisreich zu werden,

von den vielen geplanten Anlässen seien

nur die nächsten und wichtigsten erwähnt. So

sind wir gespannt auf die Kreuzkneipe mit der

Leonina am 13. April und den Jass-WAC mit der

Semper Fidelis am 15. April. Nicht zu vergessen

ist die AHAH-GV am 2. Mai.

Die Aktivitas ist schon voller Tatendrang und

freut sich auf diese besonderen Anlässe.

Franziska Winterberger v/o Noventa

Welfen

Guter Start ins 2010

Dieses Jahr konnten wir besonders

stolz starten. Wir holten in der ersten Januarwoche

Corina Del Fabbro v/o Artemis ab, Grund

war der Masterabschluss. In derselben Woche

reisten die Welfen an die traditionelle Innung

nach Luzern. Versammelt mit den alten Reformverbindungen

wurde den Verstorbenen gedenkt.

Die Ferienstämme waren mit viel Abwechslung

geprägt. So waren die Welfen auf dem Eisfeld

zu finden und der Jassteppich kam auch nie

zu kurz. Auch dem Ausflug nach Wien an die

Redoute der Rudolfina konnten viele Welfen

nicht widerstehen. Gleichzeitig konnten wir die

Beziehungen zu unseren ausländischen Patenverbindungen

Franco-Bavaria und Babenberg

Wien auffrischen.

Nach bestandenem Burschenexamen weilen seit

Ende letztes Semester Baikal, Lauka, Piano und

Spatz im Salon. Die Neofüxe Amok, Proxima

und Rubin ersetzen die frei gewordenen Plätze

im Stall mit vollem Elan und Eifer.

Im neuen Semester sehen die Welfen unter der

Leitung von Christian Omlin v/o Rugnux kräftig

unterstützt von Seite des Fuxmajors Andreas

Lüchinger v/o Phoenix.

Höhepunkte dieses Semester sind das Barfest,

welches wie immer ein richtig fröhlich, feierndes

Fest war. Weiter wird die Kreuzkneipe mit der

Fryburgia ebenfalls ein gelungener Anlass

werden. Informationen sind auf der Homepage

www.avwelfen.ch zu finden.

Corine Frischknecht v/o Lauka

Pfr. Hans Hermanutz

v/o Mutz

1919 – 28.12.2009

Suitia, Curiensis

Im gesegneten Alter von über 90

Jahren verstarb Mutz am 28. Dezember

2009. Zeitlebens war er

der Seelsorge in der Stadt Zürich,

in welcher er aufgewachsen war,

treu geblieben. Im Niederdorf zur Welt gekommen,

das damals die Heimat einer ganzen Reihe

von Zürcher Priestern war, besuchte er nach

der Primar- und Sekundarschule das Kollegium

Schwyz und wurde dort Mitglied der Suitia. Sein

gradliniger Weg führte ihn danach ins Seminar

St. Luzi in Chur, wo er der Curiensis beitrat. Am

2. Juli 1944 empfing er die Priesterweihe und

wurde nach dem abschliessenden Studienjahr

im Herbst 1945 der Pfarrei Herz Jesu in Zürich-

Oerlikon zugeteilt. Von dieser ersten Vikarenstelle

wusste er später mit seinem unverwechselbaren

Humor viele ergötzliche Geschichten zu

erzählen. Eine zweite Stelle als Vikar trat er im

Jahre 1950 in der Pfarrei Bruder Klaus an. Seinen

beiden Chefs war er ein treuer Begleiter, der

in verschiedenen Situationen ausgleichend wirkte.

Das war damals nicht selbstverständlich, als

ein Vikar noch zu gehorchen hatte.

Wohl wegen seines ausgleichenden Charakters

wurde er im Jahre 1953 zum Pfarrer der Gemeinde

Guthirt in Wipkingen berufen, die einen

Neuanfang dringend nötig hatte. Er verstand es

ausgezeichnet, die verschiedensten Strömungen,

die sich vor allem in der Zeit des Zweiten

Vatikanischen Konzils bemerkbar machten, zu

bündeln und die Pfarrei zu einer Heimat für alle

Katholiken zu machen, waren sie vorwärtsdrängend

oder eher rückwärtsgewandt. Die Fröhlichkeit,

die er ausstrahlte, war aber nicht bloss

das Ergebnis eines glücklichen Naturells, sonder

auch oft hart erkämpft im Gebet. Mutz war sehr

wohlgesehen im Kreise seiner Mitbrüder, mit denen

er gerne frohe Feste feierte. Seine eigenen

Meinung hat er auch bei solchen Gelegenheiten

heftig verteidigt und sich für ein menschliches

Antlitz der Kirche eingesetzt. So konnte er die

Einladung, sein goldenes Priesterjubiläum in

Chur zu feiern, «nach reiflicher Überlegung leider

nicht annehmen. Zu schmerzlich wäre die

mangelnde Gemeinschaft in so vielen Fragen

der Seelsorge und der Bistumsleitung», schrieb

er dem damaligen Bischof von Chur.

Gesundheitliche Störungen veranlassten Mutz,

im Herbst 1984, also nach 31 Jahren, auf seine

geliebte Pfarrei zu resignieren, um sich der weniger

kräftezehrenden Seelsorge am städtischen

Krankenheim Bombach und einer teilzeitlichen

Mithilfe in der Pfarrei Hl. Geist Höngg zu widmen.

Es war für ihn auch dies eine «erfreuliche

und beglückende Zeit», wie er selber schreibt.

Im Frühjahr 1998 wurde ihm selbst diese Aufgabe

zu schwer. Die Zeit des Loslassens war für

ihn gekommen. Alte Freundschaften blieben für

ihn wichtig, aber auch die Lektüre seines Lieblingsdichters

Werner Bergengruen, dessen «Heile

Welt» ihn bis in die letzten Tage begleitet hat.

Franz Stampfli v/o Tram

Anton Huonder v/o Storch

Dipl. Bau-Ing. ETH/SIA/STV

16.04.1921 – 26.09.2009

Kyburger

Der Text des Nekrologs ist abrufbar

unter folgender Adresse:

http://www.kyburger.ch/n/storch

Für die Kyburger

Bernhard Zweifel v/o Phag, AHP

Edgar Probst v/o Mörser

Dr. pharm., Apotheker, Zürich

3.11.1931 – 31.1.2010

Welfen, Neuwelfen, Suitia

Der Wanderer ist am Ziel

Mit bedächtigem Schritt, mit offenen

Augen für die Welt und die

Menschen, mit Ausdauer, Aufnahmebereitschaft

und einem treuen

Gedächtnis: so ist er seine Wege

gegangen:

Zu Fuss in die Trimesterferien vom Kollegi

Schwyz an die Schimmelstrasse in Zürich; später

mit den Welfen auf den Wallfahrten nach Einsiedeln;

dann, abwechselnd mit seinen Kindern,

in Etappen von Zürich über die Jurahöhen bis

nach Genf; und ungezählte Male vom Heim in

Gockhausen zur Mörser-Apotheke in Schwamendingen.

Aber auch Reisen zu Europas Kunst- und

Kulturzentren organisierte er schon in seiner

Studienzeit

Mörsers Lebensweg war äusserlich geradlinig,

in Wirklichkeit aber spannungsvoll und dynamisch.

40 civitas 03/04 2010


Rekonstitutionen

Nicht nur die vom Grossvater begründete

Familientradition, auch die Liebe zur Natur und

zu den Mitmenschen liess ihn zum begeisterten

Apotheker werden. Und er wusste auch andere

zu begeistern: als persönlich engagierter Lehrmeister,

der den damaligen Apotheker-Helferinnen

zum anerkannten Berufsstand verhalf; als

Dozent der ETH-Studierenden im Praktikum und

Fachlehrer der heutigen Pharma-Assistentinnen;

als Mitbegründer und Animator der Weiterbildung

im Kreis seiner Kollegen; in der Armee als

Hauptmann und Kommandant einer Spitalkompanie.

Wo immer er eine Aufgabe übernahm, hat

Mörser mehr als das streng Geforderte getan.

Die Kraft dazu kam aus seinen tiefen Überzeugungen.

Ohne dass er viel darüber sprach, spürte

man seinen kritischen, aber treuen Glauben,

seinen Gemeinschafts- und Gerechtigkeitssinn.

Und Kraft gab ihm ebenso seine Familie: seine

Frau Margrit, die ihn in Beruf und Alltag unermüdlich

unterstützte, und die vier tüchtigen

Kinder Markus, Monika, Petra und Adriana. Und

nicht zuletzt hatte Mörser Humor. Er hatte einen

Blick für die lustigen und lächerlichen Seiten

unserer Gesellschaft und der Welt. Und er war,

oft unversehens, zu Scherzen und gar Streichen

aufgelegt.

Das Besondere an Mörser war wohl die Tatsache,

dass er seine recht verschiedenen Eigenschaften

in einer ausgewogenen, ganzen Persönlichkeit

verkörpert hat, am typischsten wohl die

Paarung von Exaktheit und Grosszügigkeit. Er

konnte Quellen studieren und auswerten, konnte

in Labor und Offizin tüfteln und pröbeln; und was

sich an oft exzellenten Ergebnissen ergab, konnte

er verschenken, einfach so, ohne Aufhebens.

Er war in gewissen Dingen in sich gekehrt, aber

auch mitteilsam und ein guter Erzähler – ohne

dass wir das Gefühl hatten, er enthalte uns etwas

vor.

Mörser hat seine Überzeugungen nicht verkündet.

Er hat sie gelebt. – Dafür dankt ihm seine

Familie, und dafür danken ihm auch die Welfen.

1951 eingetreten, hat Mörser der Verbindung

als Senior, FM und Chronist gedient. Für uns unvergesslich

sind seine zehn Jahre als Kunstfahrtleiter

zusammen mit Plexi. Kenntnisreich, aber

auch experimentierfreudig wurden da Marksteine

gesetzt, nicht zuletzt bei der Emmental-Fahrt

mit zwei recht gegensätzlichen Höhepunkten:

die erste katholische Messe seit Jahrhunderten

in Gotthelfs Kirche zu Lützelflüh und die Vorführung

des höchst umstrittenen Emmental-Films

von Bernhard Luginbühl.

Mörser ist zeitlebens ein treuer Welfe gewesen.

Bis zum letzten Martinimahl hat er kaum an

einem wichtigen Verbindungsanlass gefehlt. Und

auch den Neu-Welfen hielt er die Treue, besonders

als regelmässiger Teilnehmer der Kunstreise,

„Tieftouren-Woche» genannt. Aber nicht nur

seine Präsenz wird für uns und für die Jüngeren

ein Beispiel bleiben. Viel mehr noch ist es seine

Haltung, seine Gradlinigkeit und seine selbstlose

Hilfsbereitschaft Kollegen und Freunden gegenüber.

Mörser, Du hast uns reicher gemacht. Unsere

Gemeinschaft wird jetzt ein wenig ärmer. Aber

wir werden in Dankbarkeit an Dich denken und

gönnen Dir den verdienten Lohn. Gott gebe Dir

den ewigen Frieden.

Willy Kaufmann v/o Spurt

Berchtoldia

X: Thomas Herzig v/o Massiv,

Blumenweg 5, 3013 Bern, massiv@

berchtoldia.ch, 077 405 29 70; XX: wird

zu Semesterbeginn gewählt; XXX: Ruth

Sonja Peterseil v/o Felis; FM: Roman

Fuchs v/o Peano.

Kyburger

Burggraf: Matthias Furrer v/o Akkord,

Bülachhof 1 / 33, 8057 Zürich, 079

385 35 12, matthias_furrer@gmx.ch;

Schatzmeyster: Daniel Zeller v/o strikt;

Kantzler: Simon Jutz v/o Panasch;

Knappenmeyster: Stefan Rüst v/o

Diskret.

Lémania

X: Marie Rochel v/o Rockette, Sous-Riex

3, 1097 Riex, 079/826 46 05, rockette@

lemania.org, XX: Raphaël Waldis v/o

Bernard Dusse; FM: Joëlle Cinter v/o

Chimayre; $: Raoul Panchard v/o Java;

XXX: Marie Rochel v/o Rockette.

Nuithonia

X: Isabelle Meuwly v/o Elektra, Rte.

des Alpes 4, 1723 Marly, 079 530 04

75, elektra@nuithonia.ch; XX: Matthie

Fragnière v/o Arlequin; FM: Vincent

Robiolio v/o Hardy; XXX: Andreas von

Mühlenen; Trésorier: Adrien Esseiva v/o

Samy.

Orion

X: Nicolas Wider v/o Kepler, x@av-orion.

ch; 076 501 93 77; XX: Andy Müller v/o

Tell; FM: Simona Büchler v/o Fibonacci;

www.av-orion.ch.

Waldstättia

X: Corina Schmid v/o Celia; XXX: Marco

Forte v/o Farin; FM: Selina Ryffel v/o

Lubaya.

Welfen

X: Christian Omlin v/o Rugnux; XX:

Felicitas Steiner v/o Thalia; XXX: Mirjam

Bruderer v/o Baikal; FM: Andreas

Lüchinger v/o Phoenix; Chronist: Corine

Frischknecht v/o Lauka; Quästor: Eve

Hug v/o Piuma; www.avwelfen.ch.

civitas 03/04 2010 41


Herausgeberrat

Wechsel in der «civitas»-Redaktion

Luzerner Historiker und Betriebswirtschafter Thomas Gmür

v/o Mikesch wird neuer «civitas»-Chefredaktor

Nouveau rédacteur au «civitas»

L’historien et économiste lucernois Thomas Gmür v/o Mikesch

nouveau rédacteur en chef de «civitas»

V.l.n.r.: Beat Waldmeier

v/o Calcio, Thomas Gmür

v/o Mikesch (neuer

Redaktor), Erich Schibli

v/o Diskus.

Nach zehn Jahren Amtszeit haben Erich Schibli v/o Diskus und Beat Waldmeier

v/o Calcio die Redaktion der «civitas» abgegeben. Die Nachfolge

ist bereits geregelt. Es freut uns, dass wir nach zwei sehr überzeugenden

Gesprächen mit CP und AHBP im Stv-Rat als neuen Chefredaktor Thomas

Gmür v/o Mikesch wählen konnten. Der 43-jährige Luzerner hat in Freiburg,

Bern und Rom studiert und 1999 in Allgemeiner und Schweizerischer

Zeitgeschichte der Neuzeit und Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt

Marketing abgeschlossen. Im StV ist er Mitglied der Alemannia, der Burgundia,

der Helvetia Romana, Gründungmitglied der Berovia. Er war als

Aktiver Mitglied der Kommissionen für Bildungspolitik (KBP) und Öffentlichkeitsarbeit

(KOA). Nach vielfältigen beruflichen Erfahrungen schon während

des Studiums (Sozialforschung, Lehrtätigkeit, Bibliothekswesen) ist

er seit 2000 im Bereich Wirtschafts- und Sozialgeschichte selbstständig

tätig und gleichzeitig Geschäftsführer einer Immobiliengesellschaft. Er ist

Kommunikations- und Medienverantwortlicher des Wirtschaftsverbandes

der Stadt Luzern sowie der CVP-Fraktion des Grossen Stadtrates, in den er

2000 gewählt worden ist. Er ist auch Vorstandsmitglied des Hochschulvereins

der Universität Freiburg und Sekretär des Seraphischen Liebeswerks

Luzern und betreut die AWG Sektion Luzern (KMU-Gruppierung). Für die

«civitas» hat er verschiedentlich Beiträge verfasst (siehe z.B. Nr. 11/12

– 2009). Der StV-Rat wünscht ihm als Chefredaktor unseres schönen Vereinsorgans

viel Erfolg und freut sich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Antonio Riva v/o Nero, Präsident des Herausgeberrats «civitas»

Après dix ans de bons et loyaux services, Eric Schibli v/o Diskus et Beat

Waldmeier v/o Calcio ont quitté à la fin mars la rédaction de «civitas». La

succession est déjà réglée. Après deux entretiens très convaincants avec le

CP et le président des Anciens, nous nous réjouissons de la nomination par

le Conseil de la SES de Mikesch comme rédacteur en chef. Le Lucernois,

qui a 43 ans, a étudié à Fribourg, Berne et Rome pour conclure en 1999

en Histoire contemporaine générale et suisse ainsi qu’économie d’entreprise

orientation Marketing. En SES il est membre des sections Alemannia,

Burgundia et Helvetia Romana ainsi que membre fondateur de la Berovia.

Pendant ses études, il a été membre de la commission pour la politique

de la formation et de celle des relations publiques. Après nombre d’expériences

déjà pendant les études (recherche sociale, enseignement, bibliothèques)

il est actif depuis 2000 comme indépendant dans le domaine de

l’histoire économique et sociale – et en même temps administrateur d’une

société immobilière. Il est responsable de communication et médias de

l’Association patronale de la ville de Lucerne ainsi que de la fraction PDC

du parlement de la ville, où il a été nommé en 2000. Il siège au Conseil de

l’association des anciens étudiants de l’Université de Fribourg et secrétaire

de l’Œuvre séraphique de Lucerne, canton où il gère aussi une association

de PME. Il a rédigé nombre de contributions pour «civitas» (p. ex. dans le

n o 11/12 – 2009). Le Conseil de la SES lui souhaite beaucoup de succès

comme rédacteur en chef de notre bel organe sociétaire!

Antonio Riva, président du conseil d’édition du «civitas»

Zum Redaktorenwechsel bei der «civitas»

Auf Ende März haben Erich Schibli v/o Diskus und Beat Waldmeier v/o

Calcio nach zehn bemerkenswerten Jahren der «civitas»-Entwicklung auf

eigenen Wunsch die Redaktion der «civitas» verlassen.

Die «civitas» ist nach wie vor das Flaggschiff des Schw.StV. Seit 2000 hat

Erich Schibli v/o Diskus als leitender Redaktor die Verantwortung für die

«civitas» mit grösster Hingabe wahrgenommen, deren Format und Grafik

neu, farbig und attraktiv gestaltet. Im redaktionellen Teil wurden aktuelle

Themen in den Bereichen Ethik/Religion, Wirtschaft, Gesellschaft, Politik

und Bildung durch kompetente Persönlichkeiten behandelt, der Vereinsteil

umsichtig gepflegt, eine Website etabliert – und die dafür notwendige, äusserst

umfangreiche und zeitraubende organisatorische Kleinarbeit geleistet.

Damit hat die Redaktion massgeblich dazu beigetragen, das Bewusstsein

für den Schw.StV zu stärken und nach aussen sichtbar zu machen. Dies

alles im Rahmen einer zehn Jahre lang unveränderten Pauschale. Dafür

sind die Vereinsorgane und bestimmt auch die Leserschaft ausserordentlich

dankbar.

Beat Waldmeier v/o Calcio hat als kreativer, professioneller Journalist

zu dieser Entwicklung erheblich beigetragen. Er hat aktuelle und originelle

Themenvorschläge eingebracht, Artikel redigiert, Interviews durchgeführt

und punktuell ganze Ausgaben betreut. Auch ihm sind wir sehr dankbar.

Die mehr als 150 Jahre alte «civitas» ist dank Diskus und Calcio heute

attraktiver denn je und behauptet sich in einer Flut von Angeboten.

Beiden Redaktoren gebührt unser herzlicher Dank, verbunden mit den

besten Wünschen für die Zukunft!

Ernst Buschor v/o Tolgge, AHBP

Silvio Haller v/o Frisch, CP

Foto: Iwan Nussbaumer

42 civitas 03/04 2010


Nächste Ausgabe / Prochain numéro

Impressum

«civitas»

Zeitschrift für Gesellschaft und Politik

Revue de société et politique

Rivista di società e politica

Revista per societad e politica

65. Jahrgang/64 e année

154. Jahrgang der Monatrosen/

154 e année des Monatrosen

Herausgeber/éditeur

Schweiz. Studentenverein Schw.StV

Société des étudiants suisses SES

Società degli studenti svizzeri SSS

Societad da students svizzers SSS

Gerliswilstrasse 71

6020 Emmenbrücke

Tel. 041 269 11 50

Fax 041 269 11 10

Mail: office@schw-stv.ch

Web: www.schw-stv.ch

Redaktion/rédaction

«civitas»-Redaktion

Fruttstrasse 17

6005 Luzern

Telefon 041 360 25 19, 079 707 86 92

Mail: redaktion@civitas.ch

Web: www.civitas.ch

Thomas Gmür, lic. phil I (tg)

Mail: redaktion@civitas.ch

Geld und Geist

Mitarbeiter/collaborateurs

Walter E. Laetsch v/o Wodan, Ballwil

Jacques-André Possa v/o Tintin, Villars-sur-Glâne (jap)

Nadja Kaiser, Olten (nk)

Fotos/photos

Hanspeter Bärtschi, Bern

Herausgeberrat/conseil d’édition

Antonio Riva v/o Nero, lic. iur. (Präsident)

Mail: antonio-riva@bluewin.ch

Erscheinungsweise/parution

6-mal pro Jahr/6 fois par an

Auflage/tirage: 9000

Abonnemente/abonnements

Schweiz. Studentenverein

Gerliswilstrasse 71

6020 Emmenbrücke

Tel. 041 269 11 50

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Abonnement: Fr. 40.–

Einzelnummer: Fr. 7.–

Für Vereinsmitglieder im Jahresbeitrag inbegriffen – compris

dans la cotisation annuelle des membres de la SES

Inserate/annonces

Thomas Gmür, lic. phil. I

Fruttstrasse 17, 6005 Luzern

Telefon 041 360 25 19, 079 707 86 92

Mail: redaktion@civitas.ch

Web: www.civitas.ch

Gestaltung & Produktion/mise en page & production

Christina Siu & Simon Jansen, Cubus Design

Druck/imprimerie

Vogt-Schild Druck AG

Gutenbergstrasse 1

4552 Derendingen

Tel. 058 330 11 11

Fax 058 330 11 78

ISDN (Leonardo) 058 330 11 16

Nachdruck unter Quellenangabe gestattet, Belegexemplare

erwünscht. Für ungebeten eingesandte Artikel und Fotos

übernimmt die Redaktion keine Haftung.

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Verstehen uns unsere Banker noch?

Am 10. Juni 2010 in Ihrem Briefkasten

Redaktionstermine/délais de rédaction

Nr. 5/6 01.05.2010 (10.06.2010)

Nr. 7/8 01.07.2010 (06.08.2010)

(Editionsdatum in Klammern)

Foto:

civitas 03/04 2010 43


– gleiche Tarife für 4/4-farbig oder schwarz-weiss

– exkl. 7,6 % Mehrwertsteuer

9000 Akademike r

E i n e Z e i t s c h r i f t

i n s e r i e r e n S i e i n d e r « c i v i t a s »

Insertionsauftrag für «civitas»

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Grundtarife (in Klammern: Inseratgrösse, Breite Höhe)

1/1 Seite ohne Satzspiegel = 210 mm 297 mm

1/1 Seite (190 mm 270 mm) Fr. 2500.–

1/2 Seite quer (190 mm 133 mm) Fr. 1300.–

1/4 Seite hoch (92 mm 133 mm) Fr. 700.–

1/4 Seite quer (190 mm 64 mm) Fr. 700.–

1/8 Seite quer (92 mm 64 mm) Fr. 500.–

Spezielle Platzierungen auf Umschlagseiten

4. Seite Umschlag (aussen) + 20 %

2. Seite Umschlag (innen) + 15 %

3. Seite Umschlag (innen) + 10 %

Beilagen auf Anfrage

Querbanner auf Titelseite

Querbanner Titelseite unten

(B 210 mm H 30 mm) Fr. 1050.–

Wiederholungsrabatte für fest erteilte Aufträge

2-maliges Erscheinen 5 %

4-maliges Erscheinen 10 %

6-maliges Erscheinen 15 %

Abschlusslaufzeit 18 Monate

Redaktionsschluss

Redaktionsschluss Editionstermine

– Nr. 5/6 1. Mai 2010 (10.06.2010)

– Nr. 7/8 1. Juli 2010 (06.08.2010)

Insertionsschluss

Platzierungsreservation bis Redaktionsschluss. Lieferung der definitiven

Insertionsvorlagen auf Datenträger spätestens 10 Tage nach Redaktionsschluss.

Rückfragen für Insertionen

Inserate und Beilagen:

Thomas Gmür, lic. phil. I

Fruttstrasse 17, 6005 Luzern

Telefon 041 360 25 19, Natel 079 707 86 92

redaktion@civitas.ch, www.civitas.ch

Druckerei

Vogt-Schild Druck AG

Gutenbergstrasse 1, 4552 Derendingen

Drucktechnische Angaben

– Es können grundsätzlich nur druckoptimierte digitale Daten entgegengenommen

werden. Farbige Inserate mit 4c-Aufbau (CMYK).

– Heftformat, Satzspiegel: Format A4, Satzspiegel für Inserate:

190 mm breit 270 mm hoch

– Gleiche Preise für vierfarbige Inserate oder schwarz-weisse.

Bei Farbinseraten können nur druckoptimierte und vierfarbig (CMYK)

aufgebaute Daten angenommen werden.

Bestätigung der Firma

Firma:

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PLZ/Ort:

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Wünsche sind angekreuzt

Insertionsvorlage wird gemailt an Redaktion;

(eine saubere Kopie liegt bei)

Bitte Kontaktperson anrufen

Wir nehmen mit der Redaktion Kontakt auf

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