Vergessen. Auf Lernen ist man jung versessen, Im Alter geht es um ...

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Vergessen. Auf Lernen ist man jung versessen, Im Alter geht es um ...

Vergessen.

Auf Lernen ist man jung versessen,

Im Alter geht es um Vergessen.

Schule war so interessant,

Mancher Lehrer auch charmant,

Stets was Neues man erfährt,

Vieles, das im Innern gärt.

Abwechslungsreich war die Geschichte,

Deutsch und Sprachen voll Gewichte,

Unsre großen Dichterfürsten

Liebte man da wohl am ersten,

Shakespeare, Goethe, Schiller dann,

Auch Lord Byron zog uns an.

La Fontaine mit Fuchs und Raben

Mochte man auch gerne haben.

Cäsar und auch Cicero

Machten zwar nicht immer froh,

Doch sehr nützlich sie doch sind,

Das begreift man ganz geschwind.

Was man lernt von der Natur

Hinterlässt doch manche Spur.

Über dies Mathematik

Erhält beim Lernen schnell den Sieg.

Ohne sie versteht man nicht,

Was im Weltenraum geschicht.

Physik und prachtvoll die Chemie –

Wie gar wundersam ist sie!

Elemente und viel Teilchen –

Da verbleibt man gern ein Weilchen.

Jeder Tag ist kunterbunt,

Turnen macht ja auch gesund.

Dieses liebte ich nicht sehr,

Musizieren um so mehr.

Malen, zeichnen, dass man’s mache,

Mehr war es der Eltern Sache.

Doch mit Freuden malt man Köpfe,

Nimmt beste Freunde da beim Schöpfe.

Ach, wie schön war diese Zeit.

Schade nur, dass sie so weit.

Tritt man ein ins Studium,

Werden manche Fächer stumm.

Rennt man bestimmtem Wissen nach,

Wird man da viel klüger, ach!?

Hat man da die „Philosophie,


Juristerei und Medizin,“

Schließlich“ auch Theologie“,

„Durchaus studiert mit heißem Mühn“,

Da ist es nicht so kunterbunt,

Man erstrebt so manchen Fund,

Schaut hinein ins tiefe Loch,

Fehlte mir da etwas doch!

Da muss ich noch viel tiefer graben;

Denn diesen Fund, den will ich haben.

Da fällt mir eine Schrulle ein,

Was ganz Neues soll es sein.

Drüber sinn ich Nacht und Tag,

Bis ich den Sprung ins Neue wag.

Dieses muss ich stets belegen,

Jeden Zweifel weg zu fegen.

So geht es oftmals um die Uhr.

Im Sinn hab ich das Eine nur.

Endlich hab`ich es bewiesen.

Werd`ich drüber auch gepriesen?

Kollegen sind nicht immer lieblich,

Andrer Arbeit stimmt betrüblich.

Was fange ich denn damit an,

Worüber ich viel Stunden sann?

Ach, das ist ja einerlei,

Sind nur Herz und Lachen frei.

Da denk ich an die Schule gleich,

Sie machte uns für’s Leben reich.

In Freiheit sind wir aufgezogen,

Dieser bleib ich stets gewogen.

Neid und Rachsucht sind da fern,

Wir kennen nur den einen Herrn.

Sind wir endlich alt geworden,

Treffen wieder uns im Norden,

Kann das Wissen in uns walten,

Was haben wir im Kopf behalten?

Wir Alten haben viel vergessen,

Auch das, worauf wir einst versessen.

Doch eines bleibt in Ewigkeit:

Für buntes Lernen Dankbarkeit,

Dank sei Gott, der alles waltet,

Dank sei allen, die entfaltet

Unser Denken weit und breit

Zum vergessen alles Leid.

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