musicals – Das Musicalmagazin

musicals.magazin

Heft 166 (April / Mai 2014)

D: 6,50 E A: 7,50 E CH: 13,50 CHF B 2584 F

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musicals

DAS MUSICALMAGAZIN

April / Mai 2014 Heft 166

ARTUS EXCALIBUR St. Gallen

NEXT TO NORMAL Linz

JEKYLL & HYDE Kassel

DER BESUCH DER ALTEN DAME Wien

BEAUTIFUL New York

SUSAN RIGVAVA-DUMAS Interview


Artus

Excalibur

Mit Annemieke van Dam,

Sabrina Weckerlin,

Thomas Borchert, Mark Seibert

und Patrick Stanke

Musical von Frank Wildhorn

Ivan Menchell & Robin Lerner

in einer Inszenierung von

Francesca Zambello

Koen Schoots, Orchestration und Arrangements

Nina Schneider, deutsche Fassung

+41 71 242 2 06 06 | theatersg.ch

+41 900 0 101 1 102

CHF 1.19/M

Min. ab Festnetz


musicals

DAS MUSICALMAGAZIN

Balanstraße 19

D - 81669 München

Tel.: (+49-89) 448 98 95

Fax: (+49-89) 448 28 58

info@musicals-magazin.de

Inhalt

www.musicals-magazin.de

St. Gallen Artus Excalibur 4

Wien Der Besuch der alten Dame 10

Mamma Mia! 14

Berlin Gypsy im Red Rose 67

La Cage aux Folles 32

Düsseldorf 49½ Shades! 18

Hagen Jesus Christ Superstar 35

Hildesheim La Cage aux Folles 33

Kassel Jekyll & Hyde 20

Linz Next To Normal 16

Luzern Kiss Me, Kate 28

Passau Carousel 29

Schwerin Sonnenallee 30

Niederlande Putting It Together 102

Tick, Tick, Boom! 100

New York Beautiful 92

Rocky 98

The Bridges Of Madison County 94

Rundblick Der Mann von La Mancha Baden 36

Best Of Musical And Wine Bad Neuenahr 36

Der kleine Horrorladen Dresden 37

On The Town Gelsenkirchen 37

Die letzten 5 Jahre Hamburg 38

The Black Rider Krefeld 39

Annie Get Your Gun Radebeul 39

Musical-Soiree: Do I Hear A Waltz? Wien 40

Ausbildung Kifferwahn München 42

Schwestern im Geiste Berlin 48

The Drowsy Chaperone Wien 44

AbsolventInnenpräsentation 2014 Wien 45

Interview Josef Ernst Köpplinger 52

Susan Rigvava-Dumas 24

Deutsches Musicalarchiv Der Blaue Engel 50

Special Sommerfestspiele 2014 69

Eingespielt 82 Bücher 90 In Kürze 59 Spielpläne 58 Premieren 80 Impressum 91

Titelseite: Mark Seibert (Lancelot), Patrick Stanke (Artus) und Thomas Borchert (Merlin) in ‘Artus Excalibur’ am Theater St.Gallen (Foto: Theater St.Gallen / Andreas J. Etter)

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Artus - Excalibur Musik: Frank Wildhorn; Liedtexte: Robin Lerner; Buch: Ivan Menchell; Deutsche Fassung: Nina Schneider; Regie: Francesca Zambello; Choreografie:

Eric Sean Fogel; Kampfszenen: Rick Sordelet; Bühne: Peter J. Davison; Kostüme: Sue Willmington; Licht: Mark McCullough; Projektionen: S. Katy Tucker; Ton: Stephan

Linde / Christian Scholl; Orchestrierung / Arrangements / Musikalische Leitung: Koen Schoots. Darsteller: u.a. Patrick Stanke (Artus), Annemieke van Dam (Guinevere), Thomas

Borchert (Merlin), Sabrina Weckerlin (Morgana), Mark Seibert (Lancelot), Alexander Bellinkx (Ector), Robert Johansson (Loth von Orkney), Kevin Foster (Sir Gareth), Colleen

Besett (Oberin), Gero Wendorff (Lucan), Marc Lamberty (Priester), Jeannine Michèle Wacker (Igraine), Rupert Markthaler (Uther Pendragon). Uraufführung: 15.03.2014,

Theater St.Gallen. www.theatersg.ch

Artus Excalibur

Aufwendig produzierte und exzellent besetzte Uraufführung des neuen Frank-Wildhorn-Musicals

von Markus Zeller

Nach der Premiere stand sämtlichen Beteiligten

die große Freude förmlich ins Gesicht

geschrieben wieder einmal war es

dem Theater St.Gallen gelungen, mit einer

aufwendig produzierten Uraufführung sein

Publikum zu begeistern. Diesmal wieder

mit einem Werk von Frank Wildhorn mit

ihm arbeitete das Theater bereits zweimal

zusammen: 2005 anlässlich der Europa -

premiere von ‘Dracula’ und zuletzt 2009

für die Musicaladaption von ‘Der Graf von

Monte Christo’, ebenfalls eine Uraufführung.

In seinem neuesten Werk greift Wildhorn

die Sage von König Artus und seinem

legendären Schwert Excalibur auf für den

angelsächsischen Kulturraum in etwa von

gleicher Bedeutung wie die Nibelungensage

für den deutschsprachigen Raum.

ließ ihn von Ector aufziehen. Artus sträubt

sich zunächst gegen die ihm von Merlin zugedachte

Rolle des Königs, erst das Kennenlernen

von Guinevere, in die er sich verliebt,

führt dazu, dass er sich seiner Bestimmung

stellt. Mithilfe von Merlin richtet er

Die Geschichte ist in den Dark Ages angesiedelt

nach dem Abzug der römischen

Besatzungsmacht im 5./6. Jahrhundert befindet

sich Britannien im Chaos. Rivalisierende

Parteien tragen blutige Kriege aus,

auf den Schlachtfeldern stapeln sich die Leichen.

Merlin, ein Zauberer und “der Seher

der Könige”, bedauert das kriegerische Treiben

und will das Volk wieder in Frieden

vereinen. Unter der berühmten Maßgabe,

dass derjenige, der das Schwert aus dem

Stein zu ziehen vermag, der alleinige König

des Landes sein soll, stößt er Excalibur in

einen Fels. Es ist schließlich Artus, der Excalibur

mehr oder weniger beiläufig dem

Stein entreißt, als er seinem Freund Lancelot

zu Hilfe eilen will, der von Sir Gareth,

dem Sohn von König Loth, angegriffen

wird. Erst jetzt erfährt Artus, wer er wirklich

ist: Merlin klärt ihn darüber auf, dass

er einst König Uther Pendragon, der bereits

mit seiner eigenen Frau eine Tochter mit

Namen Morgana hatte, dazu verhalf, in die

Kemenate Igraines vorzudringen der Frau

eines anderen. Als Preis für diesen Zauber

verlangte Merlin das in jener Nacht gezeugte

Kind er nannte den Knaben Artus und

Thomas Borchert (Merlin) und Sabrina Weckerlin (Morgana)

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Camelot wieder auf und schart die treuesten

und besten Ritter um sich, um für

Frieden und Gerechtigkeit im Land einzutreten.

Doch König Loth will nicht freiwillig

seine Macht abtreten ihm zur Seite

gesellt sich Morgana, die Artus für ihr

qualvolles Leben verantwortlich macht. Sie

war als Kind die Leidtragende der Wut und

Verbitterung König Uthers, der darunter

litt, seinen Sohn an Merlin hergegeben zu

haben er misshandelte seine Tochter und

verbannte sie schließlich in ein Kloster.

Dort übte sie sich im Verborgenen in der

schwarzen Magie, wodurch sie sich schließlich

befreien konnte. Mithilfe von Loth,

der Uther wiederum im Kampf das Leben

nahm, will sie sich an Artus rächen, der für

sie nur das Ergebnis von schwarzer Magie

und Hurerei ist. Bei der Hochzeit von Artus

und Guinevere schlägt Loth schließlich

zu und überfällt die Festgesellschaft, wobei

Artus' Ziehvater Ector ums Leben kommt.

Artus ist außer sich vor Zorn und will Excalibur

als Werkzeug für einen Rachefeldzug

nutzen, obwohl das Schwert nur dem

Frieden dienen soll. Guinevere und sein

bester und ältester Freund Lancelot warnen

ihn eindringlich davor, doch Artus weist

die beiden schroff ab. Lancelot, schon länger

in Guinevere verliebt, offenbart ihr

schließlich seine Zuneigung, woraufhin die

beiden zueinander finden. Es ist Morgana,

die Artus mittels ihrer Zauberkräfte von

dem Betrug berichtet. Artus verstößt die

beiden Menschen, die ihm am nächsten

sind. Doch ihr Plan von der Entzweiung

Artus' von dessen engsten Vertrauten geht

nicht auf in der Schlacht gegen Loths

Heer, die Artus gewinnt und in der er Loth

tötet, eilt Lancelot Artus zu Hilfe und lässt

für ihn sein Leben. Auch Guinevere kehrt

zu Artus zurück und rettet ihn vor Morgana,

die ihn mit Hilfe von Excalibur ermorden

will. Morgana stirbt schließlich durch

einen Pfeil Guineveres. Das Böse ist besiegt

und die Grundlage gelegt für ein friedvolles

Miteinander in Britannien Artus und

sein Schwert Excalibur sind ihrer Bestimmung

gerecht geworden …

Autor Ivan Menchell und Liedtexterin Robin

Lerner (deutsche Fassung: Nina Schneider)

beschränken sich in ihrem Werk über die

britische nationale Heldengestalt nicht auf

eine bloße Nacherzählung der Legende,

sondern entwerfen eine eigene Dichtung

über die Sagenfigur, über deren wahren historischen

Kern man vortrefflich streiten

kann. Vor dem Hintergrund, dass der Stoff

bereits in allen nur erdenklichen Varianten

und Kunstformen erzählt und ausgedeutet

worden ist, eine nachvollziehbare und kluge

Entscheidung. Menchell und Lerner reduzieren

sich dabei im Wesentlichen auf

nur einige wenige Handlungsstränge wie

etwa das Dreiecksverhältnis von Artus,

Guinevere und Lancelot. Mordred und die

Hüterin des Sees (Lady of the Lake) fehlen,

originäre Motive und Themen der Legende,

Fotos: Theater St.Gallen / Andreas J. Etter

Foto oben: u.a. Annemieke van Dam (Guinevere), Patrick Stanke (Artus) und Mark Seibert (Lancelot)

Foto unten: Patrick Stanke (Artus; Mitte)

Robert Johansson (Loth) und Sabrina Weckerlin (Morgana)

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wie etwa die geheimnisvolle Insel Avalon

oder die Gralssuche, bleiben ebenfalls außen

vor. Hinsichtlich der Frage, unter welchem

Leitgedanken die Geschichte erzählt werden

soll, haben sie sich für eine sehr brave Variante

entschieden. Aus nicht nachvollziehbaren

Gründen lässt Wildhorn trotz des Erfolges

seines ganz und gar dramatisch endenden

Erstlings ‘Jekyll & Hyde’ viele seiner

Werke auf Happy End bürsten. Diese Artus-Version

ist weit entfernt von einem tiefschürfenden

und psychologisierenden mythischen

Drama, wie es etwa John Boormans

filmisches Meisterwerk ‘Excalibur’ darstellt.

Außer, dass es eben die bösen Kräfte zu besiegen

gilt, ist in dieser Artus-Welt vieles in

Ordnung. In etlichen Varianten des Stoffes

ist es etwa so, dass Guinevere Lancelot tatsächlich

liebt, während sie an Artus nur dessen

Herrschaftsideal von edler Gesinnung

und Ritterlichkeit schätzt. Da Lancelot in

dieser Fassung kein Ritter aus Frankreich,

sondern ein Jugendfreund Artus' ist, wäre

dieser Umstand sogar ungleich tragischer

für den Titelhelden. Hier wird das Liebesverhältnis

von Guinevere und Lancelot jedoch

als eine Art “Liebesunfall” geschildert,

der im Nachhinein Reue der beiden Beteiligten

vorausgesetzt auch wieder korrigiert

werden kann. Von Endzeitstimmung,

die der Stoff auch in sich trägt, also keine

Spur dementsprechend thematisiert diese

Adaption auch nicht das Aufeinanderprallen

von heidnischer und christlicher Kultur. Für

diesen Konflikt steht eigentlich Merlin,

Grenzgänger zwischen dies- und jenseitiger

Welt. Hier muss er sich jedoch mit den irdischen

Verführungskünsten Morganas auseinandersetzen,

denen er nach anfänglicher

Standhaftigkeit schließlich doch noch nachgibt

und daraufhin seine Gabe des zweiten

Gesichts verliert, wodurch er entkräftet dieser

Welt entfliehen muss. Keine schlechte

Idee eigentlich, doch steht sie dem Merlin

dieser Fassung, der um die menschlichen

Schwächen nur allzu gut weiß und zuvor

keinerlei menschgeartete Regung an den

Tag legt, ein wenig schlecht zu Gesicht

diese Wendung hätte man besser vorbereiten

müssen, um sie nachvollziehbar und

glaubhaft zu gestalten.

Fotos Mitte: v.l.n.r. Annemieke van Dam (Guinevere), Thomas Borchert (Merlin) und Sabrina Weckerlin

(Morgana); Foto unten: Patrick Stanke (Artus; vorne) und Sabrina Weckerlin (Morgana; rechts außen)

Versucht man, das musikalische Werk von

Frank Wildhorn in unterschiedliche Schaffensphasen

einzuteilen, kristallisieren sich

drei wesentliche Abschnitte heraus. In der

ersten Phase hörte sich Wildhorn immer

nach Wildhorn an, später fand er Gefallen

daran, sich spielerisch anderen Musikstilen

oder Komponisten zu nähern ‘Wonderland’

ist ein Musterbeispiel hierfür. Aktuell

versucht er tatsächlich, für jedes Werk eine

unverwechselbare musikalische Ausdrucksform

zu finden ‘Tears Of Heaven’ etwa ist

solch ein Werk und auch ‘Artus Excalibur’

überzeugt durch Eigenständigkeit. Damit

ist noch nicht einmal das ornamentale Beiwerk

der Instrumentierung gemeint, mit

der seine Kompositionen je nach Handlungsort

mit ostasiatischen oder nun in diesem

Fall mit keltischen Klängen ausgeschmückt

werden. Vielmehr ist es so, dass

sich seine Songs nun in einem weitaus

größeren Maße auf die dramaturgische Situation

einlassen und Wildhorn inzwischen

auch einen bedachteren Umgang mit seinen

Notenfolgen pflegt Doppelungen, wie sie

früher immer wieder stückübergreifend zu

beobachten waren, gibt es in dieser Form

nicht mehr.

Schon der Beginn dieses Werkes ist einnehmend

der leitmotivische Song “Das Feld

der Ehre” führt stimmungsvoll in die Geschichte

ein, wobei der Begriff “Ehre” in

Verbindung mit einem Schlachtfeld wohl

einer typisch amerikanischen Sicht dieser

Welt geschuldet sein dürfte. Gemäß dem

dem Stück vorangestellten Motto “Enjoy

the legend” liefern rockige Up-Tempo-

Songs wie etwa “Schwert und Stein” den

perfekten Soundtrack für eine klassische

Abenteuer- und Heldengeschichte. Immer,

wenn Merlin ins Spiel kommt, verfügt die

Musik hingegen über dramatische Bedeu-

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st.gallen

Foto Mitte links: Mark Seibert (Lancelot) und Annemieke van Dam (Guinevere); Foto unten links: Sabrina Weckerlin (Morgana) und Patrick Stanke (Artus)

Foto unten rechts: vorne Annemieke van Dam (Guinevere), Mark Seibert (Lancelot), Alexander Bellinkx (Ector) und Patrick Stanke (Artus)

Fotos: Theater St.Gallen / Andreas J. Etter

tung und gälischen Anstrich im Stil von

Loreena McKennitt. Die spannendsten

Songs hat Wildhorn jedoch für die Rolle

der Morgana geschrieben einnehmend in

ihrem Rhythmus, fordernd und wütend.

Natürlich verzichtet er auch in diesem

Werk nicht auf seine geliebten Pop-Balladen,

deren musikalische Kraft sich diesmal

jedoch in Grenzen hält.

Regisseurin Francesca Zambello hat Musik,

szenische Handlung und Dramaturgie zu einem

harmonischen Ganzen zusammengefügt,

die Übergänge sind fließend, der Ablauf

ist rund. Manchmal jedoch ein bisschen

zu harmonisch vor allem der erste Akt leidet

an chronischer Unaufgeregtheit in

Anbetracht der dort erzählten schicksalsschweren

Ereignisse hätte der ein oder anderen

Stelle ein wenig mehr szenischer Pep

sehr gutgetan. Angesichts der vielen Übertragungsmöglichkeiten,

die dieser Stoff bietet,

wäre man zudem für die ein oder andere

behutsam eingestreute Regieidee dankbar.

Man denke nur an das beschriebene Machtvakuum,

das in ehemals besetzten Gebieten

nach dem Abzug der Besatzungsmacht entsteht,

oder etwa an das Schwert Excalibur

als Instrument der Macht, das im Sinne seiner

Bestimmung oder eben auch missbräuchlich

eingesetzt werden kann. Erst im

zweiten Akt nimmt die Inszenierung Fahrt

auf und erreicht bei “Alles ist vorbei”

dem Song zum aufgedeckten Ehebruch

das höchste Maß ihrer Verdichtung. In diesem

Moment hält ein wenig Götterdäm -

merung Einzug auf Camelot auf diesem

Niveau hätte man sich die ganze Show gewünscht.

So aber vermisst man eine individuelle

Handschrift der Regie oder eine mitreißende

Idee eine spezielle Leidenschaft

für den Stoff ist leider nicht erkennbar.

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st.gallen

Fotos: Theater St.Gallen / Andreas J. Etter

Diese scheint Koen Schoots ohnehin immer

mitzubringen, wenn es darum geht, ein

Wildhorn-Stück aus der Taufe zu heben.

Auch diesmal sind seine Arrangements sehr

schön gearbeitet und von großer Wirkung.

Für dieses Stück geht er an einigen Stellen

sogar sehr reduziert zu Werke, was für intensive

und bewegende Momente sorgt.

Seine Zusammenarbeit mit dem Sinfonieorchester

St.Gallen funktioniert auch diesmal

wieder prächtig und der Chor singt tadellos

in musikalischer Hinsicht also eine Produktion

von hervorstechender Qualität.

Dies gilt auch für das Tondesign von Stephan

Linde und Christian Scholl, die am

Theater St.Gallen immer wieder beeindruckend

zur Schau stellen, was an einer

Repertoirebühne möglich ist und woran

leider immer noch die allermeisten Repertoirebühnen

in ärgerlicher Regelmäßigkeit

scheitern.

‘Artus Excalibur’

Ein Ausstattungsstück ist diese Artus-Produktion

gewiss nicht, und doch gefällt Peter

J. Davisons Bühne mit ihrer stückadäquaten

Holz-Optik, die sich auf einige wenige

Einheitsbilder beschränkt, die durch

Requisiten jeweils ergänzt werden. Hierzu

gehört auch der berühmte “Round Table”,

der mittels Hydraulik im Bühnenboden

versenkbar ist. Ein wenig enttäuschend

hingegen mutet die Wald-Szenerie an, die

auch durch die ergänzenden Projektionen

von S. Katy Tucker nicht besser wird. Überhaupt

hat man voriges Jahr bei ‘Moses

Die 10 Gebote’ weitaus eindrucksvollere

Projektionslandschaften gesehen. Rick Sordelet,

der für die Fechtszenen verantwortlich

zeichnet, hat diese mit großem Erfolg mit

den Darstellern einstudiert, denn Schwerterkampf

und Schlachtgetümmel sind furios

und verfügen über große Verve.

Die Besetzung ist durchweg vorzüglich. In

der Titelrolle präsentiert sich Patrick Stanke

idealbesetzt mit schöner und kräftiger

Stimme ist er Sympathieträger und positive

Identifikationsfigur des Stückes. Seine Rolle

muss den Abend tragen und die Geschichte

zusammenhalten dies gelingt

ihm außerordentlich gut, vor allem was den

darstellerischen Bogen anbelangt: Egal ob

aufrechter Bauernbursche, Hoffnungsträger

wider Willen, menschlich zutiefst verletzt

oder zu königlicher Größe herangereift

Stanke vermittelt sämtliche Facetten glaubhaft

und überzeugend. Die daneben komplexeste

Rolle des Stückes ist die der Morgana,

die bei Sabrina Weckerlin und ihrem

fulminant großen Stimmvermögen bestens

aufgehoben ist. Songs wie “Sünden der Väter”

oder “Morgen triffst Du den Tod” gehören

zu den gesanglichen Höhepunkten

dieser Aufführung. Leider erhält ihre dem

Grunde nach tragisch angelegte Rolle keine

dramaturgische Auflösung: Im Verlauf des

Stückes erfährt man viel über Morganas

leid- und schmerzvolle Kindheit, über ihren

Wissensdurst nach schwarzer Magie, die ihr

schließlich zur Emanzipation verhilft, sowie

über ihren ungestillten Rachedurst. Ihr Tod

hingegen gerät überraschend unspektakulär

und fast beiläufig. Es ist immer ein Problem,

wenn dem Bösewicht des Stückes

zwar ein großes Solo nach dem anderen eingeräumt

wird, sein Ende jedoch nahezu unvermittelt

eintritt leider vergönnt nicht

jedes Buch seinem Antagonisten einen

Bühnentod, wie ihn etwa Javert hat. Auch

die Figur des Merlin hinterlässt einen noch

unausgereiften Eindruck, wenngleich Thomas

Borchert aufgrund der Strahlkraft seiner

Stimme große Auftritte hat wie etwa bei

dem Song “Der Kreis der Menschheit”. In

ihrer jetzigen Form ist die Rolle zu statisch

angelegt, zu wenig definiert, was Merlins

Persönlichkeit betrifft. Obwohl er massiv in

das Schicksal der Menschen eingreift, hadert

er nie, er hat keinerlei Zweifel an der

Richtigkeit seines Tuns wer so gefestigt

ist, müsste Morgana eigentlich gewachsen

sein. In vielen Adaptionen des Artus-Stoffes

wird Guinevere nur die Rolle der zwischen

zwei Männern hin- und hergerissenen Frau

zugestanden im Großen und Ganzen gilt

dies auch hier. Annemieke van Dam gelingt

es jedoch, ihren Part mit großer Präsenz

auszufüllen, und sie überzeugt mit einer

einfühlsamen Interpretation der Ballade

“Ein neuer Tag”. Mark Seibert ist nicht nur

optisch ein prächtiger Lancelot, auch gesanglich

vermag er, Akzente zu setzen: Mit

dem Song “Sogar der Regen schweigt still”,

der unmittelbar nach der Hochzeit von Artus

und Guinevere angesiedelt ist, schafft er

mit einer überaus gefühlvollen Intonation

einen bewegenden und packenden Moment,

der das Publikum begeistert.

Es war vor allem Theaterdirektor Werner

Signer, der sich nach der Show über die positive

Zuschauerresonanz hocherfreut zeigte.

In der Schweiz ohnehin schon in Sachen

Musicals führend, wird sein Haus inzwischen

auch international sehr wohl wahrgenommen,

was wiederum weitere Möglichkeiten

für die Zukunft eröffnet man darf

gespannt sein.

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TARS

shine brighter at sea.

AUDITION

IN VIENNA & HAMBURG

For cast changes in 2014 we are seeking:

Lead Soloists (male/female)

We are looking for highly skilled and versatile singers (musical,

pop, rock, contemporary) with strong acting abilities and

personalities. Candidates must have movement ability for set

choreography. An individually arranged solo program is also

part of the show concept.

Singer / Dancers (male/female)

We are looking for highly skilled and versatile singers (musical,

pop, rock, contemporary) with strong acting abilities and personalities

and excellent dancing skills.

Singers (male/female)

We are looking for highly skilled and versatile singers (pop,

rock, contemporary) with strong personalities. Candidates

must have the ability for set staging and to entertain our

guests in a club atmosphere with live music. Experience as a

band singer can be advantageous.

DATES

Vienna Open Call: Monday, APR 7 th , 2014

10:00 am (Sign-in 9:30 am)

Callback: Tuesday, APR 8 th , 2014

Raimund Theater

Wallgasse 1820, 1060 Wien www.vbw.at

Open Call! Please bring your current C.V. NO applications accepted.

Hamburg Closed Call: Monday, APR 14 th , 2014

Callback: Tuesday, APR 15 th , 2014

AIDA Cruises

Seilerstraße 4143, 20359 Hamburg www.aida-entertainment.de

Closed Call! Please send your current C.V. to casting@aida.de

invitations only.

REQUIREMENTS

Please provide a current C.V. and headshot.

Please prepare one ballad and one up-tempo of your own

choice (3264 bars/rock, pop, musical).

Please bring proper sheet music and dance clothes.

www.aida-entertainment.de


wien

Der Besuch der alten Dame Musik: Moritz Schneider / Michael Reed; Liedtexte: Wolfgang Hofer; Buch: Christian Struppeck, nach dem gleichnamigen Schauspiel von

Friedrich Dürrenmatt; Musical Supervision / Arrangements: Michael Reed; Orchestrierung: Michael Reed / Roy Moore / Martin Gellner; Regie: Andreas Gergen; Choreografie:

Simon Eichenberger; Bühne: Peter J. Davison; Kostüme: Uta Loher / Conny Lüders; Licht: Mark McCullough; Ton: Thomas Strebel; Musikalische Leitung: Koen Schoots.

Darsteller: u.a. Pia Douwes (Claire Zachanassian), Uwe Kröger / Ethan Freeman (Alfred Ill), Ethan Freeman (Klaus Brandstetter), Masha Karell (Mathilde Ill), Hans Neblung

(Matthias Richter), Norbert Lamla (Gerhard Lang), Gunter Sonneson (Johannes Reitenberg), Peter Kratochvil (Toby), Jeroen Phaff (Roby), Dean Welterlen (Loby), Marianne

Curn (Julia Ill), Niklas Abel (Tobias Ill), Lisa Habermann (Die junge Claire), Riccardo Greco (Der junge Alfred). Uraufführung: 16.07.2013, Thuner Seespiele. Österreichische

Erstaufführung: 19.02.2014, Ronacher, Wien. www.vbw.at

Der Besuch der alten Dame

Pia Douwes brilliert als gar nicht so alte Dame

von Gerhard Knopf

Ein Stoff, der die Macht des Geldes, die

Verführbarkeit des Menschen und Rache

thematisiert, obendrein als Weltliteratur

gilt daraus lässt sich etwas machen. Auch

ein Musical.

‘Der Besuch der alten Dame’ begründete

seinerzeit den Weltruhm von Friedrich

Dürrenmatt (19211990). Die Uraufführung

fand 1956 mit Therese Giehse in

Zürich statt. Drei Jahre später begeisterte

Elisabeth Flickenschild als “alte Dame” in

einer ersten deutschsprachigen Verfilmung,

für die der Schweizer Autor selbst das

Drehbuch verfasste. Es folgten weitere Adaptionen

und 1971 fand die Geschichte, er-

Pia Douwes (Claire Zachanassian)

Foto oben: vorne v.l.n.r. Norbert Lamla (Gerhard Lang), Uwe Kröger (Alfred Ill),

Ethan Freeman (Klaus Brandstetter), Gunter Sonneson (Johannes Reitenberg)

und Hans Neblung (Matthias Richter)

Foto unten: Masha Karell (Mathilde Ill) und Uwe Kröger (Alfred Ill)

10 www.musicals-magazin.de

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wien

neut von Dürrenmatt selbst bearbeitet und

vertont von Gottfried von Einem, den Weg

auf die Opernbühne in Wien. Die Titelrolle

interpretierte Opernstar Christa Ludwig.

Zwischen der Uraufführung und 1989,

also in 18 Jahren, verzeichnet das Archiv

der Wiener Staatsoper übrigens 39 Vorstellungen

dieser “zeitgenössischen” Oper. Wie

hoch die Auslastung war, ist nicht zu entnehmen.

Für ein Musical wäre es jedenfalls

keine respektable Aufführungszahl, selbst

bei einer hundertprozentigen Auslastung

nicht. Aber bei den beiden Genres werden

bekanntlich unterschiedliche Maßstäbe angelegt

und in Wien erst recht.

Ob als Schauspiel, Oper oder Film ‘Der

Besuch der alten Dame’ eignet sich nicht

nur hervorragend für eine Starbesetzung,

das Stück verlangt geradezu danach. Auch

in der Musicalversion. Die hätte man nicht

prominenter besetzen können als mit Pia

Douwes und Uwe Kröger. ‘Elisabeth’ katapultierte

die beiden ganz nach oben. Das ist

über 20 Jahre her. Seit damals halten sie

sich im deutschsprachigen Musicalbusiness

an der Spitze, und nun stehen die beiden

erstmals wieder gemeinsam in einem Musical

auf einer Wiener Bühne durchaus ein

Besetzungscoup.

Die Thuner Seespiele, bei denen das Musical

im vergangenen Sommer open air mit

identischer Besetzung der Hauptrollen uraufgeführt

wurde (siehe »musicals« Heft

163, Seite 12), konnten übrigens wirtschaftlich

vom Staraufgebot nicht profitieren.

Das dürfte in Wien aber anders sein,

wo die österreichische Erstaufführung seit

19. Februar 2014 im Ronacher zu sehen ist.

Erzählt wird die Geschichte von Claire Zachanassian.

Ehemals als von ihrer Jugendliebe

Alfred Ill geschwängerte Klara Wäscher

sitzen gelassen und bei einem Vaterschaftsklage-Prozess

aufgrund von Aussagen

bestochener Zeugen verleumdet, musste sie

unter Schimpf und Schande ihren Heimatort

Güllen (ein sprechender Name) verlassen.

Inzwischen ist aus Klara Claire und die

reichste Frau der Welt geworden; sie hat

die “Welt nicht nur gesehen sie gehört

mir”. Mit diesem Bewusstsein kehrt sie in

ihre Heimat zurück, um sich für das erlittene

Unrecht zu rächen, sich den Tod ihrer

Jugendliebe zu kaufen: Zwei Milliarden für

die Stadt, wenn Alfred Ill stirbt. Dem ungeheuerlichen

Angebot folgt die Entrüstung,

doch Güllen von Claire aus der

Ferne gesteuert steht am Abgrund; Arbeitslosigkeit

und eine triste Atmosphäre

bestimmen das Bild. Geld ist Mangelware.

Umso größer ist die Sehnsucht der verarmten

Dorfbewohner nach etwas Luxus, umso

größer deren Verführbarkeit. Am Ende ist

Alfred tatsächlich tot. Claire überreicht

den Scheck und rauscht ab.

Das Buch zum Musical stammt von VBW-

Musical-Intendant Christian Struppeck. Er

hielt sich inhaltlich weitgehend an die

Vorlage, gab den bei Dürrenmatt lediglich

mit ihren Berufen bezeichneten Charakteren

allerdings Namen und reduzierte zum

Beispiel den skurrilen Tross, mit dem Clai-

Fotos: VBW / Brinkhoff/Mögenburg

Foto oben: Pia Douwes (Claire Zachanassian) und Uwe Kröger (Alfred Ill)

Foto Mitte: vorne v.l.n.r. Norbert Lamla (Gerhard Lang), Uwe Kröger (Alfred Ill),

Gunter Sonneson (Johannes Reitenberg), Ethan Freeman (Klaus Brandstetter)

und Hans Neblung (Matthias Richter); Foto unten: v.l.n.r. Peter Kratochvil

(Toby), Dean Welterlen (Loby) und Jeroen Phaff (Roby)

vorne Pia Douwes (Claire Zachanassian) und Uwe Kröger (Alfred Ill)

hinten Lisa Habermann (Die junge Claire) und Riccardo Greco (Der junge Alfred)

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wien

‘Der Besuch der alten Dame’

Foto: VBW / Brinkhoff/Mögenburg

re Zachanassian in ihren Heimatort einfällt.

Also keine Ex-Ehemänner mehr oder Eunuchen.

Geblieben ist die Raubkatze, ein

Panther. Hinzugefügt wurden die jungen

Alter Egos von Claire und Alfred kein

neuer Kunstgriff (man denke etwa an ‘Follies’),

aber der sichtbare Kontrast, wenn das

Heute und die Vergangenheit gleichzeitig

auf der Bühne stehen, ist durchaus wirkungsvoll.

Dass es hier am Ende mit der

gezeigten Familienidylle (das junge Paar

und sein Nachwuchs so schön hätte es

sein können, wenn Alfred damals zu Klara

und dem gemeinsamen Kind gestanden

hätte …) zu sehr in Richtung Kitsch driftet,

muss nicht zwangsläufig am Buch liegen,

es kann auch ein Regie-Einfall sein.

Dass die Dorfbewohner in Aussicht auf den

bevorstehenden Geldsegen auf Pump gleich

mal kräftig shoppen gehen, lieber “Hummer

anstatt Burger King” wollen, ist nachvollziehbar,

aber dass sie in Alfred Ills Krämerladen

auch gleich Kaviar, Trüffel und

Champagner einkaufen wollen, kommt unglaubwürdig

rüber wieso sollte der in

dem heruntergekommenen Kaff solche Delikatessen

im Regal stehen haben? Oder

wollen die Güllener mit ihrer Bestellung

Ill vermitteln, dass sie fest mit Claires Milliarden

rechnen? Wie auch immer: Die

grassierende Konsumwut zeigt sich augenfällig

auch in den von Uta Loher und Conny

Lüders entworfenen Kostümen, die anfangs

düster und trist sind, dann zusehends bunter

werden.

Dass versucht wurde, den Personen für die

Musicalversion mehr Emotionalität einzuhauchen,

sie vielschichtiger zu zeichnen

und Claire nicht ausschließlich als eiskalte

Rachegöttin zu zeigen, bekommt dem

Stück gut. Ebenso, dass die alten Gefühle

zwischen Claire und Alfred deutlich sichtbar

wiederaufflammen. Ein bisschen schade

ist es, dass man sich nicht dafür entschieden

hat, ein durchgehend “dunkles” Musical

zu wagen, wenngleich die für den ‘Besuch’

von Dürrenmatt gewählte Charakterisierung

als Tragikomödie anderes durchaus

zulässt, vielleicht sogar nahelegt. Ob aber

eine (heftig bejubelte) humorige Nummer

wie “Trio infernal” wirklich nötig ist? Immerhin,

das Terzett bietet mit “Ich war der

Superstar der Hypo-Alpe-Adria” einen netten

Gag und ist ganz amüsant umgesetzt,

wenngleich Claires Bodyguards darin schon

sehr dem ‘Sister Act’-Gangstertrio ähneln.

Befremdlich und völlig aus dem Rahmen

fallend ist die “Tempel der Moral”-Szene,

eine Art abstruses Passionsspiel, das in seiner

hektischen und grellen Umtriebigkeit

mehr nervt als gut unterhält. Man sollte die

Sequenz streichen. Ansonsten ist die Geschichte

spannend und von Regisseur Andreas

Gergen fast durchgängig auch so inszeniert.

Nicht alles wirkt ausgesprochen

inspiriert (etwa die “Vergiss es!”-Telefonszene)

und bei der Jagd nach dem ausgebrochenen

Panther ist das Staging ausbaufähig,

aber alles in allem gelingt Gergen

eine kurzweilige Inszenierung, bei der

Simon Eichenberger die tänzerischen Einlagen

verantwortet. Effektvoll lässt er in der

Ensemblenummer “Ungeheuerlich” die

Güllener ihre Empörung über Claires unmoralisches

Angebot zum Ausdruck bringen,

wenngleich er sich dabei offenbar zu

sehr von den Callahan-Vampiren hat inspirieren

lassen. Immerhin, daran wird man

sich erinnern.

Beträchtlichen Anteil am reibungslosen

Ablauf hat Peter J. Davison, dessen Ausstattung

perfekt fließende Übergänge der einzelnen

Schauplätze erlaubt. Er hat für die

VBW bereits ‘Rebecca’ ausgestattet und

hier nun erneut eine opulente, von Mark

McCullough stimmig ausgeleuchtete Szenerie

auf die rotierende (Dreh-)Bühne gestellt.

Hohe Häuserfassaden, zu Beginn

sehr runtergekommen, alles grau. Nach

und nach mit der Aussicht auf den zu erwartenden

Geldsegen aber immer herausgeputzter

und mit wieder durchgehend

funktionierender Leuchtreklame. Alles detailverliebt

und realistisch, etwa der Krämerladen

der Familie Ill. Einzig der Wald,

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musicals 04.14


wien

in dem sich Claire und Alfred an vergangene

Zeiten erinnern, wirkt mit seiner Wellblech-Ästhetik

in diesem Rahmen fremd.

Wolfgang Hofer, als junger Student mit seinem

Austropop-Hit “Trödler Abraham”

unterwegs und als Texter höchst erfolgreich

(“Mit 66 Jahren”), hat Songtexte beigesteuert,

die auch mal holprig klingen und

kitschig. Da wartet man auf die “Fee, die

zaubern kann bestimmt hält sie das Elend

an”, rät “streich ihr zärtlich über's Haar

unsere Stadt braucht wieder Kaviar”, prahlt

“anstatt Opel fahren wir Benz Schluss

mit Abstinenz”, letztlich ist “die Kasse

voll, die Seele leer”. Manches versteht man

akustisch aber ohnehin nicht, denn aus den

Lautsprechern dröhnen einem die Beats so

gewaltig laut um die Ohren, dass die Bässe

die Magengrube vibrieren lassen. Gerade

so, als müsse Lautstärke die durchschnittliche

musikalische Seite des Abends wettmachen.

Das Komponisten-Duo Moritz Schneider

und Michael Reed wartet mit knalligem,

bombastisch aufgeblasenem Rock, schwelgerischem,

oft an Filmmusik erinnerndem

Breitwandsound und zahlreichen Musik -

stilen auf. Der Schweizer und der Brite bieten

natürlich Solos für die Stars, eingängige

Duette (“Liebe endet nie” der Schlager

des Musicals), kraftvolle Ensemblenummern

und mit dem bereits erwähnten

“Trio infernal” vielleicht sogar einen Showstopper

für das geneigte Publikum dennoch

wirkt die Musik beim ersten Hören

nicht mehr als funktional. Gebrauchsmusik

ohne nachhaltige Wirkung. Insbesondere

der Titelrolle hätte man in jedem Akt einen

Song von dem Kaliber gewünscht, mit dem

Norma Desmond in ‘Sunset Boulevard’

glänzen kann. Vom ‘Besuch der alten Dame’

bleibt eher die Lautstärke in Erinnerung.

Unter Koen Schoots geht das Orchester

der Vereinigten Bühnen Wien so recht in

die Vollen; geboten wird ein Musicalabend

nahezu im Dauerforte (Tondesign: Thomas

Strebel).

Als Alfreds “Freunde” punkten Norbert

Lamla, der als Polizist Gerhard Lang Alfred

den Selbstmord schmackhaft machen will,

und Ethan Freeman, der als Lehrer Klaus

Brandstetter das drohende Unheil ahnt und

den Druck nur durch den Griff zur Flasche

aushalten kann. In der Rolle des unangenehm

pragmatischen Bürgermeisters Matthias

Richter schafft es Hans Neblung, dass

man ihn tatsächlich nicht mag. Gunter Sonneson

verfällt als Pfarrer Johannes Reitenberg

auch dem Materiellen und hat leider

das Pech, dass er sich selbst geißeln muss

(Richter Turpin lässt grüßen).

Masha Karell als Mathilde Ill hat ihren

stärksten Moment nach Alfreds Eingeständnis,

dass er sie nie geliebt, sondern ausschließlich

wegen ihres Geldes geheiratet

hat (“Ich wein um dich”). Marianne Curn

und Niklas Abel sind als Kinder Ill, die

auch den Verlockungen des Geldes erliegen

sie nimmt Tennisstunden, er fährt einen

Sportwagen , rollendeckend, ebenso wie

Lisa Habermann und Riccardo Greco als junge

Claire bzw. junger Alfred. Ausgesprochen

viel geben diese Rollen nicht her. Das gilt

auch für das Leibwächtertrio Roby (Jeroen

Phaff), Toby (Peter Kratochvil) und Loby

(Dean Welterlen), das allerdings mit “Trio

infernal” einmal richtig im Mittelpunkt

steht. Die drei Darsteller wissen die Chance

für sich zu nutzen.

Allein schon wegen der Protagonisten lohnt

der Weg ins Ronacher, wo ‘Der Besuch der

alten Dame’ vorerst bis Ende Juni zu sehen

ist, danach schwebt ‘Mary Poppins’ ein.

Vielleicht kehrt die alte Dame aber zurück.

Fotos: VBW / Brinkhoff/Mögenburg

Eindrucksvoll ist die Besetzung. Allen voran

Pia Douwes. Sie begeistert mit großartiger

Bühnenpräsenz und adelt mit ihrer fabelhaften,

unverändert mühelosen und sicheren

Bombenstimme mittelprächtige

Nummern nicht nur, sondern macht selbst

diese zum Erlebnis. Wunderbar, wie sie

hinter ihrer eiskalten Fassade ihre Liebe zu

Alfred durchschimmern lässt. Wüsste man

nicht, wie die Geschichte ausgeht, man

würde gespannt darauf sein, ob es nicht

doch noch ein Happy End gibt. Neben

Douwes zu bestehen ist für ihre Partner

schwer. Uwe Kröger gelingt es, wenn auch

mit etwas Abstand. Als Alfred verausgabt

er sich am Premierenabend stimmlich bis

aufs Äußerste und spielt den gehetzten Todeskanditaten

sehr intensiv.

Foto Mitte: Norbert Lamla (Gerhard Lang) und Uwe Kröger

(Alfred Ill); Foto unten: Ilia Hollweg (Lisa) und Ethan Freeman

(Klaus Brandstetter)

Uwe Kröger (Alfred Ill)

musicals 04.14

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wien

Mamma Mia! Musik / Texte: Benny Andersson / Björn Ulvaeus; Zusätzliches Material: Stig Anderson; Buch: Catherine Johnson; Übersetzung der Songtexte: Michael Kunze;

Übersetzung der Dialoge: Ruth Deny; Regie: Paul Garrington, nach der Originalinszenierung von Phyllida Lloyd; Choreografie: Anthony van Laast; Ausstattung: Mark

Thompson; Licht: Howard Harrison; Ton: Andrew Bruce / Bobby Aitken; Musical Supervisor / Zusätzliches Material / Arrangements: Martin Koch; Musikalische Leitung: Herbert

Pichler. Darsteller: u.a. Ana Milva Gomes (Donna), Susa Meyer (Tanja), Jacqueline Braun (Rosie), Madeleine Lauw (Sophie), Boris Pfeifer (Sam), Martin Muliar (Bill),

Ramin Dustdar (Harry), Andreas Wanasek (Sky), Pierre Damen (Pepper), Oliver Aagaard-Williams (Eddie), Annakathrin Naderer (Ali), Sophia Gorgi (Lisa). Uraufführung:

06.04.1999, Prince Edward Theatre, London. Deutschsprachige Erstaufführung: 03.11.2002, Operettenhaus, Hamburg. Premiere: 19.03.2014, Raimund Theater, Wien.

ww.vbw.at

Mamma Mia!

15 Jahre nach der Londoner Uraufführung: die Mutter aller Compilation-Shows jetzt auch bei den Vereinigten Bühnen Wien

von Klaus-Dieter Kräft

Das ist jetzt die zwölfte ‘Mamma Mia!’-Rezension

in diesem Magazin was soll man

da noch schreiben? Man kann realistischerweise

davon ausgehen, dass jeder »musicals«-Leser

die Show schon gesehen hat,

höchstwahrscheinlich bereits mehrmals.

Jeder kennt also die Story, die Inszenierung,

die Choreografie, die Ausstattung und

die Musik sowieso.

Was lässt sich also noch über die aktuelle

Wiener Produktion im Raimund Theater

sagen? Man kann positiv vermerken, dass

sie das ideale Kontrastprogramm zum ‘Besuch

der alten Dame’ im Ronacher ist:

Während das “Dürrenmatt-Musical” eine

starke Story hat, aber bei der Musik

schwächelt, hat ‘Mamma Mia!’ eine vorsichtig

ausgedrückt leichtgewichtige

Handlung, kann dafür aber von der Ouvertüre

bis zu den Zugaben mit Ohrwürmern

aufwarten, die (fast) alle Zuschauer mitsingen

können. Während die ‘Alte Dame’ ein

eher düsteres Stück ist (sowohl von der Geschichte

als auch von der optischen Umsetzung

auf der Bühne), stimmt ‘Mamma

Mia!’ mit seiner sonnigen Grundhaltung

fröhlich. Während die ‘Alte Dame’ mit der

ersten Garde deutschsprachiger Musicalstars

aufwarten kann, stehen bei ‘Mamma

Mia!’… stopp, spätestens hier fängt der

Vergleich an zu hinken: Okay, das Abba-

Musical kann zwar nicht mit Namen wie

Uwe Kröger oder Pia Douwes aufwarten,

aber die DarstellerInnen machen ihre Sache

im Großen und Ganzen nicht weniger gut!

Allerdings brauchte das Wiener ‘Mamma

Mia!’-Ensemble am Premierenabend einige

Zeit, um sich warm zu spielen. Während

der ersten halben Stunde klang manches zu

aufgesagt, wirkte vieles gespielt, nicht gelebt

vielleicht war das der Premieren-

Nervosität geschuldet. Im Laufe des

Abends wurde es jedenfalls zusehends besser

und die Entspanntheit übertrug sich

auch auf das Publikum, das sich dann

prächtig amüsierte und am Ende alle Mitwirkenden

mit Standing Ovations feierte.

Als Donna ist Ana Milva Gomes natürlich

der Dreh- und Angelpunkt, mit dem die

Produktion steht oder fällt. Sie legt ihre

Donna etwas ruhiger und nachdenklicher

an, ist nicht von Anfang an die impulsive,

etwas ruppige Powerlady das bricht mit

den gewohnten Rollenbildern, die man von

Donna hat, und es dauert eine Weile, bis

man weiß, wie man das denn jetzt finden

soll. Aber spätestens wenn sie mit “Der

Sieger hat die Wahl” das Haus zum Toben

bringt, ist klar, dass man sie für diese Rolle

einfach engagieren musste da singt Gomes

selbst eine Agnetha Fältskog an die

Wand!

Susa Meyer wird von ihrem ersten Auftritt

an zum Liebling des Publikums. Ihre Tanja

besitzt genau die nötige Portion Selbstironie.

Herrlich, wie sie über ihre kaputten

Knochen klagt, später aber mit dem Song

“Wenn das Mami wüsst” eindrucksvoll beweist,

dass sie immer noch ein wilder Feger

ist und durchaus mit den Youngsters mithalten

kann. In dieser Nummer hat auch

Pierre Damen als Pepper seinen großen tänzerischen,

ja fast akrobatischen Auftritt.

Jacqueline Braun gibt eine solide Rosie ab,

das gesamte komödiantische Potenzial der

Rolle schöpft sie jedoch nicht voll aus. Eine

ausgesprochen attraktive Sophie ist Made -

leine Lauw. Die Spielszenen gelingen ihr absolut

überzeugend, leider bleibt sie stimmlich

unerwartet blass, manches klingt dünn.

Als ihr Verlobter Sky hat Andreas Wanasek

eine etwas undankbare Rolle, aber er bringt

den verliebten Sonnyboy sympathisch rüber.

Von Sophies drei potenziellen Vätern bekommt

lediglich Sam die Möglichkeit, sich

stärker zu profilieren. Boris Pfeifer nutzt diese

Chance bestens und nimmt mit Persönlichkeit

und Stimme auch in “S.O.S.” und

“Ich bin ich, du bist du” für sich ein. Ramin

Dustdar als Harry macht seine Sache

gut und präsentiert sich sehr stimmschön

(“Unser Sommer”), sein “Outing” allerdings

liefert er etwas zu beiläufig ab, sodass

es im allgemeinen Trubel fast untergeht.

Für den Ruf eines Abenteurers ist der Bill

von Martin Muliar nicht tough genug. Seine

“Komm und wag's mit mir”-Szene mit

Rosie gelingt nett, aber nicht zum Schreien

komisch.

Last but not least muss man dem restlichen

Ensemble ein dickes Lob aussprechen: Es

ist mit vollem Einsatz bei der Sache, und

wenn es ums Tanzen geht, lassen Synchronität

und Drive absolut nichts zu wünschen

übrig. Auch die musikalische Seite unter

der Leitung von Herbert Pichler stimmt.

Was lässt sich noch über die aktuelle Wiener

Produktion im Raimund Theater sagen?

Man kann negativ vermerken, dass sie

heute, 15 Jahre nach der Londoner Uraufführung,

zu spät kommt, dass die Vereinigten

Bühnen Wien den weltweiten Musicalhit

erst präsentieren, nachdem er schon an

fast allen deutschsprachigen Musicalstandorten

rauf und runter gespielt worden ist.

Andererseits muss man Musical-Intendant

Christian Struppeck aber wohl auch recht

geben, wenn er seine Wahl damit begründet,

dass es in Österreich immer noch genügend

Menschen gibt, die ‘Mamma Mia!’

noch nie gesehen haben in der Premierenvorstellung

konnte man an der Reaktion

des Publikums feststellen, dass ganz offensichtlich

ein überwiegender Teil der Zuschauer

die Show an diesem Abend tatsächlich

zum ersten Mal auf der Bühne gesehen

hat. Beste Voraussetzungen also dafür, dass

es kräftig in der Kasse klingelt und das

können die Vereinigten Bühnen Wien momentan

gut gebrauchen …

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musicals 04.14


wien

v.l.n.r. Martin Muliar (Bill), Boris Pfeifer (Sam) und Ramin Dustdar (Harry)

Ana Milva Gomes (Donna)

Fotos: VBW / Brinkhoff/Mögenburg

Foto Mitte: vorne v.l.n.r. Annakathrin Naderer (Ali), Susa Meyer (Tanja), Sophia Gorgi (Lisa), Pierre Damen

(Pepper) und Oliver Aagaard-Williams (Eddie)

Foto unten: v.l.n.r. Susa Meyer (Tanja), Ana Milva Gomes (Donna) und Jacqueline Braun (Rosie)

Foto Mitte: Boris Pfeifer (Sam)

Foto unten: Andreas Wanasek (Sky) und

Madeleine Lauw (Sophie)

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linz

Next to Normal Musik: Tom Kitt; Buch / Liedtexte: Brian Yorkey; Deutsche Fassung: Titus Hoffmann, für das Landestheater Linz eingerichtet von Roman Hinze; Inszenierung:

Matthias Davids; Staging: Michael Schmieder; Bühne: Sanne Danz; Kostüme: Richard Stockinger; Licht: Johann Hofbauer; Ton: Andreas Frei; Musikalische Leitung:

Kai Tietje / Borys Sitarski. Darsteller: Kristin Hölck (Diana), Reinwald Kranner (Dan), Oliver Liebl (Gabe), Lisa Antoni (Natalie), Christian Manuel Oliveira (Henry), Rob

Pelzer (Dr. Fine / Dr. Madden). Broadway-Premiere: 15.04.2009, Booth Theatre, New York. Deutschsprachige Erstaufführung: 11.10.2013, Stadttheater Fürth. Österreichische

Erstaufführung: 18.01.2014, Landestheater Linz (Schauspielhaus Promenade). www.landestheater-linz.at

Next To Normal

Kristin Hölck bietet eine Masterclass in Sachen Interpretation

von Martin Bruny

Fotos: Christian Brachwitz

Mit der österreichischen Erstaufführung von

‘Next To Normal’ hat sich das Landestheater

Linz endgültig in der obersten Liga jener

Musicalhäuser des Landes etabliert, die

relevante gegenwärtige Stoffe auf die Bühne

bringen. Mit seinem attraktiven Mix aus

Klassikern wie etwa ‘Show Boat’ (Premiere

am 12. April 2014) und deutschsprachigen

Erstaufführungen (‘The Wiz’) ist das Musiktheater

auf dem besten Weg, weit mehr

als bloß regionale Strahlkraft zu entwickeln.

Matthias Davids, der künstlerische Leiter

der Musicalsparte, hat bei seinen Produktionen

freilich mit einem Faktor zu kämpfen:

einem gegebenen Ensemble. Das ist

auch bei seiner Version von ‘Next To Normal’

zu merken.

Es ist die Show von Kristin Hölck (Diana).

Man könnte fast vermuten, dass die Darstellerin

in allererster Linie für diese Produktion

ins Ensemble gecastet wurde. Und

wenn, dann mit Recht. Sie gibt die Rolle

der bipolaren Mutter mit packender Intensität,

schauspielerischer Gestaltungskraft

und gesanglicher Souveränität. Hölck lebt

die Rolle, wirkt zu 100 Prozent fokussiert.

Sie versteht es, Songs wie “Mir fehl'n die

Berge” ohne unnötige vokale Manierismen

zu singen und zu spielen, zielgerichtet auf

den emotionalen Höhepunkt. Eine Masterclass

in Sachen Interpretation. Hölck ist

stets für ihre Bühnenpartner ein aktives, gestaltendes

Gegenüber, wach mit allen Sinnen

da. Ihr Bühnenpartner Reinwald Kranner

(Dan) ist als langjähriger Routinier vielseitig

einsetzbar und insofern für ein Ensemble

wichtig. Die Lieder der Show bewältigt er

natürlich problemlos. Ganz bestimmt trifft

er immer die richtigen Töne, nicht immer

wirken sie echt. In den hochgejazzten Musicalwelten

der Long-Runs sind falsche Emotionen,

Posing und Edelpathos oft kein Makel,

sondern ein Feature. Was in der Linzer

Inszenierung aber wohltuend auffällt, ist

das Bemühen um wahrhaftiges Schauspiel.

Wenn man beobachtet, wie Kranner den

Song “Ein Licht in der Nacht” (in Linz

übrigens ein reines Solo von Dan) zwar sehr

brav singt, aber mit welch minimalistischer

Gestik, nicht organisch erzeugter Emotion,

eher aufgesetzt wirkender Mimik und interpretatorisch

sehr zurückgenommen, würde

man eher erwarten, dass seine Frau bei diesem

Versuch, sie zu einer Elektrokrampftherapie

zu überzeugen, sofort die Konsequenzen

zieht und ihn verlässt so nicht mitfühlend

wirkt sein Spiel. “Unechte” Töne

sind leider auch in den Dialogen, die er zu

spielen hat, keine Seltenheit.

Matthias Davids hat sich dafür entschieden,

die Rolle des toten Sohns Gabe (Oliver Liebl)

schon von Beginn an weniger als in anderen

Inszenierungen zu verschleiern. Die Überraschung

der Zuschauer in dem Moment, in

dem auch dem letzten klar wird, dass der

Sohn nur in der Imagination seiner Mutter

existiert, mag also in der Linzer Version geringer

ausfallen. Ein bisschen mehr als Matthias

Davids der Figur inszenierungsmäßig

ermöglicht, steckt in Gabe schon drin, aber

trotzdem schafft es Oliver Liebl, Momente

zu gestalten. Ganz in Weiß führt der Sohn

seine Mutter über eine im Nichts endende

Treppe in den Selbstmordversuch, eine Metapher,

sehr effektvoll. In der Reprise von

“Wie ich” fast am Ende des Stücks peitscht

Liebl sogar Kranner für Momente in echte

Emotionen, sehr stark.

Foto oben: Kristin Hölck (Diana)

Foto unen: Christian Manuel Oliveira

(Henry) und Lisa Antoni (Natalie)

Rob Pelzer (Dr. Fine) und Kristin Hölck (Diana)

Am Rande des Besetzungsmöglichen ist

man bei Lisa Antoni (Natalie) und Christian

Manuel Oliveira (Henry) angekommen. Die

beiden sind im Wechselspiel der beiden

Charaktere immerhin altersadäquat besetzt,

16 www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


linz

wirken aber in keiner Weise wie Teenager,

dazu kommt, dass man vor allem Oliveira

in Klamotten gesteckt hat, in denen er genau

so wirkt: hineingesteckt. Man kann viel

spielen, aber nicht alles. Beide liefern, abgesehen

davon, eine gute Interpretation ab.

Ausgesprochen interessant ist die Rollengestaltung

des Dr. Madden (Rob Pelzer). Im

Gegensatz zur Fürther Inszenierung, die im

Oktober letzten Jahres Premiere feierte (siehe

»musicals« Heft 164, Seite 12), in der

man auf Komik gesetzt hatte, indem man

den Arzt einen recht tiefen Wiener Dialekt

sprechen ließ, porträtiert Rob Pelzer den

Arzt als ins Emotionslose abdriftenden Charakter,

manchmal könnte man meinen, er

spiele nicht, und vielleicht wäre das dann

das größte Kompliment für sein Feintuning.

Pelzers abgefahrene Rock-Doktor-

Performance (in der Rolle des Dr. Fine) in

Dianas irren Fantasie-Sequenzen bis hin

zum doch fast Mitfühlen andeutenden

Nachfragen bei Dan am Ende der Show, ob

er ihm einen Kollegen empfehlen soll, runden

die gelungene Charakterzeichnung ab.

Szenenfotos mit Kristin Hölck (Diana), Rob Pelzer (Dr. Fine; oben rechts), Oliver Liebl (Gabe; unten links)

und Reinwald Kranner (Dan; unten rechts)

Fotos: Christian Brachwitz

‘Next To Normal’ ist ein Rockmusical.

Nimmt man die Originalproduktion als

Maßstab für den Power-Sound, der bei gegebener

Band in den entscheidenden magischen

Momenten ein zu erzielender ist,

schafft dies die Linzer Produktion nicht immer.

Liegt nicht an der Band, die zwar am

Premierentag leichte Unsicherheiten zeigte,

nein, eher am Sounddesign. In einer besuchten

Folgevorstellung, mit einem Sitzplatz in

unmittelbarer Nähe des Orchestergrabens,

wo sich der verstärkte Anteil mit unverstärktem

mischte, konnte man diese magische

Kraft in den entscheidenden Momenten

spüren dafür war die Textverständlichkeit

insgesamt schlechter.

Die Unterschiede der Fassungen von Linz

und Fürth sind mannigfaltig. Es würde sich

lohnen, sie etwa auf rein textlicher Ebene

genauer zu vergleichen. Eine Ebene der Unterschiedlichkeit

betrifft hier die Teutonismen

Begriffe, die in Österreich nicht gängig

sind wie etwa “Nulpe”, “wuschig” oder

“bekloppt”. Roman Hinze (das Alter Ego des

Dramaturgen der Show, Arne Beeker) hat

sie in seiner Bearbeitung nicht unbedingt

durch Austriazismen ersetzt, sondern etwa

“Mozart war irre, wie ein Bekloppter” (im

Song “Nichts, wie es war”) durch “Mozart

war irre, durchgeknallt irre”. Eine andere

Ebene sind vollständig eigenständige Übersetzungsvarianten.

Als Beispiel kann vom

Beginn des Stücks jener Moment dienen, in

dem die Mutter ihre Tochter fragt, ob mit

ihr alles in Ordnung sei. Da heißt es in

Fürth: “Alles bestens. Warum sollte es nicht

bestens sein? Bestens! Mir fehlen nur noch

drei Kapitel Analyse, eine Physikaufgabe,

ein Geschichtequiz und zwei Seiten ‘Die

blumige Bildsprache in …’ Blumen für …

echt nervig. Ich hab alles unter Kontrolle,

ich bin ganz ruhig.” Und in Linz: “Alles

bestens, warum auch nicht? Bestens! Mir

fehlen nur noch zwei Kapitel Instrumentenkunde,

eine Harmonik-Hausaufgabe, ein

Referat über genderorientierte Urbanitätsforschung

und zwei Seiten über Fischereivokabular

in Schuberts ‘Forelle’ … voll nervig.

Ich hab alles unter Kontrolle, ich bin

ganz ruhig.”

Das große Missverständnis bei Musicalmachern

im deutschsprachigen Raum: Eine

Show ist erst dann ein Musical, wenn auch

mal zünftig getanzt wird. Ja, auch die

Broadwayfassung von ‘Next To Normal’ hat

ein tänzerisches Element bei dem Song

“Wer spinnt hier / Mein Arzt, die Psychopharmaka

und ich”, aber man hat zu einer

sehr eleganten Lösung gegriffen. Bei der

Fürther Fassung griff man ins Volle und

ließ die Darsteller mit riesigen bunten Tabletten

tanzen. Die Linzer Fassung ist zwischen

den beiden Inszenierungen angesiedelt.

In weißen Kitteln legen die Darsteller

eine kleine Choreo (Staging: Michael Schmieder)

hin. Ist zwar dennoch unnötig, aus dem

Gesamtkonzept fallend und auf der kleinen

Spielfläche nicht ganz vorteilhaft wirkend,

aber ohnedies schnell vorbei. Im Bemühen,

möglichst die typischen Klischees abzustreifen,

ist es immerhin die richtige Richtung.

Bilder von M. C. Escher dienten Sanne Danz

als Inspiration für die Gestaltung der Bühne,

mit 3-D-Designsoftware experimentierte

sie, baute Modelle. Treppen, die ins Nichts

führen, Treppen, die durch Bühnendrehungen

auseinandergerissen werden, mehrere

Ebenen, all das interpretiert man sogar dann

fast intuitiv als ein Abbild der Nervenbahnen

in Dianas Gehirn, als Auf und Ab ihrer

Emotionen, wenn man es vorher nicht im

Programmheft gelesen hat. Die aufs Wesentliche

reduzierte Farbensprache ist in

sich stimmig, keine unnötigen Projektionen

lenken von den Darstellern ab Buch, Musik

und Darsteller dürfen wirken.

Mit dieser Produktion hat Linz nicht nur

Erwartungen erfüllt, sondern übertroffen.

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düsseldorf

49½ Shades! Die Musical Parodie Musik / Texte / Buch: Al Samuels / Emily Dorezas / Amanda Blake Davis / Jody Shelton / Ashley Ward / Dan Wessels; Übersetzung / Regie:

Gerbung Jahnke; Deutsche Liedtexte: Anna Bolk; Choreografie: Paul Kribbe; Kostüme: Mario Reichlin; Bühne: Tom Presting; Licht: Birte Horst; Ton: Cedric Beatty; Arrangements

/ Musikalische Leitung: Jan Christof Scheibe. Darsteller: u.a. Sabine Urig (Sabine), Ines Martinez (Jutta), Kira Primke (Susanne / Katrin), Beatrice Reece (Ana), Dustin

Smailes (José / Innere Göttin), André Haedicke (Christian Grey). Uraufführung: 22.08.2012, Edinburgh Fringe / Assembly Hall. Deutschsprachige Erstaufführung:

16.02.2014, Capitol Theater, Düsseldorf. www.49shades.de

49½ Shades!

Nicht gerade die provokant-humorvolle Musicalparodie

von Michaela Flint

Zehn Tage vor der Deutschlandpremiere

von ‘49½ Shades! Die Musical Parodie’

ließ man verlauten: “Noch mehr Spaß mit

neuem Titel!” Wirklich sehr kurzfristig

musste die Mehr! Entertainment GmbH

offenbar den Titel für die deutschsprachige

Fassung von ‘50 Shades!’ ändern. Marketing-

und PR-technisch sicher ein Albtraum

und alles andere als lustig.

Aber genau das soll das Stück sein: eine

lustige, musikalische Parodie auf den

BDSM-Bestseller ‘Fifty Shades Of Grey’

von E. L. James. 100 Millionen Exemplare

der Trilogie wurden weltweit bereits verkauft.

Da konnte es gar nicht ausbleiben,

dass sich auch Bühnen autoren und Filmemacher

diesem Stoff nähern. Es gibt einige

parodistische Bühnenadaptionen; die deutsche

Version basiert auf der besonders in

Los Angeles erfolgreichen Show, die inzwischen

noch den Zusatz “The Original

Parody” verpasst bekam und zurzeit off-

Broadway auch in New York zu sehen ist.

Für alle, an denen der Hype um Christian

Grey und seine Gespielin Anastasia “Ana”

Steele vorbeigegangen ist: Die Studentin

Ana lernt bei einem Interview den Milliardär

Christian Grey kennen. Sie verliebt sich

Hals über Kopf in den attraktiven Unternehmer,

dieser wiederum ist von Anas Unschuld

sehr angetan. Ohne große Umwege

führt er die naive junge Frau in die Welt

seiner sexuellen Begierden ein, in der Fesselspiele,

Dominanz und Unterwerfung eine

große Rolle spielen. Zunächst ist Ana

davon überfordert, aber zusehends findet sie

Gefallen an seinen Züchtigungen, und als

sich Grey ihr auch emotional etwas öffnet,

ihr von seiner traumatischen Kindheit erzählt,

verfällt sie ihm vollends.

Die Musicalparodie auf diesen Bestseller ist

so aufgebaut, dass drei frustrierte Enddreißigerinnen

den ersten ‘Shades Of Grey’-

Band lesen, um wieder mehr Spannung in

ihren Beziehungsalltag zu bekommen. Mal

schauen sie von außen auf die Handlung,

mal diskutieren sie ihre Ansichten und

Erlebnisse, dann plötzlich werden sie Teil

der Geschichte, beraten Ana und unterhalten

sich mit deren “Innerer Göttin”. Das

alles ist sehr verwirrend, durch die zahlreichen

Ebenenwechsel nicht sehr konsequent

und für den Zuschauer schwer nachvollziehbar.

Gerburg Jahncke (verantwortlich für die

deutsche Übersetzung und Regie) empfängt

das Publikum mit einer perfekt auf

das Stück abgestimmten Ansage: “Mr. Grey

befiehlt Ihnen, das Handy auszuschalten!”

Der Auftritt der vierköpfigen Band in Lack

und Leder bildet den vielversprechenden

Auftakt zu einem spaßig-skurrilen Abend.

Was dann folgt, ist jedoch eine Aneinanderreihung

von Plattitüden, Banalitäten

und Fremdschämen. Diesbezüglich hat sich

Jahncke sehr eng an die Buchvorlage gehalten.

Beispiele gefällig? “Du siehst heute

aus wie geleckt.”, “Das Loch tief in mir gehört

geflickt!”. Das Niveau könnte kaum

niedriger sein.

Schöne Ideen wie die Darstellung von Anas

“Innerer Göttin” als unrasiertem Mann mit

J.Lo-Po im Glitzerfummel sowie das sexy

Mobiliar in Christian Greys Appartement

lassen das Publikum schmunzeln.

In der Musicalparodie ist Ana das Klischee

der pummeligen, verunsicherten Jungfrau,

die ihre Nase nur in Bücher steckt und von

Männern allenfalls als Kumpel wahrgenommen

wird. Christian Grey hingegen ist ein

kleiner, unangenehm aufdringlicher, wenig

eloquenter, sexfixierter Mann mit Zwangsstörungen

und ebenfalls einigen Pfunden zu

viel auf den Rippen. Entsprechend singen

Fotos: Jens Hauer

vorne André Haedicke (Christian Grey) und Beatrice Reece (Ana)

vorne Beatrice Reece (Ana) und Dustin Smailes (José)

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musicals 04.14


düsseldorf

beide auch von “Elefant und Maus”, als sie

sich kennenlernen.

Anas Kollege José, das fleischgewordene

Klischee eines stumpfen, eindimensionalen

Latino-Lovers, wirbt mit sprachlicher Genialität

um sie: “Warum bist du so spröde,

findest du mich etwa öde? Das wäre blöde.”

Auch sehr treffend: “Ist deine Mango

bereit zum Tango?” Wenn die beiden Männer

um die sie in Breite und Körperlänge

deutlich überragende Ana Flamenco tanzen,

ist das schon sehr albern.

Foto oben links: v.l.n.r. Dustin Smailes (Innere Göttin), Kira Primke (Susanne), Ines Martinez (Jutta) und

Sabine Urig (Sabine); Foto oben rechts: Sabine Urig (Sabine), Ines Martinez (Jutta) und Kira Primke (Susanne)

Fotos: Jens Hauer

Affig wird es, als Christian (André Haedicke)

in einem bauchfreien rosa Einteiler Ana verführen

will, ihr aber gleichzeitig verdeutlicht,

dass er kein Gefühlsmensch ist: “Alles

was geht, ist ein Fick!” Dazu tanzt er mit

drei überlebensgroßen, pinkfarbenen Phallen

mit behaartem Skrotum und lässt

Sprüche vom Stapel wie “Ihr Ladys von der

Düssel, schnuppert mal an meinem Rüssel!”

Das ist so trivial und so bemüht frivol, dass

es nicht einmal ansatzweise komisch ist.

Zu Beginn des zweiten Akts werden hinter

einer Leinwand Schattenspiele veranstaltet,

bei denen von Liebeskugeln über Dildos,

Karotten und Auberginen alles Mögliche

zwischen die weit gespreizten Beine einer

Dame versenkt wird. Wirklich witzig ist

auch das nicht ...

Die sich weiterentwickelnde Beziehung von

Ana und Christian wird in “Ein ganz normales

Pärchen” skizziert, während dessen

Christian Ana am Halsband hinter sich her

führt. Die Texte dieser leider sehr banalen

Nummer lassen aufhorchen, bleiben aber

auch nicht länger haften. Hier wurde die

Chance auf einen Ohrwurm vertan.

Als die drei Leseratten selbst experimentierfreudig

werden, zeigen sie sich in Lack-/

Leder-/Latex-Outfits und geben eine anschauliche

Anleitung zum Umgang mit

Liebeskugeln inklusive der daraus resultierenden

musikalischen Ergüsse von Steeldrums

bis Kirchenglocken, die bei jeder

v.l.n.r. Sabine Urig (Sabine), Kira Primke (Susanne)

und Ines Martinez (Jutta)

Foto unten: vorne in der Mitte Kira Primke (Susanne), Ines Martinez (Jutta) und Sabine Urig (Sabine). hinten

in der Mitte Beatrice Reece (Ana), Dustin Smailes (Innere Göttin) und André Haedicke (Christian Grey)

Bewegung erschallen. Diese Szene hat

durchaus Potenzial, aber auch hier fehlt das

gewisse Etwas.

Vollends ins Trashfach gleitet Anas erste

Züchtigung ab: Mit einem überdimensionalen

Kochlöffel, einem gigantischen

Tischtennisschläger und am Schluss mit

Darth Vaders Lichtschwert (“Ana, ich bin

dein Vater!”) klopft der Mini-Grey auf die

einladende Kehrseite seiner Sub Ana.

Nun schlägt die große Stunde von Anas

sehr dominanter “Innerer Göttin”, die sie

ganz gezielt in Christians Arme treibt.

“Lass es raus” zu J.Los “Let's get loud” inklusive

wackelnder XXL-Hinterteile gehört

zu den wenigen Highlights der Show. Die

Choreografien von Paul Kribbe sind

schwungvoll, abwechslungsreich und das

Publikum klatscht begeistert mit.

Nach dieser Szene endet die Show plötzlich.

Nachdem sich die Irritation darüber

gelegt hat, brandet Applaus auf. Es folgt

eine Zugabe: “Das Loch war leer, jetzt ist es

voll” zu “When the saints go marching in”.

Der obligatorische Premierenschlussapplaus

versiegt direkt nach der Rede der Regisseurin

und das Publikum verlässt den Saal.

Diese Musicalparodie hält leider über weite

Strecken nicht, was sie verspricht. Sie ist

nicht von dem spitzen Humor gekennzeichnet,

den man von Gerburg Jahncke

gemeinhin kennt. Im Gegenteil, allzu platte

Dialoge und Songtexte (für Letztere

zeichnet Anna Bolk verantwortlich) lassen

das Niveau mitunter schier ins Bodenlose

sinken. Dort, wo es ein wenig Potenzial

gibt, werden die Szenen nicht konsequent

zu Ende gestaltet. Mehrfach wartet man auf

den zündenden Aha-Effekt, den genialen

Kniff, aber die Show bleibt banal und

plump. Die Band unter der Leitung von

Jan Christof Scheibe leistet zwar Beachtliches,

schafft es aber natürlich auch nicht, diese

Show vor der Belanglosigkeit zu retten.

Die Darsteller mühen sich redlich, auch

wenn man ihnen den Spaß an der Arbeit

nicht unbedingt anmerkt. Beatrice Reece

spielt und singt die Ana gut und überzeugend.

Kira Primke als Mauerblümchen Susanne

und in einer Doppelrolle als Anas

notgeile Freundin Katrin sorgt für viele

Lacher. Dustin Smailes bringt als José und

“Innere Göttin” etwas Schwung und Abwechslung

in diese ansonsten eher lahme

Show. Die ist weder eine richtige Parodie

noch ein Trashical, sondern vermittelt vielmehr

den Eindruck eines mit heißer Nadel

zu schnell gestrickten Musiktheaterstücks,

das aufgrund zahlreicher Löcher und gefallener

Maschen unförmig und unpassend

wirkt. Und so bleibt man denn nach knapp

zweieinhalb Stunden am Ende doch etwas

ratlos und unbefriedigt zurück.

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kassel

Jekyll & Hyde Musik: Frank Wildhorn; Songtexte / Buch: Leslie Bricusse; Regie: Patrick Schlösser; Choreografie / Co-Regie: Michael Langeneckert; Bühne: Daniel Roskamp;

Kostüme: Werner Fritz; Licht: Albert Geisel; Orchestrierung: Kim Scharnberg; Arrangements: Jason Howlan; Musikalische Leitung: Marco Zeiser Celesti. Darsteller: u.a.

David Arnsperger (Henry Jekyll / Edward Hyde), Susan Rigvava-Dumas (Lucy Harris), Julia Klotz (Emma Carew), Bernhard Modes (Sir Danvers Ca rew), Andreas Wolfram

(Gabriel John Utterson), Lona Culmer-Schellbach (Nellie), Abraham Singer (Simon Stride), BayBJane (BayBJane). Broadway-Premiere: 28.04.1997, Plymouth Theatre, New

York. Deutschsprachige Erstaufführung: 19.02.1999; Musical Theater, Bremen. Premiere: 01.02.2014, Staatstheater Kassel. www.staatstheater-kassel.de

Jekyll & Hyde

Kein Gewinn für die Rezeptionsgeschichte

von Markus Zeller

Frank Wildhorns Parabel über Gut und Böse

ist schon psychoanalytisch ausgeleuchtet

worden, auf seine gesellschafts- und sozialkritischen

Elemente hin untersucht oder

einfach als düstere Schauermär erzählt worden.

Vieles ist also möglich bei diesem

Stück, wie auch diese neueste Interpretation

durch das Staatstheater Kassel beweist,

das das Werk in Originalsprache mit deutschen

Übertiteln aufführt und sich ansonsten

nicht im Geringsten um Werktreue

oder konventionelle Erzählstrukturen

schert.

Ob man das nun intellektuell erfrischend

oder aber abschreckend findet, liegt wie

immer im Auge des Betrachters. Festzuhalten

bleibt zunächst einmal, dass sämtliche

Dialogszenen gestrichen worden sind, womit

man das Stück seiner Herkunft vom

Book Musical beraubt. In der Folge finden

einige Charaktere überhaupt nicht mehr

statt Lord Savage, der Bischof von Basingstoke,

Lady Beaconsfield, Sir Archibald

Proops, General Lord Glossop sowie Spider

und Poole kommen als Bühnenfiguren

nicht mehr vor. Um die durch den Wegfall

der Spielhandlung entstehenden Lücken zu

schließen, lässt man wiederum einen Externen

in das Stück eintreten: BayBJane, einen

Travestiekünstler, der ansonsten als “kleinste

Dragqueen der Welt” in den Clubs von

Berlin, Köln und Ibiza unterwegs ist, wie

Fotos: N. Klinger

David Arnsperger (Henry Jekyll / Edward Hyde)

Foto oben: Julia Klotz (Emma Carew) und

David Arnsperger (Henry Jekyll / Edward Hyde)

Foto unten: David Arnsperger (Henry Jekyll /

Edward Hyde) und Susan Rigvava-Dumas

(Lucy Harris)

Susan Rigvava-Dumas (Lucy Harris)

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kassel

BayBJane (BayBJane)

v.l.n.r. Shannon Gillen, Laja Field, René Alejandro Huari Mateus, Susan Rigvava-Dumas (Lucy Harris),

Martin Durov, Zuzanna Kasprzyk, Alexandros Vardaxoglou und Katerina Toumpa

Fotos: N. Klinger

das Staatstheater voller Stolz nicht müde

wird zu berichten, liefert die für das Gesamtverständnis

der Show notwendigen Informationen

über die jeweilige Verortung

der Szene oder die Beziehung der Figuren

untereinander. Eine neue Sichtweise auf das

Stück indes liefert diese schrill geschminkte

Erzählerfigur nicht, da substanzlose Kommentierungen

wie “Verrückter Kram hier!”

eher nicht verfangen.

Das musikalische Material hingegen, das

durch den Wegfall der gesprochenen Dialoge

in einen opernhaft anmutenden Fluss gebracht

worden ist, bleibt weitgehend unangetastet.

Außer einigen Umstellungen in

der Abfolge und Strichen in einzelnen

Nummern fallen lediglich die üblichen

Verdächtigen dem Rotstift zum Opfer

Songs also, die je nach Fassung oder Inszenierung

mal herangezogen werden oder

eben nicht wie etwa “I need to know” oder

“The world has gone insane”. Leider findet

auch der neue Song “If you only knew” keine

Anwendung, was schade ist, da er der

Rolle der Lisa mehr Tiefe gibt, die in dieser

Fassung nettes Beiwerk bleibt und wie in

der Broadway-Aufführung Emma heißt. Eine

erhebliche Aufwertung indes erfährt

John Utterson, der in dem Stück die Rolle

des Mahners und Warners einnimmt und

schließlich auch zum Erlöser für seinen

Freund Henry Jekyll wird. Ansonsten mit

keiner einzigen Solonummer bedacht, übernimmt

er hier die Funktion des Chorführers

für den Song “Facade”, der inklusive

sämtlicher Reprisen insgesamt fünfmal zur

Aufführung kommt. Ein geschickter

Schachzug der Dramaturgie, da hierdurch

starke Bilder entstehen, die Ensemble- respektive

in diesem Fall Chor-Szenen ein Gesicht

bekommen und überdies die Texte des

Songs bei Utterson noch am stimmigsten

aufgehoben sind, wenn sie denn schon einer

Figur zugeordnet werden sollen.

Minimalismus hat sich Regisseur Patrick

Schlösser ganz groß auf die Fahne geschrieben

ohne Technik soll die Geschichte erzählt

werden. Solch ein Statement ist natürlich

bei einer Repertoireproduktion an

einer staatlichen Bühne als gelebte Political

Correctness anzusehen klar, schließlich

soll der Inhalt zählen und nicht schnöder

Produktionsmammon. Folgerichtig werden

die beiden Gummibänder, derer sich der

Darsteller der Titelfigur bedient, um die

Transformationen von Jekyll zu Hyde zu

visualisieren, indem er sie sich quer über

den Kopf zieht und hierdurch veränderte

Gesichtszüge erhält, wie eine Monstranz

zur Schau getragen. Seht her, wir schaffen

das auch mit einem Ressourceneinsatz von

10 Cent, wofür andere Unsummen ausgeben,

soll damit wohl gesagt werden. Tatsächlich

ist es jedoch so, dass der Effekt

dieses Hilfsmittels, und um ein solches

handelt es sich letztendlich, spätestens ab

der fünften Zuschauerreihe ungesehen versandet.

Zudem hat die bisherige Aufführungspraxis

des Stückes schon hinreichend

unter Beweis gestellt, dass es überhaupt

keines Hilfsmittels bedarf, denn

hierfür steht dem Darsteller mit Schauspiel

und Gesang schließlich sein ureigenstes

Instrumentarium zur Verfügung. Gleiches

gilt für die Königsdisziplin der Jekyll-&-

Hyde-Rolle, den Song “Confrontation”.

Hier wird hinter dem Darsteller eine sich

drehende Wand in Stellung gebracht, die

die Rollenwechsel mit unterschiedlichen

Farben jeweils unterstreicht. Das ist

unnötig und das hektische Herumgeflatter

dieses Drehelements lenkt zudem vom eigentlichen

Geschehen ab auch hier wäre

weniger tatsächlich mehr gewesen. Im

Übrigen hält sich Bühnenbildner Daniel

Roskamp an die Minimalismusvorgabe:

Meistens herrschen Raum und Licht vor, also

Leere es gibt kein Labor und so gut

wie keine Requisiten. Die rückwärtige

Bühnenwand sowie die beiden Seitenwände,

die nach innen verschiebbar sind und so die

Spielfläche verjüngen können, werden zudem

als Projektionsflächen genutzt. Choreograf

Michael Langeneckert entwirft einige

originelle und wirkungsvolle Schattenspiele

und verleiht dem Innenleben von Jekyll

und Hyde tänzerisch Ausdruck: dynamisch

und sich rhythmisch aufbauend bei “This is

the moment”, bei dem auch der Jekyll-

Darsteller in Sachen Tanz ran muss, wild

entfesselt bei “Alive”, wozu das achtköpfige

Tanzensemble einen furiosen Rundlauf um

Hyde herum aufführt. Manchmal fühlt man

sich als Zuschauer jedoch auch nicht ganz

ernst genommen so etwa bei der unfassbar

schlicht und unbedarft gestalteten

Nummer “Girls of the night”, bei der im

Schunkel-Rhythmus etwa zur Textzeile “Fly

away, fly away, let me find my wings” die

Arme wie zum drögen Flügelschlag ausgebreitet

werden. Das fühlt sich an wie eine

ironische Brechung, ist aber wohl nicht so

gemeint, denn dafür nimmt sich die Choreografie

ansonsten zu ernst. Opulent hingegen,

ein echtes Pfund, mit dem diese

Produktion wuchern kann, die Musik: Die

ohnehin ausladenden Melodien Wildhorns

werden hier von 37 Orchestermusikern und

einem 40-köpfigen Chor dargeboten, was in

der heutigen Zeit angesichts zusehends ausdünnender

Klangkörper für ein ungewohnt

üppiges Hörerlebnis sorgt. Das Dirigat von

Marco Zeiser Celesti erweist sich dabei als

grundsolide, dürfte jedoch gerne in einigen

Details schärfer konturiert sein.

Das durch das Regiekonzept entworfene

Szenario vermag durchaus mit dem ein oder

anderen spannenden Ansatz zu punkten, irritiert

jedoch leider auch zu oft ohne Not:

Die Anspielungen auf andere Musicals etwa

sind enervierend und zerstören oft etwas,

was erst einen Schritt zuvor gut gemacht

worden ist. Den Mord an Lucy zum Bei-

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kassel

Szenenfotos mit Susan Rigvava-Dumas (Lucy Harris) und Andreas Wolfram (Gabriel John Utterson)

Am deutlichsten zeigt sich dies bei den

Auftritten von Susan Rigvava-Dumas, die als

Lucy gezielt gegen den Strich besetzt worden

ist. Rigvava-Dumas ist natürlich nicht

die zuckersüße Straps-tragende Belt-Performerin,

wie Lucy bislang immer gecastet

worden ist, sondern eher dem Schauspiel/

Gesang-Charakterfach zuzuordnen. Da hätte

es sich beispielsweise angeboten, die

Rolle als erwachsene und aufrechte Hure

anzulegen, die sich danach sehnt, endlich

ihrem Elend zu entfliehen. Es gibt aber

keinerlei entsprechende Situation, auf die

sie reagieren könnte, es gibt keinerlei Befindlichkeit,

die sie herauszustellen hätte

sie agiert in einem völligen narrativen

Vakuum, da ist nichts, gar nichts, um in

diesem Zusammenhang ebenfalls mal

‘Elisabeth’ zu bemühen. Sie kann machen,

was sie will, und das macht sie sehr sehr

gut. Ihre Versionen von “No one knows

who I am”, “Bring on the men”, “Someone

like you” und “A new life” sind gesanglich

außergewöhnlich hervorstechende Interpretationen,

die man sofort auf Tonträger erwerben

möchte es handelt sich hierbei

um reine Starauftritte, wie sie auf keiner

Gala schöner oder wirkungsvoller ausgestaltet

werden könnten. Nur eben mit fesselndem

Musiktheater und dazu taugt dieses

Stück hat das nichts zu tun, eher was mit

einer Rigvava-Dumas-One-Woman-Show.

Fotos: N. Klinger

spiel setzt Schlösser so in Szene, dass Lucy

und Hyde durch den Orchestergraben voneinander

getrennt sind und plötzlich Blut

durch Lucys golden glitzerndes Abendkleid

strömt. Dieser abstrakt gestaltete und überraschende

Effekt verfügt über eine magische

theatralische Wirkung. Leider lässt

man jedoch just in diesem Moment Lucy

vorwurfsvoll “Hey, Big Spender!” an Hyde

gerichtet sagen, eine Anspielung auf Lucys

und Jekylls erste Begegnung in der Roten

Ratte, bei der sie ihn eben so nannte. Da

schüttelt man nur noch mit dem Kopf.

Wenn Hyde schließlich nach Überwindung

des Orchestergrabens Lucy dann auch noch

mit dem ‘Elisabeth’'schen Todeskuss endgültig

zur Strecke bringt, mag man schon

gar nicht mehr hinsehen. Letztlich fehlt es

der Inszenierung an Stringenz in der Frage,

welche Sicht auf den Stoff vermittelt

werden soll, ist sie zu unentschlossen, zu

viele Spielereien sorgen dafür, dass sich das

Große und Ganze nicht stimmig verhält.

Zudem präsentiert sich die Inszenierung

nahezu spannungsfrei, was vor allem daran

liegt, dass Schlösser offenbar nicht im Geringsten

daran interessiert ist, eine Geschichte

zu erzählen. Leider hat man sich

für das Experiment, ein originär aus Songs

und gesprochenen Texten bestehendes Musical

zu “enttexten” (die Verschlankung von

Musicals wird langsam zu einer Kasseler

Spezialität, die deutsche Erstaufführung

von ‘Chess’ etwa wurde seinerzeit bereits

“entmusikalisiert”), den denkbar falschen

Komponisten ausgesucht. Wildhorns Songs

stehen ohnehin allesamt unter dem Generalverdacht,

keinen eigenen Beitrag zum

Fortgang der Geschichte zu liefern, da die

vielen Belt-Hymnen und -Balladen meistens

beliebig austauschbar sind und über

keine eigene Dramaturgie verfügen. So

ballt Andreas Wolfram als Utterson bei seinen

“Facade”-Nummern zwar nach Kräften

die Fäuste und wirft bedeutungsschwere

Blicke ins Publikum, was er aber zu spielen

hat, scheint ihm nicht so recht klar zu sein.

Gleiches gilt für Lona Culmer-Schellbach,

ebenso stimmstark wie Wolfram, die als

Nellie ein einziges Mal die Bühne betritt,

ihren Song “Girls of the night” singt und

dann wieder abgeht es gibt keinerlei

Kontext, den sie zu bespielen hätte. Das alles

mutet an wie ein als Musical getarntes

Konzert.

David Arnsperger hat es da als eigentlicher

Hauptdarsteller schwer, daneben zu bestehen

zu stark ist die Fokussierung auf den

Star der Show. Seine schöne Gesangsstimme

schmeichelt vor allem Jekyll, als Hyde

senkt er sie zu wenig bis gar nicht, sodass

der stimmliche Unterschied zwischen den

Charakteren nicht vorhanden ist. Um die

beiden Persönlichkeiten zu charakterisieren,

verlässt er sich vor allem auf seine Körperhaltung,

die von Hyde wirkt jedoch zu gekünstelt,

um wirklich Wirkung entfalten

zu können. Zudem lässt sein Spiel die notwendige

Intensität vermissen, alles wirkt

ein wenig zu geschmeidig und zu glatt

sein Jekyll ist nicht besessen genug und als

Hyde nimmt man ihm das Monster nicht

ab. Insgesamt kann er der Rolle nur wenig

Profil verleihen, was sicherlich auch dieser

gekürzten Fassung geschuldet ist, die die

Ausgestaltung weiterer Facetten nicht zulässt.

Gleiches gilt für Julia Klotz in der

Rolle der Emma, die gesanglich jedoch mit

absolut sicherer Stimme zu überzeugen vermag.

Wie minimalistisch es in dieser Fassung zugeht,

zeigt auch die abschließende Hochzeitsszene.

Eigentlich dramatischer Höhepunkt

und tragischer Schluss des Stückes,

bei dem Utterson nach einigem Hin und

Her dem Bösen schließlich das Ende bereitet,

indem er sein Versprechen gegenüber

dem Freund einlöst und Jekyll erschießt. In

Kassel geht das ganz schnell: Beim ersten

Aufzucken von Hyde holt Utterson die Pistole

heraus und legt ihn kurzerhand um.

Aus. Vorhang.

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musicals 04.14


KONTINENTALE ERSTAUFFÜHRUNG

DER MUSICAL-WELTERFOLG

TSCHITTI TSCHITTI

BÄNG BÄNG

MUSICAL

VON DEN

SHERMAN-BRÜDERN

Musikalische Leitung

Regie

Choreografie

Bühne

Kostüme

Licht

Michael Brandstätter

JosefE.Köpplinger

Ricarda Regina Ludigkeit

Judith Leikauf, Karl Fehringer

Alfred Mayerhofer

Michael Heidinger

PRINZREGENTENTHEATER

30. APRIL BIS 18. MAI 2014

www.gaertnerplatztheater.de


Foto: Ralf Rühmeier


interview

Susan Rigvava-Dumas

Die etwas andere Lucy

Interview und Fotos von Ralf Rühmeier

Die gebürtige Niederländerin erhielt ihre Ausbildung in ihrer Heimat, an der Hochschule für Musik in München und am Salzburger

Mozarteum. Nach Oper- und Operetten-Engagements spielte die Sopranistin in Stuttgart die Madame Giry in Lloyd

Webbers ‘Phantom der Oper’ und die Erzherzogin Sophie in ‘Elisabeth’, ehe Susan Rigvava-Dumas bei der Uraufführung des

Musicals ‘Rebecca’ die Rolle der Mrs. Danvers kreierte, mit der sie einen Riesenerfolg feierte. Aktuell steht die vielseitige

Künstlerin als Lucy in einer eigenwilligen Inszenierung von ‘Jekyll & Hyde’ am Staatstheater Kassel auf der Bühne.

Sie sagen, dass ‘Jekyll & Hyde’ die schönste Produktion ist, die

Sie jemals gemacht haben. Nach der Mrs. Danvers in ‘Rebecca’

überrascht das natürlich. Warum ist das so?

Natürlich ist ‘Rebecca’ ganz toll. Was ich aber an dieser ‘Jekyll &

Hyde’-Produktion so schön finde ist, dass ich hier so wahnsinnig

viele unterschiedliche Facetten von mir zeigen kann. Zudem habe

ich mit “Someone like you”, “A new life” und “Bring on the men”

drei riesige Balladen zu singen; und dazu kommen noch ein paar

wunderschöne Duette … Ich kann mich einfach viel mehr ausleben.

Wir erklären nicht alles eins zu eins und sagen nicht ganz genau,

was passiert es ist sehr intelligent gemacht. Das Konzept des Regisseurs

Patrick Schlösser, meine Rolle als Nachtclub-Sängerin anzulegen,

gefällt mir sehr ich hätte nie gedacht, dass ich mich

selbst in dieser Figur so finden würde. Aber das habe ich ihm zu

verdanken, er hat mich immer in der Rolle der Lucy gesehen, obwohl

man, wenn man die Broadway-Fassung kennt, bei der Lucy

nicht unbedingt an mich denken würde. Ich fand es total spannend

und habe einfach gespürt, das es absolut stimmig ist. Deshalb habe

ich mich in Kassel auch so wohl gefühlt. Es ist auf jeden Fall eine

der faszinierendsten Produktionen, die ich je gemacht habe.

‘Rebecca’ war natürlich ein Riesenerfolg für mich. Da war ich auch

im richtigen Moment am richtigen Ort. Das Spannende war, dass

ich bei der Entstehung mit dabei war. In der Mrs. Danvers ist ganz

viel von mir, das habe ich kreiert: Jede Bewegung, die jetzt nachgespielt

wird, ist von mir, die habe ich mir ausgedacht. So etwas

ist natürlich ganz großartig, und das weiß jeder, der schon einmal

einen solchen Entstehungsprozess miterlebt hat.

So viele gibt es ja nicht davon.

Deswegen ist es ja in Kassel auch so interessant, denn ‘Jekyll &

Hyde’ wurde quasi noch einmal neu kreiert. Natürlich ist es immer

noch ‘Jekyll & Hyde’, aber man erwartet es nicht so, wie es

jetzt ist, und das finde ich sehr gut.

Was ist Ihr Anspruch an Musical?

So kreativ wie möglich etwas neu zu erfinden und die Emotionen

ganz direkt zu bringen. Oft ist es beim Musical ja so, dass eine

Show schon besteht und einfach geklont wird aber das interessiert

mich nicht mehr. Das habe ich früher, als ich angefangen habe,

natürlich auch gemacht. Damals habe ich geschaut, wie ist es,

‘Phantom’ zu machen und eine Produktion zu kopieren, die es seit

Jahrzehnten gibt. Das war auch sehr spannend, weil man dort beim

Vorgegebenen eine unglaubliche Genauigkeit braucht. Und Abend

für Abend in diesem Rahmen Kreativität zu finden, war eine große

Herausforderung. Aber am schönsten ist es natürlich, wenn man

den Eindruck hat, die Rolle wird neu kreiert. Und bei ‘Jekyll &

Hyde’ hatte ich jetzt das Gefühl, die Lucy wurde für mich neu geschrieben.

Das Musical ist immer nah an den Menschen. Der Zuschauer spürt,

er könnte es selbst sein. Es ist nicht eine Fantasiefigur, die da auf

der Bühne steht, denn die Person kenne ich, die könnte ich selbst

sein. Mit den Emotionen sehr nah und sehr echt zu sein, ohne

Schnickschnack, das gefällt mir. Das bieten die Musik und die

Form Musical auch an. Man hat dort sehr viele Freiheiten, und die

nutzen zu dürfen, das gefällt mir am Musical.

Gibt es Sachen, die Ihnen weniger gefallen?

Weniger gefällt mir, wenn Klischees bedient werden. Ich merke,

dass man da oft bestimmte Vorstellungen hat, die aber überhaupt

nicht wirken. Da schießt man oft am Ziel vorbei. Zum Beispiel

wie man glaubt, singen zu müssen. Belten zu müssen endet oft in

einer emotionslosen Art von Singen oder emotionslosem Schauspiel,

die ich nicht gerne sehe, wenn ich selbst in ein Musical gehe.

Wie ist Ihre Lucy?

Meine Lucy, das bin ich. Sie arbeitet als Sängerin in einem Nachtclub,

wo sie auch Dr. Jekyll begegnet und sich in ihn verliebt, obwohl

er für sie unerreichbar ist. Im zweiten Akt träumt sie ständig

von diesem wunderbaren Mann, allerdings gibt es da ja auch eine

andere Frau, die ihn sogar heiraten will. Als sie Dr. Jekyll dann

wieder begegnet, verwandelt er sich vor ihren Augen in Hyde.

Jekyll und Hyde sind eine Person ihre Liebe gehört einem Mann

mit einem zweiten Gesicht! Nehme ich die dunkle Seite dieser

Person auch in Kauf oder nicht? Dieses Phänomen gibt es in vielen

Beziehungen: Da sind Seiten am Partner, die nicht genau so sind,

wie man sich das gewünscht hat. Trennt man sich deswegen? Oder

entscheidet man sich, es trotzdem gemeinsam zu versuchen? Ich

glaube, das gibt es sehr oft. Lucy muss sich entscheiden und sie

will ihren Traum mit Jekyll verwirklichen und nimmt deshalb

auch seine negative Seite in Kauf. Sie entscheidet sich für Jekyll

musicals 04.14

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interview

und Hyde, singt “A new life” und bezahlt mit ihrem Leben. Aber

es gibt noch eine andere Dimension in meiner Lucy-Interpretation:

Die etwas ältere Lucy mit ihrer großen Lebenserfahrung hat ihre

Träume bisher noch nicht erfüllen können und inzwischen drängt

die Zeit, dass es passiert. Es ist toll, so etwas spielen zu dürfen.

Lucy scheint so weit weg zu sein von einer Mrs. Danvers oder

Norma Desmond. Gibt es etwas, was diese Rollen verbindet?

In all den Rollen gibt es eine Sehnsucht, die nicht erfüllt wird,

nicht erfüllt werden kann. Lucy ist bereit, sich dafür zu opfern. Das

ist nichts anderes als bei Mrs. Danvers. Natürlich ist sie eine ganz

andere Figur, aber trotzdem ist dieser Hintergrund der gleiche.

Warum wird auf Englisch gesungen?

Das weiß ich nicht, aber ich habe mich total gefreut, dass es auf

Englisch ist. Man geht ja auch nicht in New York in die Met und

schaut sich eine Wagner-Oper auf Englisch an. Natürlich ist es

manchmal ganz toll, dass ein Stück auf Deutsch ist, aber in diesem

Fall ist es kein kompliziertes Englisch, man braucht kein Wörterbuch,

um es zu verstehen. Ich mache mir darüber auch gar nicht so

viele Gedanken, dass man es nicht verstehen könnte.

Ich glaube, es geht auch oft viel verloren, wenn man etwas übersetzt.

Und das eine wägt man dann gegen das andere ab. Ich singe

sehr gerne auf Deutsch, auf Französisch sogar auf Russisch habe

ich schon gesungen und ich finde es schade, wenn man alles

übersetzt. Ich würde lieber alles in der Originalsprache singen.

Aber als Holländerin bin da vielleicht auch viel mehr gewohnt. Ich

wünschte, dass hier in Deutschland in dieser Richtung mehr passieren

würde. Es würden bestimmt viel mehr neue Musicals gemacht

werden können, wenn sie nicht übersetzt werden müssten.

Warum sollte es Musical werden?

Es war gar nicht so eindeutig für mich, dass es Musical werden

sollte. Es war halt schon früh als Kind offensichtlich, dass ich eine

Musikalität hatte, die ziemlich außergewöhnlich war. Dazu war ich

ein sehr kreatives Kind. Und dann hatte ich auch noch eine gute

Stimme. Ich habe immer Musikunterricht genossen und habe diese

kreative Ader weiterentwickelt, wo es nur ging. Und ich habe immer

in sehr vielen verschiedenen Stilen gesungen und mich aus Liebe

zur Musik nie für einen Stil entscheiden können und mache das

bis heute nicht. Es gibt nicht nur Musical für mich. Aber Musical

ist schon eine unglaublich attraktive Theaterform.

Sie haben also keine zwiespältige Beziehung zum Musical?

Wenn man sich Ihre Vita anschaut, nach ‘Rebecca’ kam eine

große Lücke und nun spielen Sie nach der Norma Desmond die

Lucy. Man könnte es interpretieren, als ob Sie sich nicht sicher

sind im Musical?

Für mich war es ganz wichtig, mich trotz Riesenerfolg auch immer

weiterzuentwickeln. Nach ‘Rebecca’ habe ich sehr hart an mir gearbeitet

und viel studiert. Ich wollte nicht bequem sein und sagen:

“So, jetzt bin ich im Musical-Business und mache ein Musical nach

dem anderen.” Außerdem hatte sich für mich nichts Interessantes

angeboten abgesehen natürlich von der österreichischen Erstaufführung

von ‘Sunset Boulevard’ mit Harald Serafin und David

Arnsperger in Klagenfurt. Es war vielleicht eine lange Pause, aber

es ist in der Zeit nichts passiert, bei dem ich dachte: “Schade, dass

ich da nicht dabei bin.” Ich habe andere Dinge gemacht und ganz

genau darauf geachtet, wo meine Leidenschaften liegen und woran

ich an mir arbeiten muss. Ich habe die Zeit sehr gut genutzt, habe

auch wieder Oper gemacht, beispielsweise bei den Wiener Festwochen

2011 ‘Rigoletto’ im Theater an der Wien unter der Regie von

Luc Bondy. Mit ihm zu arbeiten war für mich ein Highlight.

Ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass die Musicals, die ich

gemacht habe, wirklich sehr gut waren. Ich wäre unglücklich,

wenn ich bei Produktionen oder Projekten mitmachen müsste, hinter

denen ich nicht stehen kann. Im Laufe einer Karriere wird man

ja auch immer kritischer mit sich und will künstlerisch weiterkommen.

Es ist auch ganz wichtig, dass man sich weiterentwickelt.

Wenn man nach einem Erfolg sagt, das ist mein Erfolg

und ich will es jetzt immer so haben, das geht nicht. Man muss

loslassen können und wieder neu beginnen. Lediglich irgendetwas

zu halten ist langweilig; man würde sich selbst nur wiederholen.

Ist die Arbeit in der Oper eine andere als im Musical?

Es ist schon anspruchsvoller. Es ist eine andere Art, ans Material

heranzugehen, es ist eine andere Technik, eine andere Arbeitsweise.

Musical lässt mehr Raum für Eigenkreativität und Improvisation

als die Oper. In der Oper ist alles sehr festgelegt. Aber wenn man

die Materie erst einmal einstudiert hat, gibt es auch dort wieder

Freiheiten. Ich profitiere davon, dass ich manchmal Jazz singe oder

eben Musicals. Diese Erfahrungen bringe ich dann wieder in die

Oper ein, und das ermöglicht mir eine andere Herangehensweise

als jemandem, der nur Oper macht. Und weil ich eben Oper immer

studiert habe und das auch noch tue, profitiert das Musical davon,

dass ich dort bereits meine stimmlichen Grenzen ausgetestet

habe. Davon profitiert meine Stimme, meine Technik und ich kann

Dinge machen, die schon sehr bemerkenswert sind.

Was diese unterschiedlichen Bereiche gemeinsam haben, ist die

Leidenschaft, die Emotionalität die ist in jeder Gattung vorhanden.

Aber es ist unterschiedlich, wie man die Emotion rauslässt.

Wenn man Oper singt, muss die Emotion einen anderen Weg finden

als beispielsweise beim Jazz oder im Musical.

Und dann gibt es die verschiedenen Stile, und denen musst du immer

treu bleiben: Oper muss wie Oper klingen, Jazz wie Jazz.

Aber was sie alle gemeinsam haben, ist die Emotion einer Rolle:

Wenn du Musiktheater spielst, setzt du Emotion in Gesang und

Darstellung um.

Wie reagieren Opern-Kollegen, wenn sie merken, dass Sie auch

Musical machen? Man hört ja immer von diesem Schubladendenken.

Bisher habe ich bei Kollegen noch keine negativen Erfahrungen

gemacht. Sie waren höchstens überrascht, wenn sie gehört haben,

was ich in der Vergangenheit schon alles gemacht habe. Ich finde

es toll, dass meine Fans oder Leute, die sich für mich interessieren,

mal in ein klassisches Konzert gehen müssen, dann wieder in einen

Jazzclub und beim nächsten Mal wieder in ein Musical. Aber sie

sind jedes Mal total begeistert. Und jedes Mal bin ich es, die auf

der Bühne steht. Ich verbiege mich da nicht. Ich spiele zwar eine

Rolle, aber trotzdem bin ich es.

Was muss eine Rolle haben, dass sie Sie interessiert?

Sie muss zu mir passen. Oder wenn es eine Rolle ist, bei der man

nicht in erster Linie an mich denken würde, dann müsste man es

so machen, dass ich das Gefühl habe, ja ich gehöre jetzt hierhin.

Ich muss hier jetzt sein. Sonst wäre ich nicht glücklich.

Es gibt nun mal Rollen, in denen ich mich nicht unbedingt sehe

aber dann gibt es doch immer wieder Leute, die was daraus machen

und dann passt es plötzlich. Künstlerische Freiheiten machen

es auch wieder spannend.

Und wie geht es weiter? Was kommt nach ‘Jekyll & Hyde’?

Es geht weiter wie immer: Ich mache meine Hausaufgaben, werde

weiter an mir arbeiten und es kann in alle Richtungen gehen,

Hauptsache, es ist gute Musik. Außerdem habe ich ja seit 2011

auch eine Professur am Konservatorium Wien, gebe meine Erfahrungen

also weiter, was sehr zeit- und arbeitsintensiv ist. Dann gebe

ich noch viele Konzerte mit Project Two, einer Jazzband, mit

der ich regelmäßig auftrete. Das sind super Musiker, mit denen

kann ich spielen, bis ich umfalle!

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musicals 04.14


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luzern

Kiss Me, Kate Musik / Songtexte: Cole Porter; Buch: Bella und Samuel Spewack; Deutsche Übersetzung: Günter Neumann; Neufassung: Peter Lund; Regie: Dominique

Mentha; Choreografie: Kinsun Chan; Bühne: Werner Hutterli; Kostüme: Mechthild Feuerstein; Musikalische Leitung: Florian Pestell. Darsteller: u.a. Madelaine Wibom

(Lilli Vanessi), Todd Boyce (Fred Graham), Marie-Louise Dressen (Lois Lane), Robert Maszl (Bill Calhoun), Sean Stephens (Paul), Christoph Künzler (Harry Trevor / Harrison

Howell), Szymon Chojnacki (Lucentio), Marco Bappert (Gremio), Carlo Jung-Heyk Cho (Ganove), Flurin Caduff (Ganove), Renata Kälin (Hattie). Uraufführung: 30.12.1948,

New Century Theatre, New York. Deutschsprachige Erstaufführung: 19.11.1955, Städtische Bühnen Frankfurt. Premiere: 31.10.2013, Luzerner Theater.

www.luzernertheater.ch

Kiss Me, Kate

Eine rundum gelungene Produktion des Musical-Klassikers

von Gunnar Habitz

Auch in der Zentralschweiz tut sich etwas

in Sachen Musical: Zum einen sorgen die

viel beachteten Produktionen der Greber

Circomedia im Luzerner Vorort Kriens für

bewusst gewagte Adaptionen von vor allem

tanzbaren Musicals, zum anderen bietet das

Luzerner Theater inzwischen jährlich eine

Musical-Neuinszenierung, wobei hier eher

traditionelle Aufführungen angesagt sind,

zwar mit cleveren Gestaltungsideen, aber

ohne übertriebene Radikalität.

Nach ‘West Side Story’ und ‘My Fair Lady’

kam in dieser Saison ‘Kiss Me, Kate’ auf

die Bühne. 2004 hatte die Krienser Produktionsfirma

übrigens dieses Cole-Porter-

Musical im großen Luzerner Kultur- und

Kongresszentrum Luzern (KKL) noch vor

Eröffnung des eigenen Le Théâtre aufgeführt.

Nun sorgte Dominique Mentha, der

Direktor des Luzerner Theaters, an seinem

Haus für eine in sich stimmige Produktion,

die mit einigen Überraschungen aufwartete,

erfreulicherweise nicht in Richtung

Operette driftete und für die Kinsun Chan

eine mitreißende Choreografie beisteuerte.

Gespielt wurde die Neufassung von Peter

Lund, auf den Einbau von Helvetismen verzichtet.

Das Bühnenbild gestaltete Werner Hutterli.

Den Backstage-Bereich bei diesem Theaterim-Theater-Stück

löste er mittels eines

Gerüsts und eines Treppenaufgangs zu den

Garderoben von Lilli und Fred, die Szenerie

der ‘Widerspenstigen’-Aufführung dominieren

im Hintergrund gemalte Prospekte mit

üppigen Palästen und Säulen. Mechthild Feuerstein

steuerte prächtige Kostüme bei. Katharina

etwa trug überwiegend ein elegantes

grünes Kleid, während die kesse Bianca

in Pink auftrat. Nicht nur bei den Freiern,

sondern bei allen Herren im Bühnenstück

fiel beim zweiten Hinsehen die in ihren

Hosen eingenähte aufrechte Männlichkeit

auf … Witzig und optisch gar nicht so gefährlich

waren die beiden Ganoven in ihren

schwarz-weiß-karierten Outfits.

Als Lilli Vanessi bzw. Katharina gefiel die

Schwedin Madelaine Wibom, die jahrelang

zum Luzerner Ensemble gehört hatte und

nun als Gast mitwirkte. Rollengerecht war

sie Diva und Furie. Der Amerikaner Todd

Boyce versuchte als ihr Gegenspieler im Leben

(Paul Graham) und auf der Bühne (Petruchio)

die Zähmung seiner Auserwählten.

Er überzeugte darstellerisch mit dominantem

Auftreten und gefiel besonders mit seinem

kräftigen Bariton.

Lois Lane alias Katharinas Schwester Bianca

gab die Mezzosopranistin Marie-Louise Dressen

mit klarem Gesang, ordentlichem

Schwung und einer gehörigen Portion Anziehungskraft

auf die Männerwelt. Im einzigen

auf Englisch gesungenen Song “Too

darn hot” erinnerte Dressen, die im Vorjahr

als Eliza brilliert hatte, eindrucksvoll an die

glorreiche Swing-Ära. Lois' Geliebten Bill

Calhoun bzw. Hortensio gab der Tenor Robert

Maszl wie bereits den Freddy in ‘My

Fair Lady’ ganz als Charmeur. Das Terzett

Fotos: Ingo Höhn

vorne in der Mitte Todd Boyce (Fred Graham) und Madelaine Wibom (Lilli Vanessi)

Foto oben: Marie-Louise Dressen (Lois Lane; Mitte)

Foto unten: v.l.n.r. Madelaine Wibom (Lilli Vanessi),

Todd Boyce (Fred Graham), Marie-Louise Dressen

(Lois Lane) und Robert Maszl (Bill Calhoun)

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musicals 04.14


luzern/passau

von Biancas Verehrern wurde durch Szymon

Chojnacki (Lucentio) und Marco Bappert

(Gremio) komplettiert. Die Doppelrolle als

Vater Baptista und General Harrison Howell

verkörperte Christoph Künzler, die beiden

Ganoven waren Carlo Jung-Heyk Cho

und Flurin Caduff, die ihre Rollen mit

reichlich Klamauk spielen durften.

Eine klasse Besetzung war der als Choreograf

bekannte Sean Stephens in der Rolle des

Inspizienten Paul, der bereits in mehreren

Schweizer Musicals als Sänger und Tänzer

auftrat. Während er die meiste Zeit über

eher zerstreut seine kleine Rolle ausführte,

gehörten seine Stepptanz-Einlagen zu den

Highlights des Abends. Das Luzerner Sinfonieorchester

unter dem flotten Dirigat

von Florian Pestell sorgte für jazzigen

Sound.

Mit dieser gelungenen Produktion dürfte

das Luzerner Theater seine Fangemeinde

mit Sicherheit vergrößern.

Carousel Musik: Richard Rodgers; Texte / Buch: Oscar Hammerstein II, nach ‘Liliom’ von Ferenc Molnár in der Fassung von Benjamin F. Glazer; Regie: Stefan Tilch;

Choreografie: Jonathan Lunn; Ausstattung: Charles Cusick Smith / Philip Ronald Daniels; Musikalische Leitung: Basil H. E. Coleman. Darsteller: u.a. Jeffrey Nardone (Billy

Bigelow), Mandie de Villiers-Schutte (Julie Jordan), Maria Magdalena Rabl (Nettie Fowler), Emily Fultz (Carrie Pipperidge), Albertus Engelbrecht (Enoch Snow), Kathryn

Brown (Mrs. Mullin), Peter Tilch (Jigger Craigin). Broadway-Premiere: 19.04.1945, Majestic Theatre, New York; Deutschsprachige Erstaufführung: 15.10.1972, Volksoper,

Wien. Premiere: 22.02.2014, Landestheater Niederbayern, Passau. www.landestheater-niederbayern.de

Carousel

Ein unterhaltsamer Abend

von Thomas Schramm

Nach zwei Musicals jüngeren Datums in

den vergangenen Spielzeiten steht in diesem

Jahr ein in Deutschland selten gespielter

Klassiker auf dem Programm: Rodgers

und Hammersteins ‘Carousel’. Er basiert

auf dem Schauspiel ‘Liliom’ von Ferenc

Molnár und erzählt die Geschichte eines

Außenseiters: Billy Bigelow, Ausrufer bei

Mrs. Mullins Karussell, der sich in Julie

Jordan verliebt, seine Arbeit verliert und

schließlich auf die schiefe Bahn gerät, um

Geld für sein Leben mit Frau und Kind zu

bekommen. Der Plan misslingt allerdings

gehörig. Um einer Verurteilung zu ent -

gehen, tötet sich Billy, erhält jedoch die

Gelegenheit, für einen Tag auf die Erde

zurückzukehren, um ein gutes Werk zu

vollbringen. Seiner ebenfalls von der Gesellschaft

ausgegrenzten Tochter Louise

verhilft er zu neuem Lebensmut und auch

Julie fühlt sich bestärkt in ihrem Gefühl,

dass Billy nie von ihrer Seite weichen wird.

Sicherlich kein einfacher Stoff für die Gattung

des unterhaltenden Musiktheaters. Es

ist jedoch dem Team Rodgers und Hammerstein

II gelungen, eine komplexe Milieustudie

der Gesellschaft mit vielschichtigen

Charakteren zu schaffen. Richard Rodgers

steuerte wunderbare musikalische

Nummern bei, die in diesem Umfang zur

Entstehungszeit ihresgleichen suchten, beispielsweise

“If I loved you” oder “Billy's

soliloquy”.

Fotos: Peter Litvai

Mandie de Villiers-Schutte (Julie

Jordan) und Jeffrey Nardone (Billy

Bigelow)

musicals 04.14

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passau/schwerin

Am Landestheater Niederbayern in Passau

kann man das Werk mit sämtlichen Dialogen

nun in der Originalsprache mit deutschen

Übertiteln erleben. Sicher ein Wagnis,

jedoch schien dies dem Publikum für

sein Theatererlebnis keinen Abbruch zu tun

und ist auch aufgrund der vielen Muttersprachler

im Ensemble sinnvoll. Stringent

erzählt Regisseur Stefan Tilch die Geschichte

und führt seine Darsteller mit sicherer

Hand. Während manche Spielszenen etwas

hölzern wirken und die Entwicklungen der

Figuren nicht vollends zeigen, können

Tilchs Darsteller hingegen in den Songs ihre

Stärken präsentieren. Lediglich an einigen

wenigen Stellen erscheinen sie im Vergleich

zum Orchester etwas laut, was allerdings

auch an der sonst sehr dezenten

Tonaussteuerung liegen kann.

Als Julie Jordan überzeugt Mandie de Villiers-Schutte

das Publikum mit ihrer Spielfreude.

Sie kann einerseits das junge Mädchen,

das sich Hals über Kopf in Billy verliebt,

verkörpern als auch die Ehefrau, die

es nicht immer leicht hat. Den Moment, als

Billy in ihren Armen stirbt, kann sie emotional

überzeugend vermitteln. Ihr zur Seite

steht Jeffrey Nardone als Billy Bigelow,

der in den großen musikalischen Szenen

mit seiner angenehmen Stimme punkten

kann. Nardone kann glaubhaft vermitteln,

dass Julie zur einzigen Frau in seinem Leben

geworden ist, jedoch hätte er an einigen

Stellen die Brüche seiner Figur zwischen

treusorgend und aufbrausend noch

stärker ausspielen können. Herrlich naiv als

Julies Freundin Carrie agiert Emily Fultz

und liefert einen wunderbaren Gegenpart

zu Albertus Engelbrecht, der einen wortkargen

und steifen Enoch Snow auf die Bühne

bringt. Mit überzeugendem Spiel und einem

anrührenden “You never walk alone”

besticht Maria Magdalena Rabl als Julies

Cousine Nettie, während Peter Tilch einen

einschmeichelnden, jedoch bitterbösen Jigger

Craigin darstellt.

Die Ausstattung von Charles Cusik Smith

und Philip Ronald Daniels lässt die Übergänge

zwischen den einzelnen Szenen zügig

vonstattengehen und lässt durch die schlichte

Holzoptik die Figuren und deren Geschichten

im Zentrum stehen, ohne sie zu

überlagern. Während Jonathan Lunn den

Chor des Landestheaters Niederbayern in

den großen Ensemblenummern geschickt

bewegt, mag seine Choreografie für Billys

Blick vom Himmel auf die Erde nicht so

recht zu Rodgers' Musik passen, da sie stilistisch

zu modern wirkt. Basil H. E. Coleman

lässt besagte Musik von der Niederbayerischen

Philharmonie prächtig erklingen

und sorgt mit gelungenen, vor allem im

“Carousel waltz” teilweise überraschenden

Tempi für einen unterhaltsamen Abend.

Sonnenallee - Das Musical nach dem gleichnamigen Film von Thomas Brussig, Detlev Buck und Leander Haußmann; Regie: Ralph Reichel; Choreografie: Rüdiger Daas;

Ausstattung: Claudia Charlotte Burchard; Musikalische Leitung: John R. Carlson. Darsteller: u.a. Christoph Bornmüller (Michael Ehrenreich), Christoph Götz (Mario

Mackert), Harald Horváth (Jürgen Brodale, genannt Brötchen), Simon Jensen / Raphael Käding (Michael Wuschanski, genannt “Wuschel”), Luis Quintana (Appolonius, genannt

“Appel”), Caroline Wybranietz (Miriam Sommer), Josefin Ristau (Chantalle Müller / Pionierleiterin), Stefanie Lübcke / Charlotte Schön (Mandy), Bernhard Meindl

(Westfreund Miriams), Sebastian Reusse (Horst Ehrenreich), Franziska Hayner (Doris Ehrenreich), Anja Werner (Frau Nizold / Frau Sommer). Uraufführung: 14. Februar

2014, Mecklenburgisches Staatstheater, Schwerin. www.theater-schwerin.de

Sonnenallee

Nicht in den Flachgewässern vergleichbarer Compilation-Shows

von Heinz-Jürgen Rickert

Eine Straße in Berlin, lang, eher gesichtslos,

dazwischen ein Platz mit dem berühmten

Riesenkaufhaus aus den 20er-Jahren

und schwer geschichtsträchtig: Die Mauer

setzte hier fast drei Jahrzehnte einen radikalen

Schnitt, teilte Demokratie und Diktatur,

zersägte Familienbande. Von der einen

Seite schauten freie Gaffer gierig nach

Osten, jenseits waren solche Blicke strikt

untersagt, blieben Sehnsüchte im streng

reglementierten Staat ein privates Ventil.

Zufällig traf genau an diesem Ort der Kalte

Krieg auf die Realität. Thomas Brussig,

Detlef Buck und Regisseur Leander Haußmann

fertigten der historisch bedeutenden

Schnittstelle 1999 ein Zelloloid-Denkmal.

‘Sonnenallee’ hieß der ziemlich erfolgreiche

Film, unterhielt fast drei Millionen Besucher,

bekam den Deutschen Filmpreis und

ansonsten eher schwache Kritiken. Als albern

oberflächliche Nummernrevue wurde

der Streifen apostrophiert, trotz erstklassiger

Besetzung. Am Staatstheater Schwerin polierte

Ralph Reichel den Stoff mit blitzblanker

Klinge, zurrte die zerfledderten Handlungsstränge

dramaturgisch klug zusammen

und entwickelte daraus ein Musical, das die

Zuschauer mit Ovationen feierten.

Die Straße mit dem trügerisch schönen Namen

gerät zum Synonym ein Handlungsfeld

für Begierde und Hoffnung, Lähmung,

Erschütterung, Verrat, kleine Freuden und

dubiose Maskeraden. Die Film-Autoren gingen

vielleicht etwas unbekümmert mit dem

Imperfekt um, banalisierten Unterdrü -

ckung, Unrecht, Zensur. Als sein eigener

Regisseur versucht Ralph Reichel einen

Spagat: genau solche Verharmlosung zu unterbinden,

zugleich die Geschichte nicht einer

süßlichen Ostalgie-Welle preiszugeben.

25 Jahre nach dem Einsturz der das Menschenrecht

verachtenden Mauer bemüht er

sich um Authentizität, ohne Anspruch auf

Quellengenauigkeit, dafür mit einer gehörigen

Portion Witz, manchmal in deftigem

Zuschnitt. Es kalauert sich durch den

DDR-Alltag. Macht jedoch nichts, denn

der real existierende Sozialismus war in der

Tat partiell unfreiwillig komisch. Das zeigt

sich unter anderem beim Besuch der Westverwandtschaft

in Honeckers biederer

Hauptstadt. Irgendwie trifft in ‘Sonnenallee’

immer Tragik auf Komödie, Thriller

auf Slapstick. Das klappt durchaus, denn

das vital sprühende Ensemble wirft sich

mit Leidenschaft in die saftigen Geschich-

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musicals 04.14


schwerin

Fotos: Silke Winkler

Foto unten links: vorne v.l.n.r. Christoph Götz (Mario Mackert), Josefin Ristau (Chantalle Müller), Harald Horváth (Jürgen Brodale), Christoph Bornmüller (Michael

Ehrenreich) und Simon Jensen (Michael Wuschanski); stehend Anja Werner (Frau Nizold); Foto unten rechts: v.l.n.r. Simon Jensen (Michael Wuschanski), Christoph

Bornmüller (Michael Ehrenreich), Luis Quintana (Appolonius) und Harald Horváth (Jürgen Brodale)

ten. Das gilt ebenso für die Band, die John

R. Carlson mächtig auf Trab hält.

Überhaupt die Musik. In ihr kulminieren

die Fantasien der jungen Leute jenseits des

hermetisch abgeschlossenen Beton-Riegels.

Die Lust auf knalligen Sound kompensierte

die DDR durch eigene Gruppen, von den

Phudys bis zu Karat, doch der röhrende

Ostblock-Rock lenkte nur bedingt vom

Appetit auf die Rolling Stones oder AC/DC

ab. Raffiniert stellt die Schweriner Fassung

Songs und Lieder von hüben und drüben

gegenüber, etwa mit dem Status-Quo-Titel

“In the army now” und der verklärend verherrlichenden

Militär-Postille “Soldaten

sind vorbeimarschiert”. Das schafft Reibungen,

zeigt jenes Spannungsfeld, das die

Staatssicherheit mit Argusaugen bewachte.

Ein weiteres Compilation-Stück also, dennoch

schliddert ‘Sonnenallee’ nicht in die

Flachgewässer vergleichbarer Musicals. Es

geht auch um heikle Themen wie Staatsräson,

Widerstand, Verweigerung, permante

Rundum-Kontrolle. Damit nimmt Reichels

Version etwas Tuchfühlung mit ‘Hair’ auf

und darin liegt die besondere Qualität der

Neufassung: Hinter der historisch geografischen

Verortung werden zeitlose Fragen von

jungen Erwachsenen aufgegriffen.

Als Erzähler fungiert Micha Ehrenreich, ein

Aufrechter im Staat, der erleben muss, wie

sein Freund Mario in die Fänge der Stasi gerät

und zum Verräter mutiert. Dazwischen

prallt die gesamte DDR-Wirklichkeit in die

Szene, vom Abhören über Mangelwirtschaft

bis zu unerlaubten Grenzgängen in der Fantasie

und natürlich gab es auch hinter dem

“Antifaschistischen Schutzwall” gefühlsechte

Momente mit profanem Verliebtsein inklusive

Enttäuschung. Vor allem indes

dröhnte in den Köpfen des Nachwuchses

unaufhörlich der sanktionierte West-Bass.

Das alles kommt in ‘Sonnen allee’ zum Tragen,

satirisch ausgereizt und mit Schmackes

zugespitzt große Politik im Spiegel von

gelegentlich etwas karikaturesk gezeichneten

Charakteren.

Versatzelemente wie den einst bestaunten

Multifunktionstisch oder die Couch im Bitterfelder

Hochbarock samt schrill wirkenden

Kostümen im Original-Look fügt Ausstatterin

Claudia Charlotte Burchard mit Geschick

zu einem Kaleidoskop östlichen

Schicks zusammen und betont das Lebensgefühl

der damaligen Bevölkerung. Ralph

Reichel nutzt die optischen Reize für eine

Bilder- und Ideenflut. Der Regisseur hat

das Massenaufgebot perfekt im Griff, mitsamt

der Choristen vom Schweriner

Goethe-Gymnasium. Das macht reichlich

Spaß, ohne eine flotte Nachhilfestunde für

den Geschichtsunterricht im Sinn zu haben.

Rüdiger Daas legte sich mächtig ins Zeug,

um den Apparat mit köstlichen Einfällen

choreografisch in Bewegung zu bringen.

Rückblick, Wehmut, Verdrängung? Egal,

‘Sonnenallee’ im Musical-Format beweist in

Schwerin allemal seine Bühnentauglichkeit.

Im Zentrum beeindruckt Christoph Bornmüller

als omnipräsenter Micha. Christoph Götz

als opportunistischer Mario, Caroline Wybranietz

(Miriam), Harald Horváth (Jürgen) und

Simon Jensen (Wuschel) ragen aus dem insgesamt

starken Ensemble heraus: ein kurzweiliges,

scharf pointiertes Stück mit drallen

Typen, die gern mal die Peitsche des

DDR-Regimes spüren und einen schnellen

Lacher rasch im Hals ersticken lassen.

musicals 04.14

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der Cagelles sein Bein auf der Schulter eines

Zuschauers ab oder die beiden Heiratswilligen

Anne (allzu angestrengt: Nell

Pietrzyk) und Jean-Michel (mit angenehmem

Lausbubencharme: Sebastian Stert)

wälzen sich im Liebesrausch zwischen den

Stühlen. Und wenn sich George und Albin

in einem flugs zusammengebauten ‘Lohengrin’-Schwanenboot,

dessen Hals in einer

überdimensionalen Penis-Eichel endet, ansingen

(“Ich bin jung und verliebt”), dann

gibt es doch einiges verschämtes Gekicher

zu hören. Aber spätestens, wenn Albin mit

brüchiger Stimme zum Show-Stopper “Ich

bin, was ich bin” ansetzt, wird das vordergründig

schwule Thema des Musicals zu eiberlin

La Cage aux Folles Musik / Songtexte: Jerry Herman; Buch: Harvey Fierstein, nach der gleichnamigen Komödie von Jean Poiret; Deutsche Übersetzung: Erika Gesell /

Christian Severin; Broadway-Premiere: 21.08.1983, Palace Theatre, New York. Deutschsprachige Erstaufführung: 19.10.1985, Theater des Westens, Berlin.

La Cage aux Folles

Erfreulich unverwüstlich und erschreckend aktuell

von Rolf-Ruediger Hamacher und Philip M. Pankow

Berlin

Bar jeder Vernunft

Regie: Bernd Mottl; Choreografie: Otto Pichler; Bühne:

Friedrich Eggert; Kostüme: Falk Bauer; Musikalischer

Leiter: Johannes Roloff; Darsteller: u.a. Peter Rühring

(Georges), Hannes Fischer (Albin/Zaza), Sebastian Stert

(Jean-Michel), Nell Pietrzyk (Anna), Fausto Israel (Jacob),

Carry Sass (Jacqueline), Jacqueline Macaulay

(Mme Dindon), Romanus Fuhrmann (Eduard Dindon).

Premiere: 01.03.2014, Bar jeder Vernunft, Berlin.

www.bar-jeder-vernunft.de

Fast 30 Jahre nach ihrer europäischen Erstaufführung

(vor dem Londoner West End!)

kommt jene Show nach Berlin zurück, die

1985 am Theater des Westens Furore machte.

Und bis heute für mich das einzige

Broadway-Musical ist, dessen deutsche Inszenierung

(Helmut Baumann) die New

Yorker noch übertraf.

Dass der ‘Käfig voller Narren’ nun in der

Bar jeder Vernunft gelandet ist, passt perfekt

zum Handlungsort des Stückes, einem

Travestie-Kabarett an der französischen

Riviera. Natürlich bestand die Herausforderung

darin, das aufwendige Musical für

die Kleinkunst-Bühne im runden Spiegelzelt

herunterzubrechen, ohne ihm seine

Verve zu nehmen. Regisseur Bernd Mottl

macht aus der Not eine Tugend, verlegt einen

Teil des Spiels auf eine Drehscheibe vor

der Bühne und zwischen das an Tischen sitzende

Publikum. So legt schon mal einer

Fotos: Adrienne Gerhäuser (oben rechts / unten links) / XAMAX (oben links / unten Mitte und rechts)

Fotos oben: v.l.n.r. Carry Sass (Jacqueline), Jacqueline Macaulay (Mme Dindon), Romanus Fuhrmann (Eduard Dindon) und Hannes Fischer (Albin/Zaza)

Foto unten links: Sebastian Stert (Jean-Michel) und Peter Rühring (Georges); Foto unten Mitte: v.l.n.r. Andreas Renee Swoboda (Chantal), Vanni Viscusi (Mercedes),

Hannes Fischer (Albin/Zaza), Christoph Jonas (Hanna) und Hakan T. Aslan (Phaedra); Foto unten rechts: Hannes Fischer (Albin/Zaza) und Sebastian Stert (Jean-Michel)

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musicals 04.14


erlin/hildesheim

SIE SUCHEN?

WIR HABEN!

SIE HABEN?

WIR SAMMELN.

Deutsches Musicalarchiv Tel.: 0761 / 70 50 30

Rosastraße 17-19

79098 Freiburg i.Br. deutsches-musicalarchiv.de

Fotos: Adrienne Gerhäuser

nem allgemein Menschlichen, das sich auf

jede Beziehung übertragen lässt. Dass dieser

Funke aufs Publikum überspringt, liegt

auch am berührenden Spiel von Hannes

Fischer und Peter Rühring, zwei Mimen im

Rentenalter von 66 und 71 Jahren, die das

aus einem Transvestiten und einem “normalen”

Homosexuellen bestehende Paar

mit jener Ausstrahlung wahr werden lassen,

die lange zusammenlebende und -arbeitende

Partner umgibt. In ihren besten Momenten

wirkt das nicht wie gespielt, sondern

gelebt. Vielleicht auch, weil Fischers

v.l.n.r. Peter Rühring (Georges), Fausto Israel (Jacob)

und Hannes Fischer (Albin/Zaza)

Albin so gar nichts Glamouröses hat, selbst

in seinem Show-Kostüm eher trutschig und

im Alltag wie Mutti von nebenan wirkt.

Dem Affen richtig Zucker geben dürfen

dann die (hier nur vier) Cagelles Andreas

Renee Swoboda, Christoph Jonas, Vanni Viscusi,

Hakan T. Aslan , die sich in ihren luftigfantasievollen

Kostümen (Falk Bauer) auch

schon mal hautnah unters Volk schwitzen.

