Ausstellung: ›Wenn der Vorhang fällt‹ - Stadtmagazin

stadtmag.de

Ausstellung: ›Wenn der Vorhang fällt‹ - Stadtmagazin

73. Ausgabe Kostenlos zum Mitnehmen

StadtMagazin

Lünen

Oktober / Nov. 2013

Nettwork

Soundgewitter nach Feierabend

Blick nach Nordlünen

Die alte Ziegelei Robbert

Ausstellung:

›Wenn der Vorhang fällt‹

Fotografien von Margarita Broich

Lust auf Fußball!

Zu Besuch beim TuS Niederaden


Inhalt 3

Blick nach Nordlünen: die alte Ziegelei Robbert 6

Fassadenwettbewerb setzt Akzente 9

Sicher wohnen 10

Gesundes Lünen 13

Junge Familien 16

Ratgeber 18

19

Von ägyptischen Mumien und französischen

Feldzügen 19

Mit ›Samuel‹ auf der Flucht 22

Jazz am Hellweg 23

Nettwork: Soundgewitter nach Feierabend 24

TuS Niederaden: Lust auf Fußball! 25

Modetrends Herbst 2013 26

25

Glosse 26

Kulinarischer Herbst 27

Vorhang auf! 29

Rätselspaß 30

Termine: Hier ist was los! 31

31

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Editorial 5

Das Stadtmagazin

bei Facebook

Jeder soll dem anderen mit der Begabung

dienen, die ihm Gott gegeben hat. Wenn ihr

die vielen Gaben Gottes in dieser Weise gebraucht,

setzt ihr sie richtig ein.

(1. Petrus 4,10)

Termin beim Friseur: »Da haben sich ja

eine Menge grauer Haare eingeschlichen«,

so die Dame meines Vertrauens.

»Welche Farbe darf’s denn sein?« »So lassen«,

entscheide ich mich ganz klar, während

ich etwas gelangweilt in einem

Hochglanzmagazin vom royalen Baby

George lese und den kleinen Wurm, der in

seinem Leben millionenfach fotografiert

und aus jedem seiner kleinen Pupse eine

große Story gemacht werden wird, etwas

bedaure und ihm starke Nerven wünsche.

Impressum

Verlag und Redaktion:

Correctum Verlag Erika Killing-Overhoff

Postfach 4008, 58426 Witten,

Nolsenstraße 27, 58452 Witten

Tel. 0 23 02 / 58 98 99-0

Fax 0 23 02 / 58 98 99-9

info@stadtmag.de · www.stadtmag.de

Herausgeber: Correctum Verlag

Redaktion: Erika Killing-Overhoff (verantw.),

Antje Dittrich, Pia Lüddecke,

Dr. Carolin Steimer

Anzeigen:

Mediaberatung/Vertriebsleitung

Axel Sieling (verantw.)

Tel. 0 23 02 / 80 09 43

Mobil 01 63 / 5 83 37 32

eMail axelsieling@stadtmag.de

(gültige Anzeigenpreisliste 2008)

Satz und Layout:

Selisky Design

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Tel. 0 23 05 / 3 58 0325

www.selisky-design.de

Druck:

Paffrath Print & Medien GmbH

www.paffrath-druck.de

Titelbild:

Ben Becker; Foto Margarita Broich

Alle in dieser Zeitschrift erschienenen Beiträge sind urheberrechtlich

geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen vorbehalten. Reproduktionen

jeder Art, auch der vom Verlag gestalteten Anzeigen, bedürfen der

schriftlichen Genehmigung des Verlages. Für unverlangt eingesandtes

Bild- und Textmaterial wird keine Haftung übernommen. Namentlich

gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion

wieder. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Veröffentlichung

kann trotz sorgfältiger Prüfung nicht übernommen werden.

TAG &

NACHT

Erika Killing-Overhoff

Verlagsleitung

»Ich empfehle Ihnen eine Mischfarbe,

nicht zu dunkel, vielleicht mit ein paar

Highlightern, das macht jünger und

frischt auf.« »Sehr lieb, aber nein danke.«

Die Fachfrau schaut mich etwas irritiert

an, und ich stelle fest: Nicht-Färben ist

unnatürlich.

Egal, ich bleib dabei, Spitzen schneiden

und föhnen, als Extra gönne ich mir eine

Kopfmassage – oh, tut das gut! Meine

grau gewordenen Haarpartien sind meine

Aufblitzer in dem ›Straßenköterbraun‹,

ich finde sie toll. Geschmack ist eben sehr

individuell. Das ist auch gut so. Mal

gegen den Strom

zu schwimmen, ist

zwar etwas anstrengend,

aber effektiv.

Wenn alle machen

würden, was (fast)

alle machen, ich gehe

jetzt mal ein paar

Schritte weiter und

bleibe nicht an dem

Kopfputz kleben,

Mit uns fahren Sie gut!

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Ein Magazin

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dann sähe unsere

Welt um einiges ärmer

aus. Sich was

trauen, heraus aus

dem Trott, aus dem

manchmal lähmenden

Alltag, der uns so gern verschleißt.

Was macht uns Spaß, was erfüllt uns, worin

gehen wir auf, bei welcher Tätigkeit

sind wir so ganz im Hier und Jetzt, was

begeistert uns? Wenn wir das herausfinden,

wissen wir meist auch, wo unsere

Begabung liegt. Was sind Ihre Träume,

Wünsche, Ziele? Haben Sie nicht? Doch,

denken Sie ganz ruhig darüber nach, es

wird sich schon was finden. Auch Sie haben

etwas ganz Besonderes für Ihr Leben

auf dieser Erde geschenkt bekommen.

Der nächste Schritt ist dann, intensiv und

positiv den Weg zu ebnen, um das Ziel zu

erreichen, auch wenn noch einige Umwege

gemacht und Höhen und Tiefen überwunden

werden müssen.

Es lohnt auf jeden Fall!

Ihnen gutes Gelingen dabei und einen

wunderschönen bunten Herbst.

Correctum-Verlag

E. Killing-Overhoff

Schroeder & Kollegen Rechtsanwaltskanzlei

Ulrike Schroeder

Rechtsanwältin

Mediatorin

Fachanwältin für Familienrecht

Fachanwältin für Arbeitsrecht

Guido Grolle

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Verkehrsrecht

Heidrun Steglich

Rechtsanwältin

Fachanwältin für Familienrecht

Daniela Heidemann

Rechtsanwältin

Tätigkeitsschwerpunkte

Familien, Erb- und Arbeitsrecht

Interessenschwerpunkte

Arzthaftungs- und Transportrecht

Tätigkeitsschwerpunkte

Strafrecht, Verkehrs- u. Vertragsrecht

Interessenschwerpunkte

Bau- und Gesellschaftsrecht

Tätigkeitsschwerpunkte

Familien-, Sozial- und Rentenrecht

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Arbeits- und Steuerrecht

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Mietrecht/Vertragsrecht

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6

Historisches

Blick nach Nordlünen

Die alte Ziegelei Robbert

Die Ziegelei Robbert 1975. Foto: Dr. W Lehnemann

Mit ihren rauchenden Schornsteinen und den großen Ringöfen beherrschten die alten Ziegeleien das

Stadtbild im 19. Jahrhundert. Eine von ihnen war die Nordlüner Ziegelei Robbert.

Im Jahr 1810 hatte man die Gewerbefreiheit als wirtschaftliches

Grundrecht in Preußen eingeführt. Diese Reform, gepaart mit der

Schiffbarmachung der Lippe sowie dem Bau der Eisenbahnstrecke

Dortmund-Gronau, öffnete der Industrie im ländlich geprägten

Lüner Norden Tür und Tor.

Nach und nach siedelten sich immer mehr Betriebe auf der Anhöhe

über dem Hochwasser der Lippe an. Seit 1815 bildete Nordlünen

mit den Bauerschaften Alstedde und Wethmar die politische

Gemeinde Altlünen im Landkreis Lüdinghausen. Mit dem wirtschaftlichen

Aufschwung wuchs der Bedarf an Mauerziegeln und

Luftaufnahme von 1959

Die alte Brennerei zwischen Lippe und Tobiaspark


Historisches 7

Nach dem Abriss der Ringöfen hat sich die Natur ihr Terrain zurückerobert.

Dachpfannen, so dass neben den ruhrgebietstypischen Eisenhütten

viele selbstständige Ziegeleien aus dem Boden sprossen.

Theodor Ferdinand Robbert, geboren am 14.02.1808 als Sohn eines

Maurermeisters, trat 1938 in die Fußstapfen seines Vaters

und eröffnete sein eigenes Baugeschäft. Dazu erwarb der ehrgeizige

Junior eine direkt an der Lippe (zwischen Münster-, Engelund

Kurt-Schumacher-Straße) gelegene Kalkbrennerei, die ihre

Rohkalksteine aus der Beckumer Gegend über den Wasserweg bezog.

Dies begünstigte den raschen Erfolg des Unternehmens, welches

das wirtschaftliche Geschehen in Lünen bis heute mitgestaltet.

In den 40er-Jahren wurde die Kalkbrennerei durch eine Dachziegelei

und eine Drainröhrenfabrik erweitert. 1855 errichtete die

Firma an der Cappenberger Straße unterhalb des Vogelsberges

(gegenüber dem heutigen Kommunalfriedhof) eine Feldbrandziegelei,

welche später durch zwei Ringöfen für rote und gelbe Steine

abgelöst wurde.

Die harte Arbeit auf den Ziegeleien wurde meist von Wanderarbeitern

aus Lippe verrichtet – ›Lipper‹ stand deshalb synonym für

Wussten Sie ...

... dass Lehmziegel neben Holz, Stein und Pflanzenfasern die ersten Baustoffe

in den frühen Siedlungen der Jungsteinzeit (ca. 8.000–6.000 v. Chr.) waren?

Allerdings wurden Ziegel damals handgeformt und warendaher recht unregelmäßig.

Die Cappenberger Straße in Nordlünen

›Ziegler‹. Die Leute lebten in bescheidenen Verhältnissen, schliefen

zu zehnt in einer Stube und arbeiteten in der von April bis

Oktober laufenden Saison von 5 bis 21 Uhr. Da es anfangs noch

keine mechanischen Pressen gab, musste der Ton mühsam per

Hand zu Ziegeln geformt werden. Die ›Formlinge‹ wurden in großen

Trockenschuppen aufgebahrt, ehe sie mit besonderen Schubkarren

in die Öfen gefahren und dort bei Temperaturen von bis zu

1.000 Grad gebrannt wurden.

Von zwei Weltkriegen und den damit einhergehenden wirtschaftlichen

Krisen blieb auch die Firma Robbert nicht verschont. Doch

statt – wie andere Lüner Ziegeleien – aufzugeben, stellte das Werk

sein Geschäft auf den Baustoffhandel um. 1977 übernahm der

schwäbische Kaufmann Karl Ernst Metzger das Ruder und initiierte

den Umzug in die Kupferstraße. Anstelle der historischen

Kalkbrennerei wurde in den 80er-Jahren der Neubaukomplex ›am

Tobiaspark‹ errichtet. Wo an der Cappenberger Straße die Kaminschlote

qualmten, hat sich die Natur ihr Terrain zurückerobert.

Als 1995 die allerletzte Lüner Ziegelei in Wethmar ihre Pforten

schloss, starb damit eine lange Tradition. Doch der Name Robbert

hat überlebt: Im Sommer feierte der Baustoffhandel – rund

acht Generationen nach seiner Gründung – sein 175-jähriges Jubiläum.

Historische Fotos und Textquellen:

Stadtarchiv Lünen


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Planen · Bauen · Wohnen 9

Lünen bekennt Farbe

Fassadenwettbewerb setzt Akzente

Zum elften Mal lobten die Maler- und Lackierer-Innung Dortmund und Lünen in Kooperation mit der

Sparkasse den Lüner Fassadenwettbewerb aus. Ein Wettstreit, bei dem die Gewinner längst nicht nur

die ausgezeichneten Unternehmen und Bauherren sind, sondern von dem die ganze Stadt profitiert.

Schließlich bestimmen Hausansichten unser Straßenbild, fungieren geradezu als Visitenkarte eines Viertels.

Wie schön, wenn hierbei Ästhetik auf handwerkliches und gestalterisches Niveau trifft.

Insgesamt wurden 17 Objekte unter dem Motto ›Farbige Fassaden

– Freundliche Umwelt – Schöneres Lünen‹ zum Wettbewerb

gemeldet. Viele neue und alte Häuser haben im vergangenen Jahr

bei der Fassadenrenovierung mehr als nur einen Anstrich erhalten,

aus gutem Grund. Eine ordentlich gemachte Fassade schützt

die Bausubstanz und erhält oder steigert sogar den Wert des Objektes.

Ein Aspekt, der im Zeichen steigender Energiepreise zunehmend

an Bedeutung gewinnt. Zudem sind ansprechende Fassaden

Blickfang in ihrer Umgebung und geben als Vorbild

erfahrungsgemäß auch den Nachbarn Anreiz, in die Optik ihrer

Immobilie zu investieren.

Und so lautete das Fazit der Jury: »Ein weiteres Mal ist das Lüner

Stadtbild durch das Engagement privater und öffentlicher Eigentümer

deutlich aufgewertet worden.«

Die Sieger

1. Platz

Projekt: Marienstr. 27 a

Betrieb: Bernhard Fittinghoff, Lünen

2. Platz

Projekt: Waltroper Straße 57

Betrieb: Beer & Bolz, Lünen

Klare Linienführung durch interessante

Kontraste

3. Platz

Projekt: Herz-Jesu-Kirche,

Waltroper Straße 41

Betrieb:

Heinrich Fittinghoff, Lünen

Weiche Formgebung und warme

Akzente: Herz-Jesu-Kirche in

Brambauer

Historische Fassade mit Charme: das Sieger-Projekt Marienstraße 27a.

Mehr als nur Farbe

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• Wärmedämmung von Fassaden gemäß EnEv

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10

Planen · Bauen · Wohnen

Leuchtzeichen der Wohnkultur

frischem Lemongras über Bratapfel, Zimt oder Vanille bis hin zu

schweren orientalischen Noten wie Weihrauch oder Patschuli entführen

uns in ganz neue Welten des Wohlbefindens. Damit wir die

natürlichen Lichtquellen lange genießen können und uns nicht –

im wahrsten Sinne des Wortes – die Finger verbrennen, sollten

aber einige Sicherheitsregeln beachtet werden.

Die dunkle Jahreszeit hat auch ihre Vorteile! Endlich dürfen wir

wieder ›Feuerteufel‹ spielen und die Wohnung in eine orangerot

flackernde Wohlfühloase verwandeln. Insbesondere an regnerischen

Herbsttagen verzaubern uns Kerzen mit ihrem sanften

Schein und sorgen für eine Atmosphäre der Wärme und Behaglichkeit.

Sei es beim Dinner mit Freunden, beim romantischen

Rendezvous oder beim gemütlichen Couchnachmittag mit Kuscheldecke

und Lieblingsbuch – die kleinen Lichtspender setzen

gekonnt Akzente und schaffen in ›Nullkommanix‹ ein stimmungsvolles

Ambiente. Und es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben

und Formen. Je nach Anlass kann eine einzelne große Stumpenkerze

auf dem Tisch genauso stilvoll wirken wie viele kleine

Teelichter im ganzen Zimmer oder ein kreativ arrangiertes Gesteck.

Wer mag, greift zu Duftkerzen: Die vielfältigen Aromen von

10 Jahre für Sie vor Ort –

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© Foto: Rainer Sturm; pixelio.de

Kerzen begleiten die Menschen seit rund 2.000 Jahren.

Das Wort stammt aus dem Lateinischen: ›Cereus‹ bedeutet

so viel wie Wachslicht.

»Feuer im Haus ist teuer, geh raus!«, rät Comedian Johann König.

Günstiger ist es, sich einen Feuermelder zuzulegen. Und wir sind

sicherlich gut beraten, wenn wir zudem ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen

einhalten. Denn nur durch den leichtsinnigen

Umgang mit dem Feuer kommt es in Deutschland Jahr für Jahr

zu vielen Hausbränden. Die Menschen unterschätzen schlichtweg

die Gefahr. Schon Teelichter entwickeln beim Abbrennen eine

starke Hitze und haben daher auf wackeligen oder leicht entflammbaren

Unterlagen wie Servietten oder Tannenzweigen

nichts zu suchen! Stellen Sie Ihre Kerzen ausschließlich in stabilen,

standfesten und nicht brennbaren Untersetzern und mit ausreichendem

Sicherheitsabstand voneinander bzw. von brennbaren

Materialien (wie Gardinen, trockenen Pflanzen etc.) auf. Da

sich das Wachs bereits ab 40 °C zu verformen beginnt, gilt es, auch

die Nähe von Heizkörpern und anderen Wärmequellen zu meiden:

Lichtgeflutete Fensterbänke sind selbst an kalten Wintertagen

kein geeigneter Standort. Zugluft birgt ein weiteres Risiko,

weil die Kerzen oft deutlich schneller abbrennen als erwartet.

Dass wir offenes Feuer niemals unbeaufsichtigt und erst recht

nicht in einem Raum mit kleinen Kindern und Haustieren flackern

lassen, versteht sich von selbst.

»Feuer im Haus ist teuer, geh raus!«,

rät Comedian Johann König. Günstiger ist ein Feuermelder.

Sollten die harmlos wirkenden Flämmchen dennoch auf das Adventsgesteck

übergreifen: Kommen Sie ja nicht auf die Idee, den

entstehenden Brand mit Wasser zu löschen. Warum? Handelsübliche

Lichter werden heutzutage in der Regel aus Paraffin hergestellt.

Dabei handelt es sich um ein – im Vergleich zum Bienenwachs

günstiges – Erdölprodukt, welches in Verbindung mit

Wasser eine explosionsartige Stichflamme auslösen kann. Besser

ist es zu pusten oder, im Notfall, das Feuer mit einer Decke zu ersticken.

Zuletzt noch ein Tipp: Achten

Sie beim Kerzenkauf

auf das RAL-Gütezeichen,

welches eine einwandfreie

Qualität mit minimaler

Rußentwicklung, tropffreiem

Abbrennen, hochwertigen

Dochten und die

Schadstofffreiheit aller Bestandteile

garantiert.

© Foto: Rainer Sturm; pixelio.de


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Sicherheit 11

Betriebshelfer sind ›Schutzengel‹

am Arbeitsplatz

Einen großen Teil unserer Zeit verbringen wir am Arbeitsplatz, dementsprechend ereignen sich hier

viele Notfälle. Gefahren lauern nicht nur auf der Baustelle oder in der Werkstatt, auch im Büro schlägt

das Schicksal bisweilen zu. Rasches Handeln kann dann Leben retten.

Der Unterricht findet werktags jeweils von 9 bis 16 Uhr im Lüner

Ortsverband statt. »Gerne kommen unsere Ausbilder aber auch

zu Ihnen in den Betrieb!«

Die Johanniter-Unfall-Hilfe bietet daher regelmäßig Betriebshelfer-Lehrgänge

in ihren Ortsverbänden an, so auch in Lünen.

»Schon in Betrieben mit nur zwei Mitarbeitern muss es nach Vorschrift

der Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträger

einen ausgebildeten Betriebshelfer geben, in größeren Firmen

entsprechend mehr«, weiß Regionalausbildungsleiter Detlef Leibold.

In 16 Unterrichtseinheiten lernen die zukünftigen ›Schutzengel‹

alles Wissenswerte über Erste-Hilfe-Maßnahmen und trainieren,

wie ein verletzter Kollege im Notfall zu ›verarzten‹ ist.

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Regionalverband Östliches Ruhrgebiet

Wittbräucker Staße 26 · 44287 Dortmund

Tel. 02 31 / 44 23 23 57 · www.johanniter.de

Der Betriebshelferkurs stellt eine Sonderform der Erste-Hilfe-

Ausbildung dar. Schwerpunktmäßig werden bei dieser Veranstaltungsreihe

Unfallsituationen besprochen, die sich am Arbeitsplatz

oder in der Freizeit ergeben können. »Inhalte sind u. a. die stabile

Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung, Stillung lebensbedrohlicher

Blutungen sowie Maßnahmen bei Knochenbrüchen,

Stromunfällen, Vergiftungen, Verbrennungen, Herzinfarkt und

Schlaganfall«, erläutert Detlef Leibold.

Die Weiterbildung muss gemäß den gesetzlichen Bestimmungen

spätestens nach zwei Jahren wiederholt werden. Die Kosten werden

in der Regel von den Berufsgenossenschaften übernommen.

Tipp: Im Rahmen der Johanniter-Sicherheitswochen können Sie den Hausnotruf

noch bis zum 31. Oktober für vier Wochen kostenfrei testen!


12

Kreisverband Lünen e.V.

Spormeckerplatz 1a in Lünen

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Gesundheit · Leben im Alter 13

Dem schwachen Herz unter die ›Arme‹ greifen

Chefarzt der Klinik am Park gibt Vorsorgetipps

›Das schwache Herz‹ steht im Mittelpunkt der von der Deutschen Herzstiftung ausgerufenen Projektwochen

vom 1. bis 30. November. »Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die Todesursache Nr.

1 in Deutschland. Oft werden krankheitstypische Anzeichen nicht wahrgenommen oder unterschätzt«,

warnt Dr. Rainer Walkenhorst, Chefarzt an der Klinik am Park in Lünen. Werde die Erkrankung dagegen

frühzeitig erkannt, dann stünden heute vielfältige Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Dr. Rainer Walkenhorst, Chefarzt an der Klinik am Park

Thema der Herzwochen 2013 ist die Herzinsuffizienz.

Was bedeutet dieser Begriff

genau?

Dr. Walkenhorst: »Von Herzinsuffienz oder

Herzschwäche spricht man, wenn das

Herz zu schwach ist, um den Körper besonders

bei Belastungen ausreichend mit

Blut – und damit Sauerstoff und Nährstoffen

– zu versorgen.«

Welche Warnsignale kann ich selber

wahrnehmen?

»Betroffene spüren das durch Atemnot

schon bei leichten Belastungen, beim

Info

Die Zahl der Patienten mit Herzschwäche in

Deutschland wird auf 2 bis 3 Millionen geschätzt.

2010 starben nach Angaben der Deutschen Herzstiftung

48.300 Menschen an einer Herzinsuffizienz.

Mit dem Ziel, die Lebensqualität und Lebenserwartung

der Betroffenen zu verbessern, startet

die Deutsche Herzstiftung im November mit ihren

diesjährigen Herzwochen eine bundesweite Aufklärungskampagne.

Neben der Vorsorge und Früherkennung widmet

sich die Klinik am Park Lünen der Behandlung

akuter Herzerkrankungen wie der koronaren

Herzkrankheit, Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen,

der Herzschwäche und des

Bluthochdrucks.

Treppensteigen oder dem Heimweg vom

Einkauf. Atemnot ist ebenso ein Leitsymptom

wie Wasseransammlungen im Körper,

häufig zunächst in den Beinen. Bei solchen

Hinweisen sollte man unbedingt den Arzt

aufsuchen.«

Wie wird eine Herzschwäche

diagnostiziert?

»Durch moderne Untersuchungsmethoden

lässt sich sehr schnell klären, ob es sich

um eine Herzschwäche oder eine Lungenerkrankung

handelt. Wichtig ist es, den

Patienten sorgsam zu untersuchen. Unter

anderem ist die Untersuchung des Herzens

mit Ultraschall (›Echokardiographie‹)

eine wichtige nebenwirkungsfreie und

nicht belastende diagnostische Maßnahme.«

Was verursacht eine Herzschwäche?

»Herzinsuffizienz ist ein Symptom, das

durch fast alle Herzerkrankungen ausgelöst

werden kann. Häufig sind dies arterielle

Verkalkungen der Herzkranzgefäße

oder ein Herzinfarkt. Herzklappenerkrankungen

können das Herz schwächen, aber

auch Herzrhythmusstörungen. Auch ein

dauerhaft hoher Blutdruck kann eine solche

Wirkung haben.«

Welche Therapien sind möglich?

»Es gibt heute etablierte medikamentöse

Therapien. Dabei kommt es auf die sorgfältige

Dosierung an. Hier müssen sich

Krankenhaus und Hausarzt abstimmen.

Früher wurde Schonung verordnet, heute

wissen wir, dass gezieltes körperliches

Training das Herz entlasten kann. Herzsport,

wie ihn viele Vereine anbieten, ist

unbedingt ratsam. Manchmal ist aber

auch eine weitergehende, zum Teil auch

eingreifende (›invasive‹) Diagnostik, wie z.

B. eine Herzkatheteruntersuchung notwendig.«

Was ist erlaubt? Wie steht es mit Reisen,

was ist mit körperlichen Anstrengungen

und Sex?

»Von großer Bedeutung ist es, eine positive

Grundeinstellung zu behalten und Lebensqualität

nicht aufzugeben. Bei der Ernährung

muss eine Sünde täglich erlaubt

sein. Reisen sind – mit Ausnahmen bei

Schwersterkrankungen – sinnvoll, weil sie

die Grundstimmung des Patienten verbessern.

Die Deutsche Herzstiftung bietet Urlaubsreisen,

zum Beispiel Flussfahrten,

mit Begleitung von Kardiologen an. Auch

Sex ist grundsätzlich kein Problem, im

Zweifel sollte die Abstimmung mit dem

Arzt gesucht werden.«

Wie kann man einer solchen Erkrankung

vorbeugen?

»Wichtig sind eine gesunde Lebensführung,

ausreichend Bewegung, Verzicht auf

das Rauchen und die Vermeidung von

deutlichem Übergewicht.«

Info

Das Klinikum Westfalen, Am Knappschaftskrankenhaus

1, 44309 Dortmund, zählt mit seinen drei

Krankenhäusern in Dortmund, Kamen und Lünen

und einer Gesamtbettenzahl von 818 Betten zu

den drei größten öffentlich-rechtlichen Krankenhäusern

im Ruhrgebiet. 1.800 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter behandeln, pflegen und betreuen

jährlich 35.000 Patienten stationär und knapp

100.000 Patienten ambulant. Damit ist das Klinikum

Westfalen ein großer Arbeitgeber in der Region

und mit einem Umsatzvolumen von 130 Millionen

Euro auch ein markanter Wirtschaftsfaktor.

Mit seinen 25 Kliniken und Fachabteilungen deckt

das Klinikum nahezu das gesamte medizinische

Leistungsspektrum ab.

Klinik am Park

Brechtener Straße 59

44536 Lünen


14

Gesundheit · Leben im Alter

Essen auf Rädern – Mehr als nur eine warme Mahlzeit

Bei den meisten älteren Menschen besteht der Wunsch, möglichst lange selbstbestimmt im eigenen

Haushalt zu leben. Insbesondere im höheren Alter ist dazu häufig eine Unterstützung in der Haushaltsführung

nötig. Für Menschen, die sich in ihrem Haushalt nicht mehr selbst mit warmen Mahlzeiten

versorgen (können), gibt es die Möglichkeit, sich das Essen durch Mahlzeitendienste anliefern zu lassen

– ›Essen auf Rädern‹. Immer mehr Senioren nutzen die Essensdienste aber auch als bequeme Lösung,

um mehr Zeit für ihre sonstigen Aktivitäten zu haben.

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Öffnungszeiten: Mo–Fr 8.30–18 Uhr · Sa 10–14 Uhr

© Foto: Hartmut910 / pixelio.de

Dieses Angebot ist eine

gute Hilfe – wenn

die Qualität stimmt.

Medienberichte und

Untersuchungen der

Stiftung Warentest

kommen bisher kaum

zu guten Ergebnissen.

Welche Anbieterwahl

ist also die richtige?

Die Verbraucherzentrale

NRW hat dazu

eine Verbraucherbefragung

durchgeführt

und anhand der Ergebnisse

Kriterien erarbeitet,

die bei der

Auswahl des richtigen Essensanbieters helfen. Sie soll Betroffenen

und Angehörigen ermöglichen, die wichtigsten Informationen

im Vorfeld eines Vertragsabschlusses zu klären. Dazu gehören

u. a. die Bestell- bzw. Vertragsbedingungen, Beratungsmöglichkeiten,

Serviceleistungen, Kennzeichnung, die ernährungsphysiologische

Qualität der Gerichte und nicht zuletzt Angebot, Geschmack

und Preis. Wichtig sind z. B. die Fragen, ob das Essen

täglich warm oder einmal pro Woche tiefgekühlt geliefert wird, ob

Zeitschriften mitgebracht werden können oder inwieweit auch eine

Ernährungsberatung durchgeführt wird.

Mehr Informationen dazu liefert eine kostenlose Übersicht zu ›Essen

auf Rädern‹. Diesen Marktcheck und weitere Informationen

erhalten Sie auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW:

www.vz-nrw.de


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Gesundheit · Leben im Alter 15

Rundum bestens versorgt im Alter

MDK-Spitzenergebnisse für die Caritas Lünen-Selm-Werne

Seit über 40 Jahren bietet die Caritas Lünen-Selm-Werne ein breites Spektrum an sozialen Dienst- und

Beratungsleistungen. Insbesondere für Senioren stehen vielfältige Hilfen zur Auswahl, die vom Medizinischen

Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit sehr guten Ergebnissen weit über den Landesdurchschnitten

bewertet wurden.

Außerdem gewährleistet

der Caritasverband auch

die langfristige Versorgung

in einem seiner Altenwohnhäuser

in Lünen

und Selm. So erleben die

Bewohnerinnen und Bewohner

der Caritas-Altenzentren

Tag für Tag

Gemeinschaft und professionelle

Pflege, Betreuung

und Versorgung.

Zwischen den kompetenten und fürsorglichen

Bezugspflegekräften des Caritasverbandes

und den Patienten herrscht ein ganz besonders

vertrauensvolles Verhältnis.

Das starke Team der Caritas-Kurzzeitpflege St. Elisabeth freut sich über die

MDK-Spitzennote von 1,1.

Pflegedienstleiterin Tanja Posala

Caritas-Sozialstation Lünen

Gertrud-Bäumer-Straße 5 · 44534 Lünen · Tel. 0 23 06 / 91 07-20

posala@caritas-luenen.de

»Sowohl die Altenwohnhäuser unseres Verbandes als auch unsere

Ambulanten Pflegedienste und unsere Kurzzeitpflege St. Elisabeth

haben bei den MDK-Prüfungen hervorragende Ergebnisse

erreicht«, freut sich Vorstand Hans-Peter Benstein. »Meine höchste

Anerkennung kommt den Leitungsteams und den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern in den Pflegeeinrichtungen und -diensten

unseres Verbandes zu. Sie leisten Tag für Tag eine

ausgezeichnete Arbeit.«

Unabhängig und sicher

Für das Leben in den eigenen vier Wänden bietet die Caritas einen

Rundum-Service im Bereich der ambulanten Pflege mit ergänzenden

Diensten. Die Pflegedienstleiterin der Caritas-Sozialstationen

in Lünen, Tanja Posala, unterstützt mit ihrem Team

ältere Menschen in ihrer Selbstständigkeit: »Wir beraten individuell

und versorgen unsere Kunden nach Bedarf. Angefangen bei

kleinen Hilfen im Haushalt über die persönliche Begleitung zu

Terminen bis hin zum kompletten Pflegeprogramm«, erklärt Posala.

Weitere Angebote unterstützen Menschen in ihrem unbeschwerten

Leben zu Hause: Der Menü-Service bringt täglich eine

frische und gesunde Mahlzeit – die übrigens kostenlos getestet

werden kann! Der Hausnotruf ist für alle, die sich daheim Sicherheit

durch einen zuverlässigen Partner wünschen – vor allem im

Notfall.

Neue Energie schöpfen

Für kurzzeitige Aufenthalte und zur Entlastung pflegender Angehöriger

stehen die Kurzzeitpflege St. Elisabeth und die Tagespflege

Selm mit umfangreichem Programm zur Verfügung. »Wenn Sie

in den Urlaub fahren oder nach einem Krankenhausaufenthalt

die häusliche Pflege nicht sofort aufgenommen werden kann,

schaffen wir schnell und unkompliziert eine Lösung. Viele unserer

Gäste leben in den Wochen bei uns regelrecht auf«, so Ute Holtermann,

Leiterin der Kurzzeitpflege.

Der Caritasverband Lünen-Selm-Werne e.V. bietet seit

mehr als 40 Jahren ein breites Spektrum an sozialen Dienstund

Beratungsleistungen in der Region Lünen, Selm und Werne an. Wir

verfügen über Erfahrung in der – im christlichen Sinne würdevollen – Begleitung

von Menschen in verschiedenen Lebenslagen und -phasen.

Rundum bestens versorgt im Alter

Ambulante Pflege · Pflegeberatung · Seniorenreisen

Hausnotruf · Menü-Service · Service Wohnen

Tagespflege · Kurzzeitpflege · Altenwohnhäuser

Tel. 02306 9107-20

Angebote für Familien und Menschen

in besonderen Lebenslagen

Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder,

Offene Ganztagsschulen, Mutter-/Vater-Kind-Kuren,

Asylbewerberbetreuung, Migrationsberatung.

Tel. 02306 7004-24


16

Junge Familien


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Junge Familien 17

Unterhalt: Eltern zahlen für ihre Kinder

Klassische Lebensläufe, bei denen die Schulzeit nahtlos in die Ausbildung übergeht, sind selten geworden.

Aufgrund der schwierigen Arbeitsmarktsituation und hoher NCs sehen sich Schulabsolventen immer

häufiger gezwungen, Praktika oder ungelernte Aushilfsjobs vorzuschalten oder die lange Wartezeit

auf den Ausbildungs- bzw. Studienplatz mit einem sozialen Jahr zu überbrücken.

Bislang waren die Eltern zur Unterhaltszahlung

in solchen Fällen nicht mehr verpflichtet.

Ein neues BGH-Urteil vom Juli

2013 trägt der realen Ausbildungslage

Rechnung. »Das unterhaltsberechtigte

Kind behält den Unterhaltsanspruch gegenüber

seinen Eltern neuerdings auch

dann, wenn es ihm aufgrund schwacher

Abschlussnoten erst später gelingt, einen

Ausbildungsplatz zu ergattern«, erläutert

Ulrike Schroeder, Fachanwältin für Familien-

und Arbeitsrecht.

Die Kanzlei ist am 16. April 2013 in die neuen

Räumlichkeiten (Felix GmbH), Waltroper Straße 23

eingezogen: Ulrike Schroeder (re.) mit ›Neuzugang‹

Heike Echterhoff (Fachanwältin für Familienund

Verkehrsrecht) im Foyer des neuen Kanzleigebäudes.

Laut BGH hat jedes Kind Anspruch auf die

Finanzierung einer angemessenen, seiner

Begabung und Neigung entsprechenden Berufsausbildung.

Der Zahlungsverpflichtung

steht die Obliegenheit gegenüber, diese mit

Fleiß in üblicher Zeit zu beenden. »Eine Verzögerung

der Ausbildung ist aber hinzunehmen,

wenn diese auf ein vorübergehendes,

leichtes Versagen des Kindes

zurückzuführen ist, bzw. wenn die Ausbildung

nach dem Wegfall des objektiven Hindernisses

zielstrebig aufgenommen wird«, so

Ulrike Schroeder.

Jeder Einzelfall wird individuell bewertet.

»Beispielsweise können psychische Erkrankungen

oder negative Einflüsse wie

die Trennung der Eltern ausschlaggebend

für die schwache Schulleistung eines Kindes

sein.« Es gibt keine feste Altersgrenze

für die Aufnahme einer Ausbildung, sondern

eine Abwägung der Umstände. Die

Höhe der Unterhaltszahlung bemisst sich

am Einkommen der Eltern, zuvor müssen

öffentliche Fördermittel ausgeschöpft worden

sein. Und auch Nebentätigkeiten des

Unterhaltsberechtigten werden in die

Gleichung einbezogen.

Kanzlei Schroeder & Kollegen

Waltroper Staße 23 · 44536 Lünen

Tel. 02 31 / 8 79 30

www.schroeder-grolle.de

CDtipp

Peterchens Mondfahrt

2 CDs · 2 Stunden, 54 Minuten

tacheles · 16,99 Euro

Einmal Mond und zurück

mit Katharina Thalbach

Maikäfer Sumsemann will mit seinen beiden Freunden Peterchen

und Anneliese sein sechstes Beinchen zurückholen, das vor langer

Zeit auf den Mond gezaubert wurde. Seit vielen Jahren wird es

dort vom finsteren Mondmann bewacht. Auf ihrer Reise erleben

die drei Freunde spannende Abenteuer und lernen viele wunderliche

Gestalten kennen: die liebenswerte Königin der Nacht, die

wilde Blitzhexe, den ewig tropfenden Wassermann und natürlich

den strengen Sandmann, der sie über die Milchstraße am Großen

Bären vorbei durch diese aufregende Nacht begleitet.

SPIELtipp

Kreuz und quer

Für 1–4 Spieler von 8–99 Jahren

Ravensburger · 16,99 Euro

Viele Wege führen zum Sieg!

Die Regeln sind denkbar einfach und

so können die Spieler quasi sofort

loslegen. Jeder Teilnehmer versucht,

durch überlegtes Platzieren seiner

Kärtchen möglichst viele Zahlen am

Spielplanrand mit dem mittleren Feld zu verbinden. Doch da die

Verbindungen nicht immer so zusammenpassen, wie man es gerne

hätte, heißt es: klug kombinieren und vorausschauend platzieren.

Und hoffen, dass das vielleicht alles entscheidende Kärtchen

doch noch auftaucht ...

TERMINtipp

Der Untergang der Urzeitechsen

Die Kinder-Uni entführt ihre jungen Studenten

auf eine Reise in die Urzeit. Über

einen Zeitraum von rund 165 Millionen

Jahren beherrschte eine fremde Spezies

die Erde: die Dinosaurier. Warum verschwanden

die mächtigen Echsen vor etwa

65 Millionen Jahren vom Erdboden?

Astronomen vermuten, dass die Ursache

ein riesiger Gesteinsbrocken aus dem

Weltall gewesen sein könnte, welcher damals

am Golf von Mexiko auf unseren Planeten

prallte. Was dieser verheerende

Crash zur Folge hatte, warum er zum Aussterben

der Saurier sowie anderer Tierund

Pflanzenarten führte, erläutert Prof.

Dr. Wolfram Winnenburg in einem kindgerechten

Vortrag. Eine Anmeldung bis zum

15.11. wird erbeten.

›Warum starben

die Dinosaurier aus?‹

Kinder-Uni ab 7 Jahren

26.11., 16.45 Uhr

Käthe-Kollwitz-Gesamtschule

© Foto: S. Hofschläger / Pixelio


18

Ratgeber

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Steuerstrafrecht: Neues vom Gesetzgeber

von Steuerberater Dipl.-Finanzwirt Jürgen Skok, Steuerberater- und Anwaltskanzlei ›Skok & von

Bohlen‹ mit Kanzleistandorten in Selm und Lünen

Wer, wie der Autor dieses Artikels, über

viele Jahre Erfahrung als Berater und

Verteidiger im Steuerstrafrecht verfügt,

weiß, dass es in der jüngsten Vergangenheit

sowohl zu einschneidenden Änderungen

der Rechtslage als auch zu einer

immer stringenteren Rechtsprechung

kam. Nachfolgend möchten wir Ihnen vor

diesem Hintergrund einen kurzen Überblick

über die aktuelle Entwicklung im

Bereich des Steuerstrafrechts an die

Hand geben.

In seiner Sitzung vom 3. Mai 2013 hat sich

der Bundesrat für eine Verlängerung der

strafrechtlichen Verjährungsfrist eingesetzt.

Basis hierfür ist der Gesetzesentwurf

für ein ›Gesetz zur Verbesserung der

Bekämpfung von Steuerstraftaten‹, BR-

Drucks. 339/13.

In der aktuellen Rechtslage wird zwischen

der einfachen Steuerhinterziehung (strafrechtliche

Verjährungsfrist: fünf Jahre)

und den besonders schweren Fällen der

Steuerhinterziehung im Sinne von § 370

Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 bis 5 AO (strafrechtliche

Verjährungsfrist: zehn Jahre) unterschieden.

Momentan ist hierbei gültiges

Recht, dass ein besonders schwerer Fall

der Steuerhinterziehung wie folgt definiert

ist:

»Ein besonders schwerer Fall liegt in der

Regel vor, wenn der Täter

1. in großem Ausmaß Steuern verkürzt

oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile

erlangt,

2. seine Befugnisse oder seine Stellung als

Amtsträger missbraucht,

3. die Mithilfe eines Amtsträgers ausnutzt,

der seine Befugnisse oder seine Stellung

missbraucht,

4. unter Verwendung nachgemachter oder

verfälschter Belege fortgesetzt Steuern

verkürzt oder nicht gerechtfertigte

Steuervorteile erlangt oder

5. als Mitglied einer Bande, die sich zur

fortgesetzten Begehung von Taten nach

Absatz 1 verbunden hat, Umsatz- oder

Verbrauchssteuern verkürzt oder nicht

gerechtfertigte Umsatz- oder Verbrauchssteuervorteile

erlangt.«

Der BGH sieht hierbei je nach Umständen

des Einzelfalls eine Steuerhinterziehung

im großen Ausmaß bereits bei einem Hinterziehungserfolg

ab 50.000 EUR als gegeben

an (BGH, Beschluss vom 15. Dezember

2011, 1 StR 579/11).

Fortan soll es keinerlei Unterscheidung

zwischen der einfachen und der besonders

schweren Steuerhinterziehung in Bezug

auf die strafrechtliche Verjährungsfrist

mehr geben.

Hierbei muss beachtet werden, dass es bis

zum seinerzeitigen Inkrafttreten des Jahressteuergesetzes

2009 keine spezielle

Rechtsgrundlage für die strafrechtliche

Verjährung von Steuerhinterziehungen

gab, sodass die Verjährungsfrist von fünf

Jahren gemäß § 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB sowohl

für die einfache als auch für die – im

Sinne der heutigen Rechtslage – besonders

schwere Steuerhinterziehung galt.

Erst mit der Einführung des Jahressteuergesetzes

2009 hat der Gesetzgeber in Gestalt

des § 376 Abs. 1 AO eine Rechtsgrundlage

geschaffen, wonach bei den in §

370 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 bis 5 AO genannten

Fällen besonders schwerer Steuerhinterziehung

die Verjährungsfrist zehn Jahre

beträgt.

Zudem muss berücksichtigt werden, dass

die steuerrechtliche Festsetzungsfrist für

Fälle der Steuerhinterziehung durchgehend

zehn Jahre beträgt, ohne dass insoweit

zwischen einfacher und besonders

schwerer Steuerhinterziehung unterschieben

wird (§ 169 Abs. 2 AO).

© Foto: hhs; pixelio.de

Somit ist derzeit gültiges Recht, dass nur

im Falle der besonders schweren Steuerhinterziehung

ein Gleichklang zwischen

der strafrechtlichen und der steuerrechtlichen

Verjährungsfrist besteht.

Im Falle einfacher Steuerhinterziehung

hingegen beseht zwar für das Steuerrecht

eine Verjährungsfrist von zehn Jahren, für

das Strafrecht aber nach wie vor nur eine

von fünf Jahren. Dies will der Gesetzgeber

nicht länger hinnehmen. Sein Bestreben

ist, dass in Zukunft in jedem Fall einer

Steuerhinterziehung eine zehnjährige Verjährungsfrist

und zwar sowohl in steuerrechtlicher-

als auch in strafrechtlicher

Hinsicht gilt.

Es gilt, den weiteren Verlauf dieses Gesetzgebungsvorhabens

zu verfolgen. Die

Tendenz ist für jeden Experten klar erkennbar:

Die strafrechtlichen Verfolgungsfristen

werden mit hoher Wahrscheinlichkeit

verlängert werden, alles andere ist

politisch nicht (mehr) gewollt.

Steuerberater Dipl.-Finanzwirt Jürgen Skok,

Partner bei Skok & von Bohlen

Die Kanzlei Skok & von Bohlen bietet neben der

allgemeinen Steuerberatung auch die Beratungsleistung

der Qualitätssicherung an. Frau

Dipl.-Finanzwirtin Andrea von Bohlen ist als

Steuerberaterin zusätzlich geprüfte zertifizierte

Risk-Managerin. Herr Dipl.-Finanzwirt Jürgen

Skok ist als Fachberater für Sanierung und

Insolvenzverwaltung (DStV e.V.) Experte in allen

Fragen der Unternehmenskrise und -sanierung.

Skok & von Bohlen

Steuerberater und Rechtsanwalt

Am Knick 8 · 44534 Lünen

Tel. 0 23 06 / 75 13 00

www.steuerberater-luenen.de


Friedhofskultur 19

Von ägyptischen Mumien und französischen Feldzügen

Zur Geschichte der Einbalsamierung

Sie sind Relikte vergangener Kulturen und eindrucksvolle Belege dafür, wie sehr uns seit Menschengedenken

die Themen Diesseits und Jenseits, Sterben und Tod sowie der Traum vom ewigen Leben beschäftigen.

Ob als geschichtlich interessante Objekte im Ägyptischen Museum oder als wandelnde Tote

in einschlägigen Horrorfilmen: Mumien üben auf uns seit jeher eine unheimliche Faszination aus.

Menschenwürde

Geschichtliche Realität und morbide Fantasie

klaffen oft weit auseinander. Allzu

leicht gerät in Vergessenheit, dass es sich

bei den Jahrtausende alten konservierten

Körpern einst um echte Menschen handelte,

die zu Lebzeiten ebenso wie wir gelacht,

geweint und es sich verdient haben,

mit Würde behandelt zu werden. In

der Thanatopraxie wird die Einbalsamierung

zu Konservierungszwecken – in moderner

Form – auch heute noch praktiziert.

Wir wollen die historischen

Wurzeln des uralten Verfahrens ergründen

und begeben uns auf eine Reise in die

Vergangenheit.

Wissenswert

Schon vor den Ägyptern haben Menschen ihre Toten

mumifiziert. Der älteste Fund einer künstlichen

Mumie stammt aus Libyen: Es handelt sich

um die 5.500 Jahre alten Überreste eines fünfjährigen

Jungen.

Kanopenkrüge aus dem Grab des Iti, 19. Dynastie, um 1.200 v. Chr. Kalkstein, Ägyptisches Museum Berlin

(Foto: Nina Aldin Thune)

Leben nach dem Tod

Das Thema Mumien ist untrennbar verbunden

mit dem alten Ägypten. Im Land

der Pyramiden begründete sich diese Tradition

im Glauben an ein ewiges Leben

nach dem Tod. Durch die Mumifizierung

des Leichnams und spezielle Bestattungsriten

wurde der Verschiedene für seine

Reise in die himmlische Götterwelt gerüstet.

Eine Ehre, die ursprünglich nur den

Pharaonen zuteilwurde, denn ›normale‹

Ägypter konnten sich die benötigten teuren

Öle und Substanzen kaum leisten. Ihre

Leichen wurden daher im Wüstensand

begraben und dort auf natürlichem Wege

konserviert. Erst im späteren Verlauf der

altägyptischen Geschichte verbreitete sich

die Mumifizierungspraxis auch im gemeinen

Volk, dann allerdings in unterschiedlichen

›Qualitätsstandards‹.

Kurios

Im Alten Ägypten wurden nicht nur Menschen,

sondern auch Tiere mumifiziert. Beispielsweise erhielten

manche Katzen, Falken oder Stiere, die

man als Verkörperungen verschiedener Gottheiten

verehrte, ein ebenso aufwendiges Begräbnis wie

die Familien der Pharaonen.

Religiöse Motive und praktische Gründe

In der Regel nahmen die Rituale, die vom

Todestag bis zur Beisetzung vollzogen werden

mussten, rund 70 Tage in Anspruch.

Da viel Wasser für die verschiedenen Waschungen

benötigt wurde, hatten viele

Einbalsamierungshäuser ihren Sitz außerhalb

der Dörfer am Nil oder nahe eines Bewässerungskanals.

Neben religiösen Motiven

bestimmten auch ganz praktische

Gründe den Ablauf der Prozedur: So hatte

man erkannt, dass die inneren Organe

entfernt werden mussten, um die körperliche

Verwesung zu stoppen. Da der Tote äußerlich

unversehrt bleiben sollte, gingen

die Balsamierer mit äußerster Präzision zu

Werke. Das Gehirn beispielsweise wurde

mit einem gekrümmten Eisenstab durch

die Nase gezogen. Die Organe wurden separat

präpariert und in vier Kanopenkrüge

gelegt, welche von den vier Schutzgöttern,

den sogenannten ›Horussöhnen‹,

bewacht wurden. Einzig das Herz, nach

damaligem Verständnis der Sitz aller Körper-

und Verstandeskräfte, blieb im Körper,

um es beim göttlichen ›Totengericht‹

wiegen zu können. Nur wenn es frei von

Sünde war, durfte der Verstorbene das

Jenseits betreten.

›Reiseführer‹ für das Jenseits

Um dem Leichnam die Flüssigkeit zu entziehen,

wurde er bis zu 40 Tage in Natron

getrocknet. Danach begann die eigentliche

Einbalsamierung. So behandelte man die

Haut mit heißem Salböl, um ihr ihre Elastizität

zurückzugeben. Bauchhöhle, Brustraum

sowie Körperöffnungen wurden mit

verschiedenen Stoffen wie Leinen, Sägespäne

oder Gewürze ausgestopft. Bei königlichen

Mumien wurden empfindliche

Körperpartien wie Finger oder Zehen zuweilen

durch Goldkappen geschützt. Am

Schluss wurde der Leichnam mit den typischen

Leinentüchern umhüllt, wobei rund

375 Quadratmeter Stoff verbraucht worden

sein sollen. Zudem wurden zahllose

kleine Talismane und Schutzamulette mit

eingewickelt. Die fertige Mumie legte man

mit einer Maske in den Sarg. Sowohl Maske

als auch Sarg hatten große aufgemalte

Augen: Durch sie sollte der Tote hinaus in

die Welt blicken. Manchmal wurde eine

mehrere Meter lange Papyrusrolle dazugegeben.

Das Totenbuch war eine Art ›Reiseführer‹

für das Jenseits.

weiter auf S. 20


20

Friedhofskultur

Durch Napoleon zum

›Modern Embalming‹

Vom altägyptischen

Totenkult unterscheidet

sich die moderne

Einbalsamierung in

großem Maße, dennoch

haben beide

Methoden das gleiche

Ziel: die körperliche

Unversehrtheit und

damit auch die Würde

des Verstorbenen zu

wahren. Den Grundstein

für das ›Modern

Embalming‹ wurde

gegen Ende des 18.

Jahrhunderts von Napoleon

gelegt: Der

Napoleon Bonaparte

französische General

initiierte das

›Modern Embalming‹ wollte jeder Familie eines

gefallenen Solda-

in Europa.

ten die Möglichkeit

einräumen, von ihrem Angehörigen Abschied

zu nehmen. Schon damals spielte

also die trauerpsychologische Motivation eine

ausschlaggebende Rolle. Nach Experimenten

mit teils gefährlichen Chemikalien

begann man, Blut im Dialyseverfahren

durch bleihaltige Flüssigkeit zu ersetzen.

Anstelle von Bleilösungen kommt heute in

erster Linie Formalin zum Einsatz. Dabei

geht es nicht mehr darum, den

Körper dauerhaft haltbar zu machen.

Vielmehr soll der biologische

Verfall für eine bestimmte

Zeitspanne hinausgezögert werden,

eine Praxis, die in Ländern

wie Frankreich oder England inzwischen

weit verbreitet ist. Bei

uns in Deutschland findet die

moderne Form der Konservierung

bislang nur in Ausnahmefällen

statt, etwa bei Auslandsüberführungen

oder wenn der

Verstorbene länger als die vom

Ordnungs- und Gesundheitsamt

vorgeschriebenen acht Tage aufgebahrt

werden muss, zum Beispiel

weil Verwandte aus anderen

Ländern anreisen.

Noch kurioser

Napoleons Ägypten-Feldzug löste in Europa einen

richtiggehenden Hype aus, in dessen Folge Anfang

des 19. Jahrhunderts insbesondere in England sogenannte

›Mumien-Partys‹ in Mode kamen. Hier

traf sich der englische Adel, um gemeinschaftlich

Mumien auszuwickeln und sich am Gruseleffekt

sowie an den teils wertvollen Überraschungen wie

Schmuck oder Talismanen zu erfreuen.

Einer von vier Miniatursärgen

aus Gold für

die Aufnahme der Eingeweide

(Foto wikimedia)

Würdevoller Abschied

Die Einbalsamierung macht aber nur einen

Teil der Thanatopraxie (abgeleitet vom griechischen

Begriff für ›Tod‹ bzw.

dem griechischen Totengott ›Thanatos‹)

aus. Auch die optische Rekonstruktion

von Verstorbenen

gehört zu diesem komplexen

Fachbereich, den in der Bundesrepublik

nur wenige besonders

qualifizierte Bestattungshäuser

anbieten. Nach Verkehrsunfällen,

Gewalteinwirkung, schweren Erkrankungen

oder gerichtsmedizinischen

Obduktionen wird das

natürliche Erscheinungsbild des

Toten mit Hilfe von Modellierwachs

und spezieller Kosmetik

wiederhergestellt. So ermöglichen

die Thanatopraktiker den

Hinterbliebenen ein würdevolles

Abschiednehmen am offenen Sarg. Und

dies, so sagen Experten, sei insbesondere bei

plötzlichen, tragischen Sterbefällen ein

wichtiger Schritt bei der Verlustbewältigung,

da es den Tod begreifbar mache.

Befremdlich

Bis ins 20. Jahrhundert war Mumienpulver, gewonnen

aus den gemahlenen Überresten mumifizierter

Menschen, ein angesagtes Heilmittel.

Erstaunlich

Durch Untersuchungen an mehreren tausend Jahre

alten Mumien können Forscher noch heute feststellen,

was der Tote zuletzt gegessen hat, woran

er starb und wie sein Familienstammbaum aussah.

Im Angesicht des Todes

Eine ungewöhnliche Spezialisierung in einem

ohnehin schon ungewöhnlichen Beruf.

»Für mich stand früh fest, dass ich ins

Bestattungshaus meiner Eltern einsteigen

will, schließlich bin ich von klein auf in den

Betrieb hineingewachsen«, erzählt er. Allerdings

habe man ihn lange vom Kontakt

mit Verstorbenen ferngehalten. »Mit 13

wurde ich neugierig: Was machen die da eigentlich?

Zuerst beobachtete ich das Geschehen

aus der Distanz, dann wagte ich

mich immer näher heran. Und heute stehe

ich in der ersten Reihe.«

Nur rund ein Prozent der Bevölkerung in

Deutschland wird nach ihrem Tod einbalsamiert.

»Durch den großen, mehrstündigen

Aufwand ist das ›Modern Embalming‹

für uns alles andere als wirtschaftlich«, so

Carsten Strauß. »Da ich aber während

meiner Ausbildung bei einem Thanatopraktiker

in Bochum erfahren habe, wie

interessant und wichtig dieser Fachbereich

ist, möchte ich ihn unbedingt anbieten.«

Durch die Einbalsamierung wird der Zerfall

des Körpers hinausgezögert und das

Gewebe fixiert – die Voraussetzung für

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Dem Tod sehen wir nur ungern ins Auge, denn er ist kein schöner Anblick. Dennoch gibt es Menschen,

die sich tagtäglich mit ihm beschäftigen. So Carsten Strauß, Bestattermeister und geprüfter Thanatopraktiker:

Durch Einbalsamierungen und optische Rekonstruktionen gibt er Verstorbenen ihr natürliches

Erscheinungsbild zurück, um eine würdevolle Abschiednahme zu ermöglichen.

Carsten Strauß mit Injektionspumpe

wiederherstellende Maßnahmen, bei denen

mit Wachsen und Kosmetika gearbeitet

wird, die sonst nicht haften würden.

Mit Hilfe von Fotos lässt der Experte den

verstorbenen Menschen so aussehen, wie

seine Familie ihn aus Lebzeiten in Erinnerung

hat.

»Natürlich verrichte ich meine Arbeit

nicht emotionslos, insbesondere wenn ich

die Gespräche mit den Hinterbliebenen

persönlich geführt habe. Aber wenn ich sehe,

wie froh Menschen sind, dass sie ihren

geliebten Angehörigen ein letzten Mal sehen

können, dann entlohnt das für alle

Mühen.«

Bestattungshaus Strauß

Meisterbetrieb und geprüfter Thanatopraktiker

Querstr. 1 · 44532 Lünen-Horstmar

Tel. 0 23 06 / 45 31


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Friedhofskultur 21

Abschied – in jeder Form

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, ist dies für die Hinterbliebenen ein Verlust, der sich kaum mit Worten

beschreiben lässt. Individuell gestaltete Trauerfeiern können helfen, den Schmerz zu verarbeiten.

»Abschied nehmen ist wichtig, egal in welcher Form«, so Bestatterin

Irina Möcke. »Es gibt kein falsches Trauern. Jedem Menschen,

egal welchen Alters, sollte freigestellt werden, ob er an der Beisetzung

teilnehmen möchte.« Mit zwei Abschiedsräumen, einer Andachtshalle

und einem eigenen Glockenturm verfügt das Bestattungshaus

Möcke über die idealen Voraussetzungen für

verschiedenste Arten von Tauerfeiern, sei es mit Ansprache eines

Pastors oder eines freien Redners, mit Orgelmusik oder Live-Auftritt

der befreundeten Rockband, mit Dia-Show zum Leben des Verstorbenen

oder Gegenständen, die ihm im Leben wichtig waren.

Persönlich Abschied zu nehmen, sich individuell einzubringen,

Dinge auszusprechen, die im Leben nicht mehr gesagt werden

konnten, den Verstorbenen ein letztes Mal zu sehen, ist nach Ansicht

des Bestattertrios der erste Schritt zur Trauerbewältigung.

»Am offenen Sarg sieht man den Tod nicht nur, man begreift ihn

auch – im wortwörtlichen Sinne. Hinterbliebene, die ihren Angehörigen

noch einmal berühren, können in der Regel besser mit

ihrem Verlust umgehen.«

»Sogar ein Motorrad hatten wir schon neben dem Sarg stehen«,

erzählt Mitarbeiter Carsten Grunwald. »Damals haben uns 150

Biker zum Friedhof begleitet, das war ziemlich beeindruckend.«

Für eine buddhistische Beisetzung mussten die Stühle aus der

Halle geräumt werden. »Das Fest erstreckte sich über zwei Tage«,

berichtet Irina Möcke. »In den Räumlichkeiten eines Friedhofs

wäre so etwas kaum möglich.« Ihr Vater Siegfried Möcke erinnert

sich an einen weiteren außergewöhnlichen Fall. »Ein

junger Mann wollte am Sarg Nachtwache halten, so, wie es in alten

Zeiten zu Hause üblich war. Wir haben ihm Kaffee und Kekse

gebracht.«

Bestattungshaus Möcke

Seelhuve 11 · 44532 Lünen · 0 23 06 / 20 24 20

Irina Möcke und Carsten Grunwald

44532 Lünen-Horstmar

Querstraße 1

Telefon 0 23 06 / 45 31

44329 Dortmund-Lanstrop

Wasserfuhr 11

Telefon 02 31 / 2 94 06

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Neue Wege gehen ...

Zuversicht trägt durch die Trauer.

Individuelle Bestattung nach Ihren Wünschen.

Bestattungsvorsorge zu Lebzeiten.

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Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2008 Registernummer: QM-1880700


22

Soziales

Mit ›Samuel‹ auf der Flucht

Missio-Truck bringt Flüchtlingsproblematik auf den Schulhof

Das Dorf steht unter Beschuss. Während Samuels Eltern und Geschwister ihr Leben im Gewehrfeuer

lassen, gelingt uns in letzter Sekunde die Flucht. In der Eile können wir nur das Nötigste mitnehmen.

Ich greife nach den Pässen und Proviant– ein Fehler, wie sich später herausstellen wird. Zu Fuß und auf

der Ladefläche eines Lasters schlagen wir uns durch den Ostkongo bis ins über 1.000 km entfernte Nairobi

durch. Dort kommt Samuel bei einer Tante unter. Gut aufgehoben fühlt sich der 15-Jährige hier

nicht. Als Fremder findet er keine Freunde und nicht einmal einen Job – anstelle des Proviants hätte

ich doch lieber das Zeugnis einstecken sollen.

nasiums. Schüler und Lehrer hatten Gelegenheit,

die Erfahrungen von Bürgerkriegsflüchtlingen

aus dem Ostkongo anhand

der exemplarischen Biografien von

acht Avataren an multimedialen Stationen

›live‹ mitzuerleben. Ein Computerspiel,

das den bitteren Ernst des Lebens vor Augen

führt. Schulleiter Dr. Norbert Ingler,

der die Ausstellung mit einer achten Klasse

besuchte, erklärte im Anschluss sichtlich

beeindruckt: »Die Schüler kamen

nachdenklich aus dem Truck. Das mussten

sie erst einmal verarbeiten.«

Schulleiter Dr. Norbert Ingler (li.) und Weihbischof Dieter Geerlings (unten mi.) mit Unterstützern.

Weltweit 45 Millionen Flüchtlinge

Das Schicksal der Computerfigur Samuel

steht beispielhaft für die rund 45 Millionen

Menschen, die sich nach Angaben der

Vereinten Nationen weltweit auf der

Flucht befinden. Allein im vergangenen

Jahr mussten 7,6 Millionen Frauen, Männer

und Kinder aus ihren Heimatorten

fliehen: ein Flüchtling pro Wimpernschlag!

Zahlen, die schockieren. Doch, wie es

Weihbischof Dieter Geerlings, Vorsitzender

der Katholischen Arbeitsgemeinschaft

Migration und stellvertretender Vorsitzender

der Migrationskommission der Deutschen

Bischofskonferenz treffend formuliert:

»Betroffenheit allein reicht nicht aus.

Wir alle sind hier gefordert!«

Multimediale Ausstellung

Um junge Menschen in Deutschland für

die Problematik zu sensibilisieren, schickte

das Internationale Katholische Missionswerk

in den vergangenen zwei Monaten

seinen sogenannten Missio-Truck auf

Tour durch das Bistum Münster. Im September

machte die mobile Ausstellung

Halt auf dem Schulhof des Altlüner Gym-

Bericht aus dem Kongo

»Im Kongo lebt die Bevölkerung in ständiger

Angst vor dem Tod«, weiß Pater Hilarus,

der seit fünf Jahren als katholischer

Priester beim Bistum Münster angestellt

ist und es sich nicht nehmen ließ, anlässlich

der Ausstellung von den Zuständen in

seiner früheren Heimat zu berichten.

»Ständig gibt es Schießereien. Frauen und

junge Mädchen müssen sich prostituieren,

um zu überleben. Männer können jederzeit

in die Armee eingezogen werden. Je

jünger, desto besser: Kinder sind leichter

beeinflussbar als Erwachsene, leisten keinen

Widerstand und überlegen nicht, be-


Soziales 23

vor sie den Abzug drücken. Viele sind vom

Bürgerkrieg traumatisiert. Die Familien

der Soldaten müssen die Rache anderer

Stämme fürchten. Wer nicht in der Armee

dient, den zwingt man mit Waffengewalt

zur Arbeit in den Bergwerken, wo wertvolle

Erze wie Coltan unter blutigen Bedingungen

abgebaut werden.« Coltan, auch

bekannt als ›Konfliktmineral‹, spielt eine

wichtige Rolle bei der Herstellung von

Handys, Kameras und anderen technischen

Luxusgütern des Westens.

Weltweit befinden sich 45 Millionen Menschen auf

der Flucht. Foto: Missio

»Fliehen reißt Menschen den Boden

unter den Füßen weg!«

Die Menschen, die dieser Hölle auf Erden

entkommen, gelten nicht als ›politische

Flüchtlinge‹ und genießen daher in der

Bundesrepublik kein Asylrecht. Wem es

Nachdenklichkeit bei den Schülern

gelingt, die Grenzen der Bürgerkriegsgebiete

zu überwinden, der strandet nicht

selten im Nirgendwo. »Fliehen reißt Menschen

den Boden unter den Füßen weg«,

so Pater Hilarius, der selbst schon in

Flüchtlingslagern gearbeitet hat. »Die Situation

ist unvorstellbar katastrophal:

Zehntausende Personen leben auf engstem

Raum. Sie haben nicht mehr als das, was

sie am Leibe tragen, was bedeutet, dass in

der Nacht nach einem Waschtag eben

nackt geschlafen werden muss. Kinder

sterben, weil es für sie nicht eine Tablette

Aspirin gibt. Eine Woche ohne Essen ist

nichts Ungewöhnliches. In diesen schlimmen

Verhältnissen ist Zusammenhalt für

viele der einzige Trost.«

Mitmenschlichkeit gefragt

Das Internationale Katholische Missionswerk

will nicht nur wachrütteln, es leistet

in Kooperation mit kirchlichen Partnern

vor Ort ganz handfeste Unterstützung in

betroffenen Regionen verschiedenster

Länder, von der Soforthilfe über das sogenannte

Empowerment (Hilfe zur Selbsthilfe)

bis hin zur Traumaarbeit. Konkrete

Handlungsmöglichkeiten ergeben sich

aber auch für die Besucher der Ausstellung.

Da wäre zum einen das Thema

Handy: Ein Leben ohne Smartphone können

sich die wenigsten von uns vorstellen,

doch da wir nun wissen, wie die Geräte

produziert werden – brauchen wir wirklich

alle zwei Jahre ein neues Modell? Zweitens

geht es um etwas, das jeder einzelne von

uns leicht aufbringen kann: Mitmenschlichkeit.

Erfahrung von Frieden und Demokratie

»Wenn in den nächsten Wochen 1.000

Flüchtlinge aus Syrien in NRW ankommen,

müssen wir uns fragen, wie wir diesen

Menschen begegnen wollen«, so Willi

Engelbertz vom Verein zur Förderung der

Flüchtlingsarbeit in Lünen und Selm.

»Statt uns abzuschotten, besteht ja vielleicht

auch die Möglichkeit, dass wir die

Neuankömmlinge bei ihrem schwierigen

Neuanfang begleiten, sie integrieren, vielleicht

sogar Patenschaften übernehmen.«

Das kann Pater Hilarius nur bestätigen:

»Ich hatte das Glück, auf geregeltem Wege

nach Deutschland zu kommen. Trotzdem

war ich anfangs sprachlos – im wahrsten

Sinne des Wortes. Denn ich musste die

deutsche Sprache von Grund auf lernen,

hatte keinen Kontakt zu anderen Menschen

und das Gefühl, ausgeschlossen zu

sein, was mein Heimweh noch verstärkte.«

Er lächelt: »Seitdem ich die Sprache spreche,

habe ich mich eingelebt und Freunde

gefunden. Die Erfahrung von Frieden und

Demokratie sollten wir auch den Flüchtlingen

ermöglichen.« Seine Familie lebt

noch immer im Kongo.

www.missio-hilft.de

Jazz am Hellweg

Im Mittelalter wurden wertvolle Salze

über den Hellweg transportiert. Heute stehen

Blaser, Gitarren und Percussions hoch

im Kurs: Beim Jazzfestival ›Take 5‹ grooven

fünf Städte entlang der historischen

Handelsroute im Rhythmus der Musik.

Noch bis Mitte November finden insgesamt

42 Konzerte an 27 Spielorten statt.

Auch Lünen ist mit von der Partie. Den

Auftakt macht unter dem Motto ›Jazz-

Light‹ am 1. November die Christoph

Schlüssel Challenge Band im Lüner Jazz-

Club. Am Samstag, den 2. November, stehen

die Heavytones, bekannt u. a. aus der

© Foto: Jena / Pixelio

Raab-Show ›TV Total‹, mit dem Saxofonisten

Pee Wee Ellis auf der Bühne im Hansesaal.

Der Sonntag gehört den Kindern:

Dann zeigt die ABC-Jazzband für Kids,

dass Jazz nicht nur ein Thema für die

›Großen‹ ist. Abends ebenfalls im Hansesaal

spielt die Hellway2High Bigband.

›Take 5‹

Das Jazzfestival am Hellweg

Lfd.–16.11.

www.jazzamhellweg.de


24

Kultur

Nettwork

Soundgewitter nach Feierabend

Seine Klienten kennen Jürgen Skok als seriösen Steuerberater. Doch

wenn die Sonne hinter den Feldern des Münsterlandes untergeht,

dann erwacht in dem Lüner Finanzexperten eine ganz andere Seite:

die des groovenden Vollblutmusikers, der am Schlagzeug für die bekannte

Coverband Nettwork den Takt angibt.

Starke Stimme: Birgit Niehaus

mich ein wichtiger Ausgleich zum Beruf«,

erzählt Jürgen Skok. »Natürlich begegnet

man im Publikum auch mal Klienten.

Trotzdem stehe ich nicht im Anzug auf der

Bühne. Aber wer meine Kanzlei kennt,

weiß, dass wir ohnehin eher unkonventionell

sind.« Er scherzt: »Wenn Sie einen

Steuerberater wirklich arbeiten sehen wollen,

besuchen Sie unser Konzert!«

»Würden wir zusammen Tauben züchten,

wäre das ebenfalls ‘ne Mordsgaudi!«

In der zum Probenraum umfunktionierten

Scheune eines versteckt gelegenen Bauernhofs

im ländlichen Bösensell herrscht

ausgelassene Stimmung. »Wir verstehen

uns auch abseits der Bühne: Würden wir

zusammen Tauben züchten, wäre das

ebenfalls ‘ne Mordsgaudi«, lächelt Jürgen

Skok. Zum Glück haben sich die sieben

dann doch für die Musik entschieden.

Denn Nettwork – übersetzt: ›nette Arbeit‹

– sind nicht nur lustig, sondern auch richtig

gut! Was klar wird, als Frontfrau Birgit

Niehaus ihr Mikro zückt und Saxofonist

Jörg Läge sein Instrument gegen eine

Song-Whistle eintauscht: Bruno Mars, mit

noch mehr Power. Backgroundgesang,

Keyboard, Gitarre, Bass und Drums ergänzen

das ›Soundgewitter‹.

›Steuermann‹ Jürgen Skok

Nettwork

Rock, Pop und Soul

»Bekannte Songs der 70er-, 80er- und

90er-Jahre sowie aktuelle Hits werden von

uns neu arrangiert«, erklärt Jürgen Skok.

»Insbesondere die Bläser sorgen in vielen

Stücken für mehr Drive.« So kann es passieren,

dass Joe Cockers ›Unchain my

heart‹ doppelt so schnell daherkommt, das

Gitarrensolo aus Queens ›Don’t stop me

now‹ von den Bläsern abgeliefert wird oder

der Popsong ›Every 1’s a winner‹ als Rockabilly-Version

auftaucht. Viele Leute bedeuten

nun mal viele Ideen. Inzwischen

umfasst das Programm rund 60 Stücke

aus Rock, Pop und Soul. »Bei einem so

breit gefächerten Repertoire kann sich der

Einzelne natürlich nicht immer 100-prozentig

wiederfinden. Aber selbst Lieder,

die ich persönlich im Radio wegschalten

würde, machen mit der Band plötzlich wieder

Laune. Und alle geben ihr Bestes!«

Nicht im Anzug auf der Bühne

Im Kern Mitte der 80er-Jahre aus einer

Schülerband des Lüner Freiherr-vom-

Stein-Gymnasiums entstanden, sind Nettwork

heute bei Kneipennächten und

Stadtfesten, auf Betriebsfeiern und runden

Geburtstagen im ganzen Lüner Raum

und im Münsterland anzutreffen. »Für

Jammen auf dem ›Wasserbett‹

Dass Musiker über Jahrzehnte zusammenbleiben,

ist gerade in der Amateurszene

absolut ungewöhnlich. »Vom Abitur

über Karriere und Familiengründung bis

zu Scheidungen haben wir vieles gemeinsam

erlebt«, erzählt Bandgründer Volker

Rasch. »Das schweißt zusammen!« Jürgen

Skok vergleicht das Musizieren mit einem

Mannschaftssport: »Selbst wenn man nach

der Arbeit denkt, ›ich würde jetzt viel lieber

aufs Sofa‹, ringt man sich durch. Und

es macht trotzdem Spaß!« Diesen Spaß

›rüberzubringen‹, dafür sind Nettwork bekannt.

Selbst wenn was schiefläuft, lassen

sich die sieben Hobbymusiker nicht aus

dem Konzept bringen. »Für eine Veranstaltung

hatten die Organisatoren eine

Bühne aus alten Holzpaletten und Bierkästen

gezimmert und wir mussten spielen

wie auf einem Wasserbett. Trotzdem

war es eine tolle Show!«

Saxofonist Jörg Läge

www.coverband-nettwork.de


Sport 25

TuS Niederaden

»Lust auf Fußball!«

Schnelle Sprints, spannende Zweikämpfe, gepfefferte Schüsse und

viel Esprit: Beim Duell ums runde Leder macht den Fußballfrauen

des TuS Niederaden so schnell niemand etwas vor. Trotz aller sportlichen

Ambitionen kommt auf dem Platz an der Kreisstraße aber

auch der Spaß nicht zu kurz.

Es ist kalt und diesig – einer dieser düsteren

Septemberabende, an denen man sich

eigentlich viel lieber mit einer großen Tasse

Tee vor den Fernseher gemütlich machen

würde. Doch still sitzen, das ist nichts

für die Athletinnen rund um Kapitänin Sabrina

Timmermann. Die Damen haben ihre

Fußballschuhe geschnürt und scharren

schon ungeduldig ›mit den Stollen‹, während

Trainer Hilmar Schinske noch

schnell ein paar Fragen der Presse beantwortet.

Dann nichts wie rauf aufs Feld!

»Die Mädels wollen was erreichen!«

»Die Vorbereitungen für die Spielzeit

2013/14 waren sehr intensiv«, erzählt Hilmar

Schinske, der die Landesligistinnen

im Sommer ganz frisch von Excoach Thomas

Poppe übernommen hat. »Wir mussten

elf neue Spielerinnen aus Lünen, Dortmund

und Recklinghausen in den Kader

integrieren.« Zum Kennenlernen wurde

ein dreitägiges Trainingslager in Nottuln

veranstaltet. Los ging es schon am Freitag,

die Teilnehmerinnen mussten sich also einen

Tag freinehmen. »Dass trotzdem 85

Prozent dabei waren, zeigt, wie groß die

Motivation der Mannschaft ist: Die Mädels

wollen was erreichen!«

Landesliga: hart aber fair

Ihre erste Saison in der Landesliga haben

die Damen mit Platz fünf abgeschlossen.

Dieses Ergebnis will das Team nun natürlich

noch toppen. Gut aufgestellt ist man

allemal: So kickt jetzt auch Torschützenkönigin

Malina Hermes für den TuS Niederaden.

»Allerdings sind unsere Neuzugänge

an die Kreisliga A gewöhnt«, so

Hilmar Schinske. »In der Landesliga geht

es dagegen schon härter zur Sache.« Er

hat in der Vergangenheit bereits andere

Frauenteams trainiert und setzt die Messlatte

bewusst hoch an. »In Sachen Schnelligkeit

und Zweikampfverhalten erwarte

ich von meinen Mädels genauso viel, wie

ich von einer Herrenmannschaft erwarten

würde.«

Das Damenteam mit Trainer Hilmar Schinske (li.)

und Hilfstrainern

»Wir heißen jeden willkommen!«

Seit etwa acht Jahren stehen beim TuS

Niederaden auch Frauen auf dem Feld.

Damals waren einige Spielerinnen mit ihrem

Trainer auf der Suche nach einem

neuen Verein an der Kreisstraße ›gestrandet‹.

Im Jugendbereich bietet der Club inzwischen

ebenfalls Mädchenfußball an.

»Im Moment haben wir leider keine U17-

Mannschaft, wir würden aber gerne eine

aufstellen, ebenso eine zweite U15-Mannschaft

sowie eine Damentruppe für Hobbyspielerinnen.«

Der Coach betont: »Bei den

Landesligistinnen zählt natürlich der Leistungsgedanke.

Überdies heißen wir aber

jeden willkommen, der einfach Lust auf

Fußball hat, egal wie erfahren oder unerfahren.«

Grillpartys mit Borussia

›Rund‹ geht es in Niederaden auch abseits

des Bolzplatzes: Das Bier bzw. die Cola

nach dem Training, Grillabende oder das

Mitfiebern bei Borussia-Spielen haben hier

längst Tradition. »Es gibt bei uns kaum eine

Spielerin, die nicht Borussia-Fan ist«,

schmunzelt Hilmar Schinske. »Da kann

man sich einiges abgucken, nicht nur

wenn es ums Gewinnen geht. Unsere Damen

wollen attraktiven, publikumsfreundlichen

Fußball spielen und freuen sich

über Zuschauer.«

Fotos:

Szenen aus der Saison 2012/13

Eberhard Kamm


26

Modetrends im Herbst

Anzeige

Laissez faire mit Chic

Lagenlook ist nicht gleich Lagenlook. Die

Kombination macht’s! Birgit Germesin hat

ein Auge dafür, was zusammenpasst und

vor allem welches Ensemble zu welcher

Trägerin gehört. Seit 15 Jahren steht ihre

›Boutique‹ in Datteln für ausgefallene und

dabei unbedingt tragbare Damenmode renommierter

Layering-Labels wie Hebbeding,

Vetono, Barbara Speer, Black Label,

Cut Loose, Masai oder Nook

von Größe 36 bis 48. Ergänzt

werden die durch und

durch femininen Kreationen

– die sich übrigens hervorragend

untereinander kombinieren

lassen – durch

Schuhmode von Rundholz

und Trippen sowie passende,

dabei ebenfalls außergewöhnliche

Accessoires.

›Die Boutique‹ überzeugt

mit großen Kollektionen –

bis zu jeweils 150 verschiedene

Teile der oben genannten

Modelabels pro Saison. Aktuell

setzen neben den traditionellen

Basics Schwarz,

Weiß, Grau, Braun und Nude warme Beerentöne

den Herbst wirkungsvoll in Szene.

Ein besonderer Trendsetter ist die Berliner

Designschmiede Yoko mit federleichtem

Strick aus superfeinem Merinogarn mit

Leicra. »Unwahrscheinlich angenehm zu

tragen, wahre Figurschmeichler und dabei

herrlich pflegeleicht«, erklärt Birgit Germesin.

Hinweis für Individualistinnen: Alle

Yoko-Modelle können auf Wunsch im

Einzelfall auch in veränderter Länge und

Farbe geordert werden – kurzfristig, ›Made

in Germany‹ macht’s möglich!

Ein Newcomer, der bereits jetzt bei

Stammkundinnen ganz oben rangiert:

»Tomo begeistert durch ausgefallene

Schnittführung in zierlichen, aber auch in

größeren Größen.« Charmante Pendants

wie die Boa in Felldesign, aber auch Taschen

von ›Zwei‹ oder die Schmuckserie

Ring Ding machen den Look schließlich

perfekt. Daneben hat Birigt Germesin aber

auch immer die ein oder andere Überraschung

parat, wie jetzt – exklusiv für ihre

Kundinnen aus dem letzten Kroatien-Urlaub

mitgebracht – die schlichten, dabei

ungemein edlen Ringe in Altsilber-Optik.

Tipp: Am 22. November öffnet ›Die Boutique‹

im Zuge von ›Datteln im Licht‹ bis

22 Uhr ihre Pforten und am 22.12. lockt

ein verkaufsoffener Sonntag.

DIE BOUTIQUE

Hohe Straße 9 · Datteln

Tel. 0 23 63 / 5 61 69

Glosse

So wird ein Schuh draus!

Also, es gibt so einige Sachen, die kann

und will ich nicht mehr hören: Frauen

können nicht einparken, haben kein räumliches

Vorstellungsvermögen, keinen Orientierungssinn

– geschenkt! Wo ist das

Problem? Abgesehen davon, dass ich selbst

natürlich hervorragend einparken kann,

was ist so bemerkenswert daran, dass die

Jäger und Sammler anders gestrickt sind

als wir? Sollen sie, find’ ich sogar gut – es

lebe der Unterschied!

Von daher brauche ich auch keine ›Venus –

Mars‹-Ratgeber, keine Frauenquote um jeden

Preis, keine in ausverkauften Olympiastadien

hin- und herlaufenden Comedians,

die satte 90 Minuten lang über die

Eigenarten der Freundin lamentieren.

Mir san mir! Und – ja, ihr habt recht – wir

lieben Schuhe. Also ich liebe Schuhe. Damit

entspreche ich keinem bloßen Klischee,

sondern bin Teil der statistisch aufbereiteten

bundesdeutschen Weiblichkeit.

Rund 25 Paar befinden sich in meinem

Schrank (und unterm Bett, unterm Sofa,

in der Ecke, im Bad, im Keller, im Auto),

von denen ich – stimmt auch! – eigentlich

nur fünf Paar regelmäßig anziehe. Absatzhöhentechnisch

kann ich allerdings nicht

ganz mit dem BRD-Durchschnitt mithalten.

Der liegt nämlich laut Angabe eines

© Foto: Katrin Schindler / Pixelio.de

Blasenpflasterherstellers – das ist jetzt

kein Witz! – bei 6,9 Zentimetern. Die

schaffe ich nicht. Bin wohl eher der Typus

Flachtreterin.

Nichtsdestotrotz: Ich liebe Schuhe, sagte

ich ja schon. Und mir ist auch glasklar, warum.

Weil es nichts Schöneres gibt, als in

einem Laden die Verkäuferin zu fragen:

Wo haben Sie denn die kleinen Größen?

Weil es ein wunderbares Gefühl ist, auch

noch nach 20 Jahren locker in die Ballerina

schlüpfen zu können, ohne dass irgendwo

der Schuh drückt.

Und wissen Sie was? Ich weiß intuitiv in

jeder mir noch so fremden Stadt, wo der

nächste Schuhladen ist. Und jetzt soll noch

mal einer sagen, wir Frauen hätten keinen

Orientierungssinn ...

ad


Kulinarisches 27

Herbstgemüse mit herbem Charme

Chicorée oder auch Cichorium intybus. Viele von uns denken – ungerechterweise – an den bitteren Salat,

den sie schon als Kind nie leiden konnten. Dabei schmecken moderne Züchtungen längst nicht mehr

so markant wie zu Omas Zeiten. Zweitens müssen wir das bleiche Blattgemüse ja nicht unbedingt roh

knabbern. In raffinierten Salatvariationen mit süßen Früchten und mildem Ziegenkäse in Honig-Balsamico-Dressing,

in Gemüsepfannen, sahnigen Aufläufen oder als Beilage zu Fleischgerichten läuft der

herbe Charmeur zur Höchstform auf.

den Griechen und Römern geschätzt. Da das Gemüse im Dunklen

gedeiht, ist es im Herbst und Winter ein wichtiger Vitamin- sowie

Mineralstofflieferant: Einhundert Gramm Chicorée enthalten

etwa zehn Milligramm Vitamin C sowie große Mengen Vitamin

A, Kalium, Kalzium und Phosphor. Mit einem Wassergehalt

von rund 94 Prozent ist der Chicorée darüber hinaus ein echter

Schlankmacher und Anti-Aging-Spezialist (weshalb er nicht nur

auf dem Teller, sondern immer öfter auch im Gesicht landet):

Cremes mit Chicorée-Extrakt gelten aufgrund ihrer zellschützenden

Wirkung als Gurkenmaske der Zukunft!

Gesund und knackig (Foto: Joujou/Pixelio.de)

Die Legende vom ›Weißen Laub‹

Glaubt man der Legende, ist die Entdeckung des Chicorées einem

Zufall zu verdanken. Ursprünglich wurden Zichorienwurzeln im

18. Jahrhundert infolge hoher Kaffeezölle nämlich zur Herstellung

von Ersatzkaffee gezüchtet. Doch 1844 ›stolperte‹ ein belgischer

Gärtner im Keller über eine dieser Wurzeln und sah, dass

sie in der Dunkelheit knackige weiße Triebe entwickelt hatte, welche

sich als überaus schmackhaft erwiesen. Daher stammt auch

die flämische Bezeichnung ›wit loof‹, weißes Laub. Noch heute ist

es in Belgien überaus beliebt: Schätzungen zufolge verzehren die

Menschen dort pro Kopf rund acht Kilogramm im Jahr!

Tipps zur Lagerung und Zubereitung

Um das feinherbe Aroma zu erhalten, gibt es vom Kauf über die

Lagerung bis zur Zubereitung lediglich ein paar Tipps zu beachten.

Zunächst sollten Sie den Chicorée in Augenschein nehmen:

Sind seine Blätter fest und weiß mit zartgelben Spitzen, können

Sie zugreifen. Zu Hause sollten Sie die druckempfindlichen Kolben

in feuchtes Küchenpapier einwickeln und dunkel im Kühlschrank

aufbewahren. So bleiben sie etwa eine Woche lang frisch

und knackig. Dem Licht ausgesetzt, verfärben sich die Spitzen

hingegen innerhalb weniger Stunden grün, das Gemüse wird ungenießbar

(weshalb Supermärkte es in der Regel in dunklen Holzkisten

lagern). Da der harte Strunk und die äußeren Blätter die

meisten Bitterstoffe enthalten, sollte man beides vor dem Verzehr

entfernen. Roh zubereitet, kann man Chicorée lauwarm wässern

oder kurz in Milch einlegen, um den bitteren Geschmack abzumildern.

Beim Garen hilft ein Teelöffel Zucker.

Chicorée nach Brüsseler Art (2 Personen)

2 Chicoréekolben

2 Scheiben Kochschinken

1 EL Butter

1 EL Mehl

200 ml Milch

Spritzer Zitronensaft

Muskat, Salz und Pfeffer

Parmesan

Semmelbrösel

Landlust – Landgenuss

Gesunder ›Magenbitter‹

Was den Chicorée bei manchen Menschen so unbeliebt macht,

macht ihn gleichzeitig so gesund: Denn die magenfreundlichen

Bitterstoffe regen Verdauung und Stoffwechsel an, senken den

Blutzuckerspiegel und sorgen dafür, dass für den Körper wichtige

Nährstoffe gut verwertet werden. So können ein paar Blätter

nach einem fetten Essen einen Magenbitter ersetzen. Dafür wurde

die Vorgängerin des Chicorées, die wilde Wegwarte, schon bei


28

Kulinarisches

Enden der Chicoréekolben keilförmig herausschneiden,

zehn Minuten in Salzwasser

kochen. Inzwischen Butter in einen

Topf geben und mit einem Schneebesen

das Mehl einrühren, Milch und Zitronensaft

hinzugeben und gut durchrühren. Mit

Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen.

Sauce ca. fünf Minuten köcheln lassen.

Den Schinken um die Chicorée wickeln

und diese in eine Backform legen. Mit der

Sauce übergießen und mit Parmesan und

Semmelbrösel bestreuen. Bei 180 °C goldbraun

backen. Dazu passen Kartoffeln

oder Baguette!

Chicorée aus dem Wok

(2 Personen)

4 Rinder-Minutensteaks

20 g frischer Ingwer

4 El Sojasauce

100 g Zuckerschoten

120 g Möhren

2 Schalotten

1 Chicoréekolben

4El Öl

120 ml Gemüsebrühe

Salz & Pfeffer

Bunte Wokpfanne

Steaks quer zur Faser in ein Zentimeter

breite Streifen schneiden. Ingwer fein hacken.

Zusammen in Sojasauce ziehen lassen.

Zuckerschoten putzen und halbieren.

Möhren schälen und in dünne Scheiben

schneiden. Schalotten halbieren und in

dünne Halbringe schneiden. Chicorée putzen,

längs halbieren, den Strunk keilförmig

entfernen, in Streifen schneiden.

Zwei Esslöffel Öl in einem Wok erhitzen.

Marinade vom Fleisch streifen und auffangen,

dann das Fleisch unter Rühren braun

braten und herausheben.

Das restliche Öl dazugeben. Schalotten

und Möhren ca. drei Minuten anbraten.

Zuckerschoten zugeben und weitere zwei

Minuten braten. Chicorée hinzufügen und

eine Minute mitbraten. Marinade und

Brühe mit dem Fleisch vermischen und

kurz aufkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu passt Reis!

Der Herbst ist da!

Die Kartoffelernte auf dem Gemüsehof

Bleckmann ist eingefahren. Ab

jetzt steht im Hofladen das gewohnt

breite Sortiment zur Verfügung. »Belana,

Cilena, Sissi und die rotschalige

Laura, um nur einige zu nennen, bekommen

Sie in Säcken von 2,5, 5, 10

und 25 kg«, so Landwirt Hubertus

Bleckmann. »Daneben bieten wir Spezialitäten

wie die extra kleinen Pfannenkartoffeln

oder die extra großen

Backkartoffeln lose.«

Die optimale Lagertechnik garantiert eine

gleichbleibend feste und keimfreie Ware

bis zum Juni. Natürlich gibt es auch noch

das feldfrische Gemüse. Im Herbst hat der

Kohl Hochsaison. »Lassen Sie sich von unserer

Vielfalt inspirieren, wir beraten Sie

gern!« Weitere Highlights sind Äpfel, Birnen

und Zwetschgen. Hubertus Bleckmann

bezieht seine Ware vom langjährig

befreundeten Obsthof Brüggenwirth. »Der

optimale Erntetermin garantiert eine herausragende

Qualität und größtmögliches

Aroma. Probieren Sie alte und neue Sorten

und überzeugen Sie sich selbst.«

Anzeige

Gemüsehof Hubertus Bleckmann

Alstedder Straße 6 · 59379 Selm-Bork

Tel. 0 25 92 / 6 28 13

www.gemuesehof-bleckmann.de

Äpfel, Birnen,

Zwetschgen, Kartoffeln

und Gemüse

Geschl. Gesellschaftszimmer bis 34 Personen

Unvergessliche

Weihnachtsfeier

Weihnachten & Silvester

geöffnet

Reservierung erbeten

Dortmunder Straße 1

44536 Lünen

Tel.: 0 23 06 / 1 22 38


Dies & Das 29

Vorhang auf ...

... vom 21. bis zum 24. November steht Lünen wieder ganz im Zeichen

von Lichtspiel und ›Lüdia‹: Aufregende Neuentdeckungen vor

und hinter der Kamera, spannende, besinnliche, heitere und bisweilen

auch verstörende Filme, aber auch so einige Stars und Sternchen

stellen sich innerhalb des 24. Lüner Kinofestes Publikum und Jury.

Wir möchten Ihnen zwei Veranstaltungen des Rahmenprogramms

ganz besonders ans Herz legen.

Bis zum 24. November ist die Ausstellung noch in

der Kundenhalle der Sparkasse zu sehen. (Foto

Günter Goldstein)

Noch bis zum 24. November werden in der

Kundenhalle der Sparkasse Lünen großformatige

Portraits zu sehen sein, die prominente

Schauspielerinnen und Schauspieler

vor und nach ihrem Auftritt zeigen,

darunter Film- und Theatergrößen wie

Kate Winslet, Otto Sander oder Martin

Wuttke. ›Wenn der Vorhang fällt‹der

Übergang zwischen Bühnen- bzw. Filmfigur

und Privatperson ist schwer in Worte

zu fassen, aber man kann ihn deutlich

wahrnehmen. Die Fotografin und Schauspielerin

Margarita Broich fängt den kostbaren,

kaum greifbaren Moment mit der

Kamera ein. Bereits in den 80er-Jahren

war sie am Schauspielhaus Bochum als

Theaterfotografin tätig. Danach wandte

Margaria Broich bei der Ausstellungseröffnung.

(Foto Günther Goldstein, Kinofest Lünen)

sie sich dem Schauspiel zu, hat die Fotografie

aber nie aufgegeben. Ab 2014 wird

sie als ›Tatort‹-Kommissarin in Frankfurt

ermitteln.

Apropos Tatort – kennen Sie Joe Bausch?

Als Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth

beugt er sich im Kölner Tatort mit grünem

Kittel mürrisch über Leichen. Nach Drehschluss

fährt er zurück in sein richtiges

Leben: Seit über 25 Jahren arbeitet Joe

Bausch als Gefängnisarzt in Werl, einer

der größten deutschen Justizvollzugsanstalten.

Die Häftlinge vertrauen ihm. Sie

erzählen von den dunklen Seiten des Lebens,

lassen ihn tief in die Abgründe ihrer

Seele blicken. Hautnah erlebt er Konflikte

und Tragödien: Ein Mann in U-Haft hat

Angst um seine schwangere Frau. Bei Joe

Bausch legt er eine Lebensbeichte ab – und

erhängt sich zwei Tage später. Ein Mörder

gesteht weitere Verbrechen, weil er weiß,

dass sein Arzt an die Schweigepflicht gebunden

ist. Persönlich und eindringlich erzählt

Joe Bausch zum ersten Mal von einer

Welt mit ihren eigenen Regeln.

Termine

›Wenn der Vorhang fällt‹

Fotografien von Margarita Broich

Lfd.–24.11., Sparkasse Lünen

Ein Projekt der Stiftung für Kulturpflege

der Sparkasse Lünen im Rahmen

des 24. Kinofests Lünen mit Unterstützung

von Pro Lünen

Joe Bausch · ›Knast‹

Lesung

18.11., 19 Uhr

Hansesaal

Das komplette Kinofest-Programm

findet sich unter:

www.kinofest-luenen.de

Die Rückkehr der Eichhörnchen

Ein verlassener Autofriedhof,

der von der Natur als

Lebensraum zurückerobert

wird, der einsame Eisbär

auf seiner Wanderung durch

die Weiten der Arktis, überdimensionale

Nahaufnahmen

von Insekten und Vögeln

im Sonnenuntergang:

Das 21. Internationale Naturfotofestival

beschert uns

ungewöhnliche, spannende

und berauschende Einblicke

in fremde Sphären.

Foto: Internationales Naturfotofestival 2013 / Pal Hermansen

Vom 25. bis zum 27. Oktober lädt die Gesellschaft

Deutscher Tierfotografen (GDT)

wie jedes Jahr Profi-Fotografen, Hobby-

Knipser und Interessierte aus aller Welt in

den Lüner Hansesaal ein. Neben den Ausstellungen

und Preisverleihungen bieten

Live-Vorträge, ein Foto-Markt und Workshops

reichlich Gelegenheit zum Staunen

und Fachsimpeln.

21. Naturfoto-Festival 2013

25–27.10., Hansesaal


30

Rätselspaß

Sudoku

einfach

9 6 2

6 4 5

4 2 6

1 7 4 2 9

8 9 3

3 4 5 1

3 7 6

7 3 2

8 4 7

schwierig

7 2 6

4 6 3

3 2

7 2 5

9 8 3 2

2 7 3

5 6

6 4 9

9 1 8

9 6 4 1 3 2 8 7 5

3 5 8 6 7 4 9 1 2

7 1 2 8 9 5 4 6 3

5 2 3 7 8 8 1 4 9

1 9 7 5 4 3 2 8 6

8 4 6 2 1 9 3 5 7

2 3 1 4 6 7 5 9 8

6 8 9 3 5 1 7 2 4

4 7 5 9 2 8 6 3 3

Sudoku einfach

Auflösung aus Ausgabe 72

2 9 1 7 3 8 4 5 6

8 3 5 9 6 4 7 2 1

7 4 6 1 2 5 3 9 8

4 7 3 5 8 6 2 1 9

1 6 8 2 4 9 5 7 3

5 2 9 3 7 1 6 8 4

6 5 4 8 1 2 9 3 7

3 1 2 6 9 7 8 4 5

9 8 7 4 5 3 1 6 2

Sudoku schwierig

Auflösung aus Ausgabe 72

Bilden Sie aus folgenden

Buchstaben ein Wort:

R I I

U E G

E N N

Auflösung aus

Ausgabe 72:

PROPHETIE

Schmunzelecke

Was sagt das Blatt zur Eichel? »Kumpel, setz’ mal deinen Helm ab!«

Kommt ein Häschen im Herbst zum Gärtner: »Haddu lose Blätter?«

Antwortet der Gärtner: »Massenhaft.« Darauf das Häschen:

»Muddu Buch binden lassen.«

PREISrätsel

Schreiben Sie Ihre Lösungen auf eine Postkarte (mit Ihrem Absender

und Ihrer Telefonnummer) und senden Sie diese bis zum 21. November

2013 an den

Correctum Verlag,

Postfach 40 08, 58426 Witten

oder per E-Mail an info@stadtmag.de

Sollte mehr als eine richtige Lösung eingehen, entscheidet das Los.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeberechtigt sind alle

MitbürgerInnen, ausgenommen MitarbeiterInnen des Verlages und

deren Angehörige.

Rätselfragen

1. Wann wurde die Ziegelei Robbert gegründet?

2. Wie heißt die Kapitänin der Fußballfrauen des TuS Niederaden?

3. Wie heißt Joe Bausch in seiner Rolle im Kölner Tatort?

Gewonnen

Unser letztes Rätsel gewann Gitta Steinbrink. Ihr Gewinn geht ihr

per Post zu.


Termine & Veranstaltungen 31

05.11., 18.30 Uhr Käthe-Kollwitz-Gesamtschule

›Patientenverfügung und Vollmacht‹ · Vortrag

23.11., 20 Uhr Hansessal

Schemann-Klavierduo an zwei Flügeln

22.10., 20 Uhr Heinz-Hilpert-Theater

Ralf Schmitz · ›Schmitzpiepe‹

24.10., 16 Uhr Stadtbücherei

Bilderbuchkino · ›Olchiegeschichten‹

25.–27.10. Hansesaal

21. Internationales Naturfotofestival

26.10., 20 Uhr Lükaz

›Radau gegen HIV‹ · Konzert

31.10., 20 Uhr Biker’s Home

Halloween-Party mit Livemusik

01.11., 20 Uhr Lükaz

Axxis · Konzert

01.11., 21 Uhr Jazz-Club Lünen

Take 5 Jazzfestival am Hellweg

Christoph Schlüssel Challenge Band

Foto: Dietmar Meinert / Pixelio

02.11., 20 Uhr Lükaz

Take 5 Jazzfestival am Hellweg

Heavytones feat. Pee Wee Ellis

02.11., 20 Uhr Greif

Blues Session

03.11., 11 Uhr Hansesaal

Take 5 Jazzfestival am Hellweg

Jazz for Kids goes to Afrika

03.11., 19 Uhr Hansesaal

Take 5 Jazzfestival am Hellweg

Hellway2high BigBand

05.11., 20 Uhr Heinz-Hilpert-Theater

›Erbarmen‹ · Krimi von Jussi Adler-Olsen

06.11., 10 Uhr Bürgerhaus Brambauer

›Geistig fit bleiben – der Wunsch aller Menschen‹

Info-Veranstaltung

06.11., 18 Uhr Käthe-Kollwitz-Gesamtschule

›Clever kontern – schlagfertig reagieren‹

Workshop

06.11., 18.30 Uhr Käthe-Kollwitz-Gesamtschule

›Der Sturz des Römischen Adlers –

2.000 Jahre Varusschlacht‹ · Vortrag

09.11., 20 Uhr Biker’s Home

›Lünen rockt‹

09.+10.11., 20 und 17 Uhr Heinz-Hilpert-Theater

›Liebesperlen‹ · Musikrevue

10.11., 13–17 Uhr Lükaz

Second–Hand Mode Markt

11.11., 10 Uhr Hansesaal

›Der Fliegende Holländer

Kinderkonzert der Neuen Philharmonie Westfalen

11.11., 18.30 Uhr Käthe-Kollwitz-Gesamtschule

›So findet man die passende Heizungsanlage‹

12.11., 20 Uhr Heinz-Hilpert-Theater

›La Bohème‹ · Oper

14.11., 19.30 Uhr Käthe-Kollwitz-Gesamtschule

›Faszination Chile Teil 1

Digitale Multivisionsshow

14.11., 20.15 Uhr Käthe-Kollwitz-Gesamtschule

›Verkehrsrecht – der neue Bußgeldkatalog‹

15.11., 15–18 Uhr Lükaz

Mädchenaktionstag

15.11., 16 Uhr Stadtbücherei

Bilderbuchkino · ›Eisbären‹

15.+16.11., je 20 Uhr Heinz-Hilpert-Theater

›Mafia Lady‹ · Theater Seitensprung

16.11., 20 Uhr Greif

Michael Dühnfort & The Noiz Bys

17.11., 13–17 Uhr Lükaz

Second–Hand Markt

›Rund um’s Kind‹

17.11., 16 Uhr

Heinz-Hilpert-Theater

›Mafia Lady‹ · Theater

Seitensprung

18.11., 18.30 Uhr

the-Kollwitz-Gesamtschule

›Einsteins spezielle

Relativitätstheorie –

eine Einführung‹

24.11., 15 Uhr Lükaz

›Der Froschkönig‹ · Kindertheater ab 3

25.11., 18 Uhr Alter Markt

Eröffnung des Weihnachtsmarktes

26.11., 20 Uhr Heinz-Hilpert-Theater

›Kunst‹ · Komödie

26.11., 16.45 Uhr Käthe-Kollwitz-Gesamtschule

›Kinder-Uni‹

26.11., 19.30 Uhr Käthe-Kollwitz-Gesamtschule

›Die Größe des Universums –

Probleme der Entfernungsbestimmung‹

29.11., 20 Uhr Heinz-Hilpert-Theater

Musical Night 2013

29.11., 21 Uhr Jazz-Club Lünen

The Hot Brownies · Konzert

30.11., 20 Uhr Greif

Morblus · Konzert

30.11., 21 Uhr Biker’s Home

›Lünen rockt‹

30.11.–01.12. Hansesaal

Weihnachtsbasar

01.12., 13–18 Uhr Innenstadt

Verkaufsoffener Sonntag

03.12., 11+16 Uhr Heinz-Hilpert-Theater

›Hui Buh – die verschwundene Weihnacht‹

Kindertheater

06.12., 20 Uhr Heinz-Hilpert-Theater

›Licht im Dunkel‹ · Schauspiel

07.12., 17.30 Uhr Fußgängerbrücke Innenstadt

St. Nikolaus kommt mit dem Schiff

07.12., 20 Uhr Greif

Blues Session

08.12., 16 Uhr Hansesaal

Weihnachtskonzert mit dem Bohème Orchester

08.12., 18 Uhr Lükaz

Lükaz Jam

10.12., 20 Uhr Heinz-Hilpert-Theater

›Great Dance of Argentina‹ · Tanzshow

AUSSTELLUNGEN

Lfd.–24.11.

Sparkasse Graf-Adolf-Str.

›Wenn der Vorhang fällt‹

Schauspielerportraits von Margarita Broich

Lfd.–22.12.

Museum der Stadt Lünen

Zeichnungen und Aquarelle von Hermann Hammer

Für Kinder von 3 Monaten bis 18 Jahren

Spielgruppen, Coaching, Birthdayparties, Kurse,

Workshops u.v.m.

Ihr Stadtmagazin liegt bei allen

unseren Anzeigenkunden und vielen

öffentlichen Stellen für Sie bereit!

20.11., 20 Uhr

Heinz-Hilpert-Theater

GlasBlasSingQuintett

21.–24.11.

Cineworld

Kinofest

Silke Becker

Merschstr. 23a · 44534 Lünen · Tel. 0 23 06 / 7 35 09

Das nächste Stadtmagazin erscheint Anfang Dezember. Redaktionsschluss ist am 21.11.2013.

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