Best Ager: Fit ab 50 - Springer GuP

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Best Ager: Fit ab 50 - Springer GuP

Titel

Fit ab 50

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> DAS PTA MAGAZIN - - - Ausgabe 06-2013


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[ von Petra Schicketanz ]

So englisch er auch klingen mag,

der Begriff Best Ager ist wie das

Handy und andere Scheinanglizismen

(Oldtimer, Happy End)

nur in Deutschland bekannt. Während die Briten mit dem Ausdruck

„over 50s“ das Kind beim Namen nennen, legen deutsche

Marketingexperten für die umworbene Zielgruppe der

Generation 50plus bestimmte Kriterien fest. Nicht allein die

Alterszugehörigkeit zu den 50- bis 69-Jährigen zeichnet einen

Best Ager aus, sondern das Lebensgefühl, sich tatsächlich im

besten Alter zu befinden.

Zeit der Veränderungen

Früher galten die Ältesten der Belegschaft als Senioren (lat.:

senior = älter). Doch in den letzten Jahrzehnten ist die gefühlte

Alterszuordnung zu diesem Begriff immer weiter in Richtung

eines höheren Lebensalters verschoben worden, sodass

mit Senioren mittlerweile nicht mehr die Älteren, sondern die

Ältesten gemeint sind. Doch nicht nur begrifflich unterscheidet

sich der Best Ager von den Senioren beispielsweise der

1970er-Jahre. Seinerzeit stand mit einem gewissen Alter der

Ruhestand im Fokus, der große Urlaub nach dem Arbeitsleben,

in dem sich viele Menschen jedoch häufig ihrer sinngebenden

Lebensinhalte beraubt sahen.

Vieles hat sich seither geändert. Menschen jenseits der 50

stehen meist noch einige Jahre im Erwerbsleben und sind

vielseitig interessiert. Freizeitaktivitäten und das körperliche

Befinden haben einen hohen Stellenwert. Daher ist die Apotheke

für Menschen dieses Lebensabschnitts eine wichtige

Anlaufstelle. Im Beratungsgespräch haben PTA die Chance,

Best Ager zu einer altersgemäßen gesunden Lebensführung

zu motivieren und mit ausgewählten Produktempfehlungen

zu unterstützen.

haut

Mit den Jahren verändert sich die Struktur des Bindegewebes.

Falten sind die Folge. Begünstigt wird dies durch die abnehmende

Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu speichern. Die daraus

resultierende Trockenheit kann zu Schuppung, Juckreiz

und Brennen führen. Frauen sind oft stärker davon betroffen,

da ihre Haut im Vergleich zur Männerhaut weniger Talgdrüsen

aufweist und weniger Fett bildet. Zur Pflege von Altershaut,

aber auch gegen vorzeitige Faltenbildung, kommen die

unterschiedlichsten Substanzen zum Einsatz. Hier eine kleine

Auswahl.

urea-- Harnstoff erhöht in niedriger Konzentration die Hydratation

der Haut, während sehr hohe Konzentrationen keratolytisch

wirken. Gegen trockene, raue Haut hilft beispielsweise

die Serie Iso-Urea von La Roche-Posay oder Complete

Repair von Eucerin®.

Ceramide-- Dieser natürliche Bestandteil der Hautbarriere bildet

eine Doppellipidschicht aus. Ein Mangel führt zur Störung

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titel

Detail

Gelenkfreundlich:>Gelenke>sollten>prinzipiell>geschont>werden.>Doch>auch>ein>Bewegungsmangel>ist>schädlich,>denn>Knorpelgewebe,>

das>frei>von>Blutgefäßen>ist,>kann>nur>durch>Bewegung>ernährt>werden,>durch>die>Synovialflüssigkeit>

