Der Meistersinger Krone. In Nürnberg lebte einst ein Schuster, Zu ...

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Der Meistersinger Krone. In Nürnberg lebte einst ein Schuster, Zu ...

Der Meistersinger Krone.

In Nürnberg lebte einst ein Schuster,

Zu dichten und zu singen wusst’ er.

Er hatte Geist und viel Verstand,

Man hat ihn den Hans Sachs genannt.

Zu der Zeit herrschte Reformation.

Luthers Ruf bestimmt den Ton.

Verbittert schaut man jetzt nach Rom.

Da wackelt sehr des Papstes Thron.

In Nürnberg war man früh drauf aus,

Baut der neuen Lehre Haus.

Die Kirche ward da neu gerichtet,

Während Sachs als Meister dichtet.

Doch war der Sachs ja fast noch schneller

Und in seinem Kopf noch heller

Als die Oberen es waren.

Drum eine Zeit musst’ er sich sparen,

Für die Reformation zu singen,

Bis es konnt`erneut gelingen.

Denn Nürnberg hatte gute Leute.

Ratsschreiber Spengler schon ausstreute

Christliches Gedankengut,

Sah, wie weh die Armut tut.

Viele sollten nun genesen

Am ordentlichen Armenwesen.

Das „Große Almosen“ schuf man so.

Das macht`viele Arme froh.

Dann predigt bald auch Osiander,

Dass Luthers Lehre weiter wander.

Es entstehen Liturgien,

Die schellstens durch die Lande ziehn.

Zu Osiander kommt der Brenz,

Dass man sich auch so ergänzt.

Stadt und Land erfahren Ordnung

Zu der Reformen rechten Formung.

Osiander sich verewigt

Mit der gelehrten Kinderpredigt.

Bei alle diesem, was geschah,

Man den Sachs am Werke sah.

Wie es singt und wie es klingt,

Wenn dazu der Meister singt.

War dieser doch nicht ungelehrt.

Sein Wissen wurde früh genährt.

Der gute Hans war da noch klein,

Da lernt er fleißig gleich Latein.

Dann lernt er, wie man Schuhe macht,

Bis er zur Idee gebracht:

In München nehm` ich Unterricht.

Mit Schuh`n allein, das passt mir nicht.

Es soll mir in den Ohren klingen,

Ich will gern mit Meistern singen.

So ward er Meister da und hier,

Für beides mit viel Feingespür.

Die Zunft der Meistersinger schnell

Setzt ihn an die höchste Stell`.

Gelesen ward es früh und spät,

Was er poetisch ausgesät.

Und manchen ist es Augenweide


Wie im Theater große Freude,

Wenn man seine Stücke spielt.

Wann immer er auf Luther zielt,

Auf Wittenberg und Luthers Schrift-

Wo ständig er ins Schwarze trifft-

Scheint er den Reformatoren gleich,

Deren Nürnberg doch so reich.

Die Wittenbergisch Nachtigall

Erweckt bei ihm den schönsten Schall.

„Die wittembergisch nachtigal, die man iez höret überal.

Wacht auf, es nahet gen dem tag!

ich hör singen im grünen hag

ein wunnikliche nachtigal;

ir stim durchklinget berg und tal,

die nacht neigt sich gen occident,

der tag geht auf von orient

……………………………

wer die lieblich nachtigal sei,

die uns den hellen tag ausschrei:

ist doctor Martinus Luther,

zu Wittenberg augustiner,

der uns aufwecket von der nacht.

………………………………….

darumb, ir christen, wu ir seit,

kert wider aus des bapstes wüste

zu unserm hirten Jesu Christe,

derselbig ist ein guter hirt,

hat sein lieb mit dem tot probiert,

durch den wir alle sein erlost.

das ist unser einige trost

und unser einige hoffnung,

gerechtigkeit und seligung.

all, die glauben in seinen namen.

wer des begert, der spreche: amen.

Anno salutis 1523.

am 8.tage Julij.“

Das Gedicht ist lang und groß.

Dieses war ein Auszug bloß.

Sachs hat alles das geschildert

Und mit Worten reich bebildert,

Was in der Kirche schrecklich ist,

Wo man Gottes Wort vermisst.

Wie er da den Papst angreift

Und was da zum Bösen reift –

Alles hat er vorgeführt,

Wie Entsetzen da geschürt.

Wie er Luther zugeneigt,

Hat da sehr viel Mut gezeigt.

Mit Spengler, Brenz und Osiander

Für Nürnbergs rechten Weg so fand er.

Wie die wittenbergisch Nachtigall

Erscholl sein Lied durch Berg und Tal.

Wie Hans Sachs nun so gesungen,


Ist ihm vieles wohl gelungen.

Jeder Vers ist von Gewicht.

So kann`s Osiander nicht.

Die Ordnung des großen Almosens der

Stadt Nürnberg mit der Einleitung von

dem Ratsschreiber Lazarus Spengler

1522/23

Andreas Osiander, bisher Lektor im Augustinerkloster,

wird Prediger an St.Lorenz

1522

Taufordnung, Gottesdienst- und Messordnungen

1524/25

Kirchenordnung, Visitationen

1528

Kirchenordnung für die Markgrafschaft

Brandenburg und die Stadt Nürnberg

von Johannes Brenz und Andreas Osiander

1533

Bei der Vielfalt aus Sachsens Feder

Findet Gültiges ein jeder.

Oft steckt er auch voll Humor,

Dichtet mit geschlitztem Ohr.

Den fahrnden Schüler im Paradies

Kennt man als Schüler ganz gewiss.

Doch Luther ist stets sein Belieben,

Dem hat er`s Epitaph geschrieben:

„Epitaphium oder klag-red ob der leych

D.Martini Luthers.

Als man zelt fünffzehen jundert jar

und sechs und vierzig, gleich als war

der sibenzehend im hornung

schwermütigkeit mein hertz durch drung.“

…………………………………………..

(Er träumt):

„Gedacht: wie wenn die todtenleich

Doctor Martinus Luther wer?

inn dem trat auß dem chor daher

ein weib in schneeweissem gewand.

Theologia hoch genand.

Die stund hin zu der todtenpar.

Sie wand ihr hend und raufft ir har.

Gar kläglich mit weynen durch brach,

Mit seufftzen sie anfieng und sprach:

Ach, das es muß erbarmen Got!

Ligst du denn yetz hie und bist tod?

O du trewer und küner heldt,

von Gott, dem Herren, selb erwelt,

für mich so ritterlich zu kempffen,

mit Gottes wort mein feind zu dempfen.“

………………………………………..

Will man Reformatoren nennen:

Hans Sachs ist niemals zu verkennen.

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