Text - Institut für Sportwissenschaften

sport.uni.frankfurt.de

Text - Institut für Sportwissenschaften

Einführung in das wissenschaftliche

Arbeiten

Textrezeption

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 1


Gliederung

Textrezeption

• Lesekompetenz

Textverständnis

• wissenschaftliche Texte

• Übungen

• Abstract

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 2


Textrezeption - Lesen, warum?

• erstes Ziel: Leseintention erfüllen

• unterschiedlich Leseintentionen:

• aus einem umfangreicheren Text eine eng begrenzte Information gewinnen

• sich komplexes Wissen über einen bestimmten Sachverhalt aneignen

• Unterhaltung

• Leseintention steht meist im Dienste eines Zwecks

• Üblicherweise sucht man Information oder Unterhaltung nicht "einfach

so", sondern weil man damit etwas Bestimmtes erreichen will:

• man will sich auf angenehme Weise die Zeit vertreiben

• man will eine Prüfung bestehen

• man will "mitreden" können

• man benötigt Kenntnisse

• man macht sich Sorgen um ein bestimmtes Problem und hofft sich durch den

Informationsgewinn beruhigen zu können

Wer im Stande ist, Texte zu nutzen, um solche Ziele zu erreichen, gewinnt

dadurch ein gewisses Maß an Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit

Kammer (2004)

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 3


Verständlichkeit von Texten

Was macht einen verständlichen Text aus?

• Leserlichkeit (legibility): Graphische und typographische Gestaltung

von Texten (z. B. Schriftart, Schriftgröße, Zeilenlänge, Zeilenumbruch,

Wortabstände, Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund,

Druckqualität)

• Lesbarkeit (readability): Teilaspekt der Verständlichkeit. Sprachlichstilistischer

Bereich. Textoptimierungen.

Lesbarkeitsformeln: Wort- und Satzschwierigkeit, durchschnittliche

Wortlänge, Anzahl der Silben, Anzahl der Wörter pro Satz,

Vorkommenshäufigkeit der im Text verwendeten Wörter.

Lesbarkeitsformeln berücksichtigen viele Aspekte nicht, die für das

Textverstehen wesentlich sind (inhaltliche Aspekte, Textfunktion und

Textsorte, Vorwissen und Interesse der Adressaten)

Versuch der Messung von Textverständlichkeit

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 4


Fähigkeiten zur Lesekompetenznutzung

• wissen, wie man Texte findet, die Lesebedürfnis erfüllen

• Fähigkeit, aus dem ihm vorliegenden Text genau die

Informationen zu gewinnen, die man sich aneignen will

• textverstehende Operationen ausführen

• kompetenter Leser muss aber auch mündiger Leser sein:

– muss Texte beurteilen und bewerten können

– kritisch mit Text umgehen

Text bezüglich seiner Qualität bewerten

Kammer (2004)

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 5


Schreiben – Lesen – Verstehen

Text ist Produkt aus kommunikativer Handlung mit sprachlichen und

anderen Informationen

Textrezeption ist die Gesamtheit der kognitiven Prozesse des

Verstehens, Bewertens und Ausführens sowie weiterer Reaktionen

auf einen Text

Textverstehen ist die intentionsbezogene Verarbeitung eines Textes

Blühdorn, Breindl & Waßner (2006)

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 6


Textverstehen ist Kommunikation

Situation

Partnermodell

Partnermodell

Referenzbereich

Produzent

Information

Medium

Rezipient

Blühdorn, Breindl & Waßner (2006)

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 7


Prozess des Verstehens

• Verstehen ist nicht ein ausschließlich text- bzw. datengeleiteter

Prozess (auch bottom-up-Prozess genannt)

• kommt zu Wechselwirkung dieser Daten mit dem Vorwissen des

Rezipienten

Text besitzt Sinn nicht inhärent, sondern der Leser muss im

Verstehensprozess diesen Sinn, durch Einbringen seines Wissens

(top-down-Prozesse), erst aktiv konstruieren

kognitiver Konstruktivismus / „Leser-Text-Interaktion“

Blühdorn, Breindl & Waßner (2006)

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 8


Wissenschaftliche Texte

• richtiges Lesen wissenschaftlicher Texte bildet Grundlage des

Studiums

• wissenschaftliche Texte liest man anders als die Tageszeitung oder

einen Roman

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 9


Struktur wissenschaftlicher Texte

1. Einleitung/Problemstellung

2. Methode

3. Ergebnisse

4. Diskussion

Literatur

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 10


Verwendungszwecke

zwei Alternativen:

1. um z. B in wöchentlichen Seminaren und Vorlesungen ‚mitreden’ zu

können kursives Textlesen

2. für Referate, Hausarbeiten, Abstracts etc. intensives Textlese

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 11


Diagonales bzw. Kursives Lesen

• es werden nur bestimmte Bereiche eines Textes gelesen:

• Einleitung,

• erster Satz eines Absatzes

• spezielle Absätze (z. B. Zusammenfassung, Fazit)

• typographisch hervorgehobene Stellen (kursiv, fettgedruckt, Überschriften)

• Tabellen und Schaubilder

• Fachbegriffe (z. B. „exemplarisches Lernen“)

• das Umfeld von Aufzählungen („erstens“, „zweitens“, ...)

• Schlussfolgerungen („schließlich“, „also“)

• Schlussteil

• ermöglicht schnelles Durcharbeiten eines längeren Textes

• jedoch auf Kosten des Textverständnisses und von Detailwissen

• eignet sich für einen ersten Überblick

• bildet die Grundlage für gründliches bzw. intensives Lesen, da man

wichtige Textabschnitte eingrenzen kann und nicht mehr den ganzen

Text intensiv lesen muss.

hilfreich, um schnell die Relevanz eines Textes zu erfassen (z. B. bei

der Recherche für ein Hausarbeiten)

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 12


Intensives Lesen

• zügiges Lesen des gesamten Textes

ersten Überblick über den Inhalt und die enthaltenen Argumente

verschaffen

• unverständliche Textabschnitte oder Begriffe markieren

zu diesem Zeitpunkt auf weitere Literatur (wie Nachschlagewerke)

verzichtet

Vieles klärt sich schon beim weiteren Lesen

Text ein weiteres Mal lesen (jetzt jedoch Absatz für Absatz)

• Am Ende eines Absatzes rekapitulieren, was die Kernaussage des

Abschnittes war

• Hilfreich können dabei sparsame Markierungen am Rand oder

Randbemerkungen sein

• Zu jedem Abschnitt, wesentlichen Stichworte notieren, um so

schrittweise ein sog. „Skelett“ zu erarbeiten, anhand dessen später

der Argumentationsgang nachvollzogen werden kann

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 13


Beispiel für Intensives Lesen

Intensives Lesen ist die Grundlage (sozial)wissenschaftlichen Arbeitens. Man

braucht es sowohl, um in Seminar fundiert mitdiskutieren zu können, genauso

wie für kürzere bzw. längere schriftliche Arbeiten (z. B. Textzusammenfassungen

bzw. Hausarbeiten)

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 14


Aktives Lesen

• Haltung des passiven konsumierenden Lesers aufgeben und einem Text

aktiv entgegentreten

Lassen Sie sich nicht durch die Lektüre beherrschen, sondern

herrschen Sie über sie.

• wie lese ich einen Text aktiv?

Text in eigenen Worten zusammenfassen oder exzerpieren

• das Gelesene visualisieren (Vielleicht lassen sich die Aussagen als

Schema darstellen?)

• Fragen an den Text stellen (Welchen Bezug hat dieser Text zu meinem

Thema? Was ist das Ziel des Autors? Wie verhält sich der Text zu

anderen Texten?)

• beim Lesen überprüfen, ob der Autor diese Fragen beantwortet

Aktives Lesen ist insbesondere für das Verfassen wissenschaftlicher

Arbeiten wichtig. Aber auch in Seminardiskussionen, Referaten oder

Textzusammenfassungen wird sehr häufig eine kritische Distanz zum

Gelesenen verlangt.

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 15


Englische Texte

• Bei vielen Studierenden unbeliebt, aber innerhalb eines

wissenschaftlichen Studiums notwendig, ist die Auseinandersetzung mit

englischen Texten.

• Hier einige hilfreiche Anregungen, wie die englische Lektüre in Zukunft

einfacher zu bewältigen ist:

• Besonders beim kursiven Lesen von englischen Texten nicht jedes Wort

einzeln nachschlagen

• Es ist wichtig, die inhaltliche Aussage eines Absatzes zu erfassen und mit

eigenen Worten wiedergeben zu können.

• Wenn sich der Text jedoch nicht erschließt, sollten die Lernbegriffe in

einem Fremdwörterbuch oder im Internet nachgeschaut werden (z. B.

http://dict.leo.org/).

• Lege Sie ein „persönliches Fremdwörterbuch“ mit Begriffen an, die Sie für

wichtig erachten

Zuletzt sollte auch hier nicht vergessen werden: Übung macht den

Meister. Also auch wenn die erste Lektüre mühsam und zeitraubend

erscheint, mit der Übung kommt auch die Routine.

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 16


Übungen zur Textanalyse (I)

...XXX scheute keinen Zweikampf. Doch nur selten zeigten seine

Attacken Wirkung. Wurde wie YYY zu wenig bedient. In der

Schlussphase vergab er zwei Riesenchancen kläglich.

• Wovon wird hier berichtet?

• Wodurch wurden Sie zu Ihrer Annahme veranlasst?

• Wodurch wird das Verständnis erschwert?

Lösung:

(XXX Thomas Müller, YYY Mario Gomez)

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 17


Übungen zur Textanalyse (II)

Zwei Männer sprachen miteinander.

Na, wie ist es?

Wie viel haben Sie noch?

Wie viel können Sie mir geben?

Die gehen drauf.

Danke.

Ziemlich schief.

Wenn es gut geht: viertausend.

Höchstens achthundert.

Also tausend.

• Wovon sprachen die beiden?

• Welche Textinformationen veranlassen Sie, ein bestimmtes Konzept

zu aktualisieren?

• Erklären Sie die besondere Wirkung dieses Textes in der Rezeption,

da der Text auf folgende Weise fortgesetzt wird:

... Die beiden gingen auseinander. Sie sprachen von Menschen.

Es waren Generale. Es war Krieg...

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 18


Übungen zur Textanalyse (III)

1. A rennt im Büro auf und ab und jammert: „Oh! Diese Kopfschmerzen!

Ich verliere meinen Verstand!“

B: „Wenn Sie krank sind, gehen Sie nach Hause. Aber hören Sie auf,

hier herumzurennen und zu prahlen.“

2. Am Telefon. „Hier Schuhhaus Tritt!“

„Oh, ich fürchte, ich habe die falsche Nummer gewählt.“

„Macht nichts, wir tauschen um.“

3. Ein Fremder bittet einen Berliner um Auskunft:

„Ich möchte gern in den Zoo.“ - „Als wat?“

• Bei welchem dieser drei Texte ergibt sich aus dem Widerspruch

zwischen Gemeintem und Verstandenem das unterschiedliche

Verständnis eines Wortes und damit die Pointe?

• Wodurch entsteht bei der Rezeption der anderen Texte die Pointe?

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 19


Übung Wissenschaftliche Texte (I)

Zusammenfassung einer Studie

Die Untersuchung geht von der Hypothese aus, dass das Element der Bewegung

bei Kindern beim Erwerb der Schriftsprache sowie mathematischer Symbole

hilfreich ist. Um die höhere Effektivität der Bewegungsmethode gegenüber der

herkömmlichen Methode der Buchstaben- und Zahlen-Vermittlung zu überprüfen,

führen die Autoren eine methodische Vergleichsuntersuchung mit Kindern im

Vorschulalter durch. Verglichen werden die Lernfortschritte von 24 Kindern im

Alter von 3 bis 3,6 Jahren über einen Zeitraum von 8 Woche. Die Testgruppe

(n=8) lernt variabel mit vielfältigen Materialien unter besonderer Berücksichtigung

des Bewegungselements. Die zweite Gruppe (Placebogruppe; n=8) lernt bei

gleichmäßig wechselnder Verwendung der Bewegungsmethode und der

konventionellen Unterrichtsform; das Unterrichten der Kontrollgruppe (n=8)

vollzieht sich ausschließlich nach der konventionellen Methode. Die Lernverläufe

der verschiedenen Gruppen werden in mehreren Tabellen und Abbildungen

dargestellt und im Bezug zur Hypothese diskutiert.

Was wird untersucht bzw. welcher Einfluss von was auf was, wird untersucht?

UV 1

= Lehrmethode (Bewegungsmethode vs. konvetionelle vs. kombinierte M.)

UV 2

= Zeit

AV = Verlauf beim Erlernen von Zahlen und Buchstaben

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 20


Übung Wissenschaftliche Texte (II)

In der Untersuchung wurde der Frage nachgegangen, ob mentales Training eine

geeignete Methode darstellt, motorische Vergessensprozesse zu beeinflussen. Da

frühere Untersuchungen mit identischer Methodik belegten, dass bereits 10 Sek.

nach Bewegungsende erhebliche Vergessensprozesse eingetreten waren, wurde

hier der Zeitraum von 60 Sekunden untersucht. Während eine Experimentalgruppe

(Vg III) in diesem Zeitraum mental trainierte, absolvierte eine weitere Gruppe (Vg II)

eine zusätzliche motorische Tätigkeit. Die Ergebnisse belegen positive Effekte des

mentalen Trainings. Somit kann zumindest für einen Teil der Bewegungsinformationen

das "Rehearsal-Prinzip" ausgenutzt werden. Das heißt, dass es durch

"Wiederholung" gelingt, die Information länger im (Kurzzeit)gedächtnis präsent zu

halten, wodurch dann ein effektiver Vergleich zwischen dem Istwert und dem

verspätet eintreffenden Feedback noch möglich wird. Dieser manifestiert sich in

einer verbesserten Bewegungsausführung (motorische Aufgabe) und der

verbesserten Fähigkeit, Bewegungsfehler einzuschätzen (kognitive Aufgabe).

Was wird untersucht bzw. welcher Einfluss von was auf was, wird untersucht?

AV 1

= Bewegungsausführung

AV 2

= Einschätzen von Bewegungsfehlern

UV = Trainingsformen (mental vs. motorische Zusatzaufgabe vs. ?)

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 21


Übung 2 – Textanalyse

• lesen Sie den Text von Karpovich & Hale (1956) intensiv

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 22


Karpovich, P. V. & Hale, C. J. (1956). Effect of warming-up upon physical performance.

Journal of the American Medical Association, 162 (12), 1117-1119.

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 23


06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 24


Übung 2 – Textanalyse

• lesen Sie den Text von Karpovich & Hale (1956) intensiv

• markieren Sie sich wichtige Textstellen und notieren Sie sich

Anmerkungen

• Arbeiten Sie (Arbeits-)Thesen heraus

• Gliedern Sie den Text in Einleitung, Methode, Ergebnisse und

Diskussion

• schreiben Sie ein Abstract

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 25


Abstract

• Die deutsche DIN Norm 1426 stellt Abstracts in den allgemeinen

Kontext der Inhaltsangaben als verkürzte Darstellung des Inhalts

eines Dokument bzw. mehrerer Dokumente. Dabei unterscheidet sie

zwischen Inhaltsverzeichnis, Auszug, Zusammenfassung, Annotation,

Sammelreferat, Rezension und Sammelrezension, Literaturbericht und

Kurzreferat (Abstract). Im wissenschaftlichen Zusammenhang werden

häufig die Zusammenfassung sowie das Kurzreferat gewählt.

• Die Zusammenfassung wird vor allem in Zeitschriften verwendet, um

dem Leser zu Beginn eines Artikels einen Überblick zu geben.

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 26


Kongressbeiträge

• Das Kurzreferat wird beispielsweise für die Bewerbung von

Kongressbeiträgen häufig vorgeschrieben. Hierbei soll der

Wissenschaftler (Teil)ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit oder

eines Projekts auf ein oder zwei DIN A4 Seiten darstellen. Auf der

Basis des Abstracts wird dann entschieden, ob der Autor zum

Vortragen eingeladen wird. Das Abstract erscheint i. d. R. im

Kongressband und gibt den Teilnehmern einen Überblick über die zu

erwartende Präsentation in Form eines Vortrags oder Posters.

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 27


Leitfaden zur Erstellung eines Abstracts

• Abstract gibt kurz und klar den Inhalt eines Dokuments

(wissenschaftliche Arbeit, Projektbericht etc.) wieder

• es soll informativ und auch ohne die Originalvorlage verständlich sein

(vgl. Buder, 2004)

• Aufbau gliedert sich - nicht nummeriert - bei quantitativen empirischen

Studie in:

• Titel

• Autoren

• Einleitung bzw. Problemstellung

• Methode

• Ergebnisse

• Diskussion

• Literatur

• Es müssen nicht alle Inhaltskomponenten des Dokuments dargestellt,

sondern es können diejenigen ausgewählt werden, die von besonderer

Bedeutung sind. Diese sollten wiederum kurz und präzise dargestellt

werden.