(Gelenkschmiere)>in>das>Gelenk>gepresst>wird.>Bei>Alltagsbewegungen>sollte>auf>einen>geraden>Rücken>geachtet>werden.>Zum>Heben>schwerer>Lasten>wird>empfohlen,>

in>die>Knie>zu>gehen,>anstatt>den>Rücken>zu>beugen.>Gelenkfreundliche>Sportarten>zeichnen>sich>dadurch>aus,>dass>

abrupte>Bewegungen>und>Stöße>vermieden>werden.>Ideal>

sind>Gymnastik,>Fahrradfahren,>Walken>und>Schwimmen.

der Barrierefunktion. In Folge trocknet

die Haut aus; auch dringen Schadstoffe

aus der Umwelt leichter ein und begünstigen

Irritationen. Eine Kombination mit

Ceramiden, Urea und verschiedenen Vitaminen

bietet zum Beispiel die Produktreihe

frei® Urea 2-in-1.

Aquaporine-- Die kanalbildenden Proteine

sitzen in wasserabweisenden Biomembranen

und ermöglichen den gezielten

Durchtritt von Wasser oder – im Falle

spezialisierter Aquaglyceroporine – auch

von kleinen organischen Substanzen wie

Glycerol und Urea. Dieses hauteigene

Feuchtigkeitsnetzwerk wird beispielsweise

durch eine naturidentische Gluco-

Glycerol-Formulierung aktiviert, die in

Eucerin® Aquaporin Active enthalten ist.

Hyaluronsäure-- Die langkettige Glukoseverbindung

ist ein natürlicher Bestandteil

von Haut, Knorpel und Gelenkflüssigkeit

sowie dem Glaskörper des Auges. Ihr

Wasserbindungsvermögen ist phänomenal: Sie kann bis zum

4000-Fachen ihrer eigenen Masse an Wasser aufnehmen und

selbst bei lokaler Anwendung das Zwischenzellgewebe aufpolstern,

sodass die Haut praller und glatter wirkt. Dermokosmetika

mit dem hautstraffenden „Faltenkiller“ müssen allerdings

täglich neu appliziert werden. Produktbeispiel: Oliven Augen

Contourgel von Medipharma Cosmetics, Eucerin® Volume-

Filler-Serie oder Avène Eluage.

gelenke

Damit die Knochen im Bereich der Gelenke nicht bei jeder

Bewegung der Wirkung von massiven Scherkräften und Stößen

ausgesetzt werden, sind sie von einer schützenden Knorpelschicht

überzogen. Knorpel ist ein bradytrophes Gewebe.

Das heißt, er besitzt aufgrund der fehlenden Durchblutung nur

eine geringe Stoffwechselaktivität und ist dementsprechend

nur in sehr geringem Maße regenerationsfähig.

Arthrose-- Ein jahrelanges Missverhältnis zwischen Belastung

und Belastbarkeit eines Gelenks führt zur Arthrose, im Volksmund

auch Gelenkverschleiß genannt. Betroffene empfinden

ihre Gelenke wie eingerostet: Ein leichter Schmerz beim Einsetzen

der Bewegungsphase (Anlaufschmerz) kann bei fortschreitender

Tätigkeit in einen Belastungsschmerz übergehen.

Hinzu kommen Steifigkeitsgefühle, Gelenkgeräusche und im

Krankheitsverlauf eine zunehmende Bewegungseinschränkung.

Nach dem Abrieb der Knorpelmasse werden die Knochen

selbst angegriffen. Entzündungen, starke Schmerzen und eine

Deformation des Gelenkes bis hin zur Bewegungsunfähigkeit

sind langfristig das Ergebnis.

Eine Gelenküberlastung ist häufig bedingt durch Sport,

Schwerarbeit und Übergewicht. Weitere Faktoren sind Körperfehlstellungen,

durch die Gelenke unphysiologisch belastet

werden, und Stoffwechselstörungen, die eine Mangelversorgung

zur Folge haben.

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Chondroitinsulfat-- Die unverzweigten Polysaccharide bilden den

Stoßpuffer im Knorpelgewebe. Aufgrund seiner knorpelprotektiven

Wirkung wird es prophylaktisch gegen Gelenkverschleiß

sowie therapeutisch bei degenerativen Gelenkerkrankungen

eingenommen. In-vitro konnte eine entzündungshemmende

Wirkung nachgewiesen werden. Zur bilanzierten Diät ist beispielsweise

das Nahrungsergänzungsmittel Kronosan® arthro

im Handel. Es sollte nicht zeitgleich mit die Blutgerinnung

beeinflussenden Mitteln eingenommen werden.

Glucosamin-- Der Aminozucker hat eine entzündungshemmende

Wirkung und ist ein körpereigener Bestandteil von Knorpel,

Gelenkflüssigkeit und Bindegewebe. Als Baustoff für Knorpel

und Gelenke ist er in verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln

enthalten sowie in Arzneimitteln zur Linderung der

Symptome bei leichter bis mittelschwerer Arthrose des Kniegelenks

(z. B. dona®).

knochen

Die höchste Knochenmasse haben Menschen im Alter von 25

bis 35 Jahren. Ab dem 50. Lebensjahr ist bereits ein Verlust

der Knochenfestigkeit feststellbar. Ein übermäßiger Abbau der

Knochensubstanz führt zur Osteoporose (Knochenschwund),

einer Erkrankung mit erhöhter Frakturneigung. Vor allem

Wirbelkörper, Oberschenkelhals, Speiche, Oberarmkopf und

Hüftgelenk sind vermehrt von Knochenbrüchen betroffen.

Begünstigende Faktoren sind ein Östrogenmangel nach den

Wechseljahren, Bewegungsmangel, eine Fehlernährung mit

unzureichender Versorgung mit Calcium und den Vitaminen

D und K, Untergewicht, starkes Rauchen (mehr als 20 Zigaretten

täglich) sowie eine Dauermedikation mit bestimmten

Medikamenten, wie zum Beispiel Glukokortikoiden.

Calcium-- Erwachsenen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für

Ernährung e. V. (DGE) eine tägliche Zufuhr von 1000 Mil-


Titel

ligramm Calcium. Das Knochenmineral

sollte am besten über Mineralwässer,

Milchprodukte und Gemüse (z. B. Brokkoli)

zugeführt werden. Obwohl Ballaststoffe

wie Lignine und Phytate aus Vollkornprodukten

die Calciumaufnahme

verringern, kann dieser Effekt bei den

üblichen Essgewohnheiten vernachlässigt

werden.

Vitamin D-- Als Regulator des Calcium- und

Phosphatstoffwechsels sorgt Vitamin D

für die Mineralisierung und Härtung des

Knochens. Nachweislich kann eine gute

Vitamin-D-Versorgung bei älteren Menschen

das Risiko für Stürze, Knochenbrüche,

Kraftverlust, Mobilitäts- und Gleichgewichtseinbußen sowie

frühzeitigen Tod senken. Damit der Körper den Bedarf in

Eigenproduktion decken kann, reicht es in Deutschland aus, in

den Monaten von März bis Oktober täglich für fünf bis 25 Minuten

mit unbedecktem Gesicht, Händen und Teilen von Armen

und Beinen in die Sonne zu gehen (s. a. Faktum).

Faktum

1. Schafft der Körper keine ausreichende

Vitamin-D-Synthese, müssen täglich 20 μg

zugeführt werden (Schätzung der DGE).

2. Nur 2 bis 4 μg Vitamin D werden täglich

durch die Nahrung aufgenommen, daher

kann die Sicherstellung des Bedarfs

durch geeignete Produkte sinnvoll sein.

3. Eine verbindliche Höchstmenge ist bislang

nicht festgelegt.

4. Eine dauerhafte Überdosierung von täglich

100 μg und mehr kann Nierensteine

oder eine Nierenverkalkung hervorrufen.

vorhanden, ebenso die Bereitschaft, etwas für ein gesundes

Herz-Kreislauf-System zu tun. Besonders Frauen und Menschen

mit höherer Schulbildung achten diesbezüglich auf ihre

Ernährung. Während Frauen eher ihr Gewicht im Blick haben,

sind Männer eher dazu bereit, zugunsten der Gesundheit Stress

zu vermeiden und mit dem Rauchen aufzuhören. Allerdings

ist die Bereitschaft, aus Gesundheitsgründen Sport zu treiben,

nur geringfügig höher, als die, nichts zu tun.

