Geschäftsbericht 2011 - Stadtwerke Emmerich

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Geschäftsbericht 2011 - Stadtwerke Emmerich

GESCHÄFTSBERICHT

2011


organe der

gesellschaft

INHALT

Gesellschafter

75,1% Emmericher Gesellschaft für

kommunale Dienstleistungen mbH,

Emmerich am Rhein

24,9 % RWE Deutschland AG, Essen

Geschäftsführung

Organe der Gesellschaft

Bericht des Aufsichtsrates

Vorwort: Kraftakt Energiewende

Lagebericht 2011

Aktuelle Entwicklung im Bereich Stromversorgung

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Geschäftsführer Ulrich Schnake und Dietmar Bernhardi,

Geschäftsführer der Energiehandelsgesellschaft West mbH (ehw).

Die Stadtwerke sind seit 2011 Gesellschafter der ehw.

Dipl.-Betriebswirt Ulrich Schnake,

Emmerich am Rhein

Aufsichtsrat

Herr Udo Jessner (Vorsitzender)

Herr Dr. Lothar Oelert (stellv. Vorsitzender)

Herr Christian Beckschaefer

Herr Johannes Diks

Herr Markus Elbers

Frau Dr. Uta Grone

Herr Georg Lang (beratendes Mitglied)

Herr Jan Ludwig

Herr Wilhelm Roebrock

Aktuelle Entwicklung im Bereich Gasversorgung

Aktuelle Entwicklung im Bereich Trinkwasser

Aktuelle Entwicklung im Bereich Energiegewinnung

und Wärme-Direkt-Service 2011

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Finanzlage und Bilanzstruktur 31.12.2011

Bilanz zum 31.12.2011

Gewinn- und Verlustrechnung zum 31.12.2011

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Die Stadtwerke im Überblick

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Impressum

Redaktion Stadtwerke Emmerich GmbH

Layout und Realisation H&E Werbung GmbH, Ratingen

Fotos Stadtwerke Emmerich GmbH

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geschäftsbericht 2011 geschäftsbericht 2011

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Bericht des

Aufsichtsrates

Kraftakt

Energiewende

Die Geschäftsführung hat den Aufsichtsrat regelmäßig

mündlich und schriftlich über die Lage und die Entwicklung

des Unternehmens unterrichtet. Der Aufsichtsrat hat

Geschäftsvorgänge von wesentlicher Bedeutung mit der

Geschäftsführung beraten und bei den Entscheidungen im

Rahmen der ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden

Aufgaben mitgewirkt.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Geschäftsführung

sind von der WIBERA Wirtschaftsberatung AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,

Düsseldorf, geprüft worden.

Beanstandungen ergaben sich nicht. Die Prüfungsgesellschaft

hat für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011

den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Die

Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung wurde gemäß

§ 53 Haushaltsgrundsätzegesetz vom Abschlussprüfer geprüft;

es ergaben sich keine Beanstandungen. Das Ergebnis

der Abschlussprüfung nahm der Aufsichtsrat zustimmend zur

Kenntnis.

Der Abschlussprüfer hat an den Beratungen des Aufsichtsrates

über den Jahresabschluss teilgenommen, über die

wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und für

Erläuterungen zur Verfügung gestanden. Der Aufsichtsrat

hat den Jahresabschluss und den Lagebericht geprüft.

Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind

Einwendungen nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat empfiehlt

den Gesellschaftern die Feststellung des Jahresabschlusses.

Der ausgewiesene Bilanzgewinn ist gem. § 1 des mit der

Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen

mbH (EGD) bestehenden Ergebnisabführungsvertrages

abzuführen.

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

sowie der Geschäftsführung des Unternehmens für die

im abgelaufenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit und die

vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Emmerich am Rhein, im August 2012

Der Aufsichtsrat

Bundestag und Bundesrat haben im Juli 2011 unter dem

Eindruck der Atomkatastrophe in Fukushima die ordnungspolitischen

Rahmenbedingungen für die Energiewirtschaft –

im Vergleich zum Energiekonzept 2010 – weitreichend verändert.

Die Umstrukturierung des Energiewirtschaftssystems

nach Maßgabe der energie- und klimaschutzpolitischen

Zielsetzungen der Europäischen Union und des Bundes für

2020 und 2050 wird durch die beschlossene Energiewende

deutlich forciert. Politisches Ziel ist der mittel- und langfristige

Umbau in eine durch Energieeinsparung und erneuerbare

Energien geprägte Energielandschaft.

Die Energiewende ist eine Aufgabe, die alle gesellschaftlichen

Bereiche tangiert. Ein Kraftakt, der in finanzieller

Hinsicht durchaus mit der deutschen Wiedervereinigung

vergleichbar ist. Die Kosten der Energiewende werden von

Experten für die kommenden 10 Jahre mit mindestens 200

Milliarden E prognostiziert – dem doppelten Kostenvolumen

der Wiedervereinigung.

Die Politik muss angemessene Rahmenbedingungen setzen,

damit die Akteure die Energiewende erfolgreich gestalten

können. Hierzu gehört auch, dass Investitionen in effiziente

Komplementärkraftwerke auch zukünftig wirtschaftlich attraktiv

sind. Vielfach wird übersehen, dass konventionelle

Kraftwerke auch zukünftig notwendig sind, um die volatile

Einspeisung aus Solar- und Windkraftanlagen auszugleichen.

Bei der Förderung von Strom aus regenerativen Quellen

muss das Effizienzkriterium stärker in den Fokus rücken. Aus

dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fließen derzeit annähernd

60 % der Fördergelder in die Photovoltaik, deren

Anteil an der Stromerzeugung jedoch lediglich im Bereich

von 5 % liegt. Wesentlich wird darüber hinaus sein, dass der

Netzausbau mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien

Schritt hält. Dabei sollte der Blick verstärkt auf die regionalen

Verteilnetze gerichtet werden. Auf dieser Netzebene werden

97 % der erneuerbaren Energien eingespeist. Entsprechend

hoch sind die Anforderungen an den Aus- und Umbau dieser

Netze, der von Experten mit Investitionen von rd. 25 Milliarden

E€bis ins Jahr 2030 quantifiziert wird. Letztlich kommt es

zunehmend darauf an, dass bei der Gestaltung der Energiewende

und der Verteilung der hiermit verbundenen Kosten

die soziale und gesellschaftliche Balance nicht aus den Augen

verloren wird.

Die kommunalen Energieunternehmen und auch die Stadtwerke

Emmerich GmbH stehen in den nächsten Jahren vor

enormen Herausforderungen. Wir werden unser Engagement

in erneuerbare Energien fortsetzen – sowohl auf lokaler

Ebene als auch in überregionalen Kooperationsprojekten. Intensivieren

werden wir unsere Beratungs- und Förderangebote

zur effizienten Energieanwendung. Eine Steigerung der

Energieeffizienz bedarf gerade auf lokaler Ebene zusätzlicher

Anstrengungen. Die Potenziale zum Beispiel im Bereich der

Gebäudedämmung sind erheblich. Jede eingesparte Kilowattstunde

leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und treibt

so die Energiewende voran.

Udo Jessner

Vorsitzender

Ulrich Schnake

Geschäftsführer

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geschäftsbericht 2011 geschäftsbericht 2011

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lagebericht 2011

I. Allgemeines und Rahmenbedingungen

Im Geschäftsjahr 2011 verzeichnete die deutsche Wirtschaft

gemessen am Bruttoinlandsprodukt ein Wachstum von 3 %.

Dagegen verminderte sich nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft

Energiebilanzen der Primärenergieverbrauch

um mehr als 5 % auf rd. 456 Mio. Tonnen (SKE). Der Energieverbrauch

in Deutschland erreichte damit im Jahr 2011

den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Den größten

Einfluss auf die Verbrauchsentwicklung hatten die gegenüber

dem Vorjahr deutlich mildere Witterung sowie das

hohe Preisniveau.

Neben den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen

gewinnen regulatorische Vorgaben und ein weiterer Anstieg

der Wettbewerbsintensität bei Strom und Erdgas zunehmend

an Bedeutung für den Unternehmenserfolg und die

strategische Ausrichtung der Energieunternehmen. Sowohl

der Strom- als auch der Erdgasmarkt waren im Berichtsjahr

von einer weiteren Zunahme der Wettbewerber in unserem

Liefergebiet gekennzeichnet. Der Wechsel des Energielieferanten

ist insbesondere durch die Möglichkeiten des

Internets für Kunden schnell und einfach zu vollziehen.

Sowohl im Strom- als auch im Erdgasgeschäft konnten

Wettbewerber weitere Marktanteile gewinnen.

Diese Rahmendaten führten im Berichtsjahr zu einem Rückgang

des Stromabsatzes unserer Gesellschaft im Gebiet

der Stadt Emmerich am Rhein um 2,3 % auf 159.653 MWh.

In der Unternehmenssparte Erdgas verminderte sich der

Verkauf im eigenen Netzgebiet vor allem witterungsbedingt

um 14,9 % auf 287.424 MWh. Im Vergleich hierzu

verminderte sich der Stromverbrauch bundesweit um 0,5 %;

der Erdgasverbrauch fiel um rund 10 % unter den Vorjahreswert.

Die nutzbare Trinkwasserabgabe lag mit rd. 2,0 Mio.

Kubikmeter auf dem Niveau des Vorjahres.

Die fortschreitende Liberalisierung wird das Kerngeschäft

unserer Gesellschaft auch in Zukunft belasten. Um Ergebnisrückgänge

zu kompensieren sind daher neue Aktivitäten

aufzubauen. Ein Schwerpunkt dieser Wachstumsstrategie

besteht im Einstieg in die Stromproduktion mit dem Ziel,

unabhängiger von Marktentwicklungen zu werden.

Im fossilen Erzeugungsbereich ist unsere Gesellschaft an

der Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH &

Co. KG beteiligt. Im Rahmen dieses Gemeinschaftsprojektes

von RWE Power und 23 kommunalen Stadtwerken wird

am Standort Hamm eine Steinkohle-Doppelblockanlage mit

einer Gesamtleistung von 1.600 MW errichtet. Eine weitere

Beteiligung besteht gemeinsam mit anderen kommunalen

Energieunternehmen unter Federführung der RWE Innogy

mit dem Gemeinschaftsprojekt GREEN GECCO. Ziel dieses

Projektes ist die Entwicklung und Aquisition von Projekten zur

Stromerzeugung durch Wind- und Wasserkraft, Geothermie

und Biogas. Mit dieser Beteiligung trägt unsere Gesellschaft

dem erklärten Ziel der Deutschen Energiepolitik Rechnung,

den Ausbau Erneuerbarer Energien zu forcieren. Daneben

verstärkt unsere Gesellschaft die Investitionen in regenerative

Erzeugungsanlagen in Emmerich am Rhein.

Im laufenden Berichtsjahr haben wir eine Beteiligung am

Stammkapital der Energiehandelsgesellschaft West mbH

(ehw) in Münster erworben. Ziel dieses Beteiligungsmanagements

ist die optimale Nutzung der Großhandelsmärkte für

Strom und Gas. Hierdurch erwarten wir eine Stärkung der

Wettbewerbsfähigkeit unserer Gesellschaft in einem zunehmend

umkämpften Endkundengeschäft.

II. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Das Gesamtvermögen der Gesellschaft in Höhe von

38.247 TE€(Vorjahr: 36.013 TE) entfällt mit 69,1 % auf

langfristige und mit 30,1 % auf kurzfristige Vermögenswerte.

Der überwiegende Teil des langfristigen Vermögens besteht

mit einem Anteil von rd. 74,7 % aus dem Sachanlagevermögen.

Auf der Passivseite der Bilanz beträgt das Eigenkapital

unverändert rd. 12,1 Mio. E. Die Eigenkapitalquote zum

Bilanzstichtag betrug 31,7 %. Die Liquidität der Gesellschaft

war im Berichtsjahr jederzeit gewährleistet.

Die Strompreise in der Grund- und Ersatzversorgung konnten

nach der unumgänglichen Preisanpassung zu Beginn des

Geschäftsjahres im weiteren Jahresverlauf stabil gehalten

werden. Zum 1. September 2011 haben wir eine Erhöhung

der Erdgaspreise in der Grund- und Ersatzversorgung vornehmen

müssen.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Berichtsjahr daher preisbedingt

um 2,7 % auf 41.728 TE. Die Rückstellungen für

die zukünftigen Kürzungen der Netzentgelte für die

Strom- und Gasversorgung wurden entsprechend den

zwischenzeitlich ergangenen Bescheiden in Höhe von

3,03 Mio. E berücksichtigt und mussten um 0,5 Mio. E erhöht

werden.

Die Investitionen unserer Gesellschaft in das Sachanlagevermögen

betrugen im Berichtsjahr 3,9 Mio. E und lagen

damit um 1,0 Mio. E über dem Vorjahreswert. Das Ergebnis

nach Steuern wird mit 3.282 TE€ausgewiesen und liegt

um 137 TE€unter dem Vorjahresergebnis. Der Gewinn wird

aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages an die Emmericher

Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen mbH

(EGD mbH) ausgeschüttet.

Die Gesellschaft beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich

37,5 Mitarbeiter in Vollzeit und 3,75 Auszubildende.

Die Vergütung der Mitarbeiter richtet sich nach dem Tarifvertrag

Versorgungsbetriebe (TV-V). Mit diesem Tarifvertrag ist

eine zusätzliche Altersvorsorge über die Rheinische Zusatzversorgungskasse

(ZVK) vereinbart.

III. Risikobericht

Das Risikomanagement wird durch die EGD mbH als Mehrheitsgesellschafterin

für alle operativ tätigen Tochtergesellschaften

zentral durchgeführt. Ziel des Risikomanagementsystems

ist es, Unternehmensrisiken aus dem externen

Unternehmensumfeld und unternehmensinternen Gegebenheiten

rechtzeitig zu erkennen, zu bewerten und identifizierten

Risiken entgegenzuwirken. Die EGD mbH hat das Risikomanagement

weiter verstärkt und systematisiert.

Marktrisiken bestehen durch eine erwartete weitere Wettbewerbsintensivierung

bei Strom und Erdgas. Diesen Risiken

ist durch eine intensive Beobachtung unseres lokalen Marktes

zu begegnen. Gezielte Maßnahmen zur Kundenrückgewinnung

und eine Ausweitung der Vertriebsaktivitäten

über unser Netzgebiet hinaus können dazu beitragen, diese

Marktrisiken zu begrenzen. Die Notierungen an der Deutschen

Strombörse sind durch deutlich höhere Volatilitäten

geprägt. Hieraus resultieren vermehrt Beschaffungsrisiken

für das Stromgeschäft, die durch eine permanente Anpassung

der Beschaffungsstrategie begrenzt werden können.

Darüber hinaus bestehen Regulierungsrisiken und weitere

Rechtsrisiken. Die im Rahmen der Anreizregulierung vorgesehenen

weiteren Absenkungen der Netzentgelte durch die

Regulierungsbehörden stellen in diesem Zusammenhang die

wesentlichen Risikoaspekte dar. Weitere Risiken können aus

der ständigen Rechtssprechung resultieren, wobei eine deutliche

Zunahme laufender Gerichtsverfahren – insbesondere

im Zusammenhang mit der Höhe der Netzentgelte – zu beobachten

ist.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses sind

Hinweise auf Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens

gefährden könnten, nicht erkennbar. Umweltrisiken

bestehen nicht.

IV. Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag sind bis zum Datum der Erstellung

des Jahresabschlusses keine Ereignisse eingetreten, die

auf eine Veränderung der Lage hindeuten oder Einfluss auf

die Bewertung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres

2011 haben.

Im März 2012 führte ein Kabelbrand in einem Schalthaus

zu einer vollständigen Zerstörung der Mittelspannungstechnik,

der Leitwarte und der Inneneinrichtung. Der hierdurch

entstandene Schaden ist vollumfänglich durch bestehende

Versicherungen gedeckt.

V. Prognosebericht

Sowohl die Bundesregierung als auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute

in Deutschland gehen für das

Geschäftsjahr 2012 nur noch von einem verhaltenen Wirtschaftswachstum

aus. Für die Energiemärkte wird allgemein

ein steigendes Preisniveau erwartet. Die wesentlichen

Gründe hierfür bestehen in der weltweit steigenden Energienachfrage,

insbesondere aus den Schwellenländern, und

befürchteten Auswirkungen der Finanzkrise auf das Energiepreisniveau.

Zudem ist zu erwarten, dass sich eine Erhöhung

der Umlage nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG)

preistreibend auf die Strompreise auswirken wird.

Der Wettbewerb um Endkunden wird weiter zunehmen. Dieses

gilt auch und insbesondere für den Erdgasmarkt. Dieser

Tendenz werden wir durch eine permanente Optimierung der

Kundenprozesse und einer marktgerechten Preisgestaltung

begegnen.

Auch im Geschäftsjahr 2012 wird der Druck auf die Ergebnis-

und Ertragslage in den Kerngeschäftsfeldern Energieund

Wasservertrieb sowie Netzbetrieb anhalten. Erwartete

Kostensteigerungen werden nicht in vollem Umfang in den

Energiepreisen abgebildet werden können. Das Ergebnis des

Geschäftsjahres 2012 und das des Folgejahres erwarten wir

daher leicht unter dem des Berichtsjahres.

06

geschäftsbericht 2011 geschäftsbericht 2011

07


Aktuelle Entwicklung im

Bereich Stromversorgung

Aktuelle Entwicklung im

Bereich gasversorgung

Prägend für die Entwicklung des Strommarktes in Deutschland

und auch in unserem Liefergebiet waren im Jahr 2011

die deutliche konjunkturelle Erholung mit einem Anstieg des

Bruttoinlandsproduktes von 3,0 % und ein weiter zunehmender

Wettbewerb. Nach Erhebungen der Bundesnetzagentur

hatten Stromkunden in Deutschland im Berichtsjahr bereits

die Wahl unter durchschnittlich 150 Anbietern je Netzgebiet.

Dennoch konnten wir unsere dominierende Position im lokalen

Strommarkt behaupten. Der mengenbezogene Marktanteil

externer Lieferanten lag im Privatkundensegment mit

13,9 % nur leicht über dem Vorjahreswert von 13,3 %. Im

Vergleich hierzu wurden bundesweit 15 % der Stromkunden

von Drittlieferanten beliefert. Vergleichsweise höher ist die

Wettbewerbsintensität im industriellen Geschäftskundenbereich.

Der Marktanteil externer Anbieter zum Jahresende in

Höhe von 21,7 % des industriellen Strombedarfes liegt leicht

unter dem Vorjahreswert. Kurz- und mittelfristig gehen wir

von einer weiteren Intensivierung des Wettbewerbs aus.

Der gesamte Stromverbrauch in Deutschland verminderte

sich im Jahr 2011 leicht um 0,3 %. Diese Entwicklung belegt

eine deutliche Erhöhung der Stromproduktivität. Dagegen

stieg der gesamte Stromabsatz unseres Unternehmens um

2,5 % auf 179.811 MWh. Ursächlich für die Ausweitung des

Stromabsatzes waren vorrangig höhere Stromhandelsmengen

und ein erhöhter Strombedarf industrieller Geschäftskunden.

Bei den Privatkunden verzeichneten wir einen Absatzrückgang

von 7,8 %.

Der durchschnittliche Preis für das Terminprodukt Base an

der deutschen Strombörse (EEX) lag im Berichtsjahr mit

56,05 E/MWh um rd. 7 % über dem Niveau des Vorjahres.

Die Atomreaktorkatastrophe in Japan und die politische

Entscheidung, 7 Kernkraftwerke sofort vom Netz zu nehmen

ließen den Preis von 52 E/MWh zu Jahresbeginn auf

60,90 E/MWh Ende Mai 2011 steigen. Der wärmere Witterungsverlauf

und die hohe Windenergieeinspeisung führten

in der Folgezeit zu einem Rückgang der Börsennotierung auf

56,50 E/MWh. Seit Anfang September fielen die Notierungen

aufgrund der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise

und der zum Teil stark fallenden CO ²

-Preise bis auf 52,40 E/

MWh Anfang Dezember zurück.

Der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in

Deutschland legte auch im Berichtsjahr weiter zu und erreichte

eine Marke von 20,1 % nach 17,1 % im Vorjahr. Eine

rasante Entwicklung verzeichnete dabei der Ausbau von Photovoltaikanlagen.

Die installierte Photovoltaik-Leistung stieg

um 43 % auf 25.039 MW. Im Jahr 2011 wurden durch den

Einsatz regenerativer Quellen 129 Mio. t Treibhausgasemissionen

vermieden. Wachsende Belastungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz

(EEG) wirkten sich auch im Jahr 2011

auf die Strompreiskalkulation aus. Dennoch haben wir die

Strompreise im Berichtsjahr konstant halten können. Neben

den Stromlieferungen zu Preisen der Grund- und Ersatzversorgung

bieten wir unseren Kunden mit anhaltendem Erfolg

alternative Strom-Produkte bei differenzierter Preispolitik an.

Mit diesen Angeboten konnten wir eine hohe Akzeptanz bei

Privatkunden erreichen.

Die Jahresinvestitionen in Anlagen der Stromversorgung betrugen

2.352 TE. Der Investitionsschwerpunkt lag branchenüblich

bei den Verteilungsanlagen und den Hausanschlüssen.

Die Anzahl der Hausanschlüsse betrug zum Jahresende

9.885. Unser Versorgungsnetz umfasste im Berichtsjahr eine

Gesamtlänge von 606 km. Ein wichtiges Ziel unserer Investitionspolitik

ist der sukzessive Rückbau des Freileitungsnetzes

im Rahmen anstehender Trassenerneuerungen, um

potenzielle Störungsquellen zu vermindern. Der Freileitungsbestand

ist seit 2009 um 23 % zurückgebaut worden.

MWh

200.000

175.000

150.000

125.000

100.000

75.000

50.000

25.000

0

Entwicklung des Stromabsatzes

Stromabsatz außerhalb

des Netzgebietes

Energiehandel

Stadt Emmerich

am Rhein,

verb. Unternehmen,

Betriebsverbrauch

2011 2010

Indust.

Geschäftskunden

Privat- und

Gewerbekunden

Der Wettbewerb um Endkunden gewann im Geschäftsjahr

2011 weiter an Dynamik. Die Anzahl der Produkte

und Anbieter, zwischen denen die Kunden wählen können,

ist im Berichtsjahr weiter gestiegen. Nach Erhebungen der

Bundesnetzagentur können Erdgaskunden in Deutschland

zwischenzeitlich je nach Netzgebiet zwischen 10 und 50

Lieferanten auswählen. Auch im Netzgebiet unserer Gesellschaft

konnten Wettbewerber weitere Markterfolge sowohl

im Privatkunden- als auch im Geschäftskundenbereich

realisieren. Im Privatkundensegment betrug der mengenbezogene

Marktanteil externer Lieferanten rd. 7 %. Bundesweit

lag die Wechselquote im Jahr 2011 bei etwa 6 %.

Auch vor dem Hintergrund, dass die Kosten für Erdgas bei einem

typischen Haushaltskunden stärker zu Buche schlagen

als die Stromkosten, wird die Wechselbereitschaft der Gaskunden

mittelfristig weiter steigen.

Die Entwicklung der Importpreise für Erdgas folgt weitgehend

derjenigen für Rohöl. Dieses allerdings mit einer mehr

oder weniger ausgeprägten zeitlichen Verzögerung. Die

starke Nachfrage nach Energie auf den Weltmärkten sorgte

2011 für steigende Rohstoffpreise. Nachdem die Importpreise

für Erdgas seit Ende 2008 bis Mitte 2009 deutlich zurückfielen,

nahmen sie anschließend jedoch wieder spürbar zu. Im

Geschäftsjahr 2011 hielt der Preisanstieg an; durchschnittlich

lagen die Erdgas-Importpreise um etwa 25 % über Vorjahresniveau.

Die Entwicklung der Beschaffungskosten für

Wartungsarbeiten in der Gasdruckregelmessanlage

Wassenbergstraße.

Erdgas erforderte eine Preiserhöhung um 0,35 Cent je kWh

(netto) zum 01. September 2011. Kunden, die sich zuvor mit

unserem Produkt EMM-Fix Erdgas gegen Preiserhöhungen

abgesichert hatten, konnten entsprechende Vorteile realisieren.

Der Erdgasverbrauch in Deutschland sank im Berichtsjahr

um annähernd 13 %. Trotz positiver Konjunktureffekte sorgten

die deutlich höheren Temperaturen während der Heizperioden

für einen stark rückläufigen Gasabsatz. Die Durchschnittstemperatur

in Deutschland lag mit 9,7 Grad Celsius

über dem Mittelwert der letzten 10 Jahre und um 1,7 Grad

Celsius über dem Wert des Vorjahres.

Die vorgenannten Tendenzen spiegeln sich in der Absatzentwicklung

in unserem Liefergebiet wieder. Insgesamt

verzeichneten wir einen drastischen Rückgang des Erdgasverkaufs

um 15,0 % auf 287.424 MWh. Hierbei lagen die

Erdgaslieferungen an Privatkunden mit einem Minus von

rd. 22 % erheblich unter Vorjahresniveau; die Erdgaslieferungen

an industrielle Geschäftskunden stiegen dagegen um

11 %.

In Anlagen der Erdgasversorgung investierten wir im Berichtsjahr

rd. 380 TE . Die Zahl der Hausanschlüsse erhöhte

sich auf 7.570. Die Netzlänge wurde geringfügig auf

rd. 286 km erweitert.

Zusammensetzung des Gaspreises

für Haushaltskunden 2011

Energiebeschaffung

und Vertrieb

Netzentgelte (netto)

Abrechnung, Messung,

Messstellenbetrieb

3,60%

50,30 %

24,70 %

Steuern (Gas- und

Umsatzsteuer)

Konzessionsabgabe

19,40 %

2,00 %

Quelle: Bundesnetzagentur, Jahresbericht 2011

08

geschäftsbericht 2011 geschäftsbericht 2011

09


Aktuelle Entwicklung im

Bereich TRINKWASSER

Aktuelle Entwicklung im

Bereich ENERGIEGEWINNUNG UND

WÄRME-DIREKT-SERVICE 2011

Mit rd. 2.000 Tm³ lag die nutzbare Trinkwasserabgabe in

Emmerich am Rhein im Geschäftsjahr 2011 um 6,3 % unter

Vorjahresniveau. Der langfristig anhaltende Trend zur sparsamen

Trinkwassernutzung setzte sich damit fort. Die stagnierende

bis leicht rückläufige Entwicklung des Trinkwasserverbrauchs

in Emmerich am Rhein entspricht dem Trend in

Deutschland. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in

Deutschland ist seit 1990 um 17 % gesunken und liegt aktuell

bei 122 Litern pro Einwohner und Tag.

Die Fördermenge der durch unsere Gesellschaft betriebenen

Wasserwerke betrug im Berichtsjahr rd. 2.109 Tm³. Die weitaus

überwiegende Trinkwassermenge wurde mit 1.811 Tm³

im Wasserwerk Helenenbusch gefördert. Die Differenz zwischen

geförderter und abgesetzter Trinkwassermenge stellt

die sogenannten Betriebs- und Transportverluste dar. Diese

betrugen im Berichtsjahr 3,8 % des Wasseraufkommens im

Vergleich zu 5,5 % im Vorjahr.

Trinkwasser ist unser wichtigstes und zugleich eines der

am strengsten kontrollierten Lebensmittel. Die Qualitätssicherung

hat für unser Unternehmen einen herausragenden

Stellenwert. Permanente Wasseranalysen tragen wesentlich

zur Sicherung einer gleichbleibenden Lieferqualität bei.

Die Überwachung der Wasserqualität bezieht sich dabei auf

sämtliche Prozessstufen vom Grundwasser über das geförderte

Rohwasser bis hin zu den Verbrauchstellen der Kunden.

Auch im Jahr 2011 unterschritt das in Emmerich am

2.500

2.000

NUTZBARE TRINKWASSERABGABE 1991 - 2011 (Angaben in Tm 3 )

Rhein geförderte Wasser die in der deutschen Trinkwasserverordnung

verankerten Grenzwerte deutlich. Ein wichtiger

Baustein im Rahmen der Qualitätssicherung ist die Kooperation

mit den Landwirten in unseren Wasserschutzgebieten.

Gemeinsames Ziel dieser Zusammenarbeit, die durch einen

Landwirtschaftsberater unterstützt wird, ist vorrangig eine

Minimierung der Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft in

das Grundwasser. Die im Rahmen dieser Kooperation vertraglich

mit den Landwirten vereinbarten Extensivierungsflächen

umfassten im Berichtsjahr 108 Hektar.

Die Investitionen zur qualitativen und quantitativen Sicherstellung

der Trinkwasserversorgung betrugen im Berichtsjahr

560 TE. Die Zahl der Hausanschlüsse nahm um 45

auf 9.054 zu. Das Transportnetz umfasste zum Ende des

Berichtsjahres eine Länge von rd. 327 km.

Nachdem der Landesgesetzgeber im Dezember 2009 die

schrittweise Abschaffung des sogenannten Wasserentnahmeentgelts

bis zum Jahr 2018 beschlossen hatte, revidierte

er diese Entscheidung im Jahr 2011 und beschloss stattdessen

eine Entgeltanhebung. Dennoch konnten wir die Preise

für Trinkwasserlieferungen im Berichtsjahr konstant halten.

Mit einen Verbrauchspreis von 1,50 E/m³ (brutto) liegt der

Wasserpreis in Emmerich am Rhein unterhalb des für das

Bundesland Nordrhein-Westfalen ermittelten Durchschnittspreises

von 1,63 E/m³ und deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Die nachhaltige Energieversorgung zählt zu den tragenden

Säulen unserer Unternehmensphilosophie. Dem folgend

leisten wir im Rahmen unserer finanzwirtschaftlichen Möglichkeiten

lokale Beiträge zur Ressourcenschonung und zur

Entlastung der Umwelt.

Die rasante Entwicklung des Photovoltaikausbaus in

Deutschland hat sich auch im Jahr 2011 fortgesetzt. Mit

rund 19 Mrd. kWh erreichte Photovoltaik-Strom bereits einen

Anteil von 3,1 % am gesamten Stromverbrauch. Parallel verzeichneten

wir in unserem Netzgebiet einen erneuten Boom

beim Bau von Photovoltaik-Anlagen. Die Anzahl der Anlagen

erhöhte sich von 223 im Vorjahr auf nunmehr 323. Die Photovoltaik-Kapazität

unserer Gesellschaft beträgt unverändert

160 kW. In diesen Anlagen wurden im Berichtsjahr 148.300

kWh Strom produziert.

Unsere Gesellschaft betreibt darüber hinaus ein erdgasgefeuertes

Blockheizkraftwerk, eine Wärmeerzeugungsanlage

und eine Windkraftanlage mit einer elektrischen Leistung

von 150 kW. Das BHKW „Freizeitbad“ verfügt über 2 Module

mit einer elektrischen Leistung von jeweils 495 kW und einer

thermischen Leistung von 664 kW. Aus dieser Anlage erfolgt

die Wärmeversorgung des Freizeit- und Sportbades Embricana.

Die Wärmeerzeugungsanlage Am Beyenkamp wird als

kleines Nahwärmenetz mit einer Gesamtwärmeleistung von

210 kW betrieben und beliefert die umliegenden Wohneinheiten

mit Wärme für die Heizung und die Warmwasseraufbereitung.

Die Stromeinspeisung der vorgenannten Anlagen

betrug insgesamt 2.011 MWh und lag damit um 12,6 % unter

dem Vergleichswert des Vorjahres.

Die Investitionen im Geschäftsbereich Energiegewinnung

und Wärme-Direkt-Service betrugen 2011 insgesamt rd.

486 TE. Investitionsschwerpunkt war die Erneuerung der

Kesselanlage im Freizeit- und Sportbad Embricana. Die

Wärmeproduktion lag mit rd. 11.400 MWh um 8 % unter

Vorjahresniveau.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Europaschule

produziert grünen Strom.

1.500

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Lagerung von FF-Stücken für Wasserleitungen.

10

geschäftsbericht 2011 geschäftsbericht 2011 11


Mitarbeiterinnen

und mitarbeiter

Umsatz- und

Ergebnisentwicklung

Die nahezu 4600 Leuchten der öffentlichen Straßenbeleuchtung

werden durch die Stadtwerke gewartet und erneuert.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen mit ihrer

Leistungsfähigkeit und ihrem Engagement maßgeblich zum

Unternehmenserfolg bei. Dabei erwarten wir zur Festigung

des Erfolges Kreativität, Flexibilität und vor allem Kundenorientierung.

Durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen

fördern wir im Rahmen einer modernen Personalentwicklung

die fachlichen und persönlichen Qualifikationen unserer

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Vermittlung fundierter Fertigkeiten und Kenntnisse im

Rahmen der Berufsausbildung leistet einen weiteren wichtigen

Beitrag zur Sicherung des zukünftigen Unternehmenserfolges.

Seit Jahren bieten wir deshalb Ausbildungsplätze über den

eigenen Bedarf hinaus an. Hiermit entsprechen wir auch

unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Die Ausbildungsquote

lag mit vier Auszubildenden im Geschäftsjahr 2011 unverändert

bei 10,5 %.

Durch flache Hierarchien, abteilungsübergreifende Arbeit und

ein hohes Maß an Eigenverantwortung können die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter ihre Qualifikationen optimal nutzen.

Bei einem Durchschnittsalter von 43 Jahren können sie, eingebunden

in erfahrene und eingespielte Teams, ihre Qualifikation

und Motivation in den Dienst unserer vielseitigen Angebote

und Produkte stellen.

Im Geschäftsjahr 2011 erzielte unser Unternehmen

Umsatzerlöse aus dem Energie- und Trinkwasserverkauf

in Höhe von 41.728 TE. Im Vergleich zum Vorjahr ist

der Gesamtumsatz damit mengen- und preisbedingt um

1.099 TE€bzw. 2,7 % gestiegen. Das Ergebnis vor Ertragssteuern

verminderte sich von 4.590 TE€ im Vorjahr auf

4.098 TE€.

Die Entwicklung der Umsatzerlöse verlief in den einzelnen

Geschäftsbereichen unterschiedlich. Die Erlöse aus dem

Erdgasverkauf betrugen 11. 570 TE€und lagen damit um

1.100 TE€oder 8,7 % unter dem Vorjahreswert. Bei einem

um rd. 15 % verminderten Absatz führten die im Berichtsjahr

vorgenommenen Gaspreiserhöhungen zu einem relativ

moderaten Erlösrückgang. Etwa 74 % der Erlöse aus der

Erdgasvermarktung werden für den Energieeinkauf aufgewandt.

Die Erlöse aus dem Stromverkauf betrugen

25.149 TE und lagen damit um 2.383 TE über dem

Vorjahreswert. Der Anstieg ist primär auf ein erhöhtes

Stromhandelsvolumen zurückzuführen. Die Erlöse aus

dem Wasserverkauf lagen mengenbedingt mit 2.979 TE€um

5,4 % unter Vorjahresniveau.

Der Personalaufwand wird mit rund 2.410 TE€um 3,2 %

höher als im Vorjahr ausgewiesen. Ursächlich sind im

Wesentlichen gestiegene Löhne und Gehälter aufgrund

tariflicher Anpassungen.

An die Holdinggesellschaft EGD mbH wurde eine Verwaltungskostenumlage

in Höhe von 1. 665 TE gezahlt.

Die Abschreibungen werden mit 1.465 TE und damit leicht

über Vorjahresniveau ausgewiesen. Die Konzessionsabgabe

verminderte sich um 7 % auf 1.904 TE und wurde nach

den maßgeblichen steuerrechtlichen Vorschriften voll erwirtschaftet.

Nach Abzug der Ertragssteuern in Höhe von rund 816 TE€

schließt die Gewinn- und Verlustrechnung mit einem Jahresüberschuss

in Höhe von rund 3.282 TE im Vergleich zu

3.419 T€E im Vorjahr. Die Umsatzrentabilität erreichte einen

Wert von 7,7 % und lag damit leicht unter der Vergleichskennzahl

des Vorjahres. Der Jahresüberschuss wird auf

Basis des Ergebnisabführungsvertrages mit der Emmericher

Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen mbH an diese

ausgeschüttet, so dass die Gewinn- und Verlustrechnung ein

ausgeglichenes Ergebnis zeigt.

Personalaufwand

Der Personalbestand betrug zum Stichtag 31. Dezember

2011 gleichbleibend 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Vakante Stellen konnten im Berichtsjahr erneut besetzt

werden. Bei einer Bewertung der Anzahl der Beschäftigten

ist zu berücksichtigen, dass Querschnittfunktionen durch

vertragliche Regelungen auf die Emmericher Gesellschaft

für kommunale Dienstleistungen mbH übertragen sind. Der

gesamte Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zum

Vorjahr um rd. 3,17 % auf 2.410 TE. Gemessen am Gesamtumsatz

betrug die Personalaufwandsquote 5,6 % nach 5,7 %

im Vorjahr.

Struktur der Umsatzerlöse

Löhne + Gehälter

Arbeitgeberanteil zur

Sozialversicherung

Altersversorgung und

Unterstützung

Berufsgenossenschaftsbeiträge

79 %

Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre

Leistungsbereitschaft und Einsatzfreude und unseren Betriebsräten

für eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.

Wir sind zuversichtlich, dass wir die vor uns

liegenden Aufgaben und Herausforderungen gemeinsam mit

Erfolg bewältigen werden.

1 % 6 % 14 %

12 geschäftsbericht 2011 geschäftsbericht 2011

13


Finanzlage und

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme wird mit 38.247 TE nach 36.013 TE

im Vorjahr ausgewiesen. Die Aktiva werden mit 26.427 TE

bzw. 69,1 % (Vorjahr 64,4 %) durch das Anlagevermögen

bestimmt. Dagegen betrugen die mittel- und langfristig

verfügbaren Mittel bei den Passiva nahezu unverändert

25.104 TE€bzw. 65,6 %. Bei einer im Vergleich zum Vorjahr

stabilen Bilanzstruktur betrug die Eigenkapitalquote 31,7 %.

Hiermit wird im Branchenvergleich ein zufriedenstellender

Wert erreicht.

Die Finanzlage ist durch ausgewogene Finanzierungsverhältnisse

gekennzeichnet.

Die langfristig verfügbaren Mittel in Höhe von 25.104 TE€

decken das langfristig gebundene Vermögen in Höhe von

26.427 TE€zu 95,5 %. Das langfristig gebundene Vermögen

ist somit im Wesentlichen fristenentsprechend

finanziert. Im Berichtsjahr war ein im Vergleich zum Vorjahr

deutlich höherer Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit

in Höhe von 8.462 TE zu verzeichnen.

Diese Entwicklung ist u.a. auf einen höheren Cash-flow zurückzuführen.

Der Nettoabfluss aus der Investitionstätigkeit lag aufgrund

der höheren Investitionen in das Sach- und Finanzanlagevermögen

mit 5.101 TE۟ber dem Referenzwert des Vorjahres.

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen lagen mit

3.958 TE۟ber dem Niveau der Vorjahre. Der Investitionsschwerpunkt

bestand in der Erneuerung und dem Ausbau

der Energie- und Trinkwasserverteilnetze.

Die Investitionen in das Finanzanlagevermögen betrugen

1.215 TE. Die Netto-Investitionen konnten im Wesentlichen

aus dem Cash-flow in Höhe von 4.455 TE€

finanziert werden. Die Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten lagen mit 11.360 TE€leicht unter dem

Bilanzausweis des Vorjahres. Die Vermögens- und Finanzlage

kann zusammengefasst als solide bezeichnet werden.

BETEILIGUNGSÜBERSICHT

Die seit 1997 bestehende Beteiligung an der Stadtwerke

Rees GmbH bildet mit 511 TE€weiterhin die bedeutendste

Position unserer Finanzanlagen. Darüber hinaus bestehen

Beteiligungen an Projektgesellschaften im Zusammenhang

mit der Planung und dem Bau von Kraftwerken. Die

in der Bilanz ausgewiesene Erhöhung der Finanzanlagen

auf 5.265 TE€resultiert aus Ausleihungen im Zusammenhang

mit einer Kraftwerksbeteiligung. Im Berichtsjahr

haben wir Beteiligungen an der Energiehandelsgesellschaft

West (ehw), Münster, und an der Stadtwerke Energie

Verbund GmbH, Kamen, erworben. Weiterhin halten wir am

Stammkapital der IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für

Wasserforschung gemeinnützige GmbH, Mülheim an der

Ruhr, einen Anteil von 26 T E.

Abschreibungen und Investitionen

in Sachanlagen im 5-Jahres-Vergleich

Stromerzeugung

(fossil / regenerativ)

Green Gecco

Beteiligungsgesellschaft

mbH & Co. KG

Green Gecco

Beteiligungsverwaltungs

GmbH

Gemeinschaftskraftwerk

Steinkohle Hamm

GmbH & Co. KG

Energievertrieb

Stadtwerke Energieverbund SEV GmbH

Kooperationen

Energiehandelsgesellschaft

West

mbH

Stadtwerke Rees

GmbH

IWW

Rheinisch-Westfälisches

Institut für Wasserforschung

gemeinnützige GmbH

14

geschäftsbericht 2011 geschäftsbericht 2011 15


Bilanz zum

31.12.2011

Bilanz zum

31.12.2011

AKTIVA 31.12.2011 31.12.2010

A. Anlagevermögen

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche

Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 110.533,00 54.959,00

II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 3.137.477,62 3.297.109,62

2. Erzeugungs-, Gewinnungs- und Bezugsanlagen 2.734.447,09 1.565.667,00

3. Verteilungsanlagen 13.006.696,91 10.525.571,00

4. Betriebs- und Geschäftsausstattung 720.922,95 715.918,95

5. Anlagen im Bau 42.475,81 1.555.264,35

19.642.020,38 17.659.530,92

III. Finanzanlagen

1. Beteiligungen 1.409.733,64 965.949,79

2. Sonstige Ausleihungen 5.264.729,69 4.498185,62

6.674.463,33 5.464.135,41

26.427.016,71 23.178.625,33

B. Umlaufvermögen

I. Vorräte

1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 487.971,54 495.086,92

2. Unfertige Leistungen 17.500,00 17.500,00

505.471,54 512.586,92

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.498.474,13 5.937.242,12

2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 155.805,96 43.779,82

3. Forderungen gegenüber der Stadt Emmerich am Rhein 100.247,02 0,00

4. Sonstige Vermögensgegenstände 538.880,06 338.355,30

5.293.407,17 6.319.377,24

III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 6.021.483,81 6.002.367,20

11.820.362,25 12.834.331,36

C. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 0,00

38.247.379,23 36.012.956,69

PASSIVA 31.12.2011 31.12.2010

A. Eigenkapital

I. Gezeichnetes Kapital 5.450.000,00 5.450.000,00

II. Kapitalrücklage 6.664.503,56 6.664.503,56

12.114.503,56 12.114.503,56

B. Empfangene Ertragszuschüsse 1.629.269,00 1.920.612,00

C. Rückstellungen

1. Steuerrückstellungen 69.000,00 69.000,00

2. Sonstige Rückstellungen 3.794.500,00 3.235.500,00

3.863.500,00 3.304.500,00

D. Verbindlichkeiten

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.360.011,51 11.806.666,64

2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

- davon gegenüber Gesellschafter: 589.349,78 E€

(Vorjahr: 532.716,26 E) 3.841.749,94 3.801.548,31

3. Verbindlichkeiten gegenüber

verbundenen Unternehmen 589.349,78 532.716,26

4. Verbindlichkeiten gegenüber

der Stadt Emmerich am Rhein 0,00 53.911,21

5. Sonstige Verbindlichkeiten

- davon aus Steuern: E€

(Vorjahr: 295.945,22 E) 4.836.172,82 2.478.498,71

20.627.284,05 18.673.341,13

E. Passive Rechnungsabgrenzung 12.822,62 0,00

38.247.379,23 36.012.956,69

(Angaben in €)

(Angaben in €)

16

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Gewinn- und

verlustrechnung 2011

die Stadtwerke

im überblick

2011 2010

1. Umsatzerlöse 41.727.876,60 40.629.455,82

2. Erhöhung/Verminderung des Bestandes an unfertigen Leistungen 0,00 -2.000,00

3. Andere aktivierte Eigenleistungen 350.561,49 240.936,73

4. Sonstige betriebliche Erträge 810.553,73 42.888.991,82 839.597,79

5. Materialaufwand

a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 27.362.066,58 25.536.215,48

b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.603.819,38 28.965.885,96 1.980.398,51

6. Personalaufwand

a) Löhne und Gehälter 1.903.225,70 1.835.720,02

b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für

Altersversorgung und für Unterstützung 506.366,00 2.409.591,70 499.902,42

- davon für Altersversorgung: 148.694,97 €

(Vorjahr: 154.590,13 €)

7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände

des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.465.147,47 1.455.963,34

8. Sonstige betriebliche Aufwendungen

a) Konzessionsabgabe 1.903.600,00 2.048.700,00

b) Übrige 3.825.194,97 5.728.794,97 3.426.091,13

9. Erträge aus Beteiligungen 76.401,81 60.000,00

10. Verlustübernahme aus Beteiligungen 198.690,77 316.984,98

1 1. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 287.878,48 232.595,88

12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 148.086,58 48.641,82

- davon aus verbundenen Unternehmen: 54.572,93 €

(Vorjahr: 260.708,85 €)

13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen - davon aus Aufzinsung: 33.773,00 € 520.881,60 308.096,80

14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 4.112.366,22 4.641.155,36

15. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 36.298,00

16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 815.552,01 1.171.190,70

- davon aus Steuerumlagen: 741.000,00 €

(Vorjahr: 401.000,00 €)

17. Sonstige Steuern 14.532,11 14.609,61

18. Auf Grund eines Gewinnabführungsvertrags

abgeführte Gewinne 3.282.282,10 3.419.057,05

19. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Stromversorgung 2011 2010

Leitungsnetz

10 kV km 160,24 161,67

1 kV km 369,06 365,65

529,30 527,32

Hausanschlüsse Stück 9.885 9.838

Eingebaute Zähler Stück 18.137 17.755

Zählerwechsel/-einbau Stück 351 633

Gasversorgung

Rohrnetz

Niederdruck km 169,55 168,83

Mittel-/ Hochdruck km 115,88 115,96

285,43 284,79

Hausanschlüsse Stück 7.570 7.519

Eingebaute Zähler Stück 10.806 10.761

Zählerwechsel/-einbau Stück 1.350 1.383

Wasserwerk

Hauptrohrnetz km 327 323

Hausanschlüsse Stück 9.054 9.009

Eingebaute Zähler Stück 9.808 9.797

Zählerwechsel/-einbau Stück 1.545 1.806

Betriebsleistungen

Wasserförderung

Werk I, Emmerich Tm 3 1.810,74 1.979,47

Werk II, Vrasselt Tm 3 298,29 305,43

2.109,03 2.284,90

(Angaben in €)

18

geschäftsbericht 2011 geschäftsbericht 2011 19


Stadtwerke Emmerich GmbH

Wassenbergstr. 1

46446 Emmerich am Rhein

Tel. 02822 604-0

Fax 02822 604-187

info@stadtwerke-emmerich.de

www.stadtwerke-emmerich.de

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