05.07.2014 Aufrufe

rhw management Housekeeping im First-Class-Hotel (Vorschau)

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<strong>management</strong><br />

16. <strong>rhw</strong>-Symposium<br />

<strong>Housekeeping</strong> <strong>im</strong><br />

<strong>First</strong>-<strong>Class</strong>-<strong>Hotel</strong><br />

Berufsbekleidung<br />

Funktional und Komfortabel<br />

Porträt<br />

„Ich züchte jetzt Alpakas“<br />

7/8<br />

Juli/August 2014 · 51. Jahrgang


Das Power-Duo für<br />

die Hauswirtschaft<br />

<strong>im</strong> Kombi-Abo<br />

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P.S.: Fürs Abo gibt es auch ein kleines Dankeschön.


Editorial<br />

RHW: Reinigung – Hygiene –<br />

Wohlbefinden<br />

Heute halten Sie die neue Ausgabe der <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

in Ihren Händen. Nachdem wir <strong>im</strong> Juni 2014 das halbe<br />

Jahrhundert gefeiert und in die Historie geblickt haben,<br />

schlagen wir mit Ihnen zusammen ein neues Kapitel in der Geschichte<br />

der <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> auf.<br />

Ein erster Schritt ist, das bisherige Akronym „<strong>rhw</strong>“ nicht mehr<br />

mit „rationeller Hauswirtschaft“ zu verknüpfen, sondern neu zu<br />

beleben. Denn den inzwischen über 40 Jahre alten Begriff konnten<br />

selbst von mir befragte Germanistinnen nicht eindeutig erklären<br />

bzw. verwechselten ihn mit rational (rationell heißt übrigens:<br />

auf Wirtschaftlichkeit bedacht; zweckmäßig).<br />

Wie kann diese Frischekur der „<strong>rhw</strong>“ gelingen? Die Themen<br />

Nummer eins in der Hauswirtschaft sind Reinigung und Hygiene.<br />

Diese spielen auch mit Abstand die größte Rolle bei unseren<br />

Leseranfragen an den Expertenrat. Zu Dreiviertel sind laut aktuellen<br />

Untersuchungen des Instituts für Sozialforschung Halle<br />

die Mitarbeiter der Hauswirtschaft in den Bereichen Wäschereinigung,<br />

Gebäudereinigung und Hygiene beschäftigt, womit<br />

schon klar die ersten beiden Begriffe feststehen würden: R und<br />

H wie Reinigung und Hygiene.<br />

51 Prozent arbeiten in der Verpflegung und 30 Prozent in der<br />

Alltagsbegleitung, Quartiers<strong>management</strong>, ambulante Hauswirtschaft,<br />

Kochen mit Bewohnern etc. Die Wahrnehmung der Hauswirtschaft<br />

geht seit Jahren längst weg vom möglichst billigen<br />

Verrichten (rationell, zweckmäßig, Kittelschürze) hin zu einer<br />

Hauswirtschaft als Partner des Lebensalltags für Menschen mit<br />

Unterstützungsbedarf.<br />

Doch ist es möglich, hierfür einen übergeordneten Begriff zu<br />

finden, der <strong>im</strong> Zweifel auch noch mit W anfängt? In der<br />

Schweiz sagt man: „Hauswirtschaft hat die Meisterinnen der<br />

Ambiance“. Ich fasse den Begriff noch weiter. Hauswirtschaft<br />

hat die Meisterinnen des: Wohlbefindens! Dies bestätigt auch<br />

Martina Feulner in ihrem jüngsten Aufsatz <strong>im</strong> Magazin fundus<br />

2/2014, nachdem hauswirtschaftliche Dienstleistungen „eine<br />

unmittelbare Wirkung auf die Zufriedenheit und das Wohlbefinden<br />

haben.“ Wohlfühlen ist das schönste Kompl<strong>im</strong>ent, das<br />

ein Bewohner oder Kunde der Hauswirtschaft Ihnen machen<br />

kann, seien es Kinder, Senioren, Essens-, Event-, <strong>Hotel</strong>- oder Tagungsgäste.<br />

Somit ist <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> für die Leserinnen gedacht,<br />

die Managerinnen von Reinigung, Hygiene und Wohlbefinden<br />

(RHW) sind.<br />

Wohlfühlen – auch be<strong>im</strong> Lesen<br />

Damit Sie sich auch be<strong>im</strong> Lesen wohlfühlen, haben wir Einiges<br />

in den letzten Wochen getan. Das Papier ist nun fühlbar dicker,<br />

die Artikel sind dadurch besser lesbar geworden, die Fotos<br />

schöner. Das Thema des Monats erhält nun statt einer halben<br />

Seite mindestens eine Doppelseite – in diesem Heft sind es die<br />

spannenden Branchenzahlen des ZSH Halle, die in den Fachmedien<br />

der Hauswirtschaft bisher noch nicht veröffentlicht wurden.<br />

Und die beliebten Rubriken wie Aktuelles, der <strong>rhw</strong>-Expertenrat<br />

oder Steckbrief Bodenbelag bleiben natürlich erhalten.<br />

Neu ist auch die Doppelnummer <strong>im</strong> Sommer. Somit haben Sie<br />

nun ein stark <strong>im</strong> Umfang erweitertes Heft, während die nächste<br />

Ausgabe <strong>im</strong> September nach Ihrem Urlaub erscheint. Über das<br />

Jahr gerechnet erhalten Sie selbstverständlich ebenso viele Seiten<br />

wie bisher – und zwar dann, wenn Sie diese beruflich am<br />

meisten brauchen.<br />

Auch online hat sich parallel zum Heftumbau viel getan. Die<br />

neu gestaltete Webseite : www.<strong>rhw</strong>online.de der beiden<br />

Zeitschriften <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> und <strong>rhw</strong> praxis bietet Ihnen nun<br />

Kommentarfunktionen, Empfehlungen für Social Media und ein<br />

sogenanntes responsives Design. Gleichgültig, mit welchem<br />

Endgerät Sie surfen, unsere neu gestaltete <strong>rhw</strong>-Webseite passt<br />

sich Ihrem Gerät automatisch an. Hier können Sie von jetzt an<br />

auch Ihre <strong>rhw</strong>-Seminare oder das <strong>rhw</strong>-Hygieneforum bequem<br />

buchen.<br />

All diese Neuerungen kommen der Vermittlung von noch umfassenderen<br />

Fachinformationen in zeitgemäßem „Kleid“ zu<br />

Gute. Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne Wohlbefinden be<strong>im</strong><br />

Lesen der <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> und be<strong>im</strong> Surfen auf unseren Online-Angeboten.<br />

Persönlich treffen wir uns sicher in Bälde wieder<br />

bei einem der Events der Branche – ich freue mich auf Sie!<br />

Und: Ich bin gespannt auf Ihr Feedback!<br />

Herzlich ihr<br />

robert.baumann@vnmonline.de<br />

HBL Angela Herold (rechts, mit <strong>rhw</strong>-Chefredakteur<br />

Robert Baumann) ziert das Cover unserer neu gestalteten<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> – sie wurde 2013 als Nachwuchshotelier des<br />

Jahres ausgezeichnet. Mehr über Ihren Weg lesen Sie ab Seite 12.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 3


Home l Viele Infos l Heft lesen l Newsletter l Anzeige buchen l Kontakt<br />

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Inhalt<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014<br />

Editorial 3<br />

Inhalt 5<br />

Aktuelles 6<br />

<strong>rhw</strong>-Expertenrat<br />

Die <strong>rhw</strong>-Experten 8<br />

Das 16. <strong>rhw</strong>-Symposium am 22. Mai in München:<br />

Jubiläumsfeier, Vorträge & Sachertorte Ab Seite 12<br />

Thema des Monats<br />

Wohin geht die Reise? 10<br />

16. <strong>rhw</strong>-Symposium<br />

„Geschulter Blick für das Ganze“ 12<br />

Porträt<br />

„Veränderung ist die einzige Konstante“ 16<br />

„Ich züchte jetzt Alpakas“ 42<br />

Fachthema<br />

Ke<strong>im</strong>frei und einsatzbereit 19<br />

Hygienisch, komfortabel, bequem:<br />

Berufsbekleidung heute Ab Seite 22<br />

Was tun, wenn Demente auf Wanderschaft gehen? 20<br />

Berufsbekleidung: Funktional und komfortabel 22<br />

Hygiene und Müll gehen alle Mitarbeiter an 26<br />

Steckbrief Bodenbelag: Kautschuk/Elastomere 48<br />

Report<br />

Gastronomie und Catering auf Schloss Zinneberg 28<br />

Zehn Tipps für Happy <strong>Housekeeping</strong> 31<br />

Hauswirtschaft ist eine exklusive Marke 32<br />

„Iss Dich clever“ 36<br />

Fotos: Alexandra Höß, Bardusch, My Sportlady, Alpakahof Miessler<br />

„Iss Dich clever“ – ein Projekt in Schulen<br />

für eine bessere Ernährung Ab Seite 36<br />

Von der HBL zur Alpakazüchterin:<br />

Bianca Miessler Ab Seite 42<br />

Vorsicht Humor! 45<br />

Stress, Druck und Angst: was tun? 46<br />

Management<br />

Ohne Selbst<strong>management</strong> geht’s nicht 35<br />

Marktplatz<br />

Reine Naturseife und Smoothfood-Produkte 41<br />

Zu guter Letzt<br />

Kita-Verpflegung/Steckbrief Bodenbelag 48<br />

Impressum 50<br />

Fundstücke 50<br />

<strong>Vorschau</strong> 50<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014<br />

Titelfoto: Sonnenalp Spa Resort Golf, www.sonnenalp.de<br />

Beilagenhinweis: Dieser Ausgabe liegt das Buchprogramm des Verlags Neuer Merkur<br />

und das Programm von Fachbuchdirekt bei. Wir bitten freundlich um Beachtung.


Aktuelles<br />

Erstes Fachforum<br />

Hauswirtschaft<br />

Die Landwirtschaskammer Niedersachsen lädt am 8. Oktober<br />

2014 zum 1. Fachforum Hauswirtscha in die Stadthalle<br />

Walsrode ein. Fach- und Führungskräe in der Hauswirtscha<br />

sowie Interessierte werden eingeladen, Versorgungsstrategien<br />

<strong>im</strong> demografischen Wandel unter dem Titel „Zukun-Chancen-Potenziale“<br />

aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.<br />

Gerade die Versorgung und Betreuung von Senioren/innen stehen<br />

<strong>im</strong> Zeichen des demographischen Wandels vor neuen Herausforderungen;<br />

der Wunsch nach einem selbstbest<strong>im</strong>mten Leben bis ins<br />

hohe Alter fordert innovative Konzepte unter Berücksichtung von<br />

unterschiedlichen Bedürfnissen <strong>im</strong> städtischen und ländlichen<br />

Raum. Weitere Informationen und Anmeldung unter : www.lwkniedersachsen.de<br />

oder (04 41) 80 18 16.<br />

E<br />

Endlich Einigung<br />

<strong>im</strong> HBL-Disput!<br />

Er sollte eigentlich ein Hilfsinstrument für Träger von Senioren-<br />

und Behinderteneinrichtungen sowie für Bildungsinstitute<br />

sein. Jedoch sorgte der <strong>im</strong> August 2013 in Kraft<br />

getretene „Leitfaden zur Ausführungsverordnung des Pflegeund<br />

Wohnqualitätsgesetzes“ in Bayern für Aufruhr: Er schließt<br />

Fachkräfte der Hauswirtschaft von der He<strong>im</strong>leiterfortbildung<br />

aus.<br />

Nach Druck auf das Staatsministerium für Gesundheit und<br />

Pflege wurde nun die missverständliche Erläuterung<br />

„Die Ausbildung zur Hauswirtschafterin erfüllt die in § 12<br />

Abs. 1 Ziffer 1 AVPfleWoqG genannte Voraussetzung auch<br />

dann nicht, wenn zusätzlich noch eine Weiterbildung zur<br />

hauswirtschaftlichen Betriebsleitung erfolgt ist.“<br />

aus dem Leitfaden gestrichen, informierte uns Margarete<br />

Engel vom Bayerischen Landesausschuss für Hauswirtschaft<br />

e.V. (BayLaH).<br />

Die allerdings ebenfalls <strong>im</strong> Leitfaden benannten beruflichen<br />

Vorbildungen, die als geeignete Voraussetzungen für die Fortbildung<br />

zur He<strong>im</strong>leitung gelten, sind geblieben (Berufsausbildungen<br />

und Studiengänge <strong>im</strong> Sozial- und Gesundheitswesen,<br />

<strong>im</strong> kaufmännischen Bereich oder in der öffentlichen Verwaltung).<br />

Konkret bedeutet das: Fachkräfte der Hauswirtschaft<br />

gehören nach Ansicht des STMGP nach wie vor nicht zum geeigneten<br />

Personenkreis für diese Fortbildung. Allerdings wird<br />

die Möglichkeit eingeräumt, dass einzelne hauswirtschaftliche<br />

Fach- und Führungskräfte bei besonderer Eignung – die der<br />

jeweilige Träger der Einrichtung feststellen muss – über die<br />

Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen, Qualitätsentwicklung,<br />

Aufsicht (FQA) eine Sonderzulassung erwirken<br />

kann. Diese Regelung gilt in Bayern bereits seit dem 1. September<br />

2011.<br />

E<br />

RHW-NEWSTICKER<br />

In Pension: Seit April 2014 ist <strong>rhw</strong>-Redaktionsbeirätin Prof.<br />

i.R. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser, Universität Gießen, in Pension.<br />

Wir danken für ihre Arbeit. „Ich habe bereits als Studentin und<br />

Assistentin die Rationelle Hauswirtscha in den siebziger Jahren<br />

regelmäßig genutzt und habe die Weiterentwicklung der Fachzeitschri<br />

so gut mitverfolgen können.“ Für ihre Professur Ernährungsberatung<br />

und Verbraucherverhalten<br />

wird es keine/n Nachfolger/in geben.<br />

Infobroschüre: Der Deutsche Blinden- und<br />

Sehbehindertenverband e. V. hat zum ema der<br />

barrierefreien Gestaltung von schrilichen Informationen<br />

und zur Vermeidung von Barrieren<br />

für Seheingeschränkte die ausführliche Broschüre „Klartext!“<br />

herausgegeben. Diese und weitere Broschüren und Infomaterial<br />

sind herunterzuladen unter<br />

: www.dbsv.org/infothek/broschueren-und-mehr.<br />

Arbeitsrecht: Langfristig erkrankte Arbeitnehmer/innen<br />

dürfen nach ihrer Genesung den ihnen zustehenden gesetzlichen<br />

Urlaub einfordern und antreten. Dies hat der Europäische<br />

Gerichtshof entschieden. Schreibt der jeweilige Tarifvertrag<br />

nichts anderes vor, verfällt jedoch der Anspruch<br />

15 Monaten nach Ablauf des Urlaubsjahrs.<br />

Hautschutz- und Hygieneplan: Die Berufsgenossenscha<br />

Nahrungsmittel und Gastgewerbe<br />

(BGN) hat Hautschutz- und Hygienepläne<br />

erstellt. Sie können am Computer ausgefüllt<br />

und in unterschiedlichen Größen ausgedruckt oder in gedruckter<br />

Form bestellt werden unter: bit.ly/1skyZYT<br />

Preis für Onlinekommunikation: Die App „Vergiftungsunfälle<br />

bei Kindern“ des Bundesinstituts für Risikobewertung<br />

(BfR) hat den Deutschen Preis für Onlinekommunikation<br />

2014 in der Kategorie „Mobile und Apps“ erhalten. Die<br />

App soll Vergiungsunfälle bei Kindern vermeiden und <strong>im</strong><br />

Notfall helfen, einen kühlen Kopf zu bewahren.<br />

Kennzeichnung: Der Verbraucherzentrale Bundesverband<br />

(vzbv) und der Deutsche Brauer-Bund (DBB) haben sich darauf<br />

geeinigt, dass Brauereien, die zum DBB gehören, künig freiwillig<br />

auf den Restalkoholgehalt in alkoholfreiem Bier hinweisen.<br />

Dieses darf bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten.<br />

Die neue Regelung soll für mehr Transparenz sorgen. Weitere<br />

Brauereien können der Initiative folgen.<br />

Kennen Sie schon den monatlichen<br />

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Fotos: contrastwerkstatt/Fotolia.com, photocrew/Fotolia.com<br />

6 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Aktuelles<br />

Enthält Eis mit schwarzen<br />

Punkten echte Vanille?<br />

Wie die Verbraucherzentrale Bayern mitteilt, sind kleine<br />

schwarze Punkte <strong>im</strong> Eis keine Garantie, dass<br />

<strong>im</strong> Eis echte Vanille enthalten ist. „Als Ersatz für natürliches<br />

Vanillemark lässt sich auch nur die ausgelaugte, gemahlene<br />

Hülle verwenden. Sie ist nahezu geschmacklos“, so<br />

Heidrun Schubert, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale<br />

Bayern. Der Vanillegeschmack kommt dann oft von Vanillearomen.<br />

Wer sicher gehen will, ob echte Vanille <strong>im</strong> Speiseeis<br />

steckt, sollte einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Nur die<br />

Kennzeichnung „mit Bourbon-Vanille“ garantiert, dass ausschließlich<br />

natürliche Vanille der Bourbon-Inseln verwendet<br />

wurde. Aromatisiert der Hersteller sein Produkt nicht nur mit<br />

„echter Bourbon-Vanille“,<br />

sondern<br />

auch noch mit<br />

Aromastoffen aus<br />

dem Labor, muss er<br />

diese in der Zutatenliste<br />

nennen. Vanillin<br />

beispielsweise wird<br />

meist aus Lignin gewonnen, das auch bei der Papierherstellung<br />

anfällt. Vanilleextrakt wird dagegen mit Alkohol aus der Vanilleschote<br />

herausgezogen. Auf der Zutatenliste steht dann „Vanilleextrakt“<br />

oder „natürliches Vanillearoma“.<br />

E<br />

„Bio für Kinder“ – Speiseplan gratis<br />

Die Gemeinschasinitiative „Bio für Kinder“, die 2006 von<br />

Tollwood und dem Referat für Gesundheit und Umwelt<br />

der Landeshauptstadt München ins Leben gerufen wurde,<br />

hat in Kooperation mit der Bio-Köchin Carola Petrone den „Bio-<br />

Speiseplanmanager“ entwickelt: Ein online frei zugängliches Programm,<br />

das Speiseplanung, Allergen- und Küchen<strong>management</strong> sowie<br />

eine Rezeptdatenbank miteinander verknüp, und die Umstellung<br />

auf Bio ermöglichen soll.<br />

Auf der Webseite können Einrichtungen praxiserprobte, ernährungsphysiologisch<br />

ausgewogene, saisonal abgest<strong>im</strong>mte und preislich<br />

kalkulierte Speisepläne in 100 Prozent Bio-Qualität inklusive<br />

der dazugehörigen Rezepturen abrufen. Auf Knopfdruck werden<br />

Kosten kalkuliert und Einkaufspläne erstellt. Ob privater Kindergarten<br />

oder öffentliche Schule, große Küchen oder kleine, vegetarische<br />

oder nicht-vegetarische Ausrichtung, in München oder Hamburg:<br />

Der „Bio-Speiseplanmanager“ passt sich den Bedürfnissen<br />

der Einrichtungen an, die Nutzung ist kostenlos.<br />

E<br />

: www.biospeiseplan.de<br />

Bühne frei für Martin Lutz<br />

12. <strong>rhw</strong>-Hygieneforum<br />

in Hannover<br />

Martin Lutz vom FIGR wurde auf den Fragebögen <strong>im</strong>mer wieder als Wunsch-Referent angegeben.<br />

Deshalb freut es uns sehr, dass er am 6. November 2014 als Referent be<strong>im</strong> 12. <strong>rhw</strong>-Hygieneforum<br />

in Hannover mit dabei sein wird – ab sofort können Sie sich für die Veranstaltung anmelden.<br />

Am 6. November 2014 wird der Reingungsexperte <strong>im</strong> HCC Hannover sogar zu zwei emen referieren<br />

und auch an der Expertenfragerunde mit allen Referenten teilnehmen:<br />

u Moderne Fußbodenreinigung <strong>im</strong> Gesundheitswesen<br />

u Neue Entwicklungen in der Reinigungstechnik 2014.<br />

Eröffnen wird den Tag rund um die Hygiene die Lebensmittelwissenschalerin Maria Revermann. Ihr<br />

aktuelles ema: Allergeninformationspflicht. Bis spätestens Ende Oktober 2014 wird es in Deutschland<br />

auch eine nationale Verordnung geben. Die Schlussfolgerungen daraus wird Revermann erläutern, ehe<br />

es dann ab 13. Dezember 2014 ernst wird mit der Umsetzung.<br />

„Vorsicht Kreuzkontamination“ heißt der Vortrag von Dr. Dieter Bödeker rund um hygienische Aspekte<br />

bei Warenanlieferung, Transport und Lagerung. Sabine Rose Mück aus Cuxhaven hat sich bereit erklärt,<br />

erstmals zu einem aktuellen ema auf Wunsch der Teilnehmer zu referieren – darüber<br />

können Sie <strong>im</strong> September unter www.<strong>rhw</strong>online.de online abgest<strong>im</strong>men! Und zum Abschluss<br />

erklärt Dr. Elke Jaspers, was es mit Bakterien <strong>im</strong> Biofilm auf sich hat und natürlich vor allem, wie<br />

man sie vermeiden kann.<br />

E<br />

: www.<strong>rhw</strong>-hygieneforum.de<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 7


hw-Expertenrat<br />

Das gesamte <strong>rhw</strong>-Expertenteam finden Sie <strong>im</strong> Internet unter<br />

Kuchenspenden<br />

kennzeichnen – wie genau?<br />

dIm <strong>rhw</strong>-Expertenrat der <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

05/2014 hatten Sie angegeben, dass auch<br />

bei Kuchenspenden aus Privathaushalten die neue<br />

(künftige) Allergeninformationspflicht gilt. Allerdings<br />

wurde dabei nicht gesagt, wie dies überhaupt<br />

praktisch umgesetzt werden soll. Sicherlich können<br />

wir von den Spendern nicht verlangen, professionelle<br />

Allergenangaben zu machen oder diese Angaben<br />

<strong>im</strong> Vorfeld einzuholen.<br />

Wenn dies aber nicht möglich ist, bliebe dann nur<br />

die Alternative auf (teure) professionelle Kuchen zurückzugreifen<br />

und auf Kuchenspenden zu verzichten.<br />

Dies kann aber wohl nicht sein. Es wäre daher<br />

interessant, wie man dies als Pflegehe<strong>im</strong> praktisch<br />

bewerkstelligen soll.<br />

Extra-Expertenrat von Carola Reiner<br />

Sie haben recht, die Allergenkennzeichnungspflicht bezieht<br />

sich nicht auf die Frage, woher der Kuchen kommt, sondern<br />

auf die Frage, wo und wem der Kuchen angeboten wird. Die<br />

LMIV kümmert sich um die Belange der Allergiker und für die<br />

ist es unerheblich, wer den Kuchen gebacken hat. Insofern ist<br />

auch bei Festen – wie auch bei jedem anderen Verpflegungsangebot<br />

– die veranstaltende Einrichtung verantwortlich für<br />

die Produktqualität und ab Dezember eben auch für die Allergen-Deklaration.<br />

Als veranstaltende Einrichtung haben Sie mehrere Möglichkeiten<br />

der Vorgehensweise:<br />

u Die zweifellos teure und daher recht unrealistische Variante<br />

des Einkaufens be<strong>im</strong> Profi, in diesem Falle würden Sie die<br />

Deklaration des Anbieters übernehmen können und müssen.<br />

u Die Variante, die Kuchen selbst zu backen, dann müssten<br />

Sie die Deklaration gemäß Ihren Rezepturen selbst übernehmen.<br />

u Die Variante der Spende, auch dann bleibt die Deklaration<br />

Ihre Aufgabe.<br />

Bezogen auf Kuchen ist es relativ einfach, sich vorzubereiten<br />

– egal, für welche Variante Sie sich entscheiden. Denn Kuchen<br />

haben alles in allem relativ ähnliche Rezepturen, die <strong>im</strong>mer<br />

wieder dieselben (deklarationspflichtigen) Allergene enthalten:<br />

Gluten, Ei, Milch.<br />

Kuchen, die aus Backmischungen hergestellt werden, enthalten<br />

darüber hinaus oft noch Soja. Dies müssten Sie bei den Spendern<br />

erfragen. Außerdem sieht man das den Kuchen in der<br />

Regel an. Ob weitere Zutaten, wie zum Beispiel Nüsse oder<br />

Mandeln <strong>im</strong> Kuchen verarbeitet wurden, können Sie ebenfalls<br />

sehen oder erfragen.<br />

Be<strong>im</strong> Seminar dabei waren unter anderem Hauswirtschaftsleitungen<br />

von Altenhe<strong>im</strong>en, Tagungshäusern,<br />

Betreutem Wohnen, Kinderhospiz, Service<br />

GmbH, Bioladen, Volkshochschule und die Fachlehrerin<br />

einer Fachakademie<br />

Am besten erstellen Sie sich vor dem Fest eine Liste aller „gängigen“<br />

Kuchen mit Deklaration und einer entsprechenden Legende.<br />

Wenn dann die Spenden kommen, können Sie recht<br />

schnell eine Art Aushang oder Plakat schreiben, auf dem steht,<br />

welche Kuchen Sie anbieten und welche Allergene darin enthalten<br />

sind. Dies legen Sie dann aus oder hängen es auf und<br />

alle sind zufrieden.<br />

Diese Art von Fragen diskutieren wir übrigens <strong>im</strong> Seminar „Allergeninformationspflicht<br />

– Was bedeuten die Zahlen auf dem<br />

Speiseplan?“, das die <strong>rhw</strong> in vielen verschiedenen Städten anbietet.<br />

Ich würde mich freuen, Sie bei einem dieser Seminare<br />

begrüßen zu dürfen.<br />

d<br />

WEITERE TERMINE<br />

BIS DEZEMBER<br />

Bitte beachten Sie, dass für die Allergeninformationspflicht<br />

aktuell nur noch folgende Plätze in diesen drei Städten<br />

verfügbar sind:<br />

u Kassel: 15. Juli 2014<br />

u Heidelberg: 24. Juli 2014<br />

u Hannover: 26. September 2014 sowie<br />

14. November 2014.<br />

Die anderen Kurse sind leider bereits ausgebucht, teilweise<br />

mit Warteliste. Weitere Termine für Herbst und in der zweiten<br />

Dezemberwoche 2014 sind jedoch bereits abgest<strong>im</strong>mt,<br />

Sie finden die Termine tagesaktuell unter www.<br />

<strong>rhw</strong>online.de (Rubrik Veranstaltungen).<br />

< Sie erreichen das <strong>rhw</strong>-Expertenteam unter: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de<br />

