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75. Jahrgang Nr. 10 9. März 2012 ZKZ4992 Ein Dauerzustand – aber keine Dauerkrise /Seite 6 . . Herausgegeben vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband DieSparkassenZeitung W W W o c h e n z e i t u n g f ü r d i e S p a r k a s s e n - F i n a n z g r u p p e Freitag, 09.03.2012 KOMMENTAR Mehr Mut zum Markt THOMAS ROSENHAIN Die Ausstattung der Banken durch Liquidität zum quasi Nulltarif von der Europäischen Zentralbank ist der jüngste Eingriff des Staates in den Finanzmarkt. Zu Recht hat Bundesbankpräsident Jens Weidmann auf mögliche negative Folgen dieser Rettungsmaßnahme hingewiesen: Die Inflation kann anspringen und die Währung entwerten. Neue Immobilienoder Assetblasen können entstehen oder beginnen sich bereits zu bilden. Die Sparkassen haben sich am EZB-Tender kaum beteiligt. Sie haben über Jahre im normalen Kundengeschäft ihre Liquiditätspolster erwirtschaftet, die andere Wettbewerber jetzt vom Staat geschenkt kriegen. Staatliche Eingriffe benachteiligen in der Regel diejenigen, die sich im Wettbewerb behaupten. Die Rettungsmilliarden für die Commerzbank sind dafür ein weiteres Beispiel. Sie hätten genügt, um die Bank mehrfach zu kaufen. Damit die Eigentümer nicht über Gebühr beschädigt werden, floss der Großteil in Form stiller Einlagen. Seit Jahren unverzinst sind dies immer neue Geschenke. DieWestLB, die als einzige Landesbank Geld vom Bund bekam, musste als Auflage abgewickelt werden. Warum war das hier nötig und dort nicht? Abwicklung ohne Untergang Hätte man die Eigentümer nicht zu den Konditionen zwangsenteignen können, wie es seinerzeit bei der Hypo Real Estate geschah? Der Fall der WestLB zeigt, dass es – wenn auch schlimm für Angestellte und Eigentümer – möglich ist, eine Großbank abzuwickeln, ohne dass der Finanzmarkt untergeht. Es ist nicht jede Rettungsmilliarde alternativlos. Mehr Mut zum Markt ist im Zweifel die bessere Wahl. Bilanzpressekonferenz der Sparkassen in Frankfurt Substanziell gestärkt Den 426 Sparkassen in Deutschland ist es auch im vergangenen Jahr gelungen, ihre Substanz zu stärken. Die Vorsorgereserven wurden um 3,6 Milliarden Euro aufgestockt. Insgesamt erzielten die Institute 2011 ein Ergebnis vor Steuern von 4,7 Milliarden Euro (plus 4,5 Prozent). SUSANNE KARG Auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), mit einem Ergebnis auf diesem Niveau. Bei seiner letzten Bilanzpressekonferenz als DSGV-Präsident in Frankfurt, äußerte er seinen Unmut über die wettbewerbsverzerrenden Eingriffe des Staates in den Bankensektor in Folge der Finanz- und Staatsschuldenkrise. Es sei wichtig, dass die Europäische Zentralbank (EZB) so schnell wie möglich aufhöre, die Märkte mit billigem Geld zu fluten. Sie statte Kreditinstitute langfristig und unbegrenzt mit Liquidität aus, und zwar unabhängig vom Vertrauen der Kunden und der Güte des Geschäftsmodells. Während sich Sparkassen mühsam einen Einlagenüberhang von 106 Milliarden Euro am Markt erarbeiteten, nutzten Wettbewerber das billige Geld der EZB, um es in hochrentierlichen, aber risikoreichen Investments zu platzieren. So würden Gewinne durch den Staat ins Haus getragen, kritisierte Haasis. Ebenso unverständlich sei es, dass die Commerzbank zinslos staatliche Mittel zur Verfügung gestellt bekomme. In drei Jahren seien der Bank vom Steuerzahler fast 2,2 Milliarden Euro geschenkt worden. „Unsere jährlichen Steuerzahlungen könnten wir fast zu einem Drittel direkt dieser deutschen Bilanzsumme 1) ,Kredite 1) und Einlagen 1) gesteigert 1.400 1.200 1.000 800 600 400 200 0 Bilanzsumme KrediteanKunden Kundeneinlagen 1) Angaben in Mrd. Euro Sämtliche Zahlen in dieser Präsentation sind gerundet. Großbank überweisen“, sagte Haasis. Andere Institute, die staatliche Hilfe erhielten, werden dagegen drastisch verkleinert oder sogar abgewickelt. Sehr zufrieden äußerte sich der Sparkassenpräsident dagegen über die Geschäftsentwicklung der Institute im vergangenen Jahr. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 1,3 Prozent auf 1098 Milliarden Euro. Vor allem sei das Kundenkreditgeschäft gegenüber dem bereits sehr guten Geschäftsjahr 2010 um 16,8 auf 677,1 Milliarden Euro ausgeweitet worden. Das ist ein Plus von 2,5 Prozent. Wachstumsträger waren die Kredite an Unternehmen und Selbstständige, deren Bestand um drei Prozent auf 326,5 Milliarden Euro stieg. Besondere +1,3 % +2,0 % +2,5 % 2007 2008 2009 2010 2011 Bilanzkonferenz, 7. März 2012 Grafik DSGV Aufmerksamkeit verdiene dabei, dass Kredite in Höhe von 66,7 Milliarden Euro neu zugesagt wurden, 3,9 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2010. Haasis wies darauf hin, dass 42,8 Prozent der Kredite in Deutschland an Unternehmen und Selbstständige von den Sparkassen und Landesbanken kämen. Der ungebrochene Optimismus der Unternehmer in die Konjunktur zeige sich auch darin, dass 83 Prozent aller Kreditmittel mittel- und langfristig vergeben werden. Haasis zeigte sich zuversichtlich, dass 2012 beim Wirtschaftswachstum eine Eins vor dem Komma stehen wird. Fortsetzung auf ............................Seite 3 I N H A L T STANDPUNKT Das Kundenerlebnis rechnet sich Peter H. Vaupel, Sparkasse Wuppertal, und Hans Josef Schmitz, S-IMK: „Sparkassen müssen auf höchstem Niveau arbeiten, um im neuen ‚Bewertungswettbewerb‘ zu bestehen.“ ......... Seite 2 FINANZGRUPPE Spielend lernen, wie Wirtschaft funktioniert Die Stars des Abends kamen aus Obernbreit: Die Gewinner von Planspiel Börse 2011 sind in der Berliner Kalkscheune geehrt worden. ............................ Seite 4 Ehrenwertes Bekenntnis Die VGH Versicherungen haben ihre Vergangenheit unter dem NS-Regime untersuchen lassen. .....................Seite 5 „Sparkasse präsentiert sich als ein Netzwerk von Banken“ In einer neuen Serie berichten Unternehmen, wie sie mit ihrer Sparkasse und deren Partnern ins Ausland gegangen sind. Den Auftakt macht die Stockmeier Holding aus Bielefeld. ......Seite 6 SPARKASSEN Bilanzsaison bei den Sparkassen LBB: Griechenland belastet Ergebnis sinkt Die Landesbank Berlin hat ihre Rolle als Verbundpartner der Sparkassen untermauert. 350 Institute nutzen die Angebote der Berliner, sagte Vorstandschef Johannes Evers. Das operatives Ergebnis sank deutlich im Vergleich zum Vorjahr auf nun 41 Millionen Euro. „Griechenland hat uns das Ergebnis verhagelt“, so Evers. Aufgrund künftiger Eigenkapitalanforderungen werde die Bilanzsumme weiter reduziert. rsh Mehr auf ...........................................................Seite 2 Die LBB baute ihre Marktposition auch 2011 weiter aus. Foto dpa Haspa-Chef Vogelsang fordert Marschall-Plan für Griechenland Deutschland in der Pflicht Harald Vogelsang, Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse, sieht Griechenland nach dem zweiten Rettungspaket noch nicht stabilisiert. GREGORY LIPINSKI Das Land schaffe nur den Weg aus der Krise, wenn es gelingt, auch das Auslandsvermögen der griechischen Bürger in die Rettung mit einzubeziehen, so Vogelsang in einem Gespräch mit der SparkassenZeitung. Die griechische Wirtschaft müsse zudem weitreichend reformiert werden. Dazu gehörten die „Umsetzung eines Marschall-Plans sowie der Aufbau eines effizienten Verwaltungs- und Steuersystems“. Hierbei solle Deutschland dem Land unter die Arme greifen. In anderen südlichen Ländern sehe die Lage sehr unterschiedlich aus. So sei in Portugal die „Situation noch nicht gelöst“. Spanien hingegen sei auf dem Wege der Besserung. „Das Land hat mehr Möglichkeiten als Portugal, weil es von einer ganz anderen Ausgangssituation kommt“, sagte der Haspa-Vorstandssprecher. Geldspritze setzt fatale Signale Problematisch sieht Vogelsang derzeit, dass die Europäische Zentralbank die Kapitalmärkte mit Geld überflutet. Dies würde nicht die Kreditvergabe an den Mittelstand beflügeln, sagte er. Seiner Ansicht nach würden viele Finanzinstitute die Gelder in höher rentierliche Staatsanleihen oder auf dem Aktienund Immobilienmarkt investieren, was fatal sei. Es könne nicht sein, dass Regionalbanken heute durch die unterschiedliche Kapitalanrechnung mehr Anreize haben, Staatsanleihen zu kaufen, als dem Mittelstand in der Region Kredite zu geben. Die derzeitige Kapitalflut würde deshalb nicht einer Kreditverknappung und Kreditverteuerung entgegenwirken, die durch das neue regulatorische Gesamtwerk nach Basel III entstehen. Die Hamburger Sparkasse habe sich auf die veränderten Rahmenbedingungen für die Finanzbranche ein- und einen Geschäftsplan bis zum Jahr 2019 aufgestellt. „Die Anforderungen können wir zu jedem Zeitpunkt komfortabel erfüllen“, so Vogelsang. Unter dem neuen Regelwerk würden aber die Kunden der Sparkassen und Volksbanken leiden. Kredite könnten teurer werden. Fortsetzung auf ............................Seite 2 Investitionsruine im Urlaubsort Plakias auf Kreta: Die griechische Wirtschaft müsse, so Vogelsang, „weitreichend reformiert“ werden. Foto dpa Der Reigen der Sparkassen-Bilanzpressekonferenzen geht weiter. In dieser Ausgabe finden Sie die Ergebnisse der Kreissparkasse Köln (Bild), Augsburg, München Starnberg Ebersberg und der Sparkassen in Neuss, Kassel, Aschaffenburg-Alzenau, Kraichgau, Spree-Neiße, Wetzlar, Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Werra-Meißner, Unna und Rügen. ................................ Seiten 7 und 8 IMPRESSUM .................... Seite 18 Beratung ausstattung KunstamBau Bestellen Sie unseren Katalog oder vereinbaren Sie einen Besuchstermin: Deutscher Sparkassen Verlag GmbH DSVKUNSTKONTOR Am Wallgraben 115 D-70565 Stuttgart /Germany Tel.: +49 711 782-1566 Fax: +49 711 782-1294 kunstkontor@dsv-gruppe.de www.dsvkunstkontor.de Anzeige DSVGruppe |Soviel Lösung, wie Sie brauchen.


2 9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung meinung und hintergrund standPunKt das Kundenerlebnis rechnet sich Die Situation der Sparkassen ist geprägt von einem starken Preiswettbewerb rund um die Privatkunden. Die Kunden sind in Bezug auf Finanzdienstleistungsangebote sensibler und informierter als je zuvor. Das ist nicht nur eine Folge der Finanzkrise, sondern auch ein Ergebnis der alltäglichen Informationsmöglichkeiten, unter anderem über das Internet. Peter h. VauPel hans Josef schmitz Online-Portale bieten den Kunden inzwischen mehr als nur Informationen. Sie lassen Vergleiche und Bewertungen von Angeboten zu. Die Folge: Kundenbedürfnisse werden vielschichtiger, die Wechselbereitschaft – zumindest für Nebenbankverbindungen – steigt, Leistungen und Preise werden stärker verglichen. Es besteht die Gefahr, dass sich die Kundenprofitabilität verringert. Sparkassen müssen demzufolge auf höchstem Niveau arbeiten, um in diesem „Bewertungswettbewerb“ zu bestehen. Es gilt, für den Kunden relevant zu sein, seine individuellen Bedürfnisse zu identifizieren und die für den Kunden geeignete Lösung zum richtigen Zeitpunkt anzubieten. Das Engagement für den Kunden schafft mehr Erfolg. Am Ende bewertet der Kunde das Erlebnis mit seiner Sparkasse, welches er an sämtlichen „Berührungspunkten“, die eine Sparkasse bietet, erfährt. Vor dem Hintergrund dieser einfachen Erkenntnis ist die konsistente Gestaltung der Hinwendung zum Kunden auf allen Kontaktkanälen bedeutsam. Der persönliche Kontakt in der Filiale vom Service bis zum Berater, der Kontakt im Kompetenzcenter (Expertenzentrum, Private Banking), die Präsentation im Internet, die SB-Angebote, die mobilen Anwendungen der Sparkassen und der Telefonkontakt mit Mitarbeitern und CallCentern bis hin zu einem zielgruppengerechten Dialogmarketing sind die Eckpfeiler für das Kundenerlebnis. Wertesystem der Sparkasse ist ein Erfolgsfaktor Das Kundenerlebnis ist kein „Add-On“, es ist immer da. Produkte und Dienstleistungen sind dem Grunde nach austauschbar. Es geht also um die Art der Präsentation der Leistungen und um die Qualität des persönlichen Kontaktes. Die Erfolgsfaktoren für ein optimales Kundenerlebnis sind: das Wertesystem der Sparkasse, eine effiziente Organisation der Prozesse aus dem Blickwinkel des Kunden heraus, ein exzellenter Service, das Verständnis, Marketing als strategische Unternehmensaufgabe zu sehen, und Mehrwerte, die der Kunde wahrnimmt. Peter H. Vaupel (links) und Hans Josef Schmitz setzen auf Mehrwert durch persönlichen Kontakt, eine ausgefeilte Multikanalstrategie und Bonuspunkte. Fotos Sparkasse, S-IMK Ein Erlebnis ist die bewertete Erinnerung eines Kunden an den persönlichen Kontakt zur Sparkasse. Sofern dieser von ihm als bedeutsam empfunden wurde, bleibt er im Gedächtnis präsent. Die Stadtsparkasse Wuppertal macht sich diese Erkenntnis seit Jahren zu Eigen. Das Wertesystem der Sparkasse steht für eine solide, transparente und nachhaltige Geschäftspolitik. Im persönlichen Kontakt erlebt der Kunde ein Multikanalangebot, das seinen Anforderungen entspricht. Er trifft auf gut ausgebildete Mitarbeiter in den Filialen, in dem Expertenzentrum und im Bereich Private Banking. Die Mitarbeiter wenden sich dem Kunden freundlich und aufmerksam zu, sie interessieren sich für seine individuellen Wünsche. In der Internetfiliale erlebt der Kunde die Sparkasse modern und authentisch in Bezug auf die Kernkompetenz und die regionale Verbundenheit. Die Hinführung zum Mobile Banking ist ebenso vorhanden wie ein Online-Beratungsportal und die Verzahnung zur Terminvereinbarung mit einem Berater vor Ort. Seit Jahren ergänzt die Sparkasse ihr auf eine positive Kundenresonanz ausgerichtetes Angebot durch Mehrwerte in Form des Bonusprogramms „spoints“. Dieses wurde in den vergangenen Jahren um die Möglichkeit angereichert, gesammelte Punkte in Payback- Punkte zu tauschen. Das Angebot, für ausgewählte Produktabschlüsse und -umsätze Bonuspunkte sammeln und diese wiederum in Sach- oder Finanzprämien umtauschen zu können, erreicht die Kunden emotional. Die Strategie, mit dem Bonusprogramm den Kunden einen ergänzenden Mehrwert zu bieten und das „Erlebnis Sparkasse“ abzurunden, geht tatsächlich auf. Neben der direkten Bonifizierung bietet ein ausgefeiltes und nach Kundensegmenten differenziertes Dialogmarketing eine regelmäßige Präsenz der Sparkasse in der Wahrnehmung der Kunden. Formulierte Kaufbestätigung, aktuelle Angebote und Vorteilsleistungen von Kooperationspartnern bieten den Kunden ein Erlebnis, das sie Viele Kunden schätzen das Gesamterlebnis. Das kann ein nettes Beratungsgespräch, aber auch der abwechslungsreiche Bonustag in einem Fun-Park sein. Foto dpa mit einer hohen Gesamtzufriedenheit und Empfehlungsbereitschaft quittieren. Die Optionen, dem Kunden ein positives und nachwirkendes Erlebnis zu gestalten, sind vielseitig. Die Kernleistungen der Sparkasse über ein modern verzahntes Multikanalangebot auf Basis der Beratungsphilosophie des Finanzkonzepts bieten eine gute Grundlage. Ein gelebtes und gepflegtes Wertesystem, das die individuellen Kundenbedürfnisse in den „Lebensmittelpunkt“ aller in der Sparkasse tätigen Menschen stellt, erschließt Chancen, sich vom Wettbewerb positiv abzuheben. Die Autoren: Peter H. Vaupel ist Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Wuppertal, Hans Josef Schmitz ist Geschäftsführer der S-IMK GmbH. interView sparkassen als aufbauhelfer Bei derVeranstaltung zum Thema „Zukunftsmodell Sparkassen – Wege aus der Krise“ begrüßt am 15. März der linke Bundestagsabgeordnete Roland Claus den Geschäftsführenden Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassenverbands, Claus Friedrich Holtmann. Ein Gespräch mit beiden vorab. dsz: Was haben die Sparkassen bisher beim Aufbau Ost geleistet – und wo sollten sie sich zukünftig stärker engagieren? claus: Die Sparkassen-Finanzgruppe hat sehr vielen Existenzgründern sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen geholfen und so zum Wiederentstehen einer ostdeutschen Industrie beigetragen. Zwar sind zwischenzeitlich andere Bewerber dazugekommen, doch gerade in der schwierigen Gründungsphase gehört das Verdienst ausdrücklich den Sparkassen. Die Sparkassen haben die ostdeutschen Unternehmen während der Umbruch- und Transformationsprozesse begleitet. Dadurch kennen sie viele Probleme, die beispielsweise bei der Einführung erneuerbarer Energien auftauchen. Hier ist ein ostdeutscher Erfahrungsvorsprung entstanden, der bundesweit zum Tragen kommen sollte. holtmann: Die Sparkassen haben beim Aufbau Ost geleistet, was Sparkassen immer leisten: Sie haben den Kunden eine sichere Geldanlage geboten. Als Massenkreditinstitute garantieren wir den Zahlungsverkehr und die Bargeldversorgung für alle Kreise der Bevölkerung. Außerdem haben wir seit 1990 stark bei der Finanzierung des Mittelstands mitgewirkt. Wir haben gemeinsam mit unseren Kunden ein System aufgebaut, mit dem die ostdeutsche Wirtschaft gerade in den jüngsten Krisen recht robust reagieren konnte. Eine Herausforderung für die Zukunft ist sicherlich der demografische Wandel – auch für die Sparkassen. Gemeinsam mit unseren Trägern müssen wir darauf achten, eine vernünftige Finanzdienstleistungsinfrastruktur sicherzustellen. Berücksichtigt Basel III die besondere Aufgabe der Sparkassen? claus: Basel III benachteiligt die Sparkassen gegenüber ihren Wettbewerbern. Im Grunde werden die Institute zu einer doppelten Eigenkapitalsicherung gezwungen: im Verbund und über die restriktiven Vorgaben. Kommen dazu noch die einschränkenden Analysen der Kreditnehmerstruktur, hat das Auswirkungen auf Kreditvolumina, die ausgereicht werden können. Ich denke, dass die Sparkassen-Finanzgruppe mit den Schwierigkeiten fertig wird. Aber Basel III ist keine faire Gleichbehandlung aller Banken, Basel III benachteiligt die Sparkassen. Wie wirkt sich Basel III konkret für ostdeutsche Sparkassen und den Mittelstand aus? holtmann: Basel III ist außerordentlich vielschichtig, und entsprechend unterschiedlich stellt sich die Situation für die deutsche Sparkassen-Organisation dar. Verbandsteile mit intensivem Mittelstandsgeschäft und Engagement bei Landesbanken und Beteiligungen stehen vor anderen Herausforderungen als Sparkassen mit relativ wenig Kreditgeschäft. Basel III stellt uns in unserem Verbandsgebiet vor keine größeren Probleme, das gilt aber nicht für die gesamte Sparkassen-Finanzgruppe. Wir müssen solidarisch zusammenstehen, weil Basel III außerordentlich mittelstandsfeindlich ist und die Konditionen für Kreditgeschäft und Risikoübernahmen in Deutschland völlig verändern wird. Wie kann man die Positionen der Sparkassen in Europa stärken? claus: Wir wünschen uns, dass ein gesellschaftlich verankertes Bankensystem seine Stärken gegenüber den unsichtbaren Finanzmärkten entfalten kann. Die Sparkassen sind kein Auslauf-, sondern ein Zukunftsmodell. Es wäre gut, wenn die Strukturen und Organisationsweisen der Sparkassen bei der Kommunalisierung von Netzstrukturen angewendet würden. Ist die organisatorische Struktur der Sparkassen Vorbild für andere? holtmann: Selbst in einer sich globalisierenden Wirtschaft leben die Menschen in der Region. In den letzten Jahren erleben wir weltweit einen Triumph der Dezentralität. Die Menschen stellen fest, dass sie auch mit lokaler Vernetzung gute Qualität erreichen. Dafür sind Sparkassen und Volksbanken das beste Beispiel. Wie bewerten Sie das Verhältnis zwischen der Linkspartei und den Sparkassen? claus: Wir verstehen uns als eine Art politische Schutzmacht für die Sparkassen im Finanzsektor. Dass die Institute das noch nicht so sehen, liegt daran, dass wir noch nicht groß genug sind, diese Schutzmacht immer auszuüben. Aber Die Linke nutzt schon heute alle parlamentarischen Möglichkeiten, um Benachteiligungen und Diskriminierungen der Sparkassen-Finanzgruppe zu verhindern. Und damit sind wir nicht mehr allein. Im Zuge der Finanzkrise versuchen alle politischen Kräfte, sich mit den Sparkassen gut zu stellen. holtmann: Sparkassen müssen politisch neutral sein und mit allen in den Parlamenten vertretenen Parteien zusammenarbeiten. Sie sind über ihre kommunalen Träger ins politische Geschehen eingebunden. Die Linke hat uns immer dann unterstützt, wenn es um die lokale Unabhängigkeit der Sparkassen ging. Die Fragen stellte Thomas Schindler. „Zukunftsmodell Sparkassen“, Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Schloßstraße 12 in Potsdam, 15. März, 18 Uhr. Aufbauhilfe Ost: Eine Sparkassen-Geschäftsstelle in Ost-Berlin gibt am 1. Juli 1990 erstmals die gemeinsame Währung aus. Foto dpa Haspa-Chef Vogelsang deutschland in der Pflicht Fortsetzung von ..........................Seite 1 Dass der Münchener Elektronikkonzern Siemens eine eigene Bank gründen will, um sich gegen eine Kreditverknappung zu wappnen, müsse da kein Einzelfall bleiben. Für Siemens sei die Gründung einer Bank durchaus sinnvoll, da es sich um ein international agierendes Großunternehmen mit einem hohen Kapitalbedarf handelt. Vogelsang glaubt aber nicht, dass dieses Modell viele Nachahmer findet: „Mit Blick auf die hohen Anforderungen sowie die damit verbundenen Kosten kommt dieser Weg nur für sehr wenige Unternehmen in Deutschland in Betracht.“ Für 2012 rechnet die Hamburger Sparkasse mit weiteren Zuwächsen im Firmen- und Privatkundengeschäft, weil sich das Institut in einer wachsenden Metropolregion befindet. Dennoch glaubt Vogelsang, dass die Investitionsneigung etwas abnehmen wird: „Viele Unternehmen sind verunsichert, sie wissen nicht, wie sich die Konjunktur weiterentwickelt.“ Im vergangenen Jahr hatte die Hamburger Sparkasse 1500 neue Firmenkunden gewonnen. Gute Chancen sieht Vogelsang beim Ausbau des Beteiligungsportfolios der Hamburger Sparkasse, da „Entscheider in mittelständischen Unternehmen bei der Finanzierung zunehmend eine Partnerschaft auf Augenhöhe suchen“. Als Beispiel führte er den Hamburger Chemiehändler Penpet Petrochemical Trading an. An dem Unternehmen hätte sich das Sparkassen-Institut jüngst im Rahmen des Haspa-Genussrechtsprogramms beteiligt. Dass Unternehmen die Haspa BGM als Gesellschafter wählen, hat laut Vogelsang verschiedene Gründe: Zum einen würden Firmen Eigenkapital benötigen, um über zusätzliches Fremdkapital ihr Wachstum zu beschleunigen. Zum anderen sei die Haspa ein wichtiger „Know-how-Partner“, der Firmen bei vielen Fragen unter die Arme greift.


9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung SPARKASSENPOLITIK 3 Die LBB muss deutliche Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen verkraften, zeigt sich aber für das Kundengeschäft optimistisch „Griechenland hat uns das Ergebnis verhagelt“ Die Landesbank Berlin (LBB) als Verbundbank und Partner der Sparkassen hat durch den Ausbau der Aktivitäten und Angebote im Jahr 2011 gute Fortschritte gemacht. Das teilte das Institut am Donnerstag mit. Die LBB unterhalte Geschäftsbeziehungen zu mehr als 350 Sparkassen, die noch ausgebaut würden. So habe die LBB Mitte 2011 gemeinsam mit der Deutschen Leasing die S-Kreditpartner GmbH (SKP) an den Start gebracht und deren Marktposition mit der Übernahme von Aktivitäten der Readybank ausgebaut. Von 44 Sparkassen, die mit der Readybank zusammenarbeiten, lassen 38 die Abwicklung ihres Konsumentenkreditgeschäfts durch die SKP vornehmen. „Das ist ein Vertrauensbeweis, über den wir uns freuen“, sagte LBB-Vorstandschef Johannes Evers. Mit den Angeboten der S-Kreditpartner könne die Sparkassen- Finanzgruppe ihre Auto- und Konsumentenfinanzierung effizienter gestalten und Marktanteile hinzugewinnen. Die SKP unterhält aktive Geschäftsbeziehungen mit 272 Sparkassen, davon nutzen 82 das volle Angebot aus S-Privatkredit und S-Autokredit. Das Kundenkreditvolumen zum Jahresende betrug 2,7 Milliarden Euro. Hinzu seien neue Angebote der LBB für das Depot-A-Geschäft der Sparkassen gekommen sowie eine Ausweitung der Zusammenarbeit im Bereich der Marktfolge. Auch in der Immobilienfinanzierung soll die Zusammenarbeit mit den Sparkassen vertieft werden. Neben gemeinsamen Finanzierungen vor Ort werden spezifische Produkte für Sparkassen entwickelt. Das 2011er Geschäftsergebnis der LBB ist von operativen Erfolgen im Kundengeschäft gekennzeichnet, die von der Staatsschuldenkrise überschattet werden. Vorstandschef Evers: „Die Griechenland-Auswirkungen sind mehr als ärgerlich.“ Die Bank habe sich zu einem klaren Schnitt im vierten Quartal 2011 entschlossen und die Risiken aus den Griechenland-Engagements bis auf 25 Prozent Restwert abgeschrieben. Gleichzeitig wurden Risikoaktiva weiter abgebaut. Das bedeutete eine Belastung von 184 Millionen Euro. Evers: „Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen haben wir in der ersten Märzwoche die Gelegenheit genutzt und unseren Gesamtbestand an griechischen Staatsanleihen veräußert. Dies ist jedoch für das Geschäftsjahr 2011 nicht mehr relevant.“ Er zeigte sich zuversichtlich, „dass wir bald wieder eine gute Entwicklung sehen werden. Dabei machen wir uns keine Illusionen: Das Umfeld wird auch 2012 bewegt bleiben.“ Die Zukunft der LBB liege im Kundengeschäft und in den Leistungen für die Sparkassen, so Evers. Leistungen für Sparkassen bieten gute Perspektiven Townhouses in Berlin-Mitte: Das Geschäftsfeld Immobilienfinanzierung konnte 2011 seine Position unter den Top 3 der deutschen Immobilienfinanzierer stärken. Foto dpa Trotz der externen Einflüsse hat die LBB ein Konzernergebnis vor Steuern von 41 (Vorjahr: 317) Millionen Euro erreicht. Nach Steuern beträgt das Ergebnis minus 79 Millionen Euro nach 265 Millionen Euro im Vorjahr. „Eine Dividendenzahlung aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2011 ist nicht möglich“, sagte Evers, denn dazu müsse man auf die Substanz der Bank zurückgreifen. Die stille Einlage, die demnächst in hartes Kernkapital gewandelt werden soll, werde nur anteilig mit neun Millionen Euro (Vorjahre: 50 Millionen Euro) bedient. Im Privatkundengeschäft erzielte die LBB ein operatives Ergebnis von 118 Millionen Euro. Hier setzte sich das Wachstum der Privatgirokonten fort: 2011 konnte das Institut netto 36 000 neue Privatgirokonten hinzugewinnen. Insgesamt betreut das Geschäftsfeld 1,2 Millionen Privatgirokonten. Im Geschäftsfeld Firmenkunden betrug das operative Ergebnis 84 Millionen. Das Kreditneugeschäft lag mit 1,1 Milliarden Euro über den Erwartungen. Im Geschäftsfeld Immobilienfinanzierung konnte die LBB ihre Position unter den Top 3 in Deutschland festigen. Das operative Ergebnis aus diesem Geschäftsfeld betrug 175 Millionen Euro. Bilanzsumme wird deutlich verkürzt Das Kapitalmarktgeschäft war insbesondere in der zweiten Jahreshälfte geprägt von den Auswirkungen der Staatsschuldenkrise. Das operative Ergebnis aus diesem Geschäftsfeld betrug minus 169 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte es bei plus 213 Millionen gelegen. 2011 wurde erstmalig der Posten „Aufwand Bankenabgabe“ aufgeführt. Er betrug 30 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und nach Bankenabgabe betrug 41 (317) Millionen Euro. Nach Steuern beträgt das Geschäftsergebnis minus 79 Millionen Euro. Die Bilanzsumme der LBB sank um 300 Millionen auf 131,2 Milliarden Euro. In den kommenden Jahren werde es einen „spürbaren Abbau von risikogewichteten Aktiva im Nicht-Kundengeschäft“ geben, so Evers. Damit sollen in den kommenden drei Jahren 750 Millionen Euro Eigenkapital zusätzlich zu den bisherigen Planungen freigesetzt werden. Die LBB wäre somit in der Lage, die künftigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung aus eigener Kraft zu erfüllen. „Die LBB wird also kleiner werden und ihre Bilanzsumme erkennbar abschmelzen“, sagte Evers. Ein großer Teil des Nicht-Kundengeschäfts läuft im Kapitalmarktgeschäft an den Standorten Luxemburg und London. Wenn dort Risikoaktiva abgebaut werden werde zu prüfen sein, „in welchem Umfang sich dies auf die Profitabilität dieser Standorte auswirken würde“. Mit Blick auf das Jahr 2012 zeigte sich die LBB zuversichtlich, die positive Entwicklung im Kundengeschäft fortsetzen zu können. Aufgrund der unruhigen Märkte sei eine Prognose derzeit „seriös nicht möglich“. Zum Squeeze- Out der restlichen Kleinaktionäre sieht Evers einen baldigen Abschluss als erstrebenswert an, was wohl auch ein folgendes Delisting von der Börse nach sich ziehen würde. Eine außerordentliche Hauptversammlung ist momentan für April geplant. rsh, pm, of VDMA-Präsident Lindner: Basel III würde Maschinenbauer hart treffen Thomas Lindner, Präsident des Deutschen Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), befürchtet, dass sich durch die stärkere Regulierung des Bankensektors nach dem neuen Regelwerk Basel III die Exportfinanzierung verteuert. Dies würde die Maschinenbaubranche „stark treffen“, betonte der Verbandschef in einem Gespräch mit der SparkassenZeitung. GREGORY LIPINSKI Für den Maschinenbau sei die Exportfinanzierung lebenswichtig. Rund 80 Prozent aller Ausfuhren würden über eine Exportfinanzierung getätigt. „Ohne ein solch funktionierendes Kreditinstrument können wir unser Geschäft nicht aufrechterhalten“, sagte der Verbandschef, der zugleich Vorstandschef des weltweit führenden Nadelherstellers Groz-Beckert ist. Er sorgt sich deshalb, dass „durch Basel III mittelfristig Tendenzen gesetzt werden, die aus Sicht einer Bank das klassische Kreditgeschäft sowie die klassische Exportfinanzierung unattraktiver und teurer“ machen. Dies könnte bedeuten, dass das Kreditgeschäft der Banken zurückgeht und dies die exportorientierte Branche belastet. Dem Verband gehören mehr als 3000 – vornehmlich mittelständische – Unternehmen mit knapp 950 000 Beschäftigten an. Die Betriebe setzen jährlich insgesamt knapp 200 Milliarden Euro um. Sie repräsentieren damit einen der größten Industriezweige Deutschlands. Steigende Ölpreise machen Sorgen Sorgen bereitet Lindner auch, dass „es durch die wachsende Verunsicherung an den Märkten zu einer erneuten Kreditklemme kommen könnte“. Der Verbandschef weist deshalb seine Mitgliedsunternehmen darauf hin, dass „sie Strukturen schaffen, damit dieses Thema gar nicht hochkommt“. Deshalb sei das Kreditgeschäft für die Branche enorm wichtig. Auch andere Probleme belasten derzeit die Unternehmen. Dazu gehören die deutlich gestiegenen Ölpreise. Kämpferisch: VDMA-Präsident Thomas Lindner. Foto Martin Egbert Zwar sei der Maschinenbau eine Branche, die weder rohstoff- noch energieintensiv sei. Dennoch würden die Betriebe von Vorstoffen abhängen, die hiervon betroffen seien. So sei wichtig, dass die Politik alles daran setze, die gesamte Wertschöpfungskette der Maschinenbauer zu erhalten, so Lindner. Dazu gehören Kupferhütten und Aluminiumschmelzen ebenso wie Stahlhersteller in Europa und Deutschland. Deswegen sieht es der VDMA-Präsident als äußerst kritisch an, wenn „energieintensive Unternehmen in Deutschland einen schweren Stand haben“. Für 2012 hat der VDMA-Chef seine Produktionsprognose deutlich nach unten revidiert. So erwartet er im laufenden Jahr nur noch ein Null-Wachstum. Ende vergangenen Jahres war Lindner noch von einem Produktionszuwachs von vier Prozent ausgegangen. Verantwortlich hierfür machte er die deutlich schlechtere Entwicklung der Auftragseingänge im letzten Quartal 2011. Sie hätte dazu geführt, dass der Verband seine Prognose korrigieren musste. Ursache hierfür war die Entwicklung in bestimmten Schlüsselländern und -regionen, wo das Wachstum zurückgegangen ist. Als Beispiel führte Lindner China an. So hätte das asiatische Land Anfang letzten Jahres auf die Kreditbremse getreten, weil die Inflation zu hoch gewesen sei. Inzwischen habe China aber damit begonnen, die Kreditklemme wieder aufzulösen. „Es wird aber einige Monate dauern, bis die veränderte Lage in den Betrieben ankommt und dort zu Investitionen führt, die wir wieder spüren“, prophezeit der Verbandschef. Problematisch für die weitere Entwicklung der Maschinenbauer sieht der VDMA-Präsident auch die Entwicklung in Griechenland an, das mit einem zweiten Hilfspaket von einer Staatspleite gerettet wurde. Viele Betriebe seien verunsichert. Dies würde die Investitionsneigung der Unternehmen und ihrer Kunden negativ beeinflussen. Lindner: „Je länger die Krise andauert, umso mehr tendieren unsere Kunden dazu, Bestellungen zurückzustellen, weil ihr Risikobewusstsein gewachsen ist.“ Im vergangenen Jahr wieder mehr verdient Im vergangenen Jahr hat sich die Ertragssituation im Maschinenbau verbessert. Die Nettoumsatzrendite sei auf über vier Prozent gestiegen. Sie bewegt sich laut Lindner aber „noch deutlich unter den Spitzenwerten, die wir in der Boomphase um das Jahr 2007 verzeichneten“. Derzeit sei die Ertragslage aus seiner Sicht nicht ausreichend, um die Unternehmen nachhaltig mit Finanzmitteln zu versorgen, die sie für das weitere Wachstum und für die Innenfinanzierung benötigten. In den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren hat sich die Eigenkapitalsituation der Maschinenbauer deutlich verbessert. Die Eigenkapitalquote bewege sich derzeit bei knapp unter 30 Prozent, betonte Lindner. Dies sei ein Niveau, was die Betriebe absolut benötigten. Der Verbandschef würde sich aber deutlich wohler fühlen, „wenn wir hier in Richtung 40 Prozent marschierten als unter 30 Prozent“. Denn das Eigenkapital sei ein wichtiger Risikopuffer, damit der Wirtschaftszweig die zunehmenden Wachstumszyklen bewältigen kann. Darlehenszusagen der Sparkassen an Unternehmen und Selbstständige Januar –Dezember kumuliert in Mrd. EUR (Veränderung in %) 80 60 40 20 0 (+8,3) 53,9 (+9,4) 58,9 (+5,5) 62,1 (+3,4) 64,2 (+3,9) 66,7 2007 2008 2009 2010 2011 Substanziell gestärkt Fortsetzung von .......................... Seite 1 Daher sei es umso kritischer, dass mit den Entwürfen zur Umsetzung der neuen Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften in europäisches Recht (Basel III) die Möglichkeiten der Kreditvergabe an Mittelstand und Kommunen verringert, die Kredite verteuert und eine Kurzfristkultur gefördert werde. Das seien keine sinnvollen Schlussfolgerungen aus der Finanzkrise. Das Kreditgeschäft mit Privatpersonen war geprägt von erheblichen Zuwächsen bei der Immobilienfinanzierung. Das Volumen privater Wohnungsbaukredite stieg um 4,3 auf 236,9 Milliarden Euro. Die Zusagen im Neugeschäft lagen mit 34,5 Milliarden Euro auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Viele Kunden hätten das niedrige Zinsniveau aber auch genutzt, um mit Sondertilgungen teurere Wohnungsbaukredite abzulösen. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um zwei Prozent auf 783,4 Milliarden Euro, wobei die Vorliebe der Kunden für liquide Anlageformen anhielt. Das Kundenwertpapiergeschäft belebte sich mit einem Gesamtumsatz von 104,6 Milliarden Euro (plus 2,0 Prozent). Der Zinsüberschuss stieg um 0,4 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro, das Provisionsergebnis lag mit 6,4 Milliarden Euro um 0,9 Prozent über dem Ergebnis von 2010. Leicht erhöht um 0,4 Prozent war auch der Verwaltungsaufwand mit 18,2 Milliarden Euro. Vor Bewertung erwirtschafteten die Sparkassen 11,8 Milliarden Euro (minus 0,1 Prozent). Grafik DSGV Abschreibungen im Wertpapiergeschäft von 1,2 Milliarden Euro in Folge der Staatsschuldenkrise und Abschreibungen auf die Beteiligungen der Sparkassen an der Landesbank Berlin in Höhe von insgesamt 850 Millionen Euro führten zu einem deutlich erhöhten Bewertungsergebnis von 6,8 Milliarden Euro (plus 10,2 Prozent).Erfreulich sind nach Angaben Haasis die deutlich geringeren Abschreibungen im Kreditgeschäft. Mit 600 Millionen Euro lagen die Wertkorrekturen um rund eine Milliarde Euro unter dem Vorjahreswert. Neue strategische Weichenstellungen für die Sparkassen ergeben sich durch die Übernahme des Anteils der Landesbanken an der DekaBank. Nach Abschluss des Squeeze-Out-Verfahrens bei der Landesbank Berlin Holding werde man über die stringentere Ausrichtung beider Häuser reden. Es gebe bereits konkrete Vorstellungen vor allem für die Bereiche Fonds-, Kapitalmarktund gewerbliches Immobiliengeschäft. Auf der Zielgeraden sieht sich Haasis bei der geplanten Übernahme der aus der WestLB heraus gelösten Verbundbank durch die Landesbank Hessen-Thüringen. Er sei zuversichtlich, dass das Projekt bis Ende Juli abgeschlossen ist. Bei der Abwicklung der WestLB werden die Sparkassenorganisation verlässlich sein und die nach außen und innen eingegangenen Verpflichtungen ohne Einschränkungen erfüllen, versicherte Haasis, der sein Amt als DSGV-Präsident am 16. Mai an seinen Nachfolger, den ehemaligen Finanzminister von Bayern, Georg Fahrenschon, übergeben wird.


4 9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung finanzgruppe Siegesfeier unter der Discokugel: Die Gewinner des Planspiels Börse 2011 in Berlin. In der linken unteren Ecke die drei Obernbreiter Schüler des Teams „aimbottter“, das den ersten Platz belegte. Foto Stefan Maria Rother Planspiel Börse: Siegerehrung der Schülerteams in Berlin Spielend lernen, wie Wirtschaft funktioniert 2011 war für Anleger und Börsianer ein schwieriges Jahr. Das Erdbeben in Japan und die Griechenlandkrise sorgten für schlechte Stimmung und schlingernde Aktienkurse. Dennoch gelang es den besten Schülerteams des Börsenspiels der Sparkassen, stattliche Renditen zu erspielen. Zur Belohnung wurden die erfolgreichsten Jungbroker kürzlich in der Berliner Kalkscheune geehrt. Star des Abends war die Spielgruppe „aimbotter“ aus dem unterfränkischen Marktbreit. Die Realschüler Tim Trekoval, Simon Zürlein und Fabian Klaus hatten mit 65791 Euro nach zehn Spielwochen den höchsten Depotgesamtwert aller in Europa mitspielenden Schülergruppen erreicht. Da sie bevorzugt in Nachhaltigkeitsaktien investierten, gewann das Trio überdies die Spezialwertung mit „Öko-Aktien“. Das von allen Siegern in Berlin absolvierte Trainingsprogramm, in dem viel gelernt wurde über Präsentation und Kreativität, schlug sich schon der Kalkscheune nieder. Fabian Klaus übernahm kurzerhand die Moderation der Veranstaltung und schaltete sich mit Interview-Fragen in den Abend ein. Von Karl-Peter Schackmann-Fallis, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), wollten die jungen Börsenspieler wissen, warum die Sparkassen, die ja gar keine Aktiengesellschaften sind, ein Aktienspiel ausrichten. Schackmann-Fallis erläuterte die pädagogische Intention des vom Deutschen Sparkassenverlag (DSV-Gruppe) organisierten Planspiels. „Wir wollen durch den Umgang mit echten Aktien – aber nur fiktivem Geld – auf gefahrlose Weise Wirtschaftsbildung vermitteln. Wichtig ist dabei, dass die Sache Spaß macht, denn dann lernt man am meisten.“ Der Erfolg des Teams „aimbotter“ beruhte insbesondere auf die frühzeitige Festlegung auf gleich zwei Aktien, die sich im Verlauf des Herbstes 2011 zu den renditestärksten Wertpapieren entwickelten. Volkswagen und Google legten um rund 30 Prozent zu und verschafften „aimbotter“ so den größten Teil der Gesamtrendite. Der Entscheidung für die Aktie des Internet-Riesen war eine kluge Erwägung vorausgegangen. „Google veröffentlichte am 19. Oktober die neue Version seines Smartphone-Betriebssystems Android. Wir haben darauf gehofft, dass dies der Aktie einen Schub gibt“, erklärte Teammitglied Tim Trekoval. Schackmann-Fallis sprach den Börsenspielern und ihren Strategien seinen Respekt aus. „Die Gewinner haben nicht nur die Nachrichten aufmerksam verfolgt, sondern auch die richtigen Schlüsse für ihre Anlageentscheidungen daraus gezogen. Die Kenntnisse der jungen Spieler sind bemerkenswert.“ Robert Landgraf, Chefkorrespondent des Handelsblatts, hob hervor, dass das Planspiel Börse in allen Schultypen gerne gespielt werde. „Es freut mich, dass die Gewinnerteams immer wieder von Haupt- und Realschulen kommen, und eben nicht nur von höheren Schulen.“ Die Siegerliste 2011 belegt die hohe Akzeptanz des Planspiels über alle Schularten hinweg: Die geehrten Planspieler besuchen Haupt- und Realschulen, Gymnasien und Berufschulen. Den kreativitätsfördernden Aspekt des Planspiels betonte Prof. Michael Ilg, Vorsitzender der Geschäftsführung der DSV-Gruppe. „Mit wie viel Spaß und Kreativität die Schülerinnen und Schüler zu Werke gehen, zeigen schon die erstaunlichen Namen der Spielgruppen.“ In Berlin waren dies neben „aimbotter“ – die die Bedeutung ihres Teamnamens trotz mehrfacher Nachfrage für sich behielten – die Spielgruppen „OeTTinger“, „Die Herscheider“, tOPcheater“, „Team Currywurst“ und „BQ7K.“ Ilg kündigte zudem interessante Neurungen für die am 1. Oktober beginnende 30. Spielrunde von Europas größtem Börsenspiel an. So solle es im Herbst möglich sein, den Aktienhandel per Smartphone vorzunehmen. Robert Reuter Investmentkonferenz der LBBW Asset Management Schuldenkrise und uS-Wahlen im fokus Die europäische Schuldenkrise stand im Mittelpunkt der Investmentkonferenz der LBBW Asset Managment, der Fondsgesellschaft der Landesbank Baden-Württemberg. Neben der Schuldenkrise stand noch ein anderes Ereignis auf der Agenda: die bevorstehende Präsidentschaftswahl in den USA. Insgesamt empfing die LBBW Asset Management rund 200 Konferenzteilnehmer in Stuttgart, darunter waren mehr als 40 Vertreter von 20 Sparkassen, vorwiegend aus Südwestdeutschland. Die Veranstaltung eröffnete Achim Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung der LBBW Asset Management. In seiner Begrüßung betonte Koch den Stellenwert, den heimische Anlagegesellschaften mit ihren speziellen Kernkompetenzen für den Anleger haben. Fuest: Optimismus an den Märkten verfrüht Den Auftakt der Fachkonferenz bildete der Vortrag zur Entwicklung der europäischen Schuldenkrise von Clemens Fuest, Professor für Unternehmensbesteuerung an der Universität Oxford. Der Finanzwissenschaftler und designierte Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Markt mit Geld flutet und so eine indirekte Finanzierung der verschuldeten Staatshaushalte übernimmt. In diesem Zusammenhang hält Fuest zum einen den Rückgang des Euro-Außenwerts für wahrscheinlich. Zum anderen erscheint ihm vor diesem Hintergrund der Optimismus an den Finanzmärkten als verfrüht. In der anschließenden von Jürgen Zirn, Geschäftsführer der LBBW Asset Management, geleiteten Podiumsdiskussion untersuchte Fuest gemeinsam mit Peter Merk, Bereichsleiter Research LBBW, und Detlef Konter, Leiter der Zentralabteilung Finanzen und Bilanzen bei Robert Bosch, die Chancen und Risiken von Kapitalmarktanlagen in diesem Jahr. Im zweiten Konferenzteil erläuterte Jochen Wolf, Fondsmanager bei der LBBW Asset Management, wie das von Finanzwissenschaftler Fuest skizzierte wirtschaftliche Umfeld die Anlagestrategie von Investoren beeinflusst und welche Faktoren bei der Kapitalanlage erfolgskritisch sind. Ein Fazit: Politische Entscheidungen, Maßnahmen der Notenbanken sowie Rating-Veränderungen bestimmen mittlerweile maßgeblich den Anlageerfolg. Für den Fondsmanager steht in der strategischen Asset Allokation die Ländergewichtung im Vordergrund, während die Durationssteuerung auf Gesamtportfolio-Ebene eher in den Hintergrund tritt. Bei der Auswahl von Einzeltiteln tritt die Risikoreduktion verstärkt in den Mittelpunkt. Zum Abschluss der Konferenz lieferte Christoph von Marschall, Washington-Korrespondent des Berliner „Tagesspiegel“, einen umfassenden Überblick über die Situation in den USA im Wahljahr. In seinem Vortrag gab er den Konferenzteilnehmern einen tieferen Einblick in amerikanische Befindlichkeiten und zeigte an konkreten Beispielen auf, warum und inwiefern die europäische Wahrnehmung der USA mit der Realität in den Vereinigten Staaten oft nur sehr wenig zu tun hat. DSZ MittelStandSforuM impulse für die region Was können Sparkasse und Wirtschaftsförderung als Impulsgeber für die Energieeffizienz einer Region leisten? Dieser Frage widmete sich ein Themenforum beim 12. Sparkassenforum Deutscher Mittelstand in Berlin. Wie Wirtschaft, Politik, Unternehmen vor Ort und die Kreissparkasse Steinfurt sich für erneuerbare Energien und Energieeffizienz einsetzen können, demonstrierten Ulrich Ahlke, Leiter des Agenda-21-Büros des Kreises Steinfurt, und Jörg Münning, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Steinfurt. Hinter dem Begriff „Ökoprofit“ verbirgt sich das ökologische Projekt für Integrierte Umwelt- Technik, das in Hildesheim seit 2006 Ökologie und Ökonomie verbinden soll. „Die Sparkasse Hildesheim engagiert sich für dieses regionale Netzwerk als Teilnehmer und Impulsgeber“, berichtet Michael Senf, Bereichsleiter Unternehmenskunden der Sparkasse. Über die Kooperation bekomme das Institut Zugang zum lokalen Mittelstand und könne Finanzierungen der Maßnahmen, Cross-Selling-Angebote und Versicherungen anbieten. Ziel von „Ökoprofit“ ist es, Kosten unabhängig von Branche oder Größe des Betriebs zu senken und gleichzeitig den Umweltschutz in den Unternehmen zu verbessern. „Wir bieten mit den Beratungsleistungen von Ökoprofit den Unternehmen vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe, wo immer dies möglich ist“, so Matthias Ullrich, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region. Hier seien erhebliche Einsparungen möglich. Bereits die erste Runde von Ökoprofit schloss mit einer positiven Bilanz: Die 28 teilnehmenden Betriebe und Institutionen der Region Hildesheim senkten ihre Kosten um über 1 250 000 Euro pro Jahr. Durch die Teilnahme sammelte die Sparkasse Erfahrungen mit der Umsetzung und Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen. Darüber hinaus habe auch die Sparkasse Hildesheim durch Maßnahmen wie Nachtabsenkung oder ein neues Beleuchtungssystem und durch Verhaltensänderungen ihrer Mitarbeiter die Kosten senken können. „Unsere Teilnahme an Ökoprofit bietet einen erheblichen Mehrwert, nicht nur finanziell“, begründet Senf den Einsatz für Ökoprofit. „Es lohnt, sich über die Kernkompetenz Bankgeschäft in der Region zu engagieren“, gab er den Zuhörern auf den Weg. Und Wirtschaftsförderer Ullrich unterstrich: „Die Sparkasse hat sich als einer der ersten in das Projekt eingeklinkt und sich auch selbst auf den Prüfstand gestellt. Jetzt ist sie selbst fit und profitiert von der erhöhten Wettbewerbsfähigkeit aller mitmachenden Unternehmen.“ Thomas Schindler Impressionen aus einem der Themenforen beim 12. Sparkassenforum Deutscher Mittelstand in Berlin. Foto Peter Himsel Steinfurt will autarkie Der Kreis Steinfurt hat sich mit „energieautark 2050“ ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: „Das Kreisgebiet und seine Kommunen, Unternehmen, Institutionen und Bürger sollen bis zum Jahr 2050 energieautark und nur mit erneuerbarer Energie versorgt werden“, beschrieb Ahlke die ambitionierte Aufgabe. Auf Basis des Jahres 2005 gaben die 445 000 Einwohner des Kreises Steinfurt 1,2 Milliarden Euro für Verkehr, Mobilität, Wärme und Strom aus. 90 Prozent dieser Summe verließen die Region. „Diese Wertschöpfung wollen wir in Zukunft möglichst vollständig in der Region halten“, so Ahlke. Bilanziell will der Kreis auf Dauer energieautark werden. Ende 2050 sollen die Einnahmen die Ausgaben übersteigen. Am Projekt „energieautark 2050“ beteiligen sich über 40 Mitglieder. Das Unternehmernetzwerk hat bereits eine Reihe von Ideen realisiert. Aktiver Projektpartner ist die Kreissparkasse Steinfurt. „Wir wollen im Klimaschutz eine erkennbare und aktive Rolle einnehmen“, bekräftigte Vorstandsmitglied Münning. Seit 2000 kooperiert die Sparkasse mit allen Projekten und den sie tragenden Vereinen. Allein 213 Millionen Euro wurden von der Kreissparkasse seither zur Finanzierung von Biogas, Photovoltaik- und Modernisierungsvorhaben von Unternehmen und Privatkunden bereitgestellt. Teilweise erfolgte die Refinanzierung durch die Auflage eines Sparkassen-KlimaGutBriefes. „Wir wollen die Energiewende mit regionalen Akteuren erschließen, um in hohem Maße regionale Wertschöpfung und viele zukunftstaugliche Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Ahlke. Die regionale Wertschöpfung solle auch in Bereichen jenseits der Stromeinnahmen geschaffen werden. Und für dieses Nachhaltigkeitskonzept sei die Kreissparkasse der erste Ansprechpartner. „Die Sparkasse ist unser Partner, weil sie nicht nur auf kurzfristige Rendite schielt, sondern auch langfristige Daseinsvorsorge leistet“, so Ahlke. Münning verwies auf die vielen Möglichkeiten von direkten und indirekten Bürgerbeteiligungen an regenerativen Energieprojekten. Doch die Kreissparkasse sammele nicht nur Kapital, sondern begleite die kommunalen Projekte durch ihr Beratungs-Knowhow. „Das Engagement der Kreissparkasse ist eine konsequente Fortführung des öffentlichen Auftrags. Sie gestaltet die Rahmenbedingungen vor Ort mit und beteiligt sich in besonderem Maße an der Zukunftssicherung der Region“, erläuterte Münning. Mit seinen Projekten setzt der Kreis Steinfurt auf die Bilanzierung und Ausschöpfung der regionalen Energiepotenziale. Das sind in dem ländlich geprägten Kreis Biomasse, Wind- und Solarenergie. Außerdem motiviere man die Bürger, ihre Eigenheime zu sanieren. Das Sanierungspotenzial liegt laut einer kreisweiten Untersuchung bei annähernd 1,4 Milliarden Euro. Dieses Potenzial für den lokalen Mittelstand könne man auch mithilfe lokaler Finanzierer heben, so Ahlke. Die Energiewende sieht er als die zentrale gesellschaftliche Aufgabe der nächsten Jahrzehnte an. Gelingen könne sie nur, wenn sie regional stattfinde und ebenso finanziert werde. „Das Konzept ‚energieautark 2050’ ist gut für die Umwelt, für die Region, für das Handwerk und natürlich auch für die finanzierende Sparkasse mit ihren neuen Finanzierungsprodukten“, bekräftige Sparkassen-Vorstand Münning. Thomas Schindler


9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung finanzgruppe 5 Moderates Wachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr / Ostermann: „Ergebnisziele übererfüllt“ Deutsche Leasing zuversichtlich für 2012 Die Deutsche Leasing Gruppe hat im Geschäftsjahr 2010/11 (Stichtag: 30. September) ihre positive Entwicklung fortgesetzt. Solarzellen aufs Dach (hier im Main-Tauber-Kreis): Das Energiegeschäft gehört für die DAL derzeit zu den Wachstumstreibern. Foto dpa Das Neugeschäft lag bei 7,9 Milliarden Euro (plus zwei Prozent). Mobilien-Leasing wuchs um zehn Prozent, das Inlandsgeschäft (ohne DAL) um rund elf Prozent. Die DAL mit ihren Geschäftsfeldern Immobilien, Energie und Transport erreichte ein Neugeschäft von rund einer Milliarde Euro. Das Ausland steuerte ein Neugeschäft von 1,4 Milliarden Euro (plus sechs Prozent) bei. Den Jahresabschluss 2010/11 der Deutschen Leasing kommentiert Vorstandsvorsitzender Kai Ostermann: „Wir haben unsere Ergebnisziele übererfüllt und unsere Ertragskraft weiter verbessert. Grundlage für diesen Erfolg sind unsere Kundenorientierung und unser auf den Mittelstand ausgerichtetes Geschäftsmodell.“ Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit im Konzern hat sich von 29,4 Millionen Euro auf 70,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Der Bilanzgewinn stieg auf 50,7 (Vorjahr: 19,1) Millionen Euro. Das Wirtschaftliche Ergebnis als anerkannte, zusammenfassende Periodenerfolgsgröße bei Leasing-Gesellschaften hat sich auf 131 (124) Millionen Euro erhöht. Der Substanzwert konnte um 71 Millionen Euro auf 1.466 Millionen Euro gesteigert werden, die Assets under Management kamen mit 32,3 (32,4) Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau. „Wie im Vorjahr schlagen wir vor, eine Ausschüttung an die Gesellschafter in Höhe von 27,2 Millionen Euro vorzunehmen“, so Ostermann. „Damit setzen wir unsere nachhaltige Dividendenpolitik fort.“ Die Konzern-Bilanzsumme lag mit rund 14,5 (14,9) Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahr, was auf Beteiligungsvorgänge zurückzuführen ist. Der bilanzielle Bestand des Leasing-Vermögens zu Anschaffungswerten lag mit 15,9 (14,9) Milliarden Euro über Vorjahresniveau. Die DAL blickt auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2011 (entspricht Kalenderjahr) mit einem Neugeschäft von 1,2 Milliarden Euro (plus fünf Prozent). Gleichzeitig stiegen die Erträge aus dem Neugeschäft um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Immobilienbereich stand dem Rückgang im Neugeschäft auf 500 Millionen Euro eine Steigerung im Ertrag von 20 Prozent gegenüber. Im Segment Transport und Energie konnte das Neugeschäft auf 700 (378) Millionen Euro deutlich ausgebaut werden Das GuV-Ergebnis der DAL wird bei rund elf Millionen Euro und damit leicht unter Vorjahr liegen. Für 2012 erwartet die DAL einen positiven Geschäftsverlauf und eine Steigerung des Neugeschäfts. Besonders im Energiegeschäft, speziell bei Windenergie und konventioneller Energieerzeugung, sieht die DAL eine hohe Nachfrage. Das aktuelle Geschäftsjahr der Deutschen Leasing verlief bisher zufriedenstellend. Aktuell liegt das Neugeschäftsvolumen über dem Vorjahresniveau und die Kostenentwicklung im Plankorridor. Trotz der Unwägbarkeiten und Planungsrisiken bezüglich des wirtschaftlichen Umfelds ist die Deutsche Leasing für das laufende Geschäftsjahr zuversichtlich. DSZ Finanz Informatik 250. sparkasse nutzt das osplus-netzwerk Die Finanz Informatik, der IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe, hat bei der Umstellung der Netze der Sparkassen einen weiteren Meilenstein erreicht: Die 250. Sparkasse wurde zwischenzeitlich unter Verwendung von DSL-Technologien auf virtuelle Netzanbindungen umgestellt. Das neue, moderne Netz der Sparkassen nimmt damit weiter Gestalt an. Kommunikationsnetze sind ein wichtiger Faktor für den Geschäftserfolg der Sparkassen. Sie transportieren Daten, Sprache sowie Video und bilden damit die Basis für die Geschäftsabläufe der Institute. Um OSPlus, die IT-Gesamtbanklösung der Finanz Informatik, optimal nutzen zu können, werden gegenwärtig die Anschlüsse der Sparkassen und deren Geschäftsstellen auf die Full-Service-Lösung OSPlus-Netzwerk (OSPN) umgestellt. Im Rahmen dieser Umstellung Kommunikationsnetze sind die Basis für die Geschäftsabläufe. Foto dpa werden vormals getrennte Netzstrukturen in einer einzigen, neuen Netzplattform zusammengeführt. Jede Geschäftsstelle einer Sparkasse wird direkt mit den Rechenzentren der Finanz Informatik und der Hauptstelle des jeweiligen Institutes verbunden. Die Lösung OSPlus-Netzwerk bietet den Instituten dabei nach Angaben der Finanz Informatik insbesondere im Bereich der Kosten und der Sicherheit große Vorteile und stellt die neue strategische Plattform für IT-Leistungen im Netz dar. Die Finanz Informatik übernimmt beim OSPlus-Netzwerk dem Kunden gegenüber die Verantwortung für die Qualität, Sicherheit und Verfügbarkeit. Weitere Mehrwerte für die Sparkassen ergäben sich durch die aus der Standardisierung resultierenden Kosteneffekte, den Skaleneffekten im Bereich der Carrier-Netze sowie durch die zentrale Berücksichtigung aktueller Technologietrends. Aus Gründen der besseren Verfügbarkeit, einer Zweifachabsicherung der angeschlossenen Institute sowie des Wettbewerbs arbeitet die Finanz Informatik im Rahmen von OSPlus-Netzwerk mit mehreren Carriern zusammen. Aktuell sind mehr als 8700 der etwa 15 600 Sparkassen-Geschäftsstellen auf OSPlus-Netzwerk umgestellt. Fridolin Neumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Finanz Informatik: „Mit der Umstellung der 250. Sparkassen-Geschäftsstelle auf OSPlus- Netzwerk haben wir auf dem Weg, allen interessierten Instituten diese moderne Netzlösung anzubieten, einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht“. „Dieses Projekt schreitet weiter gut voran – noch in diesem Jahr werden wir die 10 000 Sparkassen-Geschäftstelle auf OSPlus-Netzwerk umgestellt haben“, so Willi Bär, für das Ressort Produktion verantwortlicher Geschäftsführer. DSZ fonds der Deka ausgezeichnet Die Ratingagentur Lipper hat, wie in den Vorjahren, mehrere Deka Investmentfonds ausgezeichnet. Bei den diesjährigen Lipper Fund Awards wurden die Fonds Deka-Euroland Balance CF und Deka-EuropaBond TF in ihren jeweiligen Kategorien bereits zum vierten Mal in Folge Sieger. Zum zweiten Mal in Folge wurde Deka-Renten: Euro 3 - 7 CF A im Segment „Rentenfonds Euro mittlere Laufzeit“ ausgezeichnet. Darüber hinaus verbuchten Deka-Finanzwerte CF und Deka-EuropaTrend CF jeweils den Sieg in ihrer Kategorie über den Zeitraum von drei Jahren. Die Ratingagentur Lipper prämiert in jedem Jahr diejenigen Fonds, die unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien bei vergleichbarem Risiko in ihrem jeweiligen Vergleichssegment über drei, fünf oder zehn Jahre den höchsten konsistenten Ertrag erzielt haben. „Das vergangene Jahr war für Fondsmanager in den verschiedenen Anlagesegmenten eine ungewöhnlich große Herausforderung“, sagte Victor Moftakhar, Chief Investment Officer der Deka Investment. Hatte sich zu Jahresbeginn ein leichtes Erholungsszenario angedeutet, kam es im Jahresverlauf zu plötzlichen Brüchen – als Stichworte seien Fukushima und Staatsschuldenkrise genannt. Moftakhar freue es besonders, dass es dem Fondsmanagementteams in einem solchen Umfeld gelungen sei, teils zum vierten Mal in Folge ausgezeichnet zu werden. Die überdurchschnittliche Bewertung des Deka-Euroland Balance CF und des Deka EuropaBond TF sei ein Beleg für die nachhaltige Qualität der Produkte. DSZ Die Erforschung der nationalsozialistischen Vergangenheit in der Sparkassen-Finanzgruppe ist um einen wichtigen Beitrag reicher: Die VGH Versicherungen, Hannover, haben die Buchpublikation „Versicherer im Führerstaat. Hannovers Brandkasse und Provinzial 1933-1945“ vorgestellt. Autor des im Göttinger Wallstein-Verlag erschienenen Werkes ist der 1937 geborene Journalist und langjährige NDR-Redakteur Eike Christian Hirsch. Steigern Sie Ihre Erträgedurch verbessertenForderungsrückflussmit SFDK 2.0 Gerade für Sparkassenist es wichtig,Arbeitsabläufeund Prozesse im Forderungsmanagementzuoptimieren. Nur dannkönnen sich Ihre Mitarbeiter auf das Kerngeschäftkonzentrieren. Die neueVersion der effizientenund bewährtenBeitreibungssoftwareSFDK unterstützt Sie im gesamtenProzess des Forderungsmanagements. NS-Historie ehrenwertes Bekenntnis Christoph BeCker Bei der Buchpräsentation dankte der Autor vor allem dem Vorstandsvorsitzenden der VGH Versicherungen, Robert Pohlhausen, „der die Idee zu diesem Buch hatte, der mich ermutigt und gefördert hat“. Die VGH stelle sich mit dieser Veröffentlichung „in eine sehr ehrenwerte Reihe von Unternehmen, die ihre Vergangenheit haben aufarbeiten lassen“. Der zur Buchpräsentation geladene Schriftsteller Arno Surminski, Autor des bekannten Werks „Versicherer unterm Hakenkreuz“, sagte in seiner Ansprache, Hirsch habe eine „ausgewogene Darstellung“ vorgelegt. Es sei zu begrüßen, dass nach vielen Jahrzehnten des Schweigens eine neue Generation in die Versicherungsunternehmen eingezogen sei, die unbefangen an dieses dunkle Kapitel herangehen könne. Hirschs Recherchen ergaben, dass auch Hannovers Brandkasse nach der Pogromnacht von 1937 laut Parteibeschluss versicherten jüdischen Opfern keine Entschädigungen zahlen durfte, sondern das Geld an das Finanzministerium überweisen musste. Hirsch zeichnet zudem erstmals das Schicksal von etwa zwölf jüdischen Lebensversicherungskunden der Provinzial nach, deren Policen zugunsten staatlicher Einrichtungen enteignet wurden. „Hier wurde ein Versicherer zum Handlanger der Diktatur“, sagte Hirsch, der auch Effiziente,modular aufgebauteAnwendung TiefgehendeOSPlus Integration Frei wählbarer Automatisierungsgrad Große Zeitersparnis und erheblicheKostensenkung Das ausgebrannte Gebäude der Provinzial Hannover nach dem Luftangriff am 9. Oktober 1943. 20 Prozent der Akten verbrannten, der Rest wanderte nach dem Krieg in staatliche Archive. Foto VGH Versicherungen das Verhalten damaliger Führungskräfte analysiert und zu bewerten versucht. „Zwiespältigkeit“ und „tragische Züge“ bescheinigt der Autor vor allem dem Wirken des stellvertretenden Leiters der Brandkasse, Heinrich Bothe, der 1932 Mitglied der NS-Partei geworden sei, aber nicht aus Fanatismus, sondern weil er „alte sozialistische Ziele“ durchsetzen wollte: „Eine Versicherungswirtschaft ohne Profite, bestehend aus lauter von den Kunden kontrollierten Genossenschaften. Damit hat er sich fast nur Feinde gemacht, gerade auch in der NS-Partei. Und auch nach 1945 war er verfemt.“ Die Spitzenleute beider Versicherungen seien im Mai 1933 schnell und „gewiss aus Opportunismus“ der Partei beigetreten. Entscheidender für ein Urteil heutiger Betrachter sei aber, dass es auch unter der NS-Diktatur Spielräume gegeben habe, die jedoch zu wenig genutzt worden seien. „Denn man konnte Software &Consulting für das Kredit-und Forderungsmanagement sich beispielsweise schon wehren, scharenweise alte Parteigenossen einzustellen, man konnte sogar politisch Unliebsame beschäftigen oder zu einer internen Feierstunde statt eines Parteiredners einen Pfarrer bitten. Das alles ist auch geschehen, aber natürlich fast im Stillen“, erläutert Hirsch im Gespräch mit der SparkassenZeitung. Bei den verdienstvollen und mühsamen Quellenrecherchen wurde Hirsch maßgeblich von der Historikerin Sylvia Möhle aus Göttingen unterstützt. „Die Archive der VGH sind leer“, erklärte Hirsch. Er habe die Historie der beiden Versicherungsunternehmen anhand zufällig bewahrter und in diversen Staatsarchiven verstreuter Akten rekonstruiert. Eike Christian Hirsch: Versicherer im Führerstaat. Hannovers Brandkasse und Provinzial 1933 –1945. Göttingen: Wallstein 2012. 511 Seiten. MöchtenSie vonunserer über20-jährigen Erfahrung im Kredit-und Forderungsmanagement profitieren? Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine E-Mail: SUBITOAG|Kurhessenstr. 5|64546 Mörfelden-Walldorf|T: +49.6105.9702-0 |F:+49.1605.9702-104 |vertrieb@subito.de |www.subito.de anzeige


6 9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung finanzgruppe Mit Der SparKaSSe inS auSlanD „Sparkasse präsentiert sich als netzwerk von Banken“ „Wir wachsen kontinuierlich“ – so steht es in einer Publikation der Stockmeier Holding, einer Unternehmensgruppe, die in der Chemiebranche tätig ist. Das Bielefelder Unternehmen hat mithilfe der Sparkasse Bielefeld und der SaarLB das französische Unternehmen Quaron France erworben. Peter Ellinghorst, kaufmännischer Geschäftsführer der Stockmeier Holding, berichtet über seine Erfahrungen. DSz: Herr Ellinghorst, die Stockmeier- Gruppe war bereits vor dem Erwerb von Quaron mit zwei Standorten in Frankreich vertreten. Was bringt Ihnen dieser Neuerwerb an Nutzen? Neue Serie Zum Forum „Gesamtwirtschaftliche Perspektiven 2012“ haben sich Führungskräfte der Sparkassen-Finanzgruppe im Sparkassenhaus in Berlin getroffen. Die Veranstaltung zu den wirtschaftlichen und finanzpolitischen Perspektiven für das laufende Jahr fand bereits zum dritten Mal statt. pavel uttitz Prof. Liane Buchholz, Leiterin der Management-Akademie der Sparkassen-Finanzgruppe, stimmte die Teilnehmer auf die Themen der Veranstaltung ein. „Wir drehen uns im Kreis – von der Bankenkrise zur Schuldenkrise und wieder zurück“, sagte Buchholz. Das Ziel des Forums sei es, den Teilnehmern einige Hinweise zu Auswegen aus diesem Teufelskreis mit nach Hause zu geben. Die Garantie dafür seien die hochkarätigen Experten, die zu Wort kommen werden. Karl-Peter Schackmann-Fallis, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), zeigte die Leitlinien auf, die die Perspektiven der Sparkassen-Finanzgruppe bestimmen. Dabei handele es sich insbesondere um die Maßnahmen zur Bankenregulierung und ihre geschäftspolitischen Auswirkungen, sowie um die Strukturänderungen in der Sparkassen-Finanzgruppe, primär im Landesbankenbereich. Die Regulierung müsse das Geschäftsmodell, die systemischen Risiken und den Aktionsradius eines Instituts berücksichtigen, forderte Schackmann-Fallis. „Regional tätige Institute mit einlagenbasiertem Kreditgeschäft brauchen andere Regeln als global tätige Großbanken – ebenso wie ein Golf andere Sicherungskonzepte benötigt ellinghorst: Nachdem wir seit 15 Jahren bereits mit einem Standort zur Produktion von Polyurethansystemen in Frankreich tätig waren, war es an der Zeit, in Frankreich auch in der Chemiedistribution Fuß zu fassen. Denn Europa ist vor Asien und Nordamerika der größte Umschlagplatz für Produkte der Chemieindustrie. Quaron ist ein bedeutender Chemiedistributeur mit 7000 Kunden in Frankreich, der mit fünf eigenen Lagerstandorten flächendeckend im französischen Markt vertreten ist. Es war wichtig, zusammen mit der Overlack-Gruppe Quaron zu akquirieren, und sich damit im zweitgrößten Chemiedistributionsmarkt Europas zu etablieren. Für die Stockmeier-Gruppe ist diese Akquisition ein weiterer großer Schritt zum Aufbau eines europaweiten Distributionsnetzwerkes für chemische Produkte. Die zunehmende Konsolidierung der Branche sowie die Internationalisierung insbesondere auf der Beschaffungsseite hat uns bereits vor Jahren dazu bewogen, die Internationalisierung der Gruppe voran zu treiben. So eine Firma ist sicherlich nicht für „einen Apfel und ein Ei“ zu haben. Wie sind Sie bei der Finanzierung vorgegangen? Die Stockmeier-Gruppe ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Rund die Hälfte dieses Wachstums erfolgte organisch. Die andere Hälfte des Wachstums basiert auf Unternehmenszukäufen. Durch die starke Innenfinanzierungskraft der Gruppe sind wir in der Lage, das organische Wachstum und auch Teile der Unternehmensakquisitionen aus unserem Cash Flow zu finanzieren. In der Vergangenheit haben wir uns bei anstehenden Fremdfinanzierungen regelmäßig zuerst die Programme der KfW oder der NRW- „Sparkassen können kein Ausland“? Irrtum, können sie doch. Sie reden vielleicht nur zu wenig darüber. Die SparkassenZeitung stellt deshalb in einer losen Serie Praxisbeispiele vor, in denen Unternehmen über ihre Auslandserfahrungen berichten, die sie mit der Sparkasse und ihren Partnern gemacht haben. Foto dpa Forum „Gesamtwirtschaftliche Perspektiven 2012“ in Berlin ein Dauerzustand – aber keine Dauerkrise und anderen Regelungen unterliegt wie ein Tanklastzug.“ Auf Ebene der Landesbanken bleibe das Ziel eine horizontale Konsolidierung unter Einschluss eines allgemeinen Kapazitätsabbaus sowie eine weitere Entflechtung der Eigentümersphären von Ländern und Sparkassen. Der Prozess werde allerdings nicht in einem einzigen Institut münden, da dies in seinem Volumen kaum mehr beherrschbar wäre, resümierte Schackmann-Fallis. Franz warnt vor „Rezessionsgerede“ Mit den wirtschaftspolitischen Perspektiven für Europa beschäftigte sich anschließend Prof. Wolfgang Franz, Vorsitzender des Sachverständigenrats und Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. Eingangs warnte Franz vor einem „Rezessionsgerede“. Deutschland befinde sich zwar in einer konjunkturellen Delle, doch das bedeute keine Rezession. Dies untermauerte Franz mit den Zahlen zum privaten Konsum, der – vor dem Hintergrund der guten Arbeitsmarktsituation – zunehme und damit die Binnennachfrage beleben werde, trotz eines sich abschwächenden Exportüberschusses. Eine Rezession solle nicht herbeigeredet werden, denn ein Teil der Konjunktur sei auch Psychologie. Im Hinblick auf den Ausweg aus der Krise im Euroraum nannte Franz zwei wesentliche Aspekte: Kurzfristig müsse die aktuelle Vertrauenskrise überwunden werden. Mittelfristig seien Rahmenbedingungen für solide Staatsfinanzen und ein stabiles Finanzsystem Freut sich, dass die Sparkasse in Auslandskompetenz investiert: Stockmeier-Manager Peter Ellinghorst. Foto Stockmeier Bank angeschaut und dort nach passenden Lösungen gesucht. Dabei wurden wir von der Sparkasse Bielefeld unterstützt. Da es sich bei Quaron um ein ausländisches Unternehmen handelt, haben wir bei der Finanzierung zudem auch nach Instituten Ausschau gehalten, die Erfahrungen bei der Akquisitionsfinanzierung im Ausland haben. Neben dem Kontakt zu anderen Geschäftsbanken haben wir – auf Vermittlung der Sparkasse Bielefeld – mit der Saar LB gesprochen und gemeinsam mit ihr eine strukturierte Finanzierung des Kaufpreises aufgesetzt. Dabei kamen uns die fundierten Kenntnisse der Saar LB im französischen Markt sehr zu Gute. Sie haben schon mehrere Firmen im Ausland erworben. Gab es jetzt besondere Herausforderungen? notwendig. Eine mögliche Lösung bilde die vom Sachverständigenrat nach langen Diskussionen vorgeschlagene Einrichtung eines Schuldentilgungspakts. Der Austritt Griechenlands aus der Währungsunion sei keine Alternative, sagte Franz zum Schluss. Über die aktuellen Entwicklungen in der Bankenaufsicht informierte Erich Loeper, Leiter des Zentralbereichs Banken und Finanzaufsicht bei der Deutschen Bundesbank in Frankfurt. Im Vordergrund standen die Auswirkungen von Basel III auf die Banken und die Implementierung in den einzelnen Bankengruppen. Im Weiteren ging Loeper auf den Stand der aktuellen Diskussion in der Europäischen Kommission ein. Die drei größten Baustellen seien die Höhe der zusätzlichen Verlustabsorptionsfähigkeit, die Reform der Handelsbuchregeln und das Meldewesen im Hinblick auf die Finanz- und Solvenzdaten. Mit den wirtschaftlichen Chancen einer klugen Energiewende beschäftigte sich Prof. Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance in Berlin. Eine wirkliche Energiewende könne nur dann erreicht werden, wenn durch die erneuerbaren Energien die Lücke, die Kohle und Atomkraft hinterlassen, geschlossen werde, erläuterte Kemfert. Um dieses Ziel zu erreichen, nannte sie fünf Punkte als Voraussetzung: Ausbau der Infrastruktur (Netzausbau), Ausbau der Stromspeicher, Verbesserung der Energieeffizienz, Gesellschaftliche Akzeptanz des Ausbaus der Infrastruktur und Errichtung eines eigenständigen Energieministeriums. Unter Jede Akquisition ist eine Herausforderung. Bei einer Investition im Ausland kommen jedoch weitere vielschichtige Herausforderungen hinzu. So mussten wir durch intensive Gespräche mit dem Management herausfinden, ob das operative Geschäft tatsächlich so abläuft, wie wir es durch unsere Brille gesehen haben. Dies gilt für die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, aber auch für den Umgang mit Umweltstandards. Das sehr kurze Zeitfenster, das uns für die Due Dilligence zur Verfügung stand, stellte bei der aktuellen Übernahme eine besondere Herausforderung dar. Zudem ist es die größte Einzelmaßnahme, die Stockmeier je getätigt hat. Ist es nicht sehr schwierig, sich immer wieder mit neuen Rechtsvorschriften in unterschiedlichen Sprachen auseinanderzusetzen? Sich mit den Rechtsvorschriften hierzulande zu beschäftigen, ist schon nicht einfach und birgt zudem die Gefahr, sich ohne fachkundigen Beistand in rechtlichen Fußangeln zu verheddern. Deshalb ist es im Ausland erst recht unerlässlich, dass wir uns für die unterschiedlichen Rechtsgebiete, ob es sich nun um Vertragsrecht, Arbeitsrecht oder Umweltrecht handelt, guter Berater mit Erfahrung im jeweiligen Land bedienen. Dies macht eine Due Dilligence zwar teurer, darauf zu verzichten wäre jedoch sträflich. Da wir uns aber immer in der gleichen Branche bewegen, muss man auch festhalten, dass einige rechtliche Probleme in unterschiedlichen Ländern ähnlich gelagert sind. So sind beispielsweise Umwelt und Betriebsgenehmigungen Themen, die es in jedem Land gleichermaßen zu beachten gilt. Und da kann man auf einen gewissen Erfahrungsschatz zurückgreifen, was die Sache ein wenig erleichtert. In einigen Jahren wird das Unternehmen 100 Jahre alt. Was nehmen Sie sich bis dahin im internationalen Geschäft noch vor? Wie kann Ihnen die Sparkassen-Finanzgruppe dabei helfen? Beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Chancen einer klugen Energiewende: Prof. Claudia Kemfert, Energieexpertin beim DIW. Foto Marc Darchinger diesen Bedingungen sei nicht nur die Energiewende erreichbar, sondern der Klimaschutz könne für mehr Arbeitsplätze, technologische Marktführung und zur Öffnung neuer Märkte führen, so Kemferts Fazit. Der Weg des Euro entscheidet sich in Rom und Madrid Unter dem Titel „Von der Krise zum Dauerzustand“ rundete der Vortrag von Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka- Bank in Frankfurt, mit einem Börsenund Kapitalmarktausblick das Programm ab. Den Euro nannte er eine „sperrige Währung“. Sein Überleben hänge weniger von der Entwicklung in Wir sind entschlossen, unsere internationale Präsenz kontinuierlich auszubauen und zu festigen. Deshalb beobachten wir die Märkte sehr genau. Wann immer sich eine Gelegenheit zum Ausbau unseres internationalen Geschäftes ergibt, die strategisch sinnvoll ist und sich im Rahmen unserer Firmenphilosophie bewegt, werden wir diese Gelegenheit nutzen. Da wir den weiteren Ausbau unseres Auslandsgeschäftes nur zu einem Teil aus eigenen Mittel finanzieren, sind wir auf einen starken Finanz-Partner mit internationalem Know-how angewiesen. In der Vergangenheit wurde die Sparkasse eher als eine regional fokussierte Bank für Privatkunden und Firmenkunden wahrgenommen. Mit der Einführung des S-CountryDesk hat sich das geändert. Heute präsentiert sich die Sparkasse als ein Netzwerk von Banken, in dem die Kompetenz und das Knowhow im internationalen Finanzgeschäft der bundesweit agierenden Partner gebündelt wird. Es ist erfreulich zu sehen, dass die Sparkasse diesen Weg weiter verfolgt und in diesen Bereich investiert. Die Verbindung zur Sparkasse Bielefeld ist seit Gründung des Unternehmens sehr eng gewesen und stellt unsere wichtigste Verbindung zur Bankwelt dar. Wir freuen uns, wenn uns die Sparkasse auch künftig durch die Beschaffung notwendiger Informationen, durch die Bereitstellung umfassender Beratungs- und Service-Angebote sowie durch entsprechende Finanzpakete bei der Erschließung neuer ausländischer Märkte und dem Ausbau unserer vorhandenen Auslandsgeschäfte begleitet und unterstützt. Die Fragen stellte Iris Hemker, Referentin EuropaService der Sparkassen- Finanzgruppe. Länderinfos über Frankreich unter www.europaservice.dsgv.de Das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe finden Sie gebündelt unter www.countrydesk.de In Kürze Stockmeier-gruppe Aus dem 1920 von August Stockmeier gegründeten Handelshaus für chemische Produkte in Bielefeld – noch heute Hauptsitz des Unternehmens – hat sich das Firmennetzwerk der Stockmeier Gruppe entwickelt. Heute entwickelt, produzierte und verkauft das Unternehmen chemische Standardprodukte und Spezialitäten für zahlreiche Branchen an Standorten in Deutschland, Österreich, Frankreich, Schweiz, Polen, Russland und den USA. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen einen Umsatz von 370 Millionen Euro erwirtschaftet. Gegenwärtig beschäftigt die Stockmeier-Gruppe 700 Mitarbeiter, darunter 50 Auszubildende in elf Berufsbildern. Griechenland, Portugal und Irland ab. Vielmehr müsse das Augenmerk auf Spanien und Italien gerichtet werden. Dort entscheide sich, wohin der Weg zukünftig gehe. Deshalb werde es noch ein bis zwei Jahre dauern bis klar sei, ob der Euro es schafft. Kater knüpfte an die Ausführungen von Franz an und bestätigte, dass Deutschland von der Krise nicht betroffen sei. Hierzulande hätte es die Anpassung bereits vor der Krise in den Jahren 2001 bis 2007 gegeben. Die südeuropäischen Krisenländer müssen diesen Prozess noch durchmachen. Mit der Feststellung: „Die neuen Bedingungen auf den Kapitalmärkten sind ein Dauerzustand, aber keine Dauerkrise“ beendete Kater seinen Vortrag.


9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung sParKasseN ZieheN BilaNZ 7 Kreissparkasse Köln Kredite und einlagen im Plus Die Kreissparkasse Köln hat nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Alexander Wüerst im Geschäftsjahr 2011 ein ordentliches Wachstum in allen Geschäftsbereichen hingelegt. Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg Zusammen stark „Die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg blickt auf ein gutes Geschäftsjahr 2011 zurück.“ Das hat der Vorstandsvorsitzende Josef P. Bittscheidt vor der Presse bilanziert. george clegg Die rheinische Großsparkasse weitete ihre Bilanzsumme um 1,4 Prozent auf gut 24,8 Milliarden Euro aus. Dank einer im Jahresvergleich um 17 Prozent geringeren Wertberichtigung/Risikovorsorge konnte das Ergebnis vor Steuern um knapp 38 Prozent auf 74,3 Millionen Euro gesteigert werden. Während der Zinsüberschuss um 1,1 Prozent auf 459,2 Millionen Euro zulegte und der ordentliche Ertrag mit 151,6 (151,2) Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau lag, brach das Nettoergebnis aus Finanzgeschäften um fast 92 Prozent von 9,6 Millionen Euro im Jahr 2010 auf nunmehr 0,8 Million Euro ein. Das sei die Folge der deutlichen Zurückhaltung der Kunden beim Kauf von Wertpapieren, erklärte Wüerst. Dafür machte er nicht nur die negative Börsenentwicklung verantwortlich. Vor allem die strengeren regulatorischen Vorschriften bei der Kundenberatung und der Produktvermittlung im Investmentbereich wirkten seinen Worten zufolge abschreckend auf Interessenten. Der Wertberichtigungsbedarf und die Risikovorsorge in einer Gesamthöhe von 149,4 Millionen Euro wurden laut Wüerst auch durch die Beteiligung Präsentierte ordentliche Zahlen: der Vorstand der Kreissparkasse Köln mit seinem Vorsitzenden Alexander Wüerst (Vierter von links). Foto Sparkasse an der Landesbank Berlin und dem Abschreibungsbedarf auf Griechenland- Engagements in einem zweistelligen Millionenbereich belastet. Vor Bewertung erzielte die Sparkasse ein Betriebsergebnis 223,7 (2010: 233,68) Millionen Euro. Getragen wurde das Bilanzwachstum auch dank eines guten gesamtkonjunkturellen Umfelds vom Kreditneugeschäft. Hier konnte insgesamt ein Plus von 2,8 Prozent und damit ein Spitzenwert von knapp drei Milliarden Euro erreicht werden. Überproportional legte dabei die Immobilienfinanzierung mit 6,4 Prozent auf Neuausreichungen von knapp 1,21 Milliarden Euro zu. Der Kreditbestand dagegen wuchs lediglich um 0,7 Prozent auf knapp 19,1 Milliarden Euro. Angesichts der niedrigen Zinssätze hätten viele Kunden von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Belastungen durch Sondertilgungen zurückzuführen. Auch im Passivgeschäft konnte die Großsparkasse eine positive Entwicklung verzeichnen. Die bilanzwirksamen Einlagenbestände wurden um 1,6 Prozent auf gut 17,5 Milliarden Euro ausgeweitet, wozu Unternehmen wie Privatkunden gleichermaßen beitrugen. Die Vermögensbildung insgesamt lag unter Berücksichtigung der bilanzneutralen Zuwächse (86 Millionen Euro) bei 360 Millionen Euro. Bei einer von 60,9 auf 62,4 Prozent der DBS angestiegenen Cost-Income-Ratio konnte die Kreissparkasse Köln ihre Kernkapitalquote von 8,5 auf 9,4 Prozent der DBS ausweiten. Gut beschirmt fühlen sich die Kunden der Kreissparkasse am Starnberger See. F. dpa Unser Wachstum bei Einlagen und Krediten zeigt, dass wir die richtigen Produkte zu fairen Preisen anbieten, dass wir kompetent beraten und die Kunden uns vertrauen“, so Bittscheidt. Nach der Fusion der Kreissparkassen München Starnberg und Ebersberg im Mai 2011 sei das Kreditinstitut erfolgreich zu einem Haus zusammengewachsen. Die Kreissparkasse habe ihr Kundengeschäftsvolumen im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 15,8 Milliarden Euro gesteigert. Auf rund zehn Milliarden Euro sei die Bilanzsumme gestiegen – ein Wachstum von knapp 8,4 Prozent gegenüber 2010. Das operative Betriebsergebnis vor Bewertung liege mit 96 Millionen Euro leicht über dem Vorjahresniveau. Die Kundeneinlagen betrugen zum Jahresende über 7,9 Milliarden Euro. Mit einem Einlagenzuwachs von über 400 Millionen Euro baue das Kreditinstitut seine Marktstellung weiter aus. Von einer starken Position im Finanzierungsmarkt zeugten die Steigerungen im Kreditgeschäft um vier Prozent. Insgesamt bewilligte die Kreissparkasse Kredite über 1,1 Milliarden Euro. Zum Jahresende erreichte das Kreditvolumen knapp 5,9 Milliarden Euro. Das Kreditgeschäft sei dabei weiter Immobilien-geprägt geblieben. Vor allem die privaten Wohnbaudarlehen wuchsen mit Neuzusagen über 480 Millionen Euro überdurchschnittlich. Die hohe Bereitschaft, individuelle Vorsorge für die eigene Zukunft zu betreiben, zeige sich durch sehr gute Ergebnisse bei Lebensversicherungen und dem Bausparen. Bei den Firmenkunden spiegele sich das robuste Klima im regionalen Mittelstand wider. Hier verbuchte die Kreissparkasse Einlagenzuwächse um 11,6 Prozent und sagte rund 2500 gewerbliche Kredite mit einem Volumen von 530 Millionen Euro zu. Positiv verlief auch das Geschäft mit den 320 000 Privatkunden. In diesem Bereich wuchsen die Einlagen um 4,3 Prozent und die Kredite um 5,2 Prozent. DSZ Sparkasse Neuss Nachhaltig erfolgreich anzeige Die Menschen nachhaltig erfolgreich machen – dieses Ziel hat sich die Sparkasse Neuss nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Michael Schmuck gesetzt. Persönliche Nähe und eine hohe Beratungsqualität sorgten so für „ein erfolgreiches Geschäftsjahr in einem schwierigen Finanzmarktumfeld“. Die Sparkasse Neuss konnte eine stabile Geschäftsentwicklung verbuchen und, so Schmuck, ihre führende Position im heimischen Markt weiter festigen. Bei einer von sechs auf 6,1 Milliarden Euro angestiegenen Bilanzsumme wurde ein Jahresüberschuss von 5,8 (2010: 5,9) Millionen Euro nach Bewertung und Steuern erwirtschaftet. Aufgrund einer Abflachung der Zinsstrukturkurve entwickelte sich der Zinsüberschuss im Jahresvergleich mit 127,4 (2010: 133,5) Millionen Euro zwar leicht rückläufig. Ein gute Provisionsergebnis trug aber dazu bei, dass beim Betriebsergebnis vor Bewertung mit 56,9 Kasseler Sparkasse glänzende geschäfte Auf eine „glänzende Geschäftsentwicklung“ könne die Kasseler Sparkasse im Jahr 2011 zurückblicken, so Vorstandsvorsitzender Ingo Buchholz. Im Einlagen- und Kreditgeschäft erzielte sie erneut Wachstum, das Betriebsergebnis konnte sie nochmals verbessern. Die Bilanzsumme der drittgrößten Sparkasse Hessens stieg auf fast fünf Milliarden Euro. Die bilanzwirksamen Kundeneinlagen erhöhten sich um 23 Millionen auf über 4,1 Milliarden Euro. Im Wertpapiergeschäft stieg das Anlagevolumen um 44 Millionen Euro. Der Kreditbestand legte um 111 Millionen Euro auf fast drei Milliarden Euro zu. Die Darlehenszusagen insgesamt erreichten mit 415 Millionen Euro fast das Niveau des Vorjahres. Besonders erfolgreich war die Kasseler Sparkasse bei ihren Firmenkunden: Die Darlehenszusagen in dieser Kundengruppe lagen bei 275 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis vor Bewertung konnte nochmals um 1,2 Millionen Euro auf 56,3 Millionen Euro gesteigert werden. Die Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme betrug 1,14 Prozent (Vorjahr 1,12 Prozent). Die Cost- Income-Ratio verbesserte sich auf 60,3 Prozent (Vorjahr 60,9 Prozent). DSZ (58,9) Millionen Euro bzw. 0,92 Prozent (2010: 0,96) der DBS annähernd der Vorjahreswert erreicht werden konnte. Grundlage dafür war eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung sowohl im Aktiv- als auch im Passivgeschäft. So konnte das Kreditgeschäft nochmals von 4,6 auf 4,8 Milliarden Euro ausgeweitet werden, wobei sich vor allem die private Baufinanzierung als Wachstumstreiber erwies. Besonders erfolgreich zeigte sich das Leasinggeschäft, in dem mit einem Volumen von 32,8 (2010: 9,6) Millionen Euro und 367 (244) Abschlüssen ein Rekordergebnis verzeichnet wurde. Auch im Einlagengeschäft wurde das schon gute Ergebnis des Vorjahres nochmals um 1,5 Prozent auf ein Volumen von 4,12 Milliarden Euro ausgeweitet. Dass auch lang laufende Sparkassenbriefe verstärkt nachgefragt wurden, zeige laut Vorstandsmitglied Volker Gärtner den wachsenden Wunsch der Kunden nach sicheren Anlageformen mit verlässlich kalkulierbarer Rendite. George Clegg Aschaffenburg-Alzenau Jubiläumsjahr mit rendite Auf gezählten 128 Veranstaltungen hat die Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau 2011 ihr 175-jähriges Bestehen gefeiert – gemeinsam mit ihren Kunden. Und nebenher hat sie im Jubiläumsjahr auch noch schöne Erträge erzielt, die Vorstandsvorsitzender Heinz Danner der Presse präsentierte. Die Bilanzsumme habe sich um genau ein Prozent erhöht und mit 3,63 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert erreicht. Die Einlagen der Kunden stiegen um 1,9 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro an. Die Vermögenswerte der Kunden insgesamt legten um 1,1 Prozent auf 4,04 Milliarden Euro zu. 2011 wurden 424,2 Millionen Euro an neuen Krediten ausgereicht, das entspricht einer Zunahme von 10,4 Prozent. Der Kreditbestand nahm insgesamt um 2,4 Prozent auf 2,53 Milliarden Euro zu. Der Jahresüberschuss stieg 2011 von 8,6 auf 9,0 Millionen Euro. Das Verhältnis zwischen Kosten und Erträgen, die sogenannte Cost-Income-Ratio, hat sich weiter verbessert. Sie ist auf 58,1 Prozent zurückgegangen. Die Eigenkapitalrentabilität verharrte auf dem guten Vorjahreswert und beträgt 11,6 Prozent. DSZ Fachbuch ist gut,online ist schneller: „Wissenspool“ist beides Wissenspool bietet Ihnen Fachinformationen und Arbeitshilfen in digitalerForm. Sie finden hier alle Texteund Materialien jeweils zu einem umfassenden Themenfeld –ideal zum Recherchieren. Immeraktuell und mit vielen komfortablen Nutzungsmöglichkeiten ausgestattet, bietet „Wissenspool“ praxisbezogeneInformationen auf gewohnt hohem Niveau. Diese Themenmodule stehen Ihnen zur Verfügung: • Wissenspool „Risikosteuerung“ • Wissenspool „Geldwäsche“ • Wissenspool „Social Media“ Dieses Themenmodul befindet sich in Vorbereitung: • Wissenspool „Recht der Kapitalanlage“ Wir halten Sie auf dem Laufenden:Bei jeder wichtigen Änderung in den Modulen werden Sie über den E-Mail-News-Service „Wissenspool aktuell“ informiert. So verpassen Sie keine rechtliche Änderung. Interessiert? WeitereInformationen erhalten Sie nach dem Login auf www.sparkassenverlag.de im Info-Service Betrieb &Stab /Online &Softwareoder bei Ihrer Kundenberatung unter 0711 782-1693, fachmedien@dsv-gruppe.de


8 9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung sparkassen ziehen bilanz Sparkasse Kraichgau kapital mit komfort Die Sparkasse Kraichgau zieht eine positive Bilanz ihres abgelaufenen Geschäftsjahres. Die Bilanzsumme betrug zum Stichtag 31. Dezember 2011 3,69 Milliarden Euro, das entspricht einem Zuwachs von 6,5 Prozent. Der Zinsüberschuss nahm um rund drei Prozent auf 70,7 Millionen Euro zu. Der Provisionsüberschuss verzeichnete ein Plus von 5,5 Prozent und betrug rund 17 Millionen Euro. Auch der nur leicht gestiegene Verwaltungsaufwand von 49,2 Millionen Euro trug dazu bei, dass das Betriebsergebnis gegenüber dem Jahr 2010 nochmals gesteigert wurde. Unter dem Strich konnten somit aus dem laufenden Ergebnis 17,1 Millionen Euro dem Fonds für allgemeine Bankrisiken zugeführt werden. Die Cost-Income-Ratio lag bei 57,26. Zum Jahresende 2011 betrug das haftende Eigenkapital 259,4 Millionen Euro (plus 41,4 Prozent). Die bei der Eigenkapitalquote von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht verlangten acht Prozent übertrifft das Kreditinstitut um fast das Doppelte. Die Kundeneinlagen betrugen 2,5 Milliarden Euro (plus 3,5 Prozent). 1,95 Milliarden Euro hat die Sparkasse Kraichgau an ihre Kunden verliehen (plus 4,1 Prozent). Die Darlehenszusagen stiegen um 7,9 Prozent auf 301 Millionen Euro. Bemerkenswert war die Zunahme der Kreditzusagen im Privatkundengeschäft in Höhe von 26,4 Prozent auf 139 Millionen Euro. Bei den Darlehenszusagen im Bereich der Wohnungsbaufinanzierungen betrug der Zuwachs sogar 42,4 Prozent. DSZ Die Kreissparkasse Augsburg blickt zufrieden auf das abgeschlossene Geschäftsjahr. Die Bilanzsumme stieg um rund 129 auf 3033 Millionen Euro und überschritt damit erstmals die Marke von drei Milliarden Euro. Die Einlagen der Kunden verzeichneten ein Wachstum um rund 63 auf 2422 Millionen Euro (plus 2,7 Prozent). Vorstandsvorsitzender Richard Fank: „Bei uns können sich Anleger darauf verlassen, dass ihr Geld an Menschen im Wirtschaftsraum Augsburg weitergegeben wird, die wir gut kennen.“ Im Gegensatz zu vielen anderen Finanzinstituten betreibe die Kreissparkasse bewusst keinen eigenen Handel mit Wertpapieren. Stattdessen reiche sie Kapital in vollem Umfang an Kreditnehmer weiter. Sparkasse Wetzlar kosten reduziert, betriebsergebnis gesteigert In einem herausfordernden Jahr habe die Sparkasse Wetzlar nachhaltig gewirtschaftet und blicke somit auf ein erfreuliches Geschäftsjahr 2011 zurück, berichtet das Institut. Neben einem Zinsüberschuss von 51,6 Millionen Euro (2010: 48,5 Millionen Euro) habe man auch 2011 ein „im langfristigen Zeitvergleich überdurchschnittliches Ergebnis“ bei den Provisionseinnahmen in Höhe von 15,5 Millionen Euro (2010: 16,1 Millionen Euro) verzeichnet. Die Kostenpositionen seien sowohl im Personal- als auch im Sachaufwand weiter reduziert worden. Das „sehr zufriedenstellende“ Betriebsergebnis vor Risikobewertung habe im Vorjahresvergleich um rund 3,6 auf 24,2 Millionen Euro gesteigert werden können. Dies gebe ausreichenden Spielraum für die Risikovorsorge und die Eigenkapitaldotierung. Wenngleich die zum Teil erfreuliche Liquiditäts- und Ertragslage vieler Kreissparkasse Augsburg Geld bleibt am Ort Unternehmen zu verstärkter Innenfinanzierung führte und die vergleichsweise niedrigen Zinsen im Anlagebereich verstärkt zu Kreditrückführungen veranlassten, zeugten Kreditzusagen – inklusive vermitteltem Geschäft an Verbundunternehmen – in Höhe von rund 225 Millionen Euro (2010: 234 Millionen Euro) von einer uneingeschränkten Kreditversorgung der Unternehmen und der privaten wie öffentlichen Haushalte. Mit 1362,2 Millionen Euro „Dadurch verzichten wir zwar auf höhere Rendite- und Ertragschancen, verwirklichen aber unsere Vorstellung eines nachhaltigen Finanzwesens, das sich ganz nah an der realen Wirtschaft vor Ort orientiert“, sagt Fank. Mit der Steigerung des Kernkapitals um 18,6 auf 161 Millionen Euro erfüllt die Kreissparkasse die aktuellen Kapitalanforderungen nach Basel III. Der Bilanzgewinn belief sich im Jahr 2011 auf rund 2,6 Millionen Euro gegenüber 1,6 Millionen Euro im Vorjahr. Das Kreditvolumen betrug im vergangenen Jahr 2450 Millionen Euro und lag damit um rund 4,1 Prozent über dem bereits außergewöhnlich starken Vorjahr. Getrieben wurde es weiterhin vor allem vom Geschäft mit Unternehmen und Selbstständigen. DSZ lag der Bestand der Forderungen an Kunden über dem Niveau des Vorjahresultimos (1353,9 Millionen Euro). Auch im Jahr 2011 achteten die Kunden in besonderem Maße auf die Sicherheit Ihrer Einlagen und legten ihre Gelder verstärkt in bilanziellen Produkten der Sparkasse an. Die Kundeneinlagen wuchsen erneut an und wiesen zum Jahresultimo einen Bestand in Höhe von 1669,8 Millionen Euro (2010: 1633,0 Millionen Euro) auf. DSZ Sparkasse Spree-Neiße höchst rentabel gewirtschaftet Sehr zufrieden hat Ulrich Lepsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Spree-Neiße, Medienvertretern die positive Geschäftsentwicklung des Jahres 2011 präsentiert. Die Bilanzsumme des Instituts übersteige mit einem Wachstum von 106,1 Millionen Euro erstmals die Marke von 2,6 Milliarden Euro. Die Sparkasse Spree-Neiße könne im Umfeld einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung erneut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken – getragen von einem erneuten Zuwachs der Kundeneinlagen. Das Volumen der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden beträgt 2230,3 Millionen Euro (plus 2,9 Prozent). In einem positiven Konjunkturumfeld habe die Sparkasse auch im Kundenkreditgeschäft an die gute Entwicklung der vergangenen Jahre anknüpfen können. Insgesamt wurden Darlehen in Höhe von 123,5 Millionen Euro neu ausgereicht. Im Wohnungsbaukreditgeschäft beträgt das Volumen der ausgereichten Finanzierungsmittel 72,8 Millionen Euro und übertrifft damit das hohe Vorjahresniveau um 18,4 Prozent. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung übersteigt zum 31. Dezember 2011 mit 60,1 Millionen Euro beziehungsweise 2,32 Prozent der DBS das Vorjahresniveau. Mit einer Cost-Income-Ratio von 39,1 Prozent (2010: 41,7 Prozent) zählt die Sparkasse wiederholt zu den, so Vorstandsvorsitzender Lepsch, „rentabelsten Kreditinstituten Deutschlands“. DSZ anzeige Sparkasse Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim beitrag für die Umwelt Frühbucherrabatt sichern! Bis zum 16.03.2012 anmelden und 10 %sparen! „Die Sparkasse im Landkreis Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim ist erfolgreich durch das Jahr 2011 gegangen“, sagte Vorstandsvorsitzender Helmut Kauer. Die Bilanzsumme wuchs um 49 Millionen auf 1,691 Milliarden Euro. Die Gesamteinlagen der Kunden (inklusive Wertpapiere) blieben mit 1,425 Milliarden Euro in etwa stabil. Insgesamt vertrauten die Privatkunden dem Institut 9,7 Millionen Euro oder ein Prozent mehr zur Geldanlage an. Mit einem Plus von 28,4 Millionen Euro (3,3 Prozent) bei den Gesamtkrediten (inklusive Avale) helfe die Sparkasse, die Strukturen im Landkreis zu verbessern und junge Familien in ihre eigenen vier Wände zu bringen, so Kauer. 155,7 Millionen Euro wurden an neuen Kredite ausgereicht. Insgesamt hat die Sparkasse 896,8 Millionen Euro an Krediten ausgegeben. „Bei den neu ausgereichten Darlehen lag der Schwerpunkt erneut auf den regenerativen Energien wie Fotovoltaik, Biogas oder Windkraft – unser Beitrag für den Schutz der Umwelt“, so Kauer. Außerdem nahmen viele Unternehmen die positive Stimmung auf und investierten kräftig.“ Die Kredite an Unternehmen und Selbstständige konnten um 7,6 Prozent gesteigert werden. DSZ Sparkasse Werra-Meißner Modell funktioniert EffektiveWerkzeuge für Ihr zielgruppenorientiertes, erfolgreichesDialogmarketing DialogmarketingTag2012 am 25. und 26. April in Stuttgart Gelungenes Dialogmarketing ist im Prinzip ganz einfach: Sie müssen zusammenbringen, was zusammenpasst. Mit anderen Worten: Ein vielversprechendes Produkt alleine genügt nicht. Erst die Auswahl der richtigen Zielgruppe bringt den Erfolg. ProfitierenSie vonwertvollen Tippsund Anregungen aus unseren Workshops: • Datamining –der zentrale Erfolgsfaktor im Dialogmarketing. • ZielgruppenspezifischeAnsprache des digitalen Kunden. • Das Telefon als Vertriebskanal: Telefonmarketing –Best Practiceund Cases. • Die crossmediale Modernisierer-Kampagne für Immobilien-Eigentümer – vomMailing zum Vertriebserfolg. Melden Sie sich jetzt an unter: www.dialogmarketingtag.de. Hier finden Sie das detaillierteProgramm und weitereInformationen. Fragen zur Anmeldung beantwortet Ihnen Frau PetraKrieg telefonisch unter 0711 782-1681. Sparkasse Unna kreditrekord Von einem „sehr erfolgreichen Geschäftsjahr“ sprach Klaus Moßmeier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Unna, bei der Bilanzpressekonferenz. Die Bilanzsumme konnte um 77 Millionen Euro gesteigert werden und knackte mit 1,542 Milliarden Euro die 1,5-Milliarden-Euro-Marke. Mit 192 Millionen Euro lagen die Kreditzusagen auf dem höchsten Niveau in der Geschichte der Sparkasse Unna. Insgesamt vertrauten die Kunden der Sparkasse 1069,3 Millionen Euro an bilanzwirksamen Einlagen an. Das sind rund sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Das Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 1,32 Prozent der DBS und eine Cost-Income-Ratio von 51,2 Prozent bestätigen, so das Institut. die „gute Rentabilität“. DSZ „Das Erfolgsmodell Sparkasse funktioniert“, so Vorstandsvorsitzender Frank Nickel bei der Bilanz-Pressekonferenz der Sparkasse Werra-Meißner. Man habe 2011 in allen relevanten Geschäftsfeldern Wachstumsraten zu verzeichnen gehabt. Nach dem Rekordjahr 2010 hätten die Veränderungen an den Geld- und Kapitalmärkten jedoch dazu geführt, dass der Zinsüberschuss moderat auf 37,1 Millionen Euro (2,22 Prozent der DBS) zurückgegangen sei. Das Provisionsergebnis konnte weiter um 700 000 auf 11,3 Millionen Euro gesteigert werden. Der Verwaltungsaufwand blieb nahezu konstant. Das Bewertungsergebnis als Summe aus den Abschreibungen auf Wertpapierbestände und dem Wertberichtigungsbedarf auf Forderungen an Kunden und Beteiligungen hat sich auf 9,5 Millionen Euro erhöht. Hier habe sich die Entwicklung an den Geldund Kapitalmärkten niedergeschlagen, so Nickel. Die durchschnittliche Bilanzsumme reduzierte sich von 1675 (2010) auf 1669 Millionen Euro, die Kundeneinlagen erhöhten sich von 1111 (2010) auf 1148 Millionen Euro, das Kreditvolumen stieg von 945 (2010) auf 1053 Millionen Euro. DSZ Sparkasse Rügen ergebnisplus Die Sparkasse Rügen blickt auf ein gutes Geschäftsjahr 2011 zurück. Das zeige sich insbesondere in einem „ausgezeichneten Betriebsergebnis“ vor Bewertung von 8,7 Millionen Euro, so das Institut. Das Vorjahresergebnis von 6,9 Millionen Euro wurde damit deutlich übertroffen. Nach der sicherheitsorientierten Bildung von Reserven werde ein Jahresüberschuss von rund 641 000 Euro ausgewiesen. Dies entspreche in etwa dem Ergebnis des Vorjahres. Die Cost-Income-Ratio lag 2011 bei 65,10 Prozent, damit sei auch hier das Vorjahresniveau verbessert worden. 41,4 Millionen Euro neue Kredite sagte die Sparkasse Rügen 2011 zu – ein leichter Rückgang gegenüber 2010. Auch die Einlagen der Kunden nahmen leicht auf 431 Millionen Euro ab. DSZ


9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung vermischTes 9 Nach der Winterpause Läufer starten neue saison Die Zeit von Hallentraining oder Winterpause haben ein Ende, die verschiedenen Laufsportgemeinschaften in der Sparkassen-Finanzgruppe stehen förmlich in den Startlöchern. Gleich eine Reihe von Eröffnungsläufen geben in den nächsten Wochen das Startzeichen für die neue Saison. Mit dem Sparkassen-LaufCup unterstreicht die Sparkasse Spree- Neiße die Kontinuität der Sparkassen bei der Förderung des Breitensports und der Unterstützung von sportlichen Aktivitäten in ihrem Geschäftsgebiet. Immer mehr Läufer entdecken den Sparkassen-LaufCup. Nach über 700 Teilnehmern bei der erfolgreichen Premiere im Jahre 2006 nahmen in 2011 mehr als 2300 Laufbegeisterte an der LaufCup-Serie teil. Im Rahmen des Sparkassen-LaufCups 2012 finden neun Läufe in Cottbus und im Landkreis Spree-Neiße statt. Am 18. März eröffnet die Laufsportgemeinschaft der Sparkasse Heidelberg die Saison mit dem Heini-Langlotz-Lauf in Brühl-Rohrhof. Das Besondere: Das Laufteam feiert in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag. Derzeit konzentrieren sich die Akteure auf das Training für den Halbmarathon am 29. April mit Mathias Pfähler. Der war 2010 schnellster deutscher Athlet beim Athen Marathon und ging schon viermal bei den Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii an den Start. In Soest und Umgebung wird derzeit auf eine sportliche Premiere hintrainiert: „Der erste Sparkassen-Firmenlauf ist kein Wettkampf, sondern ein neues Lauf- und Teamevent im Kreis Soest“, sagte Soests Sparkassen- Chef Herbert Köhler. Er will nach eigenem Bekunden möglichst viele Kollegen von Unternehmen und Behörden anspornen, sich fürs Laufen, Walken oder Nordic Walking am 5. Juli zu begeistern. DSZ Deka Investment Cup bringt die Besten nach Moskau Vertriebserfolg führt direkt in den Kreml Neue Runde, neues Glück. Vor wenigen Wochen wurde der nächste Deka Investment Cup (DIC) gestartet, und in den kommenden Monaten haben Mitarbeiter aus Sparkassen und Verbundpartnerunternehmen wieder die Chance, eine besondere Reise zu gewinnen. Die erfolgreichsten Berater werden in diesem Jahr nämlich nach Zypern reisen, und die Auslober aus dem Hause der Deka versprechen auch dafür wieder jede Menge Überraschungen. Beeindruckt von Moskau und den Insider- Informationen von Roland Strumpf war auch Peter Rauscher (r.). Foto Sparkasse Dass sich die Teilnahme am DIC lohnen kann, das haben die bisherigen Runden schon unter Beweis gestellt. Vor allem die vom vergangenen Jahr, die die besten Berater tagelang in die russische Metropole Moskau brachte. Es waren „unvergessliche Eindrücke in einer der Weltmetropolen“, formulieren beispielsweise Tim Geiß und Helmut Prasser von der Sparkasse Allgäu bei ihrem Rückblick auf ein „traumhaftes Wochenende in Moskau“. Aus ihrer Schilderung wird dann auch deutlich, wie nachhaltig beispielsweise die Eindrücke beim Besuch des Kreml waren. Die Besichtigung der ehemalige Residenz russischer Zaren und des Regierungssitzes des russischen Präsidenten gehörte zu den Höhepunkten der Gewinnerreise. Aber beeindruckt zeigen sich die Gewinner aus dem Allgäu vor allem auch von der berühmten Moskauer U-Bahn. Rund 2,4 Milliarden Menschen werden schließlich jährlich von diesem Verkehrssystem mit einem Streckennetz von 302 Kilometern und nicht weniger als 182 Stationen transportiert. Noch nicht mitgezählt bei der Statistik sind wohl die 90 Gewinner, die die Deka aus Sparkassen und Landesbanken nach Moskau gebracht hatte. Die wurden übrigens durch einen Vortrag des ZDF-Korrespondenten Roland Strumpf zu Beginn ihres Moskau-Besuchs auf die politischen Eigenarten der Metropole eingestimmt. Gut zugehört hat offenbar dabei auch die Gewinnerin aus der Sparkasse Landshut, Juliane Walpetinger. Rund 20 Millionen Einwohner, zwei Millionen Autos, das sind beispielsweise Erinnerungen, die sie den Daheimgebliebenen aus Russland präsentieren kann. Dass jeder Moskauer Autofahrer statistisch gesehen zwölf Stunden im Monat im Stau steht, wird die Kollegen in Landshut beim nächsten Kurzzeit-Stopp sicherlich trösten können. Walpetinger hat jedenfalls registriert, dass Moskau offenbar dabei ist, viel vom Versäumten aus Zeiten des Kalten Kriegs jetzt wieder aufzuholen. Auch sie schwärmt jedenfalls von der Gewinnreise beim Deka-Cup. Die Eindrücke im Sternenstädtchen vor den Toren von Moskau, dort speziell der originalgetreue Nachbau der MIR-Raumstation und das Gespräch mit einem Kosmonauten waren es, die bei Mareike Bauz und Klaus-Peter Rauscher aus der Kreissparkasse Ostalb besonders nachhaltige Erinnerungen hinterlassen haben. Die erfolgreichen Sparkassenmitarbeiter empfehlen daher die Metropole besonders. Dutzende von Fotos brachten die beiden Gewinner aus der Sparkasse Allgäu von ihrem Moskau-Tripp in die Heimat zurück. Foto Privat „Anstrengend, aber unvergesslich“, so lautet der Kommentar von Stefanie Szonn von der Sparkasse Vest Recklinghausen nach dem Trip in die russische Metropole. Die begeisterte und vor allem auch erfolgreiche Tennisspielerin hat den Roten Platz möglicherweise auf Bespielbarkeit überprüft. Ansonsten aber ebenfalls viele unvergesslichen Eindrücke aus Moskau nach Recklinghausen zurückgebracht. Fu Nähere Informationen zur neuen Wettbewerbsrunde sind unter Kongresshotel Potsdam bietet Spezialpakete für Mitarbeiter an Teamgeist und schwimmwesten Teamgeist ist eine wichtige Grundvoraussetzung für erfolgreiche Mitarbeiter aus der Sparkassen-Finanzgruppe. Dass man Teamgeist aber auch erlernen kann, das wird in diesem Frühjahr in Potsdam unter Beweis gestellt. Gleich eine Reihe von Gruppenangeboten bietet das Kongresshotel Potsdam für Kollegen aus der Sparkassen-Finanzgruppe an. Dazu werden auch Fahrräder oder Kanus für Gruppentouren angeboten. Die „roten Drachen“ hoffen erneut auf erfolgreiche Saison Nur noch ein paar Tage Geduld haben müssen die Aktiven in Sachen Drachenboot der Frankfurter Sparkasse (Bild). Im April soll es wieder an jedem Dienstag auf dem Main losgehen. Dabei betonen die Aktiven aber nach wie vor ihren Status als „Hobbypaddler“, obwohl die Bilanz fürs Sportjahr 2011 eigentlich eine andere Sprache spricht. Die Frankfurter konnten jedenfalls mehr als nur Achtungserfolge verbuchen. Für die neue Saison, die in wenigen Tagen beginnt, haben sich die Red Dragons wieder viel vorgenommen. Vor allem soll aber beim großen Heimspiel auf dem Main, Teamfördernd ist nach Ansicht seiner Organisatoren aber das Floss-Projekt. Tatsächlich geht es hier darum, in der Gruppe ein schwimmfähiges Floss zu bauen. Schwimmkörper, Baumstämme, Bretter und Seile werden dafür vom Hotel zur Verfügung gestellt und erfahrene Experten führen anschließend auch bei der Floßfahrt über den Templiner See. Auch wenn die Organisatoren von der Wirkung des Gruppenseminars überzeugt sind, Schwimmwesten gehören auch zur Ausrüstung. Im Team wird auch das Kongresshotel selbst aktiv, denn gemeinsam mit dem Schloss Neuhardenberg und der Stiftung wird ein spezielles Frühjahrsarrangement für Sparkassen-Mitarbeiter angeboten. Im höfischen Ambiente in Neuhardenberg gibt es dann Kultur im Mehrfach-Paket, und in Potsdam können die Teilnehmer die Stadterkundungen auch auf die Nachbargemeinde (Berlin) ausdehnen. Theo Müller vom Hotel informiert Kollegen auch über andere Spezialangebote. DSZ beim geplanten Start zum sogenannten Museumsuferfest, eine gute Platzierung rauskommen. Im vergangenen Jahr war es bereits ein beachtlicher achter Rang unter 21 startenden Drachenboot-Teams, der die Kondition der Red Dragons auf dem Main unter Beweis stellte. Die erste Bewährungsprobe der neuen Saison dürfte aber Ende Mai anstehen, wenn auf dem Main ein spezielles Drachenbootfestival angesagt ist. Dann jedenfalls will das soeben gegründete Drachenboot-Team der Deka-Betriebssportler erstmals ins Geschehen eingreifen. Foto Sparkasse wer – wo – was Schon zum elften Mal in ununterbrochener Reihenfolge hat die Sparkasse Coburg-Lichtenfels im vergangenen Jahr an der Aktion der AOK unter dem Titel „Mit dem Rad zur Arbeit“ teilgenommen, und man muss kein Prophet sein, um auch für die nächste Runde in diesem Sommer aktive Teilnehmer aus der Region Coburg zu vermuten. Zumal es bei der letzten Runde nicht weniger als 68 Kollegen waren, die an der Aktion der Krankenkasse teilgenommen und den weg zur Sparkasse jeweils mit dem Fahrrad absolviert haben. Als die Sparkassen-Radler ausnahmsweise bei der Verlosung der Gewinne leer ausgehen sollten, haben Marketingabteilung und Personalrat der Sparkasse Coburg-Lichtenfels zur Selbsthilfe gegriffen: Edeltraut Nützel, Christian Kalter, Doris Vetter, Regine Förtsch, Veronika Klug, Christine Wahl und Silke Ritz konnten sich dann doch noch über einen Preis freuen, obwohl für alle Teilnehmer der gesundheitliche Gewinn im Vordergrund stand. Sparkassen gehören übrigens zu den stärksten Teilnehmerfeldern beim bundesweiten AOK- Wettbewerb um möglichst viele Fahrrad-Kilometer auf dem Weg zur jeweiligen Arbeitsstätte. ✽ Jetzt hat die Sparkasse Münsterland Ost zehn Jahre lang einen eigenen Kaiser. Bis 2021 regiert schließlich Uwe Eggelsmann als Kaiser der Schützenbruderschaft St. Hubertus in Albachten. „Eigentlich begann alles bereits im Jahr 2009, denn damals wurde ich Schützenkönig der Schützenbruderschaft St. Hubertus“, erzählt der Sparkassen-Mann. Wer nun einmal diesen Titel trägt, hat das Recht, am Kaiserschießen teilzunehmen. Damit dabei der Teilnehmerkreis ausreichend groß ist, findet dieses Schießen nur alle zehn Jahre statt. 33 der 38 ehemaligen Regenten waren dabei angetreten, um auf den „Kaiservogel“ zu schießen. Der hölzerne Vogel hielt standhaft durch, und erst beim 209. Schuss fiel er von der Stange. Eggelsmann hatte diesen Schuss abgegeben. Nun darf er gemeinsam mit Ehefrau Anke einen Teil seiner Freizeit als Kaiserpaar verbringen. „Es wird viel Freizeit draufgehen“, verriet der Kaiser schon den Kollegen. ✽ In der Stadtgeschichte von Villingen spielen Bürgerwehren eine herausragende Rolle. Für Sparkassenmitarbeiter Werner Mauch (Foto unten) trifft dies auch zu, denn schon seit vielen Jahren gehört er zu den Akteuren der Historischen Bürgerwehr in Villingen. Der Geschäftsstellenleiter erinnert sich: „Herausragend sind immer wieder Landestreffen der Bürgerwehren und Stadtgarden. In unserer Region erinnern sich viele Mitbürger noch gerne an das 200-jährige Jubiläum des Vereins. Wenn eine ganze Stadt jeweils in „Festlaune“ ist und überall kleine Stände aufgebaut sind, Musik und Frohsinn herrscht, so ist dies immer etwas Besonderes.“ Dabei liefert der Geschäftsstellenleiter auch gleich eine Motivation fürs eigene Engagement: „Da kommt dem Begriff ‚dem Alltag entfliehen‘ eine neue Bedeutung zu.“ Aber auch innerhalb des Vereins ist nach den Schilderungen des Kollegen einiges geboten. So treffen sich die einzelnen Abteilungen (Infanterie, Miliz, Kavallerie und Trachtengruppe) einmal im Monat zu ihrer Zusammenkunft. Auftritte bei städtischen Veranstaltungen, Waldfest und Auftritte der Tanzgruppe runden den Kalender ab. Foto Sparkasse DSZ


10 9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung dossier: social Media Sparkasse Hanau nutzt Facebook, Twitter, Xing und Youtube für einen intensiven Dialog mit den Kunden auch kritische Worte werden nicht gescheut Unser Anspruch war und ist es, dort zu sein, wo auch unsere Kunden sind und künftig noch stärker sein werden, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen – auch und gerade fernab des Bankgeschäfts. Die Potenziale, die sich durch Social Media ergeben, wollen wir nutzen und wichtige Erfahrungen sammeln. Hier sehen wir Chancen in der Kommunikation mit unseren Kunden und der interessierten Öffentlichkeit. Jan Miska sparkasse Hanau Wir sammeln bereits seit fast drei Jahren Erfahrungen in sozialen Netzwerken. Aktiv sind wir auf Facebook, Twitter, Xing und Youtube vertreten und seit Kurzem findet man uns auch auf Google+. Doch was macht eine Sparkasse im Social Net? Wir nutzen die neuen Möglichkeiten des Internets, um unseren Fans und Followern Mehrwerte zu bieten. Wir übertragen unsere Regionalität ins weltweite Netz und vermitteln damit Nähe über einen neuen Kommunikationskanal. Der Dialog und die Interaktion mit Kunden und Nichtkunden steht dabei im Fokus. Derzeit haben wir die größte Fan-Gemeinde auf Facebook unter den deutschen Sparkassen. Auf Augenhöhe mit den Netzbewohnern Das neue Werbegesicht der Sparkasse Hanau wurde über die Facebook-Kampagne „Local Hero“ unter 89 Bewerbern per Voting ausgewählt. Foto Sparkasse Mit einer persönlichen Note im Social Web werden wir als transparentes Kreditinstitut wahrgenommen, was zu einem noch größeren Vertrauen führt. Damit der Besuch für jeden Kunden, Freund, Fan und Follower zu einem Erlebnis wird, möchten wir Inhalte schaffen, die Mehrwerte bieten, glaubwürdig sowie authentisch sind. Wir erreichen über soziale Netzwerke Zielgruppen, die wir heute über klassische Medien nicht mehr erreichen. Den „Netzbewohnern“ treten wir auf Augenhöhe gegenüber und suchen den Dialog mit Kunden und Nichtkunden aus unserem Geschäftsgebiet. Diskussionen oder auch kritische Worte scheuen wir dabei nicht – wir gehen sogar offensiv damit um. So können wir auf Kundeneinwände direkt reagieren, Probleme lösen und uns für mögliche Fehler entschuldigen. Negative Postings werden ernst genommen. Auf Fragen und Kommentare wird schnellstmöglich reagiert – auch außerhalb der üblichen Arbeits- und Öffnungszeiten. Das ist die Basis dafür, den Kunden in Social Media schnell zufrieden zu stellen. Durch richtiges und schnelles Handeln und den aktiven Dialog können kritische Beiträge in positive Feedbacks gewandelt werden. Vor dem Start ins Web 2.0 entwickelte eine Projektgruppe, bestehend aus webaffinen Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Bereichen und Auszubildenden, die Social-Media-Strategie. Eigene Guidelines wurden frühzeitig erarbeitet und an alle Mitarbeiter kommuniziert. Über Produkte wird nicht getwittert Seit Juli 2009 twittert die Sparkasse Hanau. Täglich senden wir drei bis fünf Twittermeldungen (Tweets) an unsere Follower. Dabei fungiert Twitter mehr als Nachrichtenkanal und eignet sich durch die begrenzte Zeichenzahl weniger für den intensiven Dialog. Trotzdem erreichen uns über diesen Weg Anfragen und Meinungen, auf die wir zeitnah reagieren. Auf Xing sind wir aktiv mit einer eigenen Gruppe vertreten. Finanzthemen für Firmenkunden und Freiberufler sowie die Sparkasse Hanau als Arbeitgeber sind unsere Schwerpunktthemen. In unserem Youtube-Kanal stellen wir selbst produzierte Videos ein, die wir über andere Web 2.0-Plattformen verlinken. Natürlich findet der Facebook-Nutzer auf unserer Fanpage bei Bedarf auch das Produktangebot der Sparkasse Hanau. Allerdings halten wir soziale Netzwerke derzeit noch mehr für einen ergänzenden Kommunikationskanal. Daher sprechen wir auch nicht über Produkte, sondern über Themen, die für unsere fokussierte Zielgruppe interessant und relevant sein könnten. Voraussetzung dabei ist möglichst immer ein Bezug zur Sparkasse oder zur Region. Unsere bisher erfolgreichste und preisgekrönte Facebook-Kampagne führten wir im Sommer 2011 durch. Während sich Joko und Klaas einen unerbittlichen Wettkampf bei der bundesweiten Kampagne „Giro sucht Hero“ lieferten, suchten wir parallel den „Local Hero“ für das Girokonto der Sparkasse Hanau. Die Facebook-Community konnte per Voting unter 89 Bewerbern auswählen. Während des Kampagnenzeitraums entwickelte sich ein Kopf-an- Kopf-Rennen zwischen den Bewerbern Najla und Prolla. Am Ende konnte Najla den Zweikampf mit 2142 Stimmen für sich entscheiden. Für diese Kampagne wurden wir mit dem 1. S-IMK Social Media Award ausgezeichnet. Aktuell suchen wir auf Facebook den Abi-Jahrgang 2012. Schulen aus unserem Geschäftsgebiet können sich mit einem Video bei der „Abi- Challenge“ der Sparkasse Hanau bewerben. Die Facebook-Fans entscheiden darüber, welche Schule eine Unterstützung für den Abiball erhält. Ziel dieser Kampagne ist es, die Sparkasse als Unterstützer und Förderer der Schulen und Abijahrgänge öffentlich zu positionieren. Die AbiChallenge läuft noch bis 16. März. Wir sehen das Web 2.0 als Chance für den Service und Vertrieb. Je innovativer und origineller wir dabei auftreten, umso stärker werden wir unsere Community nachhaltig begeistern können. Authentizität durch natürliche und persönliche Kommunikation sind dafür die Basis. Mit einem leidenschaftlichen Social-Media-Team werden wir somit langfristig aus unseren Kunden Fans machen. LzO unterstützt Schülerprojekt „Banken im Social Web“ orientierung an der beruflichen Praxis Sparkassen Finanzportal hilft Sparkassen bei der Erstellung ihrer Web-2.O-Profile Ehrliche Rückmeldungen aus den sozialen Netzwerken Schüler des Wirtschaftsgymnasiums Oldenburg (WGO) führen ein Projekt zum Thema „Banken im Social Web“ mit der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) durch. Ihre Marketingkenntnisse sowie Präsentationstechniken haben die Schüler des gesamten 12. Jahrgangs des Wirtschaftsgymnasiums Oldenburg – bekannt als WGO –, das an den BBS Haarentor beheimatet ist, in den Mittelpunkt einer fächerübergreifenden schulischen Projektarbeit gestellt. Der langjährige Projektpartner, die Landessparkasse zu Oldenburg, ist bereits im neunten Jahr im Projekt engagiert. Der diesjährige Arbeitsauftrag des Bereiches „Medialer Vertrieb“ der LzO lautet „Banken im Social Web“, sprich, wie wird die LzO im Social Web bei Facebook, Twitter & Co noch interessanter. Hier steht insbesondere die Fragestellung im Fokus, welche konkreten Inhalte von Banken bei zum Beispiel Facebook und Twitter in unterschiedlichen Zielgruppen gefragt sind und mit welchen Marketingmaßnahmen diese Zielgruppen am besten angesprochen werden können. Die knapp achtwöchige Schüler-Teamarbeit wird in enger Kooperation von den Mitarbeitern der LzO sowie den Lehrkräften des Wirtschaftsgymnasiums Oldenburg (WGO) betreut, gemeinsam mit den Schülern umgesetzt und im Unternehmen im Rahmen einer Präsentation vorgestellt und diskutiert. „Wir wollen unsere Schüler mit realen Problemstellungen aus einem Unternehmen konfrontieren, um ihnen bereits in der Schule eine Orientierung an der betrieblichen Praxis zu ermöglichen“, sagt der für das LzO-Projekt zuständige Lehrer Marco Lüßmann. „Die Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsgymnasiasten ist wie in den Vorjahren wieder sehr erfreulich“, meint der LzO- Produktmanager Michael Staack aus dem „Medialen Vertrieb“. „Sie gehen mit professioneller Auffassung an die Arbeit, ich freue mich auf das Projektergebnis in Verbindung mit der Präsentation und der Diskussion der Ergebnisse“, ergänzt Produktmanager Gerrit Kayser von der LzO. Schon heute sind sich die Schüler einig: Der enorme Arbeitsaufwand neben dem regulären Unterricht wird sich lohnen. Eine Schülerin: „Wir können im Rahmen der Vorgaben unseres Auftraggebers selbstständig arbeiten und praxisbezogene Erfahrungen sammeln. Dafür sind wir dankbar. Das gilt auch für alle anderen Oldenburger Unternehmen und Organisationen, die sich in diesem Jahr für unsere Projekte zur Verfügung gestellt haben.“ DSZ Welche Inhalte sind bei Facebook oder Twitter gefragt? Gerrit Kayser (LzO-Produktmanager Internet), die Schüler Lukas Hinz, Sinan Tolan, Lisa Kortlang, Ines Link, Michael Staack (LzO-Produktmanager Internet) (von links) suchen Antworten. Foto Sparkasse Auf Facebook, Twitter und Bewertungsplattformen wie Qype entstehen Meinungen, Trends, Urteile – auch über die Sparkassen. Vom Nischenthema für junge, internetaffine Zielgruppen hat sich das Social Web zum generationenübergreifenden Massenphänomen und Meinungsmacher entwickelt. Wer in der jüngeren Zielgruppe wahrgenommen werden will, muss die sozialen Netzwerke in die Kundenkommunikation mit einbeziehen. alexander doukas Das sprunghafte Wachstum der sozialen Netzwerke in den letzten Jahren hat die Kommunikationslandschaft deutlich verändert. Im Social Web wird über vieles diskutiert – auch über Sparkassen. Jedes Institut sollte sich zumindest in die Zuhörerrolle begeben, um Stimmungen und Meinungen einzufangen – und im besten Falle gleich positiv zu beeinflussen. Als strategischer Partner des DSGV hat das Sparkassen-Finanzportal in dem Projekt Social-Media-Strategie die Voraussetzung dafür geschaffen, dass Sparkassen die sozialen Netzwerke zu ihrem Vorteil nutzen können. Über eine Web-Reputation-Analyse erfahren sie, was und wo über ihre Sparkasse im Netz gesprochen wird und wie ihre Mitarbeiter im Social Web auftreten. Dauerhaft angelegt ist das Social-Media-Monitoring: Es identifiziert, beobachtet und analysiert fortlaufend nutzergenerierte Inhalte in sozialen Netzwerken und zeigt an, wenn ein vorab definierter Begriff (zum Beispiel ein Marken- oder Institutsname) auftaucht. Das Monitoring umfasst alle Arten von Plattformen wie Facebook, Twitter, Blogs, Foren und Bewertungsportale. Auch User-Kommentare in Online- Ausgaben von Zeitungen werden berücksichtigt. Ein gutes Monitoring bietet viele Vorteile: Es verfolgt Tendenzen in Echtzeit, kann einzelne Suchbegriffe überwachen und generell erkennen, mit welchen Suchbegriffen eine Sparkasse in Zusammenhang gebracht wird. Der DSGV nutzt das Social-Media-Monitoring für die zentrale Beobachtung und Auswertung von relevanten Themen. Insgesamt profitieren bereits fast 350 Institute von dem Dienst. Ein Social-Media-Monitoring macht Trends früh sichtbar und ermöglicht die Entwicklung passender Kommunikationsstrategien – inklusive einer erfolgreichen Krisenprävention. Erscheint ein Begriff in einem engen Zeitrahmen sehr häufig, zum Beispiel Beschwerden über das Online-Banking, lässt sich dies über ein Monitoring schnell feststellen. Die Sparkasse sieht, auf welcher Plattform die Beschwerden auftauchen und kann diese direkt beantworten, indem sie Einträge kommentiert oder mit dem Kunden Kontakt aufnimmt. Aus den Ergebnissen des Monitorings lässt sich viel lernen, denn der Gedankenaustausch im Netz ist unzensiert. Nirgends bekommen Unternehmen ehrlichere und direktere Rückmeldungen als in sozialen Netzwerken. Social-Media-Publisher dient als Schnittstelle Aktiv in den Kundendialog einsteigen – zum Beispiel mit einer eigenen Präsenz bei Facebook. Dies bietet sich für alle Institute an, die ihre Hausaufgaben im Online-Vertrieb gemacht haben und ihren Blick nun verstärkt aufs Web 2.0 richten möchten. In Workshops mit dem Sparkassen-Finanzportal legen jene Institute ihre Social-Media-Strategie fest: Welche Ziele, welches Publikum soll angesprochen werden und welche Plattformen eignen sich dazu am besten? Das Sparkassen-Finanzportal unterstützt die interessierten Sparkassen auch bei der Einrichtung und Gestaltung ihrer Profile. Um die Auftritte der Sparkassen mit Leben zu füllen, gibt es den Social- Media-Publisher: Er arbeitet als Schnittstelle zwischen Sparkassen und sozialen Netzwerken. Zurzeit können über das leicht zu bedienende Tool Inhalte auf Twitter und Facebook veröffentlicht werden, durch modulare Umsetzung zukünftig auch in weiteren sozialen Netzwerken. Mit dem Social-Media-Publisher lassen sich Posts und Tweets in Form von Texten, Bildern oder Videos komfortabel vorbereiten und veröffentlichen. Das Sparkassen-Finanzportal stellt den Instituten eine Grundversorgung von aktuellen Beiträgen zu Sparkassen-relevanten Themen zur Verfügung. Sparkassen können die passenden Meldungen auswählen – und sich ganz auf die Kommunikation ihrer lokalen und regionalen Inhalte konzentrieren. Nirgends ist die junge Zielgruppe so gut erreichbar wie in sozialen Netzwerken. Das heißt auch: Nirgends gibt es so viele potenzielle Nachwuchstalente. Für das Bewerbermarketing in sozialen Netzwerken eignen sich besonders gut virale Videos, die zum Beispiel den typischen Arbeitstag eines Azubis im jeweiligen Institut beschreiben. Auch durch ansprechende Apps, die in die Kampagne des Instituts eingebettet sind, kann die Bindung zwischen User und Sparkasse gefestigt werden. Verschiedene Workshops für Anfänger oder Profis vertiefen die Kenntnisse und verbessern interne Prozesse im Umgang mit Social Media. Denn auch die Sensibilisierung der eigenen Mitarbeiter für den privaten und beruflichen Umgang mit sozialen Netzwerken ist sehr wichtig: Schließlich sehen User Mitarbeiter als Repräsentanten ihrer Unternehmen. Die sozialen Netzwerke sind für eine stetig wachsende Zahl von Menschen meinungsbildend und müssen in die Strategie für die Unternehmenskommunikation eingebunden werden. Dank Social-Media-Monitoring können Sparkassen in einen gezielten Dialog mit Kunden treten und diesen durch einen eigenen Auftritt weiter forcieren. Aktuelle Beispiele wie die DSGV-Aktion „Sparkassen im Dialog“, die auf die „Occupy“-Bewegung eingeht, zeigen: Ein Meinungsaustausch auf Augenhöhe ist möglich und kann beide Seiten bereichern. Das Sparkassen-Finanzportal unterstützt die Institute bei solchen Dialogen mit ihren Kunden strukturell und inhaltlich. Der Autor ist Geschäftsführer der Sparkassen Finanzportal GmbH.


9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung DOSSIER: SOCIAL MEDIA 11 Social Media Monitoring hilft Sparkassen beim Verständnis der Reaktions- und Steuerungsnotwendigkeiten Chancen wollen erarbeitet werden Soziale Netzwerke, Foren, Blogs, Twitter und Co.: Dort werden Meinungen geäußert und mit einer ungeheuren Geschwindigkeit verbreitet – auch über die Sparkasse. Als regional verankerte Universalkreditinstitute suchen und bestätigen die Sparkassen ihre Daseinsberechtigung gegenüber bundesweit beziehungsweise weltweit agierenden Mitbewerbern im globalen Social Web. TILL HAvERKAMp Deutscher Sparkassen- und giroverband Bei aller Fantasiebegabtheit dürfte William Shakespeare den Titel seines berühmten Klassikers nicht mal ansatzweise in dem Bewusstsein gewählt haben, dass dieser Generationen später als Credo für eine Massenströmung der modernen Kommunikationsgesellschaft dienen könnte – und doch: „Wie es Euch gefällt…“ bringt auf den Punkt, wie sehr das Gefallen des Verbrauchers und dessen Bereitschaft seine Aufmerksamkeit und Meinungen auf Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter & Co zu teilen die Art und Weise verändert, wie Unternehmen mittlerweile in ihrer Kommunikation (inter-)agieren. Das „gefällt mir“ bei Facebook und dessen Pendants in anderen Kanälen ist nicht nur zu einer neuen Währung geworden – durch die sozialen Verbreitungspotenziale sind Markenanbieter wie die Sparkassen viel stärker als in der Vergangenheit abhängig von dem Gefallen der Kunden. Insbesondere deshalb, weil sich Nichtgefallen in den sozialen Mitmachmedien noch sehr viel schneller und flächendeckender verbreiten kann, als es bis vor ein paar Jahren noch vorstellbar war. Ein Kunde, der sich schlecht beraten fühlt, hat seinem Ärger früher am viel zitierten Stammtisch Luft gemacht. Heute postet er sein Missfallen zum Beispiel auf Facebook, da er sich hier vielfacher Solidarisierung sicher ist und auch das berechtigte Gefühl hat, seine Sparkasse zumindest ein wenig „unter Zugzwang“ zu setzen. Der Stein des Anstoßes ist einem breiten Publikum zugänglich, wird durch zustimmende Der DSV stellt Sparkassen fertige Themenpakete zum Bloggen mit den Kunden bereit Das App-Angebot wird erweitert Mit Facebook-Apps und aktuellen Bloginhalten gibt die DSV-Gruppe (Deutscher Sparkassenverlag) den Instituten innovative Medien an die Hand, ihre Präsenzen im Web 2.0 dauerhaft interessant zu gestalten. DENIS MINKENbERg Deutscher Sparkassenverlag Immer mehr Sparkassen entdecken Social Media als neuen Kommunikationskanal, der hohe Maßstäbe an den Kundendialog stellt. Es reicht eben nicht, eine Facebook-Seite oder einen Blog einzurichten. Vielmehr bleiben Repräsentanzen in den Social Media nur dann attraktiv, wenn sie ihre Fans mit regelmäßig wechselnden Inhalten versorgen. Damit das gelingt, hält der Deutsche Sparkassenverlag (DSV) eine ganze Reihe von Angeboten bereit – darunter spezielle Facebook-Apps. Sie können abhängig vom Thema auch eine Verbindung zu den übergeordneten Kampagnenthemen der Sparkassen herstellen. Der positive Effekt dabei: Die Fangemeinde wächst und mit ihr die Anziehungskraft der Seite, hat doch jeder Facebook-User im Durchschnitt 130 Freunde. Ganz nach Bedarf können Sparkassen themenspezifische Applikationen wählen, die der DSV im Auftrag der Sparkasse auf der jeweiligen Facebook-Seite integriert. Beispielsweise geht im März 2012 eine App rund um das Führerscheinsparen mit zentralem Gewinnspiel an den Start. Bäume pflanzen für die Kunden Seit Oktober gibt es die Börsen-App passend zum Planspiel Börse: ein Dax- Quartett im Stil eines Kartenspiels mit Daten von 30 Dax-Unternehmen. Die App wurde auf der zentralen Facebook- Die Werbekampagne „Giro sucht Hero“ bei Dreharbeiten zum Clip „Doppelgänger“ mit Kandidaten, die über Facebook eine Rolle ergattert hatten. Foto DSGV Kommentare verstärkt, Freundesfreunde werden aufmerksam und wissen vielleicht Ähnliches zu berichten, und alles ist unauslöschlich online dokumentiert – aller mindestens zu solchen Entwicklungen muss sich die Sparkasse positionieren. Fairness ist bei den Sparkassen verankert Natürlich gibt es in Bezug auf „Social Media“ nicht nur Schatten, sondern auch viel Licht. Dabei verhält es sich wie so oft: Risiken entstehen von selbst, Chancen wollen erarbeitet werden. Eine aktive Social-Media-Strategie eröffnet der Sparkassen-Finanzgruppe die Möglichkeit, sich mit ihren (Neu-)Kunden auf eine besondere Art und Weise zu verbinden. Und auch wenn hierfür teilweise noch Rahmenbedingungen zu schaffen sind, sollte dies vom Grundsatz her nicht schwer fallen, denn die in der Sparkassenidee verankerten Werte von Nähe, Menschlichkeit und Fairness sind nahezu Deckungsgleich mit den Zahlreiche Apps des DSV können über ein Baukasten-System die Facebook-Auftritte der Sparkassen individuell ausgestalten. Foto dpa Erwartungen der User im Social Web, es geht um faire Kommunikation auf Augenhöhe und direkten Dialog von Mensch zu Mensch – Bereiche, wo die Sparkasse vor Ort gegenüber der Konkurrenz punkten kann und muss. Social Media und die Sparkassenidee erfolgreich zusammenzubringen, daran wird schon in unterschiedlichen Bereichen der Sparkassen-Finanzgruppe mit viel Engagement gearbeitet. So betreiben mittlerweile etwa 100 Sparkassen eine eigene Facebook-Seite für beziehungsweise mit ihren Kunden – und unabhängig davon, ob noch mit einigen Dutzend oder schon einigen Tausend Fans ausgestattet – Interesse und Anerkennung der Kunden wachsen stetig. Um ihren aktiven Einstieg in die Social-Media-Kommunikation erfolgreich zu gestalten, konnten die Sparkassen auf umfangreiche zentrale Unterstützung bauen. Das von DSGV und Sparkassen-Finanzportal entwickelte Social-Media-Monitoring hilft initial und dauerhaft zu verstehen, welchen Meinungsströmungen man als Sparkasse gegebenenfalls ausgesetzt und welche Reaktions- und Steuerungsnotwendigkeiten sich daraus ergeben. Um auf diesen Erkenntnissen die eigene Social-Media-Strategie zu entwickeln, konnten die praxisorientierten Ergebnisdokumentationen und Leitfäden aus dem DSGV-Projekt „Social-Media-Strategie“ sowie darauf aufsetzende Beratungsmodule von DSV und SFP genutzt werden. „Die ganze Welt ist eine Bühne…“, mit diesem weiteren Zitat aus Shakespeares Stück lässt sich das Phänomen Social Media ergänzend beschreiben. Denn bei allem Dialog und Austausch, geht es im Social Web immer auch um ein gewisses Maß an Selbstdarstellung – auch für die Sparkassen. Und mit der Premiere von „Giro sucht Hero“ auf diesen Brettern, die die virtuelle Welt bedeuten, war auf Anhieb eine beeindruckende Inszenierung gelungen. Über 130 000 Facebook-Fans, knapp zwei Millionen Video-Ausspielungen und begeistertes Feedback von Kunden, Fachpresse und Sparkassen sind erfreuliche Verpflichtung für eine Zugabe. Noch mehr Web 2.0 bei „Giro sucht Hero 2.0“ Seit Anfang Januar bewerben sich Hunderte junger Menschen für eine Rolle in den Webfilmen mit Joko und Klaas. Die Rekrutierung findet dabei schwerpunktmäßig auf den Websites und Facebook-Seiten der Sparkassen statt, um schon vor der Kampagne für eine gute lokale Einbindung zu sorgen. Der Wettkampf „Doppelgänger“ mit dem Thema GiroGo wurde bereits vor eindrucksvoller Live-Kulisse beim Bundesliga-Heimspiel des FSV Mainz gegen Kaiserslautern mit großartigen Kandidaten gedreht. Zusätzlich wird in diesem Jahr die Möglichkeit geschaffen, dass Sparkassen auch auf der zentralen Facebook-Seite lokal ausgesteuerte Posts an ihre „Giro sucht Hero“-Fans senden, um für Aktionen oder ihre eigenen Facebook-Aktivitäten zu werben. Diese Maßnahmen dienen einem engeren Zusammenspiel aller. Seite des Planspiels integriert und sorgte dort für beachtliche Resonanz: Das Dax-Quartett wurde 12 200 Mal gespielt, und nach der Schaltung des Dax-Quartetts und begleitender Werbung auf Facebook konnten über 6000 neue Fans gewonnen werden. Wie man mit einer App ebenso spielerisch wie gezielt in die sparkassenspezifische Produkt- und Themenwelt einführen kann, macht der DSV auch mit seiner CO 2 -Spar-App vor. Sie lässt den User herausfinden, wie viel Kohlendioxid eine Fahrt mit dem Fahrrad statt mit dem Auto einspart – wobei die Sparkasse für jeden CO 2 -Spar-Sparer, der sein Ergebnis im Profil veröffentlicht, einen Baum pflanzen lässt. So bietet die App die passende Gelegenheit, über weitere Energiesparmöglichkeiten zu informieren und damit vom Themenkreis Bauen und Modernisieren letztlich zur Baufinanzierung überzuleiten. Dafür genügt ein entsprechender Teasertext mit Verlinkung auf die Website der Sparkasse mit den relevanten Produktinformationen. Der DSV wird sein Angebot an Facebook-Apps schrittweise ausweiten und dabei vor allem Applikationen anbieten, die zu den zentralen Kampagnen passen. Beispielsweise wird es im Oktober 2012 eine App zum Weltspartag geben. Sie dreht sich um das Weltspartags-Gewinnspiel, allgemeine Spartipps sowie Ratschläge zur Geldanlage und empfiehlt sich damit zugleich als Kundenbindungsinstrument. Für Institute, die individuelle Apps nachfragen, etwa für eigene Gewinnspiele oder Verlosungen, stellt der DSV ein einfach zu bedienendes Baukastensystem bereit. Gerade auch bei Blogs ist die Aktualität der Inhalte von zentraler Bedeutung. Fertige Themenpakete vom DSV wenden sich deshalb an die drei wichtigsten Zielgruppen der Institute. Hinzu kommen zielgruppenübergreifende Beiträge. Für Privatkunden stand beispielsweise im Weltspartags-Monat Oktober das Thema „Immobilien als Anlageform“ auf dem Plan, für Nachwuchskunden wurden pünktlich zum Studienbeginn Bildungskredite thematisiert oder Tipps zum Jobben in den Herbstferien gegeben. Und Firmenkunden fanden im Blog ihrer Sparkasse wichtige Informationen zu den Deutschen Gründer- und Unternehmertagen. Auf den Medien-Mix kommt es an Diese Beiträge können von den Sparkassen beliebig individualisiert werden, und auch die Aktualisierungsrate lässt sich nach Bedarf anpassen: Im Basis-Modul erhalten die Sparkassen ab April ein Mal wöchentlich neue Beiträge samt Teaserbilder für die drei wichtigen Zielgruppen, wobei die neuen Inhalte für Firmenkunden ein Mal monatlich bereitgestellt werden. Ein Redaktionsplan informiert die Sparkassen vorab über die Beiträge, sodass sie frühzeitig ihre Kommunikation im Web 2.0 planen können. Ob Facebook-Apps oder Blogs: Erst die crossmediale Vernetzung stellt sicher, dass die Zielgruppen auf die jeweilige Aktion aufmerksam werden. Daher ist es unerlässlich, alle Aktivitäten auf mehreren Kanälen zu bewerben und beispielsweise eine neue Facebook- App auch mit der Internetfiliale oder dem Unternehmens-Blog zu verlinken, sie in einem klassischen Printflyer, in Anzeigen und Plakaten zu bewerben oder mit wiederholten Posts bei Twitter zu unterstützen. Institute, die noch keinen Facebook-Auftritt, finden Hilfe in den Basis- und Umsetzungs-Workshops für Social-Media-Aktivitäten vom DSV. DOSSIER LESEZEICHEN Käsekuchen Nein, mit dem Thema Social Media dürfen wir der Oma Frieda nicht kommen. Da reagiert die alte Dame nämlich gar nicht damenhaft, ja zeitweise flucht sie förmlich. Darüber zum Beispiel, dass am letzten Sonntag keiner ein einziges Wort zum Käsekuchen gesagt hat. Schuld daran, da ist Oma Frieda absolut überzeugt, ist eben die Sache mit der Netzkumpanei. (Sie sagt wirklich Kumpanei, und wir Zuhörer sind uns nicht sicher, ob dieser Versprecher nicht mit voller Absicht geschieht.) Die Qualität von Oma Friedas Käsekuchen steht jedenfalls in der Familie seit Jahrzehnten außerhalb jedweder Diskussion. Der gelingt ihr einfach immer. Nun geht es der fleißigen Back- Expertin dabei so ähnlich wie den Sparkassen: Was gut ist, wird schnell als selbstverständlich hingenommen, das eigentlich fällige Lob eben schlichtweg vergessen. Beispielsweise am letzten Sonntag. Für die backende Hausfrau steht aber eine andere Analyse im Vordergrund. Zwei der Enkel, das hat sie trotz der Tarnung unterm Tischtuch entlarvt, haben sich wieder in der Weltgeschichte rumgetrieben. „Eure Frents sind ja wichtiger als mein Käsekuchen“, so lautet das Fazit in der Küche. Sicher, am übernächsten Sonntag wird einer von uns etwas zum Käsekuchen posten müssen. Werner Funk Top-Werte für Sparkassen Kommentiert wird selten Zusammen mit der Universität Bremen untersuchte Keylens Management Consultants die Präsenz von Banken und Finanzvertrieben auf Facebook. Konkret geht es in der Studie um Reichweite und Response von 54 Facebook-Seiten. Die Sparkassen geben auf Facebook den Ton an und erzielen Spitzenwerte für die Sites „Giro sucht Hero“ und die „Sparkassen-Lounge“. „Giro sucht Hero“, sammelte mit fast 130 000 Fans 2011 die meisten Anhänger auf Facebook und zog mit beachtlichem Abstand an Mitbewerbern vorbei. Platz zwei kassierten die Sparkassen auch gleich mit ein: mit der „Sparkassen- Lounge“ und 38 904 Fans. Fans sind zwar noch kein Erfolgsindikator, wie man bei Keylens betont, aber sechsstellige Gefolgschaften kommen nicht von ungefähr. Kommentare sind grundsätzlich erwünscht, auch kritische, aber insgesamt eher selten. Nur ein Bruchteil der Fangemeinde äußert Meinung. DSZ pR-Fachtagung Die sozialen Medien sind auch Thema der PR-Fachtagung, die am 19. und 20. März in Berlin stattfindet. Das Motto der Veranstaltung lautet „Die neue Realität der Kundenkommunikation“. Anmeldungen sind noch möglich: manuela. thomsen@dsgv.de Zwei Drittel in Facebook Zwei von fünf Banken planen in den nächsten Monaten, neue Social-Media- Projekte auf Xing, LinkedIn, Facebook, Twitter oderYouTube zu starten. 69 Prozent der Sparkassen arbeiten bereits an kurzfristigen Projekten im Bereich der Social Media. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Branchenkompass Kreditinstitute“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut, für die 100 Kreditinstitute befragt wurden. Bis 2014 wollen drei Fünftel der Banken in wenigstens ein Social-Media- Angebot investieren. So planen 47 Prozent einen Auftritt in einem privaten Netzwerk wie Facebook. Bei den Sparkassen sind es sogar 63 Prozent. DSZ


12 9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung dossier: social media Für das S-IMK leben erfolgreiche Sparkassen-Auftritte im Social Web vor allem vom persönlichen Engagement der Mitarbeiter Kampagnen sollten crossmedial vernetzt sein Die Zahl der Sparkassen, die über eine aktive Präsenz im Social Web verfügen, steigt monatlich weiter an. Trotz der wachsenden Konkurrenz der Dienste (beispielsweise GooglePlus oder Pinterest) ist Facebook nach wie vor das populärste Netzwerk und oft auch die erste Wahl, wenn es darum geht, als Sparkasse im Social Web aktiv zu werden. Thomas scholl sinstitut für marketing & Kundenbindung Insgesamt betreiben aktuell 93 Sparkassen eine aktive Präsenz auf dieser Plattform, was einer Steigerung um das Siebenfache im Vergleich zum März 2011 entspricht. Während noch vor einem Jahr lediglich zwei Sparkassen mehr als 1000 Facebook-Fans vorweisen konnten, verfügen heute bereits mehr als 20 Sparkassen über eine Fangemeinde mit mehr als 1000 Fans. Vereinzelte Sparkassen lassen mit weit mehr als 5000 Fans sogar die Konkurrenz der bundesweit agierenden Mitbewerber (Postbank, ING-Diba, Targobank, GLS Bank etcetera) weit hinter sich. Doch welche Faktoren machen diese Sparkassen so erfolgreich und was bringt Menschen dazu, sich aktiv zu beteiligen und Fan einer Sparkasse und zu werden? Die digitale und die reale Welt verschmelzen Was zunächst als größter Nachteil für eine Regionalbank im Social Web gesehen wurde, stellt sich immer mehr als ein bedeutender Vorteil heraus. Die regionale Ausrichtung der Sparkassen geht zwar einher mit einem eingeschränkten Empfängerkreis für Aktivitäten im Social Web, ermöglicht es aber auf der anderen Seite, digitale und reale Welt zu verschmelzen und kanalübergreifend mit den (potenziellen) Kunden in Kontakt zu kommen. Der Kunde „erlebt“ seine Sparkasse aus einer anderen Perspektive, sie wird für ihn greifbar oder „menschlich“, und es entsteht eine Identifikation mit einem Produkt oder dem Unternehmen. Gelungenes Beispiel hierfür ist die Aktion „Local Hero für das Grimm Giro“ der Sparkasse Hanau. Als lokale Adaption der GSW-Kampagne „Giro sucht Hero“ suchte die Sparkasse über Facebook das Werbegesicht für ihr Girokonto und ließ ihre Facebook-Fans die Gewinnerin bestimmen. Neues Werbegesicht auch auf Kinotickets Insgesamt konnten so innerhalb von zwei Monaten 3600 neue Fans gewonnen werden und somit eine Basis für weitere Kommunikationsmaßnahmen im Social Web geschaffen werden. Das Werbegesicht schmückt heute neben Plakaten und Aufstellern in den Geschäftsstellen auch 100 000 Kino-Eintrittskarten eines lokalen Kinos. Das vorige Beispiel macht es bereits deutlich: Die Möglichkeit, Entscheidungen mitzubestimmen und zu beeinflussen bringt Kunden und Nicht-Kunden dazu, sich zu engagieren und einen Beitrag zu leisten. Hierdurch entsteht eine Nähe, mitunter sogar ein Dialog zwischen Sparkasse und (potenziellem) Kunden, der eine neue Ebene in der Kommunikation öffnet und Kunden zu „Fans“ AufYoutube konnten Vereine aus der Kölner Region sich per Video für Spendengelder bewerben – eine Aktion der Kreissparkasse Köln. Foto dpa werden lässt. Ein weiteres gelungenes Beispiel hierfür ist die Aktion „Gut für die Region“ der Kreissparkasse Köln aus dem Jahr 2010, bei der Vereine aus der Region sich per Video für Spendengelder bewerben konnten. Abgestimmt wurde sowohl über das Online-Banking der Kreissparkasse als auch über Youtube, wo die knapp 170 Teilnehmer-Videos insgesamt über 190 000 mal aufgerufen wurden. Erfolg für eine Kampagne im Social Web stellt sich erst ein, wenn die Kampagne crossmedial vernetzt wird. Dies beginnt bei der Bewerbung auf der eigenen Homepage und setzt sich über alle klassischen Werbekanäle fort. Besonders bietet sich eine Verlängerung beziehungsweise Adaption bestehender Kampagnen (beispielsweise Altersvorsorge, Weltspartags-Aktion, Aktionen für Schulabgänger etcetera) an, da die Kampagnen hier lediglich für einen weiteren Kanal aufbereitet werden müssen. Gute Beispiele hierfür sind die Altersvorsorge-Kampagne „Alt werden – cool bleiben“ der Kreissparkasse Bautzen oder die Weltspartags-Aktion „Sie posten – wir spenden“ der Sparkasse Pforzheim-Calw. Die erfolgreichen Auftritte der Sparkassen im Social Web leben von dem persönlichen Engagement einzelner Mitarbeiter und der Unterstützung durch Vorgesetzte. Besteht keine Bereitschaft, sich auch außerhalb der offiziellen Arbeitszeiten für die Präsenz im Social Web zu engagieren oder werden innovative Kampagnen und Ideen von vornherein durch Vorgesetzte nicht unterstützt oder sogar blockiert, ist der Erfolg des eigenen Unternehmens im Social Web zum Scheitern verurteilt. Eine flexible Arbeitszeitregelung sowie ein Ausgleich für ein persönliches Engagement außerhalb der Arbeitszeit können hingegen für den Erfolg förderlich sein. Neuauflage für den S-IMK Social Media Award Erfahrungswerte bündeln, erfolgreiche Kampagnenkonzepte identifizieren und zum Austausch bereitstellen sind zentrale Ideen des S-IMK Social Media Awards, der 2011 zum ersten Mal verliehen wurde. Acht Sparkassen haben sich daran beteiligt und profitieren gegenseitig von den Ideen und Konzepten der anderen Teilnehmer. Als Sieger aus dem Wettbewerb der S-IMK ging die Sparkasse Hanau mit der Aktion „Local Hero für das Grimm Giro“ aus dem Wettbewerb hervor. Aufgrund der positiven Resonanz wird der Wettbewerb auch in 2012 wieder stattfinden und ab Ende Mai auf der Internetseite der S-IMK (www.s-imk.de ) ausgeschrieben. Die Sparkasse Bodensee beteiligt sich an einem Facebook-Projekt, das Jugendlichen Ausbildungsberufe vorstellt ausbildungslotsen weisen den Weg „Gut für die Region“ – diesen Leitsatz nimmt sich die Sparkasse Bodensee sehr zu Herzen. In ihrem neuesten Projekt, dem Ausbildungslotsen, bietet sie zusammen mit Partnerunternehmen jungen Leuten eine Informations- und Kommunikationsplattform rund um das Thema Ausbildung. Dabei werden die sozialen Netzwerke im Internet sinnvoll eingesetzt. Wolfgang aich sparkasse Bodensee Viele Jugendliche interessieren sich für bestimmte Berufe. Dazu gibt es auch viele Informationsangebote. Oft fehlt es allerdings an einem gleichaltrigen Ansprechpartner, der sich gerade in der angestrebten Ausbildung befindet. Vielleicht trauen sich die Jugendlichen deshalb auch nicht, mit ihren entsprechenden Fragen an die Unternehmen heranzutreten. Dies war eines der Motive der Sparkasse Bodensee, das Projekt des Ausbildungslotsen zusammen mit den Kooperationspartnern ins Leben zu rufen. Der Ausbildungslotse ist zudem eine sehr gute Möglichkeit für die Unternehmen der Region, sich selbst zu präsentieren. Ein Ticker zeigt jeweils die aktuell offenen Ausbildungsstellen der teilnehmenden Firmen an. Werner Allgöwer, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Bodensee, stellt deutlich eine Problematik heraus: „Unsere Region steht in einem massiven Wettbewerb um junge Talente. Dieser Wettbewerb verschärft sich durch die demografische Entwicklung immer weiter.“ Daher sei es für die Unternehmen wichtig, früh nachhaltige Kontakte zu Ausbildungsanwärtern zu knüpfen. Und dafür biete der Ausbildungslotse eine geeignete Plattform. Aktuelle Entwicklungen belegen den Bedarf Aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit spiegeln deutlich wider: Es gibt viele Ausbildungsplätze auf der einen und viele Jugendliche auf Jobsuche auf der anderen Seite. Allein in Baden- Württemberg blieben im Ausbildungsjahr 2011 insgesamt 4626 Stellen unbesetzt. Der Ausbildungslotse soll dabei Überzeugt vom Projekt: Daniel Köpf (Geschäftsführer fsb), Monika Aigner (Sparkasse Bodensee), Helmut Norwat (Vaude Sport GmbH), Zena Öztürk (Azubi und Ausbildungslotse Sparkasse Bodensee), Wolfgang Aich (Vorstandsstab Sparkasse Bodensee), Werner Allgöwer (Vorsitzender des Vorstands Sparkasse Bodensee) (von links). Foto Sparkasse helfen, Angebot und Nachfrage nach Ausbildungsplätzen in der Region zusammenzubringen. Grundprinzip des Ausbildungslotsen ist die Information potenzieller Bewerber über das Berufsbild sowie die Partnerunternehmen und deren aktuelles Angebot an Ausbildungsstellen. Azubis informieren über das Berufsbild Interaktiv können die „Azubis von morgen“ über eine Facebook-Seite Kontakt zu ihrem Ausbildungslotsen – einem speziell geschulten Azubi aus der jeweiligen Branche – aufnehmen und Fragen klären. Damit schafft dieses Angebot eine Möglichkeit, sich unverbindlich über ein Berufsbild zu informieren – und das auf Augenhöhe, da sich die Lotsen ja selbst gerade mitten in ihrer Ausbildung befinden und damit absolute Experten sind. So können auch Fragen gestellt und beantwortet werden, die ansonsten vielleicht nie gestellt worden wären. Die Azubis kennen die Fragen und vielleicht auch Ängste der potenziellen Bewerber wie zum Beispiel „Wie bewerbe ich mich richtig?“‚ „Wie läuft ein Vorstellungsgespräch ab?“ oder „Was wird von mir erwartet?“. Das Angebot, die angebotenen Ausbildungsberufe vorzustellen und das eigene Unternehmen zu präsentieren richtet sich an alle Firmen, die Kunden der Sparkasse Bodensee sind und ihren Sitz in deren Geschäftsgebiet haben – schließlich soll gezielt die Region gestärkt werden. Um bereits zum Projektstart möglichst viele Partner zu gewinnen und zu begeistern, bin ich in den letzten Wochen sehr viel unterwegs gewesen. In persönlichen Gesprächen und Präsentationen konnte ich viele Unternehmen für dieses in der Region einzigartige Projekt gewinnen. Zwar gibt es ähnliche Angebote, jedoch so zielgerichtet und modern wie der Ausbildungslotse ist keines von ihnen. Dies entspricht auch dem innovativen Gedanken des Projektes. Zudem ist es neu, dass eine Interaktion über Social Media möglich wird. Außerdem bietet der Ausbildungslotse den kooperierenden Unternehmen aus der Region die Möglichkeit, auf der Homepage freie Ausbildungsplätze zu bewerben – ein echter Gewinn für die Partnerfirmen. Warum gerade – trotz vieler kritischer Stimmen – Facebook als Plattform ausgesucht wurde, liegt auf der Hand. „Die Zielgruppe unseres Angebots, also die interessierten jungen Leute zwischen 14 und 25 Jahren, sind dort sehr aktiv. Wir als Sparkasse Bodensee haben diesen Trend schon seit Längerem erkannt und mit unserer Unternehmenspräsenz dort bereits sehr gute Erfahrungen machen können. Daher war der Einsatz dieses Medium für uns naheliegend“, betont Allgöwer. Auch kritische Chefs konnten überzeugt werden Auf einer Tour von Unternehmen zu Unternehmen konnten viele – auch zunächst kritisch eingestellte – Unternehmer und Chefs überzeugt werden, sich am Ausbildungslotsen zu beteiligen. Darüber hinaus begrüßen auch die Wirtschaftsförderung Bodenseekreis, die Wirtschaftsförderung der Stadt Konstanz, die Kreishandwerkerschaft Bodenseekreis sowie die Industrie- und Handelskammern Hochrhein-Bodensee und Bodensee-Oberschwaben dieses Engagement der Sparkasse Bodensee und konnten bereits als Kooperationspartner beziehungsweise als Unterstützer gewonnen werden. „Einmal mehr beweist die Sparkasse Bodensee, dass sie als innovatives Unternehmen sich über ihr Kerngeschäft hinaus für die Menschen in der Region einsetzt und so ihrer Verantwortung gerecht wird“, so zeigt sich auch Sparkassenchef Allgöwer in seinem Schlusswort von diesem Projekt, das nur Gewinner kennt, überzeugt. Der Ausbildungslotse ist vom Stapel gelaufen und hat sicher – dank des Engagements der Unternehmen, der Sparkasse Bodensee und zahlreicher Institutionen sowie der Lotsen selbst – immer „eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“. Service für Firmengründer dialog in echtzeit Die S-UBG Gruppe, Beteiligungsgesellschaft im Raum Aachen, Krefeld und Mönchengladbach, ist seit Herbst 2011 auch im Social-Media-Bereich aktiv. Mit Profilen auf Facebook, Youtube und Xing nutzt die S-UBG neue Kanäle für ihre Unternehmenskommunikation. „Viele junge und angehende Unternehmer sind in sozialen Netzwerken aktiv. Unser Social-Media-Auftritt erlaubt uns, mit bestehenden und zukünftigen Geschäftspartnern sowie potenziellen Bewerbern in Echtzeit in Dialog zu treten. Interessenten und Journalisten wiederum können mit uns in direkten Kontakt treten, Fragen stellen und auch Anregungen und Feedback geben“, sagt Harald Heidemann, Vorstandsmitglied der S-UBG. Für jeden User das passende Netzwerk Die S-UBG ist auf verschiedenen Plattformen präsent, so auch auf dem weltweit größten Online-Netzwerk Facebook. Fans versorgt die Beteiligungsgesellschaft hier mit weiterreichenden Informationen zu den Entwicklungen der Portfoliounternehmen und zu den Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit der S-UBG. „Über Facebook möchten wir insbesondere junge Unternehmer oder potenzielle Gründer ansprechen und diesen die Berührungsängste mit einer Beteiligungsgesellschaft nehmen“, erklärt Heidemann. Das Xing-Profil richtet sich vornehmlich an die Geschäftskontakte der S-UBG und verfügt über eine detaillierte Unternehmensbeschreibung. Der S-UBG-Youtube-Channel präsentiert in Kurzfilmen über ausgewählte Portfoliounternehmen die verschiedenen Beteiligungsanlässe – Gründung, Frühphase, Wachstum, Gesellschafterwechsel und Nachfolge. Laut der aktuellen ARD/ZDF-Internetstudie sind 51,7 Millionen Deutsche bereits online. Die aktivste Gruppe in allen sozialen Netzwerken bildet die der 35- bis 44-Jährigen mit 25 Prozent. Heidemann: „Auch immer mehr Unternehmen erkennen die Notwendigkeit, im Internet nicht nur mit einer in punkto Dialog statischen Homepage präsent zu sein, sondern auch aktiv in sozialen Netzwerken zu kommunizieren.“ DSZ


9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung Dossier: social meDia 13 Berliner Sparkasse bloggte mit ihren Kunden über die Umstellung im Tan-Verfahren missverständnisse können nur im Dialog vermieden werden Wenn Kunden sich über Facebook mit ihrer Sparkasse unterhalten wollen, erwarten sie meistens eine schnelle Reaktion. Foto dpa S Direkt übernimmt das Dialogmanagement im Social Web Ungefiltert mit den kunden reden Viele Sparkassen stehen derzeit vor der Frage, eine eigene Social-Media- Präsenz aufzubauen. Mit den „Social Media Services“ bietet S Direkt Unterstützungsleistungen für die Betreuung des Kundendialogs an. Thomas henkel corinna John sDirekt-marketing Wissenschaftlich betrachtet bezeichnen die populären Begriffe „Web 2.0“ oder „Social Web“ den Trend, Internetauftritte so zu gestalten, dass ihre Inhalte von den Nutzern mitbestimmt werden. Tatsächlich verbirgt sich hinter dieser Entwicklung eine radikale Veränderung des Internets. War es einst von statischen Webseiten geprägt, bieten Blogs, Foren oder soziale Netzwerke heute die Möglichkeit, eigene Inhalte im Netz zu veröffentlichen, Informationen zu vernetzen und direkt miteinander zu interagieren. Die sozialen Medien entstehen und leben erst dadurch, dass sie von vielen Nutzern gemeinsam genutzt werden. Ein Facebook-Profil ohne Freunde macht ebenso wenig Sinn wie mit sich selbst zu twittern. Facebook, Twitter und Youtube als weltweit erfolgreichste Anwendungen des Web 2.0 beziehen ihre Inhalte dabei ausschließlich von den Nutzern selbst. Es stellt sich daher die Frage, wie sich Sparkassen an dieser wachsenden Popularität der sozialen Medien beteiligen können. Die „Spielregeln“ des Social Web Vor der Entscheidung über einen eigenen Auftritt muss zunächst bewusst sein, dass die interaktive Kommunikation in sozialen Medien eigenen Regeln folgt. Wer, wann, was veröffentlicht und wie sich diese Inhalte viral verbreiten, unterliegt zwar nicht mehr einer direkten Kontrolle. Sparkassen bietet sich aber die Chance, mit ihren Zielgruppen ungefiltert in einen Dialog zu treten. Wie bei einem guten Gespräch gilt auch hier: Erst zuhören, dann mitreden. Sparkassen sollten sich zuerst ein Bild davon machen, wie sich ihre Zielgruppen in den sozialen Medien verhalten, über welche Themen sie sich in welcher Tonalität austauschen, bevor sie sich aktiv am Dialog beteiligen. Denn die Sparkasse betreffende Themen werden bereits heute unter den Nutzern diskutiert. Wichtig ist ein schnelles Feedback An viele Themen lässt sich daher aktiv anknüpfen. Neben einer offenen Kommunikation auf Augenhöhe sollten Sparkassen auch eine schnelle Reaktion auf Fragen sicherstellen. Dabei gilt, je intensiver die Nutzer interagieren, desto schneller muss reagiert werden. Reaktion erfordert aber nicht zwingend eine sofortige vollständige Beantwortung. Wichtig ist vor allem, dem User mit einem ersten schnellen Feedback das Gefühl zu geben, dass sein Anliegen wahr- und ernst genommen wird. Deshalb muss festgelegt werden, wer nach Dienstschluss und am Wochenende die Bearbeitung von Nutzeranfragen übernimmt. Immerhin kennen Social-Media-Nutzer keinen „Feierabend“. Entsprechende Untersuchungen zeigen, dass werktags zwischen 17 und 21 Uhr und am Wochenende die meisten Interaktionen stattfinden. Aufgaben sollten klar strukturiert sein Sparkassen, die mit einem eigenen Social-Media-Auftritt präsent sind oder künftig sein wollen, sollten daher langfristig Kapazitäten für die kontinuierliche Profil-Pflege vorhalten. Denn Schreiben, Einträge lesen und verfolgen, vernetzen, zuhören und antworten sind betreuungsintensiv. Klare Strukturen und Prozesse in der Aufgabenteilung zwischen redaktioneller Betreuung sowie der Überwachung von und Reaktion auf Nutzeranfragen können helfen, den Zeit- und Personalaufwand für die Sparkasse zu minimieren. Während der Content für die Social-Media- Präsenz vom Redaktionsteam der Sparkasse erstellt wird, ist es zur Sicherstellung einer erhöhten Erreichbarkeit und Reaktionsfähigkeit angebracht, für die Beobachtung, Weiterleitung und Beantwortung von Fragen die Unterstützung eines externen Dienstleisters heranzuziehen. Anknüpfend an das Social-Media- Monitoring realisiert die S Direkt Marketing deshalb in Zusammenarbeit mit der Sparkassen-Finanzportal einen „Social Media Service“, der Sparkassen zugeschnitten auf ihre Social-Media-Strategie bei der Betreuung des Kundendialogs unterstützt. Das Team der S Direkt stellt durch eine Live-Überwachung zum einen sicher, dass Profil-Einträge unmittelbar auf kritische Inhalte geprüft und in diesem Fall an die Social- Media-Verantwortlichen der Sparkasse weitergeleitet werden. Die Reaktion erfolgt nach Prozessvorgaben Im Dialogmanagement übernimmt die S Direkt zum anderen die Beantwortung von Nutzeranfragen und informiert gegebenenfalls externe Schnittstellen, wie beispielsweise den Wartungsdienst bei einem Störungshinweis zur SB-Technik. Sichtung und Reaktion erfolgen dabei nach den klar definierten Prozessvorgaben der Sparkasse. Dadurch können Sparkassen nicht nur ihre Mitarbeiter von der ständigen Beobachtung der eigenen Präsenz entlasten, sondern ihren Profil-Nutzern auch einen Mehrwert durch verkürzte Reaktionszeiten im Rund-um-die-Uhr-Service bieten. Das größte Potenzial in der Kundenkommunikation über soziale Medien liegt für Sparkassen darin, dort zuhören und mitreden zu können, wo sich jetzige und potenzielle Kunden verstärkt unterhalten. Sparkassen muss dabei bewusst sein, dass eigene Social- Media-Präsenzen keine Selbstläufer sind, sondern einer langfristigen und zeitnahen Betreuung bedingen. Wer aber ein wenig Mut zum Ausprobieren zeigt und seinen Kunden schnelle und direkte Hilfe bei Fragen anbietet, der kann miterleben, wie aus Kunden „Fans“ werden. Die Abschaltung des iTan-Verfahrens im Online-Banking ist für die Sparkassen eine der großen Herausforderungen der letzten Monate gewesen. Auch wenn es gute Gründe für die Umstellung gibt, in der Regel wollen viele Kunden Gewohntes beibehalten und reagieren unzufrieden auf Veränderungen. iGor JUresic Berliner sparkasse Unter Einbeziehung der sozialen Medien ist es der Berliner Sparkasse gelungen, die Kunden umfassend über die Gründe für die notwendige Umstellung zu informieren. Bereits seit August 2008 bietet die Berliner Sparkasse ihren rund 500 000 Online-Banking-Kunden die zeitgemäßen Sicherungsverfahren smsTan und chip- Tan an. Um die bisherigen iTan-Nutzer von den Vorteilen eines Wechsels zu überzeugen, wurden Briefe geschrieben, Folge-Tan-Listen Flyer beigelegt, E- Mailings versendet und gezielte Online-Kampagnen geschaltet. Außerdem waren 40 junge Bankkaufleute als Promotoren in und vor den Geschäftsstellen unterwegs, um Vorbehalte bei den Kunden auszuräumen. Es zeigte sich jedoch, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist und an alten Abläufen hängt. Die Umstellungserfolge waren überschaubar. Erste Erfahrungen mit Facebook, Twitter und Youtube Erst mit der OSPlus-Einführung im April 2011 und den daraus resultierenden Einschränkungen im Online-Banking für iTan-Nutzer wie zum Beispiel der Limitreduzierung auf 1000 Euro und dem Wegfall von Auslandsüberweisungsmöglichkeiten stiegen die Umstellungszahlen signifikant an. Die Kunden hatten eine Einschränkung im Leistungsumfang wahrgenommen und entsprechend reagiert. Hier sammelte die Berliner Sparkasse erste Erfahrungen mit der begleitenden Kommunikation auf Facebook, Twitter und Youtube. Mit zielgerichteten und authentischen Antworten konnte schlechte Stimmung vermieden werden. Die Erfahrungen anderer Sparkassen bei der Abschaltung der iTan hatten gezeigt, dass viele Kunden Der messbare Nutzen aus einem Social-Media-Auftritt benötigt eine langfristige Strategie Für Sondervorkommnisse sollte ein Notfallplan bereitstehen Das Internet ist im Leben vieler Menschen ein täglicher Begleiter. Damit ist heutzutage auch automatisch das Thema Social Media verbunden. Dies haben viele Sparkassen mittlerweile erkannt. Doch gleichzeitig stellt sich die Frage, wie man mit diesem umfassenden Thema als Institut am besten umgeht. michaela WinTermayr-Greck btacs Das Geheimnis von Social Media begründet sich darin, dass der Auftritt von Sparkassen und ihren Kunden im Web nicht als eine Art des Marketings, sondern vielmehr als eine weitere und neue Form realen Handelns verstanden wird. Daher kann es auch als eine neuartige Denkweise beschrieben werden, in der es um den Aufbau von Beziehungen zwischen Sparkasse und Kunde sowie die Pflege von sogenannten Communities geht. Schon längst sollte dies zum Geschäftsalltag der Sparkassen gehören. Jedoch wird das enorme Potenzial an Möglichkeiten und Chancen bisher noch nicht umfassend eingesetzt. Dabei zeigt die Praxis, dass Social Media in der Finanzdienstleistungsbranche ein immer wichtiger werdendes Medium darstellt. Die Präsenz in sozialen Netzwerken sollte nicht nur als zusätzlicher Kommunikationskanal angesehen werden. Die Sparkasse kann ihre Kunden an der Weiterentwicklung des Unternehmens teilhaben lassen, sie von der Marke „Sparkasse“ begeistern und über diesen Weg neue Produkte und Dienstleistungen platzieren, wo sich ihre Kunden ohnehin schon vermehrt aufhalten. Dies ist aber nur die eine Seite der Medaille, denn gleichzeitig stellt sich eine Sparkasse damit auf eine bisher nicht praktizierte Art direkt der Kritik ihrer Kunden. Bevor die Sparkasse mit der Einführung und Nutzung von Social Media startet, sollte ein umfassendes Bewusstsein bei allen Beteiligten über die möglichen Risiken geschaffen werden. Durch eine gezielte Vorbereitung auf bevorstehende Probleme und geltende Vorgaben im rechtlichen Bereich zu Compliance, MaRisk und Datenschutz kann bereits von Beginn an ein Großteil der Risiken ausgeräumt werden. Es kann zum Gefühl des Kontrollverlustes kommen Der Schulung der eigenen Mitarbeiter im richtigen Umgang mit sozialen Netzen während der Arbeits- oder auch der Freizeit sollte dabei eine besonders hohe Bedeutung zukommen, da sich die Verknüpfung von Mitarbeiter und Sparkasse innerhalb und außerhalb des Institutes nicht verhindern lässt. Durch gezielte Workshops und die Errichtung von Guidelines lässt sich dieses Risiko mindern und ein einheitliches Bewusstsein schaffen. Aus diesem Grund auf die Änderungen in ihrem Online- Banking sehr unzufrieden reagierten. Dabei sprechen die Argumente für die Kreditinstitute: Die neuen Verfahren sind technisch besser, sicherer und bequemer. Dieses Wissen war Ausgangspunkt und Zielstellung zugleich, als es im Oktober 2011 darum ging, die noch 300 000 aktiven iTan-Nutzer auf die anstehende Abschaltung des iTan-Verfahrens ab 17. Januar vorzubereiten. Neben der Aufteilung in Tranchen zur Verteilung des potenziellen Nachfrageaufkommens und den Standardinstrumenten der Internetfiliale wie Landingpage, Banner und zielgruppengenauer Ansprache über die Online- Banking-Startseite musste eine Lösung gefunden werden, mit der das Thema iTan-Abschaltung gemäß den eigenen Maximen Service, Transparenz und Dialog kommuniziert werden konnte. Wie können die neuen Verfahren chipTan und smsTan den Kunden nähergebracht und Berührungsängste abgebaut werden? Die Antwort lautet: So etwas geht nur im Dialog! Also wurde Ende Oktober ein Blog eingerichtet, in dem es ausschließlich um die Umstellung der Tan-Verfahren ging. Im Gegensatz zu einer traditionellen Internetpräsenz konnten die Besucher über Kommentar- und Feedback-Funktionen des Blogs direkt mit der Sparkasse in Kontakt treten. Darüber hinaus wurden den Kunden über die Einbindung des Themas auf Facebook und Twitter weitere Möglichkeiten an die Hand gegeben, dem Unternehmen ihre Fragen, Wünsche und Ideen mitzuteilen. So war die Berliner Sparkasse stets im Bilde, wo dem Kunden der Schuh drückt und konnte mit passenden Informationen und Hilfestellungen reagieren – stets auf Augenhöhe mit dem Kunden. Das Feedback der Kunden war überwiegend positiv. Selbst Skeptiker sind zu überzeugten Vertretern von smsTan und chipTan geworden, was sich in vielen Blog- und Facebook-Kommentaren nachlesen lässt. Der Erfolg der iTan-Kampagne bestätigt die Sparkasse in ihrem Kurs, die sozialen Netzwerke aktiv in den traditionellen Kommunikationsmix einzubeziehen. Es reicht heute nicht mehr, die wichtigen Infos und Angebote auf der Webseite bereitzustellen und zu hoffen, dass sie von den Kunden gefunden und auch verstanden werden. Nur im Dialog kann man direkt auf Unsicherheiten eingehen und Missverständnisse ausräumen – ein unschätzbarer Wert. Über den Blog zur Tan-Umstellung war die Berliner Sparkasse stets im Bilde, wo den Kunden „der Schuh drückt“ und konnte entsprechend reagieren. Foto dpa sollte die Installation eines Social-Media-Beauftragten erfolgen, um das Gesamtfeld fundiert prüfen und beurteilen zu können. Für den Fall von Sondervorkommnissen empfiehlt sich eine Eskalations- sowie Notfallplanung. Die Thematik „Social Media“ besitzt eine eigene Dynamik, die sich nicht vollständig steuern lässt. Dies kann bei Sparkassen und ihren Mitarbeitern ein Gefühl von Kontrollverlust hervorrufen. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Sobald eine Sparkasse eine vielversprechende Social-Media-Strategie besitzt, die mit der eigenen Unternehmensstrategie verknüpft ist, sind die Chancen und Möglichkeiten der Nutzung von Social Media deutlich größer als die Risiken. Das Ziel – und damit der Schlüssel zum Erfolg – ist eine offene und nachhaltige Kommunikation mit den Kunden auf Augenhöhe. In dieser Gesamtbetrachtung basiert der Erfolg eines gekonnten Auftritts auch auf dem gezielten Einsatz und einer passenden Auswahl der jeweiligen Sozialen Netzwerke. Social Media ist kein Medium, das direkt nach der Einführung zu einem messbaren Nutzen oder sogar zu einer unmittelbaren Steigerung der abgesetzten Produkte oder Dienstleistungen beiträgt. Der Aufbau von Unternehmenspräsenzen in sozialen Netzwerken sowie die aktive und erfolgreiche Nutzung der Medien von Social Media und Web 2.0 benötigt eine gute Vorbereitung und langfristige Strategien.


14 9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung geld und kapital börSe live ScHlaglicHter beste rallye seit 1971 Auch wenn Anfang dieser Woche die Vorsicht auf dem Parkett regiert, auch wenn wir in diesen Tagen deutliche Kurskorrekturen gesehen haben, bislang lässt die Schuldenkrise die Anleger trotz aller Risiken erstaunlich kalt. Vor den Gewinnmitnahmen hatte der Dax seit Jahresanfang über 15 Prozent zugelegt. Eine derartige Rallye haben wir zuletzt gesehen, als Willy Brandt Bundeskanzler war, als Borussia Mönchengladbach deutscher Meister und „aufmüpfig“ das Wort des Jahres wurde: 1971. Und doch ist da eine große Angst zu spüren. Vor der 7000er-Marke zumindest scheinen sich die Anleger nach wie vor zu fürchten. Immer wieder wird die psychologisch wichtige Hürde angepeilt. Immer wieder prallt der Dax dran ab – zum Teil heftig. Und trotzdem: Mit Aktien kann man derzeit durchaus gutes Geld verdienen. Und trotzdem: Obwohl viel billiges Geld der Notenbanken im Markt ist, sind viele Experten sicher, dass die Rallye auch fundamental begründet ist. So auch Folker Hellmeyer, der diese Woche noch einmal seine Jahresendprognose für den Dax bestätigt hat: Stattliche 8000 Punkte seien zwar ambitioniert, aber durchaus realistisch, so der Chefanalyst der Bremer Landesbank. Doch wer vom Aufschwung am Aktienmarkt profitieren will, muss genau hinschauen. So profitieren zum Beispiel nicht alle Dax-Unternehmen von der Rallye. „Die Differenz zwischen starken, mittelmäßigen und schwachen Performern ist 2012 so ausgeprägt wie selten“, so ein Experte. „Und das dürfte auch für die kommenden Monate gelten.“ anleger freuen sich über peanuts Wenn das kein Sprung nach oben ist: Anfang der Woche kann die Aktie des im MDax gelisteten Immobilienkonzern Gagfah zeitweise bis zu 28 Prozent zulegen. Hintergrund ist ein Streit, der nun wahrscheinlich keiner mehr ist. Im März 2011 hatte Dresden die Tochter des US-Finanzinvestors Fortress wegen angeblicher Verstöße gegen Mieterschutzklauseln verklagt. Doch jetzt haben sich Deutschlands größte börsennotierte Wohnungsgesellschaft und die sächsische Landeshauptstadt auf einen Vergleich geeinigt. Der Konzern soll 40 Millionen Euro an die Stadt zahlen. Peanuts im Vergleich zu den über eine Milliarde Euro, auf die Dresden die Gagfah verklagt hatte. Auch wenn die Vereinbarung noch von der Zustimmung des Stadtrats und der zuständigen Rechtsaufsichtsbehörde abhängt, die Börsianer freuen sich. „Wenn es zu einem entsprechenden Urteil gekommen wäre, wäre das für Gagfah existenzbedrohend gewesen“, so ein Experte. Entsprechend raten die Analysten der WestLB zum Kauf. Wall-Street-banker müssen bluten Wenn Sie das jetzt lesen, dann müssen Sie nicht gleich in Tränen ausbrechen. Denn es geht um Wall- Street-Banker. Und auch sie kommen nicht ungeschoren davon. Die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten haben in ihren Portemonnaies Spuren hinterlassen. In Zahlen heißt das: 2011 haben die New Yorker Börsianer insgesamt 14 Prozent weniger an Cash-Boni kassiert als 2010. Die Banken schütteten rund 20 Milliarden Dollar aus. Im Schnitt blieben damit für jeden Beschäftigten 90 000 Euro. Doch es geht hier nur um die Cash- Boni, nicht um das Gesamteinkommen. Ein großer Teil der Boni wird mittlerweile ohnehin in Aktien ausgezahlt, die die Banker erst in einigen Jahren versilbern dürfen. Eine Lehre aus der Krise, als Finanzjongleure zu hohe Risiken eingegangen waren, um Boni mit kurzfristigen Gewinnen aufzubessern. Annette Eimermacher ist Börsenbeobachterin und Moderatorin bei n-tv. Teilen Sie ihre Meinung? Schreiben Sie uns an sparkassenzeitung@dsgv.de. kommentar der krise folgt jetzt die kärrnerarbeit JocHen ScHober Hintergrund Schlechte Zeiten für megadeals In der Welt der spektakulären Megatransaktionen ist es still geworden, zumindest nach außen hin. Die Bankenkrise und die Probleme der Euro-Länder haben das Thema der Mergers und Acquisitions (M&A), der Fusionen und Übernahmen, wenigstens vorübergehend verdrängt. reiner merkel So viel Ruhe und Gelassenheit war selten. Keine große Aufregung im Vorfeld des EU- Gipfels. Keine Notwendigkeit, die Märkte in die Schranken zu weisen und mal wieder die Welt, Europa, den Euro oder „nur“ Griechenland zu retten. Es waren kleine Meldungen, die aufhorchen ließen. Jean-Claude Junker, der langjährigeVorsitzende der Euro-Gruppe, gibt seinen Posten auf, um sich mehr seinen Aufgaben in Luxemburg zu widmen. Schade. Der Internationale Währungsfonds macht sich vom Acker. Der finanzielle Beitrag zum zweiten Rettungspaket Griechenlands soll sich deutlich verringern. IWF- Chefin Lagarde macht ihren „substanziellen Beitrag“ von der Aufstockung des ESM abhängig. Über die Gründe kann man spekulieren. Der IWF möchte sein eigenes Rating nicht beschädigen, wenn er sich weit über die Quote hinaus an der Rettung Griechenlands beteiligt. Wichtiger ist wohl, dass viele Mitglieder des IWF der Meinung sind, die EU solle sich selber helfen. Vielleicht möchte der IWF, der nach eigenen Analysen Griechenland für „nicht reformfähig“ hält, sich aber auch nur von Zahlungen in eine Fass ohne Boden befreien. Finanzminister Schäuble hat angedeutet, was auch im Protokollentwurf der Troika gestanden haben soll: Griechenland benötigt ein drittes Schuldenpaket, weil es auf Jahre hinaus an den internationalen Kapitalmärkten keinen Kredit mehr bekommt. Dennoch machen die europäischen Politiker sich und uns vor, die Krise sei im wesentlichen überwunden. Der Fiskalpakt sei vereinbart, zwar nicht im Rahmen der EU-Verträge, aber doch als internationaler Vertrag. Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM), einTeil der umgangssprachlich als „Euro-Rettungsschirm“ bezeichneten Maßnahmenpakete, sei unter Dach und Fach und wird wohl aufgestockt. Spanien und Italien bekommen wieder Kapital zu annehmbaren Konditionen. Freilich nur, weil die EZB unter ihrem italienischen Präsidenten die Geldschleusen hemmungslos geöffnet hat. Hat die Großtat auch großen Nutzen? Vielleicht können die vielen Milliarden Euro der „Dicken Bertha“ helfen, die Bankbilanzen über „Sarko-Trades“ zu sanieren. Ob sie wirtschaftliches Wachstum oder Inflation erzeugen, werden wir erst später wissen. Der Name ist freilich kein gutes Omen. Technisch war dieses Geschütz des ersten Weltkriegs vielleicht eine Großtat, aber es war extrem teuer, äußerst schwerfällig und sein Prestige weit größer als der militärische Nutzen (siehe auch Seite 15). Piloten protestierten, als aus Continental und United Airlines die weltgrößte Fluglinie entstand. Die Fusion ist einer der wenigen Megadeals der vergangenen Jahre. Unternehmen ziehen es derzeit vor, Bilanzstrukturen und Liquidität zu verbessern. Auch Aktionäre haben verstärkt ein Auge auf die Schuldenquote. Foto dpa Wer in der Finanzszene erinnert sich nicht an die wochenlange und von der Presse detailliert begleitete Übernahmeschlacht zwischen der britischen Telekommunikationsgesellschaft Vodafone und dem deutschen Stahl- und Maschinenbaukonzern Mannesmann um die Erlangung wertvoller Mobilfunklizenzen? Am Ende wurde Mannesmann zerschlagen, und die breite Öffentlichkeit hatte zum ersten Mal Einblick in die Usancen des hemdsärmeligen M&A-Geschäftes erhalten. Dann wurde es nach außen ruhiger, bis die privat geführte Schäffler- Gruppe nach dem börsennotierten Reifenhersteller Continental griff, und das Porsche-Management versuchte, den Automobilriesen VW unter seine Fittiche zu bekommen. Mit dem Angebot des im schweizerischen Kanton Zug ansässigen und weltweit zweitgrößten Rohstoffkonzerns Glencore, das ebenfalls in Zug beheimatete Bergbauunternehmen Xstrata für 35 Milliarden Schweizer Franken zu übernehmen, hat sich die M&A-Szene jetzt mit einem Paukenschlag zumindest in der Fachöffentlichkeit zurückgemeldet. In den vergangenen zwei Jahren ist das Geschäft jedoch lediglich von zahllosen kleinvolumigen Übernahmen dominiert worden, die allenfalls eine Randnotiz wert sind. Von den hohen Volumen der Jahre 2000 bis 2008 ist der Markt – trotz der bevorstehenden Transaktion der beiden schweizerischen Konzerne – aktuell weit entfernt. Obwohl eine Reihe von interessanten Übernahmekandidaten am Start stehen, gehen Experten davon aus, dass eine signifikante Trendwende nicht in Sicht ist. Vor allem die westeuropäischen Großbanken haben ihre entsprechenden Investment-Banking- und Personalkapazitäten zurückgefahren. Unternehmen – so die Bankenbranche – würden angesichts der labilen Finanzmärkte und der verhaltenen Kreditvergabe zu größerer Vorsicht neigen als noch vor einigen Jahren. Darüber hinaus seien viele Unternehmen derzeit darum bemüht, ihre Entwicklung aus eigener Kraft zu stemmen und zögen es vor, ihre Bilanzstrukturen sowie die Liquidität nachhaltig zu verbessern. Bei börsennotierten Unternehmen würden auch die Aktionäre ein Auge darauf werfen, dass durch Unternehmensübernahmen der Verschuldungsgrad nicht überdimensioniert steigt und die Dividenden möglicherweise geringer ausfallen. So werden – wenn überhaupt – notwendige und passende Akquisitionen in kleinen Schritten vorgenommen, die der Bilanz keinen Stress bereiten. Übernahmekandidaten finden keine Käufer In Europa besteht demnach aktuell kein Klima, durch Megaakquisitionen in neue Dimensionen hineinzuwachsen. Zu viele Unternehmen haben Mühen genug, ihre Bilanzen nach den Krisenjahren 2008/09 wieder in Ordnung zu bringen. Selbst einst aggressive Aufkäufer – wie etwa der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal – ziehen es momentan vor, sich zurückzuhalten. Und so findet sich beispielsweise für den britischen Telekommunikationskonzern Cable & Wireless Worldwide, ein Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy war ein gefragter Interviewpartner auf dem EU-Gipfel. Doch noch lange sind nicht alle Antworten gefunden. Foto dpa Solide öffentlichen Finanzen lassen sich nicht mit Sparen allein herbeiführen. Effizienz und Wachstum müssen erhöht werden. Dazu wird man den harten Weg gehen müssen. Mit Konjunkturprogrammen und „politischen Entscheidungen“ bei den Ausgaben der Regional- und Strukturfonds. Geld zu verschwenden, kann die EU sich nicht mehr leisten. Eine strikte wirtschaftliche Evaluierung und zeitnahe Kontrollen sind gefordert. Unverzichtbarer Bestandteil der Wirtschaftsförderung ist eine dem Gesetz und der Effizienz verpflichtete öffentliche Verwaltung. Eine stetige Herausforderung für alle europäischen Staaten und nur über umfassendeVerwaltungsreformen und Gesetzesänderungen zu erreichen. Die Krise ist nicht überwunden, die Kärrnerarbeit fängt erst an! Unternehmen, das binnen zwei Jahren 70 Prozent seines Börsenwertes verloren hat, auch kein Käufer. Vor einigen Jahren wäre der Konzern mit seinem attraktiven Telekomnetz blitzschnell in andere Hände gewechselt. Auch in den USA hat sich das M&A- Geschäft zurückentwickelt, obwohl die Unternehmen dort erfahrungsgemäß mutiger sind, wenn sie eine günstige Gelegenheiten finden, ihre Interessen zu erweitern. Ein bezeichnendes Beispiel ist der Internet-Riese Google. Im vergangenen Jahr tätigte Google 25 Übernahmen, vor allem, um die Kompetenzen in angestammten Bereichen auszubauen. Nur der Erwerb des renommierten Handyherstellers Motorola für 12,5 Milliarden US-Dollar kann als strategische Übernahme gewertet werden. Die enorme Finanzstärke von Google – wie auch die des IT-Herstellers Apple – lassen jederzeit zu, Unternehmenskäufe in Multimilliardenhöhe zur Arrondierung beziehungsweise Erweiterung der Angebotspalette vorzunehmen. Ansonsten halten sich große Übernahmen in Grenzen. Auch in den Vereinigten Staaten überwiegt Masse statt Klasse. Neuerdings tritt nur China stark als Unternehmensaufkäufer im Ausland auf. Beliebt sind Rohstoffunternehmen – primär australische –, um die Rohstoffversorgung in China abzustützen. Aber chinesische Käufer wollen nicht auffallen; ihre Kaufpreise für Unternehmen liegen bisher unter zwei Milliarden US-Dollar pro Projekt. In anderen Branchen schauen sich chinesische Aufkäufer vorzugsweise in Europa um. Das bekannteste Beispiel ist hier die Übernahme des schwedischen Automobilherstellers Volvo durch die chinesische Geely-Gruppe. Neben der bereits erwähnten Cable & Wireless gelten als Übernahmekandidaten – teilweise nach schweren Kursrückgängen – etwa der Weltmarktführer für Windkraftanlagen, die dänische Vestas (Kursverlust 67 Prozent innerhalb eines Jahres). Auch das Management des früheren südafrikanischen Bergbauriesen AngloAmerican könnte sich vorstellen, die Interessen in andere Hände zu übergeben. Der renommierte Schweizer Dentalimplantate- Hersteller Nobel Biocare ist wohlfeil, ferner die profitable mexikanische Getränkegruppe Modelo (Corona Bier, Coca Cola Abfüllbetriebe), um hier nur einige profilierte Namen zu nennen. Nur asiatische Investoren greifen verstärkt zu Doch Kleinvieh macht auch Mist: Laut einer Erhebung der Nachrichtenagentur Bloomberg wechselten 2011 weltweit 27 390 Unternehmen im Gesamtwert von 2,18 Billionen US-Dollar komplett oder mehrheitlich den Besitzer. Davon entfiel der Löwenanteil auf Nordamerika mit 11 320 Deals im Gesamtwert von 870 Milliarden US-Dollar. In Europa waren es 6070 Unternehmen, für die zusammen 670 Milliarden US- Dollar bezahlt wurden. Interessant sind die Steigerungen von Unternehmensaufkäufen durch asiatische Adressen: Für rund 8100 Übernahmen stellten sie 489 Milliarden US-Dollar bereit, das ist eine Zunahme gegenüber 2010 von 44 Prozent. Die beliebtesten Übernahmeziele im Jahr 2011 waren Unternehmen aus dem Bergbaubereich (rund 1000), gefolgt von der Erdöl- und Erdgasbranche (830) und Telekommunikations- (640) und Pharmagesellschaften (630). Bei den weltweit 428 Bankenübernahmen handelte es sich primär um Institute, die ihre Schwierigkeiten nicht mehr aus eigener Kraft bewältigen konnten und sich unter andere Fittiche geflüchtet haben.


9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung geld und kapital 15 Thailand ringt um sein gutes Image als Zulieferer flut droht standortvorteile fortzuspülen Monatelange Überschwemmungen haben die Wirtschaft Thailands 2011 massiv beeinträchtigt. Noch immer leidet das Land unter den Folgen der Flut, doch man ist zuversichtlich, den industriellen Produktionsstandort im Jahresverlauf revitalisieren zu können. Nicht nur für das Land als Zulieferer selbst, auch für ausländische Konzerne als Abnehmer von technischen Bauteilen ist das von Gewicht. klaus hauptfleisch Unsere Volkswirtschaft wird sich in diesem Jahr stark erholen“, prognostizierte Arkhom Termpittayapaisith, Generalsekretär der thailändischen Wirtschafts- und Entwicklungsbehörde NESDB, bereits Mitte Februar. Und er untermauerte seinen Optimismus sogleich mit einer respektablen „Hausnummer“: Um bis zu 6,5 Prozent werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2012 preisbereinigt zulegen. Hier überzeichnet allerdings ein Basiseffekt den Eindruck von Dynamik. Schrumpfte doch das BIP im vierten Quartal 2011 flutbedingt gegenüber dem Vorjahresquartal um nicht weniger als neun Prozent. Das Gesamtergebnis des Jahres 2011 wurde damit auf Nullwachstum gedrückt, nachdem man 2010 noch einen BIP-Zuwachs von 7,8 Prozent ausgewiesen hatte. Die Flutkatastrophe des vergangenen Jahres war wohl die schlimmste, die Thailand je erlebt hat: Von August bis November spitzte sich die Lage stetig zu, und selbst danach gab es lange kaum Entspannung. Noch zum Jahreswechsel hielt in den nördlichen und westlichen Vororten Bangkoks die Krise an. Noch immer standen Straßen unter Wasser, wateten nur wenige Kilometer vom Geschäftszentrum der Hauptstadt entfernt Menschen durch eine stinkende Brühe. Mehr als 800 Menschen mussten ihr Leben lassen. Noch immer ist die Gefahr von Infektionskrankheiten nicht ganz gebannt. Katastrophe traf ins industrielle Herz Überflutete Neuwagen auf dem Parkplatz einer Honda-Fabrikationsstätte bei Ayutthaya: Der Ausfall der thailändischen Produktion war weltweit zu spüren. Foto dpa Erst überschwemmte das Hochwasser die Stadt Ayutthaya im Norden. Dann überflutete es auf seinem Weg zum Golf von Thailand weite Teile der Region von Bangkok und traf damit das industrielle Herz des Landes. Denn dort sind Hunderte von Unternehmen angesiedelt, gerade auch Produktionsstätten namhafter ausländischer Konzerne (Toyota, Honda, Nissan, Mazda und Isuzu) und international engagierter Mittelständler wie der deutschen Firma Stiebel-Eltron. Zwei Stützpfeiler der thailändischen Industrie wurden besonders hart getroffen: die KFZ-Branche und die Computerindustrie. Laut Supachai Suthipongchai, dem Verbandsvorsitzenden der Elektronikproduzenten, hat allein seine Branche im letzten Quartal des vergangenen Jahres mehrere Milliarden Euro an Exporterlösen durch die Flut eingebüßt. Das ist schmerzhaft. Ist das Königreich bei seiner Exportquote von deutlich über 50 Prozent des BIP doch auf möglichst reibungslosen außenwirtschaftlichen Absatz angewiesen, gerade auch, um die Handelsbilanz im Gleichgewicht zu halten. Elektronikerzeugnisse sind mit einer Quote von rund 20 Prozent aller Ausfuhren dabei von besonderem Gewicht. Thailand ist einer der größten Hersteller von Computer-Komponenten weltweit. Etwa die Hälfte aller auf unserem Globus erzeugten Festplatten werden in den nördlichen Randgebieten Bangkoks produziert. Ebenso eine Vielzahl von Zubehörteilen der Automobilindustrie. Vor Jahren schon haben internationale Großkonzerne Thailand als Standort mit Werkbankfunktion entdeckt und ausgebaut. Die Unterbrechung der Lieferkette durch Produktionsausfälle infolge der Flut macht sich auch in den Autofabriken Japans, Indiens sowie der USA bemerkbar. An der Beseitigung der Schäden wird gearbeitet. Bei Honda in Ayutthaya geht man davon aus, dass die Produktion noch im März wieder angefahren werden kann. Und auch die wirtschaftspolitisch Verantwortlichen machen zunehmend in Optimismus, auch um einer möglichen Beeinträchtigung des thailändischen Standort-Images gegenzusteuern. So erklärte Prasarn Trairatvorakul, der Chef der thailändischen Notenbank, in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“, dass sein Institut auf eine expansive Geldpolitik als Stimulans für das Wirtschaftswachstum sowie zur Beseitigung von Überschwemmungsschäden setzen werde. Er sei davon überzeugt, dass diese Politik den internationalen Glauben an den Produktionsstandort Thailand stärken werde und dass die ausländischen Direktinvestitionen in Thailand schätzungsweise im dritten Quartal 2012 wieder ihr Niveau von vor der Flutkatastrophe erreichen sollten. Schützenhilfe von der Regierung Schützenhilfe leistet auch die Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. Diese hat ein staatliches Ausgabenprogramm von 350 Milliarden Bath (8,8 Milliarden Euro) aufgelegt für Unternehmen, die unter den Flutfolgen leiden. All das löst auch im Bankensektor Zuversicht aus. Usara Wilaipich, Analystin beim britischen Bankhaus Standard Chartered: „Das Schrumpfen ist ein zeitlich begrenztes Phänomen. Das produzierende Gewerbe und die heimische Nachfrage werden für eine Erholung noch in diesem Jahr sorgen.“ Gleichwohl bleibt Unbehagen. Dass Maßnahmen kurzfristig greifen, ist unwahrscheinlich. Und die bloße Wiederherstellung des Vorkatastrophen-Zustands ist zudem unzureichend. Gerade die Unternehmensleitungen haben erkannt, dass die massiven Überschwemmungen vor allem Folge der schlechten Vorbereitung auf ein solches Naturereignis sowie des mangelhaften Katastrophen-Managements der Behörden waren. Ein Masterplan muss also her, um den Großraum Bangkok und seine Industriegebiete überschwemmungssicher zu machen. Bis dahin dürfte der Produktionsstandort Thailand im Fokus von Bedenkenträgern verharren. Das hartnäckige Gerücht, ein japanischer Konzern prüfe derzeit, Thailand als Produktionsstandort aufzugeben, kann kaum überraschen. Aktien Entwicklung des Aktienindex Dax in den vergangenen drei Monaten 7250 6900 6550 6200 5850 5500 finanzmärkte Weltbörsen* DAX 6671,11 (– 2,70%) Dow Jones 12837,33 (– 0,89%) S&P500 1352,63 (– 0,96%) REX 131,17 (– 0,14%) Zinsen Anlagedauer Stand: 07.03.12 Nasdaq 2935,69 (– 1,05%) EuroStoxx 50 2460,77 (– 2,04%) Tec-Dax 750,73 (– 2,75%) Bund-Future 140,28 (+ 0,34%) Rendite bei Anlagen in %p.a. Tagesgeld 0,18 –0,28 1Monat Termingeld 0,10 –1,80 1Jahr Finanzierungsschätze 0,05 6Jahre Bundeschatzsbrief TypA 0,82 7Jahre Bundeschatzsbrief TypB 1,00 5Jahre Sparbrief 1,00 –4,00 10 Jahre Pfandbrief 2,41 5Jahre Bundesobligat. 0,793176 Hypothekenzinsen Börsennot. öffentl. Anleihen 1,48 Effektivzins 5Jahre 2,01 –4,58 10 Jahre 2,62 –4,90 Devisen /Gold* 07.03.12 Vorwoche Dollar 1,3132 1,3440 Gbp 0,8350 0,8432 Sfr 1,2055 1,2051 Yen 106,0400 108,1300 Rubel (Spotkurs) 38,9795 38,7567 Gold (je kg) 41061,15 41320,11 *Referenzkurse Frankfurt in Euro Leitzinsen 07.03.12 gültig seit EZB 1,00 14.12.2011 FED 0,25 01.05.2011 GB 0,50 09.01.2012 Japan 0,82 30.01.2012 Russland 8,00 26.12.2011 Konjunktur Januar Februar März *Stand: 07.03.12, Schlusskurse, Veränderung zur Vorwoche Kennziffern ausgewählter Länder Länder BIP- Arbeitslosen- Inflations- Angaben Wachstum quote rate in Prozent zum Vj.-Quartal Deutschland -0,2 7,4 2,3 IV/2011 02/12 02/12 EU 0,7 10,7 2,7 IV/2011 01/12 02/12 USA 3,0 8,3 2,9 I/2012 01/12 01/12 Japan -0,6 4,6 0,2 IV/2011 01/12 01/12 Russland 3,4 6,6 0,4 III/2011 01/12 11/11 Alle Angaben ohne Gewähr. Quelle Kurs 38-Tage-Durchschnitt hintergrund manöverkritik an mario draghis schweren geschützen Zuerst war es nur die „Big Bazooka“, jetzt ist es die „Dicke Bertha“. Das Geschütz, das die Europäische Zentralbank (EZB) in der Eurokrise auffährt, wird immer größer. thomas trares EZB-Präsident Mario Draghi hat die europäischen Banken bereits zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit in Liquidität gebadet, im Dezember stellte er knapp 490 Milliarden Euro bereit, in der vergangenen Woche waren es 530 Milliarden Euro. Netto fließt den Banken allerdings nur etwa die Hälfte zu, da viele Institute nun kürzer laufende Notenbankkredite auf das lange Darlehen umstellen. Die Laufzeit der Zuteilungen beträgt drei Jahre, der Zins ein Prozent. Draghi verglich die jüngste Geldspritze mit der „Dicken Bertha“, einem Mörser der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg, der einen Durchmesser von 42 Zentimetern hatte. Der Grund für Draghis Manöver ist die Lage der Banken vor allem in den südlichen Mitgliedsländern der Eurozone. Untereinander hatten sich die Institute kaum noch Geld geliehen, der Interbankenmarkt drohte auszutrocknen. Stattdessen parkten die Banken ihr Geld lieber bei der EZB. Die Einlagenfazilität, die in normalen Zeiten so gut wie keine Rolle spielt, ist in den vergangenen Monaten durch die Decke geschossen. Die nun erfolgte Geldspritze der EZB soll die Institute in den kommenden drei Jahre liquide halten und einer Kreditklemme in Euroland vorbeugen. Manche Beobachter haben allerdings Zweifel, ob dies die alleinige Motivation der EZB war. Denn ob in der Eurozone tatsächlich eine Kreditklemme droht, lässt sich aufgrund der gegenwärtig rezessiven Lage nur schwer beurteilen. Im letzten Quartal 2011 fiel die Wirtschaftsleistung in der Eurozone um 0,3 Prozent. Und für Länder wie Spanien und Italien, die besonders von der Kreditklemme bedroht sein sollen, sieht die Lage noch düsterer aus. Stattdessen könnte Draghi mit seiner „Dicken Bertha“ auch die Märkte für Staatsanleihen im Visier gehabt haben. In diesem Jahr nämlich muss allein Italien gut 440 Milliarden Euro refinanzieren. Genügend Potenzial also, um die Eurokrise weiter eskalieren zu lassen. Da die EZB auf direktem Weg die Staaten nicht refinanzieren kann, hat Draghi womöglich den Umweg über die Geschäftsbanken gewählt. Die Banken holen sich billig Geld von der EZB und kaufen dafür höherverzinsliche Staatsanleihen. Ein sicheres Geschäft. Hatte der EZB-Präsident dies im Hinterkopf, so waren seine Salven aus der „Dicken Bertha“ glatte Volltreffer. Die Lage an den Märkten hat sich deutlich entspannt. Die Renditen italienischer und spanischer Anleihen sind gefallen, auch die Aktienmärkte befinden sich seit Mitte Dezember im Aufwind. Doch möglicherweise war dies nur ein Pyrrhussieg. Viele Beobachter warnen vor den langfristigen Auswirkungen der Liquiditätsflut, so auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband. Er befürchtet, dass die massiv ausgeweitete Liquidität auf Dauer die Preisstabilität gefährden könnte. Dies sei zwar solange nicht akut, wie diese Liquidität nicht zu einem höheren Geldmengenwachstum führe. Allerdings müsse die EZB aufpassen, dass sie die ausgereichte Liquidität bei der Gefahr eines Geldmengenwachstums schnell und konsequent wieder einzieht. Dies sind jedoch nicht die einzigen Bedenken, die gegen die Geldspritzen der EZB vorgetragen werden. Kritiker monieren, dass das billige Geld den Strukturwandel behindere und die Probleme nur aufschiebe. So halte man Banken am Leben, die unter normalen Bedingungen keine Chance mehr hätten. Gleiches gelte auch für so manchen Staatskredit. Als mahnendes Beispiel dient die Geldpolitik des früheren US- Notenbankpräsidenten Alan Greenspan. Diese hatte zur Jahrtausendwende die geplatzte Dotcom-Blase mit sehr niedrigen Zinsen bekämpft und damit zum Entstehen der Blase am US-Immobilienmarkt beigetragen. Andererseits ist nicht von der Hand zu weisen, dass durch die Maßnahmen der EZB Zeit gewonnen wurde, um die Krise zu lösen. Der Erfolg der echten „Dicken Bertha“ im Ersten Weltkrieg war jedenfalls bescheiden. Das Geschütz kostete die damals horrende Summe von einer Million Mark und war dennoch nicht in der Lage, die modernen Festungsbauwerke aus Stahlbeton zu durchschlagen. Die „Dicke Bertha“, wie sie die Satirezeitschrift „Der Wahre Jakob“ 1914 sah. Das teure Geschütz half wenig – sollte es mit den Geldspritzen der EZB ebenso sein? Repro dpa


16 9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung GELD UND KAPITAL Steigende Ölpreise und ein freundlicher Aktienmarkt überraschten im Februar die Anleger. Dabei zeichnet sich in zähen Verhandlungen ab, dass Griechenland nun endlich Geld aus den Rettungsfonds bekommt und dafür Reformen umsetzen muss, wobei vor allem Sparmaßnahmen im Vordergrund stehen. KLAUS-DIETER WILD BÖRSEN DER WELT Börsen trotzen Eurokrise und steigenden Ölpreisen Euro-Performance internationaler 10-Jahres-Staatsanleihen Ultimo Feb-2012 in Prozent Prozent aktuelle Rendite Inflations- Real- Kursgewinn Zins + Währungs- Gesamt Rendite Vormonat rate* (%) Zins 10J. Anleihe Kursgew. gewinn ertrag US-Dollar 1,99 1,80 2,6 - -0,6 -1,58 -1,43 -2,14 -3,54 Can-Dollar 2,01 1,90 2,2 - -0,2 -0,92 -0,76 -1,03 -1,78 Euro (Deu) 1,82 1,79 1,8 -- -0,0 -0,25 -0,10 0,00 -0,10 Dän. Krone 1,86 1,75 2,7 -0,9 -0,93 -0,78 -0,02 -0,80 Norweg. Krone 2,33 2,39 0,4 2,0 0,49 0,69 2,91 3,62 Schwed. Krone 1,90 1,71 0,7 1,2 -1,60 -1,45 1,10 -0,37 Brit. Pfund 2,16 1,97 3,5 -1,3 -1,56 -1,40 -1,03 -2,41 Schweizer Franken 0,70 0,72 -1,0 1,7 0,19 0,25 -0,05 0,20 Japan. Yen 0,95 0,96 -0,2 1,1 0,05 0,13 -7,99 -7,87 Austral-Dollar 4,12 3,80 2,6 - 1,5 -2,27 -1,95 -0,34 -2,28 Neuseeland-Dollar 4,12 3,85 1,9 2,2 -1,91 -1,59 0,16 -1,43 *Geschätzte Inflationsrate der nächsten 12 Monate +: Prognose steigend, -: fallend Quelle: EvoPro GmbH Bei der Zinstabelle wird einmal dargestellt, wie viel in den Rentenmärkten aufgrund von Zinseinnahmen, Kursveränderungen der festverzinslichen Wertpapiere und der Devisenkursveränderungen verdient worden wäre. Den hier eingefügten Plus- und Minuszeichen liegt ein Prognosemodell zugrunde, das angibt, ob mit steigenden oder fallenden Inflationsraten zu rechnen ist. Die Differenz zwischen Zinsniveau und der erwarteten Inflationsrate ergibt den viel beachteten Realzins, also den Zinsertrag, der nach der Geldentwertung nach einem Jahr noch übrig bleibt. Aktien- und Devisenmärkte der Welt per Ende Die Grafik zeigt den Brent-Ölpreis in US-Dollar je Barrel und den in New York notierten Erdgas-Preis als dicke Linie. Während diese „Natural Gas“-Preise immer weiter fallen, steigt der Ölpreis immer höher. Durch die neue, umstrittene „Fracking“-Technologie kann sehr viel Erdgas aus dem Boden gepresst werden, wobei das Gestein bis in tiefe Schichten aufgerissen wird und giftige Chemikalien eingebracht werden. Das immense Gas-Angebot lässt dabei die Preise fallen. Beim Öl treiben Probleme mit Iran, Jemen, Syrien und dem Sudan die Preise. Dabei sind die Lagerbestände in Europa sehr niedrig. Feb-2012 Indikatoren zu Kursänderungen in % Kursänderungen in % Kurschancen* zum Vormonat zum Vorjahr Aktien- Zins- Wettb.- Aktienkurse Währung Aktienkurse Währung Land Trend Trend Posit. in Euro in Whrg. Euro/Whrg. Landeswhrg. Euro/Whrg. Venezuela ++ 0 -- 20,4 20,4 0,0 120,1 6,6 Ägypten ++ 0 0 12,6 15,1 -2,2 -5,3 1,0 Russland + + 0 11,4 9,8 1,5 -12,1 2,2 Norwegen ++ + 0 11,1 7,9 2,9 -2,0 4,3 Dänemark ++ + 0 11,0 11,1 -0,0 -4,2 0,3 Schweden ++ + 0 7,5 6,3 1,1 -2,4 -0,1 Thailand + 0 0 7,2 7,1 0,1 17,5 4,1 Saudi Arabien ++ 0 0 6,7 9,1 -2,1 21,6 3,5 Irland ++ + 0 6,7 6,7 0,0 7,8 0,0 Taiwan + 0 0 6,6 8,0 -1,3 -5,6 4,2 Finnland + + 0 6,4 6,4 0,0 -17,9 0,0 Deutschland ++ + 0 6,1 6,1 0,0 -5,7 0,0 Chile 0 - 0 6,0 5,4 0,6 1,6 3,0 Österreich + + 0 5,8 5,8 0,0 -24,2 0,0 Türkei + 0 0 5,7 6,2 -0,4 -0,9 -5,6 Tschechien 0 0 0 5,2 4,2 1,0 -18,7 -2,0 Brasilien ++ 0 0 5,1 4,7 0,4 -2,0 0,9 Portugal 0 - 0 4,8 4,8 0,0 -30,2 0,0 Frankreich + 0 0 4,7 4,7 0,0 -16,0 0,0 Hongkong + 0 0 4,2 6,3 -2,0 -7,1 3,3 China A 0 0 - 4,1 5,9 -1,7 -16,4 7,6 Polen 0 0 0 4,1 1,5 2,5 -12,6 -4,0 Südafrika Ind. 0 + 0 4,0 1,5 2,5 6,3 -3,4 NASDAQ ++ + 0 3,8 6,1 -2,1 7,3 3,5 Ungarn 0 - + 3,7 2,1 1,6 -16,7 -6,1 Italien 0 0 0 3,3 3,3 0,0 -27,2 0,0 Belgien 0 0 0 3,1 3,1 0,0 -15,9 0,0 Philippinen ++ - 0 3,0 4,6 -1,6 30,0 5,1 China H ++ 0 - 2,6 4,7 -2,0 -5,4 3,3 Malaysia 0 0 0 2,5 3,2 -0,6 5,3 4,7 Indien + - 0 2,4 3,3 -0,8 -0,4 -4,9 Holland + + 0 2,4 2,4 0,0 -11,7 0,0 Schweiz + + 0 2,3 2,3 -0,0 -7,6 6,6 Großbrit. Ind. + + 0 2,3 3,3 -1,0 -2,0 1,3 Süd Korea + 0 0 2,3 3,8 -1,5 4,7 3,9 Peru + - - 1,8 3,6 -1,7 -0,5 7,2 Singapur 0 0 - 1,6 3,0 -1,3 -0,5 5,1 Japan + 0 0 1,5 10,3 -8,0 -9,7 4,9 Australien 0 + - 1,1 1,4 -0,3 -10,9 9,8 Mexico 0 0 0 1,0 1,9 -0,8 3,0 -2,3 Neuseeland 0 + -- 1,0 0,8 0,2 -1,4 15,7 Kanada 0 + 0 0,5 1,5 -1,0 -10,6 1,9 USA + + 0 0,3 2,5 -2,1 5,9 3,5 Jordanien 0 0 0 0,2 2,4 -2,1 -10,4 3,5 Spanien 0 0 0 -0,3 -0,3 0,0 -23,3 0,0 Großbrit. Gold 0 + 0 -0,3 0,7 -1,0 -3,6 1,3 Indonesien 0 0 0 -1,4 1,1 -2,5 14,8 1,0 Israel 0 0 + -5,2 -2,4 -2,9 -16,8 -1,0 Argentinien - 0 + -5,4 -5,2 -0,2 -23,5 -9,3 Griechenland - - - 0 -6,6 -6,6 0,0 -52,8 0,0 Quelle: EvoPro Financial Research GmbH Die Tabelle zeigt die Aktien- und Devisenkursentwicklung von derzeit 50 Weltbörsen aus 46 Ländern. Das Indikatorensystem zeigt die Kurschancen dieser Börsen an. Es berücksichtigt den Markttrend, den Zinstrend und die Veränderung der Wettbewerbsposition. Pluszeichen im Aktientrend zeigen, dass der Markt, in Landeswährung gerechnet, eine mittelfristig steigende Tendenz aufweist. Pluszeichen bei der Zinsentwicklung bedeuten, dass der Aktienmarkt von fallenden Zinsen Auftrieb erhält. Minuszeichen deuten dabei auf Belastungen hin, die von gestiegenen Zinsen herrühren. Pluszeichen bei der Wettbewerbsposition bedeuten, dass Exportunternehmen in dem betreffenden Land zunehmend von Wechselkursen und Inflationsraten begünstigt sind. Relativ niedrige Inflationsraten und eine schwache Währung verbessern beispielsweise die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes und führen bei Exportunternehmen normalerweise zu steigenden Gewinnen. Vice versa für Importunternehmen. Dies ist angesichts der schweren Rezession in Griechenland fatal. Den Euro belastete dies aber wenig und er verbuchte erst einmal Kursgewinne gegenüber den meisten anderen Währungen. Die Spannungen um das iranische Atomprogramm spielten kaum eine Rolle, dagegen weckten wohl die großzügigen Mittelzuweisungen der EZB an das Bankensystem sowie einige sehr positive Geschäftsberichte und verbesserte Konjunkturindikatoren neue Konjunkturhoffnungen. Die Zinsen an den Rentenmärkten verharrten auf ihrem tiefen Niveau. In den kurzen Laufzeiten sind bei deutschen Euro-Anleihen die Renditen teilweise sogar negativ. Ein Inflationsausgleich ist dabei nicht gegeben und die Rentenpapiere haben damit unter Berücksichtigung der Steuern ihre Wertaufbewahrungsfunktion weitgehend eingebüßt. Dass im Zehn-Jahres- Bereich Papiere mit hohem Zinsänderungsrisiko gekauft werden, zeigt die verzweifelte Situation der Versicherungen und der Bürger, die kaum noch Möglichkeiten einer risikolosen Alterssicherung sehen. Insbesondere auch bei Rentenanlagen in Fremdwährung wurde dies im Februar deutlich, da hier die Währungsverluste den mageren Rentenertrag ins Minus drückten. Lediglich in Anleihen in norwegischer Krone konnte Geld verdient werden. Das Ölland verzeichnet beträchtliche Währungszuströme, was die Währung um fast drei Prozent ansteigen ließ. An den Aktienmärkten konnte sich der kräftige Aufschwung vom Januar fortsetzen, wobei vor allem die Aktien der Ölländer profitierten. So konnten sich die Börsen in Venezuela, Russland, Norwegen und Saudi Arabien unter den Top Ten platzieren. Die meisten Börsen verzeichneten Kurszuwächse im einstelligen Bereich, nur wenige Märkte schlossen mit Verlusten. Schlusslichter wurden Griechenland und Argentinien – Staaten, die ihre Gläubiger enttäuscht und enteignet haben. Gerade in Griechenland liegen die Kurse rund 50 Prozent unter Vorjahresniveau und auch Substanzwerte haben von ihrem Hoch in 2008 rund 90 Prozent eingebüßt. Mit den beträchtlichen Zuweisungen der Eurorettungsfonds könnte sich die Situation hier stabilisieren. Mit einem Plus von fünf Prozent konnte die brasilianische Börse ihren Aufschwung fortsetzen, der bereits im August letzten Jahres begonnen hat, als die Zentralbank ihren restriktiven Kurs lockerte. Seither sind die Inflationsraten auf 6,5 Prozent zurückgegangen und das Wachstum schwächte sich deutlich auf rund vier Prozent ab. Trotzdem ist die Arbeitslosigkeit niedrig. Das rohstoffreiche Land ist über seine Exporte stark von der Weltkonjunktur und von den Rohstoffpreisen abhängig, es besitzt jedoch auch eine breite Mittelund Oberschicht und eine junge Bevölkerung. So sind die Rahmenbedingungen für einen weiteren Kursaufschwung nicht schlecht und nach den Kurssteigerungen des letzten halben Jahres haben die Aktienkurse auch schon fast das Vorjahresniveau wieder erreicht. Die weiteren Aussichten für die Aktienbörsen der Welt haben sich entsprechend der Indikatoren der Kurstabelle verbessert. Die meisten Märkte befinden sich im Aufwärtstrend, wodurch das Vertrauen der Anleger langsam weiter zunimmt. Auch die extrem niedrigen Zinsen und weitere Zinssenkungen begünstigen die Aktienanlagen. Auf der anderen Seite sind die Märkte bereits weit gestiegen und die Sorglosigkeit der Anleger nimmt zu. Dazu drohen noch höhere Ölpreise und eine Eskalation des Iran-Konflikts. Der Kaufkraftentzug höherer Ölrechnungen bremst schon jetzt die Weltkonjunktur, die ohnehin nur auf schwachen Beinen steht. Die drohende Staatspleite Griechenlands ist ein weiterer Risikofaktor insbesondere wenn ein „Default“ öffentlich erklärt wird. Dann kommen die Kredit- Versicherer Probleme mit möglicherweise unabsehbaren Domino-Effekten. Ohne Default wird das System der Kreditversicherungen in Frage gestellt. Zweitrangige Anleihen können dann ohne wirksame Versicherung noch weniger verkauft werden. Entwicklung ausgewählter Rohstoffpreise per Ende Februar 2012 in Euro berechnete, prozentuale Veränderung Rohstoff Handelsplatz Preis Währg./Menge zum Vormonat zum Vorjahr Kautschuk Singapur 400,9 Sing.-c/kg 26,8 -7,0 Rohöl-Brent London 121,9 $/Barrel 8,4 12,8 Sojabohnen Chicago 1310,0 c/bushel 6,6 -0,1 Zucker New York 25,6 c/lb 5,5 -19,0 Palmöl London 1142,5 $/lgt 5,0 -1,9 Bauholz Chicago 265,8 $/1000 Board Feet 4,8 -4,8 Benzin New York 306,8 c/Gallone 4,2 16,3 Platin New York 1726,0 $/Feinunze 4,0 -2,3 Erdgas New York 2,6 $/mmbtu 3,4 -31,6 Ethanol New York 2,3 $/Gallon 2,9 -12,1 Heizöl New York 320,1 c/Gallone 2,3 13,1 Palladium New York 722,0 $/Feinunze 2,1 -8,0 Silber New York 3450,0 c/Feinunze 1,8 5,7 Kakao New York 2396,0 $/t 1,6 -34,2 CRB Futures Index ** 323,4 $ 0,7 -5,1 Kupfer London 8562,5 $/t 0,4 -10,2 Aluminium London 2280,5 $/t 0,4 -7,5 Mais Chicago 655,0 c/bushel 0,2 -6,0 Moodys Index * 6593,8 $ -0,0 -2,1 Gerste Winnipeg 214,0 Can.-$/t -0,1 36,2 Lebende Rinder Chicago 127,3 c/lb -0,3 16,1 Schweinefleisch Chicago 89,0 c/lb -0,4 4,6 Gold New York 1770,0 $/Feinunze -0,7 29,8 Zink London 2110,0 $/t -0,8 -12,2 Zinn London 24065,0 $/t -0,8 -22,7 Blei London 2236,0 $/t -0,9 -8,9 Uran London 52,0 $/lb -1,7 -26,3 Weizen Chicago 655,0 c/bushel -4,0 -13,3 Baumwolle New York 90,1 c/lb -5,6 -54,6 Rohöl New York 107,0 $/barrel -5,7 -1,0 Nickel London 19840,0 $/t -6,0 -28,7 Kaffee New York 203,2 c/lb -7,3 -22,6 O-Saft New York 190,0 c/lbs -11,4 8,9 US-Dollar 0,7 Euro/100 $ -2,1 3,5 Pfund 119,3 Euro/10 £ -1,0 1,3 Sing. Dollar 60,0 Euro/100 Sing.-$ -1,3 5,1 Can. Dollar 75,6 Euro/100 Can.-$ -1,0 1,9 *Schwerpunkt Textil und Agrargüter 1lgt =1016 kg 1Feinunze =31,1035 g ** Schwerpunkt Agrargüter 1 lb =0,4536 kg 1Bushel =27,215 kg 1Gallone =3,7853 l 1 mmbtu =0,25 kcal 1000 Boad Feet =2,36 Kubikmeter Quelle: EvoProFinancial Research GmbH Die Rohstoffmärkte tendierten im Februar seitwärts. Nur Kautschuk wies dabei eine zweistellige Veränderung auf und konnte mit einem Anstieg um 26,8 Prozent ein Teil der Rückgänge der letzten Monate aufholen. Der Anstieg wurde begünstigt durch Produktionsrückgänge in Asien und eine steigende Gummi-Nachfrage – insbesondere für Reifen. Die Ölpreise setzten ihren Höhenflug fort, wobei durch den drohenden Lieferstopp des Iran und durch den Boykott der europäischen Staaten die Lage zu eskalieren droht. Dazu kommen Produktionsrückgänge im Süd-Sudan, in Syrien, in Venezuela, im Jemen und in Libyen. Die Nachfrage steigt, da Japan mehr Öl zur Stromerzeugung braucht, nachdem einige Atomreaktoren ausgefallen sind. Zusammen mit dem Autoboom in Asien dürfte die Weltölnachfrage weiter kräftig wachsen. Dabei sind die Lagerbestände auf historischen Tiefstständen. Änderung der Erzeugerpreise ausgewählter gewerblicher Produkte, Bundesgebiet, Inlandsabsatz Änderung %gegen Erzeugnisse Vormonat Vorjahr Erzeugerpreise insgesamt 0,6 3,4 Elektrische Energie 0,5 0,1 Erdöl und Erdgas 3,4 24,4 Benzin und Dieselöl 2,9 7,7 Heizöl, leicht 6,5 22,4 Zement, Kalk, gebrannter Gips 0,5 1,9 Ziegel und Baukeramik 1,1 3,5 Beton-, Zement- und Gipserzeugnisse 0,8 4,0 Walzstahl -0,5 -4,3 Nichteisen-Metalle und Halbzeug daraus 3,9 -6,3 Gießereierzeugnisse -0,1 1,4 Blank- und Bandstahl, Draht, Federn, Schrauben -1,7 1,3 Stahl- und Leichtmetallbauerzeugnisse 0,1 3,2 Werkzeugmaschinen 0,8 2,2 Baumaschinen 1,0 2,3 Krane und Fördertechnik 0,7 2,0 Druck- und Papiermaschinen 0,3 0,7 Textilmaschinen 0,4 1,7 Pkw und Lkw 0,0 0,9 Elektromotoren, Generatoren, Transformatoren 0,2 1,0 Haushaltsgeräte 0,6 1,0 Computer und Büromaschinen 0,0 2,0 Unterhaltungselektronik (Phono und Video) 0,6 -0,8 Haushalts-Eisenwaren 0,2 1,0 Chemische Grundstoffe 0,3 4,4 Kunststoffe, unverarbeitet -0,3 4,5 Anstrichfarben und Lacke 0,5 5,8 Arzneimittel 0,0 -0,5 Haushalts-Keramikwaren 0,3 0,6 Glas und Glaswaren 0,6 0,0 Holz und Holzwaren, Kork und Korkwaren, Korbwaren 0,1 2,4 Papier-, Karton- und Pappewaren -0,7 1,6 Verlags- u.Druckerzeugnisse, bespielte Datenträger 0,0 1,4 Kunststoffwaren -0,1 2,8 Reifen 4,2 12,9 Leder und Lederwaren 1,3 4,1 Textilien 0,5 4,2 Bekleidung 0,7 2,9 Erzeugnisse des Ernährungsgewerbes 0,3 4,1 Süßwaren 0,9 2,0 Bier 0,5 1,3 Zigaretten 0,7 4,1 Quelle: EvoPro Financial Research GmbH auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes per Januar 2012 Der Erzeugerpreisindex hat im Januar zum Vormonat um 0,6 Prozent zugelegt, nachdem er im Vormonat noch um 0,4 Prozent gefallen war. Die Jahresrate ging weiter zurück und liegt nun bei 3,4 Prozent. Die größten Preistreiber sind die Mineralölpreise, deren Preisdruck in den nächsten Monaten noch zunehmen wird. Kräftig gestiegen sind auch die Reifenpreise. Die Preissteigerungen vom Januar haben fast alle Bereiche erfasst und Minuszeichen gibt es nur noch bei Stahlerzeugnissen, bei einigen unverarbeiteten Kunststoffen und bei Papier, Karton und Pappewaren. Bei Bekleidung, Süßwaren und Zigaretten werden die Konsumenten in Zukunft mehr berappen müssen.


9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung personalmanagement 17 interview ein Blick von außen kann die falsche routine erkennen Wer kennt das nicht: Vertraute Routine wird nach einer gewissen Zeit nicht mehr hinterfragt. Dazu kommt, dass Menschen gerne Wissen voraussetzen, das bei anderen nicht vorhanden ist. Was für den Berater Arbeitsalltag ist, kann für den Kunden Fachchinesisch sein. Ein Gespräch mit Peter Sachs, öffentlich bestellter Sachverständiger für Kapitalanlagen, private Finanzplanung und Baufinanzierung. Er unterstützt Banken und Sparkassen in der Ausbildung ihrer Berater. DsZ: Herr Sachs, wie wird man Sachverständiger im Bereich Finanzen? sachs: Ich habe bei einer großen Landesbank eine Ausbildung sowie den Sparkassenbetriebswirt absolviert. Seit 1990 bin ich selbstständig tätig als Finanzberater auf Honorarbasis. Aus dieser Erfahrung heraus hat sich die Nachfrage nach Sachverständigengutachten entwickelt. Ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger muss bei seiner zuständigen Industrie- und Handelskammer ein Bewerbungsverfahren durchlaufen, in dem die persönliche und fachliche Eignung zur Erstellung von Gutachten sowie der überdurchschnittliche Sachverstand im Fachgebiet geprüft wird. Die IHK prüft regelmäßig, ob sich der Sachverständige auf seinem Gebiet fortgebildet hat. 1998 waren mein Sozius Dietmar Vogelsang und ich die ersten öffentlich bestellten Sachverständigen dieser Art in Deutschland. Handschlag nach Vertragsabschluss: Zufrieden sind Kunden, wenn der Berater ihre Sprache spricht. Foto dpa Der Sachverstand ist in der Branche natürlich auch vorhanden. Wo gibt es Ansatzpunkte der Zusammenarbeit eines Sachverständigen mit Banken? Die Zusammenarbeit ist sinnvoll, wenn eine Bank oder Sparkasse Vertrauen mit qualitativ hochwertiger Beratung aufbauen möchte. Es hat sich als Vorteil erwiesen, externe Expertise in den Prozess einzubeziehen. Vor allem die Kundenberatung und die Angebotsprodukte bieten oft Verbesserungspotenziale, die mit einem Blick von außen leichter erkannt werden, als wenn ein Bankberater seit vielen Jahren in einer eigenen Welt und einer festen Beratungsstruktur agiert. Manche sind dann trotz exzellenten Fachwissens nicht mehr in der Lage, genau dieses in der Kundenberatung einzubringen. Eine faire Kundenberatung heißt für mich, die Interessen des Kunden und die der Bank zu wahren. Und zwar für beide Seiten optimal. Sie schulen und unterstützen zunehmend auch Banken und Sparkassen in der Ausbildung ihrer Berater. Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf? Ich erstelle unter anderem Gerichtsgutachten über Bankberatungen und weiß, was dort alles schief gehen kann. Oft sind schlechte Beratungen gar nicht gewollt, sondern das Ergebnis einer alltäglichen Beratungsroutine, bei der Abläufe nicht mehr kritisch hinterfragt werden. Berater erkennen meist unbeabsichtigt die Bedürfnisse ihrer Kunden nicht mehr. Denn viele Begriffe, die sie verwenden, werden vom Kunden anders interpretiert als vom Berater selbst. Missverständnisse sind so vorprogrammiert. Problematisch wird es immer dann, wenn Eigenschaften der Anlageziele interpretiert werden können. Berater und Kunde verwenden beispielsweise beide den Begriff „langfristig“, aber der Kunde versteht unter Umständen einen ganz anderen Anlagezeitraum darunter als der Berater. Der denkt üblicherweise an fünf bis zehn „Oft werden Beratungsabläufe nicht mehr kritisch hinterfragt“, sagt Peter Sachs. Foto privat Jahre, für den Kunden kann „langfristig“ jedoch auch drei Jahre bedeuten, wenn er zum Beispiel schwer erkrankt ist. Die Empfehlung des Beraters ist dann zwangsweise falsch beziehungsweise nicht mehr im Interesse des Kunden. Viele Banken haben in den vergangenen Jahren das Vertrauen ihrer Kunden verloren. Dieses muss wiedergewonnen werden. Also müssen die Berater ihre Kunden wieder verstehen lernen und umgekehrt. Berater müssen die richtigen Fragen stellen, um dem Kunden das passende Produkt zu vermitteln. Außerdem sehen viele Berater Vertriebspotenziale nicht. Damit bleiben sinnvolle Geschäfte für den Kunden und wichtige für die Bank ungenutzt. Die Bankberater müssen sensibilisiert werden – im Interesse der Kunden und der Bank. Wie kann die Branche sich auf die kommenden Herausforderungen vorbereiten? Filialbanken müssen sich im Gegensatz zur Internetkonkurrenz auf eine qualitativ hochwertige Beratung konzentrieren, um Kunden zu gewinnen. Eine vertrauensfördernde Philosophie muss festgelegt und vor allem gelebt werden. Dafür müssen klare Beratungskonzepte entwickelt und die Berater eingebunden werden, begleitet von einer stetigen Qualitätssicherung. Der Kunde muss die Möglichkeit haben, zu verstehen, was die Produkte leisten. Dabei geht es vor allem um sinnvolle Lösungen für die Bedürfnisse der Kunden und nicht um das günstigste Produkt am Markt. Beratung kostet und das ist im beidseitigen Interesse auch richtig. Wie kann man eineVeränderung der Beratungsqualität messen? Zunächst sollten regelmäßige hausinterne Beratungstests eingeführt werden. Entsprechende Kennzahlen wie Kundenbestand – getrennt nach Neuund Bestandskunden – und letztendlich die Erlöse aus dem Privatkundengeschäft sind wichtig. Allerdings muss klar sein, dass schnelles Geld mit einer qualitativ hochwertigen Beratung nicht zu verdienen ist. Banken muss bewusst werden, dass Aktionäre und Unternehmenseigner bei der Wertentwicklung ihrer Bank nicht den schnellen Erfolg im Auge haben sollten. Auch Aktionäre und beteiligte Unternehmenseigner sind froh, wenn sie eine Finanzberatung erhalten, die sie als gut und fair empfinden. Wenn ihr Unternehmen dann wächst und positiv in der Öffentlichkeit wirkt, dürften auch diese zufrieden sein. personalwesen in Daten, Fakten, studien schlechte Führung ist okay, solange die Zahlen stimmen In vielen Unternehmen ist gute Führung noch kein wirkliches Thema. Nicht selten wird schlechtes Führungsverhalten der oberen Führungsriege sogar wissentlich von der Geschäftsleitung geduldet, sofern nur das operative Ergebnis stimmt. Zu diesem Resultat kommt eine aktuelle Studie der Hochschule Osnabrück zum Stellenwert der Personalführung in deutschen Unternehmen. Können sich Vorstände und Geschäftsführer deutscher Unternehmen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des bereits spürbaren Fachkräftemangels schlechte Führung leisten? Oder haben sie die Zeichen der Zeit erkannt und messen dem Thema Führung bereits erhöhte Bedeutung bei? Antworten auf diese Fragen zu gewinnen, war das Ziel der Untersuchung. Im Rahmen der explorativen Studie wurden 118 zufällig ausgewählte Unternehmen mit einer Mindestmitarbeiterzahl von 400 Personen befragt. Dabei zeigt sich, dass bei über 85 Prozent der befragten Unternehmen das Führungsverhalten expliziter Bestandteil von Personalbeurteilungen ist. Differenziert nach einzelnen Komponenten zeigt sich jedoch auch, dass dem operativen Ergebnis mehr als 90 Prozent der Firmen einen „sehr hohen“ oder „bedeutenden“ Stellenwert beimessen; beim Führungsverhalten sind dies lediglich 45 Prozent. Hohe Fluktuation scheint kaum zu stören Einen noch geringeren Stellenwert als Komponente in Zielvereinbarungen hat die „Fluktuationsrate“ mit 17 Prozent. Die „Förderung von Mitarbeitern“ ist mit 57 Prozent da noch vergleichsweise bedeutend. Auf die Frage nach den Hauptgründen für Trennungen von Führungskräften gaben 82 Prozent der befragten Unternehmen an, dass schlechtes Führungsverhalten für sie kein Anlass für eine Trennung sei. Die Hauptgründe für Trennungen werden in „persönlichen Gründen“ oder in einem „schlechten operativen Ergebnis“ gesehen. Im Ergebnis verdeutlicht die Untersuchung zwei Dinge: Schlechtes Führungsverhalten wird in der Regel nicht sanktioniert, sofern und solange das operative Ergebnis stimmt. Gutes Führungsverhalten wird nicht belohnt, was sich daran zeigt, dass das Thema „Führung“ als Komponente von Zielvereinbarungen eine eher untergeordnete Rolle spielt und meist nur partiell berücksichtigt wird. „Eine notwendige Führungskultur kann so nicht entstehen“, schließt der Autor der Studie, Prof. Carsten Steinert. Besonders nachwuchskräfte kritisieren ihre vorgesetzten In Deutschland gibt es offensichtlich noch viel zu tun in der Managementausbildung. Dies zeigt eine Erhebung des Organisationsforschungs- und Beratungsinstituts YouGov. Über 600 Bundesbürger ab 18 Jahren wurden 2011 repräsentativ befragt. Dabei schneiden Führungskräfte bei den 25 bis 34-Jährigen, den sogenannten „Young Professionals“, schlecht ab. 44 Prozent aus dieser Altersgruppe sagen, ihr Vorgesetzter interessiere sich nicht oder kaum für ihre Meinung. Beim Durchschnitt der Arbeitnehmer quer durch alle Altersklassen liegt diese Quote nur bei zwölf Prozent. Auch gute Zuhörerqualitäten werden den Chefs von den jungen Mitarbeitern auffällig selten attestiert. Und mit 25 Prozent liegt auch der Anteil derjenigen, die – wenn sie könnten – ihren Chef sofort entlassen würden, deutlich über dem bundesdeutschen Arbeitnehmerdurchschnitt. Während im Durchschnitt immerhin noch 18 Prozent der Beschäftigten ihren Vorgesetzten unverzüglich feuern würden, ist es bei den „Young Professionals“ jeder Vierte. „Die jungen Mitarbeiter stechen durch eine überdurchschnittlich kritische Haltung gegenüber ihren Führungskräften heraus“, so Studienleiterin Frauke Bastians. Diese Tendenz sollten Führungskräfte in Zeiten teurer Initiativen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität ernst nehmen. Dabei könnten Führungskräfte die hochrelevante Gruppe der „Young Professionals“ mit einer Steigerung ihrer kommunikativen Fähigkeiten gut erreichen. Dies gelinge, so Bastians, etwa mit Hilfe von Coachings, in denen besonderes Augenmerk auf die Zuhörerqualitäten und eine offene und wertschätzende Kommunikation gelegt werde. Nur so könne es Vorgesetzten und Unternehmen gelingen, diese für Betriebe attraktive und wichtige Arbeitnehmergruppe langfristig an das Unternehmen zu binden. Die Spezialseite zum Thema Personalmanagement wird zusammengestellt von Wolfgang A. Eck. Das Gelbe vomEi: die WBTFlatrate Hohe inhaltliche Qualität, enger Praxisbezug, interaktiveGestaltung: Das sind nur einige Vorteile der WBTFlatrate! Fürnur 1Euro proMonat und bankspezifischem Mitarbeiter stehen Ihnen über 60 Lernprogramme zur Verfügung. 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18 9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung bildung und chancen / stellenmarkt Personalien sparkassenjubiläum 15.3. stadtsparkasse bad oeynhausen, 150 Jahre 40-jähriges dienstjubiläum 12.3. brigitte klein Sparkasse Fulda rita kreier Sparkasse Koblenz hedwig Wollanek Sparkasse Marburg-Biedenkopf 13.3. heide herr Kreissparkasse Reutlingen 16.3. dieter nickisch Sparkasse Fürth 25-jähriges dienstjubiläum 13.3. angelika Freese Nassauische Sparkasse 15.3. monika bursy Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert 16.3. tatjana backa Kreissparkasse Tübingen ursula eichler Sparkasse Rhein Neckar Nord annette maetzing Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam beate rickert Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau 17.3. dagmar bär Sparkasse Bielefeld 18.3. christine krämer-stein Nassauische Sparkasse geburtstag 11.3. ingrid niemeyer, 70 Jahre (früher: Deutscher Sparkassenund Giroverband) 12.3. hildegard content, 65 Jahre Am Kelmbach 76, 44536 Lünen (früher: Sparkasse Lünen) monika eberle, 60 Jahre Kreissparkasse Kaiserslautern rolf eggers, 65 Jahre Gesseler Str. 79, 28857 Syke, Kreissparkasse Syke siegfried Jörg, 60 Jahre Sparkasse Mainfranken Würzburg brigitte kurosch, 60 Jahre Spk. Hilden-Ratingen-Velbert Walter mertens, 65 Jahre Sparkasse Aachen inge neumaier, 80 Jahre (früher: Sparkasse Landshut) renate niersmann, 75 Jahre Lerschstr. 103, 47445 Moers (früher: Sparkasse am Niederrhein) 13.3. gerd blombach, 65 Jahre Humperdinckstr. 4, 47623 Kevelaer (früher: Verbandssparkasse Goch) Paul braun, 80 Jahre Josef-Schmitt-Str. 4, 67346 Speyer (früher: Kreis- und Stadtsparkasse Speyer) helga eggels, 85 Jahre An der Charlottenburg 5, 47804 Krefeld (früher: Sparkasse Krefeld) irmtraud gahr, 60 Jahre Sparkasse Harburg- Buxtehude heinz haug, 60 Jahre Hohenzollerische Landesbank Kreissparkasse Sigmaringen hans-georg herzog, 65 Jahre (früher: Sparkasse Unna) erika lange, 70 Jahre (früher: Sparkasse Duisburg) anton lübke, 60 Jahre Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis ursula schmitz, 70 Jahre (früher: Sparkasse Duisburg) 14.3. roland gersch, 60 Jahre Kreissparkasse Heinsberg ilona kottenhahn, 60 Jahre Sparkasse Göttingen melitta kraft, 65 Jahre Felderhof 86, 40880 Ratingen (fr.: Spk. Hilden-Ratingen-Velbert) Jürgen rubesch, 60 Jahre Kreissparkasse Waiblingen anni rütten, 90 Jahre (früher: Sparkasse Duisburg) roland schlittenbauer, 75 Jahre Eichenstr. 15, 92318 Neumarkt (früher: Sparkasse Neumarkt i. d. OPf.-Parsberg) ingrid siebert, 60 Jahre Sparkasse Werra-Meißner gerd stiller, 85 Jahre Kirschbaumweg 90, 44143 Dortmund (früher: Sparkasse Dortmund) 15.3. marlies berentsen, 65 Jahre Heimbergstr. 22, 47447 Moers (früher: Sparkasse am Niederrhein) Johann herzog, 60 Jahre Sparkasse Neumarkt i. d. OPf.- Parsberg Werner knebel, 65 Jahre Heinrich-Brauns-Str. 5, 54296 Trier, Sparkasse Trier anneliese krohm, 75 Jahre gudula müller, 60 Jahre Kreissparkasse Birkenfeld ludwig neumann, 65 Jahre Lönsweg 15, 38518 Gifhorn (früher: Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg) helmut rubarth, 60 Jahre Sparkasse Werl helene seyfert, 65 Jahre Sparkasse Bamberg Peter steffes, 65 Jahre Kritscherweg 12, 54534 Großlittgen (früher: Sparkasse Mittelmosel – Eifel Mosel Hunsrück) 16.3. ursula adomeit, 60 Jahre Sparkasse Fulda Wilhelm belke, 60 Jahre Landessparkasse zu Oldenburg günter burmester, 65 Jahre Gartenstr. 7, 21409 Embsen (früher: Sparkasse Lüneburg) hans Josefiak, 80 Jahre Schützenstr. 72, 58239 Schwerte (früher: Sparkasse Dortmund) Paul leimeister, 65 Jahre Leichgasse 19, 97901 Altenbuch (fr.: Spk. Miltenberg-Obernburg) renate schwarz, 60 Jahre Kreissparkasse Göppingen bernhard Wagner, 70 Jahre Linckestr. 13, 47661 Issum (früher: Sparkasse Krefeld) 17.3. ingrid blößer, 65 Jahre Stoppelberger Hohl 45, 35578 Wetzlar (früher: Sparkasse Wetzlar) ingrid klocke, 65 Jahre Mühlenstr. 18, 31812 Bad Pyrmont (früher: Stadtsparkasse Bad Pyrmont) renate lembke, 60 Jahre Kreissparkasse Ludwigsburg ursula leonhardt, 60 Jahre Dr.-O.-Nuschke-Str. 3, 08321 Zschorlau, Erzgebirgssparkasse dieter requadt, 70 Jahre Über den Eichen 6, 31737 Rinteln (früher: Sparkasse Schaumburg) hermann schulz, 85 Jahre (früher: Sparkasse Duisburg) margit seyfarth, 60 Jahre Heugasse 2c, OT Kauschwitz, 08525 Plauen, Sparkasse Vogtland siegrid steffens, 85 Jahre Bochumer Str. 48, 45529 Hattingen (früher: Sparkasse Hilden- Ratingen-Velbert) karl-heinz steinmeier, 60 Jahre Sparkasse Herford rainhard strübel, 60 Jahre LBS Baden-Württemberg hildegard Zink, 75 Jahre (früher: Sparkasse Mainfranken Würzburg) 18.3. anneliese bartenbach, 60 Jahre In der Laabdell 5, 66386 St. Ingbert, Kreissparkasse Saarpfalz heidelind deichsel, 65 Jahre Moorwiese 2, 31535 Neustadt, Sparkasse Hannover mariechen götze, 65 Jahre Semperstr. 2, 26127 Oldenburg (früher: Landessparkasse zu Oldenburg) marion hauter, 60 Jahre Sparkasse Koblenz erika hesse, 70 Jahre (früher: Stadtsparkasse Wuppertal) maria lamping, 65 Jahre Landessparkasse zu Oldenburg manfred laskowski, 60 Jahre Sparkasse Duisburg brigitte lindner, 60 Jahre Sparkasse Günzburg-Krumbach klaus Poser, 65 Jahre Hirschhorner Landstr. 27/1, 69412 Eberbach, Sparkasse Neckartal- Odenwald albrecht reik, 60 Jahre Hofackerstr. 41, 73660 Urbach, Kreissparkasse Waiblingen rita sangmeister, 60 Jahre Stadtstieg 123, 37083 Göttingen, Sparkasse Göttingen hildegard schmal, 75 Jahre Querweg 63, 21423 Winsen (früher: Sparkasse Harburg-Buxtehude) gisela ueberall, 85 Jahre Londongstr. 31, 47506 Neukirchen-Vluyn (früher: Sparkasse am Niederrhein) horst Wellie, 60 Jahre Sparkasse Arnsberg-Sundern anni Wilmes, 75 Jahre Weckinghauser Weg 11, 59609 Erwitte (früher: Sparkasse Erwitte- Anröchte) Frisch gebackene Bankkaufleute der LBS Nord demonstrieren „Wir“-Gefühl. LBS Nord: Erster Ausbildungsjahrgang schließt Lehre ab setzkasten mit system Als Gemeinschaftsunternehmen der Kreissparkasse Augsburg und der Bankenservice GmbH Berlin verstehen wir uns als moderner Servicepartner mit regionalem Fokus.Sämtliche Marktfolgetätigkeiten aus einer Hand sind Merkmal unseres Angebotsportfolios.Mit rund 120 Mitarbeitern betreuen wir an unserem Standort in Schwabmünchen –Landkreis Augsburg –derzeit 10% der bayerischen Sparkassen und sind im Dienstleistungsbereich Compliance und Geldwäsche der führende Anbieter.Mit dem Ziel, unser Mandantengeschäft durch Attraktivität und Kompetenz weiter auszubauen und zu intensivieren, suchen wir zum nächstmöglichen Termin eine/n Beauftragte/n für Compliance und Geldwäsche Foto LBS Der erste eigene Ausbildungsjahrgang der LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin-Hannover (LBS Nord) hat seine Lehre zum Bankkaufmann/-frau erfolgreich abgeschlossen. Alle zehn jungen Frauen und Männer wurden in ein festes oder befristetes Arbeitsverhältnis übernommen. „Die Erfahrungen mit unserem Ausbildungsmodell sind durchweg positiv“, resümiert LBS-Ausbildungsleiterin Petra Kohnen. „Die gute Zusammenarbeit mit der Sparkasse Hannover hat wesentlich zu einer erfolgreichen Ausbildung beigetragen.“ Denn das ist die Besonderheit bei der LBS Nord: Als Spezialkreditinstitut kann sie nicht alleine das gesamte Spektrum des Berufsbildes Bankkaufmann abbilden. Sie ist deshalb durch eine Kooperation mit der Sparkasse neue Wege gegangen. Die betriebliche Ausbildung teilte sich in verschiedene Phasen bei den Verbundpartnern auf und setzte sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Sie begann in der LBS, um den jungen Leuten zunächst Wissen rund ums Bausparen zu vermitteln und eine Bindung an die LBS Nord als Ausbildungsbetrieb zu erzielen. Rund neun Monate verbrachten die LBS-Auszubildenden dann bei der Sparkasse Hannover, um etwa das Retailgeschäft zu erlernen und an internen Ausbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Projektarbeiten im Team und Workshops rundeten die zweieinhalbbis dreijährige Ausbildungszeit ab. Und da nicht allein das Fachwissen, sondern auch soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeiten das Weiterkommen im Beruf bestimmen, bot die LBS Nord ihren Auszubildenden überbetriebliche Seminare zu diesen Themenbereichen an. In-House-Kurse und ein Kompaktseminar bereiteten dann auf die Prüfung bei der IHK vor. „Unterm Strich ist die Ausbildung in der LBS Nord eine runde Sache“, sagt Felix Thonke stellvertretend für die Auszubildenden. Das Kennenlernen von zwei Kreditinstituten mache die Ausbildung „zu etwas ganz Besonderem.“ DSZ imPressum herausgeber: Deutscher Sparkassen- und Giroverband e. V., Charlottenstr. 47, 10117 Berlin. chefredaktion: Oliver Fischer, Peter Müller (stv.). E-Mail: sparkassenzeitung@dsgv.de redaktion: Silvia Besner, Tel. +49 (0) 30/2 02 25 - 51 45, Thomas Rosenhain (-51 46), Lektorat: Renate Jührend und Saskia Vogel, Charlottenstr. 47, 10117 Berlin, Sekretariat -51 49 und -51 53, Fax - 51 51, E-Mail: sparkassenzeitung@dsgv.de Verlag: Deutscher Sparkassen Verlag GmbH, Am Wallgraben 115, 70565 Stuttgart, Objektleitung: Gerhard Baumgartl, Tel. +49 (0) 711/782-1235, Fax -1288; Herstellung: Thorsten Egeler. stellenanzeigen: Anzeigenteam +49 711 782-1164, Fax -2080. E-Mail: stellenmarkt@dsv-gruppe.de Internet: http://www.sparkassenzeitung.de Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 24 vom 1.1.2012. Anzeigen- und Druckvorlagenschluss: jeweils Montag, bis 12 Uhr, vor Erscheinen. Stellenangebote und „Kleine Anzeigen“ nur für Institute und Mitarbeiter/innen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe Produkt- und imageanzeigen aus der sparkassen-Finanzgruppe: Deutscher Sparkassen Verlag GmbH Foto: Ralf Krämer Anneli Baumann Tel. +49 711 782-1278, Fax -2080. E-Mail: anneli.baumann@dsv-gruppe.de Anzeigenpreisliste Nr. 17 vom 1.1.2012. Anzeigen- und Druckvorlagenschluss jeweils eine Woche vor Erscheinen. Vertrieb: Lothar Barthel, lothar.barthel@dsv-gruppe.de Tel. +49 711 782-1693, Fax -2966, Luise Dingler, luise.dingler@dsv-gruppe.de Tel. +49 711 782-1252, Fax -2966 Die Zeitung erscheint freitags, zusätzlich ca. zwölf Themen- und drei Verlagsbeilagen im Jahr sowie dreimal wöchentlich der per E-Mail versandte SparkassenNewsletter. Jahresbezugspreis 135,00 Euro einschließlich Versandkosten und MwSt. bei Jahresvorausrechnung. Einzelpreis 3,50 Euro. Bei Versand ins europäische Ausland werden zusätzlich 10,00 Euro Versandkostenpauschale berechnet. Abbestellungen nur zum Jahresende mit einer Frist von vier Wochen. sparkassenZeitung online: Abonnenten erhalten Zugang zum exklusiven Bereich unter „www.sparkassenzeitung.de“. Bestellungen unter Angabe Ihrer Kunden-Nr. und E-Mail-Adresse an: AboNewsletter@dsv-gruppe.de. Verlagsrechte: Die Autoren versichern mit der Abgabe des Manuskripts ihre alleinige Befugnis über die urheberrechtlichen Nutzungsrechte an ihren Beiträgen inkl. Fotos und anderer Reproduktionsvorlagen. Zudem stellen sie den Verlag von Rechten Dritter frei und räumen ihm das unbeschränkte ausschließliche Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der unkörperlichen Wiedergabe der Beiträge auch zur Verwertung in anderen, z. B. elektronischen Medien ein. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und sonstige Unterlagen haftet der Verlag nicht. Die mit Namen oder mit Initialen gekennzeichneten Beiträge geben die Meinung des Autors, aber nicht unbedingt der Redaktion oder des Herausgebers wieder. Die Zeitung und alle in ihr enthaltenen Beiträge, Tabellen, Übersichten, Abbildungen und Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere fürVervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Nachdruck nur mit Erlaubnis der Redaktion. Friedensstifter Sie für Ihr Patenkind. Ihr Patenkind für seine Welt. Eine Patenschaftbewegt.Werden Sie Pate! RufenSie uns an: 0180 33 33 300 (9 Cent/Min. aus dem dt.Festnetz; Mobilfunktarif ggf. abweichend) Kindernothilfee.V.·DüsseldorferLandstraße 180 47249 Duisburg ·www.kindernothilfe.de druck: Bechtle Verlag&Druck Esslingen, Zeppelinstr. 116, 73730 Esslingen, Tel: +49 711 9310-0. ISSN 1612-3743. Ihre Aufgaben: •Selbständige,aktive und qualifizierte Bearbeitung sämtlicher Aufgabenfelder der Themenbereiche Compliance,Geldwäsche sowie Betrugsprävention im Auftrag unserer Mandanten •Umsetzung und Steuerung des Anpassungsbedarfs in Ihrem Aufgabenfeld durch Entwicklung zukunftsweisender Konzepte und Strategien •Eigenständiges Verfassen und Bearbeiten von Anweisungen, Dokumentationen und Reports •Beratung und Betreuung unserer Mandanten auch vor Ort Ihr Profil: •Sie haben mehrjährige erfolgreiche Praxiserfahrung im Beauftragtenwesen und fundierte Kenntnisse in den Regelungen von WpHG,WpDVerOV und GWG •Sie haben einen Abschluss als Sparkassenbetriebswirt/in oder vergleichbare Qualifikation •Sie treten souverän auf, arbeiten gerne im Team und verfügen über eine ausgeprägte Dienstleistungsbereitschaft Professionalität und •Zuverlässigkeit, Entscheidungsfreude, verantwortungsbewusstes Handeln sind für Sie selbstverständlich Unser Angebot: •Eine interessante und eigenverantwortliche Aufgabe mit Perspektive in einem innovativen Umfeld •Ausgezeichnete persönliche Entfaltungsmöglichkeiten •Leistungsgerechte, attraktive Vergütung und Sozialleistungen sowie flexible Arbeitszeiten Für erste Fragen zum Aufgabengebiet steht Ihnen der Leiter unserer Abteilung Beauftragtenwesen, Herr Alwin Wernhard(08232/3251- 1470), gerne zur Verfügung. Fragen, die IhreBewerbung betreffen, richten Sie bitte an unseren Personalreferenten, Herrn Robert Schmidberger (08232/3251-1228). Haben wir Ihr Interesse geweckt? Sind Sie bereit, eine neue Herausforderung anzunehmen? Wenn ja, dann lassen Sie uns Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen mit Angabe Ihres Gehaltswunsches und Ihres möglichen Eintrittstermins einfach und bequem über das Onlinebewerbungsportal der Kreissparkasse Augsburg unter www.kreissparkasse-augsburg.de im Bereich Karriereoder klassisch per Post (SDZ Südbayern, Sparkassenplatz 1, 86830 Schwabmünchen) oder E-Mail an robert.schmidberger@ kreissparkasse-augsburg.de bis 30. März 2012 zukommen.


9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung stellenmarkt 19 S Sparkasse der Homburgischen Gemeinden s Rheinischer Sparkassen- und Giroverband Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen und einen Finanzierungsberater (w/m) für das Immobiliengeschäft in unserem S-Finanz-Shop Gruppenleiter MarktService - Aktiv (w/m) für unsere Abteilung MarktService. Informationen zu den von uns gesuchten Bewerberprofilen und den mit den Stellen verbundenen Aufgabenbereichen entnehmen Sie bitte unserer Homepage: www.sparkasse-wiehl.de/stellenmarkt Wir bieten Ihnen • ein hohes Maß an Entfaltungs- und Gestaltungsmöglichkeiten • einen zukunftssicheren Arbeitsplatz in einer modernen Sparkasse • eigenverantwortliches Arbeiten in teamorientierter Umgebung • ein Umfeld, in dem Sie etwas bewegen können • Fortbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen • ein attraktives Gehalt verbunden mit vorbildlichen Sozialleistungen Sie sind interessiert? Dann richten Sie Ihre Bewerbung bitte an den Vorstand der Sparkasse der Homburgischen Gemeinden Hauptstraße 12 – 18, 51674 Wiehl Für Fragen steht Ihnen Herr Thomas Adolphs, Leiter Personalabteilung, Telefon: 0 22 62 / 982-126, gerne zur Verfügung. Wirhaben unsere Leser gefragt:* 70% informieren sich mit der SparkassenZeitung regelmäßig. Stellenmarkt online: 1 Preis – 2 x online unter www.sparkassenzeitung.de und unter www.sparkasse.de S Sparkasse Fürstenfeldbruck Firmenkundenbetreuer (m/w) Bauträgergeschäft SparkassenConsulting Berater/in für Vertriebsberatung Der Rheinische Sparkassen- und Giroverband (RSGV) berät und betreutimRheinland 34 Sparkassen, die über 32.000 Mitarbeiter beschäftigen und ein Geschäftsvolumen von rund 157 Milliarden Euro repräsentieren. Mit den Partnern der Sparkassen-Finanzgruppe und mit der internationalen Sparkassenorganisation arbeiten wir eng zusammen. Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n qualifizierte/n Berater/in für den Fachbereich Vertriebsberatung in unserer Abteilung SparkassenConsulting. Schwerpunktmäßigberaten wir unsere Mitgliedssparkassen, darüber hinaus sind wir bundesweit aktiv im Rahmen des Beratungsnetzwerkes der Sparkassen-Finanzgruppe. Ihre Aufgabe ist es, Projekte zur Vertriebsoptimierung im Firmenund Privatkundengeschäft durchzuführen. Außerdem arbeiten Sie konzeptionell und wirken bei der Weiterentwicklung von Methoden und Beratungsleistungen mit. Sie haben ein wirtschaftswissenschaftliches Studium oder eine vergleichbare Ausbildung. Zudem bringen Sie Know-how aus der Kreditwirtschaft mit und sind mit Vertriebsthemen des gesamten Sparkassengeschäftes bestens vertraut, d.h. Kundensegmentierung, Vertriebssteuerung und Finanzkonzept sind für Sie keine Fremdworte. Darüber hinaus verfügen Sie über umfassende Erfahrung in der professionellen Steuerung von Projekten und das Handwerkszeug zur Moderation von Workshops. Persönlich überzeugen Sie durch ein hohes Maß an Eigeninitiative, Kreativität sowie analytische und kommunikativeFähigkeiten. Wenn Sie zudem gewohnt sind, eigenverantwortlich und teamorientiert zu arbeiten, erwarten Sie bei uns interessante und spannende Aufgabengebiete. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, sich in einem engagierten Team fachlich und beruflich weiterzuentwickeln. Dies wird durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmenunterstützt. Frauenförderung ist uns ein Anliegen. Sind Sie interessiert? Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt. Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Unterlagen mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung und Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins innerhalb von 14 Tagen an den Rheinischer Sparkassen- und Giroverband Personalabteilung, Postfach104264, 40033 Düsseldorf www.rsgv.de 69% lesen fast die ganze Ausgabe. 64% bewerten die SparkassenZeitung mit gut bis sehr gut. 80.000 Leser erreichen wir regelmäßig. *telefonische Befragung August 2008 DieSparkassenZeitung Die Wochenzeitung für die Sparkassen-Finanzguppe Die Sparkasse Fürstenfeldbruck zählt mit einer Bilanzsumme von ca. 3,29 Milliarden €, 850 Mitarbeitern und 25 Geschäftsstellen zu den größten Sparkassen in Bayern und ist der führende Anbieter von Finanzdienstleistungen in der Region. Die Bauträgerfinanzierungen und die bedeutendsten Firmenkundenengagements aus unserem Geschäftsbereich werden von unserer zentralen Firmenkundenabteilung vollumfänglich betreut. Für diese Abteilung suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n Firmenkundenbetreuer (m/w) Bauträgergeschäft Sie sind der erste Ansprechpartner für die Ihnen persönlich zugeordneten Bauträger. Bei der Erfüllung Ihrer Aufgaben werden Sie in den Bereichen private Vermögensanlage, Leasing und Versicherungen von Spezialisten unterstützt. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, können Sie auf der Grundlage einer soliden theoretischen Ausbildung im Firmenkundengeschäft (z. B. im Rahmen der Weiterbildungskonzeption der Sparkassenakademien oder vergleichbare Ausbildungen) auf einschlägige Berufspraxis zurückgreifen. Wir bieten Ihnen ein anspruchsvolles, abwechslungsreiches Betätigungsfeld, das mit einer leistungsgerechten Vergütung nach den Maßstäben des TVöD (Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes) einschließlich Erfolgsbeteiligung sowie mit überdurchschnittlichen Sozialleistungen (z .B. Zusatzversorgung im Alter) ausgestattet ist. Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen unter Angabe des Eintrittstermines und Ihrer Gehaltserwartungen an Sparkasse Fürstenfeldbruck Zentralbereich Personal Hauptstr. 8, 82256 Fürstenfeldbruck Für Fragen und Informationen steht Ihnen die Leiterin unseres Zentralbereiches Personal, Frau Wölkhammer, Tel.: 08141 / 407-280 oder der Leiter unserer Firmenkundenabteilung, Hr. Wörle; Tel.: 08141 / 407-410 gerne zur Verfügung. Die Sparkasse Regensburgist Marktführer in der Region und eine der größten Sparkassen in Bayern, weil sich unsererund 1.000 Mitarbeiter persönlich engagiert und fachlich kompetent für die Menschen in unserer Region einsetzen. Im Zuge einer Nachfolgebesetzung suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine neue Kollegin /einen neuen Kollegen als Direktor des Geschäftsbereiches Unternehmensstrategie/Steuerung (m/w) Unser Angebot: Freuen Sie sich auf ein attraktives und verantwortungsvolles Aufgabengebiet mit entsprechendem Handlungs- und Gestaltungsspielraum. In dieser herausgehobenen Position sind Sie direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt und erhalten eine entsprechende Vergütung inklusive erfolgsabhängiger Komponenten. Ihre wesentlichen Aufgaben: In dieser Position sind Ihnen vier Abteilungen unterstellt. Es gelingt Ihnen, die Mitarbeiter zielorientiert zu führen und dabei gleichzeitig Begeisterung für die Aufgaben zu vermitteln. Sie tragen die Gesamtverantwortung für das Controlling und die Kommunikation unseres Unternehmens. Sie gestalten zusammen mit dem Vorstand die Strategie der Sparkasse Regensburg und begleiten aktiv deren Umsetzung. Mit Ihrer zielorientierten Handlungsweise, Ihrem Engagement und Ihrem umfangreichen Fachwissen tragen Sie zur Erreichung unserer ehrgeizigen Ziele bei. Sie sind sicher in der Analyse und Steuerung und leiten hieraus Handlungsfelder zur Optimierung von Aktivitäten, sowohl für Ihren Geschäftsbereich als auch für das Gesamtinstitut ab. Ihr Profil: Sie sind eine strategisch handelnde Persönlichkeit und konnten Ihre Führungsqualitäten im Rahmen Ihrer bisherigen Tätigkeit unter Beweis stellen. Sie treten in der Öffentlichkeit, gegenüber Geschäftspartnern sowie Mitarbeitern sympathisch und geradlinig auf. Leistungs- und Erfolgsorientierung, begleitet von analytisch-konzeptionellem Denkvermögen, sowie ausgeprägte Durchsetzungskraft bestimmen Ihr Handeln. Zudem zeichnen Sie sich durch ein sehr umfangreiches Wissen in den Bereichen Vertriebscontrolling, Vertriebssteuerung, Unternehmenscontrolling, Asset-Allocation und der Öffentlichkeitsarbeit sowie Kenntnissen im Bereich Rechnungswesen aus. Sie haben eine fundierte theoretische Ausbildung, möglichst Studium mit Schwerpunkt Controlling erfolgreich abgeschlossen, und verfügen über mehrjährige Berufserfahrung. Ist diese Position eine Herausforderung für Sie? Weitere Informationen erhalten Sie gerne von Herrn Franz-Xaver Lindl, Vorstandsvorsitzender, Telefon 0941 301-1104. Bewerben Sie sich bis 25. März 2012 auf www.sparkasse-regensburg.de unter Ausbildung und Karriere, Stellenangebote. Wir freuen uns auf Sie. Sparkasse Regensburg


20 9. März 2012 / Nr. 10 DieSparkassenZeitung stellenmarkt S Sparkasse Arnstadt-Ilmenau ANSTOSSEN Alois Alzheimer gab 1906 den Anstoß und erforschte als erster die Krankheit des Vergessens. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. führt fort, wasAlois Alzheimer begann. Siewollenmehrwissen? Wirinformieren Sie kompetent und kostenlos: 0800 /200 400 1 Wir sind eine leistungsstarke und zukunftsorientierte Sparkasse mit einer klaren strategischen Ausrichtung. Mit einer Bilanzsumme von über 1 Mrd. Euro, 309 engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 26 Geschäftsstellen gehören wir zu den bedeutenden Unternehmen und Arbeitgebern im Ilm-Kreis. Im reizvollen Thüringer Wald liegt die Goethe- und Universitätsstadt Ilmenau, Sitz der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau, mit ihrer abwechslungsreichen Kulturlandschaft und modernen Sportstätten. Direkte Anbindungen an nationale und internationale Verkehrswege durch Autobahnen (A 71/A 4) und den Flughafen Erfurt sind für diesen Technologiestandort gegeben. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir den Abteilungsleiter Personal (m/w) Grabenstr.5·40213 Düsseldorf www.alzheimer-forschung.de A123 Ihre Aufgaben: • Sie gestalten die aus der Unternehmensstrategie abgeleitete Personalpolitik und verantworten die vorausschauende Ausrichtung und Steuerung der gesamten Personalarbeit. • In diesem Zusammenhang sind Sie für die nachhaltige Sicherstellung einer angemessenen qualitativen und quantitativen Personalausstattung aller Bereiche und die Planung und Steuerung des Personalkosten- und Weiterbildungsetats zuständig. • Zudem entwickeln Sie das Personalentwicklungskonzept unseres Hauses weiter und verantworten die Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter/ -innen und Führungskräfte. • Im Rahmen der Steuerung der Personalverwaltung wirken Sie bei verschiedenen personalrechtlichen und -wirtschaftlichen Angelegenheiten mit. Dabei klären Sie insbesondere Grundsatzfragen und Spezialfälle auf dem Gebiet des Arbeits-, Lohnsteuer-, Sozialversicherungsund Tarifrechts. • Darüber hinaus begleiten Sie bereichsübergreifende und gesamthausbezogene Veränderungsprozesse und betreuen Projektaufgaben. • Die Führung der Mitarbeiter/-innen der Bereiche Personalverwaltung und Personalentwicklung rundet Ihr Tätigkeitsspektrum ab. Ihr Profil: • Den Abschluss als Sparkassenbetriebswirt/-in bzw. eine vergleichbare Ausbildung haben Sie absolviert. Idealerweise verfügen Sie über ein abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches Studium mit dem Schwerpunkt Personalwirtschaft. • Sie bringen fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit und konnten bereits mehrjährige Berufserfahrung in den genannten Tätigkeitsfeldern sammeln. • Zudem verfügen Sie über gute Kenntnisse im Arbeits- und Tarifrecht. • Sie sind eine Führungspersönlichkeit mit sehr guter Lösungskompetenz, Entscheidungsstärke sowie souveränem Auftreten, Durchsetzungsvermögen und überdurchschnittlichen kommunikativen und strategischen Fähigkeiten. • Zudem konnten Sie bereits mehrjährige Führungserfahrung sammeln. • Ein ausgeprägtes Zahlenverständnis, analytische und konzeptionelle Fähigkeiten sowie Verantwortungsbereitschaft und Belastbarkeit runden Ihr Profil ab. Unser Angebot: Wir bieten Ihnen eine interessante, anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit sowie eine attraktive Vergütung. MBA HOCHsCHUle Und fOrtbildUnG Königsdisziplinfür Führungskräfte! Interessiert? Dann bewerben Sie sich unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen und Ihres frühesten Eintrittstermins bis zum 30. 3. 2012 online unter www.spkai.de „Karriere“. Für weitere Informationen steht Ihnen die Abteilungsleiterin Vorstandsstab, Frau Petra Sannig (Tel. 0 36 77 / 66 01 01), gerne zur Verfügung. Anzeigenschluss für Stellenanzeigen in der SparkassenZeitung: Montag vor Erscheinen, 12 Uhr stellenGesUCHe Führungskraft Vertriebsmanagement/Medialer Vertrieb Langjährige, dynamische und motivierte Führungskraft (41) sucht eine neue berufliche Herausforderung im Bereich Vertriebsmanagement und/oder Medialer Vertrieb einer Sparkasse. Zuschriften unter Chiffre-Nr. DSPZ-2012-024 an Deutscher Sparkassenverlag GmbH, 70547 Stuttgart. Master of Business Administration Bewerben bis zum 31. Mai 2012: www.s-hochschule.de/mba Erfahrener Firmenkundenberater 47 J., Sparkassenbetriebswirt und Bachelor of Finance, teamfähig, engagiert, durchsetzungsstark, sucht Teamleitung o. Abteilungsleitung mit Perspektive Verhinderungsvertretung des Vorstandes im Raum Bayern, BW. Zuschriften unter Chiffre-Nr.DSPZ-2012-023 an DeutscherSparkassenverlag GmbH, 70547 Stuttgart. Finanzgruppe Hochschule Praxisnah. Ausbildungs- und berufsintegriert. International anerkannt. Wirtschaftsprüfer Ehemaliger Verbandsprüfer übernimmt bundesweit gerne alle Tätigkeiten im Bereich Revision und Rechnungswesen sowie die Begleitung von problembehafteten Kreditengagements. Zuschriften unter Chiffre-Nr. DSPZ-2012-021 an Deutscher Sparkassenverlag GmbH, 70547 Stuttgart.

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