Download (PDF) - Sparkasse Holstein

sparkasse.holstein.de

Download (PDF) - Sparkasse Holstein

S Sparkasse

Holstein

Geschäftsbericht.

2011

Kompetenz. Made in Holstein. Nähe. Made in Holstein. Rendite. Made

in Holstein. Vertrauen. Made in Holstein. Fortschritt. Made in Holstein.

Tatkraft. Made in Holstein. Erfolg. Made in Holstein. Qualität. Made in

Holstein. Kompetenz. Made in Holstein. Nähe. Made in Holstein. Rendite.

Made in Holstein. Vertrauen. Made in Holstein. Fortschritt. Made in

1

Holstein. Tatkraft. Made in Holstein. Erfolg. Made in Holstein. Qualität.


Kompetenz.

Made in Holstein.

Ihre Filiale

In unseren Filialen entwickeln wir für unsere Privat- und Geschäftskunden eine

individuelle Liquiditäts- und Vorsorgestrategie und beraten Sie bei Vermögensaufbau,

Immobilienfinanzierung sowie in allen weiteren Fragen rund ums Geld.

Vermögensmanagement

Unsere Kunden mit erhöhtem Vermögen und verstärktem Beratungsbedarf

betreuen wir in unseren VermögensmanagementCentern

(z. B. Vermögensstrukturierung, Wertpapiere, Steueroptimierung).

Private Banking

Unseren Kunden mit überdurchschnittlich hohem Vermögen bieten wir z. B. eine

individuelle Depotbetreuung und Vermögensverwaltung, Stiftungsmanagement

und vieles mehr.

FirmenkundenCenter

In unseren FirmenkundenCentern und der Großkundenbetreuung Hamburg

kümmern wir uns beispielsweise um klassische Finanzierungen, Leasing, das

Auslandsgeschäft, Zins- und Währungsmanagement und erneuerbare Energien.

StartUp-Center

Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit, ob Gründung oder Nachfolge – das

StartUp-Center begleitet Existenzgründer und plant mit Ihnen den Start ins

Unternehmertum.

Öffentliche Kunden

Kommunen und kommunalnahe Wirtschaftsunternehmen werden durch ein

Spezialistenteam individuell betreut – auch in Fragen des Zinsmanagements,

der Grundstückserschließung oder der Privatisierungsberatung.

S-Immobiliengesellschaft Holstein (SIG-Holstein)

Alle, die eine Immobilie kaufen oder verkaufen möchten, finden bei der SIG-Holstein,

die 25 Mitarbeiter hat, Immobilienkompetenz im Hause der Sparkasse Holstein.

Daneben erschließt die SIG-Holstein Baugebiete und projektiert den Hochbau.

2


Inhalt.

4

6

Ein Wort vorweg

Auf einen Blick

7

8

11

19

27

30

Lagebericht

Rahmenbedingungen

Wirtschaftsbericht

Risikobericht

Nachtragsbericht

Prognosebericht

33

Bericht des Verwaltungsrates

35

36

38

Jahresabschluss zum 31.12.2011

Jahresbilanz

Gewinn- und Verlustrechnung

39

64

65

66

67

Anhang

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Bestätigungsvermerk

Impressum

Sparkassen-Finanzgruppe

Auf den Seiten 12/13, 20/21 sowie 28/29 haben

wir einige Impressionen aus der Geschichte der

Sparkasse Holstein zusammengestellt.

3


Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kunden und Geschäftspartner,

das Jahr 2011 begann mit einem

Paukenschlag: Die Sparkasse Holstein

bringt Deutschlands günstigsten

Dispokreditzins – ab 6,95 Prozent p.a. –

auf den Markt. Somit bieten wir unseren

Privatkunden ein einzigartiges Produktbündel

aus kostenlosem Online-Girokonto,

preisgünstigem Dispo und dem

Riester-Banksparplan Holstein Vorsorge-

Plus, der im vergangenen Jahr Testsieger

beim Öko-Test-Vergleich der Riester-Banksparpläne

mit gebundenem Zins wurde.

Wir starteten damit in ein wiederum sehr

erfreuliches Geschäftsjahr für unsere

Sparkasse. Die Anleger schenkten uns ihr

Vertrauen und trugen damit zu einer

Steigerung des Einlagenvolumens in

Höhe von 180,8 Millionen Euro bei. Das

Vertrauen der Firmenkunden in die

Kompetenz und Leistungsfähigkeit

unserer Sparkasse sorgte abermals für

ein Kreditwachstum um 4,2 Prozent.

Damit ist das Kreditvolumen unserer

Sparkasse seit 2008 ununterbrochen von

3.891 auf 4.344 Millionen Euro gestiegen.

Einmal mehr zeigt sich, dass die

Sparkasse Holstein das Rückgrat der

Mittelstandsfinanzierung in der Region

ist und als kompetenter Partner an der

Seite der Unternehmer steht.

Neben der traditionellen Stärke im

Bereich der Firmen- und Großkundenbetreuung

haben wir im vergangenen

Jahr unsere Vermögenskundenbetreuung

im Hamburger Raum gestärkt.

Neue VermögensmanagementCenter

in Sasel (mit Dependance in Wandsbek)

sowie in Norderstedt-Ochsenzoll

betreuen jetzt wohnortnah die

Vermögenskunden in der Region.

Außerdem bauen wir in Sasel gerade

unseren dritten Private Banking Standort

auf. Mit diesen neuen KompetenzCentern

verstärken wir unsere Präsenz in einer

Wachstumsregion und forcieren damit

unsere Strategie zum Einlagenwachstum

der Sparkasse Holstein.

Seit 188 Jahren vertrauen die Bürger ihre

„Spargroschen“ hier in unserer Region

der Sparkasse an. Die Sicherheit war und

ist seitdem das höchste Gut der Geldanlage.

Kaum etwas versinnbildlichte

diese Sicherheit so sehr wie das

klassische Sparkassenbuch. Aus diesem

Grund haben wir uns entschieden,

diesem ganz besonderen Buch den

Weltspartag 2012 und auch einige Seiten

unseres diesjährigen Geschäftsberichtes

zu widmen. Wir haben den Lagebericht

mit drei Doppelseiten aufgelockert, die

Sie in die früheren Zeiten unserer

Sparkasse führen. Verschiedene

Sparkassenbücher der Jahre 1891 bis in

die Gegenwart zeigen Stationen auf dem

Weg zur heutigen Sparkasse Holstein.

Daneben haben wir historische

Geschäftsgebietskarten aus den Kreisen

Ostholstein und Stormarn abgebildet.

Sie sehen: Die Sparkasse Holstein war

und ist fest in ihrer Region verwurzelt.

Als größte öffentlich-rechtliche Sparkasse

in der Metropolregion Hamburg

sichert sie die Versorgung mit Bankdienstleistungen,

kümmert sich aber

ebenso durch Spenden, Sponsoring und

vor allem natürlich durch die von ihr

4


errichteten Stiftungen um das gesellschaftliche

und soziale Leben in ihrer

Region. Viele sportliche, kulturelle und

Bildungs-Initiativen wären ohne dieses

Engagement gar nicht möglich.

Das Naturerlebnis Grabau, das die

Stiftungen der Sparkasse Holstein im Mai

2009 eröffnet haben, hat sich mittlerweile

zu einem Vorzeigeprojekt in

Norddeutschland entwickelt. Dafür

wurde es in diesem Jahr mit dem

Zertifikat „Bildungseinrichtung für

Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet, eine

gemeinsame Aktion des Ministeriums für

Bildung und Wissenschaft und des

Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft,

Umwelt und ländliche Räume.

Gewürdigt wird mit der Auszeichnung die

Umsetzung der zukunftsgewandten,

ganzheitlichen Betrachtungsweise der

Bildung für nachhaltige Entwicklung

(BNE), von der nicht nur die Kindergärten

und Grundschulen im Kreis Stormarn

profitieren. Die Stiftungen der Sparkasse

Holstein setzen sich darüber hinaus auch

dafür ein, dass Erzieherinnen und

Erzieher und Grundschullehrkräfte im

Sinne von BNE geschult werden.

Parallel zum großen Erfolg des Naturerlebnis

Grabau in Stormarn fiel 2011 der

Startschuss zum Projekt „BildungsSpaß

Ostholstein“ und zum Leuchtturmprojekt

„Erlebnis Bungsberg“, das die höchste

Erhebung des Landes Schleswig-Holstein

aus ihrem jahrelangen Dornröschenschlaf

weckt und – genau wie Grabau –

Heerscharen von Kindern und Jugendlichen

begeistern wird. Das Projekt

„BildungsSpaß Ostholstein“ bietet

ähnlich wie das Naturerlebnis Grabau

allen Ostholsteiner Kindern aus Kindergärten

und Grundschulen einen

zusätzlichen Besuch eines außerschulischen

Bildungsangebots im Kreis

Ostholstein. Mit dem „Erlebnis

Bungsberg“ wollen die Stiftungen der

Sparkasse Holstein gemeinsam mit

mehreren Projektpartnern ein Ausflugsziel

schaffen, das Spaß und Bildung

zugleich bietet. Durch die Verknüpfung

beider Projekte bzw. die Integration des

„BildungsSpaß Ostholstein“ in das

„Erlebnis Bungsberg“ schaffen die

Stiftungen der Sparkasse Holstein einen

Mehrwert für die Region und machen

diese sowohl für Einheimische als auch

für Touristen noch attraktiver.

Dr. Martin Lüdiger (rechts)

und Joachim Wallmeroth

Ihr Vorstand

Dr. Lüdiger

Wallmeroth

5


Ostsee

Die Sparkasse Holstein

auf einen Blick.

Bilanzsumme 5,3 Mrd. €

Kundeneinlagen 3,6 Mrd. €

Kreditvolumen 4,3 Mrd. €

Bilanzgewinn 12 Mio. €

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 1.143

Auszubildende 85

Filialstandorte 35

SB-Filialen 35

6


Lagebericht.

1. Rahmenbedingungen

1.1 Organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen

1.2 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

1.3 Branchen- und Wettbewerbssituation

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Geschäftsentwicklung

2.1.1 Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

2.1.2 Kreditgeschäft

2.1.3 Kundeneinlagen

2.1.4 Dienstleistungsgeschäft

2.1.5 Eigenanlagen in Wertpapieren

2.1.6 Beteiligungen

2.1.7 Interbankengeschäft

2.1.8 Nicht bilanzwirksames Geschäft

2.1.9 Investitionen

2.2 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

2.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.3.1 Vermögenslage

2.3.2 Finanzlage

2.3.3 Ertragslage

3. Risikobericht

3.1 Einbettung des Risikomanagements in die

Unternehmenssteuerung

3.2 Grundlagen des Risikomanagements

3.3 Risikotragfähigkeit

3.4 Risikoarten

3.4.1 Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft

3.4.2 Risiken im Beteiligungsgeschäft

3.4.3 Marktpreisrisiken

3.4.4 Liquiditätsrisiken

3.4.5 Operationelle Risiken

3.5 Gesamtbeurteilung der Risikolage

4. Nachtragsbericht

5. Prognosebericht

7

7


1. Rahmenbedingungen

1.1 Organisatorische und rechtliche

Rahmenbedingungen

Die Sparkasse Holstein (nachstehend:

Sparkasse) ist eine mündelsichere, am

Gemeinwohl orientierte rechtsfähige

Anstalt des öffentlichen Rechts. Träger

der Sparkasse ist der Zweckverband

Sparkasse Holstein, an dem der Kreis

Ostholstein und der Kreis Stormarn zu

gleichen Teilen beteiligt sind.

Die Sparkasse ist Mitglied des

Sparkassen- und Giroverbandes für

Schleswig-Holstein (SGVSH) und über

diesen dem Deutschen Sparkassen- und

Giroverband e. V. (DSGV) angeschlossen.

Sie gehört darüber hinaus dem

bundesweiten Haftungsverbund der

Sparkassen-Finanzgruppe an. Das aus

Sparkassen, Landesbanken und

Landesbausparkassen bestehende

überregionale System stellt sicher, dass

im Bedarfsfall ausreichend Mittel zur

Verfügung stehen, um Forderungen der

Kunden und das Institut selbst zu

sichern.

Sitz: Bad Oldesloe und Eutin

Hauptstandorte:

Hagenstraße 19, 23843 Bad Oldesloe

und Am Rosengarten 3, 23701 Eutin

Geschäftsgebiet: Kreis Ostholstein, Kreis

Stormarn mit den angrenzenden

Amtsgerichtsbezirken (inkl. Hamburg

und Norderstedt)

Die Sparkasse ist mit einem dichten

Standortnetz von Fehmarn bis Hamburg

präsent. Unseren Kunden stellen wir in

35 Filialen ein umfangreiches Angebot

an Finanzdienstleistungen zur

Verfügung. Zusätzlich können Serviceleistungen

in 35 Selbstbedienungs-

Filialen in Anspruch genommen werden.

Die Telefon-Filiale ist darüber hinaus

kostenlos unter der 0800 21352240

erreichbar, um Wünsche und Fragen der

Anrufer professionell abzuwickeln.

Unsere Internet-Filiale bietet neben den

klassischen Onlinebanking-Funktionen

auch die Möglichkeit, verschiedene

Produkte vom heimischen PC aus direkt

abzuschließen oder Beratungstermine zu

vereinbaren. Für Smartphones und

Tablets stehen zusätzlich verschiedene

Banking-Apps zur Verfügung.

Kunden mit speziellerem Beratungsbedarf

betreuen wir an zentralen

Standorten im Geschäftsgebiet. Ob

Vermögensmanagement oder Private

Banking, ob Firmenkunden- oder

ImmobilienCenter, ob StartUp-Center

oder Öffentliche Kunden – unsere

jeweiligen Berater und Betreuer

erarbeiten zusammen mit ihren Kunden

auf Basis unseres umfangreichen

Leistungsangebots das Lösungspaket,

welches am besten zur aktuellen

Kundensituation passt. Zum Angebot

gehören dabei auch die Produkte und

Dienstleistungen der Verbundpartner

innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe,

wie zum Beispiel der LBS, der Provinzial,

der Deka-Bank oder der Deutschen

Leasing AG.

Unterstützt werden unsere Kundenberater

und -betreuer durch weitere

zentrale Produktspezialisten und

Backoffice-Bereiche. Darüber hinaus

sorgen verschiedene Stabsbereiche

dafür, dass Vorstand, Vertrieb und

Backoffice möglichst optimale Rahmenbedingungen

für ihre Arbeit vorfinden

und jederzeit auf alle notwendigen

Steuerungsinformationen zurückgreifen

können.

Die Dienstleistungen der

S-Erschließungsgesellschaft Holstein

mbH & Co. KG (SEG) als Tochtergesellschaft

der Sparkasse Holstein

ergänzen das Angebot im Bereich der

Erschließung von Baugebieten und

Initiierung von Hochbauprojekten.

Die Sparkasse ist als Marktführer ein

starker Partner in ihrem Geschäftsgebiet.

Sie ist ein bedeutender Arbeitgeber,

Ausbilder und Steuerzahler. Die Sparkasse

Holstein und ihre 18 Stiftungen 1

engagieren sich gesellschaftlich mit

einem erheblichen Beitrag insbesondere

für soziale, kulturelle und sportliche

1 Zu Beginn des Jahres

2012 wurde die Sparkassen-

und Bürger-

Stiftung Stormarn von

1998 aufgelöst und der

Bürgerstiftung Stormarn

zugelegt. Die Anzahl der

Stiftungen reduziert sich

2012 folglich von 18 auf

17.

8


Zwecke sowie für den Umwelt- und

Naturschutz in ihrer Region. Schwerpunkte

liegen vor allem bei nachhaltigen

Projekten sowie der Förderung von

Kindern, Jugendlichen und des ehrenamtlichen

Engagements. Ferner ist die

Sparkasse maßgeblicher Partner bei der

„Stiftung Schloss Ahrensburg“, der

„Stiftung Herrenhaus Stockelsdorf“

sowie bei den Bürgerstiftungen

Ostholstein und Stormarn.

1.2 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der grundsätzliche Aufwärtstrend in der

Weltwirtschaft von 2010 setzte sich im

Jahr 2011 anfangs noch recht ungestört

fort. Das Wachstumstempo war dabei

allerdings in den einzelnen Regionen

ungleich verteilt. Die Wachstumsraten in

vielen Schwellenländern blieben auch

2011 besonders hoch. In den klassischen

Industrieländern handelte es sich um

einen Aufholprozess, in dessen Folge die

Einbußen der Rezession aus dem Jahr

2009 ausgeglichen wurden. Länder wie

Japan und Deutschland, die wegen ihrer

Exportorientierung in der Rezession

besonders hohe Einbußen zu verkraften

hatten, verzeichneten 2010 und Anfang

2011 auch den größten positiven

Umkehreffekt. Im Falle Japans wurde

dieser allerdings im Frühjahr 2011 durch

die Kombination von Naturkatastrophen

und dem sich anschließenden Atomunfall

schlagartig unterbrochen. Über die

verzweigten Logistikketten gab es von

Japan ausgehend auch weltweit

spürbare Engpässe. Die USA haben 2011

nur ein Wachstum von real etwa 1,7 %

erreicht und auch das nur dank starker

wirtschaftspolitischer Stützung.

Insbesondere die Geldpolitik ist im

Dollarraum immer noch sehr expansiv.

Der finanzpolitische Konsolidierungsbedarf

wurde bislang erst sehr zögerlich

angegangen, auch aufgrund der unterschiedlichen

Mehrheitsverhältnisse in

Senat und Repräsentantenhaus. 2

In den Krisenländern des Euroraums sind

vor allem die hohe Staatsverschuldung

und die aufgekommenen Zweifel an

deren Tragfähigkeit und die in der Folge

stark gestiegenen Risikoprämien

problematisch. Besonders kritisch ist die

Lage in Griechenland. Das Land befindet

sich in einem Teufelskreis aus Rezession,

steigendem Einsparbedarf und – im

Ergebnis – trotz aller Anstrengungen

weiter steigender Schulden. Die

Nervosität der Finanzmarktteilnehmer

treibt darüber hinaus insbesondere

Spanien und Italien zu umfassenden

Spar- und Konsolidierungsplänen. In

Portugal und insbesondere in Irland ist

eine Besserung des Leistungsbilanzsaldos

zu verzeichnen – ein wichtiges

Indiz für die Wiedergewinnung der

preislichen Wettbewerbsfähigkeit, deren

Mangel und Ungleichgewichte ebenfalls

Elemente der Krise im Euroraum sind.

Die konjunkturelle Entwicklung in

Deutschland hat sich im Jahr 2011

weiterhin als ungewöhnlich robust

erwiesen. Das staatliche Finanzierungsdefizit

konnte angesichts der relativ

guten konjunkturellen Erholung von

4,3 % in 2010 auf 1,0 % des Bruttoinlandsprodukts

zurückgeführt werden. 3

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt

selbst hat hierzulande im Frühjahr

2011 sein Vorkrisenniveau wieder

erreichen und überschreiten können. Für

das Gesamtjahr 2011 hat sich eine

Wachstumsrate von 3,0 % ergeben. 4

Damit zeigt sich im zweiten Jahr in Folge

ein deutlicher Aufschwung.

Insbesondere die privaten Konsumausgaben

trugen zur wirtschaftlichen

Entwicklung bei. Sie stiegen preisbereinigt

um 1,5 % und damit so stark

wie zuletzt vor fünf Jahren. Im Jahr 2011

zeigte sich zudem eine kräftige

Investitionsdynamik. Vor dem Hintergrund

einer hohen Auslastung,

grundsätzlich optimistischer Geschäftsaussichten

und günstiger Finanzierungsbedingungen

wurden die Ausrüstungsbzw.

Bauinvestitionen (preisbereinigt

8,3 % bzw. 5,4 %) spürbar ausgeweitet.

Der Außenhandel zeigte sich weiterhin

dynamisch. Die Exporte stiegen preisbereinigt

etwas stärker als die Importe

(um 8,2 % bzw. um 7,2 %). 5

Der Verbraucherpreisindex (VPI) für

Deutschland erhöhte sich um 2,3 %. Die

Jahresteuerungsrate lag damit deutlich

höher als in den beiden Vorjahren. Hohe

Energie- und Rohstoffpreise, allen voran

erneut der Heizölpreis, haben 2011 ihre

Spuren hinterlassen. Aber auch bei den

2 Vgl. Sachverständigenrat,

Jahresgutachten

2011/12; Verantwortung

für Europa wahrnehmen,

S. 25-74.

3 Vgl. Pressemitteilung

Nr. 064 des Statistischen

Bundesamtes Deutschland

vom 24.02.2012.

4 Vgl. Pressemitteilung

Nr. 010 des Statistischen

Bundesamtes Deutschland

vom 11.01.2012.

5 Vgl. Pressemitteilung

Nr. 010 des Statistischen

Bundesamtes Deutschland

vom 11.01.2012.

9


Nahrungsmitteln zeigten sich überdurchschnittliche

Preissteigerungen. 6

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt setzte

sich 2011 der positive Trend weiter fort.

Der Zuwachs bei der Zahl der Erwerbstätigen

war noch stärker als im ebenfalls

schon guten Jahr 2010. Stand 2010 im

Zuge der gesamtwirtschaftlichen

Erholung zunächst noch die Rückkehr

von der Kurzarbeit zu normalen Arbeitszeiten

und damit die Wiederauffüllung

von Arbeitszeitkonten im Vordergrund,

so kam es 2011 wieder vermehrt zu

Neueinstellungen. Das Bruttoinlandsprodukt

je Erwerbstätigem stieg um

1,6 %, je Arbeitsstunde um 1,2 %. 7 Die

durchschnittliche Arbeitslosenquote

verringerte sich von 7,7 % im Jahr 2010

auf 7,1 % in 2011. 8

In Schleswig-Holstein hat sich der

positive Trend des vergangenen Jahres

fortgesetzt. Preisbereinigt ergab sich

2011 ein Anstieg des BIP um 2,2 %. Für

Schleswig-Holstein bedeutende

Branchen wie das Ernährungsgewerbe

und der Maschinenbau zeigten eine

positive Entwicklung. Auch die

chemische und pharmazeutische

Industrie erhöhte ihre Umsätze deutlich.

Im verarbeitenden Gewerbe und im

Baugewerbe konnten über dem

Bundesdurchschnitt liegende

Zuwachsraten verzeichnet werden. 9

Die Arbeitslosenquote in Schleswig-

Holstein lag im Jahresdurchschnitt bei

7,2 % (Vorjahr: 7,5 %). Im Kreis Ostholstein

belief sich die durchschnittliche

Arbeitslosenquote 2011 auf 7,0 %

(Vorjahr: 7,4 %). Im Kreis Stormarn war

mit 4,1 % (Vorjahr: 4,4 %) im Jahresdurchschnitt

2011 die niedrigste Arbeitslosenquote

des Landes zu verzeichnen. 10

1.3 Branchen- und Wettbewerbssituation

Das Geschehen an den Finanzmärkten

wurde im Berichtsjahr in zunehmendem

Maße von der Staatsschuldenkrise im

Euro-Raum bestimmt. In der zweiten

Jahreshälfte erhöhte sich zusehends die

Unsicherheit über den weiteren Fortgang

der Schuldenkrise in einigen EWU-

Ländern. Die Präferenz für liquide,

erstklassige Anlagen erhöhte sich und

die Anleiherenditen im Euro-Raum

spreizten sich weiter. In der Folge hat die

Europäische Zentralbank ihren Expansionsgrad

gegen Jahresende 2011 noch

einmal deutlich gesteigert. Die im April

und Juli als erster vorsichtiger Ausstieg

aus der geldpolitischen Sondersituation

vorgenommenen Leitzinserhöhungen

wurden Ende des Jahres in zwei Schritten

wieder ausgeglichen, als der Leitzins

Ende des Jahres um 0,25 Prozentpunkte

auf 1,0 % gesenkt wurde. Außerdem

wurde im Dezember die Mindestreservepflicht

halbiert. Die schon 2010

begonnenen Ankäufe von Staatsanleihen

wurden in der zweiten Jahreshälfte stark

ausgeweitet, um sich selbsterfüllende

Prophezeiungen eines Staatsbankrotts

zu vermeiden.

Das deutsche Finanzsystem hat nach

Ansicht der deutschen Bundesbank seine

Risikotragfähigkeit erhöht. Viele Banken

konnten dank der robusten Konjunktur

im ersten Halbjahr ihre Ertragslage

verbessern. Erst im zweiten Quartal

wirkte sich die anhaltend hohe Volatilität

zunehmend an den Kapitalmärkten aus.

Kreditinstitute sind bereits jetzt

gefordert, die weitreichenden Veränderungen

der internationalen Kapital- und

Liquiditätsregulierung (Basel III)

fristgerecht umzusetzen, um auf diese

Weise die Widerstandsfähigkeit des

Bankensektors maßgeblich zu stärken.

Die international tätigen deutschen

Banken konnten ihren Verschuldungsgrad

in Vorbereitung darauf senken.

Diese Entwicklung spiegelte sich in einer

erheblichen quantitativen Stärkung des

Kernkapitals durch Gewinnthesaurierungen

und Kapitalerhöhungen. Zudem

gelang es, auch eine qualitative

Verbesserung der Zusammensetzung zu

erreichen. Die Kreditverlustquoten der

deutschen Banken profitieren von der

robusten Konjunktur im ersten Halbjahr

2011. Die gute Geschäftsentwicklung der

Unternehmen und die relativ solide

finanzielle Situation privater Haushalte

hatten ihren Anteil daran. 11

Trotz des schon mehrere Jahre in Folge

schwierigen Branchenumfeldes kann die

Sparkasse Holstein auch für 2011 wieder

ein überaus erfreuliches Ergebnis

vorweisen. Der operative Erfolg liegt

noch einmal deutlich über dem schon

guten Wert aus 2010. Die zumindest

6 Vgl. Pressemitteilung

Nr. 011 des Statistischen

Bundesamtes Deutschland

vom 12.01.2012.

7 Vgl. Pressemitteilung

Nr. 010 des Statistischen

Bundesamtes Deutschland

vom 11.01.2012.

8 Vgl. Presseinformation

Nr. 001 der Bundesagentur

für Arbeit vom

03.01.2012.

9 Vgl. Presseinformation

Nr. 41/2012 des

Statistischen Amtes für

Hamburg und Schleswig-

Holstein vom

29.03.2012.

10 Vgl. Statistik der

Bundesagentur für

Arbeit, Stand: 20.03.

2012 (http://statistik.

arbeitsagentur.de).

11 Vgl. Finanzstabilitätsbericht

2011 der

Deutschen Bundesbank,

S. 45-65.

10


mittelbar beeinflussbaren Bewertungsergebnisse

fallen ebenfalls sehr positiv

aus. Getrübt wird der Jahresabschluss

2011 lediglich dadurch, dass ein Teil der

Erfolge für Bewertungsmaßnahmen im

kaum beeinflussbaren Bereich des über

den SGVSH gehaltenen Beteiligungsportfolios

aufgewendet werden musste.

Selbst diese Belastungsfaktoren konnten

jedoch problemlos verkraftet werden,

was ein klares Indiz für die wirtschaftliche

Stärke der Sparkasse darstellt.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Geschäftsentwicklung

Unsere zu Beginn des Jahres 2011

formulierten vorsichtig optimistischen

Erwartungen an die Geschäftsentwicklung

wurden weitgehend übertroffen.

Die im Jahresverlauf weiterhin

günstige Zinsstruktur, erfolgreiche

Bemühungen im Sachkostenmanagement

sowie deutlich unter der Prognose

liegende Bewertungsergebnisse im

Kreditbereich führten in Summe zu einer

klaren Übererfüllung unserer internen

Zielsetzungen.

Das positive Jahresergebnis versetzt uns

in die Lage, unsere verschiedenen

Eigenkapitalbestandteile weiter zu

stärken. Damit ist die Sparkasse sowohl

auf weiteres Wachstum als auch auf

künftige regulatorische Rahmenbedingungen

gut vorbereitet. Unabhängig

davon konnten im laufenden Jahr alle

aufsichtsrechtlichen Anforderungen an

Eigenkapitalunterlegung und Liquidität

jederzeit problemlos erfüllt werden.

Die Veränderungen unserer Bilanzsumme,

des Geschäftsvolumens sowie

ausgewählter Bilanzpositionen haben wir

in der folgenden Übersicht zusammengestellt:

Geschäftsentwicklung

(ausgewählter Positionen)

Geschäftsvolumen (GV)

(Bilanzsumme zuzügl. Eventualverbindlichkeiten)

Bestand

31.12.2011

Bestand

31.12.2010

Veränderung

von 2010 auf 2011

Strukturanteil in

% des Geschäftsvol.

Mio. € Mio. € Mio. € % 2011 2010

5.383,3 5.176,3 207,0 4,0 %

Bilanzsumme 5.285,9 5.109,8 176,1 3,4 %

Aktivgeschäft

Kundenkreditvolumen

inkl. Eventualverbindlichkeiten

4.343,6 4.167,8 175,8 4,2 % 80,7 % 80,5 %

Forderungen an Kreditinstitute 408,7 292,0 116,7 40,0 % 7,6 % 5,6 %

Wertpapiervermögen 351,9 416,7 -64,8 -15,6 % 6,5 % 8,1 %

Beteiligungen/Anteile an verbunden. Unternehmen 90,3 113,7 -23,4 -20,5 % 1,7 % 2,2 %

Passivgeschäft

Mittelaufkommen von Kunden 3.602,8 3.422,0 180,8 5,3 % 66,9 % 66,1 %

darunter: Spareinlagen 341,3 348,6 -7,3 -2,1 % 6,3 % 6,7 %

darunter: andere Verbindlichkeiten 2.895,5 2.669,3 226,2 8,5 % 53,8 % 51,6 %

darunter: verbriefte Verbindlichkeiten *) 259,3 262,2 -2,9 -1,1 % 4,8 % 5,1 %

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten *) 1.238,3 1.281,7 -43,4 -3,4 % 23,0 % 24,8 %

*) Aus den verbrieften Verbindlichkeiten sind 25 Mio. € (Vorjahr 25 Mio. €) Inhaberschuldverschreibungen herausgerechnet, da sie an ein Kreditinstitut

veräußert wurden. Sie werden hier in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten dargestellt.

2.1.1 Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Jahr

2011 von 5.109,8 Mio. € auf 5.285,9 Mio.

€. Die Entwicklung der Sparkasse war

gekennzeichnet von einem weiteren

Wachstum des Kundenkreditvolumens

und einem starken Zuwachs bei dem

Mittelaufkommen von Kunden. Während

der Bestand an Forderungen an Kreditinstitute

deutlich gestiegen ist, wurden

die Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten planmäßig reduziert.

11


Geschäftsgebiet der Sparkasse des Kreises Stormarn mit Sitz in Wandsbek, 1936

12


Die Sparkasse Holstein in Stormarn und Hamburg.

Einer der ältesten Rechtsvorgänger der Sparkasse Holstein ist die 1824 gegründete Oldesloer Sparcasse,

später Spar- und Leihkasse der Stadt Bad Oldesloe.

Vor rund 100 Jahren wurde dann 1913 im heute zu Hamburg gehörenden Wandsbek die Sparkasse des

Kreises Stormarn gegründet. Wie die abgebildete Karte aus den 30er Jahren zeigt, reichte deren

Zweigstellennetz von Wandsbek aus bis in den Norden des Kreises Stormarn. Bis Mitte der 40er

Jahre vereinigten sich dann nach und nach alle Sparkassen in Stormarn zur Kreissparkasse Stormarn.

Nachdem Wandsbek 1937 nach Hamburg eingemeindet worden war, blieb die Kreissparkasse Stormarn

weiterhin mit zwei Filialen in Hamburg präsent. Auch als die Stormarner Gemeinden Harksheide und

Glashütte im Jahr 1970 in der Stadt Norderstedt aufgingen, blieb die Kreissparkasse Stormarn vor Ort.

Norderstedt, Reinbek, Hamburg-Sasel und Hamburg-Wandsbek sind heute wichtige Standorte, von denen

aus die Sparkasse Holstein ihre Kunden in Hamburg betreut – als größte öffentlich-rechtliche Sparkasse

in der Metropolregion Hamburg.

1926

1941

13


Das aus Bilanzsumme und Eventualverbindlichkeiten

bestehende Geschäftsvolumen

erhöhte sich entsprechend in

ähnlicher Größenordnung.

2.1.2 Kreditgeschäft

Im vergangenen Jahr 2011 haben wir

erneut mehr Kredite an unsere Kunden

vergeben. Das Kundenkreditvolumen

(inkl. Eventualverbindlichkeiten) erhöhte

sich weiter um 175,8 Mio. € bzw. 4,2 %

(Vorjahr: +163,7 Mio. € bzw. +4,1 %) auf

4.343,6 Mio. €.

Das Kreditvolumen der Unternehmen

und Selbstständigen lag 5,4 % über dem

Niveau des Vorjahres. Die Nachfrage der

Privatpersonen nach Krediten war

annähernd stabil. Die öffentlichen

Haushalte reduzierten ihre Kredite

wieder um 8,5 % nach dem außergewöhnlich

kräftigen Anstieg von 36,5 %

im Vorjahr.

Der Anteil am gesamten Geschäftsvolumen

hat sich nochmals leicht auf

80,7 % erhöht (Vorjahr: 80,5 %).

2.1.3 Kundeneinlagen

Das Mittelaufkommen von Kunden in

Höhe von 3.602,8 Mio. € hat sich

gegenüber dem Vorjahr um 180,8 Mio. €

bzw. 5,3 % erhöht. Der Anteil am

Geschäftsvolumen ist mit 66,9 % etwas

höher als im Vorjahr.

Das Volumen der unverbrieften anderen

Verbindlichkeiten erhöhte sich um

226,2 Mio. € oder 8,5 % auf 2.895,5 Mio. €.

Ein Großteil der Einlagenzugänge ist auf

Einlagen von Öffentlichen Kunden und

Firmenkunden über kurzfristig angelegte

Gelder und Sichteinlagen zurückzuführen.

Bei den Spareinlagen reduzierte sich in

2011 der Bestand erneut um 7,3 Mio. €

auf 341,3 Mio. €. Dies ist allerdings nach

wie vor insbesondere darauf zurückzuführen,

dass die Sparkasse im Neugeschäft

Sparkonten in der Regel als

unechte Spareinlagen (ohne Ausgabe

einer Sparurkunde) ausgestaltet, welche

als „andere Verbindlichkeiten“ zu

bilanzieren sind.

Bei den verbrieften Verbindlichkeiten

gegenüber Kunden ist das Volumen um

2,9 Mio. € oder 1,1 % zurückgegangen.

Dabei entwickelten sich die hauseigenen

drei Varianten der HolsteinStruktur-

Anleihe jedoch sehr erfreulich. Sie

konnten das Jahr 2011 mit überzeugenden

Wertentwicklungen abschließen. Der

Gesamtbestand der HolsteinStruktur-

Anleihe stieg um 21,2 Mio. € oder 37,8 %.

2.1.4 Dienstleistungsgeschäft

Der Girokontobereich als Drehscheibe

der Kundenbeziehung und Hauptprodukt

des Dienstleistungsgeschäfts hat sich

trotz des umkämpften Marktes im Jahr

2011 insgesamt sehr positiv entwickelt.

Die Kontenzahlen stiegen in Summe um

4,6 %. Im Segment Privatkunden wurden

unsere Girokonto-Produkte Holstein

GiroDirekt und Holstein GiroSB weiter

stark nachgefragt. Unsere Kunden

schätzen hier besonders den kostengünstigen,

rund um die Uhr möglichen

Zugriff auf die Kontoservice-Funktionen

per Online-Banking mit dem smsTANoder

chipTAN-Verfahren bzw. über unsere

SB-Geräte.

Das Wertpapiergeschäft brachte unterschiedliche

Entwicklungen hervor. Trotz

eines insbesondere ab Jahresmitte

volatilen Marktumfeldes haben die

Umsätze unserer Kunden in Aktien im

zweiten Jahr hintereinander weiter

zugenommen. Insgesamt lagen die

Erträge aus dem Wertpapiergeschäft

jedoch insbesondere durch hohe

Fälligkeiten in nachrangigen Wertpapieren

und geringere Umsätze in

festverzinslichen Renten leicht unter

den Vorjahresergebnissen.

Die ImmobilienCenter der Sparkasse

haben mit 431 vermittelten Immobilien

und einem Kaufpreisvolumen von

70,0 Mio. € ihre Marktführerschaft im

Geschäftsgebiet im Jahr 2011 erneut

ausgebaut. Ziel der Sparkasse ist es, den

professionellen Vertrieb von Wohnimmobilien

durch zusätzliche qualifizierte

Mitarbeiter weiter zu forcieren.

Einen deutlichen Beitrag zum Dienstleistungsergebnis

lieferten im abgelaufenen

Jahr unsere Angebote im

Derivate-Geschäft. Unsere Spezialisten

erbringen hier zusätzlich auch im Auftrag

einer anderen Sparkasse Beratungsdienstleistungen

für deren Kunden. Die

Erträge aus dem Derivate-Geschäft

14


konnten insgesamt um 73 % gegenüber

dem Vorjahr gesteigert werden.

Im Vorsorge- und Versicherungsgeschäft

stand auch im Jahr 2011 unser eigenes

Produkt „Holstein VorsorgePlus“ im

Mittelpunkt, welches dem zinstragenden

Geschäft zuzurechnen ist und sich erneut

großer Beliebtheit erfreute. Insgesamt

wurden 2.823 Verträge mit einer

Bewertungssumme von 51,05 Mio. € in

diesem Produkt 2011 abgeschlossen. In

der klassischen Lebensversicherung

wurde eine Bewertungssumme von

25,29 Mio. € erreicht. Bei den Sachversicherungen

konnten wieder gute

vertriebliche Erfolge erzielt werden. Die

Ergebnisse im Bauspargeschäft konnten

mit einer Bausparsumme von 50,5 Mio. €

gegenüber 2010 um 1,2 Mio. €

gesteigert werden.

2.1.5 Eigenanlagen in Wertpapieren

Das Wertpapiervermögen der Sparkasse

wurde in 2011 um 64,8 Mio. € auf rund

351,9 Mio. € reduziert. Dies entspricht

einem Anteil am Geschäftsvolumen von

6,5 %. Der Bestand an Schuldverschreibungen

und anderen festverzinslichen

Wertpapieren wurde in 2011 um

86,2 Mio. € vermindert, die Position

„Aktien und andere nicht festverzinsliche

Wertpapiere“ wurde per Saldo um knapp

21,4 Mio. € erhöht.

2.1.6 Beteiligungen

Das Beteiligungsportfolio der Sparkasse

weist zum Jahresende 2011 ein Gesamtvolumen

in Höhe von 90,3 Mio. € aus

(Vorjahr: 113,7 Mio. €).

Es besteht im Wesentlichen aus der

Beteiligung am SGVSH, der wiederum für

die Sparkassen diverse Beteiligungen an

Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe

hält, sowie der Unterbeteiligung

über den DSGV ö. K. an der Landesbank

Berlin Holding AG.

Im Zusammenhang mit der über den

SGVSH mittelbar gehaltenen Beteiligung

an der HSH Nordbank bestand für die

schleswig-holsteinischen Sparkassen

zum 31.12.2011 Abschreibungsbedarf.

Grundlage hierfür war die abschließende

Feststellung des Wertes der HSH

Nordbank seitens der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

PwC. Im Jahres-

abschluss der Sparkasse wurde eine

Abschreibung in Höhe von rund

12,3 Mio. € berücksichtigt, wodurch sich

der Buchwert unserer Beteiligung am

SGVSH auf 75,7 Mio. € (zuvor 87,9 Mio. €)

reduziert hat.

Als Ergebnis einer Bewertung der

Beteiligung an der Landesbank Berlin

Holding AG hat der DSGV ö. K. infolge

des schwierigen Bankenumfeldes und

der zurückgenommenen Ergebniserwartungen

eine Wertminderung

festgestellt. Unter Berücksichtung noch

konservativerer Bewertungsparameter

wäre eine noch höhere Wertminderung

anzusetzen. Im Anschluss an die

konservative Betrachtung haben wir im

Jahresabschluss 2011 entsprechend

unserer Beteiligungsquote einen Betrag

von rund 8,5 Mio. € unter weiterer

Berücksichtigung der als Kapitalrückzahlung

zu buchenden Ausschüttung

freier Liquidität auf den Beteiligungsbuchwert

abgeschrieben. Der Buchwert

(aktuell 9,8 Mio. €) hat sich damit auf

rund 47 % seines Ursprungswertes aus

dem Jahre 2007 (21 Mio. €) reduziert.

Die weitere Entwicklung der Werthaltigkeit

der Verbundbeteiligungen

kann sich bei ungünstigem Verlauf

gegebenenfalls belastend auf die

Sparkasse auswirken. Voraussetzung für

die Stabilisierung der Werthaltigkeit sind

weitere nachhaltige Verbesserungen der

wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

bei den Beteiligungen.

2.1.7 Interbankengeschäft

Die Forderungen an Kreditinstitute

erhöhten sich um 116,7 Mio. € auf

408,7 Mio. € (40,0 %). Der Bestand

umfasst weit überwiegend bei

Kreditinstituten unterhaltene Tages- und

Termingelder. Ein spürbarer Rückgang

zeigt sich dagegen bei den

Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten. Diese Passivposition

hat sich um 43,4 Mio. € reduziert, so

dass sich am Bilanzstichtag ein Bestand

von 1.238,3 Mio. € ergibt. Die hier

enthaltenen Bestände an Pfandbriefen

und Weiterleitungsmitteln haben sich

positiv entwickelt. Insgesamt hielten wir

im Jahr 2011 planmäßig daran fest, nicht

mehr benötigte Refinanzierungsmittel

zurückzuführen.

15


2.1.8 Nicht bilanzwirksames Geschäft

Die Sparkasse hat im abgelaufenen

Geschäftsjahr derivative Instrumente

hauptsächlich zur Steuerung des

allgemeinen Zinsrisikos eingesetzt. Zur

Realisierung des gewünschten Risikoprofils

im Zinsbuch wurden Swaps im

Gesamtvolumen von 75,0 Mio. €

abgeschlossen. Das gesamte Kontraktvolumen

der Zinsswaps betrug per

Jahresende 2011 1.217,0 Mio. €. Für

weitere Informationen verweisen wir auf

die umfangreiche Anhangsangabe zu

den derivativen Finanzinstrumenten.

2.1.9 Investitionen

Im Geschäftsjahr 2011 wurden weitere

Standorte durch Umbaumaßnahmen an

die geänderten Ansprüche und Anforderungen

eines modernen und innovativen

Kreditinstitutes angepasst. Zunächst

wurde im vergangenen Jahr das Obergeschoss

des Standortes in Hamburg-

Sasel neu und kundenfreundlicher

gestaltet. Unseren Kunden können wir

hier nun direkt vor Ort Leistungen

unseres Vermögensmanagements, des

ImmobilienCenters und des Private

Bankings anbieten. Die Nutzung der

Fläche des Standortes in Timmendorf

haben wir optimiert und in diesem Zuge

zukunfts- und kundenorientiert neu

gestaltet. Mit diesen Maßnahmen

handelt die Sparkasse gegen den Trend

vieler Institute, sich aus der Fläche

zurückzuziehen.

2.2 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Gut ausgebildete sowie engagierte

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind

der entscheidende Erfolgsfaktor der

Sparkasse. Zum Jahresende 2011

beschäftigte die Sparkasse 1.143

Mitarbeiter (31.12.2010: 1.157 Mitarbeiter),

davon 310 Teilzeitkräfte und 85

Auszubildende. Zusätzlich waren zu

diesem Zeitpunkt in unserer Tochtergesellschaft

sechs Mitarbeiter

(31.12.2010: 25 Mitarbeiter) tätig. 12

Die Sparkasse setzt in ihrer Personalpolitik

auf Kontinuität. Bei Bedarf werden

Personalkapazitäten über natürliche

Fluktuationen angepasst.

Den ständig steigenden Anforderungen

sowohl der Kunden an Beratungs- und

Servicequalität als auch der Bankenaufsicht

an eine adäquate Qualifizierung

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

wird die Sparkasse durch kontinuierliche

Personalentwicklung und -förderung

gerecht.

Um steigende Anforderungen darüber

hinaus gut bewältigen zu können, ist die

Gesundheit jeder Mitarbeiterin und jedes

Mitarbeiters eine wichtige Voraussetzung.

Die Sparkasse betreibt vor

diesem Hintergrund zusammen mit

externen Partnern ein aktives Gesundheitsmanagement

mit zahlreichen

Möglichkeiten für ihre Beschäftigten.

Rücken- und Ausgleichstraining in den

Pausen, Augentraining, Informationen

und Übungen zur Ergonomie am

Arbeitsplatz und Ernährungsworkshops

sind nur einige Beispiele für das

Gesundheitsangebot. Unterstützung in

schwierigen beruflichen oder privaten

Situationen bietet die Sparkasse mit der

externen „Vertrauensberatung“ an. Diese

Vertrauensberatung unterstützt jeden

Mitarbeiter, seine Gesundheit und sein

Wohlbefinden zu erhalten und zu

steigern. Beides ist Grundlage für den

persönlichen Erfolg von heute und für die

nachhaltige Leistungsfähigkeit und

Kompetenz der Mitarbeiter von morgen.

Mit dem Ziel, qualifizierte Positionen aus

den eigenen Reihen besetzen zu können,

werden gezielt Traineeprogramme durchgeführt

und ehemalige Auszubildende

im Rahmen eines Studentenförderprogramms

unterstützt. Darüber hinaus

qualifizieren sich jedes Jahr zahlreiche

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach

oder während ihrer Ausbildung erfolgreich

zum Sparkassenfachwirt, Sparkassenbetriebswirt

oder im Rahmen des dualen

Studiengangs zum Bachelor of Arts.

2.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.3.1 Vermögenslage

Die zu Jahresbeginn ausgewiesene

Sicherheitsrücklage erhöhte sich nach

Feststellung des Jahresabschlusses um

den Bilanzgewinn des Vorjahres von

insgesamt 11,1 Mio. €. Sie liegt zum

Jahresende 2011 bei 302,8 Mio. €.

Für die besonderen Risiken des

Geschäftszweigs der Kreditinstitute

12 Der Mitarbeiteranzahl

werden nunmehr Mitarbeiter

mit ruhenden

Verträgen (Elternzeit,

Sonderurlaub, Studium)

nicht mehr hinzugerechnet.

Dieses ist bei

der Vergleichszahl zu

2010 bereits berücksichtigt.

Sie weicht

insoweit von der Angabe

im Lagebericht 2010

(1.213 Mitarbeiter)

ab. Der geringere

Personalbestand bei den

Tochtergesellschaften

resultiert aus

dem Verkauf der

Tochtergesellschaft

S-ConSiT GmbH.

16


esteht eine zusätzliche Vorsorge (Fonds

für allgemeine Bankrisiken) in Höhe von

65,2 Mio. €.

In Summe verfügt die Sparkasse nach

Zuweisung des Bilanzgewinns 2011 in

Höhe von 12,0 Mio. € in der Sicherheitsrücklage

und dem Fonds für allgemeine

Bankrisiken über Mittel in Höhe von

380,0 Mio. € (Vorjahr: 323,5 Mio. €).

Daneben verfügt die Sparkasse über

umfangreiche weitere Eigenkapitalbestandteile

im Sinne des KWG.

Die Eigenkapitalanforderungen wurden

jederzeit eingehalten. Die Sparkasse

weist per 31.12.2011 eine Gesamtkennziffer

gemäß § 2 Abs. 6 SolvV von 14,51 %

aus und überschreitet damit den derzeit

in der Solvabilitätsverordnung geforderten

Mindestwert von 8 % deutlich.

Die Kernkapitalquote liegt bei 8,97 %.

Mit der Bildung von Wertberichtigungen

und Rückstellungen wurde den Risiken

im Kreditgeschäft und sonstigen Verpflichtungen

entsprechend den strengen

Bewertungsmaßstäben der Sparkasse

angemessen Rechnung getragen.

Die Bewertung des Wertpapierbestandes

erfolgte wie in den Vorjahren unter

Anwendung des strengen Niederstwertprinzips.

Die übrigen Vermögensgegenstände

wurden ebenso vorsichtig

bewertet. Weitere Einzelheiten zu den

Bewertungsmaßnahmen sind dem

Anhang zu entnehmen.

2.3.2 Finanzlage

Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war

im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund

einer angemessenen Liquiditätsvorsorge

jederzeit gegeben. Per Jahresende

betrug die Kennziffer gemäß Liquiditätsverordnung

das 1,88-fache der

geforderten Mindestnorm. Nach der

Finanzplanung der Sparkasse ist die

Zahlungsfähigkeit auch für die absehbare

Zukunft gesichert.

Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften

wurden entsprechende

Guthaben bei der Deutschen Bundesbank

unterhalten. Die eingeräumten

Kredit- und Dispositionslinien bei der

Deutschen Bundesbank, der HSH

Nordbank AG und der Norddeutschen

Landesbank wurden teilweise in

Anspruch genommen.

2.3.3 Ertragslage

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick

über die Ertragslage der Sparkasse:

Ertragslage 2011 2010 Veränderung

Darstellung nach Gewinn- und

Verlustrechnung Mio. € Mio. € Mio. €

Zinsüberschuss (inkl. GuV-Position 3)

+ Provisionsüberschuss

- Verwaltungsaufwand

= Teilergebnis

+ Nettoertrag oder Nettoaufwand des

Handelsbestandes

+ Sonstige Erträge und Aufwendungen

= Ergebnis vor Bewertung

± Bewertungsergebnis

+ Auflösung des Sonderpostens mit

Rücklageanteil

- Zuführung zu dem Fonds für allgemeine

Bankrisiken

130,6

31,1

98,1

63,6

0,0

-3,7

59,9

+7,5

0,0

44,5

133,7

30,3

101,5

62,5

0,0

-15,4

47,1

-19,7

1,3

0,00

-3,1

0,8

-3,4

1,1

0,0

11,7

12,8

+27,2

-1,3

44,5

= Ergebnis nach Bewertung 22,9 28,7 -5,8

- Steuern 10,9 17,6 -6,7

= Jahresüberschuss 12,0 11,1 0,9

Der Zinsüberschuss des Geschäftsjahres

2011 liegt mit 130,6 Mio. € unter dem

Vorjahreswert. Der Zinsaufwand wurde

infolge der Rechnungslegungsvorschriften

für unsere HolsteinStruktur-

Anleihe (HSA) unerwartet stark belastet.

Der massive Rückgang der Bundrenditen

hat bei den Inhabern der HSA zu erheblichen

Kursgewinnen geführt. Diese

außerordentliche Komponente bei der

HSA ist im Zinsaufwand zu berücksichtigen.

In den Folgejahren dürfte

17


dieser Effekt aufgrund der Restlaufzeitverkürzung

der zugrundeliegenden

Anleihen tendenziell aufwandsmindernd

wirken. Aufgrund der weiterhin steilen

Zinsstruktur konnte über die Fristentransformation

ein erheblicher Beitrag

zu diesem erfreulichen Zinsergebnis

beigesteuert werden.

Der Provisionsüberschuss beträgt

31,1 Mio. € und liegt damit über dem

Vorjahreswert. Die hinter den Erwartungen

zurückgebliebenen Provisionserträge

aus dem Wertpapiergeschäft

konnten durch deutliche Zuwächse im

Vermittlungsgeschäft in den Bereichen

Immobilien und Zinsderivate mehr als

ausgeglichen werden.

Der Verwaltungsaufwand hat sich

gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Mio. €

reduziert. Die darin enthaltenen Personalaufwendungen

liegen mit 65,2 Mio. €

leicht über dem Vorjahresergebnis. Hier

ist primär die spürbar geringere

Rückstellung für das Leistungsanreizsystem

und die dadurch reduzierten

Zahlungen an die VBL und Sozialsysteme

anzuführen. Dagegen steht ein erhöhter

Aufwand für Ruhegehälter.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen

gingen um 3,5 Mio. € auf 32,9 Mio. €

zurück. Unsere verschiedenen

Bemühungen im Sachkostenmanagement

zeigen sich als äußerst erfolgreich.

Zudem profitierte die Sparkasse schon

jetzt von einer Entlastung des IT-Aufwands

durch die Effekte aus der Fusion

der Rechenzentren. Insgesamt blieben

Personal- und Sachkosten auch in der

bereinigten Betrachtung unterhalb der

intern budgetierten Planwerte.

Der Saldo der sonstigen Erträge und

Aufwendungen liegt mit -3,7 Mio. € über

dem des Vorjahres. Bei den Aufwendungen

haben sich die Abschreibungen

und Wertberichtigungen auf immaterielle

Anlagewerte und Sachanlagen (Pos. 11

der Gewinn- und Verlustrechnung) um

1,8 Mio. € auf 4,8 Mio. € reduziert. Dies

ist im Wesentlichen auf eine Anpassung

des Immobilienportfolios zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen

Aufwendungen (Pos. 12) sind von

16,0 Mio. € auf 8,5 Mio. € gesunken. Die

sonstigen betrieblichen Erträge (Pos. 8)

erhöhten sich um 2,3 Mio. €. Dies

resultiert im Wesentlichen aus einem

Sondereffekt durch Zinsen auf Steuererstattungsansprüche.

Zudem wurden

mehr Rückstellungen ertragswirksam

aufgelöst.

In Summe führen die dargelegten

Ergebniskomponenten zu einem

Ergebnis vor Bewertung von 59,9 Mio. €.

Das operative Ergebnis vor Bewertung,

bei dem außerordentliche und neutrale

Ergebniskomponenten 13 unberücksichtigt

bleiben, verminderte sich im

Vorjahresvergleich um 0,1 Mio. € auf

59,8 Mio. €.

Im Vergleich zum Vorjahr fällt das

Ergebnis nach Bewertung mit 22,9 Mio. €

geringer aus. So gestaltete sich das

Bewertungsergebnis Wertpapier für

2011 mit -1,7 Mio. € zwar negativ, liegt

jedoch im Lichte der Turbulenzen an den

Finanzmärkten auf zufriedenstellendem

Niveau. Angesichts der befürchteten

Kreditausfälle aufgrund der verhaltenen

Wirtschaftsaussichten zu Beginn des

abgelaufenen Geschäftsjahres ist das

Bewertungsergebnis Kredit mit

-6,0 Mio. € (ohne Veränderung der

Vorsorgereserven) auf einem niedrigen

Niveau und deutlich besser als geplant.

Das sonstige Bewertungsergebnis

beläuft sich auf -18,3 Mio. € und

beinhaltet im Wesentlichen die

Abschreibung auf die Unterbeteiligung

an der Landesbank Berlin Holding und

die mittelbare Beteiligung über den

SGVSH an der HSH Nordbank. Dem

entgegen wirkte der Ertrag aus dem

Verkauf unserer Tochtergesellschaft

S-ConSiT GmbH. Zur Stärkung des

Kernkapitals der Sparkasse wurden aus

dem laufenden Ergebnis 11,0 Mio. € und

aus der Umwandlung von Vorsorgereserven

nach § 340f HGB weitere

33,5 Mio. € dem Fonds für allgemeine

Bankrisiken nach § 340g HGB zugeführt.

Mit einem Aufwand an Einkommens- und

Ertragssteuern von 10.650 T€ gehört die

Sparkasse zu den größten Steuerzahlern

in der Region. Davon entfällt ein Anteil in

Höhe von 4.929 T€ auf die Gewerbesteuer,

die zunächst den Städten und

Gemeinden im Geschäftsgebiet der

Sparkasse zugute kommt. Die Veränderung

gegenüber 2010 ist u. a. auch auf

13 Bei den außerordentlichen

und neutralen

Ergebniskomponenten

handelt es sich

zum Beispiel um

aperiodische Erträge

und Aufwendungen,

Aufhebungsentgelte

für vorzeitig beendete

Verträge oder Spenden

und Zustiftungen,

insbesondere an eigene

Stiftungen.

18


Steuererstattungsansprüche aus

Vorjahren zurückzuführen.

Auch im Jahr 2011 wurden viele gemeinnützige

Zwecke in den Kreisen Stormarn,

Ostholstein, in Hamburg sowie Norderstedt

durch direkte Spenden der Sparkasse

oder Zuwendungen an die Sparkassen-Stiftungen

in Höhe von 4.194 T€

gefördert. So wurde beispielsweise durch

die Sparkassen-Stiftung Ostholstein in

Kooperation mit dem Zweckverband

Bungsberg, den schleswig-holsteinischen

Landesforsten und dem Land

Schleswig-Holstein das Projekt „Erlebnis

Bungsberg“ mit dem Erwerb eines

Grundstücks begonnen. In den nächsten

Jahren sollen hier 3,5 bis 4,0 Mio. € in

ein Bildungsprogramm für Kindergärten

und Grundschulen investiert werden. Ziel

ist es, mit ersten Angeboten nach den

Sommerferien 2013 starten zu können.

Durch Mittel der Sparkassen-Sozialstiftung

Stormarn in Höhe von rund 180 T€

konnte das Frauenhaus Stormarn

energetisch saniert und erweitert

werden. Eine mögliche bevorstehende

Schließung der Einrichtung konnte damit

abgewendet werden. Als weiteres

besonderes Projekt im Jahr 2011 wurde

die umfangreiche Sanierung und

Erweiterung des Jugendgästehauses

Lütjensee durch die zugehörige

Sparkassen-Stiftung mit 625 T€

gefördert. Unser Stiftungsportal unter

www.stiftungen-sparkasse-holstein.de

informiert über die weiteren zahlreichen

Aktivitäten im abgelaufenen Jahr.

Zusätzlich haben wir Vereine und

Projekte in unserer Region mit 298 T€ für

Sponsoringmaßnahmen und Förderanzeigen

sowie 120 T€ für Ausschüttungen

im Zusammenhang mit dem

Zweckertrag des PS-Sparens unterstützt.

Der Jahresüberschuss bzw. ausgewiesene

Bilanzgewinn beträgt

12,0 Mio. € und liegt damit über dem

Niveau des Vorjahres. Mit der Feststellung

des Jahresabschlusses soll

dieser Betrag gemäß § 27 SpkG SH der

Sicherheitsrücklage zugeführt werden.

Insgesamt betrachten wir das erreichte

Jahresergebnis als sehr zufriedenstellend.

Vor allem der Erfolg unserer

Zinsrisikostrategie, die erreichten

Sachkostensenkungen und das sehr

geringe Bewertungsergebnis im

Kreditgeschäft stimmen uns überaus

erfreut.

Auf Basis der Definition des bundeseinheitlichen

Betriebsvergleichs der

Sparkassen-Finanzgruppe beträgt das

Verhältnis der Aufwendungen zu den

Erträgen (Cost-Income-Ratio) 63,0 %.

Der Durchschnitt der schleswigholsteinischen

Sparkassen liegt bei

68,7 %, der Durchschnitt der Sparkassen

in Deutschland bei 60,7 %. Für das Jahr

2012 bleibt eine nachhaltig unter dem

Durchschnitt der Sparkassen in

Schleswig-Holstein liegende Cost-

Income-Ratio unser Ziel. Mittelfristig

streben wir unverändert eine Cost-

Income-Ratio von 60% an. Die Fortsetzung

unserer erfolgreichen Produktund

Preispolitik sowie des konsequenten

Risiko- und Kostenmanagements bilden

hierfür den Rahmen.

Das sehr gute Jahresergebnis ermöglicht

uns spürbar und frühzeitig, der Verschärfung

der Eigenkapitalanforderungen

im Zuge von Basel III zu begegnen.

Insgesamt sehen wir uns auch für die

Herausforderungen der kommenden

Jahre gut aufgestellt.

3. Risikobericht

3.1 Einbettung des Risikomanagements

in die Unternehmenssteuerung

Der professionelle und verantwortungsbewusste

Umgang mit Risiken ist ein

entscheidender Wettbewerbsfaktor der

Sparkasse. Daher nimmt ein aktives

Risikomanagement in der Geschäftspolitik

der Sparkasse einen hohen

Stellenwert ein. Es ist Teil der Unternehmenssteuerungsprozesse,

welche in

diesem Zusammenhang vor allem

19


Geschäftsgebiet der Oldenburg-Lübecker Landesbank mit Sitz in Eutin, 1938

20


Die Sparkasse Holstein in Ostholstein.

Die ältesten Rechtsvorgänger im heutigen Kreis Ostholstein wurden auch im Jahre 1824 gegründet.

Dies waren die Neustädter Spar- und Leihkasse sowie die Private Spar- und Leihkasse in Oldenburg.

Beide kamen später zur 1918 gegründeten Kreissparkasse des Kreises Oldenburg.

Im damaligen Fürstentum Lübeck entstand die Oldenburg-Lübecker Landesbank mit Landessparkasse,

deren Geschäftsgebiet 1938 von Stockelsdorf im Süden bis auf die Insel Fehmarn reichte. Aus ihr ging im

Jahre 1940 die Kreissparkasse Eutin hervor.

Im Rahmen der Kreisgebietsreform 1971 fusionierten die Kreissparkasse Eutin und die Kreissparkasse

Oldenburg zur Kreissparkasse Ostholstein.

Im Jahre 2006 schlossen sich dann die Sparkasse Ostholstein und die Sparkasse Stormarn zur Sparkasse

Holstein zusammen, deren heutiges Geschäftsgebiet entlang der Autobahn 1 von Hamburg bis Fehmarn

die wirtschaftlich stärkste Region Schleswig-Holsteins mit Bankdienstleistungen versorgt.

1942

1926

1979

21


sicherstellen sollen, dass eingegangene

Risiken eine angemessene Rendite-Risiko-

Relation vorweisen und die Gesamtsumme

der Risiken stets tragbar ist.

Auf verschiedenen Ebenen – von der

Gesamtbank bis teilweise zu einzelnen

Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuern

– wird der komplette

Steuerungsprozess regelmäßig durchlaufen.

Dazu gehören die strategische

und operative Zielplanung ebenso wie

ein umfassendes Reporting und die

ständige Abweichungsanalyse mit

Festlegung entsprechender Maßnahmen.

Die Risikoparameter sind dabei

selbstverständlicher Bestandteil aller

Betrachtungen.

Sowohl auf Gesamtbankebene als auch

auf Ebene der Geschäftsbereiche liegen

für die wesentlichen Rahmenbedingungen

und Ergebnisparameter

Strategiepapiere vor, welche jährlich

rollierend überprüft werden. Die

strategische Planung wird im Rahmen

eines umfassenden jährlichen Planungsprozesses

in operative Jahresziele

überführt. Diese sind – heruntergebrochen

auf jeden einzelnen Mitarbeiter der

Sparkasse – unter anderem Basis für die

variable Vergütung. Hierbei werden

ausdrücklich nicht nur Finanzziele

berücksichtigt, sondern auch „weiche“

Faktoren wie zum Beispiel Kundenzufriedenheit,

Projektergebnisse, die

Zufriedenheit mit den Leistungen

interner Organisationseinheiten oder der

jeweiligen Führungskräfte. Auf Grundlage

entsprechender Berichte wird die

Ergebnisentwicklung regelmäßig mit den

Verantwortlichen besprochen, um ggf.

notwendige Maßnahmen rechtzeitig

einzuleiten. Besonderes Augenmerk

legen wir darauf, in den Betrachtungsebenen

unterhalb der Gesamtbank die

Ertrags-, Aufwands- und Risikokomponenten

verursachergerecht einzelnen

Geschäftsbereichen zuzuweisen, um für

größtmögliche Transparenz zu sorgen.

Mit dieser ganzheitlichen Unternehmenssteuerung

stellen wir sicher,

dass sowohl die aufsichtsrechtlich

definierten Risiken als auch weitere

mögliche wirtschaftliche Gefährdungen

rechtzeitig erkannt und notwendige

Schritte eingeleitet werden können.

3.2 Grundlagen des Risikomanagements

Grundlage des Risikomanagementsystems

ist die vom Vorstand formulierte

Gesamthausstrategie sowie diverse

hierzu konsistente Teilrisikostrategien.

Die Kreditrisikostrategie, die Marktpreisrisikostrategie,

die Liquiditätsrisikostrategie,

die Strategie zum Umgang mit

operationellen Risiken und die

Beteiligungsstrategie unterstützen die

nachhaltige Optimierung des Erfolgs vor

dem Hintergrund des eingegangenen

Risikos sowie die Wirksamkeit des

Risikomanagements.

Voraussetzung für das Eingehen von

Risiken ist deren Quantifizierbarkeit in

Verbindung mit einer stets hinreichenden

Risikotragfähigkeit sowie

einer daraus abgeleiteten effektiven

Limitierung. Die Zuständigkeiten für das

Risikomanagement sind eindeutig

geregelt. Die Verantwortung für das

Risikomanagement liegt beim Vorstand

der Sparkasse.

Das Risikomanagementsystem unterstützt

die Umsetzung der Teilrisikostrategien

und umfasst Planungs-,

Steuerungs- und Kontrollprozesse. Es ist

somit der wesentliche Bestandteil der

ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation

der Sparkasse. Es gewährleistet

einen angemessenen Umgang mit allen

für die Sparkasse wesentlichen Risiken

und wird kontinuierlich an neue Entwicklungen

angepasst, aktualisiert und

verbessert.

Ein zentraler Ausgangspunkt der

operativen Umsetzung ist die in den

Mindestanforderungen an das Risikomanagement

(MaRisk) geforderte

Trennung von risikoeingehenden und

risikoüberwachenden Organisationseinheiten.

Für den Abschluss und die

Genehmigung von Geschäften – nicht nur

im risikorelevanten Geschäft – gelten

zudem eindeutige Kompetenzregelungen.

Eine prozessunabhängige

Überwachung der Aktivitäten und

Prozesse der Sparkasse (einschließlich

des Risikomanagements) findet durch

die Innenrevision statt. Entsprechend

den MaRisk werden sämtliche Aktivitäten

und Prozesse der Sparkasse in

22


angemessenen Abständen geprüft.

Sämtliche nach der Risikoklassifizierung

der Innenrevision relevanten Prüfungsergebnisse

werden unmittelbar an den

Vorstand berichtet. Alle risikopolitischen

Vorgaben werden in einem umfassenden

IT-gestützten Managementinformationsund

-steuerungssystem stets aktuell

dokumentiert.

3.3 Risikotragfähigkeit

Die Risikotragfähigkeit ist der zentrale

Baustein des Risikomanagementsystems

der Sparkasse. Sie bildet die Grundlage

für die Risikostrategie(n) und ist

Anknüpfungspunkt für Rahmenanweisungen

und Organisationsrichtlinien im

Bereich des Risikomanagements. In der

Risikotragfähigkeitskonzeption der

Sparkasse werden die sich aus dem

Risikomonitoring des Haftungsverbunds

der Sparkassen-Finanzgruppe

ergebenden Anforderungen sowie die

von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

(BaFin) erlassenen

Mindestanforderungen an das Risikomanagement

berücksichtigt.

Mit Hilfe der Risikotragfähigkeitsbetrachtung

wird sichergestellt, dass

eventuell auftretende Verluste der

Sparkasse zu jedem Zeitpunkt getragen

werden können; deshalb müssen

sämtliche aggregierten Risikopotenziale

kleiner sein als das jeweils zur Verfügung

stehende Risikokapital. Zusätzlich ist zu

berücksichtigen, dass die Sparkasse in

der Lage sein muss, nicht nur wahrscheinliche

Risikoszenarien notfalls

mehrfach abzufangen, sondern auch

Stress-Situationen, wie die Finanzmarktkrise,

zu überstehen. Daher werden nur

Teile des insgesamt verfügbaren

Risikodeckungspotenzials zur

Risikoabsorption bereitgestellt.

Die Sparkasse betrachtet die Risikotragfähigkeit

in der periodischen und

regulatorischen Sichtweise. Neben der

Überwachung des laufenden Jahres

erfolgt mittels einer rollierenden

12-Monatsbetrachtung eine angemessene

Risikowürdigung über den

Bilanzstichtag hinaus.

Aktuell werden die nachfolgenden

Risikoarten im Rahmen der Risiko-

tragfähigkeit aufgrund des bestehenden

Risikogehalts limitiert:

• die Adressenausfallrisiken

• die Marktpreisrisiken des Anlagebuches

• das Zinsspannenrisiko (periodische

Zinsänderungsrisiken)

• das Beteiligungsrisiko

• die operationellen Risiken.

Die Limitierung der einzelnen Risikoarten

ermöglicht eine differenzierte

Risiko-Rendite-Steuerung und ist somit

grundlegender Bestandteil eines

effektiven Risikomanagements. Die

Allokation erfolgt hierbei in Form von

Jahreslimiten. Die Zuordnung von

Jahreslimiten wurde gewählt, um vor

dem Hintergrund der auf der Risikokapitalallokation

aufbauenden Gesamtbanksteuerung

eine einheitliche Basis

für alle Risikoarten zu schaffen.

Das insgesamt zur Risikodeckung

bereitgestellte Kapital wird ohne

Berücksichtigung von risikomindernd

wirkenden Korrelationseffekten auf die

o. a. wesentlichen Risikoarten allokiert.

Zur Abdeckung der ebenfalls als wesentlich

eingestuften Liquiditätsrisiken und

weiterer Risikoarten steht zudem ein

Risikopuffer zur Verfügung.

Dem Gesamtvorstand sowie dem

Verwaltungsrat und seinem Risikoausschuss

als für das Risikomanagement

verantwortliche Aufsichtsgremien wird

regelmäßig über das Gesamtrisikoprofil

sowie die Einhaltung der Limitsysteme

der Sparkasse berichtet.

Ad-hoc-Berichterstattungen erfolgen

anlassbezogen bei signifikanten

Veränderungen des Risikodeckungspotenzials

respektive signifikanten

Risikoerhöhungen.

3.4 Risikoarten

3.4.1 Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft

Unter Adressenausfallrisiken versteht

man die Gefahr der Bonitätsverschlechterung

bzw. des Ausfalls eines Kreditnehmers,

die bzw. der zu einem teilweisen

oder vollständigen Forderungs-

23


verlust führt.

Der Vorstand der Sparkasse hat Grundsätze

des Adressenrisikomanagements

in einer Risikostrategie für das Kreditgeschäft

niedergelegt, die jährlich

überprüft wird.

Für die Sparkasse ist das Kundenkreditgeschäft

nicht nur Satzungsauftrag,

sondern eine der wichtigsten

Säulen in der geschäftspolitischen

Zielsetzung, die ausgebaut werden soll.

Dabei gilt der Grundsatz „Rentabilität vor

Wachstum“. Ein Kreditgeschäft sollte

danach nur abgeschlossen werden, wenn

für das eingegangene Risiko ein

angemessener Ertrag erzielt wird.

Die Beurteilung des Kreditrisikos des

einzelnen Geschäftes basiert dabei auf

einer zukunftsgerichteten Kreditwürdigkeitsprüfung

unter besonderer

Berücksichtigung einer dauerhaften

Kapitaldienstfähigkeit. Die Hereinnahme

von Sicherheiten ist ein wesentlicher

Aspekt, der zur Begrenzung von

Verlusten dient und unter Kosten-/

Nutzen-Erwägungen zu betrachten ist.

Mangelnde Kapitaldienstfähigkeit darf

grundsätzlich nicht durch die Bereitstellung

von Sicherheiten ersetzt

werden.

Der Risikomanagementprozess umfasst

folgende wesentliche Elemente:

• Risikoklassifizierungsverfahren (vom

DSGV entwickelte Rating- und Scoringverfahren)

in Kombination mit

risikoadjustierter Preisgestaltung.

• Rating- und scoringabhängige

Kompetenzen und Bearbeitungsrichtlinien

für eine am Kreditrisiko

ausgerichtete Bewilligung und

Bearbeitung.

• Begrenzung von Klumpenrisiken im

Wege interner, bonitätsabhängiger

Kreditobergrenzen für den Gesamtund

Blankokredit, die deutlich unter

den Großkreditgrenzen des KWG

liegen.

• Systematische Kreditüberwachung

(Auslöser: u. a. auch Negativmerkmale

wie Dauerüberziehungen oder

Leistungsrückstände im Sinne eines

Frühwarnsystems) inkl. Offenlegung

der wirtschaftlichen Verhältnisse mit

Einleitung von risikobegrenzenden

Maßnahmen sowie Intensiv- bzw.

Problemkreditbearbeitung bei

signifikanter Bonitätsverschlechterung.

• Die Steuerung und Überwachung des

Gesamtkreditportfolios erfolgt auf der

Grundlage von umfassenden Portfolioanalysen,

die mittels des Portfoliomodells

„Credit Portfolio View“ (kurz:

CPV) erfolgen.

• Die Verlustverteilung des Kreditportfolios

wird in einen „erwarteten

Verlust“ und einen „unerwarteten

Verlust“ unterteilt. Zusätzlich wird

zwischen einer barwertigen,

wertorientierten Sicht und einer

periodischen Sicht unterschieden. In

der barwertigen, wertorientierten

Sicht ist der „erwartete Verlust“ ein

statistischer Erwartungswert, der im

Rahmen der Kalkulation eines

Kreditgeschäfts als Risikoprämie in

Abhängigkeit von der ermittelten

Ratingstufe berücksichtigt wird. Der

„unerwartete Verlust“ (Value-at-Risk)

spiegelt dann die möglichen Verluste

wider, die unter Berücksichtigung

eines festgelegten Sicherheitsniveaus

innerhalb der nächsten zwölf Monate

voraussichtlich nicht überschritten

werden. In der periodischen Sicht ist

der „erwartete Verlust“ der Prognosewert

für den voraussichtlichen Bedarf

an Risikovorsorge auf Sicht eines

Jahres. Der „unerwartete Verlust“ zeigt

unter Beachtung eines festgelegten

Sicherheitsniveaus, welcher Risikovorsorgebedarf

auf Sicht eines Jahres

nicht überschritten wird.

• Risikovorsorgemaßnahmen bei allen

Engagements, bei denen nach

umfassender Prüfung der wirtschaftlichen

Verhältnisse davon auszugehen

ist, dass es voraussichtlich nicht mehr

möglich sein wird, alle fälligen

Zins- und Tilgungszahlungen nach den

vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen

zu vereinnahmen. Bei der

Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen

werden die voraussichtlichen

Realisationswerte der

24


gestellten Sicherheiten berücksichtigt.

Die Innenrevision prüft die Vollständigkeit

und Angemessenheit der

vorgesehenen Wertberichtigungen in

angemessenen Stichproben.

• In Abhängigkeit von der Sicherheitenart

und einer unter Risikogesichtspunkten

festgelegten Grenze wird eine

regelmäßige Überprüfung der

Sicherheiten vorgenommen. Zur

regelmäßigen Überwachung

anrechnungsprivilegierter, in den

Deckungsstock aufgenommener

wohnwirtschaftlicher / gewerblicher

Immobiliarsicherheiten wird das

Marktschwankungskonzept

eingesetzt. Eine Einzelobjektüberprüfung

von Immobilien erfolgt

zusätzlich bei Objekten, die nicht mit

dem Marktschwankungskonzept

überwacht werden können.

3.4.3 Marktpreisrisiken

Das Marktpreisrisiko bezeichnet die

Gefahr von Verlusten infolge der

ungünstigen Entwicklung von Marktpreisen

für Wertpapiere, Derivate und

Devisen.

Im Risikoprofil der Sparkasse nimmt das

Marktpreisrisiko eine zentrale

Bedeutung ein. Die Marktpreisrisikostrategie

der Sparkasse definiert neben

dem anzustrebenden Zielzustand

hinsichtlich der Ausgestaltung des

Portfolios der Eigenanlagen auch den

Umgang mit dem im Kunden- und

Eigengeschäft vorhandenen Zinsänderungsrisiko.

Hierdurch unterstützt

sie das Ziel, unter Berücksichtigung der

Risikotragfähigkeit weitere mögliche

Quellen für eine nachhaltige Ertragserzielung

zu identifizieren und

auszuschöpfen.

Der Vorstand und der Risikoausschuss

der Sparkasse werden mittels Kreditrisikoberichten

vierteljährlich über die

Entwicklung der Strukturmerkmale des

Kreditportfolios, die Einhaltung der

Limitsysteme und die Entwicklung der

notwendigen Vorsorgemaßnahmen für

Einzelrisiken schriftlich unterrichtet.

3.4.2 Risiken im Beteiligungsgeschäft

Der weit überwiegende Anteil des

gesamten Beteiligungsportfolios entfällt

auf strategische Beteiligungen an

Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe.

Diese setzen sich im Wesentlichen

aus der Beteiligung am SGVSH,

der wiederum für die Sparkassen diverse

Beteiligungen an Unternehmen der

Sparkassen-Finanzgruppe hält, sowie der

Unterbeteiligung über den DSGV ö. K. an

der Landesbank Berlin Holding AG

zusammen.

Vor diesem Hintergrund erfolgt das

Beteiligungscontrolling vornehmlich

unter Federführung des SGVSH. Das

Beteiligungscontrolling der Sparkasse

beschränkt sich insoweit auf die Bereitstellung

wesentlicher Informationen

(ad-hoc-Berichterstattung) sowie eine

regelmäßige Berichterstattung an die

zuständigen Gremien über die Entwicklung

der Risiko- und Ertragslage in

unseren Beteiligungen.

Alle Marktpreisrisiken außerhalb des

Zinsänderungsrisikos werden im Prozess

der „Asset Allocation“ gesteuert. Aus

dem gesamten Anlagespektrum werden

regelmäßig solche Assetklassen

ausgewählt, die aufgrund der

• Ertragserwartung und Ertragshistorie,

• Risikokennzahlen,

• Marktliquidität und

• Markteinschätzung

vorteilhaft erscheinen.

Das aktuelle Marktumfeld sowie die

Einschätzung der zukünftigen Marktentwicklung

der jeweiligen Assetklassen

ist fester Bestandteil des jährlichen

Allokationsprozesses.

Das Marktpreisrisiko der Positionen des

Handels- und Anlagebuchs 14 wird täglich

gemessen. Das Verlustpotenzial wird mit

Hilfe eines Value-at-Risk-Ansatzes

bewertet. Für die Positionen des

Handelsbuchs rechnen wir mit einer

Haltedauer von einem Handelstag; im

Anlagebuch beträgt die Haltedauer in der

Regel 10 Handelstage, vereinzelt sogar

bis zu 250 Handelstage. Als Konfidenzniveau

verwenden wir in beiden Büchern

99 %.

Die Risiken dieser Positionen werden

über Einzel-, Portfolio- und Gesamtlimite

begrenzt. Die Einhaltung der Limite wird

im Rahmen des täglichen Reportings

14 Die Sparkasse führte

im Jahr 2011 keinen

Handelsbuchbestand.

25


überwacht. Bei Überschreitung gewisser

Warngrenzen hat der interne Bereich

Financial Markets bzw. der externe

Manager (Spezialfondsmandate)

Maßnahmen einzuleiten, die ein

Überschreiten des jeweiligen Risikolimits

verhindern. Darüber hinaus werden im

Rahmen der periodischen Risikotragfähigkeitsberechnung

regelmäßig

Stressszenarien simuliert.

Neben der dargelegten – grundsätzlich

eher GuV-orientierten – Marktpreisrisikosteuerung

erfolgt monatlich eine

barwertige Gesamtbetrachtung aller

zinsrisikobehafteten Positionen. Auf

Basis einer historischen Simulation der

Marktzinsänderungen wird das Zinsänderungsrisiko

in Form von Risikokennzahlen

(Value-at-Risk) und Risiko-

Ertrags-Kennzahlen (RORAC 15 ) ermittelt

und beurteilt. Die Risikomessung basiert

auf einer Haltedauer von 63 Handelstagen

und einem Konfidenzniveau von 95 %.

Als Maßstab hinsichtlich der Effizienz

des eingegangenen Zinsänderungsrisikos

orientiert sich die Sparkasse an

einer unserer Risikoneigung entsprechenden

Benchmark. Mittels eines

zweistufigen Limitsystems wird sichergestellt,

dass vom Rendite-/Risikoprofil

der Benchmark nur innerhalb eines

vorgegebenen Rahmens abgewichen

werden kann.

Zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos

werden neben bilanzwirksamen Instrumenten

primär Zinsswaps eingesetzt

(vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).

Parallel zur wertorientierten Berechnung

wird vierteljährlich eine GuV-orientierte

Analyse zur Ermittlung des periodischen

Zinsrisikos durchgeführt. Neben der

Betrachtung des laufenden Jahres steht

die Entwicklung des Zinsüberschusses

der kommenden Jahre im Mittelpunkt

der Analysen. Dabei wird die Szenariotechnik

angewendet, die auch Stressszenarien

hinsichtlich der Zins- und der

Bilanzstrukturentwicklung beinhaltet.

Die Limitierung des periodischen

Zinsspannenrisikos erfolgt im Rahmen

der vierteljährlichen Risikotragfähigkeitsbetrachtung.

Alle Parameter bezüglich der Marktpreisrisikomessung

unterliegen einem

regelmäßigen Backtesting.

Der Vorstand wird entsprechend der

genannten Zyklen fortlaufend über die

Ergebnis- und Risikoentwicklung der

Marktpreisrisikopositionen informiert.

3.4.4 Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko im engeren Sinn

bezeichnet die Gefahr, dass die Sparkasse

ihren Zahlungsverpflichtungen

aktuell oder zukünftig nicht mehr

uneingeschränkt nachkommen kann

oder ihr hierbei inakzeptable Verluste

entstehen.

Im weiteren Sinne ist das Marktliquiditätsrisiko

ebenfalls dem Liquiditätsrisiko

zuzurechnen. Hierunter sieht die

Sparkasse Holstein insbesondere die

Gefahr, Geschäfte aufgrund von unzulänglicher

Markttiefe oder Marktstörungen

nicht oder nur mit Abschlägen

auflösen oder glattstellen zu können.

Im Rahmen der Finanzmarktkrise hat

sich die Bedeutung dieses Marktliquiditätsrisikos

aufgrund der zu

beobachtenden Verwerfungen an den

Geld- und Kapitalmärkten für die

Sparkasse erhöht. Aufgrund der

komfortablen Liquiditätsvorhaltung

können Refinanzierungsengpässe jedoch

kurz- bis mittelfristig ausgeschlossen

werden. Dennoch stuft die Sparkasse

Holstein das Liquiditätsrisiko (inkl.

Marktliquiditätsrisiko) als wesentlich ein.

Um den Risiken gerecht zu werden, hat

die Sparkasse ein mehrstufiges

Liquiditätsmanagement implementiert.

Die Liquiditätsrisikostrategie bildet

hierfür die Ausgangsbasis und

umschreibt die geschäftspolitischen

Ziele im Hinblick auf die aktuellen

Liquiditätsanforderungen unter

Einhaltung der aufsichtsrechtlichen

Rahmenbedingungen.

Für die materielle Risikosteuerung

erfolgt eine fortlaufende Liquiditätsplanung

auf Basis der vereinbarten und

erwarteten Zahlungseingänge und

Zahlungsverpflichtungen. Die Sicherung

ausreichender Liquidität erfolgt über den

15 Der RORAC (Return on

risk-adjusted capital)

dient als Entscheidungsgrundlage

der ökonomischen

Risikokapitalallokation.

Hierbei werden

Performance und Risiko

in Relation gebracht.

26


Geldmarkt. Darüber hinaus dient der

umfangreiche Bestand an Wertpapieren

der Liquiditätssicherung. Diese können

im Rahmen des Pfandpoolverfahrens der

Deutschen Bundesbank jederzeit

beliehen werden.

Die Deckung des langfristigen

Refinanzierungsbedarfs soll künftig

überwiegend mittels der Emission von

Pfandbriefen erfolgen. Die Sparkasse

Holstein hat daher frühzeitig mit dem

Aufbau des notwendigen Deckungsstocks

begonnen.

Die formelle Liquiditätssteuerung misst

und überwacht die Zahlungsfähigkeit

anhand der aufsichtsrechtlichen

Vorschriften.

3.4.5 Operationelle Risiken

Operationelle Risiken (OR) werden als

die Gefahr von Schäden definiert, die

infolge der Unangemessenheit oder des

Versagens von internen Verfahren,

Mitarbeitern, der internen Infrastruktur

oder infolge externer Einflüsse eintreten.

Zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche

Steuerung der operationellen

Risiken ist die Datensammlung aus

sämtlichen Unternehmensbereichen. Der

OR-Ausschuss gewährleistet eine

kontinuierliche Auseinandersetzung mit

dieser Risikoart, insbesondere hinsichtlich

der Statusbestimmung und

Maßnahmenableitung. Einen Schwerpunkt

bei der Steuerung der operationellen

Risiken bildet die IT-Sicherheit. Im

Bereich der IT-Risiken sind ein IT-Notfallkonzept

und Maßnahmen zur Sicherung

der DV-Systeme erarbeitet worden.

Durch einen ausreichenden Versicherungsschutz

der Sparkasse, interne

Kontrollsysteme, die permanente

Fortbildung der Mitarbeiter und den

Einsatz rechtlich geprüfter Verträge

werden die operationellen Risiken

begrenzt. Im Ergebnis sind im Jahre

2011 keine operationellen Risiken mit

spürbaren Ertragsauswirkungen

eingetreten. Wir sehen auch für die

Zukunft keine wesentliche Gefährdung

der Sparkasse durch operationelle

Risiken.

3.5 Gesamtbeurteilung der Risikolage

Die Sparkasse verfolgt eine grundsätzlich

konservativ ausgerichtete Risikopolitik.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf

einem ausgewogenen Kreditportfolio, in

dem Größen- und Klumpenrisiken

bewusst vermieden werden. Im Bereich

der Eigengeschäfte achten wir auf eine

qualitativ hochwertige und eine im

Umfang angemessen dimensionierte

Asset Allocation.

Das Gesamtbankrisiko ist vor dem

Hintergrund der Ertrags- und

Vermögenslage ausreichend durch das

vorhandene Risikodeckungskapital

abgeschirmt. Die Risikotragfähigkeit der

Sparkasse war auch in den Spitzen der

Finanzmarktkrise zu jeder Zeit gegeben.

Eine existenzielle Gefährdung der

Sparkasse liegt selbst bei gleichzeitigem

Eintritt mehrerer Stressszenarien nicht

vor. Risiken der künftigen Entwicklung,

die für die Sparkasse bestandsgefährdend

sein könnten, sind derzeit

nicht erkennbar.

In der für die Sparkasse beschlossenen

Gesamthausstrategie sind wesentliche

Ziele zur Eigenkapital- und Risikopolitik

definiert, die in Verbindung mit den

Steuerungsinstrumenten der Sparkasse

auch zukünftig eine hohe interne

Risikotragfähigkeit gewährleisten.

4. Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag sind keine

Vorgänge von besonderer Bedeutung

eingetreten, die zu einer abweichenden

Darstellung der Vermögens-, Finanz- und

Ertragslage geführt hätten.

27


Das Sparkassenbuch:

Ein Klassiker mit vielen Gesichtern.

120 Jahre Geschichte liegen zwischen diesen beiden Sparkassenbüchern. Und diese Geschichte wird in

Sparkassenbüchern lebendig. So kann man in dem linken Buch in die Zeit des Kaiserreiches eintauchen,

durchlebt dessen Ende und den Beginn der zwanziger Jahre, in denen dieses Sparkonto dann aufgelöst

worden ist.

