Die Brüder Grimm

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Die Brüder Grimm

Die Brüder Grimm.

Denkt man an die Brüder Grimm,

Was wohl deren Hauptgewinn?

Als allererstes treibt der Sinn

Wohl zur Märchenwelt uns hin.

Denn auch schon der kleinste Wicht

Nimmt sie freudig zu Gesicht

Oder hört, was Mutti spricht.

Erfunden haben`s Grimms ja nicht,

Worauf die Kinder ganz erpicht.

Sie haben ja nur das erstellt,

Was dem Volk schon längst gefällt.

Die guten Brüder, so vereint,

Haben es sehr wohl gemeint.

Schau’n den Leuten auf den Mund,

Und so kommt`s zu manchem Fund.

Ganz allein ward`s nicht vollbracht,

Mancher hat da mit gemacht.

Ein starker Grund war schon gegeben

Mit reiflichem Studentenleben.

In Hanau war`n sie zwar geboren,

Kassel danach auserkoren.

Da ging es auf`s Gymnasium,

Dann schlägt man sich mit Jura rum.

In Marburg war der beste Lehrer,

Nicht nur der Rechten ein Verehrer.

Wer kennt ihn nicht, den Savigny?

Er war einfach ein Genie,

Der Brentanos Schwiegersohn,

Dem gebührt sehr großer Lohn.

Er weist den Brüder manchen Weg,

Öffnet seine Bibliothek.


Goethe, Schiller kennt man schon,

Doch da gibt`s manch` neuen Ton.

Romantik war es nicht allein,

Auch Minnesänger klar und rein.

So sah man bald Entwicklung sprießen,

Ja, wie in einem Fluss ergießen

Sich das deutsche Sprachengut.

Zur Erkundung wuchs der Mut.

In Urkunden, Sagen, Dichtung

Suchte man des Flusses Richtung.

Da wollt`der Wissensdurst nicht enden.

Zu andern Völkern sich auch wenden,

Das war schließlich konsequent,

Vergleiche da auch ganz patent.

Nach dem Abschluss dieser Zeit

War’n die Brüder gleich bereit

Zu ihrer Sammlung alter Sagen.

Angetrieben, woll`n sie`s wagen-

Ja, man sag´ es mit Behagen-

Es sind der Brentano Kinder,

Für die Brüder auch Pfadfinder.

Clemens und Bettinas Mann

Regen lieb die Brüder an.

Dazu kam auch noch Annette

Mit Schwester Jenny um die Wette,

Von Hülshoff und von Lassberg her,

Beide finden manche Mär.

Die Sammlung wuchs so nach und nach.

Man handelte da ganz gemach,

Gab schon dies und jenes raus,

Bis es ward ein großer Strauß.

Wilhelm war es dann vor allen,

Dem es war ein Wohlgefallen,

Inhalt, Sprache fein zu glätten,

Alles sachlich zu verketten.


Beim Märchensammeln sollt`s nicht bleiben.

Es gab noch vieles mehr zu schreiben.

Die deutsche Sprache war so reich,

Auch oft verschieden im Vergleich.

Da musste schließlich außer Mär

Auch mal die Grammatik her.

Da war es nunmehr Jakob Grimm,

Sucht Entwicklung und Gespinn

Bei allen Sprachen der Germanen,

Ursprung, der Geschichte Rahmen,

Ob Vokale, Konsonanten

Hier und da bei den Verwandten

Ähnlich oder gleich gar sind.

Er macht das keineswegs geschwind.

Vielmehr gibt er die Bogen raus.

Reichlich flattern sie hinaus.

In Kassel zwar schon manches wog,

Bis nach Göttingen man zog.

Denn da erging`s den Brüdern besser,

Beide wurden sie Professor.

Dort haben sie nun viel gesät.

Da dankt die Universität.

Niemals sind sie da vergessen.

Auf ihr Werk ist man versessen.

Es wäre vieles noch zu nennen.

Ihr Wörterbuch, das muss man kennen,

Ja, ihr deutsches Wörterbuch,

Das für das Schrifttum viel beitrug.

Alles solches ist entstanden,

In jeder Bibliothek vorhanden

An allen Universitäten.

Damit kann man Unkraut jäten,

Wenn es bei uns eingeschlichen,

Der feine Ausdruck schon verblichen.

Wer immer sucht in der Geschichte,

Sich stets nach diesem Buche richte.

Keiner schaut da je genug

Hinein ins Grimmsche Wörterbuch.


Macht man eine Edition,

Schnell nimmt man das Werk da schon,

Weiß, das dieses edle Buch

Sauber ist und ohne Trug,

Und so wird man drüber klug.

Es wird zwar einfach „Buch“ genannt,

Doch viele Bände sind zur Hand.

Bei dieser Arbeit war man fleißig.

Man kommt damit schon über dreißig.

Die Brüder haben’s nicht vollendet.

Jetzt wird`s im Internet gesendet.

Man hat es auch auf CDRom.

Da sagt man einfach:“So, nun komm!“

Die Forschung fand noch manchen Grund.

Die Brüder wirken Stund um Stund,

Tätigen so manchen Fund.

Einmal ist`s die Namenskund`,

Dann sind`s auch die alten Mythen,

Die oft viel Geheimnis hüten.

Die Brüder sind stets drauf bedacht,

Wie die Sprache sich entfacht,

Wie hat alles angefangen,

Welche Wege sind gegangen.

In dem allen sind sie gründlich,

Mit dem Wissen sehr empfindich.

Bei dem allen geht`s nicht nur

Allein um deutsche Fachkultur.

Wie auch immer sie entwickelt,

Das ganze Deutschland ist zerstückelt.

So wünschen sie mit andern gleich

In Einheit sich ein deutsches Reich.

Für Jakob scheint es viel Gewinn,

National – das macht ihm Sinn.

In Frankfurt ist er so dabei,

Erhofft sich Deutschland frank und frei.

Dies Jahr achtzehnhundertachtundvierzig

Meint er, macht die Sache würzig.

Und dann sind`s die Menschenrechte,

Dass man für sie redlich fechte –

Dafür woll`n die Brüder streiten

Und den rechten Weg bereiten.

Schriften gehen drüber aus,

Hannovers König wird zum Graus.


So was kann ja der nicht fassen.

Die Brüder werden flugs entlassen,

Noch fünf andre nach Belieben.

Und so waren es nun sieben.

Alle wurden fortgehetzt.

Doch Göttingen ein Denkmal setzt

Allen diesen guten Leuten,

Die das Menschenrecht betreuten.

Die Uni wird fast nur getrieben

Auf dem Platz der Göttinger Sieben.

Es ist oft des Unrechts Fug –

Jetzt gedeiht das Wörterbuch.

Von Luther bis zu Goethe hin

Ergründen sie der Wörter Sinn.

Doch ob böser Staatsgewalt

Die Grimms sind ohne Unterhalt.

Fahrn`sie auch fort in Ihrem Tun,

Lassen Arbeit nimmer ruhn,

Mancher muss zur Zeit mal helfen.

Schmach sei diesem bösen Welfen.

So doch in Kassel im Exil

Entsteht von ihrem Werk noch viel.

Dann jedoch gibt`s einen Hupfer,

Preußens König sogleich ruft er

Beide Brüder nach Berlin.

Friedrich Wilhelm hat viel Sinn

Für Fortschritt und für Wissenschaft.

Nun wird vieles da gerafft.

Akademie wird wohl bestellt,

Manches neu ins Auge fällt.

Da können Grimms noch vieles schreiben

Und ihre Forschung weiter treiben,

Bis zum Ende ihres Lebens.

Ihr Wirken war ja nicht vergebens.

Jakob stürmte stets voran,

Wilhelm ging es sachter an.

So haben sie sich fein ergänzt,

Gemeinsam somit sehr geglänzt.

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