Bitte beachten Sie: Unsere <strong>rhw</strong>-Experten helfen Ihnen bei der Interpretation der aktuellen Gesetzesvorschriften, geben damit<br />

aber keine rechtliche Beratung.<br />

*<br />

Sie haben eine Frage? Wir den richtigen Experten für Sie!<br />

8 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


www.<strong>rhw</strong>online. de/expertenrat *<br />

<strong>rhw</strong>-Expertenrat<br />

Extra-Expertenrat<br />

Schritt für Schritt zum<br />

sauberen Waschraum<br />

Öffentliche und halb-öffentliche Waschräume<br />

sind äußerst hygienesensible Bereiche. Sie sind<br />

zumeist hochfrequentiert und können bei<br />

mangelhafter Reinigung dazu beitragen, dass<br />

Bakterien und Ke<strong>im</strong>e schnell verbreitet werden.<br />

Aus diesem Grund ist es unerlässlich, diese<br />

systematisch und sorgfältig zu reinigen.<br />

Tork Hygiene-Expertin Maria Revermann verrät<br />

<strong>im</strong> Interview welche Vorgehensweise sich<br />

bewährt hat, um die Hygiene in Waschräumen<br />

zu gewährleisten, welche Fehler besonders<br />

häufig passieren – und wie man diese<br />

vermeiden kann.<br />

Maria Revermann ist auch<br />

Referentin be<strong>im</strong> diesjährigen<br />

12. <strong>rhw</strong>-Hygieneforum in<br />

Hannover.<br />

Wie geht man bei der Reinigung<br />

des Waschraums korrekt vor?<br />

In der Regel wird zunächst trocken gereinigt,<br />

indem der gröbste Schmutz zusammengefegt<br />

und damit die oberflächlichsten<br />

Verunreinigungen entfernt werden. Anschließend<br />

erfolgt eine systematische Tiefenreinigung.<br />

Dabei wird der Waschraum<br />

in verschiedene Zonen eingeteilt: Das<br />

Waschbecken mit den dazugehörigen Armaturen<br />

sowie die Oberflächen der Spender<br />

für Seife und Einwegpapierhandtücher<br />

bilden einen Bereich. Eine weitere Zone<br />

ist die Toilettenkabine selbst. Die eigentliche<br />

Toilette ist der hygienisch unsauberste<br />

Bereich, weil durch die Benutzung dort mit<br />

einer Vielzahl von pathogenen Ke<strong>im</strong>en zu<br />

rechnen ist. Deshalb sind hierfür gesonderte<br />

Reinigungsmittel erforderlich, die<br />

nicht gleichzeitig für das Waschbecken<br />

genutzt werden sollten. Auch die Wände,<br />

Böden und Toilettentüren sowie die Eingangstür<br />

bilden jeweils gesonderte Bereiche.<br />

Gibt es eine best<strong>im</strong>mte Reihenfolge,<br />

in welcher diese Bereiche gereinigt<br />

werden sollten?<br />

Wichtig ist generell, dass nicht von der hygienisch<br />

unsaubersten Seite zur hygienisch<br />

saubersten Seite gearbeitet wird. In der<br />

Praxis wird der kritischste Hygienebereich<br />

zum Schluss gereinigt – damit durch vorhergehende<br />

Reinigungsprozesse keine<br />

Kreuzkontaminationen verursacht werden.<br />

Besonders wichtig und daher keinesfalls<br />

vergessen werden sollten die Eingangstüren<br />

und Toilettenklinken. Hier ist das Hygiene-Risiko<br />

besonders hoch, da sie von<br />

jedem Gast mehrmals berührt werden und<br />

dementsprechend hohe Ke<strong>im</strong>belastungen<br />

aufweisen.<br />

Welche Reinigungsmittel sollten<br />

verwendet werden und wie sind<br />

diese zu dosieren?<br />

Die Hersteller der unterschiedlichen Produkte<br />

geben Empfehlungen heraus, wie<br />

diese zu verwenden und zu dosieren sind.<br />

Ich lege allen Reinigungskräften nahe, sich<br />

an diesen zu orientieren. Dies gilt besonders<br />

für Putzmittel, die über das einfache<br />

Haushaltsmittel hinausgehen, wie beispielsweise<br />

solche mit bakterizider (gegen Bakterien)<br />

und fungizider (gegen Pilze) Wirkung.<br />

Gerade bei derartigen Reinigungsprodukten<br />

sollten die Angaben des Herstellers<br />

berücksichtigt werden – wie sie in<br />

Sicherheitsdatenblättern, Produktdatenblättern<br />

und Betriebsanweisungen vermerkt<br />

sind.<br />

Welcher Fehler passiert bei der<br />

Reinigung von öffentlichen Waschräumen<br />

am häufigsten?<br />

Nach Einteilung des Waschraums in Reinigungszonen<br />

sollte man darauf achten,<br />

dass beispielsweise für den Toilettenbereich<br />

und das Waschbecken sowie den<br />

Boden unterschiedliche Reinigungsprodukte<br />

zum Einsatz kommen. Zuerst die Toilettenbrille<br />

und anschließend den Seifenspender<br />

mit demselben Lappen zu reinigen hat<br />

aus hygienischer Sicht fatale Folgen. d<br />

Ohne zuverlässige<br />

Desinfektion<br />

droht akute<br />

Lebensgefahr!<br />

Die maschinell thermische bzw. chemothermische<br />

desinfizierende Aufbereitung von<br />

Wischbezügen in Waschmaschinen regeln<br />

die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts.<br />

Diesen strengen Richtlinien entsprechend<br />

hat Schneidereit Professional mit SMAS ®<br />

die Moppwäsche und die desinfizierende<br />

Aufbereitung in einem durchgängigen<br />

Prozess entwickelt. Bei Bedarf kann die<br />

Desinfektion per Knopfdruck durch<br />

das Reinigungspersonal aktiviert werden.<br />

Der vor äußeren Einflüssen geschützte<br />

Prozess garantiert zuverlässige Ergebnisse.<br />

Unser Waschmittel BasePro in Kombination<br />

mit unserem Desinfektionsmittel BasePro<br />

Des60 ist in der Desinfektionsmittelliste des<br />

VAH (ehemals DGHM) eingetragen, sowie<br />

zur chemothermischen Desinfektion in der<br />

RKI-Liste, Wirkungsbereiche A und B gemäß<br />

§ 18.1 lfSG gelistet.<br />

Schneidereit GmbH<br />

Kärntener Straße 19 · 42697 Solingen (Germany)<br />

Telefon +49 212 7000-0 · Fax +49 212 7000-54<br />

info@schneidereit.com · www.schneidereit.com<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 9<br />

Wir bilden aus!<br />

typonetzwerk.de<br />

Frank Boston | fotolia.com


Thema des Monats<br />

Wohin geht die Reise?<br />

Es sind die wohl spannendsten Zahlen<br />

des Jahres: Seit zwei Jahren lässt das<br />

Bundesministerium für Wirtschaft und<br />

Energie neue Perspektiven für die Hauswirtschaft<br />

erforschen. Über 1.700 Personen<br />

aus der Hauswirtschaftsbranche haben<br />

bereits geantwortet. <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

präsentiert die ersten Ergebnisse,<br />

die auf dem diesjährigen <strong>rhw</strong>-Symposium<br />

vorgestellt wurden.<br />

Wie sehen eigentlich die Tätigkeiten und Einsatzfelder<br />

in der Hauswirtschaft heute genau aus, wie sind<br />

die Einsatzbedingungen und die beruflichen Chancen<br />

heute und morgen? Antworten auf diese Fragen zu finden,<br />

war Ziel einer Studie <strong>im</strong> Auftrag des Bundesministeriums für<br />

Wirtschaft und Energie, die vom Zentrum für Sozialforschung<br />

in Halle und dem IFOK, Berlin, durchgeführt wurde.<br />

Erste Ergebnisse der Studie, für die sowohl Azubis als auch Experten<br />

und Unternehmen befragt wurden, stellte Bettina Wiener<br />

auf dem <strong>rhw</strong>-Symposium am 22. Mai 2014 in München vor.<br />

1<br />

2<br />

1 Welche Kompetenzen bietet die Hauswirtschaft, die kein anderer hat? ** 2 Hauswirtschaft braucht einen<br />

neuen Namen – Bezeichnung der Inhalte ** 3 Wer beschäftigt Hauswirtschafter/-innen heute? * 4 Nennen<br />

Sie bitte zwei Hauptschwierigkeiten, die sich Personen, die in der Hauswirtschaft tätig sind, stellen. **<br />

4<br />

3<br />

Quellen: * Unternehmensbefragung Hauswirtschaft 2013, ** Beschäftigtenbefragung 2013/2014<br />

10 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Thema des Monats<br />

Die Ergebnisse der Unternehmensbefragungen<br />

zeigen zunächst, dass gerade<br />

<strong>im</strong> Bereich Reinigung und Wäsche<br />

häufig an- und ungelernte Kräfte<br />

eingesetzt werden. Sei es <strong>im</strong> Gesundheitswesen<br />

oder <strong>im</strong> pflegenahen Bereich:<br />

der Trend geht hier in Zukunft<br />

eher in Richtung Hilfskräfte.<br />

Bessere Aussichten haben ausgebildete<br />

hauswirtschaftliche Fachkräfte<br />

<strong>im</strong> Bereich Gemeinschaftsverpflegung<br />

und Service oder als „Universalhauswirtschafterin“<br />

mit Organisationsverantwortung.<br />

Es wird ein steigender<br />

Bedarf an Facharbeiterinnen, Meisterinnen<br />

und Betriebsleiterinnen gesehen.<br />

Fast 97 Prozent der befragten Betriebe<br />

und auch der befragten Beschäftigten<br />

in der Studie st<strong>im</strong>mten der Aussage<br />

zu: Hauswirtschaft wird auch in<br />

Zukunft gebraucht. Konträr dazu aber<br />

die Zust<strong>im</strong>mung auf die Aussage:<br />

Hauswirtschaftliche Berufe genießen<br />

in unserer Gesellschaft ein hohes Ansehen.<br />

Dem st<strong>im</strong>mten nur rund neun<br />

Prozent der Betriebe und rund sechs<br />

Prozent der Beschäftigten zu. Hier<br />

wird das Imageproblem wieder ganz<br />

offensichtlich.<br />

Auch kristallisierte sich <strong>im</strong> Laufe der<br />

Studie laut Bettina Wiener folgende<br />

große Frage heraus: Welche Kompetenzen<br />

bietet Hauswirtschaft eigentlich,<br />

die kein anderer Beruf hat, was<br />

können Sie als hauswirtschaftliche<br />

Fachkraft besser als andere?<br />

„Auf diese Frage haben wir eigentlich<br />

keine Antwort bekommen, das möchten<br />

wir mit Ihnen diskutieren“, so die<br />

Referentin.<br />

„Vielleicht ist Hauswirtschaft der vielfältigste<br />

Beruf der Welt, das wäre ja<br />

auch ein Alleinstellungsmerkmal“, versuchte<br />

<strong>rhw</strong>-Chefredakteur Robert Baumann<br />

eine Antwort. „Die Vielfalt bietet<br />

aber auch die Gefahr, dass wir<br />

uns verzetteln“, warnte Martina Schäfer,<br />

Vorsitzende der BAG-HW. Sie bewertet<br />

den handlungsorientierten Ansatz<br />

der Hauswirtschaft als Alleinstellungsmerkmal.<br />

Als Gefahr für den Berufsstand<br />

sieht sie die mittlerweile<br />

sehr vielfältigen Berufsbezeichnungen<br />

deutschlandweit, die noch mehr verwirren:<br />

„Wir brauchen dringend einheitliche<br />

Bezeichnungen.“<br />

E Alexandra Höß<br />

Welche Tätigkeiten üben Hauswirtschafter/-innen aus?<br />

Wie schätzen Sie folgende Aussagen ein? (Teil 1)<br />

Wie schätzen Sie folgende Aussagen ein? (Teil 2)<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 11


16. <strong>rhw</strong>-Symposium<br />

„Geschulter Blick<br />

für das Ganze“<br />

Vorträge, Sonne, Sekt und Sachertorte: das diesjährige <strong>rhw</strong>-Symposium am 21. Mai<br />

in München stand <strong>im</strong> Zeichen des 50-jährigen Jubiläums der Fachzeitschrift <strong>rhw</strong><br />

<strong>management</strong>. 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer feierten mit <strong>im</strong> Kardinal Wendel<br />

Haus samt prachtvollem Garten und informierten sich über „Zukunftschancen und<br />

preisgekrönte Konzepte“ der Hauswirtschaft.<br />

Vier der Referentinnen be<strong>im</strong> 16. <strong>rhw</strong>-Symposium (von links nach rechts): Renate<br />

Baur-Richter, Carola Reiner, HBL Angela Herold und Ursula Bolhuis<br />

50<br />

Jahre – das ist für eine Fachzeitschri<br />

schon eine stramme<br />

Leistung. Das geht nur, wenn<br />

eine Zeitschri von der Zielgruppe voll akzeptiert<br />

wird und wirklich nah am Leser ist“,<br />

sagte Dr. Angelika Schaller, Geschäsführerin<br />

Verlag Neuer Merkur zu Beginn des Symposiums.<br />

Die <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> erscheint in<br />

diesem Münchner Fachzeitschrienverlag,<br />

der übrigens bis heute in privater Hand ist,<br />

bereits seit 1966, zunächst noch unter dem<br />

Titel „Die Hauswirtschasmeisterin“ und fusionierte<br />

dann mit dem Titel „Hauswirtscha<br />

und Volksernährung“.<br />

Für eine enge Leser-Blatt-Bindung derzeit<br />

zuständig ist Chefredakteur Robert Baumann,<br />

der als Moderator des <strong>rhw</strong>-Symposiums<br />

die Teilnehmerinnen zunächst mit auf<br />

eine Zeitreise durch 50 Jahre <strong>rhw</strong> nahm und<br />

dann mit Ministerialrätin Gisela Miethaner<br />

vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung,<br />

Landwirtscha und Forsten gleich<br />

die erste hochkarätige Referentin des Tages<br />

vorstellte. „Warum professionelle Hauswirtscha<br />

unverzichtbar für Familie und Gesellscha<br />

ist“ hieß das ema der Ministerialrätin.<br />

Und sie begründete ihre ese zunächst<br />

mit der demografischen Entwicklung:<br />

so wird sich bis zum Jahr 2050 die Zahl der<br />

älteren Menschen ab 60 Jahren um 48 Prozent<br />

steigern und die Zahl der Pflegebedürftigen<br />

wird bis 2020 um fast 20 Prozent steigen.<br />

Wird Hauswirtschaft<br />

in Zukunft gebraucht?<br />

„Vor der Pflege kommt <strong>im</strong>mer die Hauswirtscha<br />

und die entsprechenden Fachkräe<br />

fehlen heute schon“, so Gisela Miethaner. In<br />

Senioreneinrichtungen gerade mit neuen<br />

Wohnformen, aber auch in Kitas und Schulen<br />

fehle hauswirtschaliche Kompetenz.<br />

„Nur mit Hilfskräen geht es nicht.“<br />

Schloss Suresnes 2014 mit der roten, begehbaren<br />

Kunstinstallation „Seelenwaschanlage“<br />

Nürnberger Kunst-Studenten<br />

Fotos: Alexandra Höß, Elke Z<strong>im</strong>mermann, Birgit Hemscheidt, Robert Baumann<br />

12 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Fachthema<br />

3<br />

1<br />

2<br />

Demgegenüber stehen alarmierend geringe<br />

Ausbildungszahlen in der Hauswirtscha.<br />

„In Bayern sind die Azubis sehr bemüht, den<br />

Titel ‚Assistentin für Ernährung und Versorgung‘<br />

zu erhalten und nicht wie früher<br />

‚Hauswirtschaerin‘ zu heißen“, beschrieb<br />

die Ministerialrätin die aktuelle Entwicklung.<br />

Ein Imagewandel des Arbeitsplatzes Hauswirtscha<br />

sei wichtig. So müsse betont werden,<br />

dass es sich bei diesem Beruf um ein eigenständiges<br />

und abwechslungsreiches Tätigkeits-<br />

und Anforderungsprofil mit klaren<br />

Qualitätsstandards handelt. Zwar sei Hauswirtscha<br />

eine körperlich anstrengende Arbeit,<br />

aber auch anspruchsvoll <strong>im</strong> Hinblick<br />

auf Kundenkontakt, Kommunikation und<br />

Arbeitsplanung. Wie sehen eigentlich die Tätigkeiten<br />

und Einsatzfelder in der Hauswirtscha<br />

heute genau aus, wie sind die Einsatzbedingungen<br />

und die beruflichen Chancen<br />

heute und morgen? Antworten auf diese Fragen<br />

gab anschließend Dipl. Soz. Bettina Wiener<br />

(siehe „ema des Monats“ Seite 10 und<br />

11 in dieser Ausgabe).<br />

1 Die Geschäftsführerin des Verlags Neuer<br />

Merkur, Dr. Angelika Schaller, eröffnete die<br />

Zeitreise zum halben Jahrhundert <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

– der Verlag selbst ist schon über<br />

60 Jahre alt<br />

2 Anne Lünsmann, AL Personalvermittlung,<br />

München und Ursula Bolhuis aus Ratingen<br />

(Foto Seite 12) stellten vor, wie <strong>im</strong> gehobenen<br />

Privathaushalt gearbeitet wird<br />

3 Gisela Miethaner vom Staatsministerium<br />

für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus<br />

München (links) und Geschäftsführerin Bettina<br />

Wiener vom ZSH Halle (rechts) referierten zu<br />

den Zukunftschancen der Hauswirtschaft<br />

Eine HBL macht<br />

Karriere <strong>im</strong> <strong>Hotel</strong><br />

Nach einer Debatte rund um das ema<br />

Image war der nächste Vortrag von Angela<br />

Herold, HBL und Executive <strong>Housekeeping</strong><br />

Managerin in einem 5-Sterne-Superior-<strong>Hotel</strong>,<br />

ein gutes Beispiel dafür, dass eine Karriere<br />

in der Hauswirtscha durchaus möglich<br />

ist.<br />

Angela Herold arbeitet seit 2010 <strong>im</strong> Sonnenalp<br />

Resort <strong>im</strong> Allgäu, eines der führenden<br />

Luxushotels Europas. Sie ist <strong>im</strong> <strong>Hotel</strong>resort<br />

für rund 100 Mitarbeiter in den Bereichen<br />

<strong>Housekeeping</strong>, Wäscherei, Schneiderei<br />

und Floristik zuständig. Zum Höhepunkt<br />

in ihrer Karriere zählt auch die Teilnahme<br />

am Deutschen <strong>Hotel</strong>nachwuchs-<br />

Preis – ein Award für junge Führungskräe<br />

in der <strong>Hotel</strong>lerie, den sie auf Anhieb <strong>im</strong> Jahr<br />

2013 gewann.<br />

Herold betont bei Ihrem Vortrag,<br />

dass ihr die vielfältigen Ausbildungsinhalte<br />

der HBL bei ihrer jetzigen Tätigkeit<br />

sehr zugute kommen: „Da ich<br />

aus der Hauswirtscha komme, hatte<br />

ich in viele Bereiche Einblicke und<br />

bringe somit einen geschulten Blick<br />

für das Ganze mit.“ Auffallend ist, dass<br />

in den letzten Jahren vor allem in den<br />

4- oder 5-Sterne-<strong>Hotel</strong>s die hauswirtschalichen<br />

Angestellten aufgrund ihres<br />

Fachwissens <strong>im</strong> Bereich Reinigung,<br />

Wäscheversorgung und Dekoration zur leitenden<br />

Führungspersonen in der internationalen<br />

<strong>Hotel</strong>lerie aufsteigen.<br />

Die rein schulische Ausbildung allerdings<br />

empfindet Herold für den praktischen Berufseinstieg<br />

als nicht ausreichend, die Ausbildung<br />

sollte praxisorientierter sein, z. B.<br />

durch externe Lehrkräe aus der Praxis zusätzlich<br />

zu den hauswirtschalichen Fachlehrer/innen.<br />

Zudem sei es für junge Hauswirtschasschülerinnen/er<br />

besonders wichtig,<br />

möglichst gute Praktika zu absolvieren<br />

oder noch besser: Gleich den dualen Ausbildungsweg<br />

zu wählen. „Hauswirtschaliche<br />

Azubis haben o große Probleme mit<br />

der Selbstständigkeit und sind unsicher <strong>im</strong><br />

Vorstellungsgespräch. Zudem fehlt ihnen<br />

die richtige Kommunikation sowie der Umgang<br />

mit Stresssituationen und Konflikten.“<br />

Auch liegt Angela Herold das Image-Problem<br />

der Hauswirtschasbranche sehr am<br />

Herzen. Als Gewinnerin des Deutschen <strong>Hotel</strong>nachwuchspreises<br />

<strong>im</strong> letzten Jahr meint<br />

sie: „Schon die Schüler sind für dieses Image<br />

mitverantwortlich. Nur wer seinen Beruf<br />

liebt und sich anstrengt, macht seinen Weg<br />

– zudem schaden wir unserem Beruf, wenn<br />

wir Masse statt Klasse ausbilden.“<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 13


16. <strong>rhw</strong>-Symposium<br />

4<br />

4 Über 110 Teilnehmerinnen und Aussteller<br />

aus Deutschland und Österreich<br />

besuchten das <strong>rhw</strong>-Symposium 2014<br />

5 Alle <strong>rhw</strong>-Chefredakteur/innen der vergangenen<br />

30 Jahre (von rechts nach<br />

links): Beatrix Flatt (1990 bis 1992), Ilse<br />

Raetsch (1981 bis 1989), Alexandra<br />

Höß (1993 bis 2002), Robert Baumann<br />

(seit Mai 2007) und Dorothea Kammerer<br />

(2002 bis 2007)<br />

6 Highlight am Nachmittag: Dreistöckige<br />

Sachertorte mit Covern aus fünf Jahrzehnten<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> <strong>im</strong> Zuckerdruck<br />

(Design und Umsetzung: Cafe Kubitcheck)<br />

6<br />

5<br />

Menschen mit<br />

Handicap integrieren!<br />

Dies ist eine Strategie, die natürlich nicht<br />

dazu beitragen würde, den Fachkräemangel<br />

auszugleichen. Hierzu hat die nächste Referentin,<br />

Renate Baur-Richter, Bereichsleiterin<br />

iwent-Casino der IWL-Werkstätten für Menschen<br />

mit Behinderung, einen Vorschlag. Sie<br />

sieht große Chancen darin, Menschen mit<br />

Handicap in den Arbeitsmarkt zu integrieren.<br />

Das iwent-Casino als Premium-Gastro-<br />

Marke mit drei Betrieben und 1.500 Essen<br />

pro Tag bietet 44 Menschen mit Behinderung<br />

komplexe und attraktive Arbeitsplätze <strong>im</strong><br />

Bereich der Gastronomie.<br />

Was ist eigentlich ein Handicap? Im Sport<br />

versteht man darunter einen berechneten<br />

Faktor, der unterschiedliche Leistungsstärken<br />

nivellieren soll. „Und auch unser Ziel ist, verschiedene<br />

Leistungsstärken auszugleichen“,<br />

sagt Renate Baur-Richter. Wie geht man aber<br />

am besten mit gehandicapten Mitarbeitern<br />

um? „Machen Sie es sich leicht: Diese Mitarbeiter<br />

brauchen Struktur und Rituale.“<br />

Ein Instrument dazu könne beispielsweise<br />

die „leichte Sprache“ (eine leicht verständliche<br />

sprachliche Ausdrucksweise) sein. Mittlerweile<br />

gibt es laut der Referentin sogar Klassiker<br />

wie „Romeo und Julia“ in leichter Sprache.<br />

Beispiele dazu finden sich <strong>im</strong> Internet<br />

zum Beispiel unter www.leichte-sprache.de.<br />

Wichtig ist es laut Renate Baur-Richter auch,<br />

für jeden Schritt Arbeitsanweisungen vorzugeben,<br />

zum Beispiel auch für das Durchschneiden<br />

einer Butterbreze. An jedem Arbeitstag<br />

sollte es außerdem ein Briefing/eine<br />

Lagebesprechung mit den Mitarbeitern geben.<br />

In max<strong>im</strong>al zehn Minuten wird besprochen,<br />

wer da ist, wer welche Aufgaben übern<strong>im</strong>mt,<br />

welche Besonderheiten anliegen.<br />

„Schreiben Sie Drehbücher“, lautet ein weiterer<br />

Tipp der Referentin. Darin steht dann,<br />

wie Gäste begrüßt werden oder wie man sich<br />

am Telefon meldet. Und: „Führen Sie das<br />

Glücksspiel ein.“ Dies eignet sich besonders<br />

für unbeliebte Aufgaben zum Beispiel in der<br />

Unterhaltsreinigung. Unter den Mitarbeitern<br />

wird aus einem Pool von Aufgaben ausgelost,<br />

wer für eine Woche die Verantwortung für<br />

die jeweilige Tätigkeit übern<strong>im</strong>mt.<br />

„Gehen Sie öer mal in den Baumarkt, da<br />

finden Sie viel für Menschen mit Handicap“,<br />

so lautet eine weitere Empfehlung von Renate<br />

Baur-Richter. Da wäre zum Beispiel ein<br />

Werkzeugkasten; diesen verwenden Mitarbeiter<br />

mit Handicap <strong>im</strong> iwent Casino, um<br />

Fingerfood zu servieren – Tabletts zu tragen<br />

wäre zu schwierig.<br />

Allergene – die häufigsten<br />

Fragen zur Kennzeichnung<br />

Gute Ideen sind in der Hauswirtscha auch<br />

be<strong>im</strong> ema Allergeninformationspflicht ab<br />

Dezember 2014 gefragt. Die inzwischen<br />

schon 20 Seminare mit Beraterin Carola Reiner,<br />

die von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> zu diesem<br />

ema angeboten werden, sind ständig ausgebucht,<br />

die Unsicherheit in der Branche ist<br />

groß. Daher war Carola Reiner auf dem <strong>rhw</strong>-<br />

Symposium eingeladen, die häufigsten Fragen<br />

zur Allergenkennzeichnung einem größerem<br />

Publikum zu beantworten.<br />

Da wäre einmal die Frage, ob es einen Grenzwert<br />

gibt, ab dem ein Allergen angegeben<br />

werden muss? „Nein, denn als Allergie bezeichnet<br />

man eine überschießende Reaktion<br />

des Immunsystems selbst auf kleinste Mengen<br />

einer Fremdsubstanz“, erklärte die Referentin.<br />

Und woher weiß man, welche All-<br />

14 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Fachthema<br />

ergene Produkte enthalten, die <strong>im</strong> Handel<br />

bezogen werden? „Aus den Packungsaufschrien,<br />

denn die Lieferanten müssen die<br />

Allergene genauso kennzeichnen, auch ab<br />

demselben Zeitpunkt. Aber die meisten Lieferanten<br />

haben schon damit begonnen.“<br />

Verwirrung herrscht auch <strong>im</strong>mer wieder darüber,<br />

ob beispielsweise Forellenfilet als Fisch<br />

gekennzeichnet werden muss. Hier besagt<br />

die EU-Verordnung, dass, wenn aus der Verkehrsbezeichnung<br />

des Lebensmittels hervorgeht,<br />

dass ein Allergen enthalten ist, dies<br />

nicht noch zusätzlich kenntlich gemacht werden<br />

muss. Kennzeichnungsfrei wäre damit<br />

zum Beispiel Rührei, Sojaburger oder französische<br />

Fischsuppe, kennzeichnungspflichtig<br />

jedoch Omelett, Tofu-Burger oder Bouillabaisse.<br />

Ob Allergenkennzeichnung, Diabetes<strong>management</strong>,<br />

Smoothfood oder multireligiöse Küche:<br />

man hat derzeit das Gefühl, es kommt<br />

<strong>im</strong>mer mehr auf die Hauswirtscha zu. Da<br />

fragt sich schon mancher: darf es noch ein<br />

bisschen mehr sein? „Ich sage: ja bitte! Denn<br />

so kann die Hauswirtscha zeigen, wie gut<br />

sie ist nach dem Motto: tue Gutes und rede<br />

darüber“, kommentierte Carola Reiner.<br />

Eine Spezies, vom<br />

Aussterben bedroht?<br />

Auch für die Hauswirtscha <strong>im</strong> Privathaushalt<br />

ist es dringend nötig, dass über sie gesprochen<br />

wird. „Unentdeckter Schatz: das<br />

Potenzial gehobener Privathaushalt“ hieß<br />

der Vortrag von Anne Lünsmann, Geschäsführerin<br />

einer Personalagentur und Ursula<br />

Bolhuis, Inhaberin einer Beratungsfirma.<br />

„Sie werden nun eine Spezies kennenlernen,<br />

die vom Aussterben bedroht ist, nämlich die<br />

Hauswirtscha <strong>im</strong> gehobenen privaten<br />

Haushalt“, erklärten die Referentinnen zu<br />

Beginn.<br />

Zwar gäbe es viele Positionen in den Haushalten,<br />

aber leider auch große Probleme, diese<br />

zu besetzen. „Hauswirtscha als Beruf hat<br />

in den Privathaushalten einen guten Ruf, das<br />

Berufsbild Hauswirtschaerin passt hervorragend“,<br />

sagt Anne Lünsmann, die seit 1991<br />

Personal an private Haushalte vermittelt. Wer<br />

sich für dieses Berufsfeld entscheidet, kann<br />

Karriere machen. Die Anfangsgehälter für<br />

Hauswirtschaerinnen liegen bei rund 2.000<br />

Euro brutto für einen Vollzeitarbeitsplatz,<br />

aber laut Lünsmann kann das Gehalt dann<br />

schnell steigen – sogar in Einzelfällen bis zu<br />

Spitzengehältern von rund 8.000 Euro brutto.<br />

Problematisch sei, dass sowohl Lehrkräe<br />

an hauswirtschalichen Berufsschulen als<br />

auch die Ausbilderinnen o keine Ahnung<br />

von der Praxis in gehobenen Privathaushalten<br />

haben. „Gerade in Sachen Materialien,<br />

Textilien oder Oberflächenbeschichtungen<br />

tut sich in den Haushalten sehr viel. Hier<br />

kann man nur raten: bleiben Sie am Ball, bilden<br />

Sie sich weiter“, so die Referentinnen.<br />

Ein Tipp, der sicher nicht nur für die Beschäigten<br />

in Privathaushalten, sondern für<br />

die gesamte Hauswirtscha gilt.<br />

Übrigens: die nächsten Großveranstaltungen,<br />

die <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> anbietet, sind das 12.<br />

<strong>rhw</strong>-Hygieneforum am 6. November in Hannover<br />

sowie der 8. <strong>rhw</strong>-Erfolgstag am 27.<br />

November in Kassel zum ema „Betriebliche<br />

Gesundheit in der Hauswirtscha“.<br />

E Alexandra Höß<br />

Vielen Dank an die Aussteller und auf Wiedersehen be<strong>im</strong> 12. <strong>rhw</strong>-Hygieneforum in Hannover<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 15


Porträt<br />

„Veränderung ist<br />

die einzige Konstante“<br />

Sie ist <strong>im</strong>mer da, wo es brennt. Sie liebt das Chaos<strong>management</strong>. Und sie liebt neue<br />

Aufgaben und Herausforderungen. Nicoline Bosch ist eine ungewöhnliche Hauswirtschaftliche<br />

Betriebsleiterin, die in ihrer bisherigen Laufbahn schon einige Stationen<br />

durchwandert hat: Von der ersten Hausdame in einem Vier-Sterne-<strong>Hotel</strong> über<br />

Gesamtwirtschaftsdienstleiterin dreier Reha-Kliniken oder als Sales Managerin bei<br />

einem großen Caterer. Sie ist <strong>im</strong>mer neugierig, aktiv, wachsam und hat keine Scheu,<br />

etwas Anderes, Neues und Fremdes auszuprobieren.<br />

wollte ich Lehrerin werden“, erzählt Nicoline<br />

Bosch <strong>im</strong> Gespräch. Fachlehrerin für Handarbeit, Hauswirtscha<br />

und Werken, um genau zu sein. Was also<br />

„Eigentlich<br />

war dazu vonnöten? Sie absolvierte nach einer Ausbildung zur Hauswirtschaerin<br />

bei der Diözese Augsburg eine Ausbildung zur Hauswirtschalichen<br />

Betriebsleiterin.<br />

Ihr einjähriges Pflichtfachpraktikum führte sie in die Akademie für<br />

politische Bildung in Tutzing am Starnberger See. In der Tagungsstätte<br />

kochte sie nicht nur Kaffee, sondern dure sich bereits stark<br />

einbringen und Führungsqualitäten beweisen. Zum ersten Mal fiel<br />

ihr auf: „Der Beruf, der ja ursprünglich nur Mittel zum Zweck sein<br />

sollte, gefällt mir eigentlich ganz gut!“ Sie fand es inspirierend, Mitarbeiter<br />

zu fördern, zugleich kreativ tätig und Gastgeber zu sein.<br />

1984 schloss sie ihre Ausbildung als Hauswirtschaliche Betriebsleiterin<br />

ab.<br />

Ihr Berufseinstieg allerdings gestaltete sich nicht auf Anhieb positiv,<br />

denn selbst als eine der Jahrgangsbesten bekam sie nach ihrem Abschluss<br />

keine Stelle. Heute meint sie, dass es vielleicht daran lag,<br />

dass sie nie dem damaligen typischen Klischee einer HBL entsprach:<br />

„Ich war schon <strong>im</strong>mer der bunte Vogel“, der möglicherweise nicht<br />

so recht in ein Seniorenhe<strong>im</strong> passte. Also ging sie einen anderen<br />

Weg und besuchte das Staatsinstitut zur Ausbildung von Fachlehrern<br />

in München-Pasing, zurück zu den Wurzeln und ihrem ursprünglichen<br />

Vorhaben, Lehrerin zu werden. Die Akademie verließ sie allerdings<br />

bereits nach einem halben Jahr wieder: „Vor einer Klasse<br />

stehen, das wurde mir bewusst, will ich nicht!“.<br />

Die Anfänge – geprägt vom Ausprobieren<br />

In einem Krankenhaus oder Altenhe<strong>im</strong> mit festen Abläufen wollte<br />

sie zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht arbeiten, denn „ich liebe die<br />

Abwechslung“. Es eröffnete sich eine Position in einem Vier-Sterne-<strong>Hotel</strong><br />

in München, sie wurde dort erste Hausdame. Das <strong>Hotel</strong><br />

war allerdings noch <strong>im</strong> erweiterten Rohbau, alles musste von Grund<br />

auf organisiert werden, beispielsweise Personalpläne von Fremdund<br />

Eigenpersonal, Auswahl und Kauf von Arbeitskleidung des gesamten<br />

<strong>Hotel</strong>teams und der Dekoration der Räume. Auch legten<br />

Bosch und ihr gesamtes Team selbst mit Hand an und halfen be<strong>im</strong><br />

Einräumen der Z<strong>im</strong>mer samt Perlatoren, Handtuchhalter, Gardinen<br />

und Matratzen. Die etwas chaotische Anfangsst<strong>im</strong>mung – sie hatte<br />

Blut geleckt, dem Chaos-Management etwas Positives abzugewinnen!<br />

Dies prägt auch den Rest ihrer bisherigen Lauahn, denn sie<br />

landete in ihrem weiteren beruflichen Werdegang <strong>im</strong>mer dort, wo<br />

irgendwas „brannte“.<br />

Nach einigen Stationen in <strong>Hotel</strong>lerie und als Projektmanagerin besann<br />

sie sich allerdings erneut und stellte fest „Eigentlich bin ich<br />

HBL!“. Also orientierte sie sich wieder neu und suchte sich eine<br />

„klassische“ HBL-Stelle. Ihr vornehmliches Ziel war von Anfang an<br />

die Bearbeitung von Problemen und die Präsentation von Lösungen,<br />

die abseits des (Arbeits-)Alltags liegen, auch und gerade wenn man<br />

sehr viel Zeit und Kra in solche Projekte zu stecken hat.<br />

So kam sie zu Münchensti – und abermals stand sie vor einem ge-<br />

Fotos: Thilo Fahrtmann, Robert Baumann<br />

16 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Porträt<br />

DAS FRAUENNETZWERK<br />

FOODSERVICE<br />

2008 entstand „das Netzwerk für Managerinnen und Unternehmerinnen“,<br />

wie sich der Zusammenschluss verschiedener<br />

Frauen in Führungspositionen nennt. Initiiert wurde<br />

das Netzwerk von der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG<br />

und dem Deutschen Fachverlag. Der Schwerpunkt liegt in<br />

der Foodservice-Branche, denn gerade der Bereich der Ernährungswissenschaft<br />

ist für Frauen ein äußerst interessantes<br />

Berufsfeld. Allerdings sind Frauen in Führungspositionen<br />

auch dort deutlich unterrepräsentiert. Ziel ist es deshalb,<br />

Frauen in Führungspositionen in der Foodservice-Branche<br />

zu stärken und einen aktiven Beitrag zu leisten, deren Anteil<br />

zu erhöhen und sie zu fördern. Die Unterstützung junger<br />

Frauen wird beispielsweise durch das Cross-Mentoring-Programm<br />

geleistet. Das Netzwerk zählt derzeit 16 Mitglieder,<br />

<strong>im</strong> Moment ist keine Erweiterung geplant. Neue Mitglieder<br />

werden nur auf Empfehlung aufgenommen. Öffnen möchte<br />

sich das Netzwerk trotzdem: in Hamburg, Berlin, Düsseldorf,<br />

Stuttgart und München werden regelmäßig Stammtischtreffen<br />

angeboten, um Frauen zusammenzuführen, damit<br />

sie sich untereinander vernetzten können.<br />

wissen Chaos, denn das Haus, in das sie <strong>im</strong> Jahre 2002 kommen<br />

sollte, wurde <strong>im</strong> bewohnten Zustand grundsaniert und damit war<br />

alles durch Bewegung und Umorientierung geprägt. Die Neuorganisation<br />

für 320 Bewohner beinhaltete die Einführung von Wohngruppen<br />

und betreutem Wohnen; außerdem initiierte Bosch zum<br />

Beispiel, dass die Cafeteria der Einrichtung auch von Menschen,<br />

die nicht <strong>im</strong> He<strong>im</strong> wohnen, besucht werden darf. In der Zeit als<br />

stellvertretende He<strong>im</strong>leiterin be<strong>im</strong> Münchensti war sie auch <strong>im</strong>mer<br />

wieder für HBL in Tages- oder Jahrespraktika zuständig, was ihr<br />

sehr viel Freude bereitete.<br />

„Wir können He<strong>im</strong>leiter sein!“<br />

Die gerade beendete Diskussion (siehe Seite 6), ob denn HBL in<br />

Bayern überhaupt He<strong>im</strong>leiter/innen werden dürfen, sieht sie so:<br />

„Wir haben nach fünf Jahren eine verdammt gute Ausbildung mit<br />

einer ausgezeichneten lösungsorientierten Basis an Führungsqualität<br />

für die Zukun. Und glauben Sie mir, ich habe viele He<strong>im</strong>leiter in<br />

meiner Karriere kennengelernt und mir gedacht, das kann eine HBL<br />

aber mindestens genauso gut.“<br />

Den enormen Arbeitsaufwand bei Münchensti bewältigte sie vor<br />

allem auch deshalb, weil sie ein tolles Team <strong>im</strong> Rücken hatte. „Mein<br />

Team kann alles von mir haben – aber gegenseitiges Vertrauen ist<br />

das A und O! Für mich gilt: Entweder mit mir oder ohne mich“, so<br />

Bosch. Später übernahm sie noch die Hauswirtscha in einem zweiten<br />

Haus von Münchensti. Nach dreieinhalb Jahren schließlich<br />

kündigte sie und war wieder unterwegs zu neuen Abenteuern. „Es<br />

war ja jetzt alles organisiert, ich musste mich nach etwas anderem<br />

umsehen.“<br />

Sie zog es nach Karlsruhe und war bei einem privaten Träger Gesamtwirtschasdienstleiterin<br />

für drei Reha-Kliniken. Mit dem Bereich<br />

Küche hatte sie bislang noch recht wenig zu tun, „HACCP –<br />

was ist das nochmal?“, schoss ihr durch den Kopf. Unter ihrer Leitung<br />

wurden die Häuser hauswirtschalich konsolidiert, einheitliche<br />

Standards geschaffen, teilweise die Z<strong>im</strong>mer renoviert, sodass die<br />

Häuser einen <strong>Hotel</strong>charakter bekamen. Ferner veranlasste sie, dass<br />

nicht jede der drei Einrichtungen ihr eigenes Süppchen kocht, sondern<br />

eine Gesamtwirtschasleitung entsteht, die durch Workshops<br />

und Meetings einander näher gebracht wurden. Es war für sie eine<br />

inspirierende, allerdings auch nervenaufreibende Zeit. Die ursprünglich<br />

angedachte neue Strukturierung und Ausrichtung der Kliniken<br />

wurde nämlich aufgrund von Streitigkeiten in der Führung nicht<br />

ermöglicht. Eine Umstrukturierung in der Spitze folgte – und wieder<br />

betrieb sie Chaos<strong>management</strong>.<br />

Budgets, Hochrechnungen und so weiter<br />

Jedoch beendete sie das Arbeitsverhältnis 2006, nicht zuletzt, da der<br />

große Caterer Aramark vor der Tür stand. Dort war ihr Aufgabenfeld<br />

zwar kein gänzlich anders – sie war für Budgets, Hochrechnungen<br />

und Reisekostenabrechnungen zuständig. Allerdings hatte es die<br />

Hauswirtschaliche Betriebsleiterin nun mit einer Konzernstruktur<br />

zu tun und war dort offiziell als Betriebsleiterin angestellt. Da sie<br />

täglich zwischen Stuttgart und Frankfurt pendeln musste, wollte sie<br />

eigentlich nur ein Jahr lang bei Aramark bleiben. Jedoch war „ihr“<br />

„Wartet nicht, bis ihr entdeckt werdet,<br />

sondern macht auf Euch aufmerksam! “,<br />

rät Nicoline Bosch den jungen Frauen<br />

Projekt nach Ablauf des Jahres noch nicht auf einem für sie zufriedenstellenden<br />

Stand. Von der Konzernspitze wurde es ihr ermöglicht,<br />

teilweise von zu Hause aus zu arbeiten, was sie zum Bleiben ermutigte<br />

und enorm entlastete.<br />

Ein großer Meilenstein auf diesem beruflichen Weg war unter anderem<br />

wieder die Konsolidierung der Verpflegung der Einzelnen<br />

Einrichtungen und die Erarbeitung eines „Verpflegungshandbuches“<br />

als einheitlicher Standard für den Träger der Einrichtung. Nach Beendigung<br />

dieser Arbeit wechselte sie innerhalb von Aramark in den<br />

Vertrieb und somit auch von Frankfurt nach München. Pr<strong>im</strong>ärer<br />

Schwerpunkt lag bei Krankenhäusern, Rehakliniken, Altenhe<strong>im</strong>en<br />

und auch bei Kindergärten. Konzept- und Recherchearbeit prägten<br />

ihre Tätigkeit in dieser Zeit, ebenso wie umfangreiche Reisetätig-<br />

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<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 17


Porträt<br />

keiten, zuerst nur innerhalb Bayerns<br />

und Baden-Württembergs,<br />

später auch noch in den Neuen<br />

Bundesländern. Dabei musste sie<br />

individuell auf die Häuser zugeschnittene<br />

Konzepte erarbeiten,<br />

die Speiseplanvorschläge, Personaleinsatz<br />

und deren detaillierte<br />

Kosten enthielten. Auf ihrer<br />

Deutschlandreise erlebte sie Einrichtungen,<br />

die sie positiv überraschten,<br />

aber auch solche, die<br />

deutliche Verbesserung benötigten.<br />

Nachwuchsförderung<br />

be<strong>im</strong> Cross-Mentoring<br />

Nach fünfeinhalb Jahren, Ende<br />

2011, gab es in ihrem Leben einen<br />

erneuten Einschnitt und sie kündigte<br />

bei Aramark. Eigentlich<br />

wollte sie nun einfach mal drei Monate „gar nichts tun“. Aber es war<br />

keine Pause in Sicht. Stattdessen klinkte sie sich organisatorisch zuerst<br />

be<strong>im</strong> Umzug des Unternehmen ihres Mannes CucinaPlanConsult,<br />

Augsburg ein, später auch bei firmeneigenen Projekten, denn<br />

CucinaPlanConsult ist ein auf die Planung und Beratung von unterschiedlichsten<br />

Verpflegungssystemen in den Bereichen Großküche,<br />

Betriebsverpflegung, Gastronomie- und <strong>Hotel</strong>einrichtung spezialisiertes<br />

Ingenieurbüro. Ihre bisherigen Tätigkeiten helfen ihr bei<br />

dieser neuen, unbekannten Aufgabe. Die Fähigkeit, bei Erstbegehungen<br />

von Betrieben festzustellen, was realisiert werden kann, leistete<br />

ihr dabei gute Dienste.<br />

Zu dieser Zeit beginnt auch Nicoline Boschs Initiative <strong>im</strong> Frauennetzwerk<br />

Foodservice, das von Coca Cola Deutschland initiiert wurde<br />

und dessen Ziel es ist. Dazu beizutragen, den Frauenanteil <strong>im</strong><br />

Management in der Branche zu erhöhen. Derzeit sind 16 Frauen<br />

aus der Foodservice-Branche engagiert, eine Erweiterung ist derzeit<br />

nicht geplant, „denn sonst geht’s los mit der Vereinsmeierei. Allerdings<br />

öffnen wir unser Netzwerk für Frauen durch Veranstaltungen<br />

und neu geplanten regionalen Stammtischen“.<br />

Bosch ist vor allem be<strong>im</strong> Cross-Mentoring aktiv. Dieses Programm<br />

ermöglicht es jungen Frauen, die bereits in Führungspositionen arbeiten,<br />

in Dialog mit erfahrenen Frauen außerhalb ihres Unternehmens<br />

– firmenübergreifend und neutral – zu treten. Dadurch können<br />

die jungen Frauen von ihrem Arbeitsalltag berichten und müssen<br />

nicht befürchten, dass besprochene Details innerhalb der Firma<br />

ausgeplaudert werden, denn es besteht eine Vereinbarung zwischen<br />

den Beteiligten, dass nichts von dem Besprochenen nach Außen<br />

dringt. Zu dem fünfzehnmonatigen Programm gehört auch, dass<br />

Evaluierungsbögen ausgefüllt werden und Feedback gegeben wird.<br />

2014 oder 2015 wird es eine Neuauflage geben. Zurzeit begleitet Nicoline<br />

Bosch eine ausgebildete HBL 26-Jährige, die in der Systemgastronomie<br />

in Augsburg in einer Führungsposition arbeitet.<br />

Vier Karriere-Tipps der Mentorin<br />

Abschließend noch Tipps von Nicoline Bosch für junge Frauen allgemein,<br />

ob sie nun Meisterin oder HBL sind:<br />

u „Wartet nicht, bis ihr „entdeckt“ werdet, sondern seid vorher<br />

Nicoline Bosch (rechts) <strong>im</strong> Gespräch mit Autorin Eva Maria Reichert und <strong>rhw</strong>-Chefredakteur<br />

Robert Baumann <strong>im</strong> Verlag Neuer Merkur in München<br />

u<br />

u<br />

u<br />

aktiv und macht auf eure Arbeitsleistung aufmerksam! Also<br />

raus aus der Komfortzone und der <strong>im</strong> Hauswirtschasbereich<br />

leider <strong>im</strong>mer noch anzutreffenden Kittelschürzenatmosphäre,<br />

Eigeninitiative und -marketing zählt!“<br />

„Habt Mut, auch manchmal unbequem zu sein – dabei aber <strong>im</strong>mer<br />

sachlich. Sucht euch herausfordernde Projekte und verwirklicht<br />

diese, auch, wenn man vorher meint, „das kann/schaffe<br />

ich nie“. Diese Gedanken bei neuen Herausforderungen, verbunden<br />

mit schlaflosen Nächten, hat man auch als erfahrene<br />

Führungskra, man geht es mit der Zeit nur etwas gelassener<br />

an.“<br />

„Immer und auf jeden Fall: Fehler oder Wissenslücken sofort<br />

und deutlich formulieren, aber auch unbedingt Lösungsansätze<br />

dazu präsentieren.“<br />

„Frauen, verkau Euch nicht unter Eurem Niveau! Testet Euren<br />

Marktwert! Beispielsweise empfiehlt es sich, hin und wieder Bewerbungen<br />

für Stellen zu schreiben, an welchen nicht zwangsläufig<br />

Interesse besteht. Dabei lässt sich das Schreiben von Bewerbungen<br />

und das Aureten <strong>im</strong> Bewerbungsgespräch trainieren.“<br />

Zukunftsmusik und neue Pläne<br />

Und ihr neuestes Projekt? Das langjährige Mitglied <strong>im</strong> Berufsverband<br />

Hauswirtscha lacht. „Das hat diesmal wirklich nichts mit<br />

Hauswirtscha zu tun. Aber mal wieder mit Organisieren und Neustrukturierung<br />

– allerdings in fremdem Terrain.“ Was sie damit<br />

meint? Sie ist in den Auau eines Start-up Unternehmens für Online-Sportwetten<br />

involviert. Denn eigentlich, so betont sie, ist es<br />

egal, in welchem Bereich man arbeitet. Sie bringt Leute zusammen,<br />

damit ein gemeinsames, großes Ziel erreicht werden kann. Das<br />

gefällt ihr. Die Sportwetten gibt es dann bald online und als App.<br />

Das Credo der vielseitigen HBL: „Nicht ausschließlich der gerade<br />

Lebensweg muss der perfekte sein! Auf zum Unbekannten! Seid<br />

neugierig und wagt etwas!“<br />

E Eva Maria Reichert<br />

: www.frauennetzwerk-foodservice.de<br />

: www.cucina-plan-consult.de.<br />

18 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Fachthema<br />

Ke<strong>im</strong>frei und einsatzbereit<br />

Die richtige Aufbereitung von Mopps und Reinigungstüchern<br />

ist ein grundlegender Baustein bei der ke<strong>im</strong>freien<br />

Reinigung von Flächen, Böden und Co. <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

hat bei unserem <strong>rhw</strong>-Experten für Gebäudereinigung,<br />

Andreas Carl, nachgefragt, was bei dem<br />

Gebrauch von Mopps beachtet werden muss und welche<br />

Fehler einfach vermieden werden können.<br />

Viele Mitarbeiter verwechseln den<br />

Vorgang des Waschens und des<br />

Aufbereitens von Mopps. Welche<br />

Unterschiede gibt es?<br />

Ja, das wird oft verwechselt. Wenn vom<br />

Waschen gesprochen wird, meinen viele<br />

auch oft das Aufbereiten – und umgekehrt.<br />

Letztendlich umfasst das Waschen<br />

den Prozess des Reinigens in der Waschmaschine.<br />

Eine andere Sache ist es, wenn<br />

Moppbezüge und Tücher mit einer Desinfektionslösung<br />

getränkt hygienisch aufbereitet<br />

bzw. präpariert werden. Die Aufbereitung<br />

umfasst also den nächsten<br />

Schritt.<br />

Welche verschiedenen Verfahren<br />

der Aufbereitung gibt es?<br />

Die Möglichkeiten der Konservierung in<br />

der Waschmaschine sehen folgendermaßen<br />

aus: Zum einen kann das Desinfektionsmittel<br />

<strong>im</strong> Spülbad integriert werden.<br />

In diesem Fall jedoch verbraucht man eine<br />

große Menge an Desinfektionsmittel, da<br />

sich dieses mit dem Spülwasser vermischt.<br />

Eine dem Verbrauch des Desinfektionsmittels<br />

zuträglichere Variante ist die, dass<br />

der Mopp in der Maschine nach dem<br />

Waschgang und Schleudergang präpariert<br />

wird.<br />

Häufig werden Desinfektionsmittel mit<br />

Quartären Ammoniumverbindungen<br />

(QAV) verwendet – diese haben eine gute<br />

Desinfektionswirkung, hinterlassen jedoch<br />

auf Hartböden Streifen.<br />

Es wird von verschiedenen Herstellern versichert,<br />

dass die Desinfektionswirkung zirka<br />

48 bis 72 Stunden vorhält. Dem stehe<br />

ich allerdings kritisch gegenüber. Hierbei<br />

muss klar unterschieden werden, ob nach<br />

dieser Zeit der Mopp hygienisch einwandfrei<br />

ist oder ob die Reinigung mit<br />

dem Mopp desinfizierend ist. Das ist ein<br />

wesentlicher Unterschied. Durch die Absorption<br />

von Desinfektionsmittel kann die<br />

desinfizierende Wirkung nämlich verloren<br />

gehen. Daher ist bei den Beschreibungen<br />

auf diesen wesentlichen Unterschied achten.<br />

Bei einer Präparation (Konditionierung)<br />

werden die Mopps mit der Reinigungslösung<br />

„übergossen“. Das kann in<br />

der Waschmaschine oder in den Moppkisten<br />

geschehen.<br />

Gibt es hierfür offizielle Empfehlungen?<br />

Die Richtlinie des Robert Koch-Instituts<br />

(RKI) empfiehlt, die Mopps zu trocknen.<br />

Das jedoch bedeutet eine Investition von<br />

Energie und Verschleiß der Mopps. Das<br />

Seltsame: Es gibt vom RKI zwar klare Auflistungen,<br />

wie gewaschen werden soll. Jedoch<br />

ist kein Standard verzeichnet, wie<br />

man be<strong>im</strong> Trocknen vorzugehen hat – beispielsweise<br />

was die Temperatur, Restfeuchte<br />

oder Lagerung anbelangt. Das ist<br />

eine riesige Lücke.<br />

Was sind die größten Fehler, die<br />

Ihnen bei der Reinigung von<br />

Mopps auffallen?<br />

Ein großer Fehler ist die Überladung der<br />

Maschinen – die noch in den Fasern der<br />

Mopps verhaftete alte Chemie des vorherigen<br />

Reinigungsprozesses wegen der hohen<br />

Menge nicht herausgespült. Als Folge<br />

davon entsteht eine Krustation. Das bedeutet,<br />

dass sich die alte und die neue<br />

Chemie vermischen, dabei aber keine<br />

Reinigung stattfinden kann. Eine Regel<br />

zum richtigen Befüllen lautet: Ein Mopp<br />

muss be<strong>im</strong> Drehen die Elf-Uhr- und dann<br />

automatisch die Fünf-Uhr-Stellung erreichen<br />

– also darf die Maschine nicht so<br />

voll sein, dass der Mopp nicht frei in der<br />

Maschine werden kann und von oben<br />

links (11 Uhr) nach unten rechts (5 Uhr)<br />

fällt.<br />

Ein weiterer Fehler be<strong>im</strong> Waschen ist es,<br />

wenn am Spülgang gespart wird. Dabei<br />

bleibt auch alte Chemie in den Fasern<br />

haften.<br />

Zudem fatal: die Überdosierung. Reste<br />

bleiben <strong>im</strong> Mopp haften – und das ermöglicht<br />

kein opt<strong>im</strong>ales Reinigungsergebnis.<br />

Auch ist es ein wirtschaftlicher Faktor:<br />

Es kann Einiges an Kosten gespart werden,<br />

wenn man richtig dosiert! E<br />

Vielen Dank für das interessante<br />

Gespräch!<br />

Interview: Eva Maria Reichert<br />

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<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 19


Fachthema<br />

Was tun, wenn Demente<br />

auf Wanderschaft gehen?<br />

Bei Demenz versagt das<br />

Navigationssystem des<br />

Gehirns. Das Gedächtnis<br />

sowie weitere kognitive<br />

Leistungen lassen mit<br />

der Zeit nach oder gehen<br />

gänzlich verloren.<br />

So kann es vorkommen,<br />

dass Menschen mit Demenz<br />

unerlaubt ihr gewohntes<br />

Lebensumfeld<br />

verlassen, dabei sich<br />

und andere gefährden.<br />

Dagegen kann man etwas<br />

tun. Der Beitrag beschreibt,<br />

wie man dem<br />

Weglaufen sinnvoll begegnet.<br />

ein Dementer nachts aus dem Bett, schlüp<br />

seine Schuhe, läu <strong>im</strong> Schlafanzug nach draußen<br />

„Springt<br />

und dann kreuz und quer durch die Stadt, mag<br />

er auf der Suche nach einer vertrauten Umgebung sein. Seine<br />

Absicht ist harmlos, aber das Gefährliche ist: verirrt er sich,<br />

kann er auch in Lebensgefahr geraten“, erzählt Jochen Gust.<br />

Der 36-jährige gelernte Altenpfleger arbeitet für das Sankt<br />

Elisabeth Krankenhaus Eutin (Holstein) <strong>im</strong> Fachdienst<br />

Geriatrie. Er befasst sich intensiv damit,<br />

wie man mit den o schwierigen und herausfordernden<br />

Verhaltensweisen Dementer<br />

umgeht. Eine wichtige Aufgabe, denn derzeit<br />

leiden 1,4 Millionen Deutsche an der<br />

unheilbaren Krankheit des Geistes. Experten<br />

schätzen, dass es 2050 drei Millionen<br />

sein werden.<br />

Senioren-GPS-Tracker<br />

einsetzen<br />

Zwar gibt es auch apathische Demente,<br />

aber: „Rund 60 Prozent aller Dementen<br />

laufen wenigstens einmal während ihrer<br />

Krankheit weg“, sagt Richard Malone, Geschäsführer<br />

der Notrufzentrale „SicherFinden24“<br />

aus Stuttgart. Dieser Servicedienst bietet<br />

Satellitenortung für Demente. Dabei werden Hilfskräe<br />

alarmiert und direkt via Handykontakt zum Wegläufer<br />

geleitet. Eine professionelle Notruf- und Servicezentrale<br />

überwacht das Ganze permanent. Dieser Service ist relativ<br />

neu in Deutschland.<br />

Auch auf der Demenzstation des Sankt Elisabeth Krankenhauses<br />

setzt man moderne Medizintechnik ein: „Wir<br />

verwenden Armbanduhren, die die Dementen am<br />

Handgelenk tragen. Diese Uhren enthalten einen<br />

Sender, der die Pflegekräe über den Aufenthaltsort<br />

ihrer Schützlinge informiert, so dass<br />

sie zeitnah bemerken, wenn die Patienten<br />

weglaufen. Darüber hinaus gibt es auf der<br />

Demenzstation unter anderem auch eine<br />

Tür, die aussieht wie ein Bücherregal. Selbst<br />

ein Gesunder würde an der Stelle den<br />

Ausgang nicht vermuten – und schon gar<br />

nicht ein Dementer.“<br />

Daran denken: Demente<br />

laufen hin<br />

„Stellen Sie sich vor, Sie sind 36 Jahre alt,<br />

sind <strong>im</strong> Büro sehr beschäigt und Ihre<br />

Frau ru Sie an, eines Ihrer Kinder müsse<br />

mit gebrochenem Bein ins Krankenhaus.<br />

Fotos: Krankenhaus Sankt Elisabeth, Eutin, Christina Hohner Photography<br />

20 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Da möchten Sie sofort hin. Sie lassen sich in dem Moment ganz<br />

sicher nicht vom Kollegen aualten, der mit Ihnen über das Wetter<br />

reden möchte“, schildert Jochen Gust.<br />

„Ähnliches geht <strong>im</strong> Gehirn eines Dementen vor, wenn er Ihnen mitteilt,<br />

er wolle zu seiner Mutter. Demenz zerstört die Gehirnstrukturen<br />

von neu nach alt. Das heißt, der Demente vor Ihnen mag 80 Jahre<br />

alt sein, in seiner Vorstellungswelt ist er 36 Jahre und muss zu seiner<br />

Mutter, um ihr zu helfen. Auch lässt er sich ganz sicher nicht davon<br />

abbringen, wenn Sie ihm sagen, er möge sich setzen und einen Kaffee<br />

trinken. Der Demente ist in seinem Wahn gefangen. Halten Sie ihn<br />

von seinen Plänen ab, kann er mit heigen Aggressionen reagieren.“<br />

Recht haben oder glücklich sein<br />

Um Demente daran zu hindern, dorthin zu laufen, wo sie hin wollen,<br />

gibt es kein Patentrezept, meint Jochen Gust. Zunächst sei es wichtig<br />

zu lernen, die Anzeichen des Hinlaufens frühzeitig zu erkennen,<br />

das seien zum Beispiel vermehrte Unruhe oder häufiges Erwähnen<br />

der Mutter. Keinesfalls helfe es, mit dem Dementen zu diskutieren,<br />

die Mutter sei doch längst tot. Besser sei, ihn zu loben, ihm zu sagen,<br />

er sei ein guter Sohn und der Mutter ginge es gut.<br />

„Passiert es doch, der Demente läu weg und man findet ihn, sollte<br />

man sich in die Lage versetzen, man ist 36 und muss unbedingt zum<br />

verunglückten Kind.“ Vorwürfe sind falsch. Man kann beispielsweise<br />

neben dem Dementen her gehen, ihn san am Arm berühren, sich<br />

unterhaken, irgendwann mit ihm gemeinsam die Richtung wechseln.<br />

Sagen Sie: „Ich brauche Deine Hilfe“ oder „Komm, wir gehen einen<br />

Kaffee trinken“. O hat er die ursprüngliche Idee, warum er weglief,<br />

zum Zeitpunkt des Auffindens auch schon vergessen, das erleichtert<br />

es, ihn zurück zu begleiten.“<br />

∑<br />

Fachthema<br />

ALLTAGSTIPPS FÜR DEN UMGANG<br />

MIT DEMENTEN WEGLÄUFERN<br />

1 Bringen Sie einen Zettel innen in der Kleidung an, zum Beispiel<br />

in der Jackentasche. Auf dem Zettel sollten Name und Adresse<br />

des Dementen stehen, so dass man ihn <strong>im</strong> Falle des Aufgreifens<br />

identifizieren kann.<br />

2 Gerade Demente mit Hinlauftendenz bedürfen vernünftiger<br />

Schuhe, Gehstöcke und Gehhilfen. Verstecken Sie diese niemals.<br />

Ist <strong>im</strong> Kopf des Kranken „Mein Sohn ist in Not“; läuft er auch auf<br />

Socken zu ihm. Gehen Demente ohne vernünftige Kleidung nach<br />

draußen, sind sie umso gefährdeter, vor allem <strong>im</strong> Winter.<br />

3 Halten Sie stets ein aktuelles Foto zur Hand. Man sollte es nicht<br />

an die Polizei faxen, sondern <strong>im</strong> Bedarfsfall persönlich übergeben:<br />

