Erkältung in der Selbstmedikation - Springer GuP

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Erkältung in der Selbstmedikation - Springer GuP

Sonderpublikation zu DAS PTA MAGAZIN,

Ausgabe 10/2013

Erkältung

Grippale Infekte zählen zu den häufigsten Infektionen

des Menschen. In der Selbstmedikation stehen verschiedene

Wirkstoffe zur Verfügung, die Erkältungssymptome

lindern und zudem gut verträglich sind.

[ Sonderpublikation]


Erkältungen beziehungsweise grippale Infekte zählen

zu den häufigsten Infektionen des Menschen.

Erwachsene erkranken jedes Jahr zwei- bis fünfmal.

Kinder sind aufgrund ihres unausgereiften

Immunsystems noch öfter betroffen. Für Schulkinder sind

sieben bis zehn Episoden jährlich normal. 1 Entsprechend

dem durchschnittlichen Erkrankungsrisiko ist davon auszugehen,

dass im Alter von 25 Jahren bis zu 100 Krankheitsepisoden

durchgemacht wurden. 2 Auch bei krankheitsbedingtem

Arbeitsausfall nehmen Erkältungen einen Spitzenplatz ein. 3

Grundsätzlich ist eine Infektion das ganze Jahr über möglich.

Besonders hoch ist das Risiko in der kalten Jahreszeit, in der

erfahrungsgemäß das Aufkommen an Erkältungsviren – auch

bedingt durch schlecht gelüftete Räumlichkeiten – besonders

groß ist. Nicht zuletzt trägt Kälte, unter anderem wegen der

gedrosselten Durchblutung der Nasenschleimhaut, dazu bei,

dass sich Infekte entwickeln.

Übertragung von Erkältungsviren

Über 200 verschiedene Viren können Erkältungen auslösen.

Davon sind Rhinoviren diejenigen, die mit etwa 40 Prozent

am häufigsten für Erkältungen verantwortlich sind. Darüber

hinaus können grippale Infekte durch Coronaviren (10 Prozent

der Infekte), Respiratorische-Synzytial-Viren (10 bis 15

Prozent), Adenoviren, Parainfluenzaviren und Enteroviren

ausgelöst werden. 4 Zudem können auch verschiedene Virustypen

zugleich an einem Infekt beteiligt sein.

Keine Immunität: Die große Anzahl möglicher Erreger ist

ein Grund, warum der Körper keine „Erkältungsimmunität“

Kunden mit einem grippalen Infekt sind für die PTA dauerhafte Begleiter

durch die kalte Jahreszeit. Trotz der Häufigkeit der Erkrankung sollte sie

sich Zeit für ein differenziertes Beratungsgespräch nehmen. Für eine gezielte

Empfehlung sind Fragen nach dem individuellen Beschwerdebild,

die gesundheitliche Verfassung des Betroffenen sowie die Anforderungen,

die trotz Infekt zu bewältigen sind, wichtig.

Erkältung

in der Selbstmedikation

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2 > DAS PTA MAGAZIN -- Sonderpublikation -- 10/2013


Erkältungen können von über 200 Virentypen ausgelöst

werden. Am häufigsten sind Rhinoviren verantwortlich,

auf die etwa 40 Prozent der Infekte entfallen.

entwickelt. Zudem können Erkältungsviren mutieren und

Mechanismen entwickeln, mit denen sie die körpereigenen

Abwehrmechanismen gezielt unterlaufen können. Durch die

häufigen Konfrontationen mit Erkältungsviren findet aber

trotz allem eine gewisse Gewöhnung des Immunsystems statt.

Dadurch sinkt das Erkrankungsrisiko.

Schmier- und Tröpfcheninfektionen: Häufig wird in der

Tröpfcheninfektion, bei der Viren durch Niesen und Husten

in der Umgebung verteilt werden, der wichtigste Übertragungsweg

vermutet. Dabei sind Schmierinfektionen durch das

Berühren von kontaminierten Oberflächen häufiger. Denn

Erkältungsviren können mehrere Stunden außerhalb des

Körpers überleben. 5

Atemwegsschleimhäute als Eintrittspforte: Erkältungsviren

befallen den Körper über die Schleimhäute der Atemwege,

indem sie in die Epithelzellen der oberen Atemwege eindringen.

6 Die Atemwege werden durch einen Selbstreinigungsmechanismus

(mukoziliäre Clearance) vor Fremdkörpern und

Krankheitserregern geschützt. Das dortige Epithel besteht

zum größten Teil aus Flimmerzellen, die einen Saum feinster

Flimmerhärchen (Zilien) tragen. Eine einzelne Zelle hat bis

zu 300 dieser Härchen, die unentwegt in Richtung Rachen

schlagen. Die Flimmerhärchen sind von einer niedrigviskosen

Flüssigkeit (periziliäre Flüssigkeit, Solschicht) umgeben, auf

der eine viskose, klebrige Schleimschicht (Mucus, Gelschicht)

schwimmt. An ihr bleiben Krankheitserreger oder andere

Fremdkörper kleben. Die Zilien ragen durch die Solschicht

mit ihren Spitzen in die Gelschicht hinein. Durch ihre elliptischen

Schläge (circa 750-mal pro Minute) wird die periziliäre

Flüssigkeit in Bewegung versetzt und zum Rachen

transportiert. Der darüber liegende Schleim wird wie auf

einem Fließband mit befördert. Im Rachen wird dann alles

verschluckt und vom sauren Magensaft unschädlich gemacht.

Anfälligkeit im Winter: Im Herbst und Winter funktioniert

die mukoziliäre Clearance schlechter. Denn kalte Temperaturen

beeinträchtigen die Bewegung der Flimmerhärchen.

Zudem verliert der Schleim durch die trockene Heizungsluft

Symptomkomplex

Der Begriff „Erkältung“ entstammt der Alltagssprache und lässt sich

medizinisch nicht scharf definieren. Nach ICD-10 (Internationale

Klassifikation der Krankheiten) wird unter einem grippalen Infekt

eine akute Infektion der oberen Atemwege verstanden, die an

mehreren oder nicht näher bezeichneten Lokalisationen auftritt.

Mittels der Virologie kann keine sichere Diagnose gestellt werden.

Denn Erkältungsviren können auch andere Erkrankungen auslösen.

