Geschäftsbericht 2012 - SSB

ssb.ag.de

Geschäftsbericht 2012 - SSB

Geschäftsbericht 2012

Stuttgarter Straßenbahnen AG


Weiter. Anders. Zusammen.

Die inzwischen bald 145-jährige Geschichte der Stuttgarter

Straßenbahnen ist eine Geschichte des kontinuierlichen

Wandels. Dass die SSB, wo immer sie konnte,

für Veränderungen den eher leisen Weg der Evolution

statt der Revolution gesucht hat, zieht sich wie ein roter

Faden durch die Jahrzehnte. Veränderungen in einem

sanften Wandlungsprozess und nicht in abrupten Kehrtwenden

zu meistern, führt oft eher zum Ziel und hat in

der Regel den Vorteil der Nachhaltigkeit und Akzeptanz;

bei Fahrgästen, bei Meinungsbildnern, bei Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern. Das Unternehmen in diesem

Sinne zu verändern, ist für die SSB-Führungskräfte eine

beharrliche und sensible Aufgabe.

Unter einem solchen Blickwinkel kann auch das Geschäftsjahr

2012 betrachtet werden. Auch 2012 hat

sich das Unternehmen verändert und weiterentwickelt,

nach außen und nach innen.

Wie im letzten Jahr konnte die SSB dank guter wirtschaftlicher

Rahmenbedingungen, erweiterter Verkehrsangebote

und attraktiver neuer Tarifangebote Kunden

halten und zusätzliche Kunden in den Stadtbahnen und

Bussen der SSB befördern. Dadurch wurden die Einnahmen

überproportional gesteigert und die Stadt gleichzeitig

vom Autoverkehr entlastet. Projekte wurden weiter

umgesetzt oder auch neue begonnen. Vom Löwentor

zum Hallschlag ist der Bau der U12 im Gange, in Kürze

wird sie eröffnet. Ende des Jahres 2012 lieferte der Fahrzeughersteller

ein erstes Erprobungsfahrzeug der neuen

Stadtbahngeneration nach Stuttgart aus. Zum Jahresende

konnten sich auch die Nachtschwärmer in Stuttgart

freuen. Das Nachtbusnetz ist noch besser geworden.

Beharrlichkeit, ständige Anpassung und stetige Verbesserung

ist wohl mit ein Anlass für den Preisregen Ende

des Jahres 2012: die SSB wurde für die Hybridbusstrategie

ausgezeichnet, für das neue Stadtbahndesign und

für barrierefreies Bauen. 2013 wurde die SSB als bester

Arbeitgeber der kommunalen Verkehrsunternehmen

ausgezeichnet.

Beispielhaft für Veränderungen, die zum Erfolg sicherlich

einen eigenen und längeren Atem brauchen werden,

sind der Aufbau oder die Gestaltung neuer Vertriebswege

oder multimodaler und umweltfreundlicher Verkehrsangebote.

So ist die SSB Motor in einem innovativen Mobilitätsprojekt

mit einer Bürgerkarte unter dem Stichwort

Stuttgart Services.

Auch nach innen sind Entwicklungen für den Wandel zu

sehen. Es geht mit den Projekten Organisation, Controlling

2.0 sowie der Einkaufsstrategie darum, interne Prozesse

zu verbessern und einen wirtschaftlicheren Ressourceneinsatz

zu erreichen. Als weiteres großes Projekt

ist die Revitalisierung des SSB-Verwaltungsgebäudes zu

nennen, die zukünftigen Arbeitsbedingungen Rechnung

trägt und zur Flächen- und Energieeinsparung beiträgt.

Wenn in diesem Sinne die Strategie und der Weg der

SSB für 2013 beschrieben werden müsste, würde das

wie folgt lauten:

Die SSB will einen klugen Weg gehen, der die Dynamik

und die Veränderungen ihrer Märkte berücksichtigt.

Und der die noch bessere interne Wendigkeit des Unternehmens

so dosiert einsetzt, dass ihr Umfeld diesen

Weg mitgehen kann. Das bedeutet: Umsichtigkeit statt

vorschneller Entscheidungen, Vorausschau statt schnellen

Agierens. Das gilt auch für die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter. Es gilt, sie auf dem Weg des Wandels mitzunehmen

und dabei so viel Flexibilität zu fordern, wie

sie zu leisten fähig sind.

Daher sind wir zuversichtlich, auch 2013 wieder auf die

bewährte Erfahrung, das tolle Engagement und das hohe

Selbstvertrauen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

zählen zu können.

Wolfgang Arnold Reinhold Bauer Jörn Meier-Berberich


Auf einen Blick

Stand 31.12. 2012 2011

Veränderung

zum Vorjahr

in % 2010 2009 2008 2007 2006

Jahresabschluss

Bilanzsumme Mio. € 609 589 3,4 602 607 618 619 587

Anlagevermögen Mio. € 494 480 2,9 485 449 424 424 440

Investitionen brutto Mio. € 51 50 2,0 109 101 100 65 58

Grundkapital und Rücklagen Mio. € 152 152 0,0 152 152 152 152 152

Langfristige Verbindlichkeiten Mio. € 167 145 15,2 141 132 121 117 116

Fahrgeldeinnahmen Mio. € 206 197 4,6 187 180 176 170 164

Personalaufwand Mio. € 157 157 0,0 144 146 139 132 136

Gesamterträge Mio. € 299 303 -1,3 297 286 284 289 291

Gesamtaufwand Mio. € 317 321 -1,2 316 305 303 312 314

Ausgleichsanspruch Mio. € 18 18 0,0 19 19 19 23 23

Leistungen

Fahrten gesamt * Mio 171 168 1,8 165 164 164 161 161

Platz-km gesamt Mio 5.519 5.466 1,0 5.289 5.268 5.231 5.182 5.201

Personalstand

(Inklusive Altersteilzeit

und Auszubildende) 2.958 2.920 1,3 2.898 2.841 2.781 2.740 2.771

Linien

gesamt Anzahl 72 72 0,0 72 72 72 70 70

- Schiene Anzahl 17 17 0,0 17 16 16 16 16

- Bus Anzahl 55 55 0,0 55 56 56 54 54

Linienlänge gesamt km 904 910 -0,7 909 901 900 887 881

- Schiene km 228 228 0,0 225 213 213 213 209

- besonderer Bahnkörper

einschl. Tunnelstrecke km 217 217 0,0 216 204 204 204 196

- Bus km 676 682 -0,9 684 688 687 674 672

Gleislänge gesamt km 253 253 0,0 248 243 243 243 249

- besonderer Bahnkörper

einschl. Tunnelstrecke km 237 237 0,0 233 228 228 228 227

Fahrzeuge

Stadtbahnfahrzeuge Anzahl 164 164 0,0 164 164 164 164 164

Straßenbahnfahrzeuge Anzahl 0 0 0 0 0 0 38

Busse Anzahl 267 261 2,3 279 276 270 274 255

Haltestellen Anzahl 829 827 0,2 823 822 824 822 815

Fahrstromverbrauch Mio. kWh 79,5 78,5 1,3 79,4 78,1 77,7 77,4 80,5

Dieselkraftstoffverbrauch Bus Mio. Liter 7,5 7,7 -2,6 8,0 8,1 8,0 7,9 7,7

* Statistische Fahrtenhäufigkeit geändert, Vorjahre angepasst


01 Lagebericht . ......................................................................... 02

02 Bericht des Aufsichtsrats . ............................................................ 12

03 Bericht des Vorstands . ............................................................... 16

04 Vermögens- und Ertragslage. ......................................................... 22

:: Bilanz- und Ergebnisvergleich . ........................................................ 24

:: Cashflow-Rechnung . ............................................................... 26

05 Personal- und Sozialbericht . .......................................................... 28

06 Marketing und Vertrieb. .............................................................. 36

07 Fahrgeldeinnahmen und Verkehrsleistungen . .......................................... 42

08 Betriebsleistungen . .................................................................. 48

09 Betriebsanlagen und Infrastruktur .................................................... 52

10 Umweltbericht und Nachhaltigkeit. .................................................... 58

11 Jahresabschluss . ..................................................................... 64

:: Bilanz zum 31. Dezember 2012. ........................................................ 66

:: Gewinn- und Verlustrechnung . ....................................................... 68

:: Anhang für 2012. .................................................................. 70

Anlage 1: Entwicklung des Anlagevermögens . ................................................ 76

Anlage 2: Organe der Gesellschaft ......................................................... 78

12 Bestätigungsvermerk . ................................................................ 80


01 Lagebericht


:: Rahmenbedingungen

:: Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

:: Personal

:: Innovation und Nachhaltigkeit

:: SSB Reisen GmbH

:: Risiko- und Chancenmanagement

:: Nachtragsbericht

:: Prognosebericht

02 | 03


01 Lagebericht

Rahmenbedingungen

Im Jahr 2012 haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

im Umfeld der SSB wie auch in ganz

Deutschland gegenüber 2011 stabilisiert. Die Konjunktur

der Realwirtschaft ließ zum Jahresende 2012 etwas nach,

so dass die Arbeitslosenquote in der Landeshauptstadt

Stuttgart zum Jahresende bis auf 5,9 % zunahm. In der

Region Stuttgart hingegen betrug die Quote im letzten

Quartal 2012 rund 4,4 %. Der Bestand an Kraftfahrzeugen

in der Stadt betrug 482 pro 1000 Einwohner und

veränderte sich gegenüber 2011 nur geringfügig. Die

Gesamtnachfrage nach öffentlichen Verkehrsdienstleistungen

nahm 2012 infolge der robusten Konjunktur,

deutlich gestiegener Treibstoffpreise und verbesserter

ÖPNV-Angebote weiter zu. Der VVS registrierte 6,0 Mio.

bzw. 1,8 % mehr Fahrgäste als 2011. Bis Ende des Jahres

wurden im Verbundgebiet statistisch 344,1 Mio. Fahrten

durchgeführt. Damit folgten auch die Fahrgäste in

Stuttgart und Umgebung dem deutschlandweiten Trend

zu mehr Nutzung des ÖPNV in Großstadtregionen. Der

Bevölkerungsstand in der Region Stuttgart lag 2012 bei

2,71 Mio. Einwohner, in der Landeshauptstadt waren

rund 586 Tsd. Einwohner gemeldet. Damit nahm die

Bevölkerung gegenüber dem Vorjahr weiter zu.

Anfang 2013 wurden die Bestimmungen der EU-Verordnung

1370/2007 endlich in nationales Recht umgesetzt.

Das überarbeitete Personenbeförderungsgesetz (PBefG)

trat am 1. Januar 2013 in Kraft und ermöglicht unter

gewissen Bedingungen weiterhin die direkte Vergabe

von Verkehrsdienstleistungen an einen internen Betreiber

durch den Aufgabenträger. Dabei wurde der Einfluss

des Aufgabenträgers, im Fall der SSB die Landeshauptstadt

Stuttgart, im Vergleich zu den vorangegangenen

gesetzlichen Vorschriften gestärkt. Eigenwirtschaftliche

Verkehre genießen auch im neuen PBefG Vorrang. Wenn

keine genehmigungsfähigen Anträge eingereicht werden,

darf der Aufgabenträger nach Ablauf einer dreimonatigen

Frist einen öffentlichen Dienstleistungsauftrag im

Rahmen der Gemeinwirtschaftlichkeit vergeben. Aufgrund

der Komplexität der rechtlichen Konstellationen

werden voraussichtlich einige Details durch Gerichte

geklärt werden müssen. Dies betrifft insbesondere die

Auslegung des Begriffes „wirtschaftliche Betriebsführung“

gemäß Anhang der EU-VO 1370.


Auch mit Verabschiedung der PBefG-Novelle kann die

bestehende rechtssichere Betrauung zwischen dem

Aufgabenträger bzw. dem Eigentümer Stadt Stuttgart

und dem Beteiligungsunternehmen SSB weitergeführt

werden. Die Basis bilden die verbindliche Zusage des

Gemeinderates 2002 sowie die 2009 abgegebene Eigentümererklärung.

Diese ist bis Dezember 2018 gültig. Auch

nach 2018 kann die SSB ein integriertes Dienstleistungsunternehmen

der Landeshauptstadt bleiben, wenn sie die

in der EU-Verordnung 1370/2007 enthaltenen Kriterien

sowie die Anforderungen des neuen PBefG erfüllt. Hierzu

müssen noch Anpassungsmaßnahmen bei der SSB erfolgen,

was bereits vorbereitet wird, um eine rechtzeitige

Umsetzung zu gewährleisten. Darum werden auch

künftig entsprechende Expertisen von Fachberatungen

eingeholt, um sich mit notwendigen Modifikationen zu

befassen.

Vermögens- Finanz- und Ertragslage

Streckenausbauten sowie verbesserte Verkehrs- und

Tarifangebote brachten der SSB im Berichtsjahr 2012

Bruttofahrgeldeinnahmen in Höhe von 205,8 Mio. €

(Vorjahr 196,9 Mio. €) ein. Nachfragesteigerungen und

die zu Jahresbeginn 2012 vorgenommene durchschnittliche

Tarifanpassung von 2,9 % bewirkten einen Einnahmeanstieg

um 4,5 % im Gesamtverkehr gegenüber

dem Vorjahr. Das Planniveau 2012 wurde um rund 1,0 %

überschritten.

Anteile der periodisierten Einnahmen und Fahrten der SSB in den Kundensegmenten des VVS-Regeltarifes:

2012 2011

in % Einnahmen Fahrten Einnahmen Fahrten

Gelegenheitsverkehr 35,0 18,3 35,5 17,6

Zeitkarten:

Berufsverkehr 34,3 32,4 33,5 32,3

Ausbildungsverkehr 26,5 41,8 26,9 43,7

SeniorenTickets 4,2 7,5 4,1 6,4

04 | 05


01 Lagebericht

Die SSB erreichte im mit 35,0 % umsatzstärksten Segment

des Gelegenheitsverkehrs ein Einnahmewachstum

um 4,0 % (Fahrten – 1,3 %). Den größten Umsatzanteil

an den Barfahrausweisen machten die Einzeltickets aus.

Diese nahmen um 671 T€ gegenüber 2011 zu (Fahrten –

2,8 %). Das zweitgrößte Kundensegment der SSB war

2012 wieder der Berufsverkehr mit 34,3 % Einnahmeanteil

am Regeltarif. Hier konnten die Einnahmen um 7,8 %

gegenüber 2011 gesteigert werden (Fahrten + 4,7 %).

Verantwortlich für das Einnahmewachstum sind insbesondere

Verbesserungen beim Verkehrsangebot, neue

flexible Ticketangebote mit Rabattierungsmöglichkeiten,

gezielte Kundenakquise und zusätzliche Vertriebskampagnen.

Beispielsweise verzeichnete der VVS einen Mehrumsatz

beim Jahresticket um 72,4 % gegenüber 2011

(Fahrten + 67,7 %). Der „Ausbildungsverkehr“, das mit

26,5 % drittstärkste Segment, brachte der SSB 2012 trotz

rückläufiger Schülerzahlen einen Mehrumsatz von 3,9 %

(Fahrten + 1,4 %) ein. Wie schon 2011 profitierte insbesondere

das Studiticket von steigender Kundennachfrage.

Im Bereich des Seniorenverkehrs, dem mit 4,2 % Einnahmeanteil

kleinsten Kundensegment, stieg der Umsatz

ähnlich wie im Berufsverkehr um 7,7 % (Fahrten + 4,9 %)

an. Insbesondere das flexible Jahresabonnement wurde

2012 verstärkt in Anspruch genommen. Abgeltungen und

gesetzliche Ausgleichsmaßnahmen an die SSB blieben

außer den Erstattungszahlungen im Rahmen der Härtefallregelung

für die Beförderung von Schwerbehinderten

weitgehend stabil.

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Bilanzsumme der

SSB um 20 Mio. € und lag zum 31.12. 2012 bei 609

Mio. €. Diese Bilanzverlängerung ergibt sich insbesondere

aus der Aufnahme von Fremdmitteln für den

weiteren Ausbau der Infrastruktur und des rollenden

Materials. Die zusätzliche Finanzierung ist primär durch

ein zinsbegünstigtes Darlehen über die Kreditanstalt

für Wiederaufbau langfristig vorgenommen worden.

Dadurch erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten um 24 Mio. €. Durch einen verzögerten

Abfluss der Mittel ergibt sich gleichzeitig ein erhöhter

Guthabenbestand. In den Folgejahren wird aufgrund der

wachsenden Kapitalbindung und sinkender Zuschüsse die

Fremdfinanzierungsquote weiter steigen. Das Anlagevermögen

erhöhte sich vor allem wegen größerer geleisteter

Anzahlungen und Anlagen im Bau um 2,8 %. Zur weiteren

Schließung der Deckungslücke der Zusatzversorgung

wurde ein Betrag von 2,9 Mio. in den Rückstellungen für

Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen eingestellt. Die

sonstigen Rückstellungen gingen insbesondere planmäßig

durch die Inanspruchnahme der Rückstellungen für

die Generalsanierung von Stadtbahnen zurück.

Durch die vorzeitige Beendigung eines langfristigen

Cross-Border-Leasinggeschäftes konnte der passive

Rechnungsabgrenzungsposten reduziert werden.

Die Eigenkapitalquote ist geringfügig auf 25,0 %

(Vorjahr: 25,8 %) zurückgegangen.

Viel besser als Weihnachten – Stolze SSB-Vorstände nach dem Auspacken des ersten DT 8.12


Im Jahr 2012 investierte die SSB insgesamt vor Verrechnung

von Zuschüssen rund 52 Mio. €, vor allem in den

Neu- und Ausbau der Stadtbahninfrastruktur. Dies betraf

insbesondere den Bau der Stadtbahnstrecken der Linie

U 12, im Zusammenhang mit dem Projekt Stuttgart 21

sowie den Neubau des Nordastes zum Hallschlag. Die

durch das Projekt Stuttgart 21 entstandenen Folgemaßnahmen

in der Heilbronner Straße und an der Haltestelle

Staatsgalerie werden auf Grundlage der Eisenbahnkreuzungsvereinbarungen

von der DB ersetzt. Die Beschaffung

neuer Bus- und Stadtbahnfahrzeuge erforderte

Investitionen in Höhe von rund 15 Mio. €. Weitere Investitionen

erfolgten in Gebäude und Grundstücke, in

Betriebs- und Geschäftsausstattung und in Gleis- und

elektrotechnische Anlagen. Im Geschäftsjahr wurden

insgesamt GVFG-Zuschüsse in Höhe von 10,5 Mio. €

verrechnet.

Das Rohergebnis verschlechterte sich im Berichtsjahr

trotz der Erhöhung der Umsatzerlöse von 2,6 % um

1,8 % auf 211,3 Mio. € (Vorjahr 215,0 Mio. €). Ursächlich

sind v.a. geringere sonstige betriebliche Erträge als

im Vorjahr, die durch Sondereffekte beeinflusst waren.

Die Personal- und Materialaufwendungen sowie sonstige

Aufwendungen blieben vergleichsweise stabil, so

dass das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

lediglich rund 170 T€ geringer ausfiel als 2011. Das Gesamtdefizit

2012 mit – 18,5 Mio. € blieb gegenüber 2011

stabil und lag damit rund 22 % über dem ursprünglichen

Planansatz von – 23,7 Mio. €. Dies entsprach einem

Gesamtkostendeckungsgrad von 94,2 % (Vorjahr 94,3 %).

