GESCHÄFTSBERICHT 2010 - Stadtwerke Emmerich

stadtwerke.emmerich.de

GESCHÄFTSBERICHT 2010 - Stadtwerke Emmerich

geschäftsbericht 2010


geschäftsbericht 2010 geschäftsbericht 2010 ORGANE DER GESELLSCHAFT INHALT GESELLSCHAFTER 75,1% Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen mbH, Emmerich am Rhein 24,9 % RWE Deutschland AG, Essen GESCHÄFTSFÜHRUNG Dipl.-Betriebswirt Ulrich Schnake, Emmerich am Rhein AUFSICHTSRAT Herr Udo Jessner (Vorsitzender) Herr Dr. Lothar Oelert (stellv. Vorsitzender) Herr Christian Beckschaefer Herr Johannes Diks Herr Markus Elbers Frau Dr. Uta Grone Herr Georg Lang (beratendes Mitglied) Herr Jan Ludwig Herr Wilhelm Roebrock 02 04 05 06 08 09 10 11 12 14 15 16 18 19 Organe der Gesellschaft Bericht des Aufsichtsrates Vorwort: Elektromobilität – Zukunft oder Gegenwart? Lagebericht 2010 Aktuelle Entwicklung im Bereich Stromversorgung Aktuelle Entwicklung im Bereich Gasversorgung Aktuelle Entwicklung im Bereich Trinkwasser Aktuelle Entwicklung im Bereich Energiegewinnung und Wärme-Direkt-Service 2010 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Umsatz- und Ertragsentwicklung Finanzlage und Bilanzstruktur 31.12.2010 Bilanz zum 31.12.2010 Gewinn- und Verlustrechnung zum 31.12.2010 Die Stadtwerke im Überblick Emmerich am Rhein – eine Stadt voller Energie. IMPRESSUM Redaktion Stadtwerke Emmerich GmbH Layout und Realisation H&E Werbung GmbH, Ratingen Fotos Stadtwerke Emmerich GmbH 02 03


geschäftsbericht 2010 geschäftsbericht 2010 BERICHT DES AUFSICHTSRATES Udo Jessner Vorsitzender Ulrich Schnake Geschäftsführer ELEKTROMOBILITÄT – GEGENWART ODER ZUKUNFT? Die Geschäftsführung hat den Aufsichtsrat regelmäßig mündlich und schriftlich über die Lage und die Entwicklung des Unternehmens unterrichtet. Der Aufsichtsrat hat Geschäftsvorgänge von wesentlicher Bedeutung mit der Geschäftsführung beraten und bei den Entscheidungen im Rahmen der ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mitgewirkt. Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Geschäftsführung sind von der BDO Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft worden. Beanstandungen ergaben sich nicht. Die Prüfungsgesellschaft hat für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung wurde gemäß § 53 Haushaltsgrundsätzegesetz vom Abschlussprüfer geprüft; es ergaben sich keine Beanstandungen. Das Ergebnis der Abschlussprüfung nahm der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis. Der Abschlussprüfer hat an den Beratungen des Aufsichtsrates über den Jahresabschluss teilgenommen, über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und für Erläuterungen zur Strom im Tank – die Zukunft fährt elektrisch. Verfügung gestanden. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind Einwendungen nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat empfiehlt den Gesellschaftern die Feststellung des Jahresabschlusses. Der ausgewiesene Bilanzgewinn ist gem. § 1 des mit der Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen mbH (EGD) bestehenden Ergebnisabführungsvertrages abzuführen. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Geschäftsführung des Unternehmens für die im abgelaufenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Emmerich am Rhein, im September 2011 Der Aufsichtsrat Udo Jessner Vorsitzender Abnehmende Ölreserven und damit verbunden steigende Preise für Öl und Benzin sowie die umweltpolitische Notwendigkeit der CO2- und Schadstoffreduktion sind die wesentlichen Faktoren, die „Elektromobilität“ zum Trendthema der kommenden Jahre machen. Zunehmend wird die Elektromobilität als Schlüssel zu einer klimafreundlichen Umgestaltung der Mobilität gesehen. Neben wichtigen Automärkten wie den USA, China oder Japan hat zwischenzeitlich auch nahezu jedes europäische Land die Bedeutung der Elektromobilität erkannt und unterstützt ihre jeweilige Industrie mit umfangreichen Programmen. Die Bundesregierung hat als Ziel formuliert, dass bis zum Jahr 2020 rund 1.000.000 Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Der Nationale Entwicklungsfahrplan Elektromobilität der Bundesregierung formuliert das ehrgeizige Ziel, Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu entwickeln. Hierfür wurden im Rahmen des Konjunkturpaketes II bislang 500.000.000 € für unterschiedliche Forschungsund Entwicklungsprojekte sowie für insgesamt 8 Modellregionen zur Verfügung gestellt. Ein zentraler Bestandteil des angestrebten deutschen Leitmarktes für Elektromobilität ist ein intelligentes Energiesystem, in dem für die Integration von Strom aus regenerativen Energien frühzeitig die infrastrukturellen und fahrzeugseitigen Voraussetzungen geschaffen werden sollen. HERAUSFORDERUNG