Zudem kann eine Infektion subklinisch verlaufen. Unter Wissenschaftlern

wird die These diskutiert, Erkältung sei ein kulturell

geprägter Begriff für eine Konstellation von typischen Symptomen

in den oberen Atemwegen. 2

> DAS PTA MAGAZIN -- Sonderpublikation -- 10/2013 < 3


(und oft auch die kalte und trockene Luft draußen) Flüssigkeit,

sodass er leichter reißt.

Krankheitsverlauf und Symptome

In den meisten Fällen ist die Inkubationszeit bei einer Erkältung

kurz. Unter experimentellen Bedingungen konnte

gezeigt werden, dass nach einer intranasalen Exposition mit

Rhinoviren bereits nach zehn bis zwölf Stunden die ersten

Symptome auftraten. 7 In der Regel verschlechtert sich das

Wohlbefinden rasch. Mit dem Erkrankungshöhepunkt ist

nach zwei bis drei Tagen zu rechnen. Laut aktuellem Positionspapier

für die akute und chronische Rhinosinusitis (EPOS

2012) dauert eine gewöhnliche Erkältung nicht mehr als zehn

Tage. Einzelne Symptome – besonders der Husten – können

aber auch länger bestehen.

Zwei Phasen: Im Krankheitsverlauf werden zwei Phasen

unterschieden. Die erste, deutlich kürzere

äußert sich in Halsschmerzen, Niesreiz

und dünnflüssigem Schnupfen, auf die ein

trockener Husten folgt. Nach zwei bis

drei Tagen setzt dann die zweite Phase

mit einer vermehrten Schleimproduktion

ein. Dadurch wird der Schleim zähflüssig

und der Husten zunehmend produktiv.

Dieser kann eine Woche, aber auch länger

andauern. 8 Teilweise schließt sich an

den produktiven Husten noch einmal ein

Reizhusten an. Bei einigen Patienten können

zusätzlich zu den lokalen Symptomen

Kopfschmerzen, Kältegefühl, Fieber sowie

Gliederschmerzen auftreten. Zudem

beeinträchtigen die Erkältungssymptome

(besonders Hustenreiz) die Nachtruhe.

Die fehlende Regeneration durch Schlafmangel

schwächt den Körper zusätzlich. Betroffene fühlen

sich oft in ihrer Leistungsfähigkeit in Beruf und Privatleben

stark eingeschränkt. Nach sechs bis sieben Tagen tritt in der

Regel eine deutliche Verbesserung der Symptome ein.

Typische Symptome: Die häufigsten Erkältungssymptome

sind eine verstopfte Nase (72–94 Prozent), Schnupfen (49–85

Prozent) und Husten (44–64 Prozent). 9 Nachts und tagsüber

werden unterschiedliche Symptome als besonders störend

empfunden. Betroffene leiden oft in der Nacht stärker unter

Husten als am Tag. Die Belastung durch Kopf- und Gliederschmerzen

sowie Fieber ist dagegen meist tagsüber größer.

Viele Symptome können sich wechselseitig verstärken. So

lässt beispielsweise das Mundatmen bei verstopfter Nase die

Schleimhaut des Nasen-Rachenraums austrocknen, wodurch

sich Halsschmerzen verschlimmern.

Forschungen haben gezeigt, dass der

durchschnittliche Erkältete während

der ersten drei Tage einer Erkältung

an vier oder mehr Symptomen gleichzeitig

leidet. 87 Prozent der Erkälteten

geben an, dass sie drei oder mehr Symptome

haben. 9,10

Einfluss der Immunreaktion: Wie genau

die verschiedenen Symptome bei

einem grippalen Infekt entstehen, ist

noch nicht abschließend erforscht. Erkältungsviren

greifen in den Zellstoffwechsel

der Atemwegsschleimhaut ein.

Wie alle Viren verfügen sie über keinen

eigenen Stoffwechsel. Sie schleusen ihre

Erbinformation in die Epithelzellen

der oberen Atemwege ein. Dadurch

stellen diese ihren Stoffwechsel in den

Dienst der Eindringlinge und beginnen,

neue Viren zu synthetisieren. Als Folge werden die körpereigenen

Abwehrkräfte mobilisiert.

Neuere Untersuchungen konnten außerdem belegen, dass

auch die Immunreaktion des Körpers, besonders die immunologische

Entzündungsreaktion, entscheidenden Einfluss

auf die Entstehung von Erkältungssymptomen hat. 11 Hier

spielen körpereigene Entzündungsstoffe (etwa Bradykinin,

Immunologische Entzündungsreaktion und Entstehung von

Erkältungssymptomen

Makrophagen

virale RNA DNA

Zytokine

systemische Symptome

Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen

Müdigkeit, Stimmungsschwankungen

Zellschädigung

Enzymaktivierung

Bradykinin

Prostaglandine

Histamin

lokale Symptome

Niesen, verstopfte Nase

Husten, Halsschmerzen

Epithelzellen

der oberen

Atemwege

Eccles R: Mechanisms and Symptoms of Common Cold and Flu. In: Eccles R, Weber O (Eds. Washington: DC; p. 23–45)

Prostaglandine, Zytokine, Histamin) eine wichtige Rolle.

Diese werden als Reaktion des Körpers auf Bestandteile des

Virus beziehungsweise auf virusbedingte Schädigungen an

Wirtszellen freigesetzt. Es wird angenommen, dass ein Großteil

der Erkältungssymptome entsteht, wenn Entzündungsstoffe

Nerven reizen. So kann beispielsweise Niesen ausgelöst

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Vorbeugende Maßnahmen

Hygienemaßnahmen können das Risiko, an einer Erkältung zu

erkranken, deutlich reduzieren. Besonders wichtig ist häufiges

Händewaschen. Schätzungen kommen zu dem Ergebnis, dass

regelmäßiges Händewaschen bei Kindern die Anzahl von Erkältungsinfekten

um 40 Prozent reduzieren kann. Häufige Infektionsquellen

sind Gegenstände, die oft angefasst werden, sowie die

Begrüßung per Händedruck. Beim Fassen in das Gesicht können

Keime leicht von den Händen in Mund, Nase oder Augen gelangen.

Vor Tröpfcheninfektionen schützt das Atmen durch die Nase

(mukoziliäre Clearance als Selbstreinigungsmechanismus).

Zudem zählen Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems zur

Erkältungsprophylaxe. Hier sind eine abwechslungsreiche Ernährung

und viel trinken, ausreichend Schlaf, Stressabbau, viel Bewegung

sowie der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol hilfreich.

werden, wenn der Trigeminusnerv durch Histamin aktiviert

wird. Husten wird vor allem über den Nervus vagus vermittelt.

Auch an der Entstehung von systemischen Beschwerden wie

Kopfschmerzen und Fieber sind körpereigene Entzündungsstoffe

beteiligt.

Individuelle Unterschiede: Ausprägung und Stärke der Symptome

können individuell stark variieren. Es gibt leichte Krankheitsverläufe,

die sich bereits nach wenigen Tagen bessern.

Bei anderen grippalen Infekten sind die Betroffenen so stark

geschwächt, dass sie mehrere Tage das Bett hüten müssen. Zudem

treten nicht bei allen Erkältungen sämtliche Symptome

auf. Diese Unterschiede im Krankheitsverlauf sind zum einen

auf die große Zahl verschiedener möglicher Krankheitserreger

zurückzuführen. Zum anderen haben auch Eigenschaften des

Patienten wie Alter und Immunstatus entscheidenden Einfluss

darauf, wie schwer der Krankheitsverlauf ist.

Ausbreitung des Infekts: Eine Erkältung kann auf die Nasennebenhöhlen

(Sinusitis) oder Bronchien (Bronchitis)

übergreifen. Typische Anzeichen für eine akute Nasennebenhöhlenentzündung

sind Druck- und Bückschmerz über

der betroffenen Nasennebenhöhle, Kopfschmerzen und eine

gelb-grüne Färbung des Schnupfensekrets. Treten beim Husten

Schmerzen hinter dem Brustbein auf, ist das ein Zeichen

dafür, dass auch die unteren Atemwege betroffen sind.

Wirkstoffe in der Selbstmedikation

Erkältungen sind in der Regel harmlos und müssen nicht ärztlich

abgeklärt werden. Daher ist die Apotheke oft die erste Anlaufstelle

für Erkältete.

Es gibt eine große Anzahl unterschiedlicher rezeptfreier Wirkstoffe,

die Erkältungssymptome lindern und zudem gut verträglich

sind. Um Beschwerden zu verhindern, sollten diese

möglichst frühzeitig eingenommen werden. Zudem hilft ein

schneller Einsatz von Erkältungsmitteln, die körperliche und

geistige Leistungsfähigkeit während eines grippalen Infekts zu

erhalten. Im Folgenden sind die wichtigsten Wirkstoffe für die

unterschiedlichen Erkältungssymptome aufgeführt.

Halsschmerzen

Hier werden Lutschtabletten oder Halssprays (zur Benetzung

der Rachenschleimhaut) mit lokal wirksamen Arzneistoffen

eingesetzt. In Fertigarzneimitteln werden oft Antiseptika

und Lokalanästhetika kombiniert.

Antiseptika: Cetylpyridiniumchlorid, Dequaliniumchlorid

oder Cetrimoniumbromid sind basische Verbindungen, die

die Anzahl von Keimen im Mund- und Rachenraum reduzieren.

Als oberflächenaktive Seifen können sie dort Schleim

lösen. Dafür lagern sie sich sowohl an der Oberfläche von

Mund und Rachen als auch an den Schleimmolekülen an.

Außerdem zerstören Antiseptika die Zellwände von Keimen

und wirken so keimabtötend (antimikrobiell).

Lokalanästhetika: Diese Wirkstoffe lindern lokal Schmerzen,

indem sie die Reizleitung an Nerven unterbinden. Die

Wirkung kommt über eine Blockade von Natriumkanälen

an peripheren Nervenzellen zustande. Häufig eingesetzte

Wirkstoffe sind Lidocain und Benzocain.

Schnupfen

Alpha-Sympathomimetika: Wirkstoffe wie Oxymetazolin,

Tramazolin und Xylometazolin binden an Alpha-Rezeptoren

der Nasenschleimhaut. Dies führt zu einer Verengung der

durch die Entzündung erweiterten Blutgefäße. Als Folge

schwillt die Schleimhaut ab, wodurch das Atmen erleichtert

wird. Topische Alpha-Sympathomimetika wirken schnell

und zuverlässig, dürfen im Rahmen der Selbstmedikation

aber nur fünf bis sieben Tage am Stück angewandt werden.

Dabei beträgt die Tageshöchstdosis für Erwachsene drei

Einzeldosen. Bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch

droht ein Privinismus (Abhängigkeit von abschwellend wirkenden

Nasalia). Die Schleimhäute gewöhnen sich an die

Zufuhr des Wirkstoffs und bleiben auch nach Abklingen

des Schnupfens geschwollen. Dadurch wird der Anwender

verleitet, wiederum zum Medikament zu greifen. Alpha-

Sympathomimetika werden oft lokal in Form von Nasentropfen

oder -sprays eingesetzt. Nicht selektive Sympatho-

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mimetika (wie Phenylpropanolamin oder Ephedrin) werden

auch systemisch in Kombination mit anderen Wirkstoffen bei

Erkältungen eingesetzt.

Antihistaminika: Sie dämpfen über einen ebenfalls vorhandenen

anticholinergen Effekt (verminderter Einfluss des

Parasympathikus) die Sekretion der Nasenschleimhäute. In

Fertigarzneimitteln zur oralen Anwendung werden sie oft mit

Alpha-Sympathomimetika kombiniert. Sinnvoll ist die Einnahme

zur Nacht. Denn dabei ist die sedierende Wirkung, die

über eine Blockade von Histaminrezeptoren (H1-Rezeptoren)

isotone kochsalzhaltige Nasentropfen zur Sekretverdünnung

und zum Feuchthalten der Nasenschleimhaut.

Die typischen Erkältungssymptome entstehen durch Eingriffe

des Erregers in den Zellstoffwechsel sowie die daraus resultierende

körpereigene Immunreaktion.

zustande kommt, ein erwünschter Nebeneffekt. Da Antihistaminika

der zweiten Generation keine vergleichbare Wirkung

auf den Parasympathikus haben, kommen ausschließlich Antihistaminika

der ersten Generation wie Doxylamin zum Einsatz.

Ätherische Öle sowie Bestandteile ätherischer Öle: Eine Alternative

zur Behandlung einer verstopften Nase sind ätherische

Öle und daraus gewonnene Bestandteile. Sie wirken kühlend

und erfrischend auf die Nasenschleimhäute und vermitteln

das Gefühl erleichterter Nasenatmung. Geeignet sind unter

anderem Menthol, Campher oder Eukalyptusöl. Neben der

Anwendung als Dampfinhalation oder in Form von Nasentropfen

sind besonders bei kleinen Kindern Erkältungssalben

geeignet. Sie werden bei Kindern ab zwei Jahren auf Brust und

Rücken, bei Kindern ab sechs Jahren auch auf den Hals und

den Nacken aufgetragen. Jegliche Anwendung bei Säuglingen

und Kleinkindern unter zwei Jahren ist kontraindiziert,

da hier ein Risiko für Verkrampfungen des Kehlkopfs bis hin

zum Atemstillstand besteht.

Salzhaltige Nasentropfen: Eine weitere Therapieoption sind

Husten

Hier werden Antitussiva für den trockenen Reizhusten in der

ersten Erkältungsphase und Expektoranzien für den produktiven

Husten in der zweiten Erkältungsphase unterschieden.

Antitussiva: Häufig eingesetzte Arzneistoffe sind Dextromethorphan,

Pentoxyverin, Benproperin und Dropropizin.

Dextromethorphan wirkt zentral, indem es im Hustenzentrum

die Reizschwelle heraufsetzt. Dabei wird der Husten

nicht vollständig unterdrückt, sodass Schleim weiter abgehustet

werden kann. Pentoxyverin beeinflusst ebenfalls das

Hustenzentrum und hat zudem leicht bronchienerweiternde

Effekte. Benproperin greift periphere Nervenbahnen an, wodurch

die Atmung angeregt wird. Dropropizin ist ein peripher

wirkendes Antitussivum, welches wahrscheinlich über den

Nervus vagus den Hustenreflex unterbricht. 12 Anwendungsbeschränkungen

bei Risikogruppen sowie wirkstoffspezifische

Nebenwirkungen (etwa Sedierung, Erhöhung der Krampfneigung)

sollten bei Abgabe von Fertigarzneimitteln stets

kontrolliert werden.

Expektoranzien: Diese Wirkstoffe erleichtern das Abhusten

von Schleim. Je nach Wirkansatz werden Sekretolytika und

Mukolytika unterschieden.

Sekretolytika erleichtern das Abhusten, indem sie die Produktion

von dünnflüssigem Bronchialsekret über eine Stimulation

parasympathischer Nervenfasern erhöhen. Dazu zählen Salze

wie Ammoniumchlorid sowie Guaifenesin. Zu den Muko-

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lytika gehören die Wirkstoffe Ambroxol, Bromhexin und

N-Acetylcystein. Ambroxol wirkt über drei Mechanismen

schleimlösend: Der Arzneistoff erhöht die bronchiale Sekretion

von dünnflüssigem Schleim, fördert die Bewegung der

Flimmerhärchen auf der Atemwegsschleimhaut und führt

zu einer vermehrten Bildung von Surfactant in der Lunge.

Surfactant ist eine oberflächenaktive Substanz, die sich

zwischen der niedrigviskosen Solschicht und der klebrigen

Gelschicht befindet. Wird mehr Surfactant gebildet, gleitet

die Gelschicht besser auf der Solschicht. Dadurch wird die

mukoziliäre Clearance unterstützt. Bromhexin wirkt ähnlich

wie Ambroxol, hat aber keinen Einfluss auf die Bildung von

Surfactant. Acteylcystein löst Disulfidbrücken im Schleim,

wodurch die langen Molekülketten in kürzere Bruchstücke

zerfallen und die Zähigkeit des Schleims abnimmt.

Pflanzliche Alternativen: Aufgrund der enthaltenen

Schleimstoffe eignen sich auch Eibischwurzel oder Spitzwegerich

zur Behandlung des Reizhustens. Beim verschleimten

Husten kommen Thymiankraut, Efeublätter, Eukalyptus

(Cineol) sowie Myrtol zum Einsatz.

Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber

Hier können Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol

helfen. Acetylsalicylsäure und Ibuprofen wirken entzündungshemmend,

schmerzstillend und fiebersenkend. Ihr

Angriffspunkt ist das Enzym Cyclooxygenase, das für die

Synthese von Prostaglandinen benötigt wird. Prostaglandine

spielen eine entscheidende Rolle bei Entzündungsprozessen

und der lokalen Schmerzvermittlung. Zudem haben sie Einfluss

auf die Entstehung von Fieber. Acetylsalicylsäure darf

bei fieberhaften Erkrankungen (und viralen Infektionen) von

Kindern und Jugendlichen (bis 16 Jahre) allerdings wegen

der Gefahr des Reye-Syndroms nicht eingenommen werden.

Paracetamol hat fiebersenkende und schmerzstillende Effekte.

Die sehr gute antipyretische Wirkung wird auf einen

Eingriff ins körpereigene Temperaturregulationszentrum

des Gehirns zurückgeführt. Durch die Linderung von Fieber,

Kopf- und Gliederschmerzen kann das Krankheitsgefühl

während einer Erkältung stark reduziert werden. Betroffene

fühlen sich deutlich besser.

daher Zeit nehmen, das genaue Krankheitsbild zu erfragen.

Zudem muss geklärt werden, ob der Kunde einer Risikogruppe

(Grunderkrankungen, Schwangere, Kinder) angehört

und/oder möglicherweise regelmäßig andere Medikamente

einnimmt. Hier muss beachtet werden, dass Käufer

und Anwender nicht zwangsläufig die gleiche Person sein

müssen. Eigendiagnosen sowie Produktwünsche sind ggf. zu

hinterfragen. Viele Kunden wissen beispielsweise nicht, dass

Hustenlöser (Expektoranzien) bei Reizhusten wirkungslos

sind. Auch die Möglichkeit, mithilfe von Kombinationspräparaten

mehrere Erkältungssymptome zugleich zu lindern,

ist vielen Kunden nicht bekannt. Ein grippaler Infekt geht

in aller Regel mit verschiedenen Symptomen wie Husten,

Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ggf. Fieber

einher. So leiden 87 Prozent der Erkältungspatienten an

mindestens drei Erkältungssymptomen zugleich. 9,10

Kombinationspräparate gegen Erkältungen enthalten meist

Analgetika zusammen mit Wirkstoffen gegen andere Erkältungssymptome

(Reizhusten, verschleimter Husten,

Schnupfen). Abhängig davon, ob die Anwendung tagsüber

oder nachts erfolgen soll, kann die Zusammensetzung variieren.

