rhw management Housekeeping im First-Class-Hotel (Vorschau)
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<strong>management</strong><br />
16. <strong>rhw</strong>-Symposium<br />
<strong>Housekeeping</strong> <strong>im</strong><br />
<strong>First</strong>-<strong>Class</strong>-<strong>Hotel</strong><br />
Berufsbekleidung<br />
Funktional und Komfortabel<br />
Porträt<br />
„Ich züchte jetzt Alpakas“<br />
7/8<br />
Juli/August 2014 · 51. Jahrgang
Das Power-Duo für<br />
die Hauswirtschaft<br />
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Editorial<br />
RHW: Reinigung – Hygiene –<br />
Wohlbefinden<br />
Heute halten Sie die neue Ausgabe der <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
in Ihren Händen. Nachdem wir <strong>im</strong> Juni 2014 das halbe<br />
Jahrhundert gefeiert und in die Historie geblickt haben,<br />
schlagen wir mit Ihnen zusammen ein neues Kapitel in der Geschichte<br />
der <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> auf.<br />
Ein erster Schritt ist, das bisherige Akronym „<strong>rhw</strong>“ nicht mehr<br />
mit „rationeller Hauswirtschaft“ zu verknüpfen, sondern neu zu<br />
beleben. Denn den inzwischen über 40 Jahre alten Begriff konnten<br />
selbst von mir befragte Germanistinnen nicht eindeutig erklären<br />
bzw. verwechselten ihn mit rational (rationell heißt übrigens:<br />
auf Wirtschaftlichkeit bedacht; zweckmäßig).<br />
Wie kann diese Frischekur der „<strong>rhw</strong>“ gelingen? Die Themen<br />
Nummer eins in der Hauswirtschaft sind Reinigung und Hygiene.<br />
Diese spielen auch mit Abstand die größte Rolle bei unseren<br />
Leseranfragen an den Expertenrat. Zu Dreiviertel sind laut aktuellen<br />
Untersuchungen des Instituts für Sozialforschung Halle<br />
die Mitarbeiter der Hauswirtschaft in den Bereichen Wäschereinigung,<br />
Gebäudereinigung und Hygiene beschäftigt, womit<br />
schon klar die ersten beiden Begriffe feststehen würden: R und<br />
H wie Reinigung und Hygiene.<br />
51 Prozent arbeiten in der Verpflegung und 30 Prozent in der<br />
Alltagsbegleitung, Quartiers<strong>management</strong>, ambulante Hauswirtschaft,<br />
Kochen mit Bewohnern etc. Die Wahrnehmung der Hauswirtschaft<br />
geht seit Jahren längst weg vom möglichst billigen<br />
Verrichten (rationell, zweckmäßig, Kittelschürze) hin zu einer<br />
Hauswirtschaft als Partner des Lebensalltags für Menschen mit<br />
Unterstützungsbedarf.<br />
Doch ist es möglich, hierfür einen übergeordneten Begriff zu<br />
finden, der <strong>im</strong> Zweifel auch noch mit W anfängt? In der<br />
Schweiz sagt man: „Hauswirtschaft hat die Meisterinnen der<br />
Ambiance“. Ich fasse den Begriff noch weiter. Hauswirtschaft<br />
hat die Meisterinnen des: Wohlbefindens! Dies bestätigt auch<br />
Martina Feulner in ihrem jüngsten Aufsatz <strong>im</strong> Magazin fundus<br />
2/2014, nachdem hauswirtschaftliche Dienstleistungen „eine<br />
unmittelbare Wirkung auf die Zufriedenheit und das Wohlbefinden<br />
haben.“ Wohlfühlen ist das schönste Kompl<strong>im</strong>ent, das<br />
ein Bewohner oder Kunde der Hauswirtschaft Ihnen machen<br />
kann, seien es Kinder, Senioren, Essens-, Event-, <strong>Hotel</strong>- oder Tagungsgäste.<br />
Somit ist <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> für die Leserinnen gedacht,<br />
die Managerinnen von Reinigung, Hygiene und Wohlbefinden<br />
(RHW) sind.<br />
Wohlfühlen – auch be<strong>im</strong> Lesen<br />
Damit Sie sich auch be<strong>im</strong> Lesen wohlfühlen, haben wir Einiges<br />
in den letzten Wochen getan. Das Papier ist nun fühlbar dicker,<br />
die Artikel sind dadurch besser lesbar geworden, die Fotos<br />
schöner. Das Thema des Monats erhält nun statt einer halben<br />
Seite mindestens eine Doppelseite – in diesem Heft sind es die<br />
spannenden Branchenzahlen des ZSH Halle, die in den Fachmedien<br />
der Hauswirtschaft bisher noch nicht veröffentlicht wurden.<br />
Und die beliebten Rubriken wie Aktuelles, der <strong>rhw</strong>-Expertenrat<br />
oder Steckbrief Bodenbelag bleiben natürlich erhalten.<br />
Neu ist auch die Doppelnummer <strong>im</strong> Sommer. Somit haben Sie<br />
nun ein stark <strong>im</strong> Umfang erweitertes Heft, während die nächste<br />
Ausgabe <strong>im</strong> September nach Ihrem Urlaub erscheint. Über das<br />
Jahr gerechnet erhalten Sie selbstverständlich ebenso viele Seiten<br />
wie bisher – und zwar dann, wenn Sie diese beruflich am<br />
meisten brauchen.<br />
Auch online hat sich parallel zum Heftumbau viel getan. Die<br />
neu gestaltete Webseite : www.<strong>rhw</strong>online.de der beiden<br />
Zeitschriften <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> und <strong>rhw</strong> praxis bietet Ihnen nun<br />
Kommentarfunktionen, Empfehlungen für Social Media und ein<br />
sogenanntes responsives Design. Gleichgültig, mit welchem<br />
Endgerät Sie surfen, unsere neu gestaltete <strong>rhw</strong>-Webseite passt<br />
sich Ihrem Gerät automatisch an. Hier können Sie von jetzt an<br />
auch Ihre <strong>rhw</strong>-Seminare oder das <strong>rhw</strong>-Hygieneforum bequem<br />
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All diese Neuerungen kommen der Vermittlung von noch umfassenderen<br />
Fachinformationen in zeitgemäßem „Kleid“ zu<br />
Gute. Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne Wohlbefinden be<strong>im</strong><br />
Lesen der <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> und be<strong>im</strong> Surfen auf unseren Online-Angeboten.<br />
Persönlich treffen wir uns sicher in Bälde wieder<br />
bei einem der Events der Branche – ich freue mich auf Sie!<br />
Und: Ich bin gespannt auf Ihr Feedback!<br />
Herzlich ihr<br />
robert.baumann@vnmonline.de<br />
HBL Angela Herold (rechts, mit <strong>rhw</strong>-Chefredakteur<br />
Robert Baumann) ziert das Cover unserer neu gestalteten<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> – sie wurde 2013 als Nachwuchshotelier des<br />
Jahres ausgezeichnet. Mehr über Ihren Weg lesen Sie ab Seite 12.<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 3
Home l Viele Infos l Heft lesen l Newsletter l Anzeige buchen l Kontakt<br />
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Inhalt<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014<br />
Editorial 3<br />
Inhalt 5<br />
Aktuelles 6<br />
<strong>rhw</strong>-Expertenrat<br />
Die <strong>rhw</strong>-Experten 8<br />
Das 16. <strong>rhw</strong>-Symposium am 22. Mai in München:<br />
Jubiläumsfeier, Vorträge & Sachertorte Ab Seite 12<br />
Thema des Monats<br />
Wohin geht die Reise? 10<br />
16. <strong>rhw</strong>-Symposium<br />
„Geschulter Blick für das Ganze“ 12<br />
Porträt<br />
„Veränderung ist die einzige Konstante“ 16<br />
„Ich züchte jetzt Alpakas“ 42<br />
Fachthema<br />
Ke<strong>im</strong>frei und einsatzbereit 19<br />
Hygienisch, komfortabel, bequem:<br />
Berufsbekleidung heute Ab Seite 22<br />
Was tun, wenn Demente auf Wanderschaft gehen? 20<br />
Berufsbekleidung: Funktional und komfortabel 22<br />
Hygiene und Müll gehen alle Mitarbeiter an 26<br />
Steckbrief Bodenbelag: Kautschuk/Elastomere 48<br />
Report<br />
Gastronomie und Catering auf Schloss Zinneberg 28<br />
Zehn Tipps für Happy <strong>Housekeeping</strong> 31<br />
Hauswirtschaft ist eine exklusive Marke 32<br />
„Iss Dich clever“ 36<br />
Fotos: Alexandra Höß, Bardusch, My Sportlady, Alpakahof Miessler<br />
„Iss Dich clever“ – ein Projekt in Schulen<br />
für eine bessere Ernährung Ab Seite 36<br />
Von der HBL zur Alpakazüchterin:<br />
Bianca Miessler Ab Seite 42<br />
Vorsicht Humor! 45<br />
Stress, Druck und Angst: was tun? 46<br />
Management<br />
Ohne Selbst<strong>management</strong> geht’s nicht 35<br />
Marktplatz<br />
Reine Naturseife und Smoothfood-Produkte 41<br />
Zu guter Letzt<br />
Kita-Verpflegung/Steckbrief Bodenbelag 48<br />
Impressum 50<br />
Fundstücke 50<br />
<strong>Vorschau</strong> 50<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014<br />
Titelfoto: Sonnenalp Spa Resort Golf, www.sonnenalp.de<br />
Beilagenhinweis: Dieser Ausgabe liegt das Buchprogramm des Verlags Neuer Merkur<br />
und das Programm von Fachbuchdirekt bei. Wir bitten freundlich um Beachtung.
Aktuelles<br />
Erstes Fachforum<br />
Hauswirtschaft<br />
Die Landwirtschaskammer Niedersachsen lädt am 8. Oktober<br />
2014 zum 1. Fachforum Hauswirtscha in die Stadthalle<br />
Walsrode ein. Fach- und Führungskräe in der Hauswirtscha<br />
sowie Interessierte werden eingeladen, Versorgungsstrategien<br />
<strong>im</strong> demografischen Wandel unter dem Titel „Zukun-Chancen-Potenziale“<br />
aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.<br />
Gerade die Versorgung und Betreuung von Senioren/innen stehen<br />
<strong>im</strong> Zeichen des demographischen Wandels vor neuen Herausforderungen;<br />
der Wunsch nach einem selbstbest<strong>im</strong>mten Leben bis ins<br />
hohe Alter fordert innovative Konzepte unter Berücksichtung von<br />
unterschiedlichen Bedürfnissen <strong>im</strong> städtischen und ländlichen<br />
Raum. Weitere Informationen und Anmeldung unter : www.lwkniedersachsen.de<br />
oder (04 41) 80 18 16.<br />
E<br />
Endlich Einigung<br />
<strong>im</strong> HBL-Disput!<br />
Er sollte eigentlich ein Hilfsinstrument für Träger von Senioren-<br />
und Behinderteneinrichtungen sowie für Bildungsinstitute<br />
sein. Jedoch sorgte der <strong>im</strong> August 2013 in Kraft<br />
getretene „Leitfaden zur Ausführungsverordnung des Pflegeund<br />
Wohnqualitätsgesetzes“ in Bayern für Aufruhr: Er schließt<br />
Fachkräfte der Hauswirtschaft von der He<strong>im</strong>leiterfortbildung<br />
aus.<br />
Nach Druck auf das Staatsministerium für Gesundheit und<br />
Pflege wurde nun die missverständliche Erläuterung<br />
„Die Ausbildung zur Hauswirtschafterin erfüllt die in § 12<br />
Abs. 1 Ziffer 1 AVPfleWoqG genannte Voraussetzung auch<br />
dann nicht, wenn zusätzlich noch eine Weiterbildung zur<br />
hauswirtschaftlichen Betriebsleitung erfolgt ist.“<br />
aus dem Leitfaden gestrichen, informierte uns Margarete<br />
Engel vom Bayerischen Landesausschuss für Hauswirtschaft<br />
e.V. (BayLaH).<br />
Die allerdings ebenfalls <strong>im</strong> Leitfaden benannten beruflichen<br />
Vorbildungen, die als geeignete Voraussetzungen für die Fortbildung<br />
zur He<strong>im</strong>leitung gelten, sind geblieben (Berufsausbildungen<br />
und Studiengänge <strong>im</strong> Sozial- und Gesundheitswesen,<br />
<strong>im</strong> kaufmännischen Bereich oder in der öffentlichen Verwaltung).<br />
Konkret bedeutet das: Fachkräfte der Hauswirtschaft<br />
gehören nach Ansicht des STMGP nach wie vor nicht zum geeigneten<br />
Personenkreis für diese Fortbildung. Allerdings wird<br />
die Möglichkeit eingeräumt, dass einzelne hauswirtschaftliche<br />
Fach- und Führungskräfte bei besonderer Eignung – die der<br />
jeweilige Träger der Einrichtung feststellen muss – über die<br />
Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen, Qualitätsentwicklung,<br />
Aufsicht (FQA) eine Sonderzulassung erwirken<br />
kann. Diese Regelung gilt in Bayern bereits seit dem 1. September<br />
2011.<br />
E<br />
RHW-NEWSTICKER<br />
In Pension: Seit April 2014 ist <strong>rhw</strong>-Redaktionsbeirätin Prof.<br />
i.R. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser, Universität Gießen, in Pension.<br />
Wir danken für ihre Arbeit. „Ich habe bereits als Studentin und<br />
Assistentin die Rationelle Hauswirtscha in den siebziger Jahren<br />
regelmäßig genutzt und habe die Weiterentwicklung der Fachzeitschri<br />
so gut mitverfolgen können.“ Für ihre Professur Ernährungsberatung<br />
und Verbraucherverhalten<br />
wird es keine/n Nachfolger/in geben.<br />
Infobroschüre: Der Deutsche Blinden- und<br />
Sehbehindertenverband e. V. hat zum ema der<br />
barrierefreien Gestaltung von schrilichen Informationen<br />
und zur Vermeidung von Barrieren<br />
für Seheingeschränkte die ausführliche Broschüre „Klartext!“<br />
herausgegeben. Diese und weitere Broschüren und Infomaterial<br />
sind herunterzuladen unter<br />
: www.dbsv.org/infothek/broschueren-und-mehr.<br />
Arbeitsrecht: Langfristig erkrankte Arbeitnehmer/innen<br />
dürfen nach ihrer Genesung den ihnen zustehenden gesetzlichen<br />
Urlaub einfordern und antreten. Dies hat der Europäische<br />
Gerichtshof entschieden. Schreibt der jeweilige Tarifvertrag<br />
nichts anderes vor, verfällt jedoch der Anspruch<br />
15 Monaten nach Ablauf des Urlaubsjahrs.<br />
Hautschutz- und Hygieneplan: Die Berufsgenossenscha<br />
Nahrungsmittel und Gastgewerbe<br />
(BGN) hat Hautschutz- und Hygienepläne<br />
erstellt. Sie können am Computer ausgefüllt<br />
und in unterschiedlichen Größen ausgedruckt oder in gedruckter<br />
Form bestellt werden unter: bit.ly/1skyZYT<br />
Preis für Onlinekommunikation: Die App „Vergiftungsunfälle<br />
bei Kindern“ des Bundesinstituts für Risikobewertung<br />
(BfR) hat den Deutschen Preis für Onlinekommunikation<br />
2014 in der Kategorie „Mobile und Apps“ erhalten. Die<br />
App soll Vergiungsunfälle bei Kindern vermeiden und <strong>im</strong><br />
Notfall helfen, einen kühlen Kopf zu bewahren.<br />
Kennzeichnung: Der Verbraucherzentrale Bundesverband<br />
(vzbv) und der Deutsche Brauer-Bund (DBB) haben sich darauf<br />
geeinigt, dass Brauereien, die zum DBB gehören, künig freiwillig<br />
auf den Restalkoholgehalt in alkoholfreiem Bier hinweisen.<br />
Dieses darf bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten.<br />
Die neue Regelung soll für mehr Transparenz sorgen. Weitere<br />
Brauereien können der Initiative folgen.<br />
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Fotos: contrastwerkstatt/Fotolia.com, photocrew/Fotolia.com<br />
6 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Aktuelles<br />
Enthält Eis mit schwarzen<br />
Punkten echte Vanille?<br />
Wie die Verbraucherzentrale Bayern mitteilt, sind kleine<br />
schwarze Punkte <strong>im</strong> Eis keine Garantie, dass<br />
<strong>im</strong> Eis echte Vanille enthalten ist. „Als Ersatz für natürliches<br />
Vanillemark lässt sich auch nur die ausgelaugte, gemahlene<br />
Hülle verwenden. Sie ist nahezu geschmacklos“, so<br />
Heidrun Schubert, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale<br />
Bayern. Der Vanillegeschmack kommt dann oft von Vanillearomen.<br />
Wer sicher gehen will, ob echte Vanille <strong>im</strong> Speiseeis<br />
steckt, sollte einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Nur die<br />
Kennzeichnung „mit Bourbon-Vanille“ garantiert, dass ausschließlich<br />
natürliche Vanille der Bourbon-Inseln verwendet<br />
wurde. Aromatisiert der Hersteller sein Produkt nicht nur mit<br />
„echter Bourbon-Vanille“,<br />
sondern<br />
auch noch mit<br />
Aromastoffen aus<br />
dem Labor, muss er<br />
diese in der Zutatenliste<br />
nennen. Vanillin<br />
beispielsweise wird<br />
meist aus Lignin gewonnen, das auch bei der Papierherstellung<br />
anfällt. Vanilleextrakt wird dagegen mit Alkohol aus der Vanilleschote<br />
herausgezogen. Auf der Zutatenliste steht dann „Vanilleextrakt“<br />
oder „natürliches Vanillearoma“.<br />
E<br />
„Bio für Kinder“ – Speiseplan gratis<br />
Die Gemeinschasinitiative „Bio für Kinder“, die 2006 von<br />
Tollwood und dem Referat für Gesundheit und Umwelt<br />
der Landeshauptstadt München ins Leben gerufen wurde,<br />
hat in Kooperation mit der Bio-Köchin Carola Petrone den „Bio-<br />
Speiseplanmanager“ entwickelt: Ein online frei zugängliches Programm,<br />
das Speiseplanung, Allergen- und Küchen<strong>management</strong> sowie<br />
eine Rezeptdatenbank miteinander verknüp, und die Umstellung<br />
auf Bio ermöglichen soll.<br />
Auf der Webseite können Einrichtungen praxiserprobte, ernährungsphysiologisch<br />
ausgewogene, saisonal abgest<strong>im</strong>mte und preislich<br />
kalkulierte Speisepläne in 100 Prozent Bio-Qualität inklusive<br />
der dazugehörigen Rezepturen abrufen. Auf Knopfdruck werden<br />
Kosten kalkuliert und Einkaufspläne erstellt. Ob privater Kindergarten<br />
oder öffentliche Schule, große Küchen oder kleine, vegetarische<br />
oder nicht-vegetarische Ausrichtung, in München oder Hamburg:<br />
Der „Bio-Speiseplanmanager“ passt sich den Bedürfnissen<br />
der Einrichtungen an, die Nutzung ist kostenlos.<br />
E<br />
: www.biospeiseplan.de<br />
Bühne frei für Martin Lutz<br />
12. <strong>rhw</strong>-Hygieneforum<br />
in Hannover<br />
Martin Lutz vom FIGR wurde auf den Fragebögen <strong>im</strong>mer wieder als Wunsch-Referent angegeben.<br />
Deshalb freut es uns sehr, dass er am 6. November 2014 als Referent be<strong>im</strong> 12. <strong>rhw</strong>-Hygieneforum<br />
in Hannover mit dabei sein wird – ab sofort können Sie sich für die Veranstaltung anmelden.<br />
Am 6. November 2014 wird der Reingungsexperte <strong>im</strong> HCC Hannover sogar zu zwei emen referieren<br />
und auch an der Expertenfragerunde mit allen Referenten teilnehmen:<br />
u Moderne Fußbodenreinigung <strong>im</strong> Gesundheitswesen<br />
u Neue Entwicklungen in der Reinigungstechnik 2014.<br />
Eröffnen wird den Tag rund um die Hygiene die Lebensmittelwissenschalerin Maria Revermann. Ihr<br />
aktuelles ema: Allergeninformationspflicht. Bis spätestens Ende Oktober 2014 wird es in Deutschland<br />
auch eine nationale Verordnung geben. Die Schlussfolgerungen daraus wird Revermann erläutern, ehe<br />
es dann ab 13. Dezember 2014 ernst wird mit der Umsetzung.<br />
„Vorsicht Kreuzkontamination“ heißt der Vortrag von Dr. Dieter Bödeker rund um hygienische Aspekte<br />
bei Warenanlieferung, Transport und Lagerung. Sabine Rose Mück aus Cuxhaven hat sich bereit erklärt,<br />
erstmals zu einem aktuellen ema auf Wunsch der Teilnehmer zu referieren – darüber<br />
können Sie <strong>im</strong> September unter www.<strong>rhw</strong>online.de online abgest<strong>im</strong>men! Und zum Abschluss<br />
erklärt Dr. Elke Jaspers, was es mit Bakterien <strong>im</strong> Biofilm auf sich hat und natürlich vor allem, wie<br />
man sie vermeiden kann.<br />
E<br />
: www.<strong>rhw</strong>-hygieneforum.de<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 7
hw-Expertenrat<br />
Das gesamte <strong>rhw</strong>-Expertenteam finden Sie <strong>im</strong> Internet unter<br />
Kuchenspenden<br />
kennzeichnen – wie genau?<br />
dIm <strong>rhw</strong>-Expertenrat der <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
05/2014 hatten Sie angegeben, dass auch<br />
bei Kuchenspenden aus Privathaushalten die neue<br />
(künftige) Allergeninformationspflicht gilt. Allerdings<br />
wurde dabei nicht gesagt, wie dies überhaupt<br />
praktisch umgesetzt werden soll. Sicherlich können<br />
wir von den Spendern nicht verlangen, professionelle<br />
Allergenangaben zu machen oder diese Angaben<br />
<strong>im</strong> Vorfeld einzuholen.<br />
Wenn dies aber nicht möglich ist, bliebe dann nur<br />
die Alternative auf (teure) professionelle Kuchen zurückzugreifen<br />
und auf Kuchenspenden zu verzichten.<br />
Dies kann aber wohl nicht sein. Es wäre daher<br />
interessant, wie man dies als Pflegehe<strong>im</strong> praktisch<br />
bewerkstelligen soll.<br />
Extra-Expertenrat von Carola Reiner<br />
Sie haben recht, die Allergenkennzeichnungspflicht bezieht<br />
sich nicht auf die Frage, woher der Kuchen kommt, sondern<br />
auf die Frage, wo und wem der Kuchen angeboten wird. Die<br />
LMIV kümmert sich um die Belange der Allergiker und für die<br />
ist es unerheblich, wer den Kuchen gebacken hat. Insofern ist<br />
auch bei Festen – wie auch bei jedem anderen Verpflegungsangebot<br />
– die veranstaltende Einrichtung verantwortlich für<br />
die Produktqualität und ab Dezember eben auch für die Allergen-Deklaration.<br />
Als veranstaltende Einrichtung haben Sie mehrere Möglichkeiten<br />
der Vorgehensweise:<br />
u Die zweifellos teure und daher recht unrealistische Variante<br />
des Einkaufens be<strong>im</strong> Profi, in diesem Falle würden Sie die<br />
Deklaration des Anbieters übernehmen können und müssen.<br />
u Die Variante, die Kuchen selbst zu backen, dann müssten<br />
Sie die Deklaration gemäß Ihren Rezepturen selbst übernehmen.<br />
u Die Variante der Spende, auch dann bleibt die Deklaration<br />
Ihre Aufgabe.<br />
Bezogen auf Kuchen ist es relativ einfach, sich vorzubereiten<br />
– egal, für welche Variante Sie sich entscheiden. Denn Kuchen<br />
haben alles in allem relativ ähnliche Rezepturen, die <strong>im</strong>mer<br />
wieder dieselben (deklarationspflichtigen) Allergene enthalten:<br />
Gluten, Ei, Milch.<br />
Kuchen, die aus Backmischungen hergestellt werden, enthalten<br />
darüber hinaus oft noch Soja. Dies müssten Sie bei den Spendern<br />
erfragen. Außerdem sieht man das den Kuchen in der<br />
Regel an. Ob weitere Zutaten, wie zum Beispiel Nüsse oder<br />
Mandeln <strong>im</strong> Kuchen verarbeitet wurden, können Sie ebenfalls<br />
sehen oder erfragen.<br />
Be<strong>im</strong> Seminar dabei waren unter anderem Hauswirtschaftsleitungen<br />
von Altenhe<strong>im</strong>en, Tagungshäusern,<br />
Betreutem Wohnen, Kinderhospiz, Service<br />
GmbH, Bioladen, Volkshochschule und die Fachlehrerin<br />
einer Fachakademie<br />
Am besten erstellen Sie sich vor dem Fest eine Liste aller „gängigen“<br />
Kuchen mit Deklaration und einer entsprechenden Legende.<br />
Wenn dann die Spenden kommen, können Sie recht<br />
schnell eine Art Aushang oder Plakat schreiben, auf dem steht,<br />
welche Kuchen Sie anbieten und welche Allergene darin enthalten<br />
sind. Dies legen Sie dann aus oder hängen es auf und<br />
alle sind zufrieden.<br />
Diese Art von Fragen diskutieren wir übrigens <strong>im</strong> Seminar „Allergeninformationspflicht<br />
– Was bedeuten die Zahlen auf dem<br />
Speiseplan?“, das die <strong>rhw</strong> in vielen verschiedenen Städten anbietet.<br />
Ich würde mich freuen, Sie bei einem dieser Seminare<br />
begrüßen zu dürfen.<br />
d<br />
WEITERE TERMINE<br />
BIS DEZEMBER<br />
Bitte beachten Sie, dass für die Allergeninformationspflicht<br />
aktuell nur noch folgende Plätze in diesen drei Städten<br />
verfügbar sind:<br />
u Kassel: 15. Juli 2014<br />
u Heidelberg: 24. Juli 2014<br />
u Hannover: 26. September 2014 sowie<br />
14. November 2014.<br />
Die anderen Kurse sind leider bereits ausgebucht, teilweise<br />
mit Warteliste. Weitere Termine für Herbst und in der zweiten<br />
Dezemberwoche 2014 sind jedoch bereits abgest<strong>im</strong>mt,<br />
Sie finden die Termine tagesaktuell unter www.<br />
<strong>rhw</strong>online.de (Rubrik Veranstaltungen).<br />
< Sie erreichen das <strong>rhw</strong>-Expertenteam unter: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de<br />
Bitte beachten Sie: Unsere <strong>rhw</strong>-Experten helfen Ihnen bei der Interpretation der aktuellen Gesetzesvorschriften, geben damit<br />
aber keine rechtliche Beratung.<br />
*<br />
Sie haben eine Frage? Wir den richtigen Experten für Sie!<br />
8 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
www.<strong>rhw</strong>online. de/expertenrat *<br />
<strong>rhw</strong>-Expertenrat<br />
Extra-Expertenrat<br />
Schritt für Schritt zum<br />
sauberen Waschraum<br />
Öffentliche und halb-öffentliche Waschräume<br />
sind äußerst hygienesensible Bereiche. Sie sind<br />
zumeist hochfrequentiert und können bei<br />
mangelhafter Reinigung dazu beitragen, dass<br />
Bakterien und Ke<strong>im</strong>e schnell verbreitet werden.<br />
Aus diesem Grund ist es unerlässlich, diese<br />
systematisch und sorgfältig zu reinigen.<br />
Tork Hygiene-Expertin Maria Revermann verrät<br />
<strong>im</strong> Interview welche Vorgehensweise sich<br />
bewährt hat, um die Hygiene in Waschräumen<br />
zu gewährleisten, welche Fehler besonders<br />
häufig passieren – und wie man diese<br />
vermeiden kann.<br />
Maria Revermann ist auch<br />
Referentin be<strong>im</strong> diesjährigen<br />
12. <strong>rhw</strong>-Hygieneforum in<br />
Hannover.<br />
Wie geht man bei der Reinigung<br />
des Waschraums korrekt vor?<br />
In der Regel wird zunächst trocken gereinigt,<br />
indem der gröbste Schmutz zusammengefegt<br />
und damit die oberflächlichsten<br />
Verunreinigungen entfernt werden. Anschließend<br />
erfolgt eine systematische Tiefenreinigung.<br />
Dabei wird der Waschraum<br />
in verschiedene Zonen eingeteilt: Das<br />
Waschbecken mit den dazugehörigen Armaturen<br />
sowie die Oberflächen der Spender<br />
für Seife und Einwegpapierhandtücher<br />
bilden einen Bereich. Eine weitere Zone<br />
ist die Toilettenkabine selbst. Die eigentliche<br />
Toilette ist der hygienisch unsauberste<br />
Bereich, weil durch die Benutzung dort mit<br />
