Hilfsfonds Brunnenthal – Jahresbericht 2009 - Diözese Linz

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Hilfsfonds Brunnenthal – Jahresbericht 2009 - Diözese Linz

Hilfsfonds BrunnenthalJahresbericht 2009

Im Jahresbericht 2008 habe ich vor allem die von uns unterstützen Projekte in Indien hervorgehoben. Auch

heuer stelle ich besonders diese Projekte vor, weil dazu auch Fotos vorhanden sind. Wie aus dem Punkt 1)

„Was wurde 2009 ermöglicht?“ ersichtlich ist, haben wir aber 2009 wiederum vor allem in Afrika zu helfen

versucht.

Von Fr. Salibindla Balashowry, dem Nachfolger von Fr. Ananda Reddy Gopu im Straßenkinderprojekt

Don Bosco Navajeevan in Hyderabad bekamen wir Fotos von der fertiggestellten Druckerei, deren Grundsteinlegung

wir bei unserem Besuch im Februar 2007 gefeiert hatten. Unser Beitrag für die Druckerei

umfasst die bereits 2004 für die Vorgängerdruckerei finanzierte Druckmaschine, die nun in der neuen

Druckerei aufgestellt wurde, und 10.000.- s für den Bau der neuen Druckerei. Die verschiedenen weiteren

Maschinen wurden von der italienischen Bischofskonferenz finanziert. Die Druckerei bringt der Gemeinschaft

Einnahmen, bietet Jugendlichen Ausbildung und Arbeit.

Fr. Anand hat es trotz seines längeren Ausfalls wegen einer Erkrankung geschafft, dass im neuen Zentrum

an der Peripherie von Hyderabad die Don Bosco Academy für marginalisierte Jungendliche vor Ort und zur

Weiterbildung der Jugendlichen aus dem Straßenkinderprojekt nun bereits 110 Burschen und 70 Mädchen

eine Ausbildung an der Höheren Schule erhalten.

Das Projekt (Wohn- und Unterrichtsgebäude) wird rund 600.000.- s kosten und ist für 2.000 Studierende

und die nötige Zahl an Lehrern und Personal geplant.

Für das Projekt von Anand hat jemand den großen Betrag von 50.000.- s gespendet mit der Auflage, dass

damit ein Gotteshaus im Zentrum gebaut wird. Das Foto zeigt die Grundsteinlegung. Fr. Anand hat mir

berichtet, dass er ein Gebetshaus errichten wird, in dem Christen, Hindu, Sikhs und Muslime ihren je eigenen

Gebetsraum bekommen. Bei der Reise durch Indien im Jahr 1995 hatten wir in einem großen Krankenhaus

von Ordensschwestern in Trichur / Kerala ein wunderschönes Gotteshaus für die verschiedenen

Religionen gesehen – ein Rundbau in Form einer Lotosblume inmitten eines Teiches, in dem im Parterre die

nichtchristlichen Religionen ihre Gebetsstätten hatten und im Obergeschoß die christliche Kapelle war.


Fr. Santhosh Kumar Rayappa hat in Bangalore einen großen Fortschritt mit der Musikschule geschafft.

Die Finanzierung wurde damit erleichtert, indem das Gebäude auch für eine Bank und andere Zwecke

gebaut wird. Fr. Santhosh bekam von uns über den Hilsfonds rund 10.000.- s, dazu noch etwas aus verschiedenen

Veranstaltungen und von persönlichen Spendern.

Bei uns würde allerdings die Baubehörde bei einem solchen „Spreißlgerüst“ den Bau sofort einstellen

lassen. Die Arbeiter gehen und stehen nur dort und da auf einem Brett, gewöhnlich bestehen die Gerüste

nur aus verhältnismäßig dünnen Rundhölzern.

Fr. Santhosh weilt heuer als Gastprofessor von Jänner bis April in den USA. Es ist ihm leid, dass er nicht

wie in den vergangenen Jahren zu seiner weiteren musikalischen Ausbildung zu uns kommen kann.

1) Was wurde 2009 ermöglicht?

Gleich geblieben ist wiederum unser Beitrag an missio Austria für 20 Seminaristen, ebenso der Beitrag

für das Kinderprojekt von Sr. Elena Arns in Brasilien.

Primizgaben: Über missio erhielten die Neupriester eine kleine Gabe zur Priesterweihe.

Unterstützung für den persönlichen Bedarf: Seminaristen und Priester sind oft sehr arm und können

sich auch einfachste und nötigste Dinge des Alltags nicht leisten. Oft ist ihnen mit geringen Beträgen bereits

geholfen.

