Mittwoch, 1. Mai 2013 - St. Michael Weingarten

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Mittwoch, 1. Mai 2013 - St. Michael Weingarten

Eröffnung des Maimonats - 01.05.2013

1

Die Frau und der Drache –

Es ist eines der bekanntesten Bilder aus der Apokalypse, aus

der Geheimen Offenbarung des Johannes.

Ein Bild, das so geheimnisvoll erscheint und so vielsagend ist.

Es gibt den Drachen, in vielen Erscheinungsformen. Eines aber

haben alle Erscheinungsformen gemeinsam: das Beharrungsvermögen,

also die ungeheure Energie, mit der er versucht, die

Menschen an die Erde, an die irdischen Dinge zu binden.

Nehmen Sie einen Sonnentag, ein Fest, ein Konzert, einen Park,

einen Strand, Restaurant, immer werden Menschen, egal wo, ins

Smartphone schauen, in der Angst, etwas zu verpassen.

Man möchte alles und verliert alles.

So beginnt das große Verschlingen.

Zeit ist Geld. Also verschlingt das Geld unsere Zeit.

Arbeit wird zum Selbstzweck. Also wachsen unsere Kinder bei

fremden Menschen auf.

Rationalisierung ist Trumpf. Also werden unsere Kranken und

Alten von den Betriebskosten gefressen.

Steuermoral wird in einer sonst moralfreien Gesellschaft großgeschrieben.

Also werden die Bürgerrechte außer Kraft gesetzt.

Schrankenlose Oekonomie hat absoluten Vorrang. Also werden

ganze Länder entmündigt.

Sie sehen, der Drache lebt und ist dabei, uns zu verschlingen.

Da wirkt das Bild von der kosmischen Frau wie eine Erlösung.

Auch ihr Kind soll vom Drachen verschlungen werden. So wie

dies auf dem Gebiet der EU jährlich 1, 6 Mio Kindern passiert,

ohne jeden Widerspruch von den sonst so laustarken Menschenrechtsaposteln.

Das Kind der Frau wird gerettet. Und die Frau auch. Beide werden

entrückt, werden in die Sicherheit Gottes gebracht. Diese

Sicherheit ist gewährleistet in einer anderen Welt, in der die Regeln

dieser Welt nicht greifen. Ein Teil dieser Welt reicht in unsere

Welt hinein. Ein Teil aus der Welt des Glaubens.


Eröffnung des Maimonats - 01.05.2013

2

Für diesen Teil steht die Kultur der Kirche. Ihre Aufgabe ist,

sich durch den Glauben die Unabhängigkeit von der Welt zu

bewahren. „O Mensch, Du bist für den Himmel bestimmt. Erinnere

Dich an Deine Bestimmung!“ Das ist deswegen ihre Botschaft.

„O Mensch, sag Ja zu Gottes Willen!“ Das macht die Kirche mit

der Person Mariens vergleichbar. Und darum wird uns Maria

zum Vorbild, in ihrer unverbrüchlichen Treue zu ihrem Sohn,

zu Gottes Willen, durch dick und dünn.

Jürgen Olf, 2013

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