Nur steppen hätte man sie gerne gesehen.

Aber Otto Pichler, der ja schon bei seiner

‘Kiss Me, Kate’-Choreografie an der Komischen

Oper diese Chance vertan hatte,

glänzt auch hier nicht gerade mit einfallsreichen

Schrittkombinationen. Für ausgelassene

Stimmung ist eher Fausto Israel, der

lieber Zofe als Butler sein will, zuständig.

Mit Hingabe gibt er die Rampensau, was

besonders das Tempo des zweiten Aktes

hoch hält, den Mottl ganz in der Tradition,

der dem Musical zugrunde liegenden französischen

Boulevardkomödie (1973) inszeniert

hat: Tür auf, Tür zu, ein ständiges

Gewusel auf der Bühne. Jetzt kommt auch

die hübscheste Idee von Bühnenbildner

Friedrich Eggert zum Tragen: Aus der

Zeltkuppel schwebt ein Tisch herab, an

dem in Jacquelines (unterbeschäftigt: Carry

Sass) Gourmet-Tempel das Happy End vorbereitet

wird. Das versucht erst mal der homophobe

Politiker Dindon (schön fies: Romanus

Fuhrmann) zu verhindern, während

seine frustrierte Ehefrau Marie (herrlich

verhuscht: Jacqueline Macaulay) lieber zur

Flasche greift. Aber dann heißt es zum

Finale doch: “Die schönste Zeit ist heut”.

Die allerdings schmissiger ausgefallen wäre,

hätte das Musiker-Quintett (Leitung: Johannes

Roloff) nicht ein zweites Keyboard

aufgefahren, das mit seinem Hammondorgel-Sound

eine abtörnende Süße ins Spiel

bringt.

Rolf-Ruediger Hamacher

Hildesheim

Theater für Niedersachsen

Regie / Choreografie: Katja Buhl; Ausstattung: Dirk Immich;

Musikalischer Leiter: Leif Klinkhardt; Darsteller:

u.a. Oliver Jaksch (Georges), Jens Krause (Albin/Zaza),

Jens Plewinski (Jean-Michel), Annika Dickel (Anna),

Alexander Prosek (Jacob), Michaela Linck (Jacqueline),

Agnes Buliga-Contras (Mme Dindon), Wojciech Masta -

lerz-Eggers (Eduard Dindon). Premiere: 15.02.2014,

TfN, Hildesheim. www.tfn-online.de

Lessing postulierte vor rund 200 Jahren das

berühmte Toleranz-Edikt. Es lässt sich

mühelos auf sämtliche Lebensbereiche

übertragen und sollte bis heute Schule machen.

Eigentlich wären damit die Grundregeln

für ein friedliches Miteinander vorgegeben.

Doch weit gefehlt, die Welt sieht es

anders. Homophobie zum Beispiel ist auch

zurzeit weit verbreitet, latent oder gar

staatlich verordnet. Wie in Putins autokratischem

Russland und anderswo. Das Stück

steht dort auf dem Index. Schon das Credo

von Autor Harvey Fierstein würde in Moskau

für eine drakonische Bestrafung reichen:

“Wir sollten uns die Vorstellung abschminken,

Liebe und Familie seien heterosexuelle

Vorrechte, es sind Menschenrechte!”

Ein klarer Satz, den ‘La Cage aux Folles’

mit Nachdruck unterstreicht. Ohne die

immer noch erschreckende Aktualität der

Aussage wäre das Musical heute schon beinahe

nostalgisch, jedenfalls jenseits wirklicher

Brisanz. Die Songs von Jerry Herman

sind schmissig oder gefühlvoll, abgesehen

von “I am what I am” reißen sie aber nicht

gerade vom Hocker. Auf dem schmalen

Grat zwischen politischem Plädoyer und

harmloser Unterhaltung bewegt sich

zwangsläufig jede Inszenierung. Am Hildesheimer

Theater für Niedersachsen (TfN)

gelingt Regisseurin und Choreografin Katja

Buhl dieser Balance-Akt mit der bestens

trainierten MusicalCompany bravourös.

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hildesheim

Jens Krause (Albin/Zaza)

Fotos: Andreas Hartmann

Fotos unten links und Mitte: Jens Krause (Albin/Zaza) und Oliver Jaksch (Georges); Foto unten rechts: Alexander Prosek (Jacob) und Jens Krause (Albin/Zaza)

Jede Produktion steht und fällt mit der Besetzung

von Albin alias Zaza, dem Travestie-Star

im Nachtclub von St. Tropez. Das

TfN kann damit aufwarten: Jens Krause, bewährter

Darsteller der Company, nun in

seiner Paraderolle zu bestaunen, exakt im

richtigen Alter. Er besitzt alles, was die Figur

hergibt, präsentiert sich schrullig und

schwülstig, verletzbar und verliebt, mütterlich

und mondän, frivol und feinsinnig. Er

ist in jedem Moment alternde Diva oder

sorgsamer Partner, zieht das gesamte Stimmungsbarometer

in Windeseile von zu Tode

betrübt bis euphorisch. Genüsslich zelebriert

er vulgäre Witze beim Show-Auftritt

und fällt hinter der Bühne jäh zusammen.

Krause kann alles, bürstet das Tuntige heraus

und ebenso die leisen, fragilen Augenblicke.

Nichts überzieht er, setzt Gesten

und Szenen famos ins Lot.

So viel Professionalität steckt an. Als sein

langjähriger Lebensgefährte Georges bleibt

Oliver Jaksch hochpräsent und eher das leisere,

ausgleichende Pendant. Anders als Albin

wirkt sein Seelenstriptease verhaltener.

Kontraste, die sich anziehen und damit

ausgleichen. Seine Vergangenheit heißt

Jean-Michel und wird von Albin gern als

Betriebsunfall zelebriert. Der Filius will

nun auch noch heiraten und gar eine Frau.

Das bringt manche Gewohnheiten durcheinander,

denn die Schwiegerfamilie stammt

aus streng bürgerlichen Kreisen mit massiver

Rechtslastigkeit. Jens Plewinski bewahrt

in diesen unheilträchtigen Verstrickungen

die Ruhe, zersägt mit schöner Stimme und

jugendlichem Charme die Konfusionen und

bewahrt dort Anstand, wo Contenance ansonsten

Fehlanzeige ist. Annika Dickel als

auserkorene Anne steht ihm mit gleichen

Qualitäten zur Seite. Herrlich ist Wojciech

Mastalerz-Eggers als polterndes Schwergewicht

Eduard Dindon, Annes resoluter

Vater mit Hang zum dröhnenden Überschwang.

Wenn er bei der Flucht widerwillig

zur grell geschminkten Transe mutiert,

wünscht sich wohl manch aufgeklärter

Zuschauer einschlägig schwadronierenden

Politikern ein ähnliches Schicksal. Madame

Dindon verkörpert Agnes Buliga-Contras

glaubhaft. Alexander Prosek als Jacob stakst

und stapft mit Wonne in jedes Fettnäpfchen

und beweist überraschenden Mut zur Hässlichkeit.

Neben Michaela Linck als kolportagesüchtiger

Jaqueline gefallen besonders die

Cagelles: Jonas Hein, Magdalene Orzol, Annika

Dickel, Tim Müller, Caroline Zins und Jarred

Ramon Bailey stürzen sich mit wildem

Spieltrieb in die Rollen. Da wird es schwül

und lasziv bis ordinär, vor allem gibt es

Flitter, Glitter und Glamour, die Zickigkeit

agieren sie hinter den Kulissen mit gleicher

Wollust aus.

Katja Buhl führt das ambitionierte Ensemble

mit Finesse durch die Untiefen des Musicals,

gönnt Emotionen genügend Raum,

drückt mächtig aufs Tempo, wenn Showtime

angesagt ist. Ihre Choreografie passt

zum Milieu, begeistert durch zündende

Einfälle. Herz und Schmerz kommen immer

prächtig zur Geltung und die feschen

Beine auf High Heels sorgen stets für

Schwung und gute Laune. Der bereitet Leif

Klinkhardt mit seinem straff geleiteten Orchester

den entsprechenden Boden. Es

swingt aus dem Graben, flotte Songs und

anrührende Balladen ergeben eine glückliche

Mischung. Die Ausstattung von Dirk

Immich kann zwar nicht ausladend spektakuläres

Interieur auf die Bühne stellen,

doch sind die sparsamen Requisiten punktgenaue

Möblierungen der Schauplätze.

Peitschen und Pailletten, Bildschirme und

Boas oder rosa Riesenpumps sowie Vorhänge

als Markierungen sorgen für optische

Reize.

‘La Cage aux Folles’ in Hildesheim dürfte

zum Saison-Renner werden. Der ganze Apparat

steppt, singt und dialogisiert sich

durch die heiß laufenden Aggregatzustände

dieser aufgedrehten Komödie mit Musik

und Hintersinn.

Philip M. Pankow

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hagen

Jesus Christ Superstar Musik: Andrew Lloyd Webber; Texte: Tim Rice; Regie: Thilo Borowczak; Choreografie: Ricardo Fernando; Ausstattung: Lena Brexendorff; Video: Volker Köster.

Musikalische Leitung: Steffen Müller-Gabriel. Darsteller: u.a. Hannes Staffler (Jesus), Carsten Lepper (Judas), Marilyn Bennett (Maria Magdalena), Rainer Zaun (Pontius Pilatus), Orlando

Mason (Kaiphas), Kejia Xiong (Annas), Richard van Gemert (Herodes), Christian Bindert (Petrus), Tillmann Schnieders (Simon Zelotes). Uraufführung: 12.10.1971, Mark Hellinger

Theatre, New York. Premiere: 18.01.2014, Theater Hagen. www.theaterhagen.de

Jesus Christ Superstar

Kein Jesus in Sandalen

von Klaus Bunte

Foto oben: Hannes Staffler (Jesus) und Carsten

Lepper (Judas); Foto unten: Carsten Lepper (Judas)

und Hannes Staffler (Jesus)

Seit Norbert Hilchenbach zur Spielzeit

2007/2008 die Intendanz in Hagen übernahm,

legt das Theater einen Musicalerfolg

nach dem anderen hin. Nun hat man sich

Andrew Lloyd Webbers ‘Jesus Christ Superstar’

vorgenommen.

Wer Jesus immer noch in Sandalen und

Kartoffelsack sehen möchte, ist hier verkehrt.

Regisseur Thilo Borowczak setzt auf

Anspruch und auf das englische Original

mit Untertiteln. Jesus trägt Springerstiefel

statt Sandalen, offenes Oberhemd mit T-

Shirt darunter, kurzes Stoppelhaar und ist

schwer tätowiert. Seine Jünger sind ein

Dutzend bewollmützter Hipster, die sich

beim letzten Abendmahl bei Joints und

Kartoffelchips ins Koma saufen, in einer

Kulisse, die dem unpersönlichen Warteraum

eines Bahnhofs nachempfunden ist. Die Hohepriester

sind finstere Schurken in grauen

Anzügen, die in ihrer sterilen Lounge die

Börsenkurse verfolgen, in “The Temple” verhökern

die Geschäftemacher nicht, dem Gesangstext

entsprechend, Wein und Vögel,

sondern Waffen und Erotik. Ja, Borowczak

hat den Stoff in die Gegenwart verlegt und

macht das Stück zur Parabel über heutige

Nahost-Konflikte.

Die Modernisierung gelingt mal besser, mal

schlechter. Zwei Bilder gibt es, die sich ins

Gedächtnis einbrennen, im Positiven wie im

Negativen. Wenn Jesus erhöht genau in der

Bühnenmitte steht, während auf dem Gaze-

Vorhang vor ihm mit immer höherem Tempo

Bilder von Opfern der Nahost-Konflikte

auf ihn zurasen, und schließlich schreit:

“There's too many of you don't push me;

there's too little of me don't crowd me”,

dann sitzt man gebannt im Sessel. Ganz anders

beim Auftritt von Herodes. Den burlesken

Stil seines Songs aufnehmend, wird

der füllige Richard van Gemert in ein

quietschgelbes Tunten-Outfit mit Anleihen

beim Borat-Badeanzug gesteckt, da wird eine

überzogene Transen-Show gefeiert, die

kein Klischee auslässt und die Vladimir Putin

schlaflose Nächte bereiten würde. Da

reißt auch die pfiffige Choreografie von Ricardo

Fernando nichts raus.

Woran es letztlich nicht das Geringste auszusetzen

gibt, ist die Besetzung. Mit Hannes

Staffler und Carsten Lepper wurden zwei Musicalstars

engagiert. Staffler bringt zwar

nicht ganz die Ausstrahlung mit, die man

sich für Jesus wünschen würde, aber vielleicht

hat gerade das Methode: Der Heiland

als ganz normaler Mensch, von dem zu viel

erwartet wird. Lepper dagegen dominiert

die Show als von Skepsis und Schuldgefühlen

zerrissener Judas, er liefert die stärkste

Performance ab.

Die übrigen Rollen werden von Stammkräften

des Theaters übernommen. Maria Magdalena,

sonst von jungen Mädchen gespielt,

wirkt mit der etwas zu opernhaft singenden

Marilyn Bennett fast mütterlich. Orlando Mason

als Kaiphas wirkt dank der Kombination

aus denkbar tiefstem Bass, einer Körpergröße

von deutlich mehr als zwei Metern

und einem eiskalten Auftreten geradezu

diabolisch. An seiner Seite als einer der

Priester: das Hagener Urgestein Werner

Hahn, der den Jesus hier bereits vor 20 Jahren

spielte. Rainer Zaun als Pontius Pilatus

wirkt zunächst noch wie der arrogante Mafia-Pate,

der dann aber, einen Restfunken

Anstand in sich entdeckend, an seinem Versuch,

Jesus zu retten, scheitert und verzweifelt.

Seine Auftritte gehören zu den imposantesten

des Abends.

Der Orchestergraben ist gut gefüllt: Die

Rockband steht zwar im Vordergrund, wird

aber vom Philharmonischen Orchester (Leitung:

Steffen Müller-Gabriel) ergänzt.

Die darstellerische und musikalische Leistung

des Abends brachten den Mitwirkenden

bei der Premiere verdienterweise stehende

Ovationen ein.

Foto oben: Marilyn Bennett (Maria Magdalena)

und Hannes Staffler (Jesus)

Foto unten: Carsten Lepper (Judas)

Fotos: Kühle / Theater Hagen

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undblick

Foto: www.christian-husar.com

Rundblick

‘Der Mann von La Mancha’ in Baden: Glenn Desmedt

(Sancho Pansa/Diener) und Jochen Schmeckenbecher

(Cervantes/Don Quixote)

Baden

Bad Neuenahr

Der Mann von La Mancha

Stadttheater

Robert Herzl, seit 2005 künstlerischer Leiter

des Stadttheaters, der dem Haus einen hervorragenden

Ruf verschafft hat, geht in

Pension: “Ich möchte zum Abschied ein

Werk so zeigen, wie ich es mir immer gewünscht

habe!” Gespielt wird der Musicalklassiker

‘Der Mann von La Mancha’ mit

dem Buch von Dale Wasserman, der Musik

von Mitch Leigh und den Gesangstexten

von Joe Darion. Der Regisseur Herzl beklagt:

“Man spielt Wassermans Musical immer

mit Schauspielern. Dabei brauchen diese

Partien zum Teil große, schöne Stimmen.

Ich habe dafür Opernstimmen gewünscht.”

Diese Rechnung geht auf. Herzl lässt seine

Inszenierung in der Welt des Dichters Cervantes

und im Gefängnis der gefürchteten

Inquisition spielen. Den passenden Rahmen

schafft Pantelis Dessyllas mit einem grauen

beeindruckenden Bühnenbild, das in der

Mitte von einem großen, verschließbaren

Brunnen aufgelockert wird.

Was wäre dieses Konzept ohne die glänzende

Besetzung der Hauptrollen: Als idealistischer

Cervantes und Don Quixote erfüllt

der Bariton Jochen Schmeckenbecher alle Anforderungen

an diese Rolle. Überzeugendes

Schauspiel und die kräftige Stimme eines

Opernsängers, der auf allen großen Opernbühnen

der Welt zu Hause ist und den

“Unmöglichen Traum” mit Bravour abliefert,

was vom Publikum dementsprechend

goutiert wird. Bei seiner klaren Diktion erstrahlt

auch die wunderbare Übersetzung

von Robert Gilbert wieder in neuem Glanz.

Ihm zur Seite der Belgier Glenn Desmedt als

drolliger und treuer Sancho Pansa, der mit

seinen stimmlichen Mitteln eine Figur

zeichnet, die nicht kräht oder krächzt, wie

man das leider sehr oft erleben muss.

Das Trio komplett macht die Mezzosopranistin

Adrineh Simonian (seit 2001 Ensemblemitglied

an der Wiener Volksoper) als

Aldonza/Dulcinea. Ihr gelingt es, die Bandbreite

dieser Rolle von der groben Dirne bis

zur menschlich erhöhten Dulcinea mit ih-

rem Spiel und ihrer vollen Stimme auszuschöpfen.

Ihr gefühlvolles “Was will er bloß

von mir” oder ihr aufwühlendes “Aldonza”

nach der Vergewaltigung durch die Maultiertreiber

(Daniel Ohlenschläger, Stephan Wapenhans,

Anton Graner, Thomas Weinhappel,

Nicolas Boris Christahl) liefern den Beweis.

Alle fünf stimmlich überzeugend. Die Umsetzung

der Vergewaltigungsszene, immer

eine heikle Angelegenheit, fällt aber für

meinen Geschmack zu derb und naturalistisch

aus, vor allem mangelt es hier aber

an einer tänzerisch-choreografischen Lösung,

für die Michael Kropf ausgebildete

Tänzer benötigt hätte.

Den stimmgewaltigen Padre gibt Reinhard

Alessandrini, als Don Quixotes (vor allem

um ihr Erbe) “besorgte” Nichte meistert

Kerstin Grotrian ihren Part mit Routine. Als

Dr. Carrasco/Herzog/Spiegelritter ergänzt

Artur Ortens das Ensemble mit seiner Wandlungsfähigkeit,

die auch Robert Herzl (Sohn

des Regisseurs) als Gastwirt/Gouverneur

einbringt. Den Barbier, der seines “Goldhelmes”

beraubt wird, gibt Beppo Binder.

Die einzige gesangliche Schwachstelle lässt

sich bei Dessislava Filipov als Haushälterin

orten, die als Chormitglied immer wieder

mit Soloparts betraut wird, aber in diesem

Fall stimmlich im Terzett “Ich denke nur

noch an ihn”, auch was die Textverständlichkeit

betrifft, abfällt. Für den ansonsten

klaren Ton sorgt Andreas Ivancsics.

Das Orchester der Bühne Baden unter der

Leitung ihres Chefdirigenten Franz Josef

Breznik lässt die Partitur in all ihren Farben

funkeln, sorgt für die entsprechende spanische

Note und untermalt die vielen melodramatischen

Stellen gefühlvoll. Robert

Herzls “musicalisches” Abschiedsgeschenk

beschert dem Publikum einen gelungenen

Abend, der der musikalischen Seite dieses

Meisterwerks endlich einmal voll und ganz

gerecht wird.

Heinz Wallner

Best Of Musical And Wine

Kurhaussaal

Der Wein war der große Gewinner der ersten

‘Best Of Musical And Wine’-Gala im

imposanten Jugendstil-Saal. Leider konnte

die moderne Technik mit der alten Architektur

nicht mithalten. So gab es neben

dem Gaumenschmaus zwar etwas für die

Augen, aber die Ohren gingen leer aus.

Dabei hörte sich die Idee der rührigen, ehemaligen

Tourneeveranstalterin Gaby Kern,

die auch die Moderationen geschrieben und

die Regie übernommen hatte, vielversprechend

an: die Ahr und ihre hervorragenden

Weine mit dem Glamour der Musicals zu

verbinden. Beim ‘Rocky Horror Show’-

Medley, bei dem Felix Martin und Kimberly

Trees mit einem VW-Käfer statt in

Frank'n'Furters (Kevin Tarte) Schloss auf einem

Weingut landen und aus einem überdimensionierten

Rotweinglas trinken, geht

das Konzept noch witzig auf.

Aber dann läuft sich der Gag mit dem Glas

schnell tot, ehe man in der Pause und nach

der Veranstaltung selbst in jenes schauen

kann. Und da entfaltete sich eine Qualität,

die die Show leider weitgehend vermissen

ließ. Nicht, dass die Vierte im Bunde,

Maya Hakvoort, das Singen verlernt hätte.

Aber die sechs Musiker aus dem Apollo-

Theater in Stuttgart (Leitung: Bernd Steixner)

hämmerten dermaßen in ihre Instrumente,

als wollten sie Elisabeths Freiheitswillen

(“Ich gehör nur mir”) nicht zu Worte

kommen lassen. Da die Tontechniker (oder

waren es die Jugendstil-Ornamente?) sich

auch dem reinen Klang verweigerten, freute

man sich früh aufs Buffet. Ein Rätsel blieb,

was so zweitklassige Musicals wie ‘Die 3

Musketiere’ und Schlager wie “Delilah”

und ein Elvis-Medley in einem “Best-of” zu

suchen haben, das ohnehin fast nur aus

Songs von Lloyd Webber & Co. bestand, die

die Stars lediglich ihre Belt-Stimmen überstrapazieren

ließen. Nächstes Jahr soll (in

geeigneterem Klang-Ambiente) alles besser

werden. Darauf freuen wir uns: Prost!

Rolf-Ruediger Hamacher

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undblick

Foto: www.christian-husar.com

Foto: Kai-Uwe Schulte-Bunert

Foto: Kai-Uwe Schulte-Bunert

‘Der Mann von La Mancha’ in Baden: Glenn Desmedt (Sancho

Pansa/ Diener), Adrineh Simonian (Aldonza/Dulcinea) und

Jochen Schmeckenbecher (Cervantes/Don Quixote)

‘Der kleine Horrorladen’ in Dresden: Jannik Harneit

(Seymour)

‘Der kleine Horrorladen’ in Dresden: Olivia Delauré (Audry)

und Jannik Harneit (Seymour)

Dresden

Gelsenkirchen

Der kleine Horrorladen

Staatsoperette

Wenn Deutschlands einziges eigenständiges

Operetten- und Musicaltheater in Dresden

eine Produktion des Kultmusicals ‘Der

kleine Horrorladen’ ankündigt, dann muss

es schon etwas Besonderes sein, was die Intendanz

bewegt, dieses Stück in den Spielplan

zu nehmen. Also wird ein Team gesucht,

dem man Kreativität und Originalität

gleichermaßen zutraut. Intendant

Wolfgang Schaller hat dieses Händchen

schon oft bewiesen und sich diesmal an Giorgio

Madia, der am Teatr Wielki Lodz, an

der Volksoper Wien und den Seefestspielen

Mörbisch wirkte, gewandt, um aus der Geschichte

um die fleischfressende Pflanze mit

einer gehörigen Portion Opulenz (Ausstattung:

Cordelia Matthes) eine zweistündige

Bühnenshow zu machen, die das Publikum

von den Sitzen reißt. Madia hat das musikalische

Gefühl, der Company den Rhythmus

dieses kleinen, großartigen Stücks in

Kehle und Beine zu bringen. Wie bei einem

Kreisel, der langsam beginnt und immer

schneller wird, verwandelt Madia Szene

für Szene in eine rauschhafte Show, die

am Ende nur einen Sieger kennt, ein fasziniertes

Publikum.

Dabei ist die Geschichte eigentlich nicht

zum Lachen, denn am Ende hat die fleischfressende

Monsterpflanze drei Menschen

verschlungen und ihre Ableger gehen in alle

Welt. Bekanntermaßen ist schwarzer Humor

“very british”. In diesem Fall muss

man den amerikanischen Autoren Howard

Ashman (Buch und Liedtexte) und Alan

Menken (Musik), die als Vorlage den Film

von Corman/Griffith aus dem Jahr 1960

nahmen, uneingeschränkt diesen Wesenszug

attestieren. Was 1982 als Off-Broadway-Produktion

begann (und dort über

fünf Jahre zu sehen war), kam 1986 in der

Übersetzung von Michael Kunze auf die

deutschen Bühnen und ist seitdem ein

Kultklassiker. Das liegt natürlich nicht nur

an der fleischfressenden Audrey Zwo, sondern

ebenso an dem skurrilen Personal:

Seymour, Audrey, Mr. Mushnik und Dr.

med.dent Scrivello.

Zwischen Grausen und Kitsch lebt die Aufführung

in der Ausstattung von Cordelia

Matthes von den Protagonisten des Abends.

Jannik Harneit gibt bemerkenswert den ungelenken

Seymour. Olivia Delauré als

Audrey ist hier nicht das dumme Blondchen,

sondern erinnert mit ihren großen

unschuldigen Augen eher an Tim Burtons

‘Corpes Bird’, wenn sie über Glück, Haus

und Garten sinniert und dabei das wahre

Leben nicht im Blick hat. Unvergleichlich,

wie Delauré dieses Sehnsuchtsgefühl in jeder

Szene mitspielt. Anrührend komisch

schön. Christian Grygas als sadistischer

Zahnarzt Orin Scrivello liefert mit seiner

Totlach-Szene einen Glanzpunkt der Aufführung.

Gefühlte zehn Minuten lang

macht Grygas diese Szene zu einem Kabinettstück

großer Theaterkunst. Wie wandelbar

dieser Sängerdarsteller ist, zeigt er so

ganz nebenbei in fünf knappen Szenen:

vom Agenten bis zur Verlegergattin. Gerd

Wiemers Mr. Mushnik ist distinguiert und

wenig hintergründig böse. Und da ist natürlich

Audrey Zwo in sechs verschiedenen

Größen, geführt von Dirk Neumann und

mit der Stimme von Frank Felicetti: von

einschleimendem Gesäusel über wohliges

Schmatzen bis zum hysterisch-heiseren

Schreien lässt Felicetti seine Stimmakrobatik

hören. Das ist schaurig schön. Elisabeth

Markstein, Julia Steingaß und Tamara Wörner

als kommentierendes Gesangstrio von

Madia und seiner Ausstatterin glänzend in

Szene gesetzt, zeigen auf eindrucksvolle

Weise, was derzeit in Dresden-Leuben

möglich ist. Dass hier Vorbildhaftes passiert,

daran hat auch Peter Christian Feigel

wesentlichen Anteil. Mit seiner fünfköpfigen

Band begleitet er den Abend in stilsicherer,

nie überzogener Art.

Das Publikum war am Ende über alle

Maßen begeistert.

Lutz Hesse

On The Town

Musiktheater im Revier

Der Star des Abends ist das Orchester: Die

Neue Philharmonie Westfalen blüht unter

der punktgenauen, energetischen Leitung

von Rasmus Baumann auf, schwelgt in symphonischem

Wohlklang, lässt es dann wieder

mit knackig präzisen Bläsersätzen jazzen

und swingen, dass es eine wahre Freude

ist. Selten hat man Leonard Bernsteins

wundervolle Partitur so opulent besetzt

und zugleich so mitreißend interpretiert

gehört. Das ist der große Vorteil von Musicalproduktionen

an Stadttheatern auch

wenn die Tonabteilung gern ein wenig wacher

sein dürfte; gerade zu Beginn gingen

viele Gesangseinsätze im satten Orchestersound

unter.

Das 1944 uraufgeführte Werk (Buch und

Texte: Betty Comden & Adolph Green)

geht auf die Grundidee des Balletts ‘Fancy

Free’ zurück, das Bernstein und Choreograf

Jerome Robbins ein paar Monate vorher

herausgebracht hatten. Robbins integrierte

auch in die recht dünne Musical-Story um

drei US-Marines, die vor ihrem Kriegseinsatz

noch 24 Stunden Landgang in Manhattan

in vollen Zügen genießen wollen,

ausgedehnte Ballettsequenzen, die mehr als

reine Showeinlage, sondern eng mit der

Handlung verknüpft sein sollten. In Carsten

Kirchmeiers Inszenierung gelingt dieses

nur bedingt; die Traumsequenzen spinnen

sehr schön die Emotionen der Protagonisten

fort, aber andere Elemente, wie das den

ersten Akt beendende “Times Square Ballett”,

wirken rein dramaturgisch überflüssig,

konstruiert, wenig motiviert. Dieses

Manko fällt aber nicht mehr ins Gewicht,

sobald die Tanzszenen einmal laufen, denn

Gelsenkirchens neue Ballettdirektorin

Bridget Breiner zeichnet selbst für die Choreografie

verantwortlich und kreiert ebenso

poetische Pas de Deux wie packende Ensembles.

Gelegentliche Zitate von Jerome

Robbins' typischem Bewegungsrepertoire

sind eine schöne Verneigung vor dem Mitschöpfer

dieses Musicals.

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Foto: Thilo Beu

Foto: Thilo Beu

Foto: Thilo Beu

Foto: Thilo Beu

‘On The Town’ in Gelsenkirchen: Piotr Prochera

(Gabey) und Julia Schukowski (Ivy Smith)

‘On The Town’ in Gelsenkirchen:

E. Mark Murphy (Ozzie) und

Dorin Rahardja (Claire)

‘On The Town’ in Gelsenkirchen: Julia Schukowski

(Ivy Smith; Mitte)

‘On The Town’ in Gelsenkirchen:

Michael Dahmen (Chip) und

Judith Jakob (Hildy)

Hamburg

Jürgen Kirner stellte ein Labyrinth aus überdimensionierten

Transportkisten auf die

Bühne, die wunderbar als Straßenschluchten

von Manhattan dienen; Projektionen

(Ulla Theißen) ergänzen perfekt das Bild,

ebenso wie die farbenfrohen, zeitgemäßen

Kostüme von Renée Listerdal, die die zahlreichen

Charaktere treffsicher zeichnen.

Carsten Kirchmeier inszeniert (mit oben

beschriebener Einschränkung) flüssig und

versucht gar nicht erst, dem Nichts an

Handlung mehr Tiefsinn zu geben als

nötig und möglich. Leichtfüßige, charmante

Unterhaltung aus der goldenen Broadway-Ära:

‘On The Town’ ist nicht mehr

und nicht weniger als das, und der Regisseur

war hier klug genug, das zu erkennen.

So setzt er auf den Witz vieler Szenen,

streut Gags wie ein zusammenbrechendes

Dinosaurier skelett ein und entlockt den

Opernsängern (fast alle Rollen sind aus den

eigenen Reihen des Hauses besetzt) beachtliche

komödiantische Qualitäten; nur wer

gerade nichts zu sprechen hat, steht

manchmal etwas hilflos auf der Bühne herum,

bevor er seinen nächsten Satz sagen

darf aber das sind nur kurze Momente,

die sich im Laufe der nächsten Vorstellungen

vielleicht auch noch einspielen.

Die Hauptdarsteller überzeugen durch die

Bank: Piotr Prochera als verträumter Gabey,

Michael Dahmen als touristisch interessierter

Chip und E. Mark Murphy als schlitzohriger

Ozzie spielen sympathisch und singen

wunderbar; ihre Songs, vor allem das gemeinsame

“New York, New York”, sind

absolute Höhepunkte der Aufführung. Lediglich

Procheras volltönender Bariton

klang in den Höhen bei “Lonely town”

leicht angestrengt vielleicht Tagesform.

Von den drei Damen, die unseren Marines

die Köpfe verdrehen, liefern vor allem Judith

Jakob als quirlige Taxifahrerin Hildy

und Dorin Rahardja als nur vermeintlich

verklemmte Wissenschaftlerin Claire, die

sich auf urkomische Weise gehen lässt, dar-

stellerische Kabinettstückchen ab. Trotz

schöner Stimme und hervorragenden tänzerischen

Qualitäten bleibt ausgerechnet Julia

Schukowski als “Miss U-Bahn” Ivy

Smith, hinter der das Trio um Gabey den

ganzen Tag her ist, etwas blass. In Nebenrollen

glänzen Noriko Ogawa-Yatake als

ebenso konsequent frustrierte wie dauerhaft

betrunkene Madame Dilly, Joachim Gabriel

Maaß als pointiert gezeichneter Richter

Pitkin, Nikolai Miassojedov als ständig

durchs Bild schleichender Arbeiter, Vasilios

Manis als Conférencier sowie Betty Garcés

als Nightclub-Sängerin.

Bei allen kleinen Kritikpunkten ist ‘On

The Town’ in Gelsenkirchen doch ein wunderbarer,

höchst unterhaltsamer Abend,

und vor allem die Leistung des Orchesters

lässt nur einen Schluss zu: nicht verpassen!

Mario Stork

Die letzten 5 Jahre

Sprechwerk

Die eigentliche Handlung von Jason Robert

Browns Kammermusical ‘Die letzten 5

Jahre’ ist so alltäglich, dass sicherlich jeder

ein Paar kennt, dem es schon so ergangen

ist wie Cathy und Jamie: Man trifft sich,

verliebt sich, lernt sich besser kennen, heiratet,

stellt fest, dass die Lebensmodelle

nicht zusammenpassen, lebt sich auseinander

und trennt sich wieder.

Das Besondere an Browns Stück ist jedoch

die Erzählweise: Während Cathy vor den

Scherben der Ehe steht und sich rückwärtsgewandt

an ihre Beziehung erinnert, startet

Jamie mit dem vollen Enthusiasmus eines

Frischverliebten und wir begleiten ihn

chronologisch durch die fünfjährige Beziehung

der beiden.

Im Hamburger Sprechwerk stehen Linda

Stark und Sascha Kurth in den Hauptrollen

auf der Bühne. In Eigenregie haben die beiden

Musicaldarsteller Sponsoren gesucht,

eine Bühne gefunden, die siebenköpfige

Band engagiert und drei Aufführungen von

Browns Musical auf die Beine gestellt. Das

allein ist schon bemerkenswert.

Was als Erstes ins Auge fällt, ist der weiße

Klebestreifen, der die Bühne in zwei Spielbereiche

trennt. Vor jeder Hälfte steht ein

Zählwerk bei Cathy beginnend mit fünf,

bei Jamie entsprechend mit null. Damit

wird dem Zuschauer, der das Stück nicht

kennt, viel Hilfestellung gegeben und er

findet sich sehr einfach in der Handlung

zurecht. Gleichzeitig geht dadurch aber der

Charme des Stücks etwas verloren.

Von Beginn an spielen die beiden Darsteller,

jeder in der eigenen Hälfte, mit einem

imaginären Counterpart. Das führt mehrfach

zu Irritationen und verschenkt einmal

mehr das Potenzial des Stücks. Erinnert

man sich an andere Inszenierungen, war es

gerade die Mischung aus gespielten Erinnerungen,

ohne auf ein unsichtbares Gegenüber

einzugehen, und starken Emotionen,

die ‘Die letzten 5 Jahre’ so besonders gemacht

haben. Warum Regisseur Sebastian

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undblick

Foto: Dan Schneider

Foto: Dan Schneider

Foto: Matthias Stutte

Foto: Hagen König

‘Die letzten 5 Jahre’ in Hamburg:

Linda Stark (Cathy)

‘Die letzten 5 Jahre’ in Hamburg:

Sascha Kurth (Jamie)

‘The Black Rider’ in Krefeld: vorne v.l.n.r. Henrike Hahn (Käthchen),

Adrian Linke (Stelzfuß) und Daniel Minetti (Bertram)

‘Annie Get Your Gun’ in Radebeul: vorne Michael

König (Frank Butler) und Susanne Engelhardt (Annie)

Krefeld

Radebeul

Matberg sich hiervon abwendet, bleibt fraglich.

Dass sich das Paar in der Mitte der

Handlung in einem Boot zur Hochzeit trifft

Jamie kommt allein, Cathy steigt dazu,

nach dem Duett steigt Jamie aus und Cathy

fährt allein weiter , ist hingegen szenisch

sehr gelungen.

Sascha Kurth bringt von der ersten Sekunde

an die volle Lebensenergie von Jamie über

die Rampe. Man glaubt ihm, wie sehr er

Cathy liebt, kauft im die Leidenschaft für

seinen Traum, ein erfolgreicher Buchautor

zu werden, ab und kann sogar verstehen,

warum er sich sukzessive aus der Beziehung

zurückzieht. Stimmlich und auch in seiner

Gestik erinnert er anfänglich stark an Patrick

Stanke, der dieselbe Rolle 2005 in

Wuppertal gespielt hat. Im Laufe des

Abends gelingt es ihm aber, der Figur eine

eigene Facette zu geben.

Linda Stark hat eine wunderschöne, warme

Stimmfarbe. Leider erreicht sie die hohen

Partien der Rolle kaum und überspielt dieses

Manko mit Lautstärke. Dadurch wirkt

Cathy wesentlich weniger verletzlich. Ihre

Lebensfreude zum Ende des Stücks wirkt etwas

aufgesetzt. Durch die klare Abmischung

von Starks Gesang wirkt Cathy um

ein Vielfaches härter als notwendig. Bei

Kurth hingegen hat die Tontechnik hervorragende

Arbeit geleistet. Er muss nicht gegen

die Band ansingen und überzeugt auch

in den leisen, gefühlvollen Stücken.

Die Band spielt Jason Robert Browns

schwungvolle Kompositionen sehr akkurat.

Die Streicher erzeugen in den richtigen Momenten

Gänsehaut, während Gitarre und

Keyboard für Energie und Druck sorgen.

Insgesamt ist ‘Die letzten 5 Jahre’ im

Sprechwerk eine gelungene Inszenierung,

die es dem Publikum jedoch zu leicht

macht. Dadurch verliert das Stück das gewisse

Etwas, egal wie sehr die Protagonisten

auch überzeugen mögen.

Michaela Flint

The Black Rider

Theater

Stattliche 24 Jahre nach der Hamburger

Uraufführung von Tom Waits', Robert

Wilsons und William S. Burroughs' ‘The

Black Rider’ ist es gar nicht mehr so einfach,

diesem postmodernen Klassiker neue

Seiten abzugewinnen. Regisseur Frank

Matthus geht die Aufgabe betont entspannt

an und gewinnt vielleicht gerade deshalb.

Man hat den Neuzeit-‘Freischütz’ auf deutschen

Stadttheaterbühnen sicher schon

schriller, absurder und ausgelassener gesehen

als in Krefeld. Doch sich auf dieses

Rennen einzulassen, hätte vermutlich in

die Irre geführt. Stattdessen gelingt es Matthus,

mit einem vor Spielfreude sprühenden

Ensemble das Wesen des ‘Black Riders’

freizulegen. Alles ist Jahrmarkt, alles ist

Geisterbahn aber allzu ernst sollte man

des Lebens Tragik dann doch nicht nehmen.

Das wird perfekt unterstützt vom

grellen Rummel, den Johanna Maria Burkharts

Bühne auffährt, und auch von Maske

und Kostüm, für die sie ebenfalls verantwortlich

zeichnet. Weiß geschminkt mit

überbetonten Augen, erscheinen die Handelnden

wie irre Clowns, denen die Choreografie

von Ralph Frey dazu noch permanent

linkische Bewegungen verordnet. Auf diesem

Silbertablett holen die Hauptdarsteller

den Triumph grandios nach Hause. Adrian

Linke findet als Stelzfuß den rechten Mix

aus etwas Bedrohlichkeit und viel Revuequalität.

Henrike Hahn als Käthchen und

Paul Steinbach als Wilhelm schaffen hinreißend

komisch-romantische Duett-

Momente. Daniel Minettis Bertram und

Esther Keils Anne begeistern als hart am

Wahnsinn rotierendes Försterehepaar. Alle

miteinander überzeugen auch gesanglich

und kosten so gemeinsam mit der erstklassigen

Kill Young Devil Band unter Leitung

von Jochen Kilian Waits' schaurig-schönen

Vaudeville-Rock aus. Dieser ‘Black Rider’

lohnt sich für Einsteiger und Wiederholungstäter.

Torsten Zarges

Annie Get Your Gun

Landesbühnen Sachsen

Dass auf mich eine Zeitreise warten würde,

damit hatte ich nicht gerechnet, als ich

nach Radebeul aufbrach, um mir Irving

Berlins Klassiker ‘Annie Get Your Gun’ aus

dem Jahr 1946 anzusehen. Doch bei den

Landesbühnen Sachsen scheint die Zeit

stillzustehen. Wer sich also ansehen möchte,

wie man Musicals an deutschen Stadttheatern

vor sagen wir einmal 50 Jahren

aufführte (Musicals als Operette nämlich),

der mache sich auf. Sehr interessant,

sehr desillusionierend.

‘Annie Get Your Gun’ ist jenes Stück mit

der strahlenden Hymne auf das amerikanische

Show-Biz “There's no business like

show-business …”. Doch mit Show-Business

hatte die Inszenierung des Intendanten Manuel

Schöbel nichts zu tun. Der lange Abend

war weder lustig noch anrührend noch

sonst wie packend. Er war schlichte deutsche

Stadttheater-Routine der alten Art, ohne

Idee und Grund. Bei der Fülle bekannter

Melodien scheint es unwichtig gewesen zu

sein, dass die Geschichte die typische

Nachkriegsbotschaft bereithält: Frau, mach

dich dümmer, als du bist, wenn du geheiratet

werden willst. Ohnehin hat der Regisseur

sich offenbar nicht entscheiden können,

ob er die Handlung über die Kommerzialisierung

des Wilden Westens mit seinen

Cowboys und Indianern, den Colts und Federhauben,

der Kriegsbemalung und dem

Tamtam ernst nehmen oder vielleicht doch

lieber parodieren sollte. Schwamm drüber,

nicht wichtig, ist doch nur ein Musical, inszeniert,

um das regionale Publikum zu unterhalten.

Zur dramaturgischen Wurstigkeit passte

die Besetzung. Als Interpreten standen für

die Hauptpartien vorwiegend die Sänger

und Sängerinnen aus dem Opernensemble

zur Verfügung, angereichert durch den

Opernchor (Bürger, Showgäste, Indianer)

und das Ballett. Musicaldarsteller sucht

man auf der Bühne vergeblich. Und so

war's dann leider auch. Von dem Berühren-

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undblick

Foto: Barbara Pálffy/Volksoper Wien Foto: Barbara Pálffy/Volksoper Wien Foto: Barbara Pálffy/Volksoper Wien

‘Musical-Soiree: Do I Hear A Waltz?’ in Wien:

Stefan Cerny und Axel Herrig

‘Musical-Soiree: Do I Hear A Waltz?’ in Wien: Rebecca Nelsen, Julia Koci und Sigrid Hauser

‘Musical-Soiree: Do I Hear A Waltz?’ in

Wien: Boris Eder und Rebecca Nelsen

Wien

Musical-Soiree: Do I Hear A Waltz?

Volksoper

den, das die Geschichte des jungen, hinterwäldlerischen

Mädchens Annie in sich

trägt, dem die große Liebe ihres Lebens geschieht

und die damit lange Zeit nicht umzugehen

versteht, blieb nichts übrig. Aufgrund

der grundlegenden schauspielerischen

Ahnungslosigkeit der Darsteller entfalteten

die Gestalten eine psychologische

Tiefe von Comicstrip-Figuren, blieben die

Dialoge durchweg hölzern und aufgesagt,

geriet das Musical zur Operette (unterstützt

durch die Kostüme von Tilo Staudte).

Dazu passte, dass die Rollen durchweg mit

Sängern und Sängerinnen besetzt wurden,

die viel zu alt für die Rollen waren. Michael

König beispielsweise sollte nun wirklich

keinen jugendlichen Liebhaber mehr spielen,

zumal er als Frank Butler den berü -

ckenden Charme eines Holzblocks entwickelte.

Warum sich Annie ausgerechnet

in diesen Unsympathen verliebt, blieb

kaum nachvollziehbar. Susanne Engelhardt

als Annie mühte sich redlich, doch passt

auch sie inzwischen eher für Mütterrollen

als zur glaubhaften Verkörperung von

17-Jährigen (Ethel Merman hatte bei der

Uraufführung zumindest den Star-Appeal).

Dass der Choreograf Winfried Schneider, von

dem man auch schon einfallsreichere Arbeiten

gesehen hat, sie zudem für 20 Sekunden

in Steppschuhe steckt und einige

schnell angelernte Grundschritte ausführen

lässt, ist darüber hinaus aufgrund der

Hilflosigkeit eher peinlich als beeindruckend

und bereitet ihr augenfällig (zu

Recht) wenig Spaß.

Immerhin: Die Elbland Philharmonie Sachsen

unter Leitung von Christian Voss spielte

annehmbar, wenn sie auch das insgesamt

verschleppte Tempo der Inszenierung nicht

beflügelte. Das Publikum reagierte (bei der

zweiten Vorstellung) höflich.

Wolfgang Jansen

Mit einer rund 90-minütigen Musical-Soiree

setzte die Volksoper ihren Sondheim-

Schwerpunkt fort. Nachdem sich ‘Sweeney

Todd’ nach anfänglichen Schwierigkeiten

auch zum Publikumserfolg entwickelte,

war dieses kleine Konzert eine erfreuliche

Zugabe. Wer sich allerdings ein ausladendes

Konzert mit Orchester erwartete, wurde

enttäuscht. Dazu muss man allerdings

verstehen, dass diese Soireen eine gewisse

Tradition an der Volksoper haben. Chef -

dramaturg Christoph Wagner-Trenkwitz stellt

diese Abende zusammen und moderiert sie

auch. Er schmückt sie mit vielen Geschichten,

Anekdoten und Informationen zu den

Liedern aus charmant, aber immer auch

etwas unvorbereitet wirkend. Wagner-

Trenkwitz ist seine eigene Marke. So kennt

das Publikum in Wien diese Soireen seit

Jahren. Das Zielpublikum sind somit nicht

Theater- oder Musikkenner, sondern eher

das schon etwas ältere Bildungsbürgertum

oder das, was sich zumindest dafür hält.

Der Zweck besteht darin, einen unterhaltsamen

musikalischen Abend zu gestalten

und das Publikum mit dem Gefühl zu entlassen,

es habe sogar auch noch etwas gelernt

dabei. Dass man heutzutage auf Wikipedia

in komprimierter Form mehr Informationen

zu Sondheim findet, als an diesem

Abend zu hören war, ist nebensächlich.

So sind diese Soireen ein Relikt aus vergangenen

Zeiten und gehen in dieser Form auf

Marcel Prawy, den “Opernführer der

Nation”, zurück.

Wie schon erwähnt, unterstützte die Solisten

kein Orchester, sondern ein Quartett

unter der Leitung von Béla Fischer. Seine

Arrangements waren fast durchgängig jazzig

und verliehen so manchem Sondheim-

Song außerhalb seines Kontextes eine eigenständige

Note. Dies setzte sich leider

nicht bei den Sängerinnen und Sängern

fort. Viel geprobt wurde nicht, wie Wagner-Trenkwitz

erklärte. Dies sollte allerdings

keine Entschuldigung dafür sein,

dass vor allem die Interpretation der Lieder

einiges zu wünschen übrig ließ. Sondheim-

Songs geben durch ihre Texte schon viele

Möglichkeiten für eine vielschichtige und

vor allem für das Publikum fesselnde Interpretation.

Doch davon war nicht viel zu bemerken.

Während die Eröffnungsnummer

“Do I hear a waltz?” noch so etwas wie ein

Operettenflair versprühte, verpufften zum

Schluss die Ensemblenummern “Children

will listen” und “Send in the clowns”. Was

wollen uns diese Lieder sagen? Das Publikum

an diesem Abend wird es nicht erfahren

haben. Gleiches gilt auch für das gesanglich

souveräne “Being alive” von Stefan

Cerny. Die Ambivalenz dieses Songs war

nicht zu spüren. Rebecca Nelsen, vorwiegend

in der Oper beheimatet, konnte mit einem

starken “Broadway baby” überzeugen, für

“Some people” aus ‘Gypsy’ fehlte ihr aber

dann doch die Beltstimme, und Julia Koci

wirkte etwas zurückhaltend, was aber gut

zu ihrem “Small world” passte. Sigrid Hauser

ließ an diesem Abend etwas von ihrem

komödiantischen Können vermissen und

machte schließlich aus “Sooner or later” einen

langatmigen Artsong. Boris Eder fühlte

sich bei diesem Konzert sichtbar nicht

wohl. Vielleicht lag es auch daran, dass sich

u.a. sein “Not while I'm around” außerhalb

seiner gesanglichen Bandbreite befand.

Und so setzte die Höhepunkte vor allem

Axel Herrig. Sein “Pretty women” gemeinsam

mit Stefan Cerny zeigte, was man aus

diesem Abend vielleicht noch hätte machen

können.

Sondheims Werk wurde mit diesem Konzert

dem Publikum nicht nähergebracht.

Die Volksoper war allerdings gut besucht.

Dies ist in Anbetracht der Tatsache, dass

Intendanten immer wieder sagen, mit

Sondheim könne man kein Theater füllen,

der erfreuliche Gegenbeweis. Zweck somit

erfüllt.

Thomas Thalhammer

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musicals 04.14


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ausbildung

(Hoch-)Schul-Nachrichten

Neuigkeiten aus Hochschulen und Musicalschulen

Kifferwahn

Bayerische Theaterakademie August Everding /

Staatstheater am Gärtnerplatz, München

Im Februar meldete eine große deutsche Krankenkasse, dass im

Jahr 2012 etwas mehr als 10.000 Personen wegen Konsums von

Cannabis in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Diagnose

in allen Fällen: “Psychische und Verhaltensstörungen durch

Cannabinoide.” Vier von fünf Patienten waren männlich.

Was der Konsum von Cannabis bzw. Kiffen aus einem machen

kann, war ebenfalls im Februar im Akademietheater des Münchner

Prinzregententheaters zu besichtigen, allerdings in einer Art und

Weise, wie es der Krankenkasse vermutlich nicht gefallen hätte.

Gezeigt wurde nämlich die Münchner Erstaufführung der laut Programmheft

“sarkastisch-skurrilen Musical-Komödie” ‘Reefer

Madness’, die in deutscher Fassung (Léon van Leeuwenberg) unter

dem deutschen Titel ‘Kifferwahn’

gezeigt wurde und in einer

Koproduktion von Gärtnerplatztheater,

dem Musicalstudiengang

der Bayerischen Theaterakademie

und der Hochschule

für Musik und Theater München

herauskam.

Das Stück basiert auf einem

ernst gemeinten Anti-Drogen-

Film aus den 1930er-Jahren, der

in den 1960/70ern ob seiner unfreiwilligen

Komik einen gewissen

Kultstatus erreichte, als es

in den USA Bestrebungen gab,

den Konsum von Marihuana zu

entkriminalisieren. In den

1990ern wurden schließlich

Dan Studney (Musik/Buch) und

Kevin Murphy (Songtexte/Buch)

auf den Streifen aufmerksam

und bereiteten den Stoff für die

Musicalbühne auf. Dabei nahmen

sie die Vorlage, die in ihrem

Aufzeigen der schrecklichen

Folgen des Kiffens selbst schon

eher wie eine Parodie denn wie

eine ernsthafte Warnung wirkte,

alles andere als ernst sie persiflierten

die damalige Panikmache

zusätzlich. Die Uraufführung

ihres Musicals erfolgte

Fotos: Christian Zach

Foto oben links: Benjamin A. Merkl (Jimmy) und Antonia Welke (Mary); Foto oben Mitte: Philipp Büttner (Jesus), getragen von Victor Petersen, Peter Schmid, Till

Kleine-Möller und Marco F. Toth (Engel); Foto oben rechts: v.l.n.r. Manuel Dengler (Ralph), Pascal Höwing (Jack), Benjamin A. Merkl (Jimmy), Veronika Hörmann

(Sally) und Laura Joeken (Mae); Foto unten: v.l.n.r. Manuel Dengler (Ralph), Christina Gößlbauer, Pascal Höwing (Jack), Victor Petersen, Laura Joeken (Mae), Sampaguita

I. Mönck, Nico Schweers (Erzähler), Marco F. Toth, Antonia Welke (Mary), Katrin A. Paasch, Benjamin A. Merkl (Jimmy), Peter Schmid, Veronika Hörmann

(Sally), Till Kleine-Möller und Philipp Büttner (Jesus)

42 www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


ausbildung

1999 in Los Angeles, das groteske

Werk schaffte u.a. 2001

eine Off-Broadway-Produktion

(siehe »musicals« Heft 92,

Seite 61) und sogar eine Verfilmung,

die 2005 in die Kinos

kam. Auch ein Soundtrack existiert.

Erzählt wird uns die Geschichte

von Jimmy Harper. Eine amerikanische

Kleinstadt-Highschool

hat zum Vortrag einge -

laden, bei dem uns ein Erzähler

als warnendes Beispiel den tragischen

Absturz und moralischen

Verfall des ehemals adretten

und sittsamen Musterschülers

vor Augen führt verursacht

durchs Kiffen. Das führe

unweigerlich zu Kriminalität

und Unmoral, mache den Konsumenten

zu einer Marionette

seiner Triebe. Karrieren würden

für immer ruiniert. Alles das

dürfen wir miterleben. Dabei

fängt es ganz harmlos an. Weil

Jimmy seiner angebeteten Mary

Lane mit Tanzkünsten imponieren

will, lässt er sich von Jack,

einem gewieften Dealer, zu einer

“Tanzstunde” im Apartment

von dessen Freundin Mae überreden.

Ein erster Zug am Joint

lässt nicht lange auf sich warten.

Nach und nach folgen u.a.

Beschaffungskriminalität (ein

Foto oben links: in der Mitte Nico Schweers (Erzähler); Foto oben rechts: Antonia Welke (Mary) und Manuel Dengler (Ralph)

Foto unten: in der Mitte Laura Joeken (Mae), Benjamin A. Merkl (Jimmy) und Veronika Hörmann (Sally)

Opferstock in einer Kirche wird geknackt), das Heranmachen an

die freizügige Sally (verkauft mal eben ihr Baby, um Kohle für

neuen Stoff zu bekommen) und ein Unfall mit Todesfolge. Letzterer

rüttelt Jimmy kurz auf um seine Mary zu schützen, verlässt

er sie , doch er wird von Jack hinterhältig mit “besonderen Brownies”

erneut geködert, und als dieser Mary mit einem Schuss tödlich

verletzt, hängt Jack Jimmy die Tat an. Der landet auf dem

elektrischen Stuhl. Wie schon einmal zuvor erscheint Jesus persönlich,

aber er will Jimmy gar nicht mehr retten, sondern “nur gaffen”

… Was für ein abschreckendes Beispiel!

Vom Zombie-Aufmarsch (eine Mischung aus Michael Jacksons

‘Thriller’ und ‘Tanz der Vampire’) bis hin zum rasanten Stepp-

Finale sind es immer wieder die Tanzszenen, die mitreißen. Hier

hat Ricarda Regina Ludigkeit als Choreografin Hervorragendes geleistet,

zumal sich die jungen Leute mit geradezu ansteckender

Energie ins Zeug legen. Flott lautet die Devise auch für die Regisseurin

Ludigkeit; für eine subtile Zeichnung der Charaktere eignet

sich ‘Kifferwahn’ ohnehin nicht, wobei manches, zum Beispiel der

Erzähler, sogar noch etwas überzeichneter hätte ausfallen dürfen.

Bei aller Skurrilität und Komik ein Abend zum richtig

Schlapplachen war's nicht.

Alles in allem boten die Studierenden des Musicalstudiengangs eine

runde Ensembleleistung. Sie können sicher nur ansatzweise zeigen,

was in ihnen steckt, denn so richtig viel geben die Rollen

nicht her, wobei die Voraussetzungen unterschiedlich sind: So hatte

Laura Joeken mit der Mae, deren gutes Herz und Gewissen gewaltig

unter ihrer Kifferei leidet, aber doch gelegentlich aufblitzt,

nicht das große Los gezogen, Veronika Hörmann als Sally hatte es da

etwas leichter und Antonia Welke als Mary Lane, die gegen Ende

auch mal kräftig eine Tüte reinziehen und sexuell zügellos sein

darf, erst recht.

So sehr sich Nico Schweers auch ereiferte, er hatte es als Erzähler

deutlich schwerer, beim Publikum zu punkten, als Manuel Dengler

in der Rolle des dauerbekifften, ehemals hoffnungsvollen Studenten

Ralph, bei dem man fürchtete, in den Wahnsinn abgedriftet

zu sein. Dass sich Dengler offenbar aufs Abnorme bestens zu verstehen

scheint, hat er im vergangenen

Jahr bereits als Renfield

in Wildhorns ‘Dracula’ gezeigt.

Wenn der Dealer Jake und Jesus

von ein und demselben Darsteller

gespielt werden wie in der

Off-Broaway-Produktion, kann

der Betreffende natürlich unterschiedlichere

Facetten zeigen,

hier spielte Pascal Höwing den

aalglatten Dealer im ‘Guys And

Dolls’-Ganovenanzug (Ausstattung:

Rainer Sinell) und Philipp

Büttner zeigte immerhin zusätzlich

zum Milchbar-Besitzer

Mr. Poppy und einem Satyr

als Jesus viel nackte Haut.

Stimmlich hatten beide ihre eindrucksvollen

Momente. Als abschreckendes

Beispiel Jimmy

Harper gefiel Benjamin A. Merkl.

Im Zusammenspiel mit Welke

gelangen sogar in diesem Rahmen

ein paar schöne Momente

“echter” Emotionen.

Aus dem 3. Jahrgang seien noch

Peter Schmid als Jimmys Mom

und Victor Petersen als Sallys

Baby hervorgehoben sowie Katrin

A. Paasch, die als Nummern-Girl

immer wieder charmant

in die Aufführung stolzierte

und Tafeln mit Warnhinweisen

präsentierte wie “Kiffen

lässt dich Lachen ohne Grund”

und “Kiffer verkaufen ihre

Babys für Drogen”.

In der besuchten Aufführung

saß Dean Wilmington am Keyboard

und leitete die knackige

Band, die mit Drive rockte und

swingte.

‘Kifferwahn’ ist kein großartiges

Musical, aber zweckdienlich und

es bietet immerhin einen kurzweiligen

Abend. Vielleicht wäre

es in den Theater-AGs der Schulen

gut aufgehoben, wo es als

Diskussionsgrundlage zum Thema

Drogenkonsum dienen

könnte. Der spielt bei Jugendlichen

ja leider eine nicht unerhebliche

Rolle und ist nicht so

albern, wie ‘Reefer Madness’ daherkommt

Verharmlosung wäre

fehl am Platz. Auf das groteske

‘Kifferwahn’ können sich die

Teenager jedoch vermutlich eher

einlassen als auf mit erhobenem

Zeigefinger geführte Aufklä -

rungsvorträge. Das jugendliche

Publikum im Akademietheater

jedenfalls jubelte heftig, was sicher

nicht am gefakten Gras-

Geruch lag.

Gerhard Knopf

musicals 04.14

www.musicals-magazin.de

43


ausbildung

The Drowsy Chaperone

Konservatorium Wien Privatuniversität, Wien

Nach der Deutschland-Premiere in Hof im vergangenen April

stellte sich ‘The Drowsy Chaperone’ nun auch in Österreich erstmals

vor: Der 2. und 3. Jahrgang des Studiengangs Musikalisches

Unterhaltungstheater am Konservatorium Wien nahmen sich dieser

Show an und bereiteten daraus einen Abend, der auch den Zusehern

ohne Familien- oder Freundesbande zu den Darstellern einen

Riesenspaß bereitete.

Als Persiflage und gleichzeitige Hommage an die Broadway-Musicals

der 20er-Jahre entwickelte sich ‘The Drowsy Chaperone’ von

einem Hochzeitsgeschenk an einen Musical-Freak zu einem der

überraschendsten Broadway-Hits der letzten Jahrzehnte (fünf

Tonys und 13 Nominierungen!). Der Abend steht und fällt mit

dem “Mann im Sessel”, einem verhaltensauffälligen Fan längst vergessener

Shows. Um dem für ihn so unbefriedigenden Alltag zu

entgehen, gestaltet er sich in seinem New Yorker Apartment eine

eigene Welt u.a. aus alten »musicals«-Ausgaben und Schallplatten.

Als er sich eine seiner Lieblingsshows, ‘The Drowsy Chaperone’,

wieder einmal anhört, finden sich nach und nach die Darsteller

daraus in seinem Wohnzimmer wieder, so etwa die Titelfigur der

beschwipsten Anstandsdame und deren Nichte, der Bühnenstar Janet

van de Graaff, die ihre Bühnenkarriere zugunsten der Hochzeit

mit dem Schönling Robert Martin aufgeben will. Doch der Abend

vor der Hochzeit führt ins Chaos, mit daran beteiligt sind ein vergesslicher

Trauzeuge, ein Impressario mit einer minderbemittelten

Freundin, zwei Gangster, die als Bäcker posieren, ein weiblicher

Pilot, der durchs Zimmer fliegt, und so weiter.

Wie in den 20er-Jahren dürfen die Darsteller dieser Rollen ihre

Spezialnummern ohne Rücksicht auf die Handlung spielen, Tiefgang

oder Logik sind nicht angesagt. Was diese Show von anderen

Parodien dieser altertümlichen

Musicalkonzepte wie etwa ‘The

Boyfriend’ abhebt, ist eben die

Person des “Mannes im Sessel”,

der uns mit urkomischen Betrachtungen

durch den Abend

führt.

Die Originalbesetzung vom

Broadway (Bob Martin, Beth

Leavel und Sutton Foster) blieb

sowohl auf Tour als auch in

London unerreicht, was der

Show in späteren Produktionen

etwas an Wirkung nahm. In

Hof im letzten Jahr stand mit

Karsten Jesgarz ein wunderbarer

“Mann im Sessel” auf der

Bühne, andere Rollen waren

nicht gleichermaßen gut besetzt.

Aber das darf auch nicht

verwundern, schließlich sind

Darsteller mit dem nötigen

Flair für Vaudeville schon in

Amerika nicht mehr leicht zu

finden.

Doch die Show in Wien hatte

von Beginn an keine Entschuldigungen

nötig, die 105 Minuten

ohne Pause vergingen wie

im Flug. Natürlich waren nicht

alle Rollen nicht zuletzt aus

Altersgründen hundertprozentig

gedeckt, doch ich habe

in den letzten Jahren schon genügend

professionelle Shows

gesehen, die gegen diese

Schulaufführung absackten.

Wunderbar vor allem Ulrike

Hallas als kieksendes Dummchen

Kitty, das keinen Lacher

liegen ließ, sowie David Rod -

riguez-Yanez als lächerlicher “Latin

Lover” Aldolpho. Ebenfalls

mehr als nur rollendeckend, da

mit wunderbarem Stepptanz

und Rollschuhtalent auftrumpfend:

Adrien Papritz als Robert

Martin. Kimberly Reidl als Janet

van de Graaff hätte sicher beweisen

können, dass die Choreografie

ihrer Nummer

“Schlicht” gegenüber dem Original

nicht unbedingt derart

vereinfacht hätte werden müssen.

Daniel Tejeda Saenz und

Jantus Philaretou als die beiden

Gangster ließen keinen der

fürchterlichen Kalauer aus, Nicolas

Huart war ein angepasst

trockener Butler Underling,

Laura Friedrich Tejedo würde ich

gerne in einer noch größeren

Rolle als der der Fliegerin Trix

sehen. Ebenfalls durchgehend

Fotos: Rolf Bock

Foto oben links: Niklas-Sven Kerck (Mann im Sessel; Mitte)

Foto unten: Niklas-Sven Kerck (Mann im Sessel)

Foto oben rechts: Glenna Weber (Drowsy Chaperone)

Foto unten: Kimberly Reidl (Janet van de Graaff; rechts)

44 www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


professionell: Rafael Albert als Producer Feldzieg und Nathanaele

Koll-Valsassina als Trauzeuge George.

Glenna Weber als Drowsy Cha perone agiert vielleicht etwas zu wenig

alkoholgetränkt, allerdings handelt es sich hier um eine

“One-Note”-Rolle. Niklas-Sven Kerck gibt den “Mann im Sessel”

sehr sympathisch, er hätte jedoch noch showqueenhafter auftreten

können, um so darzustellen, warum er sich in die Traumwelt der

Muscials flüchtet und warum uns seine Erwähnung einer früheren

Ehe so überraschen sollte. Er litt aber auch etwas unter den (natürlich)

beschränkten Möglichkeiten in puncto Bühnenbild und

Beleuchtung, die Lacher, die seine Ein- und Austritte ins laufende

Stück ergeben sollen, blieben dadurch manchmal aus.

Insgesamt brachte Regisseurin Isabella Fritdum den notwendigen

cartoonhaften Charakter des Stückes wunderbar zur Geltung, die

Notwendigkeit einiger Textkürzungen erschloss sich mir nicht

ganz. Ramesh Nair war für die Choreografie zuständig, von ihm ist

man natürlich aufgrund seiner zahlreichen Produktionen in Wien

absoluten Professionalismus gewöhnt, was sich vor allem in den

Ensembleszenen widerspiegelte. Bemerkenswert auch der großartige

Sound des fünfköpfigen “Orchesters” unter Peter Uwira. Insgesamt

ein wunderbarer Abend.

Bernd Freimüller

Bayerische Theaterakademie August Everding

Studiengang Musical

AbsolventInnenpräsentation 2014

ZAV-Künstlervermittung Musical

Am 15. und 16. Januar 2014 ging in Wien die (seit 2003) jährliche

Absolventenpräsentation aller deutschsprachigen Musical-

Hochschulen über die Bühne, als Kooperation der deutschen

ZAV-Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit mit der

Konservatorium Wien Privatuniversität.

Auf Initiative des Studiengangleiters Erhard Pauer startete dieses

Event am Montag, dem 13. Januar, mit einer Diskussion zum

Thema: “Musical: Aschenputtel oder Königsklasse?” Unter der

Leitung von Martin Traxl (ORF) erörterten Peter Hofbauer (Theaterleiter,

Wien), Johanna Arrouas (Operetten- und Musicalsängerin),

Josef Ernst Köpplinger (Intendant, München), Gunther Baumann

(Journalist, filmclicks.at), Christoph Wagner-Trenkwitz

(Chefdramaturg, Wien), Ramesh Nair (Choreograf, Tänzer, Bühnendarsteller)

und Erhard Pauer, warum etwa Long-Runs nicht

die Zukunft des Musicals sein können (Köpplinger: “Das schadet

der Kunst”), warum Musicalsänger oft ihre Musicalausbildung

verschweigen, da sie sonst keinen Job bei Film und TV bekommen,

und ob Wien tatsächlich einen neuen Musical-Megabau

braucht oder eher, wie Pauer es formulierte, “ein 200 bis 400 Zuschauer

fassendes Theater, in dem der eigene Nachwuchs eine

Chance bekommt Schreiber, Komponisten. Wir haben eine eigene

Geschichte, die durch Hitler unterbrochen wurde. In den

Jahren 1930/32 wurden am Volkstheater durchschnittlich pro

Jahr zwei Singspiele gespielt. Wir sollten wieder Mut zu eigener

Kreativität haben. Dass wir zum 47. Mal ‘Mamma Mia!’ sehen, ist

völlig für die Katz’. Wir brauchen so etwas wie das Schauspielhaus,

Off-Vereinigte-Bühnen.” Antwort aus dem Publikum von

Elisabeth Gruber, Dramaturgin der VBW: ‘Mamma Mia!’ ziehe

Publikum, das vielleicht dann auch weiter dem Theater treu

bleibt. Köpplinger darauf: “Das ist eine nicht dem Hause würdige

Verlegenheitslösung.” Man hätte das Stück gleich bringen müssen,

nicht 15 Jahre nach der Uraufführung. Fazit: eine informative

Diskussionsveranstaltung mit vielen Anekdoten, Fakten und

Einsichten.

Am 15. Januar war es dann so weit: Die 56 Absolventen der sechs

staatlichen Hochschulen präsentierten zum ersten Mal (am 16. ein

zweites Mal) im kons.theater ihr Programm. Für die Hochschule

Osnabrück war es das erste Antreten, die Hochschule für Musik

und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy aus Leipzig nahm das

AUFNAHMEPRÜFUNG

Intensivstudiengang Musical

Bachelor of Arts, Master of Arts

BACHELOR OF ARTS

Vorrausetzungen zum Studium

• Eignungsprüfung Stufe I:

12. Juli 2014 (Anmeldeschluss: 13. Juni 2014)

oder

11. Oktober 2014 (Anmeldeschluss: 12. September 2014)

• Eignungsprüfung Stufe II und III siehe www.theaterakademie.de

(nähere Informationen, Bewerbungs- und Anmeldeformulare)

• Fortgeschrittene deutsche und englische Sprachkenntnisse

• Ärztliches Attest (nicht älter als 6 Monate)

Studiendauer: 3 Jahre/6 Semester

Nächster Studienbeginn: voraussichtlich Februar 2015

Abschluss: Bachelor of Arts

Nächster Orientierungsworkshop: 20. oder 21. September 2014

(Anmeldeschluss: 4. September 2014)

als Angebot zur Vorbereitung für die Eignungsprüfung

Inhalt: Atem, Tanz, Gesang, Schauspiel


musicals 04.14

BAYERISCHE THEATERAKADEMIE

AUGUST EVERDING

PRINZREGENTENTHEATER


ausbildung

AbsolventInnenpräsentation der Hochschulen aus Leipzig (Foto oben links), Wien (Foto oben rechts und zweites Foto von oben links), München (zweites Foto von oben

rechts), Berlin (drittes Foto von oben), Osnabrück (Foto unten links) und Essen (Foto unten rechts)

Fotos: ZAV / Werner Bode

46 www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


letzte Mal teil. Die Musicalausbildung in Leipzig wird nicht fortgeführt.

Weiterhin am Start: die Universität der Künste Berlin,

die Folkwang Hochschule Essen, die Bayerische Theaterakademie

August Everding München sowie die Konservatorium Wien Privatuniversität.

Für die ZAV war das Event trotz verschärfter Bedingungen

ein voller Erfolg, wie sie in einem Statement bekräftigt:

“Die ‘verschärften Bedingungen’ bestanden darin, dass zum

ersten und vermutlich auch letzten Mal sechs Schulen und

damit so viele Absolventen wie nie zuvor in der Geschichte der

Präsentation teilgenommen haben. Im Normalfall wurden im

Rahmen der Veranstaltung bisher zwischen 25 und 35 Absolventen

präsentiert diesmal waren es 56 Darsteller , worauf wir als

Mitveranstalter keinen Einfluss haben. Wir haben mit den Hochschulen

verschiedene Modelle besprochen und uns gemeinsam

dann letztlich doch für die ‘Marathonvariante’ entschieden, um

allen jungen Menschen möglichst gleiche Bedingungen zu geben,

sich dem Fachpublikum präsentieren zu können. Auch das Feedback

der Schulen ist positiv und die Vorfreude auf die nächste

Veranstaltung im Januar 2015 in München dann wieder mit einer

deutlich geringeren Anzahl an Studenten und entsprechend

mehr Zeit zwischen den Präsentationen für Gespräche ist schon

jetzt groß.”

Einige Beobachtungen: Die Levay/Kunze-Musiknummern-Quote

in den Programmen der einzelnen Musikschulen ist bei null angelangt.

Songs aus Eigenentwicklungen der VBW der letzten

Jahre spielten keine Rolle. Sondheim war mit ‘A Little Night

Music’, ‘Anyone Can Whistle’, ‘Into The Woods’ und ‘West Side

Story’ vertreten, kein anderer Komponist mit mehr als vier

Shows, Frank Wildhorn und Boublil & Schönberg waren mit drei

Werken dabei. Insgesamt wurden Songs aus 71 verschiedenen

Musicals und zwei Operetten gesungen sowie einige Chansons

und zwei Popsongs.

Eine zweite Beobachtung. Wie immer bei Castings drehte sich alles

um die Songauswahl. Bei Weitem nicht allen Studenten ist ihre

individuelle Songauswahl optimal gelungen. Einige konnten

voll punkten: Berlin als Gesamtensemble bei den Ausschnitten

aus ihrer schon gut erprobten Show von Böhmer/Lund ‘Stimmen

im Kopf’, aber auch mit grandiosen Einzelperformances, etwa Johannes

Brüssau (“Sie sagen”/Charles Aznavour) oder Dennis Dobrowolski

als faszinierender Operetten-Wiedererwecker (“Bummeln

gehen”/‘Ball im Savoy’). Ganz stark Sandra Pangl (Essen) mit ihrem

“Oben” auf Wienerisch, Matthias Knaab (Osnabrück) mit

dem “Caveman Song” und Philipp Büttner (München) mit einem

ganz eigenen Pop-Timbre bei seinen Songs aus ‘Footloose’ und

‘Myths And Hymns’. Jil Clesse (Wien) brachte ein tolles “Glitter

and be gay”, Steven Klopp (Wien) servierte pointiert ‘Les Misé -

rables’ in ein paar Minuten als Medley ab tolle Idee. Andreas

Langsch (Leipzig) wiederum hinterließ mit seiner ‘Into The

Woods’-Nummer und “Tell me my father” aus ‘The Civil War’

einen bleibenden Eindruck.

Hat das Intendantenvorsingen zu direkten Jobangeboten geführt?

Die ZAV dazu: “Es haben sich schon ganz konkrete Angebote

und sogar erste Vertragsangebote aus der Präsentation ergeben

für eine echte Evaluation ist es aber noch zu früh, da die Vorlaufzeiten

zu Engagements meist ein halbes Jahr oder mehr betragen.”

Eine dritte Beobachtung: Erhard Pauer meinte in der Diskussion

am Montag: “Alles ist Schauspiel.” Das hat er auch versucht umzusetzen.

Die Wiener brachten als einzige Schule tatsächliches

Schauspiel auf die Bühne, etwa eine Szene aus der topaktuellen

französischen Situationskomödie ‘Der Vorname’ (Delaporte/De la

Patelliere). Großartiges Timing, unterhaltend so kann man dem

Image entgegenwirken, Musicaldarsteller könnten nicht schauspielern.

Chapeau!

Martin Bruny

musicals 04.14

Audition

‹Flashdance›

8./ 9. Juni

Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Rot

ML: Rob Paul, R: Matthias Davids, C: Nick Winston

Probenbeginn: Anfang/Mitte Januar

Premiere: 21. Februar 2015

Alex Owens: Kompromisslose

und leidenschaftliche Frau, die

von einer erfolgreichen Zukunft

träumt. Exzellente Tänzerin.

Stimme: Stil Pop/Rock/Soul,

Alt oder Mezzo (ge b ”)

Spielalter: 2025

Nick Hurley: Selbstsicherer, intelligenter

und kecker Erbe eines

Betriebes aus der Stahlindustrie.

Stimme: Hoher Bariton oder

Tenor (Stimmumfang fa’)

Spielalter: 30

Gloria: Engste Freundin von Alex,

launenhafter und gleichzeitig

verletzlicher Charakter. Hervorragende

Tänzerin.

Stimme: Belt, Stil Pop,

(Stimmumfang bd”)

Spielalter: 2030

Kiki: Afroamerikanische, intelligente,

selbstsichere junge Frau.

Hervorragende Tänzerin.

Stimme: Belt, Stil R&B/Pop

(Stimmumfang bf#”)

Spielalter: 2030

Tess: Verführerische, nicht mehr

ganz junge, hervorragende

Tänzerin. Hang zur Melancholie.

Stimme: Belt, Stil Rock

(Stimmumfang gc”)

Spielalter: 3540

Jimmy: Ehrgeiziger Bühnenkomiker

voller Energie, der den

grossen Durchbruch anstrebt.

Stimme: Belt, hoher Bariton oder

Tenor, (Stimmumfang Bg’)

Spielalter: 2025

Hannah: Ehemalige Tänzerin

und Mentorin von Alex. Sinn

für Humor und Leidenschaft für

den Tanz.

Stimme: Charakterstimme

( S t i m m u m f a n g b e b ”)

Spielalter: 6070

C. C.: Moralisch verkommener

Clubbetreiber. Hat keine Gewissensbisse,

Leute auszunutzen.

Stimme: Bariton, Stil Pop

( S t i m m u m f a n g B f ’ )

Spielalter: 3040

Harry: Etwas griesgrämiger

aber warmherziger Barbesitzer.

Hat Mühe mit der Schnelllebigkeit

mitzuhalten.

Stimme: Charakterbariton

Spielalter: 4060

Ms. Wilde: Leiterin einer

renommierten Tanzakademie.

Spielalter: 4050

Ensemble: u. a. Stahl- und

Fabrik arbeiter, Büroangestellte,

Strassentänzer, Tanz-Studenten.

Wir suchen Musicaldarsteller mit hervorragenden Gesangsstimmen

und Schauspielkenntnissen sowie für alle Rollen Personen mit

exzellenten tänzerischen Fähigkeiten (sehr gute Jazz-Technik und

nach Möglichkeit klassische Ballett-Grundlagen).

Akzentfreie Deutschkenntnisse sind erforderlich.

Vorzubereiten sind zwei Popsongs im Stil der Show (Ballade und

Up tempo) sowie ein Monolog, alles in deutscher Sprache.

Einzureichen sind a) das ausgefüllte Bewerbungsformular,

das Sie unter www.theatersg.ch/ueber-uns/stellenangebote

herunterladen müssen sowie b) Ihren persönlichen Lebenslauf.

c) Schreiben Sie als Betreff in der Email:

«Bewerbung Flashdance: Vorname und Nachname».

Bewerbungsschluss 18. April 2014


ausbildung

Fotos: Matthias Heyde

Schwestern im Geiste

Universität der Künste / Neuköllner Oper, Berlin

Seit Peter Lund als Professor an der Universität der Künste Berlin

im Studiengang Musical unterrichtet, entstehen an der Neuköllner

Oper immer wieder Co-Produktionen mit der UdK, die es seinen

StudentInnen erlaubt, ihr Talent zu zeigen und Bühnenpraxis zu

bekommen. Diesmal hat Lund, der auch Regie führt, ein Libretto

geschrieben, das sich mit vorgegebenen Geschlechterrollen im

Wandel der Jahrhunderte auseinandersetzt. Denn die ‘Schwestern

im Geiste’ (UA: 13.3.2014) leben einerseits im 19. Jahrhundert

und andererseits im Heute direkt vor unserer Haustür. Im schlichtfunktionalen

Bühnenbild von Ulrike Reinhard “wohnen” sie sogar

nebeneinander: links die Geschwister Branwell, Anne, Charlotte

und Emely Brontë mit ihrer Haushälterin Tabby und dem gelegentlich

vorbeischauenden Pfarrer Arthur, rechts die Lehrerin Lotte,

die ihren beiden Schülerinnen Milly und Aydin im Abitur-Leis -

tungskurs die Werke der Brontë-Schwestern nahebringen will.

Die nach hinten ansteigende, schräge Rampe, die die beiden Handlungsebenen

trennt und die stufenförmige, mit Brontë-Texten beschriebene

Wand im Bühnen-Hintergrund deuten schon etwas unheilvoll

auf jenes bedeutungsschwangere deutsche “Regietheater”

hin, das dem Musical eventuell den Garaus machen könnte. Dass es

nicht so weit kommt, ist vor allem Thomas Zaufkes ein wenig an

Sondheim und das ist durchaus als Kompliment gemeint erinnernden

Kompositionen zu danken. Kongenial arrangiert (Bijan

Azadian) für Flöte, Klarinette, Violine, Kontrabass, Violoncello und

Klavier, getragen von einer perfekt ausgesteuerten Tontechnik (Holger

Schwark), von der sich so

manche Musicalbühne eine

Scheibe abschneiden kann. Geschickt

vermeidet Zaufke das

Klischee, eine in das jeweilige

Jahrhundert passende Musik zu

schreiben, findet einen melancholischen

Balladenton als verbindendes

Element. Nur einmal,

zu Beginn des zweiten Aktes,

intoniert das gesamte Ensemble

einen schmissigen Song

zur Veröffentlichung der unter

männlichen Pseudonymen erschienenen

Brontë-Bücher

(“Skandal”), dann darf auch die

ansonsten etwas unterbeschäftigte

Choreografin Neva Howard

ihre nicht gerade aufregende,

aber durchaus solide Arbeit abliefern.

Leider hält Lunds Libretto nicht

mit der Qualität von Zaufkes

Musik Schritt, stellt sich mit

der Fragestellung “Sind Frauen

heute wirklich emanzipierter

und selbstbestimmter als die

Frauen zu Zeiten der Brontë-

Fotos oben: links Katharina Abt (Anne) und Denis Edelmann (Arthur); Mitte v.l.n.r. Rubini Zöllner (Milly), Teresa

Scherhag (Lotte) und Jaqueline Reinhold (Aydin); rechts Keren Trüger (Charlotte) und Andres Esteban (Branwell)

Foto Mitte: v.l.n.r. Jaqueline Reinhold (Aydin), Keren Trüger (Charlotte), Rubini Zöllner (Milly), Dalma Viczina (Emily),

Teresa Scherhag (Lotte), Katharina Abt (Anne), Denis Edelmann (Arthur), Sabrina Reischl (Tabby) und Andres Esteban

(Branwell); Fotos unten: links Teresa Scherhag (Lotte) und Jaqueline Reinhold (Aydin); rechts Katharina Abt (Anne), Keren

Trüger (Charlotte), Andres Esteban (Branwell) und Dalma Viczina (Emily)

Schwestern?” selbst ein Bein.

Anstatt das am Schicksal der

Brontë-Schwestern herauszuarbeiten

und dem Zuschauer die

Antwort zu überlassen, stülpt

Lund der Geschichte die klischeehafte

Handlung von der

nur an “Technopartys, Desig -

nerdrogen und wahllos wechselnden

Sexualpartnern” interessierten

Milly (überzeugend tussihaft:

Rubini Zöllner) und ihrer

strebsamen Klassenkameradin

Aydin (mit ausdrucksstarker

Gesangsstimme: Jaqueline Reinhold),

die allerdings den von

den Eltern ausgesuchten Cousin

als Ehemann akzeptiert, über.

Zu allem Überfluss muss Lotte

auch noch lesbisch sein und

Milly verfallen. Diese Beziehung

ist dramaturgisch überhaupt

nicht entwickelt, sodass

man keine Sekunde glaubt, dass

sich eine intelligente Frau wie

Lotte in eine Dumpfbacke wie

Milly verliebt und durch ihren

Sex mit einer Abhängigen ihren

Job aufs Spiel setzt. Solch dramaturgische

Ungenauigkeiten

schlagen sich auch im Spiel der

drei Protagonistinnen nieder,

von denen allenfalls Teresa Scherhag

etwas mehr Profil gewinnt,

was sie nach der Liebesnacht

mit Milly in ihrem Song “Immer

gewünscht” berührend zum

Ausdruck bringt.

Die schauspielerischen und gesanglichen

Kabinettstückchen

finden allerdings 160 Jahre

früher statt: im Haus der

Brontës. Während Andres Esteban

den alkoholabhängigen

Bruder Branwell, der auch gerne

schriftstellern möchte, aber

nicht kann, ein wenig zu dick

aufträgt und seinen Tenor bisweilen

überstrapaziert, könnte

Denis Edelmann dagegen seinen

Pfarrer auf Freiersfüßen stimmlich

etwas forcierter angehen.

Mit prägnantem Gesang und

reifem Spiel gelingt es dem

Schwestern-Trio Keren Trüger

(Charlotte), Dalma Viczina

(Emily) und Katharina Abt (Anne),

ihre Figuren glaubhaft in

der Zeit zu verankern und dem

Zuschauer dennoch den Spiegel

vorzuhalten. Die Entdeckung

des Abends ist aber Sabrina

Reischl, die ihre Tabby mit dem

Charisma einer perfekten Musicaldarstellerin

umgibt.

Rolf-Ruediger Hamacher

48 www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


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Ein Gottfried-Helnwein-Plakat

geht im Probentumult unter

Aus der Sammlung des Deutschen Musicalarchivs Teil 3: ‘Der Blaue Engel’, 1992 im Theater des Westens

von Thimo Butzmann

Eine überdimensional gemalte Ute Lemper, ein devoter Ulrich Wildgruber, fein ziseliert von Gottfried Helnwein, so präsentiert

sich das Plakat zur Revue ‘Der Blaue Engel’, die am 28. Mai 1992 am Theater des Westens in Berlin nach dem legendären

Film mit Marlene Dietrich uraufgeführt wurde.

Es ist bis dato wahrscheinlich das einzige Musicalplakat, das der

Künstler geschaffen hat. Schnell erkennt man eine Ähnlichkeit zu

seinem 1988 verwendeten Plakatmotiv der hanseatischen ‘Lulu’,

die ebenfalls unter der Regie von Peter Zadek nach der Vorlage

Frank Wedekinds am Hamburger Schauspielhaus aufgeführt wurde.

Helnwein stellt dabei in beiden Fällen die aufopferungsvolle

und zum Scheitern verurteilte Hingabe der Verehrer in den Mittelpunkt,

die sie am Ende zum Opfer werden lässt. Das psychologische

Ungleichgewicht der Geschlechter visualisiert er beim Entwurf

für das Theaterstück als auch beim Musicalplakat über die

unterschiedlichen Größenverhältnisse der Protagonisten. Die fotorealistische

Mischtechnik Helnweins verleiht dieser Szene hier eine

gewisse Plastizität und Wahrhaftigkeit, die den Betrachter fast in

Identifikation gehen lässt mit der bemitleidenswerten Gestalt des

Professors. Auch die durch Ute Lemper verkörperte Darstellung

der Rosa Fröhlich wirkt in ihrer Größe und Fleischlichkeit bedrohlich

und gleichzeitig real. So gelingt es dem Künstler, die wesentlichen

Charakterzüge der Hauptdarsteller und ihr Beziehungsgeflecht

bereits im Plakat anschaulich zu verdeutlichen.

Der Intendant Helmut Baumann, vorab schon sehr erfolgreich mit

‘La Cage aux Folles’und ‘Cabaret’, handelt wie immer verantwortungsbewusst

und vorausschauend für seine Musicalbühne, in dem

er versucht, schon im November 1990 Peter Zadek mit dessen

Adaption des ‘Blauen Engels’ aus seinem Domizil in der Toskana

in das Theater in der Kantstraße zu locken. Baumann schreibt:

“Über ein 'Ja' wäre ich sehr glücklich.” Peter Zadek schickt nur

eine einfache Postkarte zurück: “Ihr Vorschlag ist interessant.” Auf

der Rückseite ein Bild von Al Capone mit zwei Herren, die ein

Maschinengewehr in der Hand halten. Und Ute Lemper antwortet:

“Hallo liebe TDWler, ich freue mich tierisch auf Euch.” Schnell

bemüht man sich um ein spektakuläres Plakat, das Tüpfelchen auf

dem i eines jeden Events. Vertrauensvoll wendet sich der Intendant

an Gottfried Helnwein. Seine Frau teilt schriftlich mit, dass sie

mit Gottfried gesprochen habe. Man einigt sich und es werden bei

Familie Helnwein 8.000 Plakate bestellt.

Anfangs wird das Plakat im Kleinformat in der Tagespresse als

Vorankündigung gedruckt, um den Verkauf der Eintrittskarten anzukurbeln,

mit Hinweis auf Gottfried Helnweins künstlerische

Autorenschaft. Schnell wurde klar, dass dies begehrte Karten sein

könnten, die man noch kurz vor Vorstellungsbeginn am Theater

lukrativ an den Mann bringen kann. Denn den Berlinern sind lange

Menschenschlangen an diesem Ort von ‘My Fair Lady’ (1961),

‘Lucia di Lammermoor’ mit der Callas (1955) oder dem heimlich

des Nächtens abgehaltenen ‘Tommy’-Konzert mit der Rockband

The Who (1970) noch gut im Gedächtnis. Wer den Besetzungs -

zettel liest, wird sofort überzeugt sein, dass der Spekulant sein Ziel

erreichen wird: Peter Zadek mit seinem von ihm selbst so genannten

“Stab”, seinen elf Hospitanten, der Musik von Peer Raben und

Charles Kálmán (Sohn von Emmerich Kálmán), dem Bühnenbild

von Dieter Flimm, den Darstellern Ute Lemper, Ulrich Wildgruber,

Eva Mattes, Horst Frank, Heino Ferch, Martin Wuttke, Max

Raabe und dem Riesenorchester sowie einem echten Braunbären,

zwei Luchsen und einem Rehpinscher bieten einfach das Beste vom

Besten, eine ganz feine Auswahl.

Auf einmal geht das Plakat in dem ganzen Probentumult mit den

dazu von der Presse deftig beigemengten Skandalen unter. Zadek

leidet angeblich an Herzrhythmusstörungen. Die Zeitung schreibt:

“Proben, nur mit Gasmaske.” Der Spiegel-Mann Hellmuth Karasek

liefert sich später in der Presse einen Schlagabtausch mit Ute Lemper.

Schlüpfrige Informationen über die Kleindarstellerin “Ur-Oma

Hula (75) Der Sex-Knaller vom Blauen Engel” tun ihr Übriges.

Peter Zadek schmeißt zwei Wochen vor der Premiere hin und

schreibt an das Ensemble: “Spielt für das Publikum und für Euch

selbst.” Jérôme Savary übernimmt nun die gesamte Regie. Die

Premiere wird ein Skandal: “Ute Lemper nackt, Berlin gähnt!”,

und dann bekommt “Marlene II” auch noch Probleme mit der

Achillessehne. Eva Mattes übernimmt über Nacht die Lola. Kein

Wort über Gottfried Helnwein und sein Plakat.

Was wohl dem Intendanten Baumann in diesen Tagen durch den

Kopf ging? Ob er mal an das Plakat gedacht hat? Stattdessen diskret

eingesandte Rechnungen aus Berliner Nobelhotels für Reinigungs-

und Instandsetzungsarbeiten der verursachten Schäden im

Zimmer 111. Helmut Baumann schreibt an den Bühnenbildner

Dieter Flimm von “chaotischen Hinterlassenschaften”.

Heute liegt das Helnwein-Plakat im Stage Theater des Westens,

genauer gesagt im kleinen Archiv, fast vergessen und kaum beachtet.

Zusammen mit einem Konvolut anderer Dubletten kam ein

Exemplar nun in das Deutsche Musicalarchiv nach Freiburg.

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musicals 04.14


Foto: Gärtnerplatztheater


interview

Josef Ernst Köpplinger

In München auf Erfolgskurs

Interview von Gerhard Knopf

Als Regisseur ist er in der Oper und Operette ebenso erfolgreich zu Hause wie im Schauspiel. Daneben stellt Josef Ernst

Köpplinger seit Jahrzehnten durch zahlreiche Musical-Inszenierungen eindrucksvoll seine Affinität zu diesem Genre unter

Beweis sowohl beim Musicalfestival Schloss Prugg, dessen Intendant der Österreicher fünf Jahre lang war, als auch während

seiner Schauspieldirektion am Theater St.Gallen und seiner Intendanz am Stadttheater Klagenfurt. Seit der Spielzeit

2012/2013 ist Josef Ernst Köpplinger nun Staatsintendant des Gärtnerplatztheaters in München, das Ende April mit der

deutschsprachigen Erstaufführung von ‘Tschitti Tschitti Bäng Bäng’ aufwartet. Kurz vor Probenbeginn sprachen wir mit ihm

im Februar u.a. über seine weiteren Musicalpläne, den von ihm in Klagenfurt initiierten MUT-Wettbewerb, der wieder aufleben

wird, und darüber, weshalb ihn die Vereinigten Bühnen Wien in ihrer jetzigen Form nicht interessieren würden.

Herr Köpplinger, bei unserem letzten Interview haben Sie bereits

versichert, dass es eigentlich nie Ihr Ziel war, Intendant zu

werden. Nach zwei Intendanzen und einer Schauspieldirektion

sind Sie seit der Spielzeit 2012/13 jetzt Staatsintendant des

Gärtnerplatztheaters in München. Demnach darf man annehmen,

dass Sie Gefallen an einer solchen Position und den damit

verbundenen Aufgaben gefunden haben?

Ich hatte in der Tat nie den Plan, Intendant zu werden. Es kamen

irgendwann einfach die Anfragen und es ist sozusagen passiert.

Aber spätestens während meiner Intendanz in Klagenfurt wurde

mir klar, dass es nicht so falsch sein kann, was ich mache und wie

ich arbeite, weil das Feedback ausgesprochen positiv war nicht

nur vonseiten des Publikums, sondern auch von den Mitarbeitern,

was ich auch sehr wichtig finde.

Aber um Ihre Frage eindeutig zu beantworten: Ja, ich bin wirklich

sehr gerne Intendant. Natürlich tut es manchmal ein bisschen

weh, wenn ich deshalb internationale Regie-Angebote nicht annehmen

kann. Allerdings nicht, wenn Anfragen aus Russland

kommen die habe ich aus tiefster Überzeugung abgesagt, weil

ich nicht in Putins Staat arbeiten möchte. Ich breche aber oft eine

Lanze für Menschen, die dort sind, weil wir in unseren demokratischen

Staaten leicht reden können, die haben aber zum Teil Familien

dort und ich weiß nicht, was denen passieren würde, wenn sie

den Mund aufmachten. Das ist zu tolerieren und zu akzeptieren.

Viel schärfer reagiere ich, wenn es um Ungarn geht, weil ich es

nicht verstehen kann, dass dort sehr rechtsextreme Leute, auch

wenn sie das dementieren, Theater leiten. Das halte ich für sehr

gefährlich, vor allem, weil Europa tatenlos zusieht. Da müssen wir

auch im Unterhaltungstheater reagieren; mit Musicals wie ‘Cabaret’

und ‘Der Mann von La Mancha’ kann man hervorragend Stellung

beziehen, was wir auch getan haben. Theater muss ein Ort

der Freiheit sein, ein Ort absoluter Toleranz.

Theater darf auch nie ein kulturpolitischer Spielball werden und

ich habe mich als freie Person überzuordnen, damit ich frei reagieren

kann und nicht, weil ich einer Gruppierung angehöre oder in

einer Partei bin, nach außen eine Stellung beziehen muss, die ich

im Grunde gar nicht beziehen möchte.

Natürlich ist man als Intendant mitunter auch sehr einsam, denn

ich kann mich mit meinen Mitarbeitern und allen möglichen Leuten

besprechen und vieles diskutieren, entscheiden und verantworten

muss ich es dann letztlich aber allein. Das ist viel Verantwortung

und ein enormer Druck. Dessen muss man sich bewusst werden,

ehe man eine solche Position annimmt danach hat man

nicht mehr zu jammern. Das hat man zu tragen mit allen Entscheidungen,

die oft schwer und hart sind, insbesondere wenn es

Personalentscheidungen betrifft.

Sie haben in München gleich das Ensemble des Gärtnerplatz -

theaters aufgelöst …

Ja, richtig. Dazu hat mich niemand gezwungen. Dafür war aber

nicht nur ein wirtschaftlicher Aspekt ausschlaggebend, sondern es

hatte ganz klar auch einen künstlerischen Grund. Ich kann doch

zum Beispiel nicht drei Mezzosopranistinnen fest engagiert haben,

die nichts zu tun haben, weil ich während der Umbauphase unseres

Stammhauses keine Stücke spielen kann, in denen sie vorkommen.

Ich bin das ganz offen und ehrlich angegangen. Andere Intendanten

machen das über ein, zwei oder auch drei Spielzeiten

und kommen danach zum gleichen Ergebnis. Allerdings fällt es

dann niemandem so sehr auf. Das halte ich für falsch, dabei lügt

man einfach nicht.

Wer ist denn zurzeit noch fest am Haus engagiert?

Wir haben fest 80 Orchester- und 44 Chormitglieder sowie 20

Tänzerinnen und Tänzer, außerdem noch fünf Solisten. Dazu kommen

die Mitarbeiter in den Werkstätten und der Administration.

Wenn man sich die riesige Baugrube anschaut, bekommen Sie

ein nahezu komplett neues Theater. Was genau steht denn überhaupt

noch?

Die denkmalgeschützte Fassade, der Zuschauerraum und die Ende

der 1990er-Jahre sanierte Hauptbühne stehen noch. Die zugemauerte

Wand, die man auf der Rückseite des Theaters sieht, ist der

eiserne Vorhang zur Hinterbühne. Durch die Baugrube wird erst

so richtig sichtbar, wie riesig groß die gesamte Theaterfläche ist.

musicals 04.14

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53


interview

Der Neubau muss dann ja aber auch sämtliche 500 Mitarbeiter beherbergen,

die ganzen Werkstätten einfach alles.

Theatersanierungen, das Deutsche Theater ist in München das

jüngste Beispiel, dauern oft länger als veranschlagt. Läuft beim

Gärtnerplatztheater bisher alles nach Plan?

Es hatte durch einen Findling mit der Baugrube eine Verzögerung

gegeben, aber durch den milden Winter hatten wir großes Glück,

alles ist bisher im Zeitrahmen. Mehr kann ich fachlich nicht beurteilen.

Wir alle im Theater können letztlich ja immer nur hoffen,

wobei ich es schon wichtig finde, mit den Bauarbeitern im Kontakt

zu sein, sie auch zu begeistern und beispielsweise mal zu einer

Generalprobe einzuladen, damit sie sehen, wofür die das alles machen.

Insbesondere Max Wagner, unser geschäftsführender Direktor,

leistet auch da Großartiges.

Worin besteht denn hier in München zurzeit die größte Herausforderung?

Das Staatstheater am Gärtnerplatz ist ja mit Musiktheater und

Tanz ein Zweispartenhaus, aber im Grunde bedienen wir fünf Genres:

Oper, Operette, Musical, Tanz und Konzert. Und in der jetzigen

Situation der Stammhaus-Sanierung stellt sich für uns die Frage:

Wie schaffen wir es, diese Genres zu bedienen und für ein Publikum

bei unserer Reise durch eine Stadt in den verschiedenen

Spielstätten spannend zu machen? Das ist sehr komplex und ein

ungeheures organisatorisches Puzzle, auch weil wir ja nicht einfach

ohne Weiteres in eine der Ausweichspielstätten wie das Prinzregententheater,

die Reithalle oder den Circus Krone reinkönnen, weil

dort ja auch andere Veranstaltungen stattfinden. Außerdem muss

man noch daran denken, welche Produktionen man behalten möchte,

wenn man wieder das Stammhaus bespielt. Ab dem Zeitpunkt

würde ich dann auch gerne wieder ein festes Ensemble zusammenstellen.

Sie haben während Ihrer bisherigen Münchner Intendanz bereits

zahlreiche Auszeichnungen bekommen und der Zuspruch

von Presse und Publikum ist sehr positiv. Was machen Sie richtig?

Das weiß ich nicht. Wissen Sie, wenn man wie gestern und vorgestern

nach zwölf Stunden Auditions nach Hause kommt, dann fragt

man sich nicht, was man richtig gemacht hat, sondern warum

nichts im Kühlschrank ist. Dann setze ich mich hin und muss erst

einmal langsam runterkommen. Das dauert, zumindest bei mir.

Und dann gehen mir alle möglichen Fragen von “Habe ich richtig

besetzt?” bis “Was habe ich alles vergessen?” durch den Kopf. Es

gibt auch Momente, in denen ich nicht wirklich schlafen kann,

weil zum Beispiel Entscheidungen nicht gefällt werden können,

bei denen ich von anderen abhängig bin, die sich aber mit ihren

Antworten Zeit lassen. So etwas ist das wirklich Anstrengende,

nicht die viele Arbeit per se.

Gab es denn persönliche Highlights in den zurückliegenden anderthalb

Jahren Ihrer Münchner Intendanz?

Ich trenne ja immer Publikumszuspruch, Auslastung und Presseecho,

aber es war tatsächlich relativ konform. Was uns ganz besonders

überrascht und gefreut hat, war, wie gut die Uraufführung der

komischen Oper ‘Onkel Präsident’ von Friedrich Cerha besucht war

und wie sie akklamiert wurde. Außerdem bin ich froh, ‘Anything

Goes’ nach München gebracht zu haben. Ein Highlight war sicher

auch ‘Cabaret’ mit Markus Meyer vom Wiener Burgtheater und

Nadine Zeintl. Auf sie bin ich besonders stolz, denn sie habe ich

noch als Studentin geholt, weil ich meinte, etwas Besonderes in ihr

zu sehen und ich denke, dass ich mich nicht getäuscht habe.

‘Anything Goes’ lief wie ‘Im weißen Rössl’ im Deutschen Theater

München bzw. in dessen Ausweichquartier. Wird es eine

weitere Zusammenarbeit geben?

Nein. Das Deutsche Theater München ist ja auch kein Haus, an

dem man gewohnt ist, dass produziert wird. Die sind jetzt von ihrem

Ausweichquartier wieder in ihr Stammhaus an der Schwanthalerstraße

zurückgekehrt und haben dort ihr Gastspiel-Programm.

Wie sieht denn die Zusammenarbeit mit den Münchner Ausbildungsstätten

aus?

Gerade hatten wir als vollständige Co-Produktion von Gärtnerplatztheater,

Bayerischer Theaterakademie August Everding und

Münchner Hochschule für Musik und Theater das Musical ’Kifferwahn’.

Die Schwierigkeit bestand darin, dass der ganze Abschlussjahrgang

untergebracht werden musste. Außerdem sollen die

Stücke mit den jungen Leuten vernünftig zu besetzen sein. ‘A

Little Night Music’ würde nicht viel Sinn machen, weil die Studenten

für die Rollen bis auf wenige Partien zu jung wären. Das

kann man natürlich machen, es gab auch mal eine gute Aufführung

am Konservatorium in Wien, aber ich glaube nicht, dass man

den Schülern damit wirklich etwas Gutes tut.

Ich schlug jedenfalls etwas Trashiges vor, dachte zuerst sogar an die

gute alte ‘Rocky Horror Show’, dann kam mein Chefdramaturg

Michael Otto mit ‘Reefer Madness’, wie ‘Kifferwahn’ im Original

heißt. Das letzte “Go” hatte dann der Musicalstudiengang, weil sie

dort am besten wissen, was die Studenten können.

Ende April präsentieren Sie in eigener Inszenierung als

deutschsprachige Erstaufführung das Musical ‘Tschitti Tschitti

Bäng Bäng’ …

Damit erfüllt sich ein Kindheitstraum. Es ist sogar die kontinen -

taleuropäische Erstaufführung. Wir sind sehr glücklich, dass wir

nach zähen Verhandlungen als Erste den Zuschlag für die begehrten

Aufführungsrechte bekommen haben noch dazu für eine eigene

Inszenierung! Das Stück ist einfach sehr, sehr gut gemachte

Familienunterhaltung, die für alle Altersklassen etwas bereithält.

Technisch ist es ungemein aufwendig allein schon das fliegende

Tschitti-Auto ist so kompliziert wie ein zweites Bühnenbild. Aber

mein Ausstatterteam Judith Leikauf und Karl Fehringer hat eine

fantastische Lösung gefunden, die die Illusion am Ende perfekt

machen wird. Dazu kommt eine großartige Besetzung mit Peter

Lesiak, Nadine Zeintl, Frank Berg, Erwin Windegger, Sigrid Hauser,

Markus Meyer und noch vielen, vielen mehr.

Die deutsche Übersetzung stammt von Frank Tannhäuser.

Konnten Sie ihn mit aussuchen?

Der Verlag hat ihn vorgegeben, wobei ich sagen muss, dass ich ihn

persönlich gar nicht kenne, noch nie mit ihm gesprochen habe. Es

ist aber eine wirklich sehr gute Übersetzung. Eventuell werden wir

für unsere Produktion das eine oder andere Wort ändern. Manches

lässt sich bekanntlich ohnehin kaum übersetzen, weil es für manche

Begriffe im Deutschen einfach kein exakt zutreffendes Wort

gibt. “Posh”, der Titel des Solosongs des Großvaters, ist dafür ein

Beispiel. Wir haben das mit “Stil” übersetzt.

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musicals 04.14


Foto: Gärtnerplatztheater

Für die kommende Spielzeit haben Sie bereits eine Musical-Uraufführung

angekündigt: ‘Gefährliche Liebschaften”. Wie kam

das Projekt zustande?

Ich möchte in jedem unserer Genres eine Uraufführung oder Ausgrabung

herausbringen. Über mögliche Themen unterhalten wir

uns u.a. in der Dramaturgen-Runde. Ich möchte eine Thematik,

wenn wir schon so etwas wie eine Volksoper sind, die alle anspricht

genau deswegen setzt man ja auch eine ‘Aida’ auf den Spielplan.

Konkret zu ‘Gefährliche Liebschaften’ kam es dann, nachdem ich

Marc Schubring angerufen hatte und er sofort darauf eingestiegen

war. Mit ihm und Wolfgang Adenberg bin ich sehr glücklich. Beide

sind sehr offen und pointiert. Gerade jetzt haben wir Auditions

dafür abgehalten. Dabei hat Adam Cooper, der zweifelsfrei ein

Weltklasse-Choreograf ist, übrigens genau die Leute ausgesucht,

mit denen ich schon seit ein paar Jahren immer wieder zusammenarbeite

… Für die weibliche Hauptrolle haben wir Anna Montanaro

als Marquise de Merteuil gewinnen können, die bei uns im letzten

Jahr eine so großartige Reno Sweeney in ‘Anything Goes’ war,

den Vicomte de Valmont wird Armin Kahl spielen.

Never change a winning team …

Nein, das ist es nicht. Die vermeintlich sichere Bank interessiert

mich nicht, es geht um Qualität. Die ist aber nur insofern sicher,

als sie da ist, das heißt, dass sie die Darsteller mitbringen, aber es

ist nicht sicher, dass es dann auch immer wieder quasi automatisch

funktioniert.

Sie haben während Ihrer Intendanz in Klagenfurt den Wettbewerb

MUT ins Leben gerufen, bei dem junge Darsteller die

Chance hatten, sich in den Sparten Musical, Operette und

Chanson vor einer Fachjury zu präsentieren. Was ist daraus geworden?

Der kommt wieder. Im Juni 2015 werden Semifinale und Finale

im Münchner Prinzregententheater stattfinden. Ich habe mich

nicht getraut, unserem Haus das zu einem früheren Zeitpunkt zuzumuten,

weil es logistisch viel mehr Aufwand bedeutet, als man

denkt.

MUT war also direkt an Ihre Person gekoppelt?

Der Titel ist geschützt, es gibt ein Patent auf MUT. Der Untertitel

kann aber variabel sein. Der lautete bisher “erster österreichischer

Wettbewerb für musikalisches Unterhaltungstheater” und

künftig heißt er “Wettbewerb für musikalisches Unterhaltungstheater”.

Der Wettbewerb war zum Teil an mich gekoppelt, weil

ich auch unterschreiben musste. Wenn ich mich richtig erinnere,

habe ich eine Hälfte der Gebühren bezahlt, die andere das Stadttheater

Klagenfurt. Eines der entzückendsten Abschiedsgeschenke,

die ich dort bekam, war dann sozusagen der Wettbewerb, verpackt

in einem Päckchen: “Wir schenken dir MUT!”, meinte dazu die

von mir hochgeschätzte kaufmännische Direktorin Alexandra

Stampler-Brown.

Sie inszenieren ja Oper, Operette, Schauspiel und Musical und

sind am Gärtnerplatztheater offenbar genau am richtigen

Platz. Ihre Landsmänner Nikolaus Bachler und Martin Kušej

leiten die Bayerische Staatsoper bzw. das Bayerische Staatsschauspiel.

Würden Sie diese Häuser auch interessieren?

Die Frage habe ich mir nie gestellt. Wenn das passieren soll, wird

eine Anfrage kommen, aber ich denke nicht darüber nach. Ich habe

nie darüber nachgedacht, irgendwo zu sein. Wenn ich Intendant

der Staatsoper oder des Staatsschauspiels sein wollte, hätte

ich nicht Ja zur Intendanz des Gärtnerplatztheaters gesagt. Ich habe

hier einen Vertrag bis 2018, damit ist eigentlich alles klar. Ich

werde diesen Vertrag um keinen Monat früher beenden.

musicals 04.14

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Foto: Gärtnerplatztheater

Auch nicht, wenn das Stammhaus doch nicht rechtzeitig fertig

würde?

Nein, ich habe ja keinen Vertrag für das Stammhaus unterschrieben.

Die einzige Option für einen vorzeitigen Abgang wäre, wenn

ich den Eindruck hätte, hier zu versagen.

Davon sind Sie ja momentan weit entfernt …

Na ja, wissen Sie, in der Kunst geht das mitunter schnell. Und ich

glaube, man muss schon spüren, dass man da, wo man ist, auch gemocht

wird.

Würden Sie denn die Vereinigten Bühnen Wien interessieren,

Gespräche soll es gegeben haben?

Ich bin ein Regisseur, der sehr Musical-affin ist, also braucht man

doch nur eins und eins zusammenzählen und kann sich ausrechnen,

dass mich das prinzipiell natürlich interessieren würde. Ich habe

die Gespräche mit Herrn Drozda (Generaldirektor der Vereinigten

Bühnen Wien; Anm. d. Red.) wie eine prophylaktische Anfrage

empfunden. Für die war ich dankbar, aber ich hatte hier in München

ja bereits meinen Vertrag unterschrieben und ich würde es nie

machen, die Position nicht anzutreten. Wenn ich Ja sage, dann mit

aller Konsequenz. Außerdem habe ich ganz klar zum Ausdruck gebracht,

dass mich die Vereinigten Bühnen Wien in ihrer jetzigen

Form nicht interessieren.

In welcher Form würden die VBW Sie denn interessieren?

Meine Vision wäre, in einem Theater vier bis fünf Stücke im Jahr

zu zeigen, also ähnlich, wie es Rolf Kutschera in den 1960er/70er-

Jahren gemacht hat, und im anderen eine Long-Run-Produktion,

vielleicht zwei. Und dann würde mir noch eine kleine Spielstätte

für kleinere und mittlere Off-Musicals in der Kategorie von ‘Blutsbrüder’

oder ‘Next To Normal’ vorschweben. Zudem würde ich

prüfen, ob an spielfreien Montagen nicht Specials stattfinden könnten,

ähnlich wie gerade der Sondheim-Abend an der Wiener Volksoper.

Die Darsteller wären ja da.

Aber, wie gesagt, momentan für mich überhaupt kein Thema. Ich

bin gerne in München und fühle mich wohl hier.

Auf welche Musical-Produktionen neben ‘Gefährliche Liebschaften’

darf sich das Münchner Publikum denn in der kommenden

Saison noch freuen?

Die Musicalsaison 2014/15 beginnt bei uns in München mit der

Wiederaufnahme von ‘Tschitti Tschitti Bäng Bäng’ im September

und Oktober im Prinzregententheater. Danach spielen wir erstmalig

mit ‘Broadway For Kids’ ein Kinderkonzertprogramm, das die

jungen Theatereinsteiger mit der Welt des Broadway bekannt

macht, gefolgt von einer großen Weihnachtsgala ‘Christmas On

Broadway’. Das Jahr 2015 beginnt dann mit dem herrlich pointiert

geschriebenen Familienmusical ‘Cinderella’ von Thomas Pigor

im Januar und Februar in der Reithalle. Es folgt die Uraufführung

‘Gefährliche Liebschaften’ am 22. Februar im wunderschönen Cuvilliéstheater,

dem bedeutendsten Rokoko-Theater Deutschlands,

das uns bei der Wahl des Sujets sehr inspiriert hat. Im April und

Mai ist dann die Münchner Erstaufführung von ‘Singin' In The

Rain’ im Prinzregententheater zu erleben auch eines meiner

Lieblingsstücke! Und zum Abschluss der Spielzeit gibt es noch eine

zweite Uraufführung, nämlich ‘Bussi Das Munical’, eine

schräge musikalische Zeitreise ins München der 80er-Jahre mit den

größten Hits der Neuen Deutschen Welle. Geschrieben hat das

Stück für uns der Comedian und bekennende Musical-Fanatiker

Thomas Hermanns, der seine Karriereanfänge übrigens am Gärtnerplatztheater

erlebt hat und der bei ‘Bussi’ auch Regie führen

wird. Also ein sommerlicher Saisonausklang mit einer rasanten Komödie

zwischen Trash und Nostalgie. Mit Sicherheit bunt, skurril

und witzig! Und dann steht schon die Saison 2015/2016 vor der

Tür, für die wir im Moment fleißig Pläne schmieden …

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musicals 04.14


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Premiere: 23.10.


Prince Edward

844 - 482 5155

Miss Saigon

Previews ab 03.05.

Premiere: 21.05.


Regent's Park Open Air

844 - 826 4242

Porgy And Bess

Previews ab 17.07.

Premiere: 28.07.

bis 23.08.

Piccadilly

in

844 - 482 5151

Jersey Boys


Queen's

1n Playhouse

in

844 - 482 5160

Les Misérables

844 - 871 7627

Spamalot

bis 12.04.

Lyceum 1

870 - 243 9000

Lion King, The


Lyric

844 - 412 4661

Thriller Live

in

Adelphi


20 - 3725 7060

Dominion

in

Made In Dagenham

844 - 847 1775

Previews ab 09.10.

!

We Will Rock You

Premiere: 05.11.

bis 31.05. !


Novello 1 Apollo Victoria 1

844 - 482 5115

Mamma Mia!

844 - 826 8000

Wicked


Cambridge 1

844 - 412 4652

Matilda


!

!

!

NEW YORK

www. playbill . com

Brooks Atkinson

in Al Hirschfeld

tn

www.ticketmaster.com

After Midnight

www.telecharge.com

Kinky Boots


New Amsterdam

i Imperial

t

www.ticketmaster.com

Aladdin

www.telecharge.com

Les Misérables


Stephen Sondheim 1n Minskoff 1

www.telecharge.com

Beautiful

www.ticketmaster.com

Lion King, The


Eugene O'Neill

t Broadhurst

in

www.telecharge.com

Book Of Mormon, The

www.telecharge.com

Mamma Mia!


Gerald Schoenfeld in Shubert

in

www.telecharge.com

Bridges Of

www.telecharge.com

Matilda

Madison County, The


Lunt-Fontanne

in

St. James

www.ticketmaster.com

www.telecharge.com

Motown

Bullets Over Broadway

zz. Previews; Premiere: 10.04.

! Nederlander

in


Studio 54

www.roundabouttheatre.org

www.ticketmaster.com

Newsies


Cabaret

zz. Previews; Premiere: 24.04.


Bernard B. Jacobs

www.telecharge.com

Once

in

Ambassador

in

www.telecharge.com

Chicago

Majestic

www.telecharge.com

in

Phantom Of The Opera, The

Broadway

in

www.telecharge.com

Cinderella


Music Box

www.telecharge.com

Pippin

in

Walter Kerr

in

www.telecharge.com

Gentleman's Guide

To Love & Murder, A

Helen Hayes

www.telecharge.com

Rock Of Ages

in


Belasco

Winter Garden

in

www.telecharge.com

www.telecharge.com

Hedwig And The

Rocky

Angry Inch !

Premiere: 22.04.


! !

!

American Airlines

www.roundabouttheatre.org

Violet

zz. Previews

Premiere: 20.04.

Richard Rodgers

tn

www.ticketmaster.com

If/Then


August Wilson

in Gershwin 1

www.telecharge.com

Jersey Boys

www.ticketmaster.com

Wicked


i = Karten in allen Preislagen 1 = Restkarten verfügbar t = fast ständig ausverkauft n = am Tag der Vorstellung oft Restkarten zu ermäßigten Preisen

!

58 www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


inkürze

In Kürze

Neuigkeiten aus der internationalen Musicalszene

A Night With Janis Joplin


Nach 22 Previews und nur 141 regulären Vorstellungen im Lyceum

Theatre verabschiedete sich das Rock’n’Roll-Musical bereits

am 9. Februar vom Broadway angeblich beabsichtigen die Produzenten,

die Show in einem anderen Theater in New York wiederaufzunehmen.

Foto: Malin Arnesson

Lady Day At Emerson's Bar & Grill


Audra McDonald verkörpert die Jazzsängerin Billie Holiday in

diesem Schauspiel mit Musik, das am 13. April im Circle in the

Square seine Broadway-Premiere feiert (die Previews laufen bereits)

und anschließend noch für zehn Wochen auf dem Spielplan steht.

Unter der Regie von Lonny Price rekonstruiert das Stück ein Konzert,

das Billie Holiday 1959 vier Monate vor ihrem Tod in einer

kleinen Bar in Philadelphia gab niemand im Publikum ahnte

damals, dass er Zeuge eines der letzten öffentlichen Auftritte der

legendären Sängerin werden sollte.

‘Rebecca’ Am 7. Februar 2014 feierte ‘Rebecca’ in der Malmö Opera seine

schwedische Erstaufführung. Die Inszenierung von Asa Melldahl arbeitet sehr intensiv

mit Projektionen, unter der musikalischen Leitung von Anders Eljas interpretieren

Ida Högberg (Ich) sowie der schwedische Popstar Nanne Grönvall (Mrs.

Danvers) die beiden weiblichen Hauptrollen (unser Foto v.l.n.r.), den Maxim de

Winter spielt Philip Jalmelid. Bis zum 12. April gibt es noch vier Aufführungen,

insgesamt umfasste die Spielserie 19 Vorstellungen.

Holler If Ya Hear Me


Die Songtexte des 1996 ermordeten

Rappers Tupac Shakur

(bekannt unter dem Künstlernamen

2Pac) sind der Drehund

Angelpunkt dieses neuen

Musicals, das am 19. Juni im

Palace Theatre seine Broadway-

Premiere erleben soll (Previews

ab 26. Mai); der ungewöhnliche

Titel der Show nimmt Bezug

auf einen gleichnamigen Hip-

Hop-Song aus Shakurs zweitem

Studio-Album. Die Handlung

des Musicals soll explizit keinen

autobiografischen Charakter haben;

Tupac wurde 1996 in Las

Vegas in seinem Auto auf offener

Straße erschossen, die Hintergründe

wurden nie restlos

geklärt, man vermutet aber einen

Bandenkrieg. Als Regisseur

wurde Kenny Leon verpflichtet,

die Choreografie stammt von

Wayne Cilento, David Gallo

entwirft das Bühnenbild.

West-End-Schließungen


Viele Jahre bildeten Andrew

Lloyd Webber und Tim Rice ein

erfolgreiches Team, zuletzt

trennten sich ihre Wege, aber

nun Ironie des Schicksals?

wurden ihre jeweils neuesten

Musicals beide am gleichen Tag

(29. März 2014) in London abgesetzt:

‘Stephen Ward’ sollte eigentlich

bis Ende Mai im Aldwych

Theatre gezeigt werden, schloss

dann aber schon vorzeitig,

knapp vier Monate nach der

Premiere. Damit ist das Musical

über die sogenannte Profumo-

Affäre einer der größten Flops in

Andrew Lloyd Webbers Karriere;

es gibt Stimmen, die vermuten,

dass ‘Stephen Ward’ Lloyd

Eisenach - “… meine liebe Stadt”

musicals 04.14

Musical-Reise

www.musicals-magazin.de

59


spielpläne

LONG RUNS

BERLIN

Stage Theater am Potsdamer Platz

www.stage-entertainment.de

Hinterm Horizont

Open End

Stage Bluemax Theater

www.stage-entertainment.de

Blue Man Group

Open End

Friedrichstadt-Palast

www.friedrichstadtpalast.de

Show Me

Open End

Estrel Festival Center

www.estrel.com

Stars In Concert

Open End


BOCHUM

Starlight Express Theater

www.starlight-express.de

Starlight Express

Open End


DÜSSELDORF

Capitol Theater

www.mehr.de

Shrek

ab 14. Oktober


HAMBURG

Stage Theater im Hafen

www.stage-entertainment.de

Der König der Löwen

Open End

Stage Theater Neue Flora

www.stage-entertainment.de

Das Phantom der Oper

bis Herbst 2014

TUI Operettenhaus

www.stage-entertainment.de

Rocky

Open End


KATWIJK (bei NL-Leiden)

TheaterHangaar

www.theaterhangaar.nl

Soldaat van Oranje

Open End


MÜNCHEN

Deutsches Theater

www.deutsches-theater.de

West Side Story

bis 27. April

Grease

29. April - 18. Mai

Mandela Trilogy

4.-15. Juni

The Wiz Der Zauberer von Oz

ab 20. Juni


OBERHAUSEN

Stage Metronom Theater

www.stage-entertainment.de

Sister Act

Open End


SCHEVENINGEN

AFAS Circustheater

www.musicals.nl

Sister Act

Open End


STUTTGART

Stage Palladium Theater

www.stage-entertainment.de

Mamma Mia!

bis 5. Oktober

Chicago

ab 6. November

Stage Apollo Theater

www.stage-entertainment.de

Tarzan

Open End


UTRECHT

www.musicals.nl

Jersey Boys

Open End


WIEN

Raimund Theater

www.vbw.at

Mamma Mia!

Open End

Ronacher

www.vbw.at

Der Besuch der alten Dame

bis 29. Juni

Mary Poppins

ab 2. Oktober


SOMMERFESTSPIELE

AMSTETTEN

Musical Sommer

www.musicalsommeramstetten.at

Flashdance

6./8./9./14.-16./20.-23./

28.-30. August


AUGSBURG

Freilichtbühne am Roten Tor

www.theater-augsburg.de

My Fair Lady

21./24./26.-28. Juni

1./3.-6./8.-12./15./17.-19./

22.-24. Juli


BAD BENTHEIM

Freilichtspiele

www.freilichtspiele-badbentheim.de

Heiße Ecke

21./28. Juni

5./12./19./20./26. Juli

15./16./23./30. August

5. September


BAD FREIENWALDE

Sommerkomödie / Film-Theater

www.sommerkomoedie.com

Sing, Baby Sing!

1.-3./7.-10./14.-17./21.-24. August


BAD GANDERSHEIM

Domfestspiele

www.gandersheimerdomfestspiele.de

Evita

11./13./15./17.-20./26./27./31. Juli

2./3./6./8./17./19./20./22. August

BAD GANDERSHEIM (Forts.)

Gefährliche Liebschaften

25./27./30. Juli

1./3./5./7./9./10./16./21./24. August

Maria, ihm schmeckt's nicht

13./14./16./17./23. August


BAD HERSFELD

COESFELD

Festspiele / Stiftsruine

Freilichtbühne

www.bad-hersfelder-festspiele.de www.freilichtbuehne-coesfeld.de

Kiss Me, Kate

Elixier

17.-19./21./24./26.-28./30. Juni 24./28./31. Mai

1./2./8.-12./14.-16./19.-21./25./ 13./14./20./21./27. Juni

26./28./31. Juli

4./25./26. Juli

1./3. August

8./.9./15./16./22./23./29./30. August

Sekretärinnen

5./6./12./13. September

8.-12./14.-16./19.-21./


DINKELSBÜHL

25.-28./31. Juli

Freilichtbühne

1.-3. August


BAD ISCHL

Lehàr Festival

www.leharfestival.at

Gigi

19./24./26./31. Juli

1./3./7./9./12./13./17./20./21./

24./30. August


BAD VILBEL

Burgfestspiele

www.kultur-bad-vilbel.de/

burgfestspiele

Sugar Manche mögen's heiß

11.-15. Juni

7.-9./11./12./23.-30. Juli

22.-25. August

Die Drei von der Tankstelle

3.-6./22./23./25.-29. Juni

10./31. Juli

1.-3./11.-15./26.-30. August

King Kong

13.-15./28./29. Juni

11./12./25.-27. Juli

1.-3./15.-17./29.-31. August


BADEN (BEI WIEN)

Bühne Baden, Stadttheater

www.buehnebaden.at

Jesus Christ Superstar

9./10./12./14./19./20./31. August

3. September


BIEDENKOPF

Schlosshof

www.eingefaedelt-biedenkopf.de

Eingefädelt

22.-24./29.-31. August


BRAUNSCHWEIG

Burgplatz

www.staatstheaterbraunschweig.de

West Side Story

6.-13./15.-19./22./23. Juli


BÜCKEBURG

Schloss

www.dieschwarzenbrueder.de

Die schwarzen Brüder

7.-10./13.-17./20.-24./

27.-31. August

5./6./11.-14. September


* = Gastspiel-Termine in anderen Städten

CASTROP-RAUXEL

Marktplatz

www.westfaelischeslandestheater.de

Let's Spend The Night Together

13.-15. Juni

www.dinkelsbuehl.de

ABBA Hallo!

10.-13./22./29. Juni

6./13./20./22./27. Juli

2./3./10./16./17./21.-24. August


EISENACH

Landestheater

www.theater-eisenach.de

Luther! Rebell wider Willen

21./22./27.-29. Juni

4.-6./11.-13. Juli


ERFURT

DomStufen Festspiele

www.domstufen.de

Jedermann Die Rockoper

10.-13./15.-20./23.-27. Juli


ETTLINGEN

Schlossfestspiele

www.schlossfestspiele-ettlingen.de

Grand Hotel

26.-29. Juni

8./9./12./13./17.-19./22./23./

26./27./29. Juli

2./3./6.-8./10./13.-16. August


EUTIN

Festspiele

www.eutiner-festspiele.de

Anatevka

23./25./27./30. Juli

1./3./9./10./15. August


FEUCHTWANGEN

Kreuzgangspiele

www.kreuzgangspiele.de

Cabaret

11./14./20./22./25./27.-29. Juni

2./4.-6./9./10./12./13./16./18./22./

24./26./27./30./31. Juli

1./2./5./7./9./10./12.-16. August


FULDA

Musicalsommer / Schlosstheater

www.musicalsommer-fulda.de

Die Päpstin

20.-22./24.-29. Juni

1.-6./8.-13. Juli

Friedrich

19./20./22.-27./29. Juli

3. August

Kolpings Traum

8.-10./12.-17. August


60

www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


spielpläne/inkürze

GEORGSMARIENHÜTTE

Waldbühne Kloster Oesede

www.waldbuehne-klosteroesede.com

Heiße Ecke

28./30./31. Mai; 30. August

5./6. September

Zustände wie im alten Rom

27. Juni

3./10./11./17./19./31. Juli

2./29. August

3. September


GRAZ

Oper

www.oper-graz.com

West Side Story

18.-22./24.-28. Juni


GREIFSWALD

Ostseefestspiele

www.ostsee-festspiele.de

Die Abrafaxe

14./17./19.-21./26.*-29.* Juni

12.*-16.*/19.*-22.*/26.*-29.* August

Der Zauberer von Oz

9.*-11.*/16.*-18.*/23./25./

30.*/31.* Juli

5.*-7.* August


HAMELN

Theater

www.friedrich-hameln.de

Friedrich

21.-24. August


HANAU

Brüder Grimm Festspiele

www.festspiele.hanau.de

Aschenputtel

16.-18./29.-31. Mai

8./21./22./28./29. Juni

5./18./23./26. Juli


HANNOVER

Gartentheater Herrenhausen

www.shakespeare-herrenhausen.de

Ein Sommernachtstraum

1.-3./7.-9./14.-16./20.-22./

28.-30. August

Opernhaus

www.die-schoene-und-das-biestmusical.de

Die Schöne und das Biest

30. Juli - 10. August


HEIDELBERG

Schlosshof

www.theaterheidelberg.de

My Fair Lady

5./8./11./17./20./22./24./26./29./

31. Juli

1. August


JAGSTHAUSEN

Burgfestspiele

www.jagsthausen.de

Der Ghetto Swinger

6./15./25./26. Juni

23./24. Juli

9./10. August

Hello, I'm Johnny Cash

3./11./12./18./31. Juli

2./7./8./14./15./17./22./23. August


Webbers letztes Musical gewesen

sein könnte.

‘From Here To Eternity’

musste auch vorzeitig schließen,

weil die Ticketverkäufe

so unbefriedigend waren.

Das Tim-Rice-Musical, das

während des Zweiten Weltkriegs

auf Hawaii spielt, bekam

nach der Premiere im

Oktober 2013 nur durchwachsene

Kritiken. Als

Nachfolge-Produktion im

Shaftesbury Theatre wurde

schon Mitte November der

West-End-Transfer des Chichester-Revivals

von ‘The

Pajama Game’ angekündigt

(Previews ab 2. Mai, Premiere

am 13. Mai, letzte Vorstellung

am 13. Sept.), gefolgt

von ‘Memphis’ (Previews

ab 9. Okt., Premiere

23. Okt.).

‘We Will Rock You’

schließt am 31. Mai nach

mehr als zwölfjähriger Laufzeit

im Dominion Theatre.

Mit knapp 4.600 Vorstellungen

und 6,5 Millionen

Zuschauern gehört das

Queen-Musical zu den Top

20 der erfolgreichsten West-

End-Musicals. Das Domi -

nion Theatre wird anschließend

erst einmal gründlich

renoviert und könnte dann

ab 2015 das Broadway-Musical

‘Motown’ beherbergen.

Miss Saigon


25 Jahre nach seiner Uraufführung

kommt das Boublil/

Schönberg-Musical jetzt

wieder nach London; die

Premiere ist für den 21. Mai

im Prince Edward Theatre

angekündigt (Previews ab 3.

Mai). Es handelt sich bei der

Produktion um eine szenisch

abgespeckte Tournee-Version

von Regisseur Laurence Connor,

die bereits zwischen

2004 und 2006 in Großbritannien,

Korea, Australien,

Japan und Holland zu sehen

war. Neu hinzugekommen

ist der Song “Maybe”, den

Ellen im zweiten Akt singt.

Hauptdarsteller im West

End sind Eva Noblezada

(Kim), Alistair Brammer

(Chris), Jon Jon Briones (Engineer),

Tamsin Carroll (Ellen),

Hugh Maynard (John)

Musica

Academy of the

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musicals Das Musicalmagazin, Balanstr. 19, 81669 München

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musicals 04.14

www.musicals-magazin.de

61


spielpläne

KIEL

Neue Salzhalle (Ostufer)

www.theater-kiel.de

Romeo & Julia

16./17./19.-24./26.-31. August


KLINGENBERG

Clingenburg Festspiele

www.clingenburg-festspiele.de

My Fair Lady

18./20.-22./26.-29. Juni

2.-7./10.-13./17.-20. Juli


KORNEUBURG

Musiksommer /

Guggenberger Halle

www.korneuburgermusiksommer.at

The Music Of The Night

23. August


LEINFELDEN-ECHTERDINGEN

Theater unter den Kuppeln

www.tudk.de

Anatevka

24./31. Mai

6./7./20./21./27./28. Juni

4./5./11./12./18./19./25./26. Juli

1./2. August


LINZ

Musiktheater am Volksgarten

www.landestheater-linz.at

Porgy And Bess

10.-15./17.-22. Juli

Kammerspiele

Breaking Free

23.-30. August


MAGDEBURG

DomplatzOpenAir

www.theater-magdeburg.de

The Rocky Horror Show

20.-22./25.-29. Juni

2.-6./9.-13. Juli



SONDERSHAUSEN

MAYEN

Thüringer Schlossfestspiele

Burgfestspiele / Kleine Bühne

www.schlossfestspielesondershausen.de

www.mayen.de

A Night On Broadway

My Fair Lady

5./6./25./26. Juli

27./28. Juni

16./17. August

3./5./6./11.-13./16./18./19. Juli

MEPPEN


STAATZ

Emsländische Freilichtbühne

Felsenbühne

www.freilichtbuehne-meppen.de

www.felsenbuehne-staatz.at

Hair

West Side Story

5./11./12./18./19./25./26. Juli

25./26./31. Juli

1./2./22./23./29./30. August

1./2./7.-9./14.-16. August

5./6. September


MERZIG

Zeltpalast

www.musik-theater.de

The Addams Family

22.-24./29.-31. August

5.-7./12.-14./19.-21./

26.-28. September


MÖRBISCH

Seefestspiele

www.seefestspiele-moerbisch.at

Anatevka

10.-13./17.-20./24.-27./31. Juli

1./2./8./9./15./16./22./23. August


MÜNCHEN

Gärtnerplatztheater / Circus Krone

www.gaertnerplatztheater.de

Jesus Christ Superstar

22./25./28. Juli


NEUNKIRCHEN

Neue Gebläsehalle

www.magic-entertain.de

Sweeney Todd

18.-21. Juni


PLAUEN

Parktheater

www.theater-plauen-zwickau.de

Sugar Manche mögen's heiß

28./29. Juni; 1./3.-6. Juli


RATHEN

Felsenbühne

www.felsenbuehne-rathen.de

Fame

27.-29. Juni; 5./6./23.-26. Juli

2./3. August

Dracula

3. Juli; 8.-10./13./14. August


RÖTTINGEN

Frankenfestspiele

www.frankenfestspiele.de

Der Graf von Monte Christo

26.-29. Juni

11.-13./25.-27. Juli

8.-10. August


SCHWÄBISCH HALL

Freilichtspiele

www.freilichtspiele-hall.de

Kiss Me, Kate

19./21./26./28. Juni

2./4.-6./9.-12./26./27./29.-31. Juli

1./6.-9. August

Summer Of Love

27.-31. August

Musical unter Sternen

17. August


TECKLENBURG

Freilichtspiele

www.buehne-tecklenburg.de

Joseph

21./27.-29. Juni

4.-6./11.-13./18./19./31. Juli

1./9./10./14./15./23./24. August

Sunset Boulevard

25./26. Juli

2./3./7./8./16./17./21./22./

28.-31. August

4.-7./12./13. September

Musical Meets Pop (Gala)

9. Juni

THALE

Harzer Bergtheater

www.harzer-bergtheater.de

Dracula

11./19. Juli

1. August

6./13. September

Evita

21./29. Juni

4. Juli

8./13./20./23./27./31. August

5. September

www.ticketonline.de

Musical Night 2014

12. Juli


THUN

Seespiele

www.thunerseespiele.ch

Aida

8./10.-12./16.-19./23.-26./

30./31. Juli

1./2./6.-9./13.-16./20.-23./

27./28. August


WALENSEE

Seebühne

www.walenseebuehne.ch

My Fair Lady

16./18.-20./23.-26./30./31. Juli

2./3./6.-9./13.-17./20.-23. August


WUNSIEDEL

Luisenburg Festspiele

www.luisenburg-aktuell.de

Die Comedian Harmonists

26.-29. Juni

5./6./9./10./12./13./19./20./

23.-27./29./31. Juli

2./3./8.-10. August


PLZ 0

ANNABERG-BUCHHOLZ

Eduard-von-Winterstein-Theater

www.winterstein-theater.de

My Fair Lady

29. April


ALTENBURG

Landestheater

www.tpthueringen.de

Anatevka

7. Mai

Babytalk

7./22. Juni

Chess

24. Juni


BAD ELSTER

König Albert Theater

www.soundofmusic-shop.de

Nico Müller

Music Was My First Love

2. Mai


CHEMNITZ

Opernhaus

www.theater-chemnitz.de

Aida

5. April

Ring Of Fire

10. April

Romeo und Julia

auf der Abbey Road

27./28. April

Funny Girl

3./7./10./11./16./21./25. Mai

1./8./12./13. Juni


COTTBUS

Staatstheater / Kammerbühne

www.staatstheater-cottbus.de

Anatevka

21. April; 28. Mai

I Love You, You're Perfect,

Now Change

25. April; 14./21. Mai

15. Juni

Shockheaded Peter

21./25./26./29. Juni


DRESDEN

Staatsoperette

www.staatsoperette-dresden.de

Cabaret

2. April

30. Mai

14./15. Juni

Viel Lärm um Liebe

(The Firebrand Of Florence)

6./27. April

6./11. Mai

Der kleine Horrorladen

10./11. April

3./4. Juni

The Rocky Horror Show

20.-25. Mai

My Fair Lady

5./6. April

17./18. Mai

7./8. Juni

Kiss Me, Kate

22. April

13./14./31. Mai

1. Juni

Evita

27.-29. Juni

Wechselbad der Gefühle

www.theater-wechselbad.de

Edith Piaf

18./30. April

Musical & Dinner

11./26. April


EISLEBEN

Landesbühne

www.theater-eisleben.de

Der kleine Horrorladen

16. April


FREIBERG

Theater

www.mittelsaechsisches-theater.de

Das musikalische Himmelbett

9. Mai


62

www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


Die größten Musicalhits

von Kunze & Levay


Unter diesem Titel findet

am 19. Mai im Wiener Rospielpläne/inkürze

GERA

Bühnen der Stadt

www.tpthueringen.de

Chess

12./14./15. April

29. Mai


GÖRLITZ

Gerhart-Hauptmann-Theater

www.g-h-t.de

Anatevka

18. April

Sweeney Todd

7./10./13./21./22./27./29. Juni


HALLE

Opernhaus

www.buehnen-halle.de

Peter Pan

4./15./20. April


LEIPZIG

Musikalische Komödie

www.oper-leipzig.de

Wagners Ding mit dem Ring

5./6. April

The Rocky Horror Show

15./16. April

Der Graf von Monte Christo

8./9. April

28./29. Mai

My Fair Lady

11./26./27. April

17. Juni

Jekyll & Hyde (Wildhorn)

6.-8. Juni


PLAUEN

Vogtlandtheater

www.theater-plauen-zwickau.de

Comeback!

Das Karl-Marx-Musical

6. April; 16./30./31. Mai

Parktheater

www.theater-plauen-zwickau.de

Sugar Manche mögen's heiß

28./29. Juni

1./3.-6. Juli


RADEBEUL

Landesbühnen Sachsen

www.dresden-theater.de

Dracula

1. Mai

The Black Rider

2. April

Annie Get Your Gun

19.* April; 28.*/30. Mai

My Fair Lady

25.* April

Der kleine Horrorladen

26. Juni


RATHEN

Felsenbühne

www.felsenbuehne-rathen.de

Fame

27.-29. Juni

5./6./23.-26. Juli

2./3. August

Dracula

3. Juli

8.-10./13./14. August


und Rachelle Ann Go (Gigi).

Den Thuy verkörpert

Kwang-Ho Hong, einer der

beliebtesten Musicalstars in

Korea, der nicht nur die

Hauptrollen in Musicals

wie ‘The Phantom Of The

Opera’, ‘Jekyll & Hyde’

oder ‘Man Of La Mancha’

spielte, sondern auch als

Sänger eine erfolgreiche Solokarriere

vorweisen kann.

Godspell


Am 19. Mai treten im Londoner

Lyric Theatre noch

einmal David Essex und

Marti Webb in dem Stephen-Schwartz-Musical

auf,

in dem sie bereits 1971 im

Roundhouse Theatre gemeinsam

auf der Bühne

standen; es handelt sich um

ein Wohltätigkeitskonzert

für die Make-A-Wish Foundation,

die schwerkranken

Kindern Herzenswünsche

erfüllen möchte. Unterstützt

werden die beiden

von einem 32-köpfigen

Chor und einer Live-Band.

In The Heights


Die 2008 mit einem Tony

Award als bestes Musical

ausgezeichnete Show von

Lin-Manuel Miranda erlebt

vom 9. Mai bis 7. Juni ihre

London-Premiere im kleinen

Southwark Playhouse,

es inszeniert Luke Sheppard.

Mamma Mia! / Chicago


Am 5. Oktober 2014 geht

im Stuttgarter Palladium

Theater die letzte Vorstellung

von ‘Mamma Mia!’

über die Bühne; das Abba-

Musical brachte es damit

auf eine Laufzeit von mehr

als anderthalb Jahren ursprünglich

waren nur sechs

Monate geplant. Als Nachfolge-Produktion

wurde ab

dem 6. November 2014

Ebb/Kanders ‘Chicago’ angekündigt.

musicals 04.14

www.musicals-magazin.de

63


spielpläne

THALE

Harzer Bergtheater

www.harzer-bergtheater.de

Dracula

11./19. Juli

1. August

6./13. September

Evita

21./29. Juni; 4. Juli

8./13./20./23./27./31. August

5. September

Harzer Bergtheater

www.ticketonline.de

Musical Night 2014

12. Juli


ZWICKAU

Gerhart-Hauptmann-Theater

www.g-h-t.de

Comeback!

Das Karl-Marx-Musical

19./27. April; 24. Mai

13./18. Juni

Theater in der Mühle

www.theater-plauen-zwickau.de

Novecento Die Legende

vom Ozeanpianisten

22. Mai


PLZ 1

BAD FREIENWALDE

Sommerkomödie / Film-Theater

www.sommerkomoedie.com

Sing, Baby Sing!

1.-3./7.-10./14.-17./21.-24. August


BERLIN

Stage Theater am Potsdamer Platz

www.stage-entertainment.de

Hinterm Horizont

Open End

Stage Bluemax Theater

www.stage-entertainment.de

Blue Man Group

Open End

Bar jeder Vernunft

www.bar-jeder-vernunft.de

La Cage aux Folles

bis 31. Mai

Neuköllner Oper

www.neukoellneroper.de

Schwestern im Geiste

3.-6./10.-13./18.-20./24./25. April

Sarg Niemals nie!

12./13./16./17./19./20./23./

26./27. April

4./7./8./11. Mai

Komische Oper

www.komische-oper-berlin.de

West Side Story

24. Mai; 7./14./29. Juni

5. Juli

Admiralspalast

www.admiralspalast.de

Dirty Dancing

23.-27./29./30. April

1.-4./6.-11./13.-18. Mai

BERLIN (Forts.)

Admiralspalast / Studio

www.soundofmusic-shop.de

Gentlemen Of Musical

15. Juni

Grips Theater

www.grips-theater.de

Linie 1

17.-21. April

14.-16. Mai

7.-9. Juni

Die letzte Kommune

10./12. April

2.-4. Mai

23.-25. Juni

Berliner Ensemble

www.berliner-ensemble.de

Peter Pan

21.-23. April

Friedrichstadt-Palast

www.show-palace.eu

Show Me

Open End

Renaissance-Theater

www.renaissance-theater.de

Ewig jung

23./24. April

Estrel Festival Center

www.estrel.com

Stars In Concert

Open End

Coupé Theater

www.neue-berliner-scala.de

Die Tagebücher von

Adam & Eva

11./12. April

Piaf

5./6. April

16./17. Mai

6./7. Juni

Hossa Die Schlagerrevue der

70er-Jahre

18./19. April

9./10./30./31. Mai

13./14./27./28. Juni


GREIFSWALD

Ostseefestspiele

www.ostsee-festspiele.de

Die Abrafaxe

14./17./19.-21./26.*-29.* Juni

12.*-16.*/19.*-22.*/26.*-29.* August

Der Zauberer von Oz

9.*-11.*/16.*-18.*/23./25./

30.*/31.* Juli

5.*-7.* August


NEUSTRELITZ

Landestheater

www.theater-und-orchester.de

My Fair Lady

6./17. April; 3./28. Mai


POTSDAM

Hans Otto Theater

www.hansottotheater.de

Frauen am Rande des

Nervenzusammenbruchs

16. April; 13. Mai

My Fair Lady

2. Mai

POTSDAM (Forts.)

Nikolaisaal

www.nikolaisaal.de

Hairspray

3.-5. April


ROSTOCK

Volkstheater

www.volkstheater-rostock.de

Broadway Highlights

17. Mai

My Fair Lady

17. Mai

15./20. Juni


SCHWEDT

Uckermärkische Bühnen

www.theater-schwedt.de

Café Klatsch

2./3. Mai

Romeo und Julia

16. Mai


SCHWERIN

Staatstheater

www.theater-schwerin.de

The Producers

20. April

9./15./27. Mai


PLZ 2

BREMEN

Fritz

www.fritz-bremen.de

Pappa Pia

16.-18. Mai; 13.-15./25.-29. Juni

Flying Sisters

6./22. Juli


BREMERHAVEN

Stadttheater

www.stadttheaterbremerhaven.de

Singin' In The Rain

5. April

4./12. Mai

1./9./28. Juni


EUTIN

Festspiele

www.eutiner-festspiele.de

Anatevka

23./25./27./30. Juli

1./3./9./10./15. August


FLENSBURG

Stadttheater

www.sh-landestheater.de

Dracula

17.*/20. April

1./8./24. Mai

9. Juni


HAMBURG

Stage Theater im Hafen

www.stage-entertainment.de

Der König der Löwen

Open End

TUI Operettenhaus

www.stage-entertainment.de

Rocky

Open End

HAMBURG (Forts.)

Stage Theater Neue Flora

www.stage-entertainment.de

Das Phantom der Oper

bis Herbst 2014

Schmidts Tivoli

www.tivoli.de

Heiße Ecke

Open End

Schmidt Theater

www.tivoli.de

Die Königs vom Kiez

9.-13./15.-20./22.-26./29./30. April

1.-4./6.-10./13.-17./20.-25./

27.-31. Mai

1./3.-8./10.-14./17.-22./24.-29. Juni

St. Pauli Theater

www.st-pauli-theater.de

Anatevka

3.-5./7./8. April

49½ Shades!

5. Juni - 26. Juli

Delphi Showpalast

www.delphi-showpalast.de

Hüttenzauber

bis 21. Juni

Fliegende Bauten

www.fliegende-bauten.de

Innenkabine mit Balkon

3.-6./10.-13./16.-20. April

Der kleine Horrorladen

22. April - 18. Mai

Kampnagel / Halle K2

Stage School Hamburg

www.showcase2014.de

Hairspray JR.

20.-30. Juni


KIEL

Schauspielhaus

www.theater-kiel.de

The Rocky Horror Show

6./20./25. April

Neue Salzhalle (Ostufer)

www.theater-kiel.de

Romeo & Julia

16./17./19.-24./26.-31. August


LÜBECK

Theater

www.theaterluebeck.de

Der Mann von La Mancha

19. April

Edith Piaf

30. April

7./15. Juni

My Fair Lady

21. April

31. Mai

27. Juni


LÜNEBURG

Theater

www.theater-lueneburg.de

Sunset Boulevard

23./25./30. April

8. Mai

7./12. Juni

Love Bite Biss ins Herz

10./15./16./20./24. Mai

14./21. Juni


64

www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


spielpläne/inkürze

OLDENBURG

Staatstheater

www.staatstheater.de

Monty Python's Spamalot

16. Mai

20./23./30. Juni


WILHELMSHAVEN

Stadttheater

www.landesbuehne-nord.de

Die Blues Brothers

Im Auftrag des Herrn

4./8.*/13.* April


PLZ 3

BAD GANDERSHEIM

Domfestspiele

www.gandersheimerdomfestspiele.de

Evita

11./13./15./17.-20./

26./27./31. Juli

2./3./6./8./17./19./20./22. August

Gefährliche Liebschaften

25./27./30. Juli

1./3./5./7./9./10./16./

21./24. August

Maria, ihm schmeckt's nicht

13./14./16./17./23. August


BAD HERSFELD

Festspiele / Stiftsruine

www.bad-hersfelder-festspiele.de

Kiss Me, Kate

17.-19./21./24./26.-28./30. Juni

1./2./8.-12./14.-16./19.-21./

25./26./28./31. Juli

1./3. August

Sekretärinnen

8.-12./14.-16./19.-21./

25.-28./31. Juli

1.-3. August


BIEDENKOPF

Schlosshof

www.eingefaedelt-biedenkopf.de

Eingefädelt

22.-24./29.-31. August


BIELEFELD

Theater

www.theater-bielefeld.de

Die Hexen von Eastwick

21. April; 26./29. Juni

Feier-Abend

13./19./29. April


BRAUNSCHWEIG

Burgplatz

www.staatstheaterbraunschweig.de

West Side Story

6.-13./15.-19./22./23. Juli


BÜCKEBURG

Schloss

www.dieschwarzenbrueder.de

Die schwarzen Brüder

7.-10./13.-17./20.-24./

27.-31. August

5./6./11.-14. September

nacher ein Benefizkonzert zugunsten

der Erdbebenopfer in

Haiti statt. Pia Douwes, Carin

Filipcic, Maya Hakvoort,

Marjan Shaki, Annemieke

van Dam, Wietske Van Tongeren,

Ethan Freeman, Uwe

Kröger, Lukas Perman, Yngve

Gasoy Romdal und Mark

Seibert präsentieren Highlights

aus den Musicals von

Michael Kunze und Sylvester

Levay. Für die Choreografie

zeichnet Jerôme Knols verantwortlich,

es spielt das Orchester

der Vereinigten Bühnen

Wien unter der Leitung

von Koen Schoots.

1. Europäisches

Musicalschulfestival


Vom 12. bis 17. Mai 2014

treffen sich an den Uckermärkischen

Bühnen Schwedt

anlässlich des 1. Europäischen

Musicalschulfestivals

Studierende und DozentInnen

der Hochschule Osnabrück,

Institut für Musik,

Studiengang Musical, des

Performing Center Austria

(Wien), des Studium Wokalno-Aktorskie

im. Danuty Baduszkowej

(Gdynia), der

Janacek Academy of Music

and Performing Arts (Brno)

sowie des Mezinarodni Konzervator

(Prag). Als öffentliche

Präsentationen der schulischen

Arbeiten (in der jeweiligen

Landessprache) zeigt

die Hochschule Osnabrück ‘I

Love You, You're Perfect,

Now Change’ sowie Shakespeares

‘Sommernachtstraum’

und das Prager Internationale

Konservatorium stellt sich

mit ‘Superstar Company’

dem Schwedter Publikum

vor. Die Workshops zur Vermittlung

praktischer Kenntnisse

und Veranschaulichung

unterschiedlicher Lehrmethoden

(in Englisch) gibt es zu

den Themen Bewegung und

Korrepetition (Neva Howard,

Professorin an der Universität

der Künste Berlin), Jazz

Dance (Sven Niemeyer, Tanzpädagoge

an der Hochschule

Osnabrück), Audition and

Survival (Elizabeth Bice, Musikpädagogin

am Performing

Center Austria) sowie Schauspiel-Improvisation

von Do-





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zenten der Hochschule Osnabrück. Am 17. Mai präsentieren dann

alle Teilnehmer des Musicalschulfestivals eine Abschlussgala auf

der Großen Bühne der Uckermärkischen Bühnen Schwedt.


staatlich anerkannte Ausbildung (Bafög-berechtigt)

Aufnahmeprüfung Fachbereich Musical

12.April/ 10.Mai/14.Juni

Ausbildungsbeginn 1.Oktober 2014

Weitere Infos und Anmeldung unter:

Die Etage

Ritterstraße 12-14

10969 Berlin www.dieetage.de

Tel.: 030/691 20 95

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spielpläne

DETMOLD

Landestheater

www.landestheater-detmold.de

West Side Story

12./21. April

1./4.*/8.*/10.*/17.*/20.*/23.* Mai

8.*/12.*/14.*/19./25.*/26.* Juni

Alice

5./15./17./19. April; 2./25. Mai

13./22. Juni


FULDA

Musicalsommer / Schlosstheater

www.musicalsommer-fulda.de

Die Päpstin

20.-22./24.-29. Juni

1.-6./8.-13. Juli

Friedrich

19./20./22.-27./29. Juli

3. August

Kolpings Traum

8.-10./12.-17. August


GIESSEN

Stadttheater

www.stadttheater-giessen.de

Cabaret

17. April; 23. Mai; 13. Juni


GÖTTINGEN

Deutsches Theater

www.dt-goettingen.de

The Rocky Horror Show

5./12./30. April

10./23. Mai

7./14./28. Juni


HAMELN

Theater

www.friedrich-hameln.de

Friedrich

21.-24. August


HANNOVER

Schauspielhaus

www.staatstheater-hannover.de

The Black Rider

29. April

Das Wirtshaus im Spessart

11. April

Staatsoper

www.staatstheater-hannover.de

My Fair Lady

24. April; 4./11./18. Mai

Opernhaus

www.die-schoene-und-das-biestmusical.de

Die Schöne und das Biest

30. Juli - 10. August

Gartentheater Herrenhausen

www.shakespeare-herrenhausen.de

Ein Sommernachtstraum

1.-3./7.-9./14.-16./20.-22./

28.-30. August


HILDESHEIM

Theater für Niedersachsen (TfN)

www.tfn-online.de

Die Comedian Harmonists

12.* April

Triumph der Liebe

22. April

Hair

26.*/27. April; 16.* Mai

HILDESHEIM (Forts.)

Rocky Over The Rainbow

4.* Mai

Fast normal (Next To Normal)

12./14.*/17./23.*/25. April

9./10.*/12./18.* Mai

12./15./22. Juni

Ein Käfig voller Narren

21./23.*/25.* Mai; 24. Juni


ISERNHAGEN

Isernhagenhof

www.kröpcke-das-hannovermusical.de

Kröpcke

27. April


KASSEL

Staatstheater

www.staatstheater-kassel.de

Jekyll & Hyde

26./27. April


MAGDEBURG

Schauspielhaus / Opernhaus

www.theater-magdeburg.de

Sweeney Todd

25. April; 24./30. Mai

DomplatzOpenAir

www.theater-magdeburg.de

The Rocky Horror Show

20.-22./25.-29. Juni

2.-6./9.-13. Juli


STENDAL

Theater der Altmark

www.tda-stendal.com

Die Drei von der Tankstelle

25./27. April


WERNIGERODE

Auf dem Brocken

www.hsb-wr.de

Faust II

25.-27. April

Faust I

30. April; 1.-4. Mai


PLZ 4

BAD BENTHEIM

Freilichtspiele

www.freilichtspiele-badbentheim.de

Heiße Ecke

21./28. Juni

5./12./19./20./26. Juli

15./16./23./30. August

5. September


BOCHUM

Starlight Express Theater

www.starlight-express.de

Starlight Express

Open End


CASTROP-RAUXEL

Landestheater / Marktplatz

www.westfaelischeslandestheater.de

The Rocky Horror Show

3.*/9.*/15./24.*/28.*/30.* Mai

Let's Spend The Night Together

13.-15. Juni

COESFELD

Freilichtbühne

www.freilichtbuehne-coesfeld.de

Elixier

24./28./31. Mai

13./14./20./21./27. Juni

4./25./26. Juli

8./.9./15./16./22./23./29./30. August

5./6./12./13. September


DATTELN

KATiELLi Theater

www.katielli-theater.de

Blutsbrüder

26./27. April; 16./17. Mai

13.-15. Juni


DÜSSELDORF

Capitol Theater

www.mehr.de

Grease

15.-17./19.-21./23.-27. April


ESSEN

Grillo Theater

www.soundofmusic-shop.de

Mark Seibert With You

3. Mai


GELSENKIRCHEN

Musiktheater im Revier

www.musiktheater-im-revier.de

On The Town

27. April; 1. Juni

Cabaret

5./6./11./13./20. April

2./11./18. Mai

8./9./19./21./29. Juni


GEORGSMARIENHÜTTE

Waldbühne Kloster Oesede

www.waldbuehne-klosteroesede.com

Heiße Ecke

28./30./31. Mai; 30. August

5./6. September

Zustände wie im alten Rom

27. Juni

3./10./11./17./19./31. Juli


KASSEL

Staatstheater

www.staatstheater-kassel.de

Jekyll & Hyde

20./26./27. April; 1./10./25./27. Mai

7./12./13./21./27. Juni


KREFELD

Theater

www.theater-kr-mg.de

Ewig jung

6. April

I Love You, You're Perfect,

Now Change

5./10./19./20./27. April

The Black Rider

11./13./20. April

1./13./20. Mai; 4./7. Juni

The Rocky Horror Show

14./19./21./26. Juni


MEPPEN

Propsteikirche St. Vitus

www.tourismus-meppen.de

Die 10 Gebote

23./24./25. Mai

MEPPEN (Forts.)

Emsländische Freilichtbühne

www.freilichtbuehne-meppen.de

Hair

5./11./12./18./19./25./26. Juli

1./2./22./23./29./30. August

5./6. September


MÖNCHENGLADBACH

Theater

www.theater-kr-mg.de

My Fair Lady

30. April


MÜNSTER

Theater

www.theater-muenster.com

The Black Rider

5./24. April

4./11./13./22. Mai

7./15./24. Juni

Footloose

26. April

2./11./17./26./29. Mai

5. Juni


OBERHAUSEN

Stage Metronom Theater

www.stage-entertainment.de

Sister Act

Open End

Ebertbad

www.soundofmusic-shop.de

Gentlemen Of Musical

7. Juni

Theater an der Niebuhrg

www.schilda-theater.de

Toast Hawaii

4.-6./11./12. April

Theater

www.theater-oberhausen.de

Into The Woods

11./12./26. April

3./11./17./21./28. Mai

6./13./22. Juni


OSNABRÜCK

Theater

www.theater-osnabrueck.de

Die Comedian Harmonists

3./6./9./14./23./30. Mai

3./6./14./29. Juni


RATINGEN

Stadttheater

www.cagev.com

Atlantis

9.-11. Mai


TECKLENBURG

Freilichtspiele

www.buehne-tecklenburg.de

Joseph

21./27.-29. Juni

4.-6./11.-13./18./19./31. Juli

1./9./10./14./15./23./24. August

Sunset Boulevard

25./26. Juli

2./3./7./8./16./17./21./22./

28.-31. August

4.-7./12./13. September

Musical Meets Pop (Gala)

9. Juni


66

www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


en. Es geht um ihre Tochter

Louise, die sie zu einem Star

machen will. Da aber die Zeit

der Vaudeville-Shows vorbei ist,

landen sie in einem Burlesque-

Theater, wo Louise als Sripperin

Gypsy Karriere macht. Rose

bleibt die schmerzhafte Erkenntnis,

dass sie ihre Tochter benutzt

hat, um den eigenen unerfüllten

Traum vom Bühnenstar weiterzuträumen.

Martin G. Berger, der ja schon

Sondheims ‘Anyone Can

Whistle’ konzertant und ‘Grey

Gardens’ in einer Gründerzeit-

Villa aufgeführt hatte, hat das

aufwendige Tanz- und Ausstattungsmusical

auf drei Personen

heruntergebrochen, ohne ihm

seinen Schmiss zu nehmen

und es andererseits mit einem

intensiven (Kammerspiel-)Touch

versehen (Premiere: 16.3.2014).

Jazzig vorangetrieben von seinem

“Haus-Arrangeur” Bija

Azadian am Keyboard und

Drummer Jörg Trinks liefern die

Musical-erfahrene Katja Brauneis

(Rose) und die mit ihrer

“Stammzellenformation” eh dem

experimentellen Musical verbuninkürze

‘Gypsy’ im Red Rose Club v.l.n.r. Katja Brauneis (Mama Rose), Franz Frickel

(Herbie) und Nini Stadlmann (Louise)

dene Nini Stadlmann ein gesangliches und schauspielerisches Feuerwerk

ab, das dem Hit des Stückes, “May we entertain you”,

mehr als gerecht wird. Franz Frickel fügt sich als Herbie kongenial

in diese darstellerische Tour de Force ein, die Berger mit Live-

Video einspielungen, bei denen sich die Schauspieler selbst die Kamera

vors Gesicht halten und so ihre Bühnen-Performance durch

eine filmische Dynamik erweitern, würzt. Über die Bildschirme

flimmern auch die Angebote des Hauses, Porno-Ausschnitte und

Interviews mit Prostituierten, was, genauso wie von den Darstellern

verlesene Informationen zur Lage des Menschenhandels hierzulande,

keinerlei Verklärung des Milieus aufkommen lässt. Irgendwie

hat man das Gefühl, hautnah bei den intensiven Proben

zu einer großen Show dabei zu sein die dann vor unserem inneren

Auge Gestalt annimmt. Faszinierend!

Rolf-Ruediger Hamacher

Foto: Thomas M. Jauck

Gypsy im Red Rose


Ein Musical im Bordell? Warum

eigentlich nicht, wo doch Lesungen

im Rotlichtmilieu mittlerweile

“in” sind. Aber im Gegensatz

zur Literatur muss man für

eine Musical-Performance im

Puff schon ein tragfähiges

künstlerisches Konzept entwickeln.

Auf der kleinen Bühne stehen

hinter einer Tanz-Stange Keyboard

und Schlagzeug, an der

Bar und entlang eines schmalen

Korridors sitzen und stehen die

Gäste. Kaum Platz genommen,

wird man von einer jungen,

hübschen Frau animiert, von der

man nicht weiß, ob sie eine

spielende Prostituierte oder eine

Schauspielerin ist, die eine Prostituierte

spielt. Dann entführt

sie einen in eine der “Verrichtungsboxen”,

wo einen allerdings

kein Sex, sondern eine kritische

TV-Doku zum Thema

“käufliche Liebe” erwartet. Zurück

an der Bar gerät man in einen

handfesten Streit bis klar

wird, dass hier Rose und ihr

bester Freund Herbie Stress ha-

Frederick Loewe

my Fair Lady

Freilichtbühne am Roten Tor

21. Juni bis 24. Juli 2014

Besucherservice 0821. 324 4900

www.theater-augsburg.de

musicals 04.14

www.musicals-magazin.de

67


spielpläne

WUPPERTAL

TiC-Theater / Atelier Unterkirchen

www.tic-theater.de

Hairspray

6. April; 4. Mai


PLZ 5

BONN

Kleines Theater Bad Godesberg

www.kleinestheaterbadgodesberg.de

Das bisschen Spaß muss sein

22.-27./29./30. April


HAGEN

Theater

www.theaterhagen.de

The Rocky Horror Show

10. April

Jesus Christ Superstar

6./17./30. April

4./9. Mai

Fly Me To The Moon

13./21. April; 16. Mai

9. Juni


KOBLENZ

Theater

www.theater-koblenz.de

Die Comedian Harmonists

1./4./13./19./21. April


KÖLN

Kammeroper

www.kammeroper-koeln.de

My Fair Lady

21./24.-26. April

Scala-Theater

www.scala-koeln.de

Wie fott jeblose

Open End


MAINZ

Staatstheater

www.staatstheater-mainz.com

Lady In The Dark

17./22. Mai

3./13./15./19./24. Juni

Theater im P1

www.musicalinc.de

Curtains

Vorhang auf für Mord

30./31. Mai

3./4./6./8./11./12./14./15./

17./18. Juni


MAYEN

Burgfestspiele / Kleine Bühne

www.mayen.de

A Night On Broadway

5./6./25./26. Juli

16./17. August


TRIER

Theater

www.theater-trier.de

Piaf

6. April

Hair

9./13./26./30. April; 17. Mai

1. Juni

PLZ 6

BAD VILBEL

Burgfestspiele

www.kultur-bad-vilbel.de/

burgfestspiele

Sugar Manche mögen's heiß

11.-15. Juni

7.-9./11./12./23.-30. Juli

22.-25. August

Die Drei von der Tankstelle

3.-6./22./23./25.-29. Juni

10./31. Juli

1.-3./11.-15./26.-30. August

King Kong

13.-15./28./29. Juni

11./12./25.-27. Juli

1.-3./15.-17./29.-31. August


DARMSTADT

Staatstheater

www.staatstheater-darmstadt.de

Timm Thaler

11. April

Dylan The Times

They Are A-Changin'

17./21./27. April


FRANKFURT / MAIN

English Theatre

www.english-theatre.de

Saturday Night Fever

bis 27. April

Papageno Theater

www.papageno-theater.de

My Fair Lady

12. April

3. Mai

Sugar Manche mögen's heiß

7. Juni


HANAU

Brüder Grimm Festspiele

www.festspiele.hanau.de

Aschenputtel

16.-18./29.-31. Mai

8./21./22./28./29. Juni

5./18./23./26. Juli


HEIDELBERG

Theater

www.theaterheidelberg.de

The Black Rider

21./23. April

7.-9./16./19./21./29. Mai

Schlosshof

www.theaterheidelberg.de

My Fair Lady

5./8./11./17./20./22./24./26./29./

31 Juli; 1. August


KAISERSLAUTERN

Pfalztheater

www.pfalztheater.de

Aida

19. April

West Side Story

14./18./20./22./29. Juni


KLINGENBERG

Clingenburg Festspiele

www.clingenburg-festspiele.de

My Fair Lady

18./20.-22./26.-29. Juni

2.-7./10.-13./17.-20. Juli

MANNHEIM

Nationaltheater

www.nationaltheater-mannheim.de

My Fair Lady

6./21. April; 3. Mai

Blues Brothers Unterwegs im

Auftrag des Herrn

27./29. April; 6./23./29. Mai

13./21./25. Juni

Capitol

www.capitol-mannheim.de

Der kleine Horrorladen

10. April

The Wolf With The Red Roses

11. April

I Want It All

19. April

Sweet Dreams Of The 80's

24. Mai


MERZIG

Zeltpalast

www.musik-theater.de

The Addams Family

22.-24./29.-31. August

5.-7./12.-14./19.-21./

26.-28. September


NEUNKIRCHEN

Neue Gebläsehalle

www.magic-entertain.de

Sweeney Todd

18.-21. Juni


WIESBADEN

Staatstheater / Wartburg

www.staatstheater-wiesbaden.de

The Full Monty

Ganz oder gar nicht

5./6. April; 31. Mai

1. Juni

Evita

20./25. April

42nd Street

20./24. April; 26. Mai

Der kleine Horrorladen

3. April; 19. Mai

Hair

27. April

My Fair Lady

5./12. April

Das Geheimnis des

Edwin Drood

12./13. April; 13./14./16. Mai


PLZ 7

BADEN-BADEN

Theater

www.theater.baden-baden.de

My Fair Lady

4./26. April


BRUCHSAL

Bürgerzentrum /

Theater im Pfarrsaal

www.veraeppelt-das-musical.de

Veräppelt

Das Schneewittchenkomplott!

12./25. April

10./11./17./18./24./25. Mai

ESSLINGEN

Landesbühne

www.wlb-esslingen.de

Die "goldenen" Zwanziger

30. April


ETTLINGEN

Schlossfestspiele

www.schlossfestspiele-ettlingen.de

Grand Hotel

26.-29. Juni

8./9./12./13./17.-19./22./23./

26./27./29. Juli

2./3./6.-8./10./13.-16. August


HEILBRONN

Theater

www.theater-heilbronn.de

Spring Awakening

9./10./13./16./24./30. April

2./9./13./31. Mai

1./15. Juni


JAGSTHAUSEN

Burgfestspiele

www.jagsthausen.de

Der Ghetto Swinger

6./15./25./26. Juni; 23./24. Juli

9./10. August

Hello, I'm Johnny Cash

3./11./12./18./31. Juli

2./7./8./14./15./17./22./23. August


KARLSRUHE

Staatstheater

www.staatstheater.karlsruhe.de

Rio Reiser

König von Deutschland

1./21./25. April; 17. Mai

9./25. Juni

Alice

4./19./30. April; 29. Mai

11./18. Juni

Ein Sommernachtstraum

2./12./27. April

1./8./13./14./22. Juni


LEINFELDEN-ECHTERDINGEN

Theater unter den Kuppeln

www.tudk.de

Anatevka

24./31. Mai

6./7./20./21./27./28. Juni

4./5./11./12./18./19./25./26. Juli

1./2. August


LUDWIGSBURG

Forum am Schlosspark

www.forum.ludwigsburg.de

Musical-Gala 2014

3. Mai

Kreisjugend-Orchester

Jubiläumskonzert

4. Mai


PFORZHEIM

Stadttheater

www.theater-pforzheim.de

With A Little Help …

25. April; 2. Mai

Dracula

5./19. April

The Who's Tommy

6./20./27. Juni

Spürbar (Musicalkonzert)

17. Mai

68

www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


Sommerfestspiele 2014


Auch in diesem Sommer werden in Deutschland, Österreich und

der Schweiz wieder zahlreiche Musicals open air und in Festspielhäusern

aufgeführt:

Amstetten

2013 gelang Intendant Johann Kropfreiter mit dem 80er-Jahre-

Musical ‘Xanadu’ ein kleiner Sensationserfolg, was sich auch in einer

Auslastungsquote von stolzen 97,7 Prozent widerspiegelte. Das

dürfte auch einer der Gründe gewesen sein, warum die Landesregierung

Niederösterreich Anfang dieses Jahres einen Fördervertrag

verabschiedete, der den Fortbestand des Musicalsommers bis 2016

sichert. 2014 will man an den Vorjahreserfolg anknüpfen und

bringt mit ‘Flashdance’ ein weiteres Filmmusical aus den 80ern auf

die Bühne. Das Kreativ-Team besteht wiederum aus Werner Sobotka

(Regie), Ramesh Nair (Choreografie) und Christian Frank

(Musikalische Leitung). (6. bis 30. August; www.musicalsommer

amstetten.at)

Augsburg

Der Wettergott meinte es gut im letzten Sommer und so konnte

auf der Freilichtbühne am Roten jede der geplanten Vorstellungen

gespielt werden dadurch brachte es das flippige Kultmusical

‘Hair’ auf knapp 42.000 Zuschauer und spülte über eine Million

Euro in die Kassen. Dem Theater Augsburg rettete das die Bilanz

der gesamten Spielzeit, sowohl, was das Budget anbetrifft, als auch

bezüglich der Besucherzahlen. In diesem Sommer gibt es als Kontrastprogramm

den Klassiker ‘My Fair Lady’. In der Inszenierung

von Thilo Reinhardt spielen Cathrin Lange / Katharina Göres

(Eliza), Christian Heller (Higgins) und Markus Hauser (Doolittle)

die Hauptrollen. (21. Juni bis 24. Juli; www.theater-augsburg.de)

Bad Bentheim

Die Freilichtspiele Bad Bentheim nehmen in diesem Sommer das

St.-Pauli-Musical ‘Heiße Ecke’ wieder auf, es spielen Laiendarsteller

unter der Regie von Dorotty Szalma. (21. Juni bis 5. September;

www.freilichtspiele-badbentheim.de)

Bad Freienwalde

Die Sommerkomödie im Oderbruch präsentiert im Film-Theater

Bad Freienwalde mit ‘Sing, Baby Sing Sonne, Meer und 1.000

Schlager’ eine musikalische Reise mit Musik der 1950er-Jahre, es

inszeniert Matthias S. Raupach. (1. bis 24. August; www.sommer

komoedie.com)

Bad Gandersheim

Niedersachsens größtes Freilichttheater kann in diesem Sommer

nicht nur mit einer nagelneuen Line-Array-Tonanlage aufwarten,

sondern präsentiert auf der Bühne vor der Gandersheimer Stiftskirche

auch gleich drei Musical-Produktionen. Den Anfang macht

Andrew Lloyd Webbers unverwüstliche ‘Evita’ in der neuen Broadway-Fassung,

inszeniert von Craig Simmons; die Titelrolle spielt

Franziska Schuster, den Juan Perón verkörpert Hartwig Rudolz,

der auch für die Choreografie verantwortlich zeichnet. (11. Juli bis

22. August)

Nach ihrem letztjährigen Erfolg von ‘Maria, ihm schmeckt's nicht’

haben Festspiel-Intendant Christian Doll und der musikalische

Leiter Heiko Lippmann in diesem Sommer den wohl berühmtesten

Briefroman des 18. Jahrhunderts, ‘Les Liaisons Dangereuses Gefährliche

Liebschaften’, für die Musicalbühne adaptiert; Regie führt

musicals 04.14

www.musicals-magazin.de

69


spielpläne

SCHWÄBISCH HALL

Freilichtspiele

www.freilichtspiele-hall.de

Kiss Me, Kate

19./21./26./28. Juni

2./4.-6./9.-12./26./27./29.-31. Juli

1./6.-9. August

Summer Of Love

27.-31. August


STUTTGART

Stage Palladium Theater

www.stage-entertainment.de

Mamma Mia!

bis 5. Oktober

Stage Apollo Theater

www.stage-entertainment.de

Tarzan

Open End

Filharmonie Filderstadt

www.soundofmusic-shop.de

Mark Seibert With You

11. April

Gentlemen Of Musical

8. Juni

Theater der Altstadt

www.theater-der-altstadt.de

Der kleine Horrorladen

17.-19./22.-27./29. April; 3. Mai

Stuttgart Theater Center

www.stuttgart.armymwr.com

Carrie

4.-6./11.-13./18./19. April

Komödie im Marquardt

www.schauspielbuehnen.de

Heiße Zeiten

22.-25./27.-31. Mai

1./3.-8./10.-15./17.-22./

24.-29. Juni


PLZ 8

AUGSBURG

Freilichtbühne am Roten Tor

www.theater-augsburg.de

My Fair Lady

21./24./26.-28. Juni

1./3.-6./8.-12./15./17.-19./

22.-24. Juli


HEIDENHEIM

Konzerthaus

www.benefiz-musical-gala.de

Benefiz Musical Gala 2014

7. Juni


LANDSHUT

Landestheater

www.landestheater-niederbayern.de

Carousel

6. April


MEMMINGEN

Landestheater

www.landestheater-schwaben.de

Seemann, lass das Träumen

3. April; 2./13. Mai

Der Mann, der

Sherlock Holmes war

14. Mai

MÜNCHEN

Gärtnerplatztheater /

Prinzregententheater

www.gaertnerplatztheater.de

Tschitti Tschitti Bäng Bäng

30. April

2./4./6./8./10./12./14./

16.-18. Mai

Gärtnerplatztheater / Circus Krone

www.gaertnerplatztheater.de

Jesus Christ Superstar

22./25./28. Juli

Deutsches Theater

www.deutsches-theater.de

West Side Story

bis 27. April

Grease

29. April - 18. Mai

The Wiz Der Zauberer von Oz

ab 20. Juni


PLZ 9

BAMBERG

Theater

www.theater-bamberg.de

Edith Piaf

3./4./7./9.-11./14./15./17./

18./24./25. Mai

Peace Of My Heart

6./7./13.-15./20.-22./25./26. Juni


COBURG

Landestheater

www.landestheater-coburg.de

Tombstone oder das Duell

5./20. April

Sunset Boulevard

10./16./23. Mai

5./8./15./18./24. Juni


DINKELSBÜHL

Freilichtbühne

www.dinkelsbuehl.de

Abba Hallo!

10.-13./22./29. Juni

6./13./20./22./27. Juli

2./3./10./16./17./21.-24. August


EISENACH

Landestheater

www.theater-eisenach.de

Luther! Rebell wider Willen

21./22./27.-29. Juni

4.-6./11.-13. Juli


ERFURT

Theater

www.theater-erfurt.de

Evita

17. Mai

Anatevka

4. April; 3. Mai

6. Juni

DomStufen Festspiele

www.domstufen.de

Jedermann Die Rockoper

10.-13./15.-20./23.-27. Juli


FEUCHTWANGEN

Kreuzgangspiele

www.kreuzgangspiele.de

Cabaret

11./14./20./22./25./27.-29. Juni

2./4.-6./9./10./12./13./16./18./22./

24./26./27./30./31. Juli

1./2./5./7./9./10./12.-16. August


FÜRTH

Elan

www.pannai.de

PanNai

11.-13. April


HOF

Theater

www.theater-hof.de

Jesus Christ Superstar

26./27. April; 3./4./15.*/31. Mai

1./6./7./21.*/22.* Juni


MEININGEN

Staatstheater

www.das-meininger-theater.de

Hair

24./25. April


NORDHAUSEN

Theater

www.theater-nordhausen.de

Singin' In The Rain

23. April; 3./10./31. Mai

1./4./6./8./9. Juni


NÜRNBERG

Staatstheater

www.staatstheater-nuernberg.de

The Rocky Horror Show

1./8. April; 13./23./30. Mai

My Fair Lady

2./6./9./10./13./18./30. Mai

8./16./18. Juni


PASSAU

Landestheater

www.landestheater-niederbayern.de

Carousel

6.*/21. April; 17./18. Mai


REGENSBURG

Theater

www.theater-regensburg.de

Anatevka

2./4./6./11./13./15./16./19./22./

24./27. April


RÖTTINGEN

Frankenfestspiele

www.frankenfestspiele.de

Der Graf von Monte Christo

26.-29. Juni; 11.-13./25.-27. Juli

8.-10. August


SONDERSHAUSEN

Thüringer Schlossfestspiele

www.schlossfestspielesondershausen.de

My Fair Lady

27./28. Juni

3./5./6./11.-13./16./18./19. Juli


WÜRZBURG

Theater

www.theaterwuerzburg.de

Sunset Boulevard

2./10./13./20. April

WUNSIEDEL

Luisenburg Festspiele

www.luisenburg-aktuell.de

Die Comedian Harmonists

26.-29. Juni

5./6./9./10./12./13./19./20./

23.-27./29./31. Juli

2./3./8.-10. August


TOURNEE

Agentur Harald Tauber

www.agenturharaldtauber.com

Dancing Fever


BB Promotion

www.bb-promotion.com

West Side Story

Thriller Live


COFO Concertbüro Oliver Forster

www.cofo.de

All You Need Is Love

We Are The Champions


Frank Serr Showservice Int.

www.showservice-international.de

Der kleine Horrorladen


Highlight Concerts

www.highlight-concerts.com

My Fair Lady


Konzertdirektion Landgraf

www.landgraf.de

Mann über Bord

Heiße Zeiten


Konzertschmiede

www.konzertschmiede.at

Voices Of Musical


Mehr! Entertainment

www.mehr.de

Dirty Dancing

49½ Shades!


Reset Production

www.resetproduction.de

Beat It!

Massachusetts

The Blues Brothers

World Of Musicals


Semmel Concerts

www.musical-grease.de

Grease


Tom Bauer

www.oschnputtl.de

Oschnputtl


ÖSTERREICH

AMSTETTEN

Musical Sommer

www.musicalsommeramstetten.at

Flashdance

6./8./9./14.-16./20.-23./

28.-30. August


70

www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


Christian Doll, es choreografiert wiederum Hartwig Rudolz. (25.

Juli bis 24. August)

Als Wiederaufnahme gibt es dann noch insgesamt fünf Vorstellungen

von ‘Maria, ihm schmeckt's nicht’. (13. bis 23. August;

www.gandersheimer-domfestspiele.de)

© appeal

Bad Hersfeld

Anlässlich des 450. Geburtstages von William Shakespeare inszeniert

Stefan Huber in der Bad Hersfelder Stiftsruine ’Kiss Me,

Kate’, Cole Porters Musical-Adaption von ‘Der Widerspenstigen

Zähmung’. In den beiden Hauptrollen sind Thomas Borchert (Fred

Graham / Petruchio) sowie alternierend Katharine Mehrling und

Milica Jovanivic (Lilli Vanessi / Katharina) zu erleben; es choreografiert

Melissa King. (17. Juni bis 3. August)

Im Schloss Eichhof wird zudem Franz Wittenbrinks ‘Sekretärinnen’

aufgeführt; Regie: Yvonne Groneberg (8. Juli bis 3. August;

www.bad-hersfelder-festspiele.de)

Theaterfaszination unter freiem Himmel

Bad Ischl

Das Lehár Festival in der österreichischen Kaiserstadt Bad Ischl im

Salzkammergut hatte nach fast 50 Jahren reiner Operetten-Tradition

mit ‘Hallo, Dolly!’ 2013 erstmals ein Musical auf dem Spielplan.

Heuer wagt sich Intendant Prof. Dr. Michael Lakner an ‘Gigi’,

das er auch selbst inszenieren wird; als Choreograf wurde wieder

Leonard Prinsloo verpflichtet. Für die Hauptrollen engagierte

man Publikumslieblinge wie Kurt Schreibmayer (Honoré Lachailles),

Helga Papouschek (Mamita) und Marianne Nentwich (Tante

Alicia), die Titelrolle verkörpert Verena Barth-Jurca. (13. Juli bis

1. September; www.leharfestival.at)

Bad Vilbel

Die Burgfestspiele präsentieren als diesjährige Musical-Neuinszenierung

‘Sugar Manche mögen's heiß’, Benedikt Borrmann führt

Regie, die Choreografie stammt von Kati Farkas (11. Juni bis 25.

August). Zudem steht die musikalische Komödie ‘Die Drei von

der Tankstelle’ auf dem Spielplan, inszeniert von Adelheid Müther.

(3. Juni bis 30. August)

Im Theaterkeller wird als Spätprogramm das Drei-Personen-Musical

‘King Kong’ gezeigt; Regie führt Mascha Pitz. (13. Juni bis

31. August) (www.kultur-bad-vilbel.de/burgfestspiele)

Baden (bei Wien)

Die Bühne Baden hat im Stadttheater eine Wiederaufnahme der

Robert-Herzl-Inszenierung von ‘Jesus Christ Superstar’ angesetzt,

wiederum mit Darius Merstein-MacLeod (Jesus), Chris Murray (Judas)

und Karin Seyfried (Maria Magdalena) in den Hauptrollen; die

musikalische Leitung liegt in den Händen von Franz Josef Breznik.

(9. August bis 3. September; www.buehnebaden.at)

Biedenkopf

Nach der erfolgreichen Uraufführung des Musicals ‘Eingefädelt’

2013 ist nun beabsichtigt, die Biedenkopfer Schlossfestspiele dauerhaft

zu etablieren. In diesem Sommer gibt es die Wiederaufnahme

von ‘Eingefädelt’; die Show von Paul Graham Brown und Birgit

Simmler wird sechs Mal im Hof des Landgrafenschlosses aufgeführt.

(22. bis 31. August; www.eingefaedelt-biedenkopf.de)

Braunschweig

Das Staatstheater Braunschweig bespielt die 1.300 Besucher fassende

Arena auf dem Burgplatz in diesem Jahr erstmals mit einem

Musical, die Wahl fiel auf die ‘West Side Story’. TV-Star Claus

Theo Gärtner (Matula aus ‘Ein Fall für zwei’) ist als Officer Krupke

das Zugpferd der Produktion, die Hauptrollen interpretieren

Moran Abouloff / Simone Lichtenstein (Maria) und Matthias Stier /

Arthur Shen (Tony). Philipp Kochheim inszeniert, Alonso Barros

choreografiert. (6. bis 23. Juli; www.staatstheater-braunschweig.de)

Musical: Frederick Loewe, Buch: Alan J. Lerner

Jedermann

Das Spiel vom Sterben

des reichen Mannes

von Hugo von Hofmannsthal

Pippi Langstrumpf

nach Astrid Lindgren

SWEDE SENSATION

The ABBA Tribute Show

MEN IN BLACK

Soul und Rock 'n' Roll

18. Juni bis 3. August 2014

Klingenberg am Main

Karten unter 09372 3040 und 921259

259

www.clingenburg-festspiele.de

ww.clingenburg-festspiele.de

musicals 04.14


spielpläne

BADEN (bei Wien)

Bühne Baden, Stadttheater

www.buehnebaden.at

Jesus Christ Superstar

9./10./12./14./19./20./31. August

3. September


BAD ISCHL

Lehàr Festival

www.leharfestival.at

Gigi

19./24./26./31. Juli

1./3./7./9./12./13./17./20./21./

24./30. August


GABLITZ

Theater 82er Haus

www.theater82erhaus.at

An Evening With Cole Porter

4./6./12. April


GRAZ

Oper

www.oper-graz.com

West Side Story

18.-22./24.-28. Juni

Schauspielhaus

www.schauspielhaus-graz.com

Cabaret

8./24. April


INNSBRUCK

Landestheater

www.landestheater.at

Jekyll & Hyde

4./5./23./24./26. April

2./4./11./22./31. Mai

6. Juni


KLAGENFURT

Stadttheater

www.stadttheater-klagenfurt.at

End Of The Rainbow

26./29./30. April

2./4./6.-9./11./13./14. Mai


KORNEUBURG

Musiksommer /

Guggenberger Halle

www.korneuburgermusiksommer.at

The Music Of The Night

23. August


KOTTINGBRUNN (bei Wien)

Kulturwerkstatt

www.kulturszene.at

Musical Unplugged 8

23. Mai


LINZ

Landestheater

www.landestheater-linz.at

Seven In Heaven

17./21. April

The Wiz Der Zauberer von Oz

27. April

Next To Normal

16./26. April

2./8. Mai

Show Boat

12./15./19./23./28./29. April

10./25. Mai; 3./7./22. Juni

Porgy And Bess

10.-15./17.-22. Juli


LINZ (Forts.)

Kammerspiele

http://mta.musikschulepuchenau.at

Breaking Free

23.-30. August


MISTELBACH

Stadtsaal

www.a-capella-chor.at

Chess

4.-6./10./12. April


MÖRBISCH

Seefestspiele

www.seefestspiele-moerbisch.at

Anatevka

10.-13./17.-20./24.-27./31. Juli

1./2./8./9./15./16./22./23. August


SALZBURG

Landestheater

www.salzburger-landestheater.at

The Sound Of Music

12./26./27. Mai


STAATZ

Felsenbühne

www.felsenbuehne-staatz.at

West Side Story

25./26./31. Juli

1./2./7.-9./14.-16. August

Musical unter Sternen

17. August


WIEN

Raimund Theater

www.vbw.at

Mamma Mia!

Open End

Ronacher

www.vbw.at

Der Besuch der alten Dame

bis 29. Juni

Die größten Musicalhits

von Kunze & Levay

(Benefizkonzert)

19. Mai

Volksoper

www.volksoper.at

Die spinnen, die Römer!

5./6./13./24./30. April

1./4./10. Mai

Kiss Me, Kate

2./7./12./15./17./28. Juni

Volkstheater

www.volkstheater.at

Woyzeck

16./30. April

Die Comedian Harmonists

15./28. April

Doris Day, die letzte

Jungfrau Hollywoods

1.-3./5.-8./10./11./13.-16. April

Metropol / Metropoldi

www.wiener-metropol.at

Der Hofnarr

23.-26./29./30. April

6.-10./13.-17. Mai

Orpheum

www.orpheum.at

Alexander Goebel

Rote Lippen

19. April

WIEN (Forts.)

Akzent

www.soundofmusic-shop.de

Mark Seibert With You

14. April


YBBS

Stadthalle

www.ybbsiade.at

Alexander Goebel

Musical. Die Show!

13. April


SCHWEIZ

BASEL

Musical Theater

www.musicaltheaterbasel.ch

Mamma Mia!

13. Mai - 8. Juni

Theater

www.theater-basel.ch

Fame

1./10./13./16./27./29. April


BERN

Theater

www.konzerttheaterbern.ch

Cabaret

12. April


LUZERN

KATWIJK (bei Leiden)

Theater

TheaterHangaar

www.luzernertheater.ch

www.soldaatvanoranje.nl

Kiss Me, Kate

Soldaat van Oranje

2./9. April

Open End


17. Mai

MECHELEN (bei Brüssel)

The Rocky Horror Show

Nekkerhal

14./26./29. April


LUZERN-KRIENS

Le Théâtre

www.le-theatre.ch

Musicalgala 2014

2./4./5. April


ST. GALLEN

Theater

www.theatersg.ch

Artus Excalibur

6./8./26. April

24./30. Mai

Anything Goes

11./13./22./29. Mai

Moses Die 10 Gebote

31. Mai

LOK

www.theatersg.ch

Thomas Borchert Novecento

29. Mai

Falk & Sons

31. Mai


THUN

Seespiele

www.thunerseespiele.ch

Aida

8./10.-12./16.-19./23.-26./

30./31. Juli

1./2./6.-9./13.-16./20.-23./

27./28. August


WALENSEE

Seebühne

www.walenseebuehne.ch

My Fair Lady

16./18.-20./23.-26./30./31. Juli

2./3./6.-9./13.-17./20.-23. August


ZÜRICH

Theater11

www.theater11.ch

Dirty Dancing

21. Mai 29. Juni

Maag Halle

www.mehr.de

49½ Shades!

9. April - 4. Mai

Theater am Hechtplatz

www.theaterhechtplatz.ch

Monty Python's Spamalot

2.-4./8.-11./15.-18./22.-25./

28.-31. Mai; 1./5.-9./12.-14. Juni


BENELUX

AMSTERDAM

De La Mar Theater

www.musicals.nl

Hij Gelooft In Mij

bis August

www.14-18.nu

1418

ab 21. April


SCHEVENINGEN

AFAS Circustheater

www.musicals.nl

Sister Act

Open End


UTRECHT

Beatrix Theater

www.musicals.nl

Jersey Boys

Open End


TOURNEE

Infos über genaue Tourneedaten:

www.musicals.nl

Love Story

www.sonnevelddemusical.nl

Sonneveld

www.vijftigtintendeparodie.nl

Vijftig tinten... de parodie

www.puttingittogether.nl

Putting It Together

www.afblijvenmusical.nl

Afblijven

www.tresore.nl

Tick, Tick, Boom!

www.judastheaterproducties.be

Pauline & Paulette

72

www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


FREILICHTSPIELE

TECKLENBURG

EINE BUNTE

SHOW AUS DER ZEIT

DER PHARAONEN

EINE FESSELNDE

HOLLYWOOD-

STORY

Die Saison

2014 auf einen

Blick:

Zwei Musical-Welterfolge von

Andrew Lloyd Webber mit:

JUNI

M D M D F S S

1

2 3 4 5 6 7 8

9 10 11 12 13 14 15

16 17 18 19 20 21 22

23 24 25 26 27 28 29

30

JULI

M D M D F S S

1 2 3 4 5 6

7 8 9 10 11 12 13

14 15 16 17 18 19 20

21 22 23 24 25 26 27

28 29 30 31

AUGUST

M D M D F S S

1 2 3

4 5 6 7 8 9 10

11 12 13 14 15 16 17

18 19 20 21 22 23 24

25 26 27 28 29 30 31

SEPTEMBER

M D M D F S S

1 2 3 4 5 6 7

8 9 10 11 12 13 14

15 16 17 18 19 20 21

22 23 24 25 26 27 28

29 30

Alexander Klaws

Annemieke van Dam

Reinhard Brussmann

Maya Hakvoort

Julian Looman

Thomas Hohler

JOSEPH

SUNSET BOULEVARD

DER TROUBADOUR

www.freilichtspiele-tecklenburg.de | Tickets: 05482-220

Bückeburg

Das Renaissance-Schloss Bückeburg, seit über 700 Jahren im Besitz

des Hauses Schaumburg-Lippe, bildet die Kulisse für die deutsche

Erstaufführung des 2007 in Schaffhausen uraufgeführten Musicals

‘Die schwarzen Brüder’ von Mirco Vogelsang (Libretto und

Regie) und Georgij Modestov (Musik). Star der Aufführung ist

Maite Kelly, die die Rolle der Frau Rossi übernehmen wird, in

weiteren Hauptrollen sind Thorsten Tinney (Herr Rossi), Janko

Danailow (Alfredo), Sandra Pangl (Angeletta), Andreas Röder (Anselmo)

und Peter Zeug als Luini/Dr. Casella zu sehen. (7. August

bis 14. September; www.dieschwarzenbrueder.de)

Coesfeld

Die Freilichtbühne Coesfeld präsentiert in diesem Sommer eine

Neuinszenierung des Musicals ‘Elixier’; das Stück stand bereits im

Jahr 2000 auf dem Spielplan der Naturbühne. (24. Mai bis 13.

September; www.freilichtbuehne-coesfeld.com)

Dinkelsbühl

Das Landestheater Dinkelsbühl zeigt auf der überdachten Freilichtbühne

am Wehrgang die musikalische Revue ‘ABBA Hallo!’

von Markus Beisel. (10. Juni bis 24. August; www.dinkelsbuehl.de)

Erfurt

Das Autorenduo Peter Lund und Wolfgang Böhmer bringt im

Rahmen der DomStufen-Festspiele seine Rockoper ‘Jedermann’ zur

Uraufführung. Vor der beeindruckenden 700 Jahre alten Kulisse

von Mariendom und St.-Severi-Kirche präsentiert Wolfgang Böhmer

eine Verbindung von sinfonischem Orchesterklang und dem

Sound einer Rockband, Textautor Peter Lund führt auch Regie.

(10. bis 27. Juli; www.domstufen.de)

Markt_am_Dom.indd 1 14.03.14 10:23

Ettlingen

Intendant Udo Schürmer inszeniert im Hof des Ettlinger Barockschlosses

das bei uns nur selten gespielte Maury-Yeston-Musical

‘Grand Hotel’ mit Carsten Lepper (Baron Felix von Gaigern), Katja

Brauneis (Elisaweta Gruschinskaja) und Christine Rothacker

(Raffaela) in den Hauptrollen. (27. Juni bis 17. August;

www.schlossfestspiele-ettlingen.de)

Eutin

Auf der Freilichtbühne im Schlossgarten, direkt am Ufer des

Großen Eutiner Sees, gibt es in diesem Sommer ‘Anatevka’, es inszeniert

Anette Leistenschneider. (23. Juli bis 15. August;

www.eutiner-festspiele.de)

Eisenach

Das Landestheater Eisenach hat zum Abschluss der Saison eine

Wiederaufnahme-Serie des ausschließlich in und für Eisenach produzierten

Auftragswerks ‘Luther! Rebell wider Willen’ auf dem

Spielplan. Wie in der Uraufführungs-Serie im Juni 2013 (siehe

»musicals« Heft 162, S. 22) spielen Matthias Jahrmärker (Luther),

Stefan Poslovski (Teufel) und Alexander di Capri (Lucas Cranach)

die Hauptrollen. (21. Juni bis 13. Juli; www.theater-eisenach.de)

Feuchtwangen

Im Klostergarten vor den Arkaden des romanischen Kreuzgangs

des ehemaligen Benediktinerklosters der Stadt Feuchtwangen inszeniert

Kreuzgangspiele-Intendant Johannes Kaetzler in diesem

Sommer mit ‘Cabaret’ erneut einen Musicalklassiker; die Rolle der

Sally Bowles verkörpert Jasmin Wagner, es spielt eine Band unter

der Leitung von Bernd Meyer. (11. Juni bis 16. August;

www.kreuzgangspiele.de)

musicals 04.14

www.musicals-magazin.de

73


sommerfestspiele

Buch von

Luther Davis

Musik und Gesangstexte von

Robert Wright und George Forest

Nach dem Roman

Menschen im Hotel

von Vicki Baum

In Übereinkunft mit

Turner Broadcastin Co.

als Eigentümer des

Films Grand Hotel

Zusätzliche Musik

und Gesangs texte

von Maury Yeston

Deutsch von

Roman Hinze

2014

Tickets: Stadtinformation Ettlingen, Tel. 0 72 43 -101 380,

www.schlossfestspiele-ettlingen.de

oder über www.reservix.de und an allen bekannten

-Vorverkaufsstellen

Fulda

Die Spotlight Musicalproduktion hat Startenor José Carreras gewinnen

können, die Schirmherrschaft über den 2014 erstmals veranstalteten

Musicalsommer Fulda zu übernehmen. Im Rahmen des

zweimonatigen Festivals gibt es Wiederaufnahmen der Spotlight-

Produktionen ‘Die Päpstin’ (20. Juni bis 13. Juli), ‘Friedrich

Mythos und Tragödie’ (19. Juli bis 3. August) und ‘Kolpings

Traum’ (8. bis 17. August); in allen drei Musicals wird Sabrina

Weckerlin die weiblichen Hauptrollen spielen: Johanna (‘Die Päpstin’),

Susanne (‘Kolpings Traum’) sowie erstmals die Wilhelmine

(‘Friedrich’). Tobias Bieri ist bei ‘Friedrich’ erneut als junger Kronprinz

zu erleben, Chris Murray wieder als alter Friedrich. Für die

Folgejahre sind beim Musicalsommer Fulda auch wieder Uraufführungen

neuer Stücke geplant. (www.musicalsommer-fulda.de)

Georgsmarienhütte

Das Amateur-Ensemble der Waldbühne Kloster Oesede führt in

diesem Jahr Stephen Sondheims Musical-Comedy ‘Zustände wie

im alten Rom’ auf (27. Juni bis 3. September).

Zudem gibt es vom 28. Mai bis 6. September die siebte Wiederaufnahme

von ‘Heiße Ecke’. (www.waldbuehne-kloster-oesede.com)

Graz

Die Oper Graz nimmt in diesem Sommer die 2008 erstmals gezeigte

‘West Side Story’ von Josef E. Köpplinger (Regie) und Ricarda

Regina Ludigkeit (Choreografie) wieder auf. Die Hauptrollen

spielen Daniel Prohaska / Jesper Tydén (Tony), Katja Reichert (Maria),

Anna Montanaro (Anita), Korbinian Arend (Bernardo) und

Peter Lesiak (Riff). (18. bis 28. Juni; www.oper-graz.com)

Greifswald / Stralsund / Sellin / Heringsdorf

Die vom Theater Vorpommern veranstalteten Ostseefestspiele touren

zwischen Greifswald (Museumshafen), Stralsund (Sundpromenade),

Sellin (Seeparkpromenade) und Heringsdorf (Seebrücke), zur

Aufführung kommen in diesem Sommer ‘Der Zauberer von Oz’ (9.

Juli bis 7. August) sowie die Uraufführung ‘Die Abrafaxe und das

Geheimnis der Zeitmaschine’ von Sascha Löschner (Text) und Sebastian

Undisz (Musik). (14. Juni bis 29. August; www.ostseefestspiele.de)

Hameln

In der Rattenfänger-Stadt kann man zwischen dem 28. Mai und

3. September jeden Mittwoch um 16:30 Uhr auf der Hochzeits-

74 www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


sommerfestspiele

produziert

DOMSTUFEN-FESTSPIELE

S T S E E

IN ERFURT R 2014

Nach einer Idee von Jerome Robbins

Buch von Arthur Laurents

Musik von Leonard Bernstein

Gesangstexte

von Stephen Sondheim

Die Uraufführung wurde inszeniert und choreografiert von Jerome Robbins

Deutsche Fassung von Frank Thannhäuser und Nico Rabenald

Die Übertragung des Auführungsrechtes erfolgt in Übereinkunft mit JOSEF WEINBERGER LTD., London im Namen von MUSIC

THEATRE INTERNATIONAL, New York. Bühnenvertrieb für Österreich: JOSEF WEINBERGER WIEN

GES.M.B.H.

Regie: Werner Auer | Musikalische Leitung: Gregor Sommer | Choreografie: Eva Klug

25.7. bis 16.8.2014

Regie: Werner Auer | Musikalische Leitung: Gregor Sommer | Choreografie: Eva

Klug

www.felsenbuehne-staatz.at

tz.at

Karten österreichweit in allen Raiffeisenbanken sowie über

Premiere: Do, 10. Juli 2014, 20.30 Uhr

Weitere Aufführungen:

Fr, 11.07. So, 27.07.2014, jeweils 20.30 Uhr

Informationen & Tickets:

Tel.

0361 22 33 155

| www.domstufen.de

haus-Terrasse das 40-minütige Musical ‘Rats’ erleben, und das sogar

kostenlos. Wer mehr Musical möchte, kann vom 21. bis 24.

August im Theater Hameln eine der Vorstellungen des Spotlight-

Musicals ‘Friedrich Mythos und Tragödie’ besuchen.

(www.friedrich-hameln.de)

Hanau

Im Rahmen der Brüder Grimm Märchenfestspiele inszeniert Holger

Hauer im Amphitheater des historischen Parks vor dem

Schloss Philippsruhe die Uraufführung des Musicals ‘Aschenputtel’

von Marc Schubring (Musik), Frank-Lorenz Engel (Buch) und

Edith Jeske (Songtexte). Unter den Mitwirkenden sind neben

Michèle Fichtner in der Titelrolle unter anderem Carolin Fortenbacher

(Stiefmutter), Holger Hauer (Vater), Thorsten Tinney (König

Siegfried) und Benedikt Ivo als Prinz Benedikt. (16. Mai bis 26.

Juli; www.festspiele.hanau.de)

Hannover

Im barocken Gartentheater Herrenhausen finden seit mittlerweile

60 Jahren Open-Air-Aufführungen statt. Hannover Concerts

nimmt auch in diesem Sommer die Christian-von-Götz-Inszenierung

von ‘Ein Sommernachtstraum’ wieder auf, in der Rolle des

Puck / Stratocast ist erneut Publikumsliebling Jens Krause zu erleben.

(1. bis 30. August; www.shakespeare-herrenhausen.de)

Im Opernhaus gastiert zudem vom 30. Juli bis 10. August die

Tourneeproduktion von Disneys ‘Die Schöne und das Biest’; es

handelt sich um eine Inszenierung des Budapester Operetten- und

Musicaltheaters. (www.die-schoene-und-das-biest-musical.de)

Heidelberg

Eigentlich sollte bei den Schlossfestspielen wieder Rombergs ‘Student

Prince’ aufgeführt werden, aber dann hat man sich anlässlich

des 40-jährigen Bestehens kurzfristig umentschieden und nun

zeigt das Theater Heidelberg im Schlosshof ‘My Fair Lady’ in einer

Inszenierung von Andrea Schwalbach. (5. Juni bis 1. August;

www.heidelberger-schlossfestspiele.de)

Jagsthausen

Die Burgfestspiele Jagsthausen gehen im Jahr 2014 in ihre 65.

Spielzeit. Die Götzenburg, das Wahrzeichen der Gemeinde Jagsthausen

und im Mittelalter Stammsitz des Götz von Berlichingen,

bildet die Kulisse für die Burgfestspiele. In der Jubiläumsspielzeit

musicals 04.14

www.musicals-magazin.de

75


stehen in ‘Hello, I'm Johnny Cash’ mit Gunter Gabriel als “The

Man in Black” und Helen Schneider als June Carter zwei prominente

Namen auf der Besetzungsliste (3. Juli bis 23. August). Zudem

gibt es als Coproduktion mit den Hamburger Kammerspielen

acht Aufführungen der Gil-Mehmert-Inszenierung von ‘Der

Ghetto Swinger’, ebenfalls mit Helen Schneider (6. Juni bis 10.

August; www.burgfestspiele-jagsthausen.de).

Musical nach dem Film von Billy Wilder

Sugar Manche

mögen‘s heiß

Musical

Blues Brothers

Eine musikalische Komödie

Die Drei von der Tankstelle

Mozart für Kinder

Die Entführung aus

dem Serail

Kiel

Nachdem das Theater Kiel zwei Jahre lang im Sommer den Rathausplatz

mit Opern bespielt hat, geht es jetzt direkt ans Ostufer

der Kieler Förde mit Blick auf Wasser und Sonnenuntergang. Auf

der Bühne vor der “Neuen Salzhalle” gibt es denn auch gleich eine

Uraufführung: William Shakespeares ‘Romeo & Julia’ als Musical.

Acht der 14 Songs werden vom “Rosenstolz”-Erfolgstrio Peter Plate,

Ulf Leo Sommer und Daniel Faust neu komponiert (die drei arbeiteten

erst kürzlich für den Soundtrack des Bibi-Blocksberg-

Filmmusicals ‘Bibi und Tina’ zusammen), die Texte stammen von

Kerstin Daiber und Daniel Karasek, der auch Regie führen wird.

Das Bühnenbild entwirft Norbert Ziermann, die Kostüme Claudia

Spielmann. Als Hauptdarsteller wurden Frederik Götz und Maxine

Kazis verpflichtet. (16. bis 31. August; www.theater-kiel.de).

Klingenberg

In den Ruinen der Clingenburg oberhalb der Spessart-Stadt

Klingenberg geht Intendant Marcel Krohn in diesem Jahr auf

Nummer sicher und präsentiert den unverwüstlichen Musical -

klasssiker ‘My Fair Lady’ mit Julia Hell (Eliza) und TV-Star

(‘Percy Stuart’) Claus Wilcke (Doolittle), der Hausherr selbst spielt

den Professor Higgins. (18. Juni bis 20. Juli; www.clingenburgfestspiele.de)

Musical für die ganze Familie

Das Dschungelbuch

… im Theaterkeller

Musical

King Kong

Hier der

Spiel

plan 2014

mit allen weiteren

Inszenierungen

Korneuburg

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Korneuburger Musiksommers

gibt es am 23. August in der Guggenberger Halle

das Konzert ‘The Music Of The Night’ mit Carin Filipcic, Yngve

Gasoy-Romdal, Mark Seibert und Serkan Kaya; musikalische Begleitung:

Herbert Pichler & Band. (www.korneuburgermusik

sommer.at)

Leinfelden-Echterdingen

Das Amateurensemble des Theater unter den Kuppeln führt in

diesem Sommer ‘Anatevka’ auf. (24. Mai bis 2. August;

www.tudk.de)

06101 559455

www.kultur-bad-vilbel.de

Linz

Das Landestheater Linz präsentiert im Großen Saal des Musiktheaters

am Volksgarten ein Gastspiel von ‘Porgy And Bess’ unter der

künstlerischen und musikalischen Leitung von William Barkhymer

mit Alvy Powell und Morenike Fadayomi in den Titelrollen

(10. bis 22. Juli). In den Kammerspielen wird vom 23. bis 30.

August ‘Breaking Free A Rock Tribute’ gezeigt, eine Hommage

an Freddie Mercury und die Band Queen. (www.landestheaterlinz.at)

Magdeburg

Als diesjähriges DomplatzOpenAir-Musical gibt es die ‘Rocky

Horror Show’ u.a. mit Dominik Hees (Frank'n'Furter), Tobias

Bieri (Rocky), Jeannine Michel Wacker (Janet), Maximilian Mann

(Brad), Lucy Scherer (Magenta) und Christina Patten (Columbia);

es inszeniert Ulrich Wiggers und Danny Costello choreografiert.

(20. Juni bis 13. Juli; www.theater-magdeburg.de)

Mitglied

der Arbeitsgemeinschaft

deutscher

Festspielorte

Mayen

Bei den Burgfestspielen 2014 gibt es Musicalisches nur auf der

Kleinen Bühne im Alten Arresthaus, wo an sechs Terminen ‘A

musicals 04.14


Night On Broadway’ auf dem Programm steht. (5. Juli bis 17.

August; www.mayenzeit.de)

Meppen

Iris Limbarth inszeniert und choreografiert als 25. Musical auf der

Emsländischen Freilichtbühne im Esterfelder Forst das Hippie-

Musical ‘Hair’, die musikalische Leitung hat Jason Weaver, die

Ausstattung entwerfen Reinhard Wust (Bühne) und Heike Ruppmann

(Kostüme). (5. Juli bis 6. September; www.freilichtbuehnemeppen.de)

Merzig

Im saarländischen Merzig zeigt die Musik & Theater Saar GmbH

im Zeltpalast die deutschsprachige Erstaufführung des makaberen

Musicals ‘The Addams Family’. Geschäftsführer Joachim Arnold

hat die Hauptrollen mit Uwe Kröger (Gomez Addams), Edda Petri

(Morticia Addams), Jana Stelley (Wednesday Addams), Dominik

Hees (Lucas Beineke), Anne Welte (Grandma), Gerhard Karzel

(Lurch), April Hailer (Alice Beineke) und Hans Neblung (Mel Beineke)

wieder prominent besetzt, es inszeniert Andreas Gergen,

Danny Costello zeichnet für die Choreografie verantwortlich.

(22. August bis 28. September; www.musik-theater.de)

Mörbisch

Die Seefestspiele im österreichischen Mörbisch (Neusiedler See),

traditionell eher eine Hochburg der Operette, wagen sich mit

‘Anatevka’ mal wieder an einen Musicalklassiker. Unter der Regie

von Karl Absenger spielen Gerhard Ernst (Tevje) und Seebühnen-

Intendantin Dagmar Schellenberger (Golde) die Hauptrollen.

(10. Juli bis 23. August)

Am 5. August 2014 geben zudem Maya Hakvoort, Mark Seibert,

Lukas Perman, Marjan Shaki, Ramesh Nair, Annemieke Van Dam,

Tini Kainrath und Kim Cooper ein Musicalkonzert unter dem Titel

‘Voices Of Musical’. (www.seefestspiele-moerbisch.at)

München

Das Staatstheater am Gärtnerplatz präsentiert an drei Abenden im

Münchener Circus Krone das Andrew-Lloyd-Webber-Musical

‘Jesus Christ Superstar’ in englischer Sprache als Rockkonzert unter

der musikalischen Leitung von Jeff Frohner. Das prominent

besetzte Ensemble wird angeführt von Drew Sarich (Jesus), Peti

van der Velde (Maria Magdalena) und Alex Melcher (Judas). (22.

bis 28. Juli; www.gaertnerplatztheater.de)

Neunkirchen

Magic Entertain ist ein studentisches Musicalprojekt aus Saarbrücken,

das für Juni 2014 in der Neuen Gebläsehalle Neunkirchen

Stephen Sondheims ‘Sweeney Todd’ angekündigt hat; Regie

führt Tim Ganter. Das Projekt soll mittels Crowdfunding finanziert

werden (www.startnext.de/sweeneytodd bis 14. April). In der

Neuen Gebläsehalle wurde im letzten Sommer Frank Nimsgerns

Musical ‘SnoWhite’ aufgeführt. (18. bis 21. Juni; www.magicentertain.de)

Plauen

Das Theater Plauen Zwickau zeigt in diesem Sommer im 2013

mit einer futuristischen Zeltkonstruktion überdachten Parktheater

in Plauen die Tim-Heilmann-Inszenierung von ‘Sugar’. (28. Juni

bis 6. Juli; www.theater-plauen-zwickau.de)

Rathen

Die Landesbühnen Sachsen bespielen die Felsenbühne Rathen im

Nationalpark Sächsische Schweiz von Mai bis September, in dieser

Zeit stehen auch einige Aufführungen der Musicals ‘Fame’ (27. Juni

bis 3. August) und ‘Dracula’ (3. Juli bis 14. August) auf dem

Spielplan. (www.felsenbuehne-rathen.de)

musicals 04.14


Röttingen

Die Frankenfestspiele bespielen in diesem Jahr den Hof der Burg

Brattenstein mit Frank Wildhorns ‘Der Graf von Monte Christo’

und können dabei mit einer prominenten Cast aufwarten: Neben

Yngve Gasoy Romdal in der Titelrolle sind in den weiteren

Hauptrollen Ann Mandrella (Mercédès), Martin Berger (Fernand

Mondego), Dennis Kozeluh (Gérard de Villefort / Abbé Faria) und

Leah Delos Santos (Valentine de Villefort) mit dabei. Es inszeniert

Sascha Oliver Bauer, die musikalische Leitung liegt in den Händen

von Walter Lochmann. (26. Juni bis 10. August, www.frankenfest

spiele.de)

Schwäbisch Hall

Die Große Treppe vor dem Dom wird bei Cole Porters ‘Kiss Me,

Kate’ unter der Regie von Christoph Biermeier einmal mehr zur

glitzernden Showtreppe; als Kate / Lilli Vanessi ist Stephanie Theiß

dabei (19. Juni bis 9. August). Darüber hinaus gibt es in diesem

Jahr noch die vierte (und letzte) Wiederaufnahme der 60er-Jahre-

Revue ‘Summer Of Love’ (27. bis 31. August).

(www.freilichtspiele-hall.de)

Sitzenberg

Seit mehr als zehn Jahren eröffnen die Sommerspiele Schloss Sitzenberg

(zwischen Wien und St. Pölten) den niederösterreichischen

Theatersommer. Im Schlosshof gibt es am 14. Juni 2014 anlässlich

des 100. Todestages von Bertha von Suttner die konzertante Aufführung

eines biografischen Musicals über die österreichische Friedensnobelpreisträgerin

von Béla Fischer (Musik) und Intendantin

Michaela Ehrenstein (Texte). Als Gesangssolisten konnten Maya

Hakvoort und Axel Herrig verpflichtet werden. (www.sommer

spiele.schloss-sitzenberg.at)

Sondershausen

Die Thüringer Schlossfestspiele werden seit 2006 vom Theater

Nordhausen veranstaltet und bringen schwerpunktmäßig Opern

und Operetten zur Aufführung. In diesem Jahr steht mit ‘My Fair

Lady’ nun erstmals ein Musical auf dem Spielplan (Regie: Toni

Burkhardt).

Die Schlossfestspiele gerieten ins Kreuzfeuer der Kritik, als bekannt

wurde, dass den Darstellern (vorwiegend Berufsanfänger

oder Studierende in fortgeschrittenen Semestern) statt einer Gage

nur Reisespesen gezahlt werden sollten. Nach einer Facebook-

Aktion der Initiative “art but fair” lenkte die Intendanz allerdings

ein und zahlt nun die offiziellen Mindest-Gagen für Opernsänger.

(27. Juni bis 19. Juli; www.schlossfestspiele-sondershausen.de)

Staatz

Zum 15-jährigen Jubiläum der Felsenbühne Staatz als Musicalbühne

zeigt Intendant und Regisseur Werner Auer im Sommer 2014

den Musicalklassiker ‘West Side Story’ mit Daniela Lehner (Maria),

Christoph Apfelbeck (Tony), Alixa Kalasz (Anita), Roberto Martinelli

(Bernardo) und Johan Bech (Riff) in den Hauptrollen; musikalische

Leitung: Gregor Sommer, Choreografie: Eva Klug (25. Juli

bis 16. August). Bereits zum dritten Mal gibt es zum Abschluss

der Festspiele am 17. August die Gala ‘Musical unter Sternen’.

(www.felsenbuehne-staatz.at)

Tecklenburg

Deutschlands größtes Freilicht-Musiktheater feiert 2014 sein 90-

jähriges Bestehen und präsentiert auch in diesem Sommer wieder

zwei Open-Air-Musicals vor der historischen Burgruine aus dem

12. Jahrhundert. Den Anfang macht ‘Joseph And The Amazing

Technicolor Dreamcoat’, inszeniert von Werner Bauer (der 2013

78 www.musicals-magazin.de

musicals 04.14


hier als Abahachi in ‘Der Schuh des Manitu’ auf der Bühne stand).

Die Hauptrollen in Andrew Lloyd Webbers Jugendwerk interpretieren

Alexander Klaws (Joseph), Annemieke van Dam (Erzählerin),

Julian Looman (Pharao), Reinhard Brussmann (Jakob) und

Thomas Hohler (Simeon). (21. Juni bis 24. August)

Als zweite Musical-Produktion gibt es mit ‘Sunset Boulevard’ ein

weiteres Lloyd-Webber-Musical, umgesetzt von Andreas Gergen

(Regie), Tjaard Kirsch (musikalische Leitung) und Danny Costello

(Choreografie). Die Titelrolle interpretiert Maya Hakvoort, ihr zur

Seite stehen Julian Looman (Joe Gillis), Reinhard Brussmann (Max

von Mayerling), Annemieke van Dam (Betty Schaefer) und Thomas

Hohler (Artie Green). In den Vorstellungen vom 4. bis 7. September

übernimmt Wietske van Tongeren die Rolle der Betty Schaefer.

(25. Juli bis 13. September)

Am 9. Juni findet zudem die traditionelle Pfingstgala ‘Musical

Meets Pop’ statt. Mit dabei sind Willemijn Verkaik, Andreas

Wolfram, Sascha Krebs, Pia Douwes, Drew Sarich, Wietske van

Tongeren, Zodwa Selele und Patrick Stanke. (www.freilichtspieletecklenburg.de)

Thale

Das Nordharzer Städtebundtheater präsentiert auf der Freilichtbühne

des Harzer Bergtheaters ‘Evita’ (21. Juni bis 5. September)

in einer Inszenierung von Holger Potocki und das Fairytale-

Theater Thale zeigt das Grusical ‘Dracula’ von Claus Martin

(11. Juli bis 13. September). (www.harzer-bergtheater.de)

Thun

Die Thuner Seespiele kamen 2013 mit der Uraufführung des Musicals

‘Der Besuch der alten Dame’ trotz prominenter Besetzung

(Pia Douwes, Uwe Kröger, Ethan Freeman) nur auf eine durchschnittliche

Auslastung von 65 Prozent das sind knapp 30.000

Besucher weniger als 2012, als ‘Titanic’ auf dem Programm stand.

Das Defizit von geschätzten zwei Millionen Franken (1,5 Mio. Euro)

konnte durch die Auflösung von Reserven aufgefangen werden,

was 2014 jedoch nicht noch einmal möglich wäre. Darum setzt

man in diesem Sommer alle Hoffnungen auf Elton Johns ‘Aida’

mit Patricia Meeden (Aida), Jörn-Felix Alt (Radames), Sophie Berner

(Amneris) und Armin Kahl (Zoser) in den Hauptrollen; es inszeniert

Katja Wolf, die Choreografie stammt von Christopher Tölle.

(8. Juli bis 28. August; www.thunerseespiele.ch)

Walensee

Nach einer Serie von Uraufführungen mit starkem Schweizer Lokalbezug

(‘Heidi’, ‘Die Schwarzen Brüder’, ‘Tell’) geht man auf der

Seebühne in diesem Jahr auf Nummer sicher und setzt auf das

Zugpferd ‘My Fair Lady’ die einschneidenden Budgetkürzungen

von Kanton und Gemeinden lassen ganz offensichtlich keine risikoreichen

Eigenkreationen mehr zu. Die Neuinszenierung von ‘My

Fair Lady’ stammt von Stanislav Moša, dem Intendanten des Stadttheaters

Brno. (16. Juli bis 23. August; www.walenseebuehne.ch)

Wunsiedel

Die Luisenburg-Festspiele im Fichtelgebirge sind das älteste Freilichttheater

Deutschlands und haben in diesem Sommer ‘Die Comedian

Harmonists’ in der Inszenierung von Stefan Tilch auf dem

Spielplan. (26. Juni bis 10. August; www.luisenburg-aktuell.de)

musicals 04.14

www.musicals-magazin.de

79


premieren

Premierenvorschau

April

Mai

BAMBERG

CHEMNITZ

COESFELD

HILDESHEIM

Pit Holzwarth

Jule Styne / Bob Merrill / Isobel Lennart

Tobias Künzel / Kati Naumann

Tom Kitt / Brian Yorkey

Edith Piaf

Funny Girl

Elixier

Fast normal (Next To Normal)

E.T.A.-Hoffmann-Theater

E.T.A.-Hoffmann-Platz 1, 96047 Bamberg

Städtische Theater

Käthe-Kollwitz-Str. 7, 09111 Chemnitz

Freilichtbühne

Flamschen 22, 48653 Coesfeld

Theater für Niedersachsen TfN

Theaterstr. 6, 31141 Hildesheim