Sonderpfarrbrief zur Verabschiedung unserer Schwestern/Oktober ...

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Sonderpfarrbrief zur Verabschiedung unserer Schwestern/Oktober ...

1909 –2010

Eine Epoche geht zu Ende

Auflösung der Niederlassung Weingarten

der Barmherzigen Schwestern

vom Heiligen Kreuz

Pfarrbrief-Sonderdruck zum Erntedank-Sonntag

3. Oktober 2010


Pfarrbrief Nr. 106 Seite 2


Seite 3

Grußwort

Jürgen Olf

Pfarrer von St. Michael, Weingarten

Unsere Schwesternstation wird

aufgelöst. Im letzten Jahr ist sie

100 Jahre alt geworden. Jetzt, gerade

ein Jahr später, wird sie geschlossen.

Das erfüllt viele in

Weingarten mit Trauer.

Und gar nicht wenige wollen es bis

heute nicht wahrhaben. Dabei ist

der Schwund, diese unheimliche

Abnahme in allen Berufungen in

den Weinberg des Herrn, inzwischen

für jeden unübersehbar geworden.

Glaube, und gar die Kirche,

scheinen sich nicht mehr zu

lohnen für den ganzen Einsatz eines

Lebens. Den aber braucht es,

wenn es den Menschen und der

Gesellschaft gut gehen soll. Die

höchste Form aus meiner Sicht

wäre es, einfach um Gottes Willen

für die Menschen da zu sein. Dafür

standen die Schwestern in den

Gemeinden immer in hohem Ansehen.

Die Pfarrer kommen und

gehen, und man ist durchaus

dankbar, wenn sie keinem besonderen

Spleen unterliegen.

Die Schwestern aber wurden zu

allen Zeiten in den Gemeinden

hochgehalten und haben dort eine

ungeheure Wertschätzung erfahren.

Über ihre Schwestern ließen

die Menschen nichts kommen. Die

waren für sie da, im Kindergarten,

am Krankenbett, in 1000 Alltagsfragen

und im Gebet. Und das alles

taten sie um Gottes Lohn. Und

darum erfuhren sie „Alle Achtung“.

Und darum war, wenn eine von ihnen

ging, die Trauer immer groß.

Und darum ist, wenn die letzte von

ihnen geht, die Trauer in der Gemeinde

besonders groß. Wer sollte

das nicht verstehen?

Und darum sind wir am Erntedanktag

dieses Jahres unendlich traurig

und unendlich dankbar zugleich!

Und darum bleibt uns nur noch zu

sagen: Der Herr hat gegeben, der

Herr hat genommen. Der Name

des Herrn sei gepriesen. Und die

Schwestern vom Heiligen Kreuz in

Hegne sollen unvergesslich bleiben

in unseren Herzen und eingebrannt

in die Geschichte unserer

Pfarrgemeinde.

Liebe Schwestern von Hegne!

Möge all das, was Ihr uns getan

habt, was Ihr bei uns geleistet

habt, als Segen zurückfließen in

Eure Gemeinschaft!

Eure dankbare Pfarrgemeinde

St.Michael.


Grußwort

Seite 4

Schwester Benedicta-Maria Kramer

Provinzoberin der Barmherzigen Schwestern

vom Heiligen Kreuz vom Provinzhaus in Hegne

3. Oktober 2010: Erntedankfest in

der Gemeinde -

Dank für die Ernte eines Jahres,

Dank für alles, was im Zusammenspiel

menschlicher Arbeit und göttlichen

Segens wuchs und reifte und

geerntet werden konnte. Den Augen

und allen Sinnen bieten die Erntegaben

einen unüberbietbaren Reichtum

an Formen und Farben, an Duft,

Geschmack und Schönheit - wahrlich

viel Grund zum Dank an Gott

und an all jene, die gepflanzt und

gesät und mit ihrer Sorge und Arbeit

das Wachsen und Gedeihen in der

Natur unterstützen.

3. Oktober 2010: Abschied der

Hegner Schwestern aus der Gemeinde

Weingarten -

Erntedank und Abschied, Bedauern

und wohl auch Wehmut, die mit diesem

Abschied verbunden sind. Wie

passt das zusammen? Eine Brücke

- so meine ich - ist das Danken. Ich

möchte im Namen aller Schwestern,

die in über hundert Jahren in Weingarten

gelebt haben, von Herzen

danken und „Vergelt’s Gott“ sagen.

Segensreiches Wirken geht nur in

der Zusammenarbeit und Verbundenheit

vieler, die sich, in aller Unterschiedlichkeit

der Dienste für das

Ganze, gegenseitig unterstützen und

tragen. Diese Unterstützung, gepaart

mit Wohlwollen und großer Wertschätzung,

war in Weingarten durch

all die Jahrzehnte immer gegeben;

ja, es war so etwas wie das Markenzeichen

für die Niederlassung in

Weingarten.

Nicht zuletzt deshalb war es auch

für uns nicht leicht, uns für die Auflassung

der Schwesternstation zu

entscheiden. Abschiede dieser Art

sind wie alles Loslassen auch für

mich und unsere ganze Ordensgemeinschaft

immer schmerzlich.

Auch allen Schwestern, die in über

hundert Jahren in Weingarten in vielerlei

Diensten für die Menschen da

waren, gilt mein Dank, stellvertretend

für sie alle Schwester Anna-

Xaver und Schwester Stella Maris.

Wir sind dankbar, dass sie zu einem

neuen Auftrag in der Gemeinschaft

bereit sind.

Möge sich für sie und für alle, die

unseren Schwestern in über hundert

Jahren verbunden waren, erfüllen,

was wir in einer Oration unseres

Stundengebetes erbitten:

„Was in Wort und Werk an Gutem

ausgesät wurde, das lass Wurzel

schlagen und wachsen und heranreifen

für die ewige Ernte.“

Sr. Benedicta-Maria Kramer

Provinzoberin


Seite 5

Grußwort

Norbert Strieder

Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Michael

Danke, liebe Schwester Anna-Xaver

für Ihre Zeit mit uns, für Ihre Zeit in der

Betreuung von Kranken, für Ihre Initiativen

im Pfarrgemeinderat, für Ihr Engagement

im Bereich Caritas und Soziales.

Danke, liebe Schwester Stella Maris

für Ihre Zeit hier in unserer Pfarrgemeinde,

für Ihre Präsenz im Haus Edelberg, für Ihr

Zuhören am Krankenbett.

Danke, liebe Schwester Maria-Bergit;

Danke, liebe Schwester Dorothea;

Danke, liebe Schwester Carita;

Danke… , Danke… ; Danke…..

So könnte ich noch die Namen zahlreicher

Schwestern aufführen, die uns in den vergangenen

101 Jahren in Weingarten liebevoll

begleitet, ermuntert und auch betreut

haben.

Es ist eine neue, ungewohnte Situation,

auf die sich die Gemeinde durch den Weggang

der Schwestern einstellen muss. Seit

vielen Jahren waren wir mit Ordensschwestern

gesegnet. Das wird erstmals

nicht mehr so sein. Auch wenn wir es alle

lange nicht wahrhaben wollten, ist heute

der Tag des Abschieds gekommen. In allen

Bereichen unserer Gesellschaft befinden

sich die Ordensgemeinschaften auf

dem Rückzug, obwohl der charismatische

Charme von Gemeinschaften zunimmt.

Dankbare Erinnerung lässt uns heute am

3. Oktober in Weingarten diesen Abschiedsgottesdienst

feiern. Dankbarkeit ist

deshalb an diesem Tag das Erste, was

zum Ausdruck gebracht werden soll, denn

Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens.

Und in unserem Herzen bewahren

wir die Erinnerung an die Begegnungen

mit den Schwestern in all den vergangenen

Jahrzehnten.

Liebe Schwestern, ich möchte aber auch

nach vorne schauen und Ihnen für Ihre

weiteren Schritte in Hegne Gottes Segen

wünschen. Schon morgen werden wir merken,

wie sehr Sie uns fehlen, aber die

Menschen in Hegne werden nun Ihre Wärme

und Fürsorge spüren und sich freuen

dürfen.

Liebe Schwestern!

Die WEGE,

die wir miteinander gegangen sind,

die ZEIT,

die wir miteinander verbrachten,

die GESPRÄCHE,

die wir miteinander führten,

die FREUDE,

die wir miteinander teilten,

die LASTEN,

die wir miteinander trugen,

machten uns reicher, stärkten uns, ließen

uns wachsen und reifen und verbanden

uns.

Wir danken für Ihr großes Engagement,

für Ihren Einsatz und Ihr Wirken in unserer

Gemeinde und für die Kraft und Zeit,

die Sie uns geschenkt haben, wir danken

einfach für alles!


Grußwort

Seite 6

Eric Bänziger

Bürgermeister von Weingarten

Es sind 101 Jahre vergangen, in

denen die Barmherzigen Schwestern

vom Heiligen Kreuz in Weingarten

gewirkt haben. Vieles ist in

dieser Zeit geschehen, viel Gutes

haben die Schwestern in unserer

Gemeinde bewirkt und vieles hat

sich in dieser Zeit verändert.

Wie alle bisherigen Schwestern

wurden auch die Schwestern

Anna-Xaver und Stella Maris vom

Provinzhaus in Hegne im Kreis

Konstanz zu uns in die Pfarrgemeinde

St. Michael nach Weingarten

gesandt.

Schwester Anna-Xaver arbeitete

seit 1998 als Krankenschwester in

unserer Sozialstation Stutensee-

Weingarten und die gelernte Krankenschwester

Stella Maris war seit

2008 direkt in unserer Schwesternstation

und dem Kindergarten

mit Tätigkeiten betraut.

Sie haben Nächstenliebe vorgelebt,

wie sie von uns allen gefordert

ist - getragen und gestärkt

durch ihren Glauben.

Wir haben deshalb allen Anlass,

ihnen dafür heute am Erntedankfest

ein herzliches „Vergelt’s Gott“

zu sagen.

Aufgrund der Nachwuchssorgen

des Ordens werden sie nun in ihrem

Provinzhaus in Hegne dringend

gebraucht und dort mit neuen

Aufgaben betraut.

Im Namen aller Einwohner von

Weingarten wünsche ich den

Schwestern Anna-Xaver und Stella

Maris für die Zukunft alles erdenklich

Gute und Gottes Segen für ihre

weitere Arbeit.

Ihr

Eric Bänziger

In unserer Gemeinschaft waren sie

uns Vorbild für die Arbeit mit und

an den Menschen und haben stets

ihr Bestes zum Wohle derer getan,

die auf Hilfe angewiesen waren.


Seite 7

Grußwort

Bernd Heß

Sozialstation Stutensee-Weingarten

Zur Auflösung der Schwesternstation

in Weingarten ist es der Sozialstation

Stutensee-Weingarten ein

besonderes Anliegen, nicht nur ein

schlichtes Lebewohl zu rufen.

Wir sind unmittelbar und schmerzlich

betroffen, akzeptieren aber das

Unabänderliche und sind voll des

Dankes über eine Jahrzehnte lange

Partnerschaft.

Als Ende der siebziger Jahre des

vorigen Jahrhunderts die Gemeindekrankenpflege

in Stutensee in

vieler Hinsicht notleidend war, gab

es in Weingarten nur Lob und Anerkennung

für die Arbeit der dort seit

langem tätigen Ordensschwestern

und Diakonissen.

Für die von evangelischer Seite in

Stutensee angestrebte Gründung

einer Sozialstation bestand bei den

um Beteiligung gebetenen Gemeinden

in Weingarten wenig Anlass zur

Kooperation. Doch christliche Verbundenheit

ist hier nie ein leeres

Wort gewesen. So ließ sich der damalige

Pfarrer von St. Michael, Bruno

Hill, bereitwillig in die Neuordnung

der ambulanten Pflege in unseren

Gemeinden einbinden und

vermittelte die aus Stutenseer Sicht

notwendige Zusammenarbeit auch

mit seiner Schwesternstation und

dem Ordenshaus in Hegne. Die vertraglich

untermauerte Kooperation

zwischen katholischer und evangelischer

Kirche stützt und fördert

seitdem die Arbeit der Sozialstation

Stutensee-Weingarten unverbrüchlich.

Die Ordensschwestern aus

Hegne, ihre Glaubensstärke und

der daraus strömende Geist christlicher

Nächstenliebe wurden eine

unverzichtbare Stütze beim Aufbau

des Pflegeteams unserer Station,

die in Blankenloch ihre Zentrale erhielt.

Von Anfang an gab es eine enge

Zusammenarbeit der alten und

neuen Schwestern. So wurden Sr.

Meinulpha, Sr. Maria-Linda, Sr. Paschalis,

Sr. Flaviana und zuletzt

Sr. Anna-Xaver zu wichtigen Partnerinnen

im Team unserer Sozialstation.

Sie waren Vorbild und bleiben

in Erinnerung.

Die Auflösung der Schwesternstation

in Weingarten ist ein Verlust für

uns, den wir nicht ersetzen können.

Doch es bleibt die tiefe Dankbarkeit

für die in Gemeinsamkeit geleisteten

Dienste und die Zuversicht, dass

St. Michael in Weingarten die Arbeit

der Sozialstation Stutensee-Weingarten

weiterhin so wohlwollend wie

bislang begleitet und mitträgt.

Für alle Mitarbeiterinnen und

für den Vorstand der Sozialstation

Bernd Heß


Grußwort

Konrad Breindl

Elisabethenverein

Reflexion

Pfarrer Jürgen Olf

Am Erntedankfest muss unsere Pfarrgemeinde

St. Michael Abschied nehmen von

ihren Schwestern. Mit Wehmut, ja mit

Trauer, nimmt der Elisabethenverein Abschied

von Sr. Anna-Xaver und von Sr.

Stella Maris und denkt dabei an all die vielen

Schwestern, die im Lauf von über 100

Jahren segensreich in unserer Gemeinde

gewirkt haben. Dieser Abschied trifft den

Elisabethenverein besonders, schließlich

schuf dieser erst die Grundlagen zum Aufbau

und zur Erhaltung der Schwesternstation

in Weingarten. All die Jahre hindurch

haben Vorstand und die Mitglieder des

Vereins die Arbeit unserer Schwestern begleitet

und tatkräftig unterstützt. So haben

wir gerade erst im vergangenen Jahr im

Schwesternhaus die Kapelle und die Küche

mit viel persönlichem Einsatz gründlich

renoviert und erneuert. Und natürlich haben

wir gehofft, dass uns die Schwestern

von Hegne noch lange erhalten bleiben.

Leider ist das nicht eingetroffen. Und so

müssen wir uns in das Unabänderliche

fügen. Jetzt wollen wir unseren Schwestern

von Herzen danken für all das, was sie

Gutes an uns getan haben. Möge Gott ihnen

in reichem Maß all das vergelten und

sie mit seinem Segen in Hegne weiterhin

begleiten. Wir aber, der Elisabethenverein,

wollen uns Mühe geben, das Erbe der

Schwestern zu bewahren, und den Aufgaben,

die jetzt in großer Zahl auf uns zukommen,

gerecht zu werden.

Konrad Breindl

Seite 8

Im Zusammenhang mit der Auflösung der

Schwesternstation sind immer wieder Fragen

zu hören, welchen Sinn der Elisabethenverein

jetzt noch haben kann. Einige

haben auch schon ihren Austritt angekündigt,

und, was allerdings sehr verwundern

lässt, es kursiert ein Musterbrief als Austrittserklärung.

Die Begründung in diesem

Brief fußt auf einer Satzung, die der Elisabethenverein

bereits bei Einführung der

Sozialstationen geändert hat und die mit

Einführung der Pflegeversicherung noch

einmal geändert werden musste. Längst

kümmert sich der Verein um die Aufrechterhaltung

der Krankenversorgung im

erweiterten Umfang, also nicht nur um die

Erhaltung der örtlichen Schwesternstation.

Entsprechend den drei Säulen, auf denen

eine Pfarrgemeinde steht, Liturgie, Homilie

und Diakonie, also Gottesdienst, Verkündigung

und Bruderdienst, sollen über den

Verein die Gemeindemitglieder teilhaben

an der Sorge um die Kranken und zwar

alle Mitglieder einer Pfarrgemeinde. Daher

geht die Begründung, dass der Verein mit

Auflösung der Schwesternstation gegenstandslos

wird, voll und ganz an der Sache

vorbei.

Unsere Bitte: Warten Sie mit Ihrer Entscheidung,

bis der Verein in einer Versammlung

sein neues Profil geklärt hat und

man Ihnen genau sagen kann, wofür der

Verein steht. Danach entscheiden Sie

dann – so oder so. Herzlichen Dank!

Pfarrer Jürgen Olf


Seite 9

Wir haben uns wohl

gefühlt in Weingarten

Bericht über ein Gespräch mit den

beiden Schwestern Anna-Xaver und

Stella Maris

von Roland Felleisen

Im Oktober des vergangenen Jahres

konnte die katholische Pfarrgemeinde

zusammen mit den beiden

Ordensschwestern vom Heiligen

Kreuz, Anna-Xaver und Stella

Maris, noch das hundertjährige Bestehen

der Schwesternstation in

Weingarten feiern. Ein Jahr später

wird nunmehr die lange Tradition

enden. Denn die Station, die durch

den segensreichen Einsatz der

barmherzigen Schwestern eine feste

Institution im Gemeindeleben

des „fröhlichen Weindorfs“ war,

wird zum 30. September aufgelöst.

Die offizielle Verabschiedung der

beiden Schwestern findet im Rahmen

eines Festgottesdienstes zum

Erntedank am Sonntag, 3. Oktober,

um 10 Uhr in der Pfarrkirche Sankt

Michael statt. Im Anschluss an den

Gottesdienst besteht die Gelegenheit,

sich entweder bei einem

Stehempfang von den Schwestern

oder am Nachmittag ab 15 Uhr im

Gemeindezentrum bei Kaffee und

Kuchen zu verabschieden.

Die Auflösung der Station ist auch

für die Menschen in Weingarten

überraschend gekommen, gehörten

die Schwestern vom Heiligen

Kreuz in Hegne über ein Jahrhundert

zum Gemeindealltag in Weingarten.

Denn durch ihren engagierten

Einsatz in den Kindergärten

und in der Nähschule sowie bis zuletzt

vor allem in der Krankernpflege

und in der Gemeindearbeit haben

die Schwestern Kontakt zu allen

Schichten der Bevölkerung gehabt.

Wenn sie durch den Ort gingen,

wurden sie als Schwestern

bewusst wahrgenommen. Anscheinend

sahen viele Menschen darin

auch ein Zeichen für Gottes Gegenwart

in einer stark säkularisierten

Welt.

Ausschlaggebend für ihre Berufung

und für ihre „Arbeit im Weinberg

des Herrn“ war das Motto des

Schweizer Kapuzinerpaters und

Gründers der Schwestern vom Heiligen

Kreuz, Theodosius Florentini:

„Was Bedürfnis der Zeit ist, ist Gottes

Wille.“ Bedürfnis der Zeit ist

nunmehr, dass sie dringend neue

Aufgaben im Mutterhaus in Hegne

bei Konstanz am Bodensee übernehmen

sollen. So wird die examinierte

Krankenschwester Anna-

Xaver auch künftig für Demenzkranke

in einem geschlossenen


Seite 10

Haus da sein, das vor zweieinhalb

Jahren eröffnet worden ist. Dort

werden Mitschwestern und auch

andere Patienten betreut.

Schwester Stella Maris, die aus einer

katholischen Familie in Südindien

stammt, und bisher überwiegend

im Haushalt und in der Gemeindearbeit

eingesetzt war, wird

in Hegne in dem allgemeinen Pflegeheim

des Klosters „Maria Hilf“ an

der Rezeption arbeiten und bei Bedarf

auch in der dortigen Arztpraxis

aushelfen. Sie hofft, dass die katholische

Pfarrgemeinde auch weiterhin

das Haus Edelberg und die

anderen Alten- und Pflegeheime in

Weingarten durch Besuche und

Wortgottesdienste betreuen wird.

Weiterhin hatten beide Schwestern

den Kranken in Weingarten auch

die Kommunion gebracht.

Das Urteil der beiden Ordensfrauen

über Weingarten fällt auch zum

Abschied positiv aus: „Die Menschen

begegneten uns freundlich

und hilfsbereit. Deshalb haben wir

uns auch in der Gemeinde wohl gefühlt.

Wir danken den Bürgerinnen

und Bürgern für dieses gute Miteinander

und werden auch im Gebet

mit ihnen verbunden bleiben.“

Ihr abschließender Wunsch geht

dahin, dass sich die Menschen in

Deutschland wieder auf ihre christliche

Tradition und Kultur besinnen

und dies auch im Alltag wieder

stärker sichtbar wird.

von links nach rechts: die Schwestern Carita, Stella Maris und Anna-Xaver


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Barmherzige Schwestern beim Festgottesdienst

zur Hundert-Jahr-Feier am 11. Oktober 2009

„Was immer die Menschen sagen mögen,

mein Grundsatz ist:

Was Bedürfnis der Zeit ist,

das ist Gottes Wille.

Wer also einem Bedürfnis begegnet,

erfüllt Gottes Willen.“

Pater Theodosius Florentini (OFM)

(Ordensgründer)

IMPRESSUM

Herausgeber: Katholische Pfarrgemeinde, 76356 Weingarten, Kirchstraße 1, Tel. 2229

Redaktionsteam: Hubert Daul, Jürgen Olf, Norbert Strieder

Mitarbeit: Roland Felleisen

Druck: Gemeindebriefdruckerei 29393 Groß Oesingen


Danke und Adieu

liebe Schwestern

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