Gemeinsamer Vorteil der Tag- wie Nacht-Varianten:

Mit nur einem Medikament werden gleichzeitig auftretende

Symptome, die jeweils am Tag bzw. in der Nacht am meisten

stören, gelindert. Damit ist diese Behandlungsoption empfehlenswert

für Menschen, die trotz Erkältung ihrem Alltag

weitgehend nachgehen wollen und erholsam schlafen möchten.

Die PTA sollte in diesem Zusammenhang betonen,

dass Kombinationspräparate im Vergleich zu vom Kunden

„selbst zusammengestellten“ Kombinationen aus mehreren

Monopräparaten bereits hinsichtlich möglicher Wechselwirkungen

überprüft sind. Durch die einfache Einnahme

können zudem Dosierfehler reduziert und die Compliance

(Therapietreue) erhöht werden. Ein WHO-Report (World

Health Organization) stellt fest, dass Kombinationspräparate

in der Behandlung hinsichtlich der Compliance, der anfallenden

Kosten und des Einnahmekomforts einer Therapie

mit mehreren Monopräparaten überlegen sein können. 13

Neben dem individuellen Beschwerdebild sollte bei der

Empfehlung einer geeigneten Medikation auch das Krank-

Antibiotika meist nicht hilfreich

Untersuchungen zeigen, dass viele Ärzte bei Atemwegserkrankungen

unnötig oft Antibiotika verschreiben.

Diese Wirkstoffe sind bei viral bedingten Infekten

wirkungslos und können zu unerwünschten

Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden

führen. Zudem begünstigt ein sorgloser Einsatz von

Antibiotika die Entstehung von Resistenzen. Indiziert

sind sie dann, wenn zu dem viralen ein bakterieller

Infekt hinzukommt (bakterielle Superinfektion).

Hinweise dafür sind ein eitriges, gelblich-grünliches

Sekret, Fieber, lokalisierte schmerzhafte Lymphknotenvergrößerungen

und Atemgeräusche beim Abhören

der Lunge im Zuge der ärztlichen Diagnose.

Beratung in der Apotheke

Die meisten Erkältungskunden sind dankbar für

eine ausführliche Beratung. Die PTA sollte sich

> DAS PTA MAGAZIN -- Sonderpublikation -- 10/2013 < 7


Rezeptfreie Arzneimittel gegen Erkältungen wirken symptomatisch. Frühzeitig eingenommen,

können sie den Leidensdruck während des Infekts deutlich senken.

heitsstadium berücksichtigt werden. So kann es sinnvoll sein,

bei anfänglichen Halsschmerzen zusätzlich ein Kombinationspräparat

für die Hausapotheke abzugeben, damit beim

Einsetzen von Husten und Schnupfen

ein frühzeitiger Behandlungsbeginn

möglich

Hausapotheke

ist.

Grenzen der Selbstmedikation

Bessern sich Erkältungsbeschwerden

trotz Behandlung nicht innerhalb

von drei oder höchstens fünf

Tagen, sollte ein Arzt um Rat gefragt

werde. Das ist auch der Fall,

wenn ein oder mehrere Symptome

länger als zehn Tage bestehen. Zudem

sollten Menschen mit Vorerkrankungen

oder Immunschwäche

vorsichtig sein. Komplikationen

sind unter anderem bei der koronaren

Herzkrankheit (Einengung

der Herzkranzgefäße), Atemwegserkrankungen (wie Asthma,

chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und Diabetes

mellitus möglich. Eine Immunschwäche kann neben

einem schlechten Allgemeinzustand oder chronischen Erkrankungen

auch durch verschiedene Medikamente wie

Glukokortikoide, Zytostatika oder Immunsuppressiva hervorgerufen

werden.

Sinusitis und Bronchitis: Leichtere Formen der Sinusitis

und Bronchitis sind klassische Fälle für die Selbstmedikation.

Bessert sich eine Nasennebenhöhlenentzündung aber

trotz Behandlung nicht innerhalb von drei Tagen deutlich,

sollte ein Arzt Komplikationen ausschließen. Bei einer Bronchitis

sind Atemnot, Husten von Blut und starker gelblicher

Auswurf Warnsymptome.

Mittelohrentzündung: Von dieser Komplikation sind besonders

häufig Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Denn

im Vergleich mit Erwachsenen ist bei diesen die Ohrtrompete

(Gang, der zur besseren Belüftung den Nasenrachen

mit dem Mittelohr verbindet) kürzer und weiter. Dadurch

wird das Aufsteigen von Viren (und Bakterien) ins Mittelohr

begünstigt. Als Folge entzündet sich die dortige Schleimhaut,

und es entsteht ein Sekretstau hinter dem Trommelfell.

Typische Symptome sind starke Ohrenschmerzen, Krankheitsgefühl

und häufig Fieber. Bei Säuglingen sollte bei einer

Erkältung immer auch an eine mögliche Mittelohrentzündung

gedacht werden. Hinweise können das Fassen an das

erkrankte Ohr, ein schlechter Allgemeinzustand und wenig

Appetit sein.

Influenza (Virusgrippe): Häufig werden Erkältungen mit

der Virusgrippe (Influenza) verwechselt. Influenzaviren führen

zu einem deutlich schwereren Krankheitsbild als Erkältungsviren.

Die Grippe beginnt fast plötzlich mit hohem

Fieber, Schüttelfrost und starken Kopf- und Gliederschmerzen.

Treten diese Symptome auf, sollte der Betroffene den

Arzt aufsuchen.

Erkältungspräparate gehören zum typischen Inventar einer Hausapotheke. Denn wenn sich

die ersten Symptome bemerkbar machen, sollten so schnell wie möglich Gegenmaßnahmen

ergriffen werden. So können Beschwerden vermieden werden. Nasentropfen und -sprays

sollten allerdings nicht innerhalb der Familie weitergereicht werden, damit Keime nicht verschleppt

werden.

Zudem müssen Hausapotheken regelmäßig überprüft werden. Dabei ist auf das rechtzeitige

Auffüllen verbrauchter Medikamente und auf das Verfalldatum der Vorräte zu achten. Kunden

sollten darauf hingewiesen werden, aussortierte Arzneimittel entweder in Zeitungspapier eingewickelt

im Hausmüll zu entsorgen, oder – sofern dieser Service besteht – in der Apotheke

abzugeben. Keinesfalls dürfen Tabletten, Säfte oder Kapseln mit dem Toilettenwasser hinunter

gespült werden.