einer Vielzahl von pathogenen Ke<strong>im</strong>en zu<br />
rechnen ist. Deshalb sind hierfür gesonderte<br />
Reinigungsmittel erforderlich, die<br />
nicht gleichzeitig für das Waschbecken<br />
genutzt werden sollten. Auch die Wände,<br />
Böden und Toilettentüren sowie die Eingangstür<br />
bilden jeweils gesonderte Bereiche.<br />
Gibt es eine best<strong>im</strong>mte Reihenfolge,<br />
in welcher diese Bereiche gereinigt<br />
werden sollten?<br />
Wichtig ist generell, dass nicht von der hygienisch<br />
unsaubersten Seite zur hygienisch<br />
saubersten Seite gearbeitet wird. In der<br />
Praxis wird der kritischste Hygienebereich<br />
zum Schluss gereinigt – damit durch vorhergehende<br />
Reinigungsprozesse keine<br />
Kreuzkontaminationen verursacht werden.<br />
Besonders wichtig und daher keinesfalls<br />
vergessen werden sollten die Eingangstüren<br />
und Toilettenklinken. Hier ist das Hygiene-Risiko<br />
besonders hoch, da sie von<br />
jedem Gast mehrmals berührt werden und<br />
dementsprechend hohe Ke<strong>im</strong>belastungen<br />
aufweisen.<br />
Welche Reinigungsmittel sollten<br />
verwendet werden und wie sind<br />
diese zu dosieren?<br />
Die Hersteller der unterschiedlichen Produkte<br />
geben Empfehlungen heraus, wie<br />
diese zu verwenden und zu dosieren sind.<br />
Ich lege allen Reinigungskräften nahe, sich<br />
an diesen zu orientieren. Dies gilt besonders<br />
für Putzmittel, die über das einfache<br />
Haushaltsmittel hinausgehen, wie beispielsweise<br />
solche mit bakterizider (gegen Bakterien)<br />
und fungizider (gegen Pilze) Wirkung.<br />
Gerade bei derartigen Reinigungsprodukten<br />
sollten die Angaben des Herstellers<br />
berücksichtigt werden – wie sie in<br />
Sicherheitsdatenblättern, Produktdatenblättern<br />
und Betriebsanweisungen vermerkt<br />
sind.<br />
Welcher Fehler passiert bei der<br />
Reinigung von öffentlichen Waschräumen<br />
am häufigsten?<br />
Nach Einteilung des Waschraums in Reinigungszonen<br />
sollte man darauf achten,<br />
dass beispielsweise für den Toilettenbereich<br />
und das Waschbecken sowie den<br />
Boden unterschiedliche Reinigungsprodukte<br />
zum Einsatz kommen. Zuerst die Toilettenbrille<br />
und anschließend den Seifenspender<br />
mit demselben Lappen zu reinigen hat<br />
aus hygienischer Sicht fatale Folgen. d<br />
Ohne zuverlässige<br />
Desinfektion<br />
droht akute<br />
Lebensgefahr!<br />
Die maschinell thermische bzw. chemothermische<br />
desinfizierende Aufbereitung von<br />
Wischbezügen in Waschmaschinen regeln<br />
die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts.<br />
Diesen strengen Richtlinien entsprechend<br />
hat Schneidereit Professional mit SMAS ®<br />
die Moppwäsche und die desinfizierende<br />
Aufbereitung in einem durchgängigen<br />
Prozess entwickelt. Bei Bedarf kann die<br />
Desinfektion per Knopfdruck durch<br />
das Reinigungspersonal aktiviert werden.<br />
Der vor äußeren Einflüssen geschützte<br />
Prozess garantiert zuverlässige Ergebnisse.<br />
Unser Waschmittel BasePro in Kombination<br />
mit unserem Desinfektionsmittel BasePro<br />
Des60 ist in der Desinfektionsmittelliste des<br />
VAH (ehemals DGHM) eingetragen, sowie<br />
zur chemothermischen Desinfektion in der<br />
RKI-Liste, Wirkungsbereiche A und B gemäß<br />
§ 18.1 lfSG gelistet.<br />
Schneidereit GmbH<br />
Kärntener Straße 19 · 42697 Solingen (Germany)<br />
Telefon +49 212 7000-0 · Fax +49 212 7000-54<br />
info@schneidereit.com · www.schneidereit.com<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 9<br />
Wir bilden aus!<br />
typonetzwerk.de<br />
Frank Boston | fotolia.com
Thema des Monats<br />
Wohin geht die Reise?<br />
Es sind die wohl spannendsten Zahlen<br />
des Jahres: Seit zwei Jahren lässt das<br />
Bundesministerium für Wirtschaft und<br />
Energie neue Perspektiven für die Hauswirtschaft<br />
erforschen. Über 1.700 Personen<br />
aus der Hauswirtschaftsbranche haben<br />
bereits geantwortet. <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
präsentiert die ersten Ergebnisse,<br />
die auf dem diesjährigen <strong>rhw</strong>-Symposium<br />
vorgestellt wurden.<br />
Wie sehen eigentlich die Tätigkeiten und Einsatzfelder<br />
in der Hauswirtschaft heute genau aus, wie sind<br />
die Einsatzbedingungen und die beruflichen Chancen<br />
heute und morgen? Antworten auf diese Fragen zu finden,<br />
war Ziel einer Studie <strong>im</strong> Auftrag des Bundesministeriums für<br />
Wirtschaft und Energie, die vom Zentrum für Sozialforschung<br />
in Halle und dem IFOK, Berlin, durchgeführt wurde.<br />
Erste Ergebnisse der Studie, für die sowohl Azubis als auch Experten<br />
und Unternehmen befragt wurden, stellte Bettina Wiener<br />
auf dem <strong>rhw</strong>-Symposium am 22. Mai 2014 in München vor.<br />
1<br />
2<br />
1 Welche Kompetenzen bietet die Hauswirtschaft, die kein anderer hat? ** 2 Hauswirtschaft braucht einen<br />
neuen Namen – Bezeichnung der Inhalte ** 3 Wer beschäftigt Hauswirtschafter/-innen heute? * 4 Nennen<br />
Sie bitte zwei Hauptschwierigkeiten, die sich Personen, die in der Hauswirtschaft tätig sind, stellen. **<br />
4<br />
3<br />
Quellen: * Unternehmensbefragung Hauswirtschaft 2013, ** Beschäftigtenbefragung 2013/2014<br />
10 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Thema des Monats<br />
Die Ergebnisse der Unternehmensbefragungen<br />
zeigen zunächst, dass gerade<br />
<strong>im</strong> Bereich Reinigung und Wäsche<br />
häufig an- und ungelernte Kräfte<br />
eingesetzt werden. Sei es <strong>im</strong> Gesundheitswesen<br />
oder <strong>im</strong> pflegenahen Bereich:<br />
der Trend geht hier in Zukunft<br />
eher in Richtung Hilfskräfte.<br />
Bessere Aussichten haben ausgebildete<br />
hauswirtschaftliche Fachkräfte<br />
<strong>im</strong> Bereich Gemeinschaftsverpflegung<br />
und Service oder als „Universalhauswirtschafterin“<br />
mit Organisationsverantwortung.<br />
Es wird ein steigender<br />
Bedarf an Facharbeiterinnen, Meisterinnen<br />
und Betriebsleiterinnen gesehen.<br />
Fast 97 Prozent der befragten Betriebe<br />
und auch der befragten Beschäftigten<br />
in der Studie st<strong>im</strong>mten der Aussage<br />
zu: Hauswirtschaft wird auch in<br />
Zukunft gebraucht. Konträr dazu aber<br />
die Zust<strong>im</strong>mung auf die Aussage:<br />
Hauswirtschaftliche Berufe genießen<br />
in unserer Gesellschaft ein hohes Ansehen.<br />
Dem st<strong>im</strong>mten nur rund neun<br />
Prozent der Betriebe und rund sechs<br />
Prozent der Beschäftigten zu. Hier<br />
wird das Imageproblem wieder ganz<br />
offensichtlich.<br />
Auch kristallisierte sich <strong>im</strong> Laufe der<br />
Studie laut Bettina Wiener folgende<br />
große Frage heraus: Welche Kompetenzen<br />
bietet Hauswirtschaft eigentlich,<br />
die kein anderer Beruf hat, was<br />
können Sie als hauswirtschaftliche<br />
Fachkraft besser als andere?<br />
„Auf diese Frage haben wir eigentlich<br />
keine Antwort bekommen, das möchten<br />
wir mit Ihnen diskutieren“, so die<br />
Referentin.<br />
„Vielleicht ist Hauswirtschaft der vielfältigste<br />
Beruf der Welt, das wäre ja<br />
auch ein Alleinstellungsmerkmal“, versuchte<br />
<strong>rhw</strong>-Chefredakteur Robert Baumann<br />
eine Antwort. „Die Vielfalt bietet<br />
aber auch die Gefahr, dass wir<br />
uns verzetteln“, warnte Martina Schäfer,<br />
Vorsitzende der BAG-HW. Sie bewertet<br />
den handlungsorientierten Ansatz<br />
der Hauswirtschaft als Alleinstellungsmerkmal.<br />
Als Gefahr für den Berufsstand<br />
sieht sie die mittlerweile<br />
sehr vielfältigen Berufsbezeichnungen<br />
deutschlandweit, die noch mehr verwirren:<br />
„Wir brauchen dringend einheitliche<br />
Bezeichnungen.“<br />
E Alexandra Höß<br />
Welche Tätigkeiten üben Hauswirtschafter/-innen aus?<br />
Wie schätzen Sie folgende Aussagen ein? (Teil 1)<br />
Wie schätzen Sie folgende Aussagen ein? (Teil 2)<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 11
16. <strong>rhw</strong>-Symposium<br />
„Geschulter Blick<br />
für das Ganze“<br />
Vorträge, Sonne, Sekt und Sachertorte: das diesjährige <strong>rhw</strong>-Symposium am 21. Mai<br />
in München stand <strong>im</strong> Zeichen des 50-jährigen Jubiläums der Fachzeitschrift <strong>rhw</strong><br />
<strong>management</strong>. 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer feierten mit <strong>im</strong> Kardinal Wendel<br />
Haus samt prachtvollem Garten und informierten sich über „Zukunftschancen und<br />
preisgekrönte Konzepte“ der Hauswirtschaft.<br />
Vier der Referentinnen be<strong>im</strong> 16. <strong>rhw</strong>-Symposium (von links nach rechts): Renate<br />
Baur-Richter, Carola Reiner, HBL Angela Herold und Ursula Bolhuis<br />
50<br />
Jahre – das ist für eine Fachzeitschri<br />
schon eine stramme<br />
Leistung. Das geht nur, wenn<br />
eine Zeitschri von der Zielgruppe voll akzeptiert<br />
wird und wirklich nah am Leser ist“,<br />
sagte Dr. Angelika Schaller, Geschäsführerin<br />
Verlag Neuer Merkur zu Beginn des Symposiums.<br />
Die <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> erscheint in<br />
diesem Münchner Fachzeitschrienverlag,<br />
der übrigens bis heute in privater Hand ist,<br />
bereits seit 1966, zunächst noch unter dem<br />
Titel „Die Hauswirtschasmeisterin“ und fusionierte<br />
dann mit dem Titel „Hauswirtscha<br />
und Volksernährung“.<br />
Für eine enge Leser-Blatt-Bindung derzeit<br />
zuständig ist Chefredakteur Robert Baumann,<br />
der als Moderator des <strong>rhw</strong>-Symposiums<br />
die Teilnehmerinnen zunächst mit auf<br />
eine Zeitreise durch 50 Jahre <strong>rhw</strong> nahm und<br />
dann mit Ministerialrätin Gisela Miethaner<br />
vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung,<br />
Landwirtscha und Forsten gleich<br />
die erste hochkarätige Referentin des Tages<br />
vorstellte. „Warum professionelle Hauswirtscha<br />
unverzichtbar für Familie und Gesellscha<br />
ist“ hieß das ema der Ministerialrätin.<br />
Und sie begründete ihre ese zunächst<br />
mit der demografischen Entwicklung:<br />
so wird sich bis zum Jahr 2050 die Zahl der<br />
älteren Menschen ab 60 Jahren um 48 Prozent<br />
steigern und die Zahl der Pflegebedürftigen<br />
wird bis 2020 um fast 20 Prozent steigen.<br />
Wird Hauswirtschaft<br />
in Zukunft gebraucht?<br />
„Vor der Pflege kommt <strong>im</strong>mer die Hauswirtscha<br />
und die entsprechenden Fachkräe<br />
fehlen heute schon“, so Gisela Miethaner. In<br />
Senioreneinrichtungen gerade mit neuen<br />
Wohnformen, aber auch in Kitas und Schulen<br />
fehle hauswirtschaliche Kompetenz.<br />
„Nur mit Hilfskräen geht es nicht.“<br />
Schloss Suresnes 2014 mit der roten, begehbaren<br />
Kunstinstallation „Seelenwaschanlage“<br />
Nürnberger Kunst-Studenten<br />
Fotos: Alexandra Höß, Elke Z<strong>im</strong>mermann, Birgit Hemscheidt, Robert Baumann<br />
12 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Fachthema<br />
3<br />
1<br />
2<br />
Demgegenüber stehen alarmierend geringe<br />
Ausbildungszahlen in der Hauswirtscha.<br />
„In Bayern sind die Azubis sehr bemüht, den<br />
Titel ‚Assistentin für Ernährung und Versorgung‘<br />
zu erhalten und nicht wie früher<br />
‚Hauswirtschaerin‘ zu heißen“, beschrieb<br />
die Ministerialrätin die aktuelle Entwicklung.<br />
Ein Imagewandel des Arbeitsplatzes Hauswirtscha<br />
sei wichtig. So müsse betont werden,<br />
dass es sich bei diesem Beruf um ein eigenständiges<br />
und abwechslungsreiches Tätigkeits-<br />
und Anforderungsprofil mit klaren<br />
Qualitätsstandards handelt. Zwar sei Hauswirtscha<br />
eine körperlich anstrengende Arbeit,<br />
aber auch anspruchsvoll <strong>im</strong> Hinblick<br />
auf Kundenkontakt, Kommunikation und<br />
Arbeitsplanung. Wie sehen eigentlich die Tätigkeiten<br />
und Einsatzfelder in der Hauswirtscha<br />
heute genau aus, wie sind die Einsatzbedingungen<br />
und die beruflichen Chancen<br />
heute und morgen? Antworten auf diese Fragen<br />
gab anschließend Dipl. Soz. Bettina Wiener<br />
(siehe „ema des Monats“ Seite 10 und<br />
11 in dieser Ausgabe).<br />
1 Die Geschäftsführerin des Verlags Neuer<br />
Merkur, Dr. Angelika Schaller, eröffnete die<br />
Zeitreise zum halben Jahrhundert <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
– der Verlag selbst ist schon über<br />
60 Jahre alt<br />
2 Anne Lünsmann, AL Personalvermittlung,<br />
München und Ursula Bolhuis aus Ratingen<br />
(Foto Seite 12) stellten vor, wie <strong>im</strong> gehobenen<br />
Privathaushalt gearbeitet wird<br />
3 Gisela Miethaner vom Staatsministerium<br />
für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus<br />
München (links) und Geschäftsführerin Bettina<br />
Wiener vom ZSH Halle (rechts) referierten zu<br />
den Zukunftschancen der Hauswirtschaft<br />
Eine HBL macht<br />
Karriere <strong>im</strong> <strong>Hotel</strong><br />
Nach einer Debatte rund um das ema<br />
Image war der nächste Vortrag von Angela<br />
Herold, HBL und Executive <strong>Housekeeping</strong><br />
Managerin in einem 5-Sterne-Superior-<strong>Hotel</strong>,<br />
ein gutes Beispiel dafür, dass eine Karriere<br />
in der Hauswirtscha durchaus möglich<br />
ist.<br />
Angela Herold arbeitet seit 2010 <strong>im</strong> Sonnenalp<br />
Resort <strong>im</strong> Allgäu, eines der führenden<br />
Luxushotels Europas. Sie ist <strong>im</strong> <strong>Hotel</strong>resort<br />
für rund 100 Mitarbeiter in den Bereichen<br />
<strong>Housekeeping</strong>, Wäscherei, Schneiderei<br />
und Floristik zuständig. Zum Höhepunkt<br />
in ihrer Karriere zählt auch die Teilnahme<br />
am Deutschen <strong>Hotel</strong>nachwuchs-<br />
Preis – ein Award für junge Führungskräe<br />
in der <strong>Hotel</strong>lerie, den sie auf Anhieb <strong>im</strong> Jahr<br />
2013 gewann.<br />
Herold betont bei Ihrem Vortrag,<br />
dass ihr die vielfältigen Ausbildungsinhalte<br />
der HBL bei ihrer jetzigen Tätigkeit<br />
sehr zugute kommen: „Da ich<br />
aus der Hauswirtscha komme, hatte<br />
ich in viele Bereiche Einblicke und<br />
bringe somit einen geschulten Blick<br />
für das Ganze mit.“ Auffallend ist, dass<br />
in den letzten Jahren vor allem in den<br />
4- oder 5-Sterne-<strong>Hotel</strong>s die hauswirtschalichen<br />
Angestellten aufgrund ihres<br />
Fachwissens <strong>im</strong> Bereich Reinigung,<br />
Wäscheversorgung und Dekoration zur leitenden<br />
Führungspersonen in der internationalen<br />
<strong>Hotel</strong>lerie aufsteigen.<br />
Die rein schulische Ausbildung allerdings<br />
empfindet Herold für den praktischen Berufseinstieg<br />
als nicht ausreichend, die Ausbildung<br />
sollte praxisorientierter sein, z. B.<br />
durch externe Lehrkräe aus der Praxis zusätzlich<br />
zu den hauswirtschalichen Fachlehrer/innen.<br />
Zudem sei es für junge Hauswirtschasschülerinnen/er<br />
besonders wichtig,<br />
möglichst gute Praktika zu absolvieren<br />
oder noch besser: Gleich den dualen Ausbildungsweg<br />
zu wählen. „Hauswirtschaliche<br />
Azubis haben o große Probleme mit<br />
der Selbstständigkeit und sind unsicher <strong>im</strong><br />
Vorstellungsgespräch. Zudem fehlt ihnen<br />
die richtige Kommunikation sowie der Umgang<br />
mit Stresssituationen und Konflikten.“<br />
Auch liegt Angela Herold das Image-Problem<br />
der Hauswirtschasbranche sehr am<br />
Herzen. Als Gewinnerin des Deutschen <strong>Hotel</strong>nachwuchspreises<br />
<strong>im</strong> letzten Jahr meint<br />
sie: „Schon die Schüler sind für dieses Image<br />
mitverantwortlich. Nur wer seinen Beruf<br />
liebt und sich anstrengt, macht seinen Weg<br />
– zudem schaden wir unserem Beruf, wenn<br />
wir Masse statt Klasse ausbilden.“<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 13
16. <strong>rhw</strong>-Symposium<br />
4<br />
4 Über 110 Teilnehmerinnen und Aussteller<br />
aus Deutschland und Österreich<br />
besuchten das <strong>rhw</strong>-Symposium 2014<br />
5 Alle <strong>rhw</strong>-Chefredakteur/innen der vergangenen<br />
30 Jahre (von rechts nach<br />
links): Beatrix Flatt (1990 bis 1992), Ilse<br />
Raetsch (1981 bis 1989), Alexandra<br />
Höß (1993 bis 2002), Robert Baumann<br />
(seit Mai 2007) und Dorothea Kammerer<br />
(2002 bis 2007)<br />
6 Highlight am Nachmittag: Dreistöckige<br />
Sachertorte mit Covern aus fünf Jahrzehnten<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> <strong>im</strong> Zuckerdruck<br />
(Design und Umsetzung: Cafe Kubitcheck)<br />
6<br />
5<br />
Menschen mit<br />
Handicap integrieren!<br />
Dies ist eine Strategie, die natürlich nicht<br />
dazu beitragen würde, den Fachkräemangel<br />
auszugleichen. Hierzu hat die nächste Referentin,<br />
Renate Baur-Richter, Bereichsleiterin<br />
iwent-Casino der IWL-Werkstätten für Menschen<br />
mit Behinderung, einen Vorschlag. Sie<br />
sieht große Chancen darin, Menschen mit<br />
Handicap in den Arbeitsmarkt zu integrieren.<br />
Das iwent-Casino als Premium-Gastro-<br />
Marke mit drei Betrieben und 1.500 Essen<br />
pro Tag bietet 44 Menschen mit Behinderung<br />
komplexe und attraktive Arbeitsplätze <strong>im</strong><br />
Bereich der Gastronomie.<br />
Was ist eigentlich ein Handicap? Im Sport<br />
versteht man darunter einen berechneten<br />
Faktor, der unterschiedliche Leistungsstärken<br />
nivellieren soll. „Und auch unser Ziel ist, verschiedene<br />
Leistungsstärken auszugleichen“,<br />
sagt Renate Baur-Richter. Wie geht man aber<br />
am besten mit gehandicapten Mitarbeitern<br />
um? „Machen Sie es sich leicht: Diese Mitarbeiter<br />
brauchen Struktur und Rituale.“<br />
Ein Instrument dazu könne beispielsweise<br />
die „leichte Sprache“ (eine leicht verständliche<br />
sprachliche Ausdrucksweise) sein. Mittlerweile<br />
gibt es laut der Referentin sogar Klassiker<br />
wie „Romeo und Julia“ in leichter Sprache.<br />
Beispiele dazu finden sich <strong>im</strong> Internet<br />
zum Beispiel unter www.leichte-sprache.de.<br />
Wichtig ist es laut Renate Baur-Richter auch,<br />
für jeden Schritt Arbeitsanweisungen vorzugeben,<br />
zum Beispiel auch für das Durchschneiden<br />
einer Butterbreze. An jedem Arbeitstag<br />
sollte es außerdem ein Briefing/eine<br />
Lagebesprechung mit den Mitarbeitern geben.<br />
In max<strong>im</strong>al zehn Minuten wird besprochen,<br />
wer da ist, wer welche Aufgaben übern<strong>im</strong>mt,<br />
welche Besonderheiten anliegen.<br />
„Schreiben Sie Drehbücher“, lautet ein weiterer<br />
Tipp der Referentin. Darin steht dann,<br />
wie Gäste begrüßt werden oder wie man sich<br />
am Telefon meldet. Und: „Führen Sie das<br />
Glücksspiel ein.“ Dies eignet sich besonders<br />
für unbeliebte Aufgaben zum Beispiel in der<br />
Unterhaltsreinigung. Unter den Mitarbeitern<br />
wird aus einem Pool von Aufgaben ausgelost,<br />
wer für eine Woche die Verantwortung für<br />
die jeweilige Tätigkeit übern<strong>im</strong>mt.<br />
„Gehen Sie öer mal in den Baumarkt, da<br />
finden Sie viel für Menschen mit Handicap“,<br />
so lautet eine weitere Empfehlung von Renate<br />
Baur-Richter. Da wäre zum Beispiel ein<br />
Werkzeugkasten; diesen verwenden Mitarbeiter<br />
mit Handicap <strong>im</strong> iwent Casino, um<br />
Fingerfood zu servieren – Tabletts zu tragen<br />
wäre zu schwierig.<br />
Allergene – die häufigsten<br />
Fragen zur Kennzeichnung<br />
Gute Ideen sind in der Hauswirtscha auch<br />
be<strong>im</strong> ema Allergeninformationspflicht ab<br />
Dezember 2014 gefragt. Die inzwischen<br />
schon 20 Seminare mit Beraterin Carola Reiner,<br />
die von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> zu diesem<br />
ema angeboten werden, sind ständig ausgebucht,<br />
die Unsicherheit in der Branche ist<br />
groß. Daher war Carola Reiner auf dem <strong>rhw</strong>-<br />
Symposium eingeladen, die häufigsten Fragen<br />
zur Allergenkennzeichnung einem größerem<br />
Publikum zu beantworten.<br />
Da wäre einmal die Frage, ob es einen Grenzwert<br />
gibt, ab dem ein Allergen angegeben<br />
werden muss? „Nein, denn als Allergie bezeichnet<br />
man eine überschießende Reaktion<br />
des Immunsystems selbst auf kleinste Mengen<br />
einer Fremdsubstanz“, erklärte die Referentin.<br />
Und woher weiß man, welche All-<br />
14 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Fachthema<br />
ergene Produkte enthalten, die <strong>im</strong> Handel<br />
bezogen werden? „Aus den Packungsaufschrien,<br />
denn die Lieferanten müssen die<br />
Allergene genauso kennzeichnen, auch ab<br />
demselben Zeitpunkt. Aber die meisten Lieferanten<br />
haben schon damit begonnen.“<br />
Verwirrung herrscht auch <strong>im</strong>mer wieder darüber,<br />
ob beispielsweise Forellenfilet als Fisch<br />
gekennzeichnet werden muss. Hier besagt<br />
die EU-Verordnung, dass, wenn aus der Verkehrsbezeichnung<br />
des Lebensmittels hervorgeht,<br />
dass ein Allergen enthalten ist, dies<br />
nicht noch zusätzlich kenntlich gemacht werden<br />
muss. Kennzeichnungsfrei wäre damit<br />
zum Beispiel Rührei, Sojaburger oder französische<br />
Fischsuppe, kennzeichnungspflichtig<br />
jedoch Omelett, Tofu-Burger oder Bouillabaisse.<br />
Ob Allergenkennzeichnung, Diabetes<strong>management</strong>,<br />
Smoothfood oder multireligiöse Küche:<br />
man hat derzeit das Gefühl, es kommt<br />
<strong>im</strong>mer mehr auf die Hauswirtscha zu. Da<br />
fragt sich schon mancher: darf es noch ein<br />
bisschen mehr sein? „Ich sage: ja bitte! Denn<br />
so kann die Hauswirtscha zeigen, wie gut<br />
sie ist nach dem Motto: tue Gutes und rede<br />
darüber“, kommentierte Carola Reiner.<br />
Eine Spezies, vom<br />
Aussterben bedroht?<br />
Auch für die Hauswirtscha <strong>im</strong> Privathaushalt<br />
ist es dringend nötig, dass über sie gesprochen<br />
wird. „Unentdeckter Schatz: das<br />
Potenzial gehobener Privathaushalt“ hieß<br />
der Vortrag von Anne Lünsmann, Geschäsführerin<br />
einer Personalagentur und Ursula<br />
Bolhuis, Inhaberin einer Beratungsfirma.<br />
„Sie werden nun eine Spezies kennenlernen,<br />
die vom Aussterben bedroht ist, nämlich die<br />
Hauswirtscha <strong>im</strong> gehobenen privaten<br />
Haushalt“, erklärten die Referentinnen zu<br />
Beginn.<br />
Zwar gäbe es viele Positionen in den Haushalten,<br />
aber leider auch große Probleme, diese<br />
zu besetzen. „Hauswirtscha als Beruf hat<br />
in den Privathaushalten einen guten Ruf, das<br />
Berufsbild Hauswirtschaerin passt hervorragend“,<br />
sagt Anne Lünsmann, die seit 1991<br />
Personal an private Haushalte vermittelt. Wer<br />
sich für dieses Berufsfeld entscheidet, kann<br />
Karriere machen. Die Anfangsgehälter für<br />
Hauswirtschaerinnen liegen bei rund 2.000<br />
Euro brutto für einen Vollzeitarbeitsplatz,<br />
aber laut Lünsmann kann das Gehalt dann<br />
schnell steigen – sogar in Einzelfällen bis zu<br />
Spitzengehältern von rund 8.000 Euro brutto.<br />
Problematisch sei, dass sowohl Lehrkräe<br />
an hauswirtschalichen Berufsschulen als<br />
auch die Ausbilderinnen o keine Ahnung<br />
von der Praxis in gehobenen Privathaushalten<br />
haben. „Gerade in Sachen Materialien,<br />
Textilien oder Oberflächenbeschichtungen<br />
tut sich in den Haushalten sehr viel. Hier<br />
kann man nur raten: bleiben Sie am Ball, bilden<br />
Sie sich weiter“, so die Referentinnen.<br />
Ein Tipp, der sicher nicht nur für die Beschäigten<br />
in Privathaushalten, sondern für<br />
die gesamte Hauswirtscha gilt.<br />
Übrigens: die nächsten Großveranstaltungen,<br />
die <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> anbietet, sind das 12.<br />
<strong>rhw</strong>-Hygieneforum am 6. November in Hannover<br />
sowie der 8. <strong>rhw</strong>-Erfolgstag am 27.<br />
November in Kassel zum ema „Betriebliche<br />
Gesundheit in der Hauswirtscha“.<br />
E Alexandra Höß<br />
Vielen Dank an die Aussteller und auf Wiedersehen be<strong>im</strong> 12. <strong>rhw</strong>-Hygieneforum in Hannover<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 15
Porträt<br />
„Veränderung ist<br />
die einzige Konstante“<br />
Sie ist <strong>im</strong>mer da, wo es brennt. Sie liebt das Chaos<strong>management</strong>. Und sie liebt neue<br />
Aufgaben und Herausforderungen. Nicoline Bosch ist eine ungewöhnliche Hauswirtschaftliche<br />
Betriebsleiterin, die in ihrer bisherigen Laufbahn schon einige Stationen<br />
durchwandert hat: Von der ersten Hausdame in einem Vier-Sterne-<strong>Hotel</strong> über<br />
Gesamtwirtschaftsdienstleiterin dreier Reha-Kliniken oder als Sales Managerin bei<br />
einem großen Caterer. Sie ist <strong>im</strong>mer neugierig, aktiv, wachsam und hat keine Scheu,<br />
etwas Anderes, Neues und Fremdes auszuprobieren.<br />