AUCH FÜR KOMMUNALE ENERGIEUNTERNEHMEN Die Elektromobilität bedeutet für den Verkehrsund den Energiebereich einen Paradigmenwechsel. Dabei nehmen die Energieunternehmen bei den Initiativen, das Thema Elektromobilität in der Öffentlichkeit zu positionieren, eine Führungsrolle ein. Auch zahlreiche kommunale Energieversorger in Deutschland bauen auf eine elektromobile Zukunft in den Kommunen als Beitrag zum Klimaschutz und zur Luftverbesserung vor Ort. Mit Elektroautos, Elektrorollern und -Fahrrädern sind bereits vielerorts Zukunftsakzente gesetzt. Die kommunalen Unternehmen setzen dabei vor allen auf regionale Kooperationen. „E-MOBIL NRW“ In der Modellregion Rhein-Ruhr startete im März 2010 das Projekt E-Mobil NRW, in dem der Einsatz von Elektrofahrzeugen erprobt und eine Ladeinfrastruktur aufgebaut werden soll. Die operative Phase des Projektes dauert bis Juni 2011. Das Projektkonsortium unter Federführung der Stadtwerke Düsseldorf AG besteht aus 12 Partnern, zu denen auch unsere Gesellschaft zählt. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH. Mit diesem integrierten Pilotprojekt soll unsere Region in den kommenden Jahren zu einem der fortschrittlichsten und umweltfreundlichsten Verkehrsgebiete in Nordrhein-Westfalen ausgebaut werden. Im Rahmen des Modellprojektes werden erste Zeichen der Mobilität auch auf den Straßen der Stadt Emmerich am Rhein sichtbar. Zwei Elektroroller und ein Elektrofahrzeug stellen wir unseren Kunden zur kostenfreien Erprobung der neuen Antriebstechnologie zur Verfügung. Im laufenden Geschäftsjahr ist die Errichtung von zwei Ladestationen für Elektrofahrzeuge im Stadtgebiet vorgesehen. Mit diesen lokalen Akzenten will unser Unternehmen einen Beitrag zur Einführung der Elektromobilität leisten. Ulrich Schnake Geschäftsführer Unser Elektroroller am Start. 04 05


geschäftsbericht 2010 geschäftsbericht 2010 LAGEBERICHT 2010 I. ALLGEMEINES UND RAHMENBEDINGUNGEN Die Deutsche Wirtschaft hat sich schneller als erwartet von der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise des Jahres 2009 erholt. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stiegt im Geschäftsjahr 2010 um 3,6 % und verzeichnete damit das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung. Im Zusammenwirken mit den vergleichsweise kühleren Temperaturen führte die konjunkturelle Erholung zu einem Anstieg des Primärenergieverbrauches um 4,6 % auf 479,6 Mio. Steinkohleeinheiten (SKE). Neben den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gewinnen regulatorische Vorgaben und ein weiterer Anstieg der Wettbewerbsintensität bei Strom und Erdgas zunehmend an Bedeutung für den Unternehmenserfolg und die strategische Ausrichtung der Energieunternehmen. Sowohl der Strom- als auch der Erdgasmarkt waren im Berichtsjahr von einer weiteren Zunahme der Wettbewerber in unserem Liefergebiet gekennzeichnet. Der Wechsel des Energielieferanten ist unter aktuellen Bedingungen, insbesondere durch die Möglichkeiten des Internets, für Kunden schnell und einfach zu vollziehen. Sowohl im Strom- als auch im Erdgasgeschäft konnten dritte Anbieter weitere Marktanteile verbuchen. Diese Rahmendaten führten im Berichtsjahr zu einem Rückgang des Stromabsatzes unserer Gesellschaft im Gebiet der Stadt Emmerich am Rhein um 6,2 % auf 163.421 MWh. In der Unternehmenssparte Erdgas stieg der Verkauf im eigenen Netzgebiet witterungsbedingt um 10,5 % auf 337.802 MWh. Im Vergleich hierzu erhöhte sich der Strom- und Erdgasverbrauch bundesweit jeweils um mehr als 4,0 %. Die nutzbare Trinkwasserabgabe lag mit rd. 2,1 Mio. Kubikmeter auf dem Niveau des Vorjahres. Die fortschreitende Liberalisierung wird das Kerngeschäft unserer Gesellschaft auch in Zukunft belasten. Um Ergebnisrückgänge zu kompensieren, sind daher neue Aktivitäten aufzubauen. Ein Schwerpunkt dieser Wachstumsstrategie besteht im Einstieg in die Stromproduktion mit dem Ziel, unabhängiger von Lieferanten und Marktentwicklungen zu werden. Im fossilen Erzeugungsbereich ist unsere Gesellschaft an der Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co.KG beteiligt. Im Rahmen dieses Gemeinschaftsprojektes von RWE Power und 23 kommunalen Stadtwerken wird am Standort Hamm eine Steinkohle-Doppelblockanlage mit einer Gesamtleistung von 1.600 MW errichtet. Eine weitere Beteiligung besteht gemeinsam mit anderen kommunalen Energieunternehmen unter Federführung der RWE Innogy mit dem Gemeinschaftsprojekt GREEN GECCO. Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung und Akquisition von Projekten zur Stromerzeugung durch Wind- und Wasserkraft, Geothermie und Biogas. Mit dieser Beteiligung trägt unsere Gesellschaft dem erklärten Ziel der Deutschen Energiepolitik Rechnung, den Ausbau Erneuerbarer Energien zu forcieren. Daneben verstärkt unsere Gesellschaft die Investitionen in regenerative Erzeugungsanlagen in Emmerich am Rhein. II. VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE Das Gesamtvermögen der Gesellschaft in Höhe von 36.013 T€ (Vorjahr: 30.710 T€) entfällt mit 64,6 % auf langfristige und mit 35,4 % auf kurzfristige Vermögenswerte. Der überwiegende Teil des langfristigen Vermögens besteht mit einem Anteil von rd. 76 % aus dem Sachanlagevermögen. Auf der Passivseite der Bilanz beträgt das Eigenkapital unverändert rd. 12,1 Mio. € Die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag betrug 33,6 %. Die Liquidität der Gesellschaft war im Berichtsjahr jederzeit gewährleistet. Die Umsatzerlöse verminderten sich im Berichtsjahr mengen- und preisbedingt um 12,7 % auf 40.629 T€. Die Rückstellungen für die zukünftigen Kürzungen der Netzentgelte für die Stromund Gasversorgung wurden, entsprechend den zwischenzeitlich ergangenen Bescheiden, in Höhe von 2,5 Mio. € berücksichtigt und liegen auf dem Vorjahresniveau. Die Investitionen unserer Gesellschaft betrugen im Berichtsjahr 2,9 Mio. € und lagen damit um 7,2 % über dem Vorjahreswert. Das Ergebnis nach Steuern wird mit 3.419 T€ ausgewiesen und liegt um 661 T€ unter dem Vorjahresergebnis. Der Gewinn wird aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages an die Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen mbH (EGD mbH) ausgeschüttet. III. RISIKOBERICHT Das Risikomanagement wird durch die EGD mbH als Mehrheitsgesellschafterin für alle operativ tätigen Tochtergesellschaften zentral durchgeführt. Ziel des Risikomanagementsystems ist es, Unternehmensrisiken aus dem externen Unternehmensumfeld und unternehmensinternen Gegebenheiten rechtzeitig zu erkennen, zu bewerten und identifizierten Risiken entgegenzuwirken. Die EGD mbH hat das Risikomanagement weiter verstärkt und systematisiert. Marktrisiken bestehen durch eine erwartete weitere Wettbewerbsintensivierung bei Strom und Erdgas. Diesen Risiken ist durch eine intensive Beobachtung unseres lokalen Marktes zu begegnen. Gezielte Maßnahmen zur Kundenrückgewinnung und eine Ausweitung der Vertriebsaktivitäten über unser Netzgebiet hinaus können dazu beitragen, diese Marktrisiken zu begrenzen. Die Notierungen an der Deutschen Strombörse sind durch deutlich höhere Volatilitäten geprägt. Hieraus resultieren vermehrt Beschaffungsrisiken für das Stromgeschäft, die durch eine permanente Anpassung der Beschaffungsstrategie begrenzt werden können. Darüber hinaus bestehen Regulierungsrisiken und weitere Rechtsrisiken. Die im Rahmen der Anreizregulierung vorgesehenen weiteren Absenkungen der Netzentgelte und die Umsetzung der Mehrerlösabschöpfung durch die Regulierungsbehörden stellen in diesem Zusammenhang die wesentlichen Risikoaspekte dar. Weitere Risiken können durch die ständige Rechtssprechung resultieren, wobei eine deutliche Zunahme laufender Gerichtsverfahren – insbesondere im Zusammenhang mit der Höhe der Netzentgelte – zu beobachten ist. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses sind Hinweise auf Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, nicht erkennbar. IV. NACHTRAGSBERICHT Nach dem Bilanzstichtag sind bis zum Datum der Erstellung des Jahresabschlusses keine Ereignisse eingetreten, die auf eine Veränderung der Lage hindeuten oder Einfluss auf die Bewertung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres 2010 haben. V. PROGNOSEBERICHT Die wesentlichen Konjunkturindikatoren signalisieren für das laufende Geschäftsjahr eine weiterhin positive Entwicklung. Nach dem deutlichen Rückgang der Energiepreise in den vergangenen Jahren ist vor dem Hintergrund der sich erholenden Konjunktur mit steigenden Energiepreisen zu rechnen. Der Wettbewerb um Endkunden wird weiter zunehmen. Dieses gilt auch und insbesondere für den Erdgasmarkt. Dieser Tendenz werden wir durch eine permanente Optimierung der Kundenprozesse und einer marktgerechten Preisgestaltung begegnen. Im laufenden Geschäftsjahr werden wir unsere Investitionstätigkeit – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Kapitalmarktsituation – ausweiten. Das Jahresergebnis 2011 und das des Folgejahres erwarten wir leicht unter dem Vorjahresniveau. 06 07