Die Übertragungsqualität eines Faxes ist in der Regel zu schlecht.<br />

4 Wir Menschen sind dazu geschaffen, etwas zu tun. Lassen<br />

Sie den Dementen einen Teil der arbeitenden Familie sein. Sonst<br />

beschäftigt er sich selber, unter Umständen mit Unerwünschtem.<br />

5 Informieren Sie Nachbarn und Freunde. Dann können diese<br />

reagieren, wenn sie den Dementen auf der Straße sehen.<br />

6 Wo hielt sich der Demente früher gerne auf, welche Bezugspunkte<br />

hat er? Sind es Gaststätten, Supermärkte, die Wohnungen<br />

von Freunden? Suchen Sie diese Bezugspunkte <strong>im</strong> Falle, dass Sie<br />

ihn vermissen, zuerst ab.<br />

Ein tragfähiges Netzwerk aufbauen<br />

„Stellt ein Arzt die Diagnose Demenz, gibt es meist zwei Opfer, den<br />

Kranken und denjenigen, der ihn pflegen wird“, fährt Jochen Gust<br />

fort. Laut Statistik träfe es meistens Frauen über 50. Die Pflege Dementer<br />

sei aufreibend und nur über ein tragfähiges Netzwerk realisierbar.<br />

Sie bedeute, den Kranken rund um die Uhr betreuen zu<br />

müssen, mit den psychischen Veränderungen umzugehen. Damit<br />

sei ein Laie o vollkommen überfordert: Kein Wunder, wenn es<br />

dann zu menschenunwürdigen Pflegesituationen käme, zum Beispiel,<br />

dass Demente während des Mittagessens mit Gürteln am Stuhl<br />

gefesselt würden, weil sie sonst ständig aufstünden. Auch Handgreiflichkeiten<br />

kämen vor. Betroffene Angehörige sollten sich dringend<br />

Hilfe suchen und je nachdem, wie groß die Belastung ist, auch<br />

darüber nachdenken, den Dementen in ein Pflegehe<strong>im</strong> zu geben.<br />

E Bettina Halbach<br />

Infos<br />

Notrufzentrale „SicherFinden24“:<br />

: www.sicherfinden24.de<br />

Deutsche Alzhe<strong>im</strong>er Gesellschaft:<br />

: www.deutsche-alzhe<strong>im</strong>er.de<br />

Die perfekte Lösung<br />

für Ihren Waschraum<br />

Jochen Gust und Dr. Hartmut Niefer: „Demenz. Wissen –<br />

verstehen – begleiten“, Hirzel-Verlag, 2013, 24,50 Euro.<br />

www.tork.de<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 21


Fachthema<br />

Berufsbekleidung:<br />

Funktional und komfortabel<br />

Berufskleidung<br />

von Bardusch<br />

Berufskleidung für Mitarbeiter von sozialen<br />

Einrichtungen muss zahlreichen Anforderungen<br />

standhalten: Sie muss hygienische Kriterien<br />

erfüllen, einen hohen Tragekomfort aufweisen,<br />

bequem und optisch attraktiv sein –<br />

für die Nutzer genauso wie für die betreuten<br />

Menschen. Für den Einrichtungsträger kann<br />

einheitliche Berufskleidung zudem die Corporate<br />

Identity des Unternehmens gegenüber<br />

Mitarbeitern und Kunden stärken. Außerdem<br />

soll die Dienstkleidung in Anschaffung, Reinigung<br />

und Instandhaltung kostengünstig sein.<br />

Leichte und vor allen<br />

Dingen vollfarbige<br />

Oberteile sieht Nybo<br />

<strong>im</strong> Trend<br />

Immer mehr Anbieter vertreiben ihre Bekleidung inzwischen<br />

auch über das Internet, einige sogar ausschließlich. Kunden der<br />

Firma CWS-Boco können über ein geschlossenes Extranet passwortgeschützt<br />

und SSL-verschlüsselt auf ihre Daten zugreifen und<br />

zum Beispiel online Bestandsänderungen vornehmen. „So können<br />

neue Mitarbeiter angemeldet, Artikelgrößen getauscht oder Bestandserhöhungen<br />

vorgenommen<br />

werden. Auch<br />

Kontroll- und Reparaturauräge<br />

kann der Kunde<br />

einfach in Aurag geben.<br />

Mit diesem E-Service spart<br />

er Zeit bei min<strong>im</strong>alem<br />

Aufwand“, erklärt das Unternehmen.<br />

Wichtige Kriterien:<br />

Material und Waschbarkeit<br />

Experten empfehlen zumeist Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester.<br />

Polyester ist atmungsaktiv und sorgt so dafür, dass sich kaum<br />

Feuchtigkeitsstau auf der Haut bildet, der erstens unangenehm ist<br />

und zweitens das Ke<strong>im</strong>wachstum fördert.<br />

Falsche Materialien können Infektionsrisiken für die Bewohner bedeuten,<br />

denn einer der möglichen Übertragungswege von Krank-<br />

Fotos: Bardusch, Nybo, Blakläder, CWS-boco, Zollner<br />

22 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Fachthema<br />

heitserregern ist die Kleidung der Mitarbeiter. Diese<br />

muss deswegen nicht nur sauber, sondern auch mikrobiologisch<br />

unbedenklich sein. Das können T-Shirts,<br />

Hemden und Hosen, die nur bei 30 oder 40 Grad Celsius<br />

auf herkömmliche Weise gewaschen werden können,<br />

nicht gewährleisten. „In Nassreinigungsmaschinen mit<br />

speziellen faserschonenden Nassreinigungsverfahren in<br />

Kombination mit desinfizierenden Hilfsmitteln kann<br />

hier ein opt<strong>im</strong>ales Ergebnis erzielt werden“, haben Experten<br />

der Institute Hohenstein herausgefunden. Diese<br />

Möglichkeit haben normale Haushaltsmaschinen natürlich<br />

nicht, so dass diese Berufsbekleidung nicht zu Hause<br />

gewaschen werden darf.<br />

Bei einer Waschtemperatur von mindestens 65 Grad Celsius<br />

hingegen und normaler Länge des Waschvorgangs,<br />

haben die meisten vorhandenen Mikroorganismen auf<br />

Textilien jedoch nur eine geringe Überlebenschance.<br />

Eine spezielle Desinfektionswäsche ist dann aus hygienischen<br />

Gründen nur selten notwendig (sollte aber<br />

gleichwohl möglich sein). Außerdem führen Desinfektionsmittel<br />

bei manchen Mitarbeitern zu (vermeidbaren)<br />

Allergien, warnen Fachleute.<br />

Die aktuelle Kollektion von CWS boco<br />

BEDENKENSWERTES<br />

BEI DER ANSCHAFFUNG<br />

VON BERUFSKLEIDUNG<br />

u Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester vorziehen.<br />

u Bei der Kleidungspflege gesetzliche Vorschriften beachten<br />

(Robert Koch-Institut, Berufsgenossenschaft).<br />

u Nur bei 30 und 40 Grad waschbare Kleidung muss<br />

in Nassreinigungsmaschinen gewaschen werden.<br />

u Die Vergabe der Wäsche an einen externen Dienstleister<br />

überträgt viel Verantwortung auf diesen, die<br />

Hauswirtschaftsleitung muss ihn aber kontrollieren.<br />

u In besonders gefährdeten Bereichen den Einsatz ant<strong>im</strong>ikrobiell<br />

veredelter Textilien bedenken.<br />

u Die Wünsche der Mitarbeiter bei der Auswahl einbeziehen,<br />

denn Mitarbeiter, die sich in ihrer Kleidung<br />

wohl fühlen, sind motivierte Mitarbeiter.<br />

u Bei der Bekleidungsauswahl auch an die Corporate<br />

Identity des Unternehmens denken.<br />

u Die Kosten für Ankauf und Leasing sowie für die konventionelle<br />

und Online-Bestellung vergleichen.<br />

Nachhaltigkeit ist angekommen<br />

Asien ist die He<strong>im</strong>at der internationalen Textilindustrie. In Vietnam<br />

und Sri Lanka stehen die insgesamt sechs firmeneigenen Produktionsstätten<br />

der schwedischen Blåkläder-Group. Rund 3.200 Mitarbeiter<br />

fertigen hier die einzelnen Berufskleidungsteile. Faire Löhne,<br />

die Bildung von Gewerkschaen sowie Fort- und Weiterbildungsangebote<br />

gehören bei dem Unternehmen ebenso dazu wie ärztliche<br />

Versorgung, einen Hol- und Bringdienst zur Produktionsstätte, zwei<br />

Mahlzeiten am Tag oder die Versorgung der rund 550 Mitarbeiterkinder<br />

mit Schulbüchern. Das sind nur einige Beispiele der sozialen<br />

Firmenpolitik, die sich den Prinzipien der ILO (Internationalen Arbeitsorganisation)<br />

verpflichtet sieht. „Wir erleben gerade bei Ausschreibungen,<br />

dass die Nachfrage nach der Corporate Social Responsibility<br />

also unternehmerischer Verantwortung, sehr wichtig<br />

ist“, erklärt der deutsche Geschäsführer omas Guttenberger. Das<br />

ema Nachhaltigkeit sei angekommen.<br />

Silberionen halten Ke<strong>im</strong>e in Schach<br />

„Schätzungen zufolge erkranken zwölf Prozent der stationären Patienten<br />

während eines Krankenhausaufenthaltes an einer Infektion“,<br />

so ein Sprecher der Karl Dieckhoff GmbH & Co KG. Manche Erreger<br />

werden bemerkt oder unbemerkt mit der Klinikentlassung ins Pflegehe<strong>im</strong><br />

eingeschleppt. Dieckhoff sieht sein auf Silberionen basierendes<br />

Textilprodukt „See it safe“ als einen Beitrag zur Risikomin<strong>im</strong>ierung<br />

sowie als einen Faktor zur Steigerung der Wirtschalichkeit<br />

von Pflegeeinrichtungen.<br />

Es fungiere als präventive Barriere gegen Kreuzinfektionen aus der<br />

Umgebung. 95 Prozent aller Bakterien – auch MRSA – werden nach<br />

Angaben des Herstellers innerhalb von 60 Minuten abgetötet. Dabei<br />

beeinflusse „See it Safe“ nicht die natürliche Ke<strong>im</strong>reproduktion der<br />

Träger bzw. der Anwender selbst. Neben der Berufskleidung könnten<br />

auch viele andere Textilien in Pflegeeinrichtungen mit „See it Safe“<br />

ausgerüstet werden und so der Ke<strong>im</strong>übertragung entgegenwirken.<br />

Der ant<strong>im</strong>ikrobielle Wirkstoff bleibe <strong>im</strong> Gewebe und sei während<br />

der gesamten Lebensdauer des Produkts aktiv – geruchshemmend,<br />

fungizid, antistatisch und thermodynamisch.<br />

Gesetzliche Vorschrien zur Wäscheauereitung sind rar. Als Orientierung<br />

können die Empfehlungen für Krankenhaushygiene und<br />

Infektionsprävention des Robert Koch-Instituts (RKI) dienen. Auch<br />

die Berufsgenossenscha hat sich in der Richtlinie UVV Wäscherei<br />

BGR 256 mit der korrekten Wäschepflege beschäigt.<br />

Die Vergabe der Kleidung an einen externen Dienstleister bietet<br />

Vorteile: Dieser holt verschmutzte Teile ab, wäscht sie in nach RKI-<br />

Richtlinien zertifizierten Wäschereien und liefert regelmäßig frische<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 23


Fachthema<br />

Mit eigener Fertigung in Näherei und Stickerei hat<br />

sich das Unternehmen Zollner auf den textilen <strong>Hotel</strong>-<br />

und Pflegehe<strong>im</strong>bedarf spezialisiert<br />

Das schwedische Unternehmen Blåkläder betont seine soziale Verantwortung<br />

bei der Produktion in Sri Lanka (Foto) und Vietnam<br />

Textilien in der Einrichtung an. Die Dokumentationspflicht für die<br />

Einhaltung sämtlicher Hygienevorschrien bei der Wäscheauereitung<br />

geht ebenfalls auf den Dienstleister über.<br />

Berufskleidung für Schwangere<br />

Die Angebotspalette der Firmen für Berufsbekleidung und andere<br />

textile Produkte ist breit: Dress-Line offeriert <strong>im</strong> Segment Berufsbekleidung<br />

unter anderem eine Pflege-Line mit vier Kollektionen.<br />

Die „Öko“-Kollektion kommt <strong>im</strong> Seersucker-Habitus daher. „Durch<br />

die besondere Struktur des Seersuckergewebes entsteht auf der Haut<br />

ein angenehmes, leichtes Tragegefühl“, erklärt ein Sprecher. „Durch<br />

VORZÜGE VON<br />

MIETBERUFSBEKLEIDUNG<br />

u Wegfall der einmaligen Anschaffungskosten von Berufsbekleidung<br />

u Abholung, Aufbereitung, Bügeln der Textilien und anschließende<br />

Anlieferung be<strong>im</strong> Kunden<br />

u kein betriebsinterner Organisations- und Lageraufwand<br />

u keine Kosten für Waschmittel, Energie, Wasser etc.<br />

u keine Personalkosten für die Auswahl und Wartung der<br />

Berufsbekleidung<br />

u einheitliches und gepflegtes Erscheinungsbild aller Mitarbeiter<br />

u schnelle Reaktion auf neue branchenspezifische Anforderungen<br />

u Einhaltung aller geltenden Hygienevorschriften<br />

u Konfektionsgrößenwechsel ohne zusätzliche Kosten<br />

u Rückgabeservice für ausgeschiedene Mitarbeiter<br />

u zeitnahe Ausstattung neuer Mitarbeiter<br />

u steuerliche Absetzbarkeit der Leasingraten als Betriebsausgaben<br />

in voller Höhe.<br />

die leichte Hoch-tief-Struktur dieser Kollektionsteile liegt dieses<br />

Gewebe nur partiell auf der Haut an, somit ist eine gute Luzirkulation<br />

zwischen Körper und Stoff gewährleistet.“<br />

Das dänische Unternehmen Nybo präsentiert seine neuen Kollektionen<br />

Rainbow und Charisma. „Insbesondere wenn es um aktuelle<br />

Trends und Entwicklungen gehen sollte, ist Charisma ein gutes Beispiel<br />

für eine wachsendes Segment: leichte und vor allen Dingen<br />

vollfarbige Oberteile“, so ein Firmensprecher.<br />

Der Hersteller Clinic+Job-Dress führt als einer der wenigen Anbieter<br />

auch Kleider sowie Bekleidung für Schwangere in seinem Vollsort<strong>im</strong>ent.<br />

CJD weist zudem auf ihre „intelligenten“ Materialien hin.<br />

Man biete zum Beispiel Serien aus leichten Stoffen für den Einsatz<br />

bei hohen Temperaturen, von denen manche zudem Geruchsbildung<br />

verhindern und antibakterielle Wirkstoffe enthalten. Großkunden<br />

erfüllt dieser Anbieter auch Sonderwünsche, beispielsweise können<br />

ausgewählte Modelle in anderen Farben oder Stoffen gefertigt werden.<br />

Mit eigener Fertigung in Näherei und Stickerei hat sich das Unternehmen<br />

Zollner auf den textilen <strong>Hotel</strong>- und Pflegehe<strong>im</strong>bedarf spezialisiert.<br />

Das Sort<strong>im</strong>ent von Zollner bietet eine große Auswahl an<br />

Bekleidung für verschiedene Berufsgruppen, Bettwaren und Bettwäsche,<br />

Tischwäsche und Frottierwäsche. Als eine besondere Stärke<br />

bezeichnet ein Unternehmenssprecher die schnelle Realisierung<br />

von individuellen Kundenwünschen. Flexibel werden bei Bett- und<br />

Tischwäsche alle benötigten Größen gefertigt und mit Einstickungen<br />

und Einwebungen versehen. Auf seiner Internetseite präsentiert der<br />

Anbieter „Schnäppchen“ und „Aktionen“.<br />

Mietservices beraten, holen,<br />

waschen und bringen<br />

Bekleidung und Wäsche können gekau oder gemietet/geleast werden.<br />

Leasingunternehmen bieten in der Regel die gesamte Leistungspalette<br />

von der Ausstattung mit den passenden Bekleidungsstücken<br />

über die Abholung der benutzten Wäsche, Reinigung, Bügeln,<br />

bei Bedarf Ausbesserungen bis hin zur Wiederanlieferung –<br />

24 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Fachthema<br />

so etwa die Unternehmen Alsco, Bardusch, CWS-boco, DBL und<br />

Dress-Line.<br />

Sie bieten Alten- und Pflegeeinrichtungen ein komplettes Textilversorgungspaket<br />

an, das neben der Berufskleidung für die Mitarbeiter<br />

auch die Versorgung der Bewohner- und Stationswäsche umfasst.<br />

Die gesamte Wäsche wird auf Wunsch bis in die Schränke geliefert.<br />

DBL und Bardusch liefern die Mitarbeiterbekleidung bis ins persönliche<br />

Schrankfach. Beispiel DBL: Nach der Bearbeitung bei der<br />

DBL wird jedes Kleidungsstück auf seine Einwandfreiheit untersucht,<br />

etwa ob noch alle Knöpfe dran sind, ob es Risse gibt usw. Schäden<br />

werden in der Näherei repariert. Aufgrund normalen Verschleißes<br />

nicht mehr zu gebrauchende Kleidung wird kostenlos ausgetauscht.<br />

Im laufenden Betrieb holt der regionale DBL-Dienstleister <strong>im</strong> Normalfall<br />

einmal die Woche die schmutzige Kleidung ab und bringt<br />

neue. Über das Barcodeverfahren ist sichergestellt, dass jeder Mitarbeiter<br />

genau sein Kleidungsstück bekommt. Die Firmen weisen<br />

auf die kontinuierliche Betreuung jeder Einrichtung durch einen<br />

branchenerfahrenen Service-Mitarbeiter und eine detaillierte Kalkulationsgrundlage<br />

hin.<br />

Der beschriebene Service-Kreislauf soll den Kunden das Kosten<strong>management</strong><br />

erleichtern, sie sollen via Dienstleister einfach und<br />

schnell Wäscheverbrauch und Budgets überwachen können. Durch<br />

die Integration kundenspezifischer Daten <strong>im</strong> Benchmark-System<br />

zeigt der Dienstleister ihnen sowohl Referenzwerte als auch Einsparpotenziale<br />

auf. „Bei CWS-boco werden bereits bei der Beratung<br />

individuelle Lösungswege für eine opt<strong>im</strong>ale Versorgungsqualität<br />

und damit verbundene Einsparpotenziale aufgezeigt“, fasst ein Firmensprecher<br />

zusammen.<br />

Ein Versprechen, das stellvertretend für viele Anbieter steht. Wie<br />

dies in der Praxis am Beispiel von Alsco <strong>im</strong> Raum Leipzig aussieht,<br />

das beschreiben wir in einem Report in der kommenden Ausgabe.<br />

E Sigrid Daneke<br />

<br />

für Ihren Geschäftserfolg.<br />

KLEIDUNG UND<br />

SCHUTZAUSRÜSTUNG<br />

FÜR PFLEGEBERUFE AUS<br />

HYGIENISCHER SICHT<br />

Die Sektion „Hygiene in der ambulanten und stationären<br />

Krankenpflege“, eine Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft<br />

für Krankenhaushygiene (DGKH), erarbeitet Vorgaben<br />

für die praktische Umsetzung von Hygiene in verschiedenen<br />

Krankenhaus- und Pflegeeinrichtungen. Denn<br />

häufig besteht Unsicherheit, wann welche Kleidung bei<br />

der Arbeit zu tragen ist, ob Kleidungsvorschriften stationärer<br />

Einrichtungen auch auf ambulante Einheiten übertragbar<br />

sind, und ob es sich dabei um Arbeits-, Berufsoder<br />

Schutzkleidung handelt. Auf ihrer Homepage stellt<br />

die Sektion ihren Berufskleidungsplan/Handschuhplan für<br />

Krankenhaus- und Pflegeeinrichtungen <strong>im</strong> Gesundheitsdienst<br />

vor. Die Angaben sind von der Sektion als Mindeststandard<br />

für die Umsetzung <strong>im</strong> beruflichen Alltag gemeint.<br />

Der Plan befindet sich <strong>im</strong> Internet unter : www.krankenhaushygiene.de/pdfdata/sektionen/kleidung2008.pdf.<br />

<br />

ZUM<br />

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Wäschereitechnik


Fachthema<br />

Müllsammelcontainer <strong>im</strong> Krankenhaus<br />

Kufstein – er ist speziell angepasst<br />

für die dortige Fahrstuhlbreite<br />

Hygiene und Müll<br />

gehen alle Mitarbeiter an<br />

Die Abfallentsorgung ist für Einrichtungen<br />

sowohl aus hygienischen als auch<br />

finanziellen Gründen ein sehr wichtiges<br />

Thema. Für den Müll ist heute nicht<br />

mehr nur der Hausmeister zuständig.<br />

Das Vermeiden, Sammeln, Trennen, Sortieren<br />

und gegebenenfalls Pressen von<br />

Abfall geht alle Mitarbeiter an, sagt HWL<br />

und Hygiene-Beraterin Angelika Bischoff<br />

<strong>im</strong> Interview mit <strong>rhw</strong> <strong>management</strong>.<br />

Warum ist ein st<strong>im</strong>miges Abfallkonzept für eine<br />

Einrichtung wichtig?<br />

Wichtig ist ein st<strong>im</strong>miges Abfallkonzept zunächst natürlich,<br />

weil gewährleistet werden muss, dass alle gesetzlichen Vorschriften<br />

in diesem Bereich eingehalten werden. Das Kreislaufwirtschafts-<br />

und Abfallgesetz besagt, dass die Abfallvermeidung<br />

und die Abfallverringerung erste Priorität hat. Erst in zweiter<br />

Linie soll Abfall verwertet und schließlich entsorgt werden.<br />

Das Ziel eines Abfallkonzeptes in einer Einrichtung wie Krankenhaus<br />

oder Altenhe<strong>im</strong> muss daher sein, so wenig Abfälle<br />

wie möglich zu haben, die der Abfallentsorgung zugeführt<br />

werden müssen. Auch weil die Entsorgung die Häuser stark finanziell<br />

belastet. Infektiöse Abfälle sind beispielsweise die teuerste<br />

Abfallart, hier kostet die Entsorgung richtig viel Geld.<br />

Sie sagen, be<strong>im</strong> Thema Müll sei es besonders wichtig,<br />

die Mitarbeiter mit ins Boot zu nehmen? Könnten<br />

Sie das näher erläutern?<br />

Einweisung und Schulung der Mitarbeiter in Hauswirtschaft und<br />

Pflege sind hier das A und O. Ohne die richtige Einweisung<br />

und Schulung kann das ganze Konzept nicht funktionieren. Die<br />

Mitarbeiter müssen von Anfang an mitgenommen werden und<br />

es muss ihnen auch die Wichtigkeit der Abfalltrennung erklärt<br />

werden. Es sollte auch ein Ablaufplan erstellt werden. Hier dürfen<br />

die Abfallbeseitigung und die Reinigung der Abfallbehälter<br />

nicht fehlen.<br />

Welche Rechtsgrundlagen sind für Einrichtungen in<br />

diesem Bereich von Bedeutung?<br />

Für Krankenhäuser und Altenhe<strong>im</strong>e ist die „Richtlinie über die<br />

ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen<br />

des Gesundheitsdienstes“ wichtig, die von der Länderarbeitsgemeinschaft<br />

Abfall (LAGA) festgelegt wurde. Die erstellten<br />

Merkblätter haben verbindlichen Charakter. Außerdem werden<br />

<strong>im</strong> Infektionsschutzgesetz vier Kategorien von Abfällen beschrieben,<br />

dort geht es beispielsweise um Sonderabfälle, medizinische<br />

Abfälle, krankenhausspezifische Abfälle etc. Auch in der Biostoffverordnung<br />

finden sich Vorschriften zur Abfallentsorgung<br />

und Arbeitssicherheit. Und auch das Kreislaufwirtschafts- und<br />

Abfallgesetz enthält Verordnungen, Richtlinien und Empfehlungen<br />

für den Vollzug der Entsorgung; diese sind oft länderbezogen.<br />

In jeder Stadt und in jedem Kreis gibt es eine offizielle Stelle,<br />

die für die Abfallentsorgung zuständig ist. Dorthin kann man<br />

Foto: Robert Baumann<br />

26 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Fachthema<br />

sich auch als Institution wenden, wenn Fragen zu speziellen<br />

Abfallarten auftauchen.<br />

Das Abfallkonzept einer Einrichtung muss <strong>im</strong> Hygienehandbuch<br />

hinterlegt sein. Das ist vorgeschrieben und da schauen Gesundheitsämter<br />

und der MDK genau hin und machen auch Kontrollen<br />

dazu. Wir hatten vor kurzem in einer Einrichtung eine MDK-<br />

Prüfung, da wurde wirklich sehr intensiv das Hygienehandbuch<br />

überprüft.<br />

Welche verschiedenen Abfallarten fallen in Einrichtungen<br />

an?<br />

In Einrichtungen werden Abfälle in verschiedene Produktgruppen<br />

gegliedert, das sind:<br />

u Reststoffe wie Altglas, Altpapier, Styropor, Speisereste, der<br />

Grüne Punkt, Restmüll<br />

u Krankenhausspezifische Abfälle wie Abfallstoffe gefüllt mit<br />

Sekreten (zum Beispiel Windeln) oder Absaugbeutel<br />

u infektiöse Abfälle, zum Beispiel aus infektiösen Patientenz<strong>im</strong>mern<br />

(MRSA, ESBL, Salmonellen, Krätze, Läuse)<br />

u Sonderabfälle: Altmedikamente, chemische Abfälle <strong>im</strong> Krankenhaus,<br />

Laborabfälle, Fixierbäder, Altbatterien<br />

u radioaktive Abfälle <strong>im</strong> Strahlenbereich eines Krankenhauses<br />

u OP-/Wundversorgung: Blutkonserven, Körperteile<br />

u sonstige Abfälle wie datengeschützte Abfälle aus dem Bürobereich.<br />

Und all diese Abfälle müssen richtig behandelt werden.<br />

Wie wird infektiöser Müll richtig entsorgt?<br />

Hier gibt es laut Infektionsschutzgesetz klare Vorgaben. Im Krankenhaus<br />

ist geregelt, hochinfektiöse Abfälle in roten Beuteln in<br />

einer Doppelsackmethode zu entsorgen. Die Beutel dürfen wegen<br />

der Reißgefahr nur zu Dreiviertel gefüllt werden und werden<br />

mit Kabelbinder verschlossen. „Rot“ heißt für die Mitarbeiter:<br />

Be<strong>im</strong> Entsorgen muss Schutzkleidung getragen werden.<br />

Für Abfälle aus infektiösen Z<strong>im</strong>mern werden gelbe Säcke auch<br />

mit der Doppelsackmethode verwendet, auch hier müssen die<br />

Mitarbeiter bei der Entsorgung Schutzkleidung tragen.<br />

Dann gibt es noch die schwarzen Tonnen, die meistens <strong>im</strong> OP<br />

zu finden sind. Darin werden Abfälle der Wundversorgung entsorgt,<br />

aber auch Körperteile, Hautsequenzen oder Sekret aus<br />

eitrigen Wunden. Diese Tonnen werden noch <strong>im</strong> OP verschlossen<br />

und dürfen auch nicht mehr geöffnet werden. Sie werden<br />

mit einem speziellen Transporter abgeholt und gehen direkt in<br />

die Verbrennung. Die schwarzen Tonnen sind mit am teuersten<br />

in der Entsorgung.<br />

Zwar nicht infektiös, aber auch nicht gerade preiswert in der<br />

Entsorgung sind datengeschützte Abfälle aus den Büros. Diese<br />

werden in Metallboxen speziellen Firmen anvertraut, die sich<br />

auf Datenschutz spezialisiert haben.<br />

Wann sind Press-Systeme oder Nassmüllbehandlungsanlagen<br />

zur Volumenreduzierung sinnvoll?<br />

Press-Systeme hat man meistens für Reststoffe wie zum Beispiel<br />

Papierpressen für Kartonagen oder auch für den Restmüll zur<br />

Volumenreduzierung. Die Presse sitzt hierbei direkt am Container,<br />

so dass direkt bei Entsorgung zusammengepresst werden kann.<br />

Abfallentsorgung kostet die Häuser richtig viel Geld, so kostet<br />

beispielsweise die Abfuhr eines Containers mittlerweile rund<br />

Zur Person<br />

Unsere Interview-Partnerin Angelika<br />

Bischoff aus Wächtersbach<br />

ist Hauswirtschasleiterin und arbeitet<br />

seit über 20 Jahren in dieser<br />

Position in Krankenhäusern und<br />

Altenhe<strong>im</strong>en. Zusätzlich hat sie<br />

sich unter anderem weitergebildet<br />

zur Hygienebeauragten <strong>im</strong> Altenhe<strong>im</strong><br />

und hat eine Refa-Fachausbildung<br />

für die Organisation<br />

des Reinigungsdienstes. Derzeit<br />

ist sie als Hauswirtschasleiterin<br />

<strong>im</strong> Klinikum Offenbach tätig und<br />

bietet freiberuflich Beratungsleistungen an. Ihr Beratungsangebot umfasst<br />

Hygieneberatung für Altenhe<strong>im</strong>e und Krankenhäuser inklusive<br />

der Erstellung eines Hygienehandbuches sowie Mitarbeiterschulungen<br />

<strong>im</strong> Bereich Hygiene. Zu ihrem Angebot gehören auch weitere Beratungsleistungen<br />