wollte ich Lehrerin werden“, erzählt Nicoline<br />
Bosch <strong>im</strong> Gespräch. Fachlehrerin für Handarbeit, Hauswirtscha<br />
und Werken, um genau zu sein. Was also<br />
„Eigentlich<br />
war dazu vonnöten? Sie absolvierte nach einer Ausbildung zur Hauswirtschaerin<br />
bei der Diözese Augsburg eine Ausbildung zur Hauswirtschalichen<br />
Betriebsleiterin.<br />
Ihr einjähriges Pflichtfachpraktikum führte sie in die Akademie für<br />
politische Bildung in Tutzing am Starnberger See. In der Tagungsstätte<br />
kochte sie nicht nur Kaffee, sondern dure sich bereits stark<br />
einbringen und Führungsqualitäten beweisen. Zum ersten Mal fiel<br />
ihr auf: „Der Beruf, der ja ursprünglich nur Mittel zum Zweck sein<br />
sollte, gefällt mir eigentlich ganz gut!“ Sie fand es inspirierend, Mitarbeiter<br />
zu fördern, zugleich kreativ tätig und Gastgeber zu sein.<br />
1984 schloss sie ihre Ausbildung als Hauswirtschaliche Betriebsleiterin<br />
ab.<br />
Ihr Berufseinstieg allerdings gestaltete sich nicht auf Anhieb positiv,<br />
denn selbst als eine der Jahrgangsbesten bekam sie nach ihrem Abschluss<br />
keine Stelle. Heute meint sie, dass es vielleicht daran lag,<br />
dass sie nie dem damaligen typischen Klischee einer HBL entsprach:<br />
„Ich war schon <strong>im</strong>mer der bunte Vogel“, der möglicherweise nicht<br />
so recht in ein Seniorenhe<strong>im</strong> passte. Also ging sie einen anderen<br />
Weg und besuchte das Staatsinstitut zur Ausbildung von Fachlehrern<br />
in München-Pasing, zurück zu den Wurzeln und ihrem ursprünglichen<br />
Vorhaben, Lehrerin zu werden. Die Akademie verließ sie allerdings<br />
bereits nach einem halben Jahr wieder: „Vor einer Klasse<br />
stehen, das wurde mir bewusst, will ich nicht!“.<br />
Die Anfänge – geprägt vom Ausprobieren<br />
In einem Krankenhaus oder Altenhe<strong>im</strong> mit festen Abläufen wollte<br />
sie zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht arbeiten, denn „ich liebe die<br />
Abwechslung“. Es eröffnete sich eine Position in einem Vier-Sterne-<strong>Hotel</strong><br />
in München, sie wurde dort erste Hausdame. Das <strong>Hotel</strong><br />
war allerdings noch <strong>im</strong> erweiterten Rohbau, alles musste von Grund<br />
auf organisiert werden, beispielsweise Personalpläne von Fremdund<br />
Eigenpersonal, Auswahl und Kauf von Arbeitskleidung des gesamten<br />
<strong>Hotel</strong>teams und der Dekoration der Räume. Auch legten<br />
Bosch und ihr gesamtes Team selbst mit Hand an und halfen be<strong>im</strong><br />
Einräumen der Z<strong>im</strong>mer samt Perlatoren, Handtuchhalter, Gardinen<br />
und Matratzen. Die etwas chaotische Anfangsst<strong>im</strong>mung – sie hatte<br />
Blut geleckt, dem Chaos-Management etwas Positives abzugewinnen!<br />
Dies prägt auch den Rest ihrer bisherigen Lauahn, denn sie<br />
landete in ihrem weiteren beruflichen Werdegang <strong>im</strong>mer dort, wo<br />
irgendwas „brannte“.<br />
Nach einigen Stationen in <strong>Hotel</strong>lerie und als Projektmanagerin besann<br />
sie sich allerdings erneut und stellte fest „Eigentlich bin ich<br />
HBL!“. Also orientierte sie sich wieder neu und suchte sich eine<br />
„klassische“ HBL-Stelle. Ihr vornehmliches Ziel war von Anfang an<br />
die Bearbeitung von Problemen und die Präsentation von Lösungen,<br />
die abseits des (Arbeits-)Alltags liegen, auch und gerade wenn man<br />
sehr viel Zeit und Kra in solche Projekte zu stecken hat.<br />
So kam sie zu Münchensti – und abermals stand sie vor einem ge-<br />
Fotos: Thilo Fahrtmann, Robert Baumann<br />
16 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Porträt<br />
DAS FRAUENNETZWERK<br />
FOODSERVICE<br />
2008 entstand „das Netzwerk für Managerinnen und Unternehmerinnen“,<br />
wie sich der Zusammenschluss verschiedener<br />
Frauen in Führungspositionen nennt. Initiiert wurde<br />
das Netzwerk von der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG<br />
und dem Deutschen Fachverlag. Der Schwerpunkt liegt in<br />
der Foodservice-Branche, denn gerade der Bereich der Ernährungswissenschaft<br />
ist für Frauen ein äußerst interessantes<br />
Berufsfeld. Allerdings sind Frauen in Führungspositionen<br />
auch dort deutlich unterrepräsentiert. Ziel ist es deshalb,<br />
Frauen in Führungspositionen in der Foodservice-Branche<br />
zu stärken und einen aktiven Beitrag zu leisten, deren Anteil<br />
zu erhöhen und sie zu fördern. Die Unterstützung junger<br />
Frauen wird beispielsweise durch das Cross-Mentoring-Programm<br />
geleistet. Das Netzwerk zählt derzeit 16 Mitglieder,<br />
<strong>im</strong> Moment ist keine Erweiterung geplant. Neue Mitglieder<br />
werden nur auf Empfehlung aufgenommen. Öffnen möchte<br />
sich das Netzwerk trotzdem: in Hamburg, Berlin, Düsseldorf,<br />
Stuttgart und München werden regelmäßig Stammtischtreffen<br />
angeboten, um Frauen zusammenzuführen, damit<br />
sie sich untereinander vernetzten können.<br />
wissen Chaos, denn das Haus, in das sie <strong>im</strong> Jahre 2002 kommen<br />
sollte, wurde <strong>im</strong> bewohnten Zustand grundsaniert und damit war<br />
alles durch Bewegung und Umorientierung geprägt. Die Neuorganisation<br />
für 320 Bewohner beinhaltete die Einführung von Wohngruppen<br />
und betreutem Wohnen; außerdem initiierte Bosch zum<br />
Beispiel, dass die Cafeteria der Einrichtung auch von Menschen,<br />
die nicht <strong>im</strong> He<strong>im</strong> wohnen, besucht werden darf. In der Zeit als<br />
stellvertretende He<strong>im</strong>leiterin be<strong>im</strong> Münchensti war sie auch <strong>im</strong>mer<br />
wieder für HBL in Tages- oder Jahrespraktika zuständig, was ihr<br />
sehr viel Freude bereitete.<br />
„Wir können He<strong>im</strong>leiter sein!“<br />
Die gerade beendete Diskussion (siehe Seite 6), ob denn HBL in<br />
Bayern überhaupt He<strong>im</strong>leiter/innen werden dürfen, sieht sie so:<br />
„Wir haben nach fünf Jahren eine verdammt gute Ausbildung mit<br />
einer ausgezeichneten lösungsorientierten Basis an Führungsqualität<br />
für die Zukun. Und glauben Sie mir, ich habe viele He<strong>im</strong>leiter in<br />
meiner Karriere kennengelernt und mir gedacht, das kann eine HBL<br />
aber mindestens genauso gut.“<br />
Den enormen Arbeitsaufwand bei Münchensti bewältigte sie vor<br />
allem auch deshalb, weil sie ein tolles Team <strong>im</strong> Rücken hatte. „Mein<br />
Team kann alles von mir haben – aber gegenseitiges Vertrauen ist<br />
das A und O! Für mich gilt: Entweder mit mir oder ohne mich“, so<br />
Bosch. Später übernahm sie noch die Hauswirtscha in einem zweiten<br />
Haus von Münchensti. Nach dreieinhalb Jahren schließlich<br />
kündigte sie und war wieder unterwegs zu neuen Abenteuern. „Es<br />
war ja jetzt alles organisiert, ich musste mich nach etwas anderem<br />
umsehen.“<br />
Sie zog es nach Karlsruhe und war bei einem privaten Träger Gesamtwirtschasdienstleiterin<br />
für drei Reha-Kliniken. Mit dem Bereich<br />
Küche hatte sie bislang noch recht wenig zu tun, „HACCP –<br />
was ist das nochmal?“, schoss ihr durch den Kopf. Unter ihrer Leitung<br />
wurden die Häuser hauswirtschalich konsolidiert, einheitliche<br />
Standards geschaffen, teilweise die Z<strong>im</strong>mer renoviert, sodass die<br />
Häuser einen <strong>Hotel</strong>charakter bekamen. Ferner veranlasste sie, dass<br />
nicht jede der drei Einrichtungen ihr eigenes Süppchen kocht, sondern<br />
eine Gesamtwirtschasleitung entsteht, die durch Workshops<br />
und Meetings einander näher gebracht wurden. Es war für sie eine<br />
inspirierende, allerdings auch nervenaufreibende Zeit. Die ursprünglich<br />
angedachte neue Strukturierung und Ausrichtung der Kliniken<br />
wurde nämlich aufgrund von Streitigkeiten in der Führung nicht<br />
ermöglicht. Eine Umstrukturierung in der Spitze folgte – und wieder<br />
betrieb sie Chaos<strong>management</strong>.<br />
Budgets, Hochrechnungen und so weiter<br />
Jedoch beendete sie das Arbeitsverhältnis 2006, nicht zuletzt, da der<br />
große Caterer Aramark vor der Tür stand. Dort war ihr Aufgabenfeld<br />
zwar kein gänzlich anders – sie war für Budgets, Hochrechnungen<br />
und Reisekostenabrechnungen zuständig. Allerdings hatte es die<br />
Hauswirtschaliche Betriebsleiterin nun mit einer Konzernstruktur<br />
zu tun und war dort offiziell als Betriebsleiterin angestellt. Da sie<br />
täglich zwischen Stuttgart und Frankfurt pendeln musste, wollte sie<br />
eigentlich nur ein Jahr lang bei Aramark bleiben. Jedoch war „ihr“<br />
„Wartet nicht, bis ihr entdeckt werdet,<br />
sondern macht auf Euch aufmerksam! “,<br />
rät Nicoline Bosch den jungen Frauen<br />
Projekt nach Ablauf des Jahres noch nicht auf einem für sie zufriedenstellenden<br />
Stand. Von der Konzernspitze wurde es ihr ermöglicht,<br />
teilweise von zu Hause aus zu arbeiten, was sie zum Bleiben ermutigte<br />
und enorm entlastete.<br />
Ein großer Meilenstein auf diesem beruflichen Weg war unter anderem<br />
wieder die Konsolidierung der Verpflegung der Einzelnen<br />
Einrichtungen und die Erarbeitung eines „Verpflegungshandbuches“<br />
als einheitlicher Standard für den Träger der Einrichtung. Nach Beendigung<br />
dieser Arbeit wechselte sie innerhalb von Aramark in den<br />
Vertrieb und somit auch von Frankfurt nach München. Pr<strong>im</strong>ärer<br />
Schwerpunkt lag bei Krankenhäusern, Rehakliniken, Altenhe<strong>im</strong>en<br />
und auch bei Kindergärten. Konzept- und Recherchearbeit prägten<br />
ihre Tätigkeit in dieser Zeit, ebenso wie umfangreiche Reisetätig-<br />
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<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 17
Porträt<br />
keiten, zuerst nur innerhalb Bayerns<br />
und Baden-Württembergs,<br />
später auch noch in den Neuen<br />
Bundesländern. Dabei musste sie<br />
individuell auf die Häuser zugeschnittene<br />
Konzepte erarbeiten,<br />
die Speiseplanvorschläge, Personaleinsatz<br />
und deren detaillierte<br />
Kosten enthielten. Auf ihrer<br />
Deutschlandreise erlebte sie Einrichtungen,<br />
die sie positiv überraschten,<br />
aber auch solche, die<br />
deutliche Verbesserung benötigten.<br />
Nachwuchsförderung<br />
be<strong>im</strong> Cross-Mentoring<br />
Nach fünfeinhalb Jahren, Ende<br />
2011, gab es in ihrem Leben einen<br />
erneuten Einschnitt und sie kündigte<br />
bei Aramark. Eigentlich<br />
wollte sie nun einfach mal drei Monate „gar nichts tun“. Aber es war<br />
keine Pause in Sicht. Stattdessen klinkte sie sich organisatorisch zuerst<br />
be<strong>im</strong> Umzug des Unternehmen ihres Mannes CucinaPlanConsult,<br />
Augsburg ein, später auch bei firmeneigenen Projekten, denn<br />
CucinaPlanConsult ist ein auf die Planung und Beratung von unterschiedlichsten<br />
Verpflegungssystemen in den Bereichen Großküche,<br />
Betriebsverpflegung, Gastronomie- und <strong>Hotel</strong>einrichtung spezialisiertes<br />
Ingenieurbüro. Ihre bisherigen Tätigkeiten helfen ihr bei<br />
dieser neuen, unbekannten Aufgabe. Die Fähigkeit, bei Erstbegehungen<br />
von Betrieben festzustellen, was realisiert werden kann, leistete<br />
ihr dabei gute Dienste.<br />
Zu dieser Zeit beginnt auch Nicoline Boschs Initiative <strong>im</strong> Frauennetzwerk<br />
Foodservice, das von Coca Cola Deutschland initiiert wurde<br />
und dessen Ziel es ist. Dazu beizutragen, den Frauenanteil <strong>im</strong><br />
Management in der Branche zu erhöhen. Derzeit sind 16 Frauen<br />
aus der Foodservice-Branche engagiert, eine Erweiterung ist derzeit<br />
nicht geplant, „denn sonst geht’s los mit der Vereinsmeierei. Allerdings<br />
öffnen wir unser Netzwerk für Frauen durch Veranstaltungen<br />
und neu geplanten regionalen Stammtischen“.<br />
Bosch ist vor allem be<strong>im</strong> Cross-Mentoring aktiv. Dieses Programm<br />
ermöglicht es jungen Frauen, die bereits in Führungspositionen arbeiten,<br />
in Dialog mit erfahrenen Frauen außerhalb ihres Unternehmens<br />
– firmenübergreifend und neutral – zu treten. Dadurch können<br />
die jungen Frauen von ihrem Arbeitsalltag berichten und müssen<br />
nicht befürchten, dass besprochene Details innerhalb der Firma<br />
ausgeplaudert werden, denn es besteht eine Vereinbarung zwischen<br />
den Beteiligten, dass nichts von dem Besprochenen nach Außen<br />
dringt. Zu dem fünfzehnmonatigen Programm gehört auch, dass<br />
Evaluierungsbögen ausgefüllt werden und Feedback gegeben wird.<br />
2014 oder 2015 wird es eine Neuauflage geben. Zurzeit begleitet Nicoline<br />
Bosch eine ausgebildete HBL 26-Jährige, die in der Systemgastronomie<br />
in Augsburg in einer Führungsposition arbeitet.<br />
Vier Karriere-Tipps der Mentorin<br />
Abschließend noch Tipps von Nicoline Bosch für junge Frauen allgemein,<br />
ob sie nun Meisterin oder HBL sind:<br />
u „Wartet nicht, bis ihr „entdeckt“ werdet, sondern seid vorher<br />
Nicoline Bosch (rechts) <strong>im</strong> Gespräch mit Autorin Eva Maria Reichert und <strong>rhw</strong>-Chefredakteur<br />
Robert Baumann <strong>im</strong> Verlag Neuer Merkur in München<br />
u<br />
u<br />
u<br />
aktiv und macht auf eure Arbeitsleistung aufmerksam! Also<br />
raus aus der Komfortzone und der <strong>im</strong> Hauswirtschasbereich<br />
leider <strong>im</strong>mer noch anzutreffenden Kittelschürzenatmosphäre,<br />
Eigeninitiative und -marketing zählt!“<br />
„Habt Mut, auch manchmal unbequem zu sein – dabei aber <strong>im</strong>mer<br />
sachlich. Sucht euch herausfordernde Projekte und verwirklicht<br />
diese, auch, wenn man vorher meint, „das kann/schaffe<br />
ich nie“. Diese Gedanken bei neuen Herausforderungen, verbunden<br />
mit schlaflosen Nächten, hat man auch als erfahrene<br />
Führungskra, man geht es mit der Zeit nur etwas gelassener<br />
an.“<br />
„Immer und auf jeden Fall: Fehler oder Wissenslücken sofort<br />
und deutlich formulieren, aber auch unbedingt Lösungsansätze<br />
dazu präsentieren.“<br />
„Frauen, verkau Euch nicht unter Eurem Niveau! Testet Euren<br />
Marktwert! Beispielsweise empfiehlt es sich, hin und wieder Bewerbungen<br />
für Stellen zu schreiben, an welchen nicht zwangsläufig<br />
Interesse besteht. Dabei lässt sich das Schreiben von Bewerbungen<br />
und das Aureten <strong>im</strong> Bewerbungsgespräch trainieren.“<br />
Zukunftsmusik und neue Pläne<br />
Und ihr neuestes Projekt? Das langjährige Mitglied <strong>im</strong> Berufsverband<br />
Hauswirtscha lacht. „Das hat diesmal wirklich nichts mit<br />
Hauswirtscha zu tun. Aber mal wieder mit Organisieren und Neustrukturierung<br />
– allerdings in fremdem Terrain.“ Was sie damit<br />
meint? Sie ist in den Auau eines Start-up Unternehmens für Online-Sportwetten<br />
involviert. Denn eigentlich, so betont sie, ist es<br />
egal, in welchem Bereich man arbeitet. Sie bringt Leute zusammen,<br />
damit ein gemeinsames, großes Ziel erreicht werden kann. Das<br />
gefällt ihr. Die Sportwetten gibt es dann bald online und als App.<br />
Das Credo der vielseitigen HBL: „Nicht ausschließlich der gerade<br />
Lebensweg muss der perfekte sein! Auf zum Unbekannten! Seid<br />
neugierig und wagt etwas!“<br />
E Eva Maria Reichert<br />
: www.frauennetzwerk-foodservice.de<br />
: www.cucina-plan-consult.de.<br />
18 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Fachthema<br />
Ke<strong>im</strong>frei und einsatzbereit<br />
Die richtige Aufbereitung von Mopps und Reinigungstüchern<br />
ist ein grundlegender Baustein bei der ke<strong>im</strong>freien<br />
Reinigung von Flächen, Böden und Co. <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
hat bei unserem <strong>rhw</strong>-Experten für Gebäudereinigung,<br />
Andreas Carl, nachgefragt, was bei dem<br />
Gebrauch von Mopps beachtet werden muss und welche<br />
Fehler einfach vermieden werden können.<br />
Viele Mitarbeiter verwechseln den<br />
Vorgang des Waschens und des<br />
Aufbereitens von Mopps. Welche<br />
Unterschiede gibt es?<br />
Ja, das wird oft verwechselt. Wenn vom<br />
Waschen gesprochen wird, meinen viele<br />
auch oft das Aufbereiten – und umgekehrt.<br />
Letztendlich umfasst das Waschen<br />
den Prozess des Reinigens in der Waschmaschine.<br />
Eine andere Sache ist es, wenn<br />
Moppbezüge und Tücher mit einer Desinfektionslösung<br />
getränkt hygienisch aufbereitet<br />
bzw. präpariert werden. Die Aufbereitung<br />
umfasst also den nächsten<br />
Schritt.<br />
Welche verschiedenen Verfahren<br />
der Aufbereitung gibt es?<br />
Die Möglichkeiten der Konservierung in<br />
der Waschmaschine sehen folgendermaßen<br />
aus: Zum einen kann das Desinfektionsmittel<br />
<strong>im</strong> Spülbad integriert werden.<br />
In diesem Fall jedoch verbraucht man eine<br />
große Menge an Desinfektionsmittel, da<br />
sich dieses mit dem Spülwasser vermischt.<br />
Eine dem Verbrauch des Desinfektionsmittels<br />
zuträglichere Variante ist die, dass<br />
der Mopp in der Maschine nach dem<br />
Waschgang und Schleudergang präpariert<br />
wird.<br />
Häufig werden Desinfektionsmittel mit<br />
Quartären Ammoniumverbindungen<br />
(QAV) verwendet – diese haben eine gute<br />
Desinfektionswirkung, hinterlassen jedoch<br />
auf Hartböden Streifen.<br />
Es wird von verschiedenen Herstellern versichert,<br />
dass die Desinfektionswirkung zirka<br />
48 bis 72 Stunden vorhält. Dem stehe<br />
ich allerdings kritisch gegenüber. Hierbei<br />
muss klar unterschieden werden, ob nach<br />
dieser Zeit der Mopp hygienisch einwandfrei<br />
ist oder ob die Reinigung mit<br />
dem Mopp desinfizierend ist. Das ist ein<br />
wesentlicher Unterschied. Durch die Absorption<br />
von Desinfektionsmittel kann die<br />
desinfizierende Wirkung nämlich verloren<br />
gehen. Daher ist bei den Beschreibungen<br />
auf diesen wesentlichen Unterschied achten.<br />
Bei einer Präparation (Konditionierung)<br />
werden die Mopps mit der Reinigungslösung<br />
„übergossen“. Das kann in<br />
der Waschmaschine oder in den Moppkisten<br />
geschehen.<br />
Gibt es hierfür offizielle Empfehlungen?<br />
Die Richtlinie des Robert Koch-Instituts<br />
(RKI) empfiehlt, die Mopps zu trocknen.<br />
Das jedoch bedeutet eine Investition von<br />
Energie und Verschleiß der Mopps. Das<br />
Seltsame: Es gibt vom RKI zwar klare Auflistungen,<br />
wie gewaschen werden soll. Jedoch<br />
ist kein Standard verzeichnet, wie<br />
man be<strong>im</strong> Trocknen vorzugehen hat – beispielsweise<br />
was die Temperatur, Restfeuchte<br />
oder Lagerung anbelangt. Das ist<br />
eine riesige Lücke.<br />
Was sind die größten Fehler, die<br />
Ihnen bei der Reinigung von<br />
Mopps auffallen?<br />
Ein großer Fehler ist die Überladung der<br />
Maschinen – die noch in den Fasern der<br />
Mopps verhaftete alte Chemie des vorherigen<br />
Reinigungsprozesses wegen der hohen<br />
Menge nicht herausgespült. Als Folge<br />
davon entsteht eine Krustation. Das bedeutet,<br />
dass sich die alte und die neue<br />
Chemie vermischen, dabei aber keine<br />
Reinigung stattfinden kann. Eine Regel<br />
zum richtigen Befüllen lautet: Ein Mopp<br />
muss be<strong>im</strong> Drehen die Elf-Uhr- und dann<br />
automatisch die Fünf-Uhr-Stellung erreichen<br />
– also darf die Maschine nicht so<br />
voll sein, dass der Mopp nicht frei in der<br />
Maschine werden kann und von oben<br />
links (11 Uhr) nach unten rechts (5 Uhr)<br />
fällt.<br />
Ein weiterer Fehler be<strong>im</strong> Waschen ist es,<br />
wenn am Spülgang gespart wird. Dabei<br />
bleibt auch alte Chemie in den Fasern<br />
haften.<br />
Zudem fatal: die Überdosierung. Reste<br />
bleiben <strong>im</strong> Mopp haften – und das ermöglicht<br />
kein opt<strong>im</strong>ales Reinigungsergebnis.<br />
Auch ist es ein wirtschaftlicher Faktor:<br />
Es kann Einiges an Kosten gespart werden,<br />
wenn man richtig dosiert! E<br />
Vielen Dank für das interessante<br />
Gespräch!<br />
Interview: Eva Maria Reichert<br />
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<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 19
Fachthema<br />
Was tun, wenn Demente<br />
auf Wanderschaft gehen?<br />
Bei Demenz versagt das<br />
Navigationssystem des<br />
Gehirns. Das Gedächtnis<br />
sowie weitere kognitive<br />
Leistungen lassen mit<br />
der Zeit nach oder gehen<br />
gänzlich verloren.<br />
So kann es vorkommen,<br />
dass Menschen mit Demenz<br />
unerlaubt ihr gewohntes<br />
Lebensumfeld<br />
verlassen, dabei sich<br />
und andere gefährden.<br />
Dagegen kann man etwas<br />
tun. Der Beitrag beschreibt,<br />
wie man dem<br />
Weglaufen sinnvoll begegnet.<br />
ein Dementer nachts aus dem Bett, schlüp<br />
seine Schuhe, läu <strong>im</strong> Schlafanzug nach draußen<br />
„Springt<br />
und dann kreuz und quer durch die Stadt, mag<br />
er auf der Suche nach einer vertrauten Umgebung sein. Seine<br />
Absicht ist harmlos, aber das Gefährliche ist: verirrt er sich,<br />
kann er auch in Lebensgefahr geraten“, erzählt Jochen Gust.<br />
Der 36-jährige gelernte Altenpfleger arbeitet für das Sankt<br />
Elisabeth Krankenhaus Eutin (Holstein) <strong>im</strong> Fachdienst<br />
Geriatrie. Er befasst sich intensiv damit,<br />
wie man mit den o schwierigen und herausfordernden<br />
Verhaltensweisen Dementer<br />
umgeht. Eine wichtige Aufgabe, denn derzeit<br />
leiden 1,4 Millionen Deutsche an der<br />
unheilbaren Krankheit des Geistes. Experten<br />
schätzen, dass es 2050 drei Millionen<br />
sein werden.<br />
Senioren-GPS-Tracker<br />
einsetzen<br />
Zwar gibt es auch apathische Demente,<br />
aber: „Rund 60 Prozent aller Dementen<br />
laufen wenigstens einmal während ihrer<br />
Krankheit weg“, sagt Richard Malone, Geschäsführer<br />
der Notrufzentrale „SicherFinden24“<br />
aus Stuttgart. Dieser Servicedienst bietet<br />
Satellitenortung für Demente. Dabei werden Hilfskräe<br />
alarmiert und direkt via Handykontakt zum Wegläufer<br />
geleitet. Eine professionelle Notruf- und Servicezentrale<br />
überwacht das Ganze permanent. Dieser Service ist relativ<br />
neu in Deutschland.<br />
Auch auf der Demenzstation des Sankt Elisabeth Krankenhauses<br />
setzt man moderne Medizintechnik ein: „Wir<br />
verwenden Armbanduhren, die die Dementen am<br />
Handgelenk tragen. Diese Uhren enthalten einen<br />
Sender, der die Pflegekräe über den Aufenthaltsort<br />
ihrer Schützlinge informiert, so dass<br />
sie zeitnah bemerken, wenn die Patienten<br />
weglaufen. Darüber hinaus gibt es auf der<br />
Demenzstation unter anderem auch eine<br />
Tür, die aussieht wie ein Bücherregal. Selbst<br />
ein Gesunder würde an der Stelle den<br />
Ausgang nicht vermuten – und schon gar<br />
nicht ein Dementer.“<br />
Daran denken: Demente<br />
laufen hin<br />
„Stellen Sie sich vor, Sie sind 36 Jahre alt,<br />
sind <strong>im</strong> Büro sehr beschäigt und Ihre<br />
Frau ru Sie an, eines Ihrer Kinder müsse<br />
mit gebrochenem Bein ins Krankenhaus.<br />
Fotos: Krankenhaus Sankt Elisabeth, Eutin, Christina Hohner Photography<br />
20 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Da möchten Sie sofort hin. Sie lassen sich in dem Moment ganz<br />
sicher nicht vom Kollegen aualten, der mit Ihnen über das Wetter<br />
reden möchte“, schildert Jochen Gust.<br />
„Ähnliches geht <strong>im</strong> Gehirn eines Dementen vor, wenn er Ihnen mitteilt,<br />
er wolle zu seiner Mutter. Demenz zerstört die Gehirnstrukturen<br />
von neu nach alt. Das heißt, der Demente vor Ihnen mag 80 Jahre<br />
alt sein, in seiner Vorstellungswelt ist er 36 Jahre und muss zu seiner<br />
Mutter, um ihr zu helfen. Auch lässt er sich ganz sicher nicht davon<br />
abbringen, wenn Sie ihm sagen, er möge sich setzen und einen Kaffee<br />
trinken. Der Demente ist in seinem Wahn gefangen. Halten Sie ihn<br />
von seinen Plänen ab, kann er mit heigen Aggressionen reagieren.“<br />
Recht haben oder glücklich sein<br />
Um Demente daran zu hindern, dorthin zu laufen, wo sie hin wollen,<br />
gibt es kein Patentrezept, meint Jochen Gust. Zunächst sei es wichtig<br />
zu lernen, die Anzeichen des Hinlaufens frühzeitig zu erkennen,<br />
das seien zum Beispiel vermehrte Unruhe oder häufiges Erwähnen<br />
der Mutter. Keinesfalls helfe es, mit dem Dementen zu diskutieren,<br />
die Mutter sei doch längst tot. Besser sei, ihn zu loben, ihm zu sagen,<br />
er sei ein guter Sohn und der Mutter ginge es gut.<br />
„Passiert es doch, der Demente läu weg und man findet ihn, sollte<br />
man sich in die Lage versetzen, man ist 36 und muss unbedingt zum<br />
verunglückten Kind.“ Vorwürfe sind falsch. Man kann beispielsweise<br />
neben dem Dementen her gehen, ihn san am Arm berühren, sich<br />
unterhaken, irgendwann mit ihm gemeinsam die Richtung wechseln.<br />
Sagen Sie: „Ich brauche Deine Hilfe“ oder „Komm, wir gehen einen<br />
Kaffee trinken“. O hat er die ursprüngliche Idee, warum er weglief,<br />
zum Zeitpunkt des Auffindens auch schon vergessen, das erleichtert<br />
es, ihn zurück zu begleiten.“<br />
∑<br />
Fachthema<br />
ALLTAGSTIPPS FÜR DEN UMGANG<br />
MIT DEMENTEN WEGLÄUFERN<br />
1 Bringen Sie einen Zettel innen in der Kleidung an, zum Beispiel<br />
in der Jackentasche. Auf dem Zettel sollten Name und Adresse<br />
des Dementen stehen, so dass man ihn <strong>im</strong> Falle des Aufgreifens<br />
identifizieren kann.<br />
2 Gerade Demente mit Hinlauftendenz bedürfen vernünftiger<br />
Schuhe, Gehstöcke und Gehhilfen. Verstecken Sie diese niemals.<br />
Ist <strong>im</strong> Kopf des Kranken „Mein Sohn ist in Not“; läuft er auch auf<br />
Socken zu ihm. Gehen Demente ohne vernünftige Kleidung nach<br />
draußen, sind sie umso gefährdeter, vor allem <strong>im</strong> Winter.<br />
3 Halten Sie stets ein aktuelles Foto zur Hand. Man sollte es nicht<br />
an die Polizei faxen, sondern <strong>im</strong> Bedarfsfall persönlich übergeben:<br />
Die Übertragungsqualität eines Faxes ist in der Regel zu schlecht.<br />
4 Wir Menschen sind dazu geschaffen, etwas zu tun. Lassen<br />
Sie den Dementen einen Teil der arbeitenden Familie sein. Sonst<br />
beschäftigt er sich selber, unter Umständen mit Unerwünschtem.<br />
5 Informieren Sie Nachbarn und Freunde. Dann können diese<br />
reagieren, wenn sie den Dementen auf der Straße sehen.<br />
6 Wo hielt sich der Demente früher gerne auf, welche Bezugspunkte<br />
hat er? Sind es Gaststätten, Supermärkte, die Wohnungen<br />
von Freunden? Suchen Sie diese Bezugspunkte <strong>im</strong> Falle, dass Sie<br />
ihn vermissen, zuerst ab.<br />
Ein tragfähiges Netzwerk aufbauen<br />
„Stellt ein Arzt die Diagnose Demenz, gibt es meist zwei Opfer, den<br />
Kranken und denjenigen, der ihn pflegen wird“, fährt Jochen Gust<br />
fort. Laut Statistik träfe es meistens Frauen über 50. Die Pflege Dementer<br />
sei aufreibend und nur über ein tragfähiges Netzwerk realisierbar.<br />
Sie bedeute, den Kranken rund um die Uhr betreuen zu<br />
müssen, mit den psychischen Veränderungen umzugehen. Damit<br />
sei ein Laie o vollkommen überfordert: Kein Wunder, wenn es<br />
dann zu menschenunwürdigen Pflegesituationen käme, zum Beispiel,<br />
dass Demente während des Mittagessens mit Gürteln am Stuhl<br />
gefesselt würden, weil sie sonst ständig aufstünden. Auch Handgreiflichkeiten<br />
kämen vor. Betroffene Angehörige sollten sich dringend<br />
Hilfe suchen und je nachdem, wie groß die Belastung ist, auch<br />
darüber nachdenken, den Dementen in ein Pflegehe<strong>im</strong> zu geben.<br />
E Bettina Halbach<br />
Infos<br />
Notrufzentrale „SicherFinden24“:<br />
: www.sicherfinden24.de<br />
Deutsche Alzhe<strong>im</strong>er Gesellschaft:<br />
: www.deutsche-alzhe<strong>im</strong>er.de<br />
Die perfekte Lösung<br />
für Ihren Waschraum<br />
Jochen Gust und Dr. Hartmut Niefer: „Demenz. Wissen –<br />
verstehen – begleiten“, Hirzel-Verlag, 2013, 24,50 Euro.<br />
www.tork.de<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 21
Fachthema<br />
Berufsbekleidung:<br />
Funktional und komfortabel<br />
Berufskleidung<br />
von Bardusch<br />
Berufskleidung für Mitarbeiter von sozialen<br />
Einrichtungen muss zahlreichen Anforderungen<br />
standhalten: Sie muss hygienische Kriterien<br />
erfüllen, einen hohen Tragekomfort aufweisen,<br />
bequem und optisch attraktiv sein –<br />
für die Nutzer genauso wie für die betreuten<br />
Menschen. Für den Einrichtungsträger kann<br />
einheitliche Berufskleidung zudem die Corporate<br />
Identity des Unternehmens gegenüber<br />
Mitarbeitern und Kunden stärken. Außerdem<br />
soll die Dienstkleidung in Anschaffung, Reinigung<br />
und Instandhaltung kostengünstig sein.<br />
Leichte und vor allen<br />
Dingen vollfarbige<br />
Oberteile sieht Nybo<br />
<strong>im</strong> Trend<br />
Immer mehr Anbieter vertreiben ihre Bekleidung inzwischen<br />
auch über das Internet, einige sogar ausschließlich. Kunden der<br />
Firma CWS-Boco können über ein geschlossenes Extranet passwortgeschützt<br />
und SSL-verschlüsselt auf ihre Daten zugreifen und<br />
zum Beispiel online Bestandsänderungen vornehmen. „So können<br />
neue Mitarbeiter angemeldet, Artikelgrößen getauscht oder Bestandserhöhungen<br />
vorgenommen<br />
werden. Auch<br />
Kontroll- und Reparaturauräge<br />
kann der Kunde<br />
einfach in Aurag geben.<br />
Mit diesem E-Service spart<br />
er Zeit bei min<strong>im</strong>alem<br />
Aufwand“, erklärt das Unternehmen.<br />
Wichtige Kriterien:<br />
Material und Waschbarkeit<br />
Experten empfehlen zumeist Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester.<br />
Polyester ist atmungsaktiv und sorgt so dafür, dass sich kaum<br />
Feuchtigkeitsstau auf der Haut bildet, der erstens unangenehm ist<br />
und zweitens das Ke<strong>im</strong>wachstum fördert.<br />
Falsche Materialien können Infektionsrisiken für die Bewohner bedeuten,<br />
denn einer der möglichen Übertragungswege von Krank-<br />
Fotos: Bardusch, Nybo, Blakläder, CWS-boco, Zollner<br />
22 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Fachthema<br />
heitserregern ist die Kleidung der Mitarbeiter. Diese<br />
muss deswegen nicht nur sauber, sondern auch mikrobiologisch<br />
unbedenklich sein. Das können T-Shirts,<br />
Hemden und Hosen, die nur bei 30 oder 40 Grad Celsius<br />
auf herkömmliche Weise gewaschen werden können,<br />
nicht gewährleisten. „In Nassreinigungsmaschinen mit<br />
speziellen faserschonenden Nassreinigungsverfahren in<br />
Kombination mit desinfizierenden Hilfsmitteln kann<br />
hier ein opt<strong>im</strong>ales Ergebnis erzielt werden“, haben Experten<br />
der Institute Hohenstein herausgefunden. Diese<br />
Möglichkeit haben normale Haushaltsmaschinen natürlich<br />
nicht, so dass diese Berufsbekleidung nicht zu Hause<br />
gewaschen werden darf.<br />
Bei einer Waschtemperatur von mindestens 65 Grad Celsius<br />
hingegen und normaler Länge des Waschvorgangs,<br />
haben die meisten vorhandenen Mikroorganismen auf<br />
Textilien jedoch nur eine geringe Überlebenschance.<br />
Eine spezielle Desinfektionswäsche ist dann aus hygienischen<br />
Gründen nur selten notwendig (sollte aber<br />
gleichwohl möglich sein). Außerdem führen Desinfektionsmittel<br />
bei manchen Mitarbeitern zu (vermeidbaren)<br />
Allergien, warnen Fachleute.<br />
Die aktuelle Kollektion von CWS boco<br />
BEDENKENSWERTES<br />
BEI DER ANSCHAFFUNG<br />
VON BERUFSKLEIDUNG<br />
u Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester vorziehen.<br />
u Bei der Kleidungspflege gesetzliche Vorschriften beachten<br />
(Robert Koch-Institut, Berufsgenossenschaft).<br />
u Nur bei 30 und 40 Grad waschbare Kleidung muss<br />
in Nassreinigungsmaschinen gewaschen werden.<br />
u Die Vergabe der Wäsche an einen externen Dienstleister<br />
überträgt viel Verantwortung auf diesen, die<br />
Hauswirtschaftsleitung muss ihn aber kontrollieren.<br />
u In besonders gefährdeten Bereichen den Einsatz ant<strong>im</strong>ikrobiell<br />
veredelter Textilien bedenken.<br />
u Die Wünsche der Mitarbeiter bei der Auswahl einbeziehen,<br />
denn Mitarbeiter, die sich in ihrer Kleidung<br />
wohl fühlen, sind motivierte Mitarbeiter.<br />
u Bei der Bekleidungsauswahl auch an die Corporate<br />
Identity des Unternehmens denken.<br />
u Die Kosten für Ankauf und Leasing sowie für die konventionelle<br />
und Online-Bestellung vergleichen.<br />
Nachhaltigkeit ist angekommen<br />
Asien ist die He<strong>im</strong>at der internationalen Textilindustrie. In Vietnam<br />
und Sri Lanka stehen die insgesamt sechs firmeneigenen Produktionsstätten<br />
der schwedischen Blåkläder-Group. Rund 3.200 Mitarbeiter<br />
fertigen hier die einzelnen Berufskleidungsteile. Faire Löhne,<br />
die Bildung von Gewerkschaen sowie Fort- und Weiterbildungsangebote<br />
gehören bei dem Unternehmen ebenso dazu wie ärztliche<br />
Versorgung, einen Hol- und Bringdienst zur Produktionsstätte, zwei<br />
Mahlzeiten am Tag oder die Versorgung der rund 550 Mitarbeiterkinder<br />
mit Schulbüchern. Das sind nur einige Beispiele der sozialen<br />
Firmenpolitik, die sich den Prinzipien der ILO (Internationalen Arbeitsorganisation)<br />
verpflichtet sieht. „Wir erleben gerade bei Ausschreibungen,<br />
dass die Nachfrage nach der Corporate Social Responsibility<br />
also unternehmerischer Verantwortung, sehr wichtig<br />
ist“, erklärt der deutsche Geschäsführer omas Guttenberger. Das<br />
ema Nachhaltigkeit sei angekommen.<br />
Silberionen halten Ke<strong>im</strong>e in Schach<br />
„Schätzungen zufolge erkranken zwölf Prozent der stationären Patienten<br />
während eines Krankenhausaufenthaltes an einer Infektion“,<br />
so ein Sprecher der Karl Dieckhoff GmbH & Co KG. Manche Erreger<br />
werden bemerkt oder unbemerkt mit der Klinikentlassung ins Pflegehe<strong>im</strong><br />
eingeschleppt. Dieckhoff sieht sein auf Silberionen basierendes<br />
Textilprodukt „See it safe“ als einen Beitrag zur Risikomin<strong>im</strong>ierung<br />
sowie als einen Faktor zur Steigerung der Wirtschalichkeit<br />
von Pflegeeinrichtungen.<br />
Es fungiere als präventive Barriere gegen Kreuzinfektionen aus der<br />
Umgebung. 95 Prozent aller Bakterien – auch MRSA – werden nach<br />
Angaben des Herstellers innerhalb von 60 Minuten abgetötet. Dabei<br />
beeinflusse „See it Safe“ nicht die natürliche Ke<strong>im</strong>reproduktion der<br />
Träger bzw. der Anwender selbst. Neben der Berufskleidung könnten<br />
auch viele andere Textilien in Pflegeeinrichtungen mit „See it Safe“<br />
ausgerüstet werden und so der Ke<strong>im</strong>übertragung entgegenwirken.<br />
Der ant<strong>im</strong>ikrobielle Wirkstoff bleibe <strong>im</strong> Gewebe und sei während<br />
der gesamten Lebensdauer des Produkts aktiv – geruchshemmend,<br />
fungizid, antistatisch und thermodynamisch.<br />
Gesetzliche Vorschrien zur Wäscheauereitung sind rar. Als Orientierung<br />
können die Empfehlungen für Krankenhaushygiene und<br />
Infektionsprävention des Robert Koch-Instituts (RKI) dienen. Auch<br />
die Berufsgenossenscha hat sich in der Richtlinie UVV Wäscherei<br />
BGR 256 mit der korrekten Wäschepflege beschäigt.<br />
Die Vergabe der Kleidung an einen externen Dienstleister bietet<br />
Vorteile: Dieser holt verschmutzte Teile ab, wäscht sie in nach RKI-<br />
Richtlinien zertifizierten Wäschereien und liefert regelmäßig frische<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 23
Fachthema<br />
Mit eigener Fertigung in Näherei und Stickerei hat<br />
sich das Unternehmen Zollner auf den textilen <strong>Hotel</strong>-<br />
und Pflegehe<strong>im</strong>bedarf spezialisiert<br />
Das schwedische Unternehmen Blåkläder betont seine soziale Verantwortung<br />
bei der Produktion in Sri Lanka (Foto) und Vietnam<br />
Textilien in der Einrichtung an. Die Dokumentationspflicht für die<br />
Einhaltung sämtlicher Hygienevorschrien bei der Wäscheauereitung<br />
geht ebenfalls auf den Dienstleister über.<br />
Berufskleidung für Schwangere<br />
Die Angebotspalette der Firmen für Berufsbekleidung und andere<br />
textile Produkte ist breit: Dress-Line offeriert <strong>im</strong> Segment Berufsbekleidung<br />
unter anderem eine Pflege-Line mit vier Kollektionen.<br />
Die „Öko“-Kollektion kommt <strong>im</strong> Seersucker-Habitus daher. „Durch<br />
die besondere Struktur des Seersuckergewebes entsteht auf der Haut<br />
ein angenehmes, leichtes Tragegefühl“, erklärt ein Sprecher. „Durch<br />
VORZÜGE VON<br />
MIETBERUFSBEKLEIDUNG<br />
u Wegfall der einmaligen Anschaffungskosten von Berufsbekleidung<br />
u Abholung, Aufbereitung, Bügeln der Textilien und anschließende<br />
Anlieferung be<strong>im</strong> Kunden<br />
u kein betriebsinterner Organisations- und Lageraufwand<br />
u keine Kosten für Waschmittel, Energie, Wasser etc.<br />
u keine Personalkosten für die Auswahl und Wartung der<br />
Berufsbekleidung<br />
u einheitliches und gepflegtes Erscheinungsbild aller Mitarbeiter<br />
u schnelle Reaktion auf neue branchenspezifische Anforderungen<br />
u Einhaltung aller geltenden Hygienevorschriften<br />
u Konfektionsgrößenwechsel ohne zusätzliche Kosten<br />
u Rückgabeservice für ausgeschiedene Mitarbeiter<br />
u zeitnahe Ausstattung neuer Mitarbeiter<br />
u steuerliche Absetzbarkeit der Leasingraten als Betriebsausgaben<br />
in voller Höhe.<br />
die leichte Hoch-tief-Struktur dieser Kollektionsteile liegt dieses<br />
Gewebe nur partiell auf der Haut an, somit ist eine gute Luzirkulation<br />
zwischen Körper und Stoff gewährleistet.“<br />
Das dänische Unternehmen Nybo präsentiert seine neuen Kollektionen<br />
Rainbow und Charisma. „Insbesondere wenn es um aktuelle<br />
Trends und Entwicklungen gehen sollte, ist Charisma ein gutes Beispiel<br />
für eine wachsendes Segment: leichte und vor allen Dingen<br />
vollfarbige Oberteile“, so ein Firmensprecher.<br />
Der Hersteller Clinic+Job-Dress führt als einer der wenigen Anbieter<br />
auch Kleider sowie Bekleidung für Schwangere in seinem Vollsort<strong>im</strong>ent.<br />
CJD weist zudem auf ihre „intelligenten“ Materialien hin.<br />
Man biete zum Beispiel Serien aus leichten Stoffen für den Einsatz<br />
bei hohen Temperaturen, von denen manche zudem Geruchsbildung<br />
verhindern und antibakterielle Wirkstoffe enthalten. Großkunden<br />
erfüllt dieser Anbieter auch Sonderwünsche, beispielsweise können<br />
ausgewählte Modelle in anderen Farben oder Stoffen gefertigt werden.<br />
Mit eigener Fertigung in Näherei und Stickerei hat sich das Unternehmen<br />
Zollner auf den textilen <strong>Hotel</strong>- und Pflegehe<strong>im</strong>bedarf spezialisiert.<br />
Das Sort<strong>im</strong>ent von Zollner bietet eine große Auswahl an<br />
Bekleidung für verschiedene Berufsgruppen, Bettwaren und Bettwäsche,<br />
Tischwäsche und Frottierwäsche. Als eine besondere Stärke<br />
bezeichnet ein Unternehmenssprecher die schnelle Realisierung<br />
von individuellen Kundenwünschen. Flexibel werden bei Bett- und<br />
Tischwäsche alle benötigten Größen gefertigt und mit Einstickungen<br />
und Einwebungen versehen. Auf seiner Internetseite präsentiert der<br />
Anbieter „Schnäppchen“ und „Aktionen“.<br />
Mietservices beraten, holen,<br />
waschen und bringen<br />
Bekleidung und Wäsche können gekau oder gemietet/geleast werden.<br />
Leasingunternehmen bieten in der Regel die gesamte Leistungspalette<br />
von der Ausstattung mit den passenden Bekleidungsstücken<br />
über die Abholung der benutzten Wäsche, Reinigung, Bügeln,<br />
bei Bedarf Ausbesserungen bis hin zur Wiederanlieferung –<br />
24 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Fachthema<br />
so etwa die Unternehmen Alsco, Bardusch, CWS-boco, DBL und<br />
Dress-Line.<br />
Sie bieten Alten- und Pflegeeinrichtungen ein komplettes Textilversorgungspaket<br />
an, das neben der Berufskleidung für die Mitarbeiter<br />
auch die Versorgung der Bewohner- und Stationswäsche umfasst.<br />
Die gesamte Wäsche wird auf Wunsch bis in die Schränke geliefert.<br />
DBL und Bardusch liefern die Mitarbeiterbekleidung bis ins persönliche<br />
Schrankfach. Beispiel DBL: Nach der Bearbeitung bei der<br />
DBL wird jedes Kleidungsstück auf seine Einwandfreiheit untersucht,<br />
etwa ob noch alle Knöpfe dran sind, ob es Risse gibt usw. Schäden<br />
werden in der Näherei repariert. Aufgrund normalen Verschleißes<br />
nicht mehr zu gebrauchende Kleidung wird kostenlos ausgetauscht.<br />
Im laufenden Betrieb holt der regionale DBL-Dienstleister <strong>im</strong> Normalfall<br />
einmal die Woche die schmutzige Kleidung ab und bringt<br />
neue. Über das Barcodeverfahren ist sichergestellt, dass jeder Mitarbeiter<br />
genau sein Kleidungsstück bekommt. Die Firmen weisen<br />
auf die kontinuierliche Betreuung jeder Einrichtung durch einen<br />
branchenerfahrenen Service-Mitarbeiter und eine detaillierte Kalkulationsgrundlage<br />
hin.<br />
Der beschriebene Service-Kreislauf soll den Kunden das Kosten<strong>management</strong><br />
erleichtern, sie sollen via Dienstleister einfach und<br />
schnell Wäscheverbrauch und Budgets überwachen können. Durch<br />
die Integration kundenspezifischer Daten <strong>im</strong> Benchmark-System<br />
zeigt der Dienstleister ihnen sowohl Referenzwerte als auch Einsparpotenziale<br />
auf. „Bei CWS-boco werden bereits bei der Beratung<br />
individuelle Lösungswege für eine opt<strong>im</strong>ale Versorgungsqualität<br />
und damit verbundene Einsparpotenziale aufgezeigt“, fasst ein Firmensprecher<br />
zusammen.<br />
Ein Versprechen, das stellvertretend für viele Anbieter steht. Wie<br />
dies in der Praxis am Beispiel von Alsco <strong>im</strong> Raum Leipzig aussieht,<br />
das beschreiben wir in einem Report in der kommenden Ausgabe.<br />
E Sigrid Daneke<br />
<br />
für Ihren Geschäftserfolg.<br />
KLEIDUNG UND<br />
SCHUTZAUSRÜSTUNG<br />
FÜR PFLEGEBERUFE AUS<br />
HYGIENISCHER SICHT<br />
Die Sektion „Hygiene in der ambulanten und stationären<br />
Krankenpflege“, eine Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft<br />
für Krankenhaushygiene (DGKH), erarbeitet Vorgaben<br />
für die praktische Umsetzung von Hygiene in verschiedenen<br />
Krankenhaus- und Pflegeeinrichtungen. Denn<br />
häufig besteht Unsicherheit, wann welche Kleidung bei<br />
der Arbeit zu tragen ist, ob Kleidungsvorschriften stationärer<br />
Einrichtungen auch auf ambulante Einheiten übertragbar<br />
sind, und ob es sich dabei um Arbeits-, Berufsoder<br />
Schutzkleidung handelt. Auf ihrer Homepage stellt<br />
die Sektion ihren Berufskleidungsplan/Handschuhplan für<br />
Krankenhaus- und Pflegeeinrichtungen <strong>im</strong> Gesundheitsdienst<br />
vor. Die Angaben sind von der Sektion als Mindeststandard<br />
für die Umsetzung <strong>im</strong> beruflichen Alltag gemeint.<br />
Der Plan befindet sich <strong>im</strong> Internet unter : www.krankenhaushygiene.de/pdfdata/sektionen/kleidung2008.pdf.<br />
<br />
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Wäschereitechnik
Fachthema<br />
Müllsammelcontainer <strong>im</strong> Krankenhaus<br />
Kufstein – er ist speziell angepasst<br />
für die dortige Fahrstuhlbreite<br />
Hygiene und Müll<br />
gehen alle Mitarbeiter an<br />
Die Abfallentsorgung ist für Einrichtungen<br />
sowohl aus hygienischen als auch<br />
finanziellen Gründen ein sehr wichtiges<br />
Thema. Für den Müll ist heute nicht<br />
mehr nur der Hausmeister zuständig.<br />
Das Vermeiden, Sammeln, Trennen, Sortieren<br />
und gegebenenfalls Pressen von<br />
Abfall geht alle Mitarbeiter an, sagt HWL<br />
und Hygiene-Beraterin Angelika Bischoff<br />
<strong>im</strong> Interview mit <strong>rhw</strong> <strong>management</strong>.<br />
Warum ist ein st<strong>im</strong>miges Abfallkonzept für eine<br />
Einrichtung wichtig?<br />
Wichtig ist ein st<strong>im</strong>miges Abfallkonzept zunächst natürlich,<br />
weil gewährleistet werden muss, dass alle gesetzlichen Vorschriften<br />
in diesem Bereich eingehalten werden. Das Kreislaufwirtschafts-<br />
und Abfallgesetz besagt, dass die Abfallvermeidung<br />
und die Abfallverringerung erste Priorität hat. Erst in zweiter<br />
Linie soll Abfall verwertet und schließlich entsorgt werden.<br />
Das Ziel eines Abfallkonzeptes in einer Einrichtung wie Krankenhaus<br />
oder Altenhe<strong>im</strong> muss daher sein, so wenig Abfälle<br />
wie möglich zu haben, die der Abfallentsorgung zugeführt<br />
werden müssen. Auch weil die Entsorgung die Häuser stark finanziell<br />
belastet. Infektiöse Abfälle sind beispielsweise die teuerste<br />
Abfallart, hier kostet die Entsorgung richtig viel Geld.<br />
Sie sagen, be<strong>im</strong> Thema Müll sei es besonders wichtig,<br />
die Mitarbeiter mit ins Boot zu nehmen? Könnten<br />
Sie das näher erläutern?<br />
Einweisung und Schulung der Mitarbeiter in Hauswirtschaft und<br />
Pflege sind hier das A und O. Ohne die richtige Einweisung<br />
und Schulung kann das ganze Konzept nicht funktionieren. Die<br />
Mitarbeiter müssen von Anfang an mitgenommen werden und<br />
es muss ihnen auch die Wichtigkeit der Abfalltrennung erklärt<br />
werden. Es sollte auch ein Ablaufplan erstellt werden. Hier dürfen<br />
die Abfallbeseitigung und die Reinigung der Abfallbehälter<br />
nicht fehlen.<br />
Welche Rechtsgrundlagen sind für Einrichtungen in<br />
diesem Bereich von Bedeutung?<br />
Für Krankenhäuser und Altenhe<strong>im</strong>e ist die „Richtlinie über die<br />
ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen<br />
des Gesundheitsdienstes“ wichtig, die von der Länderarbeitsgemeinschaft<br />
Abfall (LAGA) festgelegt wurde. Die erstellten<br />
Merkblätter haben verbindlichen Charakter. Außerdem werden<br />
<strong>im</strong> Infektionsschutzgesetz vier Kategorien von Abfällen beschrieben,<br />
dort geht es beispielsweise um Sonderabfälle, medizinische<br />
Abfälle, krankenhausspezifische Abfälle etc. Auch in der Biostoffverordnung<br />
finden sich Vorschriften zur Abfallentsorgung<br />
und Arbeitssicherheit. Und auch das Kreislaufwirtschafts- und<br />
Abfallgesetz enthält Verordnungen, Richtlinien und Empfehlungen<br />
für den Vollzug der Entsorgung; diese sind oft länderbezogen.<br />
In jeder Stadt und in jedem Kreis gibt es eine offizielle Stelle,<br />
die für die Abfallentsorgung zuständig ist. Dorthin kann man<br />
Foto: Robert Baumann<br />
26 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Fachthema<br />
sich auch als Institution wenden, wenn Fragen zu speziellen<br />
Abfallarten auftauchen.<br />
Das Abfallkonzept einer Einrichtung muss <strong>im</strong> Hygienehandbuch<br />
hinterlegt sein. Das ist vorgeschrieben und da schauen Gesundheitsämter<br />
und der MDK genau hin und machen auch Kontrollen<br />
dazu. Wir hatten vor kurzem in einer Einrichtung eine MDK-<br />
Prüfung, da wurde wirklich sehr intensiv das Hygienehandbuch<br />
überprüft.<br />
Welche verschiedenen Abfallarten fallen in Einrichtungen<br />
an?<br />
In Einrichtungen werden Abfälle in verschiedene Produktgruppen<br />
gegliedert, das sind:<br />
u Reststoffe wie Altglas, Altpapier, Styropor, Speisereste, der<br />
Grüne Punkt, Restmüll<br />
u Krankenhausspezifische Abfälle wie Abfallstoffe gefüllt mit<br />
Sekreten (zum Beispiel Windeln) oder Absaugbeutel<br />
u infektiöse Abfälle, zum Beispiel aus infektiösen Patientenz<strong>im</strong>mern<br />
(MRSA, ESBL, Salmonellen, Krätze, Läuse)<br />
u Sonderabfälle: Altmedikamente, chemische Abfälle <strong>im</strong> Krankenhaus,<br />
Laborabfälle, Fixierbäder, Altbatterien<br />
u radioaktive Abfälle <strong>im</strong> Strahlenbereich eines Krankenhauses<br />
u OP-/Wundversorgung: Blutkonserven, Körperteile<br />
u sonstige Abfälle wie datengeschützte Abfälle aus dem Bürobereich.<br />
Und all diese Abfälle müssen richtig behandelt werden.<br />
Wie wird infektiöser Müll richtig entsorgt?<br />
Hier gibt es laut Infektionsschutzgesetz klare Vorgaben. Im Krankenhaus<br />
ist geregelt, hochinfektiöse Abfälle in roten Beuteln in<br />
einer Doppelsackmethode zu entsorgen. Die Beutel dürfen wegen<br />
der Reißgefahr nur zu Dreiviertel gefüllt werden und werden<br />
mit Kabelbinder verschlossen. „Rot“ heißt für die Mitarbeiter:<br />
Be<strong>im</strong> Entsorgen muss Schutzkleidung getragen werden.<br />
Für Abfälle aus infektiösen Z<strong>im</strong>mern werden gelbe Säcke auch<br />
mit der Doppelsackmethode verwendet, auch hier müssen die<br />
Mitarbeiter bei der Entsorgung Schutzkleidung tragen.<br />
Dann gibt es noch die schwarzen Tonnen, die meistens <strong>im</strong> OP<br />
zu finden sind. Darin werden Abfälle der Wundversorgung entsorgt,<br />
aber auch Körperteile, Hautsequenzen oder Sekret aus<br />
eitrigen Wunden. Diese Tonnen werden noch <strong>im</strong> OP verschlossen<br />
und dürfen auch nicht mehr geöffnet werden. Sie werden<br />
mit einem speziellen Transporter abgeholt und gehen direkt in<br />
die Verbrennung. Die schwarzen Tonnen sind mit am teuersten<br />
in der Entsorgung.<br />
Zwar nicht infektiös, aber auch nicht gerade preiswert in der<br />
Entsorgung sind datengeschützte Abfälle aus den Büros. Diese<br />
werden in Metallboxen speziellen Firmen anvertraut, die sich<br />
auf Datenschutz spezialisiert haben.<br />
Wann sind Press-Systeme oder Nassmüllbehandlungsanlagen<br />
zur Volumenreduzierung sinnvoll?<br />
Press-Systeme hat man meistens für Reststoffe wie zum Beispiel<br />
Papierpressen für Kartonagen oder auch für den Restmüll zur<br />
Volumenreduzierung. Die Presse sitzt hierbei direkt am Container,<br />
so dass direkt bei Entsorgung zusammengepresst werden kann.<br />
Abfallentsorgung kostet die Häuser richtig viel Geld, so kostet<br />
beispielsweise die Abfuhr eines Containers mittlerweile rund<br />
Zur Person<br />
Unsere Interview-Partnerin Angelika<br />
Bischoff aus Wächtersbach<br />
ist Hauswirtschasleiterin und arbeitet<br />
seit über 20 Jahren in dieser<br />
Position in Krankenhäusern und<br />
Altenhe<strong>im</strong>en. Zusätzlich hat sie<br />
sich unter anderem weitergebildet<br />
zur Hygienebeauragten <strong>im</strong> Altenhe<strong>im</strong><br />
und hat eine Refa-Fachausbildung<br />
für die Organisation<br />
des Reinigungsdienstes. Derzeit<br />
ist sie als Hauswirtschasleiterin<br />
<strong>im</strong> Klinikum Offenbach tätig und<br />
bietet freiberuflich Beratungsleistungen an. Ihr Beratungsangebot umfasst<br />
Hygieneberatung für Altenhe<strong>im</strong>e und Krankenhäuser inklusive<br />
der Erstellung eines Hygienehandbuches sowie Mitarbeiterschulungen<br />
<strong>im</strong> Bereich Hygiene. Zu ihrem Angebot gehören auch weitere Beratungsleistungen<br />
<strong>im</strong> hauswirtschalichen Bereich wie die Erstellung<br />
einer Ist-Analyse, Personalbedarfsberechnungen, Erstellung von<br />
Dienstplänen sowie von Leistungsverzeichnissen. Weitere Infos unter:<br />
: www.hygiene-hauswirtschaft.de<br />
150 Euro, dann kommen noch die Entsorgungskosten hinzu.<br />
In Krankenhäusern sind die Pressen absolut üblich, denn hier<br />
muss Masse bewältigt werden. Für größere Altenhilfeeinrichtungen<br />
ergeben sie auf jeden Fall auch Sinn.<br />
Wenn in Einrichtungen mehr als 500 Mahlzeiten pro Tag angeboten<br />
werden, bieten sich auch Nassmüllbehandlungsanlagen<br />
an, die Speisereste zerkleinern und pressen. Hierdurch<br />
können Volumenreduzierungen um bis zu 85 Prozent erreicht<br />
werden.<br />
Stichwort Hygiene: Wo gibt es be<strong>im</strong> Thema Abfall<br />
häufig hygienische Probleme?<br />
Be<strong>im</strong> Thema Abfallentsorgung werden die Reinigungsmitarbeiter<br />
häufig nicht richtig eingewiesen oder sie fühlen sich für das<br />
Thema nicht zuständig. Hier gibt es oft Schnittstellenprobleme,<br />
denn mit Abfall geht keiner gerne um. Hier hilft es nur, die Zuständigkeiten<br />
klar zu regeln und schriftlich festzuhalten, wer<br />
wofür verantwortlich ist.<br />
Probleme gibt es manchmal auch bei der Entsorgung von infektiösen<br />
Abfällen, hier werden nicht <strong>im</strong>mer die entsprechenden<br />
Best<strong>im</strong>mungen eingehalten wie das Tragen von Schutzkleidung.<br />
Laut Biostoffverordnung sind Schulungen zur Entsorgung von<br />
infektiösem Abfall sogar Pflicht und müssen von der Hygienebeauftragten<br />
oder Hygienefachkraft durchgeführt werden.<br />
Wenn infektiöser Abfall entsorgt wird, können nicht nur Flächen<br />
und Gegenstände durch Ke<strong>im</strong>e kontaminiert werden, sondern<br />
für die Mitarbeiter besteht auch Ansteckungsgefahr. Daher sind<br />
die Schulungen und Einweisungen zu diesem Thema so wichtig,<br />
aber auch die Kontrolle und das Einleiten von Maßnahmen,<br />
wenn Anweisungen nicht umgesetzt wurden.<br />
Vielen Dank für das Gespräch!<br />
E Interview: Alexandra Höß<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 27
Report<br />
Gastronomie und Catering<br />
auf Schloss Zinneberg<br />
Nachdem wir in Ausgabe 5/2014 die ersten<br />
Arbeitsbereiche der auf Schloss Zinneberg<br />
in Oberbayern vorgestellt haben,<br />
geht es nun um Hauswirtschaft, Gastronomie<br />
und Catering.<br />
Die Teilnehmer des Berufsvorbereitungsjahres kümmern<br />
sich <strong>im</strong> Bereich Gastronomie zwei Mal pro Woche um<br />
den Pausenverkauf von Backwaren aus der hauseigenen<br />
Bäckerei. Die Fachkräfte für das Gastgewerbe sind jeden Mittwoch<br />
zum Service eingeteilt, wo sie <strong>im</strong> Restaurant „Scanzoni“*<br />
lernen<br />
u mit Gästen umzugehen,<br />
u Tische abzuräumen,<br />
u auf besondere Situationen zu reagieren und<br />
u zu servieren.<br />
Der regelmäßige Kontakt zum Gast während der Ausbildung<br />
ist sehr wichtig. Angeleitet werden sie von Küchenchef Bernhard<br />
Hinterseher, der zuvor unter anderem bei Prof. Eckart<br />
Witzigmann in der Sternegastronomie gearbeitet hat und die<br />
geregelten Arbeitszeiten auf Schloss Zinneberg schätzen gelernt<br />
hat. Gerne gibt Hinterseher sein Wissen an die Jugendlichen<br />
weiter, was sich herumspricht: Seit zwei Jahren werden erstmals<br />
nicht nur Beiköche, sondern auch zwei Köche auf Schloss Zinneberg<br />
ausgebildet.<br />
Möbel mit Holz aus dem Park<br />
Schreiner Sepp Würz hat die massiven Bänke <strong>im</strong> Speiseraum<br />
„Scanzoni“ angefertigt und gleich noch die Gelegenheit genutzt,<br />
dort eine massive, ungenutzte Holztür aus dem ehemaligen<br />
Kindergarten nebst Kamin einzubauen.<br />
Besonders stolz ist Sepp Würz auf den ovalen Tisch <strong>im</strong> Konferenzraum.<br />
Der Tisch besteht aus Eichenholz <strong>im</strong> Unterbau sowie<br />
Nussholz, Kirschholz und Thujaholz (Lebensbaum), das<br />
dreifarbig zusammengesetzt ist – und zwar mill<strong>im</strong>etergenau<br />
auf einer Länge von 7,60 Metern. Und weil Sepp Würz in<br />
Fahrt war, hat er auch dem gesamten Konferenzraum eine Hüttenoptik<br />
verpasst – ein Überbleibsel aus der Verkleidung seiner<br />
Schreinerwerkstatt, die <strong>im</strong> Allgemeinen nur „Räuberhöhle“ genannt<br />
wird.<br />
Jagdessen für 140 Personen<br />
Besonderer Höhepunkt für jeden Lehrling sind die Feiern, die<br />
<strong>im</strong> Historischen Jagdsaal für die Öffentlichkeit veranstaltet werden.<br />
Dazu gehören Jubiläen, Familiengeburtstage – aber auch<br />
Teilnehmer von Kaffeefahrten finden sich ein, die gerne mal<br />
in einem Schloss speisen möchten.<br />
„Im Januar hatten wir sogar drei Buchungen innerhalb einer<br />
Woche. Es spricht sich herum; wer bei einer Geburtstagsfeier<br />
Fotos: Katharina Beck (1), Schloss Zinneberg (4), Robert Baumann (4)<br />
* Das Restaurant ist benannt nach dem Würzburger Ordinarius für Geburtshilfe Friedrich Wilhelm von Scanzoni,<br />
28 der unter anderem zwei Geburten der russischen Zarin begleitete. Scanzoni starb 1891 auf <strong>rhw</strong> Schloss <strong>management</strong> Zinneberg 7/2014
Report<br />
HWL Renate Beck<br />
und ihre Stationen<br />
Die Bewirtung bei den Events erfolgt meist durch<br />
die Lehrlinge<br />
als Gast dabei war und zufrieden war, richtet gerne seine eigene<br />
Feier wieder bei uns aus“, sagt Renate Beck.<br />
Ein Höhepunkt ist sicherlich das jährliche Jagdessen, bei dem<br />
die Jäger nicht nur Wildfleisch aus dem Wald vorbeibringen,<br />
das dann in der Küche von Schloss Zinnerberg zubereitet wird,<br />
sondern auch alle Kosten übernehmen. Fast 140 Personen kamen<br />
2014 zu dem Jagdessen, mit dem sich die Jäger als Pächter<br />
bei den Eigentümern bedanken – denn es sind ja meist Bauern,<br />
die ihnen die Jagdrechte <strong>im</strong> Wald und auf den Feldern<br />
genehmigen.<br />
Blumenschmuck und Gartenarbeit<br />
Passend zu den angebotenen Feiern gibt es ein Buch mit Fotos<br />
von gedeckten Tischen, Blumenschmuck und Preisangaben.<br />
Jutta Ametsbichler ist Hauswirtschaftsmeisterin und Stellvertreterin<br />
von Renate Beck und betreut neben der Hauswirtschaft (zwei<br />
Blick in die Großküche: Nach Ende der Mittagszeit<br />
wird hier selbst produzierter Herzwein (nach Hildegard<br />
von Bingen) abgefüllt und die Flasche mit<br />
Schrumpffolie verschlossen – außerdem gibt es in<br />
dem Laden Fruchtaufstriche, Gebäck und Geschenkkörbe<br />
Behindertenhilfe, Privathaushalt,<br />
<strong>Hotel</strong> und Ausbilderin – so kann<br />
man Renate Becks bisherigen Berufsweg<br />
zusammenfassen. Ausgebildet<br />
als Hauswirtschafterin an<br />
der Berufsfachschule Landshut, absolvierte<br />
sie 1983 in Miesbach<br />
ihre Weiterbildung zur staatlich<br />
geprüften Hauswirtschaftsleiterin<br />
(kurz danach wurde in Bayern der<br />
Abschluss Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin<br />
eingeführt).<br />
Im heutigen Integrationszentrum<br />
für Cerebralparesen (ICP) München,<br />
das früher Spastikerzentrum hieß, fand sie ihre erste Anstellung<br />
und war dort fünf Jahre lang Ausbildungsleiterin. Sie reiste<br />
schon damals – ohne zu ahnen, dass dies 20 Jahre später ihr Arbeitsplatz<br />
werden würde – als Prüferin für Hauswirtschaft mehrmals<br />
nach Schloss Zinneberg.<br />
Anschließend arbeitete sie als HWL in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten,<br />
die für die artgerechte Tierhaltung und ökologische<br />
Aufklärung bekannt sind. Nach der Geburt ihrer heute 19 Jahre<br />
alten Tochter wechselte sie nach Glonn in einen Unternehmer-Privathaushalt.<br />
Ihr Chef musste nach einigen Jahren beruflich nach<br />
Frankfurt am Main umziehen und obwohl ihr der Job sehr gefiel,<br />
entschied sie: „Eine Niederbayerin verlässt so schnell ihre He<strong>im</strong>at<br />
nicht“. Und so arbeitete Renate Beck anschließend in Teilzeit als<br />
Hausdame in einem <strong>Hotel</strong> in Aying.<br />
Sie hatte 2007 gerade eine Initiativbewerbung für einen Job auf<br />
Schloss Zinneberg vorbereitet, als ihre Nachbarin sie darauf hinwies,<br />
dass dort eine HWL gesucht würde. Sie strich also das Wort<br />
„Initiativ“ und schickte die fertige Bewerbung los. Seit sieben Jahren<br />
arbeitet Renate Beck nun auf Schloss Zinneberg. „Ich glaube,<br />
man hat schnell gemerkt, dass ich sehr praktisch veranlagt bin –<br />
ich wechsele lieber selbst die Perlatoren zum Entkalken als einen<br />
Hausmeister zu rufen“, sagt Beck.<br />
Nach dem Motto „bei uns vermischt sich alles“ ist HWL Beck für<br />
so viele Dinge zuständig, dass es ihr nicht leicht fällt, die wichtigsten<br />
Aufgaben zu nennen. Dazu gehören:<br />
u Reinigung (alles außer dem Schulgebäude in der ehemaligen<br />
Orangerie und der Turnhalle, die extern vergeben sind) inklusive<br />
Einkauf und Lagerverwaltung<br />
u Ausschreibung und QM der externen Reinigungsfirma<br />
u Ausbilderin für DLH und FAGA für die Bereiche Wäscherei<br />
und Hausreinigung in der praktischen Umsetzung<br />
u Abläufe der Veranstaltungen <strong>im</strong> Kultur- und Gästebereich zusammen<br />
mit dem Chefkoch koordinieren (Seminare externer<br />
Anbieter, Gäste von Kaffeefahrten bewirten, Privatfeiern, Hochzeitsgäste,<br />
die <strong>im</strong> Gut Sonnenhausen feiern, Frühjahrssingen<br />
oder Jagdessen)<br />
u Hygienebeauftragte und Durchführung entsprechender Schulungen<br />
für Lehrlinge, Mitarbeiter und Ehrenamtliche.<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 29
Report<br />
mmmmh...<br />
Es duftet nach Käsegebäck:<br />
Claudia absolviert gerade das<br />
Berufsvorbereitungsjahr mit<br />
dem Schwerpunkt Hauswirtschaft<br />
und Bäckerei<br />
Tage pro Woche) auch zwei Tage die<br />
Gärtnerei. Sie kennt sich mit Blumenschmuck<br />
aus: „Die meisten Blumen<br />
wie Sonnenblumen kommen von den<br />
schlosseigenen Feldern. Wir haben<br />
extra Sorten gepflanzt, die nachtreiben,<br />
wenn man die Blüten abschneidet.“<br />
Wer gedacht hat, dass es <strong>im</strong> Januar<br />
in einer Gärtnerei nichts zu tun gibt,<br />
muss nur zuschauen, wie bei den milden<br />
Temperaturen das Unkraut zu<br />
sprießen anfängt. „Im Sommer fahren<br />
wir hier schubkarrenweise Tomaten aus dem Gewächshaus.<br />
Und Schwester Rita, die aus Indien stammt, wählt bis heute<br />
noch jede Blüte für die Kirche oder die Ostergestecke persönlich<br />
aus“, berichtet Jutta Ametsbichler.<br />
Ein großer Kräutergarten mit einem Labyrinth schmückt den<br />
Garten, hier wächst auch die für den Herzwein benötigte Petersilie.<br />
Der Herzwein nach Hildegard von Bingen ist eines der<br />
beliebten Produkte <strong>im</strong> Klosterladen. In großen Kesseln wird<br />
Rotwein in der Großküche<br />
von den angehenden<br />
drei Beiköchen mit<br />
Honig und Petersilienwurzel<br />
gekocht, dann<br />
in Flaschen abgefüllt<br />
und mit einer goldenen<br />
Schrumpffolie<br />
heiß versiegelt. Jutta<br />
Ametsbichler ist es ein Anliegen, den Lehrlingen den Zusammenhang<br />
zwischen Gartenfrüchten und der Küche näher zu<br />
bringen – so wird das Obst für den Marmeladenverkauf selbstverständlich<br />
selbst eingekocht.<br />
Schwestern helfen mit<br />
Insgesamt leben noch sechs Ordensschwestern auf Schloss Zinneberg.<br />
Sie wohnen <strong>im</strong> eigenen Schwesterntrakt, hier haben<br />
die Jugendlichen keinen Zutritt. „Ich habe zwei Chefs“, sagt<br />
Renate Beck, „einmal Schwester Amica als Oberin und Schwester<br />
Christophora als Einrichtungsleiterin“. Schwester Christophora<br />
hat in der jüngst umgestalteten Kantine „Scanzoni“ zwei<br />
Gemälde selbst gemalt, ein abstraktes Gemälde in Gelb und<br />
eine Kopie von einem Bild von August Macke. Alle Schwestern<br />
helfen mit, wo sie nur können, sei es <strong>im</strong> Klosterladen, be<strong>im</strong><br />
Empfang und selbst bei der Bodenreinigung der Gästez<strong>im</strong>mer.<br />
E Robert Baumann<br />
Man sieht es der Patisserie an: Küchenchef Bernhard Hinterseher hat<br />
zuvor bei Prof. Eckart Witzigmann in der Sternegastronomie gearbeitet<br />
Der Historische Jagdsaal vorher …<br />
… und eingedeckt für eine Feier<br />
30 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Zehn Tipps für Happy <strong>Housekeeping</strong><br />
Report<br />
Rund 50 Hausdamen und Hauswirtschaftsleitungen<br />
kamen am 3.<br />
Juni 2014 zum <strong>Housekeeping</strong><br />
Fachtag nach Salzburg, veranstaltet<br />
von Gabriele Perklitsch, Gamape<br />
GmbH. Das Thema 2014:<br />
„Happy <strong>Housekeeping</strong>“.<br />
Referentin und Trainerin Gaby Münzer<br />
gab den Teilnehmer/innen zehn Tipps,<br />
wie man mit Ärger und Freude <strong>im</strong> Betrieb<br />
umgehen sollte:<br />
1 Ärger schadet <strong>im</strong>mer nur einer Person:<br />
und zwar einem selbst.<br />
2 Betrachten Sie Ärger als reinigendes<br />
Gewitter und nicht als Dauerregen.<br />
Geben Sie Ärger Raum, aber entscheiden<br />
Sie nach 15 Sekunden, ob sie<br />
sich weiter ärgern möchten oder nicht.<br />
3 Denken Sie daran, dass Sie bei jeder<br />
neuen Begegnung in wenigen Sekunden<br />
den ganzen Tag Menschen einst<strong>im</strong>men<br />
und das hundertmal am Tag –<br />
ähnlich wie be<strong>im</strong> Klavierst<strong>im</strong>men.<br />
4 Bist Du gut gelaunt, dann informiere<br />
auch Dein Gesicht darüber.<br />
5 Seien Sie <strong>im</strong> wahrsten Sinne des Wortes<br />
präsent – der Gast spürt es, wenn<br />
Sie sich für ihn verschenken.<br />
6 Sehen Sie die Sorgen <strong>im</strong> Beruf wie einen<br />
Rucksack, den sie abgeben, bevor<br />
sie die Haustüre betreten. Einige<br />
haben für ihren Sorgenrucksack sogar<br />
einen eigenen Haken vor der Tür.<br />
7 Beachten Sie <strong>im</strong>mer: der Wert einer<br />
Person ist unabhängig von jeder Kritik.<br />
In der Sache mag der Kritiker recht<br />
haben, aber es geht nicht um die Person.<br />
Diese Würde kann uns niemand<br />
nehmen.<br />
8 So wie Sie aus dem Dienst gehen, so<br />
kommen Sie am nächsten Tag wieder.<br />
9 Wenn Sie jemanden eine Rose schenken,<br />
bleibt der Duft an Ihren Fingern<br />
hängen.<br />
: Oftmals machen wir uns abhängig<br />
von der Wertschätzung anderer –<br />
hängen Sie sich doch stattdessen ein<br />
Veranstalterin Gabriele Perklitsch,<br />
GAMAPE (rechts) und Referentin<br />
Gaby Münzer<br />
Schild ins Büro mit dem Spruch:<br />
„Schön, dass es mich gibt“.<br />
In den nun folgenden Stunden des Fachtages<br />
präsentierten etwa ein Dutzend Industriehersteller,<br />
Dienstleister und ein<br />
Buchautor („Hygiene-Hysterie“) Tipps rund<br />
um die Themen Hygiene, Bügelmaschinen<br />
und Bettwanzen. Hinzu kam ein Bügelwettbewerb<br />
mit der Verleihung des <strong>Housekeeping</strong>-Awards.<br />
E Robert Baumann
Report<br />
Hauswirtschaft ist eine<br />
exklusive Marke<br />
Wer für den Haushalt oder für die Kinderbetreuung jemand<br />
„Besonderen“ sucht, der ist bei Kirsten Drechsler<br />
richtig. Sie vermittelt hochqualifiziertes Hauspersonal<br />
an Privathaushalte – mit Diskretion, Sorgfalt und für<br />
höchste Ansprüche.<br />
einen exklusiven Villenhaushalt<br />
in Winterhude/Alster wird<br />
„Für<br />
eine patente, kinderliebe und<br />
fröhliche Person für die Haushaltsführung<br />
gesucht. Ihre Aufgaben umfassen neben Reinigung<br />
und Wäschepflege auch Nahrungszubereitung,<br />
Einkäufe und Besorgungen in<br />
Winterhude und Eppendorf. Kenntnisse mit<br />
hochwertigen Materialien (Hölzer, Naturstein,<br />
Silber, Leder, Kaschmir, Seide) sind ausdrücklich<br />
erwünscht.“<br />
Dies ist ein Beispiel für eine typische Stellenanzeige<br />
der Agentur „Kirsten Drechsler –<br />
Management & Vermittlung für Hauswirtscha“<br />
in Hamburg. Ob Haushälterin, Nanny,<br />
Wirtschaspaare, Gesellschaerin, Chauffeur<br />
oder Butler: die Agenturchefin hat den Anspruch,<br />
das perfekte Hauspersonal für den<br />
jeweiligen Haushalt zu finden. Sie ist dabei<br />
tätig wie ein Makler: von der Profilerstellung<br />
für die ausgeschriebene Stelle über die Bewerbervorschläge,<br />
die Vorstellung der Kandidaten,<br />
die Unterstützung in Bezug auf den<br />
Arbeitsvertrag bis hin zur Qualitätsnachfrage<br />
nach einigen Wochen und gegebenenfalls einer<br />
Nachbesetzung der Stelle innerhalb der<br />
Probezeit.<br />
Für die Hanseatin ist Hauswirtscha eine exklusive<br />
Marke. „In unserer Gesellscha<br />
wächst das Wissensdefizit <strong>im</strong> Fachbereich<br />
Hauswirtscha – wobei gerade der Wunsch<br />
nach Individualität, Life Style und erstklassiger<br />
Lebensqualität <strong>im</strong>mer weiter zun<strong>im</strong>mt“,<br />
heißt es auf ihrer Webseite. An dieser Stelle<br />
setzt Kirsten Drechsler mit ihrer persönlich<br />
geführten Agentur an: „Es gibt Vermittlungsagenturen,<br />
die handeln nur mit Lebensläufen,<br />
bei mir ist Personalvermittlung richtige Maßarbeit.“<br />
Erst kam die Bank-Karriere<br />
Häufig hört die Personalvermittlerin bei ihrem<br />
Erstkontakt in Haushalten folgende Frage:<br />
„Wie sind Sie auf die Idee gekommen,<br />
Hauspersonal in gehobene Privathaushalte<br />
zu vermitteln?“ Hier muss Kirsten Drechsler<br />
ein wenig ausholen, denn schließlich hatte<br />
sie beruflich zunächst einen anderen Weg<br />
eingeschlagen. „Ich habe eine solide Bankausbildung<br />
absolviert, bin Bankbetriebswirtin<br />
und habe eine klassische Karriere bis zur Filialleiterin<br />
gemacht. Das war ein sicherer Job,<br />
bot mir aber nicht genug Entwicklungschancen<br />
als Mitte Dreißigerin.“ Und da sie gern<br />
autark arbeitete und neue Impulse suchte,<br />
war die Idee mit der Selbstständigkeit geboren.<br />
Nur in welcher Branche – da fehlte ihr<br />
zunächst die zündende Idee.<br />
„Ich habe dann 2003 ein Sabbatical, also eine<br />
längere Auszeit vom Job, gemacht. Eine Reise<br />
führte mich an die portugiesische Algarve.“<br />
Dort mietete sie ein Haus, zu dem Anwesen<br />
gehörte auch eine Haushälterin. „Erstmals<br />
32 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Report<br />
kam ich so in den Genuss einer eigenen<br />
Haushälterin, wurde verwöhnt und war von<br />
den Alltagspflichten entbunden. Georgina<br />
war nicht nur eine Reinigungskra, sie war<br />
sympathisch und hoch angesehen, hatte einen<br />
Blick für das Große und Ganze und hat <strong>im</strong>mer<br />
geschaut, worüber man sich freuen<br />
könnte.“ Durch diese sehr positive Erfahrung<br />
ist Kirsten Drechsler schließlich auf die Idee<br />
gekommen, Hauspersonal in Hamburg zu<br />
vermitteln.<br />
Gesagt, getan: Zurück in Deutschland kündigte<br />
sie ihren sicheren Job und begann mit<br />
dem Auau ihrer Agentur. Aus ihrer Tätigkeit<br />
in der Bank brachte sie einerseits ihre<br />
Skills in Sachen Personalführung und -<strong>management</strong><br />
mit, auf der anderen Seite aber<br />
auch zehn Jahre Erfahrung bei der Betreuung<br />
von vermögenden Privatkunden.<br />
Während der Gründungsphase ihrer Agentur<br />
absolvierte sie in Abendkursen be<strong>im</strong> DHB<br />
eine zweijährige Ausbildung zur „Staatlich<br />
geprüen Hauswirtschaerin“ inklusive der<br />
Ausbildereignungsprüfung. „Meine Kunden<br />
profitieren heute sehr davon, wenn ich als<br />
Personalvermittlerin über Fachkenntnisse in<br />
diesem Bereich verfüge.“<br />
Zu einigen ihrer damaligen Mitstreiterinnen<br />
<strong>im</strong> Lehrgang hat sie heute noch Kontakt: „Das<br />
war eine ganz gemischte Truppe von Anfang<br />
20-Jährigen bis 60-Jährigen. Manche haben<br />
die Ausbildung nur für sich gemacht, andere<br />
mit dem Ziel, <strong>im</strong> privaten Haushalt zu arbeiten.<br />
Ich kann die Ausbildung eigentlich jedem<br />
nur empfehlen.“<br />
Etwas kritisch sieht sie allerdings, dass der<br />
Ausbildungsrahmenplan fast komplett auf<br />
den Großhaushalt abgest<strong>im</strong>mt ist. Sinnvoll<br />
fände sie Module zum ema Privathaushalt<br />
wie beispielsweise Wäschepflege oder Reinigung<br />
von hochwertigen Materialien. Auch<br />
fehlen ihrer Meinung nach Inhalte zum ema<br />
Stil und Etikette, während die Nahrungszubereitung<br />
ganz gut abgedeckt sei.<br />
Auf Augenhöhe agieren<br />
Richtig gutes Personal für private Haushalte<br />
zu finden ist generell schwer, sagt Kirsten<br />
Drechsler. Es müsse nicht <strong>im</strong>mer eine ausgebildete<br />
Hauswirtschaerin sein, aber es muss<br />
jemand sein, der Lust auf diese Arbeit hat.<br />
Über die Häle ihrer vermittelten Arbeitskräe<br />
sind Quereinsteiger, was auch daran<br />
liegt, dass es nur wenige Fachkräe bei einem<br />
steigenden Bedarf in den Haushalten gibt.<br />
Gute Erfahrungen hat Kristen Drechsler etwa<br />
mit Arzthelferinnen oder auch Bewerberinnen<br />
aus der <strong>Hotel</strong>lerie und Gastronomie gemacht.<br />
„Die bringen auch eine gewisse Flexibilität<br />
bei den Arbeitszeiten mit, denn eine<br />
klassische Arbeitszeit von 8 bis 16 Uhr gibt<br />
es <strong>im</strong>mer weniger.“ Wichtig sei, dass die Kandidaten<br />
ein Gespür für Sauberkeit und Ordnung<br />
haben, Freude an der praktischen Tätigkeit<br />
und auch gerne Dienstleister sind. „Sie<br />
sollen nicht untertänig, sondern mit geradem<br />
Rücken, auf Augenhöhe agieren. Hauswirtscha<br />
muss als Marke herüberkommen.“<br />
Gerade bei Reinigungstätigkeiten sei natürlich<br />
auch das Wissen um die Pflege hochwertiger<br />
Materialien wichtig. „Eine beliebte Testfrage<br />
von mir lautet: was müssen Sie bei der<br />
Marmorpflege beachten oder auch: wie behandeln<br />
Sie Bleikristallgläser?“ Es soll schon<br />
Haushaltshilfen gegeben haben, die ein vergoldetes<br />
Geländer mit einem Ako-Pad geschrubbt<br />
haben…<br />
Die Realität <strong>im</strong> privaten Haushalt ist laut der<br />
Personalvermittlerin auf jeden Fall meist besser<br />
als das Image. Die Arbeit sei spannend<br />
und gäbe Impulse für das eigene Leben. Viel<br />
bekannt ist in der Öffentlichkeit allerdings<br />
nicht über das Arbeitsfeld gehobener Privathaushalt,<br />
das liegt auch daran, dass die Angestellten<br />
nichts über ihre Arbeit erzählen<br />
dürfen, denn Diskretion spielt in diesem Fall<br />
eine große Rolle.<br />
Vorurteile über die Arbeit <strong>im</strong> privaten Haushalt<br />
gibt es genug, doch gibt die Agenturchefin<br />
auch zu bedenken: „Ist es denn wirklich<br />
so toll, Patientenz<strong>im</strong>mer <strong>im</strong> Akkord zu reinigen?<br />
In gehobenen Privathaushalten kann<br />
man sich wohl fühlen, man geht mit edlen<br />
Materialien um und befindet sich in einer<br />
schönen Umgebung.“<br />
Am häufigsten nachgefragt werde von ihren<br />
Auraggebern die klassische Haushälterin,<br />
gefolgt von der Kinderfrau und der Hausdame.<br />
In einem großen Privathaushalt mit mehreren<br />
Angestellten ist die Hausdame diejenige,<br />
die die Leitungsfunktion übern<strong>im</strong>mt und<br />
direkt mit der Chefin kommuniziert. „Dazu<br />
gehört eine große Portion Sozialkompetenz,<br />
gute Personalführungsfähigkeiten und auch<br />
ein dickes Fell. Hier sind Bewerberinnen aus<br />
der <strong>Hotel</strong>lerie begehrt.“<br />
Ein Foto als Türöffner<br />
Mittlerweile hat die Personalvermittlerin einen<br />
Pool mit Bewerberinnen aufgebaut und<br />
zu 75 Prozent kann sie Stellenbesetzungen<br />
über den Pool abdecken. „Aber <strong>im</strong> Pool muss<br />
natürlich <strong>im</strong>mer Bewegung sein, wenn ich<br />
jemanden vermittelt habe, brauche ich neue<br />
Bewerber.“ Deshalb schreibt sie die Stellen<br />
auch öffentlich aus, in der Regel <strong>im</strong> Internet,<br />
das mittlerweile von Stellensuchenden am<br />
stärksten genutzt wird.<br />
Der erste Schritt für einen Bewerber ist das<br />
Einsenden der vollständigen Bewerbungsmappe<br />
mit Lebenslauf, Zeugnissen, Referenzen,<br />
erweitertem polizeilichem Führungszeugnis<br />
sowie einem schönen Foto. „Das Bild<br />
ist sehr wichtig und häufig der Türöffner in<br />
„Weiterbildungen für den private Haushalt müsste es mehr geben,<br />
da ist wirklich Handlungsbedarf“, sagt die Agentur-Chefin Kirsten<br />
Drechsler, die auch Hauswirtschafterin ist<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 33
Report<br />
den Privathaushalten.“ Haushälterinnen beispielsweise<br />
hätten Zugang zu den int<strong>im</strong>en Bereichen<br />
in den Häusern, daher sei ein nettes<br />
äußeres Erscheinungsbild inklusive gepflegter<br />
Frisur und dezentem Make-up gefragt.<br />
Durch die Unterlagen sieht Kirsten Drechsler<br />
dann o schon, mit welchem Typ sie es zu<br />
tun hat und welche Skills aus vorangegangen<br />
Tätigkeiten vorhanden sind. „Es gibt Beurteilungen,<br />
die sich durch den ganzen Lebenslauf<br />
ziehen, zum Beispiel wenn jemand als<br />
besonders herzlich und liebevoll <strong>im</strong> Umgang<br />
mit Kindern beschrieben wird.“<br />
Wenn es um die Besetzung einer Stelle in einem<br />
besonders anspruchsvollen Haushalts<br />
geht, spricht Kirsten Drechsler auch mit den<br />
vorhergehenden Arbeitgebern, um mehr<br />
über die Persönlichkeit der Kandidaten zu<br />
erfahren. „Gerade wenn beispielsweise bei<br />
vermögenden Haushalten das ema Sicherheit<br />
eine große Rolle spielt, muss man die Bewerber<br />
besonders prüfen.“<br />
Bei einem persönlichen Termin werden aber<br />
auch die Bewerber selbst gefragt, was sie von<br />
der Stelle <strong>im</strong> Privathaushalt erwarten. „Nicht<br />
nur der Haushalt muss zufrieden sein, sondern<br />
auch für die Mitarbeiterin muss es passen.<br />
Es führt best<strong>im</strong>mt nicht zur beidseitigen<br />
Zufriedenheit, wenn ich eine Haushaltshilfe,<br />
die sehr gerne mit Kindern arbeitet, in einen<br />
Seniorenhaushalt vermittle.“<br />
Fachkompetenz<br />
allein reicht nicht<br />
Die meisten ihrer Vermittlungsauräge erhält<br />
Kirsten Drechsler über Empfehlungen, was<br />
zeigt, wie wichtig in ihrer Branche zufriedene<br />
Kunden sind. Zunächst bietet sie den Auftraggebern<br />
ein persönliches Kennenlernen –<br />
am besten <strong>im</strong> betreffenden Haushalt – an,<br />
damit sie die Anforderungen des Arbeitsplatzes<br />
einschätzen kann.<br />
Anhand eines Profilbogens mit rund 100<br />
Punkten wird das Wunschprofil des Bewerbers<br />
herausgearbeitet. Wichtig ist Kristen<br />
Drechsler, dass das neue Hauspersonal den<br />
Haushaltsführenden nicht nur Arbeit abn<strong>im</strong>mt,<br />
sondern auch mit ihnen harmoniert.<br />
Es soll also nicht nur die Fachkompetenz<br />
st<strong>im</strong>men, sondern die neue Mitarbeiterin soll<br />
zum Kl<strong>im</strong>a <strong>im</strong> Haus und zum Temperament<br />
der Bewohner passen. Eine nicht <strong>im</strong>mer einfache<br />
Aufgabe. „Hier braucht man ganz feine<br />
Antennen, muss seinen Instinkt einsetzen,<br />
um herauszufinden, wer passt in einen Haushalt<br />
und wer nicht.“<br />
In der Regel sucht die Personalvermittlerin<br />
drei Bewerber aus, die sie dem Haushalt vorstellt.<br />
Häufig ist sie be<strong>im</strong> ersten Gespräch zwischen<br />
Kunden und Bewerber dabei. „Die<br />
Haushalte möchten o, dass ich ihnen die<br />
Person vorstelle. Ich weiß, welche Fragen<br />
wichtig sind und kann das Gespräch moderieren.<br />
Und für mich ist es auch toll bei den<br />
Gesprächen dabei zu sein, da ich dann gleich<br />
sehe, ob es funkt oder nicht, ansonsten erfahre<br />
ich es ja nur aus zweiter Hand.“ Meistens<br />
wird eine Probezeit von sechs Monaten<br />
vereinbart, in dieser Zeit steht Kirsten<br />
Drechsler auch für Nachbesetzungen zur Verfügung.<br />
„Meist stellt sich relativ schnell heraus,<br />
wenn eine Person nicht passt. O ist es<br />
dann die Chemie, die einfach nicht st<strong>im</strong>mt.“<br />
Die Personalvermittlerin lebt vom Vermittlungshonorar,<br />
das sich am Gehalt des vermittelten<br />
Hauspersonals bemisst und vom Arbeitgeber<br />
gezahlt wird, für den Bewerber ist<br />
die Vermittlung kostenlos. Je nach Aufwand<br />
liegt das Honorar zwischen 14 und 18 Prozent<br />
des Jahresbruttogehaltes.<br />
In den meisten Fällen können die ausgeschriebenen<br />
Stellen in den Haushalten auch<br />
besetzt werden. Manchmal klappt es allerdings<br />
nicht sofort, die passende Kandidatin<br />
zu finden und die Auraggeber sich zwei,<br />
drei Monate gedulden müssen, bis die Personalvermittlerin<br />
fündig wird. „Wenn es besonders<br />
exotische Wünsche sind, kann man<br />
froh sein, wenn man überhaupt einen Kandidaten<br />
findet, den man vorstellen kann.“<br />
Kirsten Drechsler denkt da beispielsweise an<br />
einen Haushalt in Hamburg-Harvestehude,<br />
der eine indonesisch sprechende Haushälterin<br />
suchte. Schwer zu besetzen seien auch<br />
Stellen auf historischen Landgütern, denn<br />
kaum eine Bewerberin möchte abgelegen auf<br />
dem Land arbeiten, ohne Anbindung an die<br />
Stadt. Derzeit ebenfalls kaum zu finden seien<br />
Erzieher, hier kann es schon mal vier Monate<br />
dauern, bis eine Stelle besetzt werden kann.<br />
Möglichkeiten zur<br />
Weiterbildung fehlen<br />
„Eine steigende Nachfrage bei vermögenden<br />
Haushalten gibt es auch bei Alltagsbegleiterinnen,<br />
gern mit einer Ausbildung als Krankenschwester.<br />
Vermögende Menschen möchten<br />
möglichst bis zum Schluss in ihrem Haus<br />
bleiben, auch mit einer Demenzerkrankung.“<br />
Dann wird jemand gebraucht, der auch über<br />
Nacht <strong>im</strong> Haus bleibt. Realisiert werden kann<br />
dies beispielsweise mit zwei Mitarbeiterinnen,<br />
die in Wechselschicht arbeiten. „Aufgrund<br />
der demografischen Entwicklung werden Alltagsbegleiterinnen<br />
in Zukun genauso häufig<br />
nachgefragt werden wie Haushälterinnen.“<br />
Hier hat der Markt bereits reagiert, eine Reihe<br />
von Institutionen bieten Weiterbildungen zur<br />
Alltagsbegleitung an.<br />
Weiterbildungen speziell für die Arbeit in gehobenen<br />
Privathaushalten sind allerdings rar.<br />
Kirsten Drechsler hat mit einigen Bewerberinnen<br />
aus ihrem Pool Anfang des Jahres am<br />
<strong>rhw</strong>-Seminar „Wäsche- und Garderobenpflege<br />
für den gehobenen Privathaushalt“ mit der<br />
Referentin Ursula Bolhuis teilgenommen.<br />
„Weiterbildungen dieser Art müsste es mehr<br />
geben, da ist wirklich Handlungsbedarf“, so<br />
das Fazit der Personalvermittlerin, die sich<br />
auch ehrenamtlich für die Hauswirtscha engagiert.<br />
Sie ist stellvertretende Landesverbandsvorsitzende<br />
und Schatzmeisterin be<strong>im</strong><br />
DHB – Netzwerk Haushalt in Hamburg.<br />
E Alexandra Höß<br />
: www.drechsler-hauswirtschaft.de<br />
Aktuelle <strong>rhw</strong>-Seminare mit Ursula Bolhuis zum Thema<br />
„Gehobener Privathaushalt“ finden Sie auf Seite 40<br />
Tipp<br />
34 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Management<br />
Ohne Selbst<strong>management</strong><br />
geht’s nicht<br />
„Hab’ Sonne <strong>im</strong> Herzen und gib sie weiter“:<br />
So lautet das Lebensmotto der Hamburger<br />
Professorin und Reinigungs-Ergonomin<br />
Elke Huth. Im Interview erklärt sie,<br />
wie sie das Leben nach ihrem Abschied<br />
von der Hochschule Hamburg meistert,<br />
sich fit hält und dabei sich und die anderen<br />
nicht vergisst.<br />
In Kursen<br />
vermittelt<br />
Elke Huth ihre<br />
Erfahrungen<br />
zum Thema<br />
Ergonomie<br />
und Reinigung<br />
Foto: Robert Baumann<br />
Sie sind bereits seit einigen Jahren pensioniert. Wie<br />
halten Sie sich fit?<br />
Ich teile mir den Tag ein. Wichtiges erledige ich in meinem Leistungshoch<br />
am Vormittag, ganz ohne Zeitdruck. Ich wechsle<br />
häufig zwischen geistiger und körperlicher Arbeit und bewege<br />
mich viel an der frischen Luft. Neue Herausforderungen sind<br />
dabei sehr wichtig. Mein Tagesablauf ist zwar strukturiert, aber<br />
meine Aufgaben wechseln sich ab. Somit ist kein Tag wie der<br />
andere. Auch ist es für mich wichtig, dass ich einen guten Ausgleich<br />
zwischen häuslicher Ruhe und dem Kontakt mit Anderen<br />
habe. Zu Hause schalte ich jegliche Nebengeräusche ab, denn<br />
Stille sorgt für die notwendige Konzentration bei meiner Arbeit.<br />
Durch welche Sportarten unterstützen Sie Ihren Körper?<br />
Ich sorge dafür, dass ich täglich meinen Kreislauf aktiviere, also<br />
fahre ich Fahrrad. Meine Koordination st<strong>im</strong>uliere ich mit kleinen<br />
Hilfsmitteln wie beispielsweise Jonglierbällen oder mit Bogenschießen.<br />
Für die Förderung der Beweglichkeit nutze ich zwei<br />
Mal wöchentlich Kursangebote wie Feldenkrais oder Pilates.<br />
Ich bin ständig in Bewegung!<br />
Wie überwinden Sie den inneren Schweinehund?<br />
Wenn ich mein Lebensziel „gesund bis zum Lebensende ohne<br />
Hilfe anderer“ ernst nehme, dann gibt es erst gar keinen Kampf<br />
mit dem Schweinehund. Ich muss eigentlich nur entscheiden:<br />
Was kann ich heute kräftemäßig am besten bewältigen?<br />
Wann ist Ihnen bewusst geworden, dass Gesundheit<br />
ein bzw. der entscheidende Faktor für die Arbeitsfähigkeit<br />
ist?<br />
Ich habe in meinem ganzen Leben Sport getrieben, dabei ging<br />
es mir <strong>im</strong>mer gut. Ich war zufrieden mit der Leistung, die ich<br />
erbringen konnte und blieb leistungsfähig. Erst als mich eine<br />
Auto<strong>im</strong>munerkrankung in meiner Bewegung stark einschränkte,<br />
wurde mir bewusst, wie wichtig das tägliche Training für meine<br />
Zukunft ist.<br />
Kann man lernen, seine Körpersignale besser wahrzunehmen?<br />
Zunächst kann man lernen, welche Funktionen mein Körper zu<br />
erfüllen hat. Man sollte sich durch die Beobachtung der Bewegungen,<br />
aber auch von Puls und Atmung wahrnehmen und fühlen.<br />
Diese bewusste Achtsamkeit begleitet mich – ohne Last! Es<br />
ist ein Spiel der Sinne.<br />
Man kann nicht <strong>im</strong>mer nur für andere da sein. Wie<br />
erreicht man, dass man auch als Familienmitglied<br />
regelmäßige „Ich-Zeiten“ bekommt?<br />
Für Andere da zu sein fördert die Zufriedenheit. Aber wenn<br />
das Gleichgewicht zwischen dem, was dem Anderen gut tut<br />
und meinem Wohlbefinden nicht vorhanden ist, dann hat niemand<br />
was von der wohlgemeinten Fürsorge. Eine bewusst gewählte<br />
tägliche „Ich-Zeit“ bringt mich wieder ins Lot.<br />
Sind die zunehmenden Fehlzeiten aufgrund von Burnout<br />
ein Indikator für solch ein Ungleichgewicht?<br />
In diesem Zusammenhang würde ich den Begriff Burnout nicht<br />
verwenden, es gibt keinen Krankenschlüssel „Burnout“, da er<br />
ein Sammelbegriff für psychische Belastungen ist. Im Alter nehmen<br />
die physischen Belastungen zu, die dann zu Ausfallzeiten<br />
führen können. Die stetig steigenden Anforderungen an die Arbeitnehmer<br />
haben sicherlich Auswirkungen auf die zunehmenden<br />
AU-Tage, aber auch die Konflikte, die <strong>im</strong> häuslichen Umfeld<br />
entstehen können, tragen hierzu bei. Es darf auch nicht übersehen<br />
werden, dass die Arbeitnehmer in der Reinigungsbranche<br />
<strong>im</strong>mer älter werden. Die Achtsamkeit, die ich auf meinen Köper,<br />
auf mein Befinden richte, lässt Abweichungen erkennen. Wie<br />
ich diese Abweichungen wieder in „mein Lot“ bringe, liegt in<br />
meiner Verantwortung.<br />
E<br />
Vielen Dank für das interessante Interview!<br />
Interview: Peter Strauch<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 35
Report<br />
„Iss Dich clever“<br />
1<br />
3<br />
2<br />
1 Im praktischen Teil lernen die Erstklässler, wie viel Spaß die Essenszubereitung<br />
macht 2 Anna-Marisa Kirstein und die angehende<br />
Fitnessökonomin Franziska integrieren Bewegungspausen in den<br />
Unterricht 3 Wie riecht eigentlich Minze und Basilikum? Das Lernen<br />
mit allen Sinnen ist wichtiger Bestandteil von „Iss Dich clever“<br />
Wer hätte gedacht, dass Haferflocken mit heißem Wasser<br />
strahlende Kinderaugen auslösen können? Wenn<br />
dann noch Z<strong>im</strong>t, Bananenstücke und ein Klecks Apfelmus<br />
dazu kommen, herrscht helle Begeisterung <strong>im</strong><br />
Klassenz<strong>im</strong>mer der Münchner Klenze-Grundschule. Im<br />
Rahmen des gemeinnützigen Schulprojektes „Iss Dich<br />
clever“ lernen Kinder den Bezug zu den Nahrungsmitteln<br />
wieder kennen.<br />
Rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen<br />
in Deutschland sind<br />
übergewichtig. Besonders mit dem<br />
Schuleintritt n<strong>im</strong>mt der Anteil übergewichtiger<br />
Kinder stark zu (Quelle: www.<br />
kiggs.de). Die Studien des Robert Koch-<br />
Instituts belegen, wie wichtig eine frühzeitige<br />
Aufklärung über gesunde Ernährung<br />
und eine bewusste Lebenseinstellung<br />
sind. Doch Grundschüler an eine ausgewogene<br />
Ernährung heranzuführen, ist<br />
nicht einfach – gerade in Zeiten, in denen<br />
Fertigprodukte kaum noch wegzudenken<br />
sind aus unserem Alltag. Kein Wunder,<br />
dass das Unwissen über unsere natürlichen<br />
Nahrungsmittel <strong>im</strong>mer größer wird.<br />
Hier setzt das gemeinnützige Schulprojekt<br />
„Iss Dich clever“ an. Die Kinder sollen<br />
wieder an die Grundlagen der Nahrungsmittel<br />
herangeführt werden. Während<br />
des Ernährungsunterrichts erfahren<br />
sie, wie die Lebensmittel heißen, woher<br />
sie kommen, wie sie wachsen und verarbeitet<br />
werden. Wir wollten uns das Konzept<br />
genauer ansehen und drückten für<br />
vier Tage noch einmal die Schulbank.<br />
Zu Besuch in der<br />
ersten Klasse<br />
Hat die rote Paprika am meisten Vitamine?<br />
Und wo kommt eigentlich die Papaya<br />
her? Mit Fragen wie diesen leitet<br />
die Oecotrophologin und Mitbegründerin<br />
des Projektes Anna-Marisa Kirstein den<br />
Unterricht ein. Wenn mal nicht die Lehrerin<br />
den Unterricht macht, sondern jemand<br />
ganz anderes <strong>im</strong> Klassenz<strong>im</strong>mer<br />
steht, ist die Neugierde groß bei den Erstklässlern.<br />
In vier Doppelstunden möchten<br />
Anna-Marisa und ihre Helferinnen die<br />
Kinder für eine gesunde Ernährung begeistern.<br />
Thema an diesem Tag: Obst und<br />
Gemüse. Die Erstklässler bilden einen<br />
Sitzkreis um das Obst und Gemüse, welches<br />
das „Iss Dich clever“-Team mitgebracht<br />
hat. An der Tafel hängt eine Welt-<br />
Fotos: My Sportlady<br />
36 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Report<br />
Be<strong>im</strong> Thema Eiweiß erfahren die Schüler, von<br />
welchem Tier das Fleisch <strong>im</strong> Hamburger stammt<br />
Vor den Augen der Kinder dünstet Anna-Marisa Kirstein<br />
Apfel- und Bananenstückchen in Kokosfett an<br />
karte. „Die Schüler sollen ein Gespür dafür<br />
bekommen, was sie eigentlich essen“,<br />
sagt Anna-Marisa Kirstein.<br />
Ein Schüler deutet auf die Weltkarte, ein<br />
anderer beschreibt, wie das Gemüse<br />
wächst und ein Dritter zählt auf, was man<br />
damit alles kochen kann. „Das grundlegende<br />
Wissen soll helfen, dass die Schüler<br />
später eigenständig entscheiden können,<br />
welche Lebensmittel für sie bei der<br />
Angebotsfülle <strong>im</strong> Supermarkt in Frage<br />
kommen“, erklärt die Oecotrophologin.<br />
DIE MY SPORTLADY<br />
STIFTUNG E.V.<br />
Im Jahr 2009 gründete Jasmin Kirstein,<br />
Inhaberin des Münchner Frauen-Fitnessstudios<br />
My Sportlady, den<br />
gemeinnützigen Verein. Leitgedanke<br />
war es, Frauen und Kindern in<br />
schwierigen Lebenssituationen Unterstützung<br />
zu geben. Heute ist die<br />
Stiftung mit Projekten und Aktionen<br />
global tätig und arbeitet mit anderen<br />
Non-Profit-Organisationen zusammen.<br />
Die Spendengelder kommen<br />
unter anderem auch dem Schulprojekt<br />
„Iss Dich clever“ zugute.<br />
Jede Art von Unterstützung, sei es<br />
Freiwilligenarbeit, das Knüpfen von<br />
Kontakten oder ein finanzieller Beitrag,<br />
hilft, „Iss Dich clever“ und die<br />
vielen anderen gemeinnützigen Projekte<br />
stärker zu machen.<br />
: www.stiftung.my-sportlady.de<br />
Am Ende der Einheit wissen die Kinder<br />
nicht nur, dass die orangefarbene Paprika<br />
am meisten Vitamine enthält, sie kennen<br />
auch die Unterschiede zwischen<br />
Obst und Gemüse und verstehen, warum<br />
der Körper so viel davon braucht.<br />
Mitmachen statt zuhören<br />
So individuell wie die Schüler, so individuell<br />
sind auch die Inhalte und Methoden<br />
des Projektes. Das „Iss Dich clever“-Team<br />
passt sich der Klasse an, denn jede Jahrgangsstufe<br />
und jedes Kind ist anders.<br />
Gruppenarbeiten, Sitzkreise und Spiele<br />
lockern den Unterricht auf und sorgen für<br />
Abwechslung. Handlungsorientiertes Lernen<br />
ist besonders bei Grundschülern<br />
wichtig. „Die Kinder sollen nicht nur zuhören,<br />
sondern den Unterricht selbst mitgestalten,<br />
dann bleibt am meisten hängen“,<br />
sagt die Oecotrophologin. Langweilig<br />
wird es <strong>im</strong> Klassenz<strong>im</strong>mer nicht.<br />
Be<strong>im</strong> Thema „Kohlenhydrate“ haben die<br />
Erstklässler einiges zu tun. Auf dem Lehrerpult<br />
verteilt liegen Kartoffeln, Dinkelkörner<br />
und Nudeln sowie auch Gummibärchen,<br />
Cola und ein Nutella-Glas. Die<br />
Schüler ordnen den „guten“ Kohlenhydrate<br />
einem lachenden Smiley, den<br />
„schlechten“ Kohlenhydrate einen traurigen<br />
Smiley zu. Anschließend rätseln sie,<br />
wie viele Zuckerwürfel in best<strong>im</strong>mten Lebensmitteln<br />
versteckt sind. 83 Würfel in<br />
einem Glas Nutella! Damit hat keiner der<br />
Schüler gerechnet. Und wir auch nicht.<br />
„Iss Dich clever“ will alle Sinne der Kinder<br />
sensibilisieren: Sie sollen hören, sehen,<br />
riechen, schmecken und auch durch fühlen<br />
lernen. Zu einer gesunden Lebensweise<br />
gehört mehr als eine bewusste Ernährung.<br />
Anna Kirstein möchte den ganzheitlichen<br />
Ansatz in dem Konzept aufnehmen<br />
und baut kleine Sport- oder Entspan-<br />
<br />
moderne Ernährungskonzepte<br />
<strong>im</strong> Alter und bei Krankheit<br />
Pürierte Kost mal anders!<br />
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seneoPro ® <br />
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Erfahren Sie mehr unter<br />
www.smoothfood.de<br />
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<br />
<br />
<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 37
Report<br />
nungspausen mit ein. Die Grundschüler<br />
sollen den Kontakt zum eigenen Körper<br />
spüren. Während der Yogaübung „der<br />
Baum“ lernen sie ihre Balance zu halten<br />
und gezielt auf die Atmung zu achten.<br />
„Yoga ist eine Möglichkeit, das eigene<br />
Körperbewusstsein zu schulen und kann<br />
zu einer gesunden Entwicklung beitragen“,<br />
erklärt das „Iss Dich clever“-Team.<br />
Positiver Nebeneffekt: Durch die Bewegungspausen<br />
bleiben die Erstklässler konzentriert<br />
und sind am Ende der zwei<br />
Schulstunden noch aufnahmefähig.<br />
Lernen geht<br />
durch den Magen<br />
Nach der Theorie folgt der praktische<br />
Teil: In Kokosfett erwärmtes Obst mit Z<strong>im</strong>t<br />
und Erdmandeln runden die Einheit Obst<br />
und Gemüse ab. Die warme Mahlzeit<br />
am Ende der Doppelstunde ist das Highlight<br />
bei den Grundschülern. Sie erleben,<br />
wie einfach es sein kann, ein schmackhaftes<br />
Gericht herzustellen und wie gut<br />
es sich anfühlt, in geselliger Runde zu essen.<br />
Die Lehrerin drückt jedem ihrer Schüler<br />
ein Schneidebrett sowie ein Messer<br />
in die Hand und erklärt, wie das Obst<br />
geschnitten wird, damit sich niemand die<br />
Finger verletzt.<br />
Anschließend landen die klein geschnittenen<br />
Apfel- und Bananenstückchen in<br />
der Pfanne. Das „Iss Dich clever“-Team<br />
hat einen Herd mitgebracht, dazu das<br />
nötige Kochgeschirr. Gekocht wird nur<br />
mit biologischen Zutaten. „Am meisten<br />
gefällt mir, dass die Kinder alles probieren“,<br />
berichtet die Lehrerin. „Viele kennen<br />
die Gerichte nicht, die <strong>im</strong> Klassenz<strong>im</strong>mer<br />
zubereitet werden. Trotzdem sind alle<br />
neugierig und der Großteil verlangt sogar<br />
Nachschlag.“ Wenn dann die Grundschüler<br />
das Klassenz<strong>im</strong>mer zufrieden verlassen<br />
und die Rezepte sowie ihre Teilnehmer-Urkunden<br />
stolz den Eltern vorlegen,<br />
weiß das „Iss Dich clever“-Team,<br />
dass sich der Einsatz gelohnt hat.<br />
Mit Sitzkreisen und Ratespielen sorgt Helferin Christine für Abwechslung<br />
<strong>im</strong> Klassenz<strong>im</strong>mer<br />
Helfer gesucht<br />
Die Grundschulleitung ist so von dem gemeinnützigen<br />
Projekt überzeugt, dass das<br />
Konzept ab September 2014 fest in den<br />
Unterricht der Münchner Grundschule eingebaut<br />
wird. Für das ganzjährige Vorhaben<br />
erhält die Schule zusätzlich staatliche<br />
finanzielle Unterstützung. So kann Anna-<br />
Marisa Kirstein das Konzept erweitern<br />
und hat die Möglichkeit, best<strong>im</strong>mte Inhalte<br />
zu vertiefen. „Meine Vision ist es, ‚Iss<br />
Dich clever‘ an allen Grundschulen in<br />
München zu unterrichten“, sagt die Ökotrophologin.<br />
Nach ihrem Studium absolvierte<br />
sie eine Ausbildung in der französischen<br />
Küche. Ihr Wissen und die gewonnenen<br />
Erfahrungen rund um das Thema<br />
Lebensmittel und deren Zubereitung<br />
lässt sie in das Projekt einfließen.<br />
Die Nachfrage ist groß, doch allein kann<br />
sie „Iss Dich clever“ nicht stemmen. Studentinnen<br />
aus den Bereichen Fitness und<br />
Ernährung unterstützen sie bei der Vorbereitung<br />
und vor Ort in der Schule. Finanziert<br />
wird das gemeinnützige Konzept<br />
hauptsächlich durch Stiftungsgelder<br />
der My Sportlady Stiftung. Dort ist „Iss<br />
Dich clever“ als Stiftungsidee entstanden.<br />
Ziel ist es, das Projekt weiterzugeben,<br />
damit möglichst viele Kinder von klein auf<br />
den Bezug zu den Lebensmitteln verinnerlichen.<br />
Lehrer, Eltern, aber auch ehrenamtlich interessierte<br />
Firmen und andere sozial engagierte<br />
Bürger können an Referentenschulungen<br />
teilnehmen und so das Projekt<br />
weitertragen. Je mehr Helfer, die die Freude<br />
an dem Projekt teilen, desto mehr<br />
Schulkinder können profitieren.<br />
E Christine Hauck<br />
Bewusste Kinderernährung (BeKi)<br />
Kinderernährung steht auch seit über drei Jahrzehnten auf dem Plan des Ministeriums<br />
für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Be<strong>im</strong><br />
Thema Ernährungserziehung, deren Hauptverantwortliche die Eltern sind und<br />
bleiben, müssen alle Akteure wie Erzieher und die hauswirtschaftlichen Fachkräfte<br />
Hand in Hand mitarbeiten.<br />
Die BeKi-Fachfrauen, also Fachfrauen der Landesinitiative für Bewusste Kinderernährung<br />
(BeKi), informieren unter dem Motto „Fit essen schmeckt“ in Tageseinrichtungen<br />
für Kinder, in Erwachsenenbildungseinrichtungen, in Kleinkindgruppen<br />
und in Schulen über alle Fragen rund ums Essen und Trinken. Eine der<br />
BeKi-Fachfrauen ist die BAG-HW-Vorsitzende Martina Schäfer aus Ostrach;<br />
fundus-Chefredakteurin Ruth Waizenegger war auch einige Jahre BeKi-Sprecherin.<br />
Zielgruppen von BeKi sind Eltern mit Kindern zwischen einem halben Jahr und<br />
zwölf Jahren sowie Erzieher, Lehrkräfte und Schüler bis zur sechsten Klasse. BeKi<br />
stellt außerdem umfangreiches Informations- und Arbeitsmaterial zur Verfügung.<br />
: www.beki-bw.de<br />
38 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Reinigung 4<br />
Über 150 Teilnehmer aus drei<br />
Ländern* waren 2013 dabei – die<br />
Serie geht deshalb 2014 weiter!<br />
„Der sinnvolle Reinigungskreis – das Zusammenspiel von<br />
Eigenreinigung, Chemie, Maschinen und Hygiene“<br />
Vier Themen mit vier Referenten – geballtes Wissen zur Gebäudereinigung an einem Tag<br />
14. Oktober 2014 in Hamburg<br />
2. Dezember 2014 in Köln<br />
Präsentiert von<br />
<strong>rhw</strong><br />
<strong>management</strong><br />
„Reinigung hoch 4“ – Das neue Programm<br />
9.00 Uhr<br />
Chemie-Workshop<br />
a Michael He<strong>im</strong>pel, Gebäudereinigermeister,<br />
Pramol Chemie AG, Schweiz<br />
Sauber-hygienisch-materialschonend –<br />
Die Sanitärraumreinigung<br />
Verschmutzungen in Sanitärbereichen richtig<br />
zu erkennen und geeignete Produkte auszuwählen,<br />
ist eine anspruchsvolle Aufgabe.<br />
Sie erhalten viele praktische Tipps, um die<br />
Eigenschaften der richtigen Behandlungsmittel<br />
zu nutzen.<br />
10.30 Uhr<br />
Maschinen-Workshop<br />
a Uwe Richter, Fachwirt für Reinigungs- und<br />
Hygiene<strong>management</strong>, Schulungsleiter,<br />
Numatic International, Hannover<br />
Neue Bodenbeläge und deren<br />
fachgerechte Reinigung und Pflege<br />
Durch die gezielte Auswahl von Reinigungssystemen<br />
lassen sich Zeit und Kosten reduzieren.<br />
Keine leichte Aufgabe bei der Vielzahl<br />
moderner Bodenbeläge. Lernen Sie wichtige<br />
Opt<strong>im</strong>ierungspotenziale für die Reinigung<br />
kennen.<br />
12.00 Uhr<br />
Mittags<strong>im</strong>biss<br />
* Wir konnten Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und Italien begrüßen.<br />
13.00 Uhr<br />
Hygiene-Workshop<br />
a Sabine Rose Mück, Fachwirtin für Reinigungsund<br />
Hygiene<strong>management</strong>, zert. Desinfektorin,<br />
Hygiene Consult Mück, Cuxhaven<br />
Hygienesicherung<br />
in der Reinigungspraxis<br />
Die Anforderungen in Sachen Hygiene sind<br />
gestiegen. Daher sind entsprechende Kenntnisse<br />
zu einem angemessenen Hygiene<strong>management</strong><br />
in vielen Branchen gefordert. Sind<br />
Sie auf dem aktuellen Stand, um die geforderte<br />
Hygienesicherheit umzusetzen?<br />
14.15 Uhr<br />
Kaffeepause<br />
14.30 Uhr<br />
Eigenreinigungs-Workshop<br />
a Alfred Radtke, Fachwirt für Reinigungs- und<br />
Hygiene<strong>management</strong>, Stadt Cuxhaven<br />
Sicherung der Reinigungsqualität<br />
<strong>im</strong> Objekt<br />
Eigenreinigung oder Fremdvergabe – wichtig<br />
ist die Ergebnisqualität. Opt<strong>im</strong>aler Maschineneinsatz,<br />
richtige Materialauswahl und<br />
realistische Leistungskennzahlen schaffen<br />
Synergien, die überzeugen.<br />
15.30 Uhr<br />
Fragerunde mit allen Referenten zum Abschluss<br />
Fragen Sie sich schlau! Die Referenten stehen für Fragen aus<br />
Ihrer beruflichen Praxis nach den Vorträgen in der 30-minütigen<br />
Abschlussrunde zur Verfügung.<br />
16.00 Uhr<br />
Verabschiedung und Ende der Veranstaltung<br />
VNM<br />
AKADEMIE<br />
VNM Akademie – Ein Unternehmensbereich der Magical Media GmbH • Telefon: (089) 31 89 05-15<br />
Fax: (089) 31 89 05-53 • E-Mail: akademie@vnmonline.de • Web: www.vnm-akademie.de<br />
Anmeldung online unter www.<strong>rhw</strong>online.de
VNM<br />
AKADEMIE<br />
Kompetenzzentrum für hauswirtschaftliche Weiterbildung<br />
Allergeninformationspflicht –<br />
Was bedeuten die Zahlen auf dem Speiseplan?<br />
Ab 13. Dezember 2014 müssen die Maßgaben aus der Lebensmittelinformationsverordnung<br />
(LMIV) zur Allergenkennzeichnung<br />
auf Speiseplänen endgültig in allen Betrieben auch für<br />
lose Ware umgesetzt sein.<br />
Themen und Inhalte:<br />
• Grundlagen zu Lebensmittelunverträglichkeiten und Lebensmittelallergien<br />
• Die häufigsten Allergene in Lebensmitteln und wie sich ihr<br />
Einsatz vermeiden lässt<br />
• Was fordert die LMIV?<br />
• Kennzeichnung von verpackter Ware<br />
• Deklaration von Allergenen auf dem Speiseplan<br />
• Möglichkeiten zur Kennzeichnung<br />
Termin,Ort und Zeit:<br />
9. Juli 2014 in Nürnberg/ Stein<br />
14. Juli 2014 in Magdeburg<br />
15. Juli 2014 in Kassel<br />
21. Juli 2014 in Burgdorf bei Hannover<br />
24. Juli 2014 in Heidelberg Zusatztermin!<br />
25. Juli 2014 in Köln Zusatztermin!<br />
24. September 2014 in Münster<br />
26. September 2014 in Hannover<br />
14. November 2014 in Burgdorf bei Hannover<br />
27. November 2014 in Reutlingen<br />
Weitere Termine für KW 50/2014 in Planung<br />
jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr<br />
Referentin: Carola Reiner, CCR Unternehmensberatung<br />
Fit für den gehobenen Privathaushalt<br />
Zielgruppe: Hauswirtschafterinnen, die ein neues Berufsfeld<br />
entdecken möchten. Junge Hauswirtschafterinnen nach der<br />
Ausbildung sowie Frauen, die während der Familienphase<br />
beruflich aktiv bleiben wollen. Interessierte Einsteiger aber auch<br />
Lehrkräfte, die diese Inhalte inzwischen zunehmend <strong>im</strong> Unterricht<br />
als Chance für ihre Absolventen entdecken und natürlich<br />
vor allem für Berufspraktiker aus den gehobenen Haushalten.<br />
Hausreinigung in Theorie und Praxis<br />
Teil 1/ Stein & Holz<br />
Steine und Co: Die richtige Reinigung und Pflege von Belägen<br />
aus Natur- und Kunststein erfordert fundiertes Wissen. Natursteine<br />
gehören <strong>im</strong> Privathaushalt zu den meist verwendeten<br />
Materialien.<br />
Holz und Co: Vom Baum bis zum fertigen Möbelstück, alle<br />
Etappen besprechen wir mit Sorgfalt und können an Übungsstücken<br />
unterschiedliche Oberflächenbehandlungen sowie den<br />
richtigen Reinigungsmittel- und Pflegeeinsatz erproben.<br />
Termin, Ort und Zeit:<br />
19. September 2014 in Hamburg, 10-18 Uhr<br />
Wäsche- und Garderobenpflege<br />
Jeder anspruchsvolle Privathaushalt verfügt über eine große<br />
Anzahl hochwertiger Sommer- und Winterkleidung. Dieses Seminar<br />
zeigt Ihnen, wie Sie mit modernster Technik Wäsche und<br />
Garderobe richtig pflegen und aufbewahren. Durch die korrekte<br />
Schonung und Instandhaltung können Trageeigenschaften,<br />
Langlebigkeit und Aussehen positiv beeinflusst werden. Schuhpflege,<br />
Falt- und Legetechniken sowie Schrankordnung runden<br />
das Thema ab.<br />
Termin, Ort und Zeit:<br />
17. Oktober 2014 in Frankfurt, 9-17 Uhr<br />
Gebühr je Seminar:<br />
Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> oder <strong>rhw</strong><br />
praxis sowie Mitglieder <strong>im</strong> Berufsverband Hauswirtschaft e.V.<br />
159,– Euro, sonst 179,– Euro.<br />
Alle Preise zuzüglich MwSt., inkl. Tagungsunterlagen und<br />
Verpflegung.<br />
Anmeldung und weitere Informationen finden Sie unter:<br />
http://www.<strong>rhw</strong>online.de/kurse-und-veranstaltungen<br />
Ihre Ansprechpartnerin:<br />
Birgit Hemscheidt • Telefon 089/31 89 05 15<br />
Gastgeber sein - Stil & Etikette<br />
Umgangsformen sind wichtig! Von den Eltern haben wir einiges<br />
an Etikette mitbekommen, aber geht das noch konform mit den<br />
Ansprüchen in einem modernen und gehobenen Privathaushalt?<br />
Ungezwungenes, aber korrektes Benehmen erhöht die<br />
Selbstsicherheit und trägt zum beruflichen Erfolg bei. Dazu zählen<br />
vor allem der richtige Ton <strong>im</strong> Umgang mit dem Arbeitgeber,<br />
den Kollegen oder auch Gästen und Geschäftspartnern sowie<br />
die passende Kleidung und das perfekte Auftreten.<br />
Themenübersicht: Begrüßen • Vorstellen • Erster Eindruck•<br />
Kleider-Knigge •Tischkultur<br />
Termin, Ort und Zeit:<br />
7. November 2014 in Hamburg, 10-18 Uhr<br />
Referentin: Ursula Bolhuis,<br />
Dipl. oec. troph. Hauswirtschaftsmeisterin<br />
VNM Akademie – Ein Unternehmensbereich der Magical Media GmbH<br />
Telefon: (089) 31 89 05-15 • Fax: (089) 31 89 05-53 • akademie@vnmonline.de • www.vnm-akademie.de
Marktplatz<br />
Hersteller: Biozoon<br />
Name: Visco fix<br />
Produkt: Portionsbeutel zum Andicken<br />
aDas Andickungsmittel Visco instant von Smoothfood für<br />
Speisen und Getränke ist jetzt auch <strong>im</strong> praktischen Portionsbeutel<br />
erhältlich. Visco fix ist stärkefrei und als standardisierte<br />
Einzelportion in drei Andickungsstufen erhältlich: Sirup,<br />
Honig und Pudding. Die drei Sorten unterscheiden sich durch<br />
ihre unterschiedlichfarbigen Verpackungen, sodass Verwechslungen<br />
ausgeschlossen werden können. Die Herstellung <strong>im</strong><br />
Schüttelbecher ist schnell und einfach.<br />
: www.smoothfood.de<br />
Hersteller: Frilich<br />
Name: Carafine Septett<br />
Produkt: Kühlbottich für Getränke<br />
aDie neue „Carafine Septett“ tritt als Holzkübel auf, in<br />
dem sieben Flaschen oder Karaffen einen eisgekühlten<br />
Platz finden. Der Getränkekühler hat die Form eines traditionellen<br />
Bottichs aus Holz, darin finden sieben Literflaschen<br />
mit Bügelverschluss Platz. Holzschilder an den Bügeln weisen<br />
auf den Flascheninhalt hin. Der Zuber ist mit Crashed-Eis<br />
gefüllt; auch andere Flaschen sowie Karaffen aus Glas, Porzellan<br />
oder Kunststoff können darin gekühlt werden. Der<br />
Kunststoffeinsatz für das Crashed-Eis ist spülmaschinengeeignet.<br />
Zudem sorgt ein Drahtaufleger für den opt<strong>im</strong>alen<br />
Stand der Flaschen und Karaffen.<br />
: www.frilich.com<br />
Hersteller: Winterhalter<br />
Name: PT-Serie<br />
Produkt: Durchschubspülmaschinen<br />
aWinterhalter hat eine neue Durchschubspülmaschine der<br />
PT-Serie auf den Markt gebracht. Technische Innovationen<br />
der Serie: hygienisch reine Spülergebnisse von hoher Qualität,<br />
Korbleistungen von bis zu 77 Stück pro Stunde und niedrige<br />
Betriebskosten.<br />
: www.winterhalter.de<br />
Hersteller: Dr. Bronner’s<br />
Name: Reine Naturseife Pfefferminze<br />
Produkt: Flüssigseife für Reisende<br />
aAufgrund der vielfältigen Einatzmöglichkeiten<br />
eignet sich das Seifenkonzentrat<br />
gut für Ausflüge, Reisen<br />
oder Outdoor-Aktivitäten. Die Seife<br />
kann für Körper, Haare, Zähne, Geschirr,<br />
Kleidung, Ausrüstung, Obst und<br />
Gemüse und in vielen weiteren Einsatzgebieten<br />
genutzt werden. Sie ist ergiebig,<br />
ökologisch, vegan, umweltfreundlich<br />
und mit dem Zertifikat Fair Trade<br />
ausgezeichnet. Das amerikanische Unternehmen<br />
Dr. Bronner’s gibt es bereits<br />
seit 60 Jahren.<br />
: www.drbronner.de<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 41
Porträt<br />
„Ich züchte jetzt Alpakas“<br />
Ungewöhnlich!? Bianca Miessler ist Hauswirtschaftliche<br />
Betriebsleiterin von der<br />
FAK Triesdorf, hat lange Zeit als Assistentin<br />
der Bezirksleiterin bei einem Reinigungsunternehmen<br />
gearbeitet und sich<br />
dann entschlossen, Alpakas zu züchten<br />
und deren Produkte zu vermarkten. Ein<br />
Porträt zwischen Businessplan und den<br />
Bedürfnissen der Tiere.<br />
Alles begann be<strong>im</strong> Wäscheauängen. Die Wäscheleinen befinden<br />
sich draußen am Mietshaus der Miesslers über einem<br />
Rasenstück. „Ich wollte gerne, dass das Gras ohne Rasenmäher<br />
von Tieren kurz gehalten wird, aber ohne dass ich mit<br />
meinen Hausschuhen in deren Kot trete“, erinnert sich Bianca Miessler<br />
an das Frühjahr 2011.<br />
Start mit dem Rasen unter der Wäscheleine<br />
Und so erkundigte sich die 29-Jährige, ob es vielleicht Tiere gibt,<br />
die <strong>im</strong> Gegensatz zu Schafen, die bekanntlich überall ihre kugelförmigen<br />
Hinterlassenschaen fallen lassen, einen Kotplatz haben, der<br />
Inzwischen leben auf dem Alpakahof 19 Tiere, inklusive drei<br />
Hengsten sowie Stuten mit deren Nachwuchs<br />
<strong>im</strong>mer wieder aufgesucht wird. Und tatsächlich, sie wurde bei den<br />
Alpakas fündig.<br />
„Lamas verhalten sich zwar auch so, aber die sind mir dann doch<br />
zu groß. Es könnte ja mal sein, dass mein Mann krank wird und<br />
dann stehe ich da mit diesen großen Tieren.“ Und so sind die beiden<br />
zu einem Züchter gefahren und haben sich dort gleich mal vier<br />
Tiere gekau, denn Alpakas sind Herdentiere und sollten mindestens<br />
zu zweit gehalten werden. Inzwischen sind sie bei 19 Tieren<br />
angelangt, inklusive drei Hengsten sowie Stuten mit deren Nachwuchs.<br />
Nach ihrer Weiterbildung zur hauswirtschalichen Betriebsleiterin<br />
von 2003 bis 2006 an der Fachakademie Triesdorf hat Bianca Miessler<br />
drei Jahre lang als Assistentin der Bezirksleitung in einem der<br />
größten süddeutschen Reinigungsunternehmen, bei Lattemann<br />
und Geiger Dienstleistungsgruppe, gearbeitet.<br />
Nach der Weiterbildung zur HBL musste sie damals über 60 Bewerbungen<br />
schreiben, um eine Stelle als Objektleitung zu bekommen.<br />
„Der Markt ist wirklich nicht besonders groß für Hauswirtschasleitungen“,<br />
resümiert sie. Am Ende war es ihr bei dem Dienstleister<br />
aber zuviel verbrachte Zeit <strong>im</strong> Auto auf dem Weg zu den<br />
Kunden und es wuchs der Wunsch, etwas ganz Neues auszuprobieren.<br />
Dann kam die Wäscheleine…<br />
Fotos: Alpakahof Miessler<br />
42 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Porträt<br />
Wolle - bewertet und deren Züchter ausgezeichnet werden. Der Alpakahof<br />
Miessler hat mit seinem grauen Junghengst auf der Alpaka<br />
Show Ost in Erfuhrt 2013 den 3. Platz in seiner Farbgruppe belegt.<br />
Die edle Wolle lässt Bianca Miessler in einer hessischen Werkstatt<br />
für Menschen mit Behinderungen in Kissen- und Bettenhüllen<br />
füllen<br />
Alpakas – am edelsten<br />
ist die Wolle am Bauch<br />
Alpakas gebären nach einer Trächtigkeitsdauer von 340 Tagen meist<br />
nur ein Fohlen. Zwillinge sind äußerst selten. Nach einem halben<br />
Jahr wird dann das Fohlen abgesetzt und mit etwa einem Jahr das<br />
erste Mal geschoren.<br />
Doch nicht <strong>im</strong>mer läu alles planmäßig: Ein neugeborenes Fohlen<br />
wurde <strong>im</strong> September 2013 von seiner Mutter nicht angenommen<br />
und wäre verhungert. Miessler hat darauin schnell mit anderen<br />
Züchtern telefoniert und eine Alpaka-Muttermilch <strong>im</strong>itiert, die vom<br />
Fohlen angenommen wurde. Die Nahrung besteht aus Kondensmilch,<br />
Vollmilch, Sahne, Joghurt und Honig. „Schließlich muss das<br />
Fohlen nach zirka einem halben Jahr 25 kg auf die Wage bringen“,<br />
so Miessler.<br />
Wenn man sie so entschlossen reden hört, dann kann man sich vorstellen,<br />
dass die jetzige Herde mit 19 Tieren irgendwann auf 60, 80<br />
oder gar hundert Tiere anwächst, wie es langfristig ihr Ziel ist. Verfüttert<br />
werden nur Gras und eigenes Heu, dazu kommen noch Luzerne<br />
und ein Mineralleckstein. „Umso karger die Ernährung, desto<br />
besser die Wolle“, weiß Miessler.<br />
Zucht ist ein bisschen wie Lotterie<br />
„Das Spannende an der Zucht ist ja, dass man nie genau vorhersagen<br />
kann, ob und wie die genetischen Vorgaben auch bei den Nachkommen<br />
aureten.“ Die Vliesfarbe muss nicht wie erwartet aureten,<br />
es kann sich manchmal auch nur der Körperbau vererben –<br />
„das ist ein bisschen wie Lotterie“, sagt Miessler.<br />
Ein schwarzer Hengst und eine weiße Stute ergeben beispielsweise<br />
nicht <strong>im</strong>mer ein hellbraunes Nachkommen. „Hier ist die Dominanz<br />
der Stute relevant, zumal wir ohnehin nicht auf die weißen Tiere<br />
gehen, eine farbige Herde finden wir einfach schöner.“ Die Alpakazucht<br />
mit farbigen Tieren steht in Deutschland erst am Anfang,<br />
in Australien und Neuseeland züchtet man schon etwas länger auch<br />
farbige Tiere. Es gibt <strong>im</strong> Moment nur ganz wenige farbige Tiere auf<br />
der Welt, die an die hochwertige Qualität der weißen Tiere herankommen.<br />
Auch in Deutschland werden <strong>im</strong>mer noch sehr verbreitet<br />
weiße und hellbeige Tiere gezüchtet.<br />
Das Beste sitzt am Bauch<br />
Geschoren wird <strong>im</strong>mer das ganze Tier, bis auf den Kopf. Das Vlies<br />
wird in zwei Kategorien eingeteilt:<br />
u Vlies von Beinen und Hals fallen in Kategorie 2 und werden für<br />
die Bettenherstellung verwendet<br />
u Bauch und Seitenteile sowie der Rücken fallen in Kategorie 1.<br />
Aus diesem Vlies wird Strickwolle hergestellt.<br />
Damit kommen pro Tier und Jahr etwa drei bis fünf Kilogramm<br />
„Ernte“ zusammen. Das Gute am Scheren sei zudem, dass man so<br />
die Haut des Tieres untersuchen könne. Bei der Zucht braucht man<br />
Kapital und Geduld; Alpakas werden etwa 20 bis 30 Jahre alt und<br />
die Deckung mit dem Samen eines gefragten Hengstes kann bis zu<br />
tausend Euro kosten. Einige Zuchthengste erreichen bei Auktionen<br />
mittlere fünfstellige Summen als Liebhaberpreise.<br />
40.000 Alpakas in Deutschland<br />
In Deutschland werden aktuell etwa 40.000 Alpakas gehalten. Es<br />
gibt regelmäßige Alpakaschauen, in den die Tiere – vor allem deren<br />
Die 29-Jährige Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin Bianca<br />
Miessler hat mit der Alpakazucht ihre berufliche Best<strong>im</strong>mung<br />
gefunden<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 43
Report<br />
Braun oder weiß? Die Farbe der neugeborenen Alpakas lässt sich nicht eindeutig vorhersagen – es ist ein bisschen Lotterie dabei:<br />
„Das Spannende an der Zucht ist ja, dass man nie genau vorhersagen kann, ob und wie die genetischen Vorgaben auch bei<br />
den Nachkommen auftreten“, sagte Miessler<br />
Werkstatt füllt die edle Wolle<br />
Die edle Wolle lässt Bianca Miessler in einer hessischen Werkstatt<br />
für Menschen mit Behinderungen in Kissen- und Bettenhüllen füllen.<br />
Dort wird die Wolle zunächst vorsortiert, gewaschen und dann<br />
die Hüllen gefüllt und das Bett gesteppt. Etwa 700 bis 900 Gramm,<br />
aber auch auf Wunsch bis zu 2.000 Gramm Alpakawolle sind pro<br />
Bettdecke notwendig. Je dichter die Füllung, desto höher der Preis:<br />
er schwankt je nach Größe zwischen 150 bis 500 Euro pro Bettdecke.<br />
Alpakawolle besitzt fast überhaupt kein Fett, der Lanolingehalt ist<br />
sehr gering, deshalb ist die Wolle sehr für Allergiker geeignet, da<br />
sich Allergene hauptsächlich mit dem Wollfett verbinden.<br />
Und nebenbei noch etwas Obsternte<br />
Verkau wird die Ware auf Märkten der Region, auf Gartentagen<br />
oder auch über Vitrinen in <strong>Hotel</strong>s. Was dem Beobachter dabei auffällt:<br />
In diesen Vitrinen stehen neben Pullovern, Kissen und Handschuhen<br />
aus Wolle auch Obstbrände und Liköre. Wie passt denn<br />
das zu den Alpakas? „Ach das“, sagt Miessler lachend, „ist ein Nebenprodukt:<br />
Auf den Weideflächen stehen alte Obstbäume, wir wollten<br />
das Obst nicht verkommen lassen und so haben wir Maische<br />
angesetzt. Aus dieser Maische lassen wir nun jedes Jahr verschiedene<br />
Obstbrände in einer benachbarten Brennerei brennen.“ Nicht einmal<br />
die kleinen Zwetschgen dürfen Alpakas essen, weil die sensiblen<br />
Tiere sie mit ihren langen dünnen Hälsen verschlucken und daran<br />
ersticken könnten.<br />
Projekt „Wollmanufaktur“<br />
Die junge Mutter Bianca Miessler hat noch mehr vor: „Unser nächstes<br />
großes Ziel ist eine eigene Wollmühle“ – davon gibt es in Deutschland<br />
nur zwei und in Österreich eine.<br />
Die dafür benötigten Geräte werden weltweit nur von einem einzigen<br />
kanadischen Hersteller produziert. Im Frühsommer wird sie mit<br />
ihrem Mann nach Kanada fliegen und sich die Maschinen dort ansehen.<br />
Der örtlichen Bank hat sie das Projekt „Wollmanufaktur“ mit<br />
Businessplan schon vorgeschlagen und möchte dann zukünig 20<br />
Prozent ihre Wolle selbst in Garn verwandeln und 80 Prozent als<br />
Dienstleiter für andere Alpakahöfe.<br />
Anerkanntes Therapietier<br />
Das Alpaka ist ein anerkanntes erapietier. Die ruhige, sensible<br />
Art und das weiche Fell kann zum Beispiel bei Kindern eingesetzt<br />
werden, die Traumatisches erlebt haben. Diese Tiertherapie gibt es<br />
unter anderem bei Hohenfried e.V. (<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> berichtete).<br />
Derzeit sucht Bianca Miessler noch Kontakt zu möglichen erapeuten.<br />
Schon heute ist der Alpakahof mit seinen Tieren Teil des Kinderferienprogramms<br />
der Gemeinde und auch die Anfragen für Kindergeburtstage<br />
auf dem Alpakahof steigen. Nur eine Nutzungsart geht<br />
bei Alpakas nicht: Im Gegensatz zu Lamas sind Alpakas in Deutschland<br />
nicht als Schlachttiere zugelassen. „Das ist uns als Züchtern<br />
für edle Wolle aber auch recht, denn bei den Lamas hat die Zucht<br />
auf Masse zum Schlachten schon die Preise des Lama-Marktes inklusive<br />
deren Wolle verdorben.“<br />
„Meine beiden Kinder“<br />
Und nach diesem Gespräch über Bauchhaare, Wollmühle und Vermarktung<br />
kommt Bianca Miessler zum Punkt. „So, jetzt muss ich<br />
aber bald Schluss machen, denn meine beiden Kinder wollen versorgt<br />
werden“, sagt die 29-Jährige lachend. Damit meint sie nicht<br />
nur ihre eigene, <strong>im</strong> November 2013 geborene Tochter, sondern auch<br />
das Alpaka-Baby auf dem Hof. Beide wollen regelmäßig gestillt bzw.<br />
mit der eigenen Milchkreation von Bianca Miessler gefüttert werden.<br />
E Robert Baumann<br />
44 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Report<br />
Vorsicht Humor!<br />
Zu Beginn des 7. Humortags der German<br />
Speakers Association am 10. Mai 2014 in<br />
München wurde es gleich ziemlich irritierend.<br />
Während der Tagungspate Dr. Roman<br />
Szeliga die rund 60 Besucher begrüßte,<br />
störte ein nerviger Gast mit Zwischenrufen.<br />
Szeliga geriet jedoch nicht<br />
aus der Fassung, sondern ging in die Interaktion,<br />
baute den Störenfried kurzerhand<br />
in sein „Willkommen“ ein.<br />
Die Verwandlung<br />
von Redner<br />
Gaston gelang!<br />
Foto: German Speakers Association<br />
Schnell stellte sich dann heraus, dass es sich bei dem nervigen<br />
Störer um den ersten Redner, Gaston, handelte, der einiges<br />
zum ema „Körpersprache der Souveränität“ beizusteuern<br />
wusste. Er verwandelte sich binnen Minuten vom total verschüchterten<br />
Weltenträumer mit Räuspertick allein über Körpersprache<br />
zum <strong>im</strong>posanten Direktor, der den ganzen Saal <strong>im</strong> Griff hat. Was hat<br />
er getan? Er ließ Dinge wie Hüsteln weg, fasste sich nicht mehr mit<br />
den Händen ins Gesicht, drehte die Füße nach außen auf, wackelte<br />
nicht mehr mit dem Kopf be<strong>im</strong> Sprechen und schaute ganz bewusst<br />
die Zuhörer an – anstatt auf den Boden.<br />
Status ist zum wechseln da<br />
Eine spannende Erkenntnis seines Vortrages: Tiefstatus scha Nähe<br />
und Sympathie - Hochstatus scha Distanz und Durchsetzungsvermögen.<br />
Ein Irrtum sei allerdings, dass man allein mit hohem Status<br />
und entsprechender Körperhaltung seine Ziele erreicht, denn in jeder<br />
Gruppe gibt es Tyrannenmörder, die nur darauf warten und hoffen,<br />
bis dem „tollen, unnahbaren Hecht“ etwas zustößt. Und Gaston<br />
räumte mit dem Missverständnis auf, dass niedriger Status wiederum<br />
keine Macht verleihe. „Denken sie doch nur mal an ihre Familie oder<br />
Schwiegermutter – wenn sie zum Abschied sagt: ‚Ja, geht nur, geht<br />
nur, ich komme schon klar’, dann übt sie damit auch subtil Druck<br />
aus“. Gute Führungskräe können zwischen den beiden Extremen<br />
situativ wechseln.<br />
Ökotrophologin schreibt Sex-Buch<br />
Moderator Nils Bäumer zeigte in seiner Anmoderation per Video,<br />
dass Zungenküssen hygienisch eigentlich viel sicherer sei als Händeschütteln<br />
und lieferte damit die passende Überleitung zu Susanne<br />
Wendels Vortrag. Die Ökotrophologin und Autorin des Buch-Bestsellers<br />
„Gesundgevögelt“ brachte mit sehr viel Selbstironie und Humor<br />
die Höhen und Tiefen, die das Schreiben eines Bestsellers mit sich<br />
bringt, auf den Punkt. Bei ihren Ernährungsvorträgen hatte sie nämlich<br />
<strong>im</strong>mer wieder bemerkt, dass ihre letzte Folie mit dem Kalorienverbrauch<br />
bei best<strong>im</strong>mten Sexstellungen (u.a. die Laterne) am besten<br />
Anklang be<strong>im</strong> Publikum fand und so schrieb sie hierzu ein Buch.<br />
Nur musste ein Titel gefunden werden – sie lernte von einer Bekannten<br />
aus der Branche, dass Besteller-Sachbücher ein Versprechen <strong>im</strong><br />
Titel tragen müssen, also so etwas wie Schlank <strong>im</strong> Schlaf oder der<br />
perfekte Liebhaber. Den Begriff „Gesundgevögelt“ hat sie 2012 schützen<br />
lassen, sogar ihr Auto damit beklebt. In ihrer energiegeladenen<br />
Art zeigte Susanne Wendel, dass man bei so einer polarisierenden<br />
emen- und Titelwahl mit Anfeindungen rechnen muss und diese<br />
am besten mit Humor n<strong>im</strong>mt. „Schließlich können wir nicht von<br />
allen geliebt werden“.<br />
Es gibt (mindestens) vier Typen von Zuhörern<br />
Im Workshop von Margit Hertlein „Gestatten mein Name ist Bond!<br />
James Bond. Und wie stellen Sie sich vor?“ ging es darum, sich in<br />
die Denkmuster verschiedener Teilnehmer hineinzuversetzen. „Die<br />
meisten von uns sagen relativ wenig zu ihrer Person bei einem Vortrag<br />
– o eine vertane Chance“, beobachtet Hertlein. Denn genau das<br />
sehnen einige der Zuhörer herbei als so genannte Wer-Willi. Deshalb<br />
ist es bei einem Vortrag <strong>im</strong>mer gut, dass man jeden „Willi“ (Begriff<br />
ist abgeleitet von „Was will i“) bedient:<br />
u Der Was-Willi: liebt Zahlen, Definitionen, Fakten <strong>im</strong> Vortrag<br />
und n<strong>im</strong>mt den Redner erst dann ernst, wenn ein paar Säulendiagramme<br />
auauchen.<br />
u Der Wie-Willi: liebt Geschichten aus dem prallen Leben, Emotionen<br />
und ist empfänglich für eine Dramaturgie be<strong>im</strong> Vortrag.<br />
u Der Wer-Willi: möchte mehr vom Referenten sowie dessen Leben<br />
erfahren und welchen Bezug er zum Vortragsthema hat.<br />
u Der Wozu-Willi: möchte wissen, warum er heute überhaupt zuhören<br />
soll, was es ihm bringt und was es ganz konkret für ihn<br />
als Einzelnen bedeutet.<br />
„Ich erinnere mich noch an einen Vortrag, der ist wunderbar gelaufen,<br />
dachte ich, zwei volle Stunden tolle Argumente zu Frauen und Führung,<br />
wie ich fand. Doch dann kam nach dem Vortrag eine Dame<br />
auf mich zu ‚Also was ich schon die ganze Zeit fragen wollte: Welche<br />
Farbe hat eigentlich ihre Haartönung?’“ Da wusste Hertlein, dass sie<br />
be<strong>im</strong> Vortrag wohl zu wenig auf die Wer-Willis eingegangen ist.<br />
E Ralf Schmitt/Robert Baumann<br />
: www.germanspeakers.org<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 45
Report<br />
Stress, Druck und Angst:<br />
was tun?<br />
„Stress, Druck und Angst: Nicht jedem ergeht es so am<br />
Arbeitsplatz. Aber Experten schlagen Alarm, denn mit<br />
der steigenden Anzahl älterer Arbeitnehmer und einer<br />
deutlichen Leistungsverdichtung gibt es Belastungskonstellationen,<br />
die zunehmend krank machen“, so Ute<br />
Krützmann, Vorsitzende des Berufsverbandes Hauswirtschaft,<br />
in ihrer Einführung zur Jahrestagung des Berufsverbandes<br />
Hauswirtschaft am 12. und 13. Mai 2014 in Eisenach<br />
zum Thema Betrieblicher Erfolg und Gesundheit.<br />
Etwa 100 Fach- und Führungskräfte aus der Hauswirtschaft<br />
suchten nach Lösungen für ihren Arbeitsalltag.<br />
„Bringe den Menschen nicht bei,<br />
was Du weißt, sondern was<br />
sie brauchen.“<br />
Klaus Pankau<br />
Die Gesundheitswissenschaftlerin<br />
und Diplom Ökotrophologin<br />
Mona Schöffler gab in ihrem Vortrag<br />
Argumentationshilfen, warum es sich<br />
lohnt, <strong>im</strong> Betrieb in den Bereich Gesundheit<br />
zu investieren. Viele Unternehmen<br />
<strong>im</strong> Dienstleistungsbereich stünden vor der<br />
Frage, wie man es schafft, ältere Mitarbeiter<br />
möglichst lange arbeitsfähig zu<br />
halten. Die Rahmenbedingungen könne<br />
man nicht ändern, also müsse jeder Betrieb<br />
nach eigenen Lösungen suchen.<br />
Schöffler erläuterte den Begriff „Arbeitsbewältigungsfähigkeit“.<br />
Damit wird das<br />
sei auch sehr individuell, welche Unterstützung<br />
oder Angebote jeder einzelne<br />
brauche. Sie unterstrich den ökonomischen<br />
Vorteil von Gesundheitsmaßnahmen:<br />
„Jeder Euro, den ein Betrieb in Gesundheit<br />
investiert, bekommt er mindestens<br />
um das 2,5fache bis um das Sechsfache<br />
zurück.“ Auch die Arbeitszufriedenheit<br />
der Mitarbeiter steige <strong>im</strong> Durchschnitt<br />
um 20 Prozent.<br />
Wie Leben gelingen kann<br />
In einem beeindruckenden Vortrag erläuterte<br />
die Gesundheitswissenschaftlerin<br />
Prof. Dr. Annelie Keil aus Bremen, wie<br />
Leben gelingen kann. „Leben ist nicht<br />
festgelegt, sondern entpuppt sich als ein<br />
lebenslanger Auftrag, als eine Herausforderung,<br />
als ein Weg durch die Fremde“,<br />
so die 75-jährige Wissenschaftlerin.<br />
Sie spricht von der „gelingenden Hauswirtschaft“,<br />
die notwendig sei, damit das<br />
Leben gelingt. „Die große Aufgabe des<br />
Lebens ist die Hauswirtschaft <strong>im</strong> eigenen<br />
Haus. „Körper, Geist und Seele müssen<br />
ebenfalls lernen, mit uns zu leben.“ Und<br />
darum muss sich jeder selber kümmern,<br />
denn „eine Gebrauchsanweisung für das<br />
Leben gibt es nicht.“ Sie fragte ganz provokativ:<br />
„Haben Sie überhaupt noch einen<br />
bequemen Stuhl in ihrem Haus?“<br />
Zum Beruf Hauswirtschaft:<br />
„Sie müssen ein Milieu schaffen,<br />
in dem unterschiedliche Menschen<br />
leben können und sich wohl fühlen.<br />
Sie haben einen spannenden Beruf.“<br />
Prof. Dr. Annelie Keil<br />
Potenzial eines Menschen, eine Anforderung<br />
zu einem gegebenen Zeitpunkt<br />
zu bewältigen, beschrieben. Gesundheit<br />
sei hier nur ein Aspekt. Genauso wichtig<br />
seien unter anderem Entwicklungsmöglichkeiten,<br />
Arbeitsorganisation und Arbeitsbedingungen.<br />
Laut Schöffler reiche es für ein Betriebliches<br />
Gesundheits<strong>management</strong> nicht, einige<br />
Gesundheitskurse anzubieten. Es<br />
„Eine Gebrauchsanweisung für das Leben gibt es nicht“, sagte Prof.<br />
Dr. Annelie Keil in ihrem beeindruckenden Vortrag<br />
Fotos: Beatrix Flatt<br />
46 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
Report<br />
Das neu gewählte Präsidium von links nach rechts: Susanne Hoppe,<br />
Ursula Neugebauer, Carola Reiner, Ute Krützmann, Morgane Awad<br />
(Christa Anna Fischer und Susanne Zelgy fehlen auf dem Bild)<br />
Und sie schlägt auch die Brücke zur<br />
Hauswirtschaft als Dienstleistung: „Überlegen<br />
Sie, was in der Patientenverfügung<br />
stehen soll.“ Hier gehe es nicht nur um<br />
Vollmachten, sondern vielleicht auch darum,<br />
wen man in der letzten Lebensphase<br />
um sich haben möchte. Vielleicht ist<br />
es auch wichtig, festzuhalten, was man<br />
auf keinen Fall zum Essen haben möchte.<br />
„Für die Hauswirtschaft in den Einrichtungen<br />
wäre so etwas sehr hilfreich.“<br />
Qualifizierung von unten<br />
Klaus Pankau, Personalleiter für den Bereich<br />
Gebäudereinigung be<strong>im</strong> Dienstleistungskonzern<br />
WISAG, erläuterte in seinem<br />
Vortrag, wie es <strong>im</strong> Unternehmen<br />
durch Qualifizierung von unten gelungen<br />
ist, das Selbstwertgefühl der Reinigungsmitarbeiter<br />
zu steigern. Das Unternehmen<br />
beteiligte sich gemeinsam mit anderen<br />
Dienstleistungsunternehmen am<br />
PRIDE-Projekt. Das Projekt wurde von<br />
dem Institut für Arbeitsorganisation des<br />
Fraunhoferinstituts Stuttgart koordiniert.<br />
k mpass <br />
<br />
Dazu wurden nach dem Train-the-Trainer-Prinzip<br />
Reinigungsmitarbeiter ausgebildet,<br />
die ihre Kollegen regelmäßig in<br />
kurzen Lerneinheiten schulen. Ziel ist es,<br />
die Führungskräfte von Vorarbeiter bis<br />
Niederlassungsleiter <strong>im</strong> Unternehmen<br />
aus den eigenen Reihen zu entwickeln.<br />
Auch wenn diese Qualifizierung aller<br />
Mitarbeiter viel Geld gekostet hätte, so<br />
habe es sich doch gelohnt, eine Lernund<br />
Verbesserungskultur <strong>im</strong> Unternehmen<br />
einzuführen, so Pankau. Die Fluktuation<br />
der Belegschaft sei zurückgegangen und<br />
der Krankenstand sei mit unter fünf Prozent<br />
deutlich niedriger als in der Branche<br />
üblich.<br />
Die zehn wichtigsten<br />
Belastungen<br />
Mit den psychischen Belastungen der Arbeit<br />
befasste sich Andrea We<strong>im</strong>ar, Arbeits-<br />
und Organisationspsychologin bei<br />
der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel<br />
und Gastgewerbe in ihrem Vortrag<br />
„Wenn die Gefühle leiden. Was tun mit<br />
Mitarbeitern, die psychisch belastet wirken?“<br />
Laut Studien führten Arbeitsbedingungen<br />
insbesondere<br />
u Zeitdruck<br />
u Schichtarbeit<br />
u hohe Arbeitsdichte<br />
u hohe Anforderungen bei geringem<br />
Handlungsspielraum<br />
u Überstunden<br />
u negatives Organisationskl<strong>im</strong>a<br />
u prekäres Einkommen<br />
u ein Missverhältnis zwischen Verausgabung<br />
und Belohnung sowie<br />
u mangelnde Gerechtigkeit zu Belastungen.<br />
Sie erläuterte aber auch, dass Menschen<br />
bei gleicher Belastung unterschiedlich<br />
reagieren. Deshalb müsse man <strong>im</strong>mer individuell<br />
auf die Mitarbeiter reagieren.<br />
„Gesunde Führung“, also das Verhältnis<br />
zwischen Führungskraft und Team und<br />
den damit verbundenen Einflussmöglichkeiten,<br />
sei entscheidend.<br />
E Beatrix Flatt<br />
Fernlehrgänge<br />
NEU!<br />
Hauswirtschaftsleitung in Senioreneinrichtungen<br />
In Kooperation mit dem<br />
„Psychische Belastung und<br />
psychische Störung sind<br />
nicht das gleiche.“<br />
Andrea We<strong>im</strong>ar<br />
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie und<br />
mit welchen Instrumenten Berufsstolz und<br />
Selbstbewusstsein in sogenannten einfachen<br />
Dienstleistungsberufen entwickelt<br />
werden können.<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
www.kompass-wesel.de<br />
www.fernlehrgang-hauswirtschaft.de<br />
Deu<br />
Zert<br />
Deutsche Zertifizierung<br />
DIN ISO 29990:2010<br />
QUALITÄTSGEPRÜFTER<br />
BILDUNGSDIENSTLEISTER<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014 47
Zu guter Letzt<br />
Kita-Verpflegung in Deutschland<br />
Immer mehr Kinder essen in der Kita zu<br />
Mittag, ihre Verpflegung entspricht allerdings<br />
nur in jeder dritten Kita anerkannten<br />
Standards. Zu diesem Ergebnis<br />
kommt die <strong>im</strong> Juni 2014 erschienene Studie<br />
„Is(s)t KiTa gut?“ der Bertelsmann Stiung,<br />
die erstmals repräsentativ Qualität und Kosten<br />
des Mittagessens in Kitas untersucht hat.<br />
Fazit: Die Verpflegung wird bei der Finanzausstattung<br />
der Kitas selten berücksichtigt,<br />
es fehlt an hauswirtschalicher Fachkompetenz<br />
sowie an adäquater Küchenausstattung<br />
und Speiseräumen.<br />
Nur zwölf Prozent der Kitas reichen den Kindern<br />
genügend Obst, lediglich 19 Prozent<br />
ausreichend häufig Salat oder Rohkost. Fisch<br />
steht ebenfalls zu selten auf dem Speiseplan:<br />
Diesen DGE-Standard erfüllen nur 30 Prozent<br />
der Kitas. Fleisch hingegen bieten drei<br />
Viertel der Kitas zu häufig an. Auch die Caterer<br />
sind noch zu wenig auf kindgerechte<br />
Verpflegung ausgerichtet: Deutschlandweit<br />
lassen zwei von drei Kitas das Mittagessen<br />
anliefern. Aber nur jeder zehnte Caterer, der<br />
eine Kita beliefert, bietet speziell an den Bedarfen<br />
von Kindern ausgerichtete Mittagessen<br />
an.<br />
Zudem sind die Kitas häufig nicht hinreichend<br />
für die Verpflegung ausgestattet: Die<br />
Küche vieler Kitas ähnelt der eines Privathaushalts.<br />
Nicht einmal jede dritte Kita verfügt<br />
über einen Speiseraum. Häufig müssen<br />
die Kinder deshalb in ihrem Gruppenraum<br />
essen. Nur jede dritte Kita beschäigt hauswirtschaliches<br />
Fachpersonal.<br />
Das Essensgeld unterscheidet sich erheblich:<br />
Es reicht von 75 Cent bis zu sechs Euro pro<br />
Mahlzeit. Durchschnittlich zahlen Eltern den<br />
Kitas 2,40 Euro für ein Mittagessen ihrer Kinder.<br />
Damit hängt die Qualität des Mittagessens<br />
der Kinder von den Entscheidungen und<br />
Zuschüssen der jeweiligen Träger oder der<br />
Kommune ab. Denn eine gesunde und ausgewogene<br />
Mittagsverpflegung, die den DGE-<br />
Standard erfüllt, kostet der Studie zufolge<br />
mindestens 4 Euro.<br />
Die Studie stellt den Status quo der Kita-Verpflegung<br />
in Deutschland erstmalig dar und<br />
zeigt entsprechende Weiterentwicklungsbedarfe<br />
auf. Zu diesem Zweck wurden insgesamt<br />
1.082 Kitas aus allen Bundesländern zu<br />
ihrem Verpflegungsangebot befragt unter der<br />
Leitung von Prof. Ulrike Arens-Azevêdo von<br />
der HAW Hamburg.<br />
E<br />
Steckbrief Bodenbelag Teil 9<br />
KAUTSCHUK/ELASTOMERE<br />
Besondere Kennzeichen/Herstellung: Elastomerbelag oder Kautschukboden, wie der<br />
Gummiboden noch häufig genannt wird, besteht je nach Hersteller unter anderem aus synthetischem<br />
Kautschuk, Naturkautschuk, Schwefel, Parafine (Alterungsschutzmittel), Füll- und Farbstoffen.<br />
Daran erkenne ich den Belag: Wird eine Nadel oder Büroklammer (ohne Kuststoffummantelung)<br />
mit einem Feuerzeug erhitzt und an einer unauffälligen Stelle in den Boden gestochen,<br />
kann man sofort den typischen Geruch von Gummi (wie bei Autoreifen) wahrnehmen. Kautschukbeläge<br />
gibt es als homogene, glatte Beläge, als Noppenbeläge (Foto), mit einer Hammerschlag -<br />
struktur und auch als heterogene Beläge mit zwei Schichten (Elastomer- und Trägerschicht).<br />
Eignung: Kautschukböden werden sehr häufig in Kliniken, Krankenhäusern, Alten- und Pflegehe<strong>im</strong>en und Schulen verlegt, aber<br />
auch Bürogebäude oder andere Einrichtungen schätzen diesen Bodenbelag. Selbst Reinräume in der Pharmazie, explosionsgefährdete<br />
Bereiche und Schaltzentralen oder Serverräume werden mit diesem Bodenbelag ausgestattet.<br />
Richtige Reinigung: In der Reinigungs- und Pflegeanleitung der meisten Hersteller wird empfohlen den Boden mit einer Wischpflege<br />
einzupflegen. Dies geschieht durch eine höhere Dosierung der Wischpflege mit Wasser und anschließendem Poliervorgang<br />
mit einer Einscheibenmaschine mit weißem oder beigem Pad bzw. einer weichen Bürste. Anschließend wird der Boden mit einer<br />
Fußbodenwischpflege gereinigt.<br />
Häufigste Fehler: Gummi ist gegenüber organischen Lösemitteln empfindlich, wie auch gegenüber starken Alkalien (meist<br />
schon ab einem pH-Wert von 10,5) und auch gegenüber starken Säuren. Kleine Steinchen, fehlende Stuhlgleiter oder auch harte<br />
Rollen bei Drehstühlen können ebenfalls zu Beschädigungen führen.<br />
Expertenrat von Wilhelm Re<strong>im</strong> und Elke Merz-Schluck, Alegria München: Häufig muss man den<br />
Boden nach der Verlegung mit einem alkalischen Grundreiniger (max. pH-Wert von ca.10,5) reinigen. Ganz<br />
besonders die richtige Pad-Farbe für die Einscheibenmaschine ist zu beachten. Manche Hersteller des Bodenbelages<br />
empfehlen nur eine rote Pad-Scheibe. Die Herstellerangaben (Reinigungs- und Pflegeanleitung) sind<br />
unbedingt zu beachten, um möglichst lange einen hochwertigen Bodenbelag zu haben.<br />
Weitere Informationen: Wir empfehlen zur Vertiefung des Themas die <strong>rhw</strong>-DVD<br />
„Bodenreinigung für Profis “. Die Serie „Steckbrief Bodenbelag “wird fortgesetzt.
13. bis 17.10.2014<br />
in Hannover<br />
Weiterbildung<br />
zum/zur<br />
Hygienebeauftragten<br />
mit Dr. med. vet.<br />
Dieter Bödeker<br />
Nach Abschluss<br />
der Veranstaltung erhalten<br />
die Teilnehmer/innen ein Zertifikat,<br />
das als Nachweis der erlangten Kenntnisse zu<br />
den Schulungsinhalten dient. Für die Einrichtungen<br />
dokumentiert es die fachgerechte Wahrnehmung ihrer<br />
gesetzlich festgeschriebenen Pflichten.<br />
Gebühr:<br />
Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> und <strong>rhw</strong> praxis sowie<br />
Mitglieder <strong>im</strong> Berufsverband Hauswirtschaft e. V.<br />
675,- Euro, sonst 849,- Euro. zzgl. MwSt.,<br />
inkl. Tagungsunterlagen und Verpflegung.<br />
Zeiten:<br />
Mo 11.00 - ca. 17.30 Uhr,<br />
Di - Do 9.00 - ca. 17.30 Uhr, Fr 9.00 - ca. 16.30 Uhr<br />
Teilnehmerzahl begrenzt auf 16 Teilnehmer<br />
Ihr Ansprechpartner:<br />
Birgit Hemscheidt Telefon: 089/31 89 05-15<br />
Anmeldung unter: www.<strong>rhw</strong>online.de/<br />
kurse-und-veranstaltungen<br />
9.10.2014<br />
in München<br />
Aufbaukurs für<br />
Hygienebeauftragte<br />
zur Wissensvertiefung<br />
9.00 – 16.30 Uhr<br />
Seminarziel:<br />
Das Seminar richtet sich an Fachkräfte aus<br />
den Bereichen der stationären und ambulanten<br />
Altenpflege sowie Gemeinschaftseinrichtungen<br />
nach §33 und §36 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Mit der<br />
Benennung eines/einer Hygienebeauftragten kommen die<br />
genannten Einrichtungen ihrer Ver pflichtung zur Eigenverantwortlichkeit<br />
und Eigenkontrolle nach, die ihnen durch die aktuelle<br />
Gesetz gebung (SGB, IfSG, PQSG, LMHV) zugeteilt worden ist.<br />
Inhalte:<br />
Aufgaben eines/einer Hygienebeauftragten • Rechtliche Grundlagen<br />
(z. B. Anforderungen des IfSG an Gemein schafts einrichtungen) • Prüfungen<br />
durch das Gesundheitsamt und den MDK, Beispiele für Beanstandungen •<br />
Elemente eines Hygieneplans, Umsetzungsprobleme und Anpassung von<br />
Hygienemaßnahmen Personal-, Lebensmittel- und Wäsche hygiene •<br />
Grundzüge der Mikrobiologie • Gefahrenanalyse (z. B. HACCP) •<br />
Maßnahmen bei Problemke<strong>im</strong>en • MRSA/ ORSA und Legionellen •<br />
Impfschutz, Hautschutzplan • Verfahren zur Reinigung und Desinfektion,<br />
Sterilisation • Um gang mit Desinfektionsmitteln und<br />
mögliche Gefahren • Risikoel<strong>im</strong>inierung und -min<strong>im</strong>ierung •<br />
Abfallentsorgung • Schnittstelle Küche – Pflege<br />
Methoden:<br />
Vortrag, Diskussion,<br />
Beispielbearbeitung<br />
Dr. med. vet.<br />
Dieter Bödeker<br />
freiberuflich tätiger<br />
Hygieneberater für<br />
Alten- und Pflege -<br />
he<strong>im</strong>e sowie für<br />
ambulante<br />
Pflegedienste<br />
1406037<br />
VNM<br />
AKADEMIE<br />
VNM Akademie – Ein Unternehmensbereich der Magical Media GmbH<br />
Paul-Gerhardt-Allee 46 • 81245 München<br />
Telefon: (089) 31 89 05-15 • Fax: (089) 31 89 05-53<br />
E-Mail: akademie@vnmonline.de • Web: www.vnm-akademie.de
Zu guter Letzt<br />
FUNDSTÜCKE –<br />
die besten Geschichten<br />
schreibt das Leben<br />
Gluten wichtiger als Fußball<br />
Da hatte allein<br />
das erste Spiel<br />
der deutschen<br />
Fußball-Nationalmannschafft<br />
<strong>im</strong><br />
Fernsehen Einschaltquoten<br />
von<br />
82 Prozent. Und<br />
doch ist das Wort<br />
„Fußball live“ auf<br />
dem Plakat dieses Münchner Burger-Grills kleiner geschrieben<br />
als das Wort „glutenfrei“. Ich glaube, das<br />
Thema Allergien scheint <strong>im</strong> Bewusstsein der Gastronomen<br />
angekommen zu sein… Und wir planen mit<br />
Referentin Carola Reiner bereits den 21. Zusatztermin<br />
zur Allergeninformationspflicht in Großküchen.<br />
Was ist ökologischer?<br />
Neulich <strong>im</strong> Supermarkt – was ist jetzt ökologischer?<br />
Eine konventionelle Karotte aus Deutschland oder <strong>im</strong><br />
Regal daneben die Bio-Möhre aus Portugal?<br />
<strong>rhw</strong> schneller als Süddeutsche<br />
Am 13. Juni 2014 schrieb die Süddeutsche Zeitung<br />
über Hauswirtschaftsmeisterin Marlies Heinritzi auf<br />
einer dreiviertel Seite. <strong>rhw</strong> war ausnahmsweise mal<br />
schneller – wir hatten schon eine Woche früher <strong>im</strong><br />
Juni-Heft über sie berichtet.<br />
a<br />
VORSCHAU AUF DIE<br />
SEPTEMBER-AUSGABE 2014<br />
Über 650 Tagungen<br />
und Seminare<br />
in einem alten<br />
Gemäuer von<br />
1781 – dieses<br />
Ambiente bietet<br />
Schloss Lautrach<br />
seit 1993. Die<br />
städtische Hauswirtschafterin und jetzige Hausdame<br />
Karin Grauer ist von Beginn an dabei und<br />
beschreibt zusammen mit <strong>Hotel</strong>leiterin Beate<br />
Bruchmann die aktuellen Herausforderungen zwischen<br />
Z<strong>im</strong>merumbau und Kooperation mit Werkstätten.<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> – Reinigung · Hygiene · Wohlbefinden<br />
Das Fachmagazin für die professionelle Hauswirtschaft<br />
Herausgeberin: Beatrix Bierschenck<br />
Redaktionsdirektorin: Dr. Angelika Schaller<br />
Chefredaktion: Robert Baumann (verantwortlich), Tel.: (0 89) 31 89 05-20, E-Mail: robert.baumann@vnmonline.de<br />
Redaktion: Dorothea Kammerer, Alexandra Höß (Hamburg), E-Mail: alexandra.hoess@vnmonline.de,<br />
E-Mail: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de, Internet: www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />
Redaktionsbeirat: Ursula Bolhuis, Martina Feulner, Prof. Elke Huth, M. Christine Klöber, Sascha Kühnau,<br />
Elke Merz-Schluck, Prof. Dr. Horst Pichert, Prof. Dr. Margarete Sobotka, Prof. Dr. Margot Steinel, Ute Krützmann<br />
Layout: Joach<strong>im</strong> Ullmer<br />
Verlags-, Anzeigen- und Vertriebsleitung: Elke Z<strong>im</strong>mermann, E-Mail: elke.z<strong>im</strong>mermann@vnmonline.de,<br />
Tel.: (0 89) 31 89 05-76, Fax: (0 89) 31 89 05-53<br />
Zur Zeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 34 a vom 1. Oktober 2013<br />
Marketingleitung: Burkhard P. Bierschenck<br />
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Für Referendare, Studenten, Schüler und Azubis gegen Einsendung einer entsprechenden Bescheinigung<br />
48,00 Euro/96,00 SFr. Einzelheft 11,50 Euro/23,00 SFr.<br />
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Druck: BOSCH-DRUCK GmbH, Festplatzstr. 6, 84030 Ergolding<br />
ISSN 1866-4504<br />
Geschäftsführer: Burkhard P. Bierschenck, Dr. Angelika Schaller<br />
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einzelnen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit Annahme des Manuskriptes gehen das Recht der<br />
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Gerichtsstand: München<br />
Der Verlag Neuer Merkur GmbH<br />
und seine Publikationen:<br />
Impressum<br />
Redaktionsschluss: 5. August 2014<br />
Anzeigenschluss: 8. August 2014<br />
50 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7-8/2014
VNM<br />
AKADEMIE<br />
Besuchen Sie die zwei großen<br />
Herbst-Branchentreffs der Hauswirtschaft<br />
6. November 2014 <strong>im</strong> HCC Hannover<br />
12. <strong>rhw</strong>-Hygieneforum<br />
Das Hygiene-Update des Jahres! 9.45 bis 16.45 Uhr<br />
Die Top-Themen 2014: Allergeninformationspflicht, moderne<br />
Fußbodenreinigung <strong>im</strong> Gesundheitswesen, Kreuzkontamination<br />
uvm. mit anschließender Expertensprechstunde.<br />
Best<strong>im</strong>men Sie das aktuelle Herbst-Hygiene-Thema 2014<br />
selbst mit: Online-Abst<strong>im</strong>mung vom 1. bis 30.09. 2014<br />
Foto: © Hannover Congress Centrum 2011<br />
Weitere Informationen und Anmeldung unter www.<strong>rhw</strong>-hygieneforum.de<br />
27. November 2014 in Kassel<br />
8.<strong>rhw</strong>-Erfolgstag<br />
10.00 bis 16.45 Uhr<br />
Betriebliche Gesundheit in der Hauswirtschaft wird unter anderem aus arbeitsrechtlicher<br />
Sicht beleuchtet („Wiedereingliederung“). Mit einer neuartigen Kompetenzanalyse<br />
kann zudem objektiv beurteilt werden, welche Stärken und Schwächen<br />
des Teams zum Arbeitsplatz passen, so dass sich Mitarbeiter der Hauswirtschaft lange<br />
wohlfühlen.<br />
In Zusammenarbeit mit<br />
Foto: Kassel Tourismus; Der Bergpark Wilhelmshöhe ist seit 2013 Unesco-Welterbe<br />
Weitere Informationen und Anmeldung unter www.<strong>rhw</strong>-erfolgstag.de<br />
Irrtümer und Änderungen vorbehalten
Moderne Ratgeber zu aktuellen Themen<br />
Angelika Diem<br />
Nicht schlank? Na und!<br />
Weg vom Diätfrust und<br />
einfach gut leben<br />
m ISBN 978-3-941717-07-7<br />
132 Seiten, gebunden<br />
14,80 Euro<br />
8 Ebook: ISBN 978-3-941717-14-5<br />
5,99 Euro<br />
Sylvia Görnert-Stuckmann<br />
Wohnen <strong>im</strong> Alter<br />
Mögliche und funktionierende Wohnkonzepte<br />
anhand konkreter Beispiele<br />
m ISBN 978-3-941717-01-5<br />
162 Seiten, gebunden,<br />
14,80 Euro<br />
8 Ebook: ISBN 978-3-941717-04-6<br />
4,99 Euro (epub)<br />
Susanne Ahrndt<br />
Gründen mit Erfolg<br />
Praxiserprobter Ratgeber für<br />
künftige Unternehmer<br />
m ISBN 978-3-941717-10-7<br />
198 Seiten, gebunden<br />
19,80 Euro<br />
8 Ebook: ISBN 978-3-941717-13-8<br />
12,99 Euro<br />
Sylvia Görnert-Stuckmann<br />
Hilfen <strong>im</strong> Alter<br />
Zeigt alle Möglichkeiten heutiger<br />
Altenpflege für Betroffene und<br />
Angehörige<br />
m ISBN 978-3-941717-02-2<br />
102 Seiten, gebunden<br />
14,80 Euro<br />
8 Ebook: ISBN 978-3-941717-05-3<br />
4,99 Euro (epub)<br />
Maria Lohmann<br />
So wirken Schüßler-Salze<br />
Die besten Heilanwendungen<br />
Vermittelt die wichtigsten Informationen<br />
über das beliebte Heilverfahren<br />
m ISBN 978-3-941717-15-2<br />
138 Seiten, gebunden<br />
14,80 Euro<br />
8 Ebook: ISBN 978-3-941717-17-6<br />
6,99 Euro<br />
Doro Kammerer<br />
Natürliche Hausapotheke<br />
Für alle, die auf natürliche Art und Weise<br />
gesund bleiben wollen<br />
m ISBN 978-3-941717-06-0<br />
212 Seiten, gebunden<br />
14,80 Euro<br />
8 Ebook: ISBN 978-3-941717-12-1<br />
6,99 Euro (epub)<br />
Hans-Dieter Schadt<br />
Ältere Fachkräfte<br />
beschäftigen<br />
Ein Ratgeber für Betriebe<br />
<strong>im</strong> demografischen Wandel<br />
m ISBN 978-3-941717-08-4<br />
186 Seiten, gebunden<br />
19,80 Euro<br />
Birgit Kaltenthaler/Susanne Oswald<br />
Opt<strong>im</strong>isten leben besser<br />
Neue Energie schöpfen aus der Seele<br />
m ISBN 978-3-941717-03-9<br />
124 Seiten, gebunden<br />
14,80 Euro<br />
8 Ebook: ISBN 978-3-941717-11-4<br />
4,99 Euro (epub)<br />
Heike Ulrich<br />
Zen Shiatsu<br />
50 Übungen für Anfänger und<br />
Fortgeschrittene in Wort und<br />
Bild beschrieben<br />
m ISBN 978-3-941717-09-1<br />
110 Seiten, gebunden<br />
Euro 12,95<br />
Maria Lohmann<br />
Natürliche Hausmittel<br />
Bewährte Erfolgsrezepte<br />
aus der Naturheilkunde<br />
m ISBN 978-3-941717-18-3<br />
132 Seiten, gebunden<br />
14,80 Euro<br />
BC Publications GmbH, Paul-Gerhardt-Allee 46, D-81245 München<br />
www.bc-publications.de