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 28


Format

• einseitig

• hochkant

• durchgängiges Zeilenformat

(zumeist Blocksatz)

• gleicher Zeilenabstand

• im Text nichts „fett gedruckt“

• keine Abbildungen

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 29


Titel

• Die wichtigsten untersuchten Variablen werden unter Angabe der

Richtung der Wirkweise spezifiziert (Beispiel: “Der Einfluss

verschiedener Stress-Situationen auf das aktuelle Angstniveau”)

• Abkürzungen und Überflüssiges, wie “Ein Experiment zum ...” werden

vermieden

• Maximale Länge des Titels: 12 bis 15 Worte

• Autoren in alphabetischer Reihenfolge (Ausnahme ungleiche

Arbeitsverteilung)

• Schlüsselwörter nicht zwingend notwendig

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 30


Einleitung/Problemstellung

• Zweck der Problemstellung ist eine kurze Einführung in den Untersuchungsgegenstand

und eine Begründung der verwendeten Forschungsstrategie.

Dazu gehören:

• kurze Darstellung des Problems

• theoretischer Kontext des Problems (evtl. konkurrierende

Erklärungsansätze) s. Materialordner Versuchsplanung

• kurze Zusammenfassung und Schlussfolgerungen bereits

durchgeführter (veröffentlichter) Arbeiten zum Problem und deren

Ergebnisse s. Materialordner Versuchsplanung

• Zusammenhang zwischen bisherigen Untersuchungen und der zu

beschreibenden aufzeigen

• am Ende der Problemstellung wird aufgezeigt:

• Welche Variablen wurden untersucht und warum diese?

• Welche Ergebnisse werden auf Grund welcher theoretischen Ansätze

erwartet (Hypothesen)?

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 31


Methode

Zweck des Methodenteils ist es, eine Replikation der Untersuchung zu

ermöglichen. Die Methode wird in der Regel untergliedert in die

Abschnitte

a. Versuchspersonen

b. Versuchsmaterialien (oder Apparatur) und

c. Versuchsdurchführung.

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 32


a. Versuchspersonen

• Wie viele nahmen teil (insgesamt und unter den einzelnen

Untersuchungsbedingungen)?

• Wie wurden sie ausgewählt (Stichprobenart)?

• Wie viele Ausfälle gab es und warum?

• Wurden die Versuchspersonen bezahlt?

• Geschlecht und Alter der Versuchspersonen (M & SD)

• Wo wurde die Untersuchung durchgeführt?

• Ethische Aspekte

• Versuchsleiter

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 33


. Versuchsmaterial

• Bei Spezialgeräten Herstellerfirma und Gerätenummer angeben,

Software Name

• Versuchsmaterialien (Lernlisten, Fragebögen etc.)

• Nicht beschrieben wird die Standardeinrichtung (z. B. des Labors, wie

Möbel, Stoppuhren etc.), sofern dies nicht für die Untersuchung

kritisch ist

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 34


c. Versuchsdurchführung

• chronologische Beschreibung des Versuchsablaufs

• Beschreibung experimenteller Kontrolltechniken

• kurze Instruktionen können in den Text eingearbeitet werden

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 35


Ergebnisse

Hier werden die genannten Daten und deren statistische Ver-arbeitung

beschrieben. Mathematische Verfahren sind nicht zu erklären! Es

erfolgt keine Interpretation oder Diskussion der Daten. Bei der

Darstellung inferenzstatistischer Ergebnisse werden angegeben:

• Numerischer Wert der Prüfgröße

• Freiheitsgrade

• Signifikanzniveau ( < .05, < .01, < .001)

• (Effektstärke)

• Richtung des Effekts

• Mittelwerte und Streuungen, die den Effekt kennzeichnen

• Tendenzen (Restwahrscheinlichkeiten < .10) werden nur dann

berichtet, wenn sie auch interpretiert und diskutiert werden

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 36


Diskussion

• Wie vertragen sich die Daten mit den ursprünglichen Hypothesen?

• Welche Implikationen ergeben sich aus den Ergebnissen?

• Welche theoretischen Konsequenzen haben diese Implikationen?

• Wie vertragen sich die gewonnenen Ergebnisse mit Ergebnissen aus

bisherigen Untersuchungen?

• Vorschläge für weiterführende Arbeiten

• Spekulationen werden als solche gekennzeichnet

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 37


Literatur

Blühdorn, H., Breindl, E. & Waßner, U. H. (Hrsg.). (2006). Text - Verstehen:

Grammatik und darüber hinaus. Berlin: De Gruyter.

Kammer, M. von der (2004). Wege zum Text. Sechzehn Unterrichtsmethoden für

die Entwicklung der Lesekompetenz. Baltmannsweiler: Schneider.

Schulz von Thun, F. (2010). Miteinander reden 1-3: Störungen und Klärungen.

Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Das "Innere Team" und

situationsgerechte Kommunikation. Reinbek: rororo.

06.12.2011 Institut für Sportwissenschaften 38

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine