Tierversuche - Starke Pfoten

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Tierversuche - Starke Pfoten

Tierversuche

DER EINKAUFSBUMMEL

Endlich Wochenende. Endlich ausschlafen. Danach ein ausgiebiges Frühstück mit den Eltern. Sina liebt diese Tage.

Nach dem Frühstück hat sie sich mit Lena in der City verabredet. Einfach so zum Bummeln,

Eis essen, Cola trinken und was man sonst samstags in der Stadt so treibt. Die beiden Freundinnen schlendern

durch die Einkaufsstrassen.

„Wir fordern ein Ende aller Tierversuche. Tierversuche sind grausam und unnötig“ ertönt plötzlich eine laute

Stimme durch ein Megaphon. „Das kommt vom Marktplatz. Lass uns mal gucken gehen, was da los ist“ schlägt Sina

vor. Lena ist einverstanden. Als sie um die letzte Ecke biegen, sehen sie was los ist. Ein paar Infostände mit Plakaten,

drum herum eine Menschentraube bestehend aus überwiegend Jugendlichen und jungen Er-wachsenen. Auf

den Plakaten steht mit dicken roten Lettern „Schluss mit Tierversuchen“ und „Stoppt Tierversuche“. Flugblätter

werden verteilt und an den Infotischen wird offensichtlich hitzig diskutiert. „Hallo ihr beiden. Ich sammle Unterschriften

für ein Ende aller Tierversuche in Deutschland. Habt ihr Lust, zu unterschreiben?“ Ein junger Demonstrant

in schwarzem Kapuzenpullover steht plötzlich vor Sina und Lena. Er ist kaum älter als die beiden Mädchen.

„Na klar machen wir da mit“. Sina und Lena zögern nicht und unterschreiben. Dann drückt er ihnen noch schnell

ein Flugblatt in die Hand, bedankt sich und wendet sich an die nächsten Passanten. „Sollen wir noch mal an den

Infotischen vorbei und schauen, was es da gibt?“ fragt Lena, die das ganze Geschehen ziemlich aufregend findet

und gerne mehr über Tierversuche erfahren würde. „Schließlich weiß ich gar nicht so genau, was Tierversuche

überhaupt sind. Wer solche Versuche macht. Und warum sie gemacht werden.“ Aber Sina hat keine Lust mehr.

„Ach nein, lass uns weiter gehen. Hauptsache, wir haben unterschrieben“ antwortet Sina, die sich schon auf ein

dickes Schokoladeneis freut.

Am Montagmorgen erzählen Lena und Sina ihren Klassenkameraden von ihren Erlebnissen auf dem Marktplatz.

„Wir haben natürlich keine Sekunde gezögert und sofort an der Unterschriftensammlung gegen Tierversuche

mitgemacht“ berichtet Sina nicht ohne Stolz. Da mischt sich Tim, der bisher nur zugehört hat, auf einmal mit in das

Gespräch. „Und warum kauft ihr eure Wimperntusche dann in jeder x-beliebigen Drogerie, wenn ihr doch gegen

Tierversuche seid?“ fragt er mit beinahe spöttischer Stimme. Ein paar Sekunden lang herrscht Stille. „Wie meinst

du das?“ fragt Lena vorsichtig. Denn sie weiß nicht, worauf Tim hinaus will. „Na, was glaubst du denn, an wem

deine Wimperntusche ausprobiert wurde bevor sie im Supermarktregal gelandet ist?“ Jetzt ahnt Lena, was Tim


meint. „Du meinst, dass für meine Wimperntusche Tierversuche

gemacht wurden? „Ja, ganz genau“ antwortet Tim. „Aber was

genau sind denn eigentlich Tierversuche und warum werden

die gemacht?“ Lena will jetzt endlich mehr über dieses Thema

wissen. „Und vor allem möchte ich wissen, ob es auch Kosmetikartikel

gibt, für die keine Tierversuche gemacht werden“.

Auf dem Schulhof ist inzwischen eine hitzige Diskussion entstanden.

Nicht einmal das Läuten zum Unterrichtsbeginn wird

von Sina, Lena, Tim und den anderen wahrgenommen. „Fast

alles, womit der Mensch in Berührung kommt, wird an Tieren

getestet“ erklärt Tim den anderen. „Nicht nur Kosmetik- und

Hygieneartikel. Vor allem neue Medikamente werden an Tieren

erprobt. Aber auch Chemikalien, Wasch- und Putzmittel, Lebensmittel,

usw. Es geht halt darum, sicher zu stellen, dass die

Stoffe nicht schädlich für die Menschen sind.“ erklärt Tim den

anderen. „Aber dann müsste man sie doch an Menschen testen statt an Tieren, oder?“ findet Lena. Auf der Suche

nach ihren Schülern kommt schließlich Frau Habermann, die Lehrerin, dazu. Interessiert hört sie zu. Ihr Vorschlag,

das Thema im Unterricht ausführlich zu besprechen, stößt auf breite Zustimmung bei den jungen Leuten.

WUSSTEST DU…

• dass auch Katzen, Hunde und Pferde in verschiedenen Versuchen eingesetzt werden?

• dass es Alternativmethoden zu Tierversuchen gibt, für die keine Tiere leiden müssen?

• dass im Jahr 2006 über zwei Millionen Wirbeltiere in deutschen Versuchslaboratorien getötet wurden? Das

etwa 7000 Tiere pro Tag.

SAG DEINE MEINUNG

Sinas Einwand, man müsse die Stoffe doch eigentlich eher am Menschen statt an Tieren testen, ist eigentlich

gar nicht so abwegig. Denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Menschen und Tiere unterschiedlich auf

Substanzen und Krankheitserreger reagieren. Es gibt viele Beispiele für Stoffe, die bei einigen Tierarten ganz

andere Wirkungen zeigen als bei Menschen. So ist zum Beispiel Penicillin für Hamster und Meerschweinchen

hochgiftig, für den Menschen aber ein oftmals lebenswichtiges Medikament. Machen Tierversuche deiner Meinung

nach dann überhaupt Sinn? Wer profitiert von ihnen?

GRUPPENAUFGABE

• Informiert euch über die Alternativmethoden zu Tierversuchen. Welche Methoden gibt es?

STELL DIR VOR…

• du beginnst ein Biologiestudium und sollst jetzt regelmäßig an extra für dich getöteten Tieren experimentieren.

Wie fändest du das? Was tust du? Informiere dich über dieses Thema bei Tierschutzorganisationen und

Studentenvereinigungen.

PRAKTISCHE AUFGABE

• Veranstaltet eine „Schminkaktion“ (z.B. bei einem Schulfest), bei der nur tierversuchsfreie Kosmetik verwendet

wird. Vielleicht stattet euch ein örtliches Reformhaus/Bioladen mit den notwendigen Schminkutensilien

aus. Vielleicht bekommt ihr Probepackungen bei den Herstellern

• Wo könnt ihr an eurer Schule auf tierversuchsfreie Produkte umsteigen? Vielleicht bei der Seife? Überlegt

euch, ob und wie das machbar wäre.

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