geschäftsbericht 2010 geschäftsbericht 2010 AKTUELLE ENTWICKLUNG IM BEREICH STROMVERSORGUNG AKTUELLE ENTWICKLUNG IM BEREICH GASVERSORGUNG Prägend für die Entwicklung des Strommarktes in Deutschland und auch in unserem Liefergebiet waren im Jahr 2010 die deutliche konjunkturelle Erholung mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 3,6 % und ein weiter zunehmender Wettbewerb. Dabei konnten wir unsere dominierende Position im lokalen Strommarkt behaupten. Der mengenbezogene Marktanteil externer Lieferanten lag im Privatkundensegment mit 13,3 % über dem Vorjahreswert von 9,2 %. Vergleichsweise höher ist die Wettbewerbsintensität im industriellen Geschäftskundenbereich. Der Marktanteil von Drittlieferanten zum Jahresende in Höhe von 23,5 % des industriellen Strombedarfes liegt ebenfalls über dem Vorjahreswert. Kurz- und mittelfristig gehen wir von einer weiteren Intensivierung des Wettbewerbs aus. Der gesamte Stromverbrauch in Deutschland stieg im Jahr 2010 aufgrund der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung um 4,3 %. Dagegen verminderte sich der gesamte Stromabsatz unseres Unternehmens deutlich auf 175.500 MWh. Ursächlich für den Rückgang des Stromabsatzes waren vorrangig geringere Stromhandelsmengen. Der Absatz an industrielle Geschäftskunden und Privatkunden verzeichnete leichte Zuwächse. An der Deutschen Strombörse (EEX) zeigten die Preise im Terminmarkt Strom im Berichtsjahr eine Seitwärtsentwicklung. Bis März 2010 fielen die Preise im Basebereich auf den Jahrestiefstwert von ca. 45 €/MWh. Der Jahreshöchstwert wurde im Juni mit ca. 55 €/MWh erreicht. Die Spotmarktpreise notierten im Jahresmittel bei ca. 45 €/MWh und damit um etwa 15 % höher als im Vorjahr. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in Deutschland legte auch im Berichtsjahr weiter zu und erreichte eine Marke von 16,8 % nach 16,3 % im Vorjahr. Eine rasante Entwicklung verzeichnete dabei der Ausbau von Photovoltaikanlagen. Die installierte Photovoltaik-Leistung stieg um 75 % auf 17.320 MW. Wachsende Belastungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wirkten sich auch im Jahr 2010 auf die Strompreiskalkulation aus. Zum Ausgleich dieser Mehrkosten haben wir die Strompreise zum 01. März 2010 um 0,8 ct/kWh (netto) angehoben. Neben den Stromlieferungen zu Preisen der Grund- und Ersatzversorgung bieten wir unseren Kunden mit anhaltendem Erfolg alternative Strom- Produkte bei differenzierter Preispolitik an. Mit unserem Festpreisangebot „EMM Fix“ konnten wir eine hohe Akzeptanz bei Privatkunden, die Wert auf Strompreisstabilität legen, erzielen – auch im Wettbewerb mit ähnlichen Angeboten überregionaler Mitbewerber. Die Jahresinvestitionen in Anlagen der Stromversorgung betrugen 1.207 T€. Der Investitionsschwerpunkt lag branchenüblich bei den Verteilungsanlagen und den Hausanschlüssen. Die Anzahl der Hausanschlüsse betrug zum Jahresende 9.838. Unser Versorgungsnetz umfasste im Berichtsjahr eine Gesamtlänge von 596 km. ZUSAMMENSETZUNG DES STROMPREISES IN DEUTSCHLAND (HAUSHALTSKUNDEN) Netznutzung Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung 34,60 % Quelle: Bundesnetzagentur 24,70 % Staatliche Abgaben Steuern Strombeschaffung und Vertrieb 21,40 % 3,40 % 15,90 % Der Wettbewerb um Endkunden gewann im Geschäftsjahr 2010 weiter an Dynamik. Die Anzahl der Produkte und Anbieter, zwischen denen die Kunden wählen können, ist im Berichtsjahr weiter gestiegen. Auch im Netzgebiet unserer Gesellschaft konnten Wettbewerber weitere Markterfolge sowohl im Privatkunden- als auch im Geschäftskundenbereich realisieren. Im Privatkundensegment betrug der mengenbezogene Marktanteil externer Lieferanten rd. 5 % und im Geschäftskundenbereich etwa 10 %. Auch vor dem Hintergrund, dass die Kosten für Erdgas bei einem typischen Haushaltskunden stärker zu Buche schlagen als die Stromkosten, wird die Wechselbereitschaft der Gaskunden mittelfristig weiter steigen. Die Entwicklung der Importpreise für Erdgas folgt aufgrund der Ölpreisentwicklung weitgehend derjenigen für Rohöl. Dieses allerdings mit einer mehr oder weniger ausgeprägten zeitlichen Verzögerung. So gingen die Importpreise für Erdgas seit Ende 2008 bis Mitte 2009 kräftig zurück, nahmen anschließend jedoch wieder spürbar zu. Im Geschäftsjahr 2010 hielt der Preisanstieg an. Nachdem wir im Geschäftsjahr 2009 insgesamt drei Preissenkungen in der Grund- und Ersatzversorgung vornehmen konnten, erforderte die Entwicklung der Beschaffungspreise für Erdgas eine Preiserhöhung um 0,4 Cent je kWh (netto) zum 01. November 2010. Der Erdgasverbrauch in Deutschland stieg im Berichtsjahr um 4,2 % und erreichte damit, bei allerdings niedrigeren Temperaturen, wieder das Niveau vor der Wirtschaftskrise. Die Entwicklung innerhalb des Jahresverlaufs war unterschiedlich: Nach kräftigen Steigerungen im ersten Halbjahr verminderte sich die Erdgasnachfrage in der zweiten Jahreshälfte. Die vorgenannten Tendenzen spiegeln sich in der Absatzentwicklung in unserem Liefergebiet wieder. Insgesamt verzeichneten wir einen vergleichsweise deutlichen Anstieg des Erdgasver- kaufs um 10,5 % auf 337.802 MWh. Hierbei lagen die Erdgaslieferungen an Privatkunden mit einem Plus von rd. 14 % erheblich über Vorjahresniveau; Die Erdgaslieferungen an industrielle Geschäftskunden lagen vorrangig wettbewerbsbedingt auf Vorjahresniveau. In Anlagen der Erdgasversorgung investierten wir im Berichtsjahr rd. 586 T€. Die Zahl der Hausanschlüsse erhöhte sich auf 7.519. Die Netzlänge wurde auf rd. 285 km erweitert. ENTWICKLUNG VON ÖL- UND ERDGASPREISEN 400 350 300 250 200 150 100 50 0 2000 Quelle: WIBERA 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Rohöl in US-$/Barrel Erdgasbedarf Einfamilienhaus 08 09


geschäftsbericht 2010 geschäftsbericht 2010 AKTUELLE ENTWICKLUNG IM BEREICH TRINKWASSER AKTUELLE ENTWICKLUNG IM BEREICH ENERGIEGEWINNUNG UND WÄRME-DIREKT-SERVICE 2010 2,5 Mit rd. 2.100 Tm³ lag die nutzbare Trinkwasserabgabe in Emmerich am Rhein im Geschäftsjahr 2010 auf Vorjahresniveau. Der langfristig anhaltende Trend zur sparsamen Trinkwassernutzung setzte sich damit fort. Die stagnierende bis leicht rückläufige Entwicklung des Trinkwasserverbrauchs in Emmerich am Rhein entspricht dem Trend in Deutschland. Der durchschnittliche Pro- Kopf-Verbrauch in Deutschland ist seit 1990 um 17 % gesunken und liegt aktuell bei 122 Litern pro Einwohner und Tag. Die Fördermenge der durch unsere Gesellschaft betriebenen Wasserwerke betrug im Berichtsjahr rd. 2.285 Tm³. Die weitaus überwiegende Trinkwassermenge wurde mit 1.979 Tm³ im Wasserwerk Helenenbusch gefördert. Die Differenz zwischen geförderter und abgesetzter Trinkwassermenge stellt die sogenannten Betriebs- und Transportverluste dar. Diese betrugen im Berichtsjahr 7,1 % des Wasseraufkommens im Vergleich zu 4,8 % im Vorjahr. NUTZBARE TRINKWASSERABGABE 1985 - 2010 (ANGABEN IN Tm 3 ) Trinkwasser ist unser wichtigstes und zugleich eines der am strengsten kontrollierten Lebensmittel. Die Qualitätssicherung hat für unser Unternehmen einen herausragenden Stellenwert. Permanente Wasseranalysen tragen wesentlich zur Sicherung einer gleichbleibenden Lieferqualität bei. Die Überwachung der Wasserqualität bezieht sich dabei auf sämtliche Prozessstufen vom Grundwasser über das geförderte Rohwasser bis hin zu den Verbrauchstellen der Kunden. Auch im Jahr 2010 unterschritt das in Emmerich am Rhein geförderte Wasser die in der deutschen Trinkwasserverordnung verankerten Grenzwerte deutlich. Ein wichtiger Baustein im Rahmen der Qualitätssicherung ist die Kooperation mit den Landwirten in unseren Wasserschutzgebieten. Gemeinsames Ziel dieser Zusammenarbeit, die durch einen Landwirtschaftsberater unterstützt wird, ist vorrangig eine Minimierung der Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft in das Grundwasser. Die im Rahmen dieser Kooperation vertraglich mit den Landwirten vereinbarten Extensivierungsflächen umfassten im Berichtsjahr 108 Hektar. Die Investitionen zur qualitativen und quantitativen Sicherstellung der Trinkwasserversorgung betrugen im Berichtsjahr 251 T€. Die Zahl der Hausanschlüsse nahm um 66 auf 9.016 zu. Das Transportnetz umfasste zum Ende des Berichtsjahres eine Länge von rd. 323 km. Die nachhaltige Energieversorgung zählt zu den tragenden Säulen unserer Unternehmensphilosophie. Dem folgend leisten wir im Rahmen unserer finanzwirtschaftlichen Möglichkeiten lokale Beiträge zur Ressourcenschonung und zur Entlastung der Umwelt. Im Berichtsjahr verzeichneten wir in unserem Netzgebiet einen Boom beim Bau von Photovoltaik- Anlagen. Die Anzahl der Anlagen erhöhte sich von 114 im Vorjahr auf nunmehr 223. Ende des Jahres haben wir eine weitere Photovoltaik-Anlage am Blackweg in Betrieb genommen, die über eine Leistung von 67 KW verfügt. Damit erhöhte sich die Photovoltaik-Kapazität unserer Gesellschaft auf 160 KW. In diesen Anlagen wurden im Berichtsjahr 140.000 kWh Strom produziert. Unsere Gesellschaft betreibt darüber hinaus ein erdgasgefeuertes Blockheizkraftwerk, eine Wärmeerzeugungsanlage und eine Windkraftanlage mit einer elektrischen Leistung von 150 KW. Das BHKW „Freizeitbad“ verfügt über 2 Module mit einer elektrischen Leistung von jeweils 495 KW und einer thermischen Leistung von 664 KW. Aus dieser Anlage erfolgt die Wärmeversorgung des Freizeit- und Sportbades Embricana. Die Wärmeerzeugungsanlage Am Beyenkamp wird als kleines Nahwärmenetz mit einer Gesamtwärmeleistung von 210 KW betrieben und beliefert die umliegenden Wohneinheiten mit Wärme für die Heizung und die Warmwasseraufbereitung. Die Stromeinspeisung der vorgenannten Anlagen betrug insgesamt 2.301 MWh und lag damit unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Investitionen im Geschäftsbereich Energiegewinnung und Wärme-Direkt-Service betrugen 2010 insgesamt rd. 664 T€. Investitionsschwerpunkt war neben dem Bau der Photovoltaikanlage Blackweg die Errichtung weiterer Heizungsanlagen im Rahmen von Contracting-Projekten. Dieses Serviceangebot eröffnet Immobilienverwaltern und Gewerbekunden die Möglichkeit, eine dem modernsten technischen Standard entsprechende Wärmeerzeugung funktionssicher und ohne finanzielle Investitionsbelastung zu realisieren. Insgesamt lag die Abgabemenge mit rd. 12.500 MWh um 35 % unter Vorjahresniveau. 2,0 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2009 2008 2010 Die letzte Preisanpassung für Trinkwasserlieferungen datiert aus dem Jahr 2004. Zum teilweisen Ausgleich der in diesem Zeitraum eingetretenen Kostensteigerungen erfolgte mit Wirkung zum 01. Januar 2010 eine Anhebung des Arbeitspreises von 1,28 €/m³ auf 1,40 €/m³. Auch nach dieser Preisanpassung liegt das Wasserpreisniveau in Emmerich am Rhein deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Fotovoltaikanlage am Bauhof der Stadt Emmerich am Rhein 10 11


geschäftsbericht 2010 geschäftsbericht 2010 MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen mit ihrer Leistungsfähigkeit und ihrem Engagement maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Dabei erwarten wir zur Festigung des Erfolges Kreativität, Flexibilität und vor allem Kundenorientierung. Durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen fördern wir im Rahmen einer modernen Personalentwicklung die fachlichen und persönlichen Qualifikationen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Vermittlung fundierter Fertigkeiten und Kenntnisse im Rahmen der Berufsausbildung leistet einen weiteren wichtigen Beitrag zur Sicherung des zukünftigen Unternehmenserfolges. Seit Jahren bieten wir deshalb Ausbildungsplätze über den eigenen Bedarf hinaus an. Hiermit entsprechen wir auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung. PERSONALAUFWAND Löhne + Gehälter Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung Altersversorgung und Unterstützung Berufsgenossenschaftsbeiträge Die Ausbildungsquote lag mit vier Auszubildenden im Geschäftsjahr 2010 bei10,5 %. Durch flache Hierarchien, abteilungsübergreifende Arbeit und ein hohes Maß an Eigenverantwortung können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Qualifikationen optimal nutzen. Bei einem Durchschnittsalter von 44 Jahren können sie eingebunden in erfahrene und eingespielte Teams ihre Qualifikation und Motivation in den Dienst unserer vielseitigen Angebote und Produkte stellen. Zum Stichtag 31. Dezember 2009 betrug der Personalbestand 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Vergleich hierzu betrug die Anzahl der Beschäftigten zum Bilanzstichtag des Vorjahres 40. Vakante Stellen konnten im Berichtsjahr erneut besetzt werden. Bei einer Bewertung der Anzahl der Beschäftigten ist zu berücksichtigen, dass Querschnittsfunktionen durch vertragliche Regelungen auf die Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen mbH übertragen sind. Der gesamte Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um rd. 5,6 % auf 2.336 T€. Gemessen am Gesamtumsatz betrug die Personalaufwandsquote 5,7 % nach 4,7 % im Vorjahr. 1 % 6 % 14 % 79 % Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Leistungsbereitschaft und Einsatzfreude und unseren Betriebsräten für eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Wir sind zuversichtlich, dass wir die vor uns liegenden Aufgaben und Herausforderungen gemeinsam mit Erfolg bewältigen werden. Motivation trifft auf Erfahrung. Azubis und Ausbilder der Stadtwerke Emmerich. 12 13


geschäftsbericht 2010 geschäftsbericht 2010 UMSATZ- UND ERTRAGSENTWICKLUNG ABSCHREIBUNGEN UND INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN IM 5-JAHRES-VERGLEICH Sonstige Energiegewinnung/ Wärmeverkauf Trinkwasser Erdgas Strom Im Geschäftsjahr 2010 erzielte unser Unternehmen Umsatzerlöse aus dem Energie- und Trinkwasserverkauf in Höhe von 40.629 T€. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Gesamtumsatz damit mengen- und preisbedingt um 5.903 T€ bzw. 12,7 % gesunken. Das Ergebnis vor Ertragssteuern verminderte sich von 5.041 T€ im Vorjahr auf 4.590 T€. Die Umsatzrentabilität erreichte einen Wert von 8,4 % nach 9,0 % im Vorjahr. Die Entwicklung der Umsatzerlöse verlief in den einzelnen Geschäftsbereichen unterschiedlich. Die Erlöse aus dem Erdgasverkauf betrugen 12.670 T€ und lagen damit auf dem Niveau des Vorjahres. Bei einem um 10,5 % gestiegenen Absatz wirken sich die im Vorjahr vorgenommenen Gaspreissenkungen dämpfend auf die Umsatzerlöse aus. Etwa 70 % der Erlöse aus der Erdgasvermarktung werden für den Energieeinkauf aufgewandt. Die Erlöse aus dem Stromverkauf betrugen 22.766 T€ und lagen damit um 5.654 T€ unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang ist primär auf ein geringeres Stromhandelsvolumen zurückzuführen. Die Erlöse aus dem Wasserverkauf lagen preisbedingt mit 3.156 T€ um 10,2 % über Vorjahresniveau. STRUKTUR DER UMSATZERLÖSE 851 941 1.186 1.652 3.156 2.864 2010 2009 12.670 12.655 22.766 28.420 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 in T€ Der Personalaufwand wird mit rund 2.264 T€ um 172 T€ höher als im Vorjahr ausgewiesen. Ursächlich sind im Wesentlichen gestiegene Löhne und Gehälter aufgrund tariflicher Anpassungen und im Berichtsjahr vorgenommene Besetzungen vakanter Stellen. An die Holdinggesellschaft EGD mbH wurde eine Verwaltungskostenumlage in Höhe von 1.803 T€ gezahlt. Die Abschreibungen werden mit 1.456 T€ und damit leicht unter Vorjahresniveau ausgewiesen. Die Konzessionsabgabe erhöhte sich um 9 % auf 2.049 T€ und wurde nach den maßgeblichen steuerrechtlichen Vorschriften voll erwirtschaftet. Nach Abzug der Ertragssteuern in Höhe von rund 1.171 T€ schließt die Gewinn- und Verlustrechnung mit einem Jahresüberschuss in Höhe von rund 3.419 T€ im Vergleich zu 4.080 T€ im Vorjahr. Der Jahresüberschuss wird auf Basis des Ergebnisabführungsvertrages mit der Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen mbH an diese ausgeschüttet, so dass die Gewinn- und Verlustrechnung ein ausgeglichenes Ergebnis zeigt. 2010 2009 2008 2007 2006 1.456 1.503 FINANZLAGE UND BILANZSTRUKTUR Die Bilanzsumme wird mit 36.013 T€ ausgewiesen nach 30.710 T€ im Vorjahr. Die Aktiva werden mit 23.179 T€ bzw. 64,4 % (Vorjahr 68,6 %) durch das Anlagevermögen bestimmt. Dagegen betrugen die mittel- und langfristig verfügbaren Mittel bei den Passiva 27.246 T€ bzw. 75,7 % (Vorjahr 71,3 %). Bei einer im Vergleich zum Vorjahr stabilen Bilanzstruktur betrug die Eigenkapitalquote 33,6 %. Hiermit wird im Branchenvergleich ein zufriedenstellender Wert erreicht. Die Finanzlage ist durch ausgewogene Finanzierungsverhältnisse gekennzeichnet. Die mittel- und langfristig verfügbaren Mittel in Höhe von 27.246 T€ decken das mittel- und langfristig gebundene Vermögen in Höhe von 23.255 T€ zu 85,4 % (Vorjahr 96,5 %). Das mittel- und langfristig gebundene Vermögen ist somit im Wesentlichen fristenentsprechend finanziert. Im Berichtsjahr war ein vergleichsweise geringerer Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 3.289 T€ zu verzeichnen. Diese Entwicklung ist u. a. auf einen Rückgang des Cash-flow um 578 T€ zurückzuführen. Der Nettoabfluss aus der Investitionstätigkeit lag aufgrund der höheren Investitionen in das Sach- und Finanzanlagevermögen mit 1.498 1.703 1.585 1.612 1.646 0 500 1000 1500 2000 2500 3000 3500 Abschreibungen Investitionen in T€ 2.141 2.733 2.929 3.788 T€ unter dem Referenzwert des Vorjahres. Zur Finanzierung des Mittelabflusses wurden Fremdmittel durch eine Darlehensaufnahme eingesetzt. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen lagen mit 2.929 T€ über dem Niveau der Vorjahre. Der Investitionsschwerpunkt bestand in der Erneuerung und dem Ausbau der Energie- und Trinkwasserverteilnetze. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen insbesondere durch eine Darlehensaufnahme um rd. 6 Mio. € auf 11.807 T€ Die Vermögens- und Finanzlage kann zusammengefasst als solide bezeichnet werden. Die seit 1997 bestehende Beteiligung an der Stadtwerke Rees GmbH bildet mit 511 T€ weiterhin die bedeutendste Position unserer Finanzanlagen. Darüber hinaus bestehen Beteiligungen an Projektgesellschaften im Zusammenhang mit der Planung und dem Bau von Kraftwerken. Die in der Bilanz ausgewiesene Erhöhung der Finanzanlagen auf 5.464 T€ resultiert aus Ausleihungen im Zusammenhang mit einer Kraftwerksbeteiligung. Weiterhin halten wir am Stammkapital der IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasserforschung gemeinnützige GmbH, Mülheim an der Ruhr, einen Anteil von 26 T€. 14 15


geschäftsbericht 2010 geschäftsbericht 2010 BILANZ ZUM 31.12.2010 BILANZ ZUM 31.12.2010 AKTIVA 31.12.2010 31.12.2009 PASSIVA 31.12.2010 31.12.2009 A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 54.959,00 65.550,00 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.297.109,62 3.401.063,98 2. Erzeugungs-, Gewinnungs- und Bezugsanlagen 1.565.667,00 1.703.612,00 3. Verteilungsanlagen 10.525.571,00 10.546.479,00 4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 715.918,95 594.117,95 5. Anlagen im Bau 1.555.264,35 130.072,57 17.659.530,92 16.375.345,50 III. Finanzanlagen 1. Beteiligungen 965.949,79 1.033.921,57 2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4.439.846,33 3.550.923,42 3. Sonstige Ausleihungen 58.339,29 48.160,24 5.464.135,41 4.633.005,23 23.178.625,33 21.073.900,73 B. Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 495.086,92 466.884,34 2. Unfertige Leistungen 17.500,00 19.500,00 512.586,92 486.384,34 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.937.242,12 4.409.117,08 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 43.779,82 3.649.203,78 3. Forderungen gegen die Stadt Emmerich am Rhein 0,00 129.170,58 4. Sonstige Vermögensgegenstände 338.355,30 957.024,52 6.319.377,24 9.144.515,96 III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 6.002.367,20 4.339,86 12.834.331,36 9.635.240,16 C. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 900,00 36.012.956,69 30.710.040,89 A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital 5.450.000,00 5.450.000,00 II. Kapitalrücklage 6.664.503,56 6.664.503,56 12.114.503,56 12.114.503,56 B. Empfangene Ertragszuschüsse 1.920.612,00 2.223.775,00 C. Rückstellungen 1. Steuerrückstellungen 69.000,00 0,00 2. Sonstige Rückstellungen 3.235.500,00 3.192.825,00 3.304.500,00 3.192.825,00 D. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.806.666,64 6.253.380,35 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - davon gegenüber Gesellschafter: 0,00 € (Vorjahr: 691.245,11 €) 3.801.548,31 2.763.781,82 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 532.716,26 0,00 4. Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt Emmerich am Rhein 53.911,21 0,00 5. Sonstige Verbindlichkeiten - davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: 0,00 € (Vorjahr: 94.385,24 €) - davon aus Steuern: 279.856,60 € (Vorjahr: 351.719,55 €) - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 1.256,79 € (Vorjahr: 1.321,66 €) 2.478.498,71 4.121.363,60 18.673.341,13 13.138.525,77 E. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 40.411,56 36.012.956,69 30.710.040,89 (Angaben in €) (Angaben in €) 16 17


geschäftsbericht 2010 geschäftsbericht 2010 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 2010 DIE STADTWERKE IM ÜBERBLICK 2010 2009 1. Umsatzerlöse 40.629.455,82 46.531.438,15 2. Verminderung des Bestandes an unfertigen Leistungen -2.000,00 -9.855,26 3. Andere aktivierte Eigenleistungen 240.936,73 286.177,42 4. Sonstige betriebliche Erträge 839.597,79 722.528,30 5. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 25.536.931,67 31.912.779,86 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.980.398,51 27.517.330,18 1.879.004,43 6. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter 1.835.720,02 1.775.147,67 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 499.902,42 2.335.622,44 436.357,91 - davon für Altersversorgung: 143.492,42 € (Vorjahr: 117.660,38 €) 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.455.963,34 1.503.475,35 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen a) Konzessionsabgabe 2.048.700,00 1.879.000,00 b) Übrige 3.425.374,94 5.474.074,94 2.917.158,24 9. Erträge aus Beteiligungen 60.000,00 50.000,00 10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 232.595,88 144.308,28 11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 48,641,82 121.468,29 - davon aus verbundenen Unternehmen: 43.422,56 € (Vorjahr: 113.435,26 €) 12. Aufwendungen aus Verlustübernahme 316.984,98 180.799,32 13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 308.096,80 307.449,35 14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 4.641.155,36 5.054.893,05 15. Außerordentliche Aufwendungen nach Art. 67 Abs. 7 EGHGB 36.298,00 0,00 16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.171.190,70 960.572,97 - davon aus Steuerumlagen: 959.500,00 € (Vorjahr: 780.000,00 €) 17. Sonstige Steuern 14.609,61 14.499,16 18. Auf Grund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 3.419.057,05 4.079.820,92 19. Jahresüberschuss 0,00 0,00 Stromversorgung 2010 2009 Leitungsnetz Kabel 25 kV km 19,5 19,5 10 kV km 200,0 200,5 1 kV km 327,9 330,9 547,4 550,9 Hausanschlüsse Stück 10.047 10.009 Eingebaute Zähler Stück 17.755 17.766 Zählerwechsel/-einbau Stück 551 2.104 Gasversorgung Rohrnetz Niederdruck km 162,2 162,6 Mittel-/ Hochdruck km 26,6 27,2 188,8 189,8 Hausanschlüsse Stück 7.067 7.036 Eingebaute Zähler Stück 10.776 10.745 Zählerwechsel/-einbau Stück 1.351 1.344 Wasserwerk Hauptrohrnetz km 214,3 216,2 Hausanschlüsse Stück 8.940 8.906 Eingebaute Zähler Stück 9.443 9.625 Zählerwechsel/-einbau Stück 1.694 1.465 Betriebsleistungen Wasserförderung Werk I, Emmerich Tm 3 1.979,47 1.915,90 Werk II, Vrasselt Tm 3 305,43 290,01 Gesamt Tm 3 2.284,90 2.205,91 (Angaben in €) 18 19


Stadtwerke Emmerich GmbH Wassenbergstr. 1 46446 Emmerich am Rhein Tel. 02822 604-0 Fax 02822 604-187 info@stadtwerke-emmerich.de www.stadtwerke-emmerich.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine