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ISBN 978-1-291-94823-3<br />
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich<br />
geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verfassers<br />
unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen,<br />
Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung<br />
und Verarbeitung in elektronischen Systemen.<br />
Copyright BORA TEXT, Ralf Borlinghaus, CH-Scherzingen, 2014<br />
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2
Inhalt<br />
Am Anfang................................................................................................5<br />
Stadtansichten...............................................................................7<br />
Starke Worte.....................................................................................61<br />
(Ver-) Dichtung.......................................................................127<br />
Aphorismen.....................................................................................153<br />
Portraits...............................................................................................175<br />
3
Am Anfang<br />
Am Anfang<br />
war das WORT -<br />
hier wird es KUNST !<br />
Der Gedanke<br />
kondensiert zum Wort.<br />
Das digitale Wort<br />
mutiert gern zu Gezwitscher.<br />
Die Handschrift bindet das Wort<br />
zurück an die Person.<br />
Worte von Hand schreiben<br />
nennt man Schreibkunst.<br />
Dem Wort durch Schreibung<br />
Bedeutung geben ist Wortkunst.<br />
5
6<br />
Am Anfang
Stadtansichten<br />
Stadtansichten<br />
einige<br />
Weltstädte<br />
zuvörderst<br />
Sodann<br />
kleine Deutschlandreise<br />
von Nord nach Süd<br />
bis in die<br />
Schweiz<br />
7
Stadtansichten<br />
Berlin<br />
Du Schlampe<br />
unter Deutschlands Städten<br />
geschmückt mit<br />
geliehenen Klunkern<br />
am schmuddligen Hals<br />
grell geschminkt<br />
mit Kunst im öffentlichen Raum<br />
lädst Du die Welt ein<br />
zum One-Night-Stand<br />
8
Stadtansichten<br />
9
Stadtansichten<br />
Paris<br />
Le monde – c`est moi<br />
Alte Tante<br />
alter Adel<br />
mehr Schein<br />
als Sein<br />
wenn nicht<br />
Heinrich Heine<br />
dort begraben läge !<br />
10
Stadtansichten<br />
11
Stadtansichten<br />
London<br />
I want my money back !<br />
Du zickige<br />
Zuhälterin des<br />
Finanzkapitals<br />
Mach nicht so ein Geschrei !<br />
12
Stadtansichten<br />
13
Stadtansichten<br />
Wenn<br />
Brüssel<br />
in ihre Gärten pisst,<br />
dies die Gärtner<br />
sehr verdrießßßssßßt<br />
ßßßß<br />
14
Stadtansichten<br />
15
Stadtansichten<br />
Zürich<br />
Neuschwanstein<br />
im Heidiland<br />
Sauber sauber<br />
teuer teuer<br />
Irgendwie nicht ganz<br />
geheuer<br />
16
Stadtansichten<br />
17
Stadtansichten<br />
Hamburg<br />
Wenn nicht der viele Regen wär`<br />
so hoch im Norden dicht am Meer,<br />
fürwahr !<br />
dort oben ließss` sich`s leben,<br />
doch leider, leider<br />
zuviel Regen.<br />
18
Stadtansichten<br />
19
Stadtansichten<br />
Wuppertal<br />
Lange Zeit habe ich geglaubt,<br />
Wuppertal bestehe nur aus<br />
Bahnhöfen, aneinander gereiht,<br />
um die Lokführer nicht übermütig<br />
werden zu lassen, sie das<br />
Bremsen, Anfahren,<br />
Bremsen zu lehren.<br />
Heinrich Böll<br />
20
Stadtansichten<br />
21
Stadtansichten<br />
Doch siehe ! Dort im Mondenschein<br />
Den kolossalen Gesellen !<br />
Er ragt verteufelt schwarz empor,<br />
Das ist der Dom von<br />
Köl(le)n.<br />
Und als ich an die Rheinbrück` kam,<br />
Wohl an die Hafenschanze,<br />
Da sah ich fließssen den Vater Rhein<br />
Im stillen Mondenglanze.<br />
aus : Deutschland. Ein Wintermärchen<br />
Heinrich Heine<br />
22
Stadtansichten<br />
23
Stadtansichten<br />
Ich möchte nicht tot<br />
und begraben sein<br />
Als Kaiser zu<br />
Aachen<br />
im Dome;<br />
Weit lieber lebt’ ich<br />
als kleinster Poet<br />
Zu Stukkert am Neckarstrome.<br />
Zu Aachen langweilen<br />
sich auf der Strass`<br />
Die Hunde, sie flehn untertänig :<br />
Gib uns einen Fußsstritt,<br />
o Fremdling, das wird<br />
Vielleicht uns zerstreuen ein wenig.<br />
aus : Deutschland. Ein Wintermärchen<br />
Heinrich Heine<br />
24
Stadtansichten<br />
25
Stadtansichten<br />
Bonn<br />
- die kleine Hauptstadt<br />
für zwischendurch<br />
(Friedrich Küppersbusch)<br />
Geblieben sind am<br />
deutschen Strom :<br />
Beethoven,<br />
Post und<br />
Telekom<br />
26
Stadtansichten<br />
27
Stadtansichten<br />
Mein<br />
Leipzig<br />
lob` ich mir !<br />
Es ist ein Klein-Paris und<br />
bildet seine Leute.<br />
Goethe<br />
28
Stadtansichten<br />
29
Stadtansichten<br />
Dresden<br />
Auferstanden aus Ruinen<br />
Und der Zukunft zugewandt,<br />
Lass uns dir zum Guten dienen,<br />
Deutschland, einig Vaterland.<br />
Alte Not gilt es zu zwingen,<br />
Und wir zwingen sie vereint,<br />
Denn es muss uns doch gelingen,<br />
Dass die Sonne schön wie nie<br />
Über Deutschland scheint.<br />
Johannes R. Becher<br />
30
Stadtansichten<br />
31
Stadtansichten<br />
Frankfurt<br />
Geld<br />
Macht<br />
Sex(y)<br />
32
Stadtansichten<br />
33
Stadtansichten<br />
Mannheim<br />
quadratisch<br />
praktisch<br />
gut !<br />
34
Stadtansichten<br />
35
Stadtansichten<br />
Heidelberg<br />
Lange lieb ich dich schon,<br />
möchte dich, mir zur Lust,<br />
Mutter nennen und dir<br />
schenken ein kunstlos Lied,<br />
Du, der Vaterlandstädte<br />
Ländlichschönste, so viel ich sah.<br />
Wie der Vogel des Walds<br />
über die Gipfel fliegt,<br />
Schwingt sich über den Strom,<br />
wo er vorbei dir glänzt,<br />
Leicht und kräftig die Brücke,<br />
Die von Wagen und Menschen tönt.<br />
aus : Ode an Heidelberg<br />
Friedrich Hölderlin<br />
36
Stadtansichten<br />
37
Stadtansichten<br />
Heilbronn<br />
Stimme :<br />
Ich, Gottschalk, bin’<br />
s,<br />
du lieber Gottschalk !<br />
Gottschalk :<br />
Wer ?<br />
Stimme :<br />
Ich !<br />
Gottschalk :<br />
Du ?<br />
Stimme :<br />
Ja !<br />
Gottschalk :<br />
Wer ?<br />
Stimme :<br />
Ich !<br />
aus : Das Käthchen von Heilbronn<br />
Heinrich von Kleist<br />
38
Stadtansichten<br />
39
Stadtansichten<br />
Ich bin diesmal auch in<br />
Karlsruhe<br />
gewesen und es ist schade,<br />
dass Du diese Stadt, die wie<br />
ein Stern gebaut ist, nicht gesehen<br />
hast. Sie ist klar und lichtvoll wie<br />
eine Regel, und wenn man in sie<br />
hineintritt, so ist es, als ob ein<br />
geordneter Verstand<br />
uns anspräche.<br />
Heinrich von Kleist<br />
40
Stadtansichten<br />
41
Stadtansichten<br />
Diese illustren Personen<br />
taten zeitweilig in<br />
Tübingen<br />
wohnen:<br />
Philipp Melanchthon<br />
Johannes Kepler<br />
Georg Wilhelm Friedrich Hegel<br />
Friedrich Wilhelm Josef Schelling<br />
Eduard Mörike<br />
Alois Alzheimer<br />
Hermann Hesse<br />
Ernst Bloch<br />
Carlo Schmid<br />
Kurt Georg Kiesinger<br />
Dietrich Bonhoeffer<br />
Walter Jens<br />
Roman Herzog<br />
Horst Köhler<br />
Doch im Tübinger Turme<br />
wohnte nur einer drin,<br />
und zwar der Friedrich Hölderlin<br />
42
Stadtansichten<br />
43
Stadtansichten<br />
In<br />
Stuttgart<br />
verstehen<br />
zurzeit<br />
alle<br />
nur<br />
Bahnhof<br />
44
Stadtansichten<br />
45
Stadtansichten<br />
Vom Ernst des Lebens<br />
halb verschont<br />
ist der schon,<br />
der in<br />
München<br />
wohnt.<br />
Eugen Roth<br />
46
Stadtansichten<br />
47
Stadtansichten<br />
Und du<br />
Konstanz<br />
im badischen Lande<br />
bist mitnichten die<br />
Kleinste Stadt unten am Rande :<br />
quartiertest einst<br />
Päpste und Kaiser ein -<br />
da kanscht noch heute<br />
stolz drauf sein !<br />
48
Stadtansichten<br />
49
Stadtansichten<br />
Und als ich an die Grenze<br />
nach Kreuzlingen kam,<br />
begann mir das Herze zu kloppen,<br />
die Schweizer hoben gerade an<br />
den deutschen Zuzug zu stoppen !<br />
Doch hat mich der Zöllner<br />
zu beruhigen vermocht :<br />
auch die Volksseele dort<br />
nur mit Wasser kocht !<br />
50
Stadtansichten<br />
51
Stadtansichten<br />
Vor<br />
St. Gallen<br />
neig` ich in Demut mein Haupt,<br />
denn hier hat manch Stiftler<br />
am Griffel gekaut<br />
beim kunstvollen Umgang mit Worten.<br />
Und nach und nach, wie das so geht,<br />
entstand daraus schliesslich<br />
die Bibliothek.<br />
52
Stadtansichten<br />
53
Stadtansichten<br />
Basel<br />
Jedes Jahr zur Fasenacht<br />
wird das Wunder neu vollbracht :<br />
Der gekrümmte Bischofsstab<br />
verwandelt sich zur Narrenkapp !<br />
54
Stadtansichten<br />
55
Stadtansichten<br />
Gern<br />
seh` ich<br />
in<br />
Bern<br />
die<br />
grimmgen<br />
Bärn<br />
von<br />
fern<br />
56
Stadtansichten<br />
57
Stadtansichten<br />
Nichts,<br />
aber auch<br />
gar nichts<br />
reimt sich auf<br />
Genf<br />
als<br />
Senf<br />
58
Stadtansichten<br />
59
Starke Worte<br />
Starke Worte<br />
heitere & ernste<br />
vorder- & hintersinnige<br />
laute & leise<br />
sanfte & aggressive<br />
kurz :<br />
das ganze Spektrum<br />
61
Starke Worte<br />
Liebe<br />
Poesie<br />
Trennung<br />
Ein Jüngling liebt ein Mädchen,<br />
Die hat einen Anderen erwählt;<br />
Der Andre liebt eine Andre,<br />
Und hat sich mit dieser vermählt.<br />
Das Mädchen heiratet aus Ärger<br />
Den ersten besten Mann,<br />
Der ihr in den Weg gelaufen;<br />
Der Jüngling ist übel dran.<br />
Es ist eine alte Geschichte,<br />
Doch bleibt sie immer neu;<br />
Und wem sie just passieret,<br />
Dem bricht das Herz entzwei.<br />
Heinrich Heine<br />
62
Starke Worte<br />
63
Starke Worte<br />
Aids, saurer Regen & Waldsterben,<br />
FCKW & Ozonloch, 9/11 & Al-Quaida<br />
Klimaerwärmung & Finanzkrise<br />
haben uns die Leichtigkeit von<br />
Love<br />
Peace<br />
Happiness<br />
genommen - schade !<br />
64
Starke Worte<br />
65
Starke Worte<br />
Der<br />
Mond<br />
ist aufgegangen,<br />
die goldnen Sternlein prangen<br />
am Himmel hell und klar;<br />
der Wald steht schwarz<br />
und schweiget,<br />
und aus den Wiesen steiget<br />
der weißsse<br />
Nebel<br />
wunderbar.<br />
Matthias Claudius<br />
66
Starke Worte<br />
67
Starke Worte<br />
Das<br />
Wasser<br />
Rauscht`, das Wasser schwoll,<br />
Ein Fischer sass daran,<br />
Sah nach dem Angel ruhevoll,<br />
Kühl bis ins Herz hinan.<br />
Ach wüsstest du, wie`s Fischlein ist<br />
So wohlig auf dem Grund,<br />
Du stiegst herunter, wie du bist,<br />
Und würdest erst gesund.<br />
aus: Der Fischer<br />
Goethe<br />
Delphin<br />
68
Starke Worte<br />
69
Starke Worte<br />
vergänglich<br />
Ein jegliches hat seine Zeit,<br />
und alles Vorhaben unter dem<br />
Himmel hat seine Stunde.<br />
Da merkte ich, dass es nichts<br />
Besseres dabei gibt als fröhlich sein<br />
und sich gütlich tun in seinem Leben.<br />
Denn ein Mensch, der da isst und<br />
trinkt und hat guten Mut bei all<br />
seinem Mühen, das ist<br />
eine Gabe Gottes.<br />
Ich merkte, dass alles, was Gott tut,<br />
das besteht für ewig; man kann<br />
nichts dazutun noch wegtun.<br />
Das alles tut Gott, dass man<br />
sich vor ihm fürchten soll.<br />
70<br />
Der Prediger Salomo<br />
dauernd
Starke Worte<br />
71
Starke Worte<br />
Tisch<br />
Blumen Vase<br />
Ohne Worte,<br />
da es sich um ein<br />
Stillleben handelt<br />
72
Starke Worte<br />
73
Starke Worte<br />
Sessel<br />
und<br />
Lampe<br />
Wie gesagt :<br />
ein Stillleben<br />
74
Starke Worte<br />
75
Starke Worte<br />
Musik<br />
Alle meine Noten<br />
bringen mich nicht aus den Nöten,<br />
und ich schreibe Noten<br />
überhaupt nur aus Nöten.<br />
Beethoven<br />
76
Starke Worte<br />
77
Starke Worte<br />
Gitarre<br />
Ein Bursche,<br />
der eine Zither<br />
und Stimme hat,<br />
schlägt sich überall durch !<br />
Goethe<br />
78
Starke Worte<br />
79
Starke Worte<br />
Die Brille<br />
Korf liest gerne schnell und viel;<br />
darum widert ihn das Spiel<br />
all des zwölfmal unerbetnen<br />
Ausgewalzten, Breitgetretnen.<br />
Meistens ist in sechs bis acht<br />
Wörtern völlig abgemacht,<br />
und in ebensoviel Sätzen<br />
lässßt sich Bandwurmweisheit schwätzen.<br />
Es erfindet drum sein Geist<br />
etwas, was ihn dem entreißt :<br />
Brillen, deren Energien<br />
ihm den Text - zusammenziehen !<br />
Beispielsweise dies Gedicht<br />
läse, so bebrillt, man - nicht !<br />
Dreiunddreißig seinesgleichen<br />
gäben erst - Ein - - Fragezeichen !<br />
Christian Morgenstern<br />
80
Starke Worte<br />
81
Starke Worte<br />
Erfolg<br />
ist die Folge<br />
zielgerichteten Handelns<br />
82
Starke Worte<br />
83
Starke Worte<br />
Schachmatt<br />
ist eine Stellung im Schachspiel,<br />
in der ein König im Schach steht und<br />
es keinen regelgerechten Zug gibt,<br />
dieses Schachgebot aufzuheben. Mit<br />
einem Schachmatt ist die Partie<br />
beendet und für den Spieler,<br />
dessen König schachmatt<br />
gesetzt wurde, verloren.<br />
Wikipedia<br />
84
Starke Worte<br />
85
Starke Worte<br />
Sieg & Niederlage<br />
Eine stolz<br />
getragene Niederlage<br />
ist auch ein Sieg<br />
Marie von Ebner-Eschenbach<br />
86
Starke Worte<br />
87
Starke Worte<br />
Gesprächsfaden<br />
auf Ohrenhöhe<br />
88
Starke Worte<br />
89
Starke Worte<br />
Viele Missverständnisse<br />
entstehen dadurch, dass ein<br />
Danke<br />
nicht ausgesprochen,<br />
sondern nur<br />
empfunden wird.<br />
Ernst R. Hauschka<br />
90
Starke Worte<br />
91
Starke Worte<br />
Mutter<br />
und<br />
Vater<br />
machen<br />
ein Tänzchen<br />
ist jenen gewidmet,<br />
die in Familie und Kindern<br />
ihr Glück gesucht und<br />
gefunden haben !<br />
92
Starke Worte<br />
93
Starke Worte<br />
Sex<br />
Liebe machen<br />
bumsen<br />
begatten<br />
beischlafen<br />
ficken<br />
vögeln<br />
kopulieren<br />
vernaschen<br />
es miteinander treiben<br />
koitieren<br />
poppen<br />
kuscheln<br />
94
Starke Worte<br />
95
Starke Worte<br />
Lust<br />
Wer Trinken, Rauchen und Sex<br />
aufgibt, lebt auch nicht länger.<br />
Es kommt ihm nur so vor.<br />
Sigmund Freud<br />
96
Starke Worte<br />
97
Starke Worte<br />
Gier - Geiz<br />
Hass - Neid<br />
Die sieben Todsünden<br />
der modernen Welt :<br />
Reichtum ohne Arbeit<br />
Genuss ohne Gewissen<br />
Wissen ohne Charakter<br />
Geschäft ohne Moral<br />
Wissenschaft ohne Menschlichkeit<br />
Religion ohne Opferbereitschaft<br />
Politik ohne Prinzipien<br />
Mahatma Gandhi<br />
98
Starke Worte<br />
99
Starke Worte<br />
Großsse<br />
Lügner<br />
Der Irak verfügt über<br />
Massenvernichtungswaffen.<br />
(Colin Powell, 2003)<br />
Niemand hat die Absicht,<br />
eine Mauer zu errichten<br />
(Walter Ulbricht, 1961)<br />
Seit 5.45 Uhr wird jetzt<br />
zurückgeschossen<br />
(Adolf Hitler, 1939)<br />
100
Starke Worte<br />
101
Starke Worte<br />
arm & reich<br />
De n Armen reicht es bald !<br />
102
Starke Worte<br />
103
Starke Worte<br />
Krieg<br />
Der Tod ist ein Meister aus<br />
Deutschland, dichtete Paul Celan<br />
in seiner Todesfuge 1944.<br />
Mit einem Anteil von rund<br />
11 Prozent belegt Deutschland heute<br />
den dritten Platz in der Champions<br />
League der Waffenexporteure.<br />
104
Starke Worte<br />
105
Starke Worte<br />
Hunger<br />
Wenn das Volk kein Brot hat,<br />
soll es doch Kuchen essen !<br />
Marie Antoinette<br />
am Vorabend der Französischen<br />
Revolution vom Volksmund<br />
in den Mund gelegt<br />
106
Starke Worte<br />
107
Starke Worte<br />
Bö(r)se<br />
Geld schläft nie, Kumpel!<br />
Gordon Gecko<br />
in Wall Street<br />
108
Starke Worte<br />
109
Starke Worte<br />
Wachstum<br />
&<br />
Niedergang<br />
What goes up must come down<br />
Isaac Newton<br />
(so einfach ist das)<br />
110
Starke Worte<br />
111
Starke Worte<br />
Katastrophe<br />
Dem Bürger fliegt<br />
vom spitzen Kopf der Hut,<br />
In allen Lüften hallt es wie Geschrei,<br />
Dachdecker stürzen ab<br />
und gehn entzwei<br />
Und an den Küsten -<br />
liest man - steigt die Flut.<br />
Der Sturm ist da,<br />
die wilden Meere hupfen<br />
An Land, um dicke Dämme<br />
zu zerdrücken.<br />
Die meisten Menschen<br />
haben einen Schnupfen.<br />
Die Eisenbahnen fallen<br />
von den Brücken.<br />
Weltende - Jakob van Hoddis<br />
112
Starke Worte<br />
113
Starke Worte<br />
USA is watching you<br />
Mitarbeiter NSA ca. 40.000<br />
Budget NSA ca. 11 Mrd USD<br />
Künftige Speicherkapazität des<br />
in Bau befindlichen Utah Data Center<br />
bis zu 140 Gigabyte/Person weltweit<br />
Verarbeitung von täglich<br />
weltweit ca. 600 Mio. Telefonaten<br />
Quelle Wikipedia - 2014<br />
114
Starke Worte<br />
115
Starke Worte<br />
Sackgasse<br />
Wenn du denkst<br />
es geht nicht mehr<br />
kommt irgendwo<br />
ein Lichtlein her.<br />
Sprichwort<br />
116
Starke Worte<br />
117
Starke Worte<br />
Regen & Sonne<br />
Come Rain or Come Shine<br />
aus : St. Louis Woman (Musical)<br />
Harold Arlen/Johnny Mercer<br />
118
Starke Worte<br />
119
Starke Worte<br />
Engel<br />
Es gibt mehr Ding`<br />
im Himmel und auf Erden,<br />
als Eure Schulweisheit sich träumt.<br />
Shakespeare<br />
120
Starke Worte<br />
121
Starke Worte<br />
Xmas<br />
Hätt einer auch<br />
fast mehr Verstand<br />
als wie die drei Weisen<br />
aus Morgenland<br />
und ließe sich dünken,<br />
er wäre wohl nie<br />
dem Sternlein nachgereist wie sie;<br />
dennoch, wenn nun<br />
das Weihnachtsfest<br />
seine Lichtlein wonniglich<br />
scheinen lässt,<br />
fällt auch auf sein<br />
verständig Gesicht,<br />
er mag es merken oder nicht,<br />
Ein freundlicher Strahl<br />
des Wundersternes von dazumal.<br />
Wilhelm Busch<br />
122
Starke Worte<br />
123
Starke Worte<br />
Sylvester<br />
Das neue Jahr<br />
wirft seine<br />
Schatten voraus<br />
124
Starke Worte<br />
125
126
(Ver-) Dichtung<br />
(Ver-)<br />
Dichtung<br />
gereimt & ungereimt<br />
klassisch & taufrisch<br />
literarisch & philosophisch<br />
zum Teil also durchaus<br />
schwere Kost<br />
127
(Ver-) Dichtung<br />
Weißsses Blatt<br />
Herausfordernd weiss<br />
ein unbeschriebenes Blatt -<br />
Beim Nachdenken über so<br />
mancherlei blieb es dabei.<br />
128
(Ver-) Dichtung<br />
129
(Ver-) Dichtung<br />
Der Hut<br />
dem Kopf ist anvertraut,<br />
damit ihm niemand draufhaut<br />
sowohl der Regen nicht<br />
als auch die bösgesinnte Faust.<br />
Doch auch der Deckel hindert,<br />
dass man des Kopfes Inhalt mindert.<br />
Gedachtes schwelgt dort und<br />
brodelt vor sich hin.<br />
Der Hut ist hier nicht einer<br />
sondern meiner und nicht deiner.<br />
Das geht dich gar nichts an.<br />
130
(Ver-) Dichtung<br />
131
(Ver-) Dichtung<br />
Zeit & Reim<br />
Was man<br />
über Zeit auch sinnt,<br />
eins steht fest,<br />
dass sie zerrinnt.<br />
Dass nicht<br />
zuviel Zeit verschwände,<br />
sind die Reime<br />
hier zu Ende.<br />
132
(Ver-) Dichtung<br />
133
(Ver-) Dichtung<br />
Habe nun, ach !<br />
Philosophie, Juristerei<br />
und Medizin,<br />
Und leider auch Theologie<br />
Durchaus studieret,<br />
mit heißssem Bemühn.<br />
Da steh ich nun,<br />
ich armer Tor !<br />
und bin so klug<br />
als wie zuvor.<br />
Goethe<br />
134
(Ver-) Dichtung<br />
135
(Ver-) Dichtung<br />
Geschichte<br />
ist<br />
Normalität auf<br />
Revolution auf<br />
Normalität<br />
und so weiter<br />
geschichtet<br />
Weh dem,<br />
der in das<br />
Mahlwerk gerät<br />
136
(Ver-) Dichtung<br />
137
(Ver-) Dichtung<br />
Weltwissen I - von A bis Z<br />
Noch sind<br />
die besten Bücher<br />
ohne Computer<br />
geschrieben worden !<br />
Weltwissen II - von 0 bis 9<br />
138
(Ver-) Dichtung<br />
139
(Ver-) Dichtung<br />
Ungeduld<br />
140
(Ver-) Dichtung<br />
141
(Ver-) Dichtung<br />
Die Erschaffung Adams<br />
nach Michelangelo<br />
142
(Ver-) Dichtung<br />
143
(Ver-) Dichtung<br />
Eva<br />
oder<br />
Die Ankunft der Venus<br />
nach Bottichelli<br />
144
(Ver-) Dichtung<br />
145
(Ver-) Dichtung<br />
Kant<br />
Zwei Dinge erfüllen das Gemüt<br />
mit immer neuer zunehmender<br />
Bewunderung und Ehrfurcht,<br />
je öfter und anhaltender sich das<br />
Nachdenken damit beschäftigt :<br />
der bestirnte Himmel über mir und<br />
das moralische Gesetz in mir.<br />
Kritik der praktischen Vernunft<br />
146
(Ver-) Dichtung<br />
147
(Ver-) Dichtung<br />
Fichte<br />
Das Ich setzt sich als bestimmt<br />
durch das Nicht-Ich.<br />
Grundlage der gesamten<br />
Wissenschaftslehre<br />
148
(Ver-) Dichtung<br />
149
(Ver-) Dichtung<br />
Hegel<br />
Ehe daher der Geist nicht an sich,<br />
nicht als Weltgeist sich vollendet,<br />
kann er nicht als selbstbewusster<br />
Geist seine Vollendung erreichen.<br />
Phänomenologie des Geistes<br />
150
(Ver-) Dichtung<br />
151
152<br />
Aphorismen
Aphorismen<br />
Aphorismen<br />
etablierte<br />
und solche,<br />
die das Zeug dazu haben<br />
153
Aphorismen<br />
Zeit &<br />
Augenblick<br />
Alle Zeit<br />
muss<br />
durch<br />
den<br />
Augenblick<br />
gehen<br />
154
Aphorismen<br />
155
Aphorismen<br />
Allzumenschliches<br />
Auch das Menschlichste<br />
wächst auf dem Misthaufen des<br />
Allzumenschlichen<br />
156
Aphorismen<br />
157
Aphorismen<br />
Schwerter zu<br />
Pflugscharen<br />
158
Aphorismen<br />
159
Aphorismen<br />
panta rei<br />
Alles fliessßt<br />
Heraklit<br />
160
Aphorismen<br />
161
Aphorismen<br />
Es ist vollbracht<br />
Jesus<br />
162
Aphorismen<br />
163
Aphorismen<br />
Eher geht ein Kamel durch ein<br />
Nadelöhr<br />
als dass ein Reicher ins<br />
Himmelreich kommt<br />
Jesus<br />
164
Aphorismen<br />
165
Aphorismen<br />
I<br />
love<br />
vegan<br />
Andreas<br />
166
Aphorismen<br />
167
Aphorismen<br />
Veni<br />
vidi<br />
vici<br />
Julius Caesar<br />
168
Aphorismen<br />
169
Aphorismen<br />
Hochmut<br />
Kommt<br />
vor<br />
dem<br />
Fall<br />
Salomo<br />
170
Aphorismen<br />
171
Aphorismen<br />
Es ist noch nicht<br />
Aller Tage Abend<br />
Livius<br />
172
Aphorismen<br />
173
174
Portraits<br />
Portraits<br />
von<br />
Diktatoren & Demokraten<br />
von<br />
Künstlern & Literaten<br />
sowie je einem<br />
Unternehmer & Wissenschaftler<br />
und dem<br />
Papst<br />
175
Portraits<br />
Adolf Hitler<br />
Am 30. Januar<br />
sind in Deutschland<br />
die Würfel gefallen.<br />
Und ich glaube nicht,<br />
dass die Gegner, die<br />
damals noch gelacht haben,<br />
heute auch noch lachen.<br />
(1933)<br />
176
Portraits<br />
177
Portraits<br />
Josef Stalin<br />
Gedanken sind mächtiger<br />
als Waffen. Wir erlauben<br />
unseren Bürgern nicht,<br />
Waffen zu führen -<br />
warum sollten wir<br />
es ihnen erlauben,<br />
s elbständig zu denken ?<br />
178
Portraits<br />
179
Portraits<br />
Mao Tse-Tung<br />
Eine Revolution ist<br />
kein Gastmahl,<br />
kein Aufsatzschreiben,<br />
kein Bildermalen,<br />
kein Deckchensticken.<br />
180
Portraits<br />
181
Portraits<br />
Fidel Castro<br />
Geld motiviert mich nicht;<br />
materieller Besitz motiviert<br />
mich nicht. Gleichermassßen<br />
motiviert mich auch nicht das<br />
Streben nach Ruhm, nach<br />
Popularität oder Prestige.<br />
Mich motivieren Ideen.<br />
182
Portraits<br />
183
Portraits<br />
Winston Churchill<br />
Dictators ride to and fro upon<br />
tigers which they dare not dismount.<br />
And the tigers are getting hungry.<br />
184
Portraits<br />
185
Portraits<br />
Vladimir Putin<br />
Wir werden sie finden und<br />
wenn es auf dem Klo ist, und<br />
wir werden sie zerquetschen.<br />
186
Portraits<br />
187
Portraits<br />
Barack Obama<br />
I receive this honour<br />
(Nobel Peace Prize)<br />
with deep gratitude and<br />
great humility.<br />
188
Portraits<br />
189
Portraits<br />
Edward Snowden<br />
Ich erkannte, dass ich<br />
Teil von etwas geworden war,<br />
das viel mehr Schaden anrichtete<br />
als Nutzen stiftete.<br />
190
Portraits<br />
191
Portraits<br />
Bill Clinton<br />
I did not have<br />
sexual relations<br />
with that woman.<br />
192
Portraits<br />
193
Portraits<br />
Konrad Adenauer<br />
Ich bin diktatorisch, nur mit<br />
stark demokratischem Einschlag.<br />
194
Portraits<br />
195
Portraits<br />
Helmut Schmidt<br />
Wenn wir uns überall einmischen<br />
wollen, wo himmelschreiendes<br />
Unrecht geschieht, dann riskieren<br />
wir den dritten Weltkrieg.<br />
196
Portraits<br />
197
Portraits<br />
Helmut Kohl<br />
Andere bekommen gleich kalte<br />
Füßsse, wenn ihnen der Wind<br />
mal ins Gesicht bläst.<br />
198
Portraits<br />
199
Portraits<br />
Gerhard Schröder<br />
Man kann es so oder so machen.<br />
Ich bin für so.<br />
200
Portraits<br />
201
Portraits<br />
Angela Merkel<br />
In bestimmter Weise habe<br />
ich auch etwas zu sagen.<br />
202
Portraits<br />
203
Portraits<br />
Joschka Fischer<br />
Excuse me, I am not convinced !<br />
204
Portraits<br />
205
Portraits<br />
Steve Jobs<br />
We’re here to put<br />
a dent in the universe.<br />
Otherwise why else even be here?<br />
206
Portraits<br />
207
Portraits<br />
Johann Wolfgang von Goethe<br />
Man sollte alle Tage wenigstens<br />
ein kleines Lied hören, ein gutes<br />
Gedicht lesen, ein treffliches<br />
Gemälde sehen und, wenn es<br />
möglich zu machen wäre, einige<br />
vernünftige Worte sprechen.<br />
208
Portraits<br />
209
Portraits<br />
Thomas Mann<br />
Ach, Dummheit. Es gibt so viele<br />
verschiedene Arten von Dummheit,<br />
und die Gescheitheit ist nicht<br />
die beste davon.<br />
aus : Der Zauberberg<br />
210
Portraits<br />
211
Portraits<br />
Günter Grass<br />
Ich erblickte das Leben<br />
in Form einer<br />
60-Watt-Glühbirne.<br />
aus : Die Blechtrommel<br />
212
Portraits<br />
213
Portraits<br />
Albert Einstein<br />
Um ein tadelloses Mitglied einer<br />
Schafherde sein zu können, muss<br />
man vor allem ein Schaf sein.<br />
214
Portraits<br />
215
Portraits<br />
Papst Franziskus<br />
Buona sera !<br />
216
Portraits<br />
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218