Wichtig: Spritzen, Kanülen oder Quecksilber-Thermometer gehören keinesfalls in den Hausmüll.

Allergie: Kunden (gerade Kinder), die im Frühjahr über

wiederkehrende Erkältungen klagen, können auch unter

einer Allergie leiden. Typische Symptome sind Niesreiz,

Fließschnupfen und rote juckende Augen.

1

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8 > DAS PTA MAGAZIN -- Sonderpublikation -- 10/2013


Fragebogen

Bitte beachten Sie, dass die Reihenfolge der Fragen

und Antworten online abweichend sein kann.

Frage 1:

Frage 2:

Frage 3:

Frage 4:

Frage 5:

Frage 6:

Frage 7:

Frage 8:

Frage 9:

Wie viele verschiedene Virentypen können Erkältungen auslösen?

A) 50

B) 100

C) 200

Durch welchen Übertragungsweg erfolgen die meisten Ansteckungen mit Erkältungsviren?

A) Schmierinfektionen

B) Tröpfcheninfektionen

C) Austausch von Körperflüssigkeiten

Welche Aussage zur mukoziliären Clearance ist richtig?

A) Die mukoziliäre Clearance funktioniert im Herbst und Winter besonders gut.

B) Auf dem Mukus schwimmt die periziliäre Flüssigkeit.

C) Eine Flimmerzelle trägt bis zu 300 Flimmerhärchen.

Über welchen Nerv wird der Niesreiz ausgelöst?

A) Nervus vagus

B) Trigeminusnerv

C) Gesichtsnerv

Zu welcher Wirkstoffgruppe zählt Guaifenesin?

A) Sekretolytika

B) Antitussiva

C) Mukolytika

Dextromethorphan …

A) kann das nötige Abhusten von Schleim verhindern.

B) überzieht die Schleimhäute der Lunge mit einem schützenden Film.

C) setzt im Hustenzentrum die Reizschwelle herauf.

Wie lange darf Oxymetazolin maximal am Stück angewandt werden?

A) fünf Tage

B) sieben Tage

C) zwei Wochen

Über wie viele Mechanismen wirkt Ambroxol schleimlösend?

A) zwei

B) drei

C) vier

Wann ist der Einsatz von Kombinationspräparaten sinnvoll?

A) unmittelbar nach der Inkubation beim Auftreten des ersten Erkältungssymptoms

B) bei Erkältungen, die mit einer Vielzahl an Symptomen einhergehen

C) wenn ein Symptom besonders stark ausgeprägt ist

Frage 10: Woran lässt sich eine Grippe von einer Erkältung unterscheiden?

A) Es tritt kein Husten auf.

B) Es tritt kein Schnupfen auf.

C) Es stellt sich sehr schnell ein starkes Krankheitsgefühl ein.

> DAS PTA MAGAZIN -- Sonderpublikation -- 10/2013 < 9


Beantwortung des Fragebogens

Erkältung

Beantworten Sie unseren Fragebogen und

senden Sie ihn bis zum 30.11.2013 mit einem

adressierten und frankierten Rückumschlag

an die angegebene Adresse.

Adresse: Springer Gesundheits- und

Pharmazieverlag GmbH

DAS PTA MAGAZIN

Postfach 2131

63243 Neu-Isenburg

Oder nehmen Sie online teil unter www.daspta-magazin.de/fortbildung.

Bei erfolgreicher

Beantwortung der Fragen können Sie sich

Ihre Bescheinigung sofort ausdrucken oder

herunterladen.

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Beantwortung der Fragen:

Bei jeder Frage ist nur eine Antwort richtig.

Wenn 80 Prozent Ihrer Antworten korrekt sind,

erhalten Sie einen Fortbildungspunkt. Dieser wird

von der Bundesapothekerkammer (Kategorie 7

Bearbeitung von Lektionen mit Erfolgskontrolle)

für das nicht approbierte pharmazeutische

Personal anerkannt.

Die Fortbildung „Erkältung“ wurde am

23.08.2013 unter BAK 2013/304 akkreditiert. Die

Akkreditierung ist gültig bis 30.11.2013.

Die von den Teilnehmern erworbenen Punkte

verfallen nach Ablauf der Akkreditierung nicht.

A

B

C

Datum / Unterschrift

Ich versichere, alle Fragen selbstständig und ohne fremde Hilfe beantwortet zu haben.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Impressum

Sonderpublikation

Ausgabe 10/2013

Mit freundlicher Unterstützung

der WICK Pharma, Zweigniederlassung

der Procter &

Gamble GmbH

Redaktionelle Koordination:

Sabine Fankhänel

Autorin: Jana Marent

Bildnachweise: Titel, S.2, S.5, S.6, S.8, S.11 rechts:

©WICK Pharma; S.3: ©iStockphoto/Vasiliki Varvaki;

S.4: ©johann2000/fotolia.com; S.7: ©istockphoto/kupivoo;

S.11 links: ©shutterstock

Gestaltung: brand-value | Dittrich&Partner

Rechte: © Springer Gesundheits- und Pharmazieverlag

GmbH, 2013

Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen,

Warenbezeichnungen usw. in dieser Drucksache berechtigt

auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme,

dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und

Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären

und daher von jedermann benutzt werden dürfen. Für

Angaben über Dosierungsanweisungen und Applikationsformen

kann vom Verlag keine Gewähr übernommen

werden. Derartige Angaben müssen vom jeweiligen

Anwender im Einzelfall anhand anderer Literaturstellen auf

ihre Richtigkeit überprüft werden.

10 > DAS PTA MAGAZIN -- Sonderpublikation -- 10/2013


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[Produktwissen]

Mit vereinten

Kräften gegen

Erkältungen

Bei einer Erkältung kommt meist alles zusammen: Schnupfen, Husten, Hals-,

Kopf- und Gliederschmerzen. Kombinationspräparate sind gut geeignet, um

den gebündelt auftretenden Symptomen schnell und effektiv entgegenzuwirken.

Präparate wie WICK MediNait und WICK DayMed können die vielfältigen

Symptome eines grippalen Infekts wirksam lindern.

87 Prozent der Erkältungspatienten leiden an mindestens

drei Erkältungssymptomen zugleich, 32 bis 52 Prozent sogar

an vier. 1 Die meisten müssten daher drei oder vier verschiedene

Monopräparate einnehmen, um alle Symptome lindern

zu können. Das kommt jedoch der Compliance nicht entgegen,

wie Untersuchungen immer wieder zeigen. Außerdem

besteht die Gefahr, dass vom Kunden zu viele oder die

falschen Wirkstoffe miteinander kombiniert werden, deren

Nebenwirkungen sich durch die gemeinsame Einnahme

verstärken können. Dem kann durch die Beratung der PTA

und die Auswahl eines geeigneten Kombinationspräparates

begegnet werden.

Kombinationspräparate bei Erkältungen

Kombinationspräparate enthalten mehrere Wirkstoffe, die

sorgfältig aufeinander abgestimmt und effektiv dosiert sind.

WICK bietet verschiedene Präparate für die Anwendung

am Tag und in der Nacht an. Denn Erkältungssymptome

beeinträchtigen das Wohlbefinden in Abhängigkeit von der

Tageszeit unterschiedlich (siehe Kasten). Aufgrund der professionellen

Zusammenstellung sind Kombinationspräparate

sicherer in der Anwendung als ohne fachkundige Beratung

in der Apotheke vom Kunden „selbst zusammengestellte“

Alternativen. Zudem ist die Einnahme einfacher, Dosierfehler

treten seltener auf. Auch die Tatsache, dass nur ein

Beipackzettel gelesen werden muss, erhöht die Arzneimittelsicherheit.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Kombinationspräparate

gegen Erkältungsbeschwerden in der Praxis noch wenig

genutzt werden. 2 Fast die Hälfte der insgesamt etwa 1000

Befragten gab an, Medikamente einzunehmen, um am Tag fit

zu bleiben oder nachts gut zu schlafen. Aber nur 36 Prozent

setzten auf Kombinationspräparate wie WICK MediNait

oder WICK DayMed. Die PTA sollte daher verstärkt über

Vorteile von Kombinationspräparaten informieren.

Welche Beschwerden treten auf?

Laut der WICK-Erkältungsumfrage 2 werden 74 Prozent der erkälteten

Menschen durch Reizhusten vom Schlafen abgehalten,

während tagsüber nur 60 Prozent stark durch dieses Symptom

beeinträchtigt werden. Bei Kopf- und Gliederschmerzen ist das

Verhältnis umgekehrt (55 Prozent nachts, 76 Prozent tagsüber).

Die Beeinträchtigung durch Schnupfen ist in der Nacht und am

Tag vergleichbar.

> DAS PTA MAGAZIN -- Sonderpublikation -- 10/2013 < 11


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Der Klassiker zur Nacht

WICK MediNait ist in Deutschland seit Jahrzehnten der

meistverkaufte Erkältungssirup für die Nacht. Eine Dosierkappe

vor dem Schlafengehen hilft, die in der Nacht

störendsten Symptome wie etwa Hustenreiz und Schnupfensymptome

zu lindern. Somit können die Patienten den

ungestörten Schlaf zur Regeneration nutzen. 3 Das Kombinationspräparat

ist für Erwachsene und Jugendliche ab 16

Jahre zugelassen.

Der Erkältungssirup enthält die vier Wirkstoffe Paracetamol

(gegen Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen sowie

Fieber), Dextromethorphan (Antitussivum gegen Reizhusten),

Ephedrin (Sympathomimetikum gegen Schnupfen)

und Doxylamin (Antihistaminikum gegen Nasenlaufen mit

schlaffördernden Nebeneffekten). Eine placebokontrollierte

Studie mit insgesamt 432 Teilnehmern konnte eine

signifikante Linderung der vier Symptome verstopfte Nase,

Schnupfen, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen in der

Verumgruppe belegen. 3 Die Verträglichkeit des Erkältungssirups

war mit der des Placebos vergleichbar.

Neues Erkältungsgetränk für den Tag

Aktuell hat WICK seine Produktreihe von Kombinationspräparaten

um das WICK DayMed Kombi Erkältungsgetränk

erweitert. Damit steht erstmals in Deutschland ein

Medikament zur Verfügung, das neben Schnupfen, Fieber,

Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen auch produktiven Husten

lindert.

WICK DayMed Kombi Erkältungsgetränk enthält Paracetamol,

Phenylephrin (Sympathomimetikum gegen Schnupfen)

und Guaifenesin. Guaifenesin zählt zu den Expektoranzien

und wirkt bei produktivem Husten schleimlösend. Damit ist

es für Patienten indiziert, die tagsüber unter produktivem

Husten leiden. WICK DayMed Kombi Erkältungsgetränk

ist für Kinder ab zwölf Jahre geeignet. Pro Tag können bis

zu vier Dosen eingenommen werden.

Die Einnahme als Getränk (Pulver wahlweise in heißem

oder kaltem Wasser auflösen) kommt den Gewohnheiten

der Verbraucher in Deutschland entgegen. So gaben in einer

Umfrage 48 Prozent der deutschen Teilnehmer an, bei

einer Erkältung vermehrt Flüssigkeit aufzunehmen. Denn

Trinken befeuchtet die Schleimhäute und beruhigt den Hals.

Bei Heißgetränken kommt noch der angenehm wärmende

Effekt hinzu. 4

WICK MediNait Erkältungssirup für die Nacht und WICK

DayMed Kombi Erkältungsgetränk können miteinander

kombiniert werden. Auf diese Weise werden Erkältungsbeschwerden

effektiv gelindert. Denn bei grippalen Infekten

gilt: Es gibt kein Entkommen, aber wirksame Hilfe.

1

Wat D: Eur J Intern Med 2004; 15:79-88; 2 WICK Erkältungsumfrage 2012: Repräsentative

Online-Befragung bei der deutschen Bevölkerung ab 18 Jahren durch SKOPOS im Juli 2012;

3

Mizoguchi H et al: Int J Clin Pharmacol Ther 2007; 45:230-6; 4 Vicks Global Cough, Cold

and Flu Survey 2012 durchgeführt von IPSOS Insight im Zeitraum Juni bis Oktober 2012;

insgesamt wurden 3.000 Personen anhand eines Fragebogens befragt.

WICK MediNait Erkältungssirup für die Nacht. Zus.: Wirkstoffe in 100 ml: Doxylaminsuccinat 0,025 g, (-) – Ephedrinhemisulfat 0,0267 g, Dextromethorphanhydrobromid 0,05 g, Paracetamol 2,0 g.

Sonstige Bestandteile: Gereinigtes Wasser, Sucrose, Ethanol 96 %, Glycerol, Macrogol 6000, Natriumcitrat 2 H 2

O, Citronensäure-Monohydrat, Natriumbenzoat, Anethol, Chinolingelb (E 104), Brillantblau

FCF (E 133). Anw.: Zur symptomatischen Behandlung von gemeinsam auftretenden Beschwerden wie Kopf-, Glieder- oder Halsschmerzen, Fieber, Schnupfen und Reizhusten infolge einer

Erkältung oder einem Grippalen Infekt. Gegenanz.: Bekannte Überempfindlichk. gegen einen d. Inhaltsstoffe, hoher Blutdruck, Herz- u. Schilddrüsenerkrankungen, Asthma, chron. obstruktive Atemwegserkrankung,

Pneumonie, Atemdepression, Ateminsuffizienz, Engwinkelglaukom, schw. Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Phäochromozytom, Prostata-Hyperplasie mit Restharnbildung

und erheblicher Beeinträchtigung beim Wasserlassen, Epilepsie, Hirnschäden, Schwangerschaft u. Stillzeit, Jugendl. u. Kdr. unter 16 J.; falls nur eine oder zwei der folgenden drei erkältungsbedingten

Beschwerdearten vorliegt od. überwiegt: Beschwerden wie Kopf-, Glieder- od. Halsschmerzen od. Fieber, Schnupfen, Reizhusten. Nur nach Rücksprache mit d. Arzt bei Gilbert-Syndrom, gastroösophagealem

Reflux, Diabetes, vorgeschädigter Niere od. Leberfunktionsstörungen (z. B. durch chron. Alkoholmissbrauch, Leberentzündungen); Husten mit erhebl. Schleimbildung. Nebenw.: Sehr

selten od. überhaupt noch nicht gemeldet: Augen: Erhöhung des Augeninnendruckes; Nervensystem: Krampfanfälle; Herz/Kreislauf: Beschleunigung oder Unregelmäßigkeiten des Herzschlages, Abfall/

Anstieg d. Blutdruckes u. Zunahme einer bestehenden Herzleistungsschwäche; EKG-Veränderungen; Atemwege: Beeinträchtigung d. Atemfunktion durch Eindickung von Schleim mit Verschluss

od. Verengung in den Bronchien; Überempfindlichkeitsreaktionen: Störungen der Blutbildung (allergische Thrombozytopenie oder Leukopenie, Agranulozytose od. Panzytopenie); bei prädispon.

Personen kann ein Bronchospasmus ausgelöst werden; weitergehende Überempfindlichkeitsreaktionen: Schwellungen im Gesicht, Atemnot, Schweißausbruch, Übelkeit, Blutdruckabfall bis zum

Schock. Andere mögliche Nebenw.: Schwindelgefühl, verlängerte Reaktionszeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Depressionen, Begleitwirkungen am vegetativen Nervensystem wie

verschwommenes Sehen; bei Missbrauch Entwicklung einer Abhängigkeit. Außerdem Auftreten sog. „paradoxer“ Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Wahnvorstellungen,

Halluzinationen, Verwirrtheit, Zittern, Mundtrockenheit, Gefühl der verstopften Nase möglich; bei Lebererkrankungen: selten Transaminasenanstieg, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen,

Verstopfung, Appetitlosigkeit od. Appetitzunahme, Störungen beim Wasserlassen, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautrötungen, Hautausschläge (allergisches Exanthem), Lichtempfindlichkeit

d. Haut (direkte Sonneneinstrahlung meiden!), Muskelschwäche, Ohrensausen. Warnhinw.: Enthält 18 Vol.-% Alkohol, Sucrose (Zucker) und Natriumverbindungen. Packungsbeilage beachten. Stand:

02/2008. WICK Pharma, Zweigniederlassung der Procter & Gamble GmbH, D-65823 Schwalbach

WICK DayMed Kombi Erkältungsgetränk 500 mg/200 mg/10 mg. Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen. Zus.: 1 Beutel enth.: 500 mg Paracetamol, 200 mg Guaifenesin,10 mg

Phenylephrinhydrochlorid. Sonst. Bestandteile: Sucrose, Citronensäure, Weinsäure (Ph. Eur.), Natriumcyclamat, Natriumcitrat, Aspartam (E 951), Acesulfam-Kalium (E 950), Menthol-Aroma, Citronen-

Aroma, Citronensaft-Aroma, Chinolingelb (E 104). Anw.: Zur kurzzeitigen symptomatischen Linderung von leichten bis mäßigen Schmerzen, Fieber, verstopfter Nase und produktivem Husten infolge

von Erkältungen und Grippalen Infekten. Gegenanz.: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe od. einen der sonst. Bestandteile; Herzerkrank., Hypertonie, Leber- od. schwere Niereninsuffizienz,

Hyperthyreose, Diabetes, Engwinkelglaukom, Porphyrie, Anw. mit trizyklischen Antidepressiva; Einnahme v. Beta-Blockern, blutdrucksenk. AM oder AM gegen Angina pectoris; Einnahme v. MAO-

Hemmern (auch in den letzten 2 Wo.), Kdr. unter 12 J., nicht zusammen mit anderen Paracetamol-haltigen AM od. anderen AM gegen Grippe, Erkältung od. verstopfte Nase. Nebenwirk.: Gelegentlich:

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen durch Phenylephrin; Selten: Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall durch Guaifenesin. Herzrasen, Hypertonie mit

Kopfschmerzen, Schwindelgefühl u. Palpitationen, Schlaflosigkeit, Nervosität, Zittern, Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Verwirrtheit od. Angstgefühle durch Phenylephrin. Allerg. Reakt. (Hautausschlag,

Nesselsucht), schwerw. allerg. Reaktionen (Anaphylaxie) od. Bronchospasmus. Sehr selten: best. Störungen der Blutzellen (Thrombozytopenie, Agranulozytose, hämolytische Anämie, Neutropenie,

Leukopenie, Panzytopenie), Pankreatitis (Entzündug der Bauchspeicheldrüse) durch Paracetamol. Warnhinw.: Enthält Sucrose (Zucker), Natrium, Aspartam (E 951). Packungsbeilage beachten. Stand:

09/2010. WICK Pharma, Zweigniederlassung der Procter & Gamble GmbH, D-65823 Schwalbach

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