Unser Ansgar

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Unser Ansgar

Ansgarius noster.

So möchte Hamburg ihn wohl nennen,

Den als Erzbischof wir kennen,

Einst kleiner Mönch von Frankreichs Somme,

Von Corbie, dem stolzen Kloster,

Wo er schon als Kind ganz fromm

Wandelte, noch lang nicht noster.

Doch war er schnell schon sehr gelehrt,

Der Schule Leitung ihm verehrt.

Er meint, er hörte eine Stimme:

Zu den Heiden sollt`er reisen.

War die Botschaft eine schlimme,

Zum Martyrium ihn zu weisen?

Er konnt`die Stimme nicht vergessen,

Blieb doch seiner Arbeit treu.

Kloster Corvey war versessen,

Dass er dort ein Lehrer sei.

Und so zog mit edlem Sinn

Er erst einmal nach Deutschland hin.

Bald hat Dänemark Gewinn.

In Ingelheim eine Synode

Hatte darin wohl Methode,

Befiehlt ihm, dass er mit noch andern

Möge schellstens dahin wandern.

König Harald, frisch getauft,

Dort um seine Herrschaft rauft.

Und so heißt auch gleich der Ton:

Führt weiter Ebos Mission!

Doch wenn man auch die Waffen zückt,

Diesmal ist es nicht geglückt.

Harald unterlag den Fehden.

Ansgar wandte sich nach Schweden.

König Björn, der lud ihn ein,

Schwedens Missionar zu sein.

Von Stockholm nicht weit entfernt

Liegt Birka, in dem bald gelernt

Von Christus die neue Botschaft.

Und Ansgar hat es so geschafft,

Dass eine Kirche dort entstand,

Während er sich weiter wandt,

Folgend brav des Kaisers Ruf,

Der gar bald ganz Neues schuf.

Wo immer die Synode tagte,

Ein Blitz durch die Gehirne jagte:

In Hamburg braucht’s ein Erzbistum

Zur Mission und Nordens Ruhm!

Ja, das war ein heller Blitz:

Hamburg ward Erzbischofssitz,

Zur Bereicherung der Stadt,

Die doch erst begonnen hat.

Ansgar gab man dann die Leitung


Mit der ganzen Aufbereitung

Und Ausrüstung aller Pflichten,

Die sich in dem Amt verdichten:

Für weitre Bischöfe zu sorgen,

Priester weihen für den Norden.

Papst Gregor ließ sich`s nicht verdrießen,

Seinen Segen auszugießen,

Verlieh Ansgar auch das Pallium,

Das wand er sich zur Zierde um.

Päpstlicher Legat ward er

Für den Norden kreuz und quer

Und auch noch für die Slaven,

Die noch Heidengötter haben.

Ansgar also wohlgemut,

Tat, was so ein Bischof tut,

Gründet Schule, Kloster, Kirche,

Dass mit viel Schwung darin wirke

Verkündigung von Gottes Wort,

Für das Christentum ein Hort.

So wird die Hammaburg erweitert.

Die Kirche ist aus Holz gemeistert,

Hat drei Schiffe aber schon.

Der Ort ist frei und ohne Fron,

Nur dem Kaiserhaus verpflichtet,

Das da die Nachfolge sichtet.

Nun wird Hamburg richtig Stadt,

Die viel mehr als andre hat.

Reichlich war’n da noch die Auen,

Sehr viel Wasser zu umbauen.

Die Wiesen darin nannt’ man Hammen,

Von daher hat die Stadt den Namen.

Das ging nun alles wunderschön,

Ansgar konnt`auch nach Schleswig gehn.

Doch bald kam Schrecken über ihn.

Den Kaiser rief der Tod dahin.

Der Gönner Hamburgs war nun tot.

Das war nicht die schlimmste Not.

Schrecklich war es, was Normannen

Über unsre Stadt ersannen.

Alles haben sie zerstört,

Was Hamburg und Mission gehört.

Ansgar konnte sich nicht halten,

Musste jetzt in Bremen walten.

Dieses wurde nun sein Zentrum.

Ludwig der Deutsche half ihm drum.

Ernannte ihn zum Oberhirten,

Dass als Bischof er konnt`wirken.

Da gründet eifrig er Spitäler,

Aus Stein die Kirche dann auch später,

Außerdem auch noch drei Klöster.

Er ist den Armen stets ein Tröster.

Verwirft mit Kraft den Sklavenhandel,


Ist vorbildlich mit seinem Wandel.

Bald reist er mal nach Schweden,

Lässt nicht reißen Missions Fäden.

Ist eifrig da mit Kirchengründen.

So fleißig ist kein Mann zu finden,

Schickt Priester und Gehilfen aus,

Baut so stets an Christi Haus.

Und der dän`sche König spricht:

„Einen edleren Menschen kenn’ ich nicht.“

Wenn Ansgar auch in Bremen saß,

Hamburg drum er nicht vergaß.

Das war weiter sein Bereich

Mit dem Domkapitel gleich.

Das war immer noch sein Mittel.

Er hatte zwei der Domkapitel.

Und noch bis zur Reformation

Gaben die so manchen Ton.

Wollte man was Rechtes lernen

Und sich richtig dran erwärmen ,

Suchte man den Domscholaster.

Da war dann das edle Pflaster.

Und in beiden großen Städten

Hatten sie Immunitäten,

Brauchten für die Stadt nicht schanzen,

Ärgerten den Rat im Ganzen,

Setzten auch die Prediger ein.

Das fand die Bürgerschaft nicht fein.

Diese Domherrn voller Stolz,

Die war`n kein Hanseatenholz.

Doch Ansgar kann ja nichts dafür.

Er eröffnete die Tür

Für die Stellung unsrer Stadt,

Die ihn nicht vergessen hat.

Kirchen sind nach ihm benannt.

Keinem ist er unbekannt.

Sein Geist sollt’ noch heute wehn

Und Hamburg fest beim Glauben stehn.

Bugenhagen hat korrekt

Den Christenmut ganz neu erweckt.

Im Johanneskloster drum

Gründet er`s Gymnasium.

Und zwecks keiner Unterlassung

Schreibt er mit die Stadtverfassung.

Von dem Domkapitel frei

Forthin Hamburgs Kirche sei.

Kirchenordnung und Rezess,

Die ergeben den Prozess

Zur evangelischen Mission.

Gottes Wort bestimmt den Ton.

Dem alten Ansgar wär`das recht.

Des Doms Entartung, die war schlecht.

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