Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer der 11. und 12. Klasse

steinerschule.basel.ch

Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer der 11. und 12. Klasse

Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer der 11. und 12. Klasse

Die Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Klassen – neben den

Hauptunterrichtsepochen und den für alle obligatorischen Grundlagenfächer – aus

acht Schwerpunktfächern eines auswählen und diesen Stundenkanon aus einem

Angebot von Ergänzungsfächern erweitern. Wir sehen dies als einen Schritt zu einer

gewissen Entschulung der letzten beiden Schuljahre an, als Möglichkeit für die

Schülerinnen und Schüler, Selbstverantwortung und Initiative in der Gestaltung eines

individuellen Stundenplanes zu übernehmen. Unser Angebot ist so gestaltet, dass es

einerseits den verschiedenen nachschulischen Ausbildungs- und Berufsperspektiven

Rechnung tragen kann, andererseits auch den unterschiedlichen

Belastungskapazitäten entgegenkommt. Dieses Konzept antwortet auch auf

veränderte Anforderungen, die von aussen auf die Schülerinnen und Schüler

zukommen, z.B. die neue Maturordnung an den Gymnasien oder Veränderungen an

den Fachmaturitätsschulen.

Stundentafel 11. und 12 Klasse:

Grundlagenfächer

(jedes Fach für jeden

Schüler Pflicht):

• Hauptunterricht

• Französisch

• Englisch

• Mathematik-Fachstunde

• Musik

• Chor oder Orchester

• Eurythmie

• Turnen

• Handwerk

Klassenstunde

• Technologie, nur 11. Kl.

• Bildnerisches Gestalten

Grundlagenfach

Schwerpunktfach

(aus folgenden Fächern ist

e i n e s auszuwählen):

• Kunsthandwerk

• Bildnerisches Gestalten

• Musik

• Spanisch (Beginn 10. Kl.)

• Gesundheit, Pädagogik

und Soziales

• Biologie und Chemie

Ergänzungsfächer

(dazu wählbar):

• Religion

• Philosophie

• Deutsch – Übstunde

• Französisch –

Übersetzungen

• Physik

• Chemie

• Theater-Workshop

Ergänzungen:

> Die Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer stehen prinzipiell allen Schülerinnen und

Schülern offen, doch ist es sinnvoll, nachschulische Ausbildungs- oder

Berufsperspektiven bei der Wahl mit zu berücksichtigen.

> Aus diesem Grunde wäre vor der Wahl ein Beratungsgespräch mit den

KlassenbetreuerInnen oder den betreffenden Lehrkräften der Schwerpunktfächer

sinnvoll.

> Die Wahl des Schwerpunktfaches wird für die Dauer der beiden Jahre getroffen;

ein Wechsel ist in der Regel nicht möglich.

Wir hoffen, mit dieser Regelung einem selbstbestimmten Leistungswillen der

Schülerinnen und Schüler Raum zu geben und eine stärkere Differenzierung zu

ermöglichen. Im Folgenden werden die acht Schwerpunktfächer sich im Einzelnen

vorstellen.

29. April 2008


Schwerpunktfach

Biologie und Chemie

Stundenzahl

• 1 Nachmittag pro Woche

Anforderungen

• Interesse an biologischen, chemischen und allgemein naturwissenschaftlichen

Fragen

• Fähigkeit zu selbständigem Arbeiten

Ziele

• Erweiterung der fachlichen Kompetenzen in den Fächern Biologie, Chemie

und Medizin

• Kennenlernen bzw. Vertiefen von biologischen, chemischen und

medizinischen Arbeitsmethoden und Denkweisen

• Ausbildung praktisch-experimenteller Fertigkeiten durch Tätigkeit in Freiland

(z.B. Naturbeobachtung) und Labor (z.B. Planung, Durchführung und

Auswertung einfacher biologischer und chemischer Experimente)

• Einblicke in interessante und wichtige Bereiche der modernen Biologie und

Chemie durch Exkursionen

• Der Vernetzung biologischer, chemischer und allgemein

naturwissenschaftlicher Aspekte wird ein hoher Stellenwert eingeräumt

Inhalte

• Bereits vorhandene Kenntnisse der Biologie und Chemie vertiefen und

verknüpfen

• Intensive Beschäftigungen mit Mikroskopie (Zytologie und Histologie),

Ökologie, Genetik und Molekularbiologie, Evolution und Physilolgie

• Vorkenntnisse in den Bereichen der chemischen Fachsprache, Bindungslehre

und wichtigsten Substanzklassen der organischen Chemie erweitern

• Vorkenntnisse in den Bereichen Mechanik, Hydrostatik und Wärmelehre

erweitern

Besonderheiten

• Neben dem Erwerb theoretischer Kenntnisse wird grosser Wert auf die

Ausbildung praktisch-experimenteller Fertigkeiten in Biologie und Chemie

gelegt

• Das Fach eignet sich speziell für SchülerInnen, die eine Matura mit

Schwerpunktfach Biologie und Chemie anstreben, steht aber allen

Interessierten offen

• Dieses Schwerpunktfach wird in Zusammenarbeit mit der Rudolf Steiner Schule

Birseck durchgeführt

29. April 2008


SPF Gesundheit, Pädagogik und Soziales (IMS-B, IMS-F)

Richtziele

Grundkenntnisse

Anhand ausgewählter Themen erste Kenntnisse aus den Bereichen Pädagogik, Psychologie,

Ethik, Medien, Physiologie, Sozialstaat und sozialen Fragestellungen

Kenntnis der Vielfalt vorhandener sozialer, therapeut. und pädagogischer Einrichtungen

Grundkenntnisse aus dem Biologie- und Chemiepraktikum

Grundfertigkeiten

Verständnis für soziale Prozesse im Miteinander verschiedener Menschen und Gruppen

Kommunikationsfähigkeit

Situationsgemäss handeln und reagieren, soziale Prozesse gestalten

Grundhaltungen

Interesse und Offenheit für Grundfragen des menschlichen Zusammenlebens

Einfühlungsvermögen im Umgang mit Menschen, besonders Kindern, Betagten, Kranken,

Behinderten, sozialen Randgruppen

Freude an und Initiativkraft bei der Gestaltung von sozialen Prozessen

Unterricht: 1 Nachmittag/Woche über 2 Jahre; davon jedes Jahr ca. 12 Nachmittage

(oder eine Ferienwoche) in einem selbst gewählten Praktikum; Praktikum Jakobshüttli

Aus dem Inhalt:

Soziale Fragestellungen:

Eigene Sozialisation

Mann, Frau, Familie

Soziale Problemstellungen

Aufgaben des Sozialstaates kennen lernen und diskutieren

Pädagogik:

Jugend und Gesundheit

Erste Auseinandersetzung mit verschiedenen pädagogischen Ansätzen

Medienkunde:

Entwicklung der Medien und ihren Chancen und Einflussmöglichkeiten heute kennen

lernen, kritischen Umgang mit Medien erüben

Psychologie:

Kennen lernen einiger psychologischer Modelle in Theorie und Anwendung

Ethik:

Grundlagen ethischen Handelns verstehen und anwenden lernen

Ernährungslehre:

Nahrungsmittelpyramide, Vollwerternährung; Kindernahrung und Diäten – u.a.

Häusliche Krankenpflege:

Was tun bei Fieber, Ohrenweh usw.?

Grundlagen der Säuglingspflege

Biologie/Chemie: Für Absolvent/innen der Richtung „Gesundheit“ findet ein Teil des

Unterrichts mit dem SPF Bio/Chemie gemeinsam statt, z.T. auch in der Birseckschule

Auskunft/Verantwortliche Lehrerin: christine.jost@steinerschule-basel.ch

29. April 2008


Schwerpunktfach

Bildnerisches Gestalten

Stundenzahl

• 3 Lektionen pro Woche + 2 Lektionen aus dem Grundlagenblock.

• Sonderkurse und Veranstaltungen auch an Samstagen.

Anforderungen:

• Freude an bildnerischen Prozessen.

• Hohe Leistungsbereitschaft.

• Einsatzbereitschaft bei gestalterischen Aufgaben im Schulzusammenhang.

• Führen eines Arbeitsbuches als eine wesentliche Gestaltungsaufgabe.

Ziele

• Es geht in dieser Schwerpunktrichtung, in der verschiedene Fächer verbunden sind, um die

Entdeckung und Entwicklung schöpferischer Ausdrucksfähigkeit im bildnerischen Bereich.

• Zu den Fächern Zeichnen, Malen, Skulptur und Grafik treten ergänzende Kurse im Bereich

der Metall- und Papierverarbeitung und Fotografie.

• Die bildnerischen Aufgaben im Zusammenhang mit den Theateraufführungen der Schule,

wie Plakat, Programmheft, Kulissen, Schminken werden als praktisches Übungsfeld in

diesen Schwerpunkt einbezogen.

• Neben der praktischen Arbeit wird Wert auf eine vertiefte Auseinandersetzung mit der

Kunstgeschichte, insbesondere des 20. Jahrhunderts, gelegt.

Inhalte

11. Klasse:

Malen

Drucken

Vertiefung der Farbenlehre: Impressionismus – Wirkung der Farbe in der

Natur. Umsetzen in eigene künstlerische Versuche.

Expressionismus –Ausdrucksgehalt der Farbe und Klangwert einzelner

oder zusammenklingender Farben. Eigenständige künstlerische

Versuche.

Erlernen verschiedener Drucktechniken. Hoch- und Tiefdruck

Gegenständliches Zeichnen: Mensch, Tier, Landschaft.

Modellieren der menschlichen Gestalt; Portrait.

Zeichnen

Plastik

Papierverarbeitung Von der Papierherstellung bis zum Buch.

Metall

Schmieden

Spezialkurse Schminken, Fotografie

Projekte

"Galerie": Ausstellung der Arbeitsergebnisse.

12. Klasse

Malen/Zeichnen/ Vom Konkreten zum Abstrakten:

Kreativ künstlerisches Arbeiten auf der Grundlage einer vertieften

Kenntnis der malerischen und zeichnerischen Kunstmittel und ihrer

vielfältigen Anwendungen im 20. Jahrhundert.

Druck

Vertiefung der Fähigkeiten in der Druckgraphik

Plastik

Hinführen zu eigenem Entwurf; Ausführen in Holz oder Stein.

Papierverarbeitung Fortsetzung des in der 11. Klasse Begonnenen und Erweiterung.

Spezialkurse Schrift, Layout, Gestaltung von Theaterplakat und Programmheft.

Projekte

Entwurf und Ausführung eines Bühnenbildes.

29. April 2008


Schwerpunktfach

Musik

Stundenzahl

• 4 Lektionen pro Woche (Gehörbildung, Musiktheorie; Spezialkurse).

• Dazu 3 Lektionen aus dem Grundlagenblock (Chor/Orchester, Musikstunde).

• Privater Instrumental- oder Gesangsunterricht.

Anforderungen

• Freude an der Musik, Einsatzbereitschaft, intensive Mitarbeit.

• Erfolgreicher Besuch der Grundlagenfächer Chor/Orchester, Musikstunde.

• Erfolgreicher Besuch der Musiktheorie und Gehörbildung in der 10. Klasse.

Ziele

• Erlernen des musikalischen Handwerks im theoretischen und praktischen Bereich.

• Komplexer Überblick über musikalische Zusammenhänge.

Inhalte

Gehörbildung: Aufbauend auf dem Stoff der 10. Klasse.

Blattsingen, Intervall- und Melodiediktate, Rhythmusdiktate, funktionelles

Hören (auch in Umkehrungen), zwei- und dreistimmige Melodiediktate.

Musiktheorie: Ebenfalls den Stoff der 10. Klasse weiterführend.

Intervalllehre, Tonsysteme, Harmonielehre (Kadenzen,

Dominantseptakkord, Subdominantquintsexteakkord, erweiterte

Kadenzen, Modulationen), Tonsatz, Musikanalyse, Formenlehre.

Die beiden letzteren Teilaspekte sind auch Unterrichtsinhalt der

Musikgeschichtsepoche.

Spezialkurse: Improvisation, Kammermusik (jeweils 1 Wochenlektion).

Besonderheiten:

• Ergänzt wird das Angebot durch die Musikgeschichte, die in Klasse 11 als Epoche

im HU erteilt wird.

• Höhepunkte sind zwei Konzerte mit Chor und Orchester, ein musikalischliterarischer

Abend, Orchesterreisen innerhalb Europas, gegebenenfalls auch CD-

Aufnahmen.

29. April 2008


Schwerpunktfach

Spanisch

Stundenzahl

• 4 Lektionen pro Woche.

• Zusätzlich ca. 2-4 Std. Hausaufgaben pro Woche.

Anforderungen

• Motivation und Freude an der spanischen Sprache.

• Interesse an der spanischen Kultur.

• Regelmässig die Stunden besuchen und mit Konzentration und Einsatz dem

Unterricht folgen.

• Grundlagenkenntnisse der Grammatik.

Ziele

• In drei Jahren den Lernstoff zu beherrschen, so dass der Übertritt an ein

Gymnasium in der ganzen Schweiz ohne Probleme möglich wäre.

• Sehr gute Kenntnisse der spanischen Sprache in den vier Fertigkeiten: lesen,

schreiben, hören und sprechen.

• Einführung in die Maturprüfung mit 1 bis 3 authentischen Prüfungstexten.

• Einführung in die Lektüre eines Literaturwerkes im Hinblick auf die Maturprüfung.

Inhalte

10. Klasse:

Studium der spanischen Grammatik: Gegenwart, Vergangenheit, Verben mit Umlaut,

unregelmässige Partizipien, die Zahlen, reflexive Verben, das Gerundium, das

verbundene Personalpronomen, und der Vergleich.

Schriftlich werden Worteinsatzübungen, einfache Übersetzungen und einfache

Aufsätze gemacht. Die Konjugation wird mit den Verbenblättern I geübt.

11. Klasse:

Vertiefung der Grammatik: Gebrauch von den verschiedenen Vergangenheiten,

Zukunft, Konditional, Relativpronomina, Konjunktiv Präsens und der Vergangenheit,

der Imperativ, Bedingungssätze, und das Passiv. Für die Konjugation werden die

Verbenblätter II gebraucht. Schriftlich werden verschiedenen Einsatzübungen

gemacht, kleine Übersetzungen, Diktate und zusätzlich mündliche Kommunikation.

12. Klasse:

Wiederholung und Vertiefung der ganzen Grammatik, Redewendungen, Diktate, der

Akzent, der Verbendisk, Besonderheiten und Matura Tests. Die Schüler werden für die

Matura vorbereitete und ausserdem werden sie in die Welt der spanischen Literatur

eingeführt.

29. April 2008


Schwerpunktfach

Kunst Hand Werk

Stundenzahl

• 4 Lektionen Unterricht pro Woche

• dazu 2 Std. aus dem Grundlagenblock

Anforderungen

• Erwartet wird eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung.

• Führen eines Arbeitsbuches.

Ziele

• Vertiefen und Erweitern von Materialkenntnissen und handwerklichen Fähigkeiten

als Grundlage einer fundierten Werkgestaltung.

• Projektarbeiten wie zum Beispiel: Schreibtisch und Arbeitsmobiliar (Holz), oder vom

selbstgefertigten Werkzeug zu Schmuck (Metall), sind vorgesehen.

• Eine fächerübergreifende Zusammenarbeit, sowie Firmen und Museumsbesuche

werden angestrebt.

Inhalte

11. Klasse:

Metall Anhand klarer Aufgabenstellung im Bereich der

Gebrauchsgegenstände/

Schmuck, erüben von verschiedenen Techniken in der

Metallbearbeitung.

Holz Erarbeiten von verschiedenen Lösungsmöglichkeiten in der Gestaltung

von Werkstücken (Kleinmöbel/Gebrauchsgegenstände)

Kriterien: Grifftauglichkeit, Ästhetik, Proportionen, Farbklang mit

verschiedenen Hölzern.

Zeichnen Mit Hilfe des Zeichenunterrichts wird der Schüler geschult, eine richtige

perspektivische Gegenstandszeichnung vom zu entwerfenden Objekt

anzufertigen. Hell-Dunkel-Erscheinung und Durchdringungen werden

geübt sowie auch das Zeichnen von Plänen.

Buchbinden Einführung in die Gestaltung und Herstellung eines Buches.

12. Klasse:

Metall Gezielte Anwendung der verschiedenen Techniken an anspruchsvollen

Werkstücken. Eigener Entwurf – Planung – Ausführung.

Holz Wie 11. Klasse, dazu kompliziertere Aufgabenstellungen, bewegliche

Teile, auch mit versch. Materialien (Beschläge) und

Oberflächenbehandlungen.

Zeichnen Wie 11. Klasse

Buchbinden Ausführung einer anspruchsvollen, selbständig gestalteten Aufgabe, z.B.

Schreibmappe, Buchklappschachtel, Buch mit Goldschnitt,

Schmuckschachtel.

29. April 2008

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