Begleitveranstaltungen in Eschwege - Sparkasse Werra-MeiÃner
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<strong>Begleitveranstaltungen</strong> <strong>in</strong> <strong>Eschwege</strong><br />
Montag, 12. März 2012,19 Uhr<br />
<strong>Sparkasse</strong> <strong>Werra</strong>-Meißner<br />
„Alles, was sie haben, haben sie uns gestolen und geraubt<br />
Zur Ausstellung werden Gruppenführungen<br />
zum Preis von 40 Euro angeboten.<br />
Anmeldungen werden <strong>in</strong> der <strong>Sparkasse</strong> unter der Telefonnummer<br />
05651 / 306-1234 von Montag bis Freitag <strong>in</strong> der<br />
Zeit von 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr entgegen genommen.<br />
durch jren Wucher“ (Mart<strong>in</strong> Luther, 1543): Zur Tradition und Wirkung<br />
e<strong>in</strong>es Vorurteils.<br />
Vortrag von Prof. W<strong>in</strong>fried Frey, Johann Wolfgang Goethe-Universität<br />
Frankfurt am Ma<strong>in</strong><br />
Was Mart<strong>in</strong> Luther 1543 <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er hasserfüllten Schrift “Von den Juden<br />
und ihren Lügen” als unumstößliche Wahrheit formulierte, hat se<strong>in</strong>e<br />
Leser<strong>in</strong>nen und Leser sicher nicht überrascht. Dass alle Juden reich und<br />
daher mächtig seien, und zwar auf Kosten der christlichen Mehrheit, war<br />
e<strong>in</strong> seit Jahrhunderten gepflegtes, immer wieder neu begründetes und<br />
tradiertes Vorurteil, das allerd<strong>in</strong>gs durch den Reformator auch und gerade<br />
für den sich herausbildenden Protestantismus noch e<strong>in</strong>mal aktualisiert<br />
und verstärkt wurde.<br />
Freitag, 30. März 2012, 19 Uhr<br />
Musikschule<br />
„Sw<strong>in</strong>g zu Unzeiten“<br />
Gesprächskonzert mit dem Zeitzeugen Wolfgang Lau<strong>in</strong>ger<br />
Als Artur Lau<strong>in</strong>ger im Sommer 1939 aus Deutschland emigrieren musste,<br />
blieb se<strong>in</strong> 20-jähriger Sohn Wolfgang alle<strong>in</strong> <strong>in</strong> Frankfurt am Ma<strong>in</strong> zurück.<br />
Er wurde für kurze Zeit Soldat, dann als so genannter Halbjude entlassen.<br />
Er g<strong>in</strong>g zurück <strong>in</strong> se<strong>in</strong>e Heimatstadt, und er fand Freunde: Junge Leute,<br />
die - wie er selbst - mit der Hitlerjugend und ihren Tugenden nichts im<br />
S<strong>in</strong>n hatten und Sw<strong>in</strong>g liebten - „zu Unzeiten“, denn Sw<strong>in</strong>g galt im nationalsozialistischen<br />
Deutschland als „Niggermusik“ und entartet.<br />
Die Jazz Affairs - Simone Christ (Gesang), Axel Osterburg (Saxophon),<br />
Ulrich Bernhardt (Klavier), Hartmut Rauch (Kontrabaß) und Torsten Horn<br />
(Schlagzeug) spielen zu Wolfgang Lau<strong>in</strong>gers Erzählungen die Titel, die er<br />
damals besonders liebte.<br />
Moderation: Bett<strong>in</strong>a Leder<br />
Der E<strong>in</strong>tritt zu den Veranstaltungen ist frei.<br />
Zur Ausstellung werden Gruppenführungen<br />
zum Preis von 40 Euro angeboten.<br />
Telefonische Anmeldung: 05651 306-1234<br />
(Montag – Freitag von 8.30 – 17 Uhr)<br />
E<strong>in</strong>e Ausstellung des<br />
Fritz Bauer Instituts und<br />
des Hessischen Rundfunks<br />
mit Unterstützung der<br />
<strong>Sparkasse</strong>n-Kulturstiftung<br />
Hessen-Thür<strong>in</strong>gen und<br />
des Hessischen M<strong>in</strong>isteriums<br />
für Wissenschaft und Kunst <strong>in</strong> der<br />
<strong>Sparkasse</strong> <strong>Werra</strong>-Meißner<br />
Friedrich-Wilhelm-Str. 40-42<br />
37269 <strong>Eschwege</strong><br />
Öffnungszeiten:<br />
28. Januar bis 5. April 2012<br />
Montag bis Mittwoch 8.30 – 17 Uhr<br />
Donnerstag und Freitag 8.30 – 18 Uhr<br />
Sonderöffnungszeiten am Wochenende:<br />
Samstag, 11. Februar, Sonntag, 4. März<br />
Samstag, 24. März, jeweils 14 – 18 Uhr<br />
Für Schulen und andere Bildungse<strong>in</strong>richtungen<br />
öffnet die Ausstellung auf Anfrage bereits um 8 Uhr.<br />
E<strong>in</strong>tritt frei<br />
Die regionale Präsentation wird unterstützt von der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung zu<br />
Lich, vom Geschichtsvere<strong>in</strong> <strong>Eschwege</strong>, vom Archiv der Stadt <strong>Eschwege</strong>, der Historischen<br />
Gesellschaft des <strong>Werra</strong>landes, der Buchhandlung He<strong>in</strong>emann, der Musikschule<br />
<strong>Werra</strong>-Meißner und der Paul-Moor-Schule.
„Da me<strong>in</strong> Sohn außerordentlich begabt ist, wie auch<br />
se<strong>in</strong> Lehrer bestätigt, bitte ich Sie, mir das Klavier des<br />
evakuierten Juden zu überlassen“:<br />
Mit dieser Bitte trat 1942 e<strong>in</strong> Offenbacher Bürger<br />
an se<strong>in</strong> F<strong>in</strong>anzamt heran. Zu dieser Zeit waren die<br />
F<strong>in</strong>anzämter bereits mit der so genannten Verwertung<br />
des Eigentums der Deportierten befasst, das seit der<br />
1941 erlassenen 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz<br />
dem „Reich verfiel“. Überall kam es zu öffentlich<br />
angekündigten Auktionen aus jüdischem Besitz: Tischwäsche,<br />
Möbel, K<strong>in</strong>derspielzeug, Geschirr, Lebensmittel<br />
wechselten den Besitzer. Viele schrieben an die F<strong>in</strong>anzämter,<br />
um sich das begehrte Klavier oder die schönere<br />
Wohnung zu sichern.<br />
Vorausgegangen waren ab 1933 zahlreiche Gesetze<br />
und Verordnungen, die auf die Ausplünderung jüdischer<br />
Bürger zielten.<br />
Umgesetzt wurden sie von Beamten der F<strong>in</strong>anzbehörden<br />
<strong>in</strong> Kooperation mit weiteren Institutionen.<br />
In der Folge verdiente das „Deutsche Reich“ durch die<br />
Reichsfluchtsteuer an denen, die es <strong>in</strong> die Emigration<br />
trieb, wie an denen, die blieben, weil ihnen das Geld für<br />
die Auswanderung fehlte oder weil sie ihre Heimat trotz<br />
allem nicht verlassen wollten.<br />
Die Ausstellung gibt e<strong>in</strong>en E<strong>in</strong>blick <strong>in</strong> die Geschichte des<br />
legalisierten Raubs, <strong>in</strong> die Lebensgeschichten von Tätern<br />
und Opfern.<br />
<strong>Begleitveranstaltungen</strong> <strong>in</strong> <strong>Eschwege</strong><br />
Montag, 6. Februar 2012, 19 Uhr<br />
<strong>Sparkasse</strong> <strong>Werra</strong>-Meißner<br />
Friedrich-Wilhelm-Straße 40-42<br />
Jüdische Persönlichkeiten aus <strong>Eschwege</strong><br />
Vortrag von York-Egbert König und Dr. Karl Kollmann,<br />
Stadtarchiv <strong>Eschwege</strong><br />
Ludwig „Larry“ Ste<strong>in</strong> (1924-2009) wurde <strong>in</strong> <strong>Eschwege</strong> geboren und<br />
wuchs <strong>in</strong> der Friedrich-Wilhelm-Straße 6 auf. Der nationalsozialistische<br />
Verfolgungsdruck veranlasste die Familie zur Flucht, <strong>in</strong> den USA fanden<br />
sie e<strong>in</strong>e neue Heimat. Ludwig ergriff den Ingenieursberuf und wurde später<br />
<strong>in</strong>ternational bekannt, als unter se<strong>in</strong>er Leitung 1983-89 die Brooklyn<br />
Bridge <strong>in</strong> New York restauriert wurde, die von dem Mühlhäuser Johann<br />
August Röbl<strong>in</strong>g geplant worden war. An ihn und weitere Persönlichkeiten,<br />
die aus der jüdischen Geme<strong>in</strong>de <strong>Eschwege</strong>s hervorgegangen s<strong>in</strong>d, wie<br />
z. B. auch Paul Westheim, Ludwig Pappenheim und Grete Körner geb.<br />
Heilbrunn wollen die Referenten <strong>in</strong> ihrem Vortrag er<strong>in</strong>nern.<br />
Gleichzeitig erfolgt die Vorstellung der <strong>Eschwege</strong>r Geschichtsblätter 2012.<br />
Dienstag, 14. Februar 2012, 19 Uhr<br />
Buchhandlung He<strong>in</strong>emann<br />
Der Schriftsteller und Zeitzeuge Eugen Herman-Friede liest aus:<br />
Abgetaucht! Als U-Boot im Widerstand.<br />
Eugen Herman-Friede, geboren 1926, tauchte im Januar 1943 unter,<br />
um se<strong>in</strong>er Deportation zu entgehen. Entfernte Bekannte und hilfsbereite<br />
Fremde stellten Verstecke zur Verfügung. Im Sommer 1943 wurde er<br />
nach Luckenwalde vermittelt, wo er Mitglied e<strong>in</strong>er Widerstandsgruppe<br />
von Juden und Nicht-Juden wurde: Die „Geme<strong>in</strong>schaft für Frieden und<br />
Aufbau“ versteckte und unterstützte illegal lebende Juden; darüber h<strong>in</strong>aus<br />
versandten die rund dreißig Mitglieder Kettenbriefe mit dem Aufruf zu<br />
passivem und aktivem Widerstand.<br />
Mittwoch, 29. Februar 2012, 19 Uhr<br />
Paul Moor-Schule<br />
Wehretal-Reichensachsen, Langenha<strong>in</strong>er Straße 19<br />
Die Stiftung „Zurückgeben“ stellt vor:<br />
Ruth Olshans „NICHT GANZ KOSCHER“<br />
Filmvorführung mit anschließendem Gespräch<br />
„Koscher“ bedeutet im übertragenen S<strong>in</strong>ne „re<strong>in</strong>“. So gibt es für alles,<br />
was <strong>in</strong> der jüdischen Küche re<strong>in</strong> ist, e<strong>in</strong> Zertifikat: den Koscher-Stempel.<br />
Diese Tradition des Judentums, die Re<strong>in</strong>heit von D<strong>in</strong>gen zu prüfen, wendet<br />
Ruth Olshan <strong>in</strong> ihrem Film auf ihre eigene jüdische Familiengeschichte<br />
an. Ihre Vorfahren haben ihre Spuren kreuz und quer durch Europa<br />
gezogen und dabei auch die Religion gewechselt.<br />
E<strong>in</strong>e Veranstaltung des Geschichtsvere<strong>in</strong>s <strong>Eschwege</strong> <strong>in</strong> Kooperation mit<br />
m<strong>in</strong>djazz pictures <strong>in</strong> Anwesenheit der Filmemacher<strong>in</strong>