Vitamin K-- Wegen seiner Beteiligung an der Synthese knochenspezifischer

Proteine ist Vitamin K ebenfalls für die Knochendichte

verantwortlich. Ein Mangel senkt die Knochendichte

und erhöht die Frakturgefahr. Ab dem 52. Lebensjahr empfiehlt

die DGE Männern die tägliche Zufuhr von 80 Mikrogramm

pro Tag. Frauen sollten in diesem Alter 65 Mikrogramm täglich

zuführen.

Körperliches Wohlbefinden

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind in Deutschland

für jeden zweiten Todesfall verantwortlich. Rund ein Viertel

der Bevölkerung nimmt entsprechende Medikamente ein.

Das Bewusstsein in der Bevölkerung um die Problematik ist

Frauen und Männer, die gesetzlich versichert

sind, haben ab dem 35. Lebensjahr

alle zwei Jahre den Anspruch auf

eine Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung

von Krankheiten, besonders

Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-

Erkrankungen betreffend. Außerdem

gibt es Früherkennungsuntersuchungen

für Krebsarten wie Gebärmutterhals-,

Haut- und Darmkrebs.

Herz-Kreislauf

Mit zunehmendem Alter sinkt die Leistungsfähigkeit des

Herz-Kreislauf-Systems. Mit dem Schlagvolumen, das mit

jedem Herzschlag in die Arterien gepumpt wird, nimmt auch

das Herz-Minuten-Volumen

ab, das die pro Minute

ausgeworfene Blutmenge

erfasst. Grund

dafür ist ein vermehrter

Einbau von Bindegewebe

in den Herzmuskel.

Die Leistung des Erregungsleitungssystems

im

Herzen wird ebenfalls

schwächer. Fast die Hälfte

aller älteren Menschen

leidet an Herzrhythmusstörungen.

Chronische Herzinsuffizienz-- Die unzureichende Herzleistung versucht

der Körper durch verschiedene Prozesse auszugleichen, die

alle darauf abzielen, den Blutdruck auf dem gewünschten Niveau

zu halten. Das Herz schlägt schneller, die Blutgefäße stellen sich

enger, und das Blutvolumen nimmt zu, ebenso die Masse des

Herzmuskels. Lange Zeit zeigt sich dieser kompensierte Zustand

nur bei körperlicher Belastung. Nach dem Übergang in das dekompensierte

Stadium stellen sich Luftnot und Leistungsschwäche

letztendlich schon im Ruhezustand ein und sind von Knöchelödemen

und Wasseransammlungen in der Lunge begleitet.

Arteriosklerose und KHK-- Während eines langen Lebens leisten

die Arterien wahre Höchstarbeit. In jeder Sekunde unserer

Existenz sind sie dabei, Blutdruckschwankungen auszuglei-

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> DAS PTA MAGAZIN - - - Ausgabe 06-2013


tipp

> Falls es in Ihrer Gemeinde

einen Mehrgenerationenpark,

Vitaparcours oder Seniorenspielplatz

gibt,

sollten Sie Ihre Kunden

unbedingt zu dessen

Nutzung motivieren,

um Beweglichkeit,

Gleichgewichtssinn und

Kommunikation zu fördern.

chen. Diese entstehen durch

Lageänderung des Körpers,

körperliche Tätigkeit sowie

Faktoren, die Einfluss

auf die Herzarbeit oder den

Widerstand der Blutgefäße

nehmen. Ein Elastizitätsverlust

der Arterien führt

zur Arteriosklerose, einem

wichtigen Faktor für Bluthochdruck.

Eine Arteriosklerose der

Herzkranzgefäße führt

zur Mangelversorgung

des Herzmuskels mit Sauerstoff.

Als Leitsymptom tritt ein Gefühl der Enge in der Brust

auf, das als Angina pectoris bezeichnet wird. Die Folgen der

Koronaren Herzkrankheit (KHK) reichen von Herzrhythmusstörungen

und Herzinsuffizienz bis hin zum Herzinfarkt und

dem plötzlichen Herztod.

Bei einem Herzinfarkt gelangt ein Blutgerinnsel in die arteriosklerotisch

veränderten Herzkranzgefäße. Infolge dessen

kommt es zu einem irreversiblen, lebensbedrohlichen Untergang

von Herzmuskelgewebe. Dieser macht

sich durch einen heftigen Schmerz im Brustbereich

bemerkbar, der in Schultern und Arme

ausstrahlen kann, aber auch in den Kopf und den

Oberbauch. Etwa ein Viertel der Fälle verläuft

jedoch asymptomatisch.

pAVK-- Die periphere Arterielle Verschlusskrank-

heit (pAVK) ist eine Folgeerkrankung der Arteriosklerose,

die zu einer Durchblutungsstörung

der Körperperipherie führt. Auffällig sind blasse,

kalte Unterschenkel und ein Belastungsschmerz,

der beim Gehen immer wieder zum Stehenbleiben

veranlasst (Schaufensterkrankheit).

beratung

Bluthochdruck (RR systolisch > 140/diastolisch > 90) und Herzbeschwerden

sind ein Fall für den Arzt. Doch die Übergänge

vom ersten Nachlassen des Herz-Kreislauf-Systems bis zum

behandlungsbedürftigen Problem sind fließend. Eine gute

Gelegenheit, Kunden in dieser Richtung zu beraten, ist das

Blutdruckmessen in der Apotheke, das von vielen Menschen

auch unabhängig von Gesundheitstagen in Anspruch genommen

wird.

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musstörungen und Beklemmungsgefühl in der Herzgegend

(z. B. Evisco® Mistel Urtinktur).

Schlaf

Jeder Zweite der über 50-Jährigen klagt über schlechten Schlaf

– und das für mehr als einen Monat und in der Mehrzahl mindestens

dreimal die Woche. Probleme beim Ein- und Durchschlafen

sowie ein zu frühes Aufwachen sind die Quelle für

Beeinträchtigungen am Tage. Häufig werden Stress, Anspannung,

Ängste, Schmerzen, Albträume und Lärm als mögliche

Ursache genannt. Nur die Hälfte der Menschen mit Schlafstörungen

lässt sich ärztlich behandeln. Gründe dafür sind eine

Angst vor medikamentöser Abhängigkeit und dem fehlenden

Glauben, dass Medikamente helfen könnten.

Schlafhygiene-- Soweit möglich, sollten Probleme wie störende

Lärmquellen oder eine unbequeme Matratze ursächlich angegangen

werden. Eine übersichtliche, harmonische Gestaltung

des Schlafbereiches kann helfen, ebenso der Einsatz von Entspannungstechniken.

Nicht jeder ist für dieselben Störquellen

und Hilfsmaßnahmen empfänglich. Persönliche Schlafrituale

können dazu beitragen, den Organismus auf „Einschlafen“ zu

programmieren.

Pflanzliches-- Für die Behandlung von Unruhezuständen und

nervös bedingten Einschlafstörungen erfreuen sich Präparate

mit pflanzlichen Trockenextrakten großer Beliebtheit. Es

gibt sie als Monopräparate und in unterschiedlichsten Kombinationen.

Verwendet werden unter anderem Baldrianwurzel

(z. B. Euvegal® Balance 500), auch in Kombination mit Hop-

Zur Vorbeugung der vielfältigen Herz-Kreislauf-Probleme

steht die Lebensführung an erster Stelle: Mit einem vernünftigen

Bewegungskonzept, gesunder Ernährung, dem Vermeiden

von Übergewicht und dem Verzicht aufs Rauchen lässt sich viel

erreichen. Unterstützend können nach Bedarf verschiedene

Prophylaktika angeboten werden. Wichtig ist jedoch immer der

Hinweis, entsprechende Beschwerden dem Arzt vorzustellen.

Knoblauch-- Zur Vorbeugung von Arteriosklerose erfreuen sich

Knoblauchprodukte einer großen Beliebtheit. Sie wirken nicht

nur antiatherosklerotisch und lipidsenkend, sondern sie verbessern

auch die Fließeigenschaften des Blutes, indem sie die

Thrombozytenaggregation hemmen und die fibrinolytische Aktivität

steigern. Beide Eigenschaften verlängern die Blutungsund

Gerinnungszeit. Produkte wie zum Beispiel Kwai® N

sollten daher nicht bei Patienten mit einer vermehrten Blutungsneigung

oder während einer Antikoagulationstherapie

angewandt werden. Eine Dauertherapie mit gerinnungshemmenden

NSAR ist ebenfalls kontraindiziert.

weißdorn-- Extrakte aus Weißdornblättern mit Blüten (z. B.

Crataegutt®) sind eine Option bei nachlassender Herzleistung

(Stadium II nach NYHA-Klassifikation zur Einteilung

von Herzkrankheiten). Am Herzen steigern sie die Auswurfleistung

(positiv inotrop), beschleunigen die Erregungsleitung

(positiv dromotrop) bei gleichzeitiger Minderung der Erregbarkeit

(negativ bathmotrop). Sie verbessern die Durchblutung

des Herzmuskels und senken den peripheren Gefäßwiderstand.

Arzneimittel, die zur Therapie der Herzleistung Weißdorn

enthalten, sollten mindestens über sechs Wochen angewandt

werden. Ändert sich in diesem Zeitraum die Symptomatik

nicht oder treten zusätzlich Beschwerden wie Beinödeme auf,

so ist ein Arztbesuch zu empfehlen. Sofortiger Handlungsbedarf

besteht bei Warnsymptomen, die auf einen Herzinfarkt

verweisen, wie ausstrahlende Schmerzen in der Herzgegend

oder plötzliche Atemnot.

Mistel-- Auszüge und Tinkturen aus dem Kraut der Mistel (Herba

Visci albi) werden traditionell eingesetzt zur Unterstützung

der Kreislauffunktion. Homöopathisch wird es sowohl bei

niedrigem als auch begleitend bei zu hohem Blutdruck verabreicht,

bei Schwindelgefühl sowie als Adjuvans bei Herzrhythl.

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Sammeln Sie Fortbildungspunkte

fenzapfen (z. B. Allunapret®) oder Melissenblättern (z. B. SE

Baldrian/Melisse forte), Passionsblumenkraut (z. B. Passidon®

als Monopräparat oder als Kombination mit Baldrianwurzel/

Melissenblättern in z. B. Kytta® Sedativum, Valeriana Hevert®

Beruhigungsdragees).

Bei Einschlafstörungen durch vegetative Unruhe, Verspannung

und funktionelle Herz-Kreislauf-Störungen kann ätherisches

Lavendelöl in zehnprozentiger Verdünnung auf dem

Oberkörper eingerieben werden. Als Weichkapsel (z. B. Lasea®)

eingenommen, wirkt es Unruhe und ängstlicher Verstimmung

entgegen.

Homöopathisches-- In der Homöopathie stehen zur Beruhigung

verschiedene Kombinationen zur Verfügung mit unterschiedlichen

Schwerpunkten. Nervöse Störungen sind die Leitindikation

für dysto-loges® S, eine Kombination mit dem Wirkstoff

der Indischen Schlangenwurzel. Manuia® mit der Urtinktur

aus der Damiana-Pflanze wird eingesetzt, wenn es im Rahmen

nervöser Beschwerden zu Erschöpfungszuständen mit körperlicher

und geistiger Leistungsminderung kommt. Schlafstörungen

und nervöse Unruhezustände sind das Zielgebiet von

Neurexan®, das auch bei einer Einnahme am Tag nicht müde

macht. Treten bei diesen Beschwerden zusätzlich Stimmungsschwankungen

auf, kann Calmvalera Hevert® gegeben werden,

das auf neun natürlichen Wirkstoffen basiert.

Verdauung

Viele Prozesse des Körpers werden mit den Jahren langsamer.

Die Verdauung ist davon nicht ausgenommen, schließlich ist

auch der Darm mehr oder weniger ein Muskel, wenn auch

mit hoch komplexen Zusatzfunktionen. Hinzu kommen oft

die unerwünschten Nebenwirkungen

von Medikamenten, die eine Verstopfung

begünstigen. Auch Erkrankungen,

die auf den ersten Blick nichts mit der

Verdauung zu tun haben, wie zum Beispiel

Diabetes mellitus, hemmen die

Darmtätigkeit.

Hausmittel-- Bewegung, eine ballaststoffreiche

Ernährung und eine ausreichende

Flüssigkeitszufuhr sind Grundvoraussetzungen

für eine ausgewogene

Darmtätigkeit. Doch selbst Menschen

mit diesbezüglich idealen Bedingungen

können unter Verstopfung leiden. Gibt

sich der Darm lediglich träge, reichen

gemeinhin eingeweichtes Trockenobst,

Weizenkleie, Leinsamen und Gemüsesäfte,

um die Peristaltik anzukurbeln.

Konzentrat

Auf Seite 68 finden Sie 10 Fortbildungsfragen zu diesem Beitrag. Bei zu 80

Prozent richtiger Beantwortung können Sie einen von der Bundesapothekerkammer

anerkannten Fortbildungspunkt erhalten. Die richtigen Antworten

finden Sie ab dem 01.08.2013 unter www.das-pta-magazin.de/bestager

Abführmittel-- Bei einer altersbedingten chronischen Verstopfung

ist darauf zu achten, dass die Therapeutika schonend zum

Erfolg führen, ohne einen Elektrolytverlust oder Gewöhnungseffekt

nachsichzuziehen. Osmotisch wirksame Substanzen wie

Lactulose (z. B. Bifiteral®) und Macrogol (z. B. Lefax® Activolax)

sind schwer resorbierbar und fördern durch ihren Volumenanspruch

die Peristaltik. Diphenole wie Bisacodyl (z. B.

Dulcolax®, Pyrilax®) und Natriumpicosulfat (Agiolax® pico,

Laxoberal®) hemmen die Wasserresorption aus dem Darmlumen

(antiresorptiv) und begünstigen den Einstrom von Wasser

und Elektrolyten in den Darm, indem sie die Durchlässigkeit

der Kittleisten im Zellzwischenraum der Darmzellen erhöhen

(hydragoge Wirkung). Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr

und den bestimmungsgemäßen Gebrauch der Laxanzien

muss stets geachtet werden.

Fazit

Manche sehen in der Werbung für Best Ager nur einen neuen

Trend, der mehr auf ihr Portemonnaie abzielt als auf ihr

Wohlbefinden. Die Apotheke bietet ein gutes Forum, um einer

solchen Negativbewertung entgegenzusteuern. Durch

eine verständnisvolle, kompetente Beratung, die sich an den

tatsächlichen Bedürfnissen der umworbenen Zielgruppe orientiert,

lässt sich das Thema Best Ager positiv ausbauen mit

einem Gewinn, der für beide Seiten messbar ist.

> > Der Begriff Best Ager bezeichnet Menschen mit einem positiven Lebensgefühl in

einem Alter von 50 bis 69 Jahren.

> > Ein jahrelanges Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit eines Gelenks

führt zur Arthrose.

> > Eine Osteoporose wird durch Untergewicht, Rauchen, Östrogenmangel, Calcium-,

Vitamin-D- und -K-Defizite, verschiedene Medikamente und eine bewegungsarme

Lebensweise begünstigt.

> > Warnsignale für einen Herzinfarkt sind plötzliche Atemnot und heftige Schmerzen

im Brustbereich, die in Schulter, Arm, Bauch und Kopf ausstrahlen können.

> DAS PTA MAGAZIN - - - Ausgabe 06-2013 < 29

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