1/2013 - St. Michael Weingarten

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1/2013 - St. Michael Weingarten

Konfi-Castle: Der Ritterschlag für Konfis ökumenisch

Kirche braucht Stützen

beim Workshop „Beauty for girls“ mitgemacht, was mir viel Spaß

gemacht hat und voll entspannend war. Und beim Workshop

„alkoholfreie Cocktails“ war ich auch dabei. Sie waren lecker und

es war einfach schön. Ich habe in verschiedenen Themen des

Glaubens eine andere und bessere Sichtweise bekommen.

Marlene

Ich fand den „Stomp“-Workshop cool. Wir haben mit Jan auf

irgendwelchen Alltagsgegenständen Musik gemacht, das war echt

cool. Wir haben viel über Jesus erfahren, und was er für Taten

getan hat, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Ich brauche

keine Angst vor dem Tod zu haben, weil es ein Leben nach dem

Tod gibt.

Patrick, Simon und Noah

Ein Baugerüst, so intensiv, dass man von Kirche fast nichts mehr

sieht. Nur ein Gerüst und dennoch unerwartet schön. Ich hätte

nicht gedacht, dass mich so etwas faszinieren würde. Gerüste

braucht man, dringend. Doch wünscht man sie sich auch wieder

weg, je schneller, je lieber. Aber es gibt auch Gerüste, die kriegt

man nicht los, an Domen zum Beispiel. Denn Dome, Basiliken und

Kathedralen werden immer irgendwo Baustellen haben. Irgendwo

wird immer Putz bröckeln, Stein zerbröseln, Fugen werden klaffen

und die Figuren leiden unter dem Zahn der Zeit. Da brauchen

Gerüste mehr Zeit. Und Menschen auch, bis sie einwilligen, mit

dem Gerüst zu leben. Es braucht Zeit, zu erkennen, dass die Kirche

immer eine Baustelle bleiben wird, dass es zu ihrer Eigenart gehört,

jeder neuen Generation Aufgaben zu stellen und selbst zur

Aufgabe zu werden. Es braucht Zeit, bis sich die Erkenntnis klärt,

dass ein Gerüst auch ein Hinweis dafür ist, dass dort, wo es steht,

gearbeitet wird. Gerüste sind Strukturen, und jede Art von Leben

braucht eine Struktur. Und Gerüste bieten die Gelegenheit, einem

Bauwerk auf den Leib zu rücken, sich ihm anzunähern an Stellen,

die sonst unerreichbar bleiben.

So gesehen sind Gerüste etwas Wunderbares. Sie ermöglichen

neue Erkenntnisse, Sicherheit in der Theorie und konkrete Umsetzung,

wo sie erforderlich ist. Und das Tollste ist, sie verschwinden

wieder, wenn man sie nicht mehr braucht, und sie werden

dann von keinem vermisst. Und alle bestaunen den Glanz der

Architektur, den es ohne Gerüste nicht gäbe. Christen sollten sich

das ins Stammbuch schreiben. Übrigens, ein wichtiger Leitsatz in

der katholischen Kirche lautet: Ecclesia semper reformanda –

Kirche muss sich immer erneuern. Wohl wahr.

Jürgen Olf

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