Studienprojekte: Einige Priester (Indonesien, Tanzania, Ghana) wurden für Studien freigestellt, dabei finanzierten

wir einen Teil ihrer Kurs- und Projektkosten, sowie Computer etc.

Schulgeld: Wie bisher bekam Fr. Herminigildo Alinas (Philippinen) für mehrere Studenten, Jacqueline

A.Were (Kenya) für ihre Kinder und Mwenge Boniface (Tanzania) eine Beihilfe zum Schulgeld, sowie

Euphrasia Emmanuel (Tanzania) für ihr Universitätsstudium. Neu dazu kamen Joshua Sempebwa Luutu

(Uganda) mit einem Teil und die Vollwaise Tereza Kanyonyi (Tanzania) mit der vollen Übernahme der

Universitätsgebühren.

Beihilfe zum Doktoratsstudium: Fr. William Adjei (Ghana) an der UNI in Aberdeen / Schottland und Fr

Athnas Kerketta (Indien) in Rom. Bei Fr. Athnas übernahmen die Diözese Linz und Welthaus Linz den

größeren Teil des Beitrages.

Kranke und Behinderte: Wie immer ist dieses Gebiet uferlos, das Elend groß, die Mittel immer zu wenig.

In Ghana konnten wir über Fr. Joseph Eshun Benya die Chemotherapie für eine krebskranke Frau finanzieren,

über Fr. Boniface Kisi die Nachbehandlung für das Mädchen, dessen Herzoperation wir bereits mitfinanziert

hatten, und eine Hilfe für weggelegte Babys (Zwillinge), Rektor Fr. Damianus Pongoh bekam

Geld für Medikamente für die Seminaristen, Michael Ocran (Ghana) erhielt etwas für seine Gruppe körperlich

Behinderter, Fr. Joseph Puthenpura (Indien) für sein Heim für geistig behinderte Kinder.

Hilfe für Verfolgte: Wie im Vorjahr bekam Alex Mattundo Pio (Tanzania) eine Unterstützung für die

wegen eines irrsinnigen Aberglaubens mit dem Tod bedrohten Albinos.

Im Mädchenheim von Fr. Biniface Kisi (Arusha, Tanzania) gab es einen schweren Raubüberfall, bei dem

die Nähmaschinen, Computer etc, geraubt und einige Mädchen vergewaltigt wurden. Die eigenen Security-

Leute des Heimes hatten mit den Banditen gemeinsame Sache gemacht. Fr. Boniface bekam eine Soforthilfe,

aber der Schaden ist groß.

Kraftfahrzeuge: Für Fr. Charles Dibin (Ghana) und Fr. John Adade (Ghana) wurde mit der MIVA ein

PKW finanziert, Fr. Ranjith Andradi (Sri Lanka) bekam von uns das Geld für ein gebrauchtes Auto, Fr.


Augustinus Guna (Indonesien) für ein Motorrad und Fr. Joseph Eshun Benyah (Ghana) für einen Austauschmotor

bei seinem PKW.

Bauvorhaben: Fr. Joseph Kwesi Dodoo (Ghana) erhielt einen Beitrag zum Bau einer Kirche in einer

Außenstation, Abbé Eitel Claude (Cameroun) für die Errichtung einer Wasserversorgung, Fr. Augustinus

Guna (Indonesien) für ein Pfarrhaus, Fr. Renatus Kamili (Tanzania) für einen Kindergarten und Herminigildo

Alnias (Philippinen) für eine Gemeindeprojekt.

Messstipendien: An 20 Priester in 8 Ländern konnten Messstipendien weitergeleitet werden.

Sonstiges: Führerscheinkurs für einen Seminaristen in Burkina Faso, Computerkurs für eine ausgetretene

Ordensschwester in Tanzania, Kinder-Patenschaft in Albanien (über ORA), Berufsausbildung für einen

mittellosen Burschen in Ghana, Agnel-Ashram-Kinderdorf in Goa, Kinderhilfe Bethlehem, Aussätzigen-

Hilfswerk u.a.

2) Korrespondenz:

Es wurden wieder 4½ Aktenordner Briefe und E-Mails. Aus langer Erfahrung weiß ich, dass die persönliche

Korrespondenz ungemein wichtig ist. Ein Danke und Vergelt’s Gott jenen, die mit Ausdauer und Treue

die vielen Übersetzungen besorgen!

3) Geweiht wurden:

Zum Diakon: Luke Tudrala (Fidschi) am 26.4., George Foumane Zeh (Cameroun) am 4.7., Jean Marie

Ngendandumwe (Burundi) am 18.7., Antoine Ngendandumwe (Burundi) ebenfalls am 18.7. und Serge

Balla Balla (Cameroun) am 12.12.

