1/2013 - St. Michael Weingarten

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1/2013 - St. Michael Weingarten

Firmvorbereitung in der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael ökumenisch

Firmvorbereitung in Weingarten bedeutet konkret die Teilnahme

an den Sonntagsgottesdiensten, sechs Firmtreffs in kleinen Gruppen

mit Firmkatecheten, fünf Sonntagsgespräche mit Pfarrer Olf,

ein Beichtgespräch und die Beteiligung an einem sozialen Einsatz

in Form eines Altennachmittags im Haus Edelberg. „Ganz schön

viel – muss ich da überall hin?“, denkt sich der eine oder andere

Jugendliche und tut sich damit etwas schwer.

Aber ist die freiwillige Entscheidung, diesen Schritt in die religiöse

Mündigkeit zu gehen, nicht ein paar Gedanken zu der Sache an

sich und der Position im eigenen Leben wert? Heißt „Dabei sein“

nicht auch physisch anwesend sein, mitdenken und sich engagieren?

Die Tatsache, dass eine Entscheidung, die man für sein Leben

trifft („Ich lasse mich firmen“) auch mit allen Konsequenzen zu

Ende geführt werden sollte, strengte an. Viele Jugendliche ließ das

Vierteljahr wachsen, einige mussten diese Konsequenz etwas

widerwillig lernen, dennoch: keiner gab auf.

Die 2012 eingeführte Firmkarte, in der alle Aktivitäten aufgeführt

und abgezeichnet werden, sollte diesen Weg erleichtern und das

Ziel deutlich vor Augen führen. Eine gute Entscheidung aus Sicht

des Vorbereitungsteams: größere Ernsthaftigkeit, klare Zielsetzung,

ein sichtbarer Weg. Von den meisten Firmanden wurde dies

auch so gesehen und ließ im einen und anderen Fall sogar eine Art

Wettbewerb um die meisten Unterschriften entstehen. Es gab

aber auch andere Stimmen: Von einigen Jugendlichen wurde die

Karte als Kontrolle und Verlust von Eigenständigkeit empfunden –

konnte man doch die Jahre davor zumindest die Sonntagsgottesdienste

eigenständig reduzieren.

Alle zwei Jahre finden sich also acht bis zehn Katechetinnen und

Katecheten zusammen, die sich der nicht leichten und dennoch

bereichernden Aufgabe stellen, Jugendliche auf dem Weg zur

Firmung zu begleiten. Was zeichnet solch einen Katecheten / eine

Katechetin aus? Es handelt sich um eine Person, die fest in ihrem

Glauben steht, von der Sache „Firmung“ überzeugt ist, Vorbild

sein kann und will, den Jugendlichen zugewandt ist und ein große

Portion an Engagement, Zeit und Geduld für junge Menschen

investiert. In einigen Teamsitzungen wuchs das Team 2012 unter

Leitung von Pfarrer Olf zusammen. Gegenseitige Unterstützung

und Kreativität in der Umsetzung der Ideen sowie eine hohe

Einsatzbereitschaft für die Sache zeichneten das Team 2012 aus

und machten die Vorbereitung aus Katechetensicht erfolgreich.

Wir freuen uns schon auf das Team 2014.

Inge Steimer, Firmkatechetin 2012

Rückblick einer Firmandin

Als eine der 43 Jugendlichen, die 2012 in Weingarten die Firmung

gespendet bekamen, kann ich sagen, dass die Vorbereitungszeit

und die Firmung an sich ein voller Erfolg waren. Besonders gerne

erinnere ich mich an den sozialen Einsatz im Seniorenzentrum

„Haus Edelberg“, bei dem wir Firmanden hautnah erleben konnten,

dass sich Kirche nicht nur im Gottesdienst, sondern draußen

im Leben abspielt. Und die glücklichen Gesichter der Senioren

waren die Mühe und die Arbeit wert. Leider gab es auch einige

Schwierigkeiten wie lange Wartezeiten vor der Beichte, Probleme,

die Firmgruppenstunden in den stressigen Alltag zu integrieren

und teils unmotivierte Firmanden. Aber alles in allem lief die

Firmvorbereitung sehr gut und organisiert und wurde von einem

schönen Gottesdienst mit toller Musik und einem sehr sympathischen

Firmspender gekrönt.

Chiara Breiner

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