Hierfür sind insbesondere die gestiegenen Fahrgeldeinnahmen

und diverse einmalige Ergebniseffekte wie

z.B. die Beendigung eines Stadtbahn-Leasing-Vertrages

oder die Verschiebung bzw. der Entfall von Instandhaltungsmaßnahmen

im Immobilienbereich verantwortlich.

Umgesetzte Prozessverbesserungen sowie einzelne

Optimierungsmaßnahmen im Beschaffungswesen trugen

ebenfalls zur Ergebnisverbesserung bei.

Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug

2012 8,3 Mio. € (Vorjahr 6,5 Mio. €), während der Cash

Flow aus Investitionstätigkeit bei – 53,7 Mio. € (Vorjahr

– 45,8 Mio. €) und aus Finanzierungstätigkeit bei

51,2 Mio. € (Vorjahr 33,7 Mio. €) lagen. Die Liquiditätslage

erlaubte jederzeit die fristgerechte Bedienung aller

Zahlungsverpflichtungen.

Personal

Zum 31. Dezember 2012 beschäftigte die SSB teilzeitbereinigt

2.666 Personen (Vorjahr 2.608), was einer

Zunahme um 2,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Wesentliche Ursache für den Anstieg der Beschäftigten

sind Leistungserweiterungen und die Reduzierung von

Überstunden im Fahrdienst, die Generalüberholung von

Stadtbahnfahrzeugen, Bauvorhaben sowie verschiedene

neue Projekte. Die Kapazitäten im Fahrdienst wurden

auch aufgrund der in Kraft getretenen Änderungen des

Manteltarifvertrags BzTV-N BW insbesondere wegen der

Ausweitung des Urlaubsanspruchs und der Angleichung

der Sollarbeitszeit im Fahrdienst erweitert, während die

Kapazitäten in Werkstatt und Verwaltung gegenüber

2011 nur geringfügig aufgestockt wurden. Gleichzeitig

erhöhte sich die Beschäftigtenzahl um 38 Personen,

durch die teilweise vorzeitige Nachbesetzung von Stellen.

Während gleichzeitig die bisherigen Beschäftigten in der

Freizeitphase der Altersteilzeit statistisch berücksichtigt

werden müssen. Des Weiteren waren Ende des Jahres

87 Auszubildende und Studenten der Dualen Hochschule

(Vorjahr 87) bei der SSB in Ausbildung.

Um auch künftig qualifizierte Arbeitskräfte für die SSB

zu gewinnen, hat die SSB u.a. die neue Berufsausbildung

„Fachkraft im Fahrbetrieb“ eingeführt. Ebenso wurde

durch ein neues Personalmarketing, Messeauftritte

und die Zusammenarbeit mit Partnerschulen die Wahrnehmung

der SSB als Arbeitgeber in der Öffentlichkeit

gestärkt. Das bundesweit geförderte Forschungsprojekt

ProVes (Professionalisierung von Dienstleistungsarbeit

in Schlüsselbranchen des Verkehrssektors) wurde

2012 abgeschlossen. Die SSB nutzt die Ergebnisse des

Projektes insbesondere zur Intensivierung des Wissenstransfers

bei Nachbesetzungen und zur Weiterentwicklung

der Mischarbeit im Unternehmen. Zudem führte

die SSB, wie in den Vorjahren, einige Maßnahmen im

Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagement

durch, um die Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter zu erhalten und Fehlzeiten zu senken.

Dazu dient auch die Einführung des betrieblichen

Eingliederungsmanagements.

06 | 07


01 Lagebericht

Innovation und Nachhaltigkeit

Ende des Jahres 2012 wurde das erste Erprobungsfahrzeug

vom Typ DT 8.12 im Rahmen der Beschaffung von

20 Stadtbahnwagen vom Lieferanten Stadler Pankow

GmbH bei der SSB angeliefert. Nach Inbetriebnahme und

Test durch Hersteller und SSB wird die Abnahme durch

die technische Aufsichtsbehörde Mitte 2013 erfolgen.

Schrittweise werden die neuen Fahrzeuge in den Linienbetrieb

gehen. Die Generalüberholung von 60 Stadtbahnfahrzeugen

der mittleren Generation wurde fortgesetzt,

und ab 2014 wird das Programm um weitere

16 Fahrzeuge ergänzt. Zudem wurden erste Analysen

des technischen Umfangs einer Sanierung von weiteren

50 Fahrzeugen der Serien DT 8.10/8.11 durchgeführt.

Weitere Untersuchungen führte die SSB zur Analyse

von Schäden der IGBT-Antriebsthyristoren sowie zur

Optimierung der Sitzergonomie des Fahrers durch. Wie

im Vorjahr wurden im Stadtbahnbereich diverse Versuche

zum Brandschutz, zur Drucklufterzeugung und zur Lärmreduzierung

des Laufverhaltens der Fahrzeuge durchgeführt.

Weitere Tätigkeiten umfassten Umbauten an

SSB-Museumsfahrzeugen, Konzeption eines Transportwagens

für den Bauzug sowie Betreuung von Zweiwegefahrzeugen.

Des Weiteren wurde die Zusammenarbeit

mit der Universität Stuttgart intensiviert.

Die fünf im Jahr 2010 im Zuge der Teilnahme am Projekt

Elektromobilitätsregion des BMVBS beschafften Diesel-

Hybridbusse bewährten sich auch 2012 im regulären

Linienbetrieb. Die Busse erwiesen sich bislang als sehr

zuverlässig und kommen mit rund 18 % weniger Kraftstoff

als ein voll optimierter konventioneller Bus aus.

2012 wurde die Beschaffung von fünf weiteren Dieselhybridbussen

einer neueren Generation vorbereitet, von

denen sich die SSB weitere Treibstoffeinsparungen im

Linienverkehr mit Hilfe der Plug-in-Technik verspricht.

Im Rahmen der finanziellen Förderung des „Schaufensters

Elektromobilität“ bestellte die SSB 2012 drei Brennstoffzellen-Hybridbusse.

Es ist geplant, diese Fahrzeuge

auf einer Linie zwischen Plieningen und Flughafen im

regulären Betrieb zu erproben. Die Betankung soll an

einer vorhandenen Wasserstofftankstelle am Flughafen

erfolgen.

Elektromobilität ist auch ein Aspekt des Projekts

„Stuttgart Services“, mit dem die SSB federführend

mit regionalen Partnern aus Wirtschaft und Gebietskörperschaften

multimodale Verkehrsangebote mit neuen

Vertriebswegen, wie beispielsweise E-Ticketing kombinieren

möchte. Ziel des Projektes ist es, Wachstumspotenziale

für ÖPNV und Wirtschaft zu nutzen, nachhaltige

vernetzte Verkehrskonzepte zu forcieren, neue Kunden zu

gewinnen und gleichzeitig die Effektivität des Vertriebs

bei allen Teilnehmern zu optimieren. In diesem Zusammenhang

startete Ende November 2012 das von Daimler

betriebene car2go-Angebot mit 300 Elektro-Smarts im

Stuttgarter Stadtgebiet. Auch auf anderen Gebieten wie

z.B. der Fotovoltaik im Immobilienbereich werden Nachhaltigkeitsziele

verfolgt.

SSB Reisen GmbH

Die SSB Reisen GmbH realisierte 2012 bei den eigenen

Reiseveranstaltungen und insbesondere der Omnibusvermietung

weitere Umsatzzuwächse. Ebenso wurde durch

Übernahme von Abwicklungsleistungen für Kundenreisen

einer Bank ein Anstieg bei den Touristik-Vermittlungsleistungen

erreicht. Die Umsätze für den Flugbereich erhöhten

sich deutlich, während bei den Bahnumsätzen ein

geringfügiger Rückgang zu verzeichnen war. Das Ergebnis

2012 mit 81 T€ lag über der Planung. Der Buchungseingang

für 2013 wies bis Mitte Februar eine deutlich

verbesserte Entwicklung gegenüber 2012 auf.

Risiko- und Chancenmanagement

Bei der SSB gehört das Risiko- und Chancenmanagement

zu den grundlegenden Steuerungssystemen. Die Identifikation

und Analyse von Chancen und Risiken, deren

Bewertung und Messung sowie das darauf aufbauende

Berichtswesen sind wesentliche Grundpfeiler zur Beurteilung

der Risikotragfähigkeit auf Grundlage der Unternehmensziele

und Risikostrategien. Das zentrale Controlling

ist organisatorisch für den Risikomanagementprozess

verantwortlich. Regelmäßig aktualisierte Dokumentationen

zur Risikofindung und der daraus folgenden Festlegung

der Verantwortlichkeiten im Unternehmen bei der

Risikobearbeitung und –minimierung sowie Nutzung der

Chancenpotenziale sichern den Prozess ab. Bestandsgefährdende

Risiken unterliegen einer besonderen, meist

über Kennzahlen verfolgten Kontrolle.

Zur Sicherstellung einer effektiven Risikoinventur wird

eine vollständige Erfassung aller bestehenden und

potenziellen Risiken des Unternehmens durchgeführt.

Dies erfordert die Einbindung des Vorstands und aller

Unternehmensbereiche. Die Quantifizierung der Risiken

durch Bewertung und Abschätzung aller Eintrittswahrscheinlichkeiten

und möglichen Schadenshöhen wird

auf Grundlage einer Abschätzung unternehmensinterner


Experten und auch des Vorstands vorgenommen. Eine

Übersicht der Risikoverteilung über alle Risiken hinweg

verdeutlicht dem Vorstand die Gesamtsituation des

Unternehmens.

Ein wesentlicher Schwerpunkt des Chancenmanagements

ist es, nicht erkannte oder falsch eingeschätzte Chancen

und deren Ertragspotenzial für das Unternehmen transparent

zu machen.

Zum weiteren Umfang des Risikomanagements zählt

auch das Compliance Management. Darunter wird die

Einhaltung des Public Corporate Governance Kodex,

der Verhaltensrichtlinie und des Geschäftspartnerkodex

verstanden. Alle Vorschriften sollen die gegenseitigen

Erwartungen und Pflichten nach innen in Richtung Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern, nach außen zu Kunden

und Lieferanten konkretisieren.

Alle gewonnenen Erkenntnisse haben im Rahmen des

Risikohandlings direkten Einfluss auf die operative und

strategische Wirtschaftsplanung.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beschäftigt

sich in regelmäßigen Abständen mit der Risikoinventur

und den daraus resultierenden Aktivitäten zur Risikobegrenzung

und Chancennutzung.

Ein wesentliches Risiko wurde 2012 in der Unsicherheit

der weiteren Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs

gesehen, weil davon die Durchführbarkeit zukünftiger

Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen abhängt. Durch

eine immer stärkere Vernetzung von Komponenten und

betriebstechnischer Einrichtungen wird in den kommenden

Jahren zusätzlich verstärkt ein wesentliches Augenmerk

auf die IT- und Netzwerksicherheit gelegt.

Für Preisänderungsrisiken in der Beschaffung von wesentlichen

Aufwandspositionen wie Strom und teilweise

Diesel ist ein Großteil der Verbräuche durch bereits abgesicherte

Lieferpositionen in den kommenden Jahren

abgesichert.

Damit sind aus heutiger Sicht für alle bekannten Risiken,

auch unter Berücksichtigung ihrer kumulativen Wirkung,

notwendige Maßnahmen ergriffen worden, um deren

bestandsgefährdendes Potenzial zu minimieren. Finanzielle

Chancen sind konsequent genutzt worden und in

die mittelfristige Wirtschaftsplanung eingeflossen.

Nachtragsbericht

Es ergaben sich keine wesentlichen Erkenntnisse oder

Entwicklungen nach dem Bilanzstichtag, die bedeutende

Auswirkungen auf die aktuelle und künftige Lage der

Gesellschaft haben.

Prognosebericht

2013 rechnet die SSB mit einem gegenüber 2012 erhöhten

Brutto-Investitionsvolumen (vor Verrechnung von

Zuschüssen und Kostenerstattungen) in Höhe von 135,6

Mio. €. Der Zuschussanspruch für Infrastrukturmaßnahmen

beläuft sich voraussichtlich auf 58,2 Mio. €, jedoch

muss die SSB wegen fehlender Fördermittel, davon voraussichtlich

die Hälfte, vorfinanzieren. 69,1 Mio. € bzw.

51 % des Gesamtbudgets werden für den Stadtbahnneubau

verwendet. Davon sind für den Bau der Stadtbahnlinie

U 12 von der Türlenstraße zur Aubrücke 38,4 Mio. €

vorgesehen. Durch das Projekt Stuttgart 21 entstehen

für die SSB Folgemaßnahmen in der Heilbronner Straße

und in geringem Umfang vorbereitende Maßnahmen des

Umbaus der Haltestelle Staatsgalerie, wofür weitere 24,6

Mio. € konkretisiert sind. Diese Maßnahmen werden auf

Grundlage der Eisenbahnkreuzungsvereinbarungen von

der DB ersetzt. Weitere Mittel in Höhe von 4,6 Mio. €

sind für den Streckenneubau der U 12 nach Dürrlewang

eingeplant. Zudem sind 2,6 Mio. € für sonstige Baumaßnahmen

im Stadtbahnbereich vorgesehen. 25,8 % bzw.

35,0 Mio. € des Gesamtbudgets werden für einen Teil der

20 neuen Stadtbahnen, fünf Dieselhybridbusse sowie drei

Brennstoffzellen-Hybridbusse benötigt. Investitionen in

Grundstücke und Gebäude erfordern 2013 voraussichtlich

Mittel in Höhe von 11,4 Mio. €. Weitere Investitionen

sollen in Gleis- und elektrotechnische Anlagen mit 7,4

Mio. € und in neue Betriebs- und Geschäftsausstattung

mit 10,1 Mio. € getätigt werden.

Im Jahr 2013 erwartet die SSB nach der Tarifanpassung

um 2,9 % zum 1. Januar 2013 Bruttofahrgeldeinnahmen

in Höhe von 212,3 Mio. €. Dabei wird neben dem Preiseffekt

auch von steigenden Mengeneffekten ausgegangen.

Jedoch können diese nur eintreten, wenn die Konjunktur

stabil bleibt, die Ticketangebote des VVS und weitere

Verkehrsverbesserungen (Eröffnung U 12 zum Hallschlag,

Buslinie 79 zum Flughafen, neues Nachtbusnetz) beim

Kunden positiv aufgenommen werden. Zudem spielen

hier auch andere Marktbearbeitungsmaßnahmen der SSB

eine Rolle. Vertraglich festgeschriebene Abgeltungs- und

Ausgleichsleistungen werden wegen der teilweisen Dynamisierung

der Zahlungen der Landkreise an die Landes-

08 | 09


01 Lagebericht

hauptstadt Stuttgart geringfügig über

dem Niveau von 2012 liegen, relativ gesehen wegen der

überwiegend fehlenden Dynamik aber weiter sinken.

Die sonstigen betrieblichen Erträge werden 2013 voraussichtlich

auf 50,1 Mio. € zunehmen, so dass mit

Gesamterträgen von 315,3 Mio. € gerechnet werden

kann. Diesen stehen Gesamtaufwendungen von 340,0

Mio. € gegenüber. Diese sind hauptsächlich von größeren

Steigerungen der Personalaufwendungen (+ 8,1

Mio. € v.a. wegen erforderlicher Neueinstellungen, aber

auch Tarifabschlüssen der Vorjahre, Rückstellungen für

pensionsähnliche Verpflichtungen) sowie für Material

und Fremdleistungen (+ 18,5 Mio. € insbesondere aus

höheren Instandhaltungsaufwendungen bei Infrastruktur,

Gebäuden und Stadtbahnen sowie neuen Vertriebskonzepten)

betroffen. Aus heutiger Sicht wird das ursprünglich

geplante Volumen beim Personal- und Materialaufwand

aller Voraussicht nach nicht ausgeschöpft. Der

Ausgleichsanspruch für 2013 wird dann voraussichtlich

unter 24,7 Mio. € liegen.

Die Perspektiven für Neu- und Ersatzinvestitionen in

Infrastruktur und Fahrzeuge werden sich aufgrund der

öffentlichen Haushaltssituation und der langsam wachsenden

Konjunktur auch 2013 nicht verbessern. Für die

Beschaffung von Fahrzeugen müssen weitere Darlehen

aufgenommen werden, da die Fahrzeugfinanzierung zwar

Fördertatbestand, jedoch wegen fehlender Mittel ausgesetzt

bleibt. Hinsichtlich der Förderung im Infrastrukturbereich

trat zum 1. Januar 2011 zwar das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz

(LGVFG) für Baden-

Württemberg in Kraft, das die Zweckbindung der Mittel

aus dem Entflechtungsgesetz sichert, jedoch ist das

Fördervolumen bislang noch nicht festgelegt worden.

Ein Rechtsanspruch auf Förderung ist nicht vorgesehen.

Die Durchführungsverordnung ist noch offen. Das Bundesprogramm

nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz

(GVFG) bzw. dem Entflechtungsgesetz (EntflechtG)

endet Ende 2019. Darum ist die Sicherstellung

der Finanzierung durch das Land und die kommunale

Komplementärfinanzierung unverzichtbar. Diese ist durch

den Beschluss der Kommission für Haushalt und Verwaltungsstruktur

(KHV) für einige Bauprojekte erfolgt, u.a.

befinden sich die U 12-Teilabschnitte zwischen Hallschlag

und Remseck sowie die Verlängerung der Stadtbahnstrecke

U 6 vom Fasanenhof zum Flughafen darunter. Darüber

hinaus muss der ÖPNV mit Neuregelungen für Förderungen

wegen der geplanten Überprüfung des Entflechtungsgesetzes

(mit Wirkung ab 2016) und des Regionalisierungsgesetzes

(mit Wirkung 2015) rechnen.

Auch aufgrund mittelfristig wohl zurückgehender öffentlicher

Fördermittel arbeitet die SSB mit einem umfangreichen

Optimierungsprogramm auf der Ertrags- und

Aufwandsseite intensiv daran, strukturelle Belastungen

abzufedern und Wachstumspotenziale zu nutzen. Hierzu

werden in den kommenden Jahren weiter Investitionen

in Infrastruktur und Personal getätigt, um auch künftig

nachhaltige Ergebnisverbesserungen zu erreichen und

das Unternehmen zukunftsfähig zu machen. Insbesondere

soll der Markt noch besser erschlossen sowie die

Prozesse im Unternehmen verschlankt werden. Hierzu

wurden bei der SSB zahlreiche bereichsübergreifende

Projekte gestartet, deren positive Wirkung sich mittelbis

langfristig entfalten wird.

Stuttgart, den 12. April 2013

Stuttgarter Straßenbahnen AG

Wolfgang Arnold

Reinhold Bauer

Jörn Meier-Berberich


10 | 11


02 Bericht des Aufsichtsrats


12 | 13


02 Bericht des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2012 hat der Aufsichtsrat seine

Aufgaben gemäß den gesetzlichen Vorschriften, der

Satzung und der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates

wahrgenommen. Darüber hinaus hat er den Anforderungen

des Public Corporate Governance Kodex der

Landeshauptstadt Stuttgart entsprochen. Der Vorsitzende

hat auch außerhalb der Sitzungen des Aufsichtsrats

die Interessen der Gesellschaft vertreten.

Im Geschäftsjahr fanden vier ordentlichen Sitzungen

des Aufsichtsrates statt. Zu einer Vielzahl zustimmungspflichtiger

strategischer sowie operativer Entscheidungspunkte

wurde im Gremium umfangreich

informiert und diskutiert.

Die Vorbereitungen der Aufsichtsratssitzungen erfolgten

in Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern

und dem Anteilseigner. Die Aufsichtsratsmitglieder

bereiteten sich auf die Beschlüsse und Tagesordnungspunkte

regelmäßig anhand von rechtzeitig zugestellten

Unterlagen des Vorstands vor. Bei dringenden

Themen wurden teilweise Tischvorlagen zur Sitzung

eingebracht. Die Themenschwerpunkte des Aufsichtsrates

2012 waren: Darstellung der wirtschaftlichen

Lage der Gesellschaft, Jahresabschluss, Unternehmensplanung,

laufende sowie geplante Infrastrukturvorhaben,

Projekte zur Vertriebs- und Kundenkommunikation,

Unternehmensfinanzierung, Risiko- und

Chancenmanagement sowie der Public Corporate

Governance Kodex.

Die Unterrichtung des Aufsichtsrates erfolgte stets

zeitnah und umfassend.

Darüber hinaus fand im Juni 2012 eine Studien- und

Informationsreise nach Amsterdam statt. Die dortigen

Nahverkehrskonzepte und Optimierungsansätze

können in weitere strategische Überlegungen der SSB

AG einfließen.

Die Arbeit des Aufsichtsrates wurde durch die jeweils

zuständigen Ausschüsse unterstützt. Über die Ergebnisse

und Beschlussempfehlungen an den Aufsichtsrat

haben die Vorsitzenden der Ausschüsse im Gesamtgremium

berichtet.

Im Geschäftsjahr fanden zwei Sitzungen des Prüfungsausschusses

(15. Juni und 26. November 2012)

statt. Die Sitzung am 15. Juni 2012 wurde auf Grund

eines Tagesordnungspunkts zum Thema Folgepflichtmaßnahme

zu Stuttgart 21 zunächst als erweiterte

Sitzung für alle Aufsichtsratsmitglieder abgehalten.

Neben Jahresabschluss, Wirtschaftsplan, Risikomanagement

und Public Corporate Governance Kodex

wurden interne Kontrollen und Rohwarentermingeschäfte

behandelt.

Der Restrukturierungsausschuss trat am 25. September

2012 zusammen und hat über den aktuellen Stand der

Aufwands- und Ertragsentwicklung sowie des Organisationsprojektes

diskutiert.

Der Personalausschuss wurde am 15. Juni einberufen,

um die Verlängerung des Arbeitsvertrages mit dem

Technischen Vorstand Herrn Wolfgang Arnold bis

31. Dezember 2018 vorzubereiten, was in der Aufsichtsratssitzung

vom 17. September 2012 beschlossen

wurde.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 wurde

nach der Hauptversammlung am 24. Juli 2012 gemäß

der Satzung im elektronischen Bundesanzeiger und im

Amtsblatt der Stadt Stuttgart veröffentlicht.

Der Jahresabschluss 2012 wurde rechtzeitig aufgestellt

und ging nach den Vorschriften des § 170 AktG

unmittelbar danach dem Aufsichtsrat vorbehaltlich

der späteren Feststellung zu.

In der Hauptversammlung am 24. Juli 2012 wurde die

KPMG AG, Wirtschaftsprüfungs-gesellschaft Stuttgart,

mit der Prüfung des Jahresabschlusses 2012 und

der besonderen Berichterstattung über die Prüfung

nach § 53 HGrG beauftragt. Sie hat den Jahresabschluss

und den Lagebericht zum 31. Dezember 2012

eingehend geprüft und mit einem uneingeschränkten

Bestätigungsvermerk versehen.

Der Bericht des Abschlussprüfers wurde allen Mitgliedern

des Aufsichtsrats übergeben und im Prüfungsausschuss

sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am

21. Juni 2013 in Anwesenheit des Wirtschaftsprüfers

erörtert und diskutiert. Wesentliche Einwendungen

ergaben sich dabei nicht. Der Aufsichtsrat schloss sich

den Empfehlungen des Prüfungsausschusses an und

billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss

mit Lagebericht zum 31. Dezember 2012. Der

Jahresabschluss ist nach § 172 AktG damit festgestellt.

Im Geschäftsjahr 2012 änderte sich die Zusammen-


setzung des Aufsichtsrates. Im Mai 2012 verstarb das

langjährige Aufsichtsratsmitglied Herr Dieter Wahl.

Ihm folgte Herr Alexander Kotz ab dem 02. August

2012 in das Gremium. Frau Dr. Roswitha Blind schied

am 04. April 2012 aus dem Beratenden Ausschuss

und wechselte zum 12. Juni 2012 in den Aufsichtsrat.

Herr Manfred Kanzleiter wechselte im Austausch zum

05. April 2012 vom Aufsichtsrat in den Beratenden

Ausschuss.

Aufgrund der Neuwahl des Oberbürgermeisters der

Landeshauptstadt Stuttgart am 21. Oktober 2012

endete am 06. Januar 2013 der Vorsitz im Aufsichtsrat

des bisherigen Vorsitzenden Herr Dr. Wolfgang Schuster.

Ab 07. Januar 2013 übernahm satzungsgemäß

der neue Oberbürgermeister der Landeshauptstadt

Stuttgart Herr Fritz Kuhn diese Position, die anlässlich

einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats

am 14. Januar 2013 bestätigt wurde. Der Aufsichtsrat

dankte Dr. Wolfgang Schuster für seine langjährige

und tatkräftige Unterstützung sowie Begleitung beim

Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Stuttgart und

im Umland.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorständen und Führungskräften

sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

für deren hohen persönlichen Einsatz bei der täglichen

Sicherstellung eines funktionierenden und durch viele

Auszeichnungen bekannten öffentlichen Personennahverkehrs

in Stuttgart und Umgebung.

Stuttgart, im Juni 2013

Fritz Kuhn

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Oberbürgermeister Landeshauptstadt Stuttgart

Veränderung beim Aufsichtsratsvorsitzenden: Bisheriger OB Dr. W. Schuster (links) und jetziger Amtsinhaber OB F. Kuhn (rechts)

14 | 15


03 Bericht des Vorstands


:: Strategische Steuerung und

wirtschaftliche Optimierung

:: Bus- und Schienenverkehr

:: Tarifliche Angebotserweiterungen

und vertriebliche Projekte

:: Stuttgart 21

:: Liegenschaften

:: Personalwirtschaft und Unternehmenskultur

16 | 17


03 Bericht des Vorstands

Strategische Steuerung und wirtschaftliche

Optimierung

Das Jahr 2012 brachte, wie auch die Vorjahre, wiederum

ein sehr erfreuliches Jahresergebnis für die SSB.

Zu dieser positiven Entwicklung trugen das verbesserte

Leistungsangebot ab dem Fahrplanwechsel im Dezember

2011, weiterentwickelte tarifliche Angebote, aber auch

die Verschiebung von geplanten Aufwendungen und

Investitionen bei. Viele der in 2011 begonnenen Optimierungsmaßnahmen

innerhalb der strategischen und

operativen Steuerungsinstrumente wurden fortgeführt.

Einige Maßnahmen zeigten 2012 bereits die erhoffte

positive Wirkung. Die Schwerpunkte der wirtschaftlichen

Optimierung lagen sowohl auf der Aufwands- als auch

auf der Ertragsseite.

Auf der Ertragsseite wirkte sich der bereits 2011 eingeführte

kontrollierte Vordereinstieg beim Bus aus. Die

Anpassung der Kulanzregelung beim erhöhten Beförderungsentgelt

trug zur Steigerung der Einnahmen bei.

Die außerordentlich positive Resonanz der Kunden auf

das geänderte JahresTicket, das sich zwischenzeitlich zu

einem Verkaufsschlager entwickelt hat, führte nicht nur

zu einer verbesserten Einnahmesituation, sondern auch

zu höherer Kundenbindung. Das bereits 2011 eingeführte

neue Abo und FirmenTicket bewirkten eine Verdopplung

der gebundenen Kunden. Damit war der Berufsverkehr

ein wesentlicher Treiber der Ertragsentwicklung 2012.

Auf der Aufwandsseite hatte ein ganzes Bündel von Maßnahmen

dazu beigetragen, die Kosten weiter zu senken.

Einen Beitrag trug die Schließung des Busbetriebshofs

Zuffenhausen bei, dessen Leistungen übernimmt seit

dem Fahrplanwechsel 2011/2012 der Busbetriebshof

Gaisburg. Die Bemühungen zur Reduktion von Ein- und

Ausrückkilometern schlugen sich positiv in der Bilanz

nieder. Im Liegenschaftsbereich konnte mit dem Einstieg

in das Programm zur Sachkostenreduktion bereits jetzt

eine signifikante Summe eingespart werden. Weitere

Einsparungen folgen in den nächsten Jahren. Zusätzliche

Kostensenkungen konnten mit der Anpassung der

alljährlichen Waldheimverkehre sowie der optimierten

Strombeschaffung erreicht werden.

Die Optimierung von Prozessen beschäftigte die SSB

im Jahr 2012 besonders stark. Innerhalb des Projekts

„Controlling 2.0“ wurde weiter an der Optimierung der

Controllingprozesse und –instrumente gearbeitet. Neu

aufgelegt wurde das Projekt „Einkaufsstrategie“, dessen

Ziel es unter anderem ist, die Prozesse im Einkauf

zukunftsfähig zu gestalten. Im bereits 2011 gestarteten

Projekt „Organisation“ werden in ca. 25 sogenannten

Prüfthemen verschiedenste Aspekte der Organisation der

SSB beleuchtet, Organisationsalternativen ausgearbeitet,

bewertet und schließlich zur Umsetzung gebracht. Das

langfristige Ziel ist, die SSB in ihrer Aufbau- und Ablauforganisation

zukunftsfähig aufzustellen. Im Projekt wird

dabei in besonderer Weise auf das Wissen der Mitarbeiter

der SSB zurückgegriffen. Damit wurden zudem die Kosten

für externe Beratung in diesem Projekt deutlich reduziert.

Bus- und Schienenverkehr

Im Busverkehr verfolgt die SSB schon seit einigen Jahren

eine nachhaltige Busflottenstrategie. Dabei werden Kosten

und Ressourcenverbrauch über den gesamten Lebenszyklus

der Fahrzeuge hinweg, von der Rohstoff-erzeugung,

über die Busproduktion, den Busbetrieb bis hin zur Fahrzeugentsorgung

am Ende des Einsatzes berücksichtigt.

Die SSB erprobt modernste Antriebstechnologie. So nahm

das Unternehmen fünf serielle Diesel-Hybrid-Gelenkbusse

in Betrieb. Das Einsatzkonzept der Hybridbusse wurde

mit dem sogenannten EBUS-Award prämiert. Projektiert

sind die Anschaffung von Brennstoffzellen-Hybridbussen

und weiteren seriellen Diesel-Plug-In-Hybridbussen. Die

Projekte im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität

stehen weiterhin im Fokus der SSB. Der barrierefreie Ausbau

der Bushaltestellen schreitet voran, denn nur mit

diesen Infrastrukturmaßnahmen kann die SSB die Vorteile

ihrer komplett niederflurigen Busflotte zum Nutzen ihrer

Fahrgäste voll ausschöpfen.

Die Generalsanierung der Stadtbahnfahrzeuge schritt

2012 planmäßig weiter voran. Zum Ende des Jahres waren

bereits 48 von 76 Fahrzeugen generalüberholt und

wieder auf Strecke. Mit großem Stolz und entsprechendem

Echo in den Medien übernahm die SSB im Dezember

2012 das erste neue Fahrzeug des Typs DT 8.12 zu Testzwecken.

Das Fahrzeug erhielt für seine Gestaltung den

baden-württembergischen Designpreis „Focus Open“ in

Silber, wird aber noch nicht im Linienbetrieb eingesetzt.

Die ersten Fahrzeuge dieses Typs werden im laufenden

Jahr im Liniendienst bei der SSB eingesetzt. Die Fahrgäste

der SSB schätzen die gut ausgestatten Stadtbahnhaltestellen

in Stuttgart schon lange. Dafür erhielt die SSB

aktuell den „Dr. Ursula Broermann Preis“ für beispielhaftes

barrierefreies Bauen.


Die Arbeiten an der U 12 vom Hauptbahnhof bis zum

Milchhof gehen voran. Im Abschnitt Heilbronner Straße –

Milchhof gab es Verzögerungen, die dazu führen, dass

der bergmännische Vortrieb erst im Sommer 2013 unter

der Heilbronner Straße beginnen wird. Die Arbeiten an

der Stadtbahnbrücke über die Wolframstraße starteten

im Juni 2012. Insgesamt liegt der Bau der U 12 zwischen

Löwentor und Hallschlag jedoch im Zeitplan. Die Verlängerung

von Hochbahnsteigen für 80m-Züge im weiteren

Verlauf der U 12 vom Max-Eyth-See bis Remseck ist in

Planung. Die Verlängerung der U 12 bis zum Hallschlag

bringt nach Inbetriebnahme Veränderungen für die

Buslinien 55 und 56 im Verlauf und im Fahrplan. Nach

Abschluss aller Baumaßnahmen wird die U 15 über die

Heilbronner Straße geführt und die U 12 durchfährt den

Nordbahnhof. Nachdem der Planfeststellungsbeschluss

für die U 12 Wallgraben – Dürrlewang im Januar 2013

erfolgte, plant die SSB die Inbetriebnahme für 2016.

Ein zukunftsweisendes Projekt wird zusammen mit dem

hierfür zuständigen Aufgabenträger Landkreis Esslingen

und weiteren Partnern vorangetrieben. Die Strecke

Fasanenhof- Flughafen/Messe befindet sich in Planung.

Die Finanzierungsvereinbarung zwischen den beteiligten

Partnern wird derzeit erarbeitet. Ende 2013 soll

das Planfeststellungsverfahren beantragt werden. Die

Verlängerung der U 5 vom Bahnhof in Leinfelden bis zur

Markomannenstraße ist ebenfalls in der Diskussion. Hier

finden Gespräche statt.

Im Landkreis Ludwigsburg wird für die Verlängerung

der Stadtbahnstrecke von Remseck über Pattonville

nach Ludwigsburg und Markgröningen/Möglingen eine

standardisierte Bewertung zur Überprüfung der Förderfähigkeit

der Maßnahme erstellt, nachdem sich eine

Verlängerung allein bis Pattonville als nicht förderfähig

erwiesen hat.

Schon bald Realität, die U 12 nach Hallschlag

5

18 | 19


03 Bericht des Vorstands

Tarifliche Angebotserweiterungen

und vertriebliche Projekte

Das Jedermann-Abo, welches in der bestehenden Form

bereits 2011 eingeführt wurde, trug ebenfalls zum guten

Jahresergebnis 2012 bei. Die Einführung des Online-

Tickets und das HandyTicket lockten deutlich mehr Kunden

als erwartet an. Die jährliche Erhebung der Kundenzufriedenheit

im Kundenbarometer ergab wieder

Bestwerte für die SSB. Um die Kundenkommunikation

weiterhin zeitgemäß zu gestalten, kam im Frühjahr 2012

ein neues Servicemobil zum Einsatz. Engpässe bei der

telefonischen Erreichbarkeit des Kundenservices konnten

durch etliche Sofortmaßnahmen behoben werden.

Ein Projekt mit besonders hohem Innovationscharakter

ist „Stuttgart Services“, das 2012 startete. Es handelt

sich dabei um ein gefördertes Konsortialprojekt unter

der Führung der SSB. Das Gesamtziel des Projektes ist

die Attraktivitäts- und Nutzungssteigerung von Elektromobilität

durch die multimodale Verknüpfung elektromobiler

Angebote, sowohl im Individualverkehr als auch

im öffentlichen Personennahverkehr. Angestrebt ist die

Maximierung des Kundennutzens durch Vereinfachung

der Systemzugänge und zielgruppengerechte Konzeption

und Vermarktung der Angebote. Basis dieses Vorhabens

ist die deutliche Verbesserung in der Informations-,

Zugangs- und Abrechnungstechnologie.

Stuttgart 21

2011 wurde mit der Deutschen Bahn AG eine Kreuzungsvereinbarung

für die Folgemaßnahme an der Heilbronner

Straße abgeschlossen. Es geht darum, die Stadtbahntrasse

infolge des Baus des neuen Fernbahntunnels tiefer

zu legen und so zu trassieren, dass dort die U 12 aus der

Stammstrecke abzweigen kann. Für die Folgemaßnahme

Staatsgalerie, die eine höhere und in Richtung Schlossgarten

verschobene Lage der Haltestelle Staatsgalerie auf

dem neuen Fernbahntunnel vorsieht, ist die Kreuzungsvereinbarung

verabschiedet. Der Bau an der Haltestelle

Staatsgalerie hängt zeitlich vom Start des Tunnelbaus der

Deutschen Bahn AG ab.

Liegenschaften

Modernisierung ist das Stichwort, das die SSB nicht nur

bei Infrastruktur und Fahrzeugen bewegt. Auch das mittlerweile

in die Jahre gekommene Verwaltungsgebäude,

das die SSB von ihrer Zusatzversorgung angemietet hat,

wird mit einer grundlegenden Revitalisierung fit für die

Zukunft gemacht. Die energetische Sanierung der Gebäude

soll dazu beitragen, Energiekosten zu senken und

damit zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit beitragen. Eine

an heutigen Bedürfnissen ausgerichtete Raumaufteilung

sorgt für effizientere Nutzung der verfügbaren Flächen.

Der Umbau des Gebäudes wird jedoch noch einen anderen

Effekt bringen. Durch transparentere Strukturen und

Werbemotiv Stuttgart ServiceCard // Neues Servicemobil im Einsatz


moderne Arbeitsplätze werden die Kultur und die Zusammenarbeit

unter den Mitarbeitern positiv beeinflusst.

Das Projekt befindet sich derzeit in der Planungsphase.

Ein Preisgericht urteilte über die Architektenentwürfe

und das Architekturbüro Herrmann & Bosch erhielt den

Zuschlag.

Weitere Projekte im Liegenschaftsbereich waren die fortschreitenden

Planungen für die Bebauung des Ostendzentrums,

die Vorbereitung der optimalen Vermarktung

der Grundstücke rund um den Bahnhof Möhringen und

die Sanierung der denkmalgeschützten oberen Halle des

ehemaligen Straßenbahndepots in Bad Cannstatt.

Personalwirtschaft und Unternehmenskultur

Für ein Dienstleistungsunternehmen wie die SSB sind

qualifizierte und motivierte Mitarbeiter das wichtigste

Erfolgskriterium. Dies gilt umso mehr in Zeiten, in denen

der Fachkräftemangel häufig zitiert wird und die Herausforderungen

des demographischen Wandels zu bewältigen

sind. Eine erfolgreiche Maßnahme ist die permanente

Erhöhung der Zahl der Auszubildenden.

Einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der anstehenden

Aufgaben - Zentrum│Revitalisierung leistet die Führungskräfteentwicklung: Hauptverwaltung

Die

Neuauflage des Programms „Führen lernen“ ermöglicht

es der SSB, eigene Nachwuchskräfte nach den Anforderungen

der SSB zu fördern und zu entwickeln. Damit

kann zusammen mit dem Wissensmanagement der derzeitige

Generationenwechsel in der Führungsmannschaft

der SSB begleitet und Kontinuität gewährleistet werden.

Die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur stand

2012 erneut im Zentrum der Betrachtung. Eine Umfrage

unter den Führungskräften zeigte, wie sie sich die

SSB-Kultur künftig vorstellen. Der eingeschlagene Weg

in Richtung Projekt- und Ideenkultur hat sich erneut

bestätigt.

Dass die SSB ein attraktiver Arbeitgeber ist, zeigt sich

darin, dass die Zahl der Neueinstellungen 2012 einen

neuen Rekordwert erreichte. Nicht nur neue Mitarbeiter

standen im Fokus der personalwirtschaftlichen Maßnahmen,

sondern auch die derzeitigen Mitarbeiter und deren

Gesundheit: Im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements

(BGM) fanden erstmals Gesundheitstage

für alle Beschäftigten statt. Viele Mitarbeiter nahmen

diese Gesundheitstage gerne an und sie werden auch

zukünftig angeboten. Das betriebliche Eingliederungsmanagement

wurde strukturell verankert und damit

deutlich gestärkt, so dass das Thema Gesundheit in der

Belegschaft auch dadurch nachhaltig gefördert wird.

Geplante Revitalisierung des Verwaltungsgebäudes – Gewinner-Entwurf des Architekturbüros Hermann & Bosch

Herrmann + Bosch

Architekten

20 | 21


04 Vermögens- und Ertragslage


:: Bilanzvergleich

:: Ergebnisvergleich

:: Cashflow-Rechnung

22 | 23


04 Vermögens- und Ertragslage

Bilanzvergleich

2012

T€ %

2011

T€

2010

T€

2009

T€

2008

T€

Anlagevermögen 493.650 81 480.230 484.773 449.380 423.889

Vorräte 20.331 19.157 19.155 27.220 39.459

Liefer- und Leistungsforderungen 3.279 3.120 2.813 3.055 2.604

Forderungen gegen verbundene und

Beteiligungsunternehmen 24.121 24.886 27.461 26.982 28.153

Sonstige Vermögensgegenstände und

Rechnungsabgrenzungsposten 4.782 25.043 41.623 79.401 114.221

Flüssige Mittel 62.483 36.686 26.245 21.276 9.885

Umlaufvermögen 114.996 19 108.892 117.297 157.934 194.322

Aktiva 608.646 100 589.122 602.070 607.314 618.211

Eigenkapital 152.127 25 152.127 152.127 152.127 152.127

Sonderposten mit Rücklageanteil 0 0 0 1.890 4.104 4.104

Langfristiges Fremdkapital 325.765 54 294.913 293.591 289.811 295.160

Kurzfristiges Fremdkapital 130.754 21 142.082 154.462 161.272 166.820

Passiva 608.646 100 589.122 602.070 607.314 618.211


Ergebnisvergleich

2012

T€ %

2011

T€

2010

T€

2009

T€

2008

T€

Erlöse Linienverkehr 191.313 65 180.433 172.433 166.133 163.883

Abgeltungen 63.056 22 62.512 62.102 61.919 61.744

Bestandsveränderungen -445 0 -1.005 -5.863 -12.241 3.763

aktivierte Eigenleistungen 1.918 1 2.478 3.486 2.437 2.328

andere betriebliche Erträge 36.493 12 45.020 49.517 44.225 38.508

Betriebliche Erträge 292.335 100 289.438 281.675 262.473 270.226

Materialaufwand 87.206 30 86.846 92.463 88.608 92.632

Personalaufwand 154.447 53 150.122 143.591 145.745 139.111

Abschreibungen 34.465 12 36.085 35.965 35.165 32.995

Verwaltungsaufwand 11.499 4 9.253 9.211 7.730 7.890

Sonstige betriebliche Aufwendungen 18.502 6 19.582 16.442 15.178 18.216

Leistungsbezogener Aufwand 306.119 105 301.888 297.672 292.426 290.844

Betriebsergebnis -13.784 -5 -12.450 -15.997 -29.953 -20.618

Finanzergebnis -6.436 -2 -6.046 -6.529 -3.670 -918

Außerplanmäßige Abschreibung 0 0 -1.890 -2.543 -63 0

"Perioden- und betriebsfremdes Ergebnis" 1.746 1 1.992 5.804 15.016 2.662

Ausgleichsanspruch -18.474 -6 -18.394 -19.265 -18.670 -18.874

24 | 25


04 Vermögens- und Ertragslage

1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

2012

T€

2011

T€

Jahresergebnis (vor Verlustausgleich) -18.474 -18.394

Abschreibungen nach Verrechnung mit Zuschreibungen 34.465 37.975

Veränderung der Rückstellungen -12.578 -11.821

Veränderung des Sonderpostens mit Rücklageanteil 0 -1.890

Gewinn/Verlust aus Anlageabgängen

(Immaterielles Anlagevermögen, Sachanlagen und Anlagen im Bau) -2.325 -2.110

Abnahme der Forderungen aus LuL* sowie anderer Aktiva, die nicht der

Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -233 1.943

Zunahme der Verbindlichkeiten aus LuL* sowie anderer Passiva, die

nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 7.436 801

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 8.291 6.504

* LuL = Lieferungen und Leistungen

2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit

Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen 3.020 2.162

Saldo aus Ein-u. Auszahlungen von Finanzanlagen 125 177

Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -56.888 -48.137

Cashflow aus der Investitionstätigkeit -53.743 -45.798


3. Cashflow aus der Fianzierungstätigkeit

2012

T€

2011

T€

Verrechnete Investitionszuschüsse 8.183 14.476

Einzahlung aus Verlustausgleich durch Gesellschafter 18.394 19.265

Saldo aus Aufnahme und Tilgung von Krediten 24.665 -18

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 51.242 33.723

4. Finanzmittelfonds am Ende der Periode

Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 5.790 -5.571

Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 56.693 62.264

Finanzmittelfonds am Ende der Periode 62.483 56.693

5. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds

Liquide Mittel 62.483 36.686

Kurzfristige Geldanlagen (bis 3 Monate Laufzeit) 0 20.007

Finanzmittelfonds am Ende der Periode 62.483 56.693

26 | 27


05 Personal- und Sozialbericht


:: Die SSB als Arbeitgeber

:: Arbeitsplätze

:: Soziale Sicherung

:: Tarifliche Entwicklung

:: SSB Personalmanagement 2012

:: Aus- und Fortbildung

:: Wohnraumversorgung, Soziale Dienste

28 | 29


05 Personal- und Sozialbericht

Attraktiv – Modern – Innovativ

die SSB als Arbeitgeber

Die zukünftige Entwicklung und der weitere Erfolg unseres

Unternehmens hängen in besonderem Maße von den

Beschäftigten ab. Deshalb sind zeitgemäße und attraktive

Arbeitsplätze, die Gestaltung eines ansprechenden

betrieblichen Umfeldes und das Angebot persönlicher

Entwicklungsmöglichkeiten von hoher Priorität.

Die Arbeitgeberpositionierung der SSB über verschiedene

Medien hat auch überregional Interesse geweckt. Die SSB

hat dadurch deutlich gemacht, wie vielfältig, attraktiv

und herausfordernd Aufgaben bei der SSB sind.

Im Hin-blick auf die demografische Entwicklung

ist eine klare Positionierung der SSB als Arbeitgeber

mit spezifischen Stärken, insbesondere

in der Metropolregion Stuttgart notwendig.

Aktuell wurde ein Projekt für ein elektronisches Bewerbermanagementsystem

mit der Verbesserung der

Möglich-keiten von Online-Bewerbungen gestartet.

Ziel ist die Optimierung des Bewerbungsprozesses

einschließlich der Sicherstellung einer

schnellen und effizienten Bearbeitung.

Arbeitsplätze

Die Organisationsentwicklung war auch im Jahr 2012 ein

sehr wichtiges betriebliches Thema. Das vom Vorstand

beauftragte bereichsübergreifende Organisationsprojekt

erarbeitet auf Basis einer intensiven Analyse Modelle

der Ablauf- und Aufbauorganisation und bewertet diese.

Die Umsetzungsphase hat im Herbst 2012 begonnen.

Das Thema „Demografischer Wandel“ mit seinen vielen

Facetten spiegelt sich in nahezu allen Feldern der

zeitgemäßen Personalarbeit wider und stellt deshalb

dauerhaft eine Herausforderung für das Unternehmen

dar. Die konkrete Gestaltung der Arbeitsplätze auch

im Hinblick auf Belastungsreduzierungen für die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter wurde im geförderten

Forschungsprojekt ProVes (Professionalisierung von

Dienstleistungsarbeit in Schlüsselbranchen des Verkehrssektors)

in den letzten Jahren vertieft untersucht. Das

Projekt endete Mitte 2012. Die Ergebnisse, an deren Erarbeitung

die SSB maßgeblich beteiligt war, stehen allen

Unternehmen der Nahverkehrsbranche zur Verfügung.

Das betriebliche Eingliederungsmanagement wurde

2012 eingeführt. Das gemeinsame Ziel von Arbeitgeber,

Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung ist,

die Arbeitssituation bei längerer individueller Arbeitsunfähigkeit

zu analysieren sowie Strategien und

Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, die für die Arbeitnehmer

die Wiedereingliederung ermöglichen und

im Einzelfall dauerhaft entlastend wirken. Gleichzeitig

erwartet das Unternehmen hierdurch auch wirtschaftlich

eine positive Entwicklung, insbesondere durch die

Reduzierung von krankheitsbedingten Fehlzeiten.

Soziale Sicherung

Die tarifvertraglichen und betrieblichen Angebote zur

Absicherung im Krankheitsfall bzw. in schwierigen

persönlichen oder familiären Situationen wurden im

Jahr 2012 weiterentwickelt. So bestehen betriebsinterne

und externe Beratungsmöglichkeiten zur Vereinbarkeit

von Familie und Beruf mit dem Schwerpunkt Kinderbetreuung,

Beratung in Überschuldungssituationen

sowie Hilfen bei sozialen und psychischen Problemen.

Aber auch die Thematik der Pflege von Angehörigen wird

in den kommenden Jahren für die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter eine zunehmend wichtigere Rolle spielen.

Hierzu beschäftigt sich aktuell eine Arbeitsgruppe mit

der Analyse bzw. mit der Maßnahmengenerierung.

Die Möglichkeit einer privaten Krankenzusatzversicherung

für stationäre und ambulante Behandlungen

sowie Zahnbehandlung wurde neu angeboten.

Durch einen Rahmenvertrag mit einem externen

Versicherungsunternehmen konnten günstige Bedingungen

für die Beschäf-tigten erreicht werden.

Das bereits seit einigen Jahren bestehende Angebot

einer Berufsunfähigkeitsversicherung durch Bruttoentgeltumwandlung

wurde weiterhin gut angenommen.

Auch das betriebliche Gesundheitsmanagement wurde

im Jahr 2012 weiterentwickelt. Die bereits zum vierten

Mal durchgeführten Gesundheitstage standen unter

dem Themenschwerpunkt “Diabetes-Prävention“.


Tarifliche Entwicklung

Das Jahr 2012 war geprägt von tariflichen Verhandlungen

und Auseinandersetzungen auf mehreren Ebenen.

Der bundesweite Tarifabschluss im öffentlichen

Dienst (Bund, Kommunen) wurde nach intensiven

Verhandlungen und Warnstreiks mit einem Tarifabschluss

über eine zweijährige Laufzeit beendet.

Die Ergebnisse der im Jahr 2011 beendeten bezirklichen

Tarifverhandlungen für die Nahverkehrsbetriebe in

Baden-Württemberg mit Arbeitsaufträgen für bestimmte

Themenfelder führten zu weiteren Verhandlungsaufträgen.

Aktuell werden die zukünftigen Eingruppierungs-

und Tätigkeitsmerkmale für die Mitarbeitrinnnen

und Mitarbeiter des Nahverkehrs von der kommunalen

Arbeitgebervereinigung Baden-Württemberg mit Ver.di

verhandelt.

Die Tarifverhandlungen auf Bundesebene über einen

Demografie-Tarifvertrag wurden auch 2012 weitergeführt.

Bedingt durch das komplexe Thema mit einer

Vielzahl unterschiedlicher Aktionsfelder ist ein Abschluss

noch nicht abzusehen. Bislang wurden nur in wenigen

Branchen entsprechende Vereinbarungen abgeschlossen.

Gemeinsame Intention und Aufgabe der Tarifpartner des

Nahverkehrs ist es, durch zukunftsfähige Rahmenregelungen

eine vorausschauende und nachhaltige Personalpolitik

zu ermöglichen. Diese soll zum einen die Bedürfnisse

der Unternehmen nach leistungsfähigen Personalstrukturen

sowie die Interessen der Beschäftigten nach

alters- und leistungsgerechten Arbeitsbedingungen zum

Vorteil beider Seiten berücksichtigen.

Im Unternehmen SSB stand die Umsetzung der Ergebnisse

der Manteltarifverhandlungen 2011 in praktikable

betriebliche Regelungen, insbesondere bei der Thematik

Arbeitszeit, im Vordergrund. Mit dem Abschluss einer

Betriebsvereinbarung auf Basis der tariflichen Regelungen

im Februar 2013 wurde ein für alle befriedigender

Schlusspunkt unter langwierige Verhandlungen gesetzt.

Außergewöhnliche Stellenanzeigen

30 | 31


05 Personal- und Sozialbericht

SSB Personalmanagement 2012

Zahlen – Daten – Fakten

Mitarbeiteranzahl und –struktur (ohne Auszubildende) 31.12.2012 31.12.2011

Arbeitnehmer/-innen insgesamt 2.871 2.833

davon Frauen 454 433

davon Arbeitnehmer/-innen in Teilzeitarbeit 193 180

davon Arbeitnehmer/-innen in Altersteilzeitarbeit 273 314

:: darunter in Freizeitphase 155 146

Erstattungen für Altersteilzeitarbeit in T€ 750.671 930.628

In Jahren 2012 2011

Ø Lebensalter aller Beschäftigten 46,0 46,0

Ø Dienstalter 16,7 16,6

Dienstjubilare 98 100

Bei der Mitarbeiterzahl zeigt der Trend weiter nach

oben. Vielfältige neue Aufgaben, Leistungsausweitungen

im Fahrdienst, die Generalsanierung der Stadtbahnfahrzeuge

und Neueinstellungen für Stuttgart

21 führten, auch unter Beachtung der finanziellen

Restriktionen, zu einer erhöhten Belegschaftszahl.

Wie im Vorjahr war auch die SSB im Jahr 2012 deutlich

auf dem regionalen Arbeitsmarkt aktiv. Die Einstellung

von 182 neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

und von 28 Auszubildenden markiert einen

Spitzenwert im langjährigen Vergleich. Auch dadurch

konnte das durchschnittliche Lebensalter der Beschäftigten

mit 46,0 Jahren konstant gehalten werden.

„Fahrschüler“ während ihrer Ausbildung zum Busfahrer


Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in

Altersteilzeitarbeit ist weiterhin rückläufig. Aktuell

werden keine Neuverträge angeboten, da es aktuell

keine Regelung für den Nahverkehr gibt. Ob die Verhandlungen

über einen Demographie-Tarifvertrag

eine Regelung bringen, ist offen. Der zukünftige

Umfang einer neugestalteten Altersteilzeitregelung

wird jedoch deutlich geringer sein als bisher.

Der Anteil der Beschäftigten in der Freizeitphase hat

sich erhöht, ab 2015 werden sich alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in Altersteilzeitarbeit in der Freistellungsphase

befinden.

Entgeltsumme in Mio. € 2012 2011

Arbeitsentgelte ohne Zusatzversorgung 113,8 109,9

Aus den bundesweiten Tarifverhandlungen im öffentlichen

Dienst resultierte eine lineare tabellenwirksame

Tarifsteigerung zum 1. März 2012 in Höhe von 3,5 %.

Weitere Tarifsteigerungen für das Jahr 2013 wurden

ebenfalls bereits vereinbart: 1,4 % zum 1. Januar 2013

und weitere 1,4 % zum 1. August 2013.

Die Entgeltsumme erhöhte sich um 3,5 % (3,9 Mio. €)

im Vergleich zum Vorjahr. Gründe für diese Erhöhung

waren die lineare Tarifsteigerung sowie die weitere

Umsetzung der bereits im Jahr 2011 abgeschlossenen

und nun stufenweise wirkenden Änderungen im Manteltarifvertrag.

Im Durchschnitt waren rund 25 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter mehr beschäftigt als im

Vorjahr. Auch dies hat zur Kostensteigerung beigetragen.

Kostendämpfend wirken sich weiterhin die langfristigen

Struktureffekte des Spartentarifvertrages aus.

Zusatzversorgung 2012 2011

Aufwand in Mio. € 16,6 16,7

Versorgungsempfänger insgesamt 2.231 2.227

Empfänger Hinterbliebenenversorgung 777 794

Im Jahr 2012 wurden die Zusatzversorgungsleistungen

der Rentner ab Januar 2012 um 2,6 % dynamisiert.

Die Erhöhung setzt sich zusammen aus einer

Regeldynamisierung in Höhe von 1,0 % und einer

indexbasierten Nachholung in Höhe von 1,6 % für

bestimmte Rentenempfängerkreise. Der Bestand an

Zusatzversorgungsempfängern war nahezu stabil.

Die Zahlungen an die Zusatzversorgungsempfänger

waren leicht rückläufig. Durch die strukturellen Änderungen

der Zusatzversorgung seit dem Jahr 2000 konnte

die Dynamisierung des Jahres 2012 sogar überkompensiert

werden. Betrug der Aufwand 2011 noch 15,2 %

der Entgeltsumme, waren es 2012 noch 14,6 %.

Zusatzversorgung in Mio. € 2012 2011

Wert der Verpflichtungen für laufende

Pensionen und Anwartschaften auf

Pensionen des Vereins Zusatzversorgung 288,4 277,4

Passivierte Rückstellungen 120,9 118,0

Vermögen der Zusatzversorgung 135,3 131,0

Deckungslücke 32,2 28,4

Im Jahr 2011 wurde damit begonnen, die durch die

Neuregelungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

(BilMoG) entstandene Deckungslücke zu verringern.

Im Jahr 2012 konnte eine Zuführung zu den

Rückstellungen in Höhe von 2,9 Mio. € erfolgen.

32 | 33


Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in

Altersteilzeitarbeit ist weiterhin rückläufig. Aktuell

werden keine Neuverträge angeboten, da es aktuell

keine Regelung für den Nahverkehr gibt. Ob die Verhandlungen

über einen Demographie-Tarifvertrag

eine Regelung bringen, ist offen. Der zukünftige

Umfang einer neugestalteten Altersteilzeitregelung

wird jedoch deutlich geringer sein als bisher.

Der Anteil der Beschäftigten in der Freizeitphase hat

sich erhöht, ab 2015 werden sich alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in Altersteilzeitarbeit in der Freistellungsphase

befinden.

Entgeltsumme in Mio. € 2012 2011

Arbeitsentgelte ohne Zusatzversorgung 113,8 109,9

Aus den bundesweiten Tarifverhandlungen im öffentlichen

Dienst resultierte eine lineare tabellenwirksame

Tarifsteigerung zum 1. März 2012 in Höhe von 3,5 %.

Weitere Tarifsteigerungen für das Jahr 2013 wurden

ebenfalls bereits vereinbart: 1,4 % zum 1. Januar 2013

und weitere 1,4 % zum 1. August 2013.

Die Entgeltsumme erhöhte sich um 3,5 % (3,9 Mio. €)

im Vergleich zum Vorjahr. Gründe für diese Erhöhung

waren die lineare Tarifsteigerung sowie die weitere

Umsetzung der bereits im Jahr 2011 abgeschlossenen

und nun stufenweise wirkenden Änderungen im Manteltarifvertrag.

Im Durchschnitt waren rund 25 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter mehr beschäftigt als im

Vorjahr. Auch dies hat zur Kostensteigerung beigetragen.

Kostendämpfend wirken sich weiterhin die langfristigen

Struktureffekte des Spartentarifvertrages aus.

Zusatzversorgung 2012 2011

Aufwand in Mio. € 16,6 16,7

Versorgungsempfänger insgesamt 2.231 2.227

Empfänger Hinterbliebenenversorgung 777 794

Im Jahr 2012 wurden die Zusatzversorgungsleistungen

der Rentner ab Januar 2012 um 2,6 % dynamisiert.

Die Erhöhung setzt sich zusammen aus einer

Regeldynamisierung in Höhe von 1,0 % und einer

indexbasierten Nachholung in Höhe von 1,6 % für

bestimmte Rentenempfängerkreise. Der Bestand an

Zusatzversorgungsempfängern war nahezu stabil.

Die Zahlungen an die Zusatzversorgungsempfänger

waren leicht rückläufig. Durch die strukturellen Änderungen

der Zusatzversorgung seit dem Jahr 2000 konnte

die Dynamisierung des Jahres 2012 sogar überkompensiert

werden. Betrug der Aufwand 2011 noch 15,2 %

der Entgeltsumme, waren es 2012 noch 14,6 %.

Zusatzversorgung in Mio. € 2012 2011

Wert der Verpflichtungen für laufende

Pensionen und Anwartschaften auf

Pensionen des Vereins Zusatzversorgung 288,4 277,4

Passivierte Rückstellungen 120,9 118,0

Vermögen der Zusatzversorgung 135,3 131,0

Deckungslücke 32,2 28,4

Im Jahr 2011 wurde damit begonnen, die durch die

Neuregelungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

(BilMoG) entstandene Deckungslücke zu verringern.

Im Jahr 2012 konnte eine Zuführung zu den

Rückstellungen in Höhe von 2,9 Mio. € erfolgen.

32 | 33


Wohnraumversorgung, Soziale Dienste

Betriebliche Ausbildung (Fahrdienst) 2012 2011

Ausbildung Busfahrer 43 46

Ausbildung Schienenfahrer 66 58

Ausbildung Fahrausweisprüfer 16 28

Gesamt 125 132

Traditionell bildet die SSB nicht nur Schienenfahrer auf

dem eigenen Netz aus, sondern engagiert sich auch

in der Busfahrerausbildung. Die betriebsinternen Fahrschulen

sind Garanten für die hohe Qualität der Ausbildung.

Die im Jahr 2012 erweiterten Ausbildungs- und

Fortbildungskapazitäten der SSB-Fahrschule sichern den

steigenden Personalbedarf künftiger Jahre, der aufgrund

altersbedingter Abgänge und Leistungsausweitungen im

Verkehrsangebot zu besetzen sind.

Wohnungswesen 2012 2011

Wohnungsbestand 529 535

Neuvermietungen an Mitarbeiter/innen 15 23

Weiterhin eine wichtige Sozialleistung ist das Angebot

von attraktiven Mietwohnungen für Betriebsangehörige

an günstig zu betrieblichen Einrichtungen gelegenen

Standorten. Zudem werden Baudarlehen an Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter gewährt. Aktuell besteht ein

Volumen von rund 326 T € bei 44 Darlehen.

Betriebliches Vorschlagswesen 2012 2011

Angenommene Vorschläge 316 225

Berechnete Einsparungen in T€ 213 193

Prämien in T€ 69 56

Erfreulich entwickelte sich das Betriebliche Vorschlagswesen

(BVW). Die guten Ergebnisse des Vorjahres konnten

deutlich übertroffen werden. Es ist geplant, im Jahr 2013

das BVW zu modernisieren, um weitere starke Anreize für

eine rege Mitarbeiterbeteiligung zu schaffen.

Fahrschulbusse an einer der schönsten Haltestellen Stuttgarts – Schloss Solitude

34 | 35


06 Marketing und Vertrieb


:: FirmenTicket

:: Abonnement

:: Gelegenheitskunden

:: HandyTicket

:: StudiTicket online

:: Kundenservice

:: Stuttgart Services

:: Veranstaltung „Stuttgart E-Mobil“

:: Straßenbahnwelt & Co

:: Lyrik und Kalender

:: Sicherheitskampagne

:: Vertrieb

36 | 37


06 Marketing und Vertrieb

FirmenTicket

Nach der erfolgreichen Einführung des neuen Jahres-

Ticket-Abonnements im Jahr 2011 wurde zum 1. Januar

2012 das FirmenTicket umgestellt. Auch diese Jahreskarte

ist jetzt als Abonnement mit wahlweise einmaliger oder

monatlicher Abbuchung erhältlich. Zudem wurde der Bestellprozess

für die Mitarbeiter der teilnehmenden Firmen

vereinfacht und ein zeitgemäßes Onlineverfahren eingeführt.

Die Mindestbestellmenge, ab der eine Firma am

FirmenTicket-Verfahren teilnehmen kann, wurde von 100

auf 50 reduziert. Durch die Änderung des Tarifprodukts

war es erforderlich, rund 20.000 SSB-Bestandskunden

im FirmenTicket auf das neue Produkt umzustellen.

Während durch die neuen Regelungen einerseits einige

Kunden vom FirmenTicket in das Jedermann-Abonnement

wechseln mussten, konnten andererseits durch die

Reduzierung der Mindestbestellmenge rund 20 zusätzliche

Firmen für das FirmenTicket gewonnen werden. Für

diese Aufgaben war bereits Ende 2011 ein Key Account

Management eingerichtet worden, dessen Aufgabe

ausschließlich die Betreuung der Firmen und der Vertrieb

des FirmenTickets ist. Im Ergebnis konnte die Umstellung

mit einem für die SSB positiven Ergebnis abgeschlossen

werden: In Summe aller Effekte wurde die Anzahl der

gebundenen Kunden im Jahr 2012 um rund 2.000 oder

10 % gegenüber 2011 gesteigert.

Abonnement

Parallel zur Umstellung des FirmenTickets konnte

auch der Erfolg des ein Jahr zuvor etablierten neuen

JahresTicket-Abonnements im Jahr 2012 fortgeführt

werden. Maßgeblichen Anteil daran hatte der weiterhin

aktive Vertrieb des Abonnements, für den im Jahr 2012

wiederum mehrere Kampagnen durchgeführt wurden.

Bereits zum Jahresbeginn erfolgte eine lokal orientierte

Kampagne in Zuffenhausen und Stammheim im Zuge

der Verlängerung der U 15. Die Frühjahrs-Kampagne

wurde gemeinsam mit dem VVS durchgeführt, dessen

umfangreiche Flächenkommunikation durch ein Direktmailing

unterstützt wurde. Eine weitere Abo-Kampagne

im Herbst wurde schließlich als reine Direktmailingaktion

gestaltet, bei der der Abo-Einstieg erneut durch

ein Prämienangebot attraktiv beworben wurde. Mit den

Kampagnen konnten unmittelbar mehr als 2.100 neue

Abonnenten gewonnen werden. Der Bestand an Abonnenten

in den Produkten Jedermann-, 9-Uhr-Umwelt-,

Senioren- und 14-Uhr-Junior-Ticket wurde im Jahresverlauf

von 30.000 auf rund 41.000 gesteigert. Zusammen

mit dem FirmenTicket betreut die SSB somit mehr als

60.000 Abonnenten als Stammkunden.

Gelegenheitskunden

Im Tarifangebot für den Gelegenheitsverkehr wurde zum

1. Januar 2012 das KurzstreckenTicket geändert. Es ist

nun auch im S-Bahn- und Regionalzugverkehr für die

Distanz von einer Haltestelle gültig. Damit einher ging

eine 20-%ige Preisanpassung auf 1,20 Euro. Durch diese

überdurchschnittliche Teuerung ist die Nachfrage nach

KurzstreckenTickets bei der SSB im Jahr 2012 um rund

12 % zurückgegangen – gewisse Mengenrückgänge im

fußläufigen Bereich waren einkalkuliert worden. Auch

der Absatz von Einzel- und 4er-Tickets entwickelte sich

verbundweit schwach, lediglich die TagesTickets konnten

einen positiven Verlauf ausweisen. Im Jahr 2013 soll der

Markt der Gelegenheitskunden wieder verstärkt angesprochen

werden, indem insbesondere die Vorteile der

ÖPNV-Nutzung kommuniziert werden. Dazu wird auch

eine neue Werbeagentur beitragen, die die SSB im zweiten

Halbjahr 2012 in einem Wettbewerbsverfahren aus

zahlreichen Bewerbern ausgewählt hat.

Ganz bequem ein Ticket kaufen


HandyTicket

Im April 2012 brachte die SSB das HandyTicket für das

gesamte VVS-Gebiet an den Markt. Seither können

Einzel-, Kurzstrecken- und TagesTickets mit dem Mobiltelefon

erworben oder beim Kauf im Internet auf das

Mobiltelefon ausgeliefert werden. Die SSB hat dafür

gemeinsam mit ihrem Lieferanten ein neues, integriertes

Konzept aus Ticketshop im Internet und HandyTicket

entwickelt. Im Ergebnis kann der Kunde beide Bestellmöglichkeiten

mit nur einer Anmeldung nutzen. Der

Kauf eines Tickets ist außerdem direkt aus der Fahrplanauskunfts-Applikation

für Smartphones möglich,

es wird keine zusätzliche App benötigt. Zusätzlich zu

dieser eigenen Lösung, die vor allem Stuttgarter Kunden

eine komfortable Nutzung ermöglicht, wurde als zweites

System das HandyTicket Deutschland eingeführt. Dieses

Produkt ist in 18 weiteren Regionen verfügbar und deckt

damit eher die Bedürfnisse von Kunden ab, die an verschiedenen

Orten in Deutschland auf dieselbe Anwendung

zurückgreifen möchten. Bis zum Jahresende konnten

verbundweit bereits mehr als 200.000 HandyTickets

verkauft werden, von denen fast 90 % die integrierte

Lösung und gut 10 % HandyTicket Deutschland nutzen.

Seit Januar 2013 sind EinzelTickets auf dem Mobiltelefon

zum rabattierten Preis des 4er-Tickets erhältlich, so dass

im laufenden Jahr mit einer weiter steigenden Nachfrage

zu rechnen ist.

StudiTicket online

Seit dem Frühjahr 2012 kann das StudiTicket auch über

den Ticketshop auf der Internetseite der SSB bestellt

werden. Nach dem Pilotbetrieb mit zwei Hochschulen

zum Sommersemester 2012 konnte das Angebot zum

Wintersemester 2012/2013 auf 17 Universitäten und

Hochschulen ausgeweitet werden. Daraufhin wurden

bereits mehr als ein Drittel der von der SSB verkauften

StudiTickets online bestellt. Mit dem StudiTicket online

wird den Studentinnen und Studenten nicht nur ein zeitgemäßer

Vertriebskanal angeboten, sondern es werden

auch die Kundenzentren der SSB in den Spitzenzeiten

zum Semesterbeginn spürbar entlastet.

Kundenservice

Zum 01.02.2012 erfolgte die Umstellung des telefonischen

Kundenservice der SSB auf eine einheitliche

Rufnummer, die vorherigen separaten Rufnummern z.B.

für das AboCenter und das Forderungsmanagement sind

entfallen. Nachdem die Neuorganisation mit den stark

steigenden Abonnenten-Zahlen sowie den Änderungen

beim FirmenTicket und bei der Kulanzregelung für

Fahrgäste ohne Ticket zusammenfiel, konnte die mit der

Umstellung angestrebte Serviceverbesserung zunächst

allerdings nicht erreicht werden. Nach ersten Erfahrungen

wurde als Konsequenz im Sommer ein Alternativkonzept

entwickelt, um kurzfristig wieder eine angemessene

telefonische Erreichbarkeit zu erzielen. Seit September

2012 sind zur Unterstützung externe Dienstleister in die

Beantwortung der telefonischen Anfragen eingebunden.

Innerhalb kurzer Zeit konnte damit eine Annahmequote

von über 90 % erreicht werden. Im Jahr 2013 wird

auf Basis einer Prozessanalyse und –optimierung ein

nachhaltig angelegtes Konzept zur künftigen Struktur

des telefonischen Kundenservice und der Aboverwaltung

entwickelt. Parallel dazu werden weitere Maßnahmen

getroffen, um die langen Wartezeiten an den Kundenzentren

insbesondere zum Schuljahresbeginn zu reduzieren

und den Erwartungen an einen modernen Kundenservice

gerecht zu werden.

Werbekampagne zum StudiTicket online

38 | 39


06 Marketing und Vertrieb

Stuttgart Services

Das im Jahr 2011 begonnene Projekt zur Verknüpfung

verschiedener Mobilitätsangebote wurde im Jahr 2012

Bestandteil der erfolgreichen Bewerbung um eine Bundesförderung

für das „Schaufenster Elektromobilität

Baden-Württemberg“. Unter dem Titel „Stuttgart Services“

ist das Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von

25 Mio. € und einem Fördervolumen von 9,5 Mio. € das

größte Einzelprojekt im Schaufenster. Der SSB kommt als

Konsortialführer mit 13 Projekt- und acht assoziierten

Partnern eine entscheidende Rolle zu. In der dreijährigen

Projektlaufzeit soll die Verknüpfung elektromobiler Mobilitätsangebote

–ÖPNV, Carsharing, Bikesharing – untereinander

und mit weiteren Dienstleistungen entwickelt

werden. Neben einem elektronischen Ticketing gehört

dazu eine intermodale Auskunfts- und Buchungsplattform.

Als erste Stufe startete bereits im November 2012

der VVS-Mobilpass: Der bisherige Verbundpass wurde

um einen Chip erweitert, so dass nun neben dem ÖPNV-

Ticket mit dieser Karte auch Autos von Car2go und DB

Flinkster sowie Fahrräder von DB Call-a-bike genutzt

werden können. ÖPNV-Kunden erhalten zudem Vorteilskonditionen

bei den beiden Anbietern.

Straßenbahnwelt & Co

Mit 18.000 Besuchern im Jahr 2012 erreichte die Straßenbahnwelt

im aktuellen Stuttgarter Museumsranking

Platz 15. Der Anstieg der Besucherzahlen bei der Langen

Nacht der Museen und der Kulturschiene war sehr erfreulich.

Der Verein Stuttgarter Historische Bahnen e. V.

(SHB) als Partner im Museum feierte 2012 sein 25-jähriges

Jubiläum mit einem Jubiläumswochenende. Auf ein

erfolgreiches Jahr blickt auch die Killesbergbahn zurück:

Die Einnahmen wurden um 35 % gesteigert. Für das Jahr

2013 sind die Stabilisierung der Besucherzahlen und Einnahmen

sowie Maßnahmen im Hinblick auf das „Forum

K“ auf dem Killesberg geplant. Die Stuttgart Tour nutzten

in 2012 etwa genauso viele Fahrgäste wie im Vorjahr. Der

Probebetrieb der Stadtrundfahrt wurde um ein Jahr bis

Ende 2013 verlängert.

Lyrik und Kalender

Zum 25. Geburtstag von „Lyrik unterwegs“ erschien Ende

2012 die vierte, erweiterte Auflage der Lyrik-Anthologie.

Einem anderen Genre ist der SSB-Kalender 2013 zuzuordnen,

der unter dem Motto „2013 mehr Farbe“ steht

und eine kreative Eigenleistung der SSB ist.

Veranstaltung „Stuttgart E-Mobil“

Am 1. Juli kamen fast 4.000 Besucher in den Busbetriebshof

Gaisburg, um Diesel-, Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge

zu besichtigen. Aussteller wie car2go, Daimler,

ZF und Extra Energy begleiteten die Veranstaltung.

Podiumsdiskussion mit Verkehrsminister Hermann beim Tag der E-Mobilität in Gaisburg // 25 Jahre „Lyrik unterwegs“ in unseren Bussen und Bahnen


Sicherheitskampagne

Im Frühjahr 2012 startete die Neuauflage der Kampagne

für sichereres Verhalten an den Überwegen über Stadtbahngleise.

Im September wurde die Sicherheitskampagne

durch eine umfangreiche Befragung und Aufklärung

an Haltestellen ergänzt. Die Kampagne wird 2013

fortgesetzt.

Vertrieb

Im Jahr 2012 konnte die SSB insgesamt 181,7 Mio. €

kassenmäßig wirksame Einnahmen an den VVS melden.

Gegenüber dem Vorjahr war dies eine Steigerung um 7,1 %.

Fahrgeldeinnahmen nach

Vertriebswegen in % 2012 2011

Automaten 37,0 37,7

Abonnement/ Firmenabo 38,6 36,0

SSB-Kundenzentren 15,8 13,5

Private Vertriebspartner 3,8 4,0

Fahrpersonal 5,1 5,4

Internet 1,3 0,2

Sonstige Einnahmen 3,4 3,2

Verkaufte Fahrausweise nach

Vertriebswegen in % 2012 2011

Automaten 69,4 70,1

Abonnement/ Firmenabo 7,5 6,4

SSB-Kundenzentren 1,1 1,6

Private Vertriebspartner 1,5 1,5

Fahrpersonal 18,0 19,0

Internet 1,3 0,2

Sonstige Einnahmen 1,2 1,2

Der bargeldlose Umsatzanteil bei den Automaten

(rund 31 %) und in den Kundenzentren (rund 56 %)

verteilt sich auf verschiedene Zahlungsmittel.

Bargeldloser

Zahlungsverkehr

in %

Automaten

SSB-Kundenzentren

Internet

EC-Cash 15,7 46,7 65,5

Geldkarte 0,6 - -

Mastercard 1,0 2,4 16,2

Visa 1,4 3,7 18,2

Gutscheine 2,1 3,6 -

Giropay - - 0,1

Bei der Druckabnahme des Kalenders 2013 // Motiv der neuen Sicherheitskampagne

40 | 41


07 Fahrgeldeinnahmen und Verkehrsleistungen


:: Entwicklung im Gesamtbetrieb

:: Barfahrausweise

:: Zeitfahrausweise

:: Einnahmen & Fahrten

42 | 43


07 Fahrgeldeinnahmen

und Verkehrsleistungen

Entwicklung im Gesamtbetrieb

Trotz der bereits sehr erfolgreichen Vorjahre konnte 2012

der ÖPNV nochmals erheblich an Attraktivität gewinnen.

Insgesamt erwies sich die Wirtschaftskraft im Einzugsgebiet

der Landeshauptstadt Stuttgart trotz eines kurzen

Rückgangs im vierten Quartal 2012 insgesamt als sehr

stabil und die Rahmenbedingungen versprechen auch

weiterhin eine gute Zukunft. Unterstützung erfährt diese

Entwicklung neben vielen kleinen Angebotsverbesserungen

auch durch die Streckenverlängerung der Stadtbahn

im Norden und den weiterhin hohen Treibstoffpreisen,

die den Individualverkehr verteuern.

Die Einwohnerzahl der Landeshauptstadt Stuttgart

stieg nach den statistischen Rückgängen u.a. aufgrund

der Einführung einer Zweitwohnungssteuer im Jahr 2010

wieder auf 586 Tsd. an. Da sich im gleichen Zeitraum

auch die Pkw-Zahl um 2,5 % erhöhte, stieg die PKW-

Dichte pro 1.000 Einwohner von 480 auf 482 an.

2012 wirkte sich erstmals ganzjährig die im Dezember

2011 eröffnete Verlängerung der Linie U 15 zwischen

Zuffenhausen Kelterplatz und Stammheim aus, die von

den Kunden sehr gut angenommen wurde.

Im Zuge der Tarifverhandlungen über die Entgeltsteigerungen

kam es im Frühjahr 2012 zu mehrtägigen streikbedingten

Behinderungen insbesondere im Fahrdienst

und in den Werkstätten. Dies hatte Auswirkungen auf

die Einnahmen im Gelegenheitsverkehr.

Durch das um 1,6 % gestiegene Fahrgastaufkommen

und die Wirkung der durchschnittlichen Tariferhöhung

von 2,9 % konnten Einnahmeverbesserungen im Gesamtverkehr

von 4,6 % erzielt werden. Die Einnahmen im

Regeltarif stiegen sogar um 5,4 %, was insbesondere

durch gezielte Marketing- und Vertriebsmaßnahmen

im Zeitkartensegment erreicht wurde.

Der Anteil der Zeitkarten im Regeltarif stieg um 0,5 %-

Punkte auf 65,0 % an. Dementsprechend ging der Anteil

der Barfahrausweise von 35,5 % auf 35,0 % zurück.

Durch eine auf Grundlage einer Verkehrsstromerhebung

ermittelte reduzierte Beförderung von Schwerbehinderten

gingen die Erstattungszahlungen nach der Härtefallregelung

um 16,5 % zurück.

Barfahrausweise

Die Barfahrausweise unterlagen einer gegenläufigen

Entwicklung. Zwar reduzierten sich die Fahrten beim

Kurzstrecken- und EinzelTicket durch Streiktage und

tarifpolitische Einflüsse, jedoch wurde gleichzeitig das

Kurzstreckenticket auch für die Nutzung bei der S-Bahn

ausgeweitet. Profitiert davon haben im Gelegenheitsverkehr

die Mehrfahrten- und TagesTickets.

Zeitfahrausweise

Mit 6,2 % Mehreinnahmen bei den Zeitkarten im Regeltarif

erweist sich das Abonnement-Angebot als Erfolgsgeschichte.

Die Fahrten legten um 3,0 % zu.

Das 2011 eingeführte JahresTicket-Abo mit monatlicher

Abbuchung erwies sich auch 2012 im Zeitkartensegment

als Renner. Mit diesem Angebot wurde neben monatlicher

Abbuchung und Rabattierung auch der Abo-Soforteinstieg

möglich. Die höchsten Zuwachsraten verzeichnete

diese Ticketart im Berufs- und Seniorenverkehr. Sie

konnte jeweils Einnahmesteigerungen von 7,8 % bzw.

7,7 % erzielen. Dabei nahm die Attraktivität des ÖPNV

bei den Senioren mit einer Erhöhung der Fahrten um

4,9 % am stärksten zu.

Die Erfolge beim JahresTicket-Abo gingen allerdings zu

Lasten des Absatzes von Firmen- und MonatsTickets.

Wegen steigender Studentenzahlen, die eine Folge des

doppelten Abiturjahrgangs 2012 aus dem G8 (achtjähriges

Gymnasium) sind, stieg der Absatz des StudiTickets

überdurchschnittlich an. Allerdings liegt dessen Anteil

an den gesamten Einnahmen im Ausbildungsverkehr

lediglich bei 5,3 %. Eine Erhöhung des Anteils soll über

ein PrintTicket im Online-Shop erreicht werden. Damit

sollen die zurückgehenden Einnahmen im Schülerverkehr

aufgefangen werden. Insgesamt stiegen die Fahrten um

1,4 % und die Einnahmen um 3,9 %.

Der Seniorenverkehr als kleinstes Einnahmesegment bei

den Zeitfahrausweisen profitierte vom guten Absatz des

JahresTickets und verbesserte sich bei den Fahrten um

4,9 % und Einnahmen um 7,7 %.


Unser kunterbuntes Fahrgast-Publikum

44 | 45


07 Fahrgeldeinnahmen

und Verkehrsleistungen

Einnahmen in 1000 € 2012 2011

Veränderung

absolut

Veränderung

in %

Linienverkehr

- Regeltarif 190.264 180.486 9.778 5,4

- Sonderangebote und sonstige Fahrausweise * 5.295 4.297 998 23,2

- Schwerbehinderte 9.044 10.831 -1.787 -16,5

Summe Linienverkehr 204.603 195.614 8.989 4,6

Sonderverkehr 1.246 1.259 -13 -1,0

Gesamt 205.849 196.873 8.976 4,6

* incl. EBE

Fahrten in 1000 **

2012 2011 Veränderung

absolut

Veränderung

in %

Linienverkehr

- Regeltarif 151.005 147.789 3.216 2,2

- Sonderangebote und sonstige Fahrausweise * 11.043 11.067 -24 -0,2

- Schwerbehinderte 8.447 8.928 -481 -5,4

Summe Linienverkehr 170.495 167.784 2.711 1,6

Sonderverkehr 177 232 -55 -23,7

Gesamt 170.672 168.016 2.656 1,6

* incl. EBE

* * Statistische Fahrtenhäufigkeit geändert, Vorjahr angepasst


Einnahmen Regeltarif in 1000 € 2012 2011

Veränderung

absolut

Veränderung

in %

KurzstreckenTicket 4.515 3.999 516 12,9

EinzelTicket 32.672 32.001 671 2,1

4er-Ticket 20.840 19.996 844 4,2

TagesTicket 8.572 8.032 540 6,7

Barfahrausweise 66.599 64.028 2.571 4,0

Berufsverkehr 65.170 60.439 4.731 7,8

Ausbildungsverkehr 50.491 48.590 1.901 3,9

Seniorenverkehr 8.004 7.429 575 7,7

Zeitfahrausweise 123.665 116.458 7.207 6,2

Gesamt 190.264 180.486 9.778 5,4

Fahrten Regeltarif in 1000 ** 2012 2011

Veränderung

absolut

Veränderung

in %

KurzstreckenTicket 3.764 3.999 -235 -5,9

EinzelTicket 12.215 12.567 -352 -2,8

4er-Ticket 8.318 8.272 46 0,6

TagesTicket 3.328 3.149 179 5,7

Barfahrausweise 27.625 27.987 -362 -1,3

Berufsverkehr 48.909 46.713 2.196 4,7

Ausbildungsverkehr 63.136 62.280 856 1,4

Seniorenverkehr 11.335 10.809 526 4,9

Zeitfahrausweise 123.380 119.802 3.578 3,0

Gesamt 151.005 147.789 3.216 2,2

* * Statistische Fahrtenhäufigkeit geändert, Vorjahr angepasst

46 | 47


08 Betriebsleistungen


:: Schienenverkehr

:: Busverkehr

:: Sonderverkehr

:: Platzausnutzung

:: Wagen-km

:: Platz-km

:: Platzausnutzung

48 | 49


08 Betriebsleistungen

Die Betriebsleistungen unterliegen grundsätzlich jährlichen

Schwankungen, welche auf die Lage und die Anzahl

der Arbeitstage sowie auf Streiktage zurückzuführen

sind.

Schienenverkehr

Die Inbetriebnahme der Neu- und Ausbaustrecke zwischen

Zuffenhausen Kelterplatz und Stammheim, welche über

mehrere Jahre mit einem Busersatzverkehr bedient wurde,

führte zu einer Erhöhung der Wagenkilometer um 1,6 %.

Busverkehr

Der Busbetrieb in seiner Zubringerfunktion für die Stadtbahn

unterliegt Anschlussoptimierungen sowie jährlichen

Veränderungen beim Fahrgastaufkommen.

Platzausnutzung

Die hohen Fahrgastzuwächse hatten eine positive

Wirkung auf die gesamte Platzausnutzung.

Trotz des gestiegenen Platzangebotes insbesondere

durch die Verlängerung der Stadtbahn nach Stammheim

verbesserte sich wegen der hohen Akzeptanz des Angebotes

die Platzausnutzung im schienengebundenen

Verkehr um 0,1 %-Punkte auf 14,2 %.

Die Platzausnutzung im Busbetrieb verbesserte sich

um 0,3 %-Punkte auf 11,2 %, die neben gestiegenen

Fahrgastzahlen auch auf eine Vielzahl von betrieblichen

Optimierungen zurückgeht.

Aufgrund der Einstellung des Busersatzverkehrs zwischen

Hohensteinstraße und Stammheim (s.o.) zum Fahrplanwechsel

im Dezember 2011 gingen die Wagenkilometer

zurück. Gleichzeitig wurde das Nachtbusangebot erweitert,

so dass die Busbetriebsleistungen um 1,4 % zurückgingen.

Durch den stärkeren Anteil von Solobussen

reduzierten sich die Platzkilometer um 1,1 %.

Sonderverkehr

Der Sonderverkehr im Busbereich ist stark von den Leistungen

im freigestellten Schülerverkehr sowie Gelegenheitsverkehr

abhängig.

Nachtbus – Der 3.333.333ste Fahrgast wird gefeiert // Stadtbahn mit Zaungast


Wagen-km in 1000 2012 2011

Veränderung

absolut

Veränderung

in %

Linienverkehr Schiene

Wagen-km 16.924 16.652 272 1,6

Linienverkehr Bus

Wagen-km 14.573 14.784 -211 -1,4

Sonderverkehr

Wagen-km Schiene 6 6 0 0

Wagen-km Bus 1.162 1.169 -7 -0,6

Platz-km in 100 000 2012 2011

Veränderung

absolut

Veränderung

in %

Linienverkehr Schiene

Platz-km 41.818 41.140 678 1,6

Linienverkehr Bus

Platz-km 12.559 12.698 -139 -1,1

Sonderverkehr (Schiene u. Bus)

Platz-km 813 819 -6 -0,7

Platzausnutzung 2012 2011

Veränderung

%-Punkte

4 Personen je qm Stehplatzfläche

Schienenbetrieb 14,2 15,3 0,1

Busbetrieb 11,2 10,9 0,3

50 | 51


09 Betriebsanlagen und Infrastruktur


:: Stadtbahn

:: Schienenfahrzeuge

:: Bus

:: Gleisanlagen und Streckenausrüstung

:: Schienenfahrzeuge

:: Busse

52 | 53


09 Betriebsanlagen

und Infrastruktur

Stadtbahn

Nachdem im Frühjahr 2011 mit der Deutschen Bahn AG

eine Kreuzungsvereinbarung für die Stadtbahnfolgemaßnahme

an der Heilbronner Straße abgeschlossen

wurde, hat die SSB die Ausschreibung des Rohbaus der

bergmännischen Stadtbahntunnelröhren vorbereitet und

veröffentlicht. In der ersten Jahreshälfte 2012 konnten

die eingehenden Angebote geprüft und gewertet werden.

Im Juli wurde in Abstimmung mit der Deutschen Bahn

AG der Auftrag vergeben und die Bauvorbereitung begonnen.

Die Baustelleneinrichtung am Fuße der Stadtbibliothek

wurde bereits ebenso eingerichtet, wie eine erste

Verkehrsumlegung in der Heilbronner Straße vor der

Handwerkskammer für die Herstellung einer erforderlichen

Baugrube. Der Start weiterer sichtbarer Bautätigkeit

konnte durch fehlende Voraussetzungen und Genehmigungen

bisher nicht erfolgen, ist aber noch im Frühjahr

2013 vorgesehen.

Für die Stadtbahn-Folgemaßnahme „Umbau der Haltestelle

Staatsgalerie“, die eine in Richtung Schlossgarten

verschobene Lage der Haltestelle Staatsgalerie auf dem

neuen Fernbahntunnel vorsieht, liegt die ausgehandelte

Kreuzungsvereinbarung vor. Diese ist noch nicht unterzeichnet.

Dies ist auch im Zusammenhang mit den Diskussionen

um die Berücksichtigung naturschutzrechtlicher

Belange im Baufeld und Ausführungsvarianten eines

erforderlichen Nesenbachdükers zu sehen. Der Baubeginn

und der Bauablauf im Umfeld der Haltestelle Staatsgalerie

hängen maßgeblich vom Start des Tunnelbaus der

Deutschen Bahn AG ab. Da die baurechtlich genehmigte

Planung nicht mehr vollumfänglich umgesetzt werden

kann, darf die SSB AG die vorbereitete Ausschreibung

derzeit nicht veröffentlichen. Um die eingetretenen

Verzögerungen kompensieren zu können, wird zurzeit

die Baumaßnahme in einzelne zu vergebende Bauabschnitte

aufgeteilt, die dann nach Erfordernis ausgeschrieben

werden sollen.

Im Oktober 2011 begannen die Arbeiten auf dem zweiten

Teilabschnitt der Stadtbahnlinie U 12, einem 2,0 km

langen oberirdischen Streckenabschnitt zwischen der

Haltestelle Löwentor und der vorübergehenden Endhaltestelle

Hallschlag. Der Abschnitt soll am 14. September

2013 in Betrieb gehen. Den Planfeststellungsbeschluss

für den dritten Teilabschnitt hinunter ins Neckartal

erhielt die SSB am 7. November 2012. Die Planungen im

ersten Teilabschnitt der Stadtbahnlinie U 12 im A1-Gebiet

mit der Brücke über die Wolframstraße wurden größtenteils

gemeinsam mit den Folgemaßnahmen von Stuttgart

21 in der Heilbronner Straße vorangetrieben.

Die Stadtbahnhaltestelle Killesberg wurde im Hinblick auf

die Neugestaltung dieses Stadtteils nach dem Abriss der

Messehallen umgebaut. Mit der Eröffnung des Forums K

(Killesberghöhe) am 29. November 2012 wurde auch der

neu geschaffene Durchgang von der Verteilerebene des

Ostausganges zur Neubebauung in Betrieb genommen.

Nach der Eröffnung der neuen Stadtbibliothek am

Mailänder Platz im Oktober 2011 mit dem provisorischen

Steg zwischen der Bibliothek und der Haltestelle „Stadtbibliothek

(Handwerkskammer)“ war als barrierefreie

Zwischenlösung ein Aufzug von der Verteilerebene zum

einwärts führenden Bahnsteig vorgesehen. Die Genehmigungs-

und Finanzierungsverfahren wurden Ende 2011

abgeschlossen, so dass der Aufzug nach den Sommerferien

2012 in Betrieb gehen konnte.

Die Planungen für die Aufzugsnachrüstung der Haltestellen

Maybachstraße und Österreichischer Platz gehen

voran. Zudem werden für alle unterirdischen Haltestellen

brandtechnische Untersuchungen durchgeführt, um die

Sicherheit dieser Haltestellen noch weiter zu erhöhen.

Der Rohrbruch einer großen Wasserleitung im September

2012 im Bereich der Höhenrandstraße in Kaltental spülte

eine Schlammlawine über die Straße in den Gleisbereich

der SSB. Nach den zügigen Aufräumarbeiten hat der

beauftragte Schadensgutachter eine Minderung der

Frostsicherheit dieser Gleisbereiche festgestellt, in der

Folge es in Frostperioden zu deutlichen Verformungen

des Gleisunterbaus kommen kann. Ursache hierfür ist

eine in weiten Bereichen auf dem Unterbau abgelagerte

Schlammschicht und die nicht mehr funktionsfähige

Gleisdrainage. Da die Strecke über 30 Jahre alt ist, wurde

aufgrund des Gutachtens für das Jahr 2013 eine vorgezogene

Erneuerung des gesamten offenen Bahnkörpers

geplant. Diese war in der ursprünglichen Planung erst in

2019 vorgesehen.


Schienenfahrzeuge

Durch die Verlängerung der Stadtbahnlinie U 15 nach

Stammheim und Erweiterung des Fahrplanangebotes

im Dezember 2011 wurde der tägliche planmäßige Fahrzeugbedarf

erhöht. Schwerpunkt der Aktivitäten im Jahr

2012 war wie im Vorjahr die Regelinstandsetzung und die

Generalüberholung der Stadtbahnwagen S-DT 8. Zum

Jahresende 2012 waren 49 Stadtbahnwagen generalüberholt

und im Fahrgasteinsatz. Auch 2012 konnten die

geplanten Kosten und der Terminplan für die Generalüberholung

eingehalten werden.

Neben der Generalüberholung musste auch die Regelinstandhaltung

der Stadtbahnen und Sonderfahrzeuge

sichergestellt werden. Auch dies konnte 2012 wie

geplant, trotz der sehr geringen Fahrzeugreserve, die

durch mehrere umfangreiche Fremdschäden noch weiter

reduziert wurde und einem erhöhtem Fahrzeugeinsatz,

durchgeführt werden. Die erforderlichen Hauptuntersuchungen

an den Stadtbahnwagen gemäß BOStrab

wurden plangemäß durchgeführt. Ferner wurden die

regelmäßigen Wartungen und Reinigungen in den Betriebswerkstätten

termingerecht durchgeführt.

Die Beschaffung der weiteren 20 Stadtbahnwagen bei

der Firma Stadler Pankow läuft. Es fanden im Jahr 2012

verschiedene Rohbauabnahmen und Prüfungen von

Komponenten bei den Herstellern und Unterlieferanten

in Berlin und Umgebung statt. Bei drei Stadtbahnwagen

wurde mit der Inbetriebnahme bei Stadler begonnen.

Am 7. Dezember wurde zur weiteren Erprobung im Stadtbahnnetz

der erste Stadtbahnwagen vom Typ S-DT 8.12

(Zug 3501/3502) in Stuttgart angeliefert und noch am

selben Tag die ersten Probefahrten durchgeführt.

Durch die Übernahme der Killesbergbahn mussten aufgrund

von unterlassenen bzw. nicht fachgerecht ausgeführten

Instandhaltungsmaßnahmen an den Triebfahrzeugen

und Wagen umfangreiche Maßnahmen durchgeführt

werden, die teilweise das Niveau eines Neubaus erreichten.

Diese Maßnahmen müssen auch 2013 gesetzt werden.

Im Bereich der Instandhaltung sind weitere Prozessoptimierungen

erfolgt, um die Wirtschaftlichkeit der Instandhaltung

nachhaltig sicherzustellen und weiter zu steigern.

Bei den Stadtbahnwagen der Serien S-DT 8.10 aus den

Jahren 1999/2000 wurden basierend auf den Untersuchungen

der Universitäten Stuttgart und Chemnitz mit

dem Fahrzeughersteller weitere Untersuchungen durchgeführt,

um die Lebensdauer der Leistungselektronik

der Antriebe zu erhöhen.

Tunnelportale – Baustelle am Mailänder Platz // Die neue Stadtbahn DT 8.12 entsteht in Berlin bei Stadler Pankow

54 | 55


09 Betriebsanlagen

und Infrastruktur

Bus

Im Jahr 2012 wurde erfolgreich die Bewerbung um ein

Projekt im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität

durchgeführt, so dass eine Bestellung für weitere fünf

Hybridbusse (Liefertermin 2013) mit dem Ziel ausgelöst

werden konnte, eine überwiegend mit Hybridbussen ausgestattete

Linie 43 im innerstädtischen Verkehr einrichten

zu können.

Als weitere Ergänzung des Verkehrsangebots wurde der

SSB ein Förderbescheid für die Einrichtung einer zusätzlichen

Buslinie mit Modellcharakter übergeben, so dass die

SSB die Beschaffung von drei Brennstoffzellenbussen für

die Linie 79 (Stuttgart – Plieningen – Flughafen) einleiten

konnte.

Ab 2014 tritt eine neue Euro VI-Abgasnorm auf europäischer

Ebene in Kraft. Um sich darauf vorzubereiten,

hat die SSB im Jahr 2012 die Beschaffung von drei Euro

VI-Bussen eingeleitet, die ab 2013 in den Betrieb gehen,

um erste Erfahrungen für spätere Beschaffungen zu

sammeln.

Neue Flughafenlinie 79 // Hybrid-Busse


Gleisanlagen und Streckenausrüstung

Jahr

Betriebsstrecke

Schiene gesamt

in km

Auf besonderem Bahnkörper

und Tunnel

in km

2003 123 113

2004 123 113

2005 126 115

2006 126 115

2007 123 116

2008 123 116

2009 123 116

2010 125 118

2011 128 120

2012 128 120

Schienenfahrzeuge

Jahr

Stadtbahn

DT 8

Gelenktriebwagen

GT 4

Seilbahn

und Zahnradbahn

Gesamt

2003 136 36 5 177

2004 154 36 5 195

2005 164 38 5 207

2006 164 38 5 207

2007 164 38 5 207

2008 164 0 5 169

2009 164 0 5 169

2010 164 0 5 169

2011 164 0 5 169

2012 164 0 5 169

Busse

Jahr

Linienbusse

Standard

Linienbusse

Gelenk

Gesamt

2003 100 153 253

2004 87 156 243

2005 87 155 242

2006 89 166 255

2007 91 183 274

2008 87 183 270

2009 86 190 276

2010 94 185 279

2011 86 175 261

2012 86 181 267

56 | 57


10 Umweltbericht und Nachhaltigkeit


:: Ausbau der Elektrofahrzeugflotte

:: Nachhaltigkeit bei der Busbeschaffung

:: Senkung des Energieverbrauchs

:: Umgang mit Gefahrstoffen

:: Wasser und Abwasser

:: Energiebilanz

:: Abfallbilanz

58 | 59


10 Umweltbericht

und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit und Weitsichtigkeit sind wichtige Handlungsmaßstäbe

für die SSB und werden von allen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern mitgetragen. Diese

betreffen beispielsweise die Einführung und Entwicklung

umweltfreundlicherer Systeme oder die Reduzierung

gesundheitsschädlicher Emissionen. Zudem wird nachhaltige

Wirtschaftlichkeit durch gute und soziale Arbeitsbedingungen

sowie ein ausgewogenes ökologisches

und ökonomisches Verständnis angestrebt.

Ausbau der Elektrofahrzeugflotte

Der bereits seit dem Jahr 2011 betriebene Elektrolieferwagen

(Vito) wird derzeit beim Automatendienst

eingesetzt. Die im Betrieb erkannten Optimierungsbedarfe

werden regelmäßig an den Projektpartner Daimler

zurückgemeldet. Die anspruchsvolle Topografie von

Stuttgart liefert den Entwicklern wertvolle Informationen,

so dass die SSB dadurch zur optimalen Entwicklung

dieses Fahrzeugs beiträgt.

Des Weiteren wurde im Jahr 2012 ein Batterie-Smart im

Fuhrpark erfolgreich getestet, so dass bereits weitere

Batterie-Smarts bestellt wurden. Geplant ist, diese im

innerstädtischen Kurzstreckenbetrieb bevorzugt für den

Fahrerwechsel zwischen Betriebshof und definierten Haltestellen

einzusetzen. Die Errichtung der dazu erforderlichen

Ladestationen wurde für den Betriebshof Gaisburg

bereits beauftragt.

Nachhaltigkeit bei der Busbeschaffung

Im Rahmen der Ersatzbeschaffung wurden 10 Gelenkzüge

aus den Jahren 2000 und 2001, die der Abgasnorm

Euro II incl. Partikelfilter entsprechen, durch 10 Gelenkzüge

mit der Abgasnorm EEV mit ebenfalls geschlossenem

Partikelfilter ersetzt.

Im Jahr 2012 wurden Untersuchungen abgeschlossen,

deren Ziel es war, die bislang jährlichen Ölwechsel-Intervalle

zu verlängern. Die Ergebnisse zahlreicher Ölanalysen

ergaben, dass die Busflotte von einem jährlichen Ölwechsel

auf einen 1,5-jährlichen Rhythmus unter Einsatz

eines neuen Motoröls umgestellt werden kann.

Senkung des Energieverbrauchs

Auf dem nach Süden ausgerichteten Satteldach des

Waldauparks wurde eine Photovoltaikanlage mit 128 kWp

installiert, die im Oktober 2012 ans Netz ging. Ein neues

Beleuchtungskonzept auf Basis von LED-Leuchten wird

zurzeit für die gesamte Liegenschaft erarbeitet.

Des Weiteren wurden zum Jahresende 2012 alle Naßläuferpumpen

im Bestand der SSB mit Typ, Baujahr und

Arbeitspunkt aufgenommen. In einem nächsten Schritt

wird berechnet, welche Amortisationszeiten je Pumpe

bei einem Austausch alt gegen neu zu erwarten sind.

Anhand dieser Ergebnisse wird ein Maßnahmenplan zum

Austausch alter ineffizienter Pumpen gegen hocheffiziente

Pumpen erarbeitet und umgesetzt.


Im Jahr 2012 wurden zwei im Besitz der SSB befindlichen

Tiefgaragen mit energieeffizienter Beleuchtung

ausgestattet. Alle alten Leuchtstoffröhren wurden durch

Longlife-Röhren ausgetauscht. Mit dieser Maßnahme

konnte der jährliche Stromverbrauch nahezu halbiert und

der Instandhaltungszyklus gestreckt werden.

Bei allen bestehenden Anlagen wird untersucht, ob

Pumpendrehzahlen, Laufzeiten von Lüftungsanlagen

und Raumtemperaturen bei Beheizung reduziert und bei

Kühlung angehoben werden können. Auch die gänzliche

Abschaltung von Kälteanlagen wird fallweise geprüft

und nach Abstimmung mit den Nutzern umgesetzt. Im

Erneuerungsfall werden alle Pumpen und Motoren durch

hocheffiziente EC-Motoren ersetzt. Für mehrere Liegenschaften

wurde ein Energieeinsparkonzept erarbeitet.

Darüber hinaus finden Voruntersuchungen für die Errichtung

weiterer Photovoltaikanlagen und Installationen

von Blockheizkraftwerken unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit

statt.

Umgang mit Gefahrstoffen

Die Gefahrstoffbetriebsanweisungen wurden überarbeitet

und die Kommunikation von Aktualisierungen und

Änderungen sicherheitsrelevanter Informationen zu den

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verbessert.

Für die Liegenschaft Cannstatt und für die Lackiererei

in der Hauptwerkstatt wurden neue Gefahrstofflager

errichtet.

Wasser und Abwasser

An den Abscheideranlagen der Busbetriebshöfe in

Sielmingen und beim SSB-Zentrum sowie am Stadtbahnbetriebshof

Möhringen wurden turnusmäßige Generalinspektionen

durchgeführt. Zur Vermeidung von Gewässerverunreinigungen

und zur Erhöhung der Lebensdauer

wurden auch im Jahr 2012 sämtliche Abwasseranlagen

gemäß der gültigen Vorschriften überprüft und gereinigt.

Zudem wurde eine neue Abwasseranlage für die Hauptwerkstatt

errichtet.

60 | 61


10 Umweltbericht

und Nachhaltigkeit

Energiebilanz 2012 2010 2011 2009 2010 2009 2008 2008 2007

Strom in Mio. kWh

Schienenverkehr 79,5 79,1 78,5 78,1 79,1 78,1 77,7 79,7 77,7

Stromverbrauch kWh/Pers.-km 0,135 0,127 0,136 0,126 0,137 0,125 0,137 0,130 0,142

Stromverbrauch kWh/100 km km 469,911 471,234 496 501,933 489 495,291 494 500,311 470

CO 2 in gr/Pers.-km 34,494 34,580 36 38,423 35 38,220 35 39,893 36

CO 2 in gr/km 1.198,274 1.201,646 1.389 1.405,411 1.370 1.386,814 1.384 1.400,870 1.316

Betriebsanlagen 15,4 16,1 15,2 16,4 16,1 15,9 16,4 20,4 15,9

Diesel in Mio. Liter

Busverkehr 7,5 7,8 7,7 8,0 7,8 7,9 7,8 7,8 7,7

Dieselverbrauch L/Pers.-km 0,053 0,023 0,056 0,057 0,024 0,062 0,024 0,053 0,024

Dieselverbrauch L/100 km km 54,217 54,577 53 52,711 54 53,971 54 53,785 55

CO 2 in gr/Pers.-km 140,395 146,929 61 150,374 64 162,128 63 139,188 63

CO 2 in gr/km 1.425,911 1.435,371 1.386 1.386,312 1.428 1.419,434 1.423 1.414,559 1.454

Fuhrparkfahrzeuge 0,2 0,2 0,2 0,2 0,2

Benzin in Mio. Liter

Fuhrparkfahrzeuge 0,1 0,1 0,1 0,1 0,1

Fernwärme in und Mio. Gas kWh*) in Mio. kWh* 14,0 14,2 17,3 16,3 2,8 15,6 2,6

* ab 2009 Fernwärme und Gas zusammengefasst

Gas in Mio. kWh*) 17,3 16,3

12,8 11,3

*)ab 2009 Fernwärme und Gas zusammengefasst


Abfallbilanz (Auszug) 2012 2010 2011 2009 2010 2008 2009 2007 2008

Abfall Einheit Einheit Menge Menge Menge Menge Menge

Verwertung gefährlich

Altöl t t 29 30 25 30 25 26 25

Ölabscheider-u Kühlerfrostschutzgemisch Sandfanginhalte t m³ 8 2729 288 12 2137 2508

Kühlerfrostschutzgemisch Elektronikschrott t t 0 11,6 17 11 7 10 8 51

Elektronikschrott Starterbatterien t t 19 10,5 19 10 14 16 1 34 5

teerölimprägnierte

Starterbatterien Bahnschwellen t t 675 398 14 328 16 34 66 485 16

teerölimprägnierte Bahnschwellen t 328 66 485 228

Gesamtmenge t 3.577 3.024 6.601 4.621 2.861

Verwertung nicht gefährlich

Verwertung

Altreifen

nicht gefährlich

St 1313 1.536 1.237 1.734

Asphalt teerfrei

unter anderem darunter:

t 2.872 6.838 111 106

Schienenkehricht

Schienenkehricht t

t

70

109

85

113

109

119

113

126

119

Fettabscheiderinhalte

Gewerbeabfall t


260

34

293

26

272

34

77

34

256

gem. Bau- und

Papier und Kartonagen t 61 31 91 109

Abbruchabfälle t 371 147 139 339 240

Gewerbeabfall

Erdaushub inkl. Oberboden t

t

50.647

272

23.546

77

11.852

256

30.580

283

9.953

Beton

Gleisschotter t

t

11.521

1.746

4.633

2.819

2.396

1.361

4.876

73

3.882

gem. Bau- und Abbruchabfälle t 139 339 240 43

Gesamtmenge t 70.618 34.786 20.666 49.744 19.223

Kabelabfälle t 46 35 23 58

Altmetalle t 880 865 802 938

Erdaushub t 5.924 27.500 9.953 2.151

Gleisschotter t 2.396 4.876 3.882 403

62 | 63


11 Jahresabschluss


:: Bilanz zum 31. Dezember 2012

:: Gewinn- und Verlustrechnung

:: Anhang für 2012:

Allgemeine Angaben

Erläuterungen zur Bilanz

Erläuterungen zur Gewinn- u. Verlustrechnung

Sonstige Angaben

:: Anlage 1: Entwicklung des Anlagevermögens

:: Anlage 2: Organe der Gesellschaft

64 | 65


11 Jahresabschluss

Bilanz zum 31. Dezember 2012

Aktiva

Anhang

31.12.2012 2011

T€ T€ T€

A. Anlagevermögen (1)

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Software und sonstige Rechte 3.499 4.255

2. Geleistete Anzahlungen 1.755 5.254 1.012

II.

Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten

einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 209.971 208.227

2. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und

Sicherungsanlagen 108.994 111.071

3. Fahrzeuge für Personen- und Güterverkehr 64.762 75.534

4. Maschinen und maschinelle Anlagen, die nicht zu

Nummer 2 oder 3 gehören 4.549 4.293

5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 19.668 18.932

6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 79.635 487.579 55.964

III.

Finanzanlagen

1. Anteile an verbundenen Unternehmen (2) 386 386

2. Beteiligungen 98 98

3. Sonstige Ausleihungen 333 817 458

Summe A. Anlagevermögen 493.650 480.230

B. Umlaufvermögen

I. Vorräte

1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 19.187 17.635

2. Noch nicht abgerechnete Baumaßnahmen 923 1.368

3. Waren 221 20.331 154

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3)

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.279 3.120

2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 22.225 21.714

3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis

besteht 1.896 3.171

4. Sonstige Vermögensgegenstände 2.183 29.583 22.894

III.

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

und Schecks

(4)

62.483 36.687

Summe B. Umlaufvermögen 112.397 106.743

C. Rechnungsabgrenzungsposten 2.599 2.149

608.646 589.122


Passiva

Anhang

31.12.2012 2011

T€ T€ T€

A. Eigenkapital

I. Gezeichnetes Kapital 140.094 140.094

II. Kapitalrücklage 9.186 9.186

III.

Gewinnrücklagen

1. Gesetzliche Rücklage 1.705 1.705

2. Andere Gewinnrücklagen 1.142 1.142

Summe A. Eigenkapital 152.127 152.127

B. Rückstellungen

1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 134.507 130.605

2. Sonstige Rückstellungen (5) 83.172 99.652

Summe B. Rückstellungen 217.679 230.257

C. Verbindlichkeiten (6)

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 31.454 7.189

2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 25.203 24.825

3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 13.561 13.150

4.

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein

Beteiligungsverhältnis besteht 2 5

5. Sonstige Verbindlichkeiten 151.744 138.607

Summe C. Verbindlichkeiten 221.964 183.776

D. Rechnungsabgrenzungsposten (7) 16.876 22.962

608.646 589.122

66 | 67


11 Jahresabschluss

Gewinn- und Verlustrechnung

Anhang

31.12.2012 2011

T€ T€ T€

1. Umsatzerlöse (8) 266.077 259.278

2.

Verminderung des Bestands bei noch nicht

abgerechneten Baumaßnahmen -445 -1.005

3. Andere aktivierte Eigenleistungen 1.918 2.478

4. Sonstige betriebliche Erträge (9) 30.918 41.136

5. Gesamtleistung 298.468 301.887

6. Materialaufwand (10) 87.206 86.846

7. Rohergebnis 211.262 215.041

8. Personalaufwand (11) 157.347 156.564

9.

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände

des Anlagevermögens und Sachanlagen 34.465 37.975

10. Sonstige betriebliche Aufwendungen (12) 30.592 31.860

11. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 80 101

12.

Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen

des Finanzanlagevermögens 17 24

13. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 462 524

14. Aufwendungen aus Verlustübernahme 162 111

15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (13) 6.834 228.841 6.583

16. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -17.579 -17.403

17. Sonstige Steuern 895 0

18. Erträge aus Verlustübernahme 18.474 18.394

19. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 0 0


68 | 69


11 Jahresabschluss

Anhang für das Geschäftsjahr 2012

1. Allgemeine Angaben

Angaben zu Form und Darstellung

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des

HGB, EGHGB und des AktG für große Kapitalgesellschaften

aufgestellt. Die Verordnung über die Gliederung

des Jahresabschlusses von Verkehrsunternehmen in der

Fassung vom 13. Juli 1988 wurde beachtet. Um die Klarheit

der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne

Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung

zusammengefasst und in diesem Anhang gesondert

aufgegliedert und erläutert.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im

Wesentlichen unverändert die noch folgenden Bilanzierungs-

und Bewertungsmethoden maßgebend.

Bei immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen

erfolgt die Bewertung mit den Anschaffungsoder

Herstellungskosten, vermindert um Zuschüsse,

Skonti und andere Anschaffungskostenminderungen.

Die Herstellungskosten enthalten Lohn- und Materialkosten

sowie angemessene Gemeinkostenzuschläge.

Bei Sachanlagen wird in der Regel die lineare Abschreibungsmethode

angewandt. Im Jahr des Zugangs wird

die planmäßige Abschreibung zeitanteilig vorgenommen.

Vermögensgegenstände, die nach dem 31.12.2007 angeschafft

oder hergestellt worden sind und deren Anschaffungs-/Herstellungskosten

150 € netto nicht überschreiten,

werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

Für Vermögensgegenstände mit Anschaffungs-/Herstellungskosten

zwischen netto 150 € und 1.000 € werden

wirtschaftsjahresbezogene Sammelposten gebildet,

aktiviert und einheitlich linear über fünf Wirtschaftsjahre

abgeschrieben. Die Abschreibung für zwei im Jahr

1994 fertiggestellte Bürogebäude sowie ein im Jahr 2001

aktiviertes Wohngebäude wird nach der degressiven

Methode gemäß § 7 Absatz 5 Satz 1 und Satz 3b EStG

vorgenommen. Festwerte bestehen für Gleisanlagen

sowie Fahrleitungen.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen

Unternehmen und Beteiligungen zu Anschaffungskosten

bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Sonstige Ausleihungen werden zum Nennwert in

Ansatz gebracht. Bestehende Risiken werden angemessen

berücksichtigt.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungskosten

unter Berücksichtigung des dem Niederstwertprinzip,

dem ein Gängigkeitsabschlag voraus geht. Fahrausweisvordrucke

(23 T€) und Küchenvorräte (72 T€) sind gemäß

§ 240 Absatz 3 HGB aktiviert.

Noch nicht abgerechnete Baumaßnahmen werden mit

aufgelaufenen Herstellungskosten bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie

liquide Mittel sind zum Nennwert bilanziert. Erkennbare

Einzelrisiken bei Forderungen sind wertberichtigt. Auf

den übrigen Forderungsbestand wurde eine Pauschalwertberichtigung

in Höhe von 1 % vorgenommen.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

werden nach versicherungsmathematischen

Grundsätzen unter Verwendung der Heubeck-Richttafeln

2005 G im Rahmen eines Anwartschaftsbarwertverfahrens

wie folgt ermittelt:

:: Bewertungsverfahren Modifizierter Teilwert

:: Einkommensdynamik 2,00 %

:: Rentendynamik 1,00 %

:: Berechnungszins 5,04 %

Die Bewertung der mittelbaren Pensionsverpflichtungen

erfolgte analog der unmittelbaren Verpflichtungen.

Die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des nach

vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen

Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer

Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind seit dem

Geschäftsjahr 2010 mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden

durchschnittlichen Marktzinssatzes gemäß HGB

§ 253 Abs. 2 der vergangenen sieben Geschäftsjahre

abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag

passiviert.

Aufgrund der Organschaft und der anhaltenden Verlustsituation

sind keine latenten Steuern ausgewiesen.

Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz

bestehen in den Bereichen Anlagevermögen, Rücklagen

und Rückstellungen.


2. Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens und die Aufgliederung, der in der Bilanz

zusammengefassten Posten, sind als Anlage 1 zum Anhang beigefügt.

(2) Anteilsbesitz

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG ist gemäß § 285 Nr. 11 HGB an folgenden Firmen beteiligt:

Name und Sitz

der Gesellschaft

Anteil am Kapital

in %

Eigenkapital

in €

Ergebnis 2012

in €

Verbundene Unternehmen:

SSB Reisen GmbH, Stuttgart 100 850.566,65 80.551,16*

Andere Unternehmen:

Verkehrs- und Tarifverbund

Stuttgart GmbH, Stuttgart 26 349.471,94 ** 2.813,36 **

* vor Ergebnisabführung an die Stuttgarter Straßenbahnen AG

** vorläufige Angaben

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände:

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben 144 T€ (Vj. 181 T€) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

(4) Liquide Mittel 31. 12. 2012

in T€

31. 12. 2011

in T€

1. Kassenbestand 4.435 3.414

2. Guthaben bei Kreditinstituten 58.048 33.272

Gesamt 62.483 36.686

(5) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen

Pflichtrückstellungen für Altersteilzeit über 28.560 T€ (Vj.

30.301 T€), Beträge zur Generalsanierung von Stadtbahnen

in Höhe von 14.940 T€ (Vj. 29.377 T€), für Kürzungen von

Zuschüssen inkl. Verzinsung von 10.789 T€, (Vj. 10.725 T€),

für die Risiken aus der Besicherung von Leasinggeschäften

von 3.095 T€ (Vj. 3.908 T€) für Altlastensanierung von

3.200 T€ (Vj. 3.142 T€), für tarifvertragliche Verpflichtungen

von 1.085 T€ (Vj. 2.913 T€), Jubiläumsrückstellungen

1.807 T€ (Vj. 1.685 T€), Rückstellung für drohende Verluste

2.570 T€ (Vj. 2.500 T€) und unterlassene Instandhaltungsmaßnahmen

der Infrastruktur und Gebäude von 342 T€

(Vj. 1.080 T€). Darüber hinaus wurden für Urlaubsrückstände,

Überzeitguthaben, Abfindungen für Entgeltbestandteile,

ausstehende Lieferantenrechnungen sowie für Umlagen

des Haftpflichtverbands Rückstellungen gebildet.

In den sonstigen Rückstellungen sind Beträge mit einer

Restlaufzeit größer ein Jahr enthalten. Dies betrifft

insbesondere Rückstellungen für Zuschussrückerstattungen,

Kapitalisierung von Entgeltbestandteilen,

Archivierungskosten.

Für die Rückstellung der Langzeitguthaben wurde eine

Rückdeckungsversicherung in 2011 abgeschlossen. Der

beizulegende Zeitwert der Rückdeckungsversicherung zum

31.12.2012 entspricht den Anschaffungskosten und beträgt

5.708 T€ (VJ. 5.684 T€). Die Rückstellung der Langzeitguthaben

zum 31.12.2012 beträgt 6.684 T€ (Vj. 5.957 T€). Beide

Sachverhalte werden miteinander verrechnet und mit

dem Wert von 976 T€ (Vj. 273 T€) saldiert ausgewiesen.

70 | 71


11 Jahresabschluss

(6) Verbindlichkeiten

31.12.2012 31.12.2011

Restlaufzeit Gesamt Restlaufzeit Gesamt

Art der Verbindlichkeiten

Bis zu

1 Jahr

T€

Über

5 Jahre

T€ T€

Bis zu

1 Jahr

T€

Über

5 Jahre

T€ T€

1. Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten * 1.683 20.980 31.454 1.573 267 7.189

2. Erhaltene Anzahlungen auf

Bestellungen 0 0 0 0

3. Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen 25.203 25.203 24.825 24.825

4. Verbindlichkeiten gegenüber

verbundenen Unternehmen 13.561 13.561 13.150 13.150

5. Verbindlichkeiten gegenüber

Unternehmen, mit denen ein

Beteiligungsverhältnis besteht 2 2 5 5

6. Sonstige Verbindlichkeiten 14.715 131.069 151.744 11.642 126.589 138.607

:: davon aus Steuern 2.352 2.082

:: davon im Rahmen der

:: sozialen Sicherheit 131.482 126.941

* Sicherungsübertragung von Bussen i.H.v. 6.448 T€ (Vj. 7.189 T€) und zwei Buchgrundschulden i.H.v. 25.000 T€ (Vj. 0 €)

(7) Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Hierunter fallen u.a. die Barwertvorteile aus einem US-Leasinggeschäft des Jahres 1997. Die ertragswirksame Vereinnahmung

der Barwertanteile erstreckt sich bis zum Jahr 2020. Darüber hinaus sind Fahrgeldabgrenzungen für Zeitkarten

in Höhe von 13.711 T€ (Vj. 16.793 T€) enthalten.

3. Erläuterungen zur Gewinn- u. Verlustrechnung

(8) Umsatzerlöse

Aufgliederung der Umsatzerlöse

2012

T€

2011

T€

Linienverkehr 191.313 182.878

Sonderverkehr 1.141 1.151

Ausgleichszahlungen gem. § 45 a PBefG 18.007 17.881

Zuwendungen für verbundbedingte Belastungen 45.049 44.631

Sonstige Umsatzerlöse 10.567 12.737

Gesamt 266.077 259.278


(9) Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge enthalten periodenfremde Posten in Höhe von 6.133 T€ (Vj. 12.450 T€);

im Wesentlichen für Auflösungen von Rückstellungen und Buchgewinne aus Anlagenabgängen.

(10) Materialaufwand 2012

T€

2011

T€

a) Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 33.971 33.864

b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 53.235 52.982

Gesamt 87.206 86.846

(11) Personalaufwand 2012

T€

2011

T€

a) Entgeltzahlungen 112.560 109.938

b) Soz. Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 41.887 41.926

– davon für Altersversorgung 17.696 16.818

c) Direktzuweisung zur ZV

– für Altersversorgung 2.900 4.700

Gesamt 157.347 156.564

Durchschnittlicher Personalbestand 2012 2011

Mitarbeiter/innen 2.853 2.827

Auszubildende 77 74

Gesamt 2.930 2.901

Zur Verminderung des Fehlbetrages nicht passivierter Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften

auf Pensionen des Vereins Zusatzversorgung der Stuttgarter Straßenbahnen AG e.V. (ZV) wurde eine Dotierung zur

Rückstellung in Höhe von 2.900 T€ vorgenommen. Der Fehlbetrag wegen nicht bilanzierter Versorgungsverpflichtung

i. S. v. Art. 28 Abs. 2 EGHGB beläuft sich auf 32.204 T€ (Vj. 28.438 T€).

(12) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten periodenfremde Posten in Höhe von 1.487 T€ (Vj. 5.758 T€).

(13) Zinsaufwand

Im Zinsaufwand sind 489 T€ (Vj. 595 T€) aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen sowie 1.325 T€ (Vj. 1.682 T€)

aus der Aufzinsung der sonstigen Rückstellungen enthalten.

72 | 73


11 Jahresabschluss

4. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und

Haftungsverhältnisse

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Bestellobligo

(nach Abzug von Zuschüssen) in Höhe von ca.

91.417 T€ sowie aus bestehenden Mietverträgen in Höhe

von 2.897 T€. Haftungsverhältnisse bestehen in Form von

Patronatserklärungen zugunsten der SSB Reisen GmbH

in Höhe von 10 T€ (Valuta 31.12.2012). Es besteht außerdem

eine Bürgschaft über 46 T€.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Bestellobligo

und Mietverträgen werden mit Sicherheit in

Anspruch genommen. Bei den Haftungsverhältnissen

in Form der Patronatserklärung und Bürgschaft ist die

Inanspruchnahme unwahrscheinlich.

Derivative Finanzinstrumente

Zur Absicherung der Beschaffungskosten für Dieseltreibstoff

wurden ab 2011 bis zum Juni 2013 zwei Rohwarentermingeschäfte

(Swaps) auf Euro-Basis abgeschlossen.

Zum 31.12.2012 ergeben sich folgende Werte:

Konzernabschluss

Mutterunternehmen der SSB AG ist die Stuttgarter Versorgungs-

und Verkehrsgesellschaft mbH, Stuttgart, mit

der ein Organvertrag mit Ergebnisabführungsvereinbarung

besteht. Der Konzernabschluss, in den die SSB mit

einbezogen wird, wird im elektronischen Bundesanzeiger

veröffentlicht.

Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Organe der Gesellschaft sind in Anlage 2 zum

Anhang aufgeführt.

Abschlussprüferhonorare

Für Leistungen, die die Prüfungsgesellschaft erbracht

hat, wurden 2012 folgende Beträge verbucht:

:: Abschlussprüfungsleistungen 59 T€

:: Steuerberatungsleistungen 25 T€

:: Andere Bestätigungsleistungen 43 T€

Art Diesel-Swap Diesel-Swap

Laufzeit 2011-2013 2011-2013

Gesamtumfang 4.080 MT 4.080 MT

Bewertung Mark to Market Mark to Market

Zeitwert (T€) 27 253

Geschäfte mit nahestehenden Gesellschaften

Die Gesellschaft verfügt über ein zweckgebundenes

zinsloses Darlehen der Muttergesellschaft SVV GmbH in

Höhe von 13,6 Mio. € zum 31.12.2012. Unter Berücksichtigung

eines marktüblichen Zinssatzes resultiert daraus

ein Zinsvorteil in Höhe von ca. 405 T€ für 2012.


Gesamtbezüge des Aufsichtsrats, des Vorstands

und früherer Vorstandsmitglieder

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 704 T€. Für

Mitglieder des Vorstands sind 3.170 T€ als Rückstellungen

für Anwartschaften auf Pensionen passiviert. Die Bezüge

(T€) setzen sich wie folgt zusammen:

Name

Gesamtbezüge

davon

variabel

davon Sachleistungen

Herr Arnold 248 30 9

Herr Bauer 240 30 6

Herr Meier-

Berberich 217 30 11

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich auf

42 T€ und für den Beratenden Ausschuss auf 16 T€.

An frühere Vorstandsmitglieder sowie deren Hinterbliebene

wurden insgesamt 361 T€ gezahlt. Für diese Personengruppe

sind Rückstellungen für laufende Pensionen

in Höhe von 3.965 T€ und Beihilfeverpflichtungen in

Höhe von 990 T€ gebildet.

Kreditforderungen bestehen an ein Aufsichtsratsmitglied

in Höhe von 6 T€. Im Geschäftsjahr wurden 2 T€ planmäßig

getilgt. Der Kredit wird mit 4,5 % p.a. verzinst und

läuft bis 2015.

Angaben nach den Vorschriften gemäß § 160 Absatz

1 Nr. 3 AktG

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt

140.093.975,45 € und ist eingeteilt in 2.740.000 Aktien

(Stückaktien), die auf den Namen lauten.

Stuttgart, 12. April 2013

Stuttgarter Straßenbahnen

Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Wolfgang Arnold Reinhold Bauer Jörn Meier-Berberich

74 | 75


11 Jahresabschluss

Anhang/Anlage 1

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs-/

Herstellungskosten

1.1.2012 in T€

Zugänge

T€

Abgänge

T€

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Software und sonstige Rechte 21.551 552 495

2. Geleistete Anzahlungen 1.012 1.324 8

Summe I 22.563 1.876 503

II.

Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche

Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf

fremden Grundstücken. 389.484 869 5.014

davon:

a) Geschäfts-, Betriebs- und andere Bauten 199.134 135 4.572

b) Bahnkörper und Bauten des Schienenwegs 164.417 735 383

2. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und

Sicherungsanlagen 154.039 12 375

3. Fahrzeuge für Personen- und Güterverkehr 336.744 3.574 843

4. Maschinen und maschinelle Anlagen,

die nicht zu Nummer 2 oder 3 gehören 11.290 514 78

5. Andere Anlagen, Betriebsund

Geschäftsausstattung 76.218 3.367 2.377

6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 55.964 38.491 110

Summe II 1.023.739 46.827 8.797

III.

Finanzanlagen

1. Anteile an verbundenen Unternehmen 386 0 0

2. Beteiligungen 98 0 0

3. Sonstige Ausleihungen 458 0 125

Summe III 942 0 125

Summe Anlagevermögen 1.047.244 48.703 9.425


Umbuchungen

T€

Anschaffungs-/

Herstellungskosten

1.1.2012 in T€

Abschreibungen

kumuliert

T€

Zuschreibungen d.

Geschäftsjahres

T€

Buchwert

31.12.2012

T€

Abschreibungen d.

Geschäftsjahres

T€

520 22.128 18.629 0 3.499 1.769

-573 1.755 0 0 1.755 0

-53 23.883 18.629 0 5.254 1.769

8.473 393.812 183.841 0 209.971 7.162

256 194.953 133.838 0 61.115 4.748

8.218 172.987 45.228 0 127.759 2.413

2.926 156.602 47.608 0 108.994 5.006

0 339.475 274.713 0 64.762 14.346

271 11.997 7.448 0 4.549 529

3.093 80.301 60.633 0 19.668 5.653

-14.710 79.635 0 0 79.635 0

53 1.061.822 574.243 0 487.579 32.696

0 386 0 0 386 0

0 98 0 0 98 0

0 333 0 0 333 0

0 817 0 0 817 0

0 1.086.522 592.872 0 493.650 34.465

76 | 77


11 Jahresabschluss

Anhang/Anlage 2

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat

Fritz Kuhn

Oberbürgermeister, Stuttgart

Vorsitzender ab 07.01.2013

Robert Kauderer

Selbständiger Malermeister,

Stuttgart – Stadtrat

Clarissa Seitz

Diplom-Psychologin, Stuttgart

Stadträtin

Dr. Wolfgang Schuster

Oberbürgermeister, Stuttgart

Vorsitzender bis 06.01.2013

Dr. Michael Kienzle

Literaturwissenschaftler, Stuttgart

Stadtrat

Jochen Stopper

Sozialwissenschaftler, Stuttgart

Stadtrat

Dr. Roswitha Blind

Diplommathematikerin, Stuttgart

Stadträtin ab 12.06.12

Klaus Felsmann

Busfahrer/Betriebsratsvorsitzender,

Stuttgart – Stellv. Vorsitzender

Michael Föll

Erster Bürgermeister

Stuttgart

Rudolf Hausmann

Landesfachbereichsleiter Verkehr,

ver.di Baden-Württemberg,

Reutlingen

Alexander Kotz

Selbst. Sanitär-/Heizungsbaumeister,

Stuttgart – Stadtrat ab 02.08.12

Roland Krause

Dipl.-Ingenieur

Verkehrsingenieur, Stuttgart

Peter Krauß

Dipl.-Ingenieur (FH)

Bauingenieur, Kornwestheim

Klaus-Dieter Lohrmann

Dipl.-Bauingenieur, Leutenbach

Unternehmensbereichsleiter

Betrieb

Annette Strauch

Dipl.-Volkswirtin/Exportkauffrau,

Ludwigshafen

Gewerkschaftssekretärin

Dr. Günter Stübel

Dipl.-Wirtschaftsingenieur, Stuttgart

Stadtrat

Gisela de Vries

Dipl.-Betriebswirtin (FH), Ostfildern

Betriebsrätin

Dieter Wahl

Versicherungsfachwirt, Stuttgart

Stadtrat bis 22.05.12

Wolfgang Hoepfner

Stadtbahnfahrer/Betriebsrat,

Stuttgart – Schwerbehindertenvertreter

Jürgen Sauer

Wissenschaftl. Referent, Stuttgart

Stadtrat

Manfred Kanzleiter

Dipl.-Ingenieur (FH)

Gewerkschaftssekretär i.R., Stuttgart

Stadtrat bis 04.04.12

Ursula Schorlepp

Dipl.-Sozialökonomin

Gewerkschaftssekretärin, Stuttgart

Harald Seibold

Busfahrer, Kornwestheim

Betriebsrat


Beratender Ausschuss

alle Mitglieder des Aufsichtsrats

sowie:

Dr. Roswitha Blind

Diplommathematikerin, Stuttgart

Stadträtin bis 04.04.12

Andreas Bögner

Bildungsreferent, Ehningen

Gewerbl. Techn. Ausbilder Betriebsrat

Vorstand

Wolfgang Arnold

Dipl.-Ingenieur, Bietigheim-Bissingen

Sprecher (bis 30.09.12)

Reinhold Bauer

Dipl.-Volkswirt, Weil im Schönbuch

Sprecher (ab 01.10.12)

Jörn Meier-Berberich

Dipl.–Kaufmann, Stuttgart

Dieter Hafenbrack

Mechaniker, Stuttgart

Betriebsrat

Matthias Hahn

Bürgermeister, Stuttgart

Harald Jauß

Busfahrer, Stuttgart

Betriebsrat

Manfred Kanzleiter

Dipl.-Ingenieur (FH)

Stadtrat ab 05.04.12

Ulrike Küstler

Feinmechanikerin, Stuttgart

Stadträtin

Dirk Thürnau

Bürgermeister, Stuttgart

Peter Wilhelm

Kraftfahrer, Stuttgart

Betriebsrat

78 | 79


12 Bestätigungsvermerk


80 | 81


12 Bestätigungsvermerk

Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk

haben wir wie folgt erteilt:

„Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz,

Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter

Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der

Stuttgarter Straßenbahnen Aktiengesellschaft für das

Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft.

Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss

und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen

Vorschriften liegen in der Verantwortung des

Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf

Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung

über den Jahresabschluss unter Einbeziehung

der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317

HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer

(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger

Abschlussprüfung vorgenommen. Danach

ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass

Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung

des durch den Jahresabschluss unter Beachtung

der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und

durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken,

mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der

Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse

über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche

und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die

Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im

Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen

internen Kontrollsystems sowie

Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss

und Lagebericht überwiegend auf der Basis von

Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung

der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der

wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die

Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses

und Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere

Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere

Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung

gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss

den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung

der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung

ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild

der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Stuttgarter

Straßenbahnen Aktiengesellschaft. Der Lagebericht steht

in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt

ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und

stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

zutreffend dar.“

Stuttgart, den 12. April 2013

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wildermuth

Wirtschaftsprüfer

Rettich

Wirtschaftsprüfer


82 | 83

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine