Umweltbericht 2000/2001 - Stadt Schwabach

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Umweltbericht 2000/2001 - Stadt Schwabach

Vorwort

Vorwort

Bei der Verbesserung der Lebensqualität in den Städten hat der kommunale Umweltschutz

bereits eine Vielzahl von Erfolgen zu verzeichnen, sei es bei der Luftqualität, dem Naturschutz,

bei der Gewässergüte, der Energieeinsparung oder einer ökologisch ausgerichteten

Abfallwirtschaft.

Die zahlreichen Erfolge dürfen aber nicht dazu verleiten, in den Anstrengungen für eine gesicherte

zukünftige Entwicklung nachzulassen. So stellen unter anderem die Lösung der Lärmproblematik,

der Flächenverbrauch oder die umweltverträgliche Lösung der Verkehrsprobleme

große Herausforderungen für den kommunalen Umweltschutz dar. Erfolge im Umweltschutz

dienen jedoch nicht nur den Bürgern, sondern sind zunehmend auch ein wichtiger

Standortfaktor für die Wirtschaft und somit im gesamtstädtischen Interesse.

In einer Zeit die von Terroranschlägen und internationalen Schreckensmeldungen dominiert

wird, und Themen wie soziale Sicherheit und Arbeitslosigkeit die Diskussion beherrschen,

drohen Umweltschutzbemühungen als nebensächlich eingestuft zu werden.

Das ist jedoch ein Trugschluss, wenn man sich vor Augen führt, dass vorsorgender Umweltschutz

als wichtige Aufgabe für eine nachhaltige Stadtentwicklung angesehen werden muss.

Vorsorgende Aufgaben können aber nur dann effektiv wahrgenommen werden, wenn sie als

Leitziel kommunaler Politik definiert sind.

Das Umweltschutzamt hat in der Vergangenheit beim Aufbau einer lokalen Agenda 21 bereits

wertvolle Koordinationsarbeit geleistet. Auch die Zusammenstellung dieses Umweltberichtes

gehört zu seinen Aufgaben, und ich danke an dieser Stelle allen, die Beiträge zu diesem Werk

geleistet haben.

Allerdings ist Umweltschutz nicht nur Aufgabe einiger weniger Fachleute, sondern eine gesamtgesellschaftliche

Notwendigkeit. Zur Weiterführung des begonnenen Agenda-Prozesses

sind daher Initiativen und Anregungen aus vielfältigen gesellschaftlichen Gruppen und Verbänden

erforderlich. Umweltschutz und Zukunftssicherung geht jeden an.

„Mag sein, dass Morgen der letzte Tag anbricht. Dann wollen wir die Arbeit für eine bessere

Zukunft aus der Hand legen - vorher aber nicht“.

Mein Wunsch ist, dass dieses Zitat von Dietrich Bonhoeffer bei den Mitgliedern des Stadtrates,

der Verwaltung aber auch von den Mitbürgerinnen und Mitbürgern unserer Stadt im Hinterkopf

behalten wird, wenn es darum geht, auch in schwieriger Zeit die richtigen Prioritäten

zu setzen und hoffnungsvoll die Aufgaben für eine lebenswerte Zukunft fortzusetzen.

Hartwig Reimann

Oberbürgermeister

Umweltbericht 1


Inhaltsverzeichnis

VORWORT

INHALTSVERZEICHNIS

EINFÜHRUNG

1 LUFTREINHALTUNG 8

1.1 Vollzug der 1. BImSchV 8

1.2 Vollzug der 2. BImSchV 8

1.3 Vollzug der 4. BImSchV 8

1.4 Vollzug der 20. BImSchV 9

1.5 Vollzug der 21. BImSchV 9

1.6 Vollzug der 26. BImSchV 10

1.7 Emissionen aus dem Verkehr 11

1.8 Ozon-Messungen 12

1.9 PCB-Untersuchung städtischer Gebäude 13

1.9.1 Bewertung der Messungen in Schwabach 16

2 LÄRMSCHUTZ 18

2.1 Verkehrsplanung 18

2.1.1 S-Bahn 18

2.1.2 Sonstiger ÖPNV 18

2.2 Aufstellung von Lärmminderungsplänen 20

2.2.1 Schallschutzmaßnahmen: 21

2.2.2 Grundsätzlich mögliche Lärmminderungsmaßnahmen: 22

2.2.3 Angestrebte Schallschutzmaßnahmen: 22

2.2.4 Auswirkungen der Schallschutzmaßnahmen 23

2.3 Sachstandsbericht der Fahrradbeauftragten 23

2.3.1 Frühjahrssitzung des ADFC Bayern am 24.04.1999 in Schwabach 23

2.3.2 Fahrradtag am 13. Mai 2000 24

2.3.3 Durchgeführte Verbesserungen am Radwegenetz 24

2.3.4 Markierung von Fahrradschutzstreifen 25

2.3.5 Fahrradständer in der Altstadt 25

2.3.6 Fahrradstadtplan 25

2.3.7 Ausblick 25

3 GRUNDWASSERSCHUTZ 27

3.1 Boden- und Grundwassersanierungsmaßnahmen 27

3.2 Untersuchung von Altdeponien 27

3.3 Grundwasser im Bereich der Deponie Neuses 28

2 Umweltbericht


Inhaltsverzeichnis

4 STRAHLENSCHUTZ 29

4.1 Messung der Gamma-Dosisleistung 29

5 ABFALLWIRTSCHAFT 31

5.1 Bedeutsame Änderungen in der Abfallwirtschaft in den Jahren 2000 und 2001 31

5.1.1 Entwicklung der Abfallmengen generell 31

5.1.2 Neues Abfallgebührensystem zum 1. Januar 2001 32

5.1.3 Kooperation mit der Stadt Nürnberg bezüglich thermischer Restmüllbehandlung ab 1. Januar 2004 33

5.1.4 Ausblick auf die künftige Entwicklung der Abfallwirtschaft 33

5.2 Deponie der Stadt Schwabach – Bilanz 34

5.2.1 Gesamteinbauvolumen 34

5.2.2 Jahresmengenvergleich des angelieferten Abfalls in Tonnen (inkl. Klärschlamm): 34

5.2.3 Einnahmenübersicht Deponiedirektanlieferungen 36

5.2.4 Entsorgungssicherheit 36

5.2.5 Deponieüberwachung 37

5.3 Zusammensetzung und Entwicklung des Abfallaufkommens aus dem Gebiet

der Stadt Schwabach 41

5.3.1 Zusammensetzung des Abfalls 41

5.3.2 Zusammensetzung des nicht verwerteten Abfalls 42

5.4 Hausmüllabfuhr / Abfälle aus Haushalten 44

5.4.1 Mengenentwicklung 44

5.4.2 Anzahl der Restmüllbehälter 46

5.5 Abfallbilanz gemäß Artikel 12 Bay. Abfallwirtschaftsgesetz 46

5.5.1 Abfälle zur Verwertung 46

5.5.2 Nicht verwertete Abfälle (Abfälle zur Beseitigung) 48

5.5.3 Verwertungsquote aus Haushalten 48

5.6 Wertstofferfassung 49

5.6.1 Entwicklung der Hausmüll- und Wertstoffanteile in kg/Ea 49

5.6.2 Altpapier 50

5.6.3 Altglas aus Haushalten 52

5.6.4 Altmetall 53

5.6.5 Alttextilien und Schuhe 54

5.6.6 Kompostierbare Abfälle 55

5.7 Problemabfälle 58

5.7.1 Problemabfälle aus Haushalten 58

5.7.2 Sonderabfall aus dem Stadtgebiet 58

5.7.3 Kühlschränke 58

5.7.4 Elektronikschrott 58

5.8 Recyclinghof 59

5.8.1 Sammelmenge, verwertete Menge 59

5.8.2 Mengenbilanz 60

5.8.3 Zusammensetzung der verwerteten Mengen 61

5.9 Abfallberatung durch das Umweltbüro 62

5.9.1 Abfallberatung für Haushalte 62

5.9.2 Abfallberatung für Gewerbebetriebe 64

Umweltbericht 3


Inhaltsverzeichnis

6 VOLLZUG DES WASSERRECHTS/ABWASSERENTSORGUNG 65

6.1 Städtische Abwasseranlagen 65

6.1.1 Abwasserreinigung 65

6.1.2 Allgemeine Daten der Abwasserreinigung der letzten 24 Jahre 67

6.1.3 Abwasserkanäle 67

6.1.4 Regenbecken 68

6.2 Abwasserrelevante Indirekteinleiter 69

6.3 Vollzug der Anlagenverordnung 71

6.4 Bericht des Gewässerschutzbeauftragten 72

7 NATUR- UND LANDSCHAFTSSCHUTZ 73

7.1 Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) 73

7.1.1 Das bayerische Dialogverfahren 74

7.1.2 FFH-würdige Flächen in Schwabach 76

7.2 Artenschutz 78

7.3 Landschaftsbestandteileverordnung 78

7.4 Naturdenkmäler 79

7.5 Baumschutzverordnung 79

7.6 Ordnungswidrigkeiten 79

7.7 Naturschutzwacht 80

7.8 Grünordnerische Maßnahmen im Stadtgebiet und Landschaftsgestaltung 80

7.8.1 Baumpflanzungen im Stadtgebiet 80

7.8.2 Grünordnerische und ökologische Festsetzungen in Bebauungsplänen 81

7.8.3 Gewässerentwicklungspläne 84

7.9 S-Bahn-Bau 87

7.10 Eingriffsregelung 87

7.11 Ökoflächenkataster 88

7.12 Planungen im Naturschutz und in der Landschaftspflege 88

7.12.1 Arten- und Biotopschutzprogramm 88

7.12.2 Landschaftsplangutachten 91

7.13 Landschaftspflegeverband Schwabach e.V. 93

7.13.1 Biotope 94

7.13.2 Umsetzung 94

7.13.3 Agenda 21 101

7.14 Forstwirtschaft in Schwabach 102

7.14.1 Umweltbericht der Stadtförsterei zu den Jahren 2000/2001 102

7.14.2 Bericht des Staatlichen Forstamtes Allersberg 106

7.14.3 Waldpflege 106

7.14.4 Pflanzungen 106

7.14.5 Forstschutz 107

7.14.6 Öffentlichkeitsarbeit 107

7.14.7 Müll im Wald 107

7.14.8 Veränderungen 107

4 Umweltbericht


Inhaltsverzeichnis

8 SONSTIGE AKTIVITÄTEN DES UMWELTSCHUTZAMTES 109

8.1 Lokale Agenda 21 109

8.1.1 Agenda 21 - Nachhaltigkeit – was ist das? 109

8.1.2 Dreiklang – Ökologie, Ökonomie, Soziales 110

8.1.3 Was ist in Schwabach passiert? 110

8.1.4 Organisationsstruktur des Schwabacher Agenda-21-Prozesses Ende 2001 111

8.1.5 Forum „Regionale Wirtschaftskreisläufe“ 111

8.1.6 Forum „Bildung“: Sprecher Herr Dr. Klenk 112

8.1.7 Öffentlichkeitsarbeit 112

8.1.8 Schwabacher Stadtleitbild Agenda 21 113

8.1.9 Derzeitiger Stand des Agenda-Prozesses 113

8.1.10 Ausblick und zukünftige Agenda-Arbeit 114

8.1.11 Was läuft derzeit in Schwabach? 115

8.2 Autofreier Tag 115

8.3 Fahrradtag 116

8.4 Umwelt- und Naturschutzpreis 2001 116

8.5 Wettbewerbe 117

8.5.1 Wettbewerb "Wo steht das älteste Kühl- oder Gefriergerät?" 117

8.5.2 Wettbewerb Garten & Küche 117

8.5.3 Fotowettbewerb "Städtische Energiefresser" 117

8.6 Printmedien 118

8.6.1 Biomax-Umweltzeitung 118

8.6.2 Malbücher 118

8.6.3 Gaststättenführer 118

8.6.4 Infoblätter 118

8.6.5 Deckblatt für den Umweltbericht 119

8.7 Internet: www.schwabach.de 119

9 ENERGIE UND WASSER 120

9.1 Tätigkeitsbericht der Stadtwerke Schwabach GmbH 120

9.1.1 Entwicklung der Stromversorgung 120

9.1.2 Erdgas 122

9.1.3 Wasserversorgung 123

9.1.4 Wärmeversorgung 125

9.2 Tätigkeitsbericht der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Schwabach GmbH 125

9.3 Fortschreibung des Energiecontrollings in städtischen Liegenschaften 129

9.3.1 Ergebnisse der ersten Abrechnungen seit dem 1. April 1998 129

10 BEITRAG DES STADTKRANKENHAUSES 131

10.1 Energieeinsparung 131

10.2 Abfallbeseitigung 133

Umweltbericht 5


Inhaltsverzeichnis

11 BEITRAG DER GSB - SONDERABFALL-ENTSORGUNG BAYERN GMBH 135

11.1 Entwicklungen 135

11.1.1 Sonderabfall-Verbrennung 135

11.1.2 Sonderabfall-Deponie Schwabach 135

11.1.3 Biomonitoring 136

11.2 Umweltbeirat 136

11.3 Öffentlichkeitsarbeit 136

Anhang 1: Bericht des Gewässerschutzbeauftragten für das Jahr 2000

Anhang 2: Deponie Neuses: Grundwassergleichenplan mit Kontrollbrunnen

Anhang 3: Programme zu den Regionalmärkten 2000 und 2001

Anhang 4: Programme zu den europaweiten Aktionstagen "In die Stadt - ohne mein

Auto" 2000 und 2001

6 Umweltbericht


Einführung

Einführung

Auch der vorliegende Umweltbericht für die Jahre 2000/2001 weist erneut auf, welch breite Palette

an Rechts- und Aufgabengebieten das Umweltschutzamt bei der Stadt Schwabach abzudekken

hat. Vieles davon sind Pflichtaufgaben, denen sich die kreisfreie Stadt Schwabach nicht entziehen

kann. Nur Teilbereiche sind den sogenannten freiwilligen Aufgaben zuzuordnen. Diese

werden überwiegend, wie zum Beispiel auch die Lokale Agenda 21 an sich auf Grund ausdrücklichen

Auftrages des Stadtrates wahrgenommen. Gerade bei der Lokalen Agenda 21 erwarten wir

uns alle 10 Jahre nach Rio einen neuen Anschub auch durch die Bundes- und Landespolitik.

Gerade in Zeiten, in denen die Sorge um die Umwelt in der Kommunalpolitik nachzulassen

droht und andere Themen wie soziale Sicherheit und Arbeitslosigkeit in den Vordergrund

gerückt sind, gebührt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Umweltschutzamtes besondere

Anerkennung für ihr unermüdliches Eintreten für eine nachhaltige kommunale Umweltpolitik

in allen wichtigen Bereichen des Umwelt- und Naturschutzes.

Wie wichtig der Umweltschutz auch global bleibt, belegen die Zahlen der Münchner Rückversicherung,

nach denen im Jahr 2001 25000 Menschen bei Naturkatastrophen gestorben

sind. Die Versicherungsgesellschaft hat dabei im Jahr 2001 weltweit 80 Erdbeben registriert,

bei denen rund 9 Milliarden Dollar Schaden entstanden sind. Die Münchner Rückversicherung

sieht insoweit einen engen Zusammenhang zwischen Klimaveränderungen und der Zunahme

von Wetterkatastrophen. Das Jahr 2001 war laut Statistiken das zweitwärmste Jahr seit

dem Beginn systematischer Temperaturmessungen vor rund 160 Jahren.

Diese Zahlen zeigen auf, wie wichtig gerade der Klimaschutz global und lokal auch in den

nächsten Jahren bleiben wird. In diesem Zusammenhang ist auch der erschreckende Flächenverbrauch

in der Bundesrepublik Deutschland zu sehen. Erfreulicherweise hat hier der Herr

Staatsminister für Landesentwicklung und Umweltfragen ein Bündnis für die Wende im Flächenverbrauch

ins Leben gerufen, das auch maßgeblich vom Bayerischen Städtetag unterstützt

wird. Die aus der Sicht des Umweltschutzes äußerst wichtige Thematik war auch bereits

Gegenstand in unserem städtischen Umweltausschuss.

Bei der anstehenden grundsätzlichen Überarbeitung unseres Flächennutzungsplanes wird dies

jedenfalls aus der Sicht des Umweltreferates auch ein ganz wichtiger Punkt sein, ob es uns

gemeinsam im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung gelingt, den Flächenverbrauch bei

der sicher im gewissen Rahmen notwendigen Gewerbe- bzw. Wohnbauentwicklung in vertretbaren

Grenzen zu halten. Auch wenn letztlich für eine erfolgreiche Wende im Flächenverbrauch

ein tiefgreifender Bewusstseinswandel in den privaten Haushalten und Unternehmen

unerlässlich ist, muss auch die kommunale Bauleitplanung ihren notwendigen Beitrag leisten

und ihre Vorbildfunktion wahrnehmen.

Schwabach, Mai 2002

Rainer Schmitt-Timmermanns

Umweltreferent

Umweltbericht 7


1 Luftreinhaltung

1 Luftreinhaltung

1.1 Vollzug der 1. BImSchV

(Kleinfeuerungsanlagen-Verordnung)

Die Emissionen von Kleinfeuerungsanlagen werden von den jeweils zuständigen Bezirkskaminkehrern

überwacht. Die Messergebnisse geben Aufschluss darüber, ob eine Kleinfeuerungsanlage

den Anforderungen des Immissionsschutzes entspricht. Die Kaminkehrer leisten

auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Durch eine Verschärfung der zulässigen Abgaswerte wird auch in den nächsten Jahren so

manche Altanlage gegen eine moderne Feuerungsanlage ausgetauscht werden müssen. Insofern

kann man, ohne die genauen Zahlen zu kennen, davon ausgehen, dass Luftverunreinigungen

durch Kleinfeuerungsanlagen auch im Berichtsjahr rückläufig waren. Dieser Trend

wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen.

1.2 Vollzug der 2. BImSchV

(Oberflächenbehandlungs- und Chemischreinigungsanlagen)

Im Stadtgebiet von Schwabach werden derzeit (Stand: Februar 2002) folgende Anlagen betrieben:

a) Oberflächenbehandlungsanlagen:

2 Betriebe mit 2 Anlagen

b) Chemischreinigungsanlagen:

3 Betriebe mit 3 Anlagen.

Die Anforderungen der 2. BImSchV werden jährlich von Sachverständigen geprüft; Beanstandungen

wurden nicht erhoben.

1.3 Vollzug der 4. BImSchV

(Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen)

Durch die Novellierung der 4. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes

gab es bei der Anzahl der immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftigen

Anlagen einige Veränderungen. Gegenwärtig gibt es in der Stadt Schwabach 11 genehmigungsbedürftige

Anlagen (Stand: Februar 2002). Es handelt sich um folgende Anlagen:

Blockheizkraftwerk, mobile Anlage zum Brechen von Gestein, Oberflächenbehandlung,

Kohleherstellung, Geflügelhaltung, Verbrennungsmotoranlage für Deponiegas, Biomüllverwertung,

Kompostierungsanlage, Autozerlegebetrieb, Anlage zur Behandlung von überwachungsbedürftigen

Abfällen, Anlage zum Be- und Entladen von Schüttgütern.

8 Umweltbericht


1 Luftreinhaltung

1.4 Vollzug der 20. BImSchV

Bei der Abfüllung in den Auslieferungslagern und bei der Belieferung von Tankstellen mit

Otto-Kraftstoffen legt die Verordnung zur Begrenzung von Kohlenwasserstoff-Emissionen

beim Umfüllen und Lagern von Otto-Kraftstoffen (20. BImSchV) emissionsbegrenzende Anforderungen

nach dem Stand der Technik fest.

In der Stadt Schwabach gibt es (Stand: Februar 2002) 9 Tankstellen, die den Anforderungen

der 20. BImSchV unterliegen. Die gesetzlichen Anforderungen werden erfüllt.

1.5 Vollzug der 21. BImSchV

Die 21. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung

zur Begrenzung der Kohlenwasserstoff-Emissionen bei der Betankung von Kraftfahrzeugen -

21. BImSchV) schreibt vor, dass Tankstellen so zu errichten und zu betreiben sind, dass die

beim Tanken von Fahrzeugen mit Otto-Kraftstoff aus den Fahrzeugtanks austretenden Kraftstoffdämpfe

nach dem Stand der Technik mittels eines Gas-Rückführsystems erfasst und dem

Lagertank zugeführt werden.

Das Bundeskabinett hat am 21. November 2001 eine Novelle zur 21. BImSchV beschlossen.

Damit sollen die bereits seit 1993 vorgeschriebenen Gasrückführungssysteme an Tankstellen

funktionssicher gemacht werden. Wiederholte Kontrollen der Bundesländer hatten ergeben,

dass bis zu 50 Prozent der Gasrückführungssysteme nicht einwandfrei funktionierten. Bei

rund einem Drittel waren sogar Totalausfälle zu verzeichnen. Als Hauptursachen wurden

mangelnde Eigenkontrolle und Wartung durch die Tankstellenbetreiber festgestellt.

Die Verordnungsnovelle sieht vor, dass Gasrückführungssysteme mit einer automatischen

Überwachungsvorrichtung ausgerüstet werden, die dafür sorgt, dass die Kraftstoffabgabe automatisch

unterbrochen wird, wenn Störungen an der Gasrückführung nicht binnen 72 Stunden

behoben werden. Bis zur Installation dieser Überwachungseinrichtung soll das Tankstellenpersonal

monatlich die Funktionsfähigkeit des Gasrückführungssystems prüfen. Ist die

Installation erfolgt, verlängert sich die jährlich vorgeschriebene Überprüfung durch einen

Fachbetrieb auf einen Intervall von zwei Jahren. Der Aufwand für den Einbau einer automatischen

Überwachungseinrichtung wird vom Umweltbundesamt bei einer durchschnittlichen

Tankstelle mit 6 Zapfsäulen auf rund 5000 € geschätzt.

Die bereits bestehenden Tankstellen sind nach der Höhe des jährlichen Benzinumschlags gestaffelten

Übergangsfristen spätestens bis zum 31. Dezember 2007 mit der vorgeschriebenen

automatischen Überwachungseinrichtung auszurüsten. Je höher der jährliche Benzinumschlag

ist, umso früher ist umzurüsten. Die ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der Novelle neu errichteten

Tankstellen müssen die automatische Überwachungseinrichtung schon bei der Aufnahme

des Betriebs haben.

Umweltbericht 9


1 Luftreinhaltung

1.6 Vollzug der 26. BImSchV

Die 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung

über elektromagnetischer Felder - 26. BImSchV) gilt für die Errichtung und den Betrieb von

Hochfrequenzanlagen und Niederfrequenzanlagen. Sie enthält Anforderungen zum Schutz der

Allgemeinheit und der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen und zur Vorsorge

gegen schädliche Umwelteinwirkungen durch elektromagnetische Felder.

Im Anhang der Verordnung sind Grenzwerte für die elektrische und magnetische Feldstärke

für den jeweiligen Frequenzbereich festgelegt.

Der Betreiber einer Hochfrequenzanlage hat diese der zuständigen Behörde mindestens zwei

Wochen vor der Inbetriebnahme oder wesentlichen Änderung anzuzeigen; der Anzeige ist die

von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post zu erstellende Standortbescheinigung

beizufügen.

Im Bereich der Stadt Schwabach erhält das Umweltschutzamt durch die Standortbescheinigung

Kenntnis von den Standorten stationärer Mobilfunksendeanlagen. Die Auflistung der im

Stadtgebiet vorhandenen Standorte (Stand: Februar 2002) enthält die nachfolgende Tabelle:

Standort Betreiber Termin der Inbetriebnahme

Freiherr-vom-Stein-Straße 40 Vodafone 09/2001

Stadtparkstraße 2 T-Mobile 07/1999

Am Rotenberg T-Mobile 11/1997

Hansastraße 8 E-Plus 08/1994

Bahnhofstraße 8-16 E-Plus 08/1994

Rittersbacher Straße 18 T-Mobile 03/2000

Angerstraße 2-6 Vodafone 11/1997

Freiherr-vom-Stein-Straße 25 VIAG Interkom 02/1998

Reichenbacher Straße 21-23 T-Mobile 06/1998

Nördliche Ringstraße 14 VIAG Interkom 04/1998

Berlichingenstraße 5 T-Mobile 07/1999

Katzwanger Straße 1 b T-Mobile 07/1999

Flur-Nr. 755/2 Gmkg. Wolkersdorf E-Plus / Vodafone 08/1999 + 07/2001

Wilhelm-Albrecht-Straße 2 E-Plus 08/1999

Walpersdorfer Straße 25 T-Mobile 07/2000

Schwabach/5320 km 46,716 Mannesmann Arcor 11/2000

Liebigstraße 3 E-Plus 06/2001

Umfassende Informationen zum Thema Mobilfunk sind im Internet zu finden unter

www.mobilfunk.bayern.de

10 Umweltbericht


1 Luftreinhaltung

1.7 Emissionen aus dem Verkehr

Der Kraftfahrzeugbestand der Stadt Schwabach entwickelte sich wie folgt:

01.01.97 01.01.98 01.01.99 01.01.00 01.01.01 01.01.02

PKW einschl. Kombifahrzeuge 21.076 21.168 21.376 22.440 23.308 24.337

Krafträder 1.768 1.860 1.989 2.186 2.350 2.470

LKW, Busse, sonstige 1.379 1.370 1.202 1.500 1.547 1.603

Zugmaschinen 365 364 375 388 405 450

Die Anzahl schadstoffarmer beziehungsweise bedingt schadstoffarmer Fahrzeuge (Otto- oder

Dieselmotoren) entwickelte sich folgendermaßen:

Jan. 97 Jan. 98 Juli 99 Jan. 00 Jan. 01 Jan. 02

US-Norm 6.275 6.164 5.873 5.781 5.502 5.179

Europa-Norm 2.456 2.069 1.616 1.516 1.375 1.246

Schadstoffarm E 1 10 12 10 9 7 9

Schadstoffarm E 2 4.611 4.231 4.058 4.002 3.967 3.774

91/441/EWG-Ausnahmen 113 85 57 58 50 41

Rili 93/59/EWG I-III 197 249 210 214 204 181

EURO 2 2.235 3.295 3864 3.881 3.989 3.996

Stufe A, B und C 1.630 1.348 1.110 1.062 935 841

96/69/EG I-III 45 217 278 332 355

D 3 / D 3 I 978 3.070 3.363 3.765 3.810

D 4 / D 4 I 280 621 1.104 1.132

Euro 3 13 65 475 1.444

Euro 3 / D 4 5 77 409

Euro 4 3 102 566

98/69/EG; I; A 12 5

98/69/EG; II-III; A 63

99/96/EG; A-C 3

Summe 17.527 18.476 20.378 20.858 21.896 23.054

Anteil schadstoffarmer Motoren

bei PKW

83,1 % 87,3 % 92 % 92,9 % 93,9 % 94,7 %

Die Tabelle zeigt den ständig steigenden Anteil schadstoffreduzierter Fahrzeuge im Stadtgebiet

von Schwabach.

Umweltbericht 11


1 Luftreinhaltung

1.8 Ozon-Messungen

Ozon gehört zu den Schadstoffen, die sowohl eine kurzfristige und nach Ende der Belastung

wieder nachlassende (akute), als auch eine - zumindest im Tierversuch - langfristig krebserzeugende

Wirkung haben. Außerdem konnten bei Versuchen mit Zellkulturen und im Tierversuch

eine erbschädigende Wirkung nachgewiesen werden.

Die akuten Symptome reichen von Augenreizungen, Reizung der Atemwege bis zu Kopfschmerzen,

Atembeschwerden und einer Zunahme der Asthmaanfälle. Bei empfindlichen

Personen konnten schon nach einer mehrstündigen Exposition bei einer Konzentration

zwischen 120 und 160 µg/m³ Reizungen des Lungengewebes festgestellt werden, eine

Abnahme der physischen Leistungsfähigkeit ist im Konzentrationsbereich zwischen 240

und 300 µg/m³ zu beobachten und bei extremen Belastungen mit Spitzenwerten bis zu

1000 µg/m³, wie sie in Los Angeles oder Mexiko-Stadt herrschen, kann es zu Veränderungen

der Lungenfunktionen kommen, die nicht mehr heilbar sind.

Hohe Ozonkonzentrationen in bodennahen Luftschichten, die weit über der natürlichen Hintergrundbelastung

von ca. 40 - 60 µg/m³ liegen, können entstehen, wenn bei lang anhaltenden,

austauscharmen Wetterlagen durch eine intensive Sonneneineinstrahlung Vorläufer-Substanzen

wie Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und weitere, meist verkehrsbedingte Luftschadstoffe

in Ozon umgewandelt werden. Da aber einige dieser Schadstoffe bevorzugt mit Ozon reagieren,

kommt es in Ballungsgebieten und in der Nähe verkehrsreicher Straßen meist wieder zu

einem raschen Abbau des Ozons, hohe Konzentrationen findet man oft im Umland der Städte

und in ländlichen Reinluftgebieten.

Seit 1992 sind in der "Richtlinie über die Luftverschmutzung durch Ozon" der Europäischen

Union unterschiedliche Schutzziele beziehungsweise auszulösende Aktivitäten europaweit

festgelegt. Die Richtlinie sieht vier Schwellenwerte vor:





den Schwellenwert für den Gesundheitsschutz mit 110 µg/m³ als Mittelwert über

acht Stunden;

den Schwellenwert für den Schutz der Vegetation mit 200 µg/m³ als Mittelwert über

eine Stunde und 65 µg/m³ als Mittelwert über 24 Stunden;

den Schwellenwert für die Unterrichtung der Bevölkerung mit 180 µg/m³ als Mittelwert

über eine Stunde und

den Schwellenwert über die Auslösung des Warnsystems mit 360 µg/m³ als Mittelwert

über eine Stunde.

Aufgrund der Erkenntnisse aus Tierversuchen hat die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher

Arbeitsstoffe im Jahr 1995 Ozon als "Stoff mit begründetem Verdacht auf

krebserzeugendes Potential" eingestuft und die maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK-

Wert) von 200 µg/m³ aufgehoben, da keine Konzentration angegeben werden kann, unterhalb

derer ein gesundheitliches Risiko ausgeschlossen werden kann.

12 Umweltbericht


1 Luftreinhaltung

In der Stadt Schwabach wird Ozon nicht gemessen. Aktuelle Ozon-Werte in der Region

(Nürnberg, Erlangen, Lauf, Ansbach) werden vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz

ermittelt und können im Internet abgerufen werden unter

www.umweltministerium.bayern.de/daten

beziehungsweise im Videotext des Bayerischen Fernsehens, Tafeln 470 bis 475.

Die Ergebnisse der lufthygienischen Messungen des Chemischen Untersuchungsamtes der

Stadt Nürnberg sind ebenfalls im Internet abrufbar:

www.umweltdaten.nuernberg.de

In Nürnberg wird beim Überschreiten des städtischen Informationsschwellenwertes von

120 µg/m³ durch den Luftinformationsdienst des Chemischen Untersuchungsamtes (Telefon

(09 11) 2 31-20 50) mit stündlich aktualisierten Werten über die Ozonbelastung an den

städtischen Messstationen informiert.

1.9 PCB-Untersuchung städtischer Gebäude

Auf Grund der Vorfälle in der Ledebour Schule in Nürnberg mit einer festgestellten Raumluftbelastung

von ca. 20.000 ng PCB/m³ Luft wurden im Laufe des Jahres 2001 an allen Schulen

Kindergärten und ähnlichen städtischen Einrichtungen sowie in Frage kommenden sonstigen

städtischen Gebäuden Messungen der PCB-Konzentration in der Raumluft durchgeführt.

Die Untersuchungen wurden in drei Blöcken durchgeführt. Wo bei den Messungen in den

beiden ersten Untersuchungsblöcken zu hohe Werte festgestellt wurden (auf Einteilung der

Werte wird im Folgenden noch eingegangen), wurden nach durchgeführten Maßnahmen

zweite Messungen veranlasst, deren Ergebnisse nachfolgend aufgeführt sind.

PCB-Untersuchungen - Ergebnisse des 1. Untersuchungsabschnittes

Gebäude

Raum

Gesamt - PCB ng/m³ Luft

< 300 300 - 3000 > 3000

Karl-Dehm-Schule

Raum 301

X

Raum 213

X

Hans-Hocheder-Halle Sporthalle X

Staatliche Realschule

Raum K 10 507

Raum 1.14 331

Raum 1.08 409

Umweltbericht 13


1 Luftreinhaltung

PCB-Untersuchungen – Ergebnisse des 2. Untersuchungsabschnittes

Gebäude

Raum

Gesamt - PCB ng/m³ Luft

< 300 300 - 3000 > 3000

Johannes-Kern-Schule Raum 201 X

Turnhalle 518

Nördl. Geräteraum 328

Nördl. Umkleideraum 415

Christian-Maar-Schule EG Raum 112 X

Pavillon 1

X

Pavillon 2

X

Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium in allen Geschossen X

Berufs- und Wirtschaftsschule EG X

1.OG

X

2.OG

X

Hallenbad

X

Turnhalle Bismarckstraße 1.321

AWO Kinderhort Pavillon 1 X

Pavillon 2

X

Johannes-Helm-Schule Pavillon 1 X

Pavillon 2

X

Gewerbe-u. Straßenverkehrsamt EG X

PCB-Untersuchungen – Ergebnisse des 3. Untersuchungsabschnittes

Gebäude

Raum

Gesamt - PCB ng/m³ Luft

< 300 300 - 3000 > 3000

Baureferat EG / 20 X

EG / 13

X

Luitpoldschule Turnhalle X

EG / 7

X

Adam-Kraft-Gymnasium Altbau EG / A 06 X

1. OG / A 13 X

2. OG / A 22 X

Westbau 1. OG / W 16 X

2. OG / W 29 X

Atrium EG / Physik X

1. OG / H 11 X

2. OG / H 25 X

Altstadt Kindergarten EG X

1. OG X

Schule Unterreichenbach Kl. Geb. EG 3d X

Gr. Geb. EG 2 u

X

Gr. Geb. 1. OG 3 u X

Kindergarten Forsthof EG Flur X

EG Zimmer

X

Kindergarten Hoppetosse EG Flur X

14 Umweltbericht


1 Luftreinhaltung

Gebäude

Raum

Gesamt - PCB ng/m³ Luft

< 300 300 - 3000 > 3000

Johannes Helm-Schule Turnhalle X

Westbau EG / E 4 X

1. OG / A 103 X

EG / C E 2

X

2. OG b 201 X

Ostbau EG / E 5 X

1. OG / 105 6 b X

EG / E 7

X

KG / Turnraum

X

2. OG / 207 X

Waldemar-Bergner-Kindergarten Neubau EG Turnhalle X

EG Flur

X

Altbau EG Gruppenraum X

Anne-Frank-Kindergarten EG Flur X

OG Raum links

X

Schule Wolkersdorf Altbau KG Werkraum X

EG Mittagsbetreuung X

1. OG Klasse 8 X

Neubau 1. OG Klasse 4 X

EG Klasse 2

X

EG Turnhalle

X

1. OG Umkleide X

Schule Penzendorf Altbau EG 1. Klasse X

Neubau KG Turnraum X

KG Mittagsbetreuung X

EG 4. Klasse

X

Berufsschule EG / E 57 X

2. OG / Aula X

Alte Turnhalle Wöhrwiese EG Turnhalle X

Altes Gemeindegebäude Wolkersdorf Treppenhaus X

Kinderstube Alexanderstraße EG gr. Raum X

1. OG gr. Raum X

Waldorf-Kindergarten EG Flur X

Verwaltungsgebäude Ludwigstrasse 2. OG Sozialhilfestelle X

Es ist hervorzuheben, dass in keinem der städtischen Gebäude eine Überschreitung des Eingriffsgrenzwert

von 3.000 ng PCB/m³ gefunden wurde.

Zum besseren Verständnis werden die Untersuchungsmethoden sowie die jeweiligen Grenzwerte

kurz erläutert:

Die Messungen wurden vom Institut Umweltmesstechnik Dr. Brix in Form einer sogenannten

Raumluftmessung durchgeführt.

Nach der den Messungen zu Grunde liegenden PCB-Richtlinie sind Raumluftkonzentrationen

unter dem Vorsorgewert (Sanierungsleitwert) von 300 ng PCB/m³ (1 Nanogramm [ng]

entspricht 1/1.000.000 mg beziehungsweise 1.10 -9 g) als langfristig tolerabel anzusehen. Bei

gemessenen Werten unter dem Vorsorgewert ist insofern nichts weiter zu veranlassen.

Umweltbericht 15


1 Luftreinhaltung

Bei Raumluftkonzentrationen zwischen 300 ng PCB/m³ und 3000 ng PCB/m³ wird empfohlen,

die Quelle der Raumluftverunreinigung aufzuspüren und nach Möglichkeit unter Beachtung

der Verhältnismäßigkeit zu beseitigen oder zumindest eine Verminderung der PCB-

Konzentration anzustreben. Hier liegt der Zielwert bei weniger als 300 ng PCB/m³ Luft. Eine

Reduzierung der PCB-Konzentration und damit eine Unterschreitung des Vorsorgewertes ist

oft bereits durch eine sorgfältige Reinigung sowie regelmäßiges Lüften erreichbar.

Raumluftkonzentrationen oberhalb von 3000 ng PCB/m³ (Eingreifwert) sollten im Hinblick

auf andere nicht kontrollierbare PCB-Belastungen vermieden werden. Hier sind neben der

Ursachenforschung in jedem Fall weitere Maßnahmen erforderlich.

1.9.1 Bewertung der Messungen in Schwabach

Bei den Messungen im dritten Block sowie den Nachmessungen der beiden ersten Blöcke,

wurde in keinem Fall der Eingreifwert von 3000 ng PCB/m³ überschritten.

In den Fällen, in denen der Vorsorgewert von 300 ng PCB/m³ überschritten wurde, besteht

zwar kein akuter Handlungsbedarf, es wurde jedoch geprüft, welche Maßnahmen hier getroffen

werden können, um einen Zielwert unter dem Vorsorgewert zu erreichen. Durch entsprechende

Nachmessungen soll der Erfolg der durchgeführten Maßnahmen überprüft werden.

Hierbei handelt es sich um die Staatliche Realschule mit einem Wert bei der Zweitmessung

von 331 bis 507 ng PCB/m³ - je nach Raum - sowie die Turnhalle der Johannes-Kern-Schule

mit einem Wert von 328 bis 518 ng PCB/m³ bei der Zweitmessung, ebenfalls je nach Raum.

Bei den beiden Gebäuden wurden auf Grund des hohen Wertes der Erstmessung Sofortmaßnahmen

ergriffen. Im Wesentlichen wurde hier eine grundlegende Reinigung und Lüftung der

Gebäude durchgeführt sowie das belastete Fugenmaterial ausgetauscht. Auch wenn nach der

erfolgten Zweitmessung hier der Eingreifswert unterschritten und der Vorsorgewert nur geringfügig

überschritten ist und bei einer Konzentration um die 500 ng PCB/m³ Luft nach der

PCB-Richtlinie drei Jahre Zeit zur Reduzierung der Konzentration bleibt, sind hier weitere

Maßnahmen und nochmalige Messungen geplant.

Hinsichtlich der Staatlichen Realschule sind nach dem erfolgten Austausch des Fugenmaterials

Nachmessungen für Dezember 2001 geplant.

Es wird hier davon ausgegangen, dass insbesondere bei der staatlichen Realschule bei einer

nochmaligen Nachmessung der Wert unter dem Vorsorgegrenzwert von 300 ng PCB/m³ liegt.

Lediglich bei der Turnhalle Bismarckstraße (1.321 ng PCB/m³) ist noch keine Ursache für den

hohen Wert bekannt, die Ursachenforschung läuft noch (Stand: Dezember 2001). Die weitere

Nutzung der Turnhalle wurde jedoch in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt vorübergehend

als vertretbar erachtet, da auch der Wert von 1.321 ng PCB/m³ noch deutlich unter dem Eingreifgrenzwert

von 3.000 ng PCB/m³ liegt. Die Stadt ist hier trotz der des zulässigen Hand

16 Umweltbericht


1 Luftreinhaltung

lungsrahmens von drei Jahren um eine zügige Ursachenforschung und Vornahme von Maßnahmen

zur Erreichung des Zielwertes unter 300 ng PCB/m³ Luft bemüht.

Da bei der Turnhalle nur eine geringe Belastung der Fugen festgestellt wurde, wird derzeit

versucht, durch Reinigen und Lüften die PCB-Konzentration unter den Vorsorgegrenzwert zu

senken. Falls hier kein Erfolg erzielt wird, soll auch das lediglich geringfügig belastete Fugenmaterial

ausgetauscht werden.

Wie die Erfahrungen im Zusammenhang mit der Johannes-Kern-Schule gezeigt haben, ist

davon auszugehen, dass spätestens nach Beseitigung des Fugenmaterials auch in der Turnhalle

Bismarckstraße ein Wert um die 300 ng PCB/m³ Luft erreicht wird.

Um gerade im Schulbereich für die betroffenen Schüler, Eltern und Lehrer mehr Transparenz

zu schaffen und etwaigen Ängsten aber auch Spekulationen vorzubeugen, wurden die aktuellen

Untersuchungsergebnisse auszugsweise in tabellarischer Form der Öffentlichkeit zugänglich

gemacht und über einen Verweis (Link) auf der Homepage der Stadt Schwabach im Internet

veröffentlicht (www.schwabach.de).

Umweltbericht 17


2 Lärmschutz

2 Lärmschutz

Mit dem Industriezeitalter wurde Lärm zur lästigen Begleiterscheinung der steigenden Produktivität:

Eisenbahn und Dampfmaschine stehen dafür als Symbole. Schon die Preußische

Gewerbeordnung von 1869 enthielt Vorschriften zur Bekämpfung des Lärms in Industrie und

Gewerbe. Er nimmt heute durch das Bemühen von Wirtschaft und öffentlicher Hand ab. Freizeitlärm

hingegen wächst. Die Geräusche von zivilen Strahlflugzeugen gehen zurück. Das

Sorgenkind des Lärmschutzes ist der Straßenverkehr.

Bei der Stadt Schwabach werden Fragen des Verkehrslärmschutzes im Stadtplanungsamt behandelt;

anlagenbezogener Lärmschutz wird im Umweltschutzamt bearbeitet.

Die im Bereich der Stadt Schwabach im Berichtszeitraum getroffenen Maßnahmen zum

Lärmschutz sind nachfolgend dargestellt:

2.1 Verkehrsplanung

2.1.1 S-Bahn

Am 9. Juni 2001 ist die S-Bahn Nürnberg-Roth in Betrieb gegangen, seit dieser Zeit ist

Schwabach an Nürnberg im 20- beziehungsweise 40-Minuten-Takt angeschlossen.

Im Zuge des S-Bahn-Baus wurde ein großer Teil der Trasse mit Lärmschutzmaßnahmen versehen,

dazu zählen Lärmschutzwälle, Wände, sowie die Ausstattung besonders betroffener

Häuser mit Lärmschutzfenstern.

Außerdem erhielten die Bahnsteige vom P & R-Parkplatz aus eine neue Fußgängerunterführung

und der Bahnhof kann durch einen neuen Weg von Osten mit dem Rad angefahren

werden, sodass nun insgesamt 4 Zugänge zur Verfügung stehen.

Dem Engagement des Herrn Oberbürgermeister Reimann ist es zu verdanken, dass es doch

noch zu einem Lückenschluss der Lärmschutzwände in Limbach im Zusammenhang mit

dem Neubau der S-Bahn gekommen ist.

2.1.2 Sonstiger ÖPNV

Kurz vor der Einweihung der S-Bahn ist der neue Busbahnhof eingeweiht worden, künftiger

zentraler Sammelpunkt der in Schwabach agierenden privaten und der im 30/60-Minutentakt

fahrenden öffentlichen Buslinien.

Der auf diese Änderung abgestimmte neue Fahrplan enthält auch eine neue Buslinie, die vom

Krankenhaus über die Altstadt zum Bahnhof und von dort über die Flurstraße nach Limbach

verläuft. Diese Buslinie ist Teil einer Ringlinie, die auch durch die Fußgängerzone fährt.

18 Umweltbericht


2 Lärmschutz

Um den neuen Busfahrplan einhalten zu können, wurden die wichtigsten Buslinien mit Busbeschleunigungsmaßnahmen

(BBM) ausgestattet. Darunter versteht man den Umbau und

die Ausrüstung von Lichtsignalanlagen mit einer Elektronik, die es ermöglicht, bei der Annäherung

der Busse an eine Kreuzung in den Phasenablauf einzugreifen und der Buslinie im

Straßenverkehr Vorrang zu gewähren. Die dabei gewonnene Fahrzeit verbessert die Pünktlichkeit

und damit die Akzeptanz der Busse entscheidend.

Am Händelplatz in Unterreichenbach und in Dietersdorf vor dem Feuerwehrhaus wurden

zwei neue Fußgängerlichtsignalanlagen (FG LSA) erstellt, die vor allem der Sicherheit von

Schulkindern und älteren Leuten dienen.

Im Zusammenhang mit der BBM wurde eine sog. "Grüne Welle" am Altstadtring zwischen

den Lichtsignalanlagen Wittelsbacher Straße, Schillerplatz und Postplatz geschaffen. Gleichzeitig

konnte durch die neue Einbahnregelung in der Ludwigstraße (Altstadtabschnitt) ein

Phasenumlauf am Postplatz eingespart werden. Beide Maßnahmen bewirkten eine erhebliche

Leistungssteigerung der Lichtsignalanlage am Postplatz, mit dem Ergebnis eines wesentlich

verbesserten Verkehrsflusses insbesondere für die Buslinien, in der Südlichen Ringstraße

sowie einer geringeren Wartezeit der querenden Fußgänger am Postplatz.

Im Dezember 2001 wurde eine neue Lichtsignalanlage in der Fürther Straße an der

Einmündung Kreuzwegäcker installiert. Aus Sicherheitsgründen wurde der Parkplatz des

PLUS-Marktes in die Signalregelung mit einbezogen. Die Fußgängeranlage über die vierspurige

Fürther-Straße wurde dabei mit einer Blindenanforderung ausgestattet, es ist nun

möglich, zwischen den Märkten beiderseits der Straße gesichert die Straße zu überqueren.

Der erste Kreisverkehr Schwabachs in Limbach ist zwar im Betrieb, aber noch nicht (Stand:

Februar 2002) fertiggestellt. In Bezug auf die Verkehrsabwicklung hat er sich bereits bewährt,

die Fertigstellung dürfte inklusive dem P & R-Parkplatz bis Mitte 2002 erfolgen.

In der Altstadt wurde der verkehrsberuhigte Geschäftsbereich eingeführt, so dass für das

gesamte Altstadtgebiet eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 20 km/h gilt. Ausnahmen

sind die mit Schildern bestückten Straßenabschnitte, die einen verkehrsberuhigten Bereich

ausweisen, hier muss nach wie vor Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Zuletzt wurde

die Zöllnertorstraße verkehrsberuhigt ausgebaut, zur Zeit wird die Bachgasse hergestellt.

Die Radwegebilanz in Schwabach stellt sich zur Zeit mit insgesamt ca. 120 Kilometer folgendermaßen

dar:

32 Kilometer asphaltierte Wege

27 Kilometer Schutzstreifen für Radfahrer (RSS)

60 Kilometer Feld und Waldwege die sich zum Fahrradfahren eignen.

Umweltbericht 19


2 Lärmschutz

2.2 Aufstellung von Lärmminderungsplänen

Mit der dritten Novellierung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes wurde mit Wirkung vom

1. September 1990 der § 47 a "Lärmminderungspläne" in das Gesetz aufgenommen. Im Rahmen

eines Pilotprojektes wurden für vier Städte in Bayern Lärmminderungspläne erstellt, um

Erfahrungen bei der praktischen Umsetzung zu gewinnen und die vom Landesamt für Umweltschutz

entworfene Vollzugsbekanntmachung zum § 47 a BImSchG zu überarbeiten.

Außer der Stadt Schwabach waren die Städte Ingolstadt, Schwandorf und Karlstadt an diesem

Projekt beteiligt. Vom Ingenieurbüro Müller BBM wurde der Lärmminderungsplan für die

Stadt Schwabach bearbeitet.

Der Lärmminderungsplan für die Stadt Schwabach umfasst sowohl Verkehrsgeräuschimmissionen

(Straßen- und Schienenverkehr) als auch die Geräuschimmissionen aus gewerblichen

Anlagen sowie Sport- und Freizeitanlagen. Er beinhaltet im Wesentlichen folgende Bearbeitungsschritte:

1. Erstellung von Quellenkarten und Quellenverzeichnissen für die verschiedenen Quellengruppen

2. Erstellung einer Immissionsempfindlichkeitskarte

3. Erstellung von Beurteilungspegelkarten für die verschiedenen Quellengruppen und die

Gesamtimmission

4. Erstellung von Konfliktkarten für die verschiedenen Quellengruppen und die Gesamtimmission

5. Erstellung eines Maßnahmenplanes (Beurteilungspegelkarten, Konfliktkarten und Pegeldifferenzkarten

für die Situation mit Schallschutzmaßnahmen)

Als Ergebnis wurde u. a. festgestellt, dass die Gesamtimmissionen sich nur punktuell im Nahbereich

von geräuschintensiven Gewerbe- und Sportanlagen von der Verkehrsgeräuschimmission

unterscheidet. Anders ausgedrückt: Die Konflikte (das heißt: Überschreitung der Auslösewerte)

werden nahezu ausschließlich durch Verkehrsgeräusche verursacht.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Gebiete, für die die Auslösewerte um mehr als 5

dB(A) überschritten werden.

20 Umweltbericht


2 Lärmschutz

Gebiet Gebiets- max. Überschr. Fläche in m² mit Hauptquellen

nutzung Tag Nacht Überschr. > 5dB

nördl. A6 zw. Äuß.Rittersb.Str. u. Walpersd.Str. WA, WR 10 13 280.000 Autobahn

Limbach östl. Flurstraße WR, (WA) 8 15 260.000 Bahn, Katzw.Str., (B2a)

nördlich Katzwanger Straße, nördl. B2a WR 7 12 140.000 Bahn, (B2a, Katzw.Str.)

entlang Bahn zw. Penz. und Rother Str. WA, MI, (WR)


2 Lärmschutz

Bahnlinie Nürnberg - Roth

Die neue S-Bahn ging im Juni 2001 in Betrieb; Schallschutzmaßnahmen (Schallschutzwände

beidseits der Strecke) wurden errichtet. Diese Schallschutzmaßnahmen wirken sich jedoch

aufgrund der begrenzten Höhe überwiegend auf die Erdgeschosse und Freibereiche der angrenzenden

Bebauung aus. Zum Schutz der oberen Stockwerke ist die Deutsche Bahn im

Rahmen der Lärmvorsorge beim Neubau von Schienenwegen jedoch verpflichtet, über die

geplanten Abschirmeinrichtungen hinaus passive Schallschutzmaßnahmen durchzuführen

(Einbau von Schallschutzfenstern, Schalldämm-Lüftern etc.).

Autobahn

Wenn die Autobahn von derzeit 4 Fahrspuren auf 6 Fahrspuren ausgebaut würde, wäre der

Straßenbaulastträger verpflichtet, Schallschutzmaßnahmen durchzuführen. Aller Voraussicht

nach würde sich dadurch die Geräuschbelastung in den südlichen Stadtbereichen von Schwabach

gegenüber dem derzeitigen Zustand deutlich reduzieren.

Geplante B 2

Sollte die Bundesstraße realisiert werden, wären Abschirmmaßnahmen gegenüber der benachbarten

Wohnbebauung durchzuführen. Diese sind in der Planfeststellung enthalten und in

den Berechnungen berücksichtigt. Sie sind jedoch nicht ausreichend, um Geräuschkonflikte

zu vermeiden. Bzgl. passiver Schallschutzmaßnahmen gelten die gleichen Aussagen wie zur

Bahnstrecke Nürnberg - Roth.

2.2.2 Grundsätzlich mögliche Lärmminderungsmaßnahmen:

Stichwortartig seien hier genannt:

a) Verkehrsvermeidung

b) Reduzierung des LKW-Verkehrs

c) Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit

d) Austausch des Fahrbahnbelages (Kopfsteinpflaster, lärmarmer Fahrbahnbelag)

e) Intensiv gewartete Eisenbahngleise

f) Abschirmeinrichtungen (Schallschutzwände, -wälle)

g) Passive Schallschutzmaßnahmen

h) Berücksichtigung des Schallschutzes in der Bauleitplanung

2.2.3 Angestrebte Schallschutzmaßnahmen:

Folgende Schallschutzmaßnahmen werden von der Verwaltung als realistisch betrachtet und

sollten in der Lärmschutzpolitik langfristig angestrebt werden:

Schallschutzwand entlang der Autobahn (Höhe 4 m über Straßenoberkante)

Nordseite: zwischen AS Schwabach Süd und Brücke Penzendorfer Straße

Südseite: zwischen Brücke Penzendorfer Straße und AS Schwabach Roth

22 Umweltbericht


2 Lärmschutz

Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der Penzendorfer Straße im Bereich

zwischen Flurstraße und Berliner Straße von 50 auf 30 km/h

Einbau eines lärmarmen Fahrbahnbelages (2-lagiger offenporiger Asphalt Reduktion der

Schallemission um 4 dB(A) gegenüber bestehendem Belag) auf folgenden Straßen:

Flurstraße

Reichenbachstraße beziehungsweise Markgrafenstraße

Wilhelm-Dümmler-Straße

Nördlinger Straße

Ersatz der im Stadtbereich noch vorhandenen Kopfsteinpflaster durch einen glatten

Straßenbelag (Reduktion der Schallemission um 6 dB(A) gegenüber bestehendem Belag)

auf folgenden Straßen:

Bahnhofstraße (westlich der Weißenburger Straße)

Friedrichstraße (unter Abwägung des Denkmalschutzes)

Hindenburgstraße (östlich Schillerstraße; ist bereits realisiert)

Hördlertorstraße (unter Abwägung des Denkmalschutzes)

Limbacher Straße (westlich Henseltweg)

Nürnberger Straße (Kreuzungsbereich mit Fürther Straße)

Stadtparkstraße

2.2.4 Auswirkungen der Schallschutzmaßnahmen

Für die im vorgenannten Absatz genannten Schallschutzmaßnahmen wurden die Berechnungen

der Gesamtlärmsituation erneut vorgenommen. Es wurden die Beurteilungspegelkarten und

Konfliktkarten für die Gesamtimmission jeweils für den Tages- und Nachtzeitraum erstellt. Außerdem

wurden für den Tages- und Nachtzeitraum Pegeldifferenzkarten erstellt, aus denen die

Wirksamkeit der Schallschutzmaßnahmen deutlicher erkennbar sind: Die Schallschutzmaßnahmen

bewirken eine Pegelminderung der Verkehrsgeräusche entlang der Verkehrswege mit geändertem

Fahrbahnbelag und insbesondere entlang der Autobahn. Entlang der Autobahn beträgt

die Pegelminderung bis zu ca. 5 dB und erstreckt sich bis zu einem Abstand von ca. 1000 m, so

dass ein Großteil der Wohngebiete südlich des Stadtzentrums davon profitiert. Entlang der Verkehrswege

mit geändertem Fahrbahnbelag reduziert sich die Geräuschbelastung um bis zu ca.

4 dB, ist jedoch überwiegend auf die straßennächsten Gebäude beschränkt.

2.3 Sachstandsbericht der Fahrradbeauftragten

2.3.1 Frühjahrssitzung des ADFC Bayern am 24.04.1999 in Schwabach

Am 24. April 1999 hat der ADFC Bayern (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) in Schwabach

seine Frühjahrssitzung abgehalten. Der zuständige Verkehrsplaner im Stadtplanungsamt

und die Fahrradbeauftragte der Stadt hatten dabei Gelegenheit, unter anderem die damals neuen

Fahrradschutzstreifen in der Stadt einem fachkundigen Publikum vorzustellen. Durch den

Kontakt zum ADFC ist es möglich, zeitnah die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse

zum Thema Fahrradverkehr abzurufen.

Umweltbericht 23


2 Lärmschutz

2.3.2 Fahrradtag am 13. Mai 2000

Am 13. Mai 2000, einem Samstag, fand bei recht passablem Wetter auf dem Ostanger in Schwabach

der 3. Schwabacher Fahrradtag statt. Zeitgleich wurde auch das Stadtparkrennen durchgeführt,

so dass sich beide Veranstaltungen ideal ergänzten. Rund um das Thema Fahrrad wurde Vieles

zum Anschauen und Mitmachen geboten. Die örtliche Presse hat ausführlich darüber berichtet.

2.3.3 Durchgeführte Verbesserungen am Radwegenetz

Im Rahmen des Agenda-Prozesses hat der Arbeitskreis "Frauen machen Agenda" der Stadt

einen Katalog erarbeitet, in dem umfassend aber nicht abschließend, Schwachstellen am Radund

Fußwegenetz innerhalb der Stadt aufgelistet und durch Fotos dokumentiert wurden.

In einem gemeinsamen Termin mit den Frauen des Arbeitskreises und der Fahrradbeauftragten

wurde eine Prioritätenliste erstellt, die sukzessive im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten

abgearbeitet wurde und wird. Auch im Rahmen anderer Baustellen wurde durch das Baubetriebsamt

darauf geachtet, eventuell in Nachbarschaft einer Baustelle liegende Schwachpunkte

zu beheben, unabhängig davon, ob sie bereits im Katalog enthalten waren oder nicht.

Nachfolgende Liste gibt einen Überblick über durchgeführte Maßnahmen. Es handelt sich

dabei überwiegend um Bordsteinabsenkungen.

1998-1999:

Konrad-Adenauer-Straße / Franz-Keim-Straße

Konrad-Adenauer-Straße / Neißer Straße

Hardenbergstraße bei Verkehrsinsel

Beckhstraße Einmündung Penzendorfer Straße

Benkendorfer Straße bei Gasthaus Fuchs

Bogenstraße Einmündung Wittelsbacher Straße

2000:

Carl-Pohl-Straße / Laubenhaidstraße

Konrad-Adenauer-Straße / FÜ Kindergarten

Karlsbader Straße / Konrad-Adenauer-Straße

Albrecht-Dürer-Straße / Reichenbacher Straße

Grünewald Straße / Reichenbacher Straße

Fürther Straße Kreuzung Sandstraße

Fürther Straße Kreuzung Wengleinstraße

Weißenburger Straße / Michael-Hierl-Straße

Wolframstraße Einmündung Limbacher Straße

Raubershofer Weg Kreuzung Holzacker

Penzendorfer Straße FÜ bei Adria Grill

beidseitig

beidseitig

beidseitig

links

beidseitig

links

beidseitig

einseitig

beidseitig

beidseitig

beidseitig

links und rechts

links und rechts

beidseitig

beidseitig

links und rechts

einseitig

24 Umweltbericht


2 Lärmschutz

Flurstraße bei Trafostation

Cellastraße Einmündung Hardenberg Straße

Wendeplatz Bushaltestelle Wolkersdorf

Austraße Einmündung Wolfskeelstraße

(aufgestellt Baubetriebsamt – Sachgebiet Straßenunterhalt)

Gehweg Neubau

beidseitig

einseitig

links

2000/2001:

Umgestaltung des Eingangs zum Stadtpark an der Birkenstraße.

Darüber hinaus gab es Verbesserungen des Radwegenetzes im Bereich Badstraße und Fischgrubengasse.

In die Planung für den Radweg von Dietersdorf nach Wolkersdorf ist wieder etwas

Bewegung gekommen. Schließlich steht auch im Bereich des Siechweihergrabens ein Ausbau an.

2.3.4 Markierung von Fahrradschutzstreifen

Mit Unterstützung des Verkehrsausschusses, der die entsprechenden Beschlüsse gefasst hat,

ist es dem Verkehrsplaner der Stadt gelungen, ein Netz von fast 40 km Länge mit Fahrradschutzstreifen

im Stadtgebiet zu markieren. Diese tragen in hervorragender Weise dazu bei,

vorhandene Lücken im Radwegenetz, die aus Platzmangel nicht durch Radwege ergänzt werden

können, zu schließen.

2.3.5 Fahrradständer in der Altstadt

Unter anderem in Folge eines Antrags hat die Fahrradbeauftragte ein Konzept entwickelt zur Installation

von Fahrradabstellanlagen in der Altstadt. Aufgrund sehr restriktiver Rahmenbedingungen

(niedrige Überdeckungshöhen der Tiefgarage, eine Vielzahl von Festen mit entsprechender

Möblierung sowie die große Zahl an Markttagen mit den dazugehörenden Ständen) sind nur wenige

Stellen verblieben, an denen Fahrradabstellanlagen dauerhaft eingerichtet werden können.

Der Verkehrsausschuss der Stadt Schwabach hat in seiner Sitzung am 20. Dezember 1999

diese Konzeption gebilligt. Durch die Planungen im Bereich des Martin-Luther-Platzes

(Wettbewerb) wurde allerdings die Umsetzung der Konzeption bislang zurückgestellt.

2.3.6 Fahrradstadtplan

In 2001 ist es gelungen, den bisherigen Fahrradstadtplan der Stadt Schwabach digitalisieren

zu lassen, so dass bei Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel in 2002 daran gedacht

werden kann, diesen alten Plan von ca. 1994 zu aktualisieren und neu aufzulegen.

2.3.7 Ausblick

In Abhängigkeit von der Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel sollen auch künftig

weitere Maßnahmen aus dem vorgenannten „Schwachstellenkatalog“ umgesetzt werden, um

Umweltbericht 25


2 Lärmschutz

Schwabach auf dem Weg zu einer fahrradfreundlicheren Stadt voranzubringen, wenn auch

sicher nur in kleinen Schritten, weil auch hier wie anderswo das Geld knapp ist.

Wünschenswert wäre es, in 2002 den Fahrradstadtplan neu auflegen zu können, um den interessierten

Bürgerinnen und Bürgern sowie den Schwabacher Gästen eine aktuelle Karte an die

Hand geben zu können.

Hinsichtlich einer weiteren Auflage des Fahrradtages hat sich durch den bundesweiten „autofreien

Tag“, an dem sich Schwabach in 2000 und 2001 beteiligt hat, eine Möglichkeit ergeben,

diese beiden Veranstaltungen zusammenzuführen und im Wechsel durch die/den Agenda-

Beauftragte(n) bzw. die Fahrradbeauftragte organisieren zu lassen.

26 Umweltbericht


3 Grundwasserschutz

3 Grundwasserschutz

3.1 Boden- und Grundwassersanierungsmaßnahmen

Im Stadtgebiet von Schwabach befinden sich 20 Standorte, bei denen im Untergrund Verunreinigungen

durch leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) festgestellt wurden.

Je nach Größenordnung der Verunreinigung werden unterschiedliche Sanierungsmaßnahmen

durchgeführt; im Einzelnen sind dies:

6 Standorte mit Grundwasser- und Bodenluftsanierungen

1 Standort mit Bodenluftsanierungen

Bei den restlichen Standorten sind keine Maßnahmen (mehr) erforderlich.

3.2 Untersuchung von Altdeponien

Die jüngste Beprobung der Grundwassermessstellen bei den Altablagerungen wurde am

28. Mai 2001 durchgeführt.

Die Untersuchungsergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen (Grenzwerte der Trinkwasserverordnung

- TVO):

Folgende Grenzwerte der TVO wurden überschritten:

1. Deponie Liebigstraße: Ammonium: 3,4 (0,5) mg/l

Sulfat: 411 (240) mg/l

Kalium: 53 (12) mg/l

Magnesium: 85 (50) mg/l

Mangan: 1,22 (0,05) mg/l

2. Deponie Haimendorfstraße: Nitrat: 127 (50) mg/l

3. Sandgrube Pfannestiel (PD 1): Nitrat 55 (50) mg/l

In einer Probe der Deponie Liebigstraße konnten im GC/MS-Screening im Extrakt verschiedene

C 12 -Alkylbenzol-Isomere, verschiedene Fettsäureester, Hexandicarbonsäurediisoctylester,

Phtalsäurediisoctylester sowie verschiedene Steroide nachgewiesen werden. Die Einzelkonzentrationen

dieser Substanzen liegen jeweils deutlich unter 10 µg/l.

In der Liebigstraße sind die meisten erhöhten Parameter feststellbar, welche auf Müllablagerungen

hinweisen.

Umweltbericht 27


3 Grundwasserschutz

Eine sanierungsbedürftige Altlast im eigentlichen Sinn liegt jedoch auch hier nicht vor.

Die Beobachtungspegel werden weiterhin im zeitlichen Abstand von 2 Jahren beprobt und

analysiert.

Die Ergebnisse werden jeweils durch das Wasserwirtschaftsamt im Hinblick auf gegebenenfalls

erforderliche Maßnahmen abgestimmt.

3.3 Grundwasser im Bereich der Deponie Neuses

Ausführungen zu Untersuchungen von Grund- und Sickerwasser im Bereich der Deponie

Neuses finden sich im Kapitel 5.2.5 „Deponieüberwachung“.

28 Umweltbericht


4 Strahlenschutz

4 Strahlenschutz

Seit dem schweren Reaktorunfall im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl im Jahr 1996

wird bei allen Kreisverwaltungsbehörden im Freistaat Bayern, so auch bei der Stadt Schwabach,

die Radioaktivität mit Hilfe von Messungen der Gamma-Ortsdosisleistung zweimal

jährlich erfasst.

4.1 Messung der Gamma-Dosisleistung

Die vom Schwabacher Umweltschutzamt bisher ermittelten Werte der Gamma-Ortsdosisleistung

sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Meßstellen-Nr.

Tag der Messung

565/01

µSv/h

565/02

µSv/h

565/03

µSv/h

27.07.1987 0,07 0,09 0,05

03.11.1987 0,07 0,08 0,05

08.03.1988 0,05 0,05 0,04

07.07.1988 0,07 0,10 0,07

02.11.1988 0,07 0,10 0,07

02.03.1989 0,07 0,09 0,05

04.07.1989 0,06 0,09 0,05

02.11.1989 0,06 0,10 0,06

02.05.1990 0,06 0,08 0,06

01.10.1990 0,06 0,09 0,06

03.05.1991 0,05 0,09 0,05

11.10.1991 0,06 0,09 0,06

04.05.1992 0,05 0,08 0,06

07.10.1992 0,06 0,09 0,05

03.05.1993 0,06 0,08 0,06

04.10.1993 0,06 0,09 0,05

06.05.1994 0,06 0,09 0,05

05.10.1994 0,06 0,09 0,05

02.05.1995 0,05 0,08 0,06

04.10.1995 0,06 0,08 0,06

09.05.1996 0,06 0,08 0,05

07.10.1996 0,06 0,08 0,06

05.05.1997 0,06 0,08 0,06

08.10.1997 0,06 0,09 0,05

04.05.1998 0,06 0,09 0,06

05.11.1998 0,06 0,09 0,06

05.05.1999 0,05 0,08 0,06

19.10.1999 0,06 0,09 0,05

Umweltbericht 29


4 Strahlenschutz

Meßstellen-Nr.

Tag der Messung

565/01

µSv/h

565/02

µSv/h

565/03

µSv/h

08.05.2000 0,09 0,11 0,08

08.01.2001 0,06 0,08 0,05

07.05.2001 0,05 0,08 0,06

02.10.2001 0,06 0,09 0,06

Der im Jahr 1986 und 1987 aufgrund des Reaktorunfalls in Tschernobyl verursachte Anstieg

der Ortsdosisleistung durch die über Bayern eingebrachten künstlichen Aktivitätsdepositionen

am Boden ist mit dem eingesetzten Messgerät im Allgemeinen heute nicht mehr nachweisbar;

unter Berücksichtigung der Messgenauigkeit und der Schwankungsbreite der externen Strahlenexposition

ist die Ortsdosisleistung zwischenzeitlich wieder auf das Niveau der natürlichen

Umgebungsstrahlung zurück gegangen. Dabei kann die großregionale Verteilung der Ortsdosisleistung

durch die unterschiedlichen Gehalte an natürlichen Radionukliden im Boden interpretiert

werden. Es handelt sich dabei vor allem um die Radionuklide der natürlichen Zerfallsreihen

von Uran-238, Uran-235 und Thorium-232 sowie um Kalium-40.

Detaillierte Informationen zum Strahlenschutz gibt es im Internetangebot des Bayerischen

Umweltministeriums unter

www.umweltministerium.bayern.de/daten/strahl.htm

30 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

5 Abfallwirtschaft

5.1 Bedeutsame Änderungen in der Abfallwirtschaft

in den Jahren 2000 und 2001

5.1.1 Entwicklung der Abfallmengen generell

5.1.1.1 Einbaumengen Deponie

Die Gesamtmenge der auf der Deponie der Stadt Schwabach angelieferten Abfälle ist im Jahr

2000 gegenüber 1999 um circa 2.600 Tonnen auf 18.682 Tonnen gestiegen. Im Jahr 2001 lag

die Gesamtmenge mit 18.577 Tonnen nur geringfügig darunter.

Diese Steigerung der Gesamteinbaumenge beruht auf einer doch erheblichen Steigerung der Abfallanlieferungen

von außerhalb des Stadtgebietes auf jeweils circa 5.280 Tonnen in den Jahren

2000 und 2001 gegenüber 1.922 Tonnen in 1999 (siehe auch Kapitel 5.2.2). Dies bedeutet eine

weitere Steigerung der Auslastung der Deponie. Dennoch wird nach realistischen Schätzungen

auf Grundlage der bisherigen Mengenentwicklung zum 31. Dezember 2003, dem Zeitpunkt, bis

zu dem die unbehandelte Ablagerung durch die Regierung von Mittelfranken genehmigt ist, ein

ausgebautes Restvolumen von circa 9.400 m³ verbleiben, das dann nicht mehr genutzt werden

kann. Vollständig gesichert wäre eine Ausnutzung der ausgebauten Kapazität, wenn dem Antrag

der Stadt Schwabach auf Verlängerung der Ablagerungsgenehmigung in bisheriger Form bis zum

31. Mai 2005, den die Regierung derzeit (Stand: April 2002) prüft, stattgegeben würde.

Die Anlieferungen aus dem Stadtgebiet Schwabach auf der Deponie sind im Jahr 2000 gegenüber

1999 um circa 760 Tonnen und im Jahr 2001 um weitere circa 100 Tonnen gesunken.

Dabei ist im Bereich der hausmüllähnlichen Gewerbeabfälle die Anliefermenge wie im Bereich

der angelieferten Baustellenabfälle - trotz immer schwieriger werdender Durchsetzung

der Andienpflicht - nahezu konstant geblieben, was wohl auf die Reduzierung der Deponiegebühr

für Direktanlieferungen auf 235,-- DM bzw. 120,-- € pro Tonne zurückzuführen ist. Hier

muss auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes verwiesen werden, wonach Abfallgemische

aus Abfällen zur Beseitigung und Verwertung (bisher Andienpflicht an Kommune) auch

als Abfälle zur Verwertung eingestuft und somit den Kommunen entzogen werden können.

5.1.1.2 Haus- und Geschäftsmüll/Wertstoffe im bayerischen Vergleich

Wie die folgende Graphik zeigt, ist Menge der gesammelten Wertstoffe pro Einwohner in

Schwabach im Vergleich zum bayerischen Durchschnitt bei allen „klassischen“ Wertstoffen,

vor allem aber im Bereich Bio- und Grünabfälle, sehr hoch. Gleichzeitig ist die Restmüllmenge

pro Einwohner erheblich niedriger als die gesamtbayerische. Dies ist einerseits aus

Umweltbericht 31


5 Abfallwirtschaft

ökologischer Sicht überaus erfreulich, bedingt aber andererseits eine erhöhte Belastung des

Gebührenhaushalts, da auch die Verwertung von Abfällen zum Teil enorme Kosten verursacht,

die jedoch über die Restmüllgebühren finanziert werden, um Anreize für die ökologisch

sinnvolle Trennung von verwertbaren Abfällen und Restmüll zu schaffen. Ein Anstieg der

Wertstoffsammelmenge (vgl. Kapitel 5.6) führt somit stets dazu, dass bei immer geringer

werdendem Restmüllbehältervolumen (siehe Kapitel 5.4.2) die Gebühr pro Behälter steigt, da

die Kosten der Abfallwirtschaft, die auch die Verwertungskosten beinhalten, auf immer weniger

Einheiten umgelegt werden können. So wäre es beispielsweise noch erfreulicher, wenn

sich noch mehr Schwabacher Bürger mit eigenem Hausgarten dazu entschließen könnten,

Grün- und Bioabfälle selbst zu kompostieren. Die Stadt Schwabach bietet hierfür eine entsprechende

Förderung an (siehe auch Kapitel 5.6.6.3).

Wertstoff- und Restmüllmengen 2000 im Vergleich

160

140

146

152

Sammelmenge in kg pro Einwohner

120

100

80

60

40

20

0

97

96

90

83

81

46

36

33

26 26

13

8

Papier Glas Metall Kunststoffe Grüngut Bioabfall Restmüll

Schwabach

Bayern gesamt

5.1.2 Neues Abfallgebührensystem zum 1. Januar 2001

Zum 1. Januar 2000 wurden bereits im Vorgriff auf die Einführung von Grundgebühren in der

Abfallwirtschaft auf Empfehlung des hierzu gebildeten interfraktionellen Arbeitskreises die

Deponieanlieferungsgebühr auf 235,-- DM pro Tonne gesenkt.

Durch diese Senkung ist es zumindest gelungen, ein weiteres Wegbrechen der Gewerbeabfälle,

die bisher auf der Basis von 530,-- DM pro Tonne anzunehmen waren, zu verhindern

(siehe auch Kapitel 5.3.2).

Auf Empfehlung des Arbeitskreises beschloss schließlich der Stadtrat im September 2000 einstimmig

die Einführung eines neuen im Arbeitskreis ausgearbeiteten Gebührenmodells. Hier

32 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

nach wurden ab 1. Januar 2001 aufgrund der besonderen Kostensituation im Deponiebereich

(hohe Sanierungskosten ohne entsprechend vorhandene Rücklagen sowie erhöhte Abschreibungen

aufgrund der rechtlichen Begrenzung zum 31. Dezember 2003) verschiedene benutzungsunabhängige

Kosten der Deponie über eine Grundgebühr und nicht mehr ausschließlich über

eine reine Leistungsgebühr erhoben.

Die mit der Einführung der Grundgebühr einhergehenden Probleme wurden in Zusammenarbeit

von Umweltschutzamt und Steuerverwaltung insgesamt gut gelöst. Erhöhten Verwaltungsaufwand

brachte vor allem die Erfassung der Gewerbebetriebe und deren Veranlagung zur Grundgebühr.

Die diesbezüglichen nicht ganz unkomplizierten Regelungen in der neuen Abfallgebührensatzung

machen eine Vielzahl von Einzelfallentscheidungen notwendig, die durch die Steuerverwaltung

und - je nach abfallrechtlicher Relevanz - zusätzlich durch das Umweltschutzamt

getroffen werden müssen. Die Akzeptanz des neuen Gebührensystems war daher gerade bei

kleinen und kleinsten Betrieben in der Regel problematisch und erforderte erhöhte Aufklärungsarbeit

(siehe auch Kapitel 5.9.2).

5.1.3 Kooperation mit der Stadt Nürnberg bezüglich thermischer Restmüllbehandlung

ab 1. Januar 2004

Im Januar 2000 fanden mit der Unterzeichnung einer entsprechenden Zweckvereinbarung

durch die beiden Oberbürgermeister die Bemühungen der Stadt, den richtigen Partner für die

zukünftig erforderliche thermische Behandlung des Restmülls zu finden, ein Ende.

Nach der Zweckvereinbarung wird damit sämtlicher thermisch zu behandelnder Abfall der

Stadt Schwabach ab 1. Januar 2004 in der neuen mittlerweile in Betrieb gegangenen Müllverbrennungsanlage

der Stadt Nürnberg mitbehandelt. Über einen eventuellen späteren Einstieg

der Stadt Schwabach im Falle einer Verlängerung der Ablagerungsgenehmigung bis 31. Mai

2005 (siehe oben Kapitel 5.1.1) wird zu gegebener Zeit entscheiden zu sein. Weitere Kooperationen,

beispielsweise im Deponiebereich, sind grundsätzlich angedacht.

5.1.4 Ausblick auf die künftige Entwicklung der Abfallwirtschaft

Die Abfallwirtschaft in der Stadt Schwabach steht vor einer Reihe von tiefgreifenden Veränderungen.

Diese beruhen in erster Linie darauf, dass - wie bereits angesprochen - die Möglichkeit,

Abfälle unbehandelt abzulagern, aufgrund gesetzlicher Vorgaben spätestens zum

31. Mai 2005 wegfällt. Dies bedeutet einerseits, dass die Abfälle zur Beseitigung, die bislang

auf der Deponie Neuses abgelagert wurden, dann in die Müllverbrennungsanlage nach Nürnberg

gebracht werden müssen, jedoch nur soweit sie auch zur thermischen Behandlung geeignet,

sprich brennbar, sind. Für sämtliche nicht brennbaren Abfälle (z. B. Bauschutt, Klärschlamm,

Straßenkehricht) müssen dagegen neue Entsorgungswege gefunden werden. Daher

müssen alle Akteure der Schwabacher Abfallwirtschaft (z. B. Müllabfuhr, Recyclinghof, SC-

A-GmbH) ihren Betrieb den neuen Gegebenheiten anpassen. Ebenso stellt die Aufgabe, die

umfassenden Änderungen in ein entsprechendes Gebührensystem umzusetzen, eine große

Herausforderung dar, zumal der Stadt Schwabach die immensen Nachsorgekosten für die De

Umweltbericht 33


5 Abfallwirtschaft

ponie neben den Kosten für die Verbrennung erhalten bleiben. Eine weitere Erhöhung der

Müllgebühren ist daher wohl kaum zu vermeiden, kann jedoch bei entsprechender Weichenstellung

durchaus moderat gehalten werden.

5.2 Deponie der Stadt Schwabach – Bilanz

5.2.1 Gesamteinbauvolumen

Das Einbauvolumen betrug im Jahr 2000 19.900 m 3 .

Eine Vermessung der Deponie im Dezember 2001 ergab eine Einbaumenge von 15.700 Kubikmeter

seit Februar 2001. Damit verbleibt zum 31. Dezember ein ausgebautes Restvolumen

von ca. 42.200 m³.

Gesamteinbauvolumen in m³/Jahr

20.000

18.000

19.900

16.000

14.000

12.000

10.000

8.000

9.500

13.500

11.600

14.700

15.700

6.000

4.000

6.300

2.000

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

5.2.2 Jahresmengenvergleich des angelieferten Abfalls in Tonnen (inkl. Klärschlamm):

Die höhere Einbaumenge 2000 und 2001 gegenüber 1999 beruht, wie aus der nachfolgenden

Tabelle ersichtlich, auf einer Steigerung der Annahme von auswärtigen Abfällen. Der Anteil

an Hausmüll der Stadt Nürnberg bei den auswärtigen Abfällen beträgt 2.254 t im Jahr 2000

und 2524 t im Jahr 2001.

34 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

1998 (t) 1999 (t) 2000 (t) 2001 (t)

Abfälle aus dem Stadtgebiet Schwabach 9.986 t 11.412 t 11.180 t 10.401 t

Davon zur Verbrennung gebracht: - 1.458 t 0 t 0 t 0 t

Klärschlamm von der Kläranlage Schwabach 2.656 t 2.744 t 2.213 t 2.896 t

Angenommene auswärtige Abfälle 1.794 t 1.922 t 5.289 t 5.280 t

Gesamte Deponieeinbaumenge 12.978 t 16.078 t 18.682 t 18.577 t

Restmüllanlieferungen in t (inkl. Klärschlamm)

20.000

18.000

16.000

14.000

3.830

1.458

1.922

5.289

5.280

12.000

1.794

10.000

3.386

1.636

80

Müllverbrennung

Anlieferungen von außerhalb

8.000

6.000

12.476

9.881

11.184

14.156

13.393

13.297

Anlieferungen aus Schwabach

4.000

7.936

2.000

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Bei den Abfällen aus dem Stadtgebiet Schwabach liegt gegenüber 1999 eine Verringerung

vor. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass 1999 von der Baustelle Stadtkrankenhaus

695 t an die Deponie geliefert wurden. Wenn man diese Menge für 1999 nicht berücksichtigt,

lässt sich für 2000 gegenüber den Vorjahren 1998 und 1999 eine Steigerung bei den Abfällen

aus dem Stadtgebiet Schwabach feststellen. Im Jahr 2001 ist dagegen eine Reduzierung von

Abfällen aus dem Stadtgebiet Schwabach gegenüber 2000 zu erkennen.

Während die Klärschlammanlieferungen im Jahr 2000 rund 500 t geringer gegenüber den

Vorjahren waren, ist die Anlieferung im Jahr 2001 wieder auf die Mengengrößenordnung von

1999 gestiegen.

Insgesamt wurde 2000 und 2001 in etwa die gleiche Gesamtmenge an Abfällen eingebaut.

Umweltbericht 35


5 Abfallwirtschaft

5.2.3 Einnahmenübersicht Deponiedirektanlieferungen

1998 1999 2000 2001

Müllplatzbenutzungsgebühren

847.594,20 DM 689.656,50 DM 447.574,50 DM 476.074,15 DM

433.368,03 € 352.615,77 € 228.841,21 € 243.412,85 €

Sonderanlieferungen --- 358.432,60 DM --- ---

Krankenhausabbruch --- 183.263,68 € --- ---

Müllgebühren 1.097.536,20 DM 1.212.956,35 DM 957.520,68 DM 1.135.487,56 DM

Innere Verrechnung 561.161,35 € 620.174,73 € 489.572,55 € 580.565,57 €

Fremdanlieferungen 372.114,74 DM 400.656,70 DM 544.866,10 DM 498.917,39 DM

SC-A-Kontingent 190.259,25 € 204.852,52 € 278.585,61 € 255.092,41 €

Fremdanlieferungen

--- --- 529.765,20 DM 593.205,80 DM

Stadt Nürnberg --- --- 270.864,65 € 303.301,31 €

Gesamteinnahmen

2.317.245,14 DM 2.661.702,15 DM 2.479.726,48 DM 2.703.684,90 DM

1.184.788,63 € 1.360.906,70 € 1.267.864,02 € 1.382.372,14 €

Der Rückgang bei den Müllplatzbenutzungsgebühren und der Inneren Verrechnung von 1999

auf 2000 ergibt sich aus den gesenkten Gebühren: Zum 1.1.2000 wurde der Direktanlieferungspreis

von 530 DM/t auf 235 DM/t gesenkt.

Aus Fremdanlieferungen stehen insgesamt Einnahmen in Höhe von 1.074.631,30 DM im

Jahr 2000 sowie 1.092.123,19 DM im Jahr 2001 zu Buche.

Davon konnten im Rahmen des Kontingents der Schwabacher-Abfallwirtschafts-GmbH im

Jahr 2000 circa 2.937 Tonnen Fremdmüll beschafft werden, was Einnahmen in Höhe von

544.866 DM bedeutete. 2001 wurden 2.315 Tonnen für insgesamt 498.917 DM angenommen.

Durchschnittlich konnten hier somit 198,74 DM pro Tonne erlöst werden.

Einnahmen in Höhe von insgesamt 1.122.971,- DM wurden durch Anlieferungen von

4.779 Tonnen Hausmüll der Stadt Nürnberg zum Preis von 235,- DM pro Tonne von November

2000 bis März 2001 erzielt.

5.2.4 Entsorgungssicherheit

Eine Ablagerungserlaubnis auf der Deponie in bisheriger Form, die auch die Ablagerung für

thermisch behandelbare Abfälle enthält, liegt bis zum 31. Dezember 2003 vor. Allerdings

läuft derzeit ein Antrag der Stadt Schwabach auf Verlängerung der Ablagerungsgenehmigung

in bisheriger Form bis zum 1. Mai 2005. Um darüber hinaus die Entsorgungssicherheit der

Stadt Schwabach für Abfälle zur Beseitigung zu gewährleisten, wurde mit der Stadt Nürnberg

eine Zweckvereinbarung über eine Zusammenarbeit der Stadt Nürnberg und der Stadt Schwabach

im Bereich der Abfallwirtschaft geschlossen.

36 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

Unter Berücksichtigung einer Endprofilierung mit Abschluss der Deponie unter Einbezug der

Kassette 7 steht zu Beginn des Jahres 2002 auf den Kassetten 6.1, 6.2 und 7 noch ein verfügbares

Restvolumen von ca. 42.200 Kubikmetern zur Verfügung.

Nach bisheriger Mengenentwicklung und dem Stand der derzeitigen Verfüllungsgenehmigung

bis einschließlich 2003 kann die vorhandene Kapazität mit Abfällen aus Schwabach allein

nicht ausgenutzt werden.

5.2.5 Deponieüberwachung

5.2.5.1 Grundwasser

Zur Beobachtung der Grundwasserverhältnisse im Gebiet der Deponie sind 15 Grundwasserpegel

eingerichtet. Davon sind 6 Grundwasserbrunnen im Zustrom der städtischen Deponie

(B1, B1a, B9, B10, B11, B12), 4 Pegel sind Messstellen für den Randbereich (B2, B3, B3a,

B4) und 4 Pegel sind im Abstrombereich des Geländes ( B5, B6, B6a, B7). Die Messstelle

B14 ist eine Tiefenmessstelle zur Beobachtung des 2. Grundwasserstockwerks.

Eine Beurteilung der Grundwasserverhältnisse kann nicht im einzelnen auf die Deponie der

Stadt Schwabach bezogen werden, da die Abstrompegel im Einflussbereich mehrerer Deponien

und Altablagerungen liegen. Bereits die Zustrom- und Randpegel sind im Abstrombereich

von verschiedenen Bauschuttdeponien. Die Lage der Grundwassermessstellen und der vorhandenen

Deponien sind im beigelegten Grundwassergleichenplan (siehe Anhang 2) aufgenommen,

aus dem auch die Grundwasserfließrichtung von Ost nach West zu erkennen ist.

Zur Grundwasserkontrolle finden 4 Untersuchungen im Jahr statt, wobei im April die Hauptuntersuchung

mit einem erweiterten Parameterumfang erfolgt. Die Ergebnisse der Untersuchungen

werden regelmäßig u. a. dem Wasserwirtschaftsamt Nürnberg als Fachüberwachungsbehörde

übergeben.

Die Untersuchungen 2000 und 2001 zeigen weiterhin keine auffälligen Abweichungen in den

Grundwasserverhältnissen gegenüber den Vorjahren.

Eine Beeinflussung des Grundwassers durch die Deponien lässt sich sowohl durch eine mineralische

als auch durch eine organische Belastung des Grundwasser erkennen.

Die mineralische Belastung liegt bereits im Zustrom der städtischen Deponie als Vorbelastung

vor, was durch die östlich liegenden Bauschuttablagerungen erklärt werden kann.

Eine organische Belastung zeigt sich in erster Linie im Gesamtabstrom der verschiedenen

Deponien, was auf die Ablagerung von Hausmüll in den Deponien hinweist.

Umweltbericht 37


5 Abfallwirtschaft

Bei einer Beeinflussung durch Hausmüllablagerungen von Seiten der städtischen Deponie

kann davon ausgegangen werden, dass dies nur aus dem Altbereich (Kassetten 1-5 ) herrühren

kann, wo - wie früher noch üblich - Abfälle ohne Abdichtungen gegen den Untergrund abgelagert

wurden. Die gleichen Verhältnisse liegen auch auf der direkt benachbarten Deponie im

Stadtgebiet von Nürnberg vor.

Die gegenwärtigen Ablagerungen erfolgen wie schon seit Jahren in Bereichen mit einer Deponieabdichtung

gegen den Untergrund und einer Ableitung des Sickerwassers, so dass eine

Grundwasserbeeinflussung unterbunden wird.

5.2.5.2 Sickerwasser

Auch das abgeleitete Sickerwasser wird vierteljährlich mit einer Hauptuntersuchung im April

untersucht. Die Untersuchungsergebnisse werden ebenfalls dem Wasserwirtschaftsamt zugesandt.

Zusätzlich zu der vierteljährlichen Untersuchung wird monatlich der Gehalt an adsorbierbaren

organisch gebundenen Halogenen (AOX) untersucht.

Es liegen zwei Sickerwassersammelstellen vor. In der Sammelstelle 1 (SWB 1) wird Sickerwasser

aus alten Kassettenbereichen eingeleitet und in der Sammelstelle 2 (SWB 2) aus den

neueren Kassettenbereichen, unter anderem auch aus den derzeit betriebenen Ablagerungsbereichen.

Bei SWB 1 ist entsprechend der älteren Ablagerungen eine geringere Schadstoffkonzentration

vorhanden als bei SWB 2. Dies lässt sich erklären durch die inzwischen geringeren Auswaschungen

und Reaktionen im Deponiekörper bei Altablagerungen. Das Sickerwasser aus

neueren Ablagerungsbereichen (SWB 2) ist höher belastet, da hier zum einem die Abbauvorgänge

noch in verstärkter Weise stattfinden und zum anderen auch durch die in Betrieb stehenden

nicht oberflächenabgedichteten Ablagerungsbereiche der durch Niederschlag eindringende

Wasseranteil höher ist. Der höhere Feuchtgehalt im Deponiekörper beschleunigt die Abbauvorgänge

und Auswaschungen, was sich entsprechend in den höheren Schadstoffkonzentrationen

beim Sickerwasser erkennen lässt.

Auffällige Schadstoffgehalte bei der Sammelstelle SWB 2 liegen vor allem im Stickstoffgehalt

(NO3-N, NH4-N , NO2-N) und bei der Konzentration der adsorbierbaren organisch gebundenen

Halogene (AOX). Bei beiden Konzentrationen ist im Jahr 2001 gegenüber 2000

eine wesentlich Verbesserung festzustellen. Der Gesamtstickstoffgehalt hat sich um rund

43 % verringert. Die AOX-Jahresmittelkonzentration ist um rund 35 % gesunken.

Zur Übersicht ist in folgender Tabelle die Jahresmittelkonzentration einzelner Parameter der

letzten zwei Jahre von beiden Sickerwassersammelstellen gegenüber gestellt.

38 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

Jahresmittelkonzentrationen

Parameter

Einheit

2000 2001

SWB 1 SWB 2 SWB 1 SWB 2

CSB mg/l 218 1048 238 1245

BSB5 mg/l


5 Abfallwirtschaft

Soweit der Methangehalt kontinuierlich unter 40 Vol% fällt, kann das Deponiegas nicht mehr

verwertet werden. Damit die Emissionen aus dem Deponiekörper gering gehalten werden,

erfolgt in diesem Fall weiterhin eine Gasabsaugung. Allerdings muss das Gas dann über eine

Fackel verbrannt werden.

Von den abgesaugten Gasmengen konnten ca. 81% (2001) bis 83 % (2000) zur Verwertung

über das BHKW für die Stromerzeugung verwendet werden.

Gashaushalt und Verwertung 2000 und 2001:

Einheit 2000 2001

abgesaugte Gasmenge m³ 936.121 1.033.907

Volumenstrom

Schwankungsbreite 105 – 164 106 – 153

m³/h

Jahresmittel

137 127

CH 4

Schwankungsbreite 32,6 - 55,9 34,0 – 57,6

Vol%

Jahresmittel

44,8 42,3

CO 2

Schwankungsbreite 21,6 -29,8 20,7 – 27,8

Vol%

Jahresmittel

26,3 24,7

O 2

Schwankungsbreite 0,08 - 1,09 0,14 – 2,81

Vol%

Jahresmittel

0,37 0,96

Gasmenge die über BHKW verwertet werden konnte

(Anteil an abgesaugter Gasmenge)


%

772.817

(ca. 83%)

833.882

(ca. 81 %)

Erzeugte Stromenge MWh 953 994

Durchgeführte Kontrolluntersuchungen entsprechend der gesetzlichen Vorschriften:

Das Gas ist 1x jährlich neben den Hauptkomponenten auf weitere Parameter von einem

Fremdlabor zu untersuchen. Die Anlaysenergebnisse sind im folgenden für 2000 und 2001

gegenüber gestellt.

Parameter Einheit 27.07.00 26.06.01

Methan Vol.-% 44,9 48,9

Kohlendioxid Vol.-% 27,1 24,3

Sauerstoff Vol.-% 0,3 0,1

Stickstoff Vol.-% 25,8 25,4

Benzol mg/m³ 6,0 1,5

Vinylchlorid mg/m³ 0,6 0,5

Gesamtfluor mg/m³ 1,8 1,8

Gesamtchlor mg/m³ 32,7 32,6

Gesamtschwefel mg/m³ 24,6 22,2

40 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

5.3 Zusammensetzung und Entwicklung des Abfallaufkommens aus dem Gebiet

der Stadt Schwabach

5.3.1 Zusammensetzung des Abfalls

1998 (t) 1999 (t) 2000 (t) 2001 (t)

Restmüll (inkl. Klärschlamm) 12.655 14.169 13.393 13.305

Problemabfälle 1.241 1.097 1.040 914

DSD 2.956 3.011 2.870 2.689

Wertstoffe 11.897 13.401 13.849 13.510

Abfallaufkommen gesamt 28.749 31.678 31.152 30.418

Das Abfallaufkommen 2000 und 2001 ist gegenüber 1999 insgesamt gesunken. Die Verringerung

liegt in erster Linie bei den Abfällen zur Beseitigung und bei der DSD-Sammelmenge.

Die sonstige Wertstoffsammlung ist nach einer auffälligen Mengenerhöhung 2000 im Jahr

2001 wieder ungefähr auf die Sammelmenge von 1999 gefallen.

Zusammensetzung des Abfalls 2000

Wertstoffe

45%

Restmüll (inkl. Klärschlamm)

43%

DSD

9%

Problemabfälle

3%

Umweltbericht 41


5 Abfallwirtschaft

Zusammensetzung des Abfalls 2001

Wertstoffe

44%

Restmüll (inkl. Klärschlamm)

44%

DSD

9%

Problemabfälle

3%

5.3.2 Zusammensetzung des nicht verwerteten Abfalls

1996 (t) 1997 (t) 1998 (t) 1999 (t) 2000 (t) 2001 (t)

Hausmüll incl. Geschäftsmüll 3.813 3.637 3.674 3.674 3.648 3.533

Sperrmüll 1.581 956 534 665 689 794

Gewerbemüll 1.546 1.165 953 1.001 954 883

Baustellenabfälle, Bauschutt 1.922 1.791 2.833 4.300 4.247 3.616

Asbest 40 8 7 24 92 52

Abfälle aus der Kläranlage 158 2.063 2.795 2.868 2.363 3.074

Aussortierte Reststoffe DSD 159 95 125 121 147 208

Sonstiges 2.112 1.346 1.734 1.516 1.261 1.145

Verunreinigtes Erdreich 0 465 0 0 0 0

Gesamtmenge 11.331 11.526 12.655 14.169 13.401 13.305

Die über die städtische Müllabfuhr entsorgte Menge (Hausmüll inkl. Geschäftsmüll) ist im

mehrjährigen Trend weiterhin leicht rückläufig.

Bei der deponierten Sperrmüllmenge ist in den Jahren 2000 und 2001 nach jahrelangem stetigem

Rückgang erstmals eine leichte Mengensteigerung festzustellen, was wohl einerseits auf

die zum 1.1.2000 deutlich gesenkte Deponiegebühr zurückzuführen ist, andererseits darauf,

dass die Schwabacher Bürger nach Einführung der Schutzgebühr für die Sperrmüllabfuhr zum

1.1.1998 größere Sperrmüllmengen zunächst zurückhielten, die nun in den Folgejahren entsorgt

wurden (siehe auch Kapitel 5.8).

42 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

Beim Gewerbemüll ist zwar immer noch ein leichter Rückgang der Anliefermenge zu verzeichnen,

der aufgrund der Gebührensenkung aber nicht mehr so deutlich ausfiel wie noch in

den Vorjahren. Dabei ist anzumerken, dass die Gewerbemüllanliefermenge im Jahr 2000 tatsächlich

nur 840 Tonnen betrug, weil circa 160 Tonnen Gräberschutt aus innerstädtischen

Anlieferungen enthalten sind. Durch die Senkung der Deponiegebühr auf 235 DM/t im Vorgriff

auf die zum 1. Januar 2001 eingeführte Grundgebühr konnte somit im Bereich des Gewerbemülls

das weitere akute Wegbrechen gestoppt werden.

Bauschutt- und Baustellenabfallanlieferungen sind im Jahr 2000 mit 4.247 Tonnen gegenüber

4.300 Tonnen nahezu gleich geblieben. Eine auffällige Mengensenkung um rund 630 t zeigt sich

2001 bei den Bereichen Baustellenabfälle/Bauschutt, wobei dies sicherlich in erster Linie darauf

zurückzuführen ist, dass im Rahmen des kostenneutralen Kontingentes der Firma Peisl keine beziehungsweise

verhältnismäßig geringe Anlieferungen erfolgten, die nicht ausgeglichen wurden

durch entsprechende Anlieferungen der Firma Peisl innerhalb der regulären Deponiegebühren.

Auch hier konnte somit ein weiteres Wegbrechen der Abfallanlieferungen durch die Reduzierung

der Deponieanlieferungsgebühr verhindert werden, obwohl gegenüber 1999 auch keine

Krankenhausanlieferungen mehr enthalten sind.

Der bei den Anlieferungen der sonstigen, nicht hausmüllähnlichen Gewerbeabfälle vorliegende

Rückgang von rund 370 Tonnen ist auf Schwankungen zurückzuführen, die sich sowohl im

Bereich der internen städtischen Anlieferungen als auch bei Anlieferungen von Produktionsabfällen

Schwabacher Gewerbebetriebe ergeben. Insbesondere liegt bei den Straßenreinigungsabfällen

ein Rückgang von circa 280 Tonnen vor.

Zusammensetzung des nicht verwertbaren Abfalls 2000

Aussortierte Reststoffe

DSD

1,1%

Sonstiges

9,4%

Hausmüll incl.

Geschäftsmüll

27,2%

Abfälle aus der

Kläranlage

17,6%

Asbest

0,7%

Sperrmüll

5,1%

Gewerbemüll

7,1%

Baustellenabfälle,

Bauschutt

31,7%

Umweltbericht 43


5 Abfallwirtschaft

Zusammensetzung des nicht verwertbaren Abfalls 2001

Aussortierte Reststoffe

DSD

1,6%

Sonstiges

8,6%

Hausmüll incl.

Geschäftsmüll

26,6%

Abfälle aus der

Kläranlage

23,1%

Sperrmüll

6,0%

Asbest

0,4%

Gewerbemüll

6,6%

Baustellenabfälle,

Bauschutt

27,2%

Sowohl Tabelle als auch Diagramm zeigen nochmals deutlich, dass die hohe deponierte

Schwabacher Abfallmenge nach wie vor sowohl durch den Klärschlamm als auch die sehr

hohen Baustellen-/Bauschuttmengen erreicht wurde. Beide Abfallfraktionen ergeben nach wie

vor circa 50 Prozent der Gesamtabfallmenge aus dem Stadtgebiet Schwabach.

5.4 Hausmüllabfuhr / Abfälle aus Haushalten

5.4.1 Mengenentwicklung

Die in den Jahren 2000 und 2001 weiter rückläufige Haus- und Gewerbemüllmenge der Stadt

Schwabach liegt weiterhin pro Einwohner und Jahr deutlich unter 100 Kilogramm und somit

weit unter dem bayerischen Durchschnitt des Jahres 2000, der 152 kg/ Ea beträgt.

44 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

Gesamtmenge Haus- und Geschäftsmüll in t/Jahr

4.500

4.000

3.500

289

204

191

173

151

186

123

3.000

2.500

2.000

3.805

3.608

3.437

3.501

3.523

3.460

3.408

1.500

1.000

500

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Städtische Müllabfuhr

Sonstige Privatanlieferungen

Gesamtmenge Haus- und Geschäftsmüll in kg/E . a

120

100

8,0

5,4

5,0

4,6

4,0

4,9

3,2

80

60

40

101,0

95,3

90,6

92,7

93,3

90,9

88,9

20

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Städtische Müllabfuhr

Sonstige Privatanlieferungen

Umweltbericht 45


5 Abfallwirtschaft

5.4.2 Anzahl der Restmüllbehälter

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Restmülltonne 35 l 6.871 7.357 7.679 7.838 8.022 8.409 8.646

Restmülltonne 50 l 9.391 8.719 8.372 8.256 8.080 7.866 7.413

Restmüllcontainer 1,1 m³ 274 236 224 219 219 218 216

Restmüllsäcke (70 l) 2.072 2.496 2.105 2.300 2.353 2.200 2.630

Jährliches Gesamtvolumen in m 3 26.869 26.355

Im Jahr 2000 ist sowohl die Anzahl der Einwohner als auch die der Restmülltonnen gestiegen.

Im Jahr 2001 ist jedoch die Anzahl der Restmülltonnen wie auch das Gesamtbehältervolumen

trotz weiter steigender Einwohnerzahlen leicht zurückgegangen, was mit der insgesamt stetig

rückläufigen Hausmüllmenge (siehe Kapitel 5.4.1) zu erklären ist.

Weiterhin hat sich auch in den Jahren 2000 und 2001 die deutliche Verschiebung von der

Nutzung der 50-l-Restmülltonne hin zur 35-l-Restmülltonne fortgesetzt.

Die Anzahl der Restmüllcontainer konnte in den Jahren 2000 und 2001 in etwa gleich gehalten

werden. Ein Anreiz hierfür war die Einführung des sogenannten "Bioabschlages". Dieser

neu eingeführte Abschlag auf die zu entrichtende Restmüllgebühr für Gewerbebetriebe, soweit

sie über einen 1,1 m³-Restmüllcontainer an die städtische Abfallentsorgung angeschlossen

sind, aber keinen Bioabfallcontainer benutzen, wird derzeit von 129 Gewerbebetrieben in

Anspruch genommen.

Zusätzlich wurden Anfang 2000 Gebührenmarken für 35- und 50-l-Restmülltonnen eingeführt.

Dadurch soll zukünftig ausgeschlossen werden, dass im Einzelfall auf Kosten der übrigen

Gebührenzahler Restmülltonnen geleert werden, für die keine Gebühren bezahlt werden.

5.5 Abfallbilanz gemäß Artikel 12 Bay. Abfallwirtschaftsgesetz

5.5.1 Abfälle zur Verwertung

5.5.1.1 Verwertete Abfälle aus Haushalten ohne DSD-Anteil (Angaben in Tonnen)

Abfallart 1998 1999 2000 2001

Glas 44 44 37 39

Papier 2.670 2.817 2.824 2.874

Kunststoff (ohne Styropor) 51 75 48 76

Metalle incl. Altkühlgeräte und Elektronikschrott 629 713 752 708

Textilien 102 182 183 191

Bioabfall 3.180 3.284 3.410 3.330

46 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

Abfallart 1998 1999 2000 2001

Grüngut 4.202 5.184 5.555 5.278

Sonstige Wertstoffe 9 23 72 69

Holz incl. Sperrmüllholz 768 880 824 831

Autobatterien 8 4 7 5

Altfett 5 3 4 5

Altmetalle aus Rückständen der therm. Behandlung 56

Verwertete Schlacke aus der therm. Behandlung 404

Summe 12.128 13.209 13.716 13.405

Bei den verwerteten Abfallmengen ist nach einem vorübergehenden starken Anstieg in den

Jahren 1999 und 2000, der insbesondere auf Steigerungen bei den Grüngut- und Bioabfällen

zurückzuführen war, im Jahr 2001 wieder ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

5.5.1.2 Sonstige verwertete Abfälle

Hausmüllähnliche Gewerbeabfälle

Gesamtmenge der verwerteten Fraktionen (t)

1998 1999 2000 2001

Gewerblicher Bioabfall / Grüngut 35 14 18 13

Baustellenabfälle, Bauschutt (Deponie Nachtrab) 335 586 746 1.048

5.5.1.3 Verwertete Verkaufsverpackungen des Dualen Systems

Verkaufsverpackungen des

Dualen Systems in Tonnen

Verwertete

Mengen

1998 1999 2000 2001

Verwertete

Mengen

Verwertete

Mengen

Verwertete

Mengen

Sortierreste

Sortierreste

Sortierreste

Sortierreste

Behälterglas 1.359 1.363 1.335 1.223

Papier incl. Kartonagen 858 887 833 829

Kunststoffe (incl. Styropor) 10 1 13 2 10 14

Aluminium 20 24 25 21

Weißblech 292 13 280 12 217 8 211 8

Gemischte DSD-Verpackungen

(„Gelber Sack“)

382 111 395 107 422 139 569 200

PPK-Verbunde 35 49 28 30

Summe

verwerteter Verpackungen

des Dualen Systems

2.956 125 3.011 121 2.870 147 2.897 208

Umweltbericht 47


5 Abfallwirtschaft

5.5.2 Nicht verwertete Abfälle (Abfälle zur Beseitigung)

5.5.2.1 Abfälle zur Beseitigung aus Haushalten

Hausmüll

incl. Geschäftsmüll

thermisch

behandelt

1998 (t) 1999 (t) 2000 (t) 2001 (t)

unbehandelt

abgelagert

thermisch

behandelt

unbehandelt

abgelagert

thermisch

behandelt

unbehandelt

abgelagert

thermisch

behandelt

unbehandelt

abgelagert

1.458 2.211 3.671 3.646 3.532

Sperrmüll 534 665 689 794

Reststoffe aus der

Kompostierung von

Haushaltsabfällen

Summe Abfälle aus

Haushalten

5 3 2 1

1.458 2.751 4.339 4.337 4.327

5.5.2.2 Nicht verwertete sonstige Abfälle, die der Entsorgungspflicht unterliegen

(einschließlich Klärschlamm)

1998 (t) 1999 (t) 2000 (t) 2001 (t)

Nicht verwertete hausmüllähnliche Gewerbeabfälle 953 1.001 954 883

Nicht verwertete Reststoffe

aus Sortieranlagen für Verpackungsabfälle

125 121 139 208

Nicht verwerteter Bauschutt 2.427 3.048 3.344 3.086

Nicht verwertete Baustellenabfälle 413 1.276 995 576

Nicht verwertetes Erdreich 7

Klärschlamm 2.656 2.744 2.213 2.896

Sonstige, nicht hausmüllähnliche Gewerbeabfälle 1.873 1.653 1.411 1.323

Nicht verwerteter Straßenaufbruch

Summe 8.447 9.843 9.056 8.979

5.5.3 Verwertungsquote aus Haushalten

V =

Summe verwerteter Abfälle aus Haushaltungen

+ Summe verwerteter Verpackungsmaterialien

Summe verwerteter Abfälle aus Haushaltungen

+ Summe verwerteter Verpackungsmaterialien

+ nicht verwertete Abfälle aus Haushalten

x 100 = 79 %

Die Verwertungsquote in den Jahren 2000 und 2001 hat sich gegenüber 1999 nicht verändert

und liegt weiterhin um 8 %-Punkte über der bayerischen Verwertungsquote des Jahres 2000

(71 %). Die Verwertungsquote misst das Verwertungsergebnis der verwerteten Abfälle bezogen

auf das Gesamtabfallaufkommen.

48 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

Verwertungsquote aus Haushalten

80%

70%

60%

79%

63%

79%

66%

79%

67%

80%

68%

79%

69%

79%

71%

79%

50%

40%

30%

20%

10%

0%

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Schwabach

Bayern gesamt

5.6 Wertstofferfassung

5.6.1 Entwicklung der Hausmüll- und Wertstoffanteile in kg/Ea

Entwicklung der Hausmüll- und Wertstoffanteile in kg/E . a

600

500

109

101

96

97

97

96

92

400

300

200

400

408

400

392

434

439

425

100

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Gesamte Wertstoffe

Hausmüll

Umweltbericht 49


5 Abfallwirtschaft

Die Sammelsysteme für die Wertstofferfassung sind nach wie vor Wertstofftonne, Wertstoffsack

sowie Wertstoffhöfe und Recyclinghof.

Verwertete Menge einschließlich Schlacke und Schrott aus der MVA (nur 1996 - 1998):

Erfassungsmenge

(t)

Wertstoffe

Schrott/Schlacke

aus thermischer

Behandlung (t)

Summe

verwerteter

Abfälle (t)

DSD

gesamt (t)

Gesamt (t)

1996 12.309 997 13.306 3.137 16.443

1997 12.200 468 12.668 2.977 15.645

1998 11.728 460 12.188 3.081 15.269

1999 13.269 13.269 3.132 16.401

2000 13.716 13.716 3.017 16.733

2001 13.405 13.405 3.105 16.510

Diese Tabelle zeigt nochmals den deutlichen Anstieg der gesammelten Wertstoffmenge bis

zum Jahr 2000, während die Hausmüllmenge gleichzeitig leicht gesunken ist. Im Jahr 2001

stagnierte die Menge der gesammelten Wertstoffe auf relativ hohem Niveau.

Ein Anstieg der Wertstoffsammelmenge, deren Verwertungskosten über die Restmüllgebühren

finanziert werden, führt dazu, dass bei immer geringer werdendem Restmüllbehältervolumen

(siehe Kapitel 5.4.2) die Behältergebühr steigt, da die Kosten der Abfallwirtschaft, die auch die

Verwertungskosten beinhalten, auf immer weniger Einheiten umgelegt werden können.

5.6.2 Altpapier

Nach wie vor erfolgt die Erfassung des Altpapiers sowohl im Holsystem (240 l-Tonne, 1,1 m³-

Container) als auch im Bringsystem (28 m³-Container im Recyclinghof und im Entsorgungs-

Zentrum-Schwabach).

50 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

Erfasste Jahresmengen Papier aus Haushalten in t

4.000

3.500

3.000

495

397

293

350

334

326

324

2.500

2.000

1.500

2.912

3.002

3.087

3.212

3.419

3.360

3.409

1.000

500

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Grüne Tonne

Recyclinghof

Papier in kg/E . a

100

90

13

10

8

9

9

9

8

80

70

60

50

40

78

79

81

85

91

88

89

30

20

10

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Grüne Tonne

Recyclinghof

Aufgrund der vertraglichen Regelung zur Durchführung der Altpapiersammlung über die grüne

Tonne ergab sich für die Stadt Schwabach im Jahr 2000 eine Einnahme von 100.833,42 DM

(51.555,31 €) aus den Erlösen für das Altpapier. Im Jahr 2001 war der Marktpreis für Altpapier

jedoch wieder soweit gesunken, dass es zu keiner erneuten Erstattung an die Stadt kam.

Umweltbericht 51


5 Abfallwirtschaft

5.6.3 Altglas aus Haushalten

Im Berichtszeitraum waren 59 Wertstoffhöfe mit Glasiglus im Stadtgebiet aufgestellt. Die im Recyclinghof

gesammelte Glasmenge beinhaltet zusätzlich noch Flachglas, Spiegel, Verbund- und Drahtglas.

Jahresmengen Glas in t

1.600

1.400

1.200

146

172

158

151

164

143

132

1.000

800

600

1.332

1.321

1.280

1.252

1.244

1.229

1.130

400

200

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Wertstoffhöfe

Recyclinghof

Jahresmengen Glas in kg/E . a

40

35

3,9

4,5

4,2

4,0

4,3

3,8

30

3,5

25

20

15

35,1

34,9

33,8

33,1

32,9

32,3

29,5

10

5

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Wertstoffhöfe

Recyclinghof

52 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

5.6.4 Altmetall

5.6.4.1 Erfassungsmenge Metall aus Haushalten (einschließlich Grob-, Elektronikschrott)

Im Stadtgebiet stehen weiterhin 59 Metalliglus für die Entsorgung zur Verfügung. Zusätzlich zu den

im Stadtgebiet aufgestellten Metalliglus erfolgt im Recyclinghof eine differenzierte Altmetallannahme

hinsichtlich Haushaltsgeräte, Elektronikschrott, Edelmetall, Gusseisen, Edelstahl, usw.

Für Altmetalle steht darüber hinaus weiterhin eine Altmetallmulde im EZS zur Verfügung.

Jahresmengen Metall in t

1.200

1.000

800

600

542

596

701

665

746

785

708

400

200

435

331

178

286

258

202

232

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Wertstoffhöfe

Recyclinghof

Umweltbericht 53


5 Abfallwirtschaft

Metall in kg/E . a

30

25

20

14,4

15

15,7

18,5

17,6

19,7

20,6

18,5

10

5

11,6

8,7

4,7

7,6

6,8

5,3

6,1

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Wertstoffhöfe

Recyclinghof

5.6.4.2 Altaluminium

DSD-Ware

(Ware aus Metalliglus, Recyclinghof, gelber Sack)

Sonstiges Altaluminium

(Sammlung am Recyclinghof, Alutonnen in Schulen

und öffentlichen Gebäuden)

1998 1999 2000 2001

20 t 24 t 25 t 21 t

1 t 1 t 1 t 3 t

Gesamt: 21 t 25 t 26 t 24 t

5.6.5 Alttextilien und Schuhe

Im Jahr 2001 wurde mit 225 Tonnen die bislang größte Menge an Altkleidern, Altschuhen

und Federbetten gesammelt. Damit hat sich die Sammelmenge im Vergleich zu 1998 mehr als

verdoppelt. Dies ist in erster Linie auf die enorm gestiegene Sammelmenge am Recyclinghof

zurückzuführen.

1998 1999 2000 2001

Recyclinghof

Altkleidercontainer

Recyclinghof

Altkleidercontainer

Recyclinghof

Altkleidercontainer

Recyclinghof

Altkleidercontainer

Altkleider 32 t 66 t 87 t 90 t 103 t 78 t 121 t 67 t

Altschuhe 9 t --- 22 t --- 11 t --- 34 t ---

Federbetten 5 t --- 5 t --- 2 t --- 3 t ---

Gesamt 46 t 66 t 114 t 90 t 116 t 78 t 158 t 67 t

54 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

112 t 204 t 194 t 225 t

Weiterhin werden die oben genannten Fraktionen auch noch durch private und karitative Unternehmen

gesammelt. Mengenangaben über die privaten Haussammlungen liegen jedoch nicht vor.

5.6.6 Kompostierbare Abfälle

1998 (t) 1999 (t) 2000 (t) 2001 (t)

Haushalte 3.702 4.287 4.634 4.311

Grüngut Komm. Grünflächenunterhalt 500 897 921 967

Gewerbe 35 14 18 13

Summe Grüngut 4.237 5.198 5.573 5.291

Bioabfälle

Haushalte

Gewerbe

3.180

0

3.284

0

3.410

0

3.330

0

Summe Bioabfälle 3.180 3.284 3.410 3.330

Gesamt: 7.417 8.482 8.983 8.621

Beim Grüngut sind alle Mengen erfasst, die bei der Kompostanlage im Entsorgungs-Zentrum-

Schwabach aus dem Schwabacher Stadtgebiet eingegangen sind.

Die Haushaltsmengen enthalten sowohl die Sammlung über die im gesamten Stadtgebiet aufgestellten

28 m³-Grüngutcontainer als auch bei der Kompostanlage direkt abgegebene Gartenabfälle

aus der Pflege von Privatgrundstücken. Der Anteil der direkt angelieferten Mengen

bewegt sich dabei im Bereich von 7 bis 13 %.

Beim Biomüll ist die gesamte über die Hausmüllabfuhr eingesammelte Menge erfasst. Eine

Einzelentsorgung von Gewerbebetrieben erfolgt seit 1997 nicht mehr. Es ist davon auszugehen,

dass das Gewerbe hinsichtlich der Biomüllabfuhr komplett an die Hausmüllabfuhr angeschlossen

ist bzw. in Einzelfällen Verträge mit privaten Entsorgungsunternehmen bestehen.

Die Biomüllverarbeitung erfolgt an der Bioabfallvergärungsanlage Schwabach. Die erzeugten

Mengen an Kompost und Bio-Stab-Erde werden der Verwertung zugeführt (siehe Kapitel

5.6.6.4). Ebenso wird das aus dem Biomüll erzeugte energiereiche Gas verwertet, so dass die

gesamte Sammelmenge an Biomüll und Grüngut als verwertete Menge in die Abfallbilanz der

Stadt Schwabach eingehen konnte.

Insgesamt ist im Bereich der kompostierbaren Abfälle im Jahr 2000 eine weitere erhebliche

Steigerung der verwerteten Menge erkennbar, wohingegen auch hier im Jahr 2001 ein - wenn

auch nur leichter - Rückgang festzustellen ist.

Umweltbericht 55


5 Abfallwirtschaft

5.6.6.1 Mengenentwicklung Grün- und Gartenabfälle

Jahresmengen Grün- und Gartenabfälle in t

6.000

5.000

4.000

4.554

4.824

4.775

4.237

5.198

5.573

5.291

3.000

2.000

1.000

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

5.6.6.2 Mengenentwicklung Biomüll

Jahresmengen Biomüll in t

3.500

3.000

3.103

3.187

3.180 3.184

3.410

3.330

2.970

2.500

2.000

1.500

1.000

500

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

56 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

5.6.6.3 Mengenentwicklung der Grüngut- und Bioabfälle in kg/Ea

Grüngut und Bioabfälle in kg/E . a

250

200

150

79

82

84

84

84

90

87

100

50

121

127

126

112

138

146

138

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Gartenabfälle

Biomüll

Die in Schwabach erfassten Mengen an kompostierbarem Material pro Einwohner sind im

Vergleich zum bayernweiten Durchschnitt außerordentlich hoch (Bayerischer Durchschnitt im

Jahr 2000: Grün- und Gartenabfall 83,3 Kilogramm pro Einwohner und Jahr; Biomüll 46,3

Kilogramm bezogen auf alle Einwohner und Jahr). Die Ursache hierfür dürfte in dem sehr gut

ausgebauten Erfassungssystem (besonders hohe Anzahl von Gartencontainern, flächendekkende

Biomüllabfuhr) und der ausgezeichneten Trennmoral der Schwabacher Bürger liegen.

Andererseits bedingt ein solches Erfassungssystem auch, dass wenig Anreize zur Eigenkompostierung

bestehen. Letztendlich sind daher die Kosten für die hohe Wertstoffmenge über die

Restmüllgebühr zu finanzieren.

Geändert wurde deshalb die Förderung der Eigenkompostierung. Während bis 1999 nur Lattenkomposter

zum Abgabepreis von 15,-- DM bezuschusst wurden, sieht die neue Förderung

der Kompostierung eine Kaufpreisbezuschussung bis 50 % des Kaufpreises jedoch höchstens

80,- DM (ab 1.1.2002 40,- €) vor. Der Zuschuss kann frühestens nach fünf Jahren erneut in

Anspruch genommen werden.

Im Jahr 2000 wurden 140 Zuschussanträge bearbeitet und circa 9.000,- DM ausbezahlt. Im

Jahr 2001 wurden 126 Komposter mit insgesamt rund 8.000,- DM bezuschusst. Dies bedeutet

einen durchschnittlichen Zuschuss in Höhe von etwa 64,- DM pro Antrag.

Umweltbericht 57


5 Abfallwirtschaft

5.6.6.4 Kompost und Bio-Stab-Erde

Im Jahr 2000 wurden auf Biomüllvergärungsanlage und Kompostieranlage 3.414 Tonnen

Kompost und Bio-Stab-Erde erzeugt und 385 t aus dem Vorjahr übernommen. Verwertet

wurden 2.400 Tonnen in Garten- und Landschaftsbaubetrieben, durch Kleingärtner und Privatpersonen

aber auch bei kommunalen Maßnahmen. Der Lagerbestand Ende 2000 betrug

circa 1.400 Tonnen, der im Jahr 2001 ebenso wie die 2001 erzeugte Menge (3.215 Tonnen)

weitestgehend zur Verwertung abgegeben wurde, so dass am Jahresende 2001 noch ein Lagerbestand

von 420 Tonnen vorhanden war.

5.7 Problemabfälle

5.7.1 Problemabfälle aus Haushalten

Insgesamt wurden im Jahr 2000 14 Tonnen Problemabfälle aus den Schwabacher Haushalten

eingesammelt. Von dieser Sammelmenge wurden circa 6 Tonnen durch die privaten Haushalte

direkt bei der GSB-Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH abgegeben sowie über das

Umweltmobil gesammelt. Circa 8 Tonnen (Leuchtstoffröhren, Trockenbatterien) wurden

durch die Haushalte beim Recyclinghof abgegeben.

Die im Jahr 2001 gesammelte Menge (16 Tonnen) entfällt je zur Hälfte auf Recyclinghof und

Umweltmobil. Die bei der GSB direkt abgegebenen Kleinmengen werden seit 2001 nicht

mehr gesondert erfasst.

5.7.2 Sonderabfall aus dem Stadtgebiet

Im Jahr 2000 wurden bei der SEF GmbH insgesamt circa 1.026 Tonnen Sonderabfall von

Gewerbebetrieben sowie städtischen Einrichtungen angeliefert. Die Jahresmenge 2001 betrug

514 Tonnen (s. auch Kapitel 5.3.1).

5.7.3 Kühlschränke

Insgesamt wurden im Jahr 2000 1.049 im Jahr 2001 sogar 1.128 Kühlgeräte einer gesonderten

Verwertung zugeführt. Nicht mitgerechnet sind Kühlgeräte, die zur weiteren Verwendung

abgegeben werden.

5.7.4 Elektronikschrott

Mit jeweils 44 Tonnen in den Jahren 2000 und 2001 wurde die Sammelmenge 1999, die 43

Tonnen betrug, nur unwesentlich überschritten.

58 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

Da sowohl Kühlschränke als auch Elektronikschrott im Rahmen der Sperrmüllabfuhr eingesammelt

werden, darf hier auf die ausführlichere Erläuterung im folgenden Kapitel verwiesen

werden.

5.8 Recyclinghof

5.8.1 Sammelmenge, verwertete Menge

Nachdem die Sammelmenge des Recyclinghofes im Jahr 1998 durch die Einführung der

Schutzgebühr für die Sperrmüllabfuhr relativ stark auf 2.824 Tonnen gesunken war, pendelte

sie sich in den Jahren 1999 (3.167 Tonnen), 2000 (3.105 Tonnen) und 2001 (3.115 Tonnen)

leicht unter dem Niveau der Jahre 1995 bis 1997 ein. Insgesamt hat die Einführung der

Schutzgebühr damit einen leichten Rückgang der Sammelmenge bewirkt.

Dies spiegelt sich auch in dem Anteil der verwerteten Menge an der Gesamtsammelmenge

wieder. So stieg der Verwertungsanteil durch die zurückgegangene Sperrmüllmenge im Jahr

1998 sprunghaft an. Erfreulicherweise stabilisierte sich die Quote auch trotz wieder steigender

Sperrmüllmengen in den Folgejahren auf knapp unter 80 %, so dass insgesamt davon auszugehen

ist, dass der Anteil nicht verwertbarer Abfälle dauerhaft niedrig gehalten werden kann.

Die verwerteten Mengen der Jahre 1995 bis 2001 sowie deren jeweiliger prozentualer Anteil

an der Gesamtsammelmenge ergeben sich aus folgender Grafik.

Am Recyclinghof verwertete Mengen

2.600

85%

Verwertete Mengen in t

2.500

2.400

2.300

2.200

2.100

2.000

1.900

1.800

1.700

2.302

69%

2.539

73%

2.395

74%

80%

2.257

2.511

79%

2.445

79%

2.400

77%

80%

75%

70%

Anteil an der Gesamtsammelmenge

1.600

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

65%

verwertete Mengen in t

Anteil an Gesamtsammelmenge

Umweltbericht 59


5 Abfallwirtschaft

Die nachfolgend abgedruckte Mengenbilanz des Recyclinghofes zeigt, welche Mengen der

getrennt erfassten Fraktionen im Einzelnen gesammelt wurden.

5.8.2 Mengenbilanz

1998 (t)

davon

davon

davon

davon

1999 (t)

2000 (t)

2001 (t)

DSD

DSD

DSD

DSD

Altfett 4,850 2,870 3,570 4,920

Altholz Fenster/Türen 5,600 20,100 35,640

Altholz II 144,660 165,220 134,280 92,400

Altkleider 31,770 87,157 103,297 120,901

Altmedikamente 0,000 2,600 0,000 1,200

Altmetall 33,660 50,180 33,620 33,580

Altschuhe 9,238 22,265 11,428 7,795

Aluminium 3,662 2,990 3,045 2,350 3,177 1,830 4,130 1,070

Blei 0,120 0,315 0,000 0,155

Dosen 33,320 33,320 30,900 30,900 30,700 30,700 29,340 29,340

Edelstahl 2,180 0,600 1,540 1,800

Elektromotoren 0,000 1,760 1,150 0,700

Elektronikschrott

(inkl. Bildschirme)

23,513 41,560 42,362 35,035

Fahrrad-/Mopedreifen

und -schläuche

0,060 0,036 0,000 0,000

Federbetten 4,980 4,790 1,950 2,560

Gartenabfälle 29,040 33,000 38,080 40,340

Glas 158,560 107,540 169,390 119,280 151,320 106,460 136,320 90,140

Gusseisen 18,928 19,231 19,904 17,468

Haushaltsgeräte 510,160 559,840 614,470 573,030

Kfz-Batterien 7,580 4,345 6,920 5,305

Kondensatoren 0,000 0,000 0,000 0,000

Kork 0,000 0,600 0,810 0,055

Kühlgeräte 37,695 40,950 39,300 42,263

Kunststoffe, LVP, Folie 79,527 10,425 97,061 12,640 64,553 9,680 80,318 13,540

Kupfer 0,360 0,000 0,190 0,220

Kupferkabel 2,750 2,915 3,285 4,480

Leuchtstoffröhren,

Energiesparlampen

3,856 4,972 4,274 6,235

Messing 0,000 0,150 0,170 0,300

Papier 426,780 181,840 389,850 94,000 380,530 221,130 365,520 91,380

Restmüll (Sortierreste)* 73,980 0,740 80,340 1,920 61,240 45,160

Sperrmüll* 492,880 576,140 599,200 670,360

Sperrmüllholz 688,440 766,660 730,290 756,150

Trockenbatterien 1,440 3,383 3,633 1,796

Gesamtmenge 2.823,989 336,855 3.167,725 261,090 3.105,343 369,800 3.115,475 225,470

* nicht verwertet

60 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

5.8.3 Zusammensetzung der verwerteten Mengen

Zusammensetzung der verwerteten Menge 2000

Sonstiges

5%

Elektronikschrott,

Kühlgeräte,

Haushaltsgeräte u. ä.

29%

Holz

35%

Textilien und Schuhe

5%

Metall

4%

Papier

16%

Glas

6%

Zusammensetzung der verwerteten Menge 2001

Sonstiges

6%

Elektronikschrott,

Kühlgeräte,

Haushaltsgeräte u. ä.

27%

Holz

37%

Textilien und Schuhe

5%

Metall

4%

Papier

15%

Glas

6%

Umweltbericht 61


5 Abfallwirtschaft

Die Diagramme zeigen, wie sich die am Recyclinghof verwerteten Mengen auf die einzelnen

Wertstoffgruppen verteilen. Die Zusammensetzung ist gegenüber den Vorjahren nahezu

gleich geblieben. Nach wie vor stellt Altholz mit 35 bzw. 37 % die größte Fraktion dar, gefolgt

vom Bereich Elektronikschrott (einschließlich Bildschirme, Kühl- und Haushaltsgeräte

u.ä.), der nach leichtem Anstieg im Jahr 2000 wieder auf das Niveau von 1998 und 1999 zurückgegangen

ist. Die „klassischen“ Wertstofffraktionen Papier, Glas und Metall (enthalten

sind auch DSD-Mengen) blieben nahezu unverändert, wohingegen bei Alttextilien und Schuhen

seit 1998 (2 %) ein deutlicher Anstieg auf nunmehr 5 % zu verzeichnen ist.

5.9 Abfallberatung durch das Umweltbüro

2000 und 2001 wurden vom Umweltbüro monatlich etwa 20 persönliche Beratungsgespräche

geführt. In circa 160 Einzelgesprächen pro Monat am Umwelttelefon wurden Anfragen von

Bürgerinnen und Bürgern sowie Gewerbetreibenden aus dem gesamten Bereich der Abfallwirtschaft

beantwortet.

Vor allem beim Angebot der telefonischen Abfallberatung ist nach wie vor eine hohe Nachfrage

festzustellen. Das Spektrum der Anfragen ist dabei breit gefächert: angefangen von den

Öffnungszeiten der verschiedenen Entsorgungseinrichtungen, über den genauen Verfahrensablauf

einer Sperrmüllentsorgung bis hin zur Entsorgung spezieller Problemabfälle. In der

Regel werden alle Anfragen im Rahmen des Telefongespräches beantwortet.

5.9.1 Abfallberatung für Haushalte

Die moderate Erhöhung der Müllgebühren zum 1. Januar 2000 war für die Abfallberatung mit

einem überschaubaren Aufwand verbunden. Die erhebliche Senkung der Gebühren für die

Direktanlieferung auf der Deponie von 530,-- DM auf 235,-- DM pro Tonne wurde vom Bürger

sicherlich positiv zur Kenntnis genommen, da hiermit auch eine Reduzierung der Kleinanliefererpauschale

verbunden war. Telefonische Anfragen im Umweltbüro bezüglich der

Abgrenzung Sperrmüll/Baustellenabfälle wurden in den letzten beiden Jahren weniger registriert,

da vor allem bei nicht verwertbaren Bodenbelägen (kostenpflichtige Baustellenabfälle)

die Entsorgungskosten erheblich reduziert wurden.

Aufgrund der Anfang 2000 eingeführten Müllmarken (Aufkleber) für alle Restmülltonnen gab

es diverse Nachfragen am Umwelttelefon. Viele Hausbesitzer ließen sich die Verfahrensweise

nochmals erläutern oder fragten nach, wenn Restmülltonnen ohne Gebührenmarke übrig geblieben

sind (private Tonne, Tonne vom Landkreis, gestohlene Tonne). Ein Schwerpunkt zum

Jahreswechsel 2000/2001 war die Aufklärung bezüglich der Einführung der Grundgebühr.

Im Mai 2000 wurde ein neuer Abfuhrplan für Bioabfalltonne und Restmülltonne an alle

Haushalte verteilt. Auf der Rückseite enthielt er eine annähernd vollständige Zusammenstellung

von potentiellen Abfällen zur Entsorgung (Restmüll), wie sie vor allem in Privathaushalten

in den Bereichen Wohnung, Küche, Schreibtisch, Büro, Bad, Toilette, Werkstatt, Renovieren

und Freizeit anfallen.

62 Umweltbericht


5 Abfallwirtschaft

Pro Jahr wurden wieder zwei Biomax-Umweltzeitungen erstellt und an alle Haushalte verteilt.

In der Mai-Ausgabe 2000 wurde zu einem Wettbewerb aufgerufen "Wo steht das älteste

Kühl- oder Gefriergerät?". Ziel der ungewöhnlichen Fahndung war, auf heimliche Energiefresser

im Alltag aufmerksam zu machen. Gerade Kühl- und Gefriergeräte machen rund ein

Fünftel des Stromverbrauchs im Haushalt aus. Durch den Austausch von Geräten mit hohem

Stromverbrauch entsteht zwar zusätzlicher Abfall. Aus ökologischer Sicht ist dies jedoch zu

vertreten, da die erhebliche Energieeinsparung beim Austausch eines Uraltgerätes höher zu

bewerten ist, als eine geringfügige Steigerung des Sperrmüllaufkommens.

Im Dezember lag jeweils der Abfuhrplan für Papiertonne und Kunststoffsack bei. Weitere

Printmedien gab es für das Aufräum-Projekt "Dregg wegg", zum Beispiel ein Plakat mit einer

500-er Auflage. Der Hauptpreis eines Gewinnspiels war "1 Jahr Leitner-Mehrweg-Freibier".

Zum zweiten Mal wurde ein Malbuch für Kinder vor allem über interessierte Bildungseinrichtungen

kostenlos verteilt. Enthalten waren verschiedene Motive zur Vermeidung und Verwertung

von Abfällen, zum Beispiel Mehrwegverpackungen für Pausenverpflegung und Schulfeste.

Ein weiteres Heft erschient anlässlich "10 Jahre Recyclinghof".

Da im Umweltschutzamt nach wie vor Bürgerbeschwerden über die Nichteinhaltung der Einwurfzeiten

bei Altglas- und Metalliglus eingehen, wurden im Sommer 2000 sämtliche Behälter

neben der Einwurföffnung mit einem neuen Aufkleber versehen. Der in Form und Farbe

einem Verkehrsschild angepasste Aufkleber weist auf den Lärmschutz und die Einwurfzeiten

nur werktags von 7 bis 19 Uhr hin.

Sämtliche neben den Gartenabfallcontainern stehenden Treppen wurden 2001 mit großen

Hinweisschildern versehen. Damit wird jeder Anlieferer unmissverständlich über die Vorgaben

der Abfallsatzung bezüglich der Verwertung von Grünabfällen informiert. Mit den Schildern

werden auch Bürger unterstützt, die vor Ort Fehleinwürfe beobachten und die betreffenden

Personen darauf ansprechen.

Der im April 1991 eröffnete Recyclinghof feierte genau 10 Jahre später Geburtstag. Das anstehende

Fest fand an einem Samstagnachmittag in der ausgeräumten Halle des Recyclinghofes

statt. Trotz schlechtem Wetter waren die Bierbänke gut gefüllt. Die große Tafel mit selbst

gebackenem Kuchen und die Edeltrödel-Versteigerung durch Oberbürgermeister Hartwig

Reimann kamen gut an. Das Umweltschutzamt war mit Infostand, Ausstellung, Korkenquiz

und Kinderaktionen vertreten. Eine Galerie verkaufte Einrichtungsgegenstände aus den 60-er

Jahren. Zwei Künstler präsentierten Auszüge aus ihrem Projekt "Kunst & Abfall". Schwabacher

Kompost wurde von der Abfallwirtschafts-GmbH verkauft. Blues-Musiker Doc Knotz

und sein Percussion-Kollege Patrick Wirschnitzer zelebrierten Musik aus Sperrmüll. Dosen,

Fässer oder alte Möbel wurden in Schwingungen versetzt.

"Jetzt Biomax-Stempel holen!" lautete der Aufruf im Biomax Mai 2001. Auf einer vorgefertigten

Karte wurde bis Ende 2001 in jedem Kalendermonat ein Besuch am Recyclinghof mit

einem Biomax-Stempelaufdruck bestätigt. Mit mindestens vier Stempeln nahm man an einer

Verlosung teil. 55 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an der Aktion. Als Hauptpreis

winkte ein Jahr Leitner-Tafelwasser (52 Kästen). Auch wenn es nur fünf Preise gab, bleibt

Umweltbericht 63


5 Abfallwirtschaft

durch die regelmäßige Abgabe von Aluminium, Sperrmüll oder Flaschenkorken noch ein dikker

Gewinn für die Umwelt übrig.

Die Pressearbeit des Umweltbüros hat neben wiederkehrenden Informationen, zum Beispiel

zur Problemmüllsammlung durch das Umweltmobil, alle wichtigen Änderungen im Abfallbereich

aufgegriffen. Im Berichtszeitraum waren dies vor allem die neuen Gebührenmarken für

Restmülltonnen, die Müllgebührenerhöhungen Anfang und Ende 2000 sowie die Einführung

einer Grundgebühr zum 1. Januar 2001. Dazu kamen Pressemitteilungen zu durchgeführten

Abfallprojekten, zum Beispiel der Reinigungsaktion "Dregg wegg". Als Medien wurden vor

allem das Schwabacher Tagblatt und Wochenzeitungen genutzt. Das Mitteilungsblatt Schwabach

wurde leider Ende 1999 eingestellt. Dafür erscheint eine Artikelserie "Umweltschutz am

Arbeitsplatz" in der Mitarbeiterzeitung "WIR" der Stadt Schwabach, in der auch Hinweise zur

Abfallvermeidung und -verwertung abgedruckt waren.

5.9.2 Abfallberatung für Gewerbebetriebe

Die halbe Stelle für Gewerbeabfallberatung im Umweltschutzamt ist nach wie vor unbesetzt.

Das vorhandene Personal war wie bereits in den vergangenen Jahren damit beschäftigt, die

Gewerbebetriebe zu überwachen, dass diese die anfallenden Abfälle zur Beseitigung der Stadt

Schwabach andienen. In dem einen oder anderen Fall hat sich dabei die Senkung der Deponieanlieferungsgebühr

auf 235,-- DM pro Tonne positiv ausgewirkt.

Ein Schwerpunkt der Jahre 2000 und 2001war weniger die Abfallberatung, sondern die Information

der Gewerbebetriebe bezüglich der Einführung der Grundgebühr zum 1. Januar

2001. Hier ergab sich Informationsbedarf insbesondere über den Sinn und Zweck der Einführung

der Grundgebühr, die von einigen Gewerbebetrieben allerdings mit größter Kritik zur

Kenntnis genommen wurde und deren Sinn teilweise nur sehr schwer und in langen Einzelgesprächen

sowohl am Telefon als auch im Amt vermittelbar war und ist.

64 Umweltbericht


6 Vollzug des Wasserrechts/Abwasserentsorgung

6 Vollzug des Wasserrechts/Abwasserentsorgung

6.1 Städtische Abwasseranlagen

6.1.1 Abwasserreinigung

Seit dem Jahr 1995 werden die Abwässer der Stadt Schwabach in der Kläranlage im Rednitzgrund

mechanisch, biologisch und chemisch gereinigt. Und damit ist es möglich geworden,

die geforderten strengen Vorschriften der weitgehenden Abwasserreinigung in Schwabach

dauerhaft und stabil einzuhalten. Dabei werden vor allem die Elemente PHOSPHOR und

STICKSTOFF dem Wasserkreislauf entzogen. Wichtig vor allem auch deshalb, weil diese

beiden Elemente den Vorfluter (Rednitz) anderenfalls überdüngen würden.

In der nachfolgenden Tabelle werden die im Jahr 2001 im Einlauf der Kläranlage gemessenen

Werte mit denen im Ablauf gegenübergestellt. Darin zeigt sich, dass die Reinigungsleistung

der Kläranlage derzeit im Mittel bei 95 Prozent anzusetzen ist.

Bezeichnung Einheit Einlauf Auslauf Grenzwert Wirkungsgrad

Chemischer Sauerstoffbedarf CSB mg/l 949 35 75 96 %

Biologischer Sauerstoffbedarf BSB mg/l 303 6 15 98 %

Ammoniumstickstoff NH 4 -N mg/l 39 1,0 5 97 %

Gesamtstickstoff Nges mg/l 74 9,1 18 88 %

Phosphor P mg/l 11 0,7 1,5 94 %

Der Parameter Gesamtstickstoff (Nges) muss allerdings kritisch betrachtet werden. Mit einer

Reinigungsleistung von 88 Prozent liegt dieser Wert im Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt.

Ursächlich hierfür ist die ungünstige Zusammensetzung des Schwabacher Abwassers

für den Reinigungsprozess, das heißt das Verhältnis problematischer Industrieabwässer zu

häuslichen Abwässern.

Umweltbericht 65


6 Vollzug des Wasserrechts/Abwasserentsorgung

Kläranlage der Stadt Schwabach

66 Umweltbericht


6 Vollzug des Wasserrechts/Abwasserentsorgung

6.1.2 Allgemeine Daten der Abwasserreinigung der letzten 24 Jahre

In der nachfolgenden Tabelle ist der Verlauf relevanter Betriebs- und Ablaufwerte der Kläranlage

seit 1978 dargestellt.

Klärschlamm Schwermetallgehalt im Klärschlamm für

Betriebswerte

Jahr Jahressumme

Abwasserzufluss

in m³ zufluss in m 3

Trockenwetter-

Pb Cd Cr Cu Ni Hg Zn

in to

1978 3.842 3.410.520 3.101.040

1979 3.877 3.842.730 3.128.780

1980 3.972 4.158.240 3.206.191

1981 4.296 4.757.250 3.468.123

1982 3.921 4.398.570 3.496.789

1983 4.160 4.528.140 3.493.909

1984 3.828 265 30,7 890 1.350 258 3,9 2670 4.327.074 3.428.824

1985 4.606 265 30,7 890 1.350 258 3,9 2670 4.275.669 3.406.597

1986 4.224 199 23,9 470 1.080 128 12,3 2.020 4.466.880 3.409.085

1987 4.029 170 11,9 290 540 120 3,3 1.665 4.273.182 3.108.079

1988 4.037 195 31,0 680 700 146 5,7 1.880 4.725.330 3.334.048

1989 3.858 160 13,8 510 760 161 5,9 1.280 3.960.476 3.194.916

1990 3.732 3.954.448 3.028.306

1991 3.493 3.653.850 3.031.146

1992 2.553 110 6,0 210 550 120 3,2 1.500 3.587.760 2.844.793

1993 2.286 79 1,3 340 520 130 3,0 1.700 3.781.800 2.785.574

1994 Inbetriebnahme der neuen Kläranlage

1995 1.446 78 3,2 182 30 11 0,2 120 4.488.377 3.574.570

1996 1.526 77 2,1 393 293 85 1.085 4.008.171 3.062.107

1997 2.982 79 3,5 450 370 130 6,5 1.400 3.963.838 3.046.893

1998 2.648 32 0,9 230 115 43 0,7 480 4.144.411 2.962.033

1999 2.729 20 5,0 74 69 25 1,1 294 4.187.405 2.767.455

2000 2.199 28


6 Vollzug des Wasserrechts/Abwasserentsorgung

Jährlich werden ca. 10 Prozent des öffentlichen Kanalnetzes mit einer Kamera befahren und

die einzelnen Haltungen nach festgelegten Kriterien anschließend bewertet.

Je nach Schadensklasse werden die Kanäle ausgewechselt, saniert oder weiter turnusmäßig

beobachtet.

Kanalstatistik 1999 - 2001

Jahr neu stillgelegt neu stillgelegt neu stillgelegt neu stillgelegt neu

m m m m m m m m m

1999 1.981 1.338 0 0 29 77 0 0 149.228

2000 1.462 1.194 1.480 0 14 17 1.449 0 152.422

2001 1.102 631 709 0 13 0 0 101 153.514

Ein messbarer Erfolg zeigt sich im Rückgang des Fremdwasseranteils in den letzten 15 Jahren.

Betrug der Fremdwasseranteil im Jahr 1986 noch 24,65 Prozent, wird im Jahr 2001 nur

noch 16 Prozent Fremdwasser (= unkontrolliert in die Kanalhaltung eindringendes Wasser,

meist Sicker- oder Grundwasser) gemessen.

6.1.4 Regenbecken

Regenbecken kommt in einem Mischwasserkanalsystem, wie es die Stadt Schwabach betreibt,

eine zentrale Bedeutung zu. Während bei Trockenwetter das Kanalnetz und die Kläranlage die

anfallenden Abwassermengen problemlos verarbeiten kann, muss bei bestimmten Regenereignissen

die Abflussmenge zur Kläranlage umweltverträglich begrenzt werden. Und dies

geschieht mit Hilfe der Regenbecken. Ihre Aufgabe ist es, den bei Regenbeginn in den Kanälen

abgelagerten und schlagartig aufschwemmenden Schlamm in den ersten Minuten aufzufangen,

zu speichern und nach Regenende der Kläranlage wieder zuzuführen. Dabei muss und

wird gleichzeitig der Abfluss zur Kläranlage auf das maximal Doppelte des Trockenwetterzuflusses

begrenzt. Das darüber hinaus anfallende Regenwasser wird nach Vorbehandlung im

Regenbecken dem Vorfluter (Schwabach, Rednitz, Zwieselbach) zugeführt.

Für das Einzugsgebiet der Schwabacher Kläranlage sind insgesamt 14 Regenüberlaufbecken

erforderlich. Das 13. Becken (RÜB I) wird zur Zeit gebaut. Mit der Planung des letzten Bekkens

wird im Anschluss begonnen

RÜB Inhalt in m³ Inbetriebnahme

I Brunnenweg 540 im Bau

II Talstraße 300 2001

III Badstraße 877 1992

IV Am Neuen Bau 175 1998

V Siechweiher 300 geplant

VI Limbacher Straße 340 1999

VII Henseltweg 1632 1995

VIII Weißenburger Straße 979 1985

68 Umweltbericht


6 Vollzug des Wasserrechts/Abwasserentsorgung

RÜB Inhalt in m³ Inbetriebnahme

IX Fürther Straße 460 1992

X Wasserberg II 405 1982

XI Wasserberg II 950 1994

XII Flurstraße 1420 1997

XIII Penzendorf 300 1982

XIV Südost 2900 1981

6.2 Abwasserrelevante Indirekteinleiter

In Schwabach wird das gesamte gewerbliche und industrielle Abwasser in die öffentliche Kanalisation

eingeleitet und wird somit in der Kläranlage gemeinsam mit dem häuslichem Abwasser

endbehandelt. Die Einleitung derartiger Abwässer in die öffentliche Abwasseranlage -

Indirekteinleitung - wird unter bestimmten Auflagen und Bedingungen gestattet, die in der

Entwässerungssatzung (EWS) festgelegt oder Gegenstand von Einleitungsbescheiden sind.

Unabhängig davon wird im Vollzug des Art. 41 c Bay WG für bestimmte Branchen auch eine

Begrenzung der Schadstoffkonzentrationen oder Frachten in wasserrechtlichen Bescheiden

gemäß den Anforderungen der Anhänge zur Abwasserverordnung (AbwV) festgesetzt. In

Schwabach sind folgende Branchen betroffen:

Metallbearbeitung, Metallverarbeitung wie Galvanik, Beizerei, Gleitschleiferei, Mechanische

Werkstätten,

Mineralölhaltiges Abwasser, vor allem aus Kfz-Betrieben,

Ablagerung von Siedlungsabfällen wegen Deponiesickerwasser,

Fotografische Prozesse wie Silberhalogenid-Fotografie.

Für diese Branchen werden vor allem für wassergefährdende Stoffe wie Arsen, Blei, Cadmium,

Chrom, Kobalt, Kupfer, Nickel, Quecksilber, Silber, Zink, Zinn, Cyanid, halogenierte Kohlenwasserstoffe

u. a. Anforderungen nach dem Stand der Technik festgelegt. Eine mechanisch-biologische

Kläranlage wie die der Stadt Schwabach kann derartige Stoffe nicht vernichten.

Sie beschränkt sich nur darauf, die Schadstoffe umzuwandeln, so dass diese Stoffe

entfernt werden können oder eine bessere Umweltverträglichkeit erhalten.

Die Gewerbebetriebe der Metallbranche in Schwabach leiten produktionsbedingt weitgehend

die gesamte Palette der Schwermetalle ins Abwasser ein. Messergebnisse der Eigenüberwachung

und der Beprobung der Stadt in den Jahren 2000 und 2001 zeigten, dass eine einwandfreie

Vorbehandlung von schwermetallhaltigen Abwässern nicht immer gewährleistet wurde

und der Kläranlage des Öfteren erhebliche Frachten an Zink, Kupfer und Chrom zugeführt

wurden. Verbesserungsmaßnahmen waren unerlässlich. Die betroffenen Betriebe wurden aufgefordert,

ihre Produktionsverfahren zu verbessern und die Änderungen anzuzeigen. Sieben

Antragsunterlagen wurden vom Wasserwirtschaftsamt neu begutachtet und eben so viele wasserrechtliche

Genehmigungen mit Auflagen wurden erteilt. Weiter wurde erreicht, dass ein

Umweltbericht 69


6 Vollzug des Wasserrechts/Abwasserentsorgung

6.3 Vollzug der Anlagenverordnung

Für den Vollzug der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen

und über Fachbetriebe (Anlagenverordnung - VAwS) ist das Umweltschutzamt zuständig. Die

Überwachung der Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen wird anhand einer

Anlagendatei durchgeführt. Die Anlagendatei beinhaltet Anlagen zum Lagern, Abfüllen und

Umschlagen wassergefährdender Stoffe (LAU-Anlagen) sowie Anlagen zum Herstellen, Behandeln

und Verwenden wassergefährdender Stoffe (HBV-Anlagen) und enthält Angaben

über Lage, Bauart und Werkstoffe der Anlagen, Mengen und Wassergefährdungsklassen der

eingesetzten Stoffe, Sicherheitseinrichtungen, Prüfpflicht, Lage in Wasserschutzgebieten usw.

Die Anlagendatei umfasst sowohl die ca. 1000 Anlagen in 180 Gewerbebetrieben als auch ca.

4000 private Heizöltankanlagen.

Als Bestandteil der Anlagendatei wird eine Überwachungsdatei mit den prüfpflichtigen Anlagen

geführt. Anlagen sind durch Sachverständige prüfpflichtig, wenn sie eine bestimmte Gefährdungsstufe

erreichen. Das Umweltschutzamt überwacht die Einhaltung der Prüftermine

der Anlagen durch Sachverständige und verfolgt bei festgestellten erheblichen Mängeln deren

Beseitigung durch Fachbetriebe. Nach Behebung der Mängel führt der Sachverständige eine

Nachprüfung durch und leitet den Prüfbericht an das Umweltschutzamt.

Mit Inkrafttreten der Anlagenverordnung am 1. Oktober 1996 wurden bestimmte Anlagen

erstmals prüfpflichtig durch Sachverständige. Diese Anlagen wurden größtenteils fristgerecht

bis 31. Dezember 1999 geprüft, die restlichen im Jahre 2000.

Erstmals prüfpflichtig wurden auch sogenannte HBV-Anlagen, wie z. B. Galvanikanlagen in

Gewerbebetrieben. Bei den Prüfungen dieser Anlagen durch Sachverständige wurden größtenteils

geringfügige Mängel festgestellt. Die Mängelbeseitigung wurde durch die Gewerbebetriebe

veranlasst. Die prüfpflichtigen Anlagen werden außerhalb von Wasserschutzgebieten

alle fünf Jahre geprüft. Die nichtprüfpflichtigen Anlagen werden vom Umweltschutzamt

kontrolliert.

Auch bei den zehn öffentlichen Tankstellen werden die Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden

Stoffen regelmäßig durch Sachverständige geprüft. Neben den unterirdischen

Kraftstofftanks werden auch die Abfüllflächen für Kraftstoffe durch Sachverständige geprüft.

Bei ca. 70 Prozent der Tankstellen wurden bei den Prüfungen der Abfüllflächen erhebliche

Mängel festgestellt. Die häufigsten Beanstandungen betrafen Mängel an den Fugen und Risse

in der Betonfläche. Die erheblichen Mängel müssen in einer vom Sachverständigen genannten

Frist von Fachbetrieben behoben werden.

Im Jahr 2001 wurde eine öffentliche Tankstelle still gelegt. Für eine andere öffentliche Tankstelle

besteht eine Ausnahmegenehmigung bis Dezember 2003. Danach wird die Tankstelle

still gelegt.

Umweltbericht 71


6 Vollzug des Wasserrechts/Abwasserentsorgung

Im August 2000 wurde die letzte nachprüfpflichtige Eigenverbrauchstankstelle umgebaut, um

den Anforderungen der Anlagenverordnung zu entsprechen.

Von den 4000 privaten Heizöltanks in der Anlagendatei besteht für 835 Tanks die Prüfpflicht

durch Sachverständige. Die Überwachungsdatei für die prüfpflichtigen Heizöltanks wird mittels

EDV geführt. Die nach Inkrafttreten der Anlagenverordnung 1996 erstmals prüfpflichtigen

Heizöltanks wurden größtenteils fristgerecht bis 31. Dezember 1999 von Sachverständigen

geprüft. Die restlichen Tanks wurden im Jahre 2000 einer Sachverständigenprüfung unterzogen.

Auffallend war, dass bei dieser erstmaligen Prüfung in ca. 80 Prozent der Fälle erhebliche

Mängel festgestellt wurden. Meistens weist der Auffangraum - als Schutzvorkehrung

des Heizöltanks - die Mängel auf. Am häufigsten wird die ölbeständige Beschichtung des

Auffangraumes beanstandet. Die Mängel müssen in einer vom Sachverständigen festgelegten

Frist durch Fachbetriebe behoben werden.

Auch für die Betreiber von Heizöltankanlagen im Wasserschutzgebiet brachte die Anlagenverordnung

von 1996 Änderungen. Derzeit sind alle oberirdischen Heizöltanks im Wasserschutzgebiet

(ca. 250) mit einem Volumen von mehr als 1.000 Litern prüfpflichtig durch

Sachverständige. Den Betreibern wurden die Änderungen mitgeteilt, woraufhin die Prüfungen

der Tanks veranlasst wurden.

Die Anlagenverordnung enthält auch Anforderungen zum Lagern und Abfüllen von Jauche,

Gülle, Festmist und Silagesickersäften (JGS-Anlagen). Nach der Begehung der 60 landwirtschaftlichen

Betriebe durch das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg 1998/99 hat das Umweltschutzamt

bei einigen der Betriebe Nachkontrollen durchgeführt, weil das Wasserwirtschaftsamt

Mängel festgestellt hatte. Teilweise war die Mängelbeseitigung schon abgeschlossen,

teilweise hat sie sich verzögert, so dass weitere Kontrollen nötig sind.

Zukünftig sind verstärkt Betriebsbegehungen zur Kontrolle des Umgangs mit wassergefährdenden

Stoffen in den Gewerbebetrieben geplant. Desweiteren wird die Dateneingabe der

Anlagen in Betrieben in die EDV-Anlagendatei fortgeführt.

6.4 Bericht des Gewässerschutzbeauftragten

Der Bericht des Gewässerschutzbeauftragten für das Jahr 2000 ist im Anhang 1 abgedruckt.

72 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

7 Natur- und Landschaftsschutz

7.1 Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie)

Die Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und

Pflanzen (92/43 EWG), bekannter unter dem Namen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie oder

kurz FFH-Richtlinie verleiht dem Lebensraum und Artenschutz als erste umfassende Rahmenrichtlinie

auf Europäischer Ebene besonderes Gewicht. Die FFH-Richtlinie ist eines der

zentralen Instrumente, mit denen der Erhalt der biologischen Vielfalt in Europa gesichert

werden soll. Die FFH-Richtlinie wurde bereits am 21. Mai 1992 verabschiedet und mit vier

Jahren Verspätung nach Androhung von Strafzahlungen in Millionenhöhe 1998 im Bundes-

Naturschutzgesetz und im Bayerischen Naturschutzgesetz umgesetzt.

Wichtiges Element der FFH-Richtlinie ist die Bildung eines zusammenhängenden Europäischen

ökologischen Netzes von besonderen Schutzgebieten mit der Bezeichnung "Natura 2000". Ziel

der Richtlinie ist "zur Sicherung der Artenvielfalt durch die Erhaltung der natürlichen Lebensräume

sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen im Europäischen Gebiet der Mitgliedstaaten"

beizutragen (Art. 2.1). Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Erhaltung der biologischen Vielfalt.

Umweltbericht 73


7 Natur- und Landschaftsschutz

Es sollen Maßnahmen ergriffen werden, um "einen günstigen Erhaltungszustand der natürlichen

Lebensräume und wildlebender Tiere und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse zu

bewahren und wieder herzustellen" (Art. 2.2). Diese Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten

sind in den Anhängen der Richtlinie aufgeführt. Geschützt werden sollen europaweit ca. 250

Lebensraumtypen und 200 Tier- und mehr als 350 Pflanzenarten.

Erlenwald

In Bayern sind ca. sechzig Lebensraumtypen, knapp die Hälfte der Tierarten und zwölf Pflanzenarten

von der Richtlinie eingeschlossen, so zum Beispiel Luchs, Biber, Laubfrosch, Fledermäuse,

Frauenschuh und Lebensraumtypen wie Moore, Trockenrasen und verschiedene

Waldtypen wie Buchen-, Schlucht oder Auwälder. Vogelarten sind in der FFH-Richtlinie

nicht eigens aufgeführt, da es für den europaweiten Schutz der Vögel bereits seit 1979 die

Vogelschutzrichtlinie gibt, die unter anderem die Ausweisung besonderer Vogelschutzgebiete

vorschreibt. Die Vogelschutzgebiete sind auch Teil des Netzes Natura 2000.

7.1.1 Das bayerische Dialogverfahren

Die FFH-Gebiete sind durch die jeweiligen Länder in der BRD durch die Bundesländer an die EU

zu melden. Im Frühjahr 1996 wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung

und Umweltfragen der Entwurf einer Vorschlagsliste von 79 Gebieten erstellt, die in Bayern unter

Schutz der FFH-Richtlinie gestellt werden sollen. Die Gebiete in dieser Liste sind bereits alle als

Naturschutzgebiete beziehungsweise Nationalparks geschützt. Von Seiten der Europäischen

74 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

Kommission wurde die Liste als unvollständig angesehen. Daher sollten in einer zweiten Liste

nun noch weitere Gebiete nachgemeldet werden. Hierzu hat das Bayerische Landesamt für Umweltschutz

in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Bezirksregierungen eine fachliche Gebietsauswahl

vorbereitet, die nach Beteiligung des Ministerrats erheblich verkürzt wurde.

Im Januar 2000 wurde danach ein so genanntes „Dialogverfahren“ in Gang gesetzt. Die Städte

und Gemeinden wurden durch das Ministerium in das Auswahlverfahren mit eingebunden. Im

Februar 2000 wurden die Landräte und Oberbürgermeister von Regierungspräsident Inhofer

in Ansbach offiziell über die in Mittelfranken derzeit vorgesehenen Flächen und über den

Ablauf des Dialogverfahrens zur Öffentlichkeitsbeteiligung informiert. In Mittelfranken wurden

1,3 Prozent der Landesfläche als FFH-Gebiet vorgesehen. Grund für die äußerst geringe

Fläche war, dass ABSP-Flächen grundsätzlich nicht erfasst wurden. Nach Ansicht des Bayerischen

Umweltministeriums widerspräche dies dem Bayerischen Weg auf Basis von Naturkonsens,

Kooperation und Freiwilligkeit der seit Mitte der 80-er Jahre gewachsen sein soll.

Die Umsetzungsquote von ABSP-Projekten ist jedoch sehr gering (ca. 10 Prozent) und stellt

natürlich auch keinen Schutzstatus dar.

Wachtelkönig

Parallel hierzu wurde vom Bund Naturschutz landesweit eine so genannte Schattenliste erarbeitet,

von der jedoch auch keine Schwabacher Flächen betroffen waren. Im Rahmen des

Bayerischen Dialogverfahrens konnten vom 28. Februar 2000 bis 28. Mai 2000 beim städtischen

Umweltschutzamt Anregungen und Einwendungen gegen die Vorschläge der Staatsre

Umweltbericht 75


7 Natur- und Landschaftsschutz

gierung vorgebracht werden. Da keine Gebietsvorschläge vorlagen, war lediglich die Möglichkeit

denkbar, dass zusätzliche Flächen gemeldet werden würden. Diese sollten dann wiederum

nach fachlichen Vorgaben eines Ministerratsbeschlusses vom Januar 2000 überprüft

werden. Diese Vorgaben waren im Prinzip ein umfangreicher Ausschlusskatalog.

7.1.2 FFH-würdige Flächen in Schwabach

In der Sitzung vom 7. Februar 2000 wurde die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, ob in

Schwabach Flächen vorhanden seien, die unter die FFH-Richtlinie beziehungsweise die Vogelschutzrichtlinie

fallen könnten. Überprüft würden hierbei vom Umweltschutzamt die Vogelschutzanlage,

die Sandgruben südlich von Wolkersdorf, der Standortübungsplatz am

Eichwasen sowie das Rednitztal. Auf Grundlage der FFH-Kriterien wurde jedoch keine der

überprüften Gebiete als aussichtsreich eingestuft. Vom Umweltausschuss wurde die Verwaltung

beauftragt, der Regierung von Mittelfranken die Sandgruben in Wolkersdorf sowie das

gesamte Rednitztal als schutzwürdige Fläche nach der FFH-Richtlinie zu melden. Von Seiten

der Regierung von Mittelfranken wurde jedoch mitgeteilt, dass die vorgegebenen Kriterien

der Staatsregierung für diese Flächen nicht einschlägig wären.

Standortübungsplatz Eichwasen

76 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

Die Durchführung des Dialogverfahrens bedeutete für die relativ kleine Umweltverwaltung

der Stadt Schwabach eine erhebliche Arbeitsbelastung. Zwei Mitarbeiter wurden für zwei

Tage in Bad Kissingen durch das Staatsministerium im Rahmen eines Lehrgangs als Projektteam

geschult. Für das Dialogverfahren wurden eigens eine Präsentation sowie ein eigenes

EDV-gestütztes Erfassungsprogramm entworfen.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung wurden von Ende Februar bis Ende Mai 2000 verschiedene

Gebietsvorschläge für die Aufnahme als FFH-Gebiet im Rahmen des Dialogverfahrens

eingereicht. Es handelte sich hierbei um das südliche sowie das nördliche Rednitztal, die

Sandgruben bei Wolkersdorf sowie der Standortübungsplatz am Eichwasen. Insgesamt handelt

es sich hierbei um über 70 Vorlagen von Einzelpersonen, die mit dem zur Verfügung

gestellten EDV-Programm erfasst und bearbeitet werden mussten. Die Vorschläge wurden

Ende Mai 2000 an die Regierung von Mittelfranken weitergegeben.

Im August 2000 beschloss die Bayerische Staatsregierung auf Grundlage des Ergebnisses des

Dialogverfahrens die Bayerischen Natura-2000-Gebiete. Die Gebiete wurden am 11. August

2000 dem Bundesumweltministerium der Europäischen Kommission gemeldet. Es handelte

sich hierbei um 536 Natura-2000-Gebiete entsprechend einer Fläche von rund 500.000 Hektar

und einem Anteil von lediglich sieben Prozent der Landesfläche. Im September 2000 wurden

die Flächen vom Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen

den Städten und Gemeinden übersandt. Auf dem Stadtgebiet der Stadt Schwabach wurden

keine FFH-Flächen aufgenommen.

Für die Stadt Schwabach besteht auch keine Möglichkeit, hiergegen vorzugehen, da das von

der Staatsregierung durchgeführte Dialogverfahren lediglich eine freiwillige Beteiligung der

Betroffenen darstellte. Zuständig für die Entscheidung und die Meldung der Flächen ist die

Staatsregierung. Insgesamt lässt sich daher feststellen, dass bei der Stadt Schwabach ein großer

personeller und zeitlicher Aufwand für die Durchführung des Verfahrens und die Schulung

der Mitarbeiter aufzuwenden war. Demgegenüber wurden auf Schwabacher Stadtgebiet

keinerlei Flächen als schutzwürdig anerkannt.

Umweltbericht 77


7 Natur- und Landschaftsschutz

7.2 Artenschutz

Durch die neuen gesetzlichen Regelungen (EU-Recht sowie Bundes-Artenschutz-Verordnung)

fiel die Nachweispflicht für geschützte Tier- und Pflanzenarten mit den so genannten "Cites-

Bescheinigungen" weg. Eine Kontrolle der Züchter und Besitzer findet nur noch über die

Meldepflicht statt. Es zeigte sich, dass Tierhalter über diese Pflicht kaum informiert sind und

ihr nur selten nachkommen.

Von den besonders geschützten Tierarten sind in Schwabach nur Papageien und Schildkröten

gemeldet. Für diese Tiere ist bei jedem Besitzerwechsel eine Ausnahmegenehmigung für die

Weitergabe notwendig.

7.3 Landschaftsbestandteileverordnung

Die für die Stadt Schwabach verpflichtenden regelmäßigen Kontrollen der Landschaftsbestandteile

werden zweimal jährlich von den Mitgliedern der Naturschutzwacht durchgeführt.

Im Schnitt ergeben sich jährlich 10 Feststellungen, denen die Untere Naturschutzbehörde

78 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

nachgehen muss. Überwiegend handelt es sich um Bäume mit fortschreitendem Absterben

und um Schäden durch Wind- und Schneebruch.

7.4 Naturdenkmäler

Im Berichtszeitraum wurde an einem Naturdenkmal ein Pflegeschnitt durchgeführt, der einerseits

der Verkehrssicherheit dienen sollte und andererseits die Vitalität der Bäume verbesserte.

Die Maßnahmen wurden von der Bezirksregierung finanziell gefördert, die Kosten betrugen

4.402,20 DM

7.5 Baumschutzverordnung

Im Berichtszeitraum wurden 416 Anträge auf Fällgenehmigung für 766 Bäume beantragt, für

562 Bäume wurde eine Genehmigung erteilt. Insgesamt wurden die Eigentümer zur Ersatzpflanzung

von 235 neuen Bäumen verpflichtet.

Aus folgenden Gründen wurde eine Beseitigung genehmigt:

Veranlassung durch Neubauten: 6

Bedrohung der Gesundheit: 1

Bauschäden: 102

Beschattung: 10

Bedenkliches Schadensausmaß, Umsturz- und Ausbruchgefahr: 191

Zu dichter Baumbestand: 22

Gefahr für Freileitungen: 3

Grundstück zu klein für den Baum: 47

Zur Ablehnung führten folgende Tatbestände:

Verschmutzung durch Samen, Laub etc.: 8

Geringfügige Wohnungsbeschattung: 1

Zumutbare Beschattung des Grundstücks: 1

Nicht ausreichende Begründung: 38

Abhilfemöglichkeiten: 6

Keine Gefährdung: 25

7.6 Ordnungswidrigkeiten

Bei den einzelnen Umweltrechtsbereichen wurden in den letzten zwei Jahren für folgende

Ordnungswidrigkeiten Bußgelder und Verwarnungen verhängt.

Umweltbericht 79


7 Natur- und Landschaftsschutz

Bereich 1999 2000 2001 Beispiele

Abfallrecht 70 59 63

Baumschutzverordnung 6 4 3

Wasserrecht 2 7 5

Naturschutz-/

Landschaftsschutzgebietsverordnung

3 2 6

Unerlaubte Abfallablagerung,

Wertstoffhofverunreinigungen,

Autowracks

Unerlaubtes Fällen geschützter Bäume,

Beeinträchtigung der Lebenskraft

der Bäume

Gewässerverunreinigungen,

-gefährdungen

Aufschüttungen,

Abgrabungen

usw.

7.7 Naturschutzwacht

Nach wie vor sind in Schwabach vier Naturschutzwächter unterwegs. Diese Herren arbeiten

ehrenamtlich für die Untere Naturschutzbehörde. Die Naturschutzwächter gehen im Stadtgebiet

"auf Streife", um das Gespräch mit den Bürgern zu suchen und Aufklärungsarbeit im Bereich

des Naturschutzes zu leisten. Dabei greifen die Naturschutzwächter auch Verstöße gegen

Umweltvorschriften auf und leiten diese an das Umweltschutzamt weiter.

7.8 Grünordnerische Maßnahmen im Stadtgebiet und Landschaftsgestaltung

7.8.1 Baumpflanzungen im Stadtgebiet

Im Rahmen der öffentlichen Stadtbegrünung sind in den Jahren 2000 und 2001 folgende

Baumpflanzungen erfolgt:











11 Eichen, 2 Apfeldorn und 5 Vogelkirschen sowie 520 Sträucher u. Bodendecker in der

Bahnhofstraße

Säulenpappeln zwischen Untereichenbach und Oberreichenbach

3 Ahornbäume an der Penzendorfer Straße (Gartenheim)

1 Traubenkirsche beim RÜB Badstraße

1 Linde an der Gutenbergstraße

5 Birken an der Penzendorfer Hauptstraße

3 Eichen an der Friedhofszufahrt

1 Linde am Fuchsgraben

4 Vogelkirschen an der Gustav-Heinemann-Straße

21 Eichen Am Kiefernschlag

80 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

















1 Ahorn an der Cellastraße

2 Ahornbäume und 1 Wildbirne an der Schumannstraße

1 Eiche im Eichwasen-Park

1 Robinie an der Hindenburgstraße

2 Linden an der O'Brian-Straße

1 Ulme, 1 Platane und 1 Baumhasel bei der Realschule

1 Ulme und 1 Buche im Landschaftspark-Süd

1 Apfelbaum in der Alten Gärtnerei

2 Ahornbäume in der Gartenheim-Siedlung

2 Vogelbeeren an der Kreuzwegstraße

1 Pappel an der Hans-Sachs-Straße

2 Ulmen und 2 Eschen Am Wasserschloß

2 Ahornbäume, 2 Eichen und 2 Linden bei der Schulvorbereitenden Einrichtung

1 Liriodendron Im Tiefen Tal

1 Eiche an der Berliner Straße

Obstbäume im Nasbachtal

Insgesamt wurden 103 Bäume gepflanzt.

7.8.2 Grünordnerische und ökologische Festsetzungen in Bebauungsplänen

Im Berichtszeitraum (2000/2001) sind in folgenden rechtskräftig gewordenen Bebauungsplänen

grünordnerische und ökologische Festsetzungen erfolgt.


Bebauungsplan S-95-00, Lebensmittelmarkt (EDEKA) an der Nördlinger Straße

(Sondergebiet mit Zweckbestimmung Lebensmittelmarkt)

Innerhalb des Geltungsbereiches sind entlang der Grundstücksgrenzen Bepflanzungen mit

heimischen Großbäumen, Sträuchern und Kleingehölzen vorgesehen. Darüber hinaus sind

im Stellplatzbereich Großbäume angeordnet, die mit Kleingehölzen unterpflanzt werden.

Da der ökologische Ausgleich aufgrund der Art und Größe des Vorhabens nicht komplett

auf dem Grundstück innerhalb des Geltungsbereiches nachgewiesen werden kann, sind

Kompensationsmaßnahmen gem. § 1 a BauGB auf anderen Flächen festgesetzt und diesem

Bebauungsplan zugeordnet worden.

Ein Teil dieses Defizits wird auf einem Grundstück der Gemeinde Kammerstein im Landkreis

Roth kompensiert. Diese Fläche wurde durch einen Optionsvertrag gesichert. Im

Landschaftsplan zum Flächennutzungsplan der Gemeinde Kammerstein ist für das Gebiet

die Durchgrünung der Flur vorgesehen, wobei die Einzelmaßnahmen nicht ortsfest festgelegt

wurden. Der Landschaftsplan wurde im Dezember 2000 zur Genehmigung beim

Landratsamt Roth eingereicht.

Für einen Teil des noch verbleibenden Ausgleichs wurde bereits das im Gewässerentwicklungsplan

vorgesehene Projekt "Siechweihergraben" auf der Flur-Nr. 1098, Gemarkung

Schwabach, Stadt Schwabach durchgeführt.

Umweltbericht 81


7 Natur- und Landschaftsschutz

Siechweihergraben


Bebauungsplan S-94-00, für den südlichen Abschnitt der Walpersdorfer Straße

(Gewerbegebiet mit Einschränkungen)

Die Bepflanzung und Gestaltung der Freiflächen der Baugrundstücke, der öffentlich nutzbaren

Grünflächen und der öffentlichen Verkehrsflächen ist entsprechend den grünordnerischen

Festsetzungen (einheimische Gehölze gemäß Pflanzenliste) vorzunehmen, zu erhalten,

artentsprechend zu pflegen, zu unterhalten sowie bei Verlust von Teilbeständen

(einzelne Bäume, Sträucher, usw.) entsprechend nachzupflanzen.

Entlang der nördlichen Grenze des Grundstückes Flur-Nr. 1318/1 ist als ökologischer

Ausgleich eine ca. 10,0 Meter breite Grünfläche festgesetzt.

Großflächige, geschlossene Fassadenbereiche der Haupt- und Nebengebäude (> = 20 m²)

sind mit Rank- oder Kletterpflanzen zu begrünen. Alle 3 Meter Wandlänge ist eine geeignete

Kletterpflanze vorzusehen.

Bei großflächigen Gebäuden mit flach- oder flachgeneigten Dächern oder Verbindungsbeziehungsweise

Zwischenbauten ist eine extensive Dachbegrünung festgesetzt.

82 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

Die Bepflanzung der privaten Flächen ist spätestens 1 Jahr nach Bezug der Gebäude vorzunehmen.

Für die Vogelschutzanlage im Süden des Geltungsbereiches bestehen Nutzungs- und Erhaltungsgebot

sowie Veränderungsgebot (Art. 4; 5; 6 DSchG). Sie ist als Einzelbaudenkmal

festgesetzt. Die Vogelschutzanlage ist in der Liste der Baudenkmäler für die Stadt

Schwabach wie folgt nachgetragen:

„Vogelschutzpark von Carl Wenglein, Protektor des Weltbundes der Natur- und Vogelfreunde,

ab 1931 angelegte Parkanlage (mit künstlichem Weiher somit Finkenbrücke, Alpinum

mit Carlstor und Heroldpavillion auf Hügel), Flur-Nr. 1275; 1273/2 Gem. Schwabach“.


Bebauungsplan S-26-67, 1. Änderung, für Flur-Nr. 1038 mit der ehemaligen Tabakhalle

an der Albrecht-Dürer-Straße / Waikersreuther Straße (Allgemeines Wohngebiet

und Fläche für Gemeinbedarf)

Für die Straßenbegleitpflanzung in der Albrecht-Dürer-Straße und für die Parkplatzflächen

sind Linden (Tilia cordata) festgesetzt. Für die Begleitpflanzung in der Waikersreuther

Straße und auf der Fläche für den Gemeinbedarf kann zwischen einer Säulen-

Hainbuche (Carpinus betulus „Fastigiata“) und einer Säulen-Eiche (Quercus robur „Fastigiata“)

gewählt werden.

Auf der Gemeinschaftsanlage ist für jeweils 6 Stellplätze mindestens ein großkroniger

Baum zu pflanzen.

Je Privatgrundstück ist pro angefangene 400 Quadratmeter Grundstücksfläche ein kleinbis

mittelkroniger Laubbaum zu pflanzen. Die Baumpflanzungen sind an den der Straßenseite

zugewandten Garten- beziehungsweise Grünflächenbereichen durchzuführen. Die

Grünflächen sind grundsätzlich gärtnerisch zu gestalten. Standort- beziehungsweise landschaftsraumuntypische

Koniferen sind unzulässig. Auf den Flächen besteht ein Nachpflanzgebot.

Die Pflanzungen haben spätestens im zweiten Jahr nach Baufertigstellung

und Bezug zu erfolgen. Die Auswahl aus der Gehölzliste ist frei, andere Arten sind nicht

zulässig.

Vorgartenanlagen zwischen Straße/Zuwegung und Hausfront sind als zusammenhängende

Rasenflächen oder Gärten anzulegen und zu erhalten.

Großflächige, geschlossene Fassadenbereiche der Haupt- und Nebengebäude (> = 20 m²)

sind mit Rank- oder Kletterpflanzen zu begrünen.

Die im Süden des Geltungsbereiches vorhandenen Linden (Biotop-Nr. 427) an der Waikersreuther

Straße sind zu erhalten und dauerhaft zu unterhalten.

Umweltbericht 83


7 Natur- und Landschaftsschutz

Zur Sicherung des Fortbestandes der in dem Geltungsbereich vorkommenden Schwalben

ist im Bereich der vorgesehenen Gemeinbedarfsfläche eine offene Stelle (Lehm) einzuplanen.


Bebauungsplan L-10-82, 1. Änderung, für das Gebiet zwischen Limbacher Straße

und Bahnlinie, östlich des Waldfriedhofes, westlich der Tannhäuser- und Minnesängerstraße

(Allgemeines Wohngebiet)

Für den privaten und öffentlichen Bereich wurden basierend auf § 9 Abs. 1 Ziffer 25

BauGB die üblichen Begrünungs- und Pflanzungsfestsetzungen getroffen.

Die Bepflanzung und Gestaltung der Freiflächen der Baugrundstücke und der öffentlichen

Flächen ist entsprechend den grünordnerischen Festsetzungen (im öffentlichen Bereich:

einheimische Gehölze) vorzunehmen, zu erhalten, artentsprechend zu pflegen, zu unterhalten

sowie bei Verlust von Teilbeständen (einzelne Bäume, Sträucher, usw.) entsprechend

nachzupflanzen. Die Einfriedungen an den Verkehrsflächen sind zu hinterpflanzen.

7.8.3 Gewässerentwicklungspläne

7.8.3.1 Allgemeines

Der Umweltausschuss des Stadtrates hat am 15.11.1999 beschlossen, dass für die Gewässer

3. Ordnung in Schwabach, für deren Unterhalt und Entwicklung die Stadt Schwabach zuständig

ist, nach und nach so genannte Gewässer-Entwicklungspläne (früher: Gewässerpflegepläne)

zu erstellen sind. Ziel solcher Pläne ist die Durchgängigkeit der Gewässer für Gewässerlebewesen

und eine Vorgabe für eine Gewässerentwicklung unter ökologischen und landschaftsgestalterischen

Gesichtspunkten, die auch schrittweise und über einen längeren Zeitraum

umgesetzt werden kann. Sowohl die Erstellung der Pläne als auch die Umsetzung der

Pläne werden staatlich gefördert. Gewässerentwicklungspläne sind zunächst reine Fachplanungen,

bei denen keine öffentlichen Beteiligungen erfolgen und die keinen Rechtscharakter

aufweisen. Erst bei der Umsetzung der Planung können je nach Art und Umfang der Maßnahmen

wasserrechtliche Genehmigungsverfahren erforderlich werden. Die ersten Pläne liegen

vor für den Mittelbach und für den Siechweihergraben zwischen Uigenauer Weg und

Gutenbergstraße.

7.8.3.2 Mittelbach

Der Mittelbach oder Notbach gehört zu einem Gewässersystem westlich der Altstadt, bestehend

aus der Schwabach, dem Nadlersbach und dem Mittelbach. Nadlersbach und Mittelbach

sind Ausleitungen aus der Schwabach und sind künstlich angelegte Gewässer, welche früher

zum Betrieb verschiedener Mühlen entstanden sind. Der Mittelbach dürfte etwa 600 Jahre

bestehen. Er hat einen gestreckten, überwiegend geradlinigen Verlauf und ist seit 1972 ohne

dauerhafte Wasserführung, da die ehemalige Ausleitung aus der Schwabach nicht mehr funk

84 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

tionsfähig war. Im gegenwärtigen Zustand ist der Mittelbach auf weiten Strecken kein Fließgewässer

sondern ein trockener Graben. Ziel der Entwicklungsplanung war die Wiederherstellung

einer möglichst ganzjährigen Wasserführung sowie eine ökologische und landschaftsgestalterische

Verbesserung innerhalb des gesamten Gewässersystems (siehe oben).

Dabei gilt es auch, den historisch begründeten Charakter des Mittelbachs zu erhalten und den

Mittelbach auch weiterhin als künstliches Gewässer erkennbar zu erhalten. Die wichtigsten

geplanten Maßnahmen sind:

Zulauf aus dem Nadlersbach unterhalb den Weihern am nördlichen Talrand bei Unterreichenbach

im Bereich des Wehres. Dabei bleibt unterhalb des geplanten Auslaufes die Abflussmenge

im Nadlersbach erhalten.

Im Oberlauf des Mittelbaches abschnittsweise Aufwertung der Gewässerstruktur durch

Abflachung der steilen Uferböschungen und durch Aufweitung der Gewässersohle; hierbei

können auch tümpelartige Vertiefungen im Mittelbach angelegt werden als Rückzugsmöglichkeiten

für Wasserlebewesen bei sommerlicher Trockenheit.

Im mittleren Verlauf des Mittelbaches zwischen Gartenstraße und Badstraße, wo der Bach

eher einem Straßenentwässerungsgraben gleicht, ist auch eine Verlegung des Mittelbaches

südlich des Kronentraufs des Baumbestandes denkbar. Stellenweise ist ein talseitiger

Uferdamm herzustellen, wo Ausuferungen bei höherer Wasserführung aus dem Mittelbach

in die Talwiesen zu verhindern sind.

Verrohrungen im Bereich der Feldzufahrten und bei Wegüberquerungen sollen durch größer

dimensionierte Durchlässe oder durch Brücken ersetzt werden.

Da entlang des Nadlersbaches und der Schwabach bereits lückenlos Baumbestände und

Ufergehölze vorhanden sind, besteht kein Bedarf auch am Mittelbach in den gehölzfreien

Abschnitten ergänzende Gehölzpflanzungen durchzuführen. Statt dessen ist eine Aufwertung

und eine Erweiterung der krautigen Feuchtvegetation (z. B. Uferstauden, Röhrichtsäume)

am Mittelbach vordringlich, um für den gesamten Talraum eine Aufwertung zu erzielen.

Die Zuläufe und Abläufe des Forstersweihers sollen möglichst als offene Gerinne ausgeführt

werden. Es wird empfohlen, die Teichnutzung zu extensivieren bis hin zur Aufgabe

der Teichnutzung und zum ökologischen Umbau des Forstersweihers.

Empfohlen wird auch eine Extensivierung der Kleingartenanlage bis hin zur Nutzungsaufgabe.

Anlage von Schilf-Klärbereichen zur Wasserqualitätsverbesserung und zur Entwicklung

von Feuchtlebensräumen.

Alle oben genannten Maßnahmen lassen auch eine Verbesserung der Gewässergüte und eine

Erhöhung der Vielfalt an Pflanzen und Tiere im Talraum erwarten.

Um mögliche Gebäudeschäden in der Altstadt durch eine Zunahme der Wasserführung im

Mittelbach auszuschließen, ist sicherzustellen, dass ab dem Weg „Am neuen Bau“ die

Wasserführung auf dem jetzigen Stand gehalten wird. Dies bedeutet, dass die darüber hinaus

Umweltbericht 85


7 Natur- und Landschaftsschutz

gehenden Wassermengen vor der Altstadt mittels eines Verbindungsgrabens zurück in die

Schwabach abgeleitet werden müssen.

7.8.3.3 Kostenschätzung für die geplanten Maßnahmen:

A) Vorrangige Maßnahmen zur Versorgung des Mittelbaches mit Wasser:

1. Überleitungsbauwerk vom Nadlersbach zum Mittelbach,

Anschluss an vorh. Mittelbachgraben und Wegunterquerung

22.380,00 DM

2. Ausleitungsgraben vor der Altstadt in die Schwabach 20.000,00 DM

3. Abschnittsweiser talseitiger Uferdamm zur Verhinderung der Ausuferung 10.000,00 DM

B) Nachrangige Maßnahmen zur ökologischen und gestalterischen Verbesserung:

1. Austausch von engen Rohrdurchlässen zur Verbesserung

der Durchgängigkeit

32.000,00 DM

2. Maßnahmen am Forstersweiher 6.000,00 DM

3. Abschnittsweise Uferabflachungen und Profilaufweitungen 38.000,00 DM

4. Abschnittsweise Verlegung des Baches von der Badstraße an den

südlichen Traufrand der Bäume (ist nicht von zentraler Bedeutung

und kann auch später z. B. als Ausgleichsmaßnahme ausgeführt werden.)

61.700,00 DM

5. Schilf-Klärbereiche 3.500,00 DM

Bis zu 50 Prozent der Kosten sind förderfähig. Die Grundstücke entlang des Mittelbaches

befinden sich zum großen Teil in öffentlichem Eigentum, so dass aus dieser Sicht eine Umsetzung

der Planung erleichtert ist.

Die Maßnahmen A 1 und A 2 bedurften einer wasserrechtlichen Genehmigung; diese liegt

inzwischen vor, so dass nach Vorliegen des Förderbescheides im Jahr 2002 mit den wasserbaulichen

Maßnahmen am Mittelbach begonnen werden kann. Alle geplanten Maßnahmen

sollen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel umgesetzt werden.

7.8.3.4 Siechweihergraben

Der Umweltausschuss hat am 15. November 1999 das Stadtplanungsamt mit der Erstellung

eines Gewässerentwicklungsplanes für den Siechweihergraben östlich des Uigenauer Weges

beauftragt.

Auch der Siechweihergraben führt nur nach stärkeren und längeren Niederschlägen Wasser.

Es handelt sich um einen völlig geradlinigen Graben in einem Wiesental, der im unteren Abschnitt

an der tiefsten Stelle in Talmitte und im oberen Abschnitt, westlich eines Wasserrückhaltebeckens

an den südlichen Talrand verlegt ist. Der Siechweihergraben und die Talwiesen

haben derzeit keine besonders hohe ökologische Wertigkeit, woraus sich größeres Aufwer

86 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

tungspotential ergibt. Das Planungskonzept sieht vor, den Graben insgesamt in die Talmitte

zu verlegen und dort eine flache Mulde von 2 bis 3 Meter Breite herzustellen (Abtrag des

Oberbodens). In dieser vorgegebenen Mulde wird sich der Wasserabfluss selbst seinen Lauf

suchen. Folglich ist zu erwarten, dass im Verlauf der Mulde feuchte Standorte entstehen, wo

sich entsprechende Pflanzen und Tiere ansiedeln werden. Im Verlauf der Mulde können auch

stellenweise Vertiefungen ausgehoben werden, welche längere Zeit Wasser halten. Die Talränder

sind im unteren Abschnitt größtenteils mit Bäumen und Hecken gut besäumt. Im oberen

Abschnitt fehlen an den Talrändern Gehölze und die Talwiesen grenzen unmittelbar an die

Äcker im Süden und an die Bebauung des Neubaugebietes im Norden an. Hier sieht die Planung

Talrandbepflanzungen mit heimischen Hecken im Wechsel mit offenen Wildgras-

Standorten vor. Ein weiteres Ziel ist die Extensivierung der Talwiesen zur Förderung der Artenvielfalt.

Es bietet sich an, die Umsetzung der Planung in das „Ökokonto“ einzubuchen und

als Ausgleichsmaßnahme im Rahmen der Bauleitplanung vorzusehen. In diesem Fall scheidet

jedoch eine staatliche Maßnahmenförderung aus. Der Abschnitt östlich des Rückhaltebeckens

befindet sich in städtischem Eigentum und ist an den Landschaftspflegeverband verpachtet. In

diesem Abschnitt konnte die Planung bereits im November 2002 realisiert werden. Die Finanzierung

erfolgte im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme für die Genehmigung des Supermarktes

an der Nördlinger Straße. Die Wiesengrundstücke westlich des Rückhaltebeckens

sind in Privateigentum. Dort ist eine Umsetzung der Planung derzeit nicht absehbar.

7.8.3.5 Ausblick

Die nächsten Gewässerentwicklungspläne für den Zwieselbach und den Baimbach sind an ein

Planungsbüro vergeben worden. Diese Pläne werden voraussichtlich im Juli 2002 vorliegen.

7.9 S-Bahn-Bau

Der Bau der S-Bahn mit umfangreichen Eingriffen in Natur und Landschaft wurde zwischenzeitlich

weitgehend abgeschlossen. Mit der Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen überwiegend

im Rednitztal, wurde inzwischen begonnen.

7.10 Eingriffsregelung

Anfang 2000 hat der Stadtrat beschlossen, die Bewertung von Eingriffen in Natur und Landschaft

sowie die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nach der Werteliste nach Biotop- und

Nutzungstypen durchzuführen, die sich an der in der Städteachse benutzten Bewertungsliste

orientiert. Seit Januar 2000 wurden danach alle Eingriffe in Natur und Landschaft (sowohl der

Bauleitplanung als auch Einzelvorhaben im Außenbereich) nach diesem Bewertungsschema

beurteilt.

In drei Bebauungsplänen (an der Herderstraße, nördlich der Fürther Straße sowie an der

Nördlinger Straße) wurde das Verfahren bereits angewendet und Ausgleichsflächen festgelegt.

Umweltbericht 87


7 Natur- und Landschaftsschutz

Für kleinere Vorhaben, die ebenfalls als Eingriff in Natur und Landschaft zu bewerten sind

(Wegebau, Bauvorhaben im Außenbereich) besteht die Möglichkeit, eine Zahlung an den

Naturschutzfonds festzusetzen. Dieses Geld kann dann gebündelt eingesetzt werden, um Ausgleichsmaßnahmen

durchzuführen. Bisher wurden ca. 35.000 Mark an Ausgleichszahlungen

an den Naturschutzfonds geleistet, von denen bisher 2.000 Mark wieder für Maßnahmen eingesetzt

wurden.

Ausgleichszahlungen sind allerdings nur möglich, wenn der Ausgleich aufgrund der Eingriffsgröße

so geringfügig ist, dass eine sinnvolle Maßnahme mit Grundstückskauf nicht

möglich ist oder wenn der Eingreifer nachweisen kann, dass ein Ankauf einer Fläche und

Durchführung einer Ausgleichsmaßnahme nicht möglich sind.

7.11 Ökoflächenkataster

Aufgrund des Naturschutzgesetzes hat das Bayerische Landesamt für Umweltschutz die Aufgabe,

ein Ökoflächenkataster zu führen, das alle ökologisch bedeutsamen Flächen in Bayern

enthält. Das Kataster setzt sich vor allem zusammen aus den im Vollzug der Eingriffsregelung

festgesetzten Ausgleichs- und Ersatzflächen, den zu Naturschutzzwecken angekauften Flächen

oder ökologisch wertvollen Flächen in öffentlichem Besitz. Die Untere Naturschutzbehörde

ist verpflichtet, alle von ihr festgelegten Ausgleichs- und Ersatzflächen sowie ökologisch

wertvolle Flächen im städtischen Besitz in einem speziellen EDV-Programm zu erfassen

und regelmäßig zusammen mit Karten an das LfU zu übermitteln.

Im Berichtszeitraum hat die Untere Naturschutzbehörde Schwabach 21 Flächen mit einer Fläche

von über 110.000 Quadratmetern erfasst und weiter geleitet. Überwiegend handelte es

sich dabei um Ausgleichs- und Ersatzflächen beziehungsweise um Flächen, die der Landschaftspflegeverband

Schwabach nach ökologischen Kriterien bewirtschaften lässt.

7.12 Planungen im Naturschutz und in der Landschaftspflege

7.12.1 Arten- und Biotopschutzprogramm

ABSP für kreisfreie Städte

Das Arten- und Biotopschutzprogramm ist fertig gestellt und wurde im Oktober 2000 vom

Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen dem Stadtrat und der Öffentlichkeit

übergeben. Es stellt die Situation von Natur und Landschaft in Schwabach erschöpfend

dar und gibt Hinweise für die Umsetzung von Planungen zur Verbesserung.

88 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

An dieser Stelle wird darauf verzichtet, den Inhalt des ABSP zu beschreiben, es liegt in Form

einer CD und von 2 Bänden vor. Die Bände können im Umweltschutzamt der Stadt Schwabach

eingesehen werden.

7.12.1.1 Arten und Biotopschutz - Bestand, Bewertung, Ziele und Maßnahmen

Bestand:

Die Darstellung der Bestandssituation der Arten und Lebensräume erfolgt auf der Grundlage

einer flächendeckenden Struktur- und Nutzungstypenkartierung im Maßstab 1 : 10.000. Für

die vollständige Erfassung der naturschutzrelevanten Lebensräume und Artvorkommen

(ABSP-Objekte) wird der aktuelle Datenbestand ausgewertet.

Dieser beinhaltet Daten aus:

Stadtbiotopkartierung

Artenschutzkartierung

Fachliche Gutachten, Diplomarbeiten

Pflege- und Entwicklungspläne, Gewässerpflegepläne

Umweltverträglichkeitsstudien, Landschaftspflegerische Begleitpläne

Umweltbericht 89


7 Natur- und Landschaftsschutz

Neben der Darstellung von naturschutzfachlich bedeutsamen Lebensräumen werden auch

besondere Artvorkommen, für die eine Abgrenzung ihres Lebensraumes nicht sinnvoll möglich

ist, symbolhaft dargestellt. Dies gilt z. B. für Brutgebiete des Neuntöters oder Lebensräume

von Feldhase und Rebhuhn.

Bewertung:

Die Bewertung der ABSP-Objekte erfolgt in einer 4-stufigen Skala:

Landesweit bedeutsam:

Überregional bedeutsam:

Regional bedeutsam:

Lokal bedeutsam:

Lebensräume mit bayernweiter Bedeutung für den Artenund

Biotopschutz, z. B. Vorkommen von in Bayern vom

Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tierarten

Lebensräume mit für den Naturraum überdurchschnittlicher

Ausstattung beziehungsweise mit besonderen Vorkommen

von in Bayern stark gefährdeten Tier- und

Pflanzenarten

Für den Naturraum gut strukturierte Lebensräume, zum

Teil mit Vorkommen gefährdeter Arten

Lebensräume mit Trittsteinfunktion im Biotopverbund

90 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

Ziele und Maßnahmen:

Im ABSP für Städte werden Ziele flächendeckend für das gesamte Stadtgebiet formuliert und

dargestellt. Neben flächenscharfen Zielaussagen sind insbesondere die Ziele für den linearen

Biotopverbund von Bedeutung. Aussagen aus dem Bereich des abiotischen Ressourcenschutzes

dienen außerdem als Grundlage z. B. zum Entwicklungspotential von Standorten zu Trokken-

oder Feuchtlebensräumen.

7.12.1.2 ABSP-Projekte

Neben dem Großprojekt "SandAchse Franken" siehe Punkt 7.13.2.1 sollen in Schwabach die

Projekte "Entwicklung und Erhalt der Streuobst- und Heckenlandschaft im westlichen Stadtgebiet

von Schwabach", "Mainbachtal", "Östliches Schwabachtal" umgesetzt werden. Federführend

wird hier der Landschaftspflegeverband Schwabach sein.

7.12.2 Landschaftsplangutachten

Mit der Novellierung des Baugesetzbuches zum 1. Januar 1998 hat der Gesetzgeber die sogenannte

Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung des Naturschutzrechtes in das Baurecht integriert.

Dies macht grundsätzlich die Darstellung und Sicherung geeigneter Flächen für Aus

Umweltbericht 91


7 Natur- und Landschaftsschutz

gleichsmaßnahmen auf Flächennutzungsplanebene sowie auch konkrete Festsetzungen in Bebauungsplänen

erforderlich.

Gemäß Bayerischem Naturschutzgesetz sind die örtlichen Erfordernisse und Maßnahmen zur

Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Landschaftsplänen

als Bestandteile der Flächennutzungspläne darzustellen und in Grünordnungsplänen als Bestandteile

der Bebauungspläne festzusetzen. Darüber hinaus sind Landschaftsplan und

Grünordnungspläne von der Gemeinde auszuarbeiten und aufzustellen, sobald und soweit dies

aus Gründen des Naturschutzes und der Landschaftspflege erforderlich ist (Art. 3 Abs. 2

BayNatSchG).

Dieses Erfordernis ergibt sich aus dem Baugesetzbuch (neu 1998), wonach der Ausgleich der

zu erwartenden Eingriffe in Natur und Landschaft u.a. durch geeignete Darstellungen im Flächennutzungsplan

vorbereitet wird (vgl. § 1 a Abs. 3 BauGB i. V. m. § 5 Abs. 2 a BauGB).

Vor diesem Hintergrund ist der Landschaftsplan als Bestandteil des rechtswirksamen Flächennutzungsplanes

der Stadt Schwabach aus dem Jahre 1983 zu prüfen und durch Neuaufstellung

/ Fortschreibung den aktuellen Erfordernissen anzupassen. Als erster Schritt war daher

die Vergabe eines landschaftsplanerischen Gutachtens (entspricht inhaltlich einem Landschaftsplanentwurf)

vorgesehen.


Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung

Durch die Integration der Naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung in das Baugesetzbuch sind

zur Sicherung geeigneter Flächen für die sogenannten Ausgleichsmaßnahmen entsprechende

Aussagen im Flächennutzungsplan beziehungsweise Landschaftsplan erforderlich.

Um geeignete Flächen und die darauf sinnvollen Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele

des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu ermitteln, ist der Landschaftsplan das geeignete

Instrument. Er ermöglicht es, Maßnahmen zur Vermeidung, zum Ausgleich oder zum

Ersatz der zu erwartenden Eingriffe in Natur und Landschaft darzustellen; gleichzeitig ist er

Bestandteil des Flächennutzungsplanes und entfaltet auch dessen Rechtswirkung (siehe auch

Art. 3 Abs. 2, 4 und 5 BayNatSchG). Die vom Gesetzgeber im Baugesetzbuch`98 avisierte

Verankerung von Ausgleichsflächen/-maßnahmen durch entsprechende Aussagen im Flächennutzungsplan

kann dadurch umgesetzt werden.


Ermittlung von Potentialen für die künftige Bauflächenentwicklung in Schwabach

(Gewerbe, Wohnen u. a.)

Neben der Ermittlung geeigneter Flächen im Sinne der Naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung

ermöglicht es die Neuaufstellung / Fortschreibung des Landschaftsplanes gleichzeitig,

aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes wenig bis unbedenkliche Flächen im Hinblick

auf die zukünftige bauliche Entwicklung der Stadt Schwabach zu erkunden. Durch die in den

vergangenen zwei Jahrzehnten vollzogene bauliche Entwicklung, begleitet von erforderlich

92 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

gewordenen Flächennutzungsplanteiländerungen, und die Umsetzung von Maßnahmen aus

dem Bereich des Naturschutzes und der Landschaftspflege, haben sich im Schwabacher

Stadtgebiet Strukturen entwickelt und Potentiale ggf. verschoben, die es erforderlich machten,

auch hinsichtlich der weiteren potentiellen Bauflächenentwicklung Bilanz zu ziehen und die

Aussagen des Landschaftsplanes von 1983 auf ihre Verwertbarkeit und Stimmigkeit für die

Zukunft hin zu überprüfen.

Auch aus diesem Grunde ist die Neuaufstellung / Fortschreibung des Landschaftsplanes für

die Stadt Schwabach erforderlich. Als Grundsatz ist dabei zu beachten, dass die im Flächennutzungsplan

dargestellten Bauflächen bestehen bleiben sollten.


Schlussbetrachtung

Aus den in den vorangegangenen Kapiteln dargestellten Sachverhalten zeigt sich sehr deutlich

die Notwendigkeit der Neuaufstellung / Fortschreibung des Landschaftsplanes der Stadt

Schwabach.

Dabei wurde zunächst in einem ersten Schritt die Vergabe eines Landschaftsplangutachtens

beschlossen, welches inhaltlich die Qualität eines Landschaftsplanes hat und somit die beschriebenen

Flächenaussagen trifft, aber noch kein Beteiligungsverfahren durchlaufen hat; das

Gutachten soll aber dazu geeignet sein, ohne weitere Vorarbeiten in einem weiteren Schritt

ein entsprechendes Verfahren zu durchlaufen.


Fazit

Beim nun vorliegenden Landschaftsplangutachten handelt es sich um ein Gutachten, das die

Potentiale von Natur und Landschaft aufzeigt. Darüber hinaus zeigt es Möglichkeiten auf, wie

und an welcher Stelle der Zustand von Natur und Landschaft verbessert werden kann. Dieses

Gutachten stellt im Verfahren zur Gesamtfortschreibung des Schwabacher Flächennutzungsplanes

mit integriertem Landschaftsplan einen Baustein aus einer Fülle von zu berücksichtigenden

und zu prüfenden Belangen dar, nämlich die Belange von Natur und Landschaft. Im

Rahmen des Gesamtfortschreibungsverfahrens zum Flächennutzungsplan für die Stadt

Schwabach erhalten die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Schwabach von Gesetzes wegen

die Möglichkeit, die Planunterlagen einzusehen und dazu Stellung zu nehmen. Zu gegebener

Zeit werden diese Dar- beziehungsweise Auslegungszeiten frühzeitig im Amtsblatt der Stadt

Schwabach bekannt gemacht.

7.13 Landschaftspflegeverband Schwabach e.V.

In den letzten Jahren hat die Zahl der vom Landschaftspflegeverband betreuten Flächen kontinuierlich

zugenommen (siehe Diagramm). Dabei ist zu beobachten, dass zunehmend private

Flächeneigentümer die Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband suchen. Auch in

Umweltbericht 93


7 Natur- und Landschaftsschutz

diesem Berichtszeitraum befinden sich über die Hälfte der dazugekommenen Flächen in Privatbesitz

von Landwirten oder anderen Grundeigentümern.

Vom Landschaftspflegeverband betreute Flächen in Hektar

20,00

16,00

12,00

8,00

4,00

0,00

2,64

2,64 2,44

5,08 1,43

6,51 2,86

9,36 1,91

11,27 1,87

13,14 2,81

15,95 2,01

17,96 2,12

bis 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Zuwachs

Betreute Fläche [ha]

7.13.1 Biotope

Eine ausführliche Beschreibung der in Schwabach auftretenden Biotoptypen und der Zielsetzungen

des Naturschutzes findet sich im ABSP (Arten- und Biotopschutzprogramm) der Stadt

Schwabach. Eine ausführliche Beschreibung dieser Grundlagen des Naturschutzes in Schwabach

erübrigt sich daher im Umweltbericht.

7.13.2 Umsetzung

Das ABSP bietet zwar nahezu flächendeckend Vorschläge zur Verbesserung des Naturhaushaltes,

doch werden entsprechend der ökologischen Bedeutung bei der Umsetzung deutliche

Schwerpunkte gesetzt. Diese ergeben sich aus der Flächengröße und Häufigkeit der vorhandenen

Biotope, dem Vorkommen besonders seltener Tier- und Pflanzenarten sowie dem Potential

zur Entwicklung weiterer Biotope.

Vor allem sind folgende Strukturen und Biotope zu nennen:

1. Rednitz (wird vom Wasserwirtschaftsamt betreut)

2. Standortübungsplatz (steht unter Bundesverwaltung)

3. Sandlebensräume überwiegend im Osten von Schwabach

94 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

4. Schwabach (nach der Renaturierung im Westen und der Altstadt von Schwabach derzeit

für das Wasserwirtschaftsamt aus wasserwirtschaftlicher Sicht kein Vorranggebiet, jedoch

naturschutzfachlich von großer Bedeutung)

5. Mainbachtal mit anschließendem Waldgebiet

6. Strukturreiche Kulturlandschaft am Weinberg, um Unterreichenbach, und um Oberbaimbach

Pflege und Entwicklung der Sandlebensräume erfolgen im Rahmen des ABSP-Großprojektes

SandAchse Franken. Die drei letztgenannten Biotoptypen beziehungsweise Landschaften wurden

vom Landschaftspflegeverband in Absprache mit der Unteren und Höheren Naturschutzbehörde

als Handlungsschwerpunkte ausgewählt und als ABSP- Umsetzungsprojekte angemeldet.

Derartige Umsetzungsprojekte genießen bei der Beantragung von Fördermitteln Priorität und

werden durch den Freistaat Bayern finanziell und logistisch unterstützt.

7.13.2.1 SandAchse Franken - Biotopverbund für Sandmagerrasen

Sandmagerrasen sind ein typisches Landschaftselement entlang der Flüsse Rednitz, Pegnitz und

Regnitz. In den letzten Jahrzehnten ist dieser Biotoptyp stark zurückgegangen, die verbliebenen

Standorte sind heute voneinander abgeschnitten und deshalb gefährdet. Der Deutsche Verband

für Landschaftspflege hat daher ein ABSP-Großprojekt initiiert, um diese für den Naturschutz

besonders bedeutsamen Biotope von Weißenburg bis Bamberg wieder zu vernetzen. Das derzeit

größte Bayerische Naturschutzprojekt wird überwiegend vom Bayerischen Naturschutzfonds

aus Mitteln der Glücksspirale mit einem Fördersatz von 75 % bis 85 % finanziert. Offizieller

Projektstart war der 1. Juli 2000, vorläufiger Abschluss ist der 1. Juli 2005. Näheres ist auf der

sehr gelungenen Homepage des Projektes (www.sandachse.de) nachzulesen.

Der Umweltausschuss der Stadt Schwabach hat in seiner Sitzung am 27. September 1999 einstimmig

beschlossen, sich an dem Projekt zu beteiligen und den Landschaftspflegeverband

bei der Umsetzung zu unterstützen.

7.13.2.2 Projekterfolge in Schwabach

7.13.2.2.1 Öffentlichkeitsarbeit

Im Schwabacher Tagblatt wurde bereits in zahlreichen Artikeln über das Projekt berichtet. Mit

dem Sonderpädagogischen Förderzentrum wurde im Bereich der schulvorbereitenden Einrichtung

ein kleiner Sandmagerrasen angelegt. Die Kinder des Förderzentrums waren an der Anlage

beteiligt und beobachten nun im Rahmen von Unterrichtseinheiten dessen Entwicklung.

Umweltbericht 95


7 Natur- und Landschaftsschutz

Im Rahmen des Kinderferienprogrammes der Stadt wurde im Sommer 2001 eine ganztägige

Veranstaltung durchgeführt. Unter dem Titel „Wie Sand am Meer“ nahmen Jugendliche das

Angebot wahr, Tiere, Pflanzen und Standortverhältnisse der Sandlebensräume mit Stereomikroskop,

Kescher und Bohrstock zu erforschen.

7.13.2.2.2 Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen

Gemeinsam mit der „Sandagentur“, einer Einrichtung, die die örtlichen Projektträger bei Verhandlungen

mit Firmen unterstützt, konnte die Autobahndirektion Schwabach gewonnen werden,

Pflegeempfehlungen zur Entwicklung von Sandlebensräumen umzusetzen. Dabei konnten

ca. 0,4 ha Sandmagerrasen wiederhergestellt werden. Auf Grund der Lage direkt neben der

Autobahn ist der Wert dieser Flächen zwar eingeschränkt, doch konnten bereits nach einem Jahr

Zielarten wie die Sandgrasnelke, der Bauernsenf und die Heidenelke aufgefunden werden.

Derzeit laufen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG, um auch im Bereich der Bahnlinie

Nürnberg - Roth Sandlebensräume zu schaffen.

Weiter wurden eine Reihe kleinerer Sandbiotope neu angelegt bzw. gepflegt. Ein Beispiel hierfür

ist die Anlage eines Biotops auf der Abdeckung einer alten Bauschuttdeponie bei Neuses. Hier

wurde eine kleine Teilfläche mit einer bis zu einem Meter mächtigen Sandschicht überdeckt. Da

die Einwanderung typischer Sandpflanzen normalerweise nur sehr langsam erfolgt, wurde auf

dem Sand samenhaltiges Material aus dem Naturschutzgebiet Hainberg ausgebracht, das dort bei

Pflegearbeiten anfiel. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass selbst dann, wenn die

typischen Arten der Sandvegetation erfolgreich angesiedelt werden können, die Qualität dieser

Ersatzbiotope gegenüber natürlich entstandenen Sandmagerrasen zunächst geringer ist. Bis auch

die Tierwelt diese Standorte wieder besiedelt, können viele Jahrzehnte vergehen.

96 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

7.13.2.2.3 Entwicklungskonzepte und Begleituntersuchungen

Im Auftrag der Stadt Schwabach hat der Landschaftspflegeverband ein Entwicklungskonzept

für die auch im Stadtgebiet von Schwabach hochgradig vom aussterben bedrohte Knoblauchkröte

vergeben. Die Ergebnisse werden im Sommer 2002 vorliegen.

Sandbiotope, die neu angelegt wurden oder auf denen Pflegemaßnahmen stattfinden, werden

durch die Biologen des Umweltschutzamtes und des Landschaftspflegeverbandes auf ihren

Bestand an Pflanzenarten untersucht.

Auf einem von der Autobahndirektion entbuschten Sandmagerrasen wurde im Rahmen einer

Diplomarbeit die Insektenfauna untersucht. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2002 vorliegen.

7.13.2.3 Projekt Östliches Schwabachtal

Wegen der hohen Bedeutung für den Biotopverbund und den dort lebenden seltenen Tierarten

wie zum Beispiel der Grünen Keiljungfer (einer stark bedrohten Libellenart) und dem Schneider

(einer ebenfalls gefährdeten Fischart) wurde die Schwabach im ABSP als Biotop von überregionaler

Bedeutung eingestuft. Das Wasserwirtschaftsamt hat in den letzten Jahren mit hohem

Aufwand die Schwabach in der Altstadt und im Westen von Schwabach renaturiert. Darüber

hinaus liegen im Westen von Schwabach ausgedehnte Wasserschutzgebiete, die eine extensive

Nutzung der dortigen Wiesen gewährleisten.

Im östlichen Schwabachtal wurden vom Wasserwirtschaftsamt nur kleinere Teilbereiche aufgebessert,

da der Fluss hier nicht so schlecht strukturiert war. Für den Naturschutz und die

Landschaftspflege bietet sich hier jedoch noch ein weites Handlungsfeld.

Ziele des Projektes sind der Erhalt und die Entwicklung eines gut strukturierten Flusses, die

dauerhafte Erhaltung einer nach Möglichkeit extensiven Wässerwiesenwirtschaft sowie die

Entwicklung der trockenen, sandigen Terrassenkanten.

Da sich hier große Flächen im Eigentum der Stadt Schwabach befinden, bietet es sich an, mit

relativ geringem Aufwand große ökologische Verbesserungen zu erreichen.

Im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen für die neue Kläranlage wurden bereits früher im

Bereich der Mündung der Schwabach und an der alten Kläranlage in größerem Umfang ökologische

Aufwertungen vorgenommen.

Im Jahr 2001 hat der Landschaftspflegeverband zwei an die Schwabach grenzende Wiesengrundstücke

übernommen und mit der Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen begonnen. Neben

der Pflanzung von Kopfweiden und der Extensivierung der Wiesen ist die Verbesserung

der Gewässerstruktur und der Verbreiterung des Auwaldsaumes Ziel der Maßnahmen.

Umweltbericht 97


7 Natur- und Landschaftsschutz

Auf einer weiteren, im Ausgangszustand brennesseldominierten Fläche, die von der Stadt zur

Verfügung gestellt wurde, soll durch Ausmagerung eine extensive Wiese entstehen. Dabei

konnten bereits deutliche Erfolge erzielt werden

Biotopanlage auf dem Grundstück des Landschaftspflegeverbandes im Schwabachtal: Mit einem Landwirt werden

in der Grasnarbe offene Bodenstellen geschaffen und mit Reisig abgedeckt. Anfliegende Samen von Weiden

und Erlen der Umgebung können hier Keimen und mit der Zeit den Auwaldgürtel der Schwabach verbreitern.

7.13.2.4 Projekt Mainbachtal

Das Mainbachtal wird kontinuierlich weiter entwickelt. Mittlerweile betreut der Landschaftspflegeverband

dort acht Einzelflächen, darunter auch die Landschaftsbestandteile 90 (Teilbereiche

) und 91. Die gesamte Talaue ist im Arten- und Biotopschutzprogramm als Biotop von

regionaler bzw. von überregionaler Bedeutung eingestuft. Im Berichtszeitraum wurde durch

das Straßenbauamt eine Ausgleichsmaßnahme im Kontakt zum LB 90 umgesetzt und damit

dieser ökologisch besonders hochwertige Bereich vergrößert.

In nächster Zeit soll im Auebereich ein weiteres Grundstücke durch eine Ausgleichsmaßnahme

der Stadt Schwabach aufgewertet werden.

98 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

In den nächsten Jahren sollen die Grundstückseigentümer verstärkt über die Möglichkeiten des

Vertragsnaturschutzprogramms informiert werden. In den ökologisch besonders wertvollen Kernbereichen

soll das Programm „Landschaftspflegerichtlinien“ verstärkt zum Einsatz kommen.

In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Roth, dem Landschaftspflegeverband

Mittelfranken und den Nachbargemeinden sollen auch die Bachabschnitte

außerhalb des Stadtgebietes von Schwabach ökologisch verbessert werden.

Wichtige Ziele des Projektes sind:

Erhalt und Verbesserung der Durchgängigkeit des Gewässers für gewässergebundene Organismen

(d.h. möglichst keine Verrohrungen, keine vollständige Einleitung des Baches in

Teiche, Fischtreppen an größeren Abstürzen etc.).

Verbesserung der Wasserqualität

Erhalt des typischen Keuperbachtales

Stabilisierung der noch dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, die für Nasswiesen,

Magerrasen, Moore und Fließgewässer typisch sind.

7.13.2.5 Projekt Strukturreiche Kulturlandschaft am Weinberg, um Unterreichenbach und

um Oberbaimbach

Prägend für die strukturreiche Kulturlandschaft sind Obstbäume, Hecken und Einzelbäume, aber

auch Feldraine und extensiv genutzte Wiesen. In Schwabach bieten sie nicht nur seltenen Tieren

wie dem Wendehals und dem Neuntöter und Pflanzen wie der Weinberg-Tulpe Lebensraum. In

besonderer Weise eignen sie sich auch für die Naherholung der Schwabacher Bevölkerung.

Im Berichtzeitraum konnte eine weitere mit Hecken umfriedete Streuobstwiese bei Unterreichenbach

angelegt werden. In einer weiteren Streuobstfläche wurden zehn Bäume nachgepflanzt.

Die 1998 begonnene Erfassung der in Schwabach vorhandenen alten Obstsorten wurde fortgesetzt.

Dabei wurden weitere seltene Obstsorten gefunden. Der Erhalt dieser Sorten soll durch

Veredelung sogenannter Unterlagen mit Reisern der alten Bäume gewährleistet werden.

Die Betreuung von über 40 Obstbaumpatenschaften in Oberbaimbach wurde fortgesetzt.

Weiterhin wurden auch umfangreiche Heckenpflegemaßnahmen durchgeführt. Dabei wurden

Teilbereiche der Hecken „auf den Stock gesetzt“ (d. h. etwa 20 bis 50 cm über den Boden geschnitten),

um eine Überalterung zu vermeiden, die zum Absterben der Sträucher führen kann.

7.13.2.6 Sonstige Pflegeflächen

Auch außerhalb der Projektgebiete betreut der Landschaftspflegeverband eine Reihe von

Biotopen. Vorherrschende Maßnahme war die Pflegemahd von Grünland unterschiedlicher

Ausprägung. Beispiele sind die Streuwiesen im LB 10 bei Wolkersdorf und im LB 82 bei

Schaftnach. Ohne diese Pflege käme es in den Biotopen zu Nährstoffanreicherung mit der

Umweltbericht 99


7 Natur- und Landschaftsschutz

Folge, das Brennesseln die typischen Arten der Streuwiesen wie Mädesüß und Blutweiderich

verdrängen würden.

Besonders hervorzuheben ist die Anlage eines Amphibientümpels im LB 36 (Schießplatz in der

Brünst) im Winter 2000/2001. Ein dort existierender Tümpel mit großer Bedeutung für Frösche ,

Kröten und Molche war mit der Zeit verlandet. Mit Genehmigung des Bundesforstes wurde nun

in der Nachbarschaft des alten Tümpels ein neues Laichgewässer ausgeschoben. Daneben wurden

dort in einem kleinen Bereich auch eine Pflegemahd sowie Entbuschungsmaßnahmen durchgeführt,

um dieses ökologisch besonders bedeutsame Biotop zu erhalten.

Die Entwicklung der 1996 vom Landschaftspflegeverband renaturierten Weiher am Wolkersdorfer

Wasserschloß macht weitere Fortschritte. Insbesondere der Schilfgürtel und die Uferbereiche

mit Großseggen (Sauergräsern) und Binsenbulten haben sich gut entwickelt. Ein

Drittel des Schilfgürtels wird jährlich wechselnd im Winter gemäht, um einer Verbuschung

und Nährstoffanreicherung vorzubeugen. Probleme bereiten die zahlreichen Enten, die durch

die sicher gut gemeinte übermäßige Fütterung durch die Wolkersdorfer Bevölkerung angelockt

werden. Der Kot der bis zu 50 Tiere und das nicht gefressene Futter führen zu einer Überdüngung

des Wassers. Darüber hinaus fressen die Enten als Beikost auch die Larven von

Wasserinsekten und Kaulquappen. Störend haben sich auch die zahlreichen Baumaßnahmen

an der Straße am “Am Wasserschloß“ ausgewirkt.

Am ebenfalls 1996 angelegten Altarm an der Volkach wurde im Februar 2002 ein Erlengebüsch

entfernt, um Teilbereiche des Biotops für lichtbedürftige Pflanzen und Tiere als Lebensraum

zu erhalten.

Beispiele für Maßnahmen an Fließgewässern war die Pflegemahd des Schilfgürtels am Mittelbach

nahe der alten Linde und die Grabenaufweitung des parallel zum Mühlbach verlaufenden

Grabens im Tal der Volkach.

100 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

Grabenaufweitung im Tal der Volkach: Durch den gestuften Aufbau der Böschung entstehen Sumpfzonen, in

denen Binsen und Hochstauden wie das Mädesüß bestens gedeihen können. Durch den leicht geschwungenen

Verlauf wird auch das Landschaftsbild aufgewertet.

7.13.3 Agenda 21

Im Rahmen der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte beteiligt sich der Landschaftspflegeverband

am Arbeitskreis „Regionale Wirtschaftskreisläufe“, in dem der Geschäftsführer als

Sprecher fungiert. Dabei steht für den Landschaftspflegeverband der Erhalt der bäuerlichen

Landwirtschaft mit einer naturverträglichen Landnutzung im Vordergrund. Wichtigstes Projekt

war dabei die Vorstellung eines „Produktes des Monats“, in dem überwiegend landwirtschaftliche

Erzeugnisse und weiterverarbeitende mittelständische Betriebe wie Mühlen und

Bäckereien in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gestellt wurden ( siehe auch Kapitel 8.1.5

„Forum Regionale Wirtschaftskreisläufe“). Höhepunkte waren dabei eine Reihe größerer öffentlicher

Veranstaltungen:

Kartoffelfeuer mit der Möglichkeit, Kartoffeln selber zu ernten im September 2000 und

2001: beide Veranstaltungen wurden gut angenommen und trugen dazu bei, die Aufmerksamkeit

auf dieses Regionalprodukt, das in Schwabach in bester Qualität angebaut werden

kann, zu lenken.

Der Regionalmarkt am 9. Oktober 2000 und am 30. September 2001, bei dem der Landschaftspflegeverband

als Mitveranstalter auftrat. Das gemischte Angebot aus lokalen Pro

Umweltbericht 101


7 Natur- und Landschaftsschutz

dukten unserer Landwirtschaft, Essen, Trinken, Unterhaltung und Information sorgten bei

beiden Veranstaltungen bis in den Nachmittag für lebhaften Andrang. Der Landschaftspflegeverband

beteiligte sich unter anderem mit einer Apfelsortenausstellung und dem

Verkauf von Streuobst.

Auch im Bereich der Umweltbildung war der Landschaftspflegeverband aktiv. In den Jahren

2000 und 2001 wurden insgesamt sieben Veranstaltungen im Rahmen des Kinderferienprogrammes

der Stadt angeboten. Spielerisch lernen Kinder und Jugendliche dabei die Natur

kennen und verstehen.

7.14 Forstwirtschaft in Schwabach

7.14.1 Umweltbericht der Stadtförsterei zu den Jahren 2000/2001

Der Forstbetrieb der Stadt Schwabach mit einer Fläche von etwa 321 ha Waldbesitz hatte in

den vergangen Jahren wieder sehr umfangreiche Aufgaben zu bewältigen.

Im Stadtwald und Hospitalstiftungswald wurden wie in den Vorjahren alle Maßnahmen des

Forstbetriebs so ausgeführt, dass möglichst ein Optimum für Natur und Umwelt erzielt wurde.

7.14.1.1 Aufforstungen in Stadtnähe

Die Stadtförsterei hat in den letzten beiden Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen,

um die Ersatzaufforstungen der Vorjahre zu pflegen und zu erhalten. Trotz sehr strengem

Frost, zum Teil bis minus 20 °C, sehr nassen Frühlingsmonaten und teils sehr heißen trockenen

Sommermonaten, konnten sich die angepflanzten Forstkulturen behaupten und die Pflanzenausfälle

waren gering.

7.14.1.2 Tannenwildlinge verpflanzt

Am Heidenberg hat die Baumart Tanne eine besondere Pflanzenrasse gebildet, die in ihrer

genetischen Grundlage nur dort vorkommt. Aus den Samen der alten großen Tannenbäume

sind viele Tausende kleine Tannenpflanzen entstanden, sogenannte "Tannenwildlinge". Von

diesen autochthonen Tannenpflanzen (an das Klima und den Standort angepasst) wurden etwa

2000 Stück ausgegraben und im Stadtwald auf diversen Freiflächen und unter Kiefernwäldern

zur Mischwaldförderung gepflanzt.

Auf den Freiflächen nahe Oberbaimbach lag der Anwuchserfolg bei ca. 50 Prozent, in den

schattigeren Flächen bei Oberbaimbach und Gustenfelden unter den Kiefernbäumen war der

Anwuchserfolg noch besser. Leider haben die trockenen Sommermonate in den Jahren 2000

und 2001 bei vielen Tannenpflanzen zu Nadelverlust und Vertrocknung geführt, so dass es

weitere Pflanzenausfälle gab. In Teilbereichen war die Verpflanzung bis jetzt erfolgreich.

102 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

7.14.1.3 Buchen- und Ahornunterbaumaßnahmen

In Gustenfelden, Oberbaimbach und nahe der neuen Kläranlage wurden durchforstete Kiefernwälder

mit etwa 2000 Buchenpflanzen und etwa 2500 Ahornpflanzen zur Begründung von

Mischwäldern eingebracht, damit aus Kiefernmonokulturen Laubmischwälder entstehen können.

7.14.1.4 Aus Laubmulchsaat entsteht Mischwald

Wie in den Vorjahren wurde im Frohnholz Nähe Gustenfelden durch Ausbringen des Laubmaterials

aus dem Stadtpark eine Waldfläche von etwa einem Hektar mit heimischen autochthonen

(an Klima und Standort gewöhntes) Baumsaatgut ausgesät, welches sich zu artenreichen

Laubmischwäldern entwickelt.

Der Unterhalt der Kulturen mit Mähen, Jungwuchspflege, häufiger Zaunkontrolle und oftmaliger

Zaunreparatur nach Stürmen und Schneebruch waren Hauptaufgaben der Waldarbeiter.

7.14.1.5 Kulturzäune entfernt

Die Pflege der Kulturen zeigte gute Erfolge, so konnten im Berichtszeitraum 2000/2001 mehrere

hundert laufende Meter Forstzaun abgebaut werden:

Obermainbach

Eichenkultur

Dietersdorf Heroldsberg Laubmischwald

Unterbau mit Ahorn, Eichen, Kirschen

Neuses im Talgrund der Schwarzach

Kiefern und Mischwald

ca. 500 lfd. Meter

ca. 600 lfd. Meter

ca. 400 lfd. Meter

Das abgebaute Drahtzaungeflecht und die Pfosten werden zwischengelagert und bei anderen

Kulturen wieder verwendet.

7.14.1.6 Investition in die Zukunft

Die Waldpflege in den 2 bis 8 Meter hohen Jungbeständen wurde zielstrebig fortgeführt. So

konnten mehrere Revierteile mit etwa 10 Hektar Gesamtfläche mit der Heppe oder mit der

Motorsäge durchgepflegt werden.

20-jährige Kiefer Nähe Bayernstraße

ca. 0,3 Hektar

15-jährige Kiefer Nähe Volckamerstraße

ca. 0,2 Hektar

8- bis 16-jährige Eichen-Buchenbestände Nähe Wolkersdorf-Heroldsberg: ca. 6,0 Hektar

8- bis 14-jähriger Laubholz-Kieferbestand Nähe Neuses:

ca. 0,4 Hektar

10- bis 15-jährige Eichen-Hainbuchenbestände Nähe Unterreichenbach ca. 1,2 Hektar

15-jährige Eichenbestände an der Berliner Straße

ca. 0.5 Hektar

Umweltbericht 103


7 Natur- und Landschaftsschutz

20-jährige Kiefer Nähe Penzendorf

Gestufte Waldränder entlang der Berliner Straße

ca. 1,3 Hektar

ca. 1,0 Hektar

Stabile, gerade und vitale Bäume wurden begünstigt, schwache, krumme und kranke Bäume

wurden bei der Pflegemaßnahme entnommen.

7.14.1.7 Totholz als Biotop

Der Stadtförster und seine Waldarbeiter sind bestrebt, in den Stadtwäldern möglichst viele

dürre Bäume und Totholz zu belassen, damit Lebensraum für Tiere, Pilze und seltene Spechte

und Insekten geschaffen werden.

Wenn es aus verkehrssicherungsrechtlichen Gründen möglich war, wurde auf allen bearbeiteten

Flächen stehendes und liegendes Totholz belassen, besonders im Zwieselbachtal im Bereich

des Rennmühlweges südlich vom Friedhof. Im Gottesacker Nähe der neuen Kläranlage

wurden erhebliche Mengen Totholz auf der Fläche belassen, teilweise als ca. 4 Meter hohe

Baumstümpfe oder als große Reisighaufen. In Absprache mit dem Umweltschutzamt wurden

auch ganze abgestorbene Weidenbäume, die entlang der Schwabach gefällt und abgefahren

werden mussten, als große Totholzberge aufgeschüttet.

Vielen Insekten, zum Beispiel auch den Hirschkäfern, die in und auf solchem Totholz leben,

hat man neuen Lebensraum geschaffen und zur Verfügung gestellt. Vom Aussterben bedrohte

Insekten können sich im geeigneten Totholz durch Metamorphose entwickeln und ihren Fortbestand

sichern.

Auch wirtschaftlich macht dies Sinn. Die Bergung des Holzes in diesen Waldteilen hätte oftmals

mehr Kosten verursacht als der Verkaufserlös für das Holz eingebracht hätte. Somit greift

hier das Sprichwort „weniger ist mehr“. Weniger Aufwand beim Holzernten ist mehr Naturschutz

bei geringeren Kosten.

7.14.1.8 Öffentlichkeitsarbeit war ein Hauptthema

Das Thema Wald und Umwelt konnte der Stadtförster in 26 Waldführungen mit Schulen und

Kindergärten, mit Vereinen und Verbänden an viele interessierte Personen vermitteln. Im

Rahmen der Agenda-21-Bewegung war der Stadtförster bei vielen Aktionen als Ideengeber, als

Mithelfer oder unterstützend mit Rat und Tat beteiligt.

Die Pflanzung "Baum des Jahres" wurde im Landschaftspark Süd fortgeführt, wie in den

Vorjahren.

Weitere große Aktionen mit Infostand am Marktplatz war im Oktober 2000 und 2001 jeweils

der "Tag der Regionen", den die Stadtförsterei mit Kinderbetreuung, Basteln mit Naturmaterialien,

Spielen mit Holz und besonderen Holzinstrumenten unterstützten. In Gemeinschaftsarbeit

mit Schulen und Kindergärten wurde mit vielen fleißigen Händen jede Menge Holz

104 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

verbaut. Besonders der Pausenhof der Luitpoldschule wurde zu einem kindgerechten Platz

ausgebaut. Besonders gut angekommen ist das "Ufo Lothar", genannt nach einem Sturmtief,

welches viel Holzanfall zur Folge hatte.

7.14.1.9 Indianerdorf geschaffen

Im Jahr 2001 waren etwa hundert verschiedene freiwillige Helfer an fünf Samstagen im

März/April bei schlechtester Witterung sehr fleißig und verwandelten unter der Regie von

Stadtförster Thomas Knotz eine Wiese in ein tolles Indianerdorf.

Bei der Christian-Maar-Schule entstanden ein Indianerzelt mit vierzehn Meter Höhe, ein geschlungener

trockener Fluss, viele Klanginstrumente und Trommeln, eine Feuerstelle und der

"Platz des Ältestenrates". Auch Zielscheiben und vor allem fünf bis zu drei Meter hohe Indianerskulpturen

aus Holz wurden errichtet. Diese Anlage wurde vom Kreisverband Roth der

Gartenbauvereine mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Der Stadtförster Thomas Knotz wurde für diese besondere Öffentlichkeitsarbeit unter Verwendung

von Holz von drei unabhängigen Behörden und Institutionen für den Umweltpreis

2001 nominiert.

Bei der Preisverleihung wurde dem Stadtförster dann eine Dankes- und Anerkennungsurkunde

überreicht.

Das Indianerdorf mit seiner Gestaltung in Holz und aus Holzteilen fand so viel Zuspruch und

Interesse, dass eine Werbeagentur diese Anlage fotografierte.

Nun vertritt diese Gemeinschaftsaktion und das gelungene Projekt die Stadt Schwabach im

allseits beliebten und im ganzen Landkreis erschienenen Sparkassenkalender 2002.

Es war eine gelungene und überregional wirkende Öffentlichkeitsarbeit mit Werbung für

Holz, für Teamarbeit, für die Stadtförsterei und die gesamte Stadt Schwabach.

7.14.1.10 Müll im Wald

Bei mehreren Müllsammelaktionen mit Schulkindern und den Waldarbeitern wurden große

Mengen Müll entsorgt und einige PKW-Anhänger mit Glas, Blech und Plastik konnten der

Wiederverwertung zugeführt werden. Der Stadtförster musste leider feststellen, dass die

Müllablagerungen im Wald und Feld trotz guter Entsorgungsmöglichkeiten ständig größer

werden.

7.14.1.11 Kein Gift im Forst

Der Einsatz von Insektiziden und sonstigen Umweltgiften konnte auch in den letzten zwei

Jahren unterlassen werden.

Umweltbericht 105


7 Natur- und Landschaftsschutz

Kalamitäten und Überpopulationen von Schädlingen sind nicht aufgetreten.

7.14.1.12 Holzhackschnitzel - die Energie der Zukunft

Wie in den Vorjahren liefert die Stadtförsterei trockene Hackschnitzel zur Heizanlage an das

Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium. Die Heizanlage funktioniert gut und die Energienutzung

mit kurzen Wegen entspricht dem Gedanken der Agenda 21 und leistet einen vorbildlichen

Umweltbeitrag.

Die sehr vielfältigen Aufgaben und Bestrebungen der Stadtförsterei Schwabach werden auch

weiterhin so ausgeführt, dass den Belangen des Natur- und Umweltschutzes Rechnung getragen

wird. Die Stadtförsterei ist wie in den Vorjahren oftmals ein gutes Vorbild für Andere und

setzt positive Akzente.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Forstwirtschaft durchaus mit den Belangen des

Naturschutzes in Einklang zu bringen ist und somit den Menschen und der Umwelt gleichermaßen

dient.

7.14.2 Bericht des Staatlichen Forstamtes Allersberg

7.14.2.1 Allgemeines

Das ehemalige Staatliche Forstamt Schwabach bewirtschaftete im Stadtgebiet die zwei

Staatswalddistrikte "Maisenlach" und "Brünst" nach den Grundsätzen der naturnahen Forstwirtschaft.

Es beriet zudem Privatwaldbesitzer und wurde als Untere Forstbehörde in zahlreichen Genehmigungsverfahren

beteiligt.

7.14.3 Waldpflege

In diesen beiden Staatswalddistrikten wurden ca. 28 Hektar Wald durchforstet und gepflegt

und dabei 2400 Kubikmeter Holz geerntet. Davon entfiel ein Teil an Selbstwerber, die das

Holz selbst zu Brennholz aufgearbeitet haben.

Das Forstamt beachtete dabei natürlich, dass immer nur die Menge an Holz entnommen

wurde, die im gleichen Zeitraum nachwuchs. Das Prinzip der Nachhaltigkeit wurde und wird

somit gewahrt.

7.14.4 Pflanzungen

106 Umweltbericht


7 Natur- und Landschaftsschutz

In der "Maisenlach" und der "Brünst" wurden insgesamt 29.000 standortgerechte heimische

Waldbäume auf einer Fläche von rund 6,3 Hektar gepflanzt. Etwa 95 Prozent davon waren

Buchen und Linden. Diese Zahlen sind mit denen des vorigen Berichtsraumes vergleichbar

und entsprechen den bisherigen Größenordnungen der letzten Jahre.

Soweit eine Zurücknahme der Konkurrenzflora nötig erschien, wurde dies mechanisch, also

ohne die Verwendung von Herbiziden, durchgeführt.

7.14.5 Forstschutz

Im Berichtszeitraum gab es keine Massenvermehrungen von sogenannten Forstschädlingen.

7.14.6 Öffentlichkeitsarbeit

Das Forstamt Schwabach nahm an zahlreichen Veranstaltungen teil. So unter anderem an den

Regionalmärkten, wo wie immer in kollegialer Zusammenarbeit mit der Stadtförsterei ein

kindgerechtes Programm geboten wurde.

Das Forstamt nutzte dabei die Möglichkeit, im Rahmen der Vorstellung von Produkten aus

nachhaltiger Entwicklung, Holz mit seinen vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Öffentlichkeit

näher zu bringen. Insbesondere die Bastelaktion mit Naturmaterialien fand großen

Anklang bei den Schwabacher Familien.

In enger Zusammenarbeit mit dem Stadtföster Thomas Knotz, der Johannes-Helm Schule und

dem Agenda Büro wurden das Schulwaldprojekt “Brünst”und der Fühlpfad ins Leben gerufen.

Bei 31 Schulklassenführungen hatten ca. 650 Schüler (fast) aller Schularten die Gelegenheit,

den Wald mit dem Förster vor Ort kennenzulernen. Das spielerische Erleben der Natur mit

allen Sinnen stand dabei im Vordergrund.

7.14.7 Müll im Wald

Naturschutzwacht und Forstamtspersonal meldeten zahlreiche Müllfunde an die Stadtverwaltung.

Müllablagerungen sind und bleiben weiterhin ein ernstes und leider zunehmendes Problem

innerhalb des Stadtgebietes.

7.14.8 Veränderungen

Im Zuge der Forstreform schloss das Forstamt Schwabach am 1. Oktober 2001 seine Pforten

in der Reichswaisenhausstraße und als Nachfolgeamt wurde die Forstbehörde in Allersberg

bestimmt.

Umweltbericht 107


7 Natur- und Landschaftsschutz

Durch diese Reform kam es auch zu Veränderungen in der Zuständigkeit von Staatswaldflächen.

Die stadtnahen Distrikte Maisenlach und Laubenhaid werden nun von der Forstdienststelle

Schwand, Herrn Forstoberinspektor Arno Schellartz, Telefon (09170) 13 53, betreut.

Der Waldkomplex "Brünst" wurde im Zuge des freiwilligen Landtausches an die Stadt

Schwabach veräußert und wird nunmehr von Stadtförster Thomas Knotz verwaltet.

Die Forstdienststelle Schwabach mit dem Privatwaldförster Reinhard Westhues bleibt weiterhin

den umliegenden Waldbesitzern erhalten. Das Büro befindet sich im ehemaligen Forstamtsgebäude

in der Reichswaisenhausstraße 1 a und Forstoberinspektor Westhues hält dort

jeweils am Mittwochvormittag seine Sprechstunden.

108 Umweltbericht


8 Sonstige Aktivitäten des Umweltschutzamtes

8 Sonstige Aktivitäten des Umweltschutzamtes

8.1 Lokale Agenda 21

Die Agenda 21 ist ein Umwelt- und Entwicklungsprogramm, das

1992 auf der UNO-Konferenz in Rio de Janeiro von 180 Staaten verabschiedet

wurde. Ziel der Agenda 21 ist eine nachhaltige Entwicklung.

Um diese zu erreichen, sollen ökologische, ökonomische und

soziale Gesichtspunkte in Einklang gebracht werden. Zur Umsetzung

der Agenda 21 ging der Auftrag an alle Kommunen, mit ihren Bürgerinnen

und Bürgern eine Lokale Agenda 21 zu erarbeiten. Der

Schwabacher Agenda-Prozess startete im Juni 1997 mit einer Auftaktveranstaltung.

8.1.1 Agenda 21 - Nachhaltigkeit – was ist das?

Mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit wird folgende Grundidee beschrieben:

Unser derzeitiges Handeln soll auch für zukünftige Generationen nachhalten, das heißt, die

Bedürfnisse der Gegenwart sollen nicht auf Kosten unserer Kinder und Enkelkinder befriedigt

werden.

Als Beispiel in negativer Weise kann die Altlastenproblematik ( z. B. belastete Industriestandorte,

alte Abfall- oder Sonderabfalldeponien) angeführt werden: Der sorglose Umgang in

der Vergangenheit mit Gefahrstoffen und Abfällen beschäftigt auch heute Kommunen, private

Unternehmen und betrifft folglich jeden Bürger und privaten Verbraucher beträchtlich. Die

Ursachen liegen in der Vergangenheit, die Kosten der Sanierungen und die Beeinträchtigungen

tragen wir heute.

Nachhaltigkeit schließt also eine vorausschauende und prognostizierende Sichtweise ein, soweit

dies unter den derzeitigen Bedingungen und nach heutigem Kenntnisstand möglich ist.

Nicht nur die direkten Auswirkungen der Tätigkeiten, sondern auch die indirekten Folgen

sollen bedacht und berücksichtigt und das Handeln der Gegenwart darauf abgestimmt werden.

Ein Beispiel für einen Wirtschaftszweig der von der Nachhaltigkeit lebt und bestimmt wird, ist

die Forstwirtschaft. Bei der Aufforstung sind in erster Linie Faktoren wie Standort, Artenzusammensetzung,

Naturschutz etc. zu berücksichtigen, um stabile Bestände zu bekommen. Der

wirtschaftliche Nutzen liegt in diesem Fall so weit in der Zukunft, dass dieser Aspekt nur dann

erfolgreich umgesetzt werden kann, wenn die ökologischen Voraussetzungen berücksichtigt

wurden. Die aktuelle Holzernte (Stammholz) beruht auf Maßnahmen, die weit in der Vergangenheit

liegen (80 Jahre und mehr).

Umweltbericht 109


8 Sonstige Aktivitäten des Umweltschutzamtes

In der Zeit der Globalisierung kommt den Industrieländern auch eine besondere Verantwortung

für die armen, zum Teil ausgebeuteten Länder der Erde zu. Nachhaltigkeit ist weltumgreifend

zu sehen, denn die Ressourcen die wir nutzen, stammen aus allen Regionen der Erde

und das nicht erst seit der Industrialisierung. Gerade Deutschland ist ein an Rohstoffen armes

Land. Wir sind auf die Rohstoffe aus anderen Ländern der Erde angewiesen; darauf basiert

ein großer Teil unseres Wohlstands. Insofern sind wir im Sinne der Nachhaltigkeit für alle

Auswirkungen, die mit dieser Ressourcennutzung verknüpft sind, mitverantwortlich.

8.1.2 Dreiklang – Ökologie, Ökonomie, Soziales

Jede Tätigkeit hat wirtschaftliche, ökologische und soziale Folgen, deren Betrachtung im Sinne

der Lokalen Agenda 21 vor der Umsetzung wesentlich ist. Alle drei Aspekte unter einen

Hut zu bekommen, ist das Ziel der Nachhaltigkeit. Der wirtschaftliche Erfolg ist in unserer

Zeit der Motor des Handelns. Überspitzt formuliert heißt das, dass für die sozialen Aspekte in

unserer Gesellschaft die Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften für Umwelt- und Naturschutz

die Umwelt- und Naturschutzorganisationen zuständig sind. Dem gilt es aus oben genannten

Gründen entgegenzuwirken und diese Aspekte als Dreiklang jedem Einzelnen und

insbesondere den Menschen in verantwortlichen Positionen nahe zu bringen.

Eine Möglichkeit, für Wirtschaftsbetriebe ökonomische und ökologische Aspekte zu verknüpfen

und der Öffentlichkeit zu präsentieren, ist die Teilnahme am Öko-Audit-System. Viele

Firmen nutzen bereits dieses oder andere Umweltmanagementsysteme. Neben vielen Vorteilen

ist oft die zu erwartende Kosteneinsparung infolge der Reduzierung des Ressourcenverbrauches

ausschlaggebend für die Teilnahme.

Soziale Aufgaben in einem Wirtschaftsbetrieb bestehen insbesondere hinsichtlich des Personalbestands,

der Personalführung und den Arbeitsbedingungen: Teilzeitarbeit, Überstundenregelungen,

Familienpause, flexible Arbeitszeiten sowie Sicherheit und Arbeitsschutz am Arbeitsplatz

sind Möglichkeiten zur Förderung der Zufriedenheit unter den Mitarbeitern und zur

Erhaltung oder Schaffung von Arbeitsplätzen. Soziale und ökologische Aspekte sind auch bei

den Zulieferern und der Ressourcengewinnung einzubeziehen.

Zusammenfassend lässt sich hervorheben:

Nachhaltigkeit beinhaltet eine umfassende, ganzheitliche Sichtweise.

Die Komplexität der Nachhaltigkeit soll nicht abschrecken, sondern die

vielen Möglichkeiten positiver Einflussnahme aufzeigen

8.1.3 Was ist in Schwabach passiert?

Das Ziel der Nachhaltigkeit wird in Schwabach in vielen kleinen Aktionen verfolgt und umgesetzt.

Eine Erfolgskontrolle ist nur schwer möglich, da es oft um Verhaltensänderungen geht.

110 Umweltbericht


8 Sonstige Aktivitäten des Umweltschutzamtes

8.1.4 Organisationsstruktur des Schwabacher Agenda-21-Prozesses Ende 2001

Stadtrat

Vorschlag zur Umsetzung

Beschlussvorschlag

Bericht zur Umsetzung

Stadtverwaltung

Agenda-Büro

Bericht zur Umsetzung

Beschlussvorschlag

Maßnahmenkatalog

Forum

Regionale Wirtschaftskreisläufe

Agendabeirat

Forum

Bildung

Stadtverwaltung, Verbände, Kirche, Wirtschaft, engagierte Bürger/innen

Näheres zum Agenda-Beirat ist im Umweltbericht 1996/97 nachzulesen.

Näheres zu den Foren und Arbeitskreisen finden Sie im Umweltbericht 1998/1999. Die Aktivität

der Arbeitskreise ist stark rückläufig, so dass die hauptamtlichen Mitarbeiter in großem

Maße auf sich gestellt sind.

8.1.5 Forum „Regionale Wirtschaftskreisläufe“

Ziel dieses Forums ist der Erhalt und die Stärkung von bäuerlicher Landwirtschaft, Einzelhandel,

Handwerk und Dienstleistungen in und um Schwabach.

In den Jahren 2000 und 2001 fand jeweils aus Anlass des Tages der Regionen wie auch 1999

der Schwabacher Regionalmarkt statt. Dieser Markt erfreut sich großer Beliebtheit und führt

Verbraucher und Direktvermarkter aus Schwabach und Umgebung näher zusammen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Fortführung der Aktionen zum „Produkt des Monats“:

In den letzten zwei Jahren wurden vor Weihnachten jeweils Aktionen zur Selbsternte von

Christbäumen in ausgewiesenen Waldbereichen durchgeführt. Die Nachfrage war sehr groß.

Dadurch konnte der direkte Bezug zwischen „Produktion“ und Verbraucher mit den Vorteilen

für Umwelt und regionale Wirtschaft hergestellt werden.

Umweltbericht 111


8 Sonstige Aktivitäten des Umweltschutzamtes

8.1.6 Forum „Bildung“: Sprecher Herr Dr. Klenk

Verschiedene Bildungsangebote wurden in den letzten zwei Jahren erarbeitet:



Lernortmappe: 70 ökologische Lernorte im Landkreis Roth und in der Stadt Schwabach

sind darin enthalten. Diese sind an allen Schwabacher Schulen vorhanden und stehen den

Lehrern zur Verfügung. Das ermöglicht Lehrern gemeinsam mit ihren Schülern in die

Praxis zu schnuppern und wertvolle Anregungen zu erhalten.

Aktionskisten: Vier Aktionskisten zu folgenden Themen stehen zur Verfügung:

Wasser:

Boden:

Kinderrechte:

Kaffee:

für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren

für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren

für Kinder zwischen 8 und 12 Jahre

7. oder 8. Jahrgangsstufe

Die Aktionskisten sind bei Herrn Dr. Klenk, Johannes Helm Schule (Wasser- und Boden-

Kiste), im Eine-Welt-Laden (Kaffee-Kiste) beziehungsweise bei amnesty international

(Kinderrechte-Koffer) kostenlos ausleihbar.

8.1.7 Öffentlichkeitsarbeit

Printmaterialien:

In der Schwabacher Umweltzeitung, die zweimal im Jahr erscheint und an alle Haushalte

verteilt wird, werden Projekte und Arbeitskreise des Schwabacher Agenda-21-Prozesses

dargestellt.

Im Schwabacher Tagblatt werden Artikel zu aktuellen Projekten des Schwabacher Agenda-Prozesses

veröffentlicht.

Internet:

Auch im neuen Medium Internet wird unter folgenden Adressen für den Schwabacher Agenda

Prozess geworben:

http://www.schwabach.de

Homepage der Stadt Schwabach: Im Verzeichnis Umwelt und Energie findet man Informationen

zur Schwabacher Lokalen Agenda 21.

http://www.oeko.com/agenda

Homepage der regionalen Agenda 21 in der Städteachse. Beteiligt sind die Städte Nürnberg,

Fürth, Erlangen, Schwabach, Roth, Hilpoltstein, Herzogenaurach, Gunzenhausen.

http://www.bayern.de/LFU/komma21/infonetzwerk

Internet-Infonetzwerk für bayerische Agenda-21-Kommunen. Das Bayerische Landesamt

für Umweltschutz bietet Kommunen die Möglichkeit an, sich hier darzustellen. Über dieses

Netzwerk informierten sich sehr viele Interessierte über den Schwabacher Agenda-

Prozess.

112 Umweltbericht


8 Sonstige Aktivitäten des Umweltschutzamtes

http://www.coup21.de

Info-Netzwerk der Nürnberger Wirtschaft zu Fragen der Nachhaltigkeit. Diese Initiative

steht auch den Schwabacher Betrieben offen! Es existieren vier Arbeitskreise mit unterschiedlichen

Schwerpunkten.

Veranstaltungen (keine vollständige Auflistung)

Ergebnis aus dem Arbeitskreis „Offenes Frauentreffen“ des Agenda–Forums „Wir Frauen

machen Agenda 21“: Alle zwei Jahre findet eine Bürgerinnenversammlung statt; die zweite

Veranstaltung dieser Art fand am 6. Oktober 2001 im Bürgerhaus statt.

Zum bayernweiten "Tag der Regionen" veranstaltete das Agenda-Forum „Regionale Wirtschaftskreisläufe“

gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Schwabach und dem

Umweltschutzamt seit 1999 einen großen Regionalmarkt auf dem Martin-Luther-Platz. Im

Mittelpunkt standen im Jahr 2000 Holz als wertvolles Regionalprodukt und im Jahr 2001

traditionelle Handwerke (z. B. Steinmetz, Goldschläger, Holzdrechsler, Scherenschleifer,

Töpfer u. a.). Aber auch andere regionale Produkte wie Wurst, Kartoffel, Käse, Brot, Bier

etc. wurden angeboten. Besondere Attraktionen waren die Kutschfahrten, der Streichelzoo

mit Schafen und die Vorführungen der Handwerker. Die großen Erfolge dieser Veranstaltung

tragen dazu bei, dass sich dieser Markt einen festen Platz im Veranstaltungskalender

der Stadt Schwabach erworben hat.

Die Volkshochschule Schwabach unterstützt ebenfalls den Agenda-Prozess. Sie organisiert

mit dem Umweltschutzamt Veranstaltungen zur Agenda 21 und informiert über die Agendagruppen.

Am 8. Dezember 2001 fand im Schwabacher Bürgerhaus ein Seminar zum Thema „Auf

dem Weg zum „nachhaltigen“ Bayern“ statt. Veranstalter waren die Petra-Kelly-Stiftung

gemeinsam mit der Stadt Schwabach. 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten

über den Stand der Agenda-Arbeit, über Probleme und Projekte.

8.1.8 Schwabacher Stadtleitbild Agenda 21

Als Richtschnur für den Agenda-Prozess und für die Stadtentwicklung sollte gemäß Stadtratsbeschluss

vom November 1998 ein Stadtleitbild erstellt werden. Dieses konnte bis zum Jahr

2000 unter Beteiligung eines Arbeitskreises, der aus dem Agenda-Beirat hervorging, veröffentlicht

werden. Das Leitbild soll in erster Linie eine Orientierung für das zukünftige Handeln der

Verantwortlichen in Politik, Verwaltung, Unternehmen, Vereine, Verbände und privaten Initiativen

bieten.

8.1.9 Derzeitiger Stand des Agenda-Prozesses

Agenda-Arbeit bedeutet Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen. Zu Beginn des Agenda-

Prozesses konnten neue Personen für die ehrenamtliche Arbeit, auf die sich eine erfolgreiche

Agenda-Arbeit stützt, gewonnen werden. Nach dem Abarbeiten der Projekte ist dieses Enga

Umweltbericht 113


8 Sonstige Aktivitäten des Umweltschutzamtes

gement aus verschiedenen Gründen erlahmt beziehungsweise die Ehrenamtlichen haben sich

wieder anderen Interessen zugewendet:

Projekte abgearbeitet

Ehrenamtliches Engagement rückläufig

Engagement im ursprünglichen Verein/Verband

wenig neue Ideen

nicht jeder Vorschlag erfolgreich umsetzbar

andere „neue Initiativen“

unterschiedliche Arbeitsweisen (kurzfristig/langfristig)

„etablierte“ Projekte binden Arbeitskraft des Agenda-Büros

8.1.10 Ausblick und zukünftige Agenda-Arbeit

Ehrenamtliche Mitarbeiter für die zukünftige Agenda-Arbeit zu gewinnen, ist die aktuelle

Herausforderung. Wie bekommt man Menschen dazu, sich für eine Aufgabe zu engagieren?

Diese Frage könnte von Soziologen näher beleuchtet werden und würde bestimmt interessante

Hintergründe über diese Art des gesellschaftlichen Engagements liefern. Wie kommen wir zu

einer aktiven Bürgerbeteiligung? Menschen engagieren sich auch heute noch besonders dann,

wenn sie sich in Ihrer persönlichen Freiheit, Ihrer Gesundheit oder Ihrem Wohlbefinden eingeschränkt

fühlen (Bürgerinitiativen gegen ...).

In unserer individualisierten Gesellschaft ist es jedoch schwierig, gemeinsam als Gruppe Ziele

zu formulieren und erfolgreich zu verfolgen, wenn diese nicht bezahlt werden beziehungsweise

nicht ganz konkret einer höheren Lebensqualität oder der Verhinderung einer Verschlechterung

dienen. Die Möglichkeiten, die jedem Einzelnen zur Verfügung stehen, sind in unserer

heutigen Zeit unter anderem durch das Internet bereits sehr vielfältig. Agenda-Arbeit heißt

aber mit anderen gemeinsam vor Ort oder mit globalem Bezug an einem Ziel arbeiten.

Ehrenamtliche Mitarbeiter für die zukünftige Agenda-Arbeit zu gewinnen, bedeutet also mit

interessanten Themen die Menschen anzusprechen beziehungsweise Dinge aufzugreifen, die

eine größere Gruppe von Menschen in ihrer derzeitigen Situation beschäftigt. Dabei müssen

Schwerpunkte gesetzt werden und die Mitarbeit von Fachleuten (z. B. sozialer oder wirtschaftlicher

Bereich) ist auf allen Ebenen (nicht nur auf ehrenamtlicher Basis) nötig. Der Agenda-

Beirat soll helfen, Schwerpunkte zu bilden (z. B. aus dem Stadtleitbild) und kann ggf. auch

über das Instrumentarium Stadtrat dementsprechende Fachkompetenz aus der Verwaltung für

ein Projekt zur Verfügung stellen.

Agenda 21 ist jedoch keine Leistung der Stadtverwaltung, sondern der gesamten Bürgerschaft

und kann nur mit allen gesellschaftlichen Kräften zum Ziel kommen. Auf die Mitwirkung

dieser gesellschaftlichen Gruppen kann durch Motivation und interessante Projektideen Einfluss

genommen werden. Auch eine entsprechende Anerkennung der geleisteten Arbeit ist

wichtig.

114 Umweltbericht


8 Sonstige Aktivitäten des Umweltschutzamtes

In Schwabach sind mit der Schaffung einer hauptamtlichen Agenda-Stelle in der Verwaltung

prinzipiell gute Ausgangsbedingungen geschaffen worden. In den letzten Jahren ist mit verschiedenen

Arbeitsgruppen eine erfolgreiche Arbeit gelaufen, wie die „etablierten“ Projekte

beweisen:

8.1.11 Was läuft derzeit in Schwabach?

"Etablierte“ Projekte

Regionalmarkt (jährlich)

Produkt des Monats

Bürgerinnen-Versammlung (alle 2 Jahre)

Aktionstag „Ohne mein Auto..“ (jährlich)

Baumlehrpfad (jährlich)

Aktionskisten

Aktuelle Projekte

Schwabacher „Energie-Stammtisch“

Schulwald-Projekt

Öko-Audit Baubetriebsamt

Wettbewerb „zukunftsfähige Kommune“

QuH-Projekt (Handwerksbetriebe)

Kaffee-Projekt

Quartiersladen

Umgestaltung Stadtpark

Programm "Soziale Stadt"

Nähere Informationen dazu erhalten Sie bei Thomas Kranz, Agenda-Büro, Telefon (0 91 22) 8 60-3 53

Fazit der Agenda-21-Arbeit: Ohne ehrenamtliche Mitarbeit ist die Agenda-21-Arbeit nicht zu

leisten, denn sie basiert auf diesem Zusammenspiel.

Also, beteiligen Sie sich und gestalten Sie mit. Wir freuen uns über jegliche Unterstützung!

8.2 Autofreier Tag

Erstmals im Jahr 2000 fand ein "Europaweiter autofreier Tag" statt. Die Aktionen in

Deutschland werden koordiniert vom Klimabündnis Europäischer Städte und Gemeinden in

Frankfurt, bei dem auch die Stadt Schwabach Mitglied ist. Der Aktionstag findet immer am

22. September statt, das heißt jeweils an wechselnden Wochentagen.

Im Jahr 2000 wurde vom Umweltschutzamt an einem Freitag in der Ludwigstraße eine Vielzahl

von Aktivitäten zum Thema umweltfreundlicher Verkehr organisiert. Das genaue Programm

ist dem Umweltbericht als Anlage beigefügt. Aufgrund des schönen Wetters und der

zentralen Lage konnten ausreichende Besucherzahlen registriert werden, weshalb man sich für

das Folgejahr erneut zu einer Teilnahme entschloss.

Aufgrund von Agenda-21-Aktivitäten rund um den Stadtpark fiel die Entscheidung, im Jahr 2001

ein Straßenfest in der Birkenstraße durchzuführen. Gleichzeitig fand nebenan die Jubiläumsveranstaltung

"50 Jahre Firma Bergner" statt, die sich jedoch nicht als Konkurrenz, sondern als zusätzlicher

Anziehungspunkt erwies. Entsprechende Absprachen zum zeitlichen Verlauf und Programmangebot

erfolgten frühzeitig vorher. Am Straßenfest beteiligten sich viele Gruppen, deren Aktivi

Umweltbericht 115


8 Sonstige Aktivitäten des Umweltschutzamtes

täten dem Infoblatt in der Anlage zu entnehmen sind. Aufgrund des noch akzeptablen Wetters hätte

das Straßenfest jedoch noch einige Besucher mehr verdient gehabt. Ein Höhepunkt war sicherlich

die Ankunft der Läufergruppe aus unserer französischen Partnerstadt Les Sables d'Olonne.

8.3 Fahrradtag

Vorläufer des autofreien Tages war der Schwabacher Fahrradtag. Er wurde vom Stadtplanungsamt

unter Mithilfe des Umweltschutzamtes organisiert und fand das letzte Mal im Mai 2000 am

Ostanger statt. Hintergedanke war, durch das gleichzeitig stattfindende Stadtparkrennen des

Touren-Klubs eine größere Besucherzahl zu erreichen, was jedoch nur teilweise gelang. Die

Aktivitäten zum Fahrradverkehr wurden anschließend in den autofreien Tag am 22. September

integriert, wobei die öffentlichkeitswirksame Förderung des Fahrradverkehrs in Schwabach

Defizite aufweist, die vor allem in fehlenden Personal- und Haushaltsmitteln zu suchen sind.

8.4 Umwelt- und Naturschutzpreis 2001

Alle zwei Jahre wird der Schwabacher Umwelt- und Naturschutzpreis verliehen. Dieser Preis

ist mit 4000,-- Euro (vormals 8000,-- DM) dotiert.

2001 gab es insgesamt 13 Bewerbungen:














Sonderpädagogisches Förderzentrum Schwabach

Aktion Kirchenkartoffel der Evangelischen Kirchengemeinde Sankt Martin

Familie Eberle

Familie Stürmer

Forschungs- und Entwicklungszentrum Sondermüll

Maschinenfabrik Niehoff GmbH & Co.KG

Kleingarten-Verein "Eichwasen 1996 e. V."

Installations- und Verbindungstechnik GmbH & CO.KG

Herr Thomas Knotz

Christian-Maar-Schule

Hackschnitzelliefergemeinschaft Schwabach GbR

Grundschule Penzendorf

Mederer Motorentechnik

Wie auch in den letzten Jahren wurde der Preis von insgesamt 8000,-- DM aufgeteilt:




Ein Verein / eine Gruppe / eine öffentliche Einrichtung

Preisträger 2001: Sonderpädagogisches Förderzentrum

Eine Privatperson - mehrere Privatpersonen

Preisträger 2001: Familie Stürmer

Ein Gewerbebetrieb

Preisträger 2001: Firma Niehoff

116 Umweltbericht


8 Sonstige Aktivitäten des Umweltschutzamtes

Das Sonderpädagogische Förderzentrum erhielt den Preis für das große und langjährige Engagement

bei der Gestaltung, Pflege und Weiterentwicklung des Naturerlebnis-Schulhofes.

Die Familie Stürmer wurde für ihr großes Engagement zur Erhaltung und Pflege von Streuobstanlagen

im Sinne des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgezeichnet.

Die Firma Niehoff GmbH & Co.KG erhielt den Umweltpreis für ihre Teilnahme am Umwelt-

Audit nach EU-Norm und die damit verbundenen Bemühungen um Ressourcenschutz und

Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit.

Eine Anerkennungsurkunde konnte 2001 an Herrn Thomas Knotz verliehen werden. Damit wurde

sein großes Engagement bei der Umgestaltung des Schulhofes der Christian-Maar-Schule in

einen kindgerechten und aus natürlichen Materialien gefertigten Erlebnisspielplatz gewürdigt.

Die Vergabe des Umwelt- und Naturschutzpreises ist durch eine städtische Satzung geregelt.

Die eingehenden Vorschläge werden von einem Preisgericht bewertet und dem Stadtrat ein

Vergabevorschlag vorgelegt. Dieser wird vom Stadtrat beraten und abgestimmt.

8.5 Wettbewerbe

8.5.1 Wettbewerb "Wo steht das älteste Kühl- oder Gefriergerät?"

Im Frühjahr 2000 startete das Umweltschutzamt eine "Fahndung" nach dem ältesten Kühl- oder

Gefriergerät in Schwabach. Der Besitzer erhielt ein neues Energiespargerät, das von der Firma

AEG zur Verfügung gestellt wurde. Als Trostpreise gab es Energiesparlampen. 43 Anrufer am

Umwelttelefon hofften, das älteste Modell zu besitzen. Die Teilnehmeranzahl war damit relativ

hoch. Gewonnen hat schließlich die Besitzerin eines Kühlschranks mit dem Baujahr 1948.

8.5.2 Wettbewerb Garten & Küche

Der Wettbewerb wurde 2001 von den Obst- und Gartenbauvereinen Schwabach, Unterreichenbach

und Dietersdorf mit Unterstützung von Umweltschutzamt und Volkshochschule

gestartet. Trotz umfangreichem Rahmenprogramm hielt sich die Anzahl der Bewerbungen in

Grenzen. Die Preisverleihung mit einer kleinen Foto- und Bücherausstellung in der Bibliothek

erfolgte erst zu Beginn der Gartensaison im Frühjahr 2002.

8.5.3 Fotowettbewerb "Städtische Energiefresser"

2001 wurde vom Energiebeauftragten der Stadt Schwabach ein Energiesparwettbewerb für

die Nutzer städtischer Liegenschaften gestartet. Für die besten Motive gibt es Preise im Gesamtwert

von 1.500 Euro. Diese wurden von Siemens Landis & Staefa, dem Energiesparpartner

der Stadt Schwabach, zur Verfügung gestellt. Einsendeschluss ist der 31. März 2002.

Umweltbericht 117


8 Sonstige Aktivitäten des Umweltschutzamtes

8.6 Printmedien

8.6.1 Biomax-Umweltzeitung

Im Berichtszeitraum wurden wiederum vier Ausgaben der Schwabacher Umweltzeitung jeweils

im Mai und Dezember an alle Haushalte verteilt. Mit der Zustellung der Frühjahrsausgabe ist

ein privater Verteilerdienst beauftragt, während die Dezember-Nummer aufgrund des enthaltenen

Abfuhrplanes mit der Post direkt in alle Briefkästen verteilt wird. Biomax stellt eine ideale

Möglichkeit für die Stadtverwaltung dar, umweltrelevante Veranstaltungen anzukündigen oder

die Tätigkeit der Verwaltung nach außen hin zu präsentieren. So erschienen zum Beispiel Artikel

über den Sinn der Baumschutzverordnung, die Grundgebühr im Bereich Abfallwirtschaft

einschließlich Tabellen, oder die Feier "10 Jahre Recyclinghof" und "Busbahnhof-Einweihung".

In den letzten Jahren hat das Umweltschutzamt auch anderen Ämtern der Stadtverwaltung angeboten,

geeignete Artikel zu nachhaltigen Aktivitäten, das heißt aus den Bereichen Wirtschaft,

Soziales und Umwelt zu veröffentlichen. Dieses Angebot wurde vereinzelt wahrgenommen,

zum Beispiel im Dezember 2001 mit dem Artikel "Ökologie und Denkmalpflege" des Stadtplanungsamtes.

Die vorhandenen Möglichkeiten der Darstellung städtischer Aktivitäten gegenüber

dem Bürger werden jedoch bisher nur teilweise ausgeschöpft.

8.6.2 Malbücher

In den Jahren 2000 und 2001 wurde jeweils mit Unterstützung diverser Schwabacher Firmen

ein Malbuch gedruckt und an Kindergärten und Grundschulen kostenlos verteilt. Diese Aktion

soll fortgesetzt werden, da für das Umweltschutzamt keinerlei Personal-, Grafik- und Druckkosten

entstehen.

8.6.3 Gaststättenführer

Jeweils im Frühjahr des Jahres erscheint in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Roth ein Führer

"Gaststätten aus dem Landkreis Roth und der Stadt Schwabach laden ein". Unter dem Logo

"Original regional" werden meist saisonale Angebote von Gaststätten vorgestellt, die Produkte

aus heimischer Landwirtschaft frisch auf den Tisch bringen. Die erstmals im Jahr 2000

aufgelegte Broschüre dient der Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe und wird kostenlos

abgegeben. Wünschenswert wäre, wenn zu den in Schwabach teilnehmenden zwei Gaststätten

noch weitere kommen würden.

8.6.4 Infoblätter

Vom Energiebeauftragten der Stadt Schwabach wurden zwei Informationsblätter herausgebracht.

Sie behandeln die Themen "Vom Niedrigenergiehaus zum Passivhaus - Information

für Bauherren von Wohngebäuden" und "Fachgerechter Wärmeschutz".

118 Umweltbericht


8 Sonstige Aktivitäten des Umweltschutzamtes

8.6.5 Deckblatt für den Umweltbericht

Schülerentwürfe für das Deckblatt des Schwabacher Umweltberichtes 1998/1999 wurden vom

18. April bis 5. Mai 2000 in der Schwabacher Postfiliale präsentiert. Mitgemacht haben

Schülerinnen und Schüler von Adam-Kraft-Gymnasium, Wirtschaftsschule und Wolframvon-Eschenbach-Gymnasium

(WEG). Die Entscheidung für das interessanteste Deckblatt

gestaltete sich schwierig, da von der 6. bis zur 13. Klasse Vorschläge eingereicht wurden.

Schließlich einigte man sich im Umweltschutzamt auf den Entwurf der WEG-Schülerin Jennifer

Schetter vom Leistungskurs Kunst, wobei auch untere Jahrgangsstufen bei diesem Wettbewerb

immer eine faire Chance erhalten.

8.7 Internet: www.schwabach.de

Seit 1998 verfügt die Stadt Schwabach über Internet-Seiten. Sie wurden im Jahr 2001 aktualisiert.

Ausgebaut wurde der Bereich Stadtverkehr. In der Rubrik Kultur, Freizeit, Bildung finden

sich Schulen, Kindergärten und die Stadtbildstelle mit einem eigenen Auftritt unter Medienzentrum.

Unter Politik und Verwaltung finden sich Informationen zum Stadtrat und das

Ämterverzeichnis. Bürgerinformation und Service wurden zusammengefasst und die sich darunter

befindlichen Schwabacher Vereine nach Oberbegriffen gegliedert. Unter Aktuelles findet

man Veranstaltungstipps oder Informationen zu Stadtratssitzungen.

Das Umweltschutzamt ist mit vielfältigen Informationen im Internet vertreten. Unter der

Adresse http://www.schwabach.de findet sich der Menüpunkt „Umwelt und Energie“, dem

die Seiten des Umweltschutzamtes untergeordnet sind. Aktuell sind folgende Rubriken zu

finden, die im wesentlichen die Tätigkeitsfelder des Amtes wiederspiegeln:









Termine und Veranstaltungen

Abfallwirtschaft

Agenda21

Energie

Naturschutz

Luft, Lärm, Wasser

Umweltzeitung

Interessante Umweltlinks

Diese Seiten wurden im Laufe der letzten Jahre kontinuierlich ausgebaut und ergänzt. Für die

Zukunft ist angedacht, diese Seiten neu zu strukturieren, auch um den Anforderungen einer

schnellen und bürgerfreundlichen Informationsvermittlung gerecht zu werden. So sollen z.B.

die Aktivitäten, die im Rahmen der Schwabacher Agenda21 stattfinden, zukünftig mehr Gewicht

bekommen.

Umweltbericht 119


9 Energie und Wasser

9 Energie und Wasser

9.1 Tätigkeitsbericht der Stadtwerke Schwabach GmbH

9.1.1 Entwicklung der Stromversorgung

Im Zusammenhang mit dem im Mai 2001 seiner Bestimmung übergebenen Neubau des

Schwabacher Busbahnhofs erfolgte die Bestückung der Dachflächen mit semitransparenten

Solarmodulen, die in das Dach integriert wurden.

Die PV-Anlage ging im Februar 2001 in den Probebetrieb, der problemlos verlief, so dass

zum 15. März 2001 der Regelbetrieb aufgenommen werden konnte. Bis zum 31. Dezember

2001 hatte die Anlage bei einer Leistung von 9,02 kWp 6.202,6 kWh erzeugt, die ins Netz der

Stadtwerke eingespeist wurden und dem „FrankenNatur“-Pool zur Verfügung standen. In dem

gesamten Zeitraum arbeitete die Anlage problemlos, lediglich ein Wechselrichter wurde defekt

und musste ausgetauscht werden.

Das bereits Ende 1999 entwickelte Öko-Strom-Produkt „FrankenNatur“ ist zwischenzeitlich

von der LGA mit dem Öko-Siegel „Öko-Strom regenerativ“ zertifiziert worden. Die Gesamtabrechnung

der „FrankenNatur“-Strommengen zum 31. Dezember 2001 ist noch nicht abgeschlossen.

In der ersten Geschäftsperiode seit der Einführung des Öko-Produktes, die von

September 1999 bis Dezember 2000 reicht, waren mit insgesamt 6.308 Mio. kWh 4.022 Kunden

im Versorgungsgebiet der fünf „FrankenNatur“-Anbieter, Bezieher unseres Öko-Strom-

Produktes „FrankenNatur“.

Davon entfielen auf die Stadtwerke Schwabach GmbH 185 Kunden mit einer Gesamtjahresmenge

von 350.207 kWh.

Für das Jahr 2001 liegen die Zahlen der Stadtwerke Schwabach GmbH bereits vor. Danach

bezogen 188 Kunden 342.500 kWh.

Das erst seit 1999 im Rahmen der Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im Parkbad installierte

RME-BHKW (RME = Rapsölmethylester), das anfangs einige Probleme bereitete und in

1999 nur 765 Betriebsstunden (14.856 kWh) erreichte, lief in der Saison 2000 störungsfrei

und erzeugte bei 2.567 Betriebsstunden 51.345 kWh. Unter Berücksichtigung der nur ca. 4,5

Monate dauernden Freibadsaison ein gutes Ergebnis.

Nach Beendigung der Freibadsaison 2000 ereignete sich jedoch ein kapitaler Motorschaden,

der die Auswechslung des kompletten Motors zur Folge hatte. Zum Saisonbeginn 2001

konnte das BHKW jedoch nach Abschluss der notwendigen Aus- und Einbauarbeiten wieder,

in Betrieb genommen werden und hat bei 1900 Betriebsstunden 35.195 kWh erzeugt.

120 Umweltbericht


9 Energie und Wasser

Um die Wärmeerzeugung für das Beckenwasser der drei Schwimmbecken im Parkbad umweltfreundlicher

zu gestalten, wurde die vorhandene Solarthermie-Anlage um ca. 200 m² erweitert.

Das bedeutet, dass eine weitere Wärmemenge (ca. 60 MWh) für die Badewassererwärmung

ohne jegliche CO 2 - Emissionen erzeugt werden konnte.

Das seit dem 01. April 2000 geltende Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG)

hat dazu geführt, dass sich auch die Schwabacher Bürger mit diesem Gesetz und seinen Auswirkungen

befasst haben. Dies hatte zur Folge, dass neben der Stadtwerke Schwabach GmbH

auch Privatpersonen und Gewerbeunternehmen vor allem die Möglichkeit der Errichtung und

des Betriebes von PV-Anlagen prüften und auf eine eventuelle Wirtschaftlichkeit untersuchten.

Im beigefügten Zahlenspiegel ist gut zu erkennen, dass dieses Untersuchungsergebnis

immer häufiger positiv war.

Installierte PV-Anlagen:

bis 1999: 26,406 kWp

vom 01.01.2000 bis 31.12.2000: 13,520 kWp

vom 01.01.2001 bis 31.12.2001: 62,880 kWp

Daraus resultiert, dass bis zum 31. Dezember 2001 in Schwabach PV-Anlagen in Betrieb sind

mit einer Gesamtleistung von 108,086 kWp. Diese Anlagen haben vom 1. Januar 2001 bis 31.

Dezember 2001 ca. 43 000 kWh erzeugt.

Die Aufstellung zeigt deutlich, dass im Stadtgebiet Schwabach eine rege Bautätigkeit auf dem

Sektor PV-Anlagen begonnen hat, die sicherlich noch weiter gehen wird. Die Stadtwerke

Schwabach GmbH sehen diese Entwicklung positiv und stehen als kundenorientiertes

Dienstleistungsunternehmen den am Bau einer PV-Anlage interessierten Kunden stets mit Rat

und Tat zur Verfügung. Ein solcher Kunde hat im Zusammenhang mit der Umsetzung seiner

PV-Idee viele Fragen und ein erhebliches Informationsbedürfnis.

Neben Fragen zu der allgemeinen Situation sind weitere Schwerpunkte mit den Kunden zu

klären:






Was besagt das Gesetz?

Wie sieht es mit der Förderung aus?

Welche Anlagen kommen in Frage?

Welche Techniken und Angebote gibt es zu welchen Preisen?

Wer liefert und installiert die Anlagen?

Allein die gesetzlich festgelegte Verpflichtung zur vorrangigen Abnahme der erzeugten Energie

und der Anschluss an das Netz des Netzbetreibers lösen beim Kunden eine Vielzahl von

Fragen aus. Da diese Fragenkomplexe von Fall zu Fall unterschiedlich sind, ist für jeden

Kunden eine andere, für ihn passende Information notwendig.

Umweltbericht 121


9 Energie und Wasser

Die Stadtwerke Schwabach GmbH hat also durch das EEG eine Fülle von Aufgaben und

Pflichten zu erfüllen und wird jedem Interessenten die daraus resultierende Hilfe und Unterstützung,

wenn er sie denn wünscht, zukommen lassen.

9.1.2 Erdgas

Die Notwendigkeit, Energie ausreichend, wirtschaftlich und umweltverträglich bereitzustellen,

ist für jede Gesellschaft die herausragende Forderung an die Zukunft. Weltweit wächst

der Energieverbrauch und damit wachsen auch die Emissionen von Schadstoffen und Treibhausgasen

- insbesondere von Kohlendioxid - weiter an.

Durch einen optimalen Einsatz des Energieträgers Erdgas kann hier bereits ein wesentlicher

Beitrag zur Energieeinsparung und zur Reduzierung der CO 2 Emissionen erreicht werden.

Denn bei der Verbrennung von Erdgas entsteht im Vergleich zur Kohle nur etwa die Hälfte an

Kohlendioxid. Im Vergleich zum Erdöl ist die Kohlendioxid-Emission etwa 25 Prozent niedriger.

Der positive Beitrag des Erdgases als Substitutionsenergie für CO 2 -reichere-fossile

Energieträger ist im Schlussbericht der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages

„Schutz der Erdatmosphäre“ schon 1994 bestätigt worden. Auch im Bericht des Arbeitskreises

„CO 2 -Reduktion“ des Bundesministeriums für Wirtschaft wird dieser Vorteil bestätigt.

Erdgas liefert einen wesentlichen Beitrag zu einer umweltschonenden Energieversorgung.

Auch für Gasversorgungsunternehmen steht schon seit längerem der Umweltschutz gleichberechtigt

neben anderen politischen und wirtschaftlichen Aufgaben. Gasversorgungsunternehmen

sind an einer sparsamen, rationellen und umweltverträglichen Energieversorgung interessiert

und setzen sich für effiziente Anwendungstechnologien wie zum Beispiel die Brennwerttechnik

ein.

Energien sollen umwelt- und klimaschonend gewonnen, transportiert und genutzt werden.

Erdgas wird diesen Ansprüchen gerecht. Es fließt als Primärenergie von der Quelle bis zum

Verbraucher in unterirdischen Leitungen. Erdgas verursacht praktisch keine Emissionen an

Schwefeldioxid und Staub sowie vernachlässigbar geringe Emissionen an Kohlenmonoxid

und organischen Verbindungen. Die CO 2 -Emissionen haben ihre Ursachen überwiegend in

der Verbrennung fossiler Energieträger. Erdgas weist von allen fossilen Energieträgern bei

der Verbrennung die günstigste CO 2 -Bilanz auf, denn es hat den höchsten Wasserstoffanteil

und den niedrigsten Kohlenstoffgehalt.

Der positive Trend in Schwabach bei der Gasversorgung im Neubaubereich aus den Jahren

1998/1999 hat sich noch im Jahr 2000 mit ca. 115 Wohneinheiten bestätigt, aber im Jahr 2001

mit ca. 54 Neubauten nicht fortgesetzt.

Erfreulich ist die Entwicklung der Heizungsumstellungen im Altbaubereich. Im Jahr 2000

wurden 187 Heizungen (überwiegend Ölheizungen) auf Erdgas umgestellt. Im Jahr 2001 waren

es 186 Heizungen. Es konnten auch einige Gewerbebetriebe, die Wärme für die Produktion

benötigen, für die Energie Erdgas gewonnen werden.

122 Umweltbericht


9 Energie und Wasser

Der Umstellungserfolg im Altbaubereich ist mit dem positiven Image der Energie Erdgas verbunden,

das durch jahrzehntelange Beratung und aufwendige Werbekampagnen überzeugend

aufgebaut werden konnte. Der Schwerpunkt der Beratung liegt nach wie vor bei der Brennwerttechnik.

Der Erfolg spiegelt sich im Einsatz von Brennwertgeräten wieder. Im Neubaubereich

ist der Anteil bei ca. 90 Prozent. Im Altbaubereich liegt er niedriger. Diese Tatsache

lässt sich mit der Kaminnutzung erklären, die im Altbau (Mehrfachbelegung) den Einbau von

Brennwertgeräten erschwert.

Diese im Großen und Ganzen erfreuliche Entwicklung hat ab 2001 ohne große Bereitstellung

von Fördermitteln, die in den letzten 15 Jahren in verschiedensten Formen gewählt wurde,

stattgefunden. Ab März 2001 gewähren die Stadtwerke Fördermittel in Höhe von 1.000,--

DM (500,-- €), wenn ein Gebäude neu an die Gasversorgung anschließt. Hintergrund für diese

Art der Förderung ist, die Anschlussdichte am vorhandenen Gasrohrnetz zu verstärken.

Dem Erdgas als umweltverträgliche Energieversorgung kommt eine weiterwachsende Bedeutung

zu. Auf lokaler Ebene sei ein Blick auf das Kohlendioxid, das als Hauptverursacher

des anthropogenen Treibhauseffektes gilt, erlaubt. Durch die oben erwähnten Umstellungen

von Heizungsanlagen beziehungsweise die erdgasbeheizten Neubauten auf dem Wohnungssektor

und auch im Gewerbe, konnten in den Jahren 2000/2001 ca. 1.644 t CO 2 vermieden

werden. Dabei fallen auf

Altbauten ca. 554 t,

Neubauten ca. 300 t

Gewerbe ca. 790 t.

Der Ausstellungsraum der Stadtwerke ist stets mit den neuesten Geräten und aktuellem Informationsmaterial

ausgestattet und wird sehr gut von den Kunden angenommen.

Neu ausgewiesene Baugebiete, wie zum Beispiel die „Kreuzwegäcker“, Hölderlinstraße,

Dr.-Haas-Straße oder Kettelerstraße wurden mit Erdgas versorgt. Auch an dem bestehenden

Rohrnetz in den einzelnen Stadtteilen, die in den letzten 15 Jahren mit Erdgas erschlossen

wurden, verdichten sich die Anschlüsse.

9.1.3 Wasserversorgung

Die Erfolge des Grundwasserschutzes allgemein im Stadtgebiet und im Besonderen im Quellenschutzgebiet

Oberreichenbach/Waikersreuth setzen sich fort. Es ist den Stadtwerken gelungen,

zusammen mit den Landwirten, den Fachbehörden, wie Umweltamt, Wasserwirtschaftsamt,

Gesundheitsamt, dem Bayerischen Bauernverband, dem Amt für Landwirtschaft

und besonders mit dem Landratsamt Roth ein neues Wasserschutzgebiet für die Quellen auszuweisen.

Grundlage dafür war das hydrogeologische Gutachten der Firma IFU in Schwaig.

Dieses neue Wasserschutzgebiet soll zusammen mit den bereits vorhandenen „Freiwilligen

Vereinbarungen“, die den neuen Gegebenheiten angepasst werden, beitragen, die erhöhten

Nitratwerte der Quellen (siehe Grafik) zu verringern.

Umweltbericht 123


9 Energie und Wasser

90

Nitratbelastung der Schwabach-Quellen

(Ergebnis der N min -Beprobung)

80

70

60

Nitratgehalt in mg/l

50

40

30

Alexanderquelle

20

10

Friedrichquelle

Luitpoldquelle

Brunnen 7

Quellenmischwasser

0

I/1998

II/1998

III/1998

IV/1998

I/1999

II/1999

III/1999

IV19/99

I/2000

II/2000

III/2000

IV/2000

I/2001

II/2001

III/2001

IV/2001

Bakteriologisch und chemisch gesehen, ist das Schwabacher Trinkwasser von hoher Qualität.

Die Untersuchungsparameter decken alle Sparten ab. Das Wasser wird auch ständig auf Stoffe

untersucht, die in den Medien meist negativ und auch übertrieben dargestellt werden.

Die Qualitätsüberwachung des Schwabacher Trinkwassers ist über das gesamte Stadtgebiet

ausgebreitet und schließt auch die Hausinstallation mit ein. Somit erfüllen die Stadtwerke

schon heute überwiegend die Anforderungen der neuen Trinkwasserverordnung, die ab dem

1. Januar 2003 gültig ist. In dieser neuen Trinkwasserverordnung ist besonders der § 3 „Begriffsbestimmungen“

interessant. Im Absatz 1 a) ist zu lesen, dass diese neue Trinkwasserverordnung

„Wasser für den menschlichen Gebrauch“ für alle gültig ist, auch für Wasser zum

Reinigen von Gegenständen, die bestimmungsgemäß nicht nur vorübergehend mit dem

menschlichen Körper in Kontakt kommen. Dies ist nach Meinung der Stadtwerke wichtig für

die Nutzung von sogenanntem Grauwasser für Duschzwecke und Waschmaschinen.

Seit dem Jahre 2001 geben die Stadtwerke viermal jährlich ein hauseigenes Magazin unter

dem Titel „Energie+mehr“ heraus. In dieser Zeitschrift werden aktuelle, allgemeine Themen

aus der Wasser- und Energiewirtschaft behandelt. Der mittlere Teil ist hauseigenen Beiträgen

aus dem Versorgungsgebiet vorbehalten.

Die Beratungsmöglichkeiten, die von den Stadtwerken angeboten werden, wurden erweitert. Neben

den in der Übersicht dargestellten Punkten bieten die Stadtwerke einen Solar-Check für Photovoltaik

und Solarwärme für Brauchwasser und Heizung an. Dieser Fragebogen wird zusammen

mit der Firma Solid GmbH, Heinrich-Stranka-Straße 3-5, 90765 Fürth-Poppenreuth, ausgewertet.

124 Umweltbericht


9 Energie und Wasser

Solid ist das gemeinnützige Solarenergie Informations- und Demonstrationszentrum, das die

Stadtwerke Schwabach als Gesellschafter zusammen mit Nürnberg, Fürth und Erlangen tragen.

Für die Umsetzung von Energiesparmassnahmen zur Modernisierung von Gebäuden haben

die Stadtwerke Schwabach einen Energiepass „Stadtwerke Schwabach“ entwickelt. Die in

Zusammenarbeit mit der Energie-Agentur-Mittelfranken (EAM), deren Mitgesellschafter die

Stadtwerke sind, ausgewertete Energiediagnose informiert über mögliche Schwachstellen des

Gebäudes und zeigt auf, welche Maßnahmen zur Energieeinsparung geeignet sind.

Darüber hinaus wird mit dem Energie-Pass die Wärmedämmung, das Heizsystem und der

energetische Gesamtzustand eines Gebäudes bewertet.

Diese Kurzdiagnose bietet

für den Eigentümer: Wissen um Einsparpotentiale und Handlungsmöglichkeiten

für den Bauherrn/Käufer: Entscheidungshilfen für das energetisch bessere Objekt

für den Vermieter: Bessere Vermietbarkeit bei gutem Zustand der Immobilie

für den Mieter: Auskunft über Energiekosten/Nebenkosten

für alle: Maßnahmen zur Umweltentlastung und Zukunftsvorsorge

Die Beratungs- und Informationsmöglichkeit ist während der Geschäftszeit gegeben. Auf Wunsch

werden Beratungen auch außerhalb der Geschäftszeiten durchgeführt. Dies gilt auch für Veranstaltungen

(auch außerhalb unseres Betriebsgebäudes) für Gruppen, Vereine, Verbände usw.

9.1.4 Wärmeversorgung

Das Wärmeversorgungsnetz der Stadtwerke wurde in den Jahren 2000 und 2001 nicht erweitert.

An das bestehende Netz im Bereich der ehemaligen Kaserne wurde das Baubetriebsamt

angeschlossen. Die Gasheizzentrale, die den Gebäudekomplex bisher versorgte, wurde abgebaut.

An dieses Netz wurden drei weitere kleinere Gewerbebetriebe angeschlossen. Eine Erweiterung

der Nahwärmeversorgung in der ehemaligen Kaserne ist 2002 vorgesehen.

9.2 Tätigkeitsbericht der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt

Schwabach GmbH

Im Jahr 1993 begann die GeWoBau mit der umfassenden Sanierung ihrer Gebäude. Seitdem

wurden 56 Gebäude mit insgesamt 399 Wohnungen modernisiert.

Bei den Modernisierungsmaßnahmen wurden in zunehmendem Umfang energiesparende

Maßnahmen und der Einsatz der Solartechnik berücksichtigt. So wurden bis Ende 2001 insgesamt

49 Gebäude mit 346 Wohnungen mit Isolierglasfenstern und Vollwärmeschutz ausgestattet.

Darüber hinaus wurde bei 37 Gebäuden mit 272 Wohnungen die Solartechnik zur

Brauchwassererwärmung eingesetzt.

Umweltbericht 125


9 Energie und Wasser

Durch den Vollwärmeschutz konnten die K-Werte an den Außenwänden von zwischen 2,4 -

1,4 auf 0,4, im Dachbereich von zwischen 9,00 – 2,67 auf 0,4 und im Kellerdeckenbereich

von zwischen 9,00 – 2,17 auf 0,5 gesenkt werden. Durch den Einbau von isolierverglasten

Kunststofffenstern wurde der K-Wert von 3,0 auf 1,3 gesenkt.

Diese Maßnahmen bewirken eine erhebliche Einsparung der benötigten Energie und dadurch

praktizierten Umweltschutz.

Im Einzelnen wurden folgende Modernisierungsmaßnahmen von der GeWoBau durchgeführt:

WE WE

Gesamt Solar

Jahr: Maßnahmen :

Penzendorfer Straße 43, 43a 12 0 1993 Einbau wärmegedämmter Schallschutzfenster;

Penzendorfer Straße 43 b-d 27 0 1994 Einbau wärmegedämmter Schallschutzfenster;

Penzendorfer Straße 45, 45 a 14 0 1994 Einbau Zentralheizung; ; Einbau

wärmegedämmter Schallschutzfenster;

Cellastraße 5 6 0 1994 Einbau Zentralheizung; Einbau

wärmegedämmter Schallschutzfenster;

Erneuerung Außenputz

mit Wärmedämmung;

Cellastraße 1-3 15 0 1995 Einbau Zentralheizung; Einbau

wärmegedämmter Schallschutzfenster;

Erneuerung Außenputz

mit Wärmedämmung;

Freiherr-v.-Stein-Straße 36-38 12 12 1996 Einbau Warmwasserversorgung

mit Solaranlage; Einbau wärmegedämmter

Kunststoff-Fenster;

Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Wolfgang-Fries-Straße 40-42

und 46-48

24 24 1996 Einbau Zentralheizung und

Warmwasserversorgung mit Solaranlage;

Einbau wärmegedämmter

Kunststoff-Fenster;

Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Alexanderstraße 11 9 0 1996 Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

126 Umweltbericht


9 Energie und Wasser

WE WE

Gesamt Solar

Jahr: Maßnahmen :

Wallenrodstraße 15 6 0 1997 Einbau Zentralheizung (Brennwerttechnik)

und Warmwasserversorgung

; Einbau wärmegedämmter

Kunststoff-Fenster;

Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Cellastraße 10-16 26 26 1997 Einbau Zentralheizung und

Warmwasserversorgung mit Solaranlage;

Einbau wärmegedämmter

Kunststoff-Fenster;

Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Wunneleite 8-12 16 16 1997 Einbau Zentralheizung und

Warmwasserversorgung mit Solaranlage;

Einbau wärmegedämmter

Kunststoff-Fenster;

Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Hardenbergstraße 31-37 25 0 1998 Einbau wärmegedämmter Kunststoff-Fenster;

Vollwärmeschutz

an Fassade, Keller- und Dachgeschoss;

Wunneleite 2-6 16 16 1998 Einbau Zentralheizung und

Warmwasserversorgung mit Solaranlage;

Einbau wärmegedämmter

Kunststoff-Fenster;

Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Wallenrodstraße 9-13 a 54 54 1998 Einbau Zentralheizung und

Warmwasserversorgung mit Solaranlage;

Einbau wärmegedämmter

Kunststoff-Fenster;

Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Freiherr-v.-Stein-Straße 33-37 16 16 1999 Einbau Zentralheizung und

Warmwasserversorgung mit Solaranlage;

Einbau wärmegedämmter

Kunststoff-Fenster;

Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Umweltbericht 127


9 Energie und Wasser

WE WE

Gesamt Solar

Jahr: Maßnahmen :

Wilhelm-Albrecht-Straße 1-5 36 36 1999 Einbau Zentralheizung und

Warmwasserversorgung mit Solaranlage;

Einbau wärmegedämmter

Kunststoff-Fenster;

Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Reichenbacher Straße 25-27 16 16 1999 Einbau Zentralheizung mit Brennwerttechnik

und Warmwasserversorgung

mit Solaranlage; Einbau

wärmegedämmter Kunststoff-

Fenster; Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Boxlohe 12 3 0 1999 Sanierung, Einbau Zentralheizung

mit Brennwerttechnik,

Vollwärmeschutz an Fassade

Freiherr-v.-Stein Straße 29-31 12 12 2000 Einbau Zentralheizung mit Brennwerttechnik

und Warmwasserversorgung

mit Solaranlage; Einbau

wärmegedämmter Kunststoff-

Fenster; Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Reichenbacher Straße 33-35 16 16 2000 Einbau Zentralheizung mit Brennwerttechnik

und Warmwasserversorgung

mit Solaranlage; Einbau

wärmegedämmter Kunststoff-

Fenster; Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Reichenbacher Straße 29-31 16 16 2001 Einbau Zentralheizung mit Brennwerttechnik

und Warmwasserversorgung

mit Solaranlage; Einbau

wärmegedämmter Kunststoff-

Fenster; Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Wolfgang Fries Straße 38+44 12 12 2001 Einbau Zentralheizung mit Brennwerttechnik

und Warmwasserversorgung

mit Solaranlage; Einbau

wärmegedämmter Kunststoff-

Fenster; Vollwärmeschutz an Fassade,

Keller- und Dachgeschoss;

Benkendorferstraße 9 4 0 2001 Sanierung, Einbau Zentralheizung

mit Brennwerttechnik,

Wärmedämmputz an Fassade

128 Umweltbericht


9 Energie und Wasser

WE WE

Gesamt Solar

Jahr: Maßnahmen :

Synagogengasse 8-10 6 0 2001 Sanierung, Einbau Zentralheizung

mit Brennwerttechnik,

Vollwärmeschutz an Fassade

Gesamt: 399 272

9.3 Fortschreibung des Energiecontrollings in städtischen Liegenschaften

9.3.1 Ergebnisse der ersten Abrechnungen seit dem 1. April 1998

Nach der Abrechnung der ersten Gebäude für das 1998 zeigte sich, dass die Einspargarantie in

allen Fällen übertroffen wurde, in mehreren Fällen sogar um ein Vielfaches des von der Firma

Garantierten. Auch 1999 und 2000 setzte sich dieser positive Trend fort. In allen vier Gebäudepools

zusammen wurde die garantierte Summe von rund 84.000 DM um rund 40.000 DM

übertroffen. Allerdings zeigen sich im Detail deutliche Unterschiede. Im Westbau des Adam-

Kraft-Gymnasiums konnte im Jahr 1999 die garantierte Einsparung nicht realisiert werden, im

Jahr 2000 ist der dargestellte Wert deutlich verbessert. Nach laufenden Korrekturmaßnahmen

wird dort die Einsparung wieder erbracht. Ebenso wurden in den Liegenschaften Kernschule

und Bürgerhaus aktuell verschiedene Umstellungen vorgenommen, so dass auch dort die Einsparung

in den folgenden Jahren wieder gegeben sein wird.

Einsparungen 1998 - 2000

Wirtschaftsschule

Hallenbad Gas

Bürgerh. Gas

Einsparung 1998

Einsparung 1999

Einsparung 2000

Garantie

Maar Schule

Realschule

AKG Altbau

- 5.000 10.000 15.000 20.000

Abbildung 1: Einsparergebnisse des ersten Gebäudepools (1.4.1998 – 31.12.2000)

Umweltbericht 129


9 Energie und Wasser

Die Einspargarantie wird auf die Verhältnisse des in der DIN Norm festgelegten langjährigen

Mittels bezogen gegeben. Zum Vergleich mit dieser Garantie und auch zur Abrechnung mit

dem Contractingpartner müssen die jeweiligen Jahresverbräuche auf die Verhältnisse des langjährigen

Mittels bereinigt werden. Alle gezeigten Einsparungen beziehen sich auf die Verhältnisse

des langjährigen Mittels, nachdem zum Beispiel das Jahr 1999 um den Gradtagszahlfaktor

0,9 wärmer war als das langjährige Mittel, sind auch die Einsparungen in diesem Jahr

nur zu diesem Anteil tatsächlich realisiert.

Insgesamt zeigt sich in der Auswertung der ersten drei Jahre eine deutliche Tendenz fast aller

Liegenschaften, zu den hohen Verbräuchen von vor dem Umbau zurückzukehren. Dies ist

besonders bemerkenswert, da in den Liegenschaften keinerlei technische oder sonstige Maßnahmen

durchgeführt worden sind oder besondere Ereignisse in größerem Umfang bekannt

geworden sind. Dieser Rückgang verweist vielmehr auf sich einschleichende kleinere Fehler,

verschiedene auch versehentliche Einstellungen, die nicht wieder zurückgenommen wurden

und vielleicht auch ein geringeres Engagement der jeweiligen Nutzer. Es bleibt also zusammen

mit einer rationellen Verbrauchserfassung einem ständigen Optimierungsprozess vorbehalten,

anfänglich gute Ergebnisse langfristig zu sichern. Insofern ist es gerade als eine Stärke

des gewählten Contractingverfahrens zu werten, immer wieder in einem wiederkehrenden

Controllingprozess nach Fehlern und Optimierungsmöglichkeiten zu suchen. Mit diesen Ergebnissen

kann man keineswegs davon ausgehen, dass eine einmal auf den modernsten Stand

gebrachte Technik einen optimal niedrigen Verbrauch auch über Jahre garantiert.

Stromverbräuche werden in den hier vorgestellten Fällen nicht bereinigt, da hier der witterungsbedingte

Einfluss nicht verbrauchsbestimmend ist. Im Fall der Schwabacher Realschule

machte sich außerdem besonders im Jahr 1998 ein Hausmeisterwechsel in den Jahren zwischen

dem Vertragsabschluss und der ersten Abrechnung deutlich bemerkbar 1 .

Der Mehrertrag wurde nach einem vertraglich festgelegten Schlüssel aufgeteilt, dem städtischen

Haushalt wie der Firma Siemens steht jeweils ein Drittel direkt zur Verfügung, das verbleibende

Drittel wird von beiden Vertragspartnern gemeinsam verwaltet und für nutzermotivierende

Maßnahmen verwendet.

1 Da diese Verhältnisse bereits abzusehen waren, wurde die Beteiligung der Firma am Mehrergebnis in diesem

Fall ausgesetzt.

130 Umweltbericht


10 Beitrag des Stadtkrankenhauses

10 Beitrag des Stadtkrankenhauses

10.1 Energieeinsparung

Am Stadtkrankenhaus wurde der neue Verwaltungstrakt Ende 2000 fertiggestellt. Somit ist

der letzte Bauabschnitt, bis auf die Außenanlagen, nahezu abgeschlossen.

Die Umsetzung technischer Fortschritte im Bereich der Wärmedämmung und der verwendeten

Geräte wurde auch im Verwaltungsneubau konsequent fortgeführt. Dadurch konnten, trotz

Inbetriebnahme des Verwaltungstraktes und der neuen Eingangshalle mit einem deutlich höheren

Raumvolumen, die Verbräuche von elektrischer- und Wärmeenergie nahezu stabil gehalten

werden.

Dies zeigt sich auch in den nachfolgend aufgeführten Verbrauchsstatistiken:

Stromverbrauch (kWh)

200000

180000

160000

140000

120000

100000

1789200 1687427 1784016

80000

60000

40000

20000

0

1999 2000 2001

Umweltbericht 131


10 Beitrag des Stadtkrankenhauses

Wasserverbrauch (m³)

25000

20000

23952

21614 22026

15000

10000

5000

0

1999 2000 2001

Gasverbrauch (m³)

400000

350000

300000

250000

200000

150000

374808

333265

279010

100000

50000

0

1999 2000 2001

132 Umweltbericht


10 Beitrag des Stadtkrankenhauses

Fernwärme in MWh

1500

1250

1438

1295

1346

1000

750

500

250

0

1999 2000 2001

10.2 Abfallbeseitigung

Auch die Abfallbeseitigung spielte weiter eine große Rolle.

Das bestehende Konzept der Abfalltrennung wurde im Bereich medizinischer Kunststoffabfälle

verfeinert. Durch eine Kooperation mit der Firma s.a.t. konnte 2001 die anfallende

Restmüllmenge deutlich verringert werden.

Restmüllanfall in kg

90000

80000

70000

60000

50000

40000

30000

83480

70520

20000

10000

0

2000 2001

Umweltbericht 133


10 Beitrag des Stadtkrankenhauses

So werden derzeit, nach anfänglichen "Kinderkrankheiten", medizinische Kunststoffabfälle

getrennt gesammelt und entsorgt. Diese Produkte werden in mehrere Kunststofffraktionen

sortenrein getrennt. Das entstandene Granulat steht somit als Ausgangsstoff für neue hochwertige

Produkte zur Verfügung; es handelt sich somit um ein echtes Recycling.

Erste Erfahrungen zeigen, dass es sich dabei um eine nicht unerhebliche Menge handelt.

Sie zeigen auch, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Trennmöglichkeit nutzen

und umsetzen, obwohl die Anpassungsphase einen deutlich erhöhten Arbeitsaufwand mit sich

brachte. Nicht zuletzt sei auch darauf hingewiesen, dass dem Stadtkrankenhaus dadurch ein

wirtschaftlicher Nutzen entsteht, weil die Abnahme der Abfälle kostenlos erfolgt, das heißt,

dass Ökonomie und Ökologie hier einmal nicht im Gegensatz zueinander stehen.

Aber auch das Stadtkrankenhaus konnte - zumindest aus der Umweltschutzperspektive - in den

letzten beiden Jahren nicht nur Erfolge verbuchen. So mussten aus hygienischen und ökonomischen

Gründen Einmalabdeckungen und Einmalkittel im OP- Bereich eingeführt werden.

Aus dem Bereich der Intensivstation können wir jedoch Erfreuliches berichten. So konnte das

Intervall für den Wechsel der Beatmungsschläuche bei Langzeitbeatmungspatienten, nach

einer Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am

Robert-Koch-Institut, von 72 h auf 168 h verlängert werden.

Abgesehen von einer Reduktion der Patientenbelastung, bedeutet dies auch eine Verminderung

der Umweltbelastung durch Einsparung von Desinfektionsmittel, Wasser und Energie.

Angedacht ist ebenso eine Einführung einer "differenzierten" Bettenaufbereitung. Durch die

manuelle Aufbereitung der "Kurzliegerbetten" (unter Berücksichtigung hygienischer und infektionspräventologischer

Richtlinien) könnten die Verbräuche von Wasser, Desinfektionsmittel

und Strom deutlich reduziert werden. Hier müssen jedoch vorab die strukturellen

und personellen Rahmenbedingen überprüft werden.

Zusammenfassend ist zu bemerken, dass nur durch Mitwirkung aller Beteiligten im Bereich

Umweltschutz Fortschritte erzielt werden konnten und weiterhin erzielt werden können.

134 Umweltbericht


11 Beitrag der SEF - Sonderabfall-Entsorgung Franken GmbH

11 Beitrag der GSB - Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH

11.1 Entwicklungen

Bestimmendes Ereignis in den beiden zurückliegenden Jahren war die Fusion der SEF mit der

zweiten Sonderabfall-Entsorgungsgesellschaft in Bayern, der Gesellschaft zur Entsorgung von

Sondermüll in Bayern mbH (GSB) im II. Quartal 2000. Die SEF ist mit einem Anteil von

24 Prozent in der neuen Gesellschaft „GSB – Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH“ mit

Sitz in Baar-Ebenhausen aufgegangen.

Der Sitz der Gesellschaft wurde von München nach Baar-Ebenhausen verlegt, wo der Schwerpunkt

der Geschäftstätigkeit liegt. Die Personalabteilung wurde nach Schwabach verlegt.

Kennzeichnend für den Betrieb der Anlagen in Schwabach/Rednitzhembach und in Raindorf war

die Anlieferung von Abfällen zu kaum mehr wirtschaftlichen Bedingungen. Die aus Mittelfranken

angelieferten Abfälle haben im Berichtszeitraum um ca. 12 Prozent abgenommen Dies wird nicht

nur auf Produktionsveränderungen beim Kunden zurückgeführt. Der Abfallmarkt ist weiterhin

von starken Wanderbewegungen geprägt, die durch den Preisfaktor bestimmt werden.

Aus technischer Hinsicht ist im Berichtszeitraum folgendes zu berichten:

11.1.1 Sonderabfall-Verbrennung

Überschattet wurde die Arbeit von einer Betriebsstörung am 26. November 2001. Ursache

war ein Rohrdefekt im Dampfkessel der Verbrennungsanlage. Bei der routinemäßigen Prüfung

eines Sicherheitsventils durch den Sachverständigen des TÜV platzte ein wasser-/dampfführendes

Rohr. Die dadurch entstandene Druckwelle führte zur Öffnung des Notauslasses

und beschädigte den Dampfkessel und den Elektrofilter. Es entstand ein Schaden von rund

1,7 Mio. Euro. Die Untersuchungen von Gutachtern haben ergeben, dass durch die Betriebsstörung

keine ernste Gefahr für Mensch und Umwelt entstanden ist.

11.1.2 Sonderabfall-Deponie Schwabach

Im Mittelpunkt des Berichtszeitraums standen die Entwicklung und Abstimmung eines Sanierungskonzepts,

das unter anderem die Anpassung der bestehenden Oberflächenabdichtung an

den TA Abfall-Standard verfolgt. Das Konzept besteht im Wesentlichen aus der Ergänzung

einer PEHD-Kunststoffdichtungsbahn und wird begleitet von einer Optimierung der laufenden

Sickerwasser- und Deponiegaserfassung. Die umfangreichen Bauarbeiten werden voraussichtlich

Ende 2002 beginnen.

Die im vorangegangenen Bericht erwähnte Weiterentwicklung der Grundwassersanierung (neuer

Brunnen, Erweiterung der Reinigungsanlage) wird laut den laufenden Betriebsdaten als erfolgreich

bestätigt. Der Rückgang der LHKW-Konzentrationen im nach Norden gerichteten Abstrom setzt

sich fort.

Umweltbericht 135


11 Beitrag der GSB - Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH

11.1.3 Biomonitoring

Die Immissionssituation im Umfeld der Sonderabfallverbrennungsanlage wird seit 1993 über

das so genannte Biomonitoring verfolgt. An vier ausgewählten Standorten werden alljährlich

Grünkohlkulturen nach einem standardisierten Verfahren exponiert und auf Dioxine und andere

Schadstoffe untersucht. Durch Akkumulationswirkung auf den Blattoberflächen lassen

sich auch niedrige Konzentrationen nachweisen. Des Weiteren werden seither auch an so genannten

Dauerbeobachtungspunkten jährlich Bodenproben entnommen und analysiert. Die

Ergebnisse werden an das Bayerische Landesamt für Umweltschutz und an die Regierung

von Mittelfranken weitergeleitet und im Umweltbeirat erörtert. Im Vergleich mit anderen

bayerischen Standorten sind bisher keine signifikanten Abweichungen erkennbar.

11.2 Umweltbeirat

Der Umweltbeirat beim Mitgesellschafter ZVSMM, in dem die Stadt Schwabach durch Verwaltung

und Stadtrat vertreten ist, kam im zweijährigen Berichtszeitraum zu zehn Sitzungen,

darunter eine Arbeitsgruppensitzung, zusammen. Die herausragenden Themen waren







Fusion zur GSB – Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH Mitte 2000 und die künftige

Rolle eines Umweltbeirates in der Gesellschaft. Eine gemeinsame Linie mit einem gleichnamigen

Beirat am Standort Ebenhausen und die Etablierung eines Beirats für die gesamte

Gesellschaft konnte dabei nicht entwickelt werden, so dass strukturelle Veränderungen für

den Umweltbeirat am Standort Schwabach weitgehend ausblieben.

Pestizide aus Venezuela, über deren geplante Entsorgung am Standort dem Umweltbeirat

berichtete wurde. Aufgrund des öffentlichen Widerstands nahm die GSB von diesem Entsorgungsangebot

Abstand.

Betriebsstörung der Sonderabfallverbrennungsanlage am 26. November 2001 (siehe oben).

Sanierung der Sonderabfalldeponie Schwabach (siehe oben), zu der eine Arbeitsgruppe

des Beirats ins Leben gerufen wurde.

Regelmäßige Berichterstattung über umweltrelevante Planungen und Vorgänge, wie Bunkerteileinhausung,

Lagerflächenkonzept oder Betriebsumstellung SAD Raindorf.

Jährliches Boden- und Biomonitoring zur Überwachung des Anlagenumfelds.

11.3 Öffentlichkeitsarbeit

Als dauerhafte Informationsquelle steht während der arbeitstäglichen Betriebszeiten das Info-

Zentrum jedem Interessierten offen. Besichtigungen der Anlagen sind nach Voranmeldung

möglich (Frau Banski, Telefon: (0 91 22) 7 97-2 22). Sie steht auch für Wünsche und Anregungen

zur Verfügung.

136 Umweltbericht


Umweltbericht 137

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