Zum Priester: Jupiter Canoy (Philippinen) am 3.12.08 und Okello Paul Wandera (Uganda) am 15.8.09

4) Besucht haben uns:

Fr. Santhosh Kumar Rayappa (Indien) war vom 3.3. – 15.5. bei uns machte eine weitere musikalische

Ausbildung und half in Brunnenthal und Suben in der Seelsorge mit.

Fr. Vicent Ssekkabira (Uganda) machte Urlaub in Italien, Deutschland und Österreich und kam dabei

auch vom 6. – 9.7. zu uns.

Fr. Raphael Ssemmanda (Uganda) machte ebenfalls in diesen Ländern Urlaub und war vom 30.7. – 3.8.

bei uns.

Abbé Stanislas Makengo machte im August Urlaub und Seelsorgeaushilfe in Geinberg und besuchte uns

am 22.8.

Fr. Mathew Palachuvattil (Indien) half in einer Pfarre in der Diözese Regensburg aus und kam am 28.8.

auf dem Rückweg noch bei uns vorbei.

5) Finanzbericht:

Das Jahr 2009 brachte sehr erfreulicher Weise wegen zweier großer Beträge die seit Bestehen des Hilfsfonds

höchsten Einnahmen. Auf den Betrag von 50.000.- s für Fr. Anand habe ich bereits hingewiesen.

Eine im Vorjahr verstorbene Seminarteilnehmerin hatte in ihrem Testament 20.000.- s für den Hilfsfonds

bestimmt. Die Auszahlung erfolgte am 30.11.2009. Daher besteht zum Jahresende ein größerer Überschuss,

der allerdings mit Sicherheit nicht lange liegen bleiben wird, weil etliche Projekte noch offen sind.

Im Rundbrief Nr. 3/2009 habe ich bereits darauf hingewiesen, dass es eine gute Möglichkeit ist, über den

Tod hinaus den Hilfsfonds zu unterstützen. Ich wiederhole kurz den nötigen Vorgang: Die Pflichtberechtigten

(Ehepartner und Kinder, wenn keine Kinder vorhanden sind, die Eltern; nicht allerdings Geschwister und

sonstige Blutsverwandte) müssen ihren Anteil bekommen und die gesetzlichen Abzugsposten (Nachlassverbindlichkeiten,

Verfahrenskosten etc.) müssen gedeckt sein.

Was darüber hinaus vorhanden ist, kann ein Erblasser frei zuwenden, wem er es geben will. Es genügt,

wenn im handschriftlichen Testament in einfacher Form steht, wem welcher Betrag auszuzahlen ist.


Einnahmen:

Spenden Pfarre Brunnenthal: 6.631,80

Spenden Auswärtige: 106.088,03

Spenden anonym: 585,40

Sonstige Zuwendungen 8.900,00

Veranstaltungen der Pfarre Brunnenthal: 2.114,82

Kursgeld: 2.215,00

Bücherverkauf: 627,00

Zinsen: 104,60

Messstipendien: 9.917,00

Rückzahlung uneingelöster Schecks: 500,00

Spenden von Reisen (Trinkgelder): 1.925,00

Spenden anstelle von Kränzen bei Begräbnissen: 2.200,00

Spenden für Musikschule Santhosh: 4.045,00

Gesamteinnahmen: 145.853,65

Ausgaben:

Missio/Priesterausbildung: 11.400,00

Missio/Kinderprojekt: 1.308,00

Missio/Sonstiges: 3.340,00

Persönliche und Projekthilfe Priester und Studenten: 100.267,82

Sonstige Hilfe und Aufwendungen: 1.160,00

Bankspesen: 2.439,63

Postgebühren: 234,00

Steuern, Abgaben, Sollzinsen: 17,26

Messstipendien weitergeleitet: 11.292,00

Büroaushilfe: 796,00

Sachaufwand: 203,50

Gesamtausgaben: 132.458,21

Überschuss: 13.395,44

Stand 01.01.09 22.287,56

Überschuss: 13.395,44

Stand 31.12.2009: 35.683,00

Weil die falsche Meinung entstehen könnte, es seien lt. Abrechung ohnehin noch genügen Geldreserven im

Hilfsfonds vorhaben, sei darauf hingewiesen, dass im Jänner die Beträge an missio überwiesen werden

(12.708.- s) und außerdem steht eine ganze Reihe Bittsteller (wie immer) auf der Warteliste.

Vergelt’s Gott und Danke für die Beteiligung beim Hilfsfonds!

Ein weiteres Mittun und womöglich ein Werben um weitere Unterstützer/innen wären natürlich erfreulich.

In dankbarer Verbundenheit und mit freundlichen Grüßen

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