oho #1 - Das Magazin des Fürstentums Liechtenstein

liechtenstein.marketing

Das neue Liechtenstein-Magazin nimmt Sie mit auf eine Entdeckungsreise. In den Rubriken Staat/Fürstenhaus, Natur/Freizeit, Kultur/Genuss sowie Wirtschaft/Bildung gewähren wir Ihnen Einblick in die kleinen und grossen Geschichten des Mikrokosmos Liechtenstein.

oho

Das Magazin des

Fürstentums Liechtenstein

#1 2014/15

Staat/Fürstenhaus

Natur/Freizeit

Kultur/Genuss

Wirtschaft/Bildung

25 Jahre

Thronjubiläum

So weit,

so klein

Kultur mit

Grossstadtflair

Kleines Land,

grosse Ideen


Helfen zu wachsen.

„ Der Sämann sagt dem Samen nicht, was er zu werden hat.

Er gibt ihm durch sein Tun die Möglichkeit zu wachsen, das zu werden,

was bereits in ihm ist.“

www.handinhand.li


oho?!

Liebe Leserin, lieber Leser

«oho» ist gemäss Duden ein Ausruf des Erstaunens. Und genau

das ist es, was wir mit dem neuen Liechtenstein-Magazin

erreichen möchten. Wir möchten Sie zum Staunen bringen.

Liechtenstein ist wie ein Buch. Wer anfängt darin zu lesen,

hält bis zum letzten Wort den Atem an. Denn Liechtenstein

ist traditionell und modern, überschaubar und weltoffen,

sportlich und sinnlich. Liechtenstein verströmt Atmosphäre.

Es sind die kleinen Dinge, die Sie staunen lassen.

Das Liechtenstein-Magazin «oho» nimmt Sie mit auf eine Entdeckungsreise

durch 160 Quadratkilometer. Die kleinen und

grossen Geschichten gewähren Ihnen einen Einblick in den

Mikrokosmos Liechtenstein.

Zugegeben, das Land ist nicht gross. Erweitern Sie Ihr Bild

von Liechtenstein, denn Liechtenstein ist mehr. Es ist klein

und oho – und hat viel zu bieten!

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Ernst Risch

Geschäftsführer Liechtenstein Marketing

Herausgeber

P.S. Über Ihr Feedback freuen wir uns.

www.liechtenstein.li/feedback

Liechtenstein hat viel zu bieten

Liechtenstein – das ist Grösse auf kleinstem Raum. Oder, um

es mit den Worten eines Reisejournalisten auszudrücken:

«Geniessen Sie ein Glas Wein und einen Teller Käseknöpfle,

und dieser Ort fühlt sich alles andere als klein an.»

Wer in Liechtenstein lebt und arbeitet, schätzt die Überschaubarkeit,

die Verlässlichkeit, die Lebensqualität. Ein Garant für

das Wohlergehen von Land und Leuten ist Liechtensteins florierende

Wirtschaft.

Im Buch der Wirtschaftsförderung wurde kürzlich ein neues

Kapitel aufgeschlagen: Die Standortförderung wurde ins

Blickfeld gerückt. Liechtenstein will sich als attraktive Destination

für innovative Unternehmen und als ideales Reiseziel

positionieren.

Denn Liechtenstein hat viel zu bieten, seinen Gästen ebenso

wie seinen Unternehmen. Die Gäste finden Ruhe und Erholung,

aber auch Spass und Unterhaltung. Die Unternehmen

schätzen die liberale Wirtschaftspolitik, das Steuerklima und

die unbürokratisch kurzen Wege.

Es lohnt sich, nach Liechtenstein zu kommen!

Dr. Thomas Zwiefelhofer

Regierungschef-Stellvertreter

Minister für Inneres, Justiz und Wirtschaft


oho#1

Staat/Fürstenhaus

Natur/Freizeit

25 Jahre

Thronjubiläum

So weit,

so klein

4 20

Das Interview 6

Erlebbare Zeitreise 10

Moderner Kleinstaat 14

Ein Land – 11 Gemeinden 16

Der Blick aus Washington 18

Sport- und Freizeitparadies 24

Wild und schön 28

Urafrika in Liechtenstein 32

Fürstliche Winteridylle Malbun 36

Mein kleines Paradies 38

2


Kultur/Genuss

Wirtschaft/Bildung

Kultur mit

Grossstadtflair

Kleines Land,

grosse Ideen

42 66

Sarahs Bühne 46

Der gesellige Liechtensteiner 50

Kulturmeile Vaduz 52

Weingenuss 54

Demeter-Wein in Sicht 56

Die Kunst des Geniessens 58

Made in Liechtenstein 64

Top-Wirtschaftsstandort 68

Tradition & Innovation 70

Von der Spinnerei zur Universität 72

Finanzplatz 2.0 77

Mit internationaler Stimme 79

Fürstlich tagen 83

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oho#1

Staat/Fürstenhaus

25 Jahre

Thronjubiläum

Liechtenstein ist eine Erbmonarchie, die im Jahr

2014 ein besonderes Jubiläum feiert: Das 25-jährige

Thronjubiläum des Landesfürsten Hans-Adam II.

von und zu Liechtenstein. Interview: Johannes Kaiser

Fotos: Roland Korner

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Staat/Fürstenhaus

Am 1. Juli 1983 kündigte Fürst Franz Josef II. anlässlich

seines 45. Regierungsjubiläums an, dass er im

Frühjahr 1984 seinen Sohn Erbprinz Hans-Adam II.

mit den Regierungsgeschäften betrauen werde. «Ich

bin sicher, dass er die Zuneigung und Mitarbeit aller

so erfahren wird, wie ich dies in all den vergangenen

Jahren erlebte. Die Einheit von Fürst, Fürstenhaus

und Volk ist der wichtigste Garant für eine hoffungsvolle

Zukunft des Landes.» Nach dem Tod von Fürst

Franz Josef II. am 13. November 1989 erfolgte die Regierungsübernahme

durch Fürst Hans-Adam II.

So begeht Liechtenstein am 13. November 2014 die grosse Feier des

25-jährigen Thronjubiläums seines Landesfürsten Hans-Adam II.

Erbprinz Alois wurde von seinem Vater am 15. August 2004 als Stellvertreter

mit der Wahrnehmung der nationalen und internationalen

Aufgaben des Staatsoberhauptes des Fürstentums Liechtenstein betraut.

Das 25-jährige Thronjubiläum von Landesfürst Hans-Adam II.

und das 10-jährige Jubiläum von Erbprinz Alois sind Anlass, um

mit den drei Generationen der Fürstenfamilie – Landesfürst Hans-

Adam II., Erbprinz Alois und dem 19-jährigen Prinz Wenzel – dieses

Interview zu führen.

Durchlaucht, ist ein Kleinstaat wie Liechtenstein im Konzert der

grossen Staatengemeinschaft ein Erfolgsrezept?

S.D. Fürst Hans-Adam II.: Nicht nur der Erfolg, sondern auch das

Überleben eines Kleinstaates in Europa hängt massgeblich vom politischen

Umfeld in Europa ab sowie von der politischen Führung im

Kleinstaat. Seit dem Ende des Mittelalters bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts

war das politische Umfeld für Kleinstaaten in Europa ungünstig.

In dieser Zeit sind fast alle Kleinstaaten des Mittelalters verschwunden.

Dass das Fürstentum Liechtenstein überlebt hat, verdankt

es im Wesentlichen der starken Stellung des Fürstenhauses in Europa

– sei es in der Politik, der Wirtschaft oder im militärischen Bereich. Erst

die politische Konsolidierung in Europa nach dem zweiten Weltkrieg,

der Untergang des expansiven sowjetischen Imperiums und die Errichtung

von Freihandelszonen hat die Bedingungen für Kleinstaaten,

S.D. Erbprinz Alois

von Liechtenstein

6


oho#1

S.D. Fürst Hans-Adam II.

von Liechtenstein

S.D. Prinz Wenzel

von Liechtenstein

7


Staat/Fürstenhaus

zumindest in Europa, entscheidend verbessert. Allerdings

braucht es dann immer noch eine politische Führung, die

willens und in der Lage ist, die Möglichkeiten zu nutzen, die

sich aus den verbesserten Rahmenbedingungen ergeben.

S.D. Erbprinz Alois: Ein KIeinstaat ist nicht per se ein Erfolgsrezept.

Ein Kleinstaat hat im Vergleich zu grossen Staaten

Vor- und Nachteile. Zu den Nachteilen gehören vor allem

die fehlende wirtschaftliche und militärische Macht, der

kleine Heimmarkt sowie die fehlenden «economies of scale».

Diese wirken unterschiedlich stark, je nachdem welchen

politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der

Kleinstaat regional und international ausgesetzt ist. Zu den

Vorteilen gehören insbesondere die kurzen Wege zwischen

Politik und Bevölkerung, die sich daraus ergebende grosse

Transparenz über die Abläufe im Staat und die Tatsache,

dass sich ein Kleinstaat eine grosse Bürokratie sowie eine

problematische Wirtschaftspolitik mit hohen Subventionen

gar nicht leisten kann. Vor allem die Vorteile, die sich aus

den kurzen Wegen ergeben können, müssen aber auch genutzt

werden. Dazu zähle ich ein schnelles Reagieren auf

sich ändernde Rahmenbedingungen, eine breite Abstützung

der Entscheidungsfindung in der Bevölkerung und ein Nutzen

der Synergien, die eine weniger komplexe Verwaltung

bietet.

Liechtenstein befindet sich in einem Strukturwandel.

Wo sehen Sie Risiken? Wo Chancen?

S.D. Fürst Hans-Adam II.: Jeder moderne Staat befindet

sich in einem ständigen Strukturwandel. Branchen

schrumpfen, andere wachsen. Das Schrumpfen in einer

Branche oder in einem Betrieb, der nicht mehr konkurrenzfähig

ist, können Sie auf Dauer nicht verhindern. Entscheidend

ist, dass ein Staat möglichst günstige Bedingungen

bietet für neue Unternehmen oder veränderte Strukturen in

Unternehmen, damit die Gesamtwirtschaft weiter wächst

und dadurch Arbeitsplatzverluste ausgeglichen werden. Zu

den günstigen Bedingungen gehören u.a. niedrige Steuern,

eine gute Infrastruktur – nicht zuletzt im Bereich Kommunikation

– und eine gut ausgebildete Bevölkerung. Liechtenstein

bietet diesbezüglich hervorragende Rahmenbedingungen,

aber die Konkurrenz schläft nicht, und deshalb

müssen wir ständig daran arbeiten, unser System weiter zu

verbessern.

Rechts der antike Empfangsraum,

unten der Innenhof auf Schloss Vaduz

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oho#1

Ich glaube aber nicht, dass es Aufgabe des Staates ist, mit

Subventionen oder anderen Massnahmen gewisse Branchen

zu fördern oder andere zu behindern.

S.D. Erbprinz Alois: Ich teile diese Sicht über den Strukturwandel.

Die Risiken beim Strukturwandel liegen vor allem

darin, dass man versucht, ihn aufzuhalten, anstatt, dass

man die Chancen nutzt, die der Strukturwandel bietet.

Wohin, glauben Sie, wird sich Liechtenstein entwickeln?

S.D. Fürst Hans-Adam II.: Für Liechtenstein ist das politische

und wirtschaftliche Umfeld in Europa entscheidend.

Dieses hat sich im politischen Bereich nach dem Zusammenbruch

des sowjetischen Imperiums einigermassen

stabilisiert, wobei die Entwicklung in der Ukraine ein Unsicherheitsfaktor

ist. Im wirtschaftlichen Bereich ist die hohe

Verschuldung der europäischen Staaten ein Unsicherheitsfaktor.

Ich glaube, dass selbst wenn es in der Ukraine zu

einem Bürgerkrieg kommt oder einige europäische Staaten

zahlungsunfähig werden, dies nur eine begrenzte Auswirkung

auf Liechtenstein haben wird. Die liechtensteinische

Industrie und unser Dienstleistungssektor sind auch ausserhalb

Europas konkurrenzfähig und können dadurch

Rückschläge in Europa einigermassen abfangen.

Erbprinz Alois, wie bereiten Sie Ihren Sohn auf seine wichtige

Aufgabe des künftigen Fürsten vor?

S.D. Erbprinz Alois: Neben der üblichen Erziehung, die

man seinen Kindern mitzugeben versucht, erzähle ich ihm

von den Aufgaben des Staatsoberhauptes und berate ihn,

wie er sich am besten darauf vorbereiten kann. Dabei geht

es auch darum, welche Fächer in der Schule, welche Praktika,

welche Studien und Berufserfahrung ihm helfen können.

Das Schloss: Warum darf es nicht besichtigt werden?

Könnten Sie sich eine Öffnung vorstellen?

S.D. Fürst Hans-Adam II.: Ein Museumsbetrieb des Schlosses

wäre nur möglich, wenn wir aus dem Schloss ausziehen.

Als mein Vater 1938 nach Liechtenstein zog, war es der

allgemeine Wunsch der Bevölkerung, dass er im Schloss

wohnt. Vor rund 40 Jahren habe ich den Vorschlag gemacht,

dass wir aus dem Schloss ausziehen und dieses wieder zu

einem Museum machen, um Kosten zu sparen. Mein Vorschlag

stiess damals auf erheblichen Widerstand und ich

glaube, daran hat sich auch heute nichts geändert.

S.D. Erbprinz Alois: Liechtenstein wird in den nächsten Jahren

weiterhin mit einem Umfeld rechnen müssen, das

schwieriger ist als die 30 Jahre vor 2008. Liechtenstein hat

aber im internationalen Vergleich immer noch eine sehr

gute Position und sollte sich weiterhin gut entwickeln können,

wenn es in den nächsten Monaten die richtigen Reformschritte

setzt.

S.D. Prinz Wenzel: Ich bin zuversichtlich, dass auch meine

Generation zu einer positiven Entwicklung Liechtensteins

beitragen wird.

Fakten

Das viel beachtete Buch «Der Staat

im dritten Jahrtausend» von S.D.

Fürst Hans-Adam II. wurde bereits

in 12 Sprachen übersetzt.

www.fuerstenhaus.li

One Princely House –

three generations

Liechtenstein is a hereditary monarchy and this

year is celebrating two special anniversaries:

the 25th anniversary of Prince Hans-Adam II

von und zu Liechtenstein acceding to the throne

and the 10th anniversary of Hereditary

Prince Alois being named his representative.

Following the death of Prince Franz Josef II on

13 November 1989, Prince Hans-Adam II became

Reigning Prince of the Principality of Liechtenstein.

On 15 August 2004 he appointed his

son, Hereditary Prince Alois, as his representative

and entrusted to him all national and international

duties inherent to the head of state.

Since then Hereditary Prince Alois has exercised

all sovereign rights. The next in line to

the throne is his son, Prince Wenzel. For more

information visit www.fuerstenhaus.li

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Staat/Fürstenhaus

Erlebbare Zeitreise

Liechtenstein ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und

parlamentarischer Grundlage – eine Staatsform, die in dieser Art weltweit einzigartig

ist: Das duale Zusammenwirken von Fürst und Volk. Die Zeitreise in

die politische Geschichte Liechtensteins ist mit Leander Schädler ein Erlebnis –

originell und informativ. Anhand der historischen Gebäude von Vaduz erklärt er

unterhaltsam die geschichtlichen Hintergründe und Meilensteine des Landes.

Text: Rebecca Testi-Marogg · Fotos: Paul Trummer

Das Landtagsgebäude auf dem Peter-Kaiser-Platz

und oben Schloss Vaduz. In Liechtenstein ist

die Staatsgewalt auf Fürst und Volk aufgeteilt.

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Nachdem Fürst Johann Adam Andreas

1699 die Grafschaft Schellenberg

erwarb, erfolgte 1712 der Kauf der

Grafschaft Vaduz. 1719 wurde

das Gebiet zum Reichsfürstentum

Liechtenstein erhoben.

he

tip

Das Landesmuseum ist für den Start der Zeitreise ideal: Ein Teil

dieses geschichtsträchtigen Gebäudes bildete das ehemalige «Verweserhaus»,

in dem der verlängerte Arm des Fürsten, der zu dieser

Zeit in Wien residierte, die Geschicke des Landes in dessen Sinne

lenkte. Heute legen dort die historischen Sammlungen Zeugnis der

bewegten Geschichte Liechtensteins ab. Sowohl das Gebäude wie

auch die Ausstellungen mit ihren faszinierenden Exponaten, u.a.

Bilder, Urkunden und Münzen, sind einen Besuch wert.

Fürstlicher Erwerb der Herrschaft Schellenberg

und Grafschaft Vaduz

Das Rathaus von Vaduz ist die nächste Station: Majestätisch, mit

künstlicher Lockenpracht und fürstlichen Orden ausgestattet, blicken

die Adeligen im rustikalen Saal den Betrachtern entgegen.

Das Geschlecht der Liechtensteiner wurde mit Hugo von Liechtenstein

erstmals ab 1130 urkundlich erwähnt. Vor dem Porträt eines

Mannes, der die Geschichte Liechtensteins besonders nachhaltig geprägt

hat, bleibt Leander Schädler stehen: Johann Adam Andreas I.

Von den früheren Eigentümern, den Grafen von Hohenems, erwarb

er 1699 die Herrschaft Schellenberg und 1712 die Grafschaft Vaduz.

So rühmen sich die Unterländer heute noch damit, die Ur-

Liechtensteiner zu sein, was sie anlässlich der 300-Jahrfeier im

Jahre 1999 mit einer Reihe von Feierlichkeiten zelebrierten.

«Weshalb erwarb die Familie von Liechtenstein diese Ländereien,

dessen Bevölkerung arm und keine prosperierenden wirtschaftlichen

Anreize vorhanden waren?» Die rhetorische Frage stellt Leander

Schädler gern. Die Antwort: Die Grafen von Hohenems brauchten

Geld. Für Johann Adam Andreas war ein strategischer Grund

entscheidend: Die Reichsunmittelbarkeit der Herrschaft Schellenberg

und der Grafschaft Vaduz ermöglichten dem Hause Liechtenstein

den Einzug in den Reichstag und damit Sitz und Stimme im

Reichsfürstenrat.

Je näher dem Landtagsgebäude, desto mehr Demokratie

Nächste Station: Das Regierungsgebäude und der Peter-Kaiser-

Platz. Das erste landständische Parlament wurde 1818 ins Leben

gerufen, weil die Mitgliedschaft im deutschen Bund dies vorschrieb.

1842 war Fürst Alois II. der erste Regent, der sein Land

besuchte. Zu dieser Zeit war Liechtenstein bereits ein souveräner

Staat. Demokratische Strukturen wurden von Peter Kaiser, dem

Namensgeber des Platzes, ab 1849 eingefordert. In dieser Zeit deuteten

die Zeichen in Europa auf Umbruch. Diese Entwicklung ging

auch an Liechtenstein nicht spurlos vorbei.

«Ab 1862 entwickelte sich unter Fürst Johann II. die Demokratisierung.

Ein Parteiwesen – im heutigen Sinne – gab es noch nicht.

Erst ab Anfang des 20. Jahrhundert wurde dieses eingeführt. Die

Christlich-Soziale Volkspartei und die Fortschrittliche Bürgerpartei

wurden 1918 aus der Taufe gehoben, 1921 entstand die neue

Verfassung und so gewann das Parlament an Bedeutung», so Lean-

11


Staat/Fürstenhaus

der Schädler. Auf dem Weg in den Landtag erklärt er:

«Rund eine Million Ziegelsteine zählt das Hohe Haus und

das Lange Haus inklusive dem Peter-Kaiser-Platz mit dem

idyllischen Baumgarten.» Betritt man das Landtagsgebäude,

so geht es zuerst an der Säulenhalle vorbei und eine

Stiege empor in den eindrucksvollen Plenumssaal, in dem

heute 25 Parlamentarier in kreisförmig angeordneter Sitzordnung

die Volksvertretung bilden.

Franz Josef II. – der erste Fürst mit Wohnsitz im

Schloss Vaduz

Der erste Regent, der in Liechtenstein auf Schloss Vaduz

seinen Wohnsitz nahm, war Fürst Franz Josef II. 1938 zog

er nach Liechtenstein. Das düstere Kapitel des Nationalsozialismus

griff um sich, Österreich wurde kampflos an

Deutschland angeschlossen und so gab es auch in Liechtenstein

nationalsozialistische Bewegungen. Die Anwesenheit

des Fürsten ermöglichte eine gewisse Sicherheit und

förderte die innenpolitische Stabilität. «Während der

Kriegszeit lenkte der junge Fürst Franz Josef II. die aussenpolitischen

Geschäfte sehr umsichtig. Auch die Regierung,

der Landtag und die Parteien trugen dazu bei, dass Liechtenstein

selbstständig blieb», erklärt Leander Schädler an

dieser Stelle.

Fürst und Volk

Gern stellt Leander Schädler die Frage: «In welchem Land

hat das gesamte Parlament in einem runden Plenum

Platz?» Natürlich in Liechtenstein. Anfangs tagte die

Volksvertretung übrigens an verschiedenen Orten – volksnah

sogar im Gasthaus Kirchthaler, wo heute der Vaduzerhof

steht. 2012 wurde das 150-jährige Jubiläum «Liechtensteiner

Landtag» gefeiert und erst seit 2008 besitzt die

Legislative ein eigenes Haus. Bis dahin war es ein langer

Weg, auf dem viel geschah – was genau, verrät Leander

Schädler während der Führung... Die Staatsgewalt liegt

gleichermassen in den Händen von Fürst und Volk. Inspiriert

von der Atmosphäre des Hohen Hauses hält Leander

Schädler am Ende seiner Zeitreise inne und meint: «Dieses

duale System ist das Erfolgsrezept, das das Fürstentum

Liechtenstein prägt und den Menschen diese Heimat gibt,

auf die sie stolz sind.»

Fakten

Das Parlament, der «Landtag»,

besteht aus 25 Abgeordneten.

Politisch gliedert sich Liechtenstein

in die zwei Wahlkreise

Oberland und Unterland.

www.landtag.li

«Das duale System ist das

Erfolgsrezept», erklärt

Leander Schädler auf seiner

Führung durch Vaduz.

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Geschichte im Überblick

Das Gebiet des heutigen Fürstentums ist seit der Jungsteinzeit besiedelt. 15 v. Chr. eroberten

die Römer die Region und gliederten sie in die römische Provinz Raetia ein. Nach der

römischen Herrschaft wurde das rätoromanische Gebiet unter fränkischer Verwaltung

und die Zuwanderung von Alemannen germanisiert. Der heutige Staat wurde von den

Fürsten von Liechtenstein durch den Kauf der Grafschaft Vaduz (1712) und der Herrschaft

Schellenberg (1699) gegründet. 1719 wurden die beiden Gebiete vereint und zum Reichsfürstentum

erhoben. Seitdem ist es ein souveränes Land und einer der wenigen Staaten,

der als Kleinstaat bis heute erfolgreich besteht. Aufgrund der historischen Zweiteilung in

Oberland (Süden) und Unterland (Norden) ist das Land noch heute in zwei politische Wahlkreise

geteilt.

1342 Die Grafschaft Vaduz entsteht

1396 Die Grafschaft Vaduz wird reichsunmittelbar

1699 Fürst Johann Adam Andreas kauft die Herrschaft Schellenberg

1712 Fürst Johann Adam Andreas kauft die Grafschaft Vaduz

1719 Erhebung zum Reichsfürstentum Liechtenstein

1806 Souveränität durch Aufnahme in den Rheinbund

1815 Beitritt zum Deutschen Bund

1852 Zollvertrag mit Österreich

1862 Die konstitutionelle Verfassung tritt in Kraft

1868 Aufhebung des liechtensteinischen Militärs

1919 Auflösung des Zollvertrags mit Österreich

1921 Die neue Verfassung tritt in Kraft

1924 Zollvertrag mit der Schweiz, Einführung des Schweizer Frankens

1950 Mitglied beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag

1978 Mitglied des Europarates

1990 Liechtenstein wird 160. Mitglied der UNO

1991 Mitglied der EFTA

1995 Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR)

1995 Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO)

1997 Errichtung der Erzdiözese Vaduz

1999 300 Jahre Liechtensteiner Unterland

2003 Neue Verfassung tritt in Kraft

2004 Erbprinz Alois wird Stellvertreter von Fürst Hans-Adam II.

2006 200 Jahre Souveränität

2012 300 Jahre Liechtensteiner Oberland

2014 25-jähriges Thronjubiläum von Fürst Hans-Adam II.

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Staat/Fürstenhaus

Moderner Kleinstaat

Klein zu sein birgt Chancen, aber auch Gefahren. Wenn «klein» mit

dynamisch, entscheidungsfreudig, individuell, innovativ und verlässlich

verbunden wird, dann sind es die Vorteile, die das Fürstentum

Liechtenstein ausspielen kann. Was heisst es «klein und oho» zu sein,

Herr Regierungschef? Interview: Johannes Kaiser · Foto: Martin Walser

Ist ein Kleinstaat wie Liechtenstein ein Erfolgsrezept?

Regierungschef Adrian Hasler: Liechtenstein existiert seit

über 300 Jahren erfolgreich. Ein Kleinstaat zu sein, führt

jedoch nicht per se zum Erfolg. Ich denke, es hängt davon

ab, was man aus dieser besonderen Ausganglage macht.

Nach einem enormen Aufschwung in den vergangenen

Jahrzehnten stehen jetzt grosse Strukturveränderungen

an. Aufgrund der Kleinheit sind die Wege kürzer und die

Entscheidungen oft schneller als in grossen Staaten. Wenn

wir diese Vorteile auch künftig nutzen, dann sind wir im

Wettbewerb der Regionen erfolgreich.

Wenn Sie in Liechtenstein eine Sache auf der Stelle verändern

könnten – was würden Sie ändern?

Die Sanierung des Staatshaushaltes steht ganz oben auf

meiner Liste. Denn damit würden sich einige weitere

Punkte in der Folge auch gleich erledigen.

Liechtenstein befindet sich in einem Strukturwandel.

Wo sehen Sie die Risiken – wo die Chancen?

Wir sind aufgrund unserer Grösse in der Lage, uns schnell

auf neue Begebenheiten einzustellen und Nischen zu besetzen.

Die kurzen Wege sind dabei sehr hilfreich. Als Risiko

im Wege stehen könnte uns da nur die Angst vor dem

eigenen Mut.

Was ist ihr oberstes Ziel?

Liechtenstein muss auch in Zukunft aus einer starken Position

heraus handeln können. Dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit

ist daher ein wesentliches Ziel.

Liechtenstein grenzt an drei Wirtschaftsräume. Ist diese

Grenzlage ein Vor- oder Nachteil?

Die EWR-Mitgliedschaft – unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung

des Zollvertrags mit der Schweiz – ist für uns ein

wesentlicher Faktor unserer Erfolgsgeschichte. Über das

EWR-Abkommen haben wir den Zugang zum EU-Binnenmarkt

und dieser Zugang ist für unsere exportorientierte

Wirtschaft entscheidend.

Welche «Geheimtipps» empfehlen Sie einem Besucher,

der erstmals nach Liechtenstein kommt?

Einen Besuch unserer wunderschönen Alpenregion. Nach

einer kurzen Fahrt ist man in einer völlig anderen Welt

und kann das herrliche Bergpanorama, saubere Luft, kristallklares

Wasser und herzhafte Speisen geniessen. Das ist

Lebensqualität pur.

Sind Sie stolz, der Regierungschef von Liechtenstein zu

sein?

Selbstverständlich. Würde ich diese Frage nicht mehr mit

JA beantworten können, würde ich mein Amt niederlegen.

Liechtenstein hat als so kleines Land im Konzert der grossen

viele Höhepunkte. An welche denken Sie spontan?

Spontan denke ich an unsere wunderschöne Landschaft,

aber auch an die vielen Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen

oder die vielfältige Kultur zu geniessen. Ich lade

die Leser dieses Magazins herzlich dazu ein, die Einzigartigkeit

Liechtensteins vor Ort zu entdecken.

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Modern small state

Being a small state brings with it both opportunities

and risks. Through dynamism,

decisiveness, individuality, innovation and

reliability, Liechtenstein is able to reap the

benefits. The Principality has existed and

flourished for over 300 years. Its small surface

area makes for simpler and quicker

decision-making than in many larger countries.

Providing Liechtenstein continues to

use the advantage its size and location

bring, the Principality will continue to

compete successfully. For more information

visit www.liechtenstein.li

Fakten

Der Regierungschef und vier

Regierungsräte bilden das

oberste Exekutivorgan. Die Regierung

ist sowohl dem Landtag

als auch dem Landesfürsten

verantwortlich.

www.regierung.li

Welchen Wert hat für Sie...?

Freiheit: Lebe deinen Traum

Geld: Mittel zum Zweck

Privatheit: Raum zum Aufladen

Ehrlichkeit: Grundlage für Vertrauen

Familie: Quelle des Antriebes

Politik: Einsatz für alle

Ernährung: Vorstufe zum Genuss

Sport: Opfer des Terminplans

Lebensqualität: Ziel allen Bestrebens

Liechtenstein: Meine Heimat

«Aufgrund der Kleinheit

sind die Wege kürzer und die

Entscheidungen oft schneller

als in grossen Staaten», so

Regierungschef Adrian Hasler.

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Staat/Fürstenhaus

Ein Land – 11 Gemeinden

1

Ruggell (2’092 Einwohner)

Blaues Blütenmeer: Einzigartig ist die Blütezeit

der Schwertlilien im Ruggeller Riet

im Frühsommer. Das Naturschutzgebiet ist

gleichzeitig Heimat von Störchen, Reihern,

Bibern u.v.m. www.ruggell.li

5

Eschen (4’295 Einwohner)

1

9

Triesenberg (2’621 Einwohner)

Die Einwohner der Walser Gemeinde unterscheiden

sich nicht nur in ihrem Dialekt.

Das Museum zeigt die Herkunft und Lebensweise

der Walser. Am WalserSagenWeg

werden Gespenster, Hexen und Ungeheuer

wieder lebendig.

www.triesenberg.li

Zeitreise: Wandern am historischen Höhenweg

am Eschner Berg – ein Ausflug in die

Vergangenheit mit faszinierenden Ein- und

Ausblicken. Tipp: Die älteste Gerichtsstätte

befindet sich bei der Kapelle Rofenburg,

heute ein idyllischer Ort mit einzigartiger

Panoramaaussicht. www.eschen.li

6

3

5

Malbun

Bergort und Familienparadies (1’600

m.ü.M.): Im Sommer ein exzellentes Wandergebiet

mit einer im Alpenraum einzigartigen

Flora und Fauna. Im Winter ein Eldorado

für Skifahrer, Snowboarder,

Schneeschuhläufer, Eiskletterer und Spaziergänger.

Ortsteil von Triesenberg.

www.malbun.li

7

Planken (421 Einwohner)

Startort für Wanderungen: Von Planken

geht es auf die Gafadura mit einer Top-Aussicht.

Die «Drei Schwestern» laden zur

hochalpinen Wanderung ein.

www.planken.li

8

10

Steg

Ebenfalls Ortsteil von Triesenberg (1’200

m.ü.M.): Langlaufparadies, 15 km gespurte

Loipen, davon sind 3 km beleuchtet.

11

11

Balzers (4’592 Einwohner)

Wein und Wirtschaft: Inmitten von Balzers

ragt die Burg Gutenberg empor, umgeben

von Weinbergen. Bedeutender Gewerbestandort.

www.balzers.li

16


oho#1

3

Gamprin (1’649 Einwohner)

2

4

4

Der Schwurplatz auf dem Kirchhügel in Bendern

symbolisiert den Beginn des heutigen

Liechtensteins (1699 Huldigung). Die Freizeitanlage

mit dem Naturbadesee «Grossabünt»

ist ein Magnet im Sommer. www.gamprin.li

Mauren (4’142 Einwohner)

Ausflugsziel: Ein besonderer Anziehungspunkt

ist die Freizeitanlage mit Beachvolleyball,

Boccia, Bewegungspark, Vogelparadies

u.v.m. www.mauren.li

2

Schellenberg (1’032 Einwohner)

Wie im Dornröschenschlaf: Die Burgruine

Schellenberg. Jeden September erwacht sie

beim «Princely Liechtenstein Tattoo» mit

dem faszinierenden Musik-Show-Event

zum Leben... Informativ und unterhaltsam:

Der neu ausgeschilderte Höhenweg.

www.schellenberg.li

7

8

Vaduz (5’372 Einwohner)

Hauptstadt und kulturelles Zentrum des

Fürstentums. Kunst, Kultur, Briefmarken,

Schloss, Fürstliche Hofkellerei und Shopping

laden zum Verweilen und Relaxen ein.

Jedes Jahr am 15. August: Staatsfeiertag

mit Feuerwerk und rauschendem Volksfest.

www.vaduz.li

6

Schaan (5’927 Einwohner)

Auf Expansion: In der grössten Gemeinde

des Landes ist mit Theater, Strassencafés

und Events immer etwas los. Starker Wirtschaftsstandort.

www.schaan.li

9

www.liechtenstein.li

10

Triesen (4’989 Einwohner)

Spoerry und Gasometer: Der Gasometer als

Kultur- und das Spoerryareal als Bildungs-,

Kommunikations- und Freizeitzentrum

prägen die Gemeinde. Einziger Campingplatz

des Landes. Besondere Augenblicke

und Erlebnisse bietet der Hochseilpark

im Forst. www.triesen.li

Liechtenstein in Kürze

Fläche: 160 km 2

Einwohnerzahl: 37’132

Staatsform: Konstitutionelle Erbmonarchie auf

demokratischer und parlamentarischer Grundlage

Gemeinden: 11

Topografie: Tiefster Punkt: Ruggeller Riet

430 m.ü.M., höchste Erhebung: Grauspitz

2’599 m.ü.M., Grösste Ausdehnung: 24.6 km

lang und 12.4 km breit

Hauptstadt: Vaduz

Staatsfeiertag: 15. August

www.staatsfeiertag.li

Telefon-Vorwahl: +423

Religion: 79 % römisch-katholisch, 8 % protestantisch,

13 % andere

Währung: Die in Liechtenstein gültige Währung

ist der Schweizer Franken (CHF). Euros werden

an den meisten Orten akzeptiert.

Einwohnerzahlen gemäss Bevölkerungsstatistik 31.12.2013

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Staat/Fürstenhaus

Der Blick

aus Washington

Seit 1997 bestehen direkte diplomatische Beziehungen zwischen Liechtenstein und den

Vereinigten Staaten von Amerika. Die USA sind für Liechtenstein einer der wichtigsten

Handelspartner, der Markt birgt grosses Entwicklungspotential. Verschiedene liechtensteinische

Unternehmen sind in amerikanischen Bundesstaaten angesiedelt. Die Bekanntmachung

und Förderung Liechtensteins als attraktiver Wirtschaftsstandort hat

demzufolge hohe Priorität. Kulturaustausch, die Zusammenarbeit im akademischen Bereich

und Tourismus sind weitere Prioritäten. Interview: Johannes Kaiser · Fotos: Meridian Center

Claudia Fritsche vertritt Liechtenstein seit 24 Jahren in den

USA. Von 1990 bis 2002 war sie liechtensteinische UNO-

Botschafterin in New York. Seither ist sie residierende Botschafterin

Liechtensteins in Washington. Ein kleines Land

inmitten einer riesigen Nation: Wie erlebt Botschafterin

Claudia Fritsche diese sehr spezielle Situation? Das Interview

mit Botschafterin Claudia Fritsche für «oho» führte

Johannes Kaiser.

Wie sehen Sie das Fürstentum Liechtenstein aus Ihrer

Distanz von 6’700 km Luftlinie?

Botschafterin Claudia Fritsche: Liechtenstein hat sich

sehr verändert. Ich bin ein Produkt jener Zeit, in der sich

das Land zum Industriestandort und Finanzzentrum entwickelte,

kann mich also noch sehr gut an die Zeit «vorher»

erinnern. Die wirtschaftliche Entwicklung hat uns sehr

nach aussen exponiert. Diese Veränderungen verlangen

uns einiges ab.

Die Grössenunterschiede sind enorm – wie erklären Sie

das Fürstentum Liechtenstein in den USA?

Liechtenstein ist nicht unbekannt, aber oft nur als Alpenland

und Monarchie. Unsere Geschichte beeindruckt immer

wieder, auch die Tatsache, dass wir nicht von Tourismus und

Briefmarken leben. Es gilt also immer wieder, das Liechtenstein-Image

entweder zu schaffen oder zu korrigieren.

Ihre Mission in Washington?

Hauptaufgabe ist es, die liechtensteinischen Interessen

wirkungsvoll zu vertreten, die Zusammenarbeit mit den

USA auf möglichst vielen Gebieten zu stärken, neue Bereiche

zu erschliessen und ein optimales Netzwerk zu unterhalten.

18


oho#1

Botschafterin Claudia Fritsche

pflegt das Netzwerk Liechtensteins

in den USA. Hier bei

einem Besuch im Weissen Haus

mit Präsident Barack Obama

und First Lady Michelle Obama.

Liechtenstein befindet sich in einem Strukturwandel.

Wo sehen Sie die Risiken, wo die Chancen?

Weiterentwicklung und Prosperität mit ihren Konsequenzen

stehen der Ablehnung einer weiteren Öffnung gegenüber.

Wollen wir Stagnation? Dies wird eine sehr

schwierige politische Entscheidung sein.

Welche Tipps würden Sie einem erstmaligen Besucher

geben?

Nebst den bekannten Sehenswürdigkeiten schlage ich immer

eine Wanderung in den Liechtensteiner Alpen vor, des

Weiteren einen Besuch im Unterland, Käsknöpfle gehören

dazu.

Was bedeutet es für Sie persönlich, Liechtenstein als

Botschafterin in den USA zu vertreten?

Ich bin in der glücklichen Lage, meinen Beruf als Berufung

zu empfinden. Was man gerne tut, fühlt sich nicht wie Arbeit

an. So geht es mir. Es ist ein grosses Privileg, dass ich

zwei unserer acht Aussenvertretungen aufbauen durfte.

Welchen Wert hat für Sie...?

Freiheit: Kann nicht hoch genug eingestuft werden

Geld: Man kann damit nicht alles kaufen

Privatheit: Wichtig, aber mehr Transparenz ist auch o.k.

Ehrlichkeit: Bitte immer!

Familie: Wichtige Zelle der Gesellschaft

Politik: Aussenpolitik ist Innenpolitik und umgekehrt

Ernährung: Lieber ausgewogene Ernährung als Vitamintabletten

Sport: Ich betreibe regelmässig Fitness

Lebensqualität: Beeinflusst mein Wohlbefinden sehr

Liechtenstein: Klein und oho

The view from Washington: small

but strong

The Principality of Liechtenstein and its population

of around 37’000 is represented by embassies in cities

including Berlin, Brussels, Vienna, Berne, Washington

and the United Nations in New York. Claudia

Fritsche has been Liechtenstein’s Representative

in the United States for 24 years. From 1990 until

2002 she acted as Liechtenstein’s Ambassador to

the United Nations in New York; since 2002 she has

been Residing Ambassador of the Principality of

Liechtenstein in Washington. Closer cooperation

between the US and Liechtenstein in recent years,

particularly in the field of financial services, has led

to a series of important bilateral agreements. So

what is it like representing a small country at an

international level?

For the interview with Ambassador Claudia Fritsche

and more information visit www.liechtenstein.li

19


oho#1

Natur/Freizeit

So weit,

so klein

Angeschmiegt an die Berge und den blauen

Himmel als Dach – das ist Liechtenstein. Es ist

die natürliche Schönheit, die das Fürstentum

prägt. Diese vollkommene Kombination aus

Ruhe, erfrischender Höhenluft, saftig-grünen

Wiesen, kristallklarem Wasser und der Magie

ästhetischer Landschaften. Hier wird echte

Lebensqualität spürbar ...

Text: Verena Cortés · Fotos: Martin Walser und Franz J. Meier

21


Natur/Freizeit

Ob Berg oder Tal, ob Unter- oder Oberland – überall gibt

es Kleinode zu entdecken, die alle in kurzen Distanzen

erreichbar sind. Egal, wo man sich in Liechtenstein befindet

– die natürlichen Erholungsoasen sind nah. Wer Orte

der Ruhe sucht, der fährt in die nahen Berge oder sucht

sich einen kraftspendenden Platz direkt am Alpenrhein.

Die Freizeitmöglichkeiten sind unerschöpflich – und das

zu jeder Jahreszeit.

«Hoi» in luftigen Höhen

Wenn man an lauen Sommerabenden nur wenige Liechtensteiner

durch die Orte flanieren sieht, dann ist man

als Besucher am falschen Fleck. Denn wer sportlich aktiv

ist, der ist am frühen Abend auf dem Weg nach Gaflei

oder zum spektakulären Fürstensteig. Dort zeigt sich

Liechtenstein von seiner schönsten Seite. Wenn die Sonne

die majestätischen Felswände gelb-rot erleuchtet, dann

ist der Alltag vergessen und Ruhe und Gelassenheit

stellen sich bald ein. Die Panoramaaussicht lässt den

Blick ruhen und Probleme werden ganz klein.

Kreuzen sich die Wege der Wanderer, so hört man schon

bald ein grüssendes, sympathisches «Hoi» oder auch ein

«Gell, schö do?». Teilweise kommt das typische Grusswort

auch aus der Luft, denn die Liechtensteiner nutzen ihre

Berge auch gerne als Ausgangspunkt für einen abendlichen

Höhenflug mit dem Gleitschirm. Dabei sind die warmen

Aufwinde entlang des Fürstensteigs ein Paradies für

Paragleiter. Auch Mountainbiker schwärmen von den exzellenten

Routen und einzigartigen Touren.

Von Brätelpausen und Hirschgesängen

Liechtensteins Alpengebiet ist nicht nur ein Natur- und

Erlebnisparadies, es verleiht dem kleinen Land auch eine

An die Grenze zwischen Liechtenstein und Österreich

gebaut und ein beliebtes Ziel für Wanderer

und Mountainbiker:

Die Pfälzerhütte (2’108 m.ü.M.)

22


oho#1

ungeahnte Grösse: 32 Gipfel (bis zu 2’600 Meter hoch)

und 400 km Wanderwege sprechen für sich. Aber auch in

tieferen Lagen kommen Flora- und Fauna-Liebhaber auf

ihre Kosten. Zahlreiche Burgruinen, beispielsweise in

Schellenberg, sind wunderbare Ausflugsziele für Familien.

Alle sind gut zu Fuss oder mit dem Fahrrad zu erreichen

und bieten eine zauberhafte Kulisse für eine

«Wurst-Brätel-Pause». Wer noch einen kurzen Schwenk

durch das Naturschutzgebiet «Ruggeller Riet» (tiefster

Punkt Liechtensteins mit 430 m.ü.M.) einplant, den erwarten

überraschende Perspektiven und magische Lichtspiele

am Abend. Üppige Wälder, naturbelassene Rietgebiete

und ein grosses Alpengebiet prägen den kleinen

Alpenstaat und seine intakte Tierwelt. Mit etwas Glück

sind Biber, Störche, Weissrückenspechte, der vom Aussterben

bedrohte Wachtelkönig und im alpinen Gebiet

Gämsen, Murmeltiere und Steinböcke zu beobachten. Eindrucksvolle

«Wildlife»-Erlebnisse ermöglicht am Ende des

Sommers das Valorschtal, wenn die brünftigen Hirsche

bis zur Erschöpfung röhren. Die Hirschgesänge lassen

sich zur vorgerückten Stunde auch im Ortsteil Steg erleben.

Diese Augenblicke sind einzigartig und ein echtes

Erlebnis, das man nie vergisst.

Fakten

Ein grosses Land für Wanderer:

Über 400 km beschilderte Wanderwege

auf 160 km 2 von der

Talebene bis ins alpine Gelände.

www.wanderbar.li

Übrigens: Liechtenstein steht für einen sanften, nachhaltigen

Tourismus. Naturexkursionen, Hüttenwanderungen,

Winterwandern, Naturrodelstrecken u.v.m. erwarten die

Besucher. Der legendäre Fürstensteig, der blumige Fürstin-

Gina-Weg und das idyllische Valünatal sind nur einige der

einzigartigen Erlebnis-Touren, die hier möglich sind. Fürstliche

Momente inklusive.

So small, so good

Das idyllische Valünatal ermöglicht den Blick

auf die höchsten Berge Liechtensteins

There are few places where just a ten-minute

journey can transport you to a whole

new world. From the high mountains to the

valley floor, the Oberland in the south to

the Unterland in the north – wherever you

go in Liechtenstein you will discover natural

gems that are hidden away yet easy to

reach. The Principality is an oasis of relaxation.

Those looking for a little peace and

quiet can simply head for the nearby mountains

or find a quiet spot on the banks of

the Rhine, while sports enthusiasts can enjoy

countless activities throughout the

year. Popular sports include inline-skating,

cycling, riding, swimming, paragliding

and archery in summer as well as skiing,

snowboarding, ice climbing, tobogganing,

winter hiking, cross-country skiing and

ski touring in winter. For more information

visit www.tourismus.li

23


Natur/Freizeit

Sport- und Freizeitparadies

Im Sommer wandern, biken, paragleiten, reiten, klettern und vieles mehr.

32 Gipfel (bis zu 2’600 Meter hoch) und 400 km Wanderwege sprechen

für sich. Im Winter skifahren, snowboarden, tourengehen, winterwandern

oder rodeln. Neben den Outdooraktivitäten ermöglichen Kraftorte am

Rhein und zahlreiche Freizeitanlagen vielfältige Entspannung. Das Besondere:

Egal in welcher Gemeinde man sich im Fürstentum befindet – in

zehn Minuten ist man in der faszinierenden, erholsamen Natur...

Text: Barbara Schneider · Fotos: Liechtenstein Marketing

24


oho#1

In der Mittagpause joggen in den Bergen oder entlang des Alpenrheins,

abends mit dem Mountainbike eine Tour auf Gaflei, das

Sareiser Joch oder ins Ruggeller Riet – stets hat man hier die beeindruckende

Kulisse der Alpen vor Augen. Doch das Schönste ist

danach der gesellige «Hock» in einer der rustikalen Hütten oder

Restaurants.

Eingebettet und umringt von viel Natur – Liechtenstein ist mittendrin.

Wasser, Tal und Berge bieten unzählige Möglichkeiten, sich

sportlich zu betätigen. Und der Freizeitsport hat in Liechtenstein

einen hohen Stellenwert: Denn diese Lebensqualität und Lebensfreude

sind wesentliche Säulen der Gesellschaft. Talentierte werden

bereits von Jugend auf in der Sportschule und in den Sportverbänden

gefördert. Freude an der Bewegung und an der Fitness

sind oft die Triebfedern und so ist die Grenze zwischen Sport, Freizeit

und Geselligkeit fliessend. Gemütliche Bergbeizen wie die Lawena,

die Pfälzer Hütte oder die Gafadura Hütte laden unterwegs

auf feine «Plättli» und kühle Getränke ein.

Bike erklimmen oder den LGT Alpin Marathon vom Tal ins Malbun

in grösster Eile bewältigen. Es ist viel Raum, sich auszutoben,

Grenzen kennenzulernen – oder sich einfach nur zu erholen, zu

geniessen und den Blick schweifen zu lassen.

Gleitschirm- und Drachenfliegen, Klettern im alpinen Gelände

oder am Eisturm – die Möglichkeiten, einen Per spektivwechsel

vorzunehmen, sind hier an vielen Stellen schier unerschöpflich.

Auch Wanderungen – beispielsweise über den legendären Fürstensteig

oder den blumigen Fürstin-Gina-Weg – bringen Gelassenheit

und vielfältige Erholung. Bei sommerlichen Temperaturen oder

wenn das Tal dem Berg vorgezogen wird, gibt es verschiedene

Möglichkeiten der Abkühlung: Baden im Alpenrhein, in einem der

Vom Wasser über die Berge bis hoch in die Lüfte

Es gibt natürlich auch die Wilden, die von Alp zu Alp, von Gipfel

zu Gipfel wandern, Berge bis ganz nach oben mit dem Mountain-

25


Natur/Freizeit

Freibäder oder dem beliebten Badesee «Grossabünt» inklusive

herrlichem Bergpanorama. Alle Bade- und Freizeitanlagen bieten

weitere Sportarten an, beispielsweise Beachvolleyball.

Ausgefallenes und Abenteuerliches

Inlineskaten auf dem Rheindamm – auf feinem Strassenbelag und

mit Panoramablick auf die Alpen – ist Kino für die Seele und körperliches

Training zugleich. Flache, exzellente Radwege verbinden

das Dreiländereck Liechtenstein, Österreich und die Schweiz – und

natürlich den Bodensee. Vom Hochseilpark im Forst über Abenteuerspielplätze

und «Ridamm City» – einer Erlebnis-Ranch mit Büffeln,

Maislabyrinth und Fussballgolf – bis hin zu zahlreichen Fussballplätzen,

Minigolfanlage und Driving-Range reicht das Angebot. Neu

ist übrigens die Polo-Schule in Vaduz.

Fakten

25 Attraktionen, 1 Preis:

Entdecken Sie das Fürstentum

mit dem Erlebnispass

«Liechtenstein all inclusive».

Liechtenstein – a haven for

leisure and sports

Liechtenstein’s stunning natural landscape

is the country’s greatest asset and the

backdrop for many leisure and sports activities

throughout the year. In summer it

offers hiking, biking, paragliding, horse

riding, rock climbing and much more besides.

With a total of 32 summits (up to

2’600 m altitude) and 400 km of marked hiking

trails, outdoor enthusiasts have plenty

to explore. During the winter months there

is skiing, snowboarding, ski touring, winter

hiking, tobogganing and plenty of other

outdoor activities available. Those looking

to relax can stroll down to the Rhine or pay

a visit to one of the many indoor leisure facilities.

What’s so special about Liechtenstein

is that whichever municipality you

are in, within the space of just ten minutes

you can be in untouched nature. For more

information visit www.tourismus.li

www.erlebnispass.li

Liechtenstein ist ein sportverrücktes Land.

Das beweisen auch die zahlreichen Sportveranstaltungen.

Zwei Highlights in jedem Jahr sind das

Beachvolleyball-Turnier in Vaduz (links) und der LGT

Alpin Marathon (unten), bei dem man nahezu das

gesamte Land durchläuft.

26


oho#1

Atemberaubende Aussichten: Für erfahrene

und schwindelfreie Wanderer ist die Tour über

die Drei Schwestern ein Genuss.

Dynamisch und faszinierend

– der Sport hoch zu

Ross. Alle Informationen

zur ersten Poloschule

Liechtensteins:

T +41 79 433 64 53

www.polo.li

Foto: Daniel Ospelt

27


Natur/Freizeit

28


oho#1

Wild und schön

Rau, wild, mystisch – das Lawenatal gilt als

Geheimtipp in der Vierländerregion: Steil

fallen seine Hänge ab, dunkel ist der Wald

und geheimnisvoll erhebt sich der Falknis

hinter der Alp Lawena. Wer den engen Weg

hinein beschreitet, der versteht schnell, warum

sich viele Geschichten um dieses Tobel

ranken: Die Wanderung ist ein ganz besonderes

Erlebnis; manchmal fühlt es sich an,

als würde man in das Bergmassiv hinein

schreiten. Schroff und faszinierend zugleich

– eine ganz eigene Atmosphäre herrscht in

diesem Tal. In Tuass angekommen, empfängt

ein idyllisches Bergdorf die Wanderer.

Text: Rebecca Testi-Marogg · Fotos: Franz J. Meier,

Werner Legler und Paul Trummer

«Seit 34 Sommern bin ich hier in der Lawena. Das ist noch

ursprüngliche, echte Natur für mich», sagt Giusep Dermon,

Alpwirt in der Lawena. Wir treffen ihn auf dem Weg hinein

ins Tal, als er dabei ist, den Weg zum Hang zu sichern. Wir

begleiten ihn ein Stück und als wir die «Wegmacherhütte»

erreichen, zeigt er uns einen Felsbrocken, der bizarr zwischen

den Stämmen einer Buche gelandet ist und dort festhängt.

«Für mich ist das hier Liechtensteins inoffizieller Nationalpark.

So natürlich und unentdeckt. Wanderer, die von

unten nur heraufschauen, sehen gar nicht, was hier noch

kommt.» Dabei lohnt sich der Weg ins atemberaubende

«Zwergendörfchen» oben am Berg: Die intakte Natur, die

manchmal an einen Zauberwald erinnert, die blühenden

Bergwiesen und das ferne Läuten der Kuhglocken lassen

eine besondere Romantik aufkommen. Rund 30 Hütten umfasst

das Dorf. Übrigens richten sich ein Mal pro Jahr alle

Blicke auf die Triesner Heuberge: Am Staatsfeiertag wird

hier die weit über die Grenzen hinaus sichtbare Krone entzündet.

Das Lawental bietet Ausblicke in

eine unberührte Natur.

29


Natur/Freizeit

Die ehemaligen Heuhütten auf «Tuass»

werden heute von den Besitzern als

Freizeit-Domizile genutzt. An den

steilen Berghängen wird am Staatsfeiertag

eine Krone entzündet, die von

Vaduz aus sichtbar ist.

www.formen-der-natur.ch

Der Weg in die Heuberge

Das Lawenatal hat eine lange Tradition als Kulturlandschaft: Anton

Frommelt (1895–1975), der ehemalige Pfarrer der Gemeinde

Triesen, beschrieb den Weg einst als «guten Fahrweg» zu den

wichtigen Bergwiesen. Die Triesner stiegen im Sommer für einige

Wochen hinauf, um die «Heuberge» auf Tuass zu erreichen und das

wertvolle Wildheu einzubringen. Im Winter holten sie es dann mit

Schlitten – in oft halsbrecherischen Aktionen – aus den Hütten ins

Tal. Kreuze am Wegrand bezeugen, dass das nicht immer unfallfrei

geschah...

Alpwirt Giusep Dermon: «Für

mich ist das hier Liechtensteins

inoffizieller Nationalpark. So natürlich

und unentdeckt. Wanderer,

die von unten nur heraufschauen,

sehen gar nicht, was

hier noch kommt.»

30


Die Liechtensteiner

Hüttentour

In vier Tagen alle Berghütten im Alpengebiet des Fürstentums

Liechtenstein erleben: Die geführte Tour auf

dem «Dach des Fürstentums» ermöglicht einzigartige

Einblicke in die alpine Kulturlandschaft Liechtensteins

– mit vielen Hintergrundinformationen. Mit ein wenig

Glück können wilde Gämse, Steinböcke, Murmeltiere

und Steinadler bei dieser Tour beobachtet werden. Die

Hütten sind urig, einzigartig und einen Besuch wert.

Endstation für die «Tobelhocker»

Das schluchtartige Tal mit seiner besonderen Atmosphäre

bot schon früher viel Stoff für Legenden: Hierher

wurden die «Tobelhocker» verbannt. Es waren

die Mitglieder der Familien, die zur Zeit der Hexenverbrennungen

für den Tod von Mitmenschen verantwortlich

waren. In der Regel hatten sie Unschuldige

vorher der Hexerei beschuldigt. Ihre Familien

sollen – der Sage nach – verflucht sein und nach

dem Tod weder in den Himmel noch in die Hölle

kommen. Als Strafe haben sie im Lawenatobel versteinert

an Tischen zu sitzen und können sich weder

rühren noch sprechen.

Die Sagenwelt Liechtensteins

In Liechtenstein gibt es in Bezug auf die Sagen eine

lange Erzähltradition. Literarisch fassbar sind sie

seit der Mitte des 19. Jahrhundert. Die Themen der

Sagen gehören zur Tradition des Alpengebiets.

Einige Sagen gehen auf die Zeit der Hexenverbrennungen

zurück. Weitere Informationen zu den

Sagen unter www.tourismus.li

Auge in Auge

mit dem Steinadler

Weltweit einzigartig: Eine informative Wanderung der

besonderen Art für Gruppen bietet der Falkner Norman

Vögeli. Los geht es mit einer Sesselbahnfahrt auf den

Malbuner «Hausberg», das Sareiserjoch, von wo die

Teilnehmer hinunter nach Malbun wandern. Dabei stets

begleitet von einem Steinadler, der mal hoch über den

Wanderern seine Kreise zieht oder ganz

nah auf die Faust des Falkners fliegt.

Tipp: Neu im Angebot ist

«Pfeil und Falke»!

@

www.tourismus.li/huettentour

31

www.tourismus.li/

adlerwanderung


Natur/Freizeit

Urafrika in Liechtenstein

Ostalpine Schichten aus dem südlichen,

urafrikanischen Küstenbereich (vor rund

240 Mio. Jahren)

Helvetikum

Flysch-Ablagerungen – vor rund 70 Mio.

Jahren in der Tiefsee (Urmittelmeer Tethys)

sedimentiert – gelangten während

der Deckenüberschiebung zwischen die

ostalpinen und helvetischen Decken

Hangrutschungen und vom Rhein seit

der letzten Gletscherzeit (10’000 Jahre)

geschaffene Talauffüllungen

Drei Schwestern-Massiv

Helvetikum – entstanden vor rund 120

Mio. Jahren im ureuropäischen Küstenbereich

der Tethys

Blick vom Eschner Berg in Richtung Drei Schwestern-Massiv

Quelle: 32 Geologie Liechtensteins, Daniel Miescher, 2014


oho#1

Wer vom Eschner Berg über den Maurerberg zu den Dolomittürmen der Drei Schwestern wandert,

überschreitet in wenigen Stunden Meeressedimente aus Ureuropa und Urafrika. Sie entstanden vor

100 bis 250 Millionen Jahren im Urmittelmeer Tethys. Durch die Kontinentalverschiebung und die

Alpenfaltung wurden alle Hauptelemente der damaligen Meeresablagerungen in den Aufbau der

Liechtensteiner Berge eingebaut. Weitere, bis zu 500 Millionen Jahre alte Elemente der Erdkruste des

Erdaltertums, sind in Liechtenstein als Absplitterungen ebenfalls zu finden. Diese geologische Vielfalt

auf so kleinem Raum ist einzigartig in den Alpen. Sie ist die Ursache für die grosse landschaftliche

und biologische Vielfalt des Landes. Text: Michael Fasel · Fotos: Paul Trummer, Michael Fasel und Martin Walser

Wo der geologische Untergrund vielfältig ist, bilden sich unterschiedliche

Geländeformen. Das führt zu einer Vielzahl von unterschiedlichen

Biotoptypen, die eine entsprechende Menge von

verschiedenen Pflanzenarten und Kleinlebewesen beherbergen.

Diese ernähren zahlreiche Insektenarten oder bilden eine vielfältige

Nahrung für grössere Tierarten. Neben der geologischen und landschaftlichen

Vielfältigkeit fördert das milde, wechselhafte Klima und

das stark strukturierte Höhenrelief (430 bis 2’600 Meter über Meer)

die biologische Vielfalt Liechtensteins auf kleinstem Raum. Das Land

ist naturkundlich einer der am dichtesten erforschten Landstriche

Europas. Unter anderem wurden 410 wildlebende Bienen- und Wespenarten,

knapp 1’600 Gefässpflanzenarten, 136 Brutvogelarten

und 70 Säugetierarten nachgewiesen.

Der älteste Waldtyp in Liechtenstein

Die Vielfalt ist zum Beispiel bei einer Wanderung über den Eschner

Berg zu bewundern. Der Eichen-Föhren-Mischwald hier ist einer der

ältesten Waldtypen in Liechtenstein. Es handelt sich grösstenteils

um trockene, flachgründige Waldstandorte, die vor allem wärmeliebende

Pflanzen beherbergen. Seine Besonderheit liegt darin, dass

die Baumkronen viel Licht auf den Boden durchlassen und sich so

eine vielfältige Kraut- und Strauchvegetation entwickeln kann. Die

geringe Wuchskraft macht diese Wälder für die Holzproduktion uninteressant.

Dafür stehen bei der Bewirtschaftung dieses Waldtyps

vor allem Naturschutzaspekte im Vordergrund. Charakterpflanzen

sind die Eibe und die Stechpalme oder die Pimpernuss, eine wärmeliebende

Strauchart, die in Liechtenstein nur am Eschner Berg vorkommt

und unter Naturschutz steht. Der Name stammt von ihren

Fruchtkapseln, in denen nach der Reife zwei bis drei erbsengrosse

Nüsse klappern. Der Gantenstein, einer der beliebtesten Wanderwege

am östlichen Rand des Eschner Bergs, beherbergt zudem besonders

seltene Gefässpflanzen-Arten wie die Knöllchentragende Zahnwurz.

Der Echte Fichtenspargel ist eine parasitisch lebende Pflanze

unter Fichten. Statt Blättern trägt sie Schuppen am Stengel, da sie

als Parasit kein Blattgrün benötigt. Der Flurname «Gantenstein»

stammt vom Wort Ganda ab, welches alemannischen Ursprungs ist

und Steinhaufen oder Geröllhalde bedeutet.

ist. Er muss wie viele andere Gneis- und Granitfindlinge in Graubünden

auf einen Gletscher gefallen und mit dem sich bewegenden

Eis in unser Gebiet transportiert worden sein. Nach dem Abschmelzen

der Gletscher blieb er hier vor rund 14’000 Jahren liegen. Solche

«erratische Blöcke» geben wichtige Hinweise auf das Herkunftsgebiet

und die Fliesswege der Gletscher.

Rund eintausend Meter hoch überdeckte der Eiszeitgletscher den

Eschner Berg und hinterliess hier seine Spuren. So am Kirchhügel

bei Bendern, wo er den Kalkfelsen, eine Gesteinsabfolge der Aubrig-

Knollenschichten, gut sichtbar in Fliessrichtung abgeschliffen hat.

Von hier aus wird ein traumhafter Blick Richtung Süden auf das

Rheintal frei, das in seiner Ausdehnung und mit den hohen umrandenden

Bergketten eines der einzigartigsten Quertäler des Alpenbogens

bildet. Vor rund 10’000 Jahren hatte sich der Gletscher bis an

den südlichsten Rand Liechtensteins zurückgezogen. Er hinterliess

eine Sumpf- und Seelandschaft. Der Bodensee war mit dem Walensee

und dem Zürichsee verbunden. Hangrutschungen, Moränenablagerungen

und die Geschiebefrachten des Rheins füllten den See

allmählich auf und ebneten den heutigen Talboden aus. Der Felsuntergrund

des Tals liegt etwa 450 bis 500 Meter unter der heutigen

Taloberfläche, wie Bodenbohrungen im Rheintal gezeigt haben.

Imposanter geologischer Zeuge: Der

15-Tonnen-Findling am Eschner Berg.

Auf dem Rücken des Eisgletschers

Ein riesiger Gesteinsblock mitten im Wald zeugt von der Zeit der

Eiszeitgletscher. Es handelt sich um einen «Hellglimmergneis» der

rund 15 Tonnen wiegt und der grösste bekannte Findling des Landes

33


Natur/Freizeit

Drei Reste des Rheintalsees blieben übrig und verlandeten mit der Zeit zu Flachmooren.

Sie befinden sich rund um den Eschner Berg im Ruggeller, im Maurer und im Schaaner

Riet. 1978 stellte die Regierung des Fürstentums dort eine Fläche von 94 Hektaren des

Ruggeller Rietes unter Naturschutz. Es ist das grösste von insgesamt zehn liechtensteinischen

Naturschutzgebieten. Das Flachmoor mit seinen über 400 Pflanzenarten weist eine

maximale Torfmächtigkeit von rund neun Metern auf. Die offenen Pfeifengraswiesen und

Kopfbinsenrieder beherbergen seltene Pflanzenarten wie Wohlriechender Lauch, Kammfarn,

Sumpfgladiole und die Sibirische Schwertlilie. Die Geschichte und die natürlichen

Besonderheiten des Naturschutzgebietes liegen in einer Naturmonographie zusammengefasst

vor.

Journey back in time:

Ancient Africa in

Liechtenstein

Within the space of just a few hours, hikers

walking from Eschnerberg via Maurerberg

to the dolomite towers of the Three Sisters

will pass through areas of ocean sediment

from Ancient Europe and Ancient Africa.

These sediments were created 100 to 250

million years ago in the Tethys Ocean. As

the continents drifted and the tectonic plates

pushed together to form the Alps, the

different sediments were trapped in the

rocks that today make up Liechtenstein’s

mountains. This geological diversity is

matched by the diversity of flora and fauna

found in the country. The Historic Eschnerberg

Trail gives walkers the chance to embark

on a journey back in time through

this fascinating landscape. For more information

visit www.tourismus.li

Die Schwertlilien verwandeln

das Ruggeller

Riet im Frühsommer in

ein blaues Blütenmeer.

4’000 Jahre alte Getreidekörner

In einer Talmulde des Eschner Bergs liegt das «Rietle». In prähistorischer Zeit war hier ein

See. Den früheren Siedlern (seit 4500 v. Chr.) und den Bewohnern der nahe liegenden

«Oberen Burg» diente er vermutlich für die Wasserversorgung. In den letzten Jahrhunderten

verlandete das Seelein und wird heute als Landwirtschaftsfläche genutzt. Schwertlilie,

Trollblume und Igelkolben sind Pflanzenarten, die auf den ehemaligen See hinweisen. Das

«Rietle» wurde nie von einem Bach durchflossen und damit die Bodenablagerungen auch

nicht von Überschwemmungen beeinflusst. Die ungestörte Verlandung hat Zeugen früherer

Vegetationsepochen konserviert. Pflanzenpollen, die 1995 aus Bodenbohrungen gewonnen

wurden, zeigen in einer Tiefe von zehn bis acht Metern eine Lehmschicht, auf der

eine bewaldete Landschaft mit Kiefer, Birke und Hasel stand. Zwischen acht und sieben

Metern Tiefe wurde Torf mit Pollen von Ulmen und Linden gefunden. Ein Röhricht mit Erlenwald

auf sechs Metern Tiefe zeigt, dass der Wald damals gerodet wurde. 4’000 Jahre

alte Getreidekörner belegen die damalige ackerbauliche Tätigkeit.

Fakten

Der Historische Höhenweg gibt

interessante Einblicke in die Geschichte

und führt an prähistorischen

Stätten vorbei, die von

einer rund 7’000-jährigen

Besiedlung zeugen.

www.hoehenweg.li

Entlang des neugestalteten und mit Informationstafeln versehenen «Historischen Höhenwegs»

entdecken Wanderer die typische Natur des Liechtensteiner Talraums und erhalten

in allen Himmelsrichtungen Ausblick auf die Rheintallandschaft. Zahlreiche historische

Objekte zeugen von der menschlichen Besiedelung des Gebietes seit rund 4’500 Jahren.

34


oho#1

walder,werber

Dafür arbeiten wir.

Exzellente Qualität zu fairen Konditionen. Ob Vermögensverwaltung, Anlageberatung, Finanzplanung

oder Online­ und Mobile­Banking­Services, wir bieten Ihnen mehr als individuelle und

innovative Lösungen. Denn nur mit Höchstleistung und Engagement gewinnen wir Ihr Vertrauen.

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35


Natur/Freizeit

Fürstliche Winteridylle

Malbun

Schneesicher, familiär, idyllisch – der kleine Bergort Malbun lädt auf rund 1’600

Metern ü.M. zum fürstlichen Urlauben ein. Das höchste Dorf des Fürstentums

Liechtenstein liegt in einem überschaubaren Talkessel, bietet 23 km exzellente

Pisten und gilt als Schneeparadies. Text: Eric Thiel · Fotos: Martin Walser

Von einfach bis anspruchsvoll: Carven, Wedeln oder einfach

nur Geniessen – diese perfekt präparierten Pisten laden

dazu ein. Ohne Warteschlangen, Skibusse oder Schlepperei.

Und die Wege sind kurz: Im verkehrsberuhigten

Malbun liegen die Hotels direkt an der Piste.

Idyllische Täler, majestätische Berge: Die atemberaubende

Winterlandschaft lässt sich ideal beim Wandern, bei Skitouren

oder beim Langlauf erleben. Rund 15 Kilometer

Loipen (davon drei beleuchtet) erwarten den Besucher,

beispielsweise im Langlaufmekka Steg. Und wer gerne ro-

delt, dem stehen rasante Schlittenabfahrten zur Verfügung.

Beim erstmals organisierten «Princess Day» stehen die Damen

im Mittelpunkt: Morgens ein Skikurs unter fachkundiger

Leitung, am Mittag unter der Anleitung von Ex-Skirennfahrerin

Martha Bühler Käsknöpfle kochen und

geniessen. Danach am Nachmittag den Skitag individuell

auf der Skipiste oder an der geselligen Schneebar ausklingen

lassen. Neu ist übrigens auch die Möglichkeit, abends

an einer Fahrt mit der Pistenraupe teilzunehmen. Ein wei-

36


oho#1

teres Erlebnis sind die Schnuppertage für Wiedereinsteiger:

Wer lange nicht Ski gefahren ist, hat zu einem Spezialpreis

die Möglichkeit, seine «angerosteten» Fähigkeiten mit

einem Skilehrer und einem Skipass an einem Vormittag in

aller Ruhe aufzufrischen. Die Übungshänge sind dafür

perfekt.

Familien willkommen

Der neue, grosse Eislaufplatz lädt zum Schlittschuhlaufen

mit der Familie ein. Die Skischule und die Infrastruktur

(malbi-park mit Skikarussel, Zauberteppich etc.) sind ideal

auf Kinder eingestellt. Schweiz Tourismus hat daher Malbun

mit dem Qualitätssiegel «Familien willkommen» ausgezeichnet.

Insgesamt ist das Winterprogramm u.a. mit Fackelabfahrten,

Eisklettern, Rodeln, Schneeschuhwandern,

geführten Skitouren u.v.m. abwechslungsreich für alle, die

im Winter mehr als Skifahren erleben möchten. Gemütliche

Restaurants – in der Regel mit Sonnenterrassen –

erwarten die Gäste, von der urigen Hütte bis zum gepflegten

Gasthof. Von herzhaft bis edel-kreativ reicht das

Angebot der heimischen Küche.

Die Kombination aus familiärer Atmosphäre, erholsamer

Ruhe, kristallklarer Luft, tief verschneiter Winterlandschaft

und gemeinsamen Outdoor-Aktivitäten macht Malbun

so liebenswert. Vor Ort verfliegt die Hektik des Alltages

und erholsame Momente des Glücks stellen sich ein.

Das ist sanfter Winterurlaub im Fürstentum Liechtenstein.

Ideal für eine erholsame Auszeit mit der Familie oder

auch für Wiedereinsteiger: Malbun ist ein echtes, winterliches

Juwel. Einfach ankommen, durchatmen und sich

fürstlich gut erholen.

Tipp: Gleich zwei neue Filme gibt es für die neue Saison.

Einmal steht das Familienangebot im Vordergrund, einmal

die «Schnuppertage für Wiedereinsteiger». Lust auf den

Winter? Dann einfach anklicken www.tourismus.li,

www.bergbahnen.li oder www.malbun.li.

37


Natur/Freizeit

Mein kleines Paradies

Als Bub brachte ich meine Eltern hin

und wieder an den Rand eines Nervenzusammenbruchs.

Mein Energiespeicher

war immer randvoll und drohte jederzeit

überzulaufen. Ein Ventil musste

her, um diese ganze Energie loszuwerden.

Playstation war noch nicht erfunden

und unser Fernsehapparat war mit

seinen fünf Sendern auch keine Alternative.

Text: Marco «Büxi» Büchel · Foto: ZDF

In meiner Heimatgemeinde Balzers trat ich daher zunächst

jedem Sportverein bei, verliess aber einen nach

dem anderen wieder, weil mich die jeweilige Sportart bald

doch zu wenig faszinierte. Bis ich eines Tages den Skiclub

für mich entdeckte. Und mit ihm das dazugehörige Trainingsgebiet:

Malbun. So oft wie möglich fuhr ich fortan

mit dem Postauto in dieses kleine Skigebiet, das mir die

Welt eröffnete. Malbun bedeutete für mich vom ersten

Moment Freiheit, Kameradschaft, Bewegung und Spass.

Es gab so viel zu entdecken: Perfekte Pisten, kleine versteckte

Schluchten, Steilhänge, Wellen, Schanzen. Malbun

war mein eigenes kleines Paradies, mein unbegrenzter

Spielplatz.

Von der Piste aufs Podest

In Malbun legte ich in den folgenden Jahren den Grundstein

meiner Karriere. Die Pisten am Sareishang sowie bei

der Hochegg wurden zu meinen Trainingsgebieten. Ich

fuhr unzählige Tore und verbrachte endlose Stunden mit

Technikübungen und wurde immer erfolgreicher. Von hier

aus bin ich dann auf die Siegerpodeste der gesamten Welt

gefahren. Seit meinem Rücktritt vom aktiven Skirennsport

habe ich Malbun auf neue Weise wiederentdeckt.

Heute trifft man mich nicht mehr allzu oft auf den perfekt

präparierten Kunstschneepisten an. Dafür erkunde ich mit

den Tourenski die Hügel und Berge rund um diesen wunderschönen

Talkessel und geniesse im Sommer die Bergwelt

bei ausgiebigen Wanderungen oder mit den Laufschuhen.

Egal, auf welcher Bergspitze ich stehe, egal, zu

welcher Jahreszeit, mein Blick schweift immer zurück in

diese wohlbehaltene Skistation Malbun, die in vergangenen

Jahren kontinuierlich erneuert wurde.

Einkehrschwung und Genuss

Es gibt für mich nichts Schöneres, als den Einkehrschwung

nach einer Skitour oder Wanderung. Mich

mit Freunden in der heimeligen Bergstation Sareis zu treffen

oder das Abendessen in einem der vielen ausgezeichneten

Restaurants zu geniessen, das ist für mich der wahre

Luxus. Auch meine Frau Doris hat sich längst in

Malbun verliebt und so lag es für uns auf der Hand, dass

wir für unsere Hochzeit vor etwas mehr als zwölf Jahren

die kleine Kappelle in Malbun aussuchten. Durch meinen

Beruf als Skirennfahrer durfte ich viele grosse und kleine

Skistationen auf der ganzen Welt kennenlernen. Einige

davon zählen gar zu den schönsten der Welt. Doch mein

Malbun ist und bleibt mein kleines Paradies, mein ganz

spezielles Stück Heimat.

Zur Person

Marco Büchel (43) war von 1991 bis 2010 aktiver Rennläufer

im Ski-Weltcup. Den grössten Erfolg seiner Karriere

landete er bei der alpinen Skiweltmeisterschaft 1999 in

Vail/Beaver Creek, als er im Riesenslalom hinter dem Norweger

Lasse Kjus Vizeweltmeister wurde. Er gewann vier

Weltcuprennen. In der Saison 2002/03 erreichte Büchel

den zweiten Platz im Super-G-Weltcup. 2006/07 wurde er

Zweiter im Abfahrts-Weltcup und erreichte als Siebter sein

bestes Ergebnis im Gesamtweltcup. Seit der Saison 2010/11

ist er beim ZDF als Rennanalyst und Co-Kommentator tätig.

Zudem ist er seit 2012 Goodwill-Botschafter Liechtensteins.

www.marco-buechel.com

38


oho#1

Alles begann in Malbun...

Das derzeitige Aushängeschild Liechtensteins im Ski-

Weltcup ist die 25-jährige Tina Weirather. Sie ist die

Tochter der beiden ehemaligen Skirennläufer Harti Weirather

und Hanni Wenzel. Im Alter von zwei Jahren

machte Tina Weirather ihre ersten Gehversuche auf Skiern

im Skigebiet Malbun. Bereits zwei Jahre später gab

es für die kleine Tina die ersten Renneinsätze auf der

Piste Hochegg…

Mittlerweile sind die Rennpisten auf der ganzen Welt

ihr Zuhause. 2003 konnte sie im Super-G in Garmisch-

Partenkirchen ihren ersten Weltcupsieg feiern. Damit

konnte Tina Weirather als erste Tochter einer ehemaligen

Weltcupsiegerin ebenfalls einen Weltcupsieg feiern.

Zwischenzeitlich hat sie 16 Podestplatzierungen im Ski-

Weltcup, davon drei Siege, in ihrer Biografie stehen.

Das nächste grosse Ziel von Tina Weirather sind die

Weltmeisterschaften im Februar 2015 in Vail/Beaver

Creek (USA). Dann wird ihr wieder ganz Liechtenstein

die Daumen drücken.

@

www.tina-weirather.com

39


Ihre Medienagentur in Liechtenstein.

Unser Know-How in der Medienbranche. Ihre Ressourceneinsparung in der Medienplanung.

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40


oho#1

Drei Generationen – ein

Traditionsunternehmen

Bergbahnen Malbun

Einsteigen, abheben und geniessen: Schweben Sie mit der

Vierersesselbahn Malbun-Sareis in sieben Minuten vom

Zentrum Malbun 400 Meter hinauf auf das 2’000 m.ü.M.

gelegene Sareis.

Oben auf dem Berggrat erwartet Sie ein herrliches Panorama

mit Blick weit über Liechtensteins Landesgrenzen hinaus in

die benachbarten Schweizer und Österreicher Alpen. Zum

Verweilen oder als Ausgangspunkt für genussvolle Wanderungen

lädt das gemütliche Bergrestaurant «Sareis» mit seiner

Sonnenterrasse und der heimeligen Gaststube ein. Ein

echtes Naturerlebnis im Sommer und im Winter.

www.bergbahnen.li

Familienunternehmen haben in Liechtenstein eine

lange Tradition: Das Alpenhotel in Malbun, auf

1’600 Metern ü.M. gelegen, blickt beispielsweise

auf eine über hundertjährige, erfolgreiche Geschichte

zurück und fasziniert bis heute seine Gäste.

Es ist die Symbiose aus dem Bewährten und

dem Modernen. Der Familienbetrieb besteht aus

dem ursprünglichen Alpenhotel, dem Haus Ochsenkopf

und dem modernen Haus Schönberg. Die

Familie Vögeli führt das Hotel seit vier Generationen

und zelebriert die Gastlichkeit. Drei Generationen

arbeiten bis heute im Betrieb: Elsi und Jakob

(«Köbi») Vögeli, eigentlich bereits beide in Pension,

sind regelmässig im Alpenhotel anzutreffen und

übernehmen die Vertretung, wenn ihr Sohn und

ihre Schwiegertochter unterwegs sind.

Langlaufparadies Steg-Valüna

Auf 1’300 Metern Höhe, auf der Zufahrtsstrecke ins beliebte Alpin-Skigebiet

Malbun, liegt das Langlaufparadies Steg-Valüna. Es bietet 15 Kilometer

gespurte Loipen und das auch bei Dunkelheit: Denn drei Kilometer der

Loipenstrecke sind am Abend beleuchtet. www.valuenalopp.li

Karlheinz Vögeli und seine Frau Vibeke führen heute

das Hotel und das Restaurant – er als Küchenchef,

sie «an der Front», d.h. im Empfang, der Gästebetreuung,

der Buchhaltung und im Marketing.

Martin und Simon, die Söhne, bereiten sich bereits

jetzt auf die Übernahme in ein paar Jahren vor:

Während Martin seine Lehre als Hotelfachmann

im Alpenhotel absolviert, ist Simon dabei, seine

Kochlehre in Vaduz zu beenden. Bevor die beiden

den heimischen Betrieb übernehmen, sollen sie

eigene Erfahrungen in der weiten Welt der Gastronomie

sammeln. «Das Geheimnis unseres Familienunternehmens

liegt darin, dass wir immer auf

sanfte Übergänge geachtet haben und dass die

Verantwortung Schritt für Schritt an die nächste

Generation übergeben wird. So werden Konflikte

vermieden und vor allem können wir uns alle

gewiss sein, dass das wichtigste Element

unserer Arbeit, echtes Herzblut,

mit dabei ist», so «Köbi»

Vögeli.

@

Text: Verena Cortés

www.alpenhotel.li

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Kultur/Genuss

Kultur

mit Grossstadtflair

Kultur in Liechtenstein ist die fruchtbare Kombination aus

Kleinheit und innovativer Kunstszene. Sie berührt, entspannt,

überrascht, erfindet sich neu und hinterlässt eindeutige

Spuren. Text: Barbara Schneider · Fotos: Liechtenstein Marketing

und Kunstmuseum Liechtenstein

43


Kultur/Genuss

Klein und oho: Das Fürstentum beherbergt unter anderem ein

Dutzend Museen, drei Theater, zwei Operetten- und Musicalbühnen,

zwei Kultur-Kinos, zwei Symphonieorchester, den

Jazzclub «Tangente», mehrere Galerien und zahlreiche temporäre

Kulturveranstaltungen wie das Filmfest Vaduz, die Musikfestivals

«Life», «Jazz und Blues im Hof» oder die Liechtensteiner

Gitarrentage und die Internationalen Meisterkurse,

die hochkarätige Musiker aus der ganzen Welt zusammenbringen.

So liegt oft ein gewisses Grossstadtflair in der Luft.

Es ist die Mischung aus lokalen, regionalen und internationalen

Künstlern und Veranstaltungen, die fasziniert.

Modern und zeitgenössisch

Kulturelle Grossstadtluft kann vor allem im Theater am

Kirchplatz (TAK) oder im Kunstmuseum geschnuppert werden.

Von Shakespeare bis Russisches Staatsballett, von Monet

bis Picasso gibt es hier regelmässig internationale Aufführungen

und Werke zu sehen. Das TAK widmet sich

neben dem Bühnenspiel auch dem Tanz und der Musik. Produktionen

und Orchester von Weltrang sowie künstlerisch

anspruchsvolle Stücke aus Eigenregie werden dort gezeigt.

«Selber denken» heisst das Spielzeitmotto des TAK für die

Saison 2014/15, das ein erstklassiges Programm aus den

Bereichen Schauspiel, klassische Konzerte, Comedy, Kabarett,

Literatur, Tanz und Weltmusik beinhaltet.

Das junge Museum für moderne und zeitgenössische Kunst

mit seinem unverkennbaren schwarzen Kubus steht im Zentrum

von Vaduz. Mit seinem Ausstellungsprogramm, das in

engem Bezug zur eigenen Sammlung steht, hat sich das

Kunstmuseum Liechtenstein international einen Namen gemacht.

Durch die Doppelrolle als Nationalgalerie und Bildungseinrichtung

werden neue inhaltliche Perspektiven

entwickelt, die Bekanntes und Unbekanntes, Altes und Neues,

Regionales und Internationales kombinieren und in

einem neuen Licht erscheinen lassen. Und das Liechtensteinische

Landesmuseum überrascht die internationale Szene

– neben den Dauerausstellungen – regelmässig mit aussergewöhnlichen

Sonderausstellungen.

Vital und charmant

Ergänzend zu den grösseren Kultureinrichtungen und Veranstaltungen

lebt eine vitale Szene: Die ausgeprägte, bunte

Vereinslandschaft, die in Liechtenstein zum Alltag gehört.

Trachtengruppen, Harmoniemusiken aber auch moderne,

alternative Kunst- und Kulturvereine sowie Galerien bereichern

das kulturelle Angebot mit viel Farbe und Passion.

Geburtstag und Jubiläum

Übrigens wird dieses Jahr der 175. Geburtstag von Josef Gabriel

Rheinberger gefeiert, der als musikalisches Wunderkind

galt. Der liechtensteinische Komponist, Pädagoge sowie

Hofkapellmeister des Bayernkönigs Ludwig II. wurde 1839

in Vaduz geboren. Mit zwölf Jahren ging er zur Ausbildung

an das Münchner Konservatorium. Bis zu seinem Tod schuf

er rund 200 Werke für Klavier, Orgel sowie Kammermusik

und Sinfonien. Übrigens gibt es eine spannende, geführte

Tour zu diesem Thema, die zum Schluss mit einem kleinen

Orgelkonzert gekrönt wird. Mehr Informationen unter

www.tourismus.li

Das Kunstmuseum Liechtenstein

zeigt internationale

moderne und zeitgenössische

Kunst.

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Vaduzer Konzerte Weltklassik

Krystian Zimmermann (Klavier) und das Nationale

Sinfonieorchester des Polnischen Rundfunks, Leitung

Alexander Liebreich

17. September 2014, 20.00 Uhr, Vaduzer Saal, www.tak.li

Ausstellung Garry Kuehn, between Sex and Geometry

Produktion des Kunstmuseums Liechtenstein

19. September 2014–25. Januar 2015

www.kunstmuseum.li

Jazztage Eschen

Konzerte mit Kahiba, John Abercrombie Organ Trio und

Snow Owl

8. November–14. November 2014

Jeweils 20.15 Uhr, Tangente Eschen, www.tangente.li

Konzert zum 175. Geburtstag von

Josef Gabriel Rheinberger

Sinfonieorchester Liechtenstein und Madrigalchor der

Hochschule für Musik und Theater München

26. November 2014, 19.00 Uhr, SAL, Schaan

Schauspiel: Mein Name sei Gantenbein

Nach dem Roman von Max Frisch, Schauspielhaus Zürich

27. November 2014, 20.09 Uhr, TAK, Schaan, www.tak.li

Konzert: Balkan Grooves

Martin Grubinger (Perkussion), John Axelrod und die

Camerata Salzburg

3. Dezember 2014, 20.00 Uhr, Vaduzer Saal, www.tak.li

6. Triennale «Bad RagARTz»

Europas grösste Skulpturenausstellung unter freiem

Himmel in Bad Ragaz und Vaduz

10. Mai–3. November 2015

täglich, Vaduz und Bad Ragaz, www.badragartz.ch

Liechtenstein Festival

Das Liechtenstein Festival (Life) findet zum sechsten Mal

statt und verbindet Musik, Kultur und Kunstperformance

auf höchstem Niveau.

3. Juli–4. Juli 2015, SAL, Schaan, www.yourlife.li

23. Int. Liechtensteiner Gitarrentage

Einer der wichtigsten Events für klassische Gitarre

in Europa

4. Juli–11. Juli 2015, www.ligita.li

Kulturhighlights 2014/15

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Sarahs Bühne

ist das Burgtheater


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Szene im Stück «Maria

Magdalena»: Sarah Viktoria

Frick gehört seit 2009

zum Ensemble des Wiener

Burgtheaters.

Die liechtensteinische Schauspielerin Sarah Viktoria Frick fühlt sich in der über

800 km entfernten Weltstadt Wien sehr wohl. Ihre Bühne ist das Burgtheater,

eine der prominentesten Schauspielbühnen in Österreich und das grösste Sprechtheater

in Europa. Mehr als 430’000 Zuseher besuchen über 850 Vorstellungen

pro Spielzeit – eine die immer wieder im Fokus steht, ist Sarah Viktoria Frick.

Text: Barbara Schneider · Fotos: Reinhard Werner und Georg Soulek

Du bist gebürtige Liechtensteinerin, in

Balzers aufgewachsen, lebst nun im Ausland.

Fühlst du dich noch verbunden mit

deiner Heimat?

Sarah Viktoria Frick: Wenn ich nach Liechtenstein

fahre, sag ich: «I gang haam». Daran

hat sich bis heute nichts geändert. Die

Heimat bleibt.

Stadt oder Land?

Land, wenn ich in der Stadt bin. Stadt,

wenn ich auf dem Land bin.

Seit 2009 spielst du im Ensemble des

Burgtheaters in Wien, einer sehr bekannten

und renommierten Institution. Wohin

soll deine Reise noch gehen?

Im besten Fall kann ich wahrscheinlich erst

in fünfzig Jahren sagen, wohin meine Reise

gegangen ist. Derzeit will ich das auch gar

nicht wissen. Eigentlich stehe ich ja solchen

Phrasen eher kritisch gegenüber, aber in

diesem Fall komm ich mit meiner Antwort

leider nicht über die Poesiealbum-Philosophie

hinaus. Also ist der Weg, wenn man so

will, doch gewissermassen das Ziel...

Was ist/war deine absolute Lieblingsrolle?

Ich muss in jede meiner Figuren verliebt

sein. So verstehe ich meinen Beruf. Also

sind da lauter kleine Lieblinge. Manche

lieb und manche nicht so lieb, ein paar einsame

und ein paar böse sind da auch. Darum

gibt es für mich die Kategorie «Lieblingsrolle»

nicht – weil jede Arbeit für sich

steht.

Schauspielerin – ein Traumberuf?

Gerne zur Arbeit zu gehen und sich selten

zu langweilen, kommt einem Traumberuf

schon sehr nahe. Aber wenn’s kein Theater

gäbe oder ich aus irgendeinem Grund nie

erfahren hätte, dass es Theater gibt oder

einfach, wenn der Zufall es anders gewollt

hätte, wäre ich wahrscheinlich etwas anderes

geworden.

Was wärst du auf keinen Fall geworden?

Sicher keine Mathematikerin.

Schauspielerin inside: Was beschäftigt

Sarah Viktoria Frick?

Mich beschäftigt die Masslosigkeit der

Menschen. Ich habe vor kurzem im Internet

meinen ökologischen Fussabdruck ausgerechnet.

Obwohl ich kein Auto habe und

nur, wenn es wirklich sein muss das Flugzeug

nehme, bräuchte es mehrere Welten,

wenn alle so leben würden wie ich. Das hat

mich erschreckt. Ich verzichte seither auf

Fleisch. Das macht es ein bisschen besser.

Aber im grossen Ganzen bin ich ziemlich

pessimistisch, was die Zukunft unseres

Planeten angeht.

Wie sieht dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf sieht fast jeden Tag anders

aus, ausser dass ich fast immer zwischen

halb sieben und sieben aufstehe und

selten vor ein Uhr nachts ins Bett gehe.

47


Kultur/Genuss

2011 wurde Sarah Viktoria

Frick mit dem Nestroy-Theaterpreis

als beste Schauspielerin

ausgezeichnet.

Dazwischen liegen meine Familie, Proben, meine Familie,

Einkaufen, meine Familie, Kochen, oder beim Kochen zuschauen,

meine Familie, Proben oder grad probenfrei haben,

Text lernen, Rechnungen aus dem Briefkasten holen,

um sie dann irgendwo hinzulegen und hoffen, dass sie

dann von selber geöffnet und erledigt werden, Spielplatz,

Wohnung wieder mal putzen, meine Familie, Vorstellungen,

ein Bier, vielleicht ein zweites Bier... dann ist dann

aber auch sicher schon ein Uhr... Schlafen.

Kulturszene Liechtensteins – was gefällt dir, was sollte

sich ändern?

Mir gefällt, dass es hier die Mittel gibt, der Bevölkerung

Kultur zu bieten. Das ist enorm wichtig. Man kann in

Deutschland beobachten, wie die wunderbare Tatsache,

dass es in jeder mittelgrossen Stadt ein Theater gibt, immer

mehr in Frage gestellt wird. Das ist sehr traurig.

Hochkultur wird sich niemals finanziell auszahlen. Sie

muss subventioniert sein, damit sie nicht gezwungen ist,

in den Mainstream zu rutschen.

Welche «Geheimtipps» gibst du einem Besucher, der

noch nie in Liechtenstein war?

Milchbrötchen aus der Bäckerei Kaufmann. Schloss Gutenberg.

Der Rhein. Einen Film und ein Raketen-Eis im

Schlosskino Balzers – gleichzeitig natürlich. Diverse

Schaukelbäume auf der Balzner Almend. Alp Bargella.

Was bedeutet für dich?

Lebensglück: Punkt vier

Freiheit: Selbst entscheiden zu dürfen, wie es weiter geht

Wien: Könnte ein zweites Zuhause werden

Familie: Punkt eins

Burgtheater: Ich arbeite gerne dort

Natur: Gilt es jetzt endlich mal zu beschützen

Freizeit: Punkt vier

Liechtenstein: Da geh ich hin, wenn ich «haam» will

Sarah Viktoria Frick (Jahrgang 1982)

ist zusammen mit ihren drei älteren Geschwistern in

Balzers aufgewachsen. Sie spielte schon früh in diversen

Laientheatern mit und bewarb sich im Alter von

17 Jahren an verschiedenen Schauspielschulen. Ihre

Ausbildung absolvierte sie schliesslich an der Hochschule

für Musik und Theater in Zürich. Nach zahlreichen

Engagements und Auszeichnungen in der

Schweiz und Deutschland wechselte sie 2009 als festes

Mitglied des Ensembles an das renommierte Burgtheater

Wien.

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© 2013 SWAROVSKI AG

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Miranda Kerr

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Kultur/Genuss

Der gesellige

Liechtensteiner

Wer kennt sie nicht, die klassischen Vereine wie Musik, Gesang, Trachten,

Funkenzunft – darüber hinaus mischen zahlreiche exotische Ideen das Vereinsleben

Liechtensteins auf, beispielsweise der Heiratsmuffel-Club oder

der Presidents-Club. Das Vereinswesen geniesst eine tiefverwurzelte und

leidenschaftliche Tradition. Text: Verena Cortés · Fotos: Liechtenstein Marketing, Paul Trummer

Mit rund 500 Vereinen und insgesamt 15’000 Mitgliedern

zeigen die Liechtensteiner im Vergleich mit anderen Ländern

ein überdurchschnittliches Engagement. Warum ist

das so? Ganz einfach. Weil es Freude bereitet. Vereine

schaffen eine Abwechslung zum Alltag, sie stärken das Zusammenleben

und ermöglichen ein spassiges Miteinander.

Zudem ist das Vereinswesen ein wesentlicher Pfeiler im

gesellschaftlichen Leben in Liechtenstein. Die meisten

grossen Veranstaltungen sind von Vereinen geprägt: Man

denke an die wilde Fasnachtszeit, die von Umzügen und

Guggenmusikern getragen wird oder an das jährliche

Fürstenfest, wo verschiedenste Vereine für kulinarische

Abwechslung im Städtle sorgen.

Sportvereine an der Spitze

Besonders im Sport spielen Vereine eine wichtige Rolle,

denn seit jeher sind die Liechtensteiner ein sportbegeistertes

Volk. Es gibt praktisch für jede Sportart einen Verein

und an der gebotenen Infrastruktur lässt sich gut erkennen,

welchen Stellenwert die liechtensteinische Sportleidenschaft

hat. Grosszügige Sportanlagen mit Fussball- und

Tennisplätzen sind in fast jeder Gemeinde zu finden. Doch

kein Verein ist so beliebt wie der Liechtensteiner Alpenverein

(LAV). Er gehört zu den ältesten Vereinigungen des

Landes und ist mit über 2’600 Mitgliedern der grösste

Verein in Liechtenstein.

An festlichen Anlässen gehören die «Trachtenfrauen» immer dazu.

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Eine Auswahl an Exoten näher betrachtet:

Heiratsmuffel-Club: Vor 30 Jahren hatten 21 Freunde eine

Idee: Die jungen Männer schlossen sich zum «Heiratsmuffel

Club» zusammen, um gemeinsam ihre Freiheit zu

geniessen. Heute sind die meisten «Muffler» verheiratet

und es besteht ein Aufnahmestopp.

Entenanstalt: Der Verein ist vor mehr als 30 Jahren aus

Jux entstanden. Die Entenanstalt schafft seit vielen Jahren

optimale Bedingungen für die Zucht «glücklicher Enten»

im Stausee in Steg.

Gaudinoggal’n: Ziel ist es, das alpenländische Brauchtum,

die Geselligkeit, die Gemeinsamkeit und die Gemütlichkeit

zu pflegen sowie Festivitäten jeglicher Art durchzuführen.

Musik spielt in der

Freizeit der Liechtenteiner

eine grosse

Rolle.

Drei Generationen –

eine Leidenschaft

Aus Tradition begeistert: Die drei Generationen

der Familie Hasler aus Gamprin-Bendern machen

sich gemeinsam auf zu den Proben und offiziellen

Auftritten des Musikvereins Konkordia Gamprin,

musizieren leidenschaftlich und zeigen, dass Musik

mehr ist als nur ein Hobby...

Grossvater Kuno ist Paukist, Sohn Norbert Fähnrich,

Enkelin Julia spielt Waldhorn und Enkel Sebastian

hat sich – wie sein Grossvater – für das

Schlagzeug entschieden. Gemeinsam macht man

sich auf zu Musikproben, Auftritten und Ausflügen.

Ganz besonders gefällt Kuno Hasler, dass er

mit Enkel Sebastian in der gleichen Reihe steht

und ihm das eine oder andere rund um’s Schlagzeug

beibringen kann. Auch sein Sohn Norbert

Hasler ist mit Begeisterung dabei: «Ein Verein bedeutet

Gemeinschaft und die fördert den Zusammenhalt.

Nach 25 Jahren musizieren, habe ich

mich entschieden, die Fahne zu schwenken und

ich freue mich nach wie vor, dazuzugehören.» Seine

Zwillinge Julia und Sebastian unterstützen

ihn: «Wir sind stolz, dass Papa wieder als Fähnrich

tätig ist. Vor allem die Auftritte und Ausflüge

mit allen drei Generationen machen riesigen

Spass! Wenn unsere Mama auch noch dabei wäre,

wäre das das Tüpfchen auf dem i!»

Musik verbindet: Generationen und Regionen. In

Liechtenstein ist sie Teil der gelebten Gemeinschaft

und Geselligkeit.

Text: Marion Kranz

@

Die fünfte Jahreszeit wird in Liechtenstein ausgiebig zelebriert:

In Schaan findet einer der grössten Fasnachtsumzüge der Region statt.

Liechtensteiner

Blasmusikverband

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www.blasmusik.li


Kultur/Genuss

Kulturmeile Vaduz

Von schwarzen und weissen Würfeln: In der Hauptstadt Vaduz

tummeln sich die Museen beinahe Wand an Wand. Die Architektur

in Liechtenstein ist eine spannende Mixtur aus Tradition und

Moderne. Text: Verena Cortés · Fotos: Kunstmuseum, Landesmuseum

Der schwarze Kubus mitten in Vaduz sticht gleich ins

Auge. Der architektonische Blickfang wurde von dem

Architektenteam Meinrad Morger, Heinrich Degelo und

Christian Kerez entworfen und beherbergt das Kunstmuseum

Liechtenstein. Das junge Museum für moderne

und zeitgenössische Kunst hat sich mit seinem Ausstellungsprogramm,

das in engem Bezug zur eigenen Sammlung

steht, international einen Namen gemacht. Das Café

im Kunstmuseum lädt zudem zu einer Pause ein, die sich

für Sushi-Liebhaber ganz besonders lohnt.

Kulturelle Schwergewichte

Nur wenige Schritte vom schwarzen Kubus entfernt, steht

ein weiteres Schwergewicht der kulturellen Häuser. Während

die Aussenhaut des Kunstmuseums mit moderner

Eleganz wirbt, besticht das Gebäude des Liechtensteinischen

Landesmuseums durch seine bewegte Geschichte.

Die Grundsubstanz des Hauses geht auf das Jahr 1438 zurück.

Dementsprechend vielschichtig gestaltete sich auch

sein Innenleben. Herrschaftliche Taverne, Zollstation und

dann Regierungssitz sind im Lebenslauf des Gebäudes zu

finden. Heute ist es das prachtvolle Landesmuseum, das

die wechselvolle Geschichte Liechtensteins beinhaltet und

zudem eine grosse naturkundliche Sammlung beherbergt.

Neben dem Kunst- und Landesmuseum finden sich in

Liechtenstein noch zehn weitere Kulturhäuser, beispielsweise

das Walser-, oder Postmuseum. Kleinere Themenmuseen

sind verstreut in den verschiedenen Gemeinden

beheimatet. Eine kulturelle Entdeckungsreise quer durch

das Land bietet sich daher an.

Spannende Aussichten

Die vorhandenen zwölf Museen bekommen 2015 Nachwuchs.

Mit dem Weissen Würfel entsteht direkt neben dem

Kunstmuseum, dem Schwarzen Würfel, ein aussergewöhnlicher

Ort. Am ehemaligen Standort des Huber Stammhau-

Das Kunstmuseum Liechtenstein

ist in Vaduz im «Schwarzen

Würfel» beheimatet.

Im Landesmuseum gibt es auch für

Kinder viel Spannendes zu Liechtenstein

zu entdecken.

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Kultur-Highlights 2015

ses wurde in den vergangenen Jahren intensiv an dem

weissen Kubus nach den Plänen der Architekten Morger +

Dettli gearbeitet. Ab Frühjahr 2015 werden im Weissen

Würfel wertvolle Uhren und Schmuck von Huber Watches

Jewellery sowie die Welt der Kunst mit den Sammlungen

der Hilti Art Foundation eine spannende Symbiose eingehen

– europaweit einmalig.

Mit der Skulpturenausstellung in Zusammenarbeit mit Bad

Ragaz wird Vaduz 2015 zudem mit einer einzigartigen

Open-Air-Ausstellung bereichert. Ein weiteres Highlight

wird die Eröffnung der neuen Schatzkammer im Städtle

sein, deren Eröffnung zu Ostern 2015 geplant ist. Neben

dem Fürstenhut wird dort unter anderem echtes Mondgestein

und das weltgrösste Fabergé-Ei zu sehen sein.

Neu ab Ostern 2015 geplant: Die Schatzkammer

mit Fürstenhut, echtem Mondgestein, dem grössten

Fabergé-Ei der Welt u.v.m. Weitere Informationen

www.landesmuseum.li

Culture in the heart of

Liechtenstein

Liechtenstein may be small in size but it is

big on culture. The Principality offers an

exciting mixture of traditional and modern

architecture, with the black cube in the

centre of Vaduz immediately catching the

attention of many visitors. Just a few metres

away, a new museum is currently under

construction. This White Cube will house

the contemporary works of the Hilti Art

Foundation. Plans are also underway to

build a new Treasure Chamber, set to open

in 2015. The National Museum counts

among the more traditional buildings in

Vaduz, while the modern architecture of

the new parliament building constructed

using over one million bricks will grab the

attention of visitors crossing the Peter-Kaiser-Platz

square. For more information visit

www.tourismus.li

Der Weisse Würfel ergänzt den Schwarzen Würfel

im Herzen von Vaduz. Er beherbergt ab dem Frühjahr

2015 die öffentlich zugängliche Sammlung der

Hilti Art Foundation sowie das exklusive Uhren- und

Schmuckfachgeschäft von Huber Watches Jewellery.

www.kunstmusem.li, www.huber.li

Mit der Skulpturenausstellung «BadRagartz»

kommt 2015 eine einzigartige Open-Air-Ausstellung

mit über vierzig Top-Werken internationaler Künstler

nach Vaduz. www.badragartz.ch

53


Weingenuss

im Fürstentum

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Edle Tropfen, die es nur im Fürstentum Liechtenstein gibt: Das kleine

Land zwischen Alpenrhein und Rätikon – nur rund 50 Kilometer vom

östlichen Bodenseeufer entfernt – ist ein viel versprechendes Gebiet

für die Jäger des gehobenen Genusses. Denn rund 100 Winzer – einschliesslich

der Fürstlichen Hofkellerei – widmen sich hier seit Jahrhunderten

der Kultivierung der einzigartigen Reben.

Text: Eric Thiel · Foto: Martin Walser

Im klimatisch begünstigten Rheintal, eingebettet zwischen

Österreich und der Schweiz, lässt der Föhn an den Südhängen

der Berge ausgezeichnete Weine reifen. Jeweils zur

Herbstzeit präsentieren die Liechtensteiner Winzer stolz

ihre guten Tropfen, die übrigens nicht exportiert werden.

Denn einerseits ist die Anbaumenge begrenzt und andererseits

trinken die Liechtensteiner ihren exzellenten Wein

am liebsten selbst...

Genussvolle Degustationen

Fürstlicher Weingenuss ist daher nur vor Ort möglich: So

bietet beispielsweise die Fürstliche Hofkellerei in Vaduz

sowohl einen guten Überblick wie auch önologische Raritäten,

die verkostet und erworben werden können. Degustationen

bieten darüber hinaus das Weingut Castellum in

Eschen und Harry Zechs Weinbau Cantina in Schaanwald

an. Auch viele Winzer, die im Nebenerwerb kleine Flächen

bewirtschaften und ihre eigenen Weine keltern, tragen zur

kleinen, feinen Weinkultur des Landes bei.

Liechtensteiner Winzerfeste

Herbstzeit ist Winzerzeit. Die Liechtensteiner Winzer präsentieren

zu verschiedenen Anlässen ihre guten Tropfen:

Beispielsweise beim Weinfest der Winzergenossenschaft

Triesen bei der historischen Kapelle St. Mamerten, am Unterländer

Winzerfest mit der Krönung der Weinkönigin

und beim traditionellen Liechtensteiner Winzerfest im Vaduzer

«Städtle». Die besten Weinbauer des Landes stellen

dann ihre Eigenproduktionen vor, wobei das grosse Angebot

die Besucher oft überrascht. Wo sonst bietet sich eine

solche Vielzahl von roten und weissen «Einheimischen»

zur Probe an? Der Blauburgunder und der Müller-Thurgau

bilden landesweit die Hauptsorten. Zusammen machen sie

rund 75 Prozent der Erntemenge aus. Zweigelt und Blaufränkisch

sind neben Regent, Maréchal Foch und Léon Millot

weitere rote Rebsorten. Chardonnay, Sauvignon Blanc

und Weiss- und Grauburgunder bringen ausgezeichnete

sortentypische Weine hervor. Für den kleinen Hunger zwischendurch

warten würzige Winzerwürste und Winzerkäse

auf die Besucher. Ebenso ein Stück Liechtensteiner

Lebensqualität: Die feinen bis würzigen Käse vom Bangshof

oder der Bergkäse von den heimischen Almen. Zusammen

mit einem guten Glas Wein ergibt dies einen fürstlichen

Genuss, den bisher nur wenige Besucher ausserhalb

des kleinen Alpenstaats kennen…

Destillate

Edle Tropfen nochmals verfeinert: Destillate aus Liechtensteiner

Obst und Getreide reichen vom Traubentresterbrand

über verschiedene Obstbrände bis hin zum «fürstlichen»

Whiskey. Doch das ist eine andere

Geschichte…

Weitere Infos unter

www.weine.li

www.hofkellerei.li

www.winzer-am-eschnerberg.li

www.balzner-winzer.li

Fakten

Auf dem Gebiet Liechtensteins

wird, dank den Römern, seit

über 2’000 Jahren Wein angebaut.

Der «Föhn», ein warmer

Südwind, sorgt für optimale klimatische

Bedingungen.

www.tourismus.li

Fine wine from Liechtenstein

Liechtenstein has a long and successful

winemaking tradition. The Principality’s

position between the banks of the Rhine

and the mountains of the Rätikon Chain –

around 50 km from the eastern shores of

Lake Constance – provides excellent conditions

for producing fine wines. More than

100 winemakers, among them four professional

growers including the Prince of

Liechtenstein Winery, today continue the

centuries-old tradition in the region. Hikes

and tasting sessions are an excellent way

to experience Liechtenstein’s many

vineyards. For more information visit

www.tourismus.li

55


Demeter-Wein

in Sicht

Dem Traditionellen verpflichtet und zugleich offen für Neues – diese Einstellung prägt

insbesondere die Profiwinzer in Liechtenstein. Sie sind stolz auf ihre edlen Tropfen

und die lange Weinbaukultur prägt mit ihren Weingärten an sonnigen Lagen das

Landschaftsbild bis heute. Einer der vier Berufswinzer ist Harry Zech aus dem Liechtensteiner

Unterland. Interview: Verena Cortés · Fotos: Harry Zech Weinbau

Nomen est omen. Die lateinischen Worte auf den Etiketten

sind nicht nur typisch für die Weine von Harry Zech, sie

stehen auch für den Inhalt: göttlich, leidenschaftlich und

liebevoll. Der Winzer und Önologe bewirtschaftet eine Rebfläche

von rund drei Hektaren, wobei sich die einzelnen

Rebberge an hervorragenden Lagen in Vaduz und Mauren

befinden. Oberstes Ziel auf dem Weingut Zech ist es, einen

persönlichen Wein mit höchster Qualität herzustellen. Und

um das zu erreichen, geht Harry Zech auch unkonventionelle

Wege.

Sie haben schon seit Beginn Ihrer Winzerkarriere auf

naturnahe Produktionsmethoden gesetzt. Nun gehen

Sie einen Schritt weiter?

Harry Zech: Seit Beginn dieses Jahres stelle ich auf biodynamischen

Weinbau nach den «Demeter»-Richtlinien um.

Das Markenzeichen «Demeter» ist noch höher qualifiziert

als die Bio-Marke. Das heisst, in der Bewirtschaftung wird

komplett auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel,

auf Herbizide und auf Kunstdünger verzichtet.

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oho#1

Welche Vorzüge hat der biodynamische

Anbau für die Reben?

Mit der biodynamischen Bewirtschaftung wird ein

aktiveres Bodenleben gefördert. Die Weinbergböden

sind das gesamte Jahr begrünt, damit die Nützlinge

einen Lebensraum und ein ständiges Nahrungsangebot

haben. Auch schützt die Begrünung vor Erosion

und Bodenverdichtung. Die Reben können mehr Nährstoffe

aufnehmen und der Boden bleibt fruchtbarer.

Die Auswirkung dieser Umstellung auf den Wein?

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Herbiziden

werden komplett vermieden. Da die Reben

mehr Nährstoffe aufnehmen können, wird

der Wein vermehrt vom Boden beeinflusst. Das

spiegelt sich im Weincharakter wider und verbessert

die Qualität.

Wann präsentieren Sie Ihren ersten Demeter-

Wein?

Sowohl Boden wie Reben müssen sich erst umstellen

und dazu braucht es ungefähr drei Jahre.

Der erste Bio-Wein wird Jahrgang 2016 und der

erste Demeter-Wein wird den Jahrgang 2017 tragen.

Welche Kelterei-Geheimnisse können Sie aus

Ihrem Keller verraten?

Auch bei der Verarbeitung gilt: «Jede Behandlung ist eine

Belastung für den Wein». Deshalb verarbeiten wir die Trauben

sehr schonend mit möglichst geringer Einflussnahme.

Gelesen wird von Hand mit Kisten, die «Rotwein-Maische»

wird noch von Hand in den Bottichen (Standen) gestösselt,

die Maische wird mit geringem Druck ausgepresst und

die Weine werden unfiltriert abgefüllt, damit sich die Inhaltsstoffe

authentisch entfalten können.

Welchen Wein von Harry Zech muss man unbedingt

kredenzen?

Alle! (lacht). Für die heissen Tage kann ich besonders

den Riesling-Sylvaner empfehlen, der ist frisch und

fruchtig. Wer es lieber kräftiger und südländisch

mag, dem stelle ich gerne meinen Neuling «Le Rendez-vous»

vor. Das ist ein Cuvée aus Gamaret, Merlot

und Cabernet Sauvignon, der – wie alle meine

Rotweine – im Holzfass ausgebaut ist.

Wein aus Liechtenstein ist...

...etwas ganz Besonderes, das man sich nicht entgehen

lassen sollte. Die Qualität unserer Weine hat sich

in den letzten Jahren enorm gesteigert und die Auswahl

beschränkt sich schon lange nicht mehr nur auf

leichte Landweine.

Mehr Informationen

www.hz-weinbau.li

57


Kultur/Genuss

Die Kunst des Geniessens

Einheimischer Bergkäse, delikate Fisch- und Fleischgerichte, feine

Süssspeisen – so abwechslungsreich wie die Geographie des Landes

ist auch seine Gastronomie, die eine kulinarische Brücke zwischen

Tradition und Moderne schlägt. So findet man neben urigen

Gasthäusern, die die bodenständige, heimische Küche pflegen,

auch eine erstaunliche Dichte an Gourmetrestaurants, die im

Gault&Millau und im Guide Michelin ausgezeichnet wurden. Gemessen

an der Einwohnerzahl hat das Fürstentum wahrscheinlich

die höchste «Genussdichte» der Welt. Text: Rebecca Testi-Marogg

Hausgemachte Liechtensteiner Spezialitäten serviert man beispielsweise in

der «Wirtschaft zum Löwen», die in einem 400 Jahre alten Bauernhaus in

Hinterschellenberg ihre Gäste empfängt. Schwartenmagen, langsam gereifter

Käse, Käsknöpfle oder im Herbst Schlachtplatten mit Krautwurst,

Kesselfleisch und Sulzbraten stehen auf der Karte. Die Rezepte werden seit

sechs Generationen in der Familie vererbt. Eine ebenso gute Küche bieten

beispielsweise die Weinlaube in Schellenberg, der Landgasthof Rössle in

Ruggell oder das «Turna» in Malbun. Übrigens ideal, um Genuss und Wandern

zu kombinieren...

Käsknöpfle ist das Nationalgericht

der Liechtensteiner.

Käsknöpflekönigin

Das Nationalgericht der Liechtensteiner ist ein vegetarisches – die Käsknöpfle.

Als ungekrönte Käsknöpflekönigin des Landes gilt Martha Bühler.

Die frühere, erfolgreiche Skirennfahrerin hat nach ihrer Sportkarriere eine

neue Leidenschaft entwickelt – das Käsknöpflekochen. Das Kochduell im

ZDF gewann sie im vergangenen Jahr souverän. Aufgrund der grossen

Nachfrage bietet sie übrigens neu Kochkurse an.

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Genussvolle Lebenskunst –

der Sonnenhof in Vaduz

Gaumenfreuden und Genussmomente

Echte Haute Cuisine und damit Genuss pur bieten

unter anderem die Restaurants «Schatzmann»

(17 Gault&Millau-Punkte) in Triesen und «Sonnenhof»

(16 Gault&Millau-Punkte) in Vaduz – letzteres übrigens

mit direktem Blick auf das Schloss und die majestätische

Kulisse der Liechtensteiner und Schweizer Alpen.

Der «Torkel» (16 Gault&Millau-Punkte), idyllisch inmitten

von Weinbergen gelegen, ist das Spezialitätenrestaurant

des Fürsten und bietet eine ausgezeichnete

Küche.

Exoten

Die traditionelle Küche Liechtensteins wird durch

internationale Anbieter ergänzt. Neben den typischen

italienischen Restaurants überrascht das Angebot an

fernöstlichen Spezialitäten: Beispielsweise japanisches

Sushi im CAFE im Kunstmuseum, Indisch im Schlössle

Mahal sowie thailändische und chinesische Küche in

zahlreichen Gastronomiebetrieben – vom «Take away»

bis zum Restaurant.

Mit einem guten Wein und edlen Menü

den Abend im Alpenhotel Vögeli geniessen.

T +423 265 31 00, www.alpenhotel.li

59


Kultur/Genuss

Kaffee de Luxe

Für eine Tasse guten Kaffees lohnt es sich übrigens nach Schaan

in die preisgekrönte Gourmet-Kaffeerösterei Demmel zu fahren.

Die sortenreinen Kaffees und Kaffeespezialitäten, die man hier

probieren und kaufen kann, werden in der gläsernen Manufaktur

mehrmals wöchentlich in liebevoller Handarbeit geröstet.

Park Hotel Sonnenhof

Im gefühlten Herzen Europas vereint

eines der romantischsten Boutique-

Hotels der gesamten Alpenregion alles,

was man sich unter einem «Sonnigen

Leben in privater Atmosphäre»

vorstellt: Den kulinarischen Hochgenuss

und einen sinnlichen Kosmos

für die ungestörte Zweisamkeit.

Und ganz nebenbei bietet das von

Starkoch Hubertus Real und seiner

Familie liebevollgeführte Relais &

Châteaux Hotel mit eigenem Traumpark

den besten Blick auf das Schloss

Vaduz, die Alpen und die nahe gelegenen

Weinberge.

Kuchen? Kuchen!

Lust auf Kuchen? Das Alpenhotel Vögeli und das Hotel-Restaurant

Galina in Malbun sind für seine Torten weit über die Grenzen hinaus

bekannt. Es lohnt sich schon alleine wegen eines Stückes der

ausgezeichneten Schwarzwälder Torte in den Ski- und Ferienort

Malbun zu fahren. Alternativ gibt es hier die Weisswälder Torte

– ein echtes, schmackhaftes Unikat. Beim gedeckten Apfelkuchen

gilt das Gasthaus Masescha als Geheimtipp. Egal, wofür man

sich entscheidet – insgesamt bieten die Cafés und Konditoreien

in Liechtenstein für Naschkatzen fürstlich gute Süssspeisen

aller Art...

Biergenuss

Das Liechtensteiner Brauhaus und PrinzenBräu sind echte Genussbringer:

Kristallklares Wasser und beste Zutaten prägen diese Biere.

Vom «Alt» über «Krona», «Monarch» und «Naturblond» bis zum

«Weiza» u.v.m. reicht das Angebot. Ideal, um den Abend bei einem

kühlen Bier genussvoll ausklingen zu lassen…

Weitere Informationen über alle Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten

unter www.tourismus.li

T +423 239 02 02

www.sonnenhof.li

Gastlich, herzlich, urig: Das Familienhotel Turna ist für echte

Gastfreundschaft und herzhaft gesundes Essen bekannt.

Hotel Turna: T +423 265 50 40, www.turna.li

60


oho#1

Nightlife

Das Nachtleben in Liechtenstein ist

ein besonderes – klein, trendig und

genau deshalb cool. Insider wissen

genau, wo wann was los ist. Für alle

anderen wird es oft erst auf den

zweiten Blick sichtbar...

An warmen Sommerabenden spielt sich das

Nachtleben überwiegend im Freien ab, wenn die

Tische im Vaduzer Städtle die Fussgängerzone in

Beschlag nehmen oder in Schaan südliches Flair

zum Flanieren von einem Lokal zum nächsten

einlädt. Wo pulsiert das Nachtleben? Zum Beispiel

in den Bars «Zwei» und «Nexus» im Zentrum von

Vaduz. Clubatmosphäre gibt es u.a. auch im Soho

Supperclub in Schaan, der als Hotspot beliebt ist.

Wilde Nächte in Liechtenstein enden oft im

«Johnny’s», offiziell die «Long John Bar» genannt.

Das «Bogarts» und das «Black Pearl» in Schaan

sind zwei weitere beliebte Locations der Szene

wie auch die «Räbabar» in Mauren. Alpenländisch-zünftig

geht es beispielsweise in Malbun

ab, unter anderem in der urigen «Elchbar» im Alpenhotel

(insbesondere beim Aprés-Ski im Winter),

der «Gitzi Höll» und der legendären kleinen

«Engelburg».

@

Alle Veranstaltungen

unter

www.tourismus.li/events

61


Kultur/Genuss

Highlights 2014/2015

Rund 500 Veranstaltungen pro Jahr: Das Fürstentum Liechtenstein bietet das gesamte

Jahr eine Vielzahl an Veranstaltungen – von hochwertigen Kulturevents

über Top-Sportveranstaltungen bis zu den kleinen, feinen «Fäschtle» der Vereine.

Neben der folgenden Auswahl der im Juli 2014 bekannten Events finden sich alle

Veranstaltungen stets aktuell unter www.tourismus.li/events.

20. LIHGA

5.–13. September 2014

Schaan, Messeplatz im alten Riet

www.lihga.li

47. Bundessängerfest

12.–13. September 2014

Eschen

www.mcn.li

The Princely Liechtenstein Tattoo

12.–14. September 2014

Schellenberg Burgruine

www.princely-tattoo.li

Beizafestival

19. September 2014

Schaan, Vaduz

www.beizafestival.li

Die letzten Romantiker

175-Jahr Rheinberger-Jubiläum

Bis 21. September 2014

Vaduz, Landesmuseum

www.landesmuseum.li

Dresdner Sinfoniker

22. Oktober 2014

Vaduz, Vaduzersaal

www.tak.li

Vaduz on Ice

11. November 2014–6. Januar 2015

Vaduz, Städtle

www.vaduz-on-ice.li

Weihnachtsmarkt Vaduz

13.–14. Dezember 2014

Vaduz, Städtle

Weitere Weihnachtsmärkte und Details

unter www.tourismus.li

Weihnachtskonzert

23. Dezember 2014

Vaduzer Saal, Vaduz

www.tak.li

Saisonstart Skigebiet Malbun

13. Dezember 2014

www.tourismus.li

www.bergbahnen.li

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EYOF

European Youth Olympic Festival

25.–30. Januar 2015

Vorarlberg/Liechtenstein

www.eyof2015.org

Fasnacht

Die Narren sind los – landauf, landab

12.–17. Februar 2015

Liechtenstein

www.fasnacht.li

Ein Sommernachtstraum

William Shakespeare und

Felix Mendelssohn

30. Juni 2015

Vaduzer Saal, Vaduz

Mit Klaus Maria Brandauer

Musik: Kammerorchester Basel

www.tak.li

@

Das vollständige

Programm

www.tourismus.li/events

Fürstenwoche

9.–16. August 2015

Liechtenstein

www.tourismus.li/fuerstenwoche

Staatsfeiertag

15. August 2015

Vaduz

www.staatsfeiertag.li

Schatzkammer Liechtenstein

Eröffnung Ostern 2015 (geplant)

«Vom Fürstentum über die Welt ins Weltall»:

Gezeigt werden einzigartige Objekte,

u. a. das Apfelblütenei von Fabergé (grösstes

Fabergé-Ei der Welt), Mondgestein von

den Flügen der Apollo 11 und Apollo 17 etc.

www.landesmuseum.li

Rubel, Riet & Rock’n’Roll

TAK, 21./22. April, 7./8. Mai 2015

www.tak.li

Eröffnung des Weissen Würfels

Juni 2015 (geplant)

www.hiltifoundation.org

LGT Alpin Marathon

13. Juni 2015

www.lgt-alpin-marathon.li

The Princely Liechtenstein Tattoo

4.–6. September 2015

Schellenberg Burgruine

www.princely-tattoo.li

Saisonstart Skigebiet Malbun

12. Dezember 2015

www.bergbahnen.li

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Die Brennerei Telser

Meisterdestillate aus Tradition

Exzellente Schnäpse, Gin und Whiskey: Seit über 130 Jahren

verfeinert die Brennerei Telser in Triesen – als einzige

ihrer Art – Obst, Getreide und vieles mehr in einzigartige

Genussprodukte. Über 30 Goldmedaillen bestätigen ihre

Qualität seit Jahrzehnten. Internationale Experten zeichneten

den «Telsington Whisky» soeben als einen der besten

Europas aus. Das Familienunternehmen bietet ganzjährig

Degustationen und Brennerei-Führungen durch das denkmalgeschützte,

über 500-Jahre alte Bauernhaus an.

Weitere Informationen

T +423 392 53 73 und www.brennerei-telser.com

Souvenirstempel

Sehenswert und dekorativ: Der Souvenir-Stempel

dokumentiert den Aufenthalt im Fürstentum

Liechtenstein. Das Tourist Office bestätigt für

3 CHF (2,50 Euro) den Besuch des Gastes in

Liechtenstein.

Weitere Informationen

T +423 239 63 63 und www.tourismus.li

Made in

Liechtenstein

Souvenirs mal anders

Wie kann man Liechtenstein als tragbare, originelle Erinnerung

mitbringen? Ganz einfach: Kurz im «Hoi-Laden»

oder dem Landesmuseum-Shop einen Stop einlegen. Spezielle,

fürstliche, sinnvolle oder witzige Dinge erwarten die

Besucher. Die Produkte stammen in der Regel aus der Region

oder sind typisch für das Land – vom Bleistift mit

Krone über den Flachmann aus Holz und historische Postkarten

bis zum Fürstenhemd reicht das Angebot. In die

Welt der edlen Düfte entführt zusätzlich das Landesmuseum,

das über einen eigenen Museumsshop verfügt – einfach

mal vorbei schauen…

Weitere Informationen

Hoi-Laden: T +423 230 39 39 und

www.hoi-laden.li

Landesmuseum: T +423 239 68 20 und

www.landesmuseum.li

Ein Stück Liechtenstein aus dem

«Hoi-Laden»: Das Holzbrett in Landesform

sowie das Ribel-Set mit

Bio-Mehl aus der Mühle Balzers.

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Die kleinsten Botschafter

Klein, fein, faszinierend: Seit Briefmarken gedruckt werden, sind sie als

Sammlerobjekt begehrt. Die Philatelie Liechtenstein überrascht regelmässig

mit einzigartigen Exemplaren und Serien. Und wird dafür international

ausgezeichnet. Sammler aus der gesamten Welt kommen daher nach

Liechtenstein. Eine Übersicht bietet der Shop im Liechtenstein Center, dem

offiziellen Tourismus Büro.

Tipp: Das Postmuseum im Städtle 37 zeigt über 100 Jahre Briefmarkengeschichte

hautnah. Kostenfreier Eintritt.

Weitere Informationen

T +423 399 44 66 und www.philatelie.li

Dolce Schokolade

Lecker, kreativ, exklusiv: Diese Schokolade verführt. Das

Dolce ist beliebt für seine köstlichen Eigenproduktionen

sowie die offene Frischschokolade aus der Schweiz. Ein Paradies

für Schokoladenliebhaber und auch ideal als Geschenk.

Auf den Punkt gebracht: Purer Genuss für jeden.

Weitere Informationen

T +423 232 67 00 und www.dolce.li

Ein Unikat: «Der Monarch»

Hersteller: Reinhard Servello, Bobber Anstalt

Gewinner des European BBO Champion 2012, Aufbau: 2012, Motor: 1972 Shovelhead

Rahmen: Bobber Einarm-Starrahmen, Lack: Spezial-Lackierung mit Kohle-Skizzen by

Marcus Pfeil, Gravuren: Old Style Handgravuren by Marcus Pfeil.

Weitere Informationen

T +423 392 24 90 und www.bobber.li

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oho#1

Wirtschaft/Bildung

Kleines Land,

grosse Ideen

Das Fürstentum bietet Menschen mit aussergewöhnlichen

Ideen einen kreativen Schaffensort.

Hier lohnt sich Unternehmertum. Das Staatsoberhaupt

geht als gutes Vorbild und erfolgreicher

Unternehmer vorweg. Zufall ist es daher

nicht, dass sich Firmen aus Liechtenstein zu

globalen Top-Nischenplayern im Weltmarkt entwickeln

und behaupten. Das Land bietet attraktive

Rahmenbedingungen und echte Wachstumsperspektiven.

Text: Markus Kaufmann · Foto: Roland Korner


WIR BAUEN EINE

BESSERE ZUKUNFT.

21 000 Mitarbeitende begeistern weltweit unsere Kunden. Wir identifizieren die

Bedürfnisse der Bauindustrie und schaffen mit innovativen Lösungen überlegenen

Mehrwert. Wir fördern ein Klima, in dem jedes Teammitglied persönlich wachsen

kann und handeln verantwortlich gegenüber Gesellschaft und Umwelt.

Hilti Aktiengesellschaft│9494 Schaan│Liechtenstein │www.facebook.com/hiltigroup

Hilti. Mehr Leistung. Mehr Zuverlässigkeit.

68


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Top-Wirtschaftsstandort

mit Global Playern

Liechtenstein bietet Unternehmern die Möglichkeit, sich auf das

zu konzentrieren, was wirklich zählt: Die Entwicklung und den

Erfolg des eigenen Unternehmens.

Das Fürstentum überrascht mit exzellenten Standortfaktoren:

Dem Zugang zu zwei Märkten (EU und der Schweiz),

der Mitgliedschaft in der EFTA und den damit verbundenen

Freihandelsabkommen, der liberalen Wirtschaftsordnung

mit einem attraktiven Steuersystem und den liberalen

Arbeitsgesetzen. Ob Hightech-Bohrmaschinen (Hilti

Aktiengesellschaft), Pizzas für Italien (Herbert Ospelt Anstalt)

oder Heizsysteme für den Buckingham Palace (Hoval

AG) – aus zahlreichen Bereichen kommen die Weltmarktführer

direkt aus Liechtenstein.

Erfolgreiche Unternehmer

Leistung lohnt sich: Ein ausgeprägtes Unternehmertum

vor Ort, das aktiv gelebt wird und hervorragende Rahmenbedingungen

des Kleinstaates sind die Garanten für Erfolg.

Namen wie Martin Hilti, Gründer des Weltkonzerns

Hilti, Max Auwärter, Pionier in der Vakuumbeschichtungstechnik

und Gründer der Balzers AG (heute Oerlikon

Balzers) zeigen, dass in einem liberalen Umfeld Unternehmertum

zum Erfolg führt. Das Gleiche gilt für die Ivoclar

Vivadent AG, die von ihrem Hauptsitz in Liechtenstein aus

120 Länder mit Dentalprodukten beliefert und Marktführer

ist.

Weltweit Liechtenstein

Made in Liechtenstein: Vieles, was an anderen Orten der

Welt erfolgreich umgesetzt wird, hat auch einen Teil Liechtenstein

in sich. Ob dies die erste bemannte Mondlandung

1969 war, bei der Produkte der Oerlikon Balzers im Einsatz

waren (weltweit einzigartige Beschichtungen), oder ein aktuelles

Konzert von Miley Cyrus, das ohne die Stecker der

Neutrik AG aus Schaan nicht stattfinden würde. Ein kleines

Stück Liechtenstein ist (fast) immer dabei.

Weitere Informationen unter:

www.liechtenstein-business.li

Fakten

Über 4’000 Unternehmen haben

sich in Liechtenstein niedergelassen

und sorgen für eine rekordverdächtige

Unternehmensdichte

von 1 Unternehmen pro 9

Einwohnern.

Top business location home

to global players

Liechtenstein is an excellent place to do

business. As well as offering direct access

to two markets (EU and Switzerland) and

being a member of the EFTA and its associated

free trade agreements, the Principality

pursues liberal economic and labour policies

and offers an attractive fiscal system.

These conditions leave entrepreneurs free

to concentrate on what really matters – developing

their business. For more information

visit www.liechtenstein-business.li

69


Wirtschaft/Bildung

Tradition & Innovation

Zahlreiche Standortvorteile, eine liberale, stabile Wirtschaftspolitik, ein AAA-Länder-

Rating, eine hohe Zentralität in Europa und als i-Tüpfelchen noch eine exzellente

Lebensqualität, die tägliche Kreativität ermöglicht: Das ist Liechtenstein.

Text: Markus Kaufmann

Innovativer Fahrzeugbau

Die Kaiser AG aus Schaanwald ist Technologieführer bei

Fahrzeugen für die Kanalreinigung und industrielle Entsorgung

sowie bei Mobil-Schreitbaggern. Fünf eigene

Standorte und ein Netzwerk von über 100 Vertriebs- und

Servicepartnern sorgen dafür, dass diese liechtensteinischen

Spezialfahrzeuge leistungsstark und zuverlässig auf

fünf Kontinenten ihren Dienst verrichten. Kaiser Fahrzeuge

sind für den Einsatz in extremen Einsatzgebieten konzipiert,

absolut zuverlässig und einzigartig. www.kaiser.li

Wärmebehandlung made in Schaan

Die Bodycote Rheintal Wärmebehandlung AG ist der

Marktführer der Region auf dem Gebiet der technischen

Wärmebehandlung von Stahlbauteilen, die im

Automobil-, Flugzeug- und Maschinenbau verwendet

werden. Das Dienstleistungsunternehmen ist ein regionaler

Betrieb, der sich durch Innovation, Service-Denken

und Verlässlichkeit auszeichnet und ein hohes

Leistungspotenzial hat. Bodycote vereint langjährige

Erfahrung, hohes Fachwissen und gilt als ein attraktiver

Arbeitgeber. Aktuell sind in Schaan 50 Mitarbeitende,

davon neun Auszubildende, tätig.

www.bodycote.li

Hilti Gruppe – Tradition und Innovation

Innovativ, dynamisch, erfolgreich: Dies verkörpert die

Hilti Gruppe aus Schaan, ein Familienunternehmen, das

1941 als mechanische Werkstatt mit fünf Mitarbeitern

gegründet wurde und heute ein Weltkonzern im Bereich

Befestigungs- und Abbautechnik mit über 21’000 Mitarbeitern

ist. Die wesentlichen Treiber des Erfolgs waren

stets ein engagiertes Team und Produktentwicklungen,

die neue Standards setzen. Mit dem Innovationszentrum,

das 2015 eröffnet wird, verstärkt das Unternehmen

den Bereich Forschung und Entwicklung und baut

den Hauptstandort weiter zu einem Kompetenzzentrum

für Spitzentechnologie aus. www.hilti.com

Oerlikon Balzers auf Expansionskurs

Mit der Fusion von Oerlikon Balzers und Sulzer Metco

ist im Juni ein globaler Technologieführer für Oberflächenlösungen

entstanden. Das neue Oerlikon-Segment

«Surface Solutions» beschäftigt weltweit rund 6’000

Mitarbeitende, betreibt 110 Beschichtungszentren und

erzielt einen Umsatz von über 1 Mrd. CHF. Die beiden

Business Units Oerlikon Balzers und Oerlikon Metco

sind seit Jahrzehnten an der Entwicklung von wegweisenden

Beschichtungstechnologien beteiligt, u.a. Dünn-

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Unternehmertum

lohnt sich

Liechtenstein ist ein ausgezeichneter Ort für Firmenansiedlungen.

Unternehmertum lohnt sich.

Die Vorteile des attraktiven Standorts lassen sich

nicht an einer Hand abzählen:

Ein Multitalent: Der Schreitbagger

der Kaiser AG.

schichttechnik, Plasmawärmebehandlung und Laserauftragsschweissen.

Ziel ist die Optimierung von Bauteilen

und Produkten. Hauptsitz des neuen Weltmarktführers

ist Balzers. www.oerlikon.com

Swarovski bringt das Funkeln in den Alltag

Wer bei Swarovski arbeitet, ist mittendrin in einem Familienbetrieb

mit vielfältigen Aufgaben und Karrierechancen

in einem weltweiten Netzwerk. In Triesen beschäftigt

Swarovski über 600 Mitarbeiter. Dieser

Standort ist für das Supply Chain Management aller

funkelnden Swarovski Artikel weltweit zuständig und

betreibt dazu Zentrallager in Triesen und Singapur mit

einem Logistikvolumen von über 27 Millionen Stück pro

Jahr. Weitere Funktionen in Triesen sind Verkaufs- und

Betriebsplanung; Entwicklung, Produktion, Beschaffung

und Qualität für verschiedene Produktbereiche;

Produktionszentren für Swarovski Figurinen in Liechtenstein

und Thailand; Vertrieb von Swarovski Kristall

Produkten. Die Swarovski Gruppe erreichte 2013 mit

rund 30’000 Mitarbeitenden einen Umsatz von

3.02 Mrd. EUR. www.swarovskigroup.com

• Hohes Mass an politischer Kontinuität und

Stabilität

• Breite Diversifikation des Wirtschaftsstandorts

• Zwei Marktzugänge (Europa und Schweiz)

• Liberale Wirtschaftspolitik

• Stabile Sozial-, Rechts- und Wirtschaftsordnung

• Moderate Unternehmensbesteuerung,

einfaches Steuersystem (Flat-Tax)

• Liberales Gesellschaftsrecht

• Solide Finanzpolitik der öffentlichen Haushalte

• AAA-Länder-Rating

• Schweizer Franken als gesetzliches

Zahlungsmittel

• Sehr gute Infrastruktur

• Überschaubare Grösse, die Flexibilität und

kurze Entscheidungswege mit sich bringt

• Grosse Kapitalkraft der öffentlichen Hand

• Förderung von Forschungs- und

Entwicklungstätigkeiten

Ihr Ansprechpartner für Firmengründungen

Einheitlicher Ansprechpartner EAP

Besucheradresse: Haus der Wirtschaft

Poststrasse 1

9494 Schaan

T +423 236 69 96

eap@llv.li

@

Alle Informationen

zum Wirtschaftsstandort

www.liechtenstein-business.li

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Wirtschaft/Bildung

Studieren mit Aussicht –

der Panoramablick über die

Alpen und das Rheintal

ist faszinierend und

inspirierend zugleich.

Von der Spinnerei

zur Universität

Markant schiebt sich in leicht erhöhter

Lage über Vaduz der moderne Glasanbau

vor die Industriearchitektur der

ehemaligen Baumwollspinnerei: Wo früher

Maschinen ratterten, bietet heute

die Universität Liechtenstein ihren Studierenden

und Forschenden Raum zum

Denken mit Leidenschaft. Bauliche Details

in der «Denk-Fabrik» erinnern an

die industrielle Vergangenheit, während

der Campus einen dynamischen Bildungs-

und Forschungsstandort Liechtenstein

symbolisiert. Text: Herwig Dämon

Fotos: Universität Liechtenstein

Fakten

Gründung: 1961

Trägerschaft:

Staat und Wirtschaft

Motto: Studieren mit Aussicht

Ort: Vaduz

Studenten: ca. 1’200

Mitarbeiter: ca. 200

Netzwerke: IBH

www.uni.li

Die ehemalige Baumwollspinnerei Jenny, Spoerry & Cie. geht auf die Ursprünge

der Industrialisierung Liechtensteins zurück. In der Absicht, die

Zollschutzmauern des österreichischen Kaiserreiches zu überwinden, hat

der Fabrikant Johann Jakob Spoerry 1883 in Liechtenstein ein Allmeind-

Grundstück erworben, um die Baumwollspinnerei aufzubauen, die bis

1992 produzierte. Nach einem internationalen Architekturwettbewerb und

dem Umbau durch das Münchner Architekturbüro Karl und Probst startete

2002 der Studienbetrieb in einer neuen «Denk-Fabrik», die sich den industriellen

Charakter bewahrt hat.

Vom Abendtechnikum zur Universität

Der Wirtschaftsaufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg verlangte nach

Fachkräften für die Industrie, die im noch stark bäuerlich-gewerblich geprägten

Liechtenstein nicht zu finden waren. Um diesen Mangel zu beheben,

wurde 1961 ein Abendtechnikum eröffnet. In fünf Jahrzehnten einer

dynamischen Entwicklung vollzog sich der Wandel von der Ingenieursausbildung

für den lokalen Bedarf zu einer international ausgerichteten Universität

mit regionaler Verankerung.

Regionale Relevanz und internationale Reputation

Heute stellt sich die Universität Liechtenstein den dringendsten Herausforderungen

unserer Zeit – mit innovativen Studiengängen in der Aus- und

Weiterbildung, fokussierter Forschung, dynamischem Wissenstransfer

und besten Rahmenbedingungen für Studierende.

72


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Von der Textil- zur Denk-

Fabrik: Internationales Flair an

der Universität Liechtenstein

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Unsere Universität in Triesen

Kluge Köpfe denken weiter

Die staatlich und international anerkannte Private Universität im Fürstentum Liechtenstein (UFL) hat Modellcharakter

im postgradualen und berufsbegleitenden Ausbildungs- und Forschungsbereich. Bei uns haben die

Studierenden die Möglichkeit, in freundlicher, motivierender und vor allem persönlicher Atmosphäre konzentriert

und effizient zu arbeiten. Wir verfügen über hochrangige Lehrkräfte, die eine herausragende Qualität in Lehre

und Forschung garantieren.

Unser auffälligstes Merkmal ist die persönliche Betreuung der Studierenden durch die Lehrenden und das Universitätspersonal.

Anstelle eines starren Lehr- und Forschungsangebotes wird an der UFL auf die jeweiligen

Bedürfnisse der Auszubildenden und Forschenden eingegangen. Die Anzahl der Studierenden ist limitiert, um

so den persönlichen Charakter der Institution beibehalten zu können.

Studieren an der UFL in Liechtenstein

• berufsbegleitende Ausbildung

• staatlich und international anerkannte Abschlüsse

• Teaching on demand – hochqualifizierte Lehrkräfte vor Ort

• familiäre Atmosphäre, intensive und persönliche Betreuung

• Internationale Kooperation und Vernetzung

Rechtswissenschaftliche Fakultät

• Doktoratsstudium Rechtswissenschaften mit Abschluss «Dr. iur.»

• CAS Gesundheitsrecht

Medizinisch-Wissenschaftliche Fakultät

• Doktoratsstudium Medizinische Wissenschaft mit Abschluss «Dr. scient. med.»

und «PhD»

Öffentliche Veranstaltungen

• Vortragsreihe «Health and Life Sciences»

• Rechtswissenschaftliches Symposium zum Gesundheitsrecht

74

Bei uns sind Sie immer willkommen!

www.ufl.li


oho#1

Dass die Universität aussergewöhnliche Angebote bereit hält, zeigen innovative

Lehrkonzepte, das ausgezeichnete Betreuungsverhältnis und der direkte

persönliche Kontakt zu Dozierenden. Die vier Institute Architektur

und Raumentwicklung, Entrepreneurship, Finanzdienstleistungen und

Wirtschaftsinformatik setzen auf eine kreative, leistungsbetonte und internationale

Lernumgebung. Der Campus bietet rund 1’200 Studierenden aus

40 Nationen viel Raum, sich in anregender Atmosphäre voll zu entfalten.

Forschung mündet in Innovation

Die Forschungsthemen der Universität Liechtenstein in nachhaltigem Planen

und Bauen, Entrepreneurship, Wealth Management und Business Process

Management sind international gefragt und weisen einen starken Bezug

zur regionalen Wirtschaft und Gesellschaft auf. Die Ergebnisse der

Forschung werden weit über die Region hinaus beachtet und fördern die

Reputation Liechtensteins als Wissenschaftsstandort. Darüber hinaus baut

die Universität ihre Leistungen im Wissens- und Technologietransfer laufend

aus – und stiftet so direkten Nutzen für öffentliche sowie private Auftraggeber.

Damit trägt die Universität Liechtenstein mit ihrem Campus in

einem markanten Gebäuden der Industrialisierung als offene Innovationsstätte

zur Zukunftsfähigkeit des Landes bei.

Eine weitere Universität in Liechtenstein – die UFL

Mit der UFL (Private Universität im Fürstentum Liechtenstein) besteht

eine zweite grosse Bildungseinrichtung im Land mit Vorbildcharakter. Ihr

Fokus liegt im postgradualen und berufsbegleitenden Ausbildungs- und

Forschungsbereich. Weitere Informationen unter www.ufl.li

Businessplan-Wettbewerb

Wie eng an der Universität Liechtenstein

Forschung, Lehre und

Transfer verzahnt sind, verdeutlicht

auch das KMU-Zentrum. Es

ist Drehscheibe für Wissensvermittlung

und andere Dienstleistungen

für Klein- und Mittelbetriebe

in der Region und führt den

Businessplan Wettbewerb Liechtenstein/Rheintal

durch. Der

Wettbewerb bietet jungen Startups

die Chance, einen Businessplan

unter professioneller Anleitung

zu erstellen und sich mit der

eigenen Geschäftsidee einem kritischen

Feedback zu stellen.

www.businessplan.li

University of Liechtenstein:

from spinning cotton to forging ideas

Perched slightly above Vaduz lies an eye-catching glass building in front of a former cotton

mill. Today, however, the whizzing and whirring of machines has been replaced by the

University of Liechtenstein with 1’200 students and researchers from around 40 countries.

While some aspects of the original factory have been maintained, the modern campus is a

symbol of Liechtenstein’s position as a dynamic hub of education and research. Offering a

unique flair and breathtaking views of the Alps, the university is a centre of innovation for

architecture, spatial planning, financial services and business IT in the region comprising

Liechtenstein, Switzerland, Austria and the area around Lake Constance in southern Germany.

For more information visit www.uni.li and www.liechtenstein-business.li

75


Dynamik heisst,

mit dem Rhythmus zu gehen.

Die VP Bank ist eine flexible und schnelle Spezialistin,

die immer auf dem Laufenden ist. Lassen Sie sich mitreissen.

Denn nur wer sich bewegt, kommt vom Fleck. Sicher voraus.

VP Bank AG · Aeulestrasse 6 · 9490 Vaduz · Liechtenstein

T +423 235 66 55 · F +423 235 65 00 · info@vpbank.com · www.vpbank.com

Die VP Bank Gruppe ist vertreten in Vaduz, Zürich, Luxemburg, Moskau,

Tortola/BVI, Hongkong und Singapur.

76


oho#1

Finanzplatz 2.0

Der Finanzplatz präsentiert sich heute professionell, rechtssicher und international

gut vernetzt. Er gilt als attraktiver Standort für Banken, die Versicherungswirtschaft,

die Fondsindustrie und die Treuhandbranche. In den letzten Jahren

hat sich Liechtenstein für Finanzdienstleister erfolgreich neu positioniert.

Text: Markus Biedermann · Foto: Paul Trummer

Liechtenstein wird heute in internationalen Organisationen

und von interessierten Marktbeobachtern als verlässlicher,

vertrauenswürdiger und innovativer Partner wahrgenommen

und respektiert. Die hiesigen Finanzdienstleister haben

zwei Paradigmenwechsel etwas früher vollzogen als

andere Finanzplätze: Sowohl die internationale Steuerkonformität

ausländischer Kunden als auch das Bekenntnis

zur Einführung eines automatischen Informationsaustausches

mit ausländischen Steuerverwaltungen gehören zu

den neuen, grundlegenden Rahmenbedingungen. Klar

kommuniziert wurden sie durch eine Regierungserklärung

im November 2013 sowie durch die so genannte

Liechtenstein-Erklärung im März 2009. Die Abkommenspolitik

der Regierung zielt auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit

mit den wichtigsten Ländern der Welt ab.

Klare Kundenorientierung

Der konsequente Kundenfokus ist für die Dienstleister im

Kleinstaat Liechtenstein zu einer Chance geworden. Der

Finanzplatz ist ein auf die internationale Vermögensverwaltung

spezialisierter Nischenplayer mit einer jahrzehntelangen

Erfahrung. Die umfassende, professionelle Betreuung

von vermögenden Kunden ist und bleibt die

Kernkompetenz der liechtensteinischen Finanzdienstleister.

Anspruchsvolle, komplexe Lösungen verlangen nach

umfassendem Know-how. Kunden des Liechtensteiner Finanzplatzes

können auch künftig von der grossen Erfahrung

in den Bereichen der Vermögensstrukturierung, Vermögensverwaltung

sowie der Nachfolgeplanung

profitieren. Angesichts der internationalen Entwicklungen

und der zunehmenden Komplexität bei der grenzüberschreitenden

Vermögensplanung wird diese Expertise immer

wichtiger, insbesonders für Familiy Offices.

Verlässlichkeit und hohe wirtschaftliche

sowie politische Stabilität

Die Kunden schätzen zudem die hohe wirtschaftliche und

politische Stabilität des Landes sowie die Solidität und

Verlässlichkeit unserer Institute, die liberalen Gesetze

und die qualitativ hochstehenden Dienstleistungen, für

die Liechtenstein international bekannt ist. In den letzten

Jahren haben sich auch einige interessante Nischenplayer

positioniert. Dazu zählt z.B. die Microfinance Initiative

Liechtenstein. Sie leistet einen effektiven und unternehmerischen

Beitrag zur Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern.

Die Rating Stiftung CARLO Foundation ihrerseits

soll als bislang einzige Agentur dieser Art

kommerzielle und nachhaltige Finanzprodukte inte griert

betrachten. Bereits eine längere Tradition hat auf dem Finanzplatz

Liechtenstein die Philanthropie. Auch dort hat

in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Professionalisierung

und Diversifizierung stattgefunden. Grundlage

dafür ist das neu formulierte, internationale Standards

setzende Stiftungsrecht.

77


Wirtschaft/Bildung

Vorbildlich reformiert

Der Finanzplatz hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich

reformiert und neu aufgestellt. Sein Zukunftspotenzial

liegt vor allem in der spezialisierten Vermögensverwaltung.

In Zeiten regulatorischer Transformation sind Kleinheit

und Flexibilität ein entscheidender Innovations- und

damit Wettbewerbsvorteil. Der Finanzplatz bietet seinen

Kunden diesbezüglich ein einzigartiges Zukunftspotenzial.

Verwaltete Vermögen steigen

Am meisten Gewicht auf dem Finanzplatz haben die

derzeit 17 lizenzierten Banken. Sie sind hauptsächlich

im Wealth Management tätig und haben per Ende 2013

ein Kundenvermögen von 195 Milliarden Franken verwaltet.

Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Darin

eingeschlossen sind die Vermögen ausländischer

Gruppengesellschaften. Insgesamt arbeiten im Finanzsektor

rund 5’000 hochqualifizierte Personen. Dies entspricht

einem Anteil von 16 Prozent aller Erwerbstätigen.

Sie erwirtschaften 27 Prozent der Bruttowertschöpfung

des Landes. Damit ist die Finanzbranche hinter

der Industrie der zweitgrösste Wirtschaftsfaktor.

Interesse am Wirtschaftsstandort Liechtenstein?

Alle Informationen unter www.liechtenstein-business.li

und www.bankenverband.li

Das AAA-Rating von

Standard & Poor’s

unterstreicht die Stabilität

des Standortes

Liechtenstein.

Fakten

AAA-Rating:

Standard & Poor’s hat Liechtenstein

erneut die Bestnote

Triple-A verliehen. Nur noch 18

Länder weltweit haben diese

Top-Bewertung.

(März 2014)

Liechtenstein’s financial

centre – change as a

challenge and a chance

Liechtenstein is home to a professional financial

services industry with a solid legal

framework and strong international connections.

This makes the Principality an

attractive location for banks, insurance

companies, funds and trusts. In recent years,

Liechtenstein has succeeded in repositioning

itself within the financial services

industry. Today it is seen and respected as

a reliable, trustworthy and innovative partner

by international organisations and market

observers. Liechtenstein is one of the

few countries to still have an AAA credit

rating.

For more information visit

www.liechtenstein-business.li

78


oho#1

Mit internationaler Stimme

Liechtenstein kann seine politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen

nur mit einer aktiven Aussenpolitik wahren. In einer globalisierten, stark

vernetzten Welt werden immer mehr politische Entscheidungen auf internationaler

Ebene gefällt. Zwischenstaatliche Verhandlungen oder Verhandlungen im

Rahmen von internationalen Organisationen gehören zur Tagesordnung.

Text: Günther Meier · Fotos: Brigitt Risch und ikr

Der UNO-Generalsekretär,

Ban Ki Moon, besuchte am

1. September 2010 Liechtenstein.

Sein Aufenthalt in Liechtenstein

stand im Zeichen der

Feierlichkeiten zur 20-jährigen

Mitgliedschaft Liechtensteins

bei der UNO. Dabei entstand das

Bild, das Ban Ki Moon mit den

UNO-Sicherheitsbeamten und

den Gastgebern, Aussenministerin

Aurelia Frick und dem liechtensteinischen

Uno-Botschafter

Christian Wenaweser, zeigt.

Solidarisch, verlässlich, engagiert

Die fortschreitende Internationalisierung stellt für Liechtenstein

und seine Aussenpolitik eine Herausforderung

dar. Mit einer gezielten und fokussierten Politik ist das

Fürstentum aber trotzdem erfolgreich darin, mit begrenzten

Ressourcen eine auf langfristige Ziele ausgerichtete

Aussenpolitik zu betreiben. Die Aussenpolitik des Landes

arbeitet international aktiv als solidarischer, verlässlicher

und engagierter Partner mit, um wirkungsvolle Netzwerke

aufzubauen und den Anliegen des Landes international Gehör

zu verschaffen. Liechtenstein setzt sich dabei vor allem

für einheitliche und schlanke rechtliche Spielregeln und

den Erhalt nationaler Handlungsspielräume ein.

Nachbarschaft, Integration und

Aussenwirtschaftspolitik

Liechtenstein versteht seine Aussenpolitik somit in erster

Linie als Interessenwahrungspolitik und richtet die aussenpolitischen

Prioritäten und Aktivitäten danach aus.

Eine zentrale Bedeutung kommt seit jeher der Nachbarschaftspolitik

zu. Mit der Schweiz und Österreich ist die

rechtliche und wirtschaftliche Verflechtung besonders

eng; wichtige Partner sind auch Deutschland und die USA.

Die Pflege der Beziehungen mit diesen Staaten sowie mit

weiteren Partnerstaaten stellt ein Schwerpunkt der liechtensteinischen

Aussenpolitik dar. Unser Schicksal ist zudem

eng mit dem Schicksal Europas verbunden. Besondere

79


Wirtschaft/Bildung

Beachtung schenkt die Aussenpolitik daher der wirtschaftlichen

Integration in Europa. Der EWR, der den ungehinderten

Zugang zum EU-Binnenmarkt garantiert, erweist

sich weiterhin als die für Liechtenstein angemessene Integrationslösung.

Neben dem EWR stellt der weitere Ausbau

der EFTA-Freihandelsabkommen ein zentrales Element einer

aktiven Aussenpolitik dar. Als vom Export abhängiger

Standort ist Liechtenstein auf einen diskriminierungsfreien

Zugang zu ausländischen Märkten angewiesen.

Engagement für Menschenrechte und Demokratie

Das Fürstentum hat ein ureigenes Interesse, dass die Demokratie

weltweit gefördert wird, Menschenrechte und

rechtsstaatliche Prinzipien eingehalten werden und Armut

gelindert wird. Kriege, Konflikte, terroristische Aktivitäten

oder grosse Armut können direkte Auswirkungen auf

Liechtenstein haben. Liechtenstein wird sein Engagement

für Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit sowie

internationale Solidarität weiter aktiv betreiben und hat in

der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass es in der

Lage ist, einen wertvollen Beitrag zu leisten. Dies soll auch

in Zukunft so bleiben.

Aussenministerin Aurelia Frick bei

einer Ansprache vor der UNO-

Vollversammlung

Diplomatische Vertretungen Liechtensteins im Ausland

Die diplomatischen Vertretungen Liechtensteins im Ausland und

das Amt für Auswärtige Angelegenheiten vertreten das Fürstentum

nach aussen. Sie setzen sich mit grossem Engagement für die Interessen

Liechtensteins und seiner Bevölkerung ein und sind bestrebt,

die politischen und wirtschaftlichen Anliegen des Landes gegenüber

anderen Staaten und internationalen Organisationen bestmöglich

zu wahren. Die Vertretungen in der Übersicht:

Liechtensteinische Botschaft in Bern

Liechtensteinische Botschaft in Berlin

Liechtensteinische Botschaft in Brüssel, Liechtensteinische

Mission bei der EU in Brüssel

Liechtensteinische Botschaft in Washington

Liechtensteinische Botschaft in Wien, Ständige Vertretung bei

der OSZE und bei den UNO-Organisationen in Wien

• Ständige Vertretung beim Europarat in Strassburg

• Ständige Mission bei der UNO in New York

• Ständige Mission bei der EFTA, der WTO und der UNO in Genf

Liechtenstein’s international voice

Liechtenstein can only defend its political, economic

and cultural interests through an active foreign policy.

In today’s globalised world, close connections between

countries mean that more and more political decisions

are taken at international level. Among the key policy

areas for Liechtenstein is its relationship with neighbouring

countries. The Principality enjoys particularly

close legal and economic ties to Switzerland and Austria,

while Germany and the US are also important partners.

To find out how a small state makes its voice

heard on the international stage visit

www.liechtenstein.li

80


oho#1

Starke Leistung für anspruchvollste

Herausforderungen.

KaiSer Produkte überzeugen durch Leistung, herausragende Qualität und

hohe Wirtschaftlichkeit. Der antrieb dafür ist innovation. Zahlreiche Patente

und bestens ausgebildete Mitarbeiter machen KaiSer zum weltweiten

Technologieführer bei Fahrzeugen für die Kanalreinigung und industrielle

entsorgung sowie Mobil-Schreitbaggern. Mehr unter www.kaiser.li

Kaiser. Leistung zählt.

KAISER

81


Wirtschaft/Bildung

WO ENTPUPPT SICH

GANZ NEUES POTENZIAL?

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82


oho#1

Fürstlich tagen

Kongresse, Seminare, Tagungen oder ein besonderes Event – das Fürstentum

überrascht mit einzigartigen Lokalitäten, von grossen Sälen über modernste

Gebäude und ruhigen Hotels bis zu historische Burgen. Eine individuelle

Betreuung, ein perfekter Service vor Ort und eine fürstliche Atmosphäre

erwarten die Gäste. Text: Eric Thiel

Raus aus dem Büro, rein ins Vergnügen: Liechtenstein bietet

vielfältige Möglichkeiten, den Teamgeist zu fördern, die

Gäste positiv zu überraschen und ihnen ein besonderes Erlebnis

zu ermöglichen. Arbeit und Spass können durch die

vielen Outdoor-Aktivitäten optimal verbunden werden, z.B.

im Hochseilpark im Forst, beim Bogenschiessen im Alpengebiet

Malbun («Pfeil und Falke», Adler-Erlebniswanderung),

bei den vielfältigen Themenführungen, Landesrundfahrten

oder dem Erlernen von echtem Polo in der ersten

Poloschule in der Vierländerregion.

Exzellent tagen und entspannt feiern

Die qualitativ hochwertigen Lokalitäten sind komfortabel

ausgestattet und werden zusammen mit moderner Technik

allen Ansprüchen gerecht. Vielerorts sind die Gebäude rollstuhlgängig.

In der Regel stehen Parkplätze oder eine Tiefgarage

in unmittelbarer Nähe zur Verfügung. Einige der

Lokalitäten bieten faszinierende Räume und Aussenbereiche,

in denen es sich inspirierend arbeiten und danach entspannt

feiern lässt, z.B. die Fürstliche Hofkellerei, der Kokon-Corporate

Campus, das Veranstaltungshaus Boja 19,

die Stein Egerta u.v.m. Auf Wunsch wird der Aufenthalt

der Teilnehmer mit einem fürstlichen Stempel in den Tagungsunterlagen

dokumentiert. Das Team von Liechtenstein

Marketing entwickelt gerne ein massgeschneidertes

Angebot auf Anfrage und begleitet den Auftraggeber in allen

Phasen der Durchführung.

Top-Verkehrsanbindung und Infrastruktur

Einfach, schnell und verlässlich: Vier Flughäfen (Altenrhein,

Friedrichshafen, Memmingen, Zürich) im Umkreis von rund

1.5 Stunden Autofahrt und die zentrale Lage in der Vierländerregion

Deutschland, Österreich und der Schweiz machen

Liechtenstein zum optimalen Standort für regionale sowie

internationale Anlässe. Die Anbindung nach und die Infrastruktur

in Liechtenstein gelten als hervorragend.

Veranstaltungshaus Boja 19

T +423 373 79 60 oder www.boja19.li

Buchungen und Anfragen

Liechtenstein Marketing

T +423 239 63 63

www.tourismus.li/mice

83


Stein Egerta

Das herrschaftliche Seminarzentrum Stein

Egerta liegt am Waldrand von Schaan und

verfügt über einen legendären Park, der

bei schönem Wetter als Freiluftseminar-

Ort genutzt werden kann.

SAL Schaan

Das SAL Veranstaltungszentrum ist ein

Ort der Begegnung und der Kultur für die

gesamte Region.

Kapazität: bis zu 880 Personen

Anzahl Räume: 8

Caterer: frei wählbar

Weitere Informationen

www.sal.li

Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein

Das hochwertige Ambiente des imposanten

Barriquesaals und der Blick über die Reben

auf das fürstliche Schloss Vaduz bieten den

idealen Rahmen für private, geschäftliche

oder gesellschaftliche Anlässe.

Kapazität: bis zu 60 Personen

Anzahl Räume: 4

Caterer: eigene Bewirtschaftung

Weitere Informationen

www.stein-egerta.li

Kapazität: bis zu 150 Personen

Anzahl Räume: 2

Caterer: frei wählbar

Weitere Informationen

www.hofkellerei.li

Events fit for a prince

Meetings, congresses, seminars or special occasions – the

Principality of Liechtenstein has many unique locations, from

large lecture theatres and modern conference centres to quiet

hotels and ancient castles steeped in tradition. Made-to-measure

packages, perfect service and a princely atmosphere will

leave your guests with memories for a lifetime. Upon request,

visitors can receive the souvenir stamp of the Principality of

Liechtenstein in their passport or on their conference documents.

The stunning landscape, vibrant cultural scene and

many events and activities going on make Liechtenstein the

ideal place for a special get-together.

Vaduzer Saal

Der Vaduzer Saal eignet sich für Ausstellungen, Grossanlässe,

Workshops und Firmenevents. Der direkte Blick auf das Schloss ist

das Besondere an diesem Saal.

Kapazität: bis zu

690 Personen

Anzahl Räume: 6

Caterer: frei wählbar

Weitere Informationen

www.vaduz.li

For more information visit www.tourismus.li/mice and

www.liechtenstein-business.li

84


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wegweisend

... wenn es um Kommunikation geht.

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Dienstleistungen erfolgreich vermarktet. Auf allen medialen

Ebenen — von der klassischen Anzeige, übers Radio bis zum

Internet. Zielgerichtet, werbewirksam und treffsicher.

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85


Aus Liechtenstein in

die ganze Welt.

Aus der ganzen Welt

nach Liechtenstein.

Oerlikon Balzers ist der Technologieführer bei der Beschichtung

von Hartstoffen. Durch unsere innovativen und umweltfreundlichen

Beschichtungslösungen erhöhen wir die

Leistungsfähigkeit von Werkzeugen und Präzisionsbauteilen

und verlängern deren Lebensdauer. Davon profitieren zum

Beispiel die Automobil- und Luftfahrtindustrie, aber auch die

Metall- und Kunststoffverarbeitung.

Als einziger Anbieter sind wir mit über 90 Beschichtungszentren

in Europa, Asien und Amerika präsent. Die einheitlich

hohe Qualität, für die wir weltweit stehen, erzielen wir durch

standardisierte Fertigungsprozesse – auf der Basis von Forschung

und Entwicklung aus Liechtenstein.

Global denken, lokal handeln: Für Oerlikon Balzers von

Anfang an eine Selbstverständlichkeit. So bringen wir unsere

Innovationskraft aus Liechtenstein in die ganze Welt.

Mehr Infos unter: www.oerlikon.com/balzers

86


oho#1

Zu guter Letzt ...

Wussten Sie, dass...

Wie landete das Mondgestein

in Liechtenstein?

Original-Mondgestein, «Mondbriefe» und zwei liechtensteinische

Flaggen, die bei der ersten (Apollo 11) und letzten

(Apollo 17) Mondfahrt mit dabei waren, befinden sich im

Liechtensteinischen Landesmuseum. Es ist übrigens das

einzige Museum ausserhalb der USA

mit fünf Mondsteinen. Präsident Richard

Nixon bedankte sich mit dem

Mondgestein, das von den Expeditionen

1970 und 1973 stammt, bei Liechtenstein

und der Balzers AG (heute Teil

der OC Oerlikon Balzers AG) für die

Unterstützung bei der bemannten

Raumfahrt. Das in der Vakuumtechnik

und dünnen Schutzbeschichtungen

weltweit führende Unternehmen hatte

wichtige Komponenten für die Apollo-

Mission geliefert.

Nationalhymne

mit englischen Wurzeln

«Oben am jungen Rhein» ist seit 1963 die Nationalhymne

Liechtensteins, die auf dem Originaltext aus den 1850er

Jahren von Jakob Josef Jauch (1802–1859) basiert. Die Melodie

ist identisch mit «God Save the Queen», der englischen

Nationalhymne. Ursprünglich als «Oben am deutschen

Rhein» benannt, wurden nach dem zweiten Weltkrieg die

mit Deutschland verbindenden und verweisenden Textstellen

geändert: aus «am deutschen Rhein» wurde «am jungen

Rhein» und «im deutschen Vaterland» wurde zu «das teure

Vaterland». Die zweite Originalstrophe mit «Auf Deutschlands

Wacht» ist nicht mehr in der aktuellen Hymne enthalten.

Die erste nachweisbare Aufführung vor grossem

Publikum erfolgte bei der Eröffnung der Landesausstellung

1895 in Vaduz.

www.liechtenstein.li/hymne

. . . Liechtenstein mit 160 Quadratkilometern und

rund 37’000 Einwohnern der kleinste Alpenstaat,

der viertkleinste Staat Europas und der sechstkleinste

weltweit ist?

. . . Liechtenstein seit 1868 ein Land ohne Militär ist?

Zuvor war es das einzige Land weltweit, dessen

Heer mit mehr Soldaten aus dem Krieg heimkehrte

als es hinein marschiert war. 81 statt 80 Soldaten –

sie hatten auf dem Schlachtfeld einen Liechtensteiner

Legionär «aufgegabelt», der sich ihnen anschloss.

. . . das Fürstentum ein echtes Binnenland ohne

Flugplatz, ohne Hafen und ohne eigener Autobahn

ist?

. . . Liechtenstein keine eigene Währung besitzt

und der Schweizer Franken seit 1924 offizielle

Landeswährung ist?

. . . rund um das Regierungsviertel in Vaduz über

eine Million Klinkersteine verbaut wurden? Dies

entspricht einer Länge von über 250 Kilometern

oder dem dreifachen Umfang Liechtensteins.

?

87

. . . liechtensteinische Sportlerinnen und Sportler

bereits neun Olympia-Medaillen gewonnen haben?

. . . die Brennerei Telser in Triesen die einzige gewerbliche

Brennerei in Europa ist, die ihre edlen

Tropfen althergebracht über dem Holzfeuer brennt?

. . . das älteste Handwerksunternehmen Liechtensteins

die Keramik Werkstatt Schädler in Nendeln

ist? Besichtigungen sind möglich.

. . . rund die Hälfte des Landes mit Bergen bedeckt

ist und Liechtenstein als einziges Land vollständig

im Alpenmassiv liegt?

. . . der russische Zar Alexander II. – bevor er Alaska

an die USA verkaufte – erst beim Fürst von Liechtenstein

angefragt hatte? Hätte dieser zugesagt,

würde heute Alaska zu Liechtenstein gehören.


@

Ihre Meinung ist uns wichtig.

Mitmachen und gewinnen!

Online unter

www.liechtenstein.li/feedback

Stuttgart

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Fürstentum

Liechtenstein

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Impressum

Herausgeber: Liechtenstein Marketing, Äulestrasse 30, 9490 Vaduz · Verantwortlich für den Inhalt: Liechtenstein Marketing,

Ernst Risch, Geschäftsführer · Projektleiter: Eric Thiel · Redaktionskoordination/Layout: Medienbuero Oehri & Kaiser

AG, Eschen, www.medienbuero.li · Konzept: Liechtenstein Marketing, Medienbuero Oehri & Kaiser AG · Autoren: Markus

Biedermann, Verena Cortés, Herwig Dämon, Michael Fasel, Johannes Kaiser, Markus Kaufmann, Marion Kranz, Günther Meier,

Patrik Schädler, Barbara Schneider, Eric Thiel, Rebecca Testi-Marogg · Fotos: Roland Korner, Werner Legler, Kunstmuseum

Liechtenstein, Liechtensteinisches Landesmuseum, Liechtenstein Marketing, Franz J. Meier, Daniel Ospelt, Brigitt Risch, Georg

Soulek, Paul Trummer, Martin Walser, Reinhard Werner, TAK Theater Liechtenstein, Information und Kommunikation der

Regierung · Akquise und Distribution: Allmedia AG, Schaan, www.allmedia.li · Druck: BVD Druck + Verlag AG, Schaan Auflage:

25’000 Exemplare · Erscheinung: August 2014

88


«Nur wer sein Ziel kennt,

findet seinen Weg.»

Epiktet, Philosoph (50 – 125 n. Chr.)

Landstrasse 153, 9494 Schaan

Niederlassung Unterland

Haldenstrasse 5, 9487 Bendern

www.bvd.li


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