<strong>im</strong> hauswirtschalichen Bereich wie die Erstellung<br />

einer Ist-Analyse, Personalbedarfsberechnungen, Erstellung von<br />

Dienstplänen sowie von Leistungsverzeichnissen. Weitere Infos unter:<br />

: www.hygiene-hauswirtschaft.de<br />

150 Euro, dann kommen noch die Entsorgungskosten hinzu.<br />

In Krankenhäusern sind die Pressen absolut üblich, denn hier<br />

muss Masse bewältigt werden. Für größere Altenhilfeeinrichtungen<br />

ergeben sie auf jeden Fall auch Sinn.<br />

Wenn in Einrichtungen mehr als 500 Mahlzeiten pro Tag angeboten<br />

werden, bieten sich auch Nassmüllbehandlungsanlagen<br />

an, die Speisereste zerkleinern und pressen. Hierdurch<br />

können Volumenreduzierungen um bis zu 85 Prozent erreicht<br />

werden.<br />

Stichwort Hygiene: Wo gibt es be<strong>im</strong> Thema Abfall<br />

häufig hygienische Probleme?<br />

Be<strong>im</strong> Thema Abfallentsorgung werden die Reinigungsmitarbeiter<br />

häufig nicht richtig eingewiesen oder sie fühlen sich für das<br />

Thema nicht zuständig. Hier gibt es oft Schnittstellenprobleme,<br />

denn mit Abfall geht keiner gerne um. Hier hilft es nur, die Zuständigkeiten<br />

klar zu regeln und schriftlich festzuhalten, wer<br />

wofür verantwortlich ist.<br />

Probleme gibt es manchmal auch bei der Entsorgung von infektiösen<br />

Abfällen, hier werden nicht <strong>im</strong>mer die entsprechenden<br />

Best<strong>im</strong>mungen eingehalten wie das Tragen von Schutzkleidung.<br />

Laut Biostoffverordnung sind Schulungen zur Entsorgung von<br />

infektiösem Abfall sogar Pflicht und müssen von der Hygienebeauftragten<br />

oder Hygienefachkraft durchgeführt werden.<br />

Wenn infektiöser Abfall entsorgt wird, können nicht nur Flächen<br />

und Gegenstände durch Ke<strong>im</strong>e kontaminiert werden, sondern<br />

für die Mitarbeiter besteht auch Ansteckungsgefahr. Daher sind<br />

die Schulungen und Einweisungen zu diesem Thema so wichtig,<br />

aber auch die Kontrolle und das Einleiten von Maßnahmen,<br />

wenn Anweisungen nicht umgesetzt wurden.<br />

Vielen Dank für das Gespräch!<br />

E Interview: Alexandra Höß<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 27


Report<br />

Gastronomie und Catering<br />

auf Schloss Zinneberg<br />

Nachdem wir in Ausgabe 5/2014 die ersten<br />

Arbeitsbereiche der auf Schloss Zinneberg<br />

in Oberbayern vorgestellt haben,<br />

geht es nun um Hauswirtschaft, Gastronomie<br />

und Catering.<br />

Die Teilnehmer des Berufsvorbereitungsjahres kümmern<br />

sich <strong>im</strong> Bereich Gastronomie zwei Mal pro Woche um<br />

den Pausenverkauf von Backwaren aus der hauseigenen<br />

Bäckerei. Die Fachkräfte für das Gastgewerbe sind jeden Mittwoch<br />

zum Service eingeteilt, wo sie <strong>im</strong> Restaurant „Scanzoni“*<br />

lernen<br />

u mit Gästen umzugehen,<br />

u Tische abzuräumen,<br />

u auf besondere Situationen zu reagieren und<br />

u zu servieren.<br />

Der regelmäßige Kontakt zum Gast während der Ausbildung<br />

ist sehr wichtig. Angeleitet werden sie von Küchenchef Bernhard<br />

Hinterseher, der zuvor unter anderem bei Prof. Eckart<br />

Witzigmann in der Sternegastronomie gearbeitet hat und die<br />

geregelten Arbeitszeiten auf Schloss Zinneberg schätzen gelernt<br />

hat. Gerne gibt Hinterseher sein Wissen an die Jugendlichen<br />

weiter, was sich herumspricht: Seit zwei Jahren werden erstmals<br />

nicht nur Beiköche, sondern auch zwei Köche auf Schloss Zinneberg<br />

ausgebildet.<br />

Möbel mit Holz aus dem Park<br />

Schreiner Sepp Würz hat die massiven Bänke <strong>im</strong> Speiseraum<br />

„Scanzoni“ angefertigt und gleich noch die Gelegenheit genutzt,<br />

dort eine massive, ungenutzte Holztür aus dem ehemaligen<br />

Kindergarten nebst Kamin einzubauen.<br />

Besonders stolz ist Sepp Würz auf den ovalen Tisch <strong>im</strong> Konferenzraum.<br />

Der Tisch besteht aus Eichenholz <strong>im</strong> Unterbau sowie<br />

Nussholz, Kirschholz und Thujaholz (Lebensbaum), das<br />

dreifarbig zusammengesetzt ist – und zwar mill<strong>im</strong>etergenau<br />

auf einer Länge von 7,60 Metern. Und weil Sepp Würz in<br />

Fahrt war, hat er auch dem gesamten Konferenzraum eine Hüttenoptik<br />

verpasst – ein Überbleibsel aus der Verkleidung seiner<br />

Schreinerwerkstatt, die <strong>im</strong> Allgemeinen nur „Räuberhöhle“ genannt<br />

wird.<br />

Jagdessen für 140 Personen<br />

Besonderer Höhepunkt für jeden Lehrling sind die Feiern, die<br />

<strong>im</strong> Historischen Jagdsaal für die Öffentlichkeit veranstaltet werden.<br />

Dazu gehören Jubiläen, Familiengeburtstage – aber auch<br />

Teilnehmer von Kaffeefahrten finden sich ein, die gerne mal<br />

in einem Schloss speisen möchten.<br />

„Im Januar hatten wir sogar drei Buchungen innerhalb einer<br />

Woche. Es spricht sich herum; wer bei einer Geburtstagsfeier<br />

Fotos: Katharina Beck (1), Schloss Zinneberg (4), Robert Baumann (4)<br />

* Das Restaurant ist benannt nach dem Würzburger Ordinarius für Geburtshilfe Friedrich Wilhelm von Scanzoni,<br />

28 der unter anderem zwei Geburten der russischen Zarin begleitete. Scanzoni starb 1891 auf <strong>rhw</strong> Schloss <strong>management</strong> Zinneberg 7/2014


Report<br />

HWL Renate Beck<br />

und ihre Stationen<br />

Die Bewirtung bei den Events erfolgt meist durch<br />

die Lehrlinge<br />

als Gast dabei war und zufrieden war, richtet gerne seine eigene<br />

Feier wieder bei uns aus“, sagt Renate Beck.<br />

Ein Höhepunkt ist sicherlich das jährliche Jagdessen, bei dem<br />

die Jäger nicht nur Wildfleisch aus dem Wald vorbeibringen,<br />

das dann in der Küche von Schloss Zinnerberg zubereitet wird,<br />

sondern auch alle Kosten übernehmen. Fast 140 Personen kamen<br />

2014 zu dem Jagdessen, mit dem sich die Jäger als Pächter<br />

bei den Eigentümern bedanken – denn es sind ja meist Bauern,<br />

die ihnen die Jagdrechte <strong>im</strong> Wald und auf den Feldern<br />

genehmigen.<br />

Blumenschmuck und Gartenarbeit<br />

Passend zu den angebotenen Feiern gibt es ein Buch mit Fotos<br />

von gedeckten Tischen, Blumenschmuck und Preisangaben.<br />

Jutta Ametsbichler ist Hauswirtschaftsmeisterin und Stellvertreterin<br />

von Renate Beck und betreut neben der Hauswirtschaft (zwei<br />

Blick in die Großküche: Nach Ende der Mittagszeit<br />

wird hier selbst produzierter Herzwein (nach Hildegard<br />

von Bingen) abgefüllt und die Flasche mit<br />

Schrumpffolie verschlossen – außerdem gibt es in<br />

dem Laden Fruchtaufstriche, Gebäck und Geschenkkörbe<br />

Behindertenhilfe, Privathaushalt,<br />

<strong>Hotel</strong> und Ausbilderin – so kann<br />

man Renate Becks bisherigen Berufsweg<br />

zusammenfassen. Ausgebildet<br />

als Hauswirtschafterin an<br />

der Berufsfachschule Landshut, absolvierte<br />

sie 1983 in Miesbach<br />

ihre Weiterbildung zur staatlich<br />

geprüften Hauswirtschaftsleiterin<br />

(kurz danach wurde in Bayern der<br />

Abschluss Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin<br />

eingeführt).<br />

Im heutigen Integrationszentrum<br />

für Cerebralparesen (ICP) München,<br />

das früher Spastikerzentrum hieß, fand sie ihre erste Anstellung<br />

und war dort fünf Jahre lang Ausbildungsleiterin. Sie reiste<br />

schon damals – ohne zu ahnen, dass dies 20 Jahre später ihr Arbeitsplatz<br />

werden würde – als Prüferin für Hauswirtschaft mehrmals<br />

nach Schloss Zinneberg.<br />

Anschließend arbeitete sie als HWL in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten,<br />

die für die artgerechte Tierhaltung und ökologische<br />

Aufklärung bekannt sind. Nach der Geburt ihrer heute 19 Jahre<br />

alten Tochter wechselte sie nach Glonn in einen Unternehmer-Privathaushalt.<br />

Ihr Chef musste nach einigen Jahren beruflich nach<br />

Frankfurt am Main umziehen und obwohl ihr der Job sehr gefiel,<br />

entschied sie: „Eine Niederbayerin verlässt so schnell ihre He<strong>im</strong>at<br />

nicht“. Und so arbeitete Renate Beck anschließend in Teilzeit als<br />

Hausdame in einem <strong>Hotel</strong> in Aying.<br />

Sie hatte 2007 gerade eine Initiativbewerbung für einen Job auf<br />

Schloss Zinneberg vorbereitet, als ihre Nachbarin sie darauf hinwies,<br />

dass dort eine HWL gesucht würde. Sie strich also das Wort<br />

„Initiativ“ und schickte die fertige Bewerbung los. Seit sieben Jahren<br />

arbeitet Renate Beck nun auf Schloss Zinneberg. „Ich glaube,<br />

man hat schnell gemerkt, dass ich sehr praktisch veranlagt bin –<br />

ich wechsele lieber selbst die Perlatoren zum Entkalken als einen<br />

Hausmeister zu rufen“, sagt Beck.<br />

Nach dem Motto „bei uns vermischt sich alles“ ist HWL Beck für<br />

so viele Dinge zuständig, dass es ihr nicht leicht fällt, die wichtigsten<br />

Aufgaben zu nennen. Dazu gehören:<br />

u Reinigung (alles außer dem Schulgebäude in der ehemaligen<br />

Orangerie und der Turnhalle, die extern vergeben sind) inklusive<br />

Einkauf und Lagerverwaltung<br />

u Ausschreibung und QM der externen Reinigungsfirma<br />

u Ausbilderin für DLH und FAGA für die Bereiche Wäscherei<br />

und Hausreinigung in der praktischen Umsetzung<br />

u Abläufe der Veranstaltungen <strong>im</strong> Kultur- und Gästebereich zusammen<br />

mit dem Chefkoch koordinieren (Seminare externer<br />

Anbieter, Gäste von Kaffeefahrten bewirten, Privatfeiern, Hochzeitsgäste,<br />

die <strong>im</strong> Gut Sonnenhausen feiern, Frühjahrssingen<br />

oder Jagdessen)<br />

u Hygienebeauftragte und Durchführung entsprechender Schulungen<br />

für Lehrlinge, Mitarbeiter und Ehrenamtliche.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 29


Report<br />

mmmmh...<br />

Es duftet nach Käsegebäck:<br />

Claudia absolviert gerade das<br />

Berufsvorbereitungsjahr mit<br />

dem Schwerpunkt Hauswirtschaft<br />

und Bäckerei<br />

Tage pro Woche) auch zwei Tage die<br />

Gärtnerei. Sie kennt sich mit Blumenschmuck<br />

aus: „Die meisten Blumen<br />

wie Sonnenblumen kommen von den<br />

schlosseigenen Feldern. Wir haben<br />

extra Sorten gepflanzt, die nachtreiben,<br />

wenn man die Blüten abschneidet.“<br />

Wer gedacht hat, dass es <strong>im</strong> Januar<br />

in einer Gärtnerei nichts zu tun gibt,<br />

muss nur zuschauen, wie bei den milden<br />

Temperaturen das Unkraut zu<br />

sprießen anfängt. „Im Sommer fahren<br />

wir hier schubkarrenweise Tomaten aus dem Gewächshaus.<br />

Und Schwester Rita, die aus Indien stammt, wählt bis heute<br />

noch jede Blüte für die Kirche oder die Ostergestecke persönlich<br />

aus“, berichtet Jutta Ametsbichler.<br />

Ein großer Kräutergarten mit einem Labyrinth schmückt den<br />

Garten, hier wächst auch die für den Herzwein benötigte Petersilie.<br />

Der Herzwein nach Hildegard von Bingen ist eines der<br />

beliebten Produkte <strong>im</strong> Klosterladen. In großen Kesseln wird<br />

Rotwein in der Großküche<br />

von den angehenden<br />

drei Beiköchen mit<br />

Honig und Petersilienwurzel<br />

gekocht, dann<br />

in Flaschen abgefüllt<br />

und mit einer goldenen<br />

Schrumpffolie<br />

heiß versiegelt. Jutta<br />

Ametsbichler ist es ein Anliegen, den Lehrlingen den Zusammenhang<br />

zwischen Gartenfrüchten und der Küche näher zu<br />

bringen – so wird das Obst für den Marmeladenverkauf selbstverständlich<br />

selbst eingekocht.<br />

Schwestern helfen mit<br />

Insgesamt leben noch sechs Ordensschwestern auf Schloss Zinneberg.<br />

Sie wohnen <strong>im</strong> eigenen Schwesterntrakt, hier haben<br />

die Jugendlichen keinen Zutritt. „Ich habe zwei Chefs“, sagt<br />

Renate Beck, „einmal Schwester Amica als Oberin und Schwester<br />

Christophora als Einrichtungsleiterin“. Schwester Christophora<br />

hat in der jüngst umgestalteten Kantine „Scanzoni“ zwei<br />

Gemälde selbst gemalt, ein abstraktes Gemälde in Gelb und<br />

eine Kopie von einem Bild von August Macke. Alle Schwestern<br />

helfen mit, wo sie nur können, sei es <strong>im</strong> Klosterladen, be<strong>im</strong><br />

Empfang und selbst bei der Bodenreinigung der Gästez<strong>im</strong>mer.<br />

E Robert Baumann<br />

Man sieht es der Patisserie an: Küchenchef Bernhard Hinterseher hat<br />

zuvor bei Prof. Eckart Witzigmann in der Sternegastronomie gearbeitet<br />

Der Historische Jagdsaal vorher …<br />

… und eingedeckt für eine Feier<br />

30 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Zehn Tipps für Happy <strong>Housekeeping</strong><br />

Report<br />

Rund 50 Hausdamen und Hauswirtschaftsleitungen<br />

kamen am 3.<br />

Juni 2014 zum <strong>Housekeeping</strong><br />

Fachtag nach Salzburg, veranstaltet<br />

von Gabriele Perklitsch, Gamape<br />

GmbH. Das Thema 2014:<br />

„Happy <strong>Housekeeping</strong>“.<br />

Referentin und Trainerin Gaby Münzer<br />

gab den Teilnehmer/innen zehn Tipps,<br />

wie man mit Ärger und Freude <strong>im</strong> Betrieb<br />

umgehen sollte:<br />

1 Ärger schadet <strong>im</strong>mer nur einer Person:<br />

und zwar einem selbst.<br />

2 Betrachten Sie Ärger als reinigendes<br />

Gewitter und nicht als Dauerregen.<br />

Geben Sie Ärger Raum, aber entscheiden<br />

Sie nach 15 Sekunden, ob sie<br />

sich weiter ärgern möchten oder nicht.<br />

3 Denken Sie daran, dass Sie bei jeder<br />

neuen Begegnung in wenigen Sekunden<br />

den ganzen Tag Menschen einst<strong>im</strong>men<br />

und das hundertmal am Tag –<br />

ähnlich wie be<strong>im</strong> Klavierst<strong>im</strong>men.<br />

4 Bist Du gut gelaunt, dann informiere<br />

auch Dein Gesicht darüber.<br />

5 Seien Sie <strong>im</strong> wahrsten Sinne des Wortes<br />

präsent – der Gast spürt es, wenn<br />

Sie sich für ihn verschenken.<br />

6 Sehen Sie die Sorgen <strong>im</strong> Beruf wie einen<br />

Rucksack, den sie abgeben, bevor<br />

sie die Haustüre betreten. Einige<br />

haben für ihren Sorgenrucksack sogar<br />

einen eigenen Haken vor der Tür.<br />

7 Beachten Sie <strong>im</strong>mer: der Wert einer<br />

Person ist unabhängig von jeder Kritik.<br />

In der Sache mag der Kritiker recht<br />

haben, aber es geht nicht um die Person.<br />

Diese Würde kann uns niemand<br />

nehmen.<br />

8 So wie Sie aus dem Dienst gehen, so<br />

kommen Sie am nächsten Tag wieder.<br />

9 Wenn Sie jemanden eine Rose schenken,<br />

bleibt der Duft an Ihren Fingern<br />

hängen.<br />

: Oftmals machen wir uns abhängig<br />

von der Wertschätzung anderer –<br />

hängen Sie sich doch stattdessen ein<br />

Veranstalterin Gabriele Perklitsch,<br />

GAMAPE (rechts) und Referentin<br />

Gaby Münzer<br />

Schild ins Büro mit dem Spruch:<br />

„Schön, dass es mich gibt“.<br />

In den nun folgenden Stunden des Fachtages<br />

präsentierten etwa ein Dutzend Industriehersteller,<br />

Dienstleister und ein<br />

Buchautor („Hygiene-Hysterie“) Tipps rund<br />

um die Themen Hygiene, Bügelmaschinen<br />

und Bettwanzen. Hinzu kam ein Bügelwettbewerb<br />

mit der Verleihung des <strong>Housekeeping</strong>-Awards.<br />

E Robert Baumann


Report<br />

Hauswirtschaft ist eine<br />

exklusive Marke<br />

Wer für den Haushalt oder für die Kinderbetreuung jemand<br />

„Besonderen“ sucht, der ist bei Kirsten Drechsler<br />

richtig. Sie vermittelt hochqualifiziertes Hauspersonal<br />

an Privathaushalte – mit Diskretion, Sorgfalt und für<br />

höchste Ansprüche.<br />

einen exklusiven Villenhaushalt<br />

in Winterhude/Alster wird<br />

„Für<br />

eine patente, kinderliebe und<br />

fröhliche Person für die Haushaltsführung<br />

gesucht. Ihre Aufgaben umfassen neben Reinigung<br />

und Wäschepflege auch Nahrungszubereitung,<br />

Einkäufe und Besorgungen in<br />

Winterhude und Eppendorf. Kenntnisse mit<br />

hochwertigen Materialien (Hölzer, Naturstein,<br />

Silber, Leder, Kaschmir, Seide) sind ausdrücklich<br />

erwünscht.“<br />

Dies ist ein Beispiel für eine typische Stellenanzeige<br />

der Agentur „Kirsten Drechsler –<br />

Management & Vermittlung für Hauswirtscha“<br />

in Hamburg. Ob Haushälterin, Nanny,<br />

Wirtschaspaare, Gesellschaerin, Chauffeur<br />

oder Butler: die Agenturchefin hat den Anspruch,<br />

das perfekte Hauspersonal für den<br />

jeweiligen Haushalt zu finden. Sie ist dabei<br />

tätig wie ein Makler: von der Profilerstellung<br />

für die ausgeschriebene Stelle über die Bewerbervorschläge,<br />

die Vorstellung der Kandidaten,<br />

die Unterstützung in Bezug auf den<br />

Arbeitsvertrag bis hin zur Qualitätsnachfrage<br />

nach einigen Wochen und gegebenenfalls einer<br />

Nachbesetzung der Stelle innerhalb der<br />

Probezeit.<br />

Für die Hanseatin ist Hauswirtscha eine exklusive<br />

Marke. „In unserer Gesellscha<br />

wächst das Wissensdefizit <strong>im</strong> Fachbereich<br />

Hauswirtscha – wobei gerade der Wunsch<br />

nach Individualität, Life Style und erstklassiger<br />

Lebensqualität <strong>im</strong>mer weiter zun<strong>im</strong>mt“,<br />

heißt es auf ihrer Webseite. An dieser Stelle<br />

setzt Kirsten Drechsler mit ihrer persönlich<br />

geführten Agentur an: „Es gibt Vermittlungsagenturen,<br />

die handeln nur mit Lebensläufen,<br />

bei mir ist Personalvermittlung richtige Maßarbeit.“<br />

Erst kam die Bank-Karriere<br />

Häufig hört die Personalvermittlerin bei ihrem<br />

Erstkontakt in Haushalten folgende Frage:<br />

„Wie sind Sie auf die Idee gekommen,<br />

Hauspersonal in gehobene Privathaushalte<br />

zu vermitteln?“ Hier muss Kirsten Drechsler<br />

ein wenig ausholen, denn schließlich hatte<br />

sie beruflich zunächst einen anderen Weg<br />

eingeschlagen. „Ich habe eine solide Bankausbildung<br />

absolviert, bin Bankbetriebswirtin<br />

und habe eine klassische Karriere bis zur Filialleiterin<br />

gemacht. Das war ein sicherer Job,<br />

bot mir aber nicht genug Entwicklungschancen<br />

als Mitte Dreißigerin.“ Und da sie gern<br />

autark arbeitete und neue Impulse suchte,<br />

war die Idee mit der Selbstständigkeit geboren.<br />

Nur in welcher Branche – da fehlte ihr<br />

zunächst die zündende Idee.<br />

„Ich habe dann 2003 ein Sabbatical, also eine<br />

längere Auszeit vom Job, gemacht. Eine Reise<br />

führte mich an die portugiesische Algarve.“<br />

Dort mietete sie ein Haus, zu dem Anwesen<br />

gehörte auch eine Haushälterin. „Erstmals<br />

32 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Report<br />

kam ich so in den Genuss einer eigenen<br />

Haushälterin, wurde verwöhnt und war von<br />

den Alltagspflichten entbunden. Georgina<br />

war nicht nur eine Reinigungskra, sie war<br />

sympathisch und hoch angesehen, hatte einen<br />

Blick für das Große und Ganze und hat <strong>im</strong>mer<br />

geschaut, worüber man sich freuen<br />

könnte.“ Durch diese sehr positive Erfahrung<br />

ist Kirsten Drechsler schließlich auf die Idee<br />

gekommen, Hauspersonal in Hamburg zu<br />

vermitteln.<br />

Gesagt, getan: Zurück in Deutschland kündigte<br />

sie ihren sicheren Job und begann mit<br />

dem Auau ihrer Agentur. Aus ihrer Tätigkeit<br />

in der Bank brachte sie einerseits ihre<br />

Skills in Sachen Personalführung und -<strong>management</strong><br />

mit, auf der anderen Seite aber<br />

auch zehn Jahre Erfahrung bei der Betreuung<br />

von vermögenden Privatkunden.<br />

Während der Gründungsphase ihrer Agentur<br />

absolvierte sie in Abendkursen be<strong>im</strong> DHB<br />

eine zweijährige Ausbildung zur „Staatlich<br />

geprüen Hauswirtschaerin“ inklusive der<br />

Ausbildereignungsprüfung. „Meine Kunden<br />

profitieren heute sehr davon, wenn ich als<br />

Personalvermittlerin über Fachkenntnisse in<br />

diesem Bereich verfüge.“<br />

Zu einigen ihrer damaligen Mitstreiterinnen<br />

<strong>im</strong> Lehrgang hat sie heute noch Kontakt: „Das<br />

war eine ganz gemischte Truppe von Anfang<br />

20-Jährigen bis 60-Jährigen. Manche haben<br />

die Ausbildung nur für sich gemacht, andere<br />

mit dem Ziel, <strong>im</strong> privaten Haushalt zu arbeiten.<br />

Ich kann die Ausbildung eigentlich jedem<br />

nur empfehlen.“<br />

Etwas kritisch sieht sie allerdings, dass der<br />

Ausbildungsrahmenplan fast komplett auf<br />

den Großhaushalt abgest<strong>im</strong>mt ist. Sinnvoll<br />

fände sie Module zum ema Privathaushalt<br />

wie beispielsweise Wäschepflege oder Reinigung<br />

von hochwertigen Materialien. Auch<br />

fehlen ihrer Meinung nach Inhalte zum ema<br />

Stil und Etikette, während die Nahrungszubereitung<br />

ganz gut abgedeckt sei.<br />

Auf Augenhöhe agieren<br />

Richtig gutes Personal für private Haushalte<br />

zu finden ist generell schwer, sagt Kirsten<br />

Drechsler. Es müsse nicht <strong>im</strong>mer eine ausgebildete<br />

Hauswirtschaerin sein, aber es muss<br />

jemand sein, der Lust auf diese Arbeit hat.<br />

Über die Häle ihrer vermittelten Arbeitskräe<br />

sind Quereinsteiger, was auch daran<br />

liegt, dass es nur wenige Fachkräe bei einem<br />

steigenden Bedarf in den Haushalten gibt.<br />

Gute Erfahrungen hat Kristen Drechsler etwa<br />

mit Arzthelferinnen oder auch Bewerberinnen<br />

aus der <strong>Hotel</strong>lerie und Gastronomie gemacht.<br />

„Die bringen auch eine gewisse Flexibilität<br />

bei den Arbeitszeiten mit, denn eine<br />

klassische Arbeitszeit von 8 bis 16 Uhr gibt<br />

es <strong>im</strong>mer weniger.“ Wichtig sei, dass die Kandidaten<br />

ein Gespür für Sauberkeit und Ordnung<br />

haben, Freude an der praktischen Tätigkeit<br />

und auch gerne Dienstleister sind. „Sie<br />

sollen nicht untertänig, sondern mit geradem<br />

Rücken, auf Augenhöhe agieren. Hauswirtscha<br />

muss als Marke herüberkommen.“<br />

Gerade bei Reinigungstätigkeiten sei natürlich<br />

auch das Wissen um die Pflege hochwertiger<br />

Materialien wichtig. „Eine beliebte Testfrage<br />

von mir lautet: was müssen Sie bei der<br />

Marmorpflege beachten oder auch: wie behandeln<br />

Sie Bleikristallgläser?“ Es soll schon<br />

Haushaltshilfen gegeben haben, die ein vergoldetes<br />

Geländer mit einem Ako-Pad geschrubbt<br />

haben…<br />

Die Realität <strong>im</strong> privaten Haushalt ist laut der<br />

Personalvermittlerin auf jeden Fall meist besser<br />

als das Image. Die Arbeit sei spannend<br />

und gäbe Impulse für das eigene Leben. Viel<br />

bekannt ist in der Öffentlichkeit allerdings<br />

nicht über das Arbeitsfeld gehobener Privathaushalt,<br />

das liegt auch daran, dass die Angestellten<br />

nichts über ihre Arbeit erzählen<br />

dürfen, denn Diskretion spielt in diesem Fall<br />

eine große Rolle.<br />

Vorurteile über die Arbeit <strong>im</strong> privaten Haushalt<br />

gibt es genug, doch gibt die Agenturchefin<br />

auch zu bedenken: „Ist es denn wirklich<br />

so toll, Patientenz<strong>im</strong>mer <strong>im</strong> Akkord zu reinigen?<br />

In gehobenen Privathaushalten kann<br />

man sich wohl fühlen, man geht mit edlen<br />

Materialien um und befindet sich in einer<br />

schönen Umgebung.“<br />

Am häufigsten nachgefragt werde von ihren<br />

Auraggebern die klassische Haushälterin,<br />

gefolgt von der Kinderfrau und der Hausdame.<br />

In einem großen Privathaushalt mit mehreren<br />

Angestellten ist die Hausdame diejenige,<br />

die die Leitungsfunktion übern<strong>im</strong>mt und<br />

direkt mit der Chefin kommuniziert. „Dazu<br />

gehört eine große Portion Sozialkompetenz,<br />

gute Personalführungsfähigkeiten und auch<br />

ein dickes Fell. Hier sind Bewerberinnen aus<br />

der <strong>Hotel</strong>lerie begehrt.“<br />

Ein Foto als Türöffner<br />

Mittlerweile hat die Personalvermittlerin einen<br />

Pool mit Bewerberinnen aufgebaut und<br />

zu 75 Prozent kann sie Stellenbesetzungen<br />

über den Pool abdecken. „Aber <strong>im</strong> Pool muss<br />

natürlich <strong>im</strong>mer Bewegung sein, wenn ich<br />

jemanden vermittelt habe, brauche ich neue<br />

Bewerber.“ Deshalb schreibt sie die Stellen<br />

auch öffentlich aus, in der Regel <strong>im</strong> Internet,<br />

das mittlerweile von Stellensuchenden am<br />

stärksten genutzt wird.<br />

Der erste Schritt für einen Bewerber ist das<br />

Einsenden der vollständigen Bewerbungsmappe<br />

mit Lebenslauf, Zeugnissen, Referenzen,<br />

erweitertem polizeilichem Führungszeugnis<br />

sowie einem schönen Foto. „Das Bild<br />

ist sehr wichtig und häufig der Türöffner in<br />

„Weiterbildungen für den private Haushalt müsste es mehr geben,<br />

da ist wirklich Handlungsbedarf“, sagt die Agentur-Chefin Kirsten<br />

Drechsler, die auch Hauswirtschafterin ist<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 33


Report<br />

den Privathaushalten.“ Haushälterinnen beispielsweise<br />

hätten Zugang zu den int<strong>im</strong>en Bereichen<br />

in den Häusern, daher sei ein nettes<br />

äußeres Erscheinungsbild inklusive gepflegter<br />

Frisur und dezentem Make-up gefragt.<br />

Durch die Unterlagen sieht Kirsten Drechsler<br />

dann o schon, mit welchem Typ sie es zu<br />

tun hat und welche Skills aus vorangegangen<br />

Tätigkeiten vorhanden sind. „Es gibt Beurteilungen,<br />

die sich durch den ganzen Lebenslauf<br />

ziehen, zum Beispiel wenn jemand als<br />

besonders herzlich und liebevoll <strong>im</strong> Umgang<br />

mit Kindern beschrieben wird.“<br />

Wenn es um die Besetzung einer Stelle in einem<br />

besonders anspruchsvollen Haushalts<br />

geht, spricht Kirsten Drechsler auch mit den<br />

vorhergehenden Arbeitgebern, um mehr<br />

über die Persönlichkeit der Kandidaten zu<br />

erfahren. „Gerade wenn beispielsweise bei<br />

vermögenden Haushalten das ema Sicherheit<br />

eine große Rolle spielt, muss man die Bewerber<br />

besonders prüfen.“<br />

Bei einem persönlichen Termin werden aber<br />

auch die Bewerber selbst gefragt, was sie von<br />

der Stelle <strong>im</strong> Privathaushalt erwarten. „Nicht<br />

nur der Haushalt muss zufrieden sein, sondern<br />

auch für die Mitarbeiterin muss es passen.<br />

Es führt best<strong>im</strong>mt nicht zur beidseitigen<br />

Zufriedenheit, wenn ich eine Haushaltshilfe,<br />

die sehr gerne mit Kindern arbeitet, in einen<br />

Seniorenhaushalt vermittle.“<br />

Fachkompetenz<br />

allein reicht nicht<br />

Die meisten ihrer Vermittlungsauräge erhält<br />

Kirsten Drechsler über Empfehlungen, was<br />

zeigt, wie wichtig in ihrer Branche zufriedene<br />

Kunden sind. Zunächst bietet sie den Auftraggebern<br />

ein persönliches Kennenlernen –<br />

am besten <strong>im</strong> betreffenden Haushalt – an,<br />

damit sie die Anforderungen des Arbeitsplatzes<br />

einschätzen kann.<br />

Anhand eines Profilbogens mit rund 100<br />

Punkten wird das Wunschprofil des Bewerbers<br />

herausgearbeitet. Wichtig ist Kristen<br />

Drechsler, dass das neue Hauspersonal den<br />

Haushaltsführenden nicht nur Arbeit abn<strong>im</strong>mt,<br />

sondern auch mit ihnen harmoniert.<br />

Es soll also nicht nur die Fachkompetenz<br />

st<strong>im</strong>men, sondern die neue Mitarbeiterin soll<br />

zum Kl<strong>im</strong>a <strong>im</strong> Haus und zum Temperament<br />

der Bewohner passen. Eine nicht <strong>im</strong>mer einfache<br />

Aufgabe. „Hier braucht man ganz feine<br />

Antennen, muss seinen Instinkt einsetzen,<br />

um herauszufinden, wer passt in einen Haushalt<br />

und wer nicht.“<br />

In der Regel sucht die Personalvermittlerin<br />

drei Bewerber aus, die sie dem Haushalt vorstellt.<br />

Häufig ist sie be<strong>im</strong> ersten Gespräch zwischen<br />

Kunden und Bewerber dabei. „Die<br />

Haushalte möchten o, dass ich ihnen die<br />

Person vorstelle. Ich weiß, welche Fragen<br />

wichtig sind und kann das Gespräch moderieren.<br />

Und für mich ist es auch toll bei den<br />

Gesprächen dabei zu sein, da ich dann gleich<br />

sehe, ob es funkt oder nicht, ansonsten erfahre<br />

ich es ja nur aus zweiter Hand.“ Meistens<br />

wird eine Probezeit von sechs Monaten<br />

vereinbart, in dieser Zeit steht Kirsten<br />

Drechsler auch für Nachbesetzungen zur Verfügung.<br />

„Meist stellt sich relativ schnell heraus,<br />

wenn eine Person nicht passt. O ist es<br />

dann die Chemie, die einfach nicht st<strong>im</strong>mt.“<br />

Die Personalvermittlerin lebt vom Vermittlungshonorar,<br />

das sich am Gehalt des vermittelten<br />

Hauspersonals bemisst und vom Arbeitgeber<br />

gezahlt wird, für den Bewerber ist<br />

die Vermittlung kostenlos. Je nach Aufwand<br />

liegt das Honorar zwischen 14 und 18 Prozent<br />

des Jahresbruttogehaltes.<br />

In den meisten Fällen können die ausgeschriebenen<br />

Stellen in den Haushalten auch<br />

besetzt werden. Manchmal klappt es allerdings<br />

nicht sofort, die passende Kandidatin<br />

zu finden und die Auraggeber sich zwei,<br />

drei Monate gedulden müssen, bis die Personalvermittlerin<br />

fündig wird. „Wenn es besonders<br />

exotische Wünsche sind, kann man<br />

froh sein, wenn man überhaupt einen Kandidaten<br />

findet, den man vorstellen kann.“<br />

Kirsten Drechsler denkt da beispielsweise an<br />

einen Haushalt in Hamburg-Harvestehude,<br />

der eine indonesisch sprechende Haushälterin<br />

suchte. Schwer zu besetzen seien auch<br />

Stellen auf historischen Landgütern, denn<br />

kaum eine Bewerberin möchte abgelegen auf<br />

dem Land arbeiten, ohne Anbindung an die<br />

Stadt. Derzeit ebenfalls kaum zu finden seien<br />

Erzieher, hier kann es schon mal vier Monate<br />

dauern, bis eine Stelle besetzt werden kann.<br />

Möglichkeiten zur<br />

Weiterbildung fehlen<br />

„Eine steigende Nachfrage bei vermögenden<br />

Haushalten gibt es auch bei Alltagsbegleiterinnen,<br />

gern mit einer Ausbildung als Krankenschwester.<br />

Vermögende Menschen möchten<br />

möglichst bis zum Schluss in ihrem Haus<br />

bleiben, auch mit einer Demenzerkrankung.“<br />

Dann wird jemand gebraucht, der auch über<br />

Nacht <strong>im</strong> Haus bleibt. Realisiert werden kann<br />

dies beispielsweise mit zwei Mitarbeiterinnen,<br />

die in Wechselschicht arbeiten. „Aufgrund<br />

der demografischen Entwicklung werden Alltagsbegleiterinnen<br />

in Zukun genauso häufig<br />

nachgefragt werden wie Haushälterinnen.“<br />

Hier hat der Markt bereits reagiert, eine Reihe<br />

von Institutionen bieten Weiterbildungen zur<br />

Alltagsbegleitung an.<br />

Weiterbildungen speziell für die Arbeit in gehobenen<br />

Privathaushalten sind allerdings rar.<br />

Kirsten Drechsler hat mit einigen Bewerberinnen<br />

aus ihrem Pool Anfang des Jahres am<br />

<strong>rhw</strong>-Seminar „Wäsche- und Garderobenpflege<br />

für den gehobenen Privathaushalt“ mit der<br />

Referentin Ursula Bolhuis teilgenommen.<br />

„Weiterbildungen dieser Art müsste es mehr<br />

geben, da ist wirklich Handlungsbedarf“, so<br />

das Fazit der Personalvermittlerin, die sich<br />

auch ehrenamtlich für die Hauswirtscha engagiert.<br />

Sie ist stellvertretende Landesverbandsvorsitzende<br />

und Schatzmeisterin be<strong>im</strong><br />

DHB – Netzwerk Haushalt in Hamburg.<br />

E Alexandra Höß<br />

: www.drechsler-hauswirtschaft.de<br />

Aktuelle <strong>rhw</strong>-Seminare mit Ursula Bolhuis zum Thema<br />

„Gehobener Privathaushalt“ finden Sie auf Seite 40<br />

Tipp<br />

34 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Management<br />

Ohne Selbst<strong>management</strong><br />

geht’s nicht<br />

„Hab’ Sonne <strong>im</strong> Herzen und gib sie weiter“:<br />

So lautet das Lebensmotto der Hamburger<br />

Professorin und Reinigungs-Ergonomin<br />

Elke Huth. Im Interview erklärt sie,<br />

wie sie das Leben nach ihrem Abschied<br />

von der Hochschule Hamburg meistert,<br />

sich fit hält und dabei sich und die anderen<br />

nicht vergisst.<br />

In Kursen<br />

vermittelt<br />

Elke Huth ihre<br />

Erfahrungen<br />

zum Thema<br />

Ergonomie<br />

und Reinigung<br />

Foto: Robert Baumann<br />

Sie sind bereits seit einigen Jahren pensioniert. Wie<br />

halten Sie sich fit?<br />

Ich teile mir den Tag ein. Wichtiges erledige ich in meinem Leistungshoch<br />

am Vormittag, ganz ohne Zeitdruck. Ich wechsle<br />

häufig zwischen geistiger und körperlicher Arbeit und bewege<br />

mich viel an der frischen Luft. Neue Herausforderungen sind<br />

dabei sehr wichtig. Mein Tagesablauf ist zwar strukturiert, aber<br />

meine Aufgaben wechseln sich ab. Somit ist kein Tag wie der<br />

andere. Auch ist es für mich wichtig, dass ich einen guten Ausgleich<br />

zwischen häuslicher Ruhe und dem Kontakt mit Anderen<br />

habe. Zu Hause schalte ich jegliche Nebengeräusche ab, denn<br />

Stille sorgt für die notwendige Konzentration bei meiner Arbeit.<br />

Durch welche Sportarten unterstützen Sie Ihren Körper?<br />

Ich sorge dafür, dass ich täglich meinen Kreislauf aktiviere, also<br />

fahre ich Fahrrad. Meine Koordination st<strong>im</strong>uliere ich mit kleinen<br />

Hilfsmitteln wie beispielsweise Jonglierbällen oder mit Bogenschießen.<br />

Für die Förderung der Beweglichkeit nutze ich zwei<br />

Mal wöchentlich Kursangebote wie Feldenkrais oder Pilates.<br />

Ich bin ständig in Bewegung!<br />

Wie überwinden Sie den inneren Schweinehund?<br />

Wenn ich mein Lebensziel „gesund bis zum Lebensende ohne<br />

Hilfe anderer“ ernst nehme, dann gibt es erst gar keinen Kampf<br />

mit dem Schweinehund. Ich muss eigentlich nur entscheiden:<br />

Was kann ich heute kräftemäßig am besten bewältigen?<br />

Wann ist Ihnen bewusst geworden, dass Gesundheit<br />

ein bzw. der entscheidende Faktor für die Arbeitsfähigkeit<br />

ist?<br />

Ich habe in meinem ganzen Leben Sport getrieben, dabei ging<br />

es mir <strong>im</strong>mer gut. Ich war zufrieden mit der Leistung, die ich<br />

erbringen konnte und blieb leistungsfähig. Erst als mich eine<br />

Auto<strong>im</strong>munerkrankung in meiner Bewegung stark einschränkte,<br />

wurde mir bewusst, wie wichtig das tägliche Training für meine<br />

Zukunft ist.<br />

Kann man lernen, seine Körpersignale besser wahrzunehmen?<br />

Zunächst kann man lernen, welche Funktionen mein Körper zu<br />

erfüllen hat. Man sollte sich durch die Beobachtung der Bewegungen,<br />

aber auch von Puls und Atmung wahrnehmen und fühlen.<br />

Diese bewusste Achtsamkeit begleitet mich – ohne Last! Es<br />

ist ein Spiel der Sinne.<br />

Man kann nicht <strong>im</strong>mer nur für andere da sein. Wie<br />

erreicht man, dass man auch als Familienmitglied<br />

regelmäßige „Ich-Zeiten“ bekommt?<br />

Für Andere da zu sein fördert die Zufriedenheit. Aber wenn<br />

das Gleichgewicht zwischen dem, was dem Anderen gut tut<br />

und meinem Wohlbefinden nicht vorhanden ist, dann hat niemand<br />

was von der wohlgemeinten Fürsorge. Eine bewusst gewählte<br />

tägliche „Ich-Zeit“ bringt mich wieder ins Lot.<br />

Sind die zunehmenden Fehlzeiten aufgrund von Burnout<br />

ein Indikator für solch ein Ungleichgewicht?<br />

In diesem Zusammenhang würde ich den Begriff Burnout nicht<br />

verwenden, es gibt keinen Krankenschlüssel „Burnout“, da er<br />

ein Sammelbegriff für psychische Belastungen ist. Im Alter nehmen<br />

die physischen Belastungen zu, die dann zu Ausfallzeiten<br />

führen können. Die stetig steigenden Anforderungen an die Arbeitnehmer<br />

haben sicherlich Auswirkungen auf die zunehmenden<br />

AU-Tage, aber auch die Konflikte, die <strong>im</strong> häuslichen Umfeld<br />

entstehen können, tragen hierzu bei. Es darf auch nicht übersehen<br />

werden, dass die Arbeitnehmer in der Reinigungsbranche<br />

<strong>im</strong>mer älter werden. Die Achtsamkeit, die ich auf meinen Köper,<br />

auf mein Befinden richte, lässt Abweichungen erkennen. Wie<br />

ich diese Abweichungen wieder in „mein Lot“ bringe, liegt in<br />

meiner Verantwortung.<br />

E<br />

Vielen Dank für das interessante Interview!<br />

Interview: Peter Strauch<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 35


Report<br />

„Iss Dich clever“<br />

1<br />

3<br />

2<br />

1 Im praktischen Teil lernen die Erstklässler, wie viel Spaß die Essenszubereitung<br />

macht 2 Anna-Marisa Kirstein und die angehende<br />

Fitnessökonomin Franziska integrieren Bewegungspausen in den<br />

Unterricht 3 Wie riecht eigentlich Minze und Basilikum? Das Lernen<br />

mit allen Sinnen ist wichtiger Bestandteil von „Iss Dich clever“<br />

Wer hätte gedacht, dass Haferflocken mit heißem Wasser<br />

strahlende Kinderaugen auslösen können? Wenn<br />

dann noch Z<strong>im</strong>t, Bananenstücke und ein Klecks Apfelmus<br />

dazu kommen, herrscht helle Begeisterung <strong>im</strong><br />

Klassenz<strong>im</strong>mer der Münchner Klenze-Grundschule. Im<br />

Rahmen des gemeinnützigen Schulprojektes „Iss Dich<br />

clever“ lernen Kinder den Bezug zu den Nahrungsmitteln<br />

wieder kennen.<br />

Rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen<br />

in Deutschland sind<br />

übergewichtig. Besonders mit dem<br />

Schuleintritt n<strong>im</strong>mt der Anteil übergewichtiger<br />

Kinder stark zu (Quelle: www.<br />

kiggs.de). Die Studien des Robert Koch-<br />

Instituts belegen, wie wichtig eine frühzeitige<br />

Aufklärung über gesunde Ernährung<br />

und eine bewusste Lebenseinstellung<br />

sind. Doch Grundschüler an eine ausgewogene<br />

Ernährung heranzuführen, ist<br />

nicht einfach – gerade in Zeiten, in denen<br />

Fertigprodukte kaum noch wegzudenken<br />

sind aus unserem Alltag. Kein Wunder,<br />

dass das Unwissen über unsere natürlichen<br />

Nahrungsmittel <strong>im</strong>mer größer wird.<br />

Hier setzt das gemeinnützige Schulprojekt<br />

„Iss Dich clever“ an. Die Kinder sollen<br />

wieder an die Grundlagen der Nahrungsmittel<br />

herangeführt werden. Während<br />

des Ernährungsunterrichts erfahren<br />

sie, wie die Lebensmittel heißen, woher<br />

sie kommen, wie sie wachsen und verarbeitet<br />

werden. Wir wollten uns das Konzept<br />

genauer ansehen und drückten für<br />

vier Tage noch einmal die Schulbank.<br />

Zu Besuch in der<br />

ersten Klasse<br />

Hat die rote Paprika am meisten Vitamine?<br />

Und wo kommt eigentlich die Papaya<br />

her? Mit Fragen wie diesen leitet<br />

die Oecotrophologin und Mitbegründerin<br />

des Projektes Anna-Marisa Kirstein den<br />

Unterricht ein. Wenn mal nicht die Lehrerin<br />

den Unterricht macht, sondern jemand<br />

ganz anderes <strong>im</strong> Klassenz<strong>im</strong>mer<br />

steht, ist die Neugierde groß bei den Erstklässlern.<br />

In vier Doppelstunden möchten<br />

Anna-Marisa und ihre Helferinnen die<br />

Kinder für eine gesunde Ernährung begeistern.<br />

Thema an diesem Tag: Obst und<br />

Gemüse. Die Erstklässler bilden einen<br />

Sitzkreis um das Obst und Gemüse, welches<br />

das „Iss Dich clever“-Team mitgebracht<br />

hat. An der Tafel hängt eine Welt-<br />

Fotos: My Sportlady<br />

36 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Report<br />

Be<strong>im</strong> Thema Eiweiß erfahren die Schüler, von<br />

welchem Tier das Fleisch <strong>im</strong> Hamburger stammt<br />

Vor den Augen der Kinder dünstet Anna-Marisa Kirstein<br />

Apfel- und Bananenstückchen in Kokosfett an<br />

karte. „Die Schüler sollen ein Gespür dafür<br />

bekommen, was sie eigentlich essen“,<br />

sagt Anna-Marisa Kirstein.<br />

Ein Schüler deutet auf die Weltkarte, ein<br />

anderer beschreibt, wie das Gemüse<br />

wächst und ein Dritter zählt auf, was man<br />

damit alles kochen kann. „Das grundlegende<br />

Wissen soll helfen, dass die Schüler<br />

später eigenständig entscheiden können,<br />

welche Lebensmittel für sie bei der<br />

Angebotsfülle <strong>im</strong> Supermarkt in Frage<br />

kommen“, erklärt die Oecotrophologin.<br />

DIE MY SPORTLADY<br />

STIFTUNG E.V.<br />

Im Jahr 2009 gründete Jasmin Kirstein,<br />

Inhaberin des Münchner Frauen-Fitnessstudios<br />

My Sportlady, den<br />

gemeinnützigen Verein. Leitgedanke<br />

war es, Frauen und Kindern in<br />

schwierigen Lebenssituationen Unterstützung<br />

zu geben. Heute ist die<br />

Stiftung mit Projekten und Aktionen<br />

global tätig und arbeitet mit anderen<br />

Non-Profit-Organisationen zusammen.<br />

Die Spendengelder kommen<br />

unter anderem auch dem Schulprojekt<br />

„Iss Dich clever“ zugute.<br />

Jede Art von Unterstützung, sei es<br />

Freiwilligenarbeit, das Knüpfen von<br />

Kontakten oder ein finanzieller Beitrag,<br />

hilft, „Iss Dich clever“ und die<br />

vielen anderen gemeinnützigen Projekte<br />

stärker zu machen.<br />

: www.stiftung.my-sportlady.de<br />

Am Ende der Einheit wissen die Kinder<br />

nicht nur, dass die orangefarbene Paprika<br />

am meisten Vitamine enthält, sie kennen<br />

auch die Unterschiede zwischen<br />

Obst und Gemüse und verstehen, warum<br />

der Körper so viel davon braucht.<br />

Mitmachen statt zuhören<br />

So individuell wie die Schüler, so individuell<br />

sind auch die Inhalte und Methoden<br />

des Projektes. Das „Iss Dich clever“-Team<br />

passt sich der Klasse an, denn jede Jahrgangsstufe<br />

und jedes Kind ist anders.<br />

Gruppenarbeiten, Sitzkreise und Spiele<br />

lockern den Unterricht auf und sorgen für<br />

Abwechslung. Handlungsorientiertes Lernen<br />

ist besonders bei Grundschülern<br />

wichtig. „Die Kinder sollen nicht nur zuhören,<br />

sondern den Unterricht selbst mitgestalten,<br />

dann bleibt am meisten hängen“,<br />

sagt die Oecotrophologin. Langweilig<br />

wird es <strong>im</strong> Klassenz<strong>im</strong>mer nicht.<br />

Be<strong>im</strong> Thema „Kohlenhydrate“ haben die<br />

Erstklässler einiges zu tun. Auf dem Lehrerpult<br />

verteilt liegen Kartoffeln, Dinkelkörner<br />

und Nudeln sowie auch Gummibärchen,<br />

Cola und ein Nutella-Glas. Die<br />

Schüler ordnen den „guten“ Kohlenhydrate<br />

einem lachenden Smiley, den<br />

„schlechten“ Kohlenhydrate einen traurigen<br />

Smiley zu. Anschließend rätseln sie,<br />

wie viele Zuckerwürfel in best<strong>im</strong>mten Lebensmitteln<br />

versteckt sind. 83 Würfel in<br />

einem Glas Nutella! Damit hat keiner der<br />

Schüler gerechnet. Und wir auch nicht.<br />

„Iss Dich clever“ will alle Sinne der Kinder<br />

sensibilisieren: Sie sollen hören, sehen,<br />

riechen, schmecken und auch durch fühlen<br />

lernen. Zu einer gesunden Lebensweise<br />

gehört mehr als eine bewusste Ernährung.<br />

Anna Kirstein möchte den ganzheitlichen<br />

Ansatz in dem Konzept aufnehmen<br />

und baut kleine Sport- oder Entspan-<br />

<br />

moderne Ernährungskonzepte<br />

<strong>im</strong> Alter und bei Krankheit<br />

Pürierte Kost mal anders!<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

seneoPro ® <br />

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Erfahren Sie mehr unter<br />

www.smoothfood.de<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 37


Report<br />

nungspausen mit ein. Die Grundschüler<br />

sollen den Kontakt zum eigenen Körper<br />

spüren. Während der Yogaübung „der<br />

Baum“ lernen sie ihre Balance zu halten<br />

und gezielt auf die Atmung zu achten.<br />

„Yoga ist eine Möglichkeit, das eigene<br />

Körperbewusstsein zu schulen und kann<br />

zu einer gesunden Entwicklung beitragen“,<br />

erklärt das „Iss Dich clever“-Team.<br />

Positiver Nebeneffekt: Durch die Bewegungspausen<br />

bleiben die Erstklässler konzentriert<br />

und sind am Ende der zwei<br />

Schulstunden noch aufnahmefähig.<br />

Lernen geht<br />

durch den Magen<br />

Nach der Theorie folgt der praktische<br />

Teil: In Kokosfett erwärmtes Obst mit Z<strong>im</strong>t<br />

und Erdmandeln runden die Einheit Obst<br />

und Gemüse ab. Die warme Mahlzeit<br />

am Ende der Doppelstunde ist das Highlight<br />

bei den Grundschülern. Sie erleben,<br />

wie einfach es sein kann, ein schmackhaftes<br />

Gericht herzustellen und wie gut<br />

es sich anfühlt, in geselliger Runde zu essen.<br />

Die Lehrerin drückt jedem ihrer Schüler<br />

ein Schneidebrett sowie ein Messer<br />

in die Hand und erklärt, wie das Obst<br />

geschnitten wird, damit sich niemand die<br />

Finger verletzt.<br />

Anschließend landen die klein geschnittenen<br />

Apfel- und Bananenstückchen in<br />

der Pfanne. Das „Iss Dich clever“-Team<br />

hat einen Herd mitgebracht, dazu das<br />

nötige Kochgeschirr. Gekocht wird nur<br />

mit biologischen Zutaten. „Am meisten<br />

gefällt mir, dass die Kinder alles probieren“,<br />

berichtet die Lehrerin. „Viele kennen<br />

die Gerichte nicht, die <strong>im</strong> Klassenz<strong>im</strong>mer<br />

zubereitet werden. Trotzdem sind alle<br />

neugierig und der Großteil verlangt sogar<br />

Nachschlag.“ Wenn dann die Grundschüler<br />

das Klassenz<strong>im</strong>mer zufrieden verlassen<br />

und die Rezepte sowie ihre Teilnehmer-Urkunden<br />

stolz den Eltern vorlegen,<br />

weiß das „Iss Dich clever“-Team,<br />

dass sich der Einsatz gelohnt hat.<br />

Mit Sitzkreisen und Ratespielen sorgt Helferin Christine für Abwechslung<br />

<strong>im</strong> Klassenz<strong>im</strong>mer<br />

Helfer gesucht<br />

Die Grundschulleitung ist so von dem gemeinnützigen<br />

Projekt überzeugt, dass das<br />

Konzept ab September 2014 fest in den<br />

Unterricht der Münchner Grundschule eingebaut<br />

wird. Für das ganzjährige Vorhaben<br />

erhält die Schule zusätzlich staatliche<br />

finanzielle Unterstützung. So kann Anna-<br />

Marisa Kirstein das Konzept erweitern<br />

und hat die Möglichkeit, best<strong>im</strong>mte Inhalte<br />

zu vertiefen. „Meine Vision ist es, ‚Iss<br />

Dich clever‘ an allen Grundschulen in<br />

München zu unterrichten“, sagt die Ökotrophologin.<br />

Nach ihrem Studium absolvierte<br />

sie eine Ausbildung in der französischen<br />

Küche. Ihr Wissen und die gewonnenen<br />

Erfahrungen rund um das Thema<br />

Lebensmittel und deren Zubereitung<br />

lässt sie in das Projekt einfließen.<br />

Die Nachfrage ist groß, doch allein kann<br />

sie „Iss Dich clever“ nicht stemmen. Studentinnen<br />

aus den Bereichen Fitness und<br />

Ernährung unterstützen sie bei der Vorbereitung<br />

und vor Ort in der Schule. Finanziert<br />

wird das gemeinnützige Konzept<br />

hauptsächlich durch Stiftungsgelder<br />

der My Sportlady Stiftung. Dort ist „Iss<br />

Dich clever“ als Stiftungsidee entstanden.<br />

Ziel ist es, das Projekt weiterzugeben,<br />

damit möglichst viele Kinder von klein auf<br />

den Bezug zu den Lebensmitteln verinnerlichen.<br />

Lehrer, Eltern, aber auch ehrenamtlich interessierte<br />

Firmen und andere sozial engagierte<br />

Bürger können an Referentenschulungen<br />

teilnehmen und so das Projekt<br />

weitertragen. Je mehr Helfer, die die Freude<br />

an dem Projekt teilen, desto mehr<br />

Schulkinder können profitieren.<br />

E Christine Hauck<br />

Bewusste Kinderernährung (BeKi)<br />

Kinderernährung steht auch seit über drei Jahrzehnten auf dem Plan des Ministeriums<br />

für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Be<strong>im</strong><br />

Thema Ernährungserziehung, deren Hauptverantwortliche die Eltern sind und<br />

bleiben, müssen alle Akteure wie Erzieher und die hauswirtschaftlichen Fachkräfte<br />

Hand in Hand mitarbeiten.<br />

Die BeKi-Fachfrauen, also Fachfrauen der Landesinitiative für Bewusste Kinderernährung<br />

(BeKi), informieren unter dem Motto „Fit essen schmeckt“ in Tageseinrichtungen<br />

für Kinder, in Erwachsenenbildungseinrichtungen, in Kleinkindgruppen<br />

und in Schulen über alle Fragen rund ums Essen und Trinken. Eine der<br />

BeKi-Fachfrauen ist die BAG-HW-Vorsitzende Martina Schäfer aus Ostrach;<br />

fundus-Chefredakteurin Ruth Waizenegger war auch einige Jahre BeKi-Sprecherin.<br />

Zielgruppen von BeKi sind Eltern mit Kindern zwischen einem halben Jahr und<br />

zwölf Jahren sowie Erzieher, Lehrkräfte und Schüler bis zur sechsten Klasse. BeKi<br />

stellt außerdem umfangreiches Informations- und Arbeitsmaterial zur Verfügung.<br />

: www.beki-bw.de<br />

38 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Reinigung 4<br />

Über 150 Teilnehmer aus drei<br />

Ländern* waren 2013 dabei – die<br />

Serie geht deshalb 2014 weiter!<br />

„Der sinnvolle Reinigungskreis – das Zusammenspiel von<br />

Eigenreinigung, Chemie, Maschinen und Hygiene“<br />

Vier Themen mit vier Referenten – geballtes Wissen zur Gebäudereinigung an einem Tag<br />

14. Oktober 2014 in Hamburg<br />

2. Dezember 2014 in Köln<br />

Präsentiert von<br />

<strong>rhw</strong><br />

<strong>management</strong><br />

„Reinigung hoch 4“ – Das neue Programm<br />

9.00 Uhr<br />

Chemie-Workshop<br />

a Michael He<strong>im</strong>pel, Gebäudereinigermeister,<br />

Pramol Chemie AG, Schweiz<br />

Sauber-hygienisch-materialschonend –<br />

Die Sanitärraumreinigung<br />

Verschmutzungen in Sanitärbereichen richtig<br />

zu erkennen und geeignete Produkte auszuwählen,<br />

ist eine anspruchsvolle Aufgabe.<br />

Sie erhalten viele praktische Tipps, um die<br />

Eigenschaften der richtigen Behandlungsmittel<br />

zu nutzen.<br />

10.30 Uhr<br />

Maschinen-Workshop<br />

a Uwe Richter, Fachwirt für Reinigungs- und<br />

Hygiene<strong>management</strong>, Schulungsleiter,<br />

Numatic International, Hannover<br />

Neue Bodenbeläge und deren<br />

fachgerechte Reinigung und Pflege<br />

Durch die gezielte Auswahl von Reinigungssystemen<br />

lassen sich Zeit und Kosten reduzieren.<br />

Keine leichte Aufgabe bei der Vielzahl<br />

moderner Bodenbeläge. Lernen Sie wichtige<br />

Opt<strong>im</strong>ierungspotenziale für die Reinigung<br />

kennen.<br />

12.00 Uhr<br />

Mittags<strong>im</strong>biss<br />

* Wir konnten Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und Italien begrüßen.<br />

13.00 Uhr<br />

Hygiene-Workshop<br />

a Sabine Rose Mück, Fachwirtin für Reinigungsund<br />

Hygiene<strong>management</strong>, zert. Desinfektorin,<br />

Hygiene Consult Mück, Cuxhaven<br />

Hygienesicherung<br />

in der Reinigungspraxis<br />

Die Anforderungen in Sachen Hygiene sind<br />

gestiegen. Daher sind entsprechende Kenntnisse<br />

zu einem angemessenen Hygiene<strong>management</strong><br />

in vielen Branchen gefordert. Sind<br />

Sie auf dem aktuellen Stand, um die geforderte<br />

Hygienesicherheit umzusetzen?<br />

14.15 Uhr<br />

Kaffeepause<br />

14.30 Uhr<br />

Eigenreinigungs-Workshop<br />

a Alfred Radtke, Fachwirt für Reinigungs- und<br />

Hygiene<strong>management</strong>, Stadt Cuxhaven<br />

Sicherung der Reinigungsqualität<br />

<strong>im</strong> Objekt<br />

Eigenreinigung oder Fremdvergabe – wichtig<br />

ist die Ergebnisqualität. Opt<strong>im</strong>aler Maschineneinsatz,<br />

richtige Materialauswahl und<br />

realistische Leistungskennzahlen schaffen<br />

Synergien, die überzeugen.<br />

15.30 Uhr<br />

Fragerunde mit allen Referenten zum Abschluss<br />

Fragen Sie sich schlau! Die Referenten stehen für Fragen aus<br />

Ihrer beruflichen Praxis nach den Vorträgen in der 30-minütigen<br />

Abschlussrunde zur Verfügung.<br />

16.00 Uhr<br />

Verabschiedung und Ende der Veranstaltung<br />

VNM<br />

AKADEMIE<br />

VNM Akademie – Ein Unternehmensbereich der Magical Media GmbH • Telefon: (089) 31 89 05-15<br />

Fax: (089) 31 89 05-53 • E-Mail: akademie@vnmonline.de • Web: www.vnm-akademie.de<br />

Anmeldung online unter www.<strong>rhw</strong>online.de


VNM<br />

AKADEMIE<br />

Kompetenzzentrum für hauswirtschaftliche Weiterbildung<br />

Allergeninformationspflicht –<br />

Was bedeuten die Zahlen auf dem Speiseplan?<br />

Ab 13. Dezember 2014 müssen die Maßgaben aus der Lebensmittelinformationsverordnung<br />

(LMIV) zur Allergenkennzeichnung<br />

auf Speiseplänen endgültig in allen Betrieben auch für<br />

lose Ware umgesetzt sein.<br />

Themen und Inhalte:<br />

• Grundlagen zu Lebensmittelunverträglichkeiten und Lebensmittelallergien<br />

• Die häufigsten Allergene in Lebensmitteln und wie sich ihr<br />

Einsatz vermeiden lässt<br />

• Was fordert die LMIV?<br />

• Kennzeichnung von verpackter Ware<br />

• Deklaration von Allergenen auf dem Speiseplan<br />

• Möglichkeiten zur Kennzeichnung<br />

Termin,Ort und Zeit:<br />

9. Juli 2014 in Nürnberg/ Stein<br />

14. Juli 2014 in Magdeburg<br />

15. Juli 2014 in Kassel<br />

21. Juli 2014 in Burgdorf bei Hannover<br />

24. Juli 2014 in Heidelberg Zusatztermin!<br />

25. Juli 2014 in Köln Zusatztermin!<br />

24. September 2014 in Münster<br />

26. September 2014 in Hannover<br />

14. November 2014 in Burgdorf bei Hannover<br />

27. November 2014 in Reutlingen<br />

Weitere Termine für KW 50/2014 in Planung<br />

jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr<br />

Referentin: Carola Reiner, CCR Unternehmensberatung<br />

Fit für den gehobenen Privathaushalt<br />

Zielgruppe: Hauswirtschafterinnen, die ein neues Berufsfeld<br />

entdecken möchten. Junge Hauswirtschafterinnen nach der<br />

Ausbildung sowie Frauen, die während der Familienphase<br />

beruflich aktiv bleiben wollen. Interessierte Einsteiger aber auch<br />

Lehrkräfte, die diese Inhalte inzwischen zunehmend <strong>im</strong> Unterricht<br />

als Chance für ihre Absolventen entdecken und natürlich<br />

vor allem für Berufspraktiker aus den gehobenen Haushalten.<br />

Hausreinigung in Theorie und Praxis<br />

Teil 1/ Stein & Holz<br />

Steine und Co: Die richtige Reinigung und Pflege von Belägen<br />

aus Natur- und Kunststein erfordert fundiertes Wissen. Natursteine<br />

gehören <strong>im</strong> Privathaushalt zu den meist verwendeten<br />

Materialien.<br />

Holz und Co: Vom Baum bis zum fertigen Möbelstück, alle<br />

Etappen besprechen wir mit Sorgfalt und können an Übungsstücken<br />

unterschiedliche Oberflächenbehandlungen sowie den<br />

richtigen Reinigungsmittel- und Pflegeeinsatz erproben.<br />

Termin, Ort und Zeit:<br />

19. September 2014 in Hamburg, 10-18 Uhr<br />

Wäsche- und Garderobenpflege<br />

Jeder anspruchsvolle Privathaushalt verfügt über eine große<br />

Anzahl hochwertiger Sommer- und Winterkleidung. Dieses Seminar<br />

zeigt Ihnen, wie Sie mit modernster Technik Wäsche und<br />

Garderobe richtig pflegen und aufbewahren. Durch die korrekte<br />

Schonung und Instandhaltung können Trageeigenschaften,<br />

Langlebigkeit und Aussehen positiv beeinflusst werden. Schuhpflege,<br />

Falt- und Legetechniken sowie Schrankordnung runden<br />

das Thema ab.<br />

Termin, Ort und Zeit:<br />

17. Oktober 2014 in Frankfurt, 9-17 Uhr<br />

Gebühr je Seminar:<br />

Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> oder <strong>rhw</strong><br />

praxis sowie Mitglieder <strong>im</strong> Berufsverband Hauswirtschaft e.V.<br />

159,– Euro, sonst 179,– Euro.<br />

Alle Preise zuzüglich MwSt., inkl. Tagungsunterlagen und<br />

Verpflegung.<br />

Anmeldung und weitere Informationen finden Sie unter:<br />

http://www.<strong>rhw</strong>online.de/kurse-und-veranstaltungen<br />

Ihre Ansprechpartnerin:<br />

Birgit Hemscheidt • Telefon 089/31 89 05 15<br />

Gastgeber sein - Stil & Etikette<br />

Umgangsformen sind wichtig! Von den Eltern haben wir einiges<br />

an Etikette mitbekommen, aber geht das noch konform mit den<br />

Ansprüchen in einem modernen und gehobenen Privathaushalt?<br />

Ungezwungenes, aber korrektes Benehmen erhöht die<br />

Selbstsicherheit und trägt zum beruflichen Erfolg bei. Dazu zählen<br />

vor allem der richtige Ton <strong>im</strong> Umgang mit dem Arbeitgeber,<br />

den Kollegen oder auch Gästen und Geschäftspartnern sowie<br />

die passende Kleidung und das perfekte Auftreten.<br />

Themenübersicht: Begrüßen • Vorstellen • Erster Eindruck•<br />

Kleider-Knigge •Tischkultur<br />

Termin, Ort und Zeit:<br />

7. November 2014 in Hamburg, 10-18 Uhr<br />

Referentin: Ursula Bolhuis,<br />

Dipl. oec. troph. Hauswirtschaftsmeisterin<br />

VNM Akademie – Ein Unternehmensbereich der Magical Media GmbH<br />

Telefon: (089) 31 89 05-15 • Fax: (089) 31 89 05-53 • akademie@vnmonline.de • www.vnm-akademie.de


Marktplatz<br />

Hersteller: Biozoon<br />

Name: Visco fix<br />

Produkt: Portionsbeutel zum Andicken<br />

aDas Andickungsmittel Visco instant von Smoothfood für<br />

Speisen und Getränke ist jetzt auch <strong>im</strong> praktischen Portionsbeutel<br />

erhältlich. Visco fix ist stärkefrei und als standardisierte<br />

Einzelportion in drei Andickungsstufen erhältlich: Sirup,<br />

Honig und Pudding. Die drei Sorten unterscheiden sich durch<br />

ihre unterschiedlichfarbigen Verpackungen, sodass Verwechslungen<br />

ausgeschlossen werden können. Die Herstellung <strong>im</strong><br />

Schüttelbecher ist schnell und einfach.<br />

: www.smoothfood.de<br />

Hersteller: Frilich<br />

Name: Carafine Septett<br />

Produkt: Kühlbottich für Getränke<br />

aDie neue „Carafine Septett“ tritt als Holzkübel auf, in<br />

dem sieben Flaschen oder Karaffen einen eisgekühlten<br />

Platz finden. Der Getränkekühler hat die Form eines traditionellen<br />

Bottichs aus Holz, darin finden sieben Literflaschen<br />

mit Bügelverschluss Platz. Holzschilder an den Bügeln weisen<br />

auf den Flascheninhalt hin. Der Zuber ist mit Crashed-Eis<br />

gefüllt; auch andere Flaschen sowie Karaffen aus Glas, Porzellan<br />

oder Kunststoff können darin gekühlt werden. Der<br />

Kunststoffeinsatz für das Crashed-Eis ist spülmaschinengeeignet.<br />

Zudem sorgt ein Drahtaufleger für den opt<strong>im</strong>alen<br />

Stand der Flaschen und Karaffen.<br />

: www.frilich.com<br />

Hersteller: Winterhalter<br />

Name: PT-Serie<br />

Produkt: Durchschubspülmaschinen<br />

aWinterhalter hat eine neue Durchschubspülmaschine der<br />

PT-Serie auf den Markt gebracht. Technische Innovationen<br />

der Serie: hygienisch reine Spülergebnisse von hoher Qualität,<br />

Korbleistungen von bis zu 77 Stück pro Stunde und niedrige<br />

Betriebskosten.<br />

: www.winterhalter.de<br />

Hersteller: Dr. Bronner’s<br />

Name: Reine Naturseife Pfefferminze<br />

Produkt: Flüssigseife für Reisende<br />

aAufgrund der vielfältigen Einatzmöglichkeiten<br />

eignet sich das Seifenkonzentrat<br />

gut für Ausflüge, Reisen<br />

oder Outdoor-Aktivitäten. Die Seife<br />

kann für Körper, Haare, Zähne, Geschirr,<br />

Kleidung, Ausrüstung, Obst und<br />

Gemüse und in vielen weiteren Einsatzgebieten<br />

genutzt werden. Sie ist ergiebig,<br />

ökologisch, vegan, umweltfreundlich<br />

und mit dem Zertifikat Fair Trade<br />

ausgezeichnet. Das amerikanische Unternehmen<br />

Dr. Bronner’s gibt es bereits<br />

seit 60 Jahren.<br />

: www.drbronner.de<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 41


Porträt<br />

„Ich züchte jetzt Alpakas“<br />

Ungewöhnlich!? Bianca Miessler ist Hauswirtschaftliche<br />

Betriebsleiterin von der<br />

FAK Triesdorf, hat lange Zeit als Assistentin<br />

der Bezirksleiterin bei einem Reinigungsunternehmen<br />

gearbeitet und sich<br />

dann entschlossen, Alpakas zu züchten<br />

und deren Produkte zu vermarkten. Ein<br />

Porträt zwischen Businessplan und den<br />

Bedürfnissen der Tiere.<br />

Alles begann be<strong>im</strong> Wäscheauängen. Die Wäscheleinen befinden<br />

sich draußen am Mietshaus der Miesslers über einem<br />

Rasenstück. „Ich wollte gerne, dass das Gras ohne Rasenmäher<br />

von Tieren kurz gehalten wird, aber ohne dass ich mit<br />

meinen Hausschuhen in deren Kot trete“, erinnert sich Bianca Miessler<br />

an das Frühjahr 2011.<br />

Start mit dem Rasen unter der Wäscheleine<br />

Und so erkundigte sich die 29-Jährige, ob es vielleicht Tiere gibt,<br />

die <strong>im</strong> Gegensatz zu Schafen, die bekanntlich überall ihre kugelförmigen<br />

Hinterlassenschaen fallen lassen, einen Kotplatz haben, der<br />

Inzwischen leben auf dem Alpakahof 19 Tiere, inklusive drei<br />

Hengsten sowie Stuten mit deren Nachwuchs<br />

<strong>im</strong>mer wieder aufgesucht wird. Und tatsächlich, sie wurde bei den<br />

Alpakas fündig.<br />

„Lamas verhalten sich zwar auch so, aber die sind mir dann doch<br />

zu groß. Es könnte ja mal sein, dass mein Mann krank wird und<br />

dann stehe ich da mit diesen großen Tieren.“ Und so sind die beiden<br />

zu einem Züchter gefahren und haben sich dort gleich mal vier<br />

Tiere gekau, denn Alpakas sind Herdentiere und sollten mindestens<br />

zu zweit gehalten werden. Inzwischen sind sie bei 19 Tieren<br />

angelangt, inklusive drei Hengsten sowie Stuten mit deren Nachwuchs.<br />

Nach ihrer Weiterbildung zur hauswirtschalichen Betriebsleiterin<br />

von 2003 bis 2006 an der Fachakademie Triesdorf hat Bianca Miessler<br />

drei Jahre lang als Assistentin der Bezirksleitung in einem der<br />

größten süddeutschen Reinigungsunternehmen, bei Lattemann<br />

und Geiger Dienstleistungsgruppe, gearbeitet.<br />

Nach der Weiterbildung zur HBL musste sie damals über 60 Bewerbungen<br />

schreiben, um eine Stelle als Objektleitung zu bekommen.<br />

„Der Markt ist wirklich nicht besonders groß für Hauswirtschasleitungen“,<br />

resümiert sie. Am Ende war es ihr bei dem Dienstleister<br />

aber zuviel verbrachte Zeit <strong>im</strong> Auto auf dem Weg zu den<br />

Kunden und es wuchs der Wunsch, etwas ganz Neues auszuprobieren.<br />

Dann kam die Wäscheleine…<br />

Fotos: Alpakahof Miessler<br />

42 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Porträt<br />

Wolle - bewertet und deren Züchter ausgezeichnet werden. Der Alpakahof<br />

Miessler hat mit seinem grauen Junghengst auf der Alpaka<br />

Show Ost in Erfuhrt 2013 den 3. Platz in seiner Farbgruppe belegt.<br />

Die edle Wolle lässt Bianca Miessler in einer hessischen Werkstatt<br />

für Menschen mit Behinderungen in Kissen- und Bettenhüllen<br />

füllen<br />

Alpakas – am edelsten<br />

ist die Wolle am Bauch<br />

Alpakas gebären nach einer Trächtigkeitsdauer von 340 Tagen meist<br />

nur ein Fohlen. Zwillinge sind äußerst selten. Nach einem halben<br />

Jahr wird dann das Fohlen abgesetzt und mit etwa einem Jahr das<br />

erste Mal geschoren.<br />

Doch nicht <strong>im</strong>mer läu alles planmäßig: Ein neugeborenes Fohlen<br />

wurde <strong>im</strong> September 2013 von seiner Mutter nicht angenommen<br />

und wäre verhungert. Miessler hat darauin schnell mit anderen<br />

Züchtern telefoniert und eine Alpaka-Muttermilch <strong>im</strong>itiert, die vom<br />

Fohlen angenommen wurde. Die Nahrung besteht aus Kondensmilch,<br />

Vollmilch, Sahne, Joghurt und Honig. „Schließlich muss das<br />

Fohlen nach zirka einem halben Jahr 25 kg auf die Wage bringen“,<br />

so Miessler.<br />

Wenn man sie so entschlossen reden hört, dann kann man sich vorstellen,<br />

dass die jetzige Herde mit 19 Tieren irgendwann auf 60, 80<br />

oder gar hundert Tiere anwächst, wie es langfristig ihr Ziel ist. Verfüttert<br />

werden nur Gras und eigenes Heu, dazu kommen noch Luzerne<br />

und ein Mineralleckstein. „Umso karger die Ernährung, desto<br />

besser die Wolle“, weiß Miessler.<br />

Zucht ist ein bisschen wie Lotterie<br />

„Das Spannende an der Zucht ist ja, dass man nie genau vorhersagen<br />

kann, ob und wie die genetischen Vorgaben auch bei den Nachkommen<br />

aureten.“ Die Vliesfarbe muss nicht wie erwartet aureten,<br />

es kann sich manchmal auch nur der Körperbau vererben –<br />

„das ist ein bisschen wie Lotterie“, sagt Miessler.<br />

Ein schwarzer Hengst und eine weiße Stute ergeben beispielsweise<br />

nicht <strong>im</strong>mer ein hellbraunes Nachkommen. „Hier ist die Dominanz<br />

der Stute relevant, zumal wir ohnehin nicht auf die weißen Tiere<br />

gehen, eine farbige Herde finden wir einfach schöner.“ Die Alpakazucht<br />

mit farbigen Tieren steht in Deutschland erst am Anfang,<br />

in Australien und Neuseeland züchtet man schon etwas länger auch<br />

farbige Tiere. Es gibt <strong>im</strong> Moment nur ganz wenige farbige Tiere auf<br />

der Welt, die an die hochwertige Qualität der weißen Tiere herankommen.<br />

Auch in Deutschland werden <strong>im</strong>mer noch sehr verbreitet<br />

weiße und hellbeige Tiere gezüchtet.<br />

Das Beste sitzt am Bauch<br />

Geschoren wird <strong>im</strong>mer das ganze Tier, bis auf den Kopf. Das Vlies<br />

wird in zwei Kategorien eingeteilt:<br />

u Vlies von Beinen und Hals fallen in Kategorie 2 und werden für<br />

die Bettenherstellung verwendet<br />

u Bauch und Seitenteile sowie der Rücken fallen in Kategorie 1.<br />

Aus diesem Vlies wird Strickwolle hergestellt.<br />

Damit kommen pro Tier und Jahr etwa drei bis fünf Kilogramm<br />

„Ernte“ zusammen. Das Gute am Scheren sei zudem, dass man so<br />

die Haut des Tieres untersuchen könne. Bei der Zucht braucht man<br />

Kapital und Geduld; Alpakas werden etwa 20 bis 30 Jahre alt und<br />

die Deckung mit dem Samen eines gefragten Hengstes kann bis zu<br />

tausend Euro kosten. Einige Zuchthengste erreichen bei Auktionen<br />

mittlere fünfstellige Summen als Liebhaberpreise.<br />

40.000 Alpakas in Deutschland<br />

In Deutschland werden aktuell etwa 40.000 Alpakas gehalten. Es<br />

gibt regelmäßige Alpakaschauen, in den die Tiere – vor allem deren<br />

Die 29-Jährige Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin Bianca<br />

Miessler hat mit der Alpakazucht ihre berufliche Best<strong>im</strong>mung<br />

gefunden<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 43


Report<br />

Braun oder weiß? Die Farbe der neugeborenen Alpakas lässt sich nicht eindeutig vorhersagen – es ist ein bisschen Lotterie dabei:<br />

„Das Spannende an der Zucht ist ja, dass man nie genau vorhersagen kann, ob und wie die genetischen Vorgaben auch bei<br />

den Nachkommen auftreten“, sagte Miessler<br />

Werkstatt füllt die edle Wolle<br />

Die edle Wolle lässt Bianca Miessler in einer hessischen Werkstatt<br />

für Menschen mit Behinderungen in Kissen- und Bettenhüllen füllen.<br />

Dort wird die Wolle zunächst vorsortiert, gewaschen und dann<br />

die Hüllen gefüllt und das Bett gesteppt. Etwa 700 bis 900 Gramm,<br />

aber auch auf Wunsch bis zu 2.000 Gramm Alpakawolle sind pro<br />

Bettdecke notwendig. Je dichter die Füllung, desto höher der Preis:<br />

er schwankt je nach Größe zwischen 150 bis 500 Euro pro Bettdecke.<br />

Alpakawolle besitzt fast überhaupt kein Fett, der Lanolingehalt ist<br />

sehr gering, deshalb ist die Wolle sehr für Allergiker geeignet, da<br />

sich Allergene hauptsächlich mit dem Wollfett verbinden.<br />

Und nebenbei noch etwas Obsternte<br />

Verkau wird die Ware auf Märkten der Region, auf Gartentagen<br />

oder auch über Vitrinen in <strong>Hotel</strong>s. Was dem Beobachter dabei auffällt:<br />

In diesen Vitrinen stehen neben Pullovern, Kissen und Handschuhen<br />

aus Wolle auch Obstbrände und Liköre. Wie passt denn<br />

das zu den Alpakas? „Ach das“, sagt Miessler lachend, „ist ein Nebenprodukt:<br />

Auf den Weideflächen stehen alte Obstbäume, wir wollten<br />

das Obst nicht verkommen lassen und so haben wir Maische<br />

angesetzt. Aus dieser Maische lassen wir nun jedes Jahr verschiedene<br />

Obstbrände in einer benachbarten Brennerei brennen.“ Nicht einmal<br />

die kleinen Zwetschgen dürfen Alpakas essen, weil die sensiblen<br />

Tiere sie mit ihren langen dünnen Hälsen verschlucken und daran<br />

ersticken könnten.<br />

Projekt „Wollmanufaktur“<br />

Die junge Mutter Bianca Miessler hat noch mehr vor: „Unser nächstes<br />

großes Ziel ist eine eigene Wollmühle“ – davon gibt es in Deutschland<br />

nur zwei und in Österreich eine.<br />

Die dafür benötigten Geräte werden weltweit nur von einem einzigen<br />

kanadischen Hersteller produziert. Im Frühsommer wird sie mit<br />

ihrem Mann nach Kanada fliegen und sich die Maschinen dort ansehen.<br />

Der örtlichen Bank hat sie das Projekt „Wollmanufaktur“ mit<br />

Businessplan schon vorgeschlagen und möchte dann zukünig 20<br />

Prozent ihre Wolle selbst in Garn verwandeln und 80 Prozent als<br />

Dienstleiter für andere Alpakahöfe.<br />

Anerkanntes Therapietier<br />

Das Alpaka ist ein anerkanntes erapietier. Die ruhige, sensible<br />

Art und das weiche Fell kann zum Beispiel bei Kindern eingesetzt<br />

werden, die Traumatisches erlebt haben. Diese Tiertherapie gibt es<br />

unter anderem bei Hohenfried e.V. (<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> berichtete).<br />

Derzeit sucht Bianca Miessler noch Kontakt zu möglichen erapeuten.<br />

Schon heute ist der Alpakahof mit seinen Tieren Teil des Kinderferienprogramms<br />

der Gemeinde und auch die Anfragen für Kindergeburtstage<br />

auf dem Alpakahof steigen. Nur eine Nutzungsart geht<br />

bei Alpakas nicht: Im Gegensatz zu Lamas sind Alpakas in Deutschland<br />

nicht als Schlachttiere zugelassen. „Das ist uns als Züchtern<br />

für edle Wolle aber auch recht, denn bei den Lamas hat die Zucht<br />

auf Masse zum Schlachten schon die Preise des Lama-Marktes inklusive<br />

deren Wolle verdorben.“<br />

„Meine beiden Kinder“<br />

Und nach diesem Gespräch über Bauchhaare, Wollmühle und Vermarktung<br />

kommt Bianca Miessler zum Punkt. „So, jetzt muss ich<br />

aber bald Schluss machen, denn meine beiden Kinder wollen versorgt<br />

werden“, sagt die 29-Jährige lachend. Damit meint sie nicht<br />

nur ihre eigene, <strong>im</strong> November 2013 geborene Tochter, sondern auch<br />

das Alpaka-Baby auf dem Hof. Beide wollen regelmäßig gestillt bzw.<br />

mit der eigenen Milchkreation von Bianca Miessler gefüttert werden.<br />

E Robert Baumann<br />

44 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Report<br />

Vorsicht Humor!<br />

Zu Beginn des 7. Humortags der German<br />

Speakers Association am 10. Mai 2014 in<br />

München wurde es gleich ziemlich irritierend.<br />

Während der Tagungspate Dr. Roman<br />

Szeliga die rund 60 Besucher begrüßte,<br />

störte ein nerviger Gast mit Zwischenrufen.<br />

Szeliga geriet jedoch nicht<br />

aus der Fassung, sondern ging in die Interaktion,<br />

baute den Störenfried kurzerhand<br />

in sein „Willkommen“ ein.<br />

Die Verwandlung<br />

von Redner<br />

Gaston gelang!<br />

Foto: German Speakers Association<br />

Schnell stellte sich dann heraus, dass es sich bei dem nervigen<br />

Störer um den ersten Redner, Gaston, handelte, der einiges<br />

zum ema „Körpersprache der Souveränität“ beizusteuern<br />

wusste. Er verwandelte sich binnen Minuten vom total verschüchterten<br />

Weltenträumer mit Räuspertick allein über Körpersprache<br />

zum <strong>im</strong>posanten Direktor, der den ganzen Saal <strong>im</strong> Griff hat. Was hat<br />

er getan? Er ließ Dinge wie Hüsteln weg, fasste sich nicht mehr mit<br />

den Händen ins Gesicht, drehte die Füße nach außen auf, wackelte<br />

nicht mehr mit dem Kopf be<strong>im</strong> Sprechen und schaute ganz bewusst<br />

die Zuhörer an – anstatt auf den Boden.<br />

Status ist zum wechseln da<br />

Eine spannende Erkenntnis seines Vortrages: Tiefstatus scha Nähe<br />

und Sympathie - Hochstatus scha Distanz und Durchsetzungsvermögen.<br />

Ein Irrtum sei allerdings, dass man allein mit hohem Status<br />

und entsprechender Körperhaltung seine Ziele erreicht, denn in jeder<br />

Gruppe gibt es Tyrannenmörder, die nur darauf warten und hoffen,<br />

bis dem „tollen, unnahbaren Hecht“ etwas zustößt. Und Gaston<br />

räumte mit dem Missverständnis auf, dass niedriger Status wiederum<br />

keine Macht verleihe. „Denken sie doch nur mal an ihre Familie oder<br />

Schwiegermutter – wenn sie zum Abschied sagt: ‚Ja, geht nur, geht<br />

nur, ich komme schon klar’, dann übt sie damit auch subtil Druck<br />

aus“. Gute Führungskräe können zwischen den beiden Extremen<br />

situativ wechseln.<br />

Ökotrophologin schreibt Sex-Buch<br />

Moderator Nils Bäumer zeigte in seiner Anmoderation per Video,<br />

dass Zungenküssen hygienisch eigentlich viel sicherer sei als Händeschütteln<br />

und lieferte damit die passende Überleitung zu Susanne<br />

Wendels Vortrag. Die Ökotrophologin und Autorin des Buch-Bestsellers<br />

„Gesundgevögelt“ brachte mit sehr viel Selbstironie und Humor<br />

die Höhen und Tiefen, die das Schreiben eines Bestsellers mit sich<br />

bringt, auf den Punkt. Bei ihren Ernährungsvorträgen hatte sie nämlich<br />

<strong>im</strong>mer wieder bemerkt, dass ihre letzte Folie mit dem Kalorienverbrauch<br />

bei best<strong>im</strong>mten Sexstellungen (u.a. die Laterne) am besten<br />

Anklang be<strong>im</strong> Publikum fand und so schrieb sie hierzu ein Buch.<br />

Nur musste ein Titel gefunden werden – sie lernte von einer Bekannten<br />

aus der Branche, dass Besteller-Sachbücher ein Versprechen <strong>im</strong><br />

Titel tragen müssen, also so etwas wie Schlank <strong>im</strong> Schlaf oder der<br />

perfekte Liebhaber. Den Begriff „Gesundgevögelt“ hat sie 2012 schützen<br />

lassen, sogar ihr Auto damit beklebt. In ihrer energiegeladenen<br />

Art zeigte Susanne Wendel, dass man bei so einer polarisierenden<br />

emen- und Titelwahl mit Anfeindungen rechnen muss und diese<br />

am besten mit Humor n<strong>im</strong>mt. „Schließlich können wir nicht von<br />

allen geliebt werden“.<br />

Es gibt (mindestens) vier Typen von Zuhörern<br />

Im Workshop von Margit Hertlein „Gestatten mein Name ist Bond!<br />

James Bond. Und wie stellen Sie sich vor?“ ging es darum, sich in<br />

die Denkmuster verschiedener Teilnehmer hineinzuversetzen. „Die<br />

meisten von uns sagen relativ wenig zu ihrer Person bei einem Vortrag<br />

– o eine vertane Chance“, beobachtet Hertlein. Denn genau das<br />

sehnen einige der Zuhörer herbei als so genannte Wer-Willi. Deshalb<br />

ist es bei einem Vortrag <strong>im</strong>mer gut, dass man jeden „Willi“ (Begriff<br />

ist abgeleitet von „Was will i“) bedient:<br />

u Der Was-Willi: liebt Zahlen, Definitionen, Fakten <strong>im</strong> Vortrag<br />

und n<strong>im</strong>mt den Redner erst dann ernst, wenn ein paar Säulendiagramme<br />

auauchen.<br />

u Der Wie-Willi: liebt Geschichten aus dem prallen Leben, Emotionen<br />

und ist empfänglich für eine Dramaturgie be<strong>im</strong> Vortrag.<br />

u Der Wer-Willi: möchte mehr vom Referenten sowie dessen Leben<br />

erfahren und welchen Bezug er zum Vortragsthema hat.<br />

u Der Wozu-Willi: möchte wissen, warum er heute überhaupt zuhören<br />

soll, was es ihm bringt und was es ganz konkret für ihn<br />

als Einzelnen bedeutet.<br />

„Ich erinnere mich noch an einen Vortrag, der ist wunderbar gelaufen,<br />

dachte ich, zwei volle Stunden tolle Argumente zu Frauen und Führung,<br />

wie ich fand. Doch dann kam nach dem Vortrag eine Dame<br />

auf mich zu ‚Also was ich schon die ganze Zeit fragen wollte: Welche<br />

Farbe hat eigentlich ihre Haartönung?’“ Da wusste Hertlein, dass sie<br />

be<strong>im</strong> Vortrag wohl zu wenig auf die Wer-Willis eingegangen ist.<br />

E Ralf Schmitt/Robert Baumann<br />

: www.germanspeakers.org<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 45


Report<br />

Stress, Druck und Angst:<br />

was tun?<br />

„Stress, Druck und Angst: Nicht jedem ergeht es so am<br />

Arbeitsplatz. Aber Experten schlagen Alarm, denn mit<br />

der steigenden Anzahl älterer Arbeitnehmer und einer<br />

deutlichen Leistungsverdichtung gibt es Belastungskonstellationen,<br />

die zunehmend krank machen“, so Ute<br />

Krützmann, Vorsitzende des Berufsverbandes Hauswirtschaft,<br />

in ihrer Einführung zur Jahrestagung des Berufsverbandes<br />

Hauswirtschaft am 12. und 13. Mai 2014 in Eisenach<br />

zum Thema Betrieblicher Erfolg und Gesundheit.<br />

Etwa 100 Fach- und Führungskräfte aus der Hauswirtschaft<br />

suchten nach Lösungen für ihren Arbeitsalltag.<br />

„Bringe den Menschen nicht bei,<br />

was Du weißt, sondern was<br />

sie brauchen.“<br />

Klaus Pankau<br />

Die Gesundheitswissenschaftlerin<br />

und Diplom Ökotrophologin<br />

Mona Schöffler gab in ihrem Vortrag<br />

Argumentationshilfen, warum es sich<br />

lohnt, <strong>im</strong> Betrieb in den Bereich Gesundheit<br />

zu investieren. Viele Unternehmen<br />

<strong>im</strong> Dienstleistungsbereich stünden vor der<br />

Frage, wie man es schafft, ältere Mitarbeiter<br />

möglichst lange arbeitsfähig zu<br />

halten. Die Rahmenbedingungen könne<br />

man nicht ändern, also müsse jeder Betrieb<br />

nach eigenen Lösungen suchen.<br />

Schöffler erläuterte den Begriff „Arbeitsbewältigungsfähigkeit“.<br />

Damit wird das<br />

sei auch sehr individuell, welche Unterstützung<br />

oder Angebote jeder einzelne<br />

brauche. Sie unterstrich den ökonomischen<br />

Vorteil von Gesundheitsmaßnahmen:<br />

„Jeder Euro, den ein Betrieb in Gesundheit<br />

investiert, bekommt er mindestens<br />

um das 2,5fache bis um das Sechsfache<br />

zurück.“ Auch die Arbeitszufriedenheit<br />

der Mitarbeiter steige <strong>im</strong> Durchschnitt<br />

um 20 Prozent.<br />

Wie Leben gelingen kann<br />

In einem beeindruckenden Vortrag erläuterte<br />

die Gesundheitswissenschaftlerin<br />

Prof. Dr. Annelie Keil aus Bremen, wie<br />

Leben gelingen kann. „Leben ist nicht<br />

festgelegt, sondern entpuppt sich als ein<br />

lebenslanger Auftrag, als eine Herausforderung,<br />

als ein Weg durch die Fremde“,<br />

so die 75-jährige Wissenschaftlerin.<br />

Sie spricht von der „gelingenden Hauswirtschaft“,<br />

die notwendig sei, damit das<br />

Leben gelingt. „Die große Aufgabe des<br />

Lebens ist die Hauswirtschaft <strong>im</strong> eigenen<br />

Haus. „Körper, Geist und Seele müssen<br />

ebenfalls lernen, mit uns zu leben.“ Und<br />

darum muss sich jeder selber kümmern,<br />

denn „eine Gebrauchsanweisung für das<br />

Leben gibt es nicht.“ Sie fragte ganz provokativ:<br />

„Haben Sie überhaupt noch einen<br />

bequemen Stuhl in ihrem Haus?“<br />

Zum Beruf Hauswirtschaft:<br />

„Sie müssen ein Milieu schaffen,<br />

in dem unterschiedliche Menschen<br />

leben können und sich wohl fühlen.<br />

Sie haben einen spannenden Beruf.“<br />

Prof. Dr. Annelie Keil<br />

Potenzial eines Menschen, eine Anforderung<br />

zu einem gegebenen Zeitpunkt<br />

zu bewältigen, beschrieben. Gesundheit<br />

sei hier nur ein Aspekt. Genauso wichtig<br />

seien unter anderem Entwicklungsmöglichkeiten,<br />

Arbeitsorganisation und Arbeitsbedingungen.<br />

Laut Schöffler reiche es für ein Betriebliches<br />

Gesundheits<strong>management</strong> nicht, einige<br />

Gesundheitskurse anzubieten. Es<br />

„Eine Gebrauchsanweisung für das Leben gibt es nicht“, sagte Prof.<br />

Dr. Annelie Keil in ihrem beeindruckenden Vortrag<br />

Fotos: Beatrix Flatt<br />

46 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


Report<br />

Das neu gewählte Präsidium von links nach rechts: Susanne Hoppe,<br />

Ursula Neugebauer, Carola Reiner, Ute Krützmann, Morgane Awad<br />

(Christa Anna Fischer und Susanne Zelgy fehlen auf dem Bild)<br />

Und sie schlägt auch die Brücke zur<br />

Hauswirtschaft als Dienstleistung: „Überlegen<br />

Sie, was in der Patientenverfügung<br />

stehen soll.“ Hier gehe es nicht nur um<br />

Vollmachten, sondern vielleicht auch darum,<br />

wen man in der letzten Lebensphase<br />

um sich haben möchte. Vielleicht ist<br />

es auch wichtig, festzuhalten, was man<br />

auf keinen Fall zum Essen haben möchte.<br />

„Für die Hauswirtschaft in den Einrichtungen<br />

wäre so etwas sehr hilfreich.“<br />

Qualifizierung von unten<br />

Klaus Pankau, Personalleiter für den Bereich<br />

Gebäudereinigung be<strong>im</strong> Dienstleistungskonzern<br />

WISAG, erläuterte in seinem<br />

Vortrag, wie es <strong>im</strong> Unternehmen<br />

durch Qualifizierung von unten gelungen<br />

ist, das Selbstwertgefühl der Reinigungsmitarbeiter<br />

zu steigern. Das Unternehmen<br />

beteiligte sich gemeinsam mit anderen<br />

Dienstleistungsunternehmen am<br />

PRIDE-Projekt. Das Projekt wurde von<br />

dem Institut für Arbeitsorganisation des<br />

Fraunhoferinstituts Stuttgart koordiniert.<br />

k mpass <br />

<br />

Dazu wurden nach dem Train-the-Trainer-Prinzip<br />

Reinigungsmitarbeiter ausgebildet,<br />

die ihre Kollegen regelmäßig in<br />

kurzen Lerneinheiten schulen. Ziel ist es,<br />

die Führungskräfte von Vorarbeiter bis<br />

Niederlassungsleiter <strong>im</strong> Unternehmen<br />

aus den eigenen Reihen zu entwickeln.<br />

Auch wenn diese Qualifizierung aller<br />

Mitarbeiter viel Geld gekostet hätte, so<br />

habe es sich doch gelohnt, eine Lernund<br />

Verbesserungskultur <strong>im</strong> Unternehmen<br />

einzuführen, so Pankau. Die Fluktuation<br />

der Belegschaft sei zurückgegangen und<br />

der Krankenstand sei mit unter fünf Prozent<br />

deutlich niedriger als in der Branche<br />

üblich.<br />

Die zehn wichtigsten<br />

Belastungen<br />

Mit den psychischen Belastungen der Arbeit<br />

befasste sich Andrea We<strong>im</strong>ar, Arbeits-<br />

und Organisationspsychologin bei<br />

der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel<br />

und Gastgewerbe in ihrem Vortrag<br />

„Wenn die Gefühle leiden. Was tun mit<br />

Mitarbeitern, die psychisch belastet wirken?“<br />

Laut Studien führten Arbeitsbedingungen<br />

insbesondere<br />

u Zeitdruck<br />

u Schichtarbeit<br />

u hohe Arbeitsdichte<br />

u hohe Anforderungen bei geringem<br />

Handlungsspielraum<br />

u Überstunden<br />

u negatives Organisationskl<strong>im</strong>a<br />

u prekäres Einkommen<br />

u ein Missverhältnis zwischen Verausgabung<br />

und Belohnung sowie<br />

u mangelnde Gerechtigkeit zu Belastungen.<br />

Sie erläuterte aber auch, dass Menschen<br />

bei gleicher Belastung unterschiedlich<br />

reagieren. Deshalb müsse man <strong>im</strong>mer individuell<br />

auf die Mitarbeiter reagieren.<br />

„Gesunde Führung“, also das Verhältnis<br />

zwischen Führungskraft und Team und<br />

den damit verbundenen Einflussmöglichkeiten,<br />

sei entscheidend.<br />

E Beatrix Flatt<br />

Fernlehrgänge<br />

NEU!<br />

Hauswirtschaftsleitung in Senioreneinrichtungen<br />

In Kooperation mit dem<br />

„Psychische Belastung und<br />

psychische Störung sind<br />

nicht das gleiche.“<br />

Andrea We<strong>im</strong>ar<br />

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie und<br />

mit welchen Instrumenten Berufsstolz und<br />

Selbstbewusstsein in sogenannten einfachen<br />

Dienstleistungsberufen entwickelt<br />

werden können.<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

www.kompass-wesel.de<br />

www.fernlehrgang-hauswirtschaft.de<br />

Deu<br />

Zert<br />

Deutsche Zertifizierung<br />

DIN ISO 29990:2010<br />

QUALITÄTSGEPRÜFTER<br />

BILDUNGSDIENSTLEISTER<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 47


Zu guter Letzt<br />

Kita-Verpflegung in Deutschland<br />

Immer mehr Kinder essen in der Kita zu<br />

Mittag, ihre Verpflegung entspricht allerdings<br />

nur in jeder dritten Kita anerkannten<br />

Standards. Zu diesem Ergebnis<br />

kommt die <strong>im</strong> Juni 2014 erschienene Studie<br />

„Is(s)t KiTa gut?“ der Bertelsmann Stiung,<br />

die erstmals repräsentativ Qualität und Kosten<br />

des Mittagessens in Kitas untersucht hat.<br />

Fazit: Die Verpflegung wird bei der Finanzausstattung<br />

der Kitas selten berücksichtigt,<br />

es fehlt an hauswirtschalicher Fachkompetenz<br />

sowie an adäquater Küchenausstattung<br />

und Speiseräumen.<br />

Nur zwölf Prozent der Kitas reichen den Kindern<br />

genügend Obst, lediglich 19 Prozent<br />

ausreichend häufig Salat oder Rohkost. Fisch<br />

steht ebenfalls zu selten auf dem Speiseplan:<br />

Diesen DGE-Standard erfüllen nur 30 Prozent<br />

der Kitas. Fleisch hingegen bieten drei<br />

Viertel der Kitas zu häufig an. Auch die Caterer<br />

sind noch zu wenig auf kindgerechte<br />

Verpflegung ausgerichtet: Deutschlandweit<br />

lassen zwei von drei Kitas das Mittagessen<br />

anliefern. Aber nur jeder zehnte Caterer, der<br />

eine Kita beliefert, bietet speziell an den Bedarfen<br />

von Kindern ausgerichtete Mittagessen<br />

an.<br />

Zudem sind die Kitas häufig nicht hinreichend<br />

für die Verpflegung ausgestattet: Die<br />

Küche vieler Kitas ähnelt der eines Privathaushalts.<br />

Nicht einmal jede dritte Kita verfügt<br />

über einen Speiseraum. Häufig müssen<br />

die Kinder deshalb in ihrem Gruppenraum<br />

essen. Nur jede dritte Kita beschäigt hauswirtschaliches<br />

Fachpersonal.<br />

Das Essensgeld unterscheidet sich erheblich:<br />

Es reicht von 75 Cent bis zu sechs Euro pro<br />

Mahlzeit. Durchschnittlich zahlen Eltern den<br />

Kitas 2,40 Euro für ein Mittagessen ihrer Kinder.<br />

Damit hängt die Qualität des Mittagessens<br />

der Kinder von den Entscheidungen und<br />

Zuschüssen der jeweiligen Träger oder der<br />

Kommune ab. Denn eine gesunde und ausgewogene<br />

Mittagsverpflegung, die den DGE-<br />

Standard erfüllt, kostet der Studie zufolge<br />

mindestens 4 Euro.<br />

Die Studie stellt den Status quo der Kita-Verpflegung<br />

in Deutschland erstmalig dar und<br />

zeigt entsprechende Weiterentwicklungsbedarfe<br />

auf. Zu diesem Zweck wurden insgesamt<br />

1.082 Kitas aus allen Bundesländern zu<br />

ihrem Verpflegungsangebot befragt unter der<br />

Leitung von Prof. Ulrike Arens-Azevêdo von<br />

der HAW Hamburg.<br />

E<br />

Steckbrief Bodenbelag Teil 9<br />

KAUTSCHUK/ELASTOMERE<br />

Besondere Kennzeichen/Herstellung: Elastomerbelag oder Kautschukboden, wie der<br />

Gummiboden noch häufig genannt wird, besteht je nach Hersteller unter anderem aus synthetischem<br />

Kautschuk, Naturkautschuk, Schwefel, Parafine (Alterungsschutzmittel), Füll- und Farbstoffen.<br />

Daran erkenne ich den Belag: Wird eine Nadel oder Büroklammer (ohne Kuststoffummantelung)<br />

mit einem Feuerzeug erhitzt und an einer unauffälligen Stelle in den Boden gestochen,<br />

kann man sofort den typischen Geruch von Gummi (wie bei Autoreifen) wahrnehmen. Kautschukbeläge<br />

gibt es als homogene, glatte Beläge, als Noppenbeläge (Foto), mit einer Hammerschlag -<br />

struktur und auch als heterogene Beläge mit zwei Schichten (Elastomer- und Trägerschicht).<br />

Eignung: Kautschukböden werden sehr häufig in Kliniken, Krankenhäusern, Alten- und Pflegehe<strong>im</strong>en und Schulen verlegt, aber<br />

auch Bürogebäude oder andere Einrichtungen schätzen diesen Bodenbelag. Selbst Reinräume in der Pharmazie, explosionsgefährdete<br />

Bereiche und Schaltzentralen oder Serverräume werden mit diesem Bodenbelag ausgestattet.<br />

Richtige Reinigung: In der Reinigungs- und Pflegeanleitung der meisten Hersteller wird empfohlen den Boden mit einer Wischpflege<br />

einzupflegen. Dies geschieht durch eine höhere Dosierung der Wischpflege mit Wasser und anschließendem Poliervorgang<br />

mit einer Einscheibenmaschine mit weißem oder beigem Pad bzw. einer weichen Bürste. Anschließend wird der Boden mit einer<br />

Fußbodenwischpflege gereinigt.<br />

Häufigste Fehler: Gummi ist gegenüber organischen Lösemitteln empfindlich, wie auch gegenüber starken Alkalien (meist<br />

schon ab einem pH-Wert von 10,5) und auch gegenüber starken Säuren. Kleine Steinchen, fehlende Stuhlgleiter oder auch harte<br />

Rollen bei Drehstühlen können ebenfalls zu Beschädigungen führen.<br />

Expertenrat von Wilhelm Re<strong>im</strong> und Elke Merz-Schluck, Alegria München: Häufig muss man den<br />

Boden nach der Verlegung mit einem alkalischen Grundreiniger (max. pH-Wert von ca.10,5) reinigen. Ganz<br />

besonders die richtige Pad-Farbe für die Einscheibenmaschine ist zu beachten. Manche Hersteller des Bodenbelages<br />

empfehlen nur eine rote Pad-Scheibe. Die Herstellerangaben (Reinigungs- und Pflegeanleitung) sind<br />

unbedingt zu beachten, um möglichst lange einen hochwertigen Bodenbelag zu haben.<br />

Weitere Informationen: Wir empfehlen zur Vertiefung des Themas die <strong>rhw</strong>-DVD<br />

„Bodenreinigung für Profis “. Die Serie „Steckbrief Bodenbelag “wird fortgesetzt.


13. bis 17.10.2014<br />

in Hannover<br />

Weiterbildung<br />

zum/zur<br />

Hygienebeauftragten<br />

mit Dr. med. vet.<br />

Dieter Bödeker<br />

Nach Abschluss<br />

der Veranstaltung erhalten<br />

die Teilnehmer/innen ein Zertifikat,<br />

das als Nachweis der erlangten Kenntnisse zu<br />

den Schulungsinhalten dient. Für die Einrichtungen<br />

dokumentiert es die fachgerechte Wahrnehmung ihrer<br />

gesetzlich festgeschriebenen Pflichten.<br />

Gebühr:<br />

Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> und <strong>rhw</strong> praxis sowie<br />

Mitglieder <strong>im</strong> Berufsverband Hauswirtschaft e. V.<br />

675,- Euro, sonst 849,- Euro. zzgl. MwSt.,<br />

inkl. Tagungsunterlagen und Verpflegung.<br />

Zeiten:<br />

Mo 11.00 - ca. 17.30 Uhr,<br />

Di - Do 9.00 - ca. 17.30 Uhr, Fr 9.00 - ca. 16.30 Uhr<br />

Teilnehmerzahl begrenzt auf 16 Teilnehmer<br />

Ihr Ansprechpartner:<br />

Birgit Hemscheidt Telefon: 089/31 89 05-15<br />

Anmeldung unter: www.<strong>rhw</strong>online.de/<br />

kurse-und-veranstaltungen<br />

9.10.2014<br />

in München<br />

Aufbaukurs für<br />

Hygienebeauftragte<br />

zur Wissensvertiefung<br />

9.00 – 16.30 Uhr<br />

Seminarziel:<br />

Das Seminar richtet sich an Fachkräfte aus<br />

den Bereichen der stationären und ambulanten<br />

Altenpflege sowie Gemeinschaftseinrichtungen<br />

nach §33 und §36 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Mit der<br />

Benennung eines/einer Hygienebeauftragten kommen die<br />

genannten Einrichtungen ihrer Ver pflichtung zur Eigenverantwortlichkeit<br />

und Eigenkontrolle nach, die ihnen durch die aktuelle<br />

Gesetz gebung (SGB, IfSG, PQSG, LMHV) zugeteilt worden ist.<br />

Inhalte:<br />

Aufgaben eines/einer Hygienebeauftragten • Rechtliche Grundlagen<br />

(z. B. Anforderungen des IfSG an Gemein schafts einrichtungen) • Prüfungen<br />

durch das Gesundheitsamt und den MDK, Beispiele für Beanstandungen •<br />

Elemente eines Hygieneplans, Umsetzungsprobleme und Anpassung von<br />

Hygienemaßnahmen Personal-, Lebensmittel- und Wäsche hygiene •<br />

Grundzüge der Mikrobiologie • Gefahrenanalyse (z. B. HACCP) •<br />

Maßnahmen bei Problemke<strong>im</strong>en • MRSA/ ORSA und Legionellen •<br />

Impfschutz, Hautschutzplan • Verfahren zur Reinigung und Desinfektion,<br />

Sterilisation • Um gang mit Desinfektionsmitteln und<br />

mögliche Gefahren • Risikoel<strong>im</strong>inierung und -min<strong>im</strong>ierung •<br />

Abfallentsorgung • Schnittstelle Küche – Pflege<br />

Methoden:<br />

Vortrag, Diskussion,<br />

Beispielbearbeitung<br />

Dr. med. vet.<br />

Dieter Bödeker<br />

freiberuflich tätiger<br />

Hygieneberater für<br />

Alten- und Pflege -<br />

he<strong>im</strong>e sowie für<br />

ambulante<br />

Pflegedienste<br />

1406037<br />

VNM<br />

AKADEMIE<br />

VNM Akademie – Ein Unternehmensbereich der Magical Media GmbH<br />

Paul-Gerhardt-Allee 46 • 81245 München<br />

Telefon: (089) 31 89 05-15 • Fax: (089) 31 89 05-53<br />

E-Mail: akademie@vnmonline.de • Web: www.vnm-akademie.de


Zu guter Letzt<br />

FUNDSTÜCKE –<br />

die besten Geschichten<br />

schreibt das Leben<br />

Gluten wichtiger als Fußball<br />

Da hatte allein<br />

das erste Spiel<br />

der deutschen<br />

Fußball-Nationalmannschafft<br />

<strong>im</strong><br />

Fernsehen Einschaltquoten<br />

von<br />

82 Prozent. Und<br />

doch ist das Wort<br />

„Fußball live“ auf<br />

dem Plakat dieses Münchner Burger-Grills kleiner geschrieben<br />

als das Wort „glutenfrei“. Ich glaube, das<br />

Thema Allergien scheint <strong>im</strong> Bewusstsein der Gastronomen<br />

angekommen zu sein… Und wir planen mit<br />

Referentin Carola Reiner bereits den 21. Zusatztermin<br />

zur Allergeninformationspflicht in Großküchen.<br />

Was ist ökologischer?<br />

Neulich <strong>im</strong> Supermarkt – was ist jetzt ökologischer?<br />

Eine konventionelle Karotte aus Deutschland oder <strong>im</strong><br />

Regal daneben die Bio-Möhre aus Portugal?<br />

<strong>rhw</strong> schneller als Süddeutsche<br />

Am 13. Juni 2014 schrieb die Süddeutsche Zeitung<br />

über Hauswirtschaftsmeisterin Marlies Heinritzi auf<br />

einer dreiviertel Seite. <strong>rhw</strong> war ausnahmsweise mal<br />

schneller – wir hatten schon eine Woche früher <strong>im</strong><br />

Juni-Heft über sie berichtet.<br />

a<br />

VORSCHAU AUF DIE<br />

SEPTEMBER-AUSGABE 2014<br />

Über 650 Tagungen<br />

und Seminare<br />

in einem alten<br />

Gemäuer von<br />

1781 – dieses<br />

Ambiente bietet<br />

Schloss Lautrach<br />

seit 1993. Die<br />

städtische Hauswirtschafterin und jetzige Hausdame<br />

Karin Grauer ist von Beginn an dabei und<br />

beschreibt zusammen mit <strong>Hotel</strong>leiterin Beate<br />

Bruchmann die aktuellen Herausforderungen zwischen<br />

Z<strong>im</strong>merumbau und Kooperation mit Werkstätten.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> – Reinigung · Hygiene · Wohlbefinden<br />

Das Fachmagazin für die professionelle Hauswirtschaft<br />

Herausgeberin: Beatrix Bierschenck<br />

Redaktionsdirektorin: Dr. Angelika Schaller<br />

Chefredaktion: Robert Baumann (verantwortlich), Tel.: (0 89) 31 89 05-20, E-Mail: robert.baumann@vnmonline.de<br />

Redaktion: Dorothea Kammerer, Alexandra Höß (Hamburg), E-Mail: alexandra.hoess@vnmonline.de,<br />

E-Mail: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de, Internet: www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

Redaktionsbeirat: Ursula Bolhuis, Martina Feulner, Prof. Elke Huth, M. Christine Klöber, Sascha Kühnau,<br />

Elke Merz-Schluck, Prof. Dr. Horst Pichert, Prof. Dr. Margarete Sobotka, Prof. Dr. Margot Steinel, Ute Krützmann<br />

Layout: Joach<strong>im</strong> Ullmer<br />

Verlags-, Anzeigen- und Vertriebsleitung: Elke Z<strong>im</strong>mermann, E-Mail: elke.z<strong>im</strong>mermann@vnmonline.de,<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-76, Fax: (0 89) 31 89 05-53<br />

Zur Zeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 34 a vom 1. Oktober 2013<br />

Marketingleitung: Burkhard P. Bierschenck<br />

Abonnenten- und Kundenservice:<br />

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Für Referendare, Studenten, Schüler und Azubis gegen Einsendung einer entsprechenden Bescheinigung<br />

48,00 Euro/96,00 SFr. Einzelheft 11,50 Euro/23,00 SFr.<br />

Die Euro-Preise beinhalten die Versandkosten für Deutschland und Österreich, die SFr-Preise die Versandkosten für die<br />

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vor Ablauf schriftlich gekündigt wird. Rabatte für Sammelabonnements auf Anfrage.<br />

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Verlag Neuer Merkur GmbH, Postfach 60 06 62, D-81206 München, Paul-Gerhardt-Allee 46, D-81245 München,<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-0, Fax: (0 89) 31 89 05-53 (Zugleich Anschrift aller Verantwort lichen)<br />

Druck: BOSCH-DRUCK GmbH, Festplatzstr. 6, 84030 Ergolding<br />

ISSN 1866-4504<br />

Geschäftsführer: Burkhard P. Bierschenck, Dr. Angelika Schaller<br />

Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder wird keine Haftung übernommen. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen<br />

einzelnen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit Annahme des Manuskriptes gehen das Recht der<br />

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Gerichtsstand: München<br />

Der Verlag Neuer Merkur GmbH<br />

und seine Publikationen:<br />

Impressum<br />

Redaktionsschluss: 5. August 2014<br />

Anzeigenschluss: 8. August 2014<br />

50 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014


VNM<br />

AKADEMIE<br />

Besuchen Sie die zwei großen<br />

Herbst-Branchentreffs der Hauswirtschaft<br />

6. November 2014 <strong>im</strong> HCC Hannover<br />

12. <strong>rhw</strong>-Hygieneforum<br />

Das Hygiene-Update des Jahres! 9.45 bis 16.45 Uhr<br />

Die Top-Themen 2014: Allergeninformationspflicht, moderne<br />

Fußbodenreinigung <strong>im</strong> Gesundheitswesen, Kreuzkontamination<br />

uvm. mit anschließender Expertensprechstunde.<br />

Best<strong>im</strong>men Sie das aktuelle Herbst-Hygiene-Thema 2014<br />

selbst mit: Online-Abst<strong>im</strong>mung vom 1. bis 30.09. 2014<br />

Foto: © Hannover Congress Centrum 2011<br />

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.<strong>rhw</strong>-hygieneforum.de<br />

27. November 2014 in Kassel<br />

8.<strong>rhw</strong>-Erfolgstag<br />

10.00 bis 16.45 Uhr<br />

Betriebliche Gesundheit in der Hauswirtschaft wird unter anderem aus arbeitsrechtlicher<br />

Sicht beleuchtet („Wiedereingliederung“). Mit einer neuartigen Kompetenzanalyse<br />

kann zudem objektiv beurteilt werden, welche Stärken und Schwächen<br />

des Teams zum Arbeitsplatz passen, so dass sich Mitarbeiter der Hauswirtschaft lange<br />

wohlfühlen.<br />

In Zusammenarbeit mit<br />

Foto: Kassel Tourismus; Der Bergpark Wilhelmshöhe ist seit 2013 Unesco-Welterbe<br />

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.<strong>rhw</strong>-erfolgstag.de<br />

Irrtümer und Änderungen vorbehalten


Moderne Ratgeber zu aktuellen Themen<br />

Angelika Diem<br />

Nicht schlank? Na und!<br />

Weg vom Diätfrust und<br />

einfach gut leben<br />

m ISBN 978-3-941717-07-7<br />

132 Seiten, gebunden<br />

14,80 Euro<br />

8 Ebook: ISBN 978-3-941717-14-5<br />

5,99 Euro<br />

Sylvia Görnert-Stuckmann<br />

Wohnen <strong>im</strong> Alter<br />

Mögliche und funktionierende Wohnkonzepte<br />

anhand konkreter Beispiele<br />

m ISBN 978-3-941717-01-5<br />

162 Seiten, gebunden,<br />

14,80 Euro<br />

8 Ebook: ISBN 978-3-941717-04-6<br />

4,99 Euro (epub)<br />

Susanne Ahrndt<br />

Gründen mit Erfolg<br />

Praxiserprobter Ratgeber für<br />

künftige Unternehmer<br />

m ISBN 978-3-941717-10-7<br />

198 Seiten, gebunden<br />

19,80 Euro<br />

8 Ebook: ISBN 978-3-941717-13-8<br />

12,99 Euro<br />

Sylvia Görnert-Stuckmann<br />

Hilfen <strong>im</strong> Alter<br />

Zeigt alle Möglichkeiten heutiger<br />

Altenpflege für Betroffene und<br />

Angehörige<br />

m ISBN 978-3-941717-02-2<br />

102 Seiten, gebunden<br />

14,80 Euro<br />

8 Ebook: ISBN 978-3-941717-05-3<br />

4,99 Euro (epub)<br />

Maria Lohmann<br />

So wirken Schüßler-Salze<br />

Die besten Heilanwendungen<br />

Vermittelt die wichtigsten Informationen<br />

über das beliebte Heilverfahren<br />

m ISBN 978-3-941717-15-2<br />

138 Seiten, gebunden<br />

14,80 Euro<br />

8 Ebook: ISBN 978-3-941717-17-6<br />

6,99 Euro<br />

Doro Kammerer<br />

Natürliche Hausapotheke<br />

Für alle, die auf natürliche Art und Weise<br />

gesund bleiben wollen<br />

m ISBN 978-3-941717-06-0<br />

212 Seiten, gebunden<br />

14,80 Euro<br />

8 Ebook: ISBN 978-3-941717-12-1<br />

6,99 Euro (epub)<br />

Hans-Dieter Schadt<br />

Ältere Fachkräfte<br />

beschäftigen<br />

Ein Ratgeber für Betriebe<br />

<strong>im</strong> demografischen Wandel<br />

m ISBN 978-3-941717-08-4<br />

186 Seiten, gebunden<br />

19,80 Euro<br />

Birgit Kaltenthaler/Susanne Oswald<br />

Opt<strong>im</strong>isten leben besser<br />

Neue Energie schöpfen aus der Seele<br />

m ISBN 978-3-941717-03-9<br />

124 Seiten, gebunden<br />

14,80 Euro<br />

8 Ebook: ISBN 978-3-941717-11-4<br />

4,99 Euro (epub)<br />

Heike Ulrich<br />

Zen Shiatsu<br />

50 Übungen für Anfänger und<br />

Fortgeschrittene in Wort und<br />

Bild beschrieben<br />

m ISBN 978-3-941717-09-1<br />

110 Seiten, gebunden<br />

Euro 12,95<br />

Maria Lohmann<br />

Natürliche Hausmittel<br />

Bewährte Erfolgsrezepte<br />

aus der Naturheilkunde<br />

m ISBN 978-3-941717-18-3<br />

132 Seiten, gebunden<br />

14,80 Euro<br />

BC Publications GmbH, Paul-Gerhardt-Allee 46, D-81245 München<br />

www.bc-publications.de

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