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Markt

Donnerwetter!

IMS-Daten-- Januar bis September 2013

Die Bilanz für den OTC-Markt fällt nach neun Monaten

des Jahres 2013 so gut aus wie seit langem nicht mehr. So

beträgt Ende September das Umsatzplus gegenüber dem

Vorjahr knapp acht Prozent. Die Vor-Ort-Apotheke konnte

mit plus acht Prozent ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr

etwas stärker ausweiten als der Versandhandel mit

einem Plus von gut sechs Prozent (Tab. 1).

In den Monaten Januar bis September 2013 entwickelte sich

der Bereich Selbstmedikation im OTC-Markt besser als der

Verordnungsmarkt: Dieser konnte zwar mit einem Plus von

sechs Prozent im Jahr 2013 und einem Plus von fünf Prozent

Offizin und Versandhandel bis September und im September 2013

Arznei- und Nichtarzneimittel

gesamt

Umsatz in

Mio. Euro

01.–09.2013

Veränd. in %

geg. Vorjahr

im dritten Quartal 2013 wieder zulegen; die Umsatzsteigerung

fiel aber nicht so groß aus wie der Zuwachs in der Selbstmedikation

(Tab. 2).

Umsatzhoch dank Wetterkapriolen

Rückblickend kennzeichnen das Jahr 2013 vor allem Wetterkapriolen:

Schnee, Kälte, Hochwasser und extreme Hitze. Davon

profitierte die Vor-Ort-Apotheke insgesamt stärker als

der Versandhandel. So brachte die witterungsbedingt hohe

Akutnachfrage im ersten und zweiten Quartal 2013 der Vor-

Ort-Apotheke ein klares Umsatzplus. Nur im dritten Quartal

steigerte der Versandhandel den Umsatz geringfügig stärker

als die Offizin. Im Detail war

Umsatz in

Mio. Euro

09.2013

Veränd. in %

geg. Vorjahr

5427,0 7,7 1697,5 5,2

Offi zin-Apotheke 4798,8 7,9 1490,4 5,1

Versandhandel 628,2 6,4 207,2 5,6

Tabelle 1

das erste Quartal durch die

außergewöhnlich starke und

langanhaltende Erkältungswelle

geprägt, davon profitierte

überdurchschnittlich

die Vor-Ort-Apotheke. Das

zweite Quartal wiederum

prägte ein erster kurzer Ve-

Tabelle 2

Selbstmedikation und Verordnungen bis September und im September 2013

Arznei- und Nichtarzneimittel

gesamt

Umsatz in

Mio. Euro

01.–09.2013

Veränd. in %

geg. Vorjahr

Umsatz in

Mio. Euro

09.2013

Veränd. in %

geg. Vorjahr

5427,0 7,7 1697,5 5,2

Selbstmedikation 4410,2 8,1 1384,1 5,3

Verordnungen 1016,8 6,0 313,5 4,8

* Datenquelle Text und Tabellen: IMS OTC®

Report / IMS® GesundheitsMittelStudie

(GMS) Apotheke

- IMS OTC® Report Apotheke / IMS

GesundheitsMittelStudie (GMS):

Abverkäufe von rezeptfreien Arzneimitteln

und Gesundheitsmitteln (Nichtarzneimittel/

diätetische Lebensmittel) in Apotheken.

- Preise sind tatsächlich erzielte

Apothekenverkaufspreise in Euro.

- Die Paneldaten von über 4000 Apotheken

werden durch eine gewichtete Hochrechnung

nach Apothekengrößenklassen und Gebieten

auf die Grundgesamtheit projiziert.

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apotheke + marketing --- 11-13


Tabelle 3

Arznei- und Nichtarzneimittel bis September und im September 2013

Umsatz in

Mio. Euro

01.–09.2013

Veränd. in %

geg. Vorjahr

Umsatz in

Mio. Euro

09.2013

Veränd. in %

geg. Vorjahr

Arznei- und Nichtarzneimittel gesamt 5427,0 7,7 1697,5 5,2

Husten- und Erkältungsmittel/Atemwege 1231,9 20,2 279,4 8,0

Schmerzmittel/Präparate Muskeln u. Gelenke 861,0 5,6 286,0 4,7

Präparate für den Verdauungstrakt 728,9 4,2 246,6 5,3

Vitamine/Mineralstoffe/Nahrungsergänzung 573,7 3,5 191,6 4,5

Hautmittel 541,4 4,7 201,3 6,0

Herz- und Kreislauf-Mittel 376,0 -1,3 130,2 -0,4

Augenpräparate 234,4 10,3 75,9 8,8

Mittel für Blase/Fortpfl anzungsorgane 200,8 7,3 69,0 7,1

Beruhigungs-/Schlafm./Stimmungsaufheller 162,9 7,4 53,3 8,3

Verschiedenes 161,2 2,4 50,4 0,0

Tonika/Geriatr./Melisse/Immunstimulanzien 129,5 9,2 38,3 1,6

Mund- und Zahnbehandlung 65,7 3,3 21,1 2,1

Mittel gegen Übelkeit 44,2 10,7 16,6 18,2

Produkte zur Gewichtsabnahme 36,2 -12,3 11,2 -14,3

Entwöhnungsmittel 32,0 15,3 11,1 19,2

alle anderen nicht klass. Präparate 27,0 4,1 9,2 4,8

Ohrenpräparate

20,0 3,9 6,1 2,8

getationsschub und in der Folge das verstärkte Auftreten von

Heuschnupfen-Symptomen, danach wurden durch Regen und

Hochwasser Insektenschutz und topische Steroide schwerpunktmäßig

in der Vor-Ort-Apotheke nachgefragt.

Der Renner: Insektenschutz

Ab Ende Juni und mit Beginn des dritten Quartals sorgte

hochsommerliches Wetter mit Sonne und Hitze für eine starke

Nachfrage nach Sonnen-, Haut- und Insektenschutz. So

stiegen die Umsätze für topische Steroide im Juli um knapp

50 Prozent, und die Umsätze für topische Antihistaminika

um mehr als 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die höchsten

Zuwachsraten aber erreichten Produkte zur Insektenabwehr

(diese Produkte werden im Körperpflegemarkt und nicht

im OTC-Markt erfasst). Sie steigerten ihren Umsatz im Juli

2013 um mehr als 200 Prozent gegenüber dem Juli des Vorjahres.

Im August lagen die Umsätze weiterhin deutlich über

dem Vorjahr, im September normalisierte sich die Nachfrage.

Klare Wachstumstreiber im laufenden Jahr 2013 sind zum einen

die Erkältungsprodukte inkl. der Heuschnupfenprodukte,

zum anderen die Augenpräparate – hier vor allem die künstlichen

Tränenmittel, aber auch die speziell bei Heuschnupfen

empfohlenen antiallergischen Augenpräparate sowie Mittel

gegen Übelkeit und Entwöhnungsmittel – hier speziell zur

Raucherentwöhnung. Die beiden letzten Warengruppen sind

im dritten Quartal mit einer Umsatzsteigerung von knapp

20 Prozent gegenüber dem Vorjahr außergewöhnlich stark

gewachsen (Tab. 3).

Ausblick: Trend zum Rauchstopp?

Das Wachstum im Bereich der Raucherentwöhnung im dritten

Quartal ist ungewöhnlich. Denn dieser Markt entwickelt sich

normalerweise eher zu Beginn eines Jahres positiv, wenn viele

Raucher beschließen, dem Glimmstängel adé zu sagen. Wachstum

zeigte sich über die Anbieter und die unterschiedlichen

Anwendungsformen hinweg: Weniger Inhaler oder Pflaster

waren dafür ursächlich, sondern in erster Linie Lutschpastillen.

Setzt sich diese Entwicklung in den nächsten Monaten fort,

sollte vor allem das erste Quartal 2014, gestützt von den guten

Vorsätzen zum Jahreswechsel, noch einmal einen deutlichen

Nachfrageschub für Raucherentwöhnungsprodukte bringen.

Deutlich wachsen konnten aufgrund der Hitze im Juli und

August auch die Mittel gegen Übelkeit und Produkte gegen

Durchfall. Zum Wachstum beigetragen haben dabei endverbraucherorientierte

Aktivitäten wie klassische Werbung und

PoS-Aktivitäten.

Insgesamt wird das Jahr 2013 mit einem klaren Plus für den

OTC-Markt in der Apotheke enden. Das vierte Quartal und

hier speziell der Dezember werden erfahrungsgemäß noch einmal

für gute Umsätze sorgen. Neben dem Erkältungssortiment

werden Produkte für Magen und Verdauung im Fokus stehen.

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