1/2013 - St. Michael Weingarten

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1/2013 - St. Michael Weingarten

Grußwort ökumenisch

Pfingsten? – Ach ja, da war doch was!

Ja, so ist es: Gott ist uns immer schon voraus! Wir finden den

lebendigen Gott immer schon in unserem Leben vor – wir sind

immer schon hinein genommen in sein rettendes Handeln in

dieser Welt. Wie das neugeborene Kind, das sich plötzlich im

Leben vorfindet. Staunend entdeckt es: Das Leben ist da! Ich darf

leben! – Eigenartig! Obwohl Gott immer schon da ist, obwohl wir

immer schon das Leben mit seinen unendlichen Möglichkeiten als

Geschenk vorfinden, obwohl wir immer schon aus dem Vollen

schöpfen können, müssen wir uns doch immer wieder auf einen

beschwerlichen Weg machen, genau das zu entdecken und zu

erfahren. Aber das wollen wir auch tun: Uns auf den Weg machen

und wie die Emmausjünger dem auferstandenen Christus

begegnen.

Gemeindediakon Eberhard Blauth

So geht es weiter…

Nachdem wir uns im vergangenen Jahr mit der Taufe und der

Entwicklung von Kindern in den ersten Lebensjahren beschäftigt

haben, wollen wir in diesem Jahr mit der Firmung und der Konfirmation

und dem damit verbundenen Prozess des „Mündigwerdens“

beschäftigen. Erinnern Sie sich noch daran, was in Ihnen

vorging, als Sie zur Firmung oder Konfirmation gingen? Oder was

Ihre Gedanken waren, als Sie Ihr Kind auf demselben Weg beobachten

und begleiten durften? Wir meinen, dass dabei wieder

einiges in Bewegung kommen kann, und es sich deshalb lohnt,

einige Gedanken darauf zu verwenden.

So könnte man am besten umschreiben, was ein katholisch

sozialisiertes Gehirn durchblitzt, wenn es auf Pfingsten angesprochen

wird, und dabei weder ein Turnier noch ein Urlaub in

der Vorsaison gemeint ist. „Pfingsten als kirchliches Fest – ja gibt

es das noch?“ - Ist ja auch verständlich, würde heute mancher

nachchristlicher Zeitgenosse kommentieren; es reicht doch schon,

dass Weihnachten und Ostern mitten in den Ferien liegen. Da darf

man sich nicht wundern.

Zurück zur Geschichte der Firmung. In meiner Jugend war sie das

am wenigsten fassbare Sakrament 1 , ungefähr so persönlich wie

eine Röntgenreihenuntersuchung. Es muss irgendeine Vorbereitung

gegeben haben, und dann füllte man die Kirche in unüberschaubar

großer Zahl, wartete, bis man an die Reihe kam und

interessierte sich allenfalls noch für die Person des Bischofs, der

eigens gekommen war, den 80 bis 100 Jugendlichen die Firmung

zu spenden. Hinterher, so wussten wir, waren wir vollgültig in die

Kirche aufgenommene Christen. Man hatte jetzt die Taufe, durfte

zur Kommunion gehen und war gefirmt. Basta.

Für viele hat das völlig ausgereicht, um erst einmal mit Kirche

nichts mehr zu tun zu haben. Die paar, die noch intensiver ins

Kirchengefüge vernetzt waren, wussten, dass sie jetzt eigentlich

gefordert waren, ihr Christentum selbständig zu verwirklichen,

gestärkt durch den Heiligen Geist, der im Firmsakrament in

1 Als Sakrament bezeichnet man in der christlichen Theologie einen Ritus, der als

sichtbares Zeichen beziehungsweise als sichtbare Handlung eine unsichtbare

Wirklichkeit Gottes vergegenwärtigt und an ihr teilhaben lässt. Das Wort

Sakrament stammt vom kirchenlateinischen Begriff sacramentum „Heilszeichen,

Heilsmittel, Heilsweg, sichtbares Zeichen der verborgenen Heilswirklichkeit“ ab.

Die lateinische Wurzel sacer bedeutet „heilig, unverletzlich“. [Quelle: Wikipedia]

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