Aber nicht nur weltgeschichtliche Ereignisse werden wieder präsent. Besonders für den Sparer selbst

halten Sparkassenbücher viele ganz persönliche Ereignisse fest: Das erste Geldgeschenk von den

Großeltern, das erste Taschengeld, Einzahlungen nach Konfirmation oder Kommunion, die Abhebung für

das erste Fahrrad und die eigene Stereo-Anlage. Man erinnert sich auch daran, wie stolz man war, als man

am Weltspartag seine ersparten Beträge eingezahlt hat.

Schon im Kindes- und Jugendalter des Sparers erzählt ein Sparkassenbuch viele Geschichten seines

Besitzers. Über die Jahre hinweg spiegelt es so manche Lebensabschnitte und deren Ereignisse wider.

Das Sparkassenbuch ist eben ein ganz besonderes Buch. Es erweckt Geschichte und Geschichten zum

Leben. Es dient der sicheren Aufbewahrung von Geld. Und das Sparen bedeutet auch Vorfreude auf das,

wofür man spart. Freude, die man in den vielen Gesichtern am Weltspartag ablesen kann.

29


5. Prognosebericht

(Voraussichtliche Entwicklung der Sparkasse mit

ihren wesentlichen Chancen und Risiken)

Die meisten westeuropäischen Länder

werden im Jahr 2012 angesichts der

Staatsschuldenkrise voraussichtlich nur

ein geringes Wachstum verzeichnen

können. Für einige Länder bzw. den

Euro-Raum insgesamt ist sogar eine

Rezession denkbar geworden. Eine

zügige Erholung ist für 2013 nur zu

erwarten, wenn durch die bereits

angestoßenen oder noch geplanten

Schritte nachhaltige Erfolge bei der

Lösung der Staatsschuldenkrise erzielt

werden.

Die Verschärfung der Staatsschuldenkrise

im Euro-Raum und die weiterhin

unsichere wirtschaftliche Perspektive hat

die Normalisierung der kurzfristigen

Zinsen gestoppt. Die expansive Geldpolitik

in vielen Ländern und die

vergleichsweise geringen Inflationsraten

führten zu einer in den letzten Monaten

des Jahres 2011 wechselhaften Zinsentwicklung.

Im Trend ist das Zinsniveau

über alle Laufzeiten gesunken, wobei der

Rückgang in den langen Laufzeiten

etwas geringer ausfiel.

Auch Deutschland mit seinen Verflechtungen

in der internationalen Wirtschaft

kann sich diesen Entwicklungen nicht

vollständig entziehen. Positive Impulse

resultierten jedoch aus der verhältnismäßig

guten binnenwirtschaftlichen

Situation. Nach dem kräftigen Zuwachs

des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den

Jahren 2010 und 2011 wird nach

Einschätzung von Experten für 2012

insgesamt ein geringeres Wachstum in

Deutschland erwartet. Der Arbeitsmarkt

wird sich jedoch weiterhin positiv

entwickeln. Ab 2013 könnte die deutsche

Wirtschaft auf einen moderaten Wachstumspfad

zurückkehren. 16

Die Finanzmärkte werden voraussichtlich

auch 2012 unter dem Einfluss erheblicher

Unsicherheiten aus der schwelenden

Schuldenkrise in einigen Ländern

stehen. Erhebliche Risiken ergeben sich

insbesondere für die Wirtschaft in

Europa und das Bankensystem aus einer

möglichen Verstärkung der Spannungen

an den europäischen Staatsanleihemärkten.

Die bevorstehende stärkere Regulierung

des Bankensektors auch in Deutschland

(Basel III) und die zur Verhinderung

spekulativer Finanztransaktionen ins

Gespräch gebrachte Finanztransaktionssteuer

haben ebenfalls ihren Anteil an

der weiteren Verunsicherung der

Finanzmärkte.

Wir gehen in der kurzen Frist bis Ende

2012 von einer Zinsstrukturkurve mit

einem konstanten Verlauf aus. Die im

Jahresdurchschnitt weiterhin steile

Zinsstrukturkurve erlaubt in Verbindung

mit unserer Zinsrisikostrategie auch im

Geschäftsjahr 2012 positive Erträge aus

der Fristentransformation.

Das Risiko unserer Zinsüberschussplanung

liegt in einer Verflachung der

Zinskurve, welche im Falle einer Verschärfung

der Staatsschuldenkrise

eintreten könnte. Die EZB hätte dann

jedoch die Möglichkeit, die Leitzinsen

noch weiter zu senken. Eine Chance auf

erhöhte Fristentransformationsbeträge

würde sich bei einer steileren Zinsstrukturkurve

eröffnen, die bei einer

Beruhigung der Märkte durch dann

wieder aufkommende Inflationserwartungen

eintreten könnte. Wahrscheinlich

wäre dies jedoch zugleich mit einer

Abschöpfung der Liquidität seitens der

EZB verbunden, was wiederum einen

Zinsanstieg am kurzen Ende zur Folge

hätte. Darüber hinausgehende Schritte

im Rahmen von Leitzinserhöhungen

erwarten wir für das Jahr 2012 jedoch

nicht.

Neben dem Zinsniveau ist das Zinsergebnis

vom Verlauf des bilanziellen

Kundengeschäftes sowie der künftigen

Neugeschäftszinsen abhängig. Wir

planen weiterhin, die derzeitigen

Neugeschäftsmargen auch im aktuellen

16 Vgl. Monatsbericht

Dezember 2011 der

Deutschen Bundesbank,

S. 15-30, sowie

Aktualisierte Konjunkturprognose

des Sachverständigenrates

für

das Jahr 2012 vom

15.03.2012.

30


Umfeld durchzusetzen. Im zinstragenden

Kundengeschäft gehen wir sowohl auf

der Kredit- wie auch auf der Einlagenseite

von einem moderaten Wachstum

aus, während wir nicht benötigte

Refinanzierungsmittel weiterhin

konsequent zurückführen wollen.

Unter der Annahme einer Fortschreibung

der aktuellen Zinssituation und eines

leichten Anstiegs der Kundengeschäftsvolumina

rechnen wir auch für die darauf

folgenden Jahre damit, dass sich nach

wie vor Möglichkeiten für Fristentransformation

bieten. Wir erwarten daher in

den kommenden Jahren 2013 und 2014

sukzessiv steigende Zinsüberschüsse.

Der Wettbewerb der Banken wird sich

jedoch in den kommenden Jahren

deutlich verschärfen. Im Privatkundengeschäft

sehen wir in den kommenden

Jahren kaum Möglichkeiten für spürbare

Margenausweitungen. Im Firmenkundengeschäft

gelang es, die Marktanteile und

Erträge deutlich zu steigern. Dementsprechend

dürfte hier das Potenzial für

weitere Margenausweitungen ebenfalls

begrenzt sein.

Im prognostizierten Zinsergebnis sind

Beteiligungserträge und Ausschüttungen

aus unseren Spezialfonds eingeplant.

Angesichts der aktuellen Informationen

zur wirtschaftlichen Situation bei der

HSH Nordbank (Dividendenverbot bis

einschließlich 2014) und der Landesbank

Berlin erwarten wir für die kommenden

Jahre unverändert Beteiligungserträge

auf stagnierend niedrigem Niveau.

Die Höhe des Provisionsüberschusses ist

für den ordentlichen Ertrag die treibende

Größe. Im Provisionsüberschuss planen

wir für 2012 und die nächsten Jahre eine

leichte Steigerung, so dass sich der

ordentliche Ertrag insgesamt über dem

Niveau des abgelaufenen Jahres

bewegen wird.

Der ordentliche Aufwand wird in 2012

moderat ansteigen. Im Personalaufwand

rechnen wir aufgrund des jüngsten

Tarifabschlusses für 2012 und 2013 mit

entsprechenden Steigerungen. Den

Sachaufwand erwarten wir für 2012 in

etwa auf dem Niveau des Jahres 2011.

Für die darauf folgenden Jahre gehen wir

aufgrund unseres bewährten Budgetund

Kostenmanagements, welches wir

kontinuierlich weiterentwickeln, maximal

von moderaten Steigerungen aus.

Während der Bewertungsbedarf in 2011

erfreulich niedrig ausgefallen ist, planen

wir im nächsten Jahr mit einem Bewertungsergebnis

im Kreditgeschäft auf

normalem Niveau entsprechend des

aktuell erwarteten Verlustes unseres

Kundenkreditportfolios. Für die Folgejahre

rechnen wir im Kreditgeschäft auf

Basis der im Rahmen der Kreditrisikostrategie

implementierten Prozesse und

Systeme mit einer in Relation zum

Kreditvolumen konstanten Risikovorsorge.

Beim Bewertungsergebnis Wertpapier

haben wir in der Vergangenheit

auf eine Berücksichtigung von Planwerten

bewusst verzichtet. Es besteht

selbstverständlich das Risiko negativer

Bewertungsergebnisse, diese sind jedoch

in der Regel nicht planbar. Ebenso wenig

kann der Verlauf einer etwaigen Wertaufholung

seriös vorhergesagt werden.

In Analogie zum Kundengeschäft berücksichtigen

wir nunmehr die Adressrisiken

der Eigengeschäfte als separaten

Bestandteil der Marktpreisrisiken.

Aufgrund der wirtschaftlichen Situation

der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG

wurden am 27.04.2012 der Stützungsfall

gem. § 3 Abs. 3 der Satzung des

Sparkassenstützungsfonds des SGVSH

festgestellt und Stützungsmaßnahmen

beschlossen. Hieraus ist für die

kommenden Jahre mit erhöhten

Auffüllungsverpflichtungen gegenüber

dem Sparkassenstützungsfonds zu

rechnen.

Die Sparkasse wird auch im Jahr 2012 ihr

gesellschaftliches Engagement wahrnehmen.

Eine weitere Erhöhung der Zuwendungen

an unsere Stiftungen sowie

der Beträge für direkte Spenden und

Sponsoringmaßnahmen ist auch für die

Folgejahre 2013 und 2014 fest eingeplant.

Unter Berücksichtigung der genannten

Faktoren ergibt sich für das Jahr 2012 ff

ein voraussichtliches und durchaus

erfreulicheres Ergebnis vor Steuern über

dem Niveau des aktuellen Geschäftsjahres.

Dabei liegt das Betriebsergebnis

vor Bewertung im Bereich des Vorjahres.

31


Das Bewertungsergebnis sehen wir –

unter der Prämisse keiner weiteren

Belastungen aus unserem Beteiligungsportfolio

und ohne Effekte aus Veränderungen

der Vorsorgereserven – positiver

als in 2011.

Die Prognose für die Cost-Income-Ratio

(CIR) liegt 2012 bei 64,1 %. Einen

weiteren Rückgang erwarten wir im Jahr

2013. Die Eigenkapitalrendite (vor

Steuern und vor Zuführung zu den Vorsorgereserven

sowie vor Ausschüttung

an unsere Sparkassenstiftungen)

erwarten wir für das Jahr 2012 und die

Folgejahre auf einem Niveau deutlich

über 10,0 %.

Chancen und Risiken entstehen für die

Sparkasse aus den schon dargestellten

Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung

der allgemeinen wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen, der

Finanzmärkte und damit der Zinsstruktur.

Weitere Belastungen aus dem Beteiligungsportfolio

sind ebenso denkbar wie

Wertaufholungen in diesem Bereich.

Chancen für weitere Kosteneinsparungen

könnten sich ergeben, sofern weitere

überplanmäßige Synergien aus der

Fusion der Rechenzentren gehoben

werden können. Dagegen sind jederzeit

Sonderbelastungen zum Beispiel für

Stützungsmaßnahmen gegenüber

anderen Sparkassen möglich. Alle

weiteren Komponenten des Bewertungsergebnisses

sind darüber hinaus naturgemäß

mit Unsicherheiten behaftet.

Aufgrund der dargestellten Entwicklung

priorisieren wir kurz- bis mittelfristig das

Ziel, in Schleswig-Holstein zu den besten

und auf Bundesebene zu den deutlich

über dem Durchschnitt liegenden

Sparkassen zu gehören. Im Hinblick auf

die sich im Zeitablauf kontinuierlich

verbessernden Kennzahlen sind wir

optimistisch, dieses Ziel zu erreichen.

Mittel- und langfristig ist es für uns umso

wichtiger, das betriebswirtschaftliche

Fundament unserer Sparkasse kontinuierlich

auszubauen. Ein wirksames

Kostenmanagement mittels einer

erhöhten Kostentransparenz prägt

weiterhin unsere Zielsetzung.

Mit Blick auf die verschärften Regelungen

nach Basel III sehen wir die

Sparkasse gut aufgestellt. Neben den bis

2019 ansteigenden quantitativen

Eigenkapital-Anforderungen hat der

Basler Ausschuss vor allem die

Bedeutung des Kernkapitals deutlicher

hervorgehoben. Es ist absehbar, dass

eine nicht ausreichende Eigenkapitalausstattung

einige Banken in Zukunft in

ihren geschäftspolitischen Möglichkeiten

(z. B. bei der Kreditvergabe) beschränken

wird. Die Sparkassen haben Kernkapital

vor allem über solide Geschäftsergebnisse

und den Weg der Gewinnthesaurierung

sukzessive selbst zu

erwirtschaften. Um sich auch weiterhin

mit größtmöglicher Flexibilität

strategisch positionieren zu können,

stellt der Aufbau zusätzlichen Kernkapitals

daher eine weitere zentrale

Zielstellung der nächsten Jahre dar.

Ebenso steht die Erfüllung der neuen

Liquiditätskennzahlen im Fokus.

Gleiches gilt für die Konzentration auf

eine konsequente Vertriebsorientierung

und die Erschließung neuer Märkte. Die

verstärkten Vertriebsaktivitäten weisen

bereits heute erfreuliche Signale auf. Der

punktuelle Aus- und Umbau unseres

Standortnetzes optimiert unsere Präsenz

vor Ort. Hinzu kommt, dass die Marke

Sparkasse infolge der jüngeren

Entwicklung in der Bankenlandschaft

deutlich an Attraktivität gewonnen hat.

Die Kombination aller Faktoren eröffnet

uns Chancen, die uns hinsichtlich der

langfristigen Zielerreichung zuversichtlich

stimmen.

Bad Oldesloe und Eutin, im Mai 2012

Sparkasse Holstein

Der Vorstand

Dr. Lüdiger

Wallmeroth

32


Bericht des Verwaltungsrates.

Der Verwaltungsrat hat im Berichtsjahr

seine gesetzlichen und satzungsmäßigen

Aufgaben wahrgenommen und

sämtliche Fragen von grundsätzlicher

Bedeutung erörtert. Darüber hinaus

wurden einzelne Themen in den Ausschüssen

des Verwaltungsrates im

Vorwege vertiefend beraten. Die Gremien

wurden vom Vorstand laufend über die

wirtschaftlichen Verhältnisse, die

Geschäftsentwicklung und die Risikolage

der Sparkasse unterrichtet.

Zwischen dem Vorstandsvorsitzenden

und dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates

fanden zusätzlich regelmäßig

Gespräche statt, in denen strategische

Überlegungen und aktuelle operative

Sachverhalte mit wesentlicher

Bedeutung thematisiert wurden.

Auch das abgelaufene Jahr 2011 war vor

dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise

mit großen Unsicherheiten an den

Finanzmärkten verbunden. Umso

positiver schätzt der Verwaltungsrat die

Bilanz der Sparkasse für das abgelaufene

Jahr ein: Das ordentliche Ergebnis

konnte auf dem sehr guten Niveau des

Vorjahres gehalten werden. Darüber

hinaus waren sowohl im Wertpapier- als

auch im Kreditportfolio nur überschaubare

Bewertungen erforderlich, sodass

die extern verursachten erheblichen

Abschreibungen auf die Verbundbeteiligungen

an der HSH Nordbank und der

Landesbank Berlin Holding ohne

weiteres verkraftet werden konnten.

Gerade mit Blick auf die Entwicklung der

Verbundbeteiligungen muss es als

besonderer Erfolg angesehen werden,

dass auf Initiative unserer Sparkasse das

Entscheidungsverfahren zur Eingehung

mittelbarer Beteiligungen beim SGVSH

verändert wurde und die Verbandsversammlung

hierüber statt bisher mit

einfacher nunmehr mit qualifizierter

Mehrheit (zwei Drittel) zu beschließen

hat.

Trotz der geschilderten nicht beeinflussbaren

Sondereffekte konnte die solide

Eigenkapitalbasis weiter gestärkt und

letztlich ein gegenüber dem Vorjahr noch

leicht höherer Jahresüberschuss

ausgewiesen werden. So war es möglich,

an die sparkasseneigenen Stiftungen

einen Betrag von insgesamt 500 T€

zusätzlich auszukehren und dadurch das

gemeinnützige Engagement der Sparkasse

über den ursprünglich geplanten

Betrag von 3,75 Mio. € hinaus zu stärken

und wieder zahlreiche Vorhaben in der

Region finanziell zu unterstützen.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht

sind durch die Prüfungsstelle des

Sparkassen- und Giroverbandes für

Schleswig-Holstein geprüft und mit dem

uneingeschränkten Bestätigungsvermerk

versehen worden. Der Verwaltungsrat hat

den Jahresabschluss gemäß § 10 (2) Nr. 9

des Sparkassengesetzes für Schleswig-

Holstein festgestellt und den Lagebericht

gebilligt sowie die Zuführung des

Jahresüberschusses zur Sicherheitsrücklage

beschlossen.

Über die Finanzperspektive hinaus

wurden vom Verwaltungsrat

33


verschiedene größere Projektvorhaben

insbesondere im baulichen Bereich

begleitet. So konnten wir unsere Kunden

in Timmendorfer Strand nach dem

Umbau in neu gestalteten Räumen der

Filiale begrüßen. Darüber hinaus wurde

mit der Modernisierung und dem Ausbau

in Hamburg-Sasel begonnen, so dass

künftig Beraterinnen und Berater für alle

Kundengruppen der Sparkasse in Sasel

direkt verfügbar sein werden.

Insbesondere in Hamburg soll künftig

eine Expansion erfolgen, selbstverständlich

ohne die geschäftlichen

Aktivitäten in Ostholstein und Stormarn

zu vernachlässigen. Mit der Eröffnung

von Filialen in Hamburg ist insbesondere

das Ziel der Gewinnung von Einlagen

verbunden. So soll ein Beitrag zur

Schließung der vorhandenen Deckungslücke

zwischen Krediten und Einlagen

erreicht werden. Der Verwaltungsrat

begrüßt und unterstützt das aktive

Standortmanagement und die Zielsetzung,

an attraktiven neuen Standorten

zusätzliche Kunden für das

umfassende Finanzdienstleistungsangebot

„Made in Holstein.“ zu

gewinnen.

Dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern der

Sparkasse spricht der Verwaltungsrat für

das große Engagement und die sehr

guten Erfolge im Jahr 2011 besonderen

Dank und hohe Anerkennung aus.

Bad Oldesloe, den 12.06.2012

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates

Klaus Plöger

Landrat

34


Jahresabschluss

zum 31. Dezember 2011

der Sparkasse Holstein

Land Schleswig-Holstein

Der Jahresabschluss in der gesetzlichen Form ist mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk

der Prüfungsstelle des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein versehen und wird

im Bundesanzeiger sowie beim Amtsgericht Lübeck offengelegt.

35


Aktivseite

Jahresbilanz zum

1. Barreserve

EUR EUR EUR

31.12.2010

TEUR

a) Kassenbestand 19.624.181,50 21.603

b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 87.623.048,98 78.723

107.247.230,48 100.326

2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei

der Deutschen Bundesbank zugelassen sind

a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen

sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0

b) Wechsel 0,00 0

0,00 0

3. Forderungen an Kreditinstitute

a) täglich fällig 22.963.883,22 16.942

b) andere Forderungen 385.772.554,45 275.046

408.736.437,67 291.988

4. Forderungen an Kunden 4.241.739.284,44 4.093.214

darunter:

durch Grundpfandrechte gesichert 1.947.867.798,32 EUR (1.937.646)

Kommunalkredite 494.637.485,27 EUR (448.943)

5. Schuldverschreibungen und andere

festverzinsliche Wertpapiere

a) Geldmarktpapiere

aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0

darunter:

beleihbar bei der Deutschen

Bundesbank 0,00 EUR (0)

ab) von anderen Emittenten 0,00 0

darunter:

beleihbar bei der Deutschen

Bundesbank 0,00 EUR (0)

0,00 0

b) Anleihen und Schuldverschreibungen

ba) von öffentlichen Emittenten 1.996.383,33 1.993

darunter:

beleihbar bei der Deutschen

Bundesbank 1.996.383,33 EUR (1.993)

bb) von anderen Emittenten 147.046.926,15 202.576

darunter:

beleihbar bei der Deutschen

Bundesbank 146.099.301,00 EUR (202.481)

149.043.309,48 204.569

c) eigene Schuldverschreibungen 13.193.236,44 43.862

Nennbetrag 12.777.500,00 EUR (43.650)

162.236.545,92 248.431

6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 189.680.323,09 168.319

6a. Handelsbestand 0,00 0

7. Beteiligungen 88.310.986,23 109.437

darunter:

an Kreditinstituten 51.130,19 EUR (51)

an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 EUR (0)

8. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.013.000,00 4.238

darunter:

an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)

an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 EUR (0)

9. Treuhandvermögen 4.500.683,11 8.056

darunter:

Treuhandkredite 4.500.683,11 EUR (8.056)

10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich

Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0

11. Immaterielle Anlagewerte

a) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte

und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0

b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche

Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie

Lizenzen an solchen Rechten und Werten 373.259,00 505

c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0

d) geleistete Anzahlungen 0,00 0

373.259,00 505

12. Sachanlagen 66.556.328,46 75.322

13. Sonstige Vermögensgegenstände 13.739.421,15 8.855

14. Rechnungsabgrenzungsposten 813.748,93 1.091

Summe der Aktiva 5.285.947.248,48 5.109.780

36


31. Dezember 2011 Passivseite

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

EUR EUR EUR

31.12.2010

TEUR

a) täglich fällig 337.450,52 92

b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 1.212.980.720,69 1.256.630

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

a) Spareinlagen

1.213.318.171,21 1.256.721

aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist

von drei Monaten 335.884.773,40 342.474

ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist

von mehr als drei Monaten 5.434.506,42 6.123

b) andere Verbindlichkeiten

341.319.279,82 348.597

ba) täglich fällig 1.946.098.555,86 1.787.901

bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 949.417.447,91 881.416

3. Verbriefte Verbindlichkeiten

2.895.516.003,77 2.669.317

3.236.835.283,59 3.017.915

a) begebene Schuldverschreibungen 284.262.222,84 287.192

b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0

darunter:

Geldmarktpapiere 0,00 EUR (0)

eigene Akzepte und

Solawechsel im Umlauf 0,00 EUR (0)

284.262.222,84 287.192

3a. Handelsbestand 0,00 0

4. Treuhandverbindlichkeiten 4.500.683,11 8.056

darunter:

Treuhandkredite 4.500.683,11 EUR (8.056)

5. Sonstige Verbindlichkeiten 7.083.658,33 16.175

6. Rechnungsabgrenzungsposten 7.272.043,37 6.616

7. Rückstellungen

a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15.876.344,00 15.364

b) Steuerrückstellungen 5.821.000,00 10.670

c) andere Rückstellungen 24.281.097,89 25.679

45.978.441,89 51.713

8. Sonderposten mit Rücklageanteil 0,00 0

9. Nachrangige Verbindlichkeiten 66.481.612,03 103.184

10. Genussrechtskapital 40.236.832,98 38.745

darunter:

vor Ablauf von zwei Jahren fällig 1.899.000,00 EUR (402)

11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 65.200.000,00 20.700

12. Eigenkapital

a) gezeichnetes Kapital 0,00 0

b) Kapitalrücklage 0,00 0

c) Gewinnrücklagen

ca) Sicherheitsrücklage 302.764.200,95 291.687

cb) andere Rücklagen 0,00 0

302.764.200,95 291.687

d) Bilanzgewinn 12.014.098,18 11.077

314.778.299,13 302.764

Summe der Passiva 5.285.947.248,48 5.109.780

1. Eventualverbindlichkeiten

a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0

b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen

Über weitere nicht quantifizierbare Eventualverbindlichkeiten wird im Anhang berichtet. 97.345.520,70 66.527

c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 0

97.345.520,70 66.527

2. Andere Verpflichtungen

a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0

b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0

c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 328.027.108,89 285.852

328.027.108,89 285.852

37


Gewinn- und Verlustrechnung

für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011

EUR EUR EUR

31.12.2010

TEUR

1. Zinserträge aus

a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 218.376.851,47 219.304

b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 3.473.134,04 3.513

221.849.985,51 222.817

2. Zinsaufwendungen 100.294.926,96 97.967

darunter:

aus der Aufzinsung von Rückstellungen 51.963,38 EUR (61)

121.555.058,55 124.850

3. Laufende Erträge aus

a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 5.450.558,26 5.829

b) Beteiligungen 2.727.640,29 2.459

c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 859.518,54 548

9.037.717,09 8.836

4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungsoder

Teilgewinnabführungsverträgen 337,92 20

5. Provisionserträge 34.166.143,55 33.199

6. Provisionsaufwendungen 3.025.679,21 2.908

31.140.464,34 30.291

7. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 0

8. Sonstige betriebliche Erträge 9.474.874,58 7.178

darunter:

aus der Fremdwährungsumrechnung 210.008,27 EUR (209)

9. Erträge aus der Auflösung von Sonderposten mit Rücklageanteil 0,00 1.320

171.208.452,48 172.495

10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

a) Personalaufwand

aa) Löhne und Gehälter 50.944.021,13 51.793

ab) soziale Abgaben und Aufwendungen

für Altersversorgung und für Unterstützung 14.278.338,09 13.389

darunter:

für Altersversorgung 4.992.559,80 EUR (3.902)

65.222.359,22 65.182

b) andere Verwaltungsaufwendungen 32.876.058,66 36.351

98.098.417,88 101.533

11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf

immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 4.750.955,26 6.524

12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 8.488.184,72 16.043

darunter:

aus der Aufzinsung von Rückstellungen 1.093.612,87 EUR (1.161)

13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf

Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie

Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 26.387

14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und

bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung

von Rückstellungen im Kreditgeschäft 27.512.512,30 0

27.512.512,30 26.387

15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf

Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen

und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 19.970.493,37 0

16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen,

Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie

Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0,00 6.680

19.970.493,37 6.680

17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0

18. Zuführungen zu/Entnahmen aus dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 44.500.000,00 0

19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 22.912.913,55 28.688

20. Außerordentliche Erträge 0,00 0

21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0

22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0

23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 10.650.457,95 17.374

24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 248.357,42 237

10.898.815,37 17.611

25. Jahresüberschuss 12.014.098,18 11.077

26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0

12.014.098,18 11.077

27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen

a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0

b) aus anderen Rücklagen 0,00 0

0,00 0

12.014.098,18 11.077

28. Einstellungen in Gewinnrücklagen

a) in die Sicherheitsrücklage 0,00 0

b) in andere Rücklagen 0,00 0

0,00 0

29. Bilanzgewinn 12.014.098,18 11.077

38


Anhang.

Allgemeine Angaben

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Erläuterungen zu einzelnen Bilanzposten

Aktiva

Entwicklung des Anlagevermögens

Passiva

Gewinn- und Verlustrechnung

Zusätzliche Angaben für Pfandbriefbanken

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Angaben zu Pfandbriefen nach ÖPG

Angaben gemäß § 28 PfandBG

Einschätzung des Risikos der Inanspruchnahme

Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen

Organangaben

Verwaltungsrat der Sparkasse Holstein

Vorstand der Sparkasse Holstein, Vorstandsvertreter

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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der Sparkasse Holstein.

Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Vollzeitkräfte 764

Teilzeit- und Ultimokräfte 311

Summe 1.075

Auszubildende 75

Insgesamt 1.150

64

Ausbildungs-Jahrgang 2011


Bestätigungsvermerk

des Abschlussprüfers.

Wir haben den Jahresabschluss, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang, unter Einbeziehung

der Buchführung, und den Lagebericht der Sparkasse Holstein für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum

31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den

deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Sparkasse. Unsere

Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss

unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer

(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die

Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch

den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht

vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit

erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und

über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Sparkasse sowie die Erwartungen über mögliche Fehler

berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen

Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend

auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze

und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des

Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere

Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss

den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein

den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse. Der

Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der

Sparkasse und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Kiel, den 25. Mai 2012

Prüfungsstelle des

Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein

Stenneken

Wirtschaftsprüfer

Heuer

Wirtschaftsprüfer

65


Impressum.

Herausgeber

Sparkasse Holstein

Hagenstraße 19

23843 Bad Oldesloe

Am Rosengarten 3

23701 Eutin

Redaktion

Björn Lüth

Hans-Ingo Gerwanski

Layout und Satz

Unternehmenskommunikation

der Sparkasse Holstein

Version

Ungekürzte Online-Fassung

www.sparkasse-holstein.de

Fotos

Sparkasse Holstein

© 2012

Made in Holstein.

66


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