Spielregeln im internationalen Handel: Incoterms - Sparkasse Trier

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Spielregeln im internationalen Handel: Incoterms 1 / 2

Die Incoterms (International Commercial Terms) regeln einheitlich die Vertrags- und

Lieferbedingungen für den Außenhandel. Sie werden von den nationalen Gerichten anerkannt.

Allerdings sind Incoterms keine Gesetze. Sie müssen also in die Verträge aufgenommen werden,

um wirksam zu werden.

Die Incoterms werden seit 1936 von der Internationalen Handelskammer in Paris herausgegeben.

Derzeit gültig sind die Incoterms 2000. Die nächste Aktualisierung gibt es voraussichtlich 2010.

Das regeln die Incoterms

Die Absicherung von Waren auf dem Transportweg ist das A und O des Außenhandels. Wichtigste

Frage für jeden Ex- oder Importeur dabei: Wer zahlt den Transport? Und wer trägt wann welches

Risiko? Das kann mit Hilfe der Incoterms geregelt werden. Sie werden unterteilt in C, D, E und F-

Klauseln und verteilen klar die Kosten und Risiken im Auslandsgeschäft.

C-Klauseln

Der Exporteur trägt den Hauptteil der Transportkosten.

CFR (cost and freight): Diese Klausel gehört in den Bereich der See- und Binnenschifffahrt. Der

Exporteur trägt alle Kosten und Risiken bis zum Erreichen des Bestimmungshafens. Die Kosten

der Transportversicherung zahlt der Importeur. Der Gefahrübergang auf den Importeur entsteht

bereits bei Überschreiten der Reling im Verladehafen.

CIF (cost, insurance and freight): wie CFR – allerdings trägt hier der Exporteur die Kosten der

Transportversicherung.

CPT (carriage paid): Der Exporteur trägt sämtliche Transportkosten der Ware zum

Bestimmungsort und die Ausfuhrabwicklung. Der Importeur übernimmt dafür die Kosten der

Transportversicherung. Die Gefahr geht auf den Importeur bereits bei der Übergabe der Fracht an

den Frachtführer über.

CIP (carriage and insurance paid to): wie CPT – allerdings trägt hier der Exporteur die Kosten der

Transportversicherung.

D-Klauseln

Der Exporteur trägt die Kosten und die Gefahren bis zum Bestimmungsort der Ware.

DAF (delivered at frontier): Der Exporteur trägt die Transportkosten der Lieferung bis zu einem

Bestimmungsort an der Grenze und die Kosten der Exportabwicklung. Ab der Grenze geht die

Gefahr auf den Importeur über. Der Importeur bezahlt dann auch die Einfuhrzölle.

DES (delivered ex ship): Der Exporteur zahlt sämtliche Transportkosten bis zum

Bestimmungshafen sowie bei Bedarf die Transportversicherung. Die Gefahr geht auf den

Importeur über, sobald das Schiff seinen Bestimmungshafen erreicht. Er trägt auch die

Einfuhrzölle und die Kosten für das Entladen und den Weitertransport.

DEQ (delivered ex quay): wie DES – allerdings trägt der Exporteur hier zusätzlich die Kosten für

das Löschen der Ladung. Die Gefahr geht auf den Importeur am Kai über.


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DDU (delivered duty unpaid): Der Exporteur übernimmt die Transportkosten bis zum

Bestimmungsort. Einfuhrzölle entrichtet der Importeur. Die Gefahr geht mit Übernahme am

genannten Bestimmungsort auf den Importeur über.

DDP (delivered duty paid): wie DDU – allerdings trägt der Exporteur hier auch die Kosten für

Einfuhrzölle.

E-Klausel (auch Abholklausel)

Befreit den Exporteur von den Kosten für Transport und Abfertigung.

EXW (ex works): Der Gefahr geht auf den Importeur direkt ab Werk des Exporteurs über. Der

Importeur transportiert die Waren auf eigene Kosten.

F-Klauseln

Der Exporteur übergibt mit der Ware die Verantwortung an den Frachtführer. Die Kosten des

Haupttransportes trägt der Importeur.

FCA (free carrier): Kosten und Gefahren gehen an einem vom Importeur festgelegten Verladeort

der Ware über. Den Haupttransport zahlt der Importeur.

FAS (free alongside ship): Der Exporteur zahlt den Transport bis zum Kai des Verladehafens und

die Export-Freimachung. Die Gefahr geht auf den Importeur ab Verladung auf das Schiff über. Der

Importeur übernimmt die Transportversicherung.

FOB (free on board): ähnlich wie FAS: Der Exporteur trägt zusätzlich die Kosten des Verladens,

entsprechend geht die Gefahr geht erst mit Überschreiten der Schiffsreling auf den Importeur

über.

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