Jakobusbote - St. Jakobus Behindertenhilfe

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Jakobusbote - St. Jakobus Behindertenhilfe

Jakobusbote

St. Konrad Haslach · St. Johann Zußdorf

Wohnen

Glauben

Arbeit

Beschäftigung

Freizeit

für Menschen

mit Behinderung

Themenübersicht

Editorial

Leitartikel:

St. Jakobus braucht Sie

Ehrenamt in der Behindertenhilfe

Jakobuspilger

Krankenpflegeschülerinnen zu Besuch

Slowakei- und Indonesienreise

Wald-Natur-Erlebnisprojekt

Wohngruppe Marienkäfer

Freizeitberichte

Seniorengruppe

Behindertentestament

Kurzzeitbetreuung

Ehrenamt

Wünsche, Wünsche ...

Bischof Gebhardt Fürst

Ausgabe 02/2008


Editorial

St. Jakobus braucht Sie,

liebe Leserinnen und Leser

Liebe Leserinnen und Leser

unseres Jakobusboten,

ganz herzlich begrüße ich Sie zur

neuen Ausgabe unserer Zeitschrift.

An dieser Stelle möchte ich auch die Gelegenheit

nutzen, Ihnen ALLEN ein herzliches

Dankeschön zu sagen für die vielen

positiven Rückmeldungen zur ersten

Ausgabe des Jakobusboten im August

dieses Jahres. Es hat uns sehr gefreut,

von Ihnen zu hören, dass wir den richtigen

Weg eingeschlagen und die beiden

langjährigen, vertrauten Heftchen „Arche

Noah“ und „Leben mit Herz“ zusammengeführt

haben. Dadurch können wir

noch verstärkt die Zusammengehörigkeit

nach außen zeigen.

In dieser Ausgabe möchten wir uns

ganz besonders mit dem Themenschwerpunkt

St. Jakobus sucht

Unterstützung“ auseinandersetzen.

Wir denken hier nicht nur an finanzielle

Unterstützung, sondern vor allem und

gerade auch in personeller Hinsicht.

„Ehrenamtliches Engagement“

in vielfältiger Weise soll sich durch

diese Ausgabe ziehen. Lassen Sie sich

anstecken von der Möglichkeit, Ihre

speziellen Fähigkeiten und Talente als

ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in

St. Konrad Haslach oder in St. Johann

Zußdorf, einzusetzen. Wir wissen auch,

dass nicht alles bezahlbar ist, aber vieles

wird gerade durch freundliche und dankbare

Gesten von Menschen mit Behinderung

als unbezahlbar empfunden.

So wünsche ich Ihnen wieder viel Freude

beim Lesen des Jakobusboten und

bedanke mich schon im Voraus für Ihre

Rückmeldungen und Anregungen.

Nebenstehend möchten wir Ihnen noch

einige Gedanken zum baldigen Weihnachtsfest

mitgeben.

• Sr. M. Veronica

Die Mitte der Nacht als der

Anfang eines neuen Tages

Das Lied „Stille Nacht, heilige

Nacht“ von Josef Mohr und Franz Gruber

ist für uns Deutsche das bekannteste

Weihnachtslied. Mancher findet das Lied

zu romantisch und zu lieblich. Aber die

meisten verbinden mit Weihnachten doch

Begriffe wie Heiliger Abend, Hirten, die

des Nachts ihre Herden hüten und eben

die Heilige Nacht.

„Nacht“ ist eine Vokabel, die sich in

der Bibel in ganz verschiedenen Zusammenhängen

findet:

- „Nacht“ nannte Gott auf der ersten

Seite der Bibel die Finsternis; sie hat

von Anfang an ihre Bedeutung als Teil

der Schöpfung

- „Nacht“ steht dort für das Unglück

und Leid, das Menschen treffen kann;

sie lässt den Beter keine Ruhe finden

- „Nacht“ spricht Gott immer wieder

zu seinen Erwählten, um ihnen seine

Pläne kundzugeben, so zu Jakob oder

im Neuen Testament zu Josef und den

Sterndeutern

- „Nachts“ tritt ein Engel im Lichtglanz

Gottes vor die Hirten hin; er verkündet

ihnen, dass ein Kind geboren ist und

– vor allem – wer dieses Kind ist: der

„Retter“ der Welt

Die Bibel kennt also die ganze Spannbreite

der Nacht. Nacht als Sinnbild für

alles Dunkle und Finstere, aber auch als

Zeit der Offenbarung Gottes.

Nacht ist nicht nur für die Bibel ein Thema,

sondern sie ist für viele Menschen

bittere Realität.

- Nacht ist, wenn der Mensch mit „seinem

Latein am Ende“ ist, wenn er vor

Angst und Verzweiflung nicht mehr ein

noch aus weiß

- Kranke Menschen erleben schlimme Nächte,

in denen sie nicht einschlafen können

- Eltern, die von den Sorgen um ihr Kind

bedrückt werden, finden keine Ruhe

- Kinder, die von ihren Eltern kaum Beachtung

finden, erleben Ängste

- Arbeitnehmer, die um ihren Arbeitsplatz

bangen, sind voller Sorge um die

Zukunft

- Pflegekräfte leiden unter Anspruch

und Realität ihres Tuns, möchten gerne

mehr Zeit für ihre anvertrauten Menschen

haben

Von Menschen, die im gesellschaftlichen

Abseits stehen wird gesagt, sie leben auf

der Schattenseite des Lebens. Bert Brecht

drückt es in seiner Dreigroschenoper so

aus: „Und die einen sind im Dunkeln,

und die anderen sind im Licht. Und man

sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln

sieht man nicht“.

Aber auch die anderen, die jetzt noch im

Licht sind, die die Titelseiten vieler Illustrierten

verschönern oder auch entstellen,

können Morgen schon im Dunkeln

stehen …

… es gibt in vielen, vielleicht in allen

Menschen so etwas wie eine Sehnsucht

nach Licht. Und es gibt auf

diese Sehnsucht viele Antworten: in

Religionen, in Parteien und Ideologien,

auch bei einzelnen Menschen,

die sich als Lichtbringer anpreisen.

Eine Antwort, nein, die Antwort

wird mit Weihnachten, der Heiligen

Nacht, gegeben. Die Weihnachtsbotschaft

wird zuerst den Hirten verkündigt.

Sie waren solche Menschen

im Dunkeln, auf der Schattenseite

des Lebens. Sie waren die sozialen

Außenseiter ihrer Zeit; sie wurden

immer zusammen mit Räubern und

Gewalttätern genannt. Der Engel

sagte zu ihnen: „Ich verkünde

euch eine große Freude.“ Das

Dunkel weicht und der Lichtglanz

des Herrn umstrahlt sie. Das Kind

von Betlehem ist der Lichtträger. Der

erwachsene Jesus wird später von

sich sagen, er sei „das Licht der

Welt“, das Licht für die Welt, das

alle Nacht verdrängt.

Christen haben in diesem Bewusstsein

später das Fest der Geburt Jesu

auf das alte heidnische Lichtfest

gelegt. Sie wollten dadurch zum

Ausdruck bringen: Jesus Christus

ist das Licht der Welt. Er erfüllt alle

menschliche Sehnsucht nach Licht,

nach einem Ende der Nacht, auch in

jedem persönlichen Leben.

Das bedeutet: wer diesem Jesus

alle Hilfe und Rettung zutraut, der

darf die Gewissheit haben, das ER

ihn nicht allein lässt. Ein Sprichwort

lautet: „Wo die Not am größten ist,

ist Gottes Hilfe am nächsten!“ Dessen

können wir sicher sein: wer ihm

vertraut, der bekommt Antwort auf

die Frage nach dem Sinn und Ziel

des Lebens. So ist die Heilige Nacht

sicher mehr als ein Silberstreifen

am Horizont, sie ist ein Stück Sonnenaufgang.

Christus, das Licht der

Welt, wird einmal alle Nacht endgültig

vertreiben, wird alles mit seinem

Licht erfüllen. Wir können in dieser

Zuversicht selber Licht sein für die

Menschen auf der Schattenseite des

Lebens, aber auch für die Menschen,

mit denen wir täglich zusammen

leben.

Dass dieses Licht der Heiligen Nacht

unser Leben erhellen kann, uns Kraft

und Mut gibt, habe ich schon oft

erfahren. Ich wünsche Ihnen, auch

im Namen des Geschäftsführers und

des Redaktionsteams gnadenvolle,

gesegnete und frohe Weihnachten.

Möge der Lichtglanz der Heiligen

Nacht Sie und uns durch das „Neue

Jahr 2009“ begleiten und alle Dunkelheiten

des Alltags erhellen.

Diesen Wunsch werden wir mit in

unser Gebet nehmen.

In herzlicher Weihnachtsfreude und

mit den besten Segenswünschen

grüßt Sie

• Sr. M. Veronica Haug

Unsere Einrichtungen haben es

in diesen Jahren nicht leicht.

Wo soll man anfangen? Die Kosten

laufen bei uns wie in jedem Privathaushalt

davon: Energie, Lebensmittel,

Personal. Die Ansprüche

sind aber nicht geringer geworden.

Der Wandel, der sich im sozialen

Bereich vollzieht, ist atemberaubend.

Von den Krankenhäusern

ist in der Presse öfter die Rede als

von Einrichtungen für behinderte

Menschen. Aber auch bei uns ist

nichts mehr so, wie es war.

Vieles ist gut! Mehr Selbstbestimmung,

mehr Normalität und selbstverständliches

Mittendrin-Sein. Der

längst herrschende Wettbewerb. Er

bringt Bewegung.

Aber: Wir können es nicht ohne

Unterstützung. Die Politik hat sich

längst davon verabschiedet, Gutes

und Wünschenswertes zu finanzieren.

Das Nötige gerade so.

Wir wollen uns dagegen stemmen,

dass Menschen mit Behinderung

darunter zu leiden haben, dass die

Finanzdecke der Kommunen so

dünn ist. Wir haben es bisher geschafft,

gute Lebensbedingungen

zu erhalten und zu sichern. Aber

wir brauchen Sie!

Glauben Sie nicht, dass Sie uns

nicht wunderbar helfen können. Die

Art, wie das geschieht, ist so vielfältig

wie die Menschen, die es tun.

• Da sind ehrenamtliche Mitarbeiter,

die einmal in der Woche zu

einer Hilfeleistung bereit sind.

• Da sind Leute, die uns Spenden

anvertrauen.

• Da sind Menschen, die uns unterstützen,

dass die Werkstatt-Arbeit

unserer Beschäftigten Absatz findet.

• Da sind Personen, die ihre Zeit

für fachlichen Rat opfern.

Von solchen Beispielen lesen Sie in

dieser Ausgabe.

Wir wollen Sie anstiften. Bitte stellen

Sie sich hinter unsere Sache.

Wir wollen für das Leben und Lernen

und Arbeiten von Menschen

mit Behinderungen gute und aktuelle

Voraussetzungen schaffen.

Wir brauchen Sie. Immer mehr.

• Helmut Müller


Der Jakobusbote 2. Ausgabe 2008


St. Konrad Haslach

Ehrenamt in der Behindertenhilfe

Schaustellerfamilie Gebauer

lädt seit 49 Jahre zur kostenlosen

Nutzung ihrer Fahrgeschäfte

ein – St. Konrad Haslach

sagt herzlich DANKE

Wangen: Autoskooter, Kettenkarussell,

Babyflug konnten am Montagvormittag

17.11., die Bewohnerinnen

und Bewohner der Einrichtung

St. Konrad Haslach nach Herzenslust

genießen. Seit 49 Jahren dürfen Frauen

und Männer mit Behinderung kostenlos

die Fahrgeschäfte der Schaustellerfamilie

Gebauer beim Martinimarkt

in Wangen nutzen.

Neben den traditionellen Fahrgeschäften

wagten sich einige Mutige

ins Riesenrad mit 40 m Durchmesser.

Als sich mit zunehmendem Tempo

auch noch die Kabine um die eigene

Achse drehte, blieb einem schon mal

die Luft weg und mancher war froh,

als er wieder festen Boden unter den

Füßen hatte. Seniorchefin Bärbel Gebauer

erzählte, dass ihr verstorbener

Mann dieses Angebot für Menschen

mit Behinderung eingeführt habe.

„Für uns ist es selbstverständlich,

dass wir diese Zeit für die Menschen

aus St. Konrad reservieren. Es macht

uns große Freude und mittlerweile

kennen wir ja auch schon die allermeisten,

die uns besuchen.“

Professorin Dr. Sigrid Kallfaß

lehrt an der Hochschule Ravensburg-Weingarten

in den

Studiengängen Soziale Arbeit

und Pflegepädagogik. Sie ist

Mitglied im Hochschulrat und

Sprecherin des Schwerpunkts

angewandte Sozialforschung

am Institut für angewandte

Forschung. Professorin Kallfaß

arbeitet außerdem seit vielen

Jahren mit Landkreisen und

Gemeinden in der Bodenseeregion

im Bereich der Sozialplanung.

Ein Themengebiet ihrer

Forschung ist der Bereich Bürgerschaftliches

Engagement.

„Ehrenamt soll dem Staat helfen,

Geld zu sparen“ ist in den Augen von

Professorin Kallfaß eine völlig falsche

Aussage. Ehrenamt erwächst aus dem

Wunsch der Bürger, freiwillig etwas

für andere zu tun. Ehrenamtliche

kosten Geld, denn es ist wichtig sie

zu begleiten und zu qualifizieren.

Die Arbeit Ehrenamtlicher trägt nicht

dazu bei, Kosten zu sparen. In diesem

Zusammenhang beantwortet Kallfaß

auch die Frage, was sie von bezahltem

Ehrenamt halte, ganz deutlich:

„Bezahltes Ehrenamt gibt es nicht“.

Wenn eine Bezahlung erfolgt, meist

mit einem geringen Stundensatz,

handelt es sich laut Kallfaß um einen

sogenannten Niedriglohn. Hierzu zählt

die Professorin auch die Vergütung

für Freiwillige in der organisierten

Nachbarschaftshilfe oder Übungsleiter

in Sportvereinen. Ehrenamt im

eigentlichen Sinn sei das nicht. Somit

können Ehrenamtliche auch keine

Konkurrenz zu Fachkräften in der

Behindertenhilfe sein. Es gibt in der

Arbeit mit Menschen mit Behinderung

Dinge, die Ehrenamtliche besser können

als Fachkräfte, davon ist Sigrid

Kallfaß überzeugt. Hierzu zählt sie

alles, was mit Inklusion, der gleichbe-

Die Jakobuspilger der St. Jakobus Behindertenhilfe

rechtigten Teilhabe an und der Nicht-

Ausgrenzung von Menschen mit einer

Behinderung aus der bürgerlichen

Gesellschaft zusammenhängt.

Ehrenamtliche sind Bürger ihrer Gemeinde,

deshalb „können“ sie bürgerschaftliches

Leben besser als Fachkräfte.

Fachkräfte hingegen sind, laut

Kallfaß, an den Stellen in der Behindertenhilfe

einzusetzen, an denen der Gesetzgeber

sie und ihre Professionalität

vorgibt. Das Verhältnis von Fachkräften

und Ehrenamtlichen sieht Sigrid Kallfaß

nicht als feindlich, sondern ergänzend

an. Im Mittelpunkt steht der Mensch

mit Behinderung. Es kommt darauf

an, dass Fachkräfte das Engagement

Ehrenamtlicher zulassen. Sie müssen

es als Teil ihrer Profession sehen, mit

Ehrenamtlichen zu arbeiten. Nach

Meinung der Wissenschaftlerin muss

die Arbeit mit Ehrenamtlichen in den

Ausbildungsplan der Fachschulen für

Heilerziehungspflege aufgenommen

werden. Wichtiger als eine von der

Alltagsarbeit abgekoppelte Fachstelle

für die Begleitung Ehrenamtlicher ist

ihrer Ansicht nach, dass die Mitarbeiter

an der Basis partnerschaftlich mit den

Freiwilligen zusammenarbeiten. Gleichwohl

sieht Kallfaß die Aufgabe professioneller

Sozialarbeit in der Akquise,

Motivation, Unterstützung und Fortbildung

der Ehrenamtlichen. Auch soll

deren Arbeit attraktiv gestaltet werden.

Die Professorin fordert, aus Sicht des

Ehrenamtlichen zu denken.

Kleinere und mittlere Träger der

Behindertenhilfe haben, so Kallfaß,

keine Nachteile bei der Gewinnung

von Ehrenamtlichen. Den Schwerpunkt

ehrenamtlicher Arbeit in der

Behindertenhilfe sieht Kallfaß in gemeindenahen

Wohn-, Arbeits- oder

Freizeitformen von Menschen mit Behinderung,

weniger im stationären Bereich.

Im Gegenteil: Die Hemmschwelle,

in große stationäre Einrichtungen

zu gehen, ist für Ehrenamtliche sehr

hoch. Gerade im ländlichen Raum

könne man oft nicht erwarten, dass

Ehrenamtliche in die Einrichtungen

kommen. Hier seien neue Wege gefragt,

zum Beispiel den Menschen mit

Behinderung zum Ehrenamtlichen zu

bringen, so dass er dort Zeit mit dessen

Familie verbringen kann.

Auf Netzwerke angesprochen, auf die

Einrichtungen der Behindertenhilfe auf

dem Land zugehen können, um Ehrenamtliche

zu gewinnen, erwidert Kallfaß,

dass die Kirchengemeinde klassische

Anlaufstelle für das Ehrenamt, als Ansprechpartner

immer weniger in Frage

kommt. Die Zahl der Gemeindemitglieder

sinkt und die wenigen Aktiven

werden in den Kirchengemeinden selbst

gebraucht. Frauengruppen, Schulen,

Vereine und auch Angehörige der Menschen

mit Behinderung sind daher wichtige

Ansprechpartner.

Die Einrichtungen der Behindertenhilfe

müssen sich im Klaren sein, welche

Ziele sie in der Arbeit mit Ehrenamtlichen

verfolgen wollen, sagt Kallfaß.

Steht für den Träger an oberster Stelle

die Zuverlässigkeit und Kontinuität der

mitarbeitenden Personen oder möchte

er, dass keine inhaltlichen Diskussionen

geführt werden müssen, so ist

eine Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen

nicht möglich. Sind seine Ziele

aber Inklusion und die Bereicherung

des Alltags der Menschen mit Behinderung,

dann ist Ehrenamt ein Erfolg

versprechender Weg in der Behindertenhilfe.

• Carolin Bucher

Zusammen mit anderen Mitbewohnern

besuchte Gisela Brose wie jedes

Jahr den Rummel. Im Namen aller

Menschen von St. Konrad überreichte

sie Bärbel Gebauer mit Sohn Heinz

und Schwiegersohn Ralf ein kleines

Präsent als Dankeschön für die kostenlose

Teilnahme an den Fahrgeschäften.

Am 22. September starteten die MitarbeiterInnen

unserer beiden Einrichtungen,

St. Konrad Haslach und St.

Johann Zussdorf, begleitet von Pfarrer

Rudi Kaiser und Geschäftsführer Helmut

Müller, zur ersten gemeinsamen Pilgerwanderung

der St. Jakobus Behindertenhilfe

auf dem deutschen Jakobusweg.

Beim Jakobusweg oder „Camino de

Santiago“ handelt es sich um ein

dichtes, historisch belegtes Wegenetz,

das ganz Europa durchzieht. Zielort ist

„Santiago de Compostela“ im Nordwesten

Spaniens. Hier befindet sich das

Grab des Apostels Jakobus, zu dem

seit dem 9. Jahrhundert unzählbar viele

Menschen pilgern. Neben Rom und

Jerusalem ist Santiago de Compostela

eines der wichtigsten christlichen Fernwallfahrtsziele.

mit einem Morgenimpuls in der Pfarrkirche

St. Jakobus“ in Brochenzell.

Nachdem Pfr. Kaiser uns den Reisesegen

gespendet hatte, konnte es los

gehen. Unser ca. 20 km langes Teilstück

führte uns von Brochenzell durch

das schöne Oberschwaben, vorbei an

Feldern, grünen Wiesen und Obstplantagen

bis nach Markdorf. Mittagspause

konnten wir in Oberteuringen

halten und die Rast tat allen sehr gut.

Frisch gestärkt konnten wir nach dem

Mittagsimpuls den zweiten Teil des

Pilgerweges antreten. Der knapp dreistündige

Fußmarsch führte uns nach

Markdorf. Dort versammelten wir uns

noch einmal zu einem kurzen Gottesdienst

in der Pfarrkirche. Leider hat

uns der Regen kurz vor Markdorf doch

noch eingeholt. Aber dieser Umstand,

der einen Pilger auf dem Jakobusweg

auf keinen Fall aus der Fassung bringen

kann, tat der Freude keinen Abbruch.

Die Pilgerwanderung gab Gelegenheit,

die Kollegen der jeweils anderen Einrichtung

kennen zu lernen und sich

intensiv auszutauschen.

Großer Dank gilt Herrn Pfarrer Kaiser für

seine Begleitung und geistlichen Impulse

sowie Sr. Veronica (Organisation der

Pilgerwanderung) und Herrn Leierseder

(musikalische Unterstützung).

Ein gelungener und ereignisreicher

Tag, bei dem die Vorfreude auf ein

nächstes Mal bereits während der

1.Pilgerwanderung zu erkennen war.

ULTREIA!

[lat. Vorwärts!; Weiter!] (Pilgerzuruf)

• Klaus Günthner

16 Frauen und Männer starteten an

diesem 22.September um 10:00 Uhr


Der Jakobusbote 2. Ausgabe 2008


St. Konrad Haslach

Sinnespfad für St. Konrad

In der letzten Ausgabe haben wir Ihnen zugesichert, dass wir Sie auf dem Laufenden halten bzgl. unseres Projektes

„Sinnespfad“. Dankenswerterweise können wir Ihnen wieder einen Anstieg auf dem Spendenbarometer aufzeigen.

Der nachstehende Kurzartikel zeigt uns, wie vielfältig die Möglichkeiten sind zu helfen und wie kreativ Sie werden

können. Auch dies ist ein wertvoller Beitrag zur Unterstützung der St. Jakobus Behindertenhilfe.

Bergmesse in Gschwand

mit Kolpingsfamilie

Heinz Gerster, Leiter der Kolpingsfamilie

Region Allgäu/Oberschwaben,

hat Masithi bei der Kulturnacht in

Wangen Anfang August singen hören.

Durch ein Informationsschild

„Wir singen für unseren geplanten

Sinnespfad“ hatte Gerster die Idee,

die Kollekte dieser Bergmesse zu gleichen

Teilen St. Konrad, eben für diesen

Sinnespfad, und zur Realisierung

eines Wallfahrtsbüros in Steinhausen

zukommen zu lassen.

Mit 160,00 Euro wächst unser

Spendenbarometer wieder und wir

möchten allen Kollektenspendern ein

herzliches Vergelts Gott sagen für

ihre finanzielle Unterstützung

Es ist richtig spannend! Weitere

Spenden sind bei uns eingegangen.

Wir danken herzlich für Ihre

unermüdliche Spendenbereitschaft!

Ende September ist

unser Kontostand auf knapp

12800 Euro angestiegen

Aber das Allerwichtigste ist, dass

wir mit dem Aushub begonnen haben.

Ende November ist die Baustelle

eröffnet worden. Gartenmitarbeiter

Giovanni Matello und seine Kollegen

setzen tatkräftig um, was die Arbeitsgruppe

konzeptionell erstellt hat.

Neugierig geworden?

30.000

25.000

20.000

15.000

10.000

5.000

0

Spendenbarometer

für den Sinnespfad

in St. Konrad

neu dazugekommen:

Einzelspende 50,- EUR

Masithi ersungen 100,- EUR

Bergmesse 160,- EUR

Spenderliste

Kreissparkasse: 300,- EUR

Andere Spender: 500,- EUR

Masithi-Chor: 500,- EUR

Förderverein: 10.000,- EUR

Dorothee Maurer, Lehrerin

an der Krankenpflegeschule

Wangen, möchte die künftigen

Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger

für die Bedürfnisse

ihrer Patienten sensibilisieren.

So besuchte sie mit einer Klasse

die Einrichtung St. Konrad Haslach,

in der Menschen mit einer

geistigen Behinderung leben

und arbeiten.

Bei dem Besuch hatten die Auszubildenden

Gelegenheit, mit Menschen mit

Behinderung ins Gespräch zu kommen,

zu sehen wie und wo sie leben und ihre

Arbeitsplätze oder den Förder- und Betreuungsbereich

kennen zu lernen.

Werkstatträtin Veronika Frei berichtete

den Krankenpflegeschülerinnen und

Schauen Sie doch mal vorbei

und überzeugen sich selbst vom Tun

und Werden des Sinnespfades.

Ein wesentliches Thema möchten wir

auf dieser Seite noch ansprechen:

Der Sinnespfad muss natürlich auch

gepflegt und gewartet werden. Es

wäre wirklich schade, wenn der

enorme Einsatz, nicht nur beim Beschaffen

der Gelder, sondern auch im

kreativen Umsetzen der Anlage bald

sich wieder in Wohlgefallen auflösen

würde, nur weil niemand Zeit hat,

diesen zu pflegen.

Wir wollen Sie ganz konkret anfragen.

Wir suchen ehrenamtliche Helferinnen

und Helfer, die bereit sind,

eine Patenschaft „Pflege des

Sinnespfades“ zu übernehmen.

Die Umsetzung kann individuell gehandhabt

werden. Wir stellen uns

vor, dass jemand die Wege vom Umkraut

befreit, ein anderer den Teich in

Ordnung hält und ein dritter die kleinen

Pflanzenbeete. Wir würden uns

freuen, wenn sich freiwillige Helferinnen

und Helfer für diese Aufgabe

finden würden. Den Stundenumfang

kann jeder für sich ermessen.

• Sr. M. Veronica

-schülern von eigenen Erfahrungen bei

einem Klinikaufenthalt. So hat sie erlebt,

dass Menschen mit einer Behinderung

geduzt werden, ohne dass sie mit

dem Personal in der Klinik bekannt sind.

Besonders Menschen mit einer geistigen

Behinderung machten, so berichtete sie,

oft die Erfahrung, dass über sie geredet

wird, aber nicht mit ihnen.

Weitere Gesprächspartner der Schüler waren

Alfons Leierseder, der die Werkstatt in

St. Konrad leitet, und Schwester Veronica

Haug, Leiterin der Tagesförderung.

Nach dem gemeinsamen Nachmittag in

St. Konrad war man sich einig, dass er

auch im nächsten Schuljahr Bestandteil

der Krankenpflegeausbildung in Wangen

sein sollte.

• Sr. M. Veronica

St. Johann Zussdorf

St. Jakobus Behindertenhilfe

Grenzüberschreitende Partnerschaft wird fortgeführt

Das Kinderheim St. Johann mit Schule St. Christoph in Zussdorf und das Kinderheim

in Pastuchov in der Slowakei sind freundschaftlich verbunden.

Anlässlich des zehnjährigen

Bestehens des Kontaktes besuchte

eine Gruppe leitender

Mitarbeiter aus Wilhelmsdorf-

Zußdorf die Partnereinrichtung

in der Slowakei.

Wohnbereichsleiter Jörg Stöhr, Schulleiter

Thomas Richter, stellv. Schulleiter

Theodor Schönenberg, sowie die

Gruppenleiterin Petra Seitz wurden

herzlich von der Direktorin Mária

Grznárová begrüßt. Von politischer

Seite war der Abgeordnete der Landesregierung

Ing. Milan Domoracý

anwesend, der die Gäste am ersten

Tag der Reise begleitete. Zunächst

wurden Erinnerungen über die vergangenen

Besuche ausgetauscht,

bevor man die Einrichtung in Augenschein

nahm.

Die wirtschaftliche, pädagogische und

räumliche Situation ist nicht mit dem

hiesigen Standard vergleichbar, aber

das sichtbar große Engagement für

die 38 Heimbewohner beeindruckte

die deutsche Delegation. Drei Zweibettzimmer

und eine neue Großküche

mit Speiseraum wurden für die

behinderten Jugendlichen geschaffen

und es liegen Pläne für den weiteren

Ausbau vor. Im nächsten Jahr wird

auch der VW-Bus ersetzt, der als

Meilenstein der Partnerschaft gelten

kann. Hier abgeschrieben, wurde das

Fahrzeug 2003 den Freunden in der

„Prinzessinnenzimmer“

Slowakei übergeben.

Liebevoll hergestellt

und gepflegt, diente

das 19 Jahre alte

Fahrzeug auch beim

jetzigen Besuch der Besuchergruppe

als Taxi.

gestaltet von Malerfachgeschäft Müller in Horgenzell

Maya, unsere neue Bewohnerin, strahlt über das ganze Gesicht, nicht nur weil

sie damit die Herzen erobert, sondern weil sie ihr Zimmer in ihrer Lieblingsfarbe

„rosa“ gestrichen bekam.

Neben dem weißem Baldachin über dem Bett zieren „luftige“ Vorhänge das

Zimmer.

In ihrem eigenen Reich mit Puppenwiege und diversen Spielsachen fühlt sich

Maya sehr wohl, wie eine kleine Prinzessin eben.

• Sr. M. Felicitas

Anrührende Freude

machte sich breit,

als beim Besuch der

Intensivfördergruppe

die Gäste von den

Jugendlichen in deutscher

Sprache begrüßt

und sogar wieder

erkannt wurden. Ein gemeinsames

Mittagessen im neuen Speiseraum,

Tanzdarbietungen, gemeinsame

Fototermine mit Mitarbeitern und

Bewohnern rundeten den Besuch ab.

Im Anschluss wurde Einblick in ein

neu gegründetes Seniorenheim gegeben,

das von einem privaten Träger

geführt wird. Neben dem intensiven

fachlichen Austausch wurden der

Besuchergruppe kulturelle Sehenswürdigkeiten

geboten. Der Besuch

am Grab der Großmutter Heinrich

Heines auf dem jüdischen Friedhof

in Hlohovec beeindruckte Slowaken

und Deutsche, weil spürbar wurde:

das Trennende der Vergangenheit

kann mit dem gemeinsamen Neubeginn

verschmelzen. Überwältigend

war vor allem die entgegengebrachte

Gastfreundschaft, die von den mitgebrachten

Gastgeschenken nur annähernd

ausgeglichen werden konnte.

Am Ende der viertägigen Stippvisite

bekundeten beide Seiten den Willen,

die Partnerschaft lebendig zu halten.

Erste Möglichkeiten der Zusammenarbeit

und gegenseitigen Unterstützung

wurden formuliert. Direktorin Grznárová

betonte, Freundschaft sei kein

statischer Begriff, sie müsse auch gelebt

werden und lud Schüler aus Zußdorf

für das kommende Jahr zur Teilnahme

am Sportfest in die Slowakei

ein. Ein mit Spannung erwartetes

Jahr, weil dann auch die Währungseinheit

unsere gemeinsamen Wurzeln

und unsere gemeinsame europäische

Zukunft zum Ausdruck bringen wird.

• Petra Seitz,

• Theodor Schönenberg


Der Jakobusbote 2. Ausgabe 2008


St. Johann Zussdorf

Das Wald- Natur- Erlebnisprojekt –

ein besonderes Angebot für Kinder und Jugendliche im Kinderheim St. Johann

Schwester Veronica (SV) im

Gespräch mit Jörn Klopfer (JK)

Heute möchten wir ein besonderes

Projekt vorstellen. Jörn Klopfer, Mitarbeiter

in St. Johann, bietet seit etwa

zwei Jahren für Kinder und Jugendliche

„erlebnispädagogische, projektorientierte

Freizeitgestaltung“ an.

SV: Herr Klopfer, wie lange arbeiten

Sie schon in der St. Jakobus Behindertenhilfe?

JK: Da ich von Beruf Heilerziehungspfleger

bin, habe ich vor etlichen Jahren

als Schulhelfer in der Werkstufe

meine ersten Erfahrungen mit Schülern

machen können. Seit fast sechs

Jahren bin ich nun mit einem Arbeitsauftrag

von 50 % in der Nachtwache

tätig.

SV: Was sind dort Ihre Hauptaufgaben?

JK: Neben der ständigen Präsenz, die

einfach durch die Schwere der Behinderung

notwendig ist, bedeutet der

Nachtdienst für Kinder und Jugendliche

Sicherheit und Angstabbau.

Den Schwerpunkt meiner nächtlichen

Arbeit bildet aber der pflegerische

Bereich, d.h. Kinder werden nachts

mit frischen Windeln versorgt, umgelagert,

zur Toilette begleitet, zum

Teil mit Nahrung sondiert, und vieles

mehr.

SV: Seit fast zwei Jahren bieten Sie

nun dieses Erlebnisprojekt an. Was

verbirgt sich hinter diesem Wort und

wie sind Ihre Erfahrungen damit?

JK: Mir lag immer schon am Herzen,

Kinder und Jugendliche dort „abzuholen“,

wo ihre Bedürfnisse sind. Ich

träume davon, dass Kinder in ihrer

Freizeit „wertfreie“ Erfahrungen

machen sollen. Das bedeutet, dass

sie Erlebnisse haben, die im Gruppen-

oder Schulalltag zu wenig angeboten

werden können. Dies kann

verschiedene Ursache haben, z.B.

Zeit- und/oder Personalmangel. Das

Leben, das Sich-Bewegen, das freie,

möglichst selbstbestimmte Handeln

draußen in der Natur mit all ihren

vielseitigen Facetten, Gegebenheiten,

Spiel- und Gestaltungsmöglichkeiten,

Herausforderungen und Hindernissen

sind für Kinder eine sehr wichtige

und gute Erfahrungs- und Erlebniswelt.

Zielsetzung meines Projektes

ist es, über das Jahr verteilt, gruppenübergreifend

verschiedene Outdoor-

Abenteuer- Aktionen anzubieten.

Hauptzielgruppe sind die aktiveren

und mobileren Kinder und Jugendlichen

der Wohngruppen, die erfahrungsgemäß

immer öfter zu kurz

kommen, auf Grund der zunehmenden

Pflegeintensität und der Mitbewohner

mit besonders herausforderndem

Verhalten. Frei nach der Devise

„Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern

nur schlechte Kleidung“ sind

wir auch bei Wind und Regen draußen.

Und sich schmutzig machen ist

ausdrücklich erlaubt. Die Schule

St. Christoph bietet übrigens ebenfalls

zahlreiche Lernangebote im

Natur- und erlebnispädagogischen

Bereich an.

SV: Welche Ziele verfolgen Sie mit

ihrem Projekt?

JK: Das Wichtigste ist für mich, dass

die Freizeitgestaltung für Kinder und

Jugendliche eine größere Bandbreite

bekommt. Daraus ergeben sich zwangsläufig

verschiedene Ziele, wie z.B.

größtenteils selbstbestimmtes Handeln,

Begegnung der Kinder und Jugendlichen

untereinander über die Wohngruppen-

und Klassenverbände hinaus,

vielseitige Bewegung in naturbelassener

Umgebung, Spaß- und

erlebnisorientierte Freizeitgestaltung,

Erlernen von neuen Tätigkeiten in

nicht alltäglichen Situationen (z.B.:

Feuermachen, Schnitzen, Staudammbauen…),

Gemeinschaftserfahrung

mit sozialer Kompetenzerweiterung

(bei Fertigstellung von Objekten,

Vespersituation auf engem Raum, bei

Regen…), unzählige neue Erfahrungen

im motorischen, sensorischen, sozialen,

handwerklichen Bereich, Selbstständigkeitsförderung

und vieles mehr.

SV: Herr Klopfer, welche Projekte

haben Sie gerade „am Laufen“

bzw. sind geplant?

JK: Mein Hauptprojekt habe ich

„Bob, der Waldarbeiter“ genannt.

Das war unser Thema für

viele Wochen. Die Elemente Wasser,

Sand, Erde, Holz, Steine haben uns

unglaublich viele Möglichkeiten entdecken

lassen. Der Bezug von den

Elementen bis hin zum Bearbeiten

mit Hämmern, Nägeln, Sägen haben

bei den Kindern tolle Ideen herausgezaubert.

Am Ende haben wir zum

Beispiel 2 Bänke und einen Balancierparcour

im Wald hergestellt. In der

Regel waren pro Nachmittag 4 bis 8

Kinder und Jugendliche dabei.

SV: Haben Sie ein festes Team,

das Sie unterstützt?

JK: Wie ich vorher schon kurz erwähnt

habe, ist die personelle Situation

in den Wohn- und Klassenverbänden

nicht allzu üppig. Deshalb

bin ich größtenteils mit den Kindern

allein unterwegs und entlaste somit

die Gruppen. Es ist aber jedes Mal

eine Bereicherung für mich und für

die Kinder eine willkommene Abwechslung,

wenn eine Mitarbeiterin

oder ein Mitarbeiter aus den Wohngruppen

freigestellt wird, um mich

bei bestimmten Angeboten zu unterstützen.

Das erlebnispädagogische Angebot

ist als Projekt durch die Tatsache

begrenzt, dass ich derzeit für mein

Naturprojekt ein Jahresbudget von

1000,00 Euro bewilligt bekommen

habe und ich auf Honorarbasis arbeite.

SV: Herr Klopfer, wohin wandern

Sie mit ihrer Waldarbeitergruppe?

JK: Wir haben von einem Bauer aus

Zußdorf ein Stück Wald zur Verfügung

gestellt bekommen, das er

nicht bewirtschaftet und auf dem

wir unsere Bauaktivitäten ungestört

und verkehrssicher ausüben können.

Das ist ein unglaublicher Glücksfall

für uns gewesen, denn es ist nur

ca. 30 Minuten vom Kinderheim

entfernt. Auf diesem Stück Wald

können wir hämmern, bauen, uns

im Dreck wälzen, Gräben ziehen,

Lägerle bauen und vieles mehr. Aber

auch das Spielen nimmt einen großen

Anteil ein, z.B. „Blinde“ an der Hand

führen, Tastspiele (mit verbundenen

Augen Gegenstände wie z.B. Stock,

Stein, Tannenzapfen, Moos, Pilze

wiedererkennen), Fang- und Versteckspiele,

Spiele an einer Sandrutsche,

Stockbrot backen, Waldachterbahn,

Biwakübernachtung (ist geplant),

Nachtangebot…. die Liste lässt sich

noch um etliches verlängern.

SV: Herr Klopfer, welches persönliche

Resümee ziehen Sie aus dieser Arbeit?

JK: Da ich selbst ein sehr naturverbundener

Mensch bin, hat mich der

Gedanke immer schon fasziniert,

Menschen mit und ohne Behinderung

ebenfalls für die Natur zu begeistern.

Viele Gespräche mit Kollegen und ein

Weiterbildungsangebot haben das

Interesse bei den Mitarbeitern zum

Teil schon geweckt und erschließen

auch ihnen die Möglichkeit, neue

Erfahrungen im Bereich der Erlebnispädagogik

anzudenken.

Unser Erlebnis- Abenteuer- Lagerplatz

im Wald bietet nicht nur motorische

und kreative Entfaltungsmöglichkeiten,

sondern auch im sozialen

Bereich konnte ich positive Entwicklungen

beobachten. Zur Sicherheit

habe ich immer Verbandskasten und

ein Handy für Notfälle dabei und die

Mitarbeiter der Gruppen im Kinderheim

wissen, wo wir zu finden sind.

Es macht mir nach wie vor ungemeine

Freude und Spaß. Und etwas ganz

wichtiges darf ich nicht vergessen:

mein Hund „Schröder“ ist zwar kein

„Therapiehund“, aber immer dabei

und ein fester Bestandteil der Aktionsgruppe.

Bei Abwesenheit wird er von

allen vermisst und Jessy, eine treue

Teilnehmerin des Projektes, hat sich

bereits zur Patentante erklärt.

SV: Noch eine abschließende Frage:

Was wünschen Sie sich für Ihre zukünftige

Arbeit mit diesem Erlebnisprojekt?

JK: Ich hoffe und wünsche mir,

dass auch im nächsten Jahr wieder

das Budget bereit gestellt wird, um

weiterhin dieses, aus meiner Sicht

wichtige Angebot zu machen. Fernziel

ist für mich, dass wir im Bereich

der Anlage des Kinderheimes einen eigenen

´Abenteuerspielplatz´ aufbauen

könnten. Mit der Option von mir

oder einem engagierten Team in der

Kernzeit betreut, aber trotzdem mit

größtmöglicher Selbstbestimmung

wäre es möglich Hütten zu bauen,

zu werkeln und zu dreckeln, vielleicht

mal ein Indianertippi anzuschaffen,

einer ´wilden´ Feuerstelle... ach, Ideen

hätte ich genug!

SV: Herr Klopfer, herzlichen Dank

dafür, dass Sie uns wertvolle Einblicke

in Ihre interessante Arbeit gegeben

haben. Ich wünsche Ihnen weiterhin

viele kreative Ideen und die Möglichkeit,

Ihre Arbeit fortführen zu

können.

JK: Ich bedanke mich herzlich für das

Interesse Ihrerseits und das mir bisher

entgegengebrachte Vertrauen.


Der Jakobusbote 2. Ausgabe 2008


St. Johann Zussdorf

Etwas vergeht, etwas wird neu

Wohngruppe Marienkäfer schließt –

Multifunktionsgruppe öffnet

St. Johann Zussdorf

Außenwohngruppe St. Barbara

Unsere Freizeit im Herbst 2008 in Weitnau im Allgäu

Nach Jahren mit immer wieder leichten Rückgängen in

der Belegung unseres Kinderwohnheimes St. Johann in

Zußdorf haben wir im August einen Umwandlungsprozess

begonnen. Die Räume der bisherigen Wohngruppe Marienkäfer

werden für neue Zwecke zur Verfügung gestellt.

Der erste Schritt fiel allen sehr schwer. Die Kinder der

Wohngruppe Marienkäfer und ihre Angehörigen wurden

auf den Umzug in eine der anderen Gruppen im Haus

vorbereitet. Der Umzug selbst kam nach den Herbstferien.

Auch junge Bäumchen verpflanzt man nicht so leicht.

Jahrelang war „Marienkäfer“ eine Heimat für viele.

Aber nun ist der Wechsel geschafft.

Die Mitarbeiterinnen fanden sich in einer zwiespältigen

und besonderen Rolle. Sie mussten selbst sehr viel Liebgewonnenes

aufgeben, sollten und wollten aber alles

sorgfältig vorbereiten und positiv begleiten. Und: sie

müssen sich selbst auch eingewöhnen in einem neuen

Gruppenleben.

Das hat viel Kraft gekostet, aber es ist durch großes

engagement vieler MitarbeiterInnen gelungen.

Nun wird das Neue gespannt erwartet. Ab 2009 werden

die Räume frisch renoviert zur Verfügung stehen für eine

breite Vielfalt von Nutzungen. Integrative Projekte sind

vorgesehen, Ferienmaßnahmen und Tagesbetreuungen

geplant. In Zeiten mit großer Nachfrage nach Kurzzeit-

Unterbringung wird die Gruppe vielleicht wieder stark an

ihre Marienkäfer-Vergangenheit erinnern.

Wir werden über die Angebote in der nächsten Ausgabe

eingehend berichten.

• Helmut Müller

Abschied von der Gruppe Marienkäfer

Allmählich nehmen die Vorstellungen einer „Multifunktionsgruppe“

in den Räumen der Gruppe Marienkäfer Gestalt

an. Für die Kinder, Mitarbeiterinnen und Eltern der Wohngruppe

Marienkäfer bedeutet dies, Abschied zu nehmen.

Jeder Wechsel ist mit Wehmut verbunden, er birgt aber

auch neue Erfahrungen und somit neue Entwicklungsmöglichkeiten.

In bewundernswerter Weise haben die

Mitarbeiterinnen der Gruppe Marienkäfer seit den Sommerferien

den Wechsel für ihre Kinder konstruktiv gestaltet

und auch die Eltern bei diesem Schritt begleitet. Die

Mitarbeiterinnen kennen ihre Kinder, sie wissen was sie

brauchen, und so konnte für jedes Kind ein geeigneter

Platz, ein neues Zuhause in einer anderen Wohngruppe

im Haus gefunden werden. Für drei Jugendliche stand der

Wechsel in eine Jugendgruppe ohnehin an.

Den Mitarbeiterinnen der Gruppe Marienkäfer

möchten wir herzlich danken für die gute

Arbeit, die sie in den vergangenen Jahren auf

der Gruppe Marienkäfer geleistet haben. Neben

der Gruppenleiterin Frau Mühlbeyer gehörten Frau Strobel,

Frau Oechsle und Frau Osterspey als ausgebildete

Fachkräfte zum bewährten Team, das von Frau Frank,

Frau Sänger und Frau Renner unterstützt wurde. Sie haben

das Leben auf der Gruppe Marienkäfer durch ihre

Kompetenz, ihr großes Engagement und die liebevolle

Zuwendung zu den Kindern geprägt. Eltern konnten ihre

Kinder immer voller Vertrauen den Mitarbeiterinnen übergeben

und wussten sie stets gut betreut und gefördert.

In den Mitarbeiterinnen der Gruppe Marienkäfer fanden

die Eltern kompetente Ansprechpartner, die offen für ihre

Anliegen waren.

Die Mitarbeiterinnen der Gruppe Marienkäfer wechseln,

teilweise gemeinsam mit den Kindern, auf andere Wohngruppen.

Sie verstärken dort das Mitarbeiterteam, sie

vermitteln den Kindern Sicherheit und Kontinuität und

ermöglichen ihnen dadurch ein rasches Einleben.

Anfang November sind Mitarbeiterinnen und Kinder mit

den Eltern ein letztes Mal in dieser Runde bei einem Elterntag

zusammen gewesen. Bilder aus den letzten Jahren

wurden angeschaut, Erinnerungen ausgetauscht, Geschichten

erzählt. Man hat sich von einander verabschiedet

oder auch Kontakte zur neuen Wohngruppe geknüpft.

Wir wünschen den „großen“ und den „kleinen“ Marienkäfern,

dass sie sich in ihrer neuen Umgebung bald wohl

fühlen.

Der Abschied von der Gruppe Marienkäfer fällt schwer

– Kindern, Eltern, Mitarbeiterinnen und mir als zuständigem

Sozialdienst. Wir sind aber auch gespannt auf das,

was in den Räumen der ehemaligen Gruppe Marienkäfer

neu entsteht – Frau Strobel und Frau Oechsle sind als

Mitarbeiterinnen der neuen Multifunktionsgruppe aktiv

daran beteiligt.

• Heidi Merkle

Ein Erlebnisbericht von

Andrè Schmidt

Als wir in Weitnau im Ferienhaus

Fuchsmühle angekommen sind, haben

wir uns zuerst die Zimmer angeschaut,

wie wir schlafen wollen. Ich hab das

Zimmer unterm Dach mit Fabian geteilt.

Wir haben alles aus den Bussen

ausgeräumt und dann die Betten

überzogen. Ich habe mit Kirstin und

Mario die Lebensmittel in die Küche

eingeräumt. Dann habe ich den Kachelofen

mit Holz angeheizt. Abends

habe ich gleich Küchendienst gehabt

und es gab Gurken-Salami-Schmelzkäse-Sandwich.

Für 13 Personen habe

ich auf drei Sandwich-Toastern alle

Sandwiches alleine gemacht.

Am Freitag bin ich mit einigen nach

Oberstaufen ins „Aquaria“ zum

Schwimmen gegangen, die anderen

waren beim Stadtbummel in Immenstadt.

Im Schwimmbad hatte es

ein Becken mit Salzwasser und Blick

auf die Berge. Abends waren wir in

einem Gasthaus beim Essen. Ich habe

Putenfleisch überbacken mit Käse

und Tomaten, dazu Rösti und Salat

bestellt. Leider war das überbackene

Putenfleisch nicht so ganz mein Fall.

Auf der Heimfahrt vom Gasthaus

haben wir zwei Füchse gesehen,

jetzt weiß ich auch, warum das Haus

Fuchsmühle heißt.

Am Samstag hat’s geschneit, schöne

große Schneeflocken. Es war kalt und

ich habe kräftig angefeuert. Abends

haben wir eine Nachtwanderung mit

Taschenlampen gemacht.

Am Sonntag haben wir alles aufgeräumt

und geputzt. Ich hab den Ofen

aufgeräumt und dann haben wir alles

Gepäck wieder in den Bus eingeräumt

und gestapelt. Dann haben wir

ein Abschiedsfoto und ein Interview

gemacht.

Auf dem Heimweg sind wir noch zur

Sommerrodelbahn nach Oberstaufen

gefahren. Ich bin schon so 10 Mal

runter gefahren. Es hat echt toll Spaß

gemacht.

Weiter weiß ich auch nichts mehr.

Aber jetzt kommt noch das Interview:

Frage: Was hat Dir an der

Freizeit am besten gefallen?

Nadine:

„Mir hat das Schokolade-Essen gut

gefallen“ (Anmerkung: Ihr kennt vielleicht

das Spiel bei dem man, wenn

man einen 6er gewürfelt hat, Mütze,

Schal und Handschuhe anziehen

muss und dann mit Messer und Gabel

eine eingepackte Schokoladentafel

auspacken und essen darf)

Steffi:

„Bei mir war’s das gemeinsame Spielen

und Laufen“

Florian:

„Mir hat der Kachelofen und das

Laufen gut gefallen“

Vanessa:

„Mir hat gefallen, dass wir Essen

gegangen sind und das gemeinsame

Spielen und Lesen“

Fabian:

„Mir hat gefallen, die Wirtschaft,

dass wir drin waren und was getrunken

und Karten gespielt haben“

Sabrina:

„Das Frühstücken und das Laufen“

Ulrike:

„Mir haben die Morgenkreise gefallen

und die leckeren selbst gemachten

Kässpätzle waren super“

Valeria:

„Das Haus hier ist schön“

Daniel:

„Es passt scho!“

Kirstin:

„Mir hat die Wanderung am Carl-

Hirnbein-Weg gut gefallen und dass

es trotz strömendem Regen kein

Gemotze gab“

Bernd:

„Wanderung“

Andrè:

„Ich hab gut aufgeräumt und den

Tisch gedeckt und das schöne Wetter

heut gefällt mir gut“

Klaus:

„Mir hat alles gut gefallen, selbst das

schlechte Wetter war dann noch toll“

• André Schmidt

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Der Jakobusbote 2. Ausgabe 2008 11


St. Konrad Haslach

St. Johann Zussdorf

„Hans im Glück“ oder „Wie unsere Senioren ihr neues Zuhause bezogen“ – ein Märchen –

Es war anno 2008 zu Haslach in St.

Konrad. Da begab es sich, dass die

weisen, weißhaarigen Alten, Senioren

genannt, sich auf den Weg machten,

um einen neuen Raum für sich zu suchen.

Viel hatten sie in ihrem Leben

schon gesehen, erlebt und erfahren

und dieses Wissen und Reichtum an

Erfahrungen waren die wichtigsten

Gepäckstücke auf ihrer Wanderung.

Sie begannen ihre Reise.

Da war Sieglinde, die Sprachgewandte,

Hannelore , die Leidenschaftliche,

Fritz, der Friedvolle,

Ingrid mit dem strahlenden Lächeln

und ihre Begleiterin, Norma, die

Dankbare. Mit offenen Augen, voller

Vertrauen und Vorfreude suchten

sie hier und dort, sprachen mit jener

und jenem und kamen schließlich zu

einem kleinen, idyllischen Haus im

Grünen, Gewächshaus, genannt.

Da sprach Hannelore, die Leidenschaftliche:

„Oh, das wäre doch

schön, ein Raum für uns alleine“.

Ingrid mit dem strahlenden Lächeln

entgegnete: „Der ist aber gar nicht

schön. Die Wände sind dreckig und

die Sachen, die hier herumstehen,

müssten raus und geputzt werden“.

Sieglinde, die Sprachgewandte, antwortete:

„Ich kann jedenfalls nicht

streichen. Nein, das kann ich nicht“.

Fritz, der Friedvolle, der sich oft nur

äußerte, wenn er um seine Meinung

gefragt wurde, meinte: „Der Raum gefällt

mir ganz gut. Und streichen und

schmirgeln würde ich auch sehr gerne.

So beschlossen die Senioren, den

Raum zu renovieren und ihn in gemeinsamer

Arbeit zu einem kleinen

Schmuckstück herzurichten.

Gesagt – getan. Die muntere Truppe

machte sich an die Arbeit. Ausräumen,

auskehren, Wände streichen,

Eckbank schmirgeln und neu lackieren,

Mobiliar im Keller auswählen

und abstauben und vieles mehr …

Nach und nach entdeckte jeder Senior,

dass er ungeahnte Schätze in sich

barg. Alles machten sie gemeinsam

und das brachte viel Freude in ihren

Seniorenalltag. Bilder wurden aufgehängt

und alsbald wurde es richtig

gemütlich in der „guten Stube“.

Dieses neue Zuhause wollten sie ihren

Freunden zeigen und Pfr. Baur

sollte es einweihen. Sie schrieben

Einladungen an alle und planten ein

kleines Eröffnungsfest.

Am besagten Festtag war alles festlich

geschmückt und bereit für die zahlreichen

Gäste. Blumensträuße und Luftballone

schmückten den Raum. Selbstgebackenes

Käsegebäck und Fruchtpunsch

duftete durch die Hallen. Die

Senioren sangen den Gästen ein selbstkomponiertes

Lied vor „Mit 70 hat man

noch Träume“ und alle klatschen Beifall

und freuten sich mit ihnen.

Der Höhepunkt jedoch war, dass Pfr.

Baur den neuen Raum segnete. Alle

Anwesenden beteten und sangen,

dass stets alles gut gelingen möge.

Gottes Segen und Frieden sollten

stets hier herrschen.

Jetzt endlich wurde das kleine Bufett

eröffnet. Die Gäste freuten sich und

voller Freude ließen sie sich das

Knabbergebäck munden. Und dazwischen

wurde natürlich mit allen gesprochen,

voller Stolz erklärt und die

Fotos auf der Pinwand angeschaut.

Ein schönes Fest, sagten die Senioren

zu einander, als es vorbei war, ein

wirklich schönes Fest und unser neuer

Raum ist jetzt unser Zuhause.

Was braucht der Mensch denn mehr,

als Freude im Herzen und gute Freunde

– Hans im Glück kann jeder sein.

Und wenn sie nicht gestorben sind,

so leben sie noch heute.

• Norma Sperlich-Osterkorn

Auf eine Tasse Kaffee …

Sabrina strahlt übers ganze Gesicht,

wenn Frau Meersman die Gruppenwohnung

betritt. Auch die anderen

Jugendlichen und Mitarbeiter begrüßen

Frau Meersman höchst erfreut,

denn der Besuch von Frau Meersman

bedeutet mehr als eine willkommene

Abwechslung. Frau Meersman interessiert

sich, wie es denn so läuft, sie

kennt nicht nur „ihre“ Sabrina, sondern

auch die anderen Mitbewohner

und Mitarbeiter und hat vermutlich

eine realistische Vorstellung vom

Alltag auf der Wohngruppe. Kurz

bleibt Frau Meersman noch auf ein

Schwätzchen oder eine Tasse Kaffee,

dann darf Sabrina mit „nach Hause“

über das Wochenende oder ein paar

Ferientage.

Wie viele andere Ehrenamtliche ist

Frau Meersman mit ihrem freiwilligen

Einsatz ein Beispiel für gelebte

Solidarität und Mitverantwortung.

Sie trägt in nicht unerheblichem

Umfang dazu bei, die persönlichen

Kontakte ihres Schützlings über die

Einrichtung hinaus zu erweitern.

Gleichfalls ist sie für Sabrina eine

sehr wichtige (wenn nicht die wichtigste)

Bezugsperson. Über Jahre hat

sich eine Beziehung entwickelt, die

nicht mit Geld aufzuwiegen ist.

Unsere ehrenamtlichen Helfer verpflichten

sich in der Regel allerdings

nicht schon im Voraus, ihre Dienste

„lebenslänglich“ anzubieten. Manchmal

entwickelt sich aus einem ersten

Kontakt dennoch eine verlässliche

Beziehung über Jahre. Auf diesem

Weg sind einige unserer freiwillig

Engagierten zum Amt der Betreuung

oder Patenschaft gekommen.

Neben diesem spürbaren Nutzen

für die Bewohner sehen auch die

Beschäftigten in den Einrichtungen

eine förderliche Auswirkung auf ihre

Arbeit. Die hauptamtlichen Mitarbeiter

schätzen es, wenn sie im Alltag

unterstützt und entlastet werden

und sind über die Ideen, Perspektiven

und Angebote ihrer ehrenamtlichen

Kollegen immer wieder positiv

überrascht.

Außer diesen langfristigen Aufgaben

ist es durchaus möglich

– und manchmal auch sinnvoll

– über einen begrenzten Zeitraum,

projektbezogen oder sporadisch,

seine Unterstützung anzubieten.

Die Betätigungsfelder sind groß:

betreuen, besuchen, beschenken,

einen Ausflug ins Grüne machen,

baden gehen, einen Spiele-Nachmittag

veranstalten, angeln gehen,

zum therapeutischen Reiten begleiten,

unterstützen im Umgang mit

rechtlichen oder bürokratischen Hürden,

helfen eine Puppe reparieren,

Socken für den Basar stricken, das

Zimmer verschönern, die Schaukel

wieder in Gang bringen, eine Wand

bunt streichen, einen Kuchen backen,

zusammen feiern, singen oder in die

Kirche gehen …All diese Aktionen

stehen für die Lebendigkeit und

Vielschichtigkeit des Ehrenamtes

in unseren Einrichtungen.

Es ist zu spüren, dass die ehrenamtlich

Engagierten mitfühlen und

mitdenken, weil sie vom Sinn und

Wert ihres Einsatzes überzeugt sind.

Aus ihrem persönlichen Einsatz erwachsen

reelle Chancen, die Lebensbedingungen

der Bewohner günstig

zu beeinflussen und das soziale Netz

an Unterstützern und Befürwortern

auszubauen. Auch die Palette an

Einsatzmöglichkeiten erweitert sich

stetig. Für die Einrichtung bedeutet

diese Öffnung nach außen, neben

allen anderen Vorzügen, eine nicht

zu unterschätzende Werbung und

Imagepflege.

Ob die freiwillig Engagierten ebenfalls

einen Gewinn aus ihrem Engagement

ziehen?

Das jährlich stattfindende „Ehrenamtscafé“,

bei dem sich

die Ehrenamtlichen treffen und

austauschen, bestätigt jedenfalls

eines: Sich auf diese Weise zu

engagieren, bringt im besten

Fall Kontakt, Anerkennung

und Bereicherung für Geist

und Seele. Die Ehrenamtlichen

haben sich bewusst für

eine „Freizeitbeschäftigung“

entschieden, die innerlich befriedigend

und äußerlich belebend

sein kann.

• Barbara Kunze

„Was trinken wir?“

„Natürlich Hoferbier!“

So lautet seit vielen Jahren der Narrenruf

der St. Konrader Fasnet’sgruppe.

Seit dem 08.08.08 gibt es die offizielle

Narrenzunft „Hopfentröpfle“ von

St. Konrad Haslach.

Eine langjährige Tradition geht dieser

Gründungssitzung voraus.

Claudia Nothdurft, Gründungsmitglied

und Initiatorin der „Hopfentröpfle“-Narrenzunft,

erzählt, dass eine große Gruppe

am jährlichen Fasnetsumzug der Gemeinde

Haslach teilnahm. „Früher waren es

die Kinder und Jugendlichen der Einrichtung,

heute sind es unsere Frauen und

Männer. Es ist immer ein aufregendes Ereignis

und alle haben ihren Spaß daran.“

Die Wurzeln von St. Konrad liegen in

der Brauerei der Familie Hofer: Hoferbier

wurde im Familienbetrieb hergestellt

und verkauft. Das ist auch die

Grundidee, die alte Historie innerhalb

des Dorfes im Bewusstsein zu halten.

Mit selbstgemachtem Hofer- Fasnet’s-

Häs läuft seit ca. 6 Jahren eine starke

Gruppe beim Fasnetsumzug mit.

Dazu gehört ein Festwagen, auf dem

Fassbier steht und dieses wird laufend

gezapft und an die Zuschauer verteilt.

Der Schlachtruf „Was trinken

wir?“ „Natürlich Hoferbier!“

war schnell gefunden und jetzt fehlte

nur noch die offizielle Narrenzunftgründung.

Am 08.08.08 um 20:08 Uhr war es

soweit. Zahlreiche Bewohnerinnen und

Bewohner kamen zur Gründungssitzung.

Auch eine entsprechende Larve

wurde vorgestellt. Markus Schmid,

Mitarbeiter der Einrichtung, hat sie in

mühsamer Handarbeit geschnitzt.

Wie das dazugehörende Fasnet-Häs

aussieht, können Sie selbst beim

nächsten Umzug, am Fasnetsonntag

2009, begutachten. Und auch dann

heißt es wieder: „Was trinken wir?“

„Natürlich Hoferbier!“

• Claudia Nothdurft

• Sr. M. Veronica Haug

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Der Jakobusbote 2. Ausgabe 2008 13


Behindertentestament

Soziale Verantwortung übernehmen

Diese nachstehenden Ausführungen wurden uns freundlicherweise

von Rechtsanwalt Horst Bantel aus Wendlingen

zur Verfügung gestellt. Herr Bantel ist Vater einer behinderten

Tochter und in verschiedenen Gremien der Behindertenhilfe,

u.a. als Elternvertreter im Beirat des Kinderheims

St. Johann in Zußdorf engagiert.

Behindertentestament

So kann behinderten Kindern das Erbe

gesichert werden

Unter dem Begriff „Behindertentestament“ ist nicht etwa

das Testament eines Menschen mit Behinderung zu verstehen,

sondern vielmehr eine letztwillige Verfügung – meist

das Testament der Eltern – zu seinen Gunsten.

Mit dem Behindertentestament haben Sie insbesondere

folgende konkreten Vorteile:

• Die Zukunft Ihres behinderten Kindes ist für die Zeit nach

dem Versterben eines oder beider Elternteile geregelt und

abgesichert.

• Der gewünschte Lebensstandard des Kindes wird sichergestellt;

Leistungseinschränkungen durch die voraussichtlich

weiter sinkenden Sozialleistungen können ausgeglichen

werden.

• Finanzielle Belastungen des überlebenden Ehegatten werden

verringert.

• Zahlungen aus dem Erb- und Pflichtteil an das Sozialamt

werden vermieden.

• Der Verlust von erheblichen Teilen des Familienvermögens

wird vermieden.

• Keine Auseinandersetzung mit dem Sozialamt um den

Pflichtteil des Kindes.

• Vermeidung von Streitigkeiten zwischen den übrigen

erben.

Eltern von Kindern mit Behinderung müssen sich die Gestaltung

ihres Testamentes gut überlegen, da unter Umständen

– insbesondere, wenn sie es bei den gesetzlichen

Regelungen belassen und kein sogenanntes „Behindertentestament“

wirksam fertigen – eine Überleitung aller

Erb- und Pflichtteilsansprüche des behinderten Kindes auf

den Träger der Sozialleistungen droht. Ziel des Behindertentestamentes

ist es, die

• Zugriffsmöglichkeit der Sozialhilfeträger auf den Nachlass

zu vermeiden und

• dem behinderten Kind eine über die normale Sozialhilfe

hinausgehende Lebensqualität zu sichern.

Durch eine spezielle Testamentsgestaltung – zu der aufgrund

der Schwierigkeit unbedingt fachmännischer Rat

eines fachkundigen Rechtsanwalts oder Notars herangezogen

werden sollte – kann die Überleitung (zumindest bei

mittleren Vermögen bis ca. 250.000,00 Euro) verhindert

werden. Dies gelingt jedoch nur, wenn der Mensch mit Behinderung

die Erbschaft nicht zur freien Verfügung erhält.

Das Behindertentestament wird in den meisten Fällen in der

Weise gestaltet, dass das behinderte Kind als „Vorerbe“ eingesetzt

wird. Geschwister des Behinderten, die Nachkommen

des behinderten Kindes, andere in Frage kommende einzelne

oder mehrere Personen, gemeinnützige Stiftungen

(z.B. Theresia-Hecht-Stiftung) oder GmbH’s (z.B. gem. St.

Jakobus Behindertenhilfe GmbH) – als „Nacherben“ z. B.

mit einem bestimmten Geldbetrag bedacht werden. Sofern

eine gemeinnützige Stiftung als Nacherbe eingesetzt oder

mit einem Vermächtnis bedacht wird, können auch größere

Vermögen durch diese Testamentsgestaltung vor dem Zugriff

des Sozialamtes geschützt werden. Nach dem Tod des behinderten

Menschen – und erst dann! – erhält die gemeinnützige

Stiftung das dann noch vorhandene Restvermögen aus

der Vorerbschaft des behinderten Kindes und muss es ihrem

gemeinnützigen Zweck zukommen lassen mit der Folge, dass

dadurch dem Staat – in Form der Unterstützung der gemeinnützigen

Stiftung – die von ihm zugunsten des behinderten

Kindes erbrachten Sozialleistungen zumindest zum Teil wieder

zurückgegeben werden. Erbe oder Vermächtnis zugunsten

der gemeinnützigen Stiftung ist in jedem Fall von Erbschaftssteuer

befreit.

Die finanzielle Absicherung des behinderten Kindes und der

Schutz des Vermögens lassen sich mit dem Behindertentestament

wie folgt erreichen:

Anders als z. B. beim sogenannten „Berliner Testament“, bei

welchem sich typischerweise die Ehegatten zunächst als alleinige

Erben gegenseitig einsetzen, wird im klassischen Behindertentestament

eine Erbeinsetzung des behinderten Kindes

verfügt, und zwar bereits beim Versterben des 1. Elternteils.

Das Kind wird dabei in der Höhe eines Erbteils, der deutlich

über dem gesetzlichen Pflichtteil liegen muss, zum

sogenannten nicht befreiten Vorerben eingesetzt.

Diese Erbeinsetzung ist erforderlich, da ansonsten der Sozialhilfeträger

gegenüber dem überlebenden Ehegatten den

Pflichtteilanspruch geltend machen könnte. Der Pflichtteilsanspruch

entsteht mit dem Erbfall des erstversterbenden

Ehegatten, wenn das behinderte Kind enterbt wird. Die

Höhe des Pflichtteils beträgt die Hälfte des gesetzlichen

Erbteils. Der Erbteil des behinderten Kindes kann im Gegensatz

zum Pflichtteil durch die Anordnung von Vorerbschaft

und Testamentsvollstreckung geschützt werden.

Dadurch wird erreicht, dass das behinderte Kind nur die

Erträge aus dem Erbe (z. B. Zinsen bei Bankvermögen,

Miete nach Abzug der Kosten bei vermieteten Wohnungen)

aber grundsätzlich nicht den geerbten Vermögensstamm

(Ausnahmen für besondere Anschaffungen können eventuell

geregelt werden) verbrauchen darf. Weder der Vermögensstamm

noch die Erträge sind im sozialhilferechtlichen

Sinne als Vermögen oder Einkommen einzusetzen.

Zusätzlich wird eine Dauertestamentsvollstreckung

bis zum Tod des behinderten Kindes angeordnet. Zum Testamentsvollstrecker

wird eine dem Kind besonders verbundene

Person bestellt. Der Testamentsvollstrecker (z. B. der überlebende

Elternteil oder ein Geschwister) wacht als Verwalter

des Erbes darüber, dass das Testament entsprechend dem

Willen der verstorbenen Eltern ausgeführt wird.

Besonders wichtig ist hier die genaue Regelung der Aufgaben

des Testamentsvollstreckers, damit dem Kind auch die

Früchte seines Erbes zukommen und nicht dem Sozialhilferegress

ausgesetzt sind. Zu nennen sind hier insbesondere die

Ermöglichung von Hobbys, Urlaubsreisen sowie nicht erstattungsfähige

ärztliche Therapien, Hilfsmittel, Zahnersatz etc.

Als weitere Regelung können die Eltern in dem Testament

eine Person ihres Vertrauens als Betreuer vorschlagen, die

sich nach dem Tod um den behinderten Familienangehörigen

kümmern soll. Diese Person soll möglichst nicht mit der als

Testamentsvollstrecker vorgeschlagenen Person identisch sein.

Das Testament muss mit der Hand geschrieben sein. Die

Verwendung einer Schreibmaschine oder eines PC genügt

nicht. Der Testamenttext ist mit der Nennung des Ortes, des

Datums und der eigenen Unterschrift abzuschließen. Beim

gemeinschaftlichen Testament ist es ausreichend, wenn ein

Ehegatte das Testament schreibt und beide Ehegatten mit

Ort, Datum und ihrer eigenen Unterschrift unterschreiben.

Das Testament kann zu Hause oder besser beim zuständigen

Notar gegen eine Hinterlegungsgebühr verwahrt werden.

Möglich ist auch die Errichtung eines notariellen Testaments

vor einem Notar.

Das Behindertentestament ist die wirksamste und aufgrund

höchstrichterlicher Rechtsprechung (Grundsatzentscheidung

des Bundesgerichtshofes vom 20.10.1993) sicherste Möglichkeit

für Versorgung und Absicherung von behinderten

Familienangehörigen. Die Erstellung eines Behindertentestaments

gehört jedoch auch zu den schwierigsten und komplexesten

Gestaltungen in der Erbrechtsberatung. Ein „Standard-Behinderten-Testament“

gibt es nicht. Erforderlich sind

in jedem Einzelfall individuelle, an die konkreten Vermögensverhältnisse,

die familiären Umstände und vor allem

den Wünschen der Beteiligten angepasste Regelungen. Interessierte

Eltern sollten sich daher unbedingt von einem im

Behinderten- und Sozialhilferecht als auch im Erbrecht fachkundigen

und erfahrenen Rechtsanwalt oder Notar beraten

lassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die gewünschten

Regelungen einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten

und der Sozialhilfeträger auf das Erbe zugreifen kann.

Auch bestehende Testamente sollten regelmäßig an die

aktuellen familiären Gegebenheiten angepasst und auf ihre

Wirksamkeit überprüft werden.

Handeln Sie rechtzeitig, bevor Sie zu alt oder zu krank sind!

Jetzt sind Sie noch in der Lage, die entscheidenden Weichen

für die Absicherung und Versorgung Ihres behinderten

Kindes zu stellen!

• Horst Bantel

Soziale Einrichtungen sind stärker denn je auf Unterstützung

durch Privatpersonen angewiesen. Unsere

Arbeit wäre ohne die treue Mithilfe vieler Freundinnen

und Freunde nicht möglich. Sie schenken

uns Ihr Vertrauen, um mit Ihrem Geld hilfebedürftige

Menschen weiterzuhelfen. Durch eine Spende an die

gemeinnützige St. Jakobus Behindertenhilfe GmbH

können Sie die Lebensqualität unserer Betreuten

direkt verbessern und ihre Förderung unterstützen.

Die Theresia-Hecht-Stiftung ist Eigentümerin der

GmbH. Sie hat als Stiftung darüber hinausgehende

Möglichkeiten, kann auch Zustiftungen verwalten

und für deren Einsatz im Sinn der Stifter sorgen.

GmbH und Stiftung können testamentarisch bedacht

werden. Wenn für Sie die Möglichkeit eines Vermächtnisses

in Frage kommt, würden wir uns über

eine Kontaktaufnahme freuen, um Ihre Ziele und

Vorstellungen kennen zu lernen. Gerne beraten wir

Sie auch über die verschiedenen Möglichkeiten bzw.

vermitteln Ihnen juristische oder steuerrechtliche Ratgeber.

Kontoverbindung:

Sparkasse Ulm, Kontonummer: 1360 BLZ:630 500 00

Stiftungsvorstand: Achim Dippold

Stiftungsratsvorsitzende: Sr. M. Josefine Lampert

St. Konrad Haslach

Wir arbeiten sehr gerne in St. Konrad Haslach

und deshalb k-lumet

Wir, die Fa. Werner Karrer aus Christazhofen, arbeiten

schon viele Jahre in guter Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern

und der Leitung von St. Konrad in Haslach.

Es freut uns immer sehr, wenn wir die Renovierungsarbeiten

in und an den Häusern übernehmen dürfen, um

den Bewohnern wieder eine neue Wohnatmosphäre schaffen

zu können.

Gerne besuchen wir auch die alljährlichen Veranstaltungen

wie Adventsmarkt oder Angehörigentag, weil es sehr

schön ist zu sehen, was in dieser Einrichtung für Menschen

mit Behinderung alles geboten und geschaffen wird.

Wir freuen uns daher besonders, die Arbeit der

Werkstatt unterstützen zu können, indem wir

Kamin- und Ofenanzünder käuflich erworben haben.

Mit dem Produkt „k-lumet“ aus der WfbM

in Haslach möchten wir uns bei unseren Kunden

zu Weihnachten für ihre Treue bedanken.

Herzlichen Dank für die

gute Zusammenarbeit.

• Werner Karrer und Mitarbeiter

14

Der Jakobusbote 2. Ausgabe 2008

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Angehörigenseite

Kurzzeitbetreuung –

ein Zuhause auf Zeit

Es kam der Tag, an dem wir wussten,

wir müssen etwas ändern. Die tägliche

Pflege von unserem schwerst

behinderten Sohn Daniel ließ uns

keinen Freiraum. Die ganze Familie

musste das Leben an Daniels Pflegezeiten

ausrichten. Fast nichts konnte

geplant oder spontan unternommen

werden. Daniels kleinere Brüder

mussten auf vieles verzichten und

Rücksicht nehmen.

Welch glückliche Fügung war es,

als wir zu diesem Zeitpunkt von der

Möglichkeit erfuhren, Daniel als Urlaubskind

im Kinderheim St. Johann

betreuen zu lassen. Ich war gleich

sehr angetan von den kleinen Wohngruppen,

die wie eine Familie zusammenleben,

den großzügigen Räumlichkeiten

und den sehr, sehr lieben

und kompetenten Mitarbeitern.

Für Daniel war es natürlich erst mal

ungewohnt. Auch mich plagte mein

schlechtes Gewissen, mein hilfloses

Kind einfach in die Obhut fremder

Leute zu geben. Doch das gab sich

rasch. Daniel lebte sich schnell ein

und man merkte ihm an, dass er sich

wohl fühlte. Er wurde super gepflegt,

betreut, unterhalten und durfte an

den Aktivitäten der Heimgruppe teilnehmen.

Er kommt nun schon einige Jahre als

„Urlauber“ nach Zußdorf. Die Heimkinder

kennen ihn und erwarten ihn

sehnsüchtig, um ihn zu bemuttern,

was Daniel natürlich genießt. Da er

sich in den Jahren leider gesundheitlich

verschlechtert hat, ist es für uns

beruhigend, zu wissen, dass auch jederzeit

ein Arzt zur Verfügung steht.

Wir sind sehr froh und dankbar, dass

wir im Kinderheim St. Johann einen

Platz gefunden haben, wo Daniel sehr

liebevoll aufgenommen und betreut

wird, wo es ihm sichtlich gefällt, er

sich wohlfühlt und es ihm gut geht,

so dass auch wir einige Wochen im

Jahr haben, um durchzuatmen und

mit unseren anderen Kindern ein

„normales Leben“ zu führen.

• Familie Fischer aus Bad Saulgau

Ferien sind schön …

ganz besonders für alle Schulkinder, aber

auch für die Eltern. Man hat so richtig

Zeit füreinander, um viel gemeinsam zu

unternehmen.

Doch wenn beide Elternteile berufstätig

sind und der Urlaub begrenzt ist, ist die

Betreuung der Kinder während der vielen

Ferienwochen im Jahr nicht immer leicht

zu bewerkstelligen. Insbesondere dann,

wenn eines der Kinder eine Behinderung

hat.

So sind wir Eltern darauf angewiesen,

eine gute Einrichtung der Behindertenhilfe

zu finden, wo unser Kind umfassend

betreut, gepflegt und gefördert wird.

Es soll sich wohlfühlen und gerne seine

Ferientage dort verbringen.

Nun, wir als Eltern von Dominik, der mit

einem Down-Syndrom geboren wurde,

haben diese Einrichtung mit dem Kinderheim

St. Johann in Zußdorf seit vielen

Jahren gefunden.

Durch Eltern empfohlen, deren Kind

bereits als „Ferienkind“ dort betreut

wurde, und nach einem ausführlichen

Vorstellungsgespräch mit der damaligen

Heimleitung, haben wir uns entschlossen,

Dominik zur Kurzzeitbetreuung im Kinderheim

St. Johann anzumelden.

Diese Entscheidung war nicht einfach,

aber unbedingt notwendig zur Entlastung

und Entspannung unserer Familiensituation,

aber auch für Dominik, der

in den Ferien neue Kontakte knüpfen

konnte und seine Freunde aus der

Schule nicht so sehr vermisste.

Wenn wir uns zurück erinnern, waren

die ersten Ferienjahre sehr schwer für

uns. Der Prozess des Loslassens war

schmerzhaft. Eine der vielen Fragen,

die uns über den Tag hinweg verfolgte,

möchte ich kurz schildern:

Wie geht es unserem Dominik? Wird

er gut betreut? Wie nimmt er die für

ihn neue Umgebung wahr? und vieles

mehr …

Eltern mit einem Kind mit Behinderung

sind besonders ängstlich und sehr zurückhaltend,

wenn es um Veränderungen

geht. So haben wir in den ersten Jahren

den Aufenthalt von Dominik im Kinderheim

St. Johann auf einen kürzeren Zeitraum

begrenzt, um uns beidseitig an die

neue Situation zu gewöhnen. Aber jedes

Mal, wenn wir Dominik nach den Ferienaufenthalten

nach Hause holten, hatte

er sich sehr positiv weiterentwickelt.

Heute ist Dominik schon seit 10 Jahren

regelmäßiger Feriengast im St. Johann.

Es ist schön zu sehen, wie ihm die Umgebung

inzwischen vertraut geworden

ist, er alleine aus dem Auto aussteigt und

von bekannten Mitarbeitern, aber auch

anderen Bewohnern, begrüßt wird.

Als besonders hilfreich und wichtig bewerte

ich das Angebot der Einrichtung,

Kinder auch während der Schulzeit in

Kurzzeitpflege aufzunehmen, wenn die

familiäre Situation dies erfordert. So war

es mir dieses Jahr möglich, einen längeren

Kuraufenthalt wahrzunehmen.

Es ist beruhigend zu wissen, dass es in

schwierigen Zeiten oder auch in Notfallsituationen

für uns Möglichkeiten der

Unterstützung gibt.

Neben diesen ganz konkreten Sorgen

von uns Eltern um unser Kind sind

nebenbei natürlich noch die organisatorischen

Fragen zu klären:

Wer ist zuständig für die Finanzierung

eines solchen Ferienaufenthalts?

Wo müssen die Anträge gestellt

werden?

Wie viele Betreuungstage stehen

unserem Kind zu?

Aber auch bei diesen Fragen ist man

nicht auf sich allein gestellt, sondern

erhält durch den Sozialdienst der Einrichtung

Beratung und Hilfestellung.

So stellten auch wir vor einigen Jahren

unseren ersten Antrag auf Verhinderungspflege

bei unserer Pflegekasse und

nahmen Kontakt mit dem zuständigem

Sozialamt auf, um die Kostenübernahme

für den Ferienaufenthalt zu bekommen.

Diese Behördengänge waren nicht immer

einfach, kosteten Zeit und manchmal

auch Überwindung. Aber auch hierbei

bekam ich mit der Zeit Sicherheit und das

Stellen der entsprechenden Anträge wurde

zur Routine.

Ich möchte allen Eltern Mut machen,

diesen Schritt zu wagen, sich von dem

„Papierkram“ nicht abschrecken zu lassen

und die speziellen Hilfen für Familien mit

besonderen Kindern wahrzunehmen.

Bei Unsicherheiten unterstützt der Sozialdienst

der Einrichtung jeden gerne.

• Ruth Schädler aus Ravensburg

Therese Huber schreibt

über das Ehrenamt

„Das Ehrenamt hat mich sehr glücklich

gemacht. Im Jahre 1990 erhielt ich vom

Kinderheim St. Johann in Zußdorf eine

überraschende Anfrage. Es ging darum,

einem kleinen schwerbehinderten Buben

die Möglichkeit zu bieten, immer wieder

zu mir zu kommen, also Wochenenden

und später Ferien bei mir zu verbringen.

Nach kurzer Bedenkzeit stimmte ich zu.

Da ich noch berufstätig war, bemühte

ich mich um den Vorruhestand. Außerdem

musste ich mit der Heimleitung (bei

der ich angestellt war) alles regeln, dass

wir im Josefinenstift wohnen konnten.

alles wurde gern genehmigt.

Als dann der kleine Mann zu mir kam,

nahm ich ihn auf den Schoß und fragte

ihn: „Willst du zu der Oma kommen?“

er schaute mich an und nickte mit dem

Köpfchen. Da war’s um mich geschehen.

Die Liebe zog in mein Herz ein

und ich war fest entschlossen, dem

Kind nebst dem Heim in Zußdorf hier

eine zweite Heimat zu bieten.

Zunächst einmal musste ich viel lernen,

denn ich bin unverheiratet und

habe nie eigene Kinder gehabt. Jedoch

meine ganze Umgebung, die Gruppenleitung

in Zußdorf, sowie die Ordensschwestern

im Josefinenstift und auch

meine Kolleginnen in der Schule unterstützten

mich beständig.

Das war für mich eine anstrengende

und sehr glückliche Zeit. Bald waren wir

im Stadtbild ein gern gesehenes Paar.

Manuel war ein fröhliches Kind und

Kinder eingeladen.

Alle bemühten

sich sehr um Manuel.

Er konnte an

allen Aktivitäten

teilnehmen und

lernte viel dabei.

Es war mir stets

ein Anliegen, soziale

Beziehungen

aufzubauen. So

hat Manuel das

Gefühl, in unserer

kleinen Stadt nicht

„außen vor“, sondern

stets dabei

zu sein. Wir durften

auch immer

wieder schöne

Feste, z.B. Erstkommunion

und

Firmung miteinander

feiern.

So sind die Jahre

vergangen. Noch

immer kommt

Manuel gerne zu

seiner „Omi“, begleitet

von Frl. Conni, die mir tatkräftig

hilft; denn inzwischen bin ich 75 Jahre

alt geworden.

Ich danke Gott und allen, die uns

geholfen haben in diesen Jahren und

kann täglich spüren: „Das Ehrenamt

hat mir Glück gebracht“.

• Therese Huber

Ihre Meinung ist uns wichtig

Angehörigenbefragung im Kinderheim St. Johann und in der Sonderschule St. Christoph

Wir möchten unsere Arbeit noch

besser machen und uns noch besser

auf Ihre Wünsche und auf Ihre Erwartungen

einstellen. Deshalb haben wir

für das Frühjahr 2009 eine Angehörigenbefragung

geplant. Wir möchten

von Ihnen erfahren, was bereits gut

und erfolgreich ist, aber auch wo es

sehr kontaktfreudig. Er konnte jedoch

nicht laufen und musste im Wägelchen

gefahren oder getragen werden.

Dies änderte sich, als er 2 x mit dem

Pilgerzug nach Lourdes fuhr. Jedesmal,

wenn er heimkam, war es besser, sodass

man schon von einem Wunder

sprechen kann.

Dann wurden wir 3 x von der Pfarrgemeinde

zu Freizeiten für Eltern und

Entwicklungs- und Verbesserungsbedarf

gibt.

Wir hoffen dabei auf Ihre Unterstützung.

Denn je mehr Rückmeldungen

wir erhalten, desto hilfreicher sind

die Ergebnisse für unsere Arbeit.

Selbstverständlich werden Sie im

Jakobusboten über die Auswertung

informiert.

Wir sind auf Ihre Meinung gespannt.

• Heidi Merkle

16 Der Jakobusbote 2. Ausgabe 2008

17


Informationen zur Finanzierung einer Kurzzeitbetreuung

Liebe Leserinnen liebe Leser

Stellenanzeigen Ehrenamt

Im Sommer 2008 wurde das Pflegeweiterentwicklungsgesetz verabschiedet,

das u.a. zahlreiche Änderungen im Leistungsrecht des SGB XI beinhaltet.

Im Rahmen des bisher schon bestehenden Anspruchs auf Kurzzeitpflege

wurde ein spezieller Anspruch auf Kurzzeitpflege für Kinder in Einrichtungen

der Behindertenhilfe geschaffen.

Bisher konnte ein Kurzzeitaufenthalt im Kinderheim St. Johann ausschließlich

über die Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI

durch die Pflegekassen finanziert werden.

Mit der Gesetzesreform eröffnen sich neue, zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten:

Pflegebedürftige Kinder unter 18 Jahren haben seit der Einführung des neuen

Gesetzes einen speziellen Anspruch auf vollstationäre Kurzzeitpflege

nach § 42 SGB XI in einer geeigneten Einrichtung der Behindertenhilfe.

Der Anspruch ist auf vier Wochen im Kalenderjahr beschränkt und

bezieht sich auf einen Gesamtbetrag von insgesamt 1470 Euro jährlich.

Dabei ist zu beachten, dass von den Pflegeversicherungen in der Regel

im Rahmen der stationären Kurzzeitpflege nur die pflegebedingten Aufwendungen

erstattet werden.

Das heißt: Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen,

die im Pflegesatz enthalten sind, werden nicht übernommen.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies:

• 60 % des Pflegesatzes sind zuschussfähig und werden von den

Pflegekassen übernommen

• die verbleibenden 40 % des Pflegesatzes werden im Rahmen der

eingliederungshilfe nach § 53 SGB XII finanziert.

Zuständige Behörden für dieses Antragsverfahren sind die Landratsämter

d.h. insbesondere die des Kreissozialamtes des Wohnorts.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich jederzeit zur

auskunft zur Verfügung. Wir beraten Sie gerne.

Ansprechpartnerin:

St. Jakobus Behindertenhilfe

Kinderheim St. Johann

Isolde Wagner

Sozialdienst

Tel: 07503 / 927-129

e-mail: isolde-wagner@st-jakobus-behindertenhilfe.de

Termine - Kurznachrichten

Unser „Jakobusbote“ wird erst richtig

bunt durch die Vielzahl der Artikel

und die Vielfalt der Berichtschreiber.

Gerne möchten wir Ihnen hier

die Möglichkeit geben, sich schriftlich

zu Wort zu melden. Wenn Sie

uns eigene Berichte liefern, Themen

vorschlagen, die Sie interessieren,

Leserbriefe schreiben oder als Interviewpartner

zur Verfügung stellen,

melden Sie sich bei uns. Sie tragen

dadurch wesentlich zum Gelingen

dieser Zeitung bei.

Ihre Beiträge sollten nach Möglichkeit

mit PC geschrieben, auf CD gespeichert

sein oder als Email gesendet

werden. Wir nehmen aber gerne auch

Schreibmaschinen – geschriebene oder

handgeschriebene Texte entgegen.

Herzlichen Dank bereits für Ihre Unterstützung!

Auch diese Möglichkeit

ist eine Form von ehrenamtlicher

Mithilfe.

Gerne stehen wir Ihnen unter folgender

Anschrift zur Verfügung:

Sr. M. Veronica Haug

St. Jakobus Behindertenhilfe

Hoferweg 6

88 239 Wangen

07528/928 615

sr-veronica@

st-jakobus-behindertenhilfe.de

Die nächste Ausgabe des „Jakobusboten“

erscheint vor Ostern 2009.

Redaktionsschluss ist der 13.02.2009.

Alle Texte, die später eingehen,

können frühestens in der Sommerausgabe

2009 berücksichtigt werden.

Unterstützung von Erwachsenen

mit Behinderung bei der Arbeit mit

dem Computer. Diese Anfrage gilt

für Haslach und Amtzell.

Anfragen an:

Carolin Bucher,

Tel. 07528/928-622 oder

carolin-bucher@

st-jakobus-behindertenhilfe.de

Begleitung von Wohngruppen in

St. Konrad Haslach auf Ferienfreizeiten

oder Ausflügen als zusätzliche

Begleitperson neben den

Fachkräften.

Anfragen an:

Carolin Bucher,

Tel. 07528/928-622 oder

carolin-bucher@

st-jakobus-behindertenhilfe.de

St. Johann Zußdorf: Eine regelmäßige

Begleitung zum Spazierengehen

und auf den Spielplatz gehen

für ein elfjähriges Mädchen; diese

Aufgabe ist längerfristig angelegt,

da Beziehungsaufbau wichtig ist.

Anfragen an:

Barbara Kunze,

Tel. 07503/927-131 oder barbara-kunze@

st-jakobus-behindertenhilfe.de

Helfer für kleinere „Verschönerungsmaßnahmen“:

Nähen von

Vorhängen, Kissen, Basteln von

Dekoration für Gruppenräume,

Zimmer.

Anfragen an:

Barbara Kunze,

Tel. 07503/927-131 oder

barbara-kunze@

st-jakobus-behindertenhilfe.de

Ferienangebote … Begleitung zum

Schwimmen, Bummeln, Wandern

… für Kinder, Jugendliche und junge

Erwachsene.

Anfragen an:

Barbara Kunze,

Tel. 07503/927-131 oder

barbara-kunze@

st-jakobus-behindertenhilfe.de

Begleitung zum Einkaufen als Trainingsmaßnahme

… sporadisch …

mit einzelnen Kindern und Jugendlichen

… in Zußdorf.

Anfragen an:

Barbara Kunze,

Tel. 07503/927-131 oder

barbara-kunze@

st-jakobus-behindertenhilfe.de

Fahrdienste zu Arzt- oder sonstigen

Therapiestunden, Zubringerdienst

zum Bahnhof für erwachsene

Menschen mit Behinderung in

St. Konrad Haslach.

Anfragen an:

Carolin Bucher,

Tel. 07528/928-622 oder

carolin-bucher@

st-jakobus-behindertenhilfe.de

Begleitung für erwachsene Menschen

mit Behinderung, die gerne

„Alle Neune“ kegeln, 14-tägig in

Haslach.

Anfragen an:

Carolin Bucher,

Tel. 07528/928-622 oder

carolin-bucher@

st-jakobus-behindertenhilfe.de

St. Johann Zußdorf: Wir suchen

eine Begleitung zum therapeutischen

Reiten einmal pro Woche

oder 14tägig für einzelne Jugendliche.

Anfragen an:

Barbara Kunze,

Tel. 07503/927-131 oder

barbara-kunze@

st-jakobus-behindertenhilfe.de

Für den Bereich „Offene Hilfen“

kreative, kindbezogene Projektangebote

… z. B. Bewegung, basale

Angebote, Erlebnispädagogik, Basteln,

Malen etc.

Anfragen an:

Barbara Kunze,

Tel. 07503/927-131 oder

barbara-kunze@

st-jakobus-behindertenhilfe.de

Unterstützung von Menschen mit

Behinderung, die in einer eigenen

Wohnung leben bei der Hausarbeit

(z.B. gemeinsam Kochen).

Anfragen an:

Carolin Bucher,

Tel. 07528/928-622 oder

carolin-bucher@

st-jakobus-behindertenhilfe.de

Termine Dezember 2008 – April 2009

Begleitung von Menschen mit

19. Dezember 08: Letzter Schultag vor den Weihnachtsferien, Weihnachtsspiel in St. Johann

Behinderung (z.B. Spaziergang,

21. Januar 09: Praxisreflexionstreffen des FSJ-Trägers Wernau in St. Johann

Schwimmbadbegleitung, Sport,

20. Januar 09: Senioren von St. Konrad stellen ihren Bereich beim Seniorennachmittag

Ausflüge…) im Förder- und Betreuungsbereich

der Pfarrgemeinde vor: (St. Konrad)

von St. Konrad

Mitte Februar 09: Erwachsenenbildung in der Seelsorgeeinheit „An der Argen“:

Haslach.

Thema: Rollstuhl, Blindenstock, Barrierefreiheit: (St. Konrad)

Anfragen an:

14. Februar 09: Tag der offenen Tür, Kurzzeitgruppe in St. Johann

Sr. Veronica,

22. Februar 09: Fasnetsumzug mit den „Hopfentröpfle“ in Haslach

Tel. 07528/928-615 oder

23. Februar 09 Rosenmontagsball in St. Konrad

sr-veronica@st-jakobus-behindertenhilfe.de

21. April 09: Konradsfest in St. Konrad

1815. – 17. Mai 09: Familienwochenende in Langenargen „Zeit haben tut gut“

Der Jakobusbote 2. Ausgabe 2008

19


St. Johann Zussdorf

Wünsche, Wünsche, Wünsche….

Vieles wäre möglich, wenn das liebe Geld nicht wäre…..

Um trotzdem noch einiges zu ermöglichen,

werden Spendengelder

auch direkt für unsere Bewohner

und Bewohnerinnen zur Unterstützung

eingesetzt.

Sr. Felicitas, Gruppenleiterin und

Heilpädagogin in der Gruppe

„Vergissmeinnicht“ in St. Johann,

berichtet über konkrete finanzielle

Unterstützung für die ihr anvertrauten

Kinder und Jugendlichen.

„Dank der großzügigen finanziellen

Unterstützung durch die Bereichsleitung

konnten wir schon viele

Maßnahmen möglich machen. Hier

einige Beispiele, was wir – Dank

Ihrer Spenden – ermöglichen konnten.

- Finanzierung von Freizeiten (der

Freizeitzuschuss vom Kostenträger

wurde ersatzlos gestrichen)

- Kilometerabrechnung für die Ausflüge

- Geburtstagsgeschenke für Bewohner,

die kaum oder wenig Taschengeld

zur Verfügung haben

- Finanzierung von Lourdes-Wallfahrt

(einen Teil finanziert die Einrichtung,

der Rest über Taschengeld,

Spendenkonto oder Eltern)

- Weihnachtsgeschenke bzw. Zuschüsse

dazu für Bewohner mit

wenig oder kaum Taschengeld

(Weihnachtsbeihilfe wurde ebenfalls

vom Kostenträger gestrichen)

- Anschaffungen für die Gruppe

wie: Dekorationsmaterial (z.B.

Lichterschläuche, Bilder)

- Spielmaterial (z.B. für Sandkasten

oder Garten)

- Material zur Förderung und

Wahrnehmung, welches allen BewohnerInnen

zur Verfügung stehen

und nicht über Taschengeld

angeschafft werden kann (wie

Hängematte, Schaukel, Tastspiele,

Massagematte, Wassersäule)

- Kleinmöbel, die nicht über den Investitionsplan

genehmigt werden

Auch im Namen unserer Kinder und

Jugendlichen möchte ich mich ganz

herzlich auf diesem Wege für all Ihre

Großzügigkeit bedanken.“

• Sr. M. Felicitas

„Sommernachlese“

Der Gruppe „Vergissmeinnicht“

in Freizeit in Oberstaufen

Kurz entschlossen planten wir für die

Sommerferien eine Freizeit mit vier

unserer Kinder, die keine Möglichkeit

hatten, nach Hause zu fahren.

Wir konnten „über ein paar Ecken“

eine Ferienwohnung ausfindig machen,

die genau den Zeitraum über

frei war, den wir angedacht hatten.

So erlebten wir vier wunderschöne

abwechslungsreiche Tage im Oberallgäu.

Die Zeit war ausgefüllt mit spazieren

gehen, baden im Alpsee und

im Familienbad Aquaria. Oder wir

spielten einfach nur im Garten, sandelten,

genossen die Schaukel und

wir ließen es uns gut gehen.

• Sr. M. Felicitas

St. Konrad Haslach

„Masithi“ auch in der

Wangener Kulturnacht

aktiv mit von der Partie

Jährlich bietet am ersten Freitagabend

im August die Stadt Wangen die Kulturnacht

an. Sie ist nicht nur bei den Künstlern

und Chören sehr beliebt, sondern

auch bei den Gästen von nah und fern,

die sich verzaubern lassen.

Dieses Jahr konnten auch die Mitglieder

von Masithi ihren Beitrag zur Kulturnacht

bringen. Bei strömendem Regen suchten

SängerInnen und MusikerInnen unseren

zugewiesenen Auftrittsort in der Altstadt.

Der Regen ließ es aber nicht zu, dass wir

auch dort unseren musikalischen Beitrag

darbieten konnten. Die ganze Veranstaltung

wurde ins schöne historische Rathaus

verlegt. Schon im Eingangsbereich

des ehrwürdigen Gebäudes begrüßte

uns Oberbürgermeister Lang persönlich

mit Handschlag. Nach einer Wartezeit,

andere Künstler waren zeitlich zuerst an

der Reihe, durften wir im voll gefüllten

Dachgeschoss des Hauses unsere Lieder

präsentieren. Sr. M. Veronica gab eine

kurze Einführung zu den jeweiligen Lieder

und animierte auch immer wieder die

Gäste zum Mitsingen.

Zu Beginn des Auftritts mussten wir uns

an das ungewohnte Ambiente und die

vielen „hochgestellten“ Persönlichkeiten

im Zuschauerraum gewöhnen. Aber die

Freude der Darbietung überwog schließlich

und die Aufregung legte sich langsam.

Zwischen den einzelnen Liedern

erklang immer wieder begeisterter Applaus

aus dem Publikum, was uns noch

mehr anspornte und animierte.

Im Nachhinein betrachtet sind wir den

Organisatoren der Kulturnacht sehr

dankbar, dass wir mit unseren christlichen

Liedern als festen Bestandteil auftreten

konnten.

Die Spenden, die an diesem Abend

zusammenkamen, werden wir für den

Ausbau unseres Sinnesgartens in St.

Konrad verwenden.

Weil uns das Singen mit Sr. Veronica

und Frau Stark viel Spaß macht, vor

allem wenn unser Chor außerhalb der

Einrichtung auftreten darf, freuen wir

uns schon alle auf das kommende Jahr

in Wangen. Hoffentlich können wir

unsere Lieder dann bei warmer Witterung

im Freien singen.

• Matthias Binetsch

Bischof Dr. Gebhard Fürst

stellt handsignierten

k-lumet in St. Konrad

Haslach her

Bischof Dr. Gebhard Fürst besuchte

nach der Firmspendung in der Pfarrkirche

in Amtzell mit den Ortspfarrern

Dr. Martin Schniertshauer und Rudi

Kaiser St. Konrad Haslach. Unser

Chor Masithi empfing den Bischof mit

einem schwungvollen Lied. Im Namen

aller Bewohnerinnen und Bewohner

wurde der hohe Gast herzlich von

Geschäftsführer Helmut Müller begrüßt.

Gerne kommt Bischof Fürst der

Einladung des Geschäftsführers nach,

einen k-lumet herzustellen.

Musikalisch wurde der Bischof durch

Masithi mit dem Lied „Freuet euch

allezeit“ empfangen. Freude stand

den Sängerinnen und Sängern im Gesicht

und alle Anwesenden erlebten

die Herzlichkeit der behinderten

Menschen. Der Geschäftsführer der

St. Jakobus Behindertenhilfe, Helmut

Müller, brachte ebenfalls seine Freude

zum Ausdruck. Helmut Müller

betonte besonders, dass es nicht nur

eine schöne Geste des Bischofs sei,

mit den übrigen geladenen Gästen

nach St. Konrad zum Mittagstisch zu

kommen, sondern dass es dadurch

auch ein Zeichen der Verbundenheit

darstelle. Er lud den Bischof ein,

einen Kaminanzünder „k-lumet“

herzustellen. Heidemarie Pilecka, Beschäftigte

in unserer WfbM, leitete

den Bischof an und erklärte die einzelnen

Schritte sicher. Nach getaner

Arbeit signierte Bischof Dr. Gebhard

Fürst den Kaminanzünder. Dadurch

war das Projekt „hergestellt

von prominenten Persönlichkeiten“

eröffnet.

Beim anschließenden Mittagessen

informierte sich der Bischof über die

Aufgaben der Behindertenhilfe St.

Jakobus. Im Gespräch erfuhr Dr. Fürst

auf Nachfrage von Sr. Veronica, wie

viele Menschen hier wohnen, arbeiten

und betreut werden.

Zum Schluss wurde Bischof Gebhard

von Helga Venohr, Bewohnerin von

St. Konrad, ein biblisches Bild mit

dem Titel „Emausjünger“ überreicht.

• Sr. M. Veronica Haug

Impressum

Inhaltliche Verantwortung

Sr. M. Veronica Haug, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Gemeinnützige St. Jakobus Behindertenhilfe GmbH

Geschäftsführer:

Helmut Johannes Müller

Zuschriften und Kontakt an St. Konrad Haslach

Hoferweg 6

88239 Wangen

Telefon 07528/928 0

Fax 07528/927 613

E-Mail

kontakt@st-jakobus-behindertenhilfe.de

Homepage

www.st-jakobus-behindertenhilfe.de

www.st-konrad-haslach.de

Zuschriften und Kontakt an St. Johann Zußdorf

kirchbühl 1

88271 Wilhelmsdorf

Telefon 07503/927-0

Fax 07503/927-109

E-Mail

kontakt@st-jakobus-behindertenhilfe.de

Homepage

www.st-jakobus-behindertenhilfe.de

www.kinderheim-st-johann.de

Registergericht Wangen:

Registernummer HRB 52 88

Finanzamt Wangen:

Steuernummer 91065/20076

Name und Sitz der Gesellschaft:

Gemeinnützige St. Jakobus Behindertenhilfe GmbH

Schlossberg 3

89 165 Dietenheim

Gestaltung und Herstellung:

Druckerei Kleb, 88239 Wangen-Haslach

20 Der Jakobusbote 2. Ausgabe 2008

21


St. Johann Zussdorf

Die Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe:

Terima Kasih!

Bericht von der Gewinner-Reise nach

Indonesien

Was würde uns erwarten?

Einerseits bange, andererseits aufgeregt

fragten wir uns dies beide, als wir

unseren Flug nach Indonesien antraten.

Es war für uns beide der erste

Langstreckenflug unseres Lebens, eine

Reise in ein exotisches Land, mit einer

völlig anderen Kultur und Menschen

mit anderen Religionen. Aber alle Aufgeregtheit

und Ängste waren im Nu

verflogen, als wir am Flughafen von

Yogyakarta ankamen. Das Team des

örtlichen Caritas-Büros empfing uns

mit einer Herzlichkeit, dass wir uns im

Grunde gar nicht mehr in der Fremde

fühlten. »Willkommen zu Hause, liebe

Kollegen«, rief uns der Öffentlichkeitsarbeiter

Yudha Winarno als erstes zu.

»Schließlich sind wir eine Caritas-Familie.«

kannten. Unter anderem waren wir

bei einem Vortrag für Frauen dabei,

der dazu diente, Behinderungen frühzeitig

zu erkennen und Fördermöglichkeiten

Bescheid zu wissen.

Als wir bei einem Querschnittsgelähmten,

den die Caritas dort betreut, zu

Hause sein durften, überwältigte uns

angesichts der offensichtlichen Armut,

die dort herrschte, die große Gastfreundschaft.

Diese Leute sind arm,

aber haben ein großes Herz, dachten wir.

Wir haben sehr viel gelernt. Auch

einen Ausdruck, den wir all unseren

netten und engagierten Caritas-KollegInnen

in Indonesien nicht oft genug

wiederholen können: Terima kasih.

Das ist indonesisch und heißt Dankeschön.

• Heike Peters

Theodor Schönenberg

Sr. M. Veronica Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

bereichsleitung Tagesstruktur

Helmut J. Müller Geschäftsführer, St. Jakobus Behindertenhilfe

Carolin Bucher Bereichsleitung Wohnen, Haslach

Prof. Dr. rer. soc. Sigrid Kallfaß Hochschule Ravensburg-Weingarten

Theodor Schönenberg Sonderschullehrer, St. Christoph

Petra Seitz Heilerziehungspflegerin

Barbara Kunze Bereichsleitung Wohnen, Zußdorf

Heidi Merkle Sozialdienst

Jörn Klopfer Heilerziehungspfleger

Sr. M. Felicitas Trück Heilpädagogin

Claudia Nothdurft Heilerziehungspflegerin

Norma Sperlich-Osterkorn Heilerziehungspflegerin

Klaus Günthner Schüler der Heilerziehungspflegeausbildung

André Schmidt Schüler, St. Christoph

Horst Bantel Rechtsanwalt

Familie Fischer Angehörige

Ruth Schädler Angehörige

Therese Huber Angehörige

Werner Karrer Inhaber Malerbetrieb & Farbenfachgeschäft

Matthias Binetsch Heilerziehungspfleger

Neujahrswünsche an den lieben Gott

Die nächsten Tage merkten wir kaum,

wie die Zeit verging, so reich ausgefüllt

und spannend war die Zeit. Wir

besuchten zunächst den »Indriasana

Pandak I« Kindergarten. Beim Erdbeben

2006, so erfuhren wir, wurden

30 Kindergärten schwer beschädigt

oder zerstört.

Es war beeindruckend mitzubekommen,

wie Kindergartenträger, Lehrer,

Eltern und die betroffenen Kinder

gemeinsam bei der Renovierung,

Planung und Umbau zusammenarbeiteten.

Bei uns würde man so etwas

wahrscheinlich nur dem Diktat eines

»Experten« überlassen.

Sehr eindrucksvoll war es auch, direkt

mit gemeinwesenorientierter Arbeit

in Berührung zu kommen – etwas,

das wir bisher nur aus der Theorie

Darf ich dir, lieber Gott, anlässlich Neujahr meine besten Wünsche entbieten

samt dem Versprechen, besser mein Bestes zu tun? Darf ich dir auch

sagen, was ich gern zu Neujahr hätte? – Höre denn, lieber Gott!

- Ich hätte gern einen neuen Kopf, mit diesem hier wollte ich schon so

oft durch die Wand, ich habe ihn in schweren Zeiten unschön hängen

lassen, und zwischendurch habe ich ihn auch schon einige Male verloren.

- Schenke mir auch bitte neue Augen. Zurzeit verliere ich so viele wichtige

Dinge aus den Augen. Ich sehe alles so oft schwarz-weiß, gern sähe

ich alles wieder in Farbe.

- Vielleicht hast du für mich auch eine neue Nase. Meine habe ich vor

so vielen gerümpft; ich stecke sie auch überall hinein, wo es nicht sein

müsste.

- Eine andere Zunge käme mir auch ganz gut zustatten! Die ich jetzt

habe, ist bereits ein wenig scharf geworden, sie redet zu viel und kritisiert

auch gern. Zwischendurch spreche ich auch schnell einmal zweideutig.

- Selbst neue Ohren könnte ich brauchen. Ich stecke bis über beide in

Arbeit und Sorgen. Das eine Ohr klingt vom Tratsch um mich herum, das

andere ist fast taub; es hört wenig Gutes und Fröhliches. Ich möchte gern

wieder ruhig schlafen können.

- Und dann meine Zähne, lieber Gott, ich muss sie oft zusammenbeißen.

Ich habe sie auch des Öfteren gezeigt. Manchmal stehen zu viel

Haare darauf und manchmal zu wenig.

- Und dann zum Schluss, lieber Gott, mein Mund! In der letzten Zeit

habe ich so einen großen Mund. Ich nehme ihn schnell zu voll. Er hat das

Singen und auch das Pfeifen verlernt, und er schweigt, wenn er sprechen

sollte. Gib mir einen etwas kleineren, der wieder herzlich lachen kann.

- Und dann, ja, wenn ich noch um eine ganz kleine Zugabe bitten darf,

sorge dann bitte auch noch für neue Ellbogen. Ich habe damit so

fest gearbeitet und gestoßen, dass sie ganz abgenützt sind. Ich

habe bald keine mehr.

Ich danke dir sehr, lieber Gott!

22


Jakobusbote

St. Konrad Haslach · St. Johann Zußdorf

Wohnen

Glauben

Arbeit

Beschäftigung

Freizeit

für Menschen

mit Behinderung

Themenübersicht

Editorial

Leitartikel:

St. Jakobus braucht Sie

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Bischof Gebhardt Fürst

Ausgabe 02/2008

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