vorwärts für Sachsen-Anhalt - SPD-Landesverband Sachsen-Anhalt

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Wir in Sachsen-Anhalt

11/2008 I

WISA

vorwärts für Sachsen-Anhalt

Sozialdemokratische Antworten

in einer bewegten Zeit

Vom Landesparteitag in Naumburg

Liebe Genossinnen und Genossen,

der Parteitag in Naumburg war

ein bemerkenswertes Ereignis

für unsere Landespartei.

Die weltweite Finanzkrise ist in diesen Tagen in

aller Munde und so kam auch der Landesparteitag

in Naumburg um das Thema nicht herum. In seiner

begeisternden Rede stellte Franz Müntefering

unter dem Applaus der Delegierten klar, dass die

SPD die Partei ist, die mit ihrer Idee einer sozialen

Demokratie die Antworten auf die Probleme

unserer Zeit hat. „Wir brauchen neue Spielregeln,

um den Kapitalismus wieder den Bedürfnissen der

Menschen zu unterwerfen. Um den Wettbewerb zu

zivilisieren. Dem entfesselten Markt wieder Zügel

anzulegen, die dorthin lenken,

wo zukunftsfähige Produkte

entstehen und damit

verbunden gute Arbeit. Das

ist ein großes Ziel, aber wir

haben den Zeitgeist auf unserer

Seite.“ Die Grundkoordinaten

der SPD stehen

fest. Sozialdemokratinnen

und Sozialdemokraten

stehen für einen starken

Staat, der soziale Gerechtigkeit

organisiert, der ein

gutes Bildungssystem für

alle Menschen garantiert.

Einen Staat, der gute Arbeit

sichert und der die demokratischen

und wirtschaftlichen

Grundlagen unserer

Der neue Landesvorstand

Landesvorsitzender

Holger Hövelmann

Stellv.

Landesvorsitzende

Katrin Budde

Dr. Wolfgang Eichler

Corinna Reinecke

Schatzmeister/in

Dr. Steffen Eichner

Beisitzer/innen

Rüdiger Erben

Krimhild Fischer

Petra Grimm-Benne

Klaas Hübner

Burkhard Lischka

Gerhard Miesterfeldt

Marko Mühlstein

Katja Pähle

Silke Schindler

Bernhard Sterz

Ulrich Stockmann

Waltraud Wolff

Gesellschaft schützt. „Mit unserer sozialdemokratischen

Idee von Gesellschaft, mit unseren

Konzepten haben wir die Meinungsführerschaft.

Das werden wir zeigen und damit wollen wir auch

gestalten!“ wies der Parteivorsitzende den Weg in

die Zukunft.

Die SPD ist in diesen Tagen die treibende politische

Kraft – auch in Sachsen-Anhalt. Holger

Hövelmann zog in seiner Rede eine positive

Bilanz über die erste Halbzeit der Koalition und

die Arbeit der SPD in der Regierung. „SPD wird

weiterhin ein Kompetenzvorsprung

in Sachen Zukunftsgestaltung

und die

Fähigkeit zur strategischen

Vorsorge zugemessen. Das

ist ein wichtiges politisches

Pfund, mit dem wir

wuchern müssen. Dafür

stehen ganz wesentlich die

Haushaltskonsolidierung,

der Einstieg in den Schuldenabbau

und die Sicherung

frei werdender Mittel

für strategische Schwerpunktsetzungen.“

Sparen

sei kein Selbstzweck, so

Hövelmann weiter. (...)

Fortsetzung auf Seite 2

Das gilt für die Rede von

Franz Müntefering, der in

beeindruckender Weise den

Bogen von den Wurzeln der

Arbeiterbewegung hin zu einer

Perspektive für die gerechte

Gestaltung der Globalisierung

geschlagen hat.

Das gilt für die große

Geschlossenheit, die sich in

den Diskussionen, Wahlen

und Beschlüssen ausgedrückt

hat. Von einem solidarischen

Umgang miteinander werden wir

uns durch die Sticheleien aus den

Medien nicht abbringen lassen.

Das gilt insbesondere für das

Selbstbewusstsein, mit dem wir

in die Wahlauseinandersetzung

des Jahres 2009 gehen. Aus

Naumburg kam das Versprechen:

Die SPD in Sachsen-Anhalt wird

ihren Beitrag dazu leisten, dass

Frank-Walter Steinmeier der

nächste Bundeskanzler wird.

Euer

Holger Hövelmann


II

Wir in Sachsen-Anhalt 11/2008

Landesparteitag Naumburg:

Fortsetzung von Seite 1

(...) Vielmehr müsse die SPD die Freiräume nutzen,

das Land zu gestalten. „Zum Profil der SPD in

dieser Koalition gehört ohne Zweifel die soziale

Kompetenz. In Sachen frühkindlicher Bildung hat

Sachsen-Anhalt seit langem den führenden Platz.

Mit dem Investitionsprogramm für Kindertagesstätten,

mit der Förderung inhaltlicher Profilbildungen

und mit der Aktion ‚Kita ohne Rassismus’

haben wir wichtige Akzente in diesem Bereich

gesetzt.“ Die Delegierten stimmten ihm zu und

sprachen ihm mit 81% der Stimmen ihr Vertrauen

für die nächsten Jahre als Landesvorsitzender aus.

Anknüpfend an Holger Hövelmanns Worte stellte

Jens Bullerjahn die Verbesserung der Bildung als

zentralen Kern sozialdemokratischer Politik in

Sachsen-Anhalt heraus: „Bildung hat eine absolute

Priorität innerhalb der Zukunftsdiskussion!

Bessere Bildung für alle ist ein Menschenrecht

und der beste Schutz gegen dumpfe Parolen

von Rechtsaußen. Bessere Bildung für alle ist die

beste Sozialpolitik. Von den Beschäftigten mit

Hochschulabschluss sind durchschnittlich nur 4

% von Arbeitslosigkeit betroffen und wenn, dann

von geringerer Dauer als alle anderen. Höhere

Abschlüsse sorgen in aller Regel zudem auch für

höhere Einkommen. Bessere Bildung für alle ist

auch die beste Wirtschaftspolitik, denn in Zukunft

werden Standortentscheidungen der Unternehmen

von der Bildung der verfügbaren Beschäftigten

entschieden.“

Mit Blick auf den Koalitionspartner mahnte Bullerjahn

eine Fortsetzung der inhaltlichen Arbeit

zur Lösung der Probleme des Landes an. Er warnte

die CDU vor taktischen Machtspielen, die eine

selbstbewusste SPD nicht tolerieren werde, und

erteilte ihr eine deutliche Absage an wahlstrategische

Personalrochaden: „Ich sehe in dieser Legislaturperiode

für die SPD keinen Grund, noch einmal

einen anderen Ministerpräsidenten als Wolfgang

Böhmer mit zu wählen!“ Er verband damit den

Anspruch der SPD, in den nächsten Jahren wieder

die Politik in Sachen-Anhalt zu bestimmen. Jens

Bullerjahn und Holger Hövelmann warben daher

für eine Geschlossenheit in der Partei und forderten

die Partei auf, engagiert in die Wahlen

des nächsten Jahres zu gehen: die Kommunal-,

die Europawahlen und die Bundestagswahl

2009.

Zum Abschluss des Parteitages überreichten

Dr. Rüdiger Fikentscher als Vorsitzender der

historischen Kommission den Adam-Wolfram-

Preis für die Pflege des Andenkens an Hermann

Kasten an den Ortsverein Schönebeck. Zudem

wurden der Juso-Kreisverband Mansfeld-Südharz

(Ausbildungsmesse „Zukunft im Südharz“-

1.Platz), der Kreisverband Anhalt-Bitterfeld

(„Gemeinsam gegen Rechts“-2.Platz) und der

Juso-Kreisverband Wittenberg (Schulprojekt

gegen Rechts-3.Platz) mit dem Mitgliederpreis

ausgezeichnet. Die einzelnen Projekte werden

in den nächsten WiSA-Ausgaben ausführlich

vorgestellt. Nachdem Marko Mühlstein und

Holger Hövelmann das Mentoring-Programm

gestartet hatten, endete der Parteitag, wie es

sich gehört: Seit an Seit mit einem frohen Blick

in die neue Zeit.


Heiße Debatten und ein Generationswechsel

Juso-Landesdelegiertenkonferenz in Bernburg

Vom 18. bis 19. Oktober versammelten sich

die Jusos Sachsen-Anhalt zu ihrer Landesdelegiertenkonferenz,

die demonstrativ

in Bernburg stattfand – ein deutliches

Zeichen gegen Rechts am Sitz der JN-Bundesgeschäftsstelle,

das mit einer Kranzniederlegung

zum Gedenken an die Opfer

des Nationalsozialismus an der zentralen

Gedenkstätte auf Bernburger Martinsplatz

untermauert wurde.

Unter dem Motto „Mit frischem Mut zu

neuen Ufern!“ befassten sich die Jusos

mit zahlreichen Anträgen zu den Themen

unserer Zeit, darunter zahlreiche Anträge

zur Bildung als einem der immer aktuellen

Juso-Kernthemen und unter dem

Eindruck der Finanzkrise und der sozialen

Spaltung in der Bundesrepublik verschiedene

Anträge zur Wirtschafts- und Sozialpolitik.

Den inhaltlichen Schwerpunkt

bildete jedoch das neue Arbeitsprogramm,

das einen ambitionierten Arbeitsauftrag

für den künftigen Landesvorstand enthält.

„Wir wollen uns in den kommenden

Jahren noch intensiver nach außen öffnen

und mehr Schüler und Frauen in die Arbeit

des Landesverbandes mit einbeziehen. Wir

müssen unsere Ideen und Vorstellungen

mit denen diskutieren,

für

die wir etwas

bewegen wollen,

vor allem

mit den Jüngeren

unserer

Gesellschaft“,

fasste der

neue Landesvo

r s i t zende

die Stoßrichtung

für die nächsten Jahre zusammen.

Als neuen Landesvorsitzenden wählte die

LDK Andrej Stephan aus Halle, der sich in

einem spannenden Duell gegen Marten

Grimke aus Magdeburg durchsetzte. Dieser

wird dem neuen Vorstand jedoch als

Stellvertreter angehören, ebenso wie Toni

Bullerjahn (KV Mansfeld Südharz), Pia Kapitza

(SV Magdeburg), Steven Letzner (KV

Jerichower Land), Kevin Müller (KV Harz)

und Stefan Scholz (KV Wittenberg). Das

bedeutet einen Generationswechsel an der

Spitze des Landesverbandes. Der bisherige

Landesvorsitzende Tobias Münch war nach

sechsjähriger Amtszeit nicht mehr angetreten

und wurde von den Delegierten mit

stehenden Ovationen verabschiedet.

In ihren Grußworten nutzen Jens Bullerjahn

und Holger Hövelmann die Gelegenheit,

vom Bundesparteitag der SPD

zu berichten und die Jusos auf die kommenden

Wahlkämpfe einzuschwören. Sie

forderten die Jusos auf, sich stärker in der

Partei einzumischen. Die konnten ihnen

nur zustimmen. Der Anspruch der Jusos

auf einen der sachsen-anhaltischen SPD-

Tobias Münch bei der Staffelübergabe an den neuen Landesvorsitzenden Andrej Stephan

Bild: Martin Zenker

Plätze in der Bundesversammlung war da

schon beschlossene Sache.


Der Bildungskonvent in Sachsen-Anhalt

Ein positives Zwischenfazit nach einem Jahr

Der durch die

SPD initiierte

B i l d u n g s -

konvent ist

ein wichtiger

Impulsgeber für die Bildungspolitik

in Sachsen-Anhalt. Das zeigt er

bereits im ersten Jahr seiner Arbeit

mit den vorliegenden Empfehlungen.

Der Konvent hat substantielle

Vorschläge zur Verbesserung der

frühkindlichen Bildung (Beschluss

vom 10. März 2008) und zu den

Schwerpunktbereichen Fördern

und Fordern als pädagogisches

Grundprinzip, Berufsbildende

Schulen sowie Schulbau und

Schulsanierung (Beschluss am 8.

September 2008) erarbeitet. Alle

Empfehlungen wurden mit der

dafür notwendigen Zwei-Drittel-

Mehrheit, teilweise sogar einstimmig

beschlossen. Das ist ein großer

Erfolg, denn durch den breiten

Konsens markieren die Beschlüsse

wichtige Weichenstellungen auf

dem Weg zu einem chancengerechteren

und zukunftsfähigen

Bildungssystem.

Für den frühkindlichen Bereich hat

der Bildungskonvent u.a. empfohlen,

dass alle Kinder, unabhängig

von sozialer Herkunft und Beschäftigungsstatus

ihrer Eltern, einen

Rechtsanspruch auf ganztägige

Bildung und Betreuung in einer

Kindertagesstätte erhalten sollen.

Die Empfehlung Fördern und

Fordern als pädagogisches Grundprinzip

beinhaltet eine frühzeitige

Ausrichtung des Unterrichts auf

eine individuelle Förderung in

integrativer

Form und

schrittweise

Entwicklung

des gemeinsamen

Unterrichts

von

Schülern mit

und ohne sonderpädagogischen

Förderbedarf zur bevorzugten

Form der institutionalisierten

Förderung in Regelschulen. Diese

Empfehlung stellt einen dringend

notwendigen Paradigmenwechsel

für die Bildungspolitik in Sachsen-

Anhalt dar.

Die Beschlüsse sind für die SPD

inhaltlich bindend, stellt die Vorsitzende

der Landtagsfraktion Katrin

Budde klar: „Für uns als SPD steht

fest, dass wir die bisherigen Empfehlungen

des Konvents umsetzen

wollen. Im Gegensatz zur CDU stellen

wir sie inhaltlich nicht in Frage.

Unsere Aufgabe nach dem Konvent

besteht darin zu überlegen, in

welchen Schritten die Umsetzung

erfolgen und wie sie realistisch

finanziert werden kann.“

Der Konvent beschäftigt sich in

den nächsten Sitzungen mit der

Lehrerbildung und der Schulstruktur.

„Zur Schulstruktur wird

es eine heftige und kontroverse

Debatte geben“, blickt die bildungspolitische

Sprecherin der

Fraktion Rita Mittendorf auf

die weitere Arbeit. „Wir werden

die gegenwärtige Schulstruktur

gründlich analysieren und sie mit

alternativen Schulstrukturmodellen

vergleichen. Dabei werden

wir als SPD für unser Modell einer

Allgemein bildenden Oberschule

(AOS) kämpfen.“


11/2008 Wir in Sachsen-Anhalt

III

Wir begrüßen als neue Mitglieder der SPD

in Sachsen-Anhalt...

Alteneder Agnes Maria Magdeburg

Bauersfeld Sarah Berga

Beckmann Stefan Karsten Barleben

Born Mathias Köthen

Bremer Peter Hohenberg-Krusemark

Bremer Patrick Hohenberg-Krusemark

Engel Angelika Möckern-Fläming

Feistauer Daniela Halle

Felsch Robert Halle

Fischer Hans-Joachim Möser-Schermen-Lostau

Förster Sabine Bierfeld

Gierl Steve Zeitz

Graf von Moltke Heinrich-Alexander Halle

Herm Ruben Magdeburg

Herrmann Steve Roitzsch

Heuer Steffen Kötzschau

Hienert Andrea Berga

Hillert Heike Hohenmölsen

Hippe Sabine Siedlung Ziebigk

Hoffmann Jürgen Georg Waldersee-Mildensee

Hünniger Thomas Hohenmölsen

Jordan Maria Stendal

Kautz Navina Halle-Ost

Kiel Katharina Magdeburg

Kleiner Steffen Magdeburg

Knopf Friederike Magdeburg

Koch Nina Merseburg

Koppe Daniela Dessau

Kramer Thomas Stendal

Krause Dirk Magdeburg

Kreher Carolin Halle

Krombholz Uwe Magdeburg

Micklich Burghard Gardelegen

Molnar Gabor Magdeburg

Müller Mario Atzendorf

Muschter Marcel Halle

Obieglo Marc Schkopau

Odewald Marcus Gardelegen

Pohle Markus Hohenmölsen

Pokrand Sven Breitenstein

Pörschke Kornelia Magdeburg

Preuß Benjamin Magdeburg

Proske Steffen Kabelsketal

Reek Ingolf Sülzetal

Reinicke Gabriele Wernigerode

Röw Marn Magdeburg

Sandner Patrick Dessau

Schmidt Peter Braunschwende

Simon Melia Mansfeld

Stadler Max Merseburg

Sukale Chrisan Coswig

Thier Marcel Merseburg

Thürmer Lisa Magdeburg

Ulrich Ringo Bördeland

Weis Ulrike Stendal

Wiedemann Julia Breitenstein

Willingmann Armin Wernigerode

Zinke Ingeburg Braunschwende

08. November 2008, 10.00 Uhr

Neumitgliederseminar des Landesverbandes

- Eingeladen werden die in den

letzten 2 Jahren beigetretenen Mitglieder,

die noch bei keiner solchen Veranstaltung

waren

Halle

(Franckesche Stiftungen)

14. November 2008, 16.00 Uhr

Podiumsdiskussion des LAK Gegen

Rechts mit Sebastian Edathy, MdB.

„Bilanz & Perspektive – Ein Jahr neue

Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus“

Terminankündigungen

Magdeburg

(Ernst-Reuter-Haus)

27. November 2008, 18.30 Uhr

Ideenwerkstatt Sozialstaat weiterdenken.

Diskussion mit dem Vorsitzenden

der SPE und ehemaligen dänischen Ministerpräsidenten

Poul Nyrup Rasmussen

und Finanzminister Jens Bullerjahn

Magdeburg

(Maritim-Hotel)




IV

Wir in Sachsen-Anhalt 11/2008

Arme Kinder – Reiches Land

Kinderrechte und Kinderarmut in Deutschland und Europa

v.l.: Prof. Peter Fritzsche, Dr. Gerlinde Kuppe, Ulrich Stockmann, MdEP, Andrea Wegner

Für das 30. Forum „Wir in Europa“ am 01.

Oktober 2008 hatte Ulrich Stockmann

das Thema Kinderrechte und Kinderarmut

auf die Agenda gesetzt. Er stellte die

Frage in den Raum, wie Kinderarmut in

Deutschland bekämpft und die Rechte

von Kindern besser geschützt werden

können. Sozialministerin Dr. Gerlinde

Kuppe nannte als konkrete Maßnahmen

zum einen die Einführung von Mindestlöhnen,

um die finanziellen Möglichkeiten

gerade gering verdienender Familien

zu verbessern und zum anderen individuelle

Angebote zur Beteiligung und Unterstützung

von Familien. So lobte sie die

Stadt Magdeburg, die für ihre Angebote

erst vor kurzem einen Preis für Familienfreundlichkeit

gewonnen hatte. Darüber

hinaus forderte sie eine stärkere Verankerung

von Kinderrechten in Grundgesetz

und Landesverfassung. Zwar

stünden ihnen alle bereits bestehenden

Grundrechte zu, dennoch brauchten sie

als Kinder einen besonderen Schutz.

Prof. Fritzsche, Inhaber des UNESCO-

Lehrstuhls für Menschenrechtserziehung,

stimmte ihr zu und forderte mehr

Partizipationsrechte für Kinder. Hier

gelte: „Nicht alle Macht den Kindern,

aber Kinder müssen in allen Belangen,

die sie betreffen, Gehör finden.“ Er wies

darauf hin, dass Deutschland zwar die

UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert

habe, jedoch fehle eine regelmäßige

Überprüfung,

„wie wir es

halten mit der

Konvention“,

so Fritzsche.

Als Vertreterin

einer von etwa

170 Organisationen,

die sich

in Deutschland

dafür

einsetzen, erklärte

Andrea

Wegner vom

Kinderschutzbund,

dass

Kinderschutz

heute weit mehr beinhalte als die Abwehr

von Gefahren. Es gehe die Stärkung

der Kinder. Vor allem Bildung sei ein wesentliches

Instrument, Kinder aus dem

Teufelskreis der Armut herauszulösen.

Dabei müsse man den Eltern zunächst

vorurteilsfrei begegnen, denn, so Wegner,

„alle Eltern lieben ihre Kinder“, auch

wenn manche überfordert seien. Für

diese Eltern seien staatliche und gesellschaftliche

Hilfsangebote dringend

notwendig. Ulrich Stockmann schloss

den Abend mit den Worten: „Es gibt

kein Patentrezept gegen Kinderarmut,

aber viele einzelne richtige Schritte. Ein

reiches Land wie Deutschland darf sich

keine armen Kinder leisten!“ •

Zur Person

Seit dem 15. September ist

Chris Henze als neuer Referent

für Organisation in der

Landesgeschäftsstelle tätig.

Der gebürtige Hallenser,

Jahrgang 1982, ist dort für

die Betreuung der Arbeitsgemeinschaften

und Fachausschüsse

des Landesverbandes

zuständig und außerdem der

Ansprechpartner für die Neumitglieder.

Chris studierte von 2002 bis

2008 Geschichte und Politikwissenschaft

an der Martin-

Luther-Universität in Halle.

Seine Schwerpunkte waren

die Neuere und die Zeitgeschichte

sowie das politische

System der Bundesrepublik.

Neben seinem Studium engagierte

er sich in der studentischen

Institutsgruppe

am Institut für Geschichte.

Lehrjahre im Bundestag

Wie zwei Sozialdemokraten einen Ausbildungsplatz schaffen

„Wie geht’s?“ begrüßte Marko Mühlstein die 16-jährige

Maria Jordan aus Salzwedel bei deren Ankunft in seinem

Stendaler Wahlkreisbüro. „Ich bin total aufgeregt“, antwortete

die junge Realschulabsolventin, die aus knapp

50 Bewerberinnen und Bewerbern aus dem Altmarkkreis

Salzwedel und dem Landkreis Stendal ausgewählt

wurde. „Ich habe einen Ausbildungsplatz gefunden und

dann noch so einen tollen!“

Der Ausbildungsort ist in der Tat nicht ganz alltäglich,

aber dafür umso attraktiver. Es ist der Deutsche Bundestag.

Dort hatten die beiden SPD-Abgeordneten Marko

Mühlstein und Axel Schäfer aus Bochum vor einem Jahr

beschlossen, gemeinsam einen Ausbildungsplatz einzurichten.

„Reden ist schön, aber manchmal muss man

einfach handeln. Wir wollten einem jungen Menschen

eine ganz konkrete Perspektive bieten und wie ginge das

besser als mit einer guten Berufsausbildung?“, erläuterte

Marko Mühlstein die Beweggründe für diesen Schritt.

Die Ausbildungsstelle zur „Kauffrau für Bürokommunikation“

haben die beiden Parlamentarier gemeinsam

mit dem Institut für technische Weiterbildung und der

IHK Berlin eingerichtet. Das ist zwar nicht ungewöhnlich

in den Fraktionen des Deutschen Bundestages – dort

gibt es insgesamt 48 Azubis – aber die SPD-Fraktion

ist mit 31 Auszubildenden Spitzenreiter. „Darauf sind

wir schon ein bisschen stolz“, gibt Axel Schäfer zu.

„Ich bin mir sicher, dass Maria die Ausbildung gut

meistern und uns in unserem Abgeordnetenalltag

kräftig unterstützen wird.“ Und Marko Mühlstein fügt

an: „Auch für uns ist das ein neuer Schritt. Ab September

sind wir Abgeordnete und Ausbilder. Das ist ein

ganz schön große Verantwortung, aber ich freue mich

sehr darauf.“

Für die gebürtige Kasachin ist die Ausbildung übrigens

nicht nur ein Anfang, sondern auch das Ende einer langen

Reise. Sie ist vor zehn Jahren mit Ihrer Familie nach

Salzwedel gezogen. „Nun sind wir endgültig angekommen,“

freut sich Maria.


2005 trat Chris in die SPD

ein, wo er 2007 zum Vorsitzenden

des Juso-Ortsvereins

Bitterfeld gewählt wurde.

Außerdem übernahm er am

im Januar 2008 den Vorsitz

des Ortsvereins Fuhneaue,

der aus zwei Ortsvereinen

der ehemaligen Landkreise

Köthen und Bitterfeld gebildet

wurde. „Das war ein ganz

schöne Herausforderung“,

gibt der begeisterte Fußballer

zu, der nicht nur leidenschaftlich

gerne selbst spielt,

sondern außerdem als Trainer

eine Männermannschaft

betreut.


Impressum:

V.i.S.d.P.: Mario Kremling

Redaktion: Falko Grube, Jörn Rößler

Gestaltung: Jörn Rößler

Beiträge an:

pressesprecher.spd.sachsenanhalt@email.de

Anschrift:

SPD Landesgeschäftsstelle, Redaktion

WiSA, Bürgelstraße 1